Nr. SIS �37. Jahrgang Kosgabe& Nr. 172 BeznnSvretS: SerteltfilirUSO,—®L,mweden und die Sülwe».— Linaetraaeu tu die Dost- eimnas- Preisliste. De,.Borwons' mii de, Sonmago- b'ilage.Boll u.?,!!' er>0>ein> iooN>ei»> iügliw iweminl Sonniaas und Ssto»- tag«»nmai. Zeiearamm-Adreste �»zlaldoniolroi DrrN«». Morgen-Ausgabe c berliner VolKsblatt Auzeigenprcis: Sie achtgeipaliene Nonvareillezeil« kostetZ.— M., Teuerungszuichiag 50°/«. .Kleine««zeigen-, das lett» gedrucki» Won L— M.(juläfftg zwei iettgedruckte Warle), iedes weitere Won M Psg. Stellengesuche und Schlofstellenanzeigeu das erste Wort S5 Big. iedes weiter, Won«0 Pfg. Wvne über lö Buchstaben /üblen für iwei Wone. Teuerunoszuichlaa 50%. ?amjlien-An/e>ge» für Abonnenten geile 2,— M. politische und ge» werifchaMiche Berein»» Anieigeu Ss— Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ochst e Nummer müssen bi« 5 Ahr nachmittag» im SauotgeschSit. Berlin SM i, Linden» itraße 3, abgegeben werden. Geöffnet oon 9 Uhr irüh bis 5 Uhr abends. �entralorgan der rozialdemokratifcben parte? Deutschlands Ueüaktion und«Expedition: SÜD. 6$,£indenfh. 3. iteruwre-tier tlmi iviorlnvla», Wr. 1.11 90— IKI»7. Sonuabend. den 18. Dezember vorwärts-veriag G.m.b.H., EW. öS, Linöenstr. 3. Kernivrrcher: Amt Morrlivla«. Sir. H7 53—.14. Die Regierungskrise beigelegt. Der Paragraph 1 des Reichsnowpfers wird von den Re»] gierungsparteien angenommen werden, und die Regie-! rung bleibt im Amte. Das ist in der Hauptsache das Ergebnis � der Verhanidlungen, die in den gestrigen Nachmittagsstunden bis in den Abend hinein geführt wurden. Die eigentliche Ent- � scheidung. die der Regierung das Bleiben im Amte ermöglicht,.! ist in einer Frakdionssitzung der Deutschen Volkspartei ge»| fallen, die am Nachmi'tog während der diesmal besonders � lang ausgedehnten Plenarsitzung des Reichstags abgeholten! wurde. Die Entstehung der Krise haben wir bereits im gestrigen Abendblatt kurz geschildert, auch ihre Vorgesänchte ist be- könnt. Der Entwurf eines Gesetzes über die beschleunigte Einziehung des Rcichsnotopfers ist seinerzeit von der Regie- rung zwar einstimmig beschlossen worden, fand aber im Aus- schuß nur bei den Sozialsten und" beim Zentrum Unter- stützung, bei den Deutschnationalen, den Deutschen Volksporteilern und den Demokraten starken Widerstand. Zunächst gelang es diesem Block der Steuer- scheuen, die Vorlage zu enthaupten, indem sie des en! scheidenden§ 1 beraubt wurde, worauf nur ein unwesentlicher Rest verbleb. Nun entspann sich im Ausschuß um den 8 1 ein leb- hafter Kampf, der zunächst gestern mittag damit endete, daß der Paragraph von Zentrum, Sozialdemokraten, Unabhängigen und Koinniun sten angenommen wurde, während die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei ihnablehnten und die Demokraten sich der Stimme ent- hielten. Die Annahme des§ 1 erfolgte mit dem folgenden Wortlaut: Dal Reichs notopfer(§ t des Gesetzes über das Reichsnotopfer vom 3t. Dezember lvlg, Reichsgesetzblatt Seite 21) ist, soweit eS 10 vom Hundert des abgabepflichtigen Vermögens nicht übersteigt, zum mindesten aber zu einemDrittelder Abgabe b e- schleunigt zu entrichten. Die Abgabe ist bis zur Höhe eine» Drittels zu zahlen in zwei gleichen Teilbeträgen am Ii März und 1. November lvLI. Der überschießende Teil lbiS zu 10 Proz. des abgabepflichtigen Vermögens) ist zu zahlen bis zum l. Mai 1822. Ist ein Stcuerbescheild am 1. Februar 1821 noch nicht zugestellt, so ist die erste Teilzahlung am