ttr. 617 ♦ 37. Jahrgang Msgabe B Nr. 171 veznnSpre««» »„«»Iii»,«.»».— Mi. |tci uu vou» oocoiu.ahldar. voft- bnuq Dlonailidi 10,- dUL. trfl. Zu- SfOunq»nf bübt. Unit»»rniibsnb fü« ®»utid)lonb unb OefterrnA 16. 0 OIE, fQr bo» übngt Xustanc bei läqllch tinmal. �uftcQuno 21 50 m, dinftif OeUnnaen nehmen an OeOcml� Unqarr, Tscheche- Slowaiei, Sone» wo«. voOanb.»Uiemdueq.-lbwede» »»b»te Echrneu.— Einaerrooen m ble Post» eirunoe.Peeieliile. ?ee.-Donna«?* mit«et Sonmaa» brllaqe»Voll«.Zeil* erntieim wvmen- UlOlich zweimal Sonnioqe unb Mo» log»-inmoh Teiearomni-tlbeeO» »»»iwlveiooleoi vtelln». Avend-Ansgave Oerlinev VolksblnN (ZK Pfennigs) AnzetnenvretS: Die ochlgewallene NbiworeMexeile !oslet3.— dl!.. TenmmysMIchlas SO'/j. kleine HnjciBcn", Da» ictt- qtörurttt War: 1,— 311,(juläjfig zwei -ettqebrurfte Wortes, ebee weitere Won 60 Big. gtenengefutht unb Schlatttellenanzeigen Da? erste War-. 6ä Vig. iebe« weilere Wo««0 Psg Wone iiber 15 Buchstoben zästlen filt «nei Worte. Tcueninaszufcblon 50°-» Familien-Anzeigen Mr Abonnenten geile 2,— M, nolitiidie unt g«. weriichailliche Vereins-?ln>eigen S.— dJIL die geile ohne Aufschlag. Anzeigen iiir die n a chst e Zlumwer müssen bis 8 Ahr nad"niltag» tm Sounigeichistl. Berlin SW i. Linben- strohe 3. abgegeben werben.(Beaifnel oo» S Uhr früh bis 5 Uhr abenba. no ZcntraJorgan der rozialdemohratifchcn parte» Deutfcblanda -KeöoFtSon unö Expedition: EW. HS.£inden!lc. 3. iiernilirrrticr:«ml ivlorinvlan, Nr. 151 90— 151»7. Freitag, den 37. Dezember I9:£0 Vorwärts-Verlag G. m. d. h., EW. öS» Linöenstr. 3. �ernivrrcher: Tim« Aioritivia«, Nr. 1 1 7 öS— 54. Reichsnotopfer unö Regierungskrise. Im StmeranSschuß deS NcichStancs Mnrdr heute vor- mittag die Abstimmung über den H I des Gesetzentwurfes über die beschleunigte Einziehung des Reichsnot- o p f e r s vorgenommen. Der Paragraph gelangte zur An- nähme mit den Stimmen des Zentrums, der Sozialdcmo- kraten, der N.S.P.D. und der Kommunisten. Gegen die Bestimmung stimmten mit den Tcntschntltionalen die Per- trctcr der Deutschen V ol k s p a r t e i, während sich die Demokraten der Stimme enthielten. Darauf- hin erklärte Rcichssinanzministrr Wirth, es sei ein ganz un- haltbarer Zustand, dast zwei Regierungsparteien in dieser Weise ans der Reihe tanzten. Er werde sofort das Reichs- kabinett informieren und behalte sich»vsitere Schritte vor. Damit- ist eine offene Regierungskrise ausgebrochen. Man spricht im Reichstag augenblicklich überall von der neuge- fchaffenrn Situation. Tie Demokraten fordern, das; auch die Deutsche VolkSpartci für das Gesetz stimmen solle, sonst wür- den sie nicht die Verantwortung dafür übernehmen können. Zwar hofft man in RcgierunaSkrrisen, die Cache»virder ein- renken zu können, doch zeigt sich deutlich, wie wenig inneren Halt die gegenwärtige Koalition hat, besonders wenn es sich nm die Belastung der Besitzenden durch direkte Abgaben handelt._ �nÖc ües Streiks in Salle. Salle a. S., 17. Dezember. tEigener Drahtbcricht de»„v»r. wärts".) Die„Bereinigte kommunistische Partei" blSft den Streik ab. In den heute vormittag stattgefundenco Ber» lammlungen ipurde eine Resolution angenommen, dcrzufolge von heute nachmittag 4 Nhr ab der Streik als beendet erklärt werden soll. E. Ist anzunehmen, daß dieser Vorschlag von der Zen- trale der V.fl.P.D. gemacht worden ist. da der Streik wegen der ungünstigen Zeit keinerlei Aussicht auf Erfolg hatte. Währenddem der Streik in Halle fast allgemein durchgeführt wurde, hat die Be- wegung an keinem Punkte im Bezirk Fuß fassen können. Auch in g!ol?a und in Grifelthal» wa gestern abend die Wciterverbreitung der AuSstandSbcwegung bevorstand, sind die Belegschaften heute morgen voll angefahren. Die Eisenbahner von Halle betei- ligtrn sich n.i ch t am Streik. Die Beteiligung«nrde von diesen in einer Urabstimmung mit 742 gegen 311 Stimmen abgelehnt. Sonst herrscht überall Ruhe. ßreigabe öer Junkers-Fluozeuge. Di«?lf Junkers- Metall-Ein-d ecke r, di« für eine curwrikallmschc Firma bestimmt und m Hamburg auf Beran- lassung der Interalliierten Luftfahrt-Uoberwachungskommission im Auftrage deS Reichs fcha tz miu i stc r i u m S beschlagnahmt worden waren, sind freigegeben wordon und werden nach New Fork ab- tocmsportiert. Neuer Zwischenfall in Genf. Genf, 17. Dezember.(TU.) Die gestrige Sitzung brachte einen neuerlichen Beweis dafür, dah tiefe Gegensätze zwischen dem«nglisch-französischen Block und Italien vorhanden sind. Heute Rachmittag verfocht« der italienische Delegierte Schanzer einen kleinen Handstreich auf Frankreich zu unternehmen, der ihm aber mihlang. Auf der Tagesordnung stand die Berhandiung über den Kommissionsantrag betr. die Aufnahme der Randstaaten in den Völkerbund. Tie Kommission hatte vorgeschlagen, die russischen Randstaaten(Lettland, Estland und Litauen) vor- läuiig nicht in den Völkerbund aufzunehmen. Die Annahme des Kommissions-antrages schien so ziemlich ohne Diskussion gesichert, als Padcrewski die Tribüne bestieg und rn seinem bekannten Stil ausführte, dah Polen für die Auf- nähme der Randstaaten in den Völkerbund sei, sNi aber de: Abstimmung enthalte, um nicht gezwungen zu sein, gegen seine Ententc-Wohltäter zu stimmen. Man glaubte, daß die Dis- kussion hiermit beendet sei, als sich der italienische Del«- gierte Schanzer erbob und erklärte, daß Italien für die vorbehaltlose Aufnahme der Randstaaten eintrete. Diese Erklärung rief sichtlich bei der französischen Delegation un- angenehme Ueberraschung hervor. V i v i a n i führte in seiner erregten Weise aus, daß Frankreich die Randstaaten deshalb nicht aufnehmen wolle, um nicht durch Art. 1l> der Völkerbundsstatuten gezwungen zu sein, ihre territoriale Integrität zu garantieren, und schlug in höhnischer Weise den Staaten, welche die Ausnahme wünschen, vor, im gefährdeten Fall doch auf eigene Verantwortung die Randstaaten gegen Sowjetruß-land militärisch zu schützen. Die Abstimmung zeigte, daß die Opposition in der Versammlung nicht sehr groß ist. � Georgiens Zluknastmestesnch abgekehnt. Genf, 17. Dezember.