Schlusi« des aus die Zu- stellung folgenden Monat» fällig, die zweite sechs Monate später, sedoch nicht vor dem 1. November 1821 und die dritte weiter« sech» Monate nach der Fälligkeit der zweiten Rate. Dies« Vorschriften finden keine Anwendung, soweit der «bgaibepflichdige glaubhaft macht, daß die beschleunigte Entrichtung der Abgab« die Entziehung des für die FortführungdesBe- triebe» erforderlichen Kapitals oder Kredits, oder die Beein- irächtigung de« angemessenen Unterhalts für ihn oder seine Familie zur Folge haben würde, in diesen Fällen kann auch die Zahlung in den im Gesetz über das ReichSnotppfer vorgesehenen Teilbeträgen Oetvilligt werden Soweit Einspruch erhoben wird, ist auf Antrag die Einziehung der Abgabe bis zur Zustellung des Einspruchbescheides auszusetzen. Die Vorschriften über die zinslose Stundung der Abgabe zum Ausgleich von Härten im 8 27 de» Gesetzes über da« Reichsnotvpfer bleiben unberührt. Nach der Abstimmung erklärte der Rdichsfimmzminister Dr. W i r t h. daß durch den Zerfall der Regie- rungsmehrheit eine neue Situation entstanden sei. über die er dem Reichskanzler Bericht erstatten müsse. In den folgenden Verhandlungen mit den Parteien ließ er keinen Zweifel daran, daß er zurücktreten würde, falls eine Re- g ierung spart ei> im Plenum gegen den ZI stimmen würde. Darauf folgte die schon erwähnte Fraktionssitzung der Deut- sehen Volkspartei, in der beschlossen wurde, dem ß 1 zuzu« st mmen, falls seine Bestimmungen zur Vermeidung etwaiger Härten erweitert würden. Insbesondere handelt es sich ihr darum. Klarheit darüber zu verscbnfsen, daß die Wohltat der Stundung im Falle sonst- ger Eristenzgeföhrdung nicht bloß\ Ha nde lsg esell> chalten. sondern mich Privatpersonen zugestan- den werde. In diesem Sinne hat man sich schließlich aus eine Verständiaungssorniel geeinigt. Die Bedeuinng der von der Deutschen PolkSpartei vor- geschlagen rn und von der Reg-erung zugestandenen Aende-. rung wird sich erst deurteilen lasten, sobald ihr Wortlaut vor- � liegt. Erst dann wird, man sehen, ob diese Aenderung nur dazu d'eni. den taktisch notwendig gewordenen Rückzug der Deutschen Volkspartei zu maskieren, oder ob sie eine Durch- löcherung der Vorschriften und damit die Gefahr einer starken Minderung der Einnahmen mit sich bringt. Auf jeden Fall steht die Tatsache fest, daß die Koalitions- regierung der Mitte nur seHr mühsam zusammenhält, und daß es des schärfsten Druckes bedarf, um ihr gänzliches Aus- ; einander fallen zu verhüten. Es steht weiter fest, daß das Gros der bürgerlichen Parteien, ganz besonders die Deutsche Volks- Partei, keine Neigung zeigt, die Steuerkrast der Besitzenden zur Milderung unserer ungeheuren Finanznot mobil zu machen, sondern daß ihm vielmehr das Allernotwendigste nur mit Zerren und Würgen aus den Zähnen gezogen werden kann. Tie Stellung dieser Parteien zur Grundsteuer in der preußischen Landesversammlung vervollständigt das Bild. Bei den kommenden Preuße nwahley werden die Wähler sagen, ob sie wollen, daß die Besitzenden Steuern zahlen sollen oder ob sie wollen, daß sie sich von den Steuern drücken. Wer den Reichtum vor Steuern schützen will, dem ist zu raten, möglich st weit rechts zu wählen, den andern ist zu empfehlen, für die Sozialdemokratie zu stimmen, die für eine angemessene Besteuerung der Be- sitzenden eintritt. » Hat man gestern im Steuercmsschuß gesehen, wie Krisen entstellen, so hat man sich im Plenum in sehr interessanter Weise über die Frage unterhalten, wie sie entstehen oder auch nicht entstehen können. Aus Anlaß eines begründeten kom- munistischen MihtrauensantragS zur Interpellation über die Rustenloger entstand eine Debatte darüber, ob begrün- dete Mißtrauensvoten zulässig seien oder nicht. Rechte und L'nke traten für die Zulässigkeit ein, während der Vize- Präsident Dr. B e l l mit Unterstützung der bürgerlichen Mittelparteien sie verneinte. Die große Bedeutung einer scheinbar nebensächlichen Frage enthüllte eine Erklärung des deutschnationolen Abg. Schultz. Bromberg. Die Kommunisten beantragten, der Reichstag solle sich mit der Regierungserklärung nicht einver- standen erklären, weil sie Rußland zu wenig entgegen- komme. Herr Schultz- Bromberg erklärte da�ii, wenn die Deutschnationalen einen MißbilligungSantrag einbrächten, so würden sie es tun, weil die Regierung dem russischen Bolschewismus z u weit entgegenkomme. Der Unkdrschied ist also der: Werden Mißtrauensvoten ohne Begründung eingebracht, so müssen für sie derschiebene Parteien aus entgegengesetzten Gründen stimmen, sie vereinigen dann leicht eine Mehrheit auf sich, die sich aus unversöhnlichen Extremen zusammensetzt, und dieser Mehrheit gegenüber hat dann die Regierung die offenbare Pflicht, abzutreten. Wie ist es aber, wenn zwei entgegengesetzt begrün- dete Mißtrauensvoten eingebracht werden? Dann stimmen die beiden Lppositiansteile nicht mehr miteinander, sondern gegeneinander, und beide Mißtrauensvoten werden abgelehnt. Kann aber die Regierung im Amte bleiben, wenn jedes Miß- trauensvotum so viel Stimmen erhält, daß die für beide zusammen abgegebenen Stimmen die Mehrheit des Hauses bilden? Artikel 54 der Verfassung besagt: Ter Reichskanzler ump d.« ReichSminister bedürfen zu chver Amtsführung des Virtrauens des Reichstags. Jeder von ihnen muß zurücktreten, wenn ihm der Reichstag durch ans- d r ü ck l i che n Beschluß sein Vertrauen entzieht. Danach scheint es klar, daß die Regierung nicht zurück- zutreten braucht, solange kein ihr das Vertrauen entziehender Beschluß des Reichstags vorliegt. Ein solcher Beschluß liegt nicht vor. wenn die Parteien, die zur Regierung kein Vertrauen haben— obwohl sie zusammen die Mehrheit besitzen—, ihre Mißtrauensanträge wegen der Verschieden- heit ihrer Begründung gegenseitig niederstimmen. Daraus ergibt sich die große grundsätzliche Bedeutung der Frage, ob Mißtraurnanträge begründet sein dürfen oder nicht. Dürfen sie es, dann darf auch eine Regierung im Amte bleiben, die sich nicht mehr aus das Vertrauen der Mehrheit stützen katrn, sie ist erst zum Rücktritt genötigt. wenn ihr eine auch in den G r ü n b e n des Mißtrauens einige Mehrheit gegenüber steht. Die Gefahr von Regierungskrisen würde dadurch ge- mildert, aber auch die schonnngsbedürstige Schwäche unserer parlamentarischen Regierungen stärker betont. Kämmerer Höß(dberbürgermeifterl Der mit den Vorbereitungen der Wahl des neuen Ober- bnrgermcisterS betraute 2 5 er- A u s s ch u ß nahm gestern Abend im Rathause zur Kandidatcnfrage Stellung. Von den Unobl ängigcn wurde der jetzige Stadtverordnetenvorsteher Dr. Wetzl für dieses Amt vorgeschlagen. Ter Vertreter unserer Partei betonte, daß die s o z i a I d e m o kr a- tische Fraktion diesem Vorschlage nicht zustimmen könne. Einmal, weil sie in dem Kandidaten keine geeignete Person sehe, welche gerade jetzt die der Lösung harrenden vielgestaltigen Fragen erledigen könne und andererseits, weil der Vorschlag der unabhängigen Fraktion eine Durch- brechung der seinerzeit getroffenen Per- einbarungen bedeute. In den vor der Magistratswahl stattgeftinhenen gemein- samen Verhandlungen sei ausdrücklich festgelegt worden, daß Vorschläge für die Besetzung des 1. und 2. Bürger« meisterpostens nur in gegenseitigem Einver« ständnis gemacht werden können. Die S.P.D.