(WTB.) Bei der Bebandlung der Frage einer Aufnahm- Georgiens in den Völkerbund erklärte Nansen als M.dgbied der Kommission, daß eine sehr stark» Min- derheit für die Aufnahm« dieses Landes eingetreten sei. Georgien als VölkerbundSmitgliÄ) könne ein wirksames Werkzeug werden bei � der Rettung Armeniens, mit dem es benachbart sei. Auch Lord C e c i I war für die Aufnahme Georgiens, bei welcher Gelegen-. heir der Völkerbund zeigen könne, daß er gewillt sei, die kleinen � Staaten zu schützen. Nachdem F i s h�e r- England gegen die Auf- nähme Georgiens und Nansen-Norwegen für diese gesprochen hatte, wurde dasAufnahmegesuchGeorgi�nsmit vierzehn gegen zehn Stimmen bei zahlreichen Enthaltungen abgelehnt. Für die Aufnahme stimmten u. a. Chile, Italien, Norwegen, Portugal, Schweiz, dagegen stimmten u. a. England und Frankreich. DaS Gehalt des Internationalen Gerichtshofes. Genf, 17. Dezember.(WTB.) Die dritte Kommission beschloß, bei d-r Versammlung zu beantragen, den Richtern beim Internationalen Gerichtshof folgende Gehälter auszusetzen: Dem Präsidenten des Gerichtshofes 60(XX) hölländische Gulden, den übrigen Richtern, Vizepräsident einibegriffen, IS 666 Gulden im Jahre. Di« Mitglieder des Gerichtshofes erhallen für die Ausübung ihres Amtes eine Tagcszulage von 166 hol- ländischen Gulden, der Vizepräsident eine solche von 156 Gulden für die AmtStät.gkeit im Haag. Er erhält ferner eim-e besondere' Zulage von 56 Gulden pro Tag, Ipenn er den Präsidenten der- tritt. Die beisitzenden Richter erhalten 15.6 Gulden täglich' im Dienste außerhalb des Haag und 266 Gulden im Haag. Die Kommission empfiehlt dem Rat, die bestehenden und dazu geeigneten Veicinigungen zu benutzen, die vorbereitenden Arbeiten für die Feststellung de» internationalen Rechtes zu beginnen und aus die Errichtung etn-r Akademie für inteimationa-leS Stecht im Haag zu dringen. die Königsfrage in Griechenlanü. P a r i S, 17. Dezember.„Echo de Paris" teilt mit: Die f r a it. z S fi f ch e Regierung hat der englischen und der i t a l i e n i. f ch e« Regierung vorgeschlagen, am Tage des Eintreffens König Konstantins in Athen die(gesandten zurückzuberufen und sie durch einfache Geschäftsträger zu ersetzen. Sowohl Lord Curzou wie auch Graf Sforza haben ablehnende Antworten ge- geben oder solche in Aussicht gestellt. Athen, 17. Dezember. Der Ministerrat beschloß, aus die Note der Alliierten vor der Ankumst des Königs Konstantin nicht mehr zu antworten der Prozeß gegen Sie C. G. l e s i e n wird uns geschrieben: Herr Korfanlq, der Leiter deS polnischen PlebiszitkommisiariotS in Oberschlesien, hielt in Rosenberg eine Rede, in der er seine Zn- Hörer zn offenen Gewalttätigkeiten gegen die ober- ichlesischen Bürger aiiffordeite, die zur Abuimninng über die Zuge- börigkeit des Landes hierher kommen würden. Gegen dieie Methode des politischen Kampfes wandten sich die deutscheu Parteien Ober- schlesiens mir Recht. Sie richteten eine B e s ch w e r d e an die Interalliierte Kommission in Oppeln. Jetzt bringt eine schweizerische Zeitung die Nachricht, datz Äorsaniy.glänzend sreige- sprvchsn" sei. Die Lage ist klar. Eigentlich verlangen alle Parteien Ober- schlesiens, gleichviel welcher Richtung und welcher Nalionaliiät, die Ruhe des Landes. Der L e> t e r der polnüchen Agitation in Ober- ichlesicn hat es aber für nötig gefunden, zu offener Gewalttat gegen die deutschen Mitbürger deS Landes ausznfordern. Das ist eine Handlung, die nicht nur nach den Grundsätzen des Frieden-?- Vertrages das Eingreifen der Jnteralliieiten Kommission nötig macht, sondern auch die Ruhe im Lande erschüttert. Tie Jnter- alliierte Kommission bat die Verpflichtung, die Abstimmung in Oberschlesien vorzubereiten. Dazu gehöit, daß sie unbedingt die Rnbe und Ordiiuiig im Lande aufrecht erbält. ohne Anseben der Parteien und der Nationen. Wer diesen Frieden stört, ist Unter Ilmsländen zu beseitigen. DaS Verhalten des polnischen PlebiszitkommiffarS ist ein Ver- brechen am oberschlesischen Volke, ein offener Versuch. daS Ab- siimmilngsergebiiis gewaltsam zu beeinflussen. Nnd dieser Versuch ist doppelt bedenklich, weil er von einer so outoritativen Stelle aus geschieht. ES ist zweifellos, daß sich die unteren Organe des polnischen AgitationsapparalS nach den Weiiiliigen von oben richten werden. Wenn Herr Korfanty sich ungestraft erlauben darf, eine ausgesprochene Hetz- und Gcwollrede gegen die Deutschen z» halten, dann werden die unlcrgeordnetcn Ngiiatoren der polnischen Sache sich selbsivernändlich desselben Mittels bedienen und der Friede im Lande ist ständig in Geiahr. Das sind keine Betrachtungen, sondern Talsachen. Denn kaum hatte Korianiq seine Brandrede in Rosenberg gehalten, da blies sein ergebener Diener Poi'piech in Pilzendorf in dasselbe Horn. Und das Ergebnis war der Ueberfall auf die Mitglieder des Deutschen Bergarbeiterverbandes, der, abgeieben von einigen Berwundeten. selbstverständlich auch eine ungeheure moralische Wirkung bat. Solange der Friede und das freie Selbst, bestimmungsrechr in Oberschlesien so gewalträiig beeinflußt werden kann, ist von einer freien Abstimmung nicht zu reden. Do? zögernde Eingreifen der Jnteralluerlen Kommission in diesem Falle gibt auch sonst z» großen Besürchuingen Anlaß. Soweit nnS bekannt, sind die Unterführer deS polnischen Plebiizu- kommiffaria'.S in Oberschlesien dabei, beute eine Organisation auszuarbeiten, die den gewaltsamen Widerstand gegen daS Ein- reisen der Heimallreuen Oberichlesier vorbereiten soll. Die Sokol.s sollen auftreten. Ihre Bewaffnung wird von Kongreßpolen au» besorgt. Anscheinend fühlen sich die- Draht- zieber dieser Bewegung ziemlich sicher und die woh!wollende Haltung der Interalliierten Kommiision ihnen gegenüber berechtigt sie auch dazu. Masurische Winterfahrt. Von Artur Zicklev. Im warmen dunstigen Stall scharren die Pferde. Der zottigste Gaul wird genommen. Er klappert ungelenk nnd voller Unlust über die Steine des Hofes und dampft in der Kälte. Ich werfe mich in den Fellmaniel, noch einen Pelz um den Hals, die Klappenmütze über die Ohren— dann hinauf auf den Bock des Gefährts, die dicken Decken um die Beine und nun kann es los- gehen. Hüh, Braunerl Hinter dem Gehöftetor, auf der freien Landstraße setzt sich der Fuchs in Trab. Frostigblauer Winterchimmel über uns. Links der Straße, bis an den Horizont, der See, grau schimmernd in Eis und trüben Wellen. Rechts, in leichten Hügclungen verlausend, fern von schwarzen Wäldern gesäumt, das masurische Land. Fette Krähen umkreisen den Wagen und schnarren in die Oede. Hüh, Brauner! Mein BegHtee erzählt. Damals, oor sechs Jahren, sprengte die Vorhut einer Kosakensotme