- Fraktion habe gegen die Kandidatur Dr. Wetzl in einer ge- meinsam abgehaltenen Besprechung ihre Bedenken geltend ge- macht und die unabhängige Fraktion ersucht, nach einem fach- lich geeigneteren Kandidaten aus ihren Reihen Umschau zu halten. Die Tatsache, daß ungeachtet dieser Einwände Dr. Wetzl doch präsentiett werde, verstoße gegen die seinerzeit getroffenen Vereinbarungen, von denen gerade die unab- hängigc Fraktion bei den Vorschlägen für den zweiten Bürgermei st erposten entsprechenden Gebrauch ge- macht habe. Im Verlaufe der Debatte wurde von bürgerlicher Seite die Person des jetzigen Kämmerers Büß erwähnt, über dessen fachliche Qualitäten und Kenntnis der Groß-Berliner Ver- waltung kein fsweifcl bestehen können. Der s o z i a l d e m o- kratische Redner bemerkte hierzu, daß seine Fraktion am liebsten tiir einen geeigneten unabbängigen Kandidaten stimmen würde, da aber ein solcher nicht in Vorschlag gebracht worden sei, würde sie für die Kandidatur Büß eintreten. Die Deutschnationalen erklärten, eine Kandidatur Böß nicht unterstützen zu können. Bei der hierauf vorgenommenen Zettelwahl entfielen auf Dr. Wetzl 1l), auf Büß 12 Stimmen; die Deutsch- nationalen hatten drei weiße Zettel abgegeben. Bevor die Stadtverordnetenversammlung die Wähl des Oberbürger- Meisters vornimmt, tritt der Ausschuß nochmals zu einer zweiten Lesung zusammen, um auch über die mit der Wahl I werbSlosensüvsorge aunehmeu, in Zusammenhang stehenden Fragen des Anstellungsverhält- nisscS zu erörtern und dem Plenum entsprecheude Vorschläge zu machen. Großwahltag: 2S. Zebruar 1921. Der amtliche Preußische Pressedienst teilt mit: DaS Preußische Staatsministerium hat am 16. Dezember beschlossen, am 20. Februar, zugleich mit den Landtagswahlen. die Provinzial- und Kreis tags wählen, vor- nehmen zu lassen. Mit der Reichsregierung ist wegen gleich- zeitiger Vornahme der R e i ch S t a g s w a h l e n in den noch ausstehenden Abstimmungsbezirken Einigkeit erzielt worden. Der Reichspräsident hat �m?ch Verordming auf Grund der 1)8 6 und 88 deS ReichSwcchlgesetzes alz Wahltag für di� ReichStagSwahlen in Ostpreußen und in Schleswig- Holstein st. und 14. ReichstagSwahlkrei») den 28. Februar 1821 bestimmt. Steigerung öer Arbeitslosigkeit. Berlin, 17. Dezember.(WTB.) Wie aus dem Reichs. arbeitsmini st erium mitgeteilt wird, weist die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im Reiche, die seit dem 15. September dieses Jahres in langsamem Rückgang begriffen war, nach den Erhebungen vom 1. Dezember wieder eine Steige- rung auf. Am 1. Dezember wurden 276 538 Männer und 73753Frauen, insgesamt 356 282 Personen als Hauptempfänger unterstützt, gegen 348 589 am 15. November und 348 747 ZuschlagSempsängex(Fa- milienangehörige) gegen 333 861 am 15. November. Von den 356 282 unterstützten Erwerbslosen im Reich entfallen 174 531 auf Preußen, davon 87 668 auf Gr»h-B erlin, 82618 auf Sachsen, 21 486 auf Hamburg. Aus de? hohen Zahl der unterstützten Erwerbslosen. muß auf nicht weniger hohe Ziffern von Arbeitslosen, die keine Unter- stützung empfangen, geschlossen werden Ferner drückt sich die ernste Lage des Arbeitsmarktes nach wie vor in der s.'hr großen Zahl der Kurzarbeiter aus und in dem ständig wachsenden Umfang, den die Matznahmen der produktiven Er- Ungefühntes Slut. Die Geschworenen in Kassel haben dos Urteil des Mar- burger Kriegsgerichts, bestätigt. Auch sie hoben die studentischen Schorfrichter von Mechterstedt von Schuld und Sühne freigesprochen. Der Staatsan- walt, der berufen war, die Anklage zu vertreten und die Wiederherstellung des verletzten Rechts zu betreiben, Hot � selbst die Freisprechung' beantragt. Danach war es kein Wunder, daß die, zum allergrößten Teile aus ländlichen > Grundbesitzern zusammengesetzte Geschworenenbant auf die Schuldfrage ein verneinendes Verdikt fällte nnd automatisch mußte darauf das gelehrte Gericht den Freispruch verkünden. Die Studenten-Osfiziere. die die 15 Arbeiter„auf der Flucht" erschossen haben, können also erhobenen Hauptes den Gerichtssaal verlassen und ihren Tatendmst auf andere Objekte richten. Ter Freispruch durch das Geschworenengericht ist endgültig. Denn es ist kaum anzunehmen, daß der Staatsanwalt, der ihn selbst beantragte, nachträglich durch Revision beim Reichsgericht ihn anfechten werde. Und noch weniger kann man vermuten, daß das Reichsgericht, falls es wirklich angerufen würde, einen Formfehler fände, um das Urteil umzustoßen. Aber mag auch das bürgerliche Geschworenengericht die Herren Studenten freigesprochen haben, nicht f r e i g e° . sprachen fi»nd sie im Urteil des Volkes! Ewig ' wird an ihre Namen sich der Vorwurf heften, daß sie bei Nacht und Nebel, bewaffnet bis an die Zähne, Waffen- lose Arbeiter, die ihre Gefangenen waren, auf der Landstraße niedergeknallt haben wie tolle � Hunde! Staatsanwalt und Geschworene haben äugen- > scheinlich aus einer gewissen Klassensolidarität heraus ange- nommen, daß die Angeklagten als Zeitfreiwillige eine mili- : tärische Pflicht erfüllt hatten, als sie die angeblich fliehenden Arbeiter mit Gewehrsalven zur Strecke brachten. Aber keinem Menschen aus dem Volke kann man begreiflich - machen, daß diese selbständige Hinrichtung der Arbeiter durch junge Studenten eine Staatsnotwendigkeit gewesen sei. Denn , gesetzt den Fall, die Behauptung von der Flucht sei so richtig. wie wir sie für falsch und unwahrscheinlich halten, so lay doch keinerlei Anlaß vor, den ersten Flüchtling zu erschießen. Selbst wenn der eine entkommen wäre, hätte man zweifei- los von ihm nicht zu befürchten brauchen, daß er das ganze Aufgebot von Zeitfreiwilligen und Reichswehrsoldaten über den Haufen rennen würde. Nöch weniger aber tväre es entschuldbar, daß man auch die anderen Gefangenen erst entfliehen ließ, anstatt sie in sicherere Bedeckung zu nehmen. Aber die ganze Behauptung von der Einzel- flucht der Gefangenen ist innerlich so unwahrscheinlich, daß : selbst das solidarische Zeugnis der trotz Verdachts der Mit- täterschaft vereidigten Studenten sie nicht wahrscheinlicher machen kann. �rs bleibt also nach dem llrteil von Kassel wie dem von j, Marburg als Tatsache bestehen: Studenten, als Zeitfrei- , willige aufgeboten, haben ohne Haftbefehl in den thüringischen Dörfern Arbeiter als„Spartakistenhunde" verhaftet, sie auf meilemveiter Landstraße transportiert, dann einzeln entfliehen lassen, um sie endlich auf der Flucht zu erschießen. Dieses Aäbeiterblut soll nach dem Spruch von Kassel ungesühnt bleiben. Die studentischen Offiziere sollen später als Richter oder sonstige Staatsleuchten einmal die höhere Moral der Sicherheit