die gleiche Straße entlang. Ein Schuß fiel, und einer sank vom Pferde. Dort drüben liegt er, einer Mn�er Sohn, begraben. Hüb. Braunerl Dann waren in langen iinruhvollcn Nächten Kanonendonner und Gewehrfener zu Ichren. Bis die fremde Gefahr in den weiten stillen Seen ertrank. In endlosem Roll-n, jahrelang, trugen die Bahnen Deutschlands grane Männer in den dunklen Osten hinein. Das ist nun alles fast nicht mehr wahr. So geht die. Zeit. Bei einem toten Wasserturm, der wie ein ungefüger Wächter neben ihm steh', liegt xm Inden fricdhof. Nicht größer als ein HauSgarten. lehnen doch zwei Dutzend weiße, mit fremdartigen Lettern behanene Denksteine nebeneinander. Ich muß an eine kleine Novelle Leo Tolstois denken: Wieviel Erde der Mensch braucht. So lange die Menschen leben, kämpfen sie um die riesig- sten Gefilde— und zuletzt haben doch so viele auf einem winzigen Stück Erde Platz für alle Zeiten. Hüh, Brauner s Holprige» Pflaster dar kleinen Stadt. Nie- drige, unschöne Häuschen, nichts von der verwinkelten Heimisch- keit der westlicheren Kleinstädte. Auf der breiten Straße treibt der dünne Schnee in Wirbeln. Die alte nüchterne Kirche hebt ein Tönen an, das über die wenigen Dächer hinweg in die Ebene fällt. Schulkinder, warm verpackt, mit kälteroten Nasen, huschen dahin. Wieder auf freier Straße. Der Himmel ist mit grauen Schnee- küchern verhangen. Wir fahren gegen den Wind, der schneidet wie mit Messern daS Gesicht. Einmal br'cht die Himmelsdecke, die weiße kalte Sonne wirft ihr Licht auf den See, daß er wie altes Silber glänzt. Die Kröten fliegen ins Dämmernde. Die Ohren grimmen. Hüh, Brauner, hüh! Diese Politik können wir Sozialisten Oberschlesien? n'cht milmacben. Am allerwenigsten dürsen wir zugeben, daß der Be- völkcrnng eine Meinung gewallsam au'gezwungen wird. Es ist alio nolwendig. daß die Jnieralliieite Kommüsion im Jnleresse de? Friedens in Oberichlesien einmeist. Korianiq sitzt im Beirai der Jnlerallrieiien Kommlssion. Unmöglich tann man e» den Vertretern der deniichen Parteien ziminien. daß sie siv lünflig mU ihm an den BeralungSlisch setzen, wenn er nichi einwandsfrei dasteht. Tie Frage ist ernst nnd die Interalliierte Kominiinon wird er« wägen müsse», welche Folgen sie haben kann. Sie ist dam da. Ordnung nnd Frieden im Lande ansrechizuerbalten ohne Aniehen der Person. Hai Korsanih ge'ündigt und greift die Jnieralliierle Kommiision nicht enr, da>in wird sich in der deniichen Bevölkernng Obeischlenens die Ansicht verstärken. daS General Le Rond und seine Muarbeiter nicht unparteiisch ihres Amtes wallen. �lkaöemiscbe SauchweUen. Die antisemitischen Strömungen cm den deutschen Universitäten nehmen immer groteskere Formen an. Neuerdings hat der V. C., der„Verband d e r T u r n e r s ch a f t e n der deutschen Hoch- schulen", sich sittlich entrüstet über den preußischen Kultus- minister, unseren Genossen Haentsch, weil dieser die Forde- rung der deutschnationalen Studenten nach Ausschluß der jüdischen und sonstigen Angehöirgen östliche: Länder vom deutschen Hochschul- sind. um nicht ohne weiteres akzeptieren will. Die Turner haben deshalb an den preußischen Ministerpräsidenten, gewissermaßen als Bcschwerdeinstanz, eine Protestresolution gerichtet, die natürlich prompt ki der gesamten reaktionären Presse-abgedruckt wird. Die Turner versichern, daß sie'mit„tiefster Entrüstung und Empörung" Kenntnis von der Haltung deS Kultusministers genommen haben und daß sie„in völliger Uebereinstimmung mit dem ganzen, deutsch empfindenden Studenkenium einhellig der Auffassung" isien, daß gerade die Fernhaltung„der von Haenisch so nachdrücklich beschützten svcmden Elemente" eine unumgängliche Voraussetzung für die Er- Haltung dos deutschen Charakters unserer Bildungsstätten sei. Die deutschen Hochschulen sollten die ersten Pflegestätten des nationalen Gedankens sein.„Daran wird am wenigsten der zeitweilige oberste Leiter des preußischen Unterrichtswesens etwas ändern.".,. Das Preußische StaatSministerium bat dies« Resolution an den Kultusminister zur Erledigung abgegeben. Genosse Haenisch hat den akademischen �Herrschaften daraufhin mitgeteilt, daß er es ablehnen müsse, über den Inhalt der im Ton durchaus unge- hörigen Eingabe in Erörterungen einzutreten. Er könne Ent- rüstungsknudgebungen nicht e r n st nehmen, die sich auf eine derartig mangelhafte Kenntnis feiner Politik und seiner Verwaltungsmaßnahmen stützen. Wenn die Turner wirklich sich über seine Stellung zur Frage deS Studiums von Ausländern und die damit züscunmenhängenden nationalen Fragen unterrichten wollten, so hätten sie dazu hinreichend Gslegen- heit durch die Lektüre seines Buches über„Staat und Hochschule", das auch im„Vorwärts" wiederholt besprochen worden ist. Diese elegante Abschüttelung der antisemitischen Heldenjüng- linge ist die einzig würdige Art, um ihre Anmaßung zurückzu- weisen. Jm �eer der deutschen Republik. Braunschweig, 16. Dezember.(Eigener Drahtbericht des„Vor- wärts".) Der Führer der ersten Kompagnie des hiesigen Reichs» Wehrregiments Nr. 17, Hauptmann Trensch von Buttler- Brandenfels, verlangte von seinen Leuten bis Mittwoch 1 Uhr dienstliche Meldung, welchem Verband oder welcher Organisation sie angehörte nl Er drohte demjenigen, der diese'Meldung nicht machen oder falsch erstatten würde, Be- strafung an. Daß dieser Befehl als Verbot der Zugehörig- keit zum Nepublikanischen Fnhrerdnnd oder ReichswirtschaftSver- band der Berufssoldaten aufgefaßt wurde, zeigt die Tatsache, daß einzelne»m ihre Epistenz besorgte Reichswehrlente sofort ans den Organisationen anstralen. Ferner hat der Oberst des Reichs- wehrregirnents, Herr von Brandenstein, anS augenscheinlich ge- suchtem Anlaß die Zusammenarbeit mit dem R. d. B. aufgehoben. Walter v. Molos Schillerdrama. Der Verfasser, dessen bio- graphischer Schillcrroman ein ungewöhnlich großes Publikum ge- Wonnen, hat in dem Schauspiel, das sich„Der Infant der Menschheit" nennt, den jungen Schiller zeichnen wollen, der nach dem Erfolge seiner„Nänber", von Talberg als Theaterdichter engagiert und dann im Stich gelassen, mit schweren Lebensnöten ringt. Die rührige Leitung des kleinen Rose-Theaters brachte das Werk in einer mit Fleiß und Liebe inszenierten Vorstellung heraus. Der freundliche Beifall, der den Autor wiederholt hervorrief, kann aber über die Verfehllheit des Experiments nicht hinweg- täuschen. Der Handlung mangelt nicht nur jeder Ansatz zn innerer Geschlossenheit und seelischer Vertiefung, auch jedes Augenmaß für Bühnenwirkung, dem Laube»„Karlsschüler" ihre Beliebtheit ver- dankten. Die Erfindung gruppiert sich um den Einfall, in das Freundschaftsverhältnis des jungen Schiller zu dem Musikus Streicher allerhand Analogien des Verhältnisses vom Schillerfchen ..Don Carlos" zn Margiiis Posa hereinzukonstruiereri, und scheut dabei auch vor den allerärgsten Gewaltsamleiten nicht zurück. Wie Posa des Prinzen Sache bei Philipps Frau führt, wird Strencher in dem Stücke Schillers Fürsprecher der Majorin von Kalb, die— des jugendlich genialen Dichters flammendes Herz zu Leidenschast entzündet har. Und wenn Posa für den nach seiner Ueberzeugung vom Schicksal zu Großem äusersehenen Infanten sein Leben hin- gibt, will Streicher in dem Zweikampf, zu dem der eifersüchtige Major(nach Moloscher Erfindung) Schiller gefordert, an dessen Stelle treten, die tödliche Kugel auf die eigen« Brust lenken. Groteske Verrenkungen, die in dem weiteren Verlauf noch über- boten werben. Jsfland, der berühmte Schauspieler, in jener Zeit Mitglied der Talbergschen Truppe, fstfuriert dabei im Stück anS unbel-nnten Gründen als intriguantester der Feinde Schillers. Einzig von der Exposition hat man den Eindruck, daß sie dos Zuständliche im allgemeinen Umriß natürlich wiedergibt. Sobald die Handlung einsetzt, verliert sich alle Jllpsion der Möglichkeit. Da? ganz unmotivierte Zusammenklappen des eben noch verstiegen todes- mutigen Freundes, dem seine Poka-Rolle pB&nch leid wird, als er wegen Unterzeichnung eines Scknllerschen Wechsels ins Schuldgo- fängniS kommt, erhöht die Peinlichkeit. Gleich unverständlich chirtt die Rollenwandlung, die Molo in dem letzten Akt feinen Helden selbst vollziehen läßt. Der Schwärmer lehnt die Begleitung der eben noch leidenschaftlich begehrten Frau von Kalb, als sie bereit ist, ihm zu folgen, unter langen frievlichen Reden über eine Mission ab. Die Arme muß bei dem verhaßten Gatten bleiben. Die Darsteller setzten sich mit eifrigem Bemühen für ihre Auf- gäbe ei-n. Er-ck Baldemann, ein ckuswärtiger Gast, gab in gut stilisierter Schillermaske den jugendlichen, von seinem jähen Tem- peramente bin und her geworfenen Poeten. Sympathisch verkör- perte�Willi Rose als Streicher den Glauben an den Feennd. Der alte Schiller, der den verlorenen Sohn in die Enge eines bürgen- lichen Berufs zurückführen möchte, war durch Herrn Keift er, oie Majorin durch Margarete Clavjee ansprechend' vertreten, dt. Der Kampf um Fricdmanns Tuberknlosemittcl. Ehrlichs Nachso'ger am Gxorg Speyer-Hause in Frank'urt a. M.. Geheimrat 255. Kalle, hat jetzt die Friedmannschen.Schildkrötcntnbcrkelba» — Die Namen der genannten Offiziere lassen nicht darauf schließen. d:tz es sich um ein Wehrregiment der deutschen R e p u- blik handelt. Wir müssen eS deshalb noch einmal unterstreiche:! Die k>pdra der Verleumdung. Von besonderer Seile wird den P. P. N. geschrieben: Jm vergangenen Frühjahr wurde der preußische Minister Haenisch, als er zur Einweihung der Kunstausstellung in Düsse- darf erschien, dort von einem„nationalen" Winkelblättchen mit einem Leitortike! begrüßt, der unier der Ueberschrift„Sind Haenisch und Severing Schieber?" faustldicke Lügen über die bei- den Minister in die Welt setzte. Unter Berufung auf ein Schee-- bcn des.Gewerkschafisbundes Deutscher Etsenbahnbeamien" und unter namentlicher Bennung von fünf„Zeugen" wurde behauptet, die Genossen Haenisch und Severing hätten sich an umfang- reichen Schiebungen von Lebensmitteln beteiligt. D'e Minister haben unmittelbar nach dem Betanntwerden der u. a. auch in einem Bielefelder Blatte gleichen Schlages abgedruck- ten Verleumdungen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet. Nach dem Zeitraum, den die inzwischen angestellten„amtlichen Er- Mittelungen" in Anspruch genommen haben, kann man nur hofscii. daß das Lügengewebe der Essener„Freien Worte" und der B'.ele- felder„We-stsölischen Neuesten Nachrichten" unterdessen bis in seine feinsten Verästelungen aufgedeckt worden ist. Auf den 23. Dezember ist Termin zur Hauplverhandlung vor der Strafkammer in Essen angesetzt; wie wir hören, werden beide. Minister, die sich dem Verfahren als Nebenilöger angeschlossen haben, persönlich anwesend sein, um gleichzeitig als Zeugen d-.c völlige Haltlosigkeit der gegnerischen Verleumdungen nachzuweisen. De? Mechterftaöter MsrdproMl. Kassel, 17. Dezember.(Eigener Drahtbericht des „V o rw ä r t S".) Als nächster Sachverständiger wird im de: FreitagSberhandlung Tr. En g e l ha r d vernommen. Der Sa�- verständige hat die Leichen der Erschossenen auf Verletzungen hin uniersncht, oie angeblich nicht durch Schüsse verursacht sein sollten. Ter Befund hat nichts ergeben, was die Vermutung zuläß". daß die Gefangenen anders als durch tätliche Schüsse getötet sind. Bestimmte Anhaltspunkte dafür, daß die Gefangenen auf der Flucht erschossen worden sind, haben sich nicht ergeben, Ter Staatsanwalt gibt Kenntnis don einem Telegramm de? Leutnants Duderstadt, der mitteilt, daß er eine Ladung zur Verhandlung nicht erhalten, sondern seine angebliche Ladung als Zeuge erst durch die Presse erfahren bat. Ein Schreiben der Staat?- anwaltschafl in Eisenach teilt mit, daß gegen den in diesem Prozeß vernommenen Zeugen Hesse ein Verfahren wegen Meineids und wegen Verleitung zum Meineid don der Staatsanwaltschaft in Eisenach eingeleitet worden ist. Sachverständiger GerichtSrat Dr. Jänicke-Eisenach äußert sich über den gerichtSärztlichen Befund der Leichen. Sein llrtetl deckt sich mit den Darlegungen der borhergegangenen Sach- verständigen. Einen an der Leiche de? Hornschnh gefundenen Brust- schnsi von vorn erklärt der Sachverständige so, daß dieser Herzschnß ein zweiter Schuß gewesen ist, den der Erschossene erhalten hat. Tie Frage, wie der Erschossene den Schutz von vorn bekommen hat. wird auch nach der Meinung dieses Sachverständigen immer offen bleiben.' Als Schnßsachverständiger legt Gewehrfabrikant Schraden-Göttingen ausführlich die Wirtungen des moder-> neu Jnfanteriegeschosses dar. Zu der Gntentenote üb-r die Auflösung d?r Orgesch nnd der sonstigen Selb-stschutz-Organisationen und ostpreußischen Ort?» uns Grenzwehren veröffentlicht der Oberpräsident von Ostpreußen S i e h r eine Erklärung, in der es heißt, er habe niemals �>ie An- ficht vertreten, daß eine Verstärkung von 3006 Mann' genüge, um die Sicherheit in Ostpreußen aufrecht zu erhalten. Eine Stadt ohne Stadtverivaltung.