des Lebens verkünden. Sie werden sich noch etwas darauf einbilden, daß sie die Welt vom einigen angeblichen Angehörigen der Roten Armee de- freit hätten. Tatsäck'dh handelt es sich bei jener„Roten Armee", die auch in,. erichtssaal ein? Rolle spielte, um die von der Gothaer Regierung zur Verteidigung der deutschen Verfassung gegen kappfftische Put- s ch i st e n aufgerufene Arbeiterwehr. Was die reaktiv- nären Studenten auf der Landstraße„erledigten", waren Verteidiger der Republik! Ein Geschworenen- Weihnachtszeit. Von Artur Pramann. llnzustiedm und verdrossen war ich von der Arbeit gegangen »md stand nun auf dem Platze, der Großstadt, um ausnahmsweise mit der Eleltrischen heimzufahren. EL war naßkalt. Am Tage hatte eS geregnet. Der aukge» komrnene'Ostwind war scharf und setzte aus daS feuchte Straßen» Pflaster Eisblume an Eisblume. Man konnte fie wachsen sehen. Die schaukelnd« Bogenlampe warf ihre Strahlen darüber und die Eiskristalle leuchteten wie Diamanten, reich und märchenhaft. Wohlwollend kreisten meine Augen über die Fläche hin. � Hinter mir, an einem Schololadengrschäft, wo unendlich viele Leckerbissen geschmackvoll und aufreizend im Schaufenster auslagen, gewahrte ich einen Knaben. Eine einstmal« weiß gewesene Pudelmütze stülpte seinen kleinen Kopf überreichlich. Die rote Klunker daran hatte schon viel Wolle lassen müssen. Gewiß war die Mütze mehreren älteren Ge- schwistern lange tm Besitz geweien. Seine Strümpfe zogen sich in Äorkenzieherform um die dürren Beinchen und ließen die Knie- lehlen offen. Rur wenn er sich reckte, was oft geschah, sah mau, daß fie von ausgedehnten Gummibändern gehalten wurden, dann erweiterten sich auch die Spiralzwischenräume. Jetzt machten seine Hände greifend« Bewegungen, um etwa« zu erhaschen, aber— die Scheibe I... Immer verlangender preßte « sich gegen da« Fenster und seine kleine Rase ruischte wie «in Radiergummi, bald auf-, bald abwärts, bald recht«, bald links. Ein besser gekleideter Herr trat an den Kleine» heran und forderte ihn auf, mit in den Laden zu treten. Der Junge tat eS freudig. Als der Herr mit dem Kleinen wieder heraus trat, folgte ich ihm und hörte, wie der Junge sagte: „Alles meine?* und die kleine Hand öffnete sich, und zwei glückstrahlende Augen schaute» in die Farbenfülle von Bonbon» Herrlichkeiten. Der Herr ermunterte ihn. zu esien. »Nein, nein, erst Mutti sehen! Erst Muttis Wie Musik klang vor Freude daS Kinderstimmchen, und die Freude sprang auch auf mich über, trotzdem ich nicht fem Geber war. Wieder öffnete sich daS Händchen, um sich ebenso schnell wieder zu schließen.»Mutti zeigen." Ja, geben können; nnd ich dachte an die Meinen daheim-- Freude, schöner Götterfunken... sang e« in meinem Kopse.— Ich vergaß die Elektrische— und wanderte innerlich gehoben dem Hause zu. Neue Wassermann-Forschonge». Am 15. Dezember berichtete Geheimrat Wassermann in der Berliner Medizinischen Gesellschaft über die Ergebnisse seinem neuen S h p h i li s st u d- e n. Seit Jahre 1906 ist ja die sogenannte Waffermannsche Blutrealrion sericht der deutschen Republik spricht diese reaktionäreu Studenten frei. Was bisher nur militärische Standes- gerichte gegenüber den Marloh und ähnlichen Größen fertig brachten, ist jetzt vom Kasseler Schwurgericht in edlem Wett- streit gleichfalls geschafft worden. Das Urleil von Kassel ist nicht allein ein Freftpruch der Angeschuldigten, es ist zu- gleich ein Schuldspruch flir das heutige System der Schwur- gerichte. « Verhanblnngsschluh. Kassel, 17. Dezember.