� Die Stadt Aken lProv. Sachsen) befindet sich seit Tagen ohne Stadlverwaltung, da der Magistrat und die sozialdemokratischen Stadtverordneten dem vor einigen Monaten gegebenen Beispiel der bürgerlichen S:adt- verordneten folgend, ihre Mandate niederlegten. Da Akener Stadtverwaltung wird vorlauna von einem von der Magoe- burger Regierung zu ernennenden Kommissar übernommen. l zillen" auf ihre Beeinflussung der experimentellen Mecrschweinchtn- tuberkulöse geprüft. Er ist dabei zu dem Ergebnis gekommen, daß es keinerlei experimentelle Anhaltspunkte gibt, die es auZsichtsvoll oder berechtigt erscheinen lassen, das Friedmannsche Mittel beim tuberkulösen Menschen als Heilmittel oder beim gesunden als Schutzmittel anzuwenden. Zu einem gleich negativen Ergebnis bei seinen Versuchen an Kaninchen und Meerschweinchen kam Pros. Uhlenhutb in der bakteriologischen Abteilung des ReichSgesundheits- Hintes. In der gleichen Nummer der„Deutschen Bledizinischen Wochcnschrisi", in der diese beiden Bakieriologen ihr Ergebnis mi'- teilen, veröffentlicht Geheimrat Schwalbe das Resultat einer Um- frage bei den Direktoren der deutschen Kliniken über den klinischen Heilwert des Mittels. Auch bei woh'wollendster Beurteilung ergiot sich aus diesen Antworten, daß das Friedmannsche Mittel höchstens dasselbe leistet wie andere Tuberkulosenlittel, ganz gewiß nichts besseres. Zwei Jugendbücher. Da? gute Jugendbuch will überhaupt ein gutes Buch sein; es darf nicht zurechtgemacht sein für die junge Welt, sondern aus ihrem Geiühlsleben crioachsen und die litera- rische Bedeutung gewinnen, die es auch für den reifen Menschen wertvoll macht. In diesem Sinne sind hier zwei Bücher zu nennen, die in neuer Geslalt vorliegen. Rudolf J oh. Schmidt hat in seiner Geschichte zweier Knaben in Argentinien„Carlos und Nicolas", die sich oe- reits gut eingebürgert hat ten Reiz der fremden, abenteuerlichen Umwelt(wozu noch die Erlebntss« einer Meerfährt kommen) mit der Lust an Streichen und Phontasien einer mit Dichterliebe er- faßten Jugend vereint. Ter Verlag Erich Reiß hat jetzt eine prächtige Ausgabe itiit ganzseitigen Steindrucken von G. W. Rößler daran veranstaltet. D ist Biene Maja und ihre Ahenteuer von Wal- demar BonselS, zuerst 1912 erschienen, bat bereits inter- nationalen Ruf gewonnen. Hier hat sich ein Dichter mit innigem Nalurempfinden in die Welt einer jungen Biene eingelebt und mit objektivster Gestaltung ein Tierleben geschaffen, daS uns in seiner Reinheit und Schönheit, in seinen Kämpfen und Opfertcrten anS den gewohnten Sphären entrückt. Natnrbeseelung und Naturromantik sind verstbmolzen in diesem Roman aus einer anderen Welt, die schließlich doch die unser, ist. In stattlichem Bande, ge- schmückt mit zartiönigen Steinzeichnungon von Fritz Franke, ist da« Buch neu erstanden, eine r-chte Weihnachtsgabe.(Verlag von Rütten u. Löning. Frankfurt a. M.)— r. Gerbort-Hauptmann-Vorlesnng. Zugunsten der Dcutlcken Kinder- . bllfe liest out einer Beiaiistaltimg dc« Schndoc'SanI-o» Dcntlcher Zcknist» llell-r am 8. Januar In der Pbilharnioaie Gerha.t Hauptmann an» un< verössenllichten Manuskripten vor. Esperanto im Tchulnnterricht. Nnter den vielen Vorlchläqen, die bei der Gentcr Völlerbu- dsitz-ing eingereicht wuihen, befindet sich auch eine Denkschrift über die Einliiliruni des hiperanto in den Schulunterricht, die von eis bei vorragenden Mitgliedern des BälkerbundeZ unterzeichnet wurde. ES wird wer betont, dich die Eintübrnng des SsveianIounterrichteS in die össenllichen Schulen vcrichiedener ikänder gul« Ectolge qebabl habe, und es wird gesordcrt, daß dieser liulmicht allgemeiner gemocht werde. HrokSerlln KüchenSämmeruag. Die Z�leicher. die Lckieber, die Fresser und Schlemmer jjentümmetn verzweifelt S�onofel und Klemmer, Profilier und Hellen mü blivendem Ziern — wie zahUen sie wacker, man sah sie>o gern— Kalo len und Slitier, hocvadligc Damen, sell'st Siandedversonen nill sürnl chem Namen, sie alle oersielen dem höllischen Zorn, eS tiini sie das Tiie», der glühende Sporn. Fern schwinden der Z acker, die Butter, der Schinken, Gespenst«, am Horizont schrecken und winken. Ein Ruf schallt veiloren in Regen und Wind: Wo blieb unser.Tischlein, nun deck' dich geschwind?� Eie sollen sich lunsrg gesetzlich betragen, eriaubierweiie nur füllen den Magen— da weicht doch die Welt ans jedweder Form: die Edlen und Besten dem Pöbel konfoim? Der hiingerl mit Fug wie elende Hunde, i h nl gehen an Schwindsucht die Kinder zugrunde; nun deshalb die Blüie des Landes, o wch, verzichien auf Sahne zum Milchbrot Kaffee? Schvii schwabbeln Lakaien uiii eiiernder Fresse, auch regt sich entrüstet die volnehme Presse; der trendeuiiche Büiger beklagt daS Hotel, das Fäden verlier t aus dem goldene» Fell— wie kann nur ein Gott etwas ander? gestatten als Pilichten dem Ärmen und WllUur dem Satten? _ S ch larass. öeginn üer Waffensuche in öerlin. Erster Tag: Baherisches Viertel. Nach Ablauf der für die freiwillige Waffenablieferung fest' gesetzten Frist hat der NeichSentwaffnungskommissar Dr. Peters auf Grund d«S Entwasfnungsgcfetzes Zwangsdurchsuchungen für das ganze Reich angeordnet. Mit Vornahme dieser Zwangsdurch- suchungen ist am heutigen Vormittag cruch in Berlin begonnen worden, und zwar hat die Durchsuchung zunächst i m Westen Berlins eingesetzt. In der nächsten Zeit werden auch andere Stadtriertel Groß-Bcrlins einer Durchsuchung nach Waffen unterzogen. Die Durchs«lmn-zen erfolgen durch K r i. minalbeamte der Abteilung Sa in Verbindung mit der Schutz- Polizei. Der Berliner Polizeipräsident hat den Beamten bei ihren Amtshandlungen schonendstes Vorgehen zur Pflicht ge- macht, vertraut aber auch darauf, daß die Bevölkerung durch ver- standnisoolles Entgegenkommen der Polizei ihren schweren Dienst erleichtert. Der Anfang mit der Durchsuchung der W oh in'igen wurde in der Gegend am Bayerischen Platz gemacht. Die SicherheUS- Polizei sperrte die benachbarten Srratzenzüge ab und einzeln« Beamte machten sich daran, die H-üiser schemalisch abzusuchen, wobei sie von Kriminalbeamten bcglen.'t waren Zu- nächst wurden die Wohnungsinhaber gefragt, ob sie noch Waffen bz'ätzen. Wurde diese Fraee verneint, begann das Kästen- und Türenaufschließen und das' Tuwl's�bern der Winkel. Straflos geht cws, wer nach der ersten Frage eventuell noch vorhandene Waffen freiwillig auslieferte. Weihnnchtskerzcn z« ermäßigten Preisen. Tie Preisprüfungsstelle macbt darauf aufmerksam, daß in diesem Jahre ein Mangel an Kerzen nickt besteht, und daß demzufolge Kerzen zu sehr mäßigen Preisen in den Handel gebracht werden können. Die Käufer wollen folgendes be- achten: Der Verkauf von Daum- und Haushaltkerzen ist nur in Packungen von 500, 830 und 230 Gramm gestattet. Dieses Gewicht muß auf den Packungen angegeben sein. Ferner müssen die Packungen noch die Firma des Herstellers, die Angabe des Inha'ts nach Stück und den Preis für die ganze Packung und für die ein- zelne Kerze tragen. Durch die''« Vorfckriften wll der Köirer in die Lage gesetzt sein, den Preis der Kcrz« selbst nachprüfen zu können. Auch ausländische Kerzen unterliegen denselben Lorschristen. Packungen, die diese Kennzeichnungen nicht tragen, wolle man zurückweisen. Ueberdies sind die Preise für Kerzen auch in den Auslagen durch deutliche Preisschilder den Käufern be- kanntzugoben. In allen Fällen, in denen der Kerzenvcrkaus nicht nach den vorgeschriebenen Bestimmungen erfolgt, wolle man bei der Preisprüfungsstelle bzw. bei der Polizei Anzeige erstatten. Heimstättenklagen. Die in den Heim, statten der Stadt Berlin untergebrachten Lungenkranken klagen andauernd über die Unzulänglichkeit der Beköstigung. Güte und Menge der Speisen sollen so kärgl'ch sein, daß sie zur notdüritigen Sättigung kaum ausreichen. Besonders leiden die Heimslätteninsanen unter der Knappheit zweier Nahrungsmittel, die gerade den Lungenleidenden sehr nötig sind, der Milch und des Fettes. Beschwerden dieser Art, die aus de» Heimstätten für Lungenkranke kamen, sind in den letzten Monaten wiederholt im.Vorwärts" veröffentlicht worden. Ge- wöbnlich werden in den Heimstätten und«nick in den anderen Pflege- und Heilanstolten die Klanen über schlechte Kost beant- wartet mit Hinweisen auf die bestehenden Ernährungsschwierig- ketten, un'er denen die Anstalten ebenso wie die gesamr«<5evölke- rung zu leiden haben. In der mit Lungenkranken belegten neuen Heimstätte auf dem Grundstück des Alileuteheims in Buch haben die Pat'entcnnen sich nicht beschwichtigen lassen, sondern eine Art Hungerdemonstration veranstaltet. Ein Zug von Patientinnen, die keim Mittagessen nicht satt geworden waren, begab sich zur Oberschwester. Gegenüber dem Verlangen nach mehr Essen konnte d'ese nur erklären, daß nicht mehr ea sei. Die Patientinnen zogen dann zur Wohnung des leitenden Arztes, er- hielten aber die Auskunft, daß er nicht zu Hause sei. Aus derselben Heimstätte erfahre» wir, daß Beschwerden sich auch gegen den leitenden Arzt und gegen die Oberfchwestcr rickten. Bebauptet wird, daß der Arzt sick zu wenig; in die Patienvuneu kümmert und daß die Oberschwester gegenüber den Patientinnen und listen Wünschen sich fefiroff abübnendst'crhält. Die V.nwaltuug wird nicht unterlassen dürfen, solchen Anklagen nachzugehen und nötigenfalls.für Abhilfe zi� sorgen. Schleunigste Aenderung fordert auck ein Ucbelitand, der das Verfahren bei der Entlassung betrifft. Angesichts des Wob- n'ingZwangeis sollte man?llleinstehw>e.nst' eher entlassen,- lt bis außerhalb der Anstalt eine U n t c r k u n k t b e s ch a i s t ist. In einem nnS aus letzter Zeit bekannt gewordenen Fall hat eine entlassene Lungenkranke mehrere Nächte i» Bahi'ho'Zwartchallen und auf der Straße zubringen müssen, w«>I sie nickt rasch genug ein« Wohnung fand. Da? ist doch geradezu ein Hohn auf die .Fürsorge" für Lungenkranke! Die Bufräumungsarbeiten im Polizeipräsidium, daS gestern abend, wie mitgeteilt, durch dem Brand im Einwohnermelde- amt schwer beschädigt worden ist, zogen sich während der Nacht hin und wurden heute morgen weiter fortgesetzt. Infolge, der Explosion gestalteten sich die anschließenden Arbeiten recht schwierig da die Feuerwehrleute nur mit größter Vorsicht vor- gehen konnten. Heber die Ursache der Explosion herrscht noch' keine völlige Kiarheir. Man nahm zuerst an. daß der Einsturz deS Dachs! uhls des Gebäudes durch die Explosion eines. defekten Gasrohres entstanden sei. Diese Annahme dürsie sich jedoch kaum ausrecht erhalten lassen, da die Delonanon in den! Bodenräumen erst etwa 20 Minuten nach Ausbruch des Brande?' ertönte. T'o„Deutsche Kindcrhilfe" hat in Berlin bisher eilten Er- trag von rundSVH Millionen gebracht, darin ist das Er- gebnis der Haussammlungen jedoch erst etwa zu einem Viertel ent» halten. Ein« erh. bliche Anzahl größerer Spenden sind noch mit Bestimmtheit zu erwarten. Bis Weihnachten muß der Sammel- ertrag aus 10 Millicren Mark gebracht werden, um nur einen Teil der dringendsten Aufgaben zu erfüllen. Di« Sammlungen in den Betrieben und eindrngliche Werbungen an bestimmt.' Pcrsonen- gruppen sind eben in der Durchführung begriffen. Der aus 33 Fachvereinen zusammengesetzte Arbeitsausschuß, dem auch die Vcr- treter der Jugendrmtcr Neukölln, Schöneberg usw. angehören, be- schließt über die V e r Iv e n d u n g der eingebenden Mittel und legt öffentlich Nechensch rfi ab. Nicht Geldunterstützungen an Einzelver- fönen sollen gegeben werden, sondern hauptsächlich sind alle Maß- nahmen�-mit Nachdruck zu fördern, die für die Gesundung der Jugend nachhaltige Wstkunn versprechen, wie die Erhaltung von MüIterKeratungkstellen, Perteilung von Kleidung und Schuh- werk, Speisung in Scholen. Horten, Kindergärten und Jugend- Heimen, Erholung?- und Krankensürsorge, in Milch- und Ernäh- rungskuren, Entsendung in Ferienkolonien und erus das Land, Erhaltung von Krivpen und Kirdergärten, Heimen und Anstalten, soweit sie aus ire-en Mitteln gespeist werden. Keme neuen Unter- nebmun.-en sollen begonnen, sondern die bewährten fortgeführt und nachhaltig in der Wirkung gestaltet werden. Neber die Bcrfassnng Pr-us,cxis referierte vor den Funktionäre., der 77. Abteilung Genosse v. Harnack. Er besprach in großen Zügen das Verfassungswerk nach seinen polihschen Auswirkungen und erklärte insbesondere daS Volksbegehren in der Prax'S und die Bestimmungen über den. Staatsrat.— Die beifälliee Diskussion zeigte, daß der instrukrive, fesselnde Vortrag wertvolle Unterstützung für den nun mit ganzer Kraft aufzunehmenden Wahlkampf ge- bracht hat. „Volk und Zeit", unsere iUnstnerte Wochenschrift, lie�t der heutigen Postauflage bei Ersolungsbedürftige Frauen finden ausna�msweii« iitr den Ja- nnar Anlnadmo iin TrholuUgsbekn Liudenbos in BrunShaupten- Mecklenburg(Genieimr Ver. f. MilchanStch). Zentralbe znng. rcirfilitfie Beipfleeun-u viel Mi'ch. Treis 850 M. monell. einschl. Hin« und Rückreise. Meidungen Brrlin-Giuneniald. Orberstr. 1, Gcrken. (ein okirS B'eiktieetis'viel in vcr Tegenskirch« zu Berlin. Ne'nicfendon-Sleil wild om 19. Dezember, n ends um 6 Uhr. von Kindern und Konfinnanden. betubntet von ,2ina Hilgen ruf dem Aktorraum zur Aufiöl rimg gebinckt. Mitwirkung:" rirm Hopi-aleltel von der Staats- opec(Harse.)— Eintritt sür Kinder SO Pf., für Eiwachsene 2 M. Sre5-6erliner parteinachrichten. Heute, 17. Tezeniber: DZablkrkis Weddlng. 7 Ubr eriveilertc Torklandsfisnnq bei Kerfin, Tanksir. SO. Da Slellnna zur Beietznng des Bezirksamts genommen wird, isl das Ericheinen aller Ableiiun isle ter notwendig. Könige N'uftertzau'e». 7'/, Uhr Mitgltederverlammlnng im Babnhoss- botei iJnb, Sltnlz). TngeSordunna: 1. Die preußischen LandtagSwahIen. 2. Ecmemdeangelegenheilen. 3. VenchiedeneS. Morgen. 18. Tezember: 83. Zlbt.(Zkeglip). Die Gnästherniig des Genossen Gastwirt Auguil Geisler, Jeveritr üZ, findet Sonnabend, den I?. Dezember,»ackm. 4 Ubr im Kremawrinm, Gsrichlitiake, stat:. Die Geuosses des ö. Be- zir ls baden vollzählig zu erscheinen vlempelhof. Nachmiitags Sst, Uhr MSrchcnabend im Lyzeum Ger. maniasiiaße. Einlr!I iür Kinder bO Pf. für Eiwachiene 1 M. L r bitten die Genossen, ihre Kinder recht zahlreich icilnehmen zu lassen. Ter Bil- dungSausichuv._ Wirtschaft Ter Ttxtilhandel gegen hohe Dividende«. Zur Preisbewegung in der Textilindustrie. In der letzten Sitzung der Preisprüfungsstelle über Wäsche, Textil- und Kurzwaren sowie Stoffe und fertige Kleider in Gotha wurde erklärt, daß nicht die geringste Aussichst auf Preisabbau vor- fanden sei, sondern daß gerade die notwendigsten Waren eine stetig steigende Tendenz aufwisen. Die Vertreter des Han- dels betonten, daß nicht der Handel, sondern die Fa b r i k e n an den Preissteigerungen schuld seien. Man forderte einstimmig scharfe Kontrolle sämtlicher einschlägiger Fa- briken, deren glänzende Dividenden schärfste Proteste veran'aßt hätten. Die Preisprüfungsstelle hat bereit? das Roichswirtschafts- ministerium aus ein« Anzahl solcher hohe Dividenden zahlen- der Akliengesellschasten auimerlsam gemacht. Und wie steht eL mit den Gewinnen des Tertrlhandels? Eine Treuhandbauk für Vorzugsaktis« In die von der Deutschen Bant, der DiSeonto-Gesellschast, der Dresdner Bank und der Berliner Handelsgesellschaft unter Ver- Wendung der Dank für Jndusiriewer!« in Berlin gemeinsam neu errichtete Solding-Gescllschaft für Vorzugs- aktien sind nach der„Franks. Ztg." bereits eingebracht worden: Vorzugsaktien der Rüttgerswerke, d>.r Oberschlesischen Eisen-Jndu- strie, der Oberschlesischen Kokswerke. der Berlin-Anhaltischen Ma- schinenfabrik und der Chamottefabrik Didier. Ter erhebliche Geld- aufwand wurde bisher im wesenilichen durch Einrufung der rest- kicken 7 Prozent auf das Aktienkapital von 24 Millionen Mark be- schafft. Es ist mit der Möglichkeit von KapitalScrhöbungen sowie Ausgabe von Obligationen seitens des neuen Instituts zu rechnen. o__ Zusammenschluß im bayerische«-Bankgewerbe. Im bayer ischen Bankgewecbe hat sich ein auisebenerregender Zusommenichluß vollzogen. Es bandelt sich um die Vereinigung der Bayerischen Handelsbank und der Bayerischen Bereinsbank. Die Baiikobteilung der Bayerischen Handels- baut und ihre Filialen geben auf die Bayerische Veremsbank über. Die Bayerische Handelsbank beschränkt sich auf den Weiterbetrieb des Hypothekenbankgeschäfles._ Thörl Lelfabrlken A G. Die Kurssteigerungen der Aktien an der. Berliner Börse svon 800 auf 89Z Prozent) dürfte darauf zurückzuführen sein, daß der Gesellschaft von holländischer Seite ein Angebot auf Uebernahme der Aktien gemocht worden ist. Der Uebernahmepreis soll 000 Gulden pro Aktie betragen. Bemerkenswerter Mtienbesitzwechsel. Die Firma Gebr. Stumm G, m. b. tz. hat laut„Köln. Ztg." maßgebenden Ein- f'uß auf das Eisenwerk Kraft durch Aktienerwerb genommen. Wie bekannt, batten Fürst Henckel-DonnerSmarck und andere Groß- aktionär« im Sommer 1920 ibren Aktienbesitz am Eisenwerk Kraft an die Rotterdamer Firma William Müller u. Eo. abgestoßen, so daß diese mehr als d'« Halste des Aktienkapitals besaß. Die Tcansaktton stand damals in Verbindung mit der Ab- deckung schwedischer Er, schulden, die den meisten anderen Eilenwerken allerdings auch obne ausländische Hilfe gelang. Run- mehr schein, die holländische Beteiligung wieder in deutsche Hände zurückgelangt sein., OewerMQftsbcVegung Abkehr vom amerikanifchet: SeVerkschaftsbunö. Aus Washington meldet„The Federated Preß": Di« gegcnwärt.ge Führerschaft der konservativen amerikanischen Gewerkschaften �Ameriean Federation es Labor) ist heftig eingeklemmt zwischen den reaktionären Unternehmern auf der einen und den scgcnanntcn radikalen Avbeiieragilatoren aus der anderen Sei:«. Vor 11 Monaten hatte ihr Vorsitzender G o m p e r s aus der ersten Konferenz der Industriearbeiter auseinandergesetzt, daß d.e kapt- lalistischen Unternehmer entweder die während des Krieges er- worbenen Rechte der Arbeiterschaft konsolidieren oder, nach seiner Ausdrucksweise, mit„dem Bolschewismus" in der amerrkani- schen Arbe.terb.wegung rechnen müßten. In der Sprache von Mr. GompeeS heißt aber„Bolschewik" jeder, der die N a t i o n a'I i s i e« rung der Schlüsselindustrien und die demokratische Kon- trolle durch di« Lohncnibester und Angestellten fordert oder auch nur nach diesem Ziele st reibt. Um solch unbeliebte Tendenz zu durch- kreuzen, verhandelte Mr. GomperS mit den Unternehmern wegen ernes„anständ.gen TagelohueS"' und Vereinbarung zwischen Unier- nehmertum und den Vertretern der Arbeiterschaft zwecks Kollektiv- vertragen. Dieser Amrag wurde von den Unternehmern unter Führung des Stahltrusts abgewiesen, und gleichzeitig setzte die allgcincine Lohndrückerei ein. Diese Entwicklung trifft Gompers und sein„Kabinett" ganz- hch unvorbereitet und ohne irgendeinen Plan,' wie man diesen mächtigen Ausbeutungskräften begegnen könnte. Im wesentlichen strebt die Gomperssche Führung nach Arbeitsgemeinschaft mit den Großunternehmern. Tie Unternehmer aber vertreten den „Herrenstandvunkt". Instinktiv wenden sich dre Arbeiter nun einem Programm zu, das auf die Mitarbeit der Unternehmer verzichtet und den Kampf um dre Macht in den Vordergrund stellt— ein« Entwicklung, die die Arbcrterschaft von der Gomperssche» Richtung wegführen muß. Gcneralvrr'ammlung der Buchbinder. Der Verband der Buchbinder und Papierverar» heiter setzte Donnerstag die vertagte Vierteljahrs. Ge- neralversammlung fort.— II aber die Sitzung des Verbandsbeirats berichtete Herzog. Die Regelung der Arbeitslosenunterstützung befriedige zwar die Opposition nicht- bringe aber doch Verbesserungen gegenüber dem Vorschlage des Ver- bandsvorstandeS. Die Aussprache über die Zersetzungstendenzen in den Gewerkschaften hat zur Annahme einer eben veröisentlichten Resolution geführt, die der Redner iür ein Ausnahmegesetz fegen eine bestimmte Reiche von Mitgliedern erklärt. Zustimmung fand ein Vorschlag Im Hof, in einer Versammlung dem Kollegep Redakteur Michaelis sein in der Beiralssitzung gehaltenes Rc- f'erat über die Zersetzungsbestrebungen wiederhole» zu lassen. Redner empfahl, bei der Urabstinxmung für die B e i t r a g S e r- höhung zu stimmen. Herzog warf er vor, hier nicht als objek- t ver Berichterstalter, sondern mehr als kommunistischer Propagandachef gesprochen zu haben. Einem Diskussionsredner, der den Wer! der neuen Regelung der ArbeilSloserninterstützung durch den Beirat bemangelte� trat der Kassierer B h t v w s k i eniaegen. Gerade in diesem Punkte habe der Beirat Positives geschaffen. Vergleich« mit dem alte» Statut ergäben ganz erhebliche Verbesserungen. Sehr wichtig sei z. B. die Erfüllung eines langersehnten Wunsches der Mitglieder, daß zukünftig die wieder in ihre Reckte eintretenden j A u§ g e st e u e r t e n für die Bemessung der Höhe der Unter- > stützuna sämtliche überfaupt zurückgelegten BeitragSwochen zusammenrechnen könnten. Bisher galten bei mehrfach wegen der Dauer der Arbeitslosigkeit Ausgesteuerten alz Maßstab rar die Unter- stützungs höhe immer nur die BeitragSwochen, di« zwischen den sragilcken Unterstützungsperioden sagen." Im BerkSltnls seien d-e vom Beirat vorgeschlagenen Beitragserhöhungen nicht sehr hoch. wie Redner vergleichsweise darlegt. Im eigenen Interesse müßten die Kollegen für die Annahme der Vorschläge des Bei- r a t? in der Urabstimmung eintreten. _ Die Diskussion ü&cr_ d'e Verhandlungen und Beschlüsse deS Beirats nabni mehrere Stunden ra Anspruch. Beschlüsse wurden dazu nicht gefaßt. Michaelis siellio fest, daß ferae vom Beirat angenommene Resolution nicht die seitherige Verbandsopposikion � treffen wolle. 1 Angenommen wurde ein Antrag ans der Versammlung, alle � Unternehmer zu verpflichten, ausseSOBe schäftig te einen Arbeitslosen einzustellen. Der Streik b-i der Nachtwachgcsellschaft„Nsrd-West" ist nach mehr als fünfwöchiger Dauer durch Anerkennung des To- rifvertrage? beendet worden. Der Wachdienst wurde am 16. Dezember wieder aufgenommen. Die Forderungen der Wach- angestellten sind nunmehr von 15 Gesellschaften mit 1095 Beschäftigten anerkannt. Im Streik befinden sich noch die Wächter der Wirtschastsgenossen schaft Neuköllner Grundbesitzer, welche bereits in der achten Woche sich im Ausstande besivd-n. Zur Beilegung des Streiks ist auf Grund des § LI der Verordmung vom 23. Dezember 1018 von Amts wegen eingegriffen und wurde die Gesellschaft zur Anerkennung des Tarifvertrages und zur Fortsetzimg des Wechb�triebeS vcr- urteilt. D'efen Spruch hat die Gesellschaft bis zur Stunde nicht anerkannt. Von feiten der Organisation ist beim Demobil- mackungskommissar beantragt worden, den Spruch veebindlich zu erklären. Die Lohnbewegung der Angestellten in der Metnllindustie. Einer stark bestickten Versammlung der Angesiellien der Meiollindns�ie, die om TonneiStog im großen Saale bei Neuen Welt iogle, er- stattete Flaioit Berickt über die Lohnbewegung. Der Lohntoeif ist von den Angestellten ,i>m 3t. Dezember gekündigt. Ge- fordet t wird eine Erböbung de» Grundlöhne ntn 30 Prozent. Der Verband Berliner Meiallindustneller bat geantwortet, er halte die Forderung nickt für bearündet, er nehme an, daß die Angestellten eine Scklickiiinos- inston, oniufen werden, und da er den Schlick, ungSanSscknß Groß« Berlin nicki sür die geeignet? Vermittlungsstelle halte, scklage er vor. einen besonderen ScklicktnngsouS'cknß einzusetzen, behalte sick aber vor, über Annahme oder Ablehnung de« SckiedsiprnckS zu enlsckeiden. Ans dem bisherigen Verhalten der Meiallindiistnellen kann gefcklossen werden, daß sie die Angelenbett fo weit>o>e möalick hinan Ssckieben wollen, denn sie saoien fckon in dem die Kündianng bestätigenden Sckreiben. die neuen Gehaltssätze lallten vorn Ersten des Monats gelten, in dem die Vereinbarung abgescklossen wird. SS wird ein Sckiedscier'ckt linier dem Vorsitz von drei llnparteiti'cken gebildet. Die Vethandlnnaen vor dem- selben werden in der näcksten Wocke beginnen. Die Angestellten werden natürlich die von ihnen vertretenen Forderungen vertreten, Für verbindlich erklärt worden ist der Tarifvertrag für die kaufmännischen Angestellten der Kurz-, Golanterre» und Spielwarenbranche vom 20. September 1920. Geschäftliche Mitteilungen. Das Semn» und Knabengorderoben.Gefchäfe von Z. Joseph bat seine Waren im Preise bedeutend herabgesetzt und empfieblt passende WeibnalttSaelcherrfe um sa mehr, als Umtaulch nach dem Fell bereitwilligst gestattet wird. Wir verweisen aus das Inserat in heutiger Nummer. Damen- Konfektionshaus M. Preiswerte Weihnachts-Geschenke Berlin O Frankfurlei Allee 50 Eckhaus Niederbarnim-Str. iiiiiiiiuiuiiuiuiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuuiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuii Ulster! lainorigen baltbarea Stoff., schSne neue Fafons «,69.-98.-129.-198.-298.- Pelz-Mäntel weit unter Preis Astrachan-Mäntei .298.-475.-575.-675.-790.-1 Plüsch-Mäntel « 498.- 575.- 698- 785.-„ Auch in extra grossen Weiten rorr&tlg. IIIIIUlUIUUUlUUlUIIIUUUlUllillllllllllilllitlilllillliUliUillllllUllllIlilUliillilllllllllilllllllllllllllillllllUlllilUIUlllUUllllllllllB Kleider ts sehOnen Anfmachungen und guten haltbaren Stoffen -.98<125.-145-198.-295. Blusen tat Seide, Wolle und berl. Flanell, fesche, neue Maoharten sel�r billig! 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