(Eigener Drahtbcrtcht des„Verwärts".) Ein Oberstleutnant als Sackversiändiger weist besonders darauf hin. daß es gegen alle militärischen Regeln verstößt, G e- fangen« am Schluß eines ins Gefecht gehenden Transportes mitzunehmen. Hier liege ein Verschulden des höheren Kommandos vor, das den Angeklagten zum Verhängnis geworden sei. Der letzte Sachverständige kommt in seinem ausführlichen Gutachten zu dem Schluß, daß die Angeklagten bei den angeblich fliehenden Gefangenen nicht zielen konnten, sondern alle Treffer die Folge eines Ech nellfeuerS gewesen sind, bei dem höchstens 10 Proz. der Schüsse ihr Ziel erreicht haben. Es werden darauf die Schuldfragen den Geschworenen verlesen. Insgesamt werden den Geschworenen 28 Fragen vorge- legt. Sie hauten bei jedem Angeklagten auf Totschlag unter rechtswidrigem Woffengebrauch und im Falle der Bejahung nach mildernden Umständen. Nun beginnt das Plädoyer des Staatsanwaltes: Der Staatsanwalt führte ans: Leider ist«S nach unserer Rechtsprechung nicht möglich, daß die Angehörigen der Ge» töteten sich dem Verfahren als Nebenkläger anschließen können, um so den Gang der Verhandlung bestimmt zu beein- flussen. Ich habe darum alle Zeugen geladen, die als Enrlastungs- oder Belastungszeugen irgend etwas Wichtiges' aussagen könnten. Man kann den Schuldbeweis für die Angeklagten in zw«i Formen konstruieren. Die erstere ist die schlimmere, denn hier haben die Angeklagten die Gefangenen zur Flucht der- leite: und sie dann hinterher erschossen. Die zweite .Möglichkeit-besteht darin, daß die Gefangenen geflohen sind und die Angeklagten de: den Schüssen so anlegten, daß die Schüsse tödlich sein mußten. Der Geist der Studenten- kompagnie ffl durch zahlreiche Zeugen als ein guter geschil- dert worden.� Auch hat die flniersuchlmg nicht einwandfrei erwiesen, daß bei der Behandlung der Gefangenen eine ge- wollte Härte beabsichtigt gewesen sei. Die Verhafteten waren nicht so harmlos, wie fie von einzelnen Zeugen hingestellt wurden. Unsympathisch waren allerdings die vom Zeugen Metz bekundeten Aeußerungen und die von mehreren Zeugen bestätigte Taffache, daß die Ange- klagten nach der Erschießung der Gefangenen mit Gesang an anderen Truppenteilen vorübergezogen sind. Das sind Roheiten gewesen, die auch im Bürgerkriege nicht vorkam- men dürsten. Der Ring der mangelhaften Indizien schließt süy erst dann, wenn man die Aussagen über die Mitzhandlun- gen der Gefangenen als wahr unterstellt. Aber, ob jemand, der Gefangene mißhandelt und quält, dieselben nun auch erschießt, ist nicht wahrscheinlich. Das ilst c in z u g r o ß e r S pr u n g, den ich nicht mitmache. Der Aussagen der Zeugen Barz und Arnold stehen weit zahlreichere Aussagen anderer Zeugen gegenüber, die bei dem Transport als Begleitmannschaften waren und unter Eid die Mißhandlungen in Abrede stellten. Darum kann ich an die Aussagen der Zeugen Barz und Arnold nicht' glaube«. Em sehr bedenkliches Moment, das gegen die Schuld der Ange- klagten- spricht, ist die Tätsache, daß sich die letzten Gefangenen nach den ersten.Erschießungen- n ich t-sofort an die vor- überk.o mrne n d e n Leute ge wandt haben. Der Zeugen- beweis reicht also für eine Ueberführung der Angeklagten nicht aus, cbessfv wenig das Ergebnis der Sachverständigengutachten. Eine die Angeklagten schwer belastende Tatsache" ist es, daß es keinem-der 15 Gefangenen möglich gewesen ist, die Freiheit zu gewinnen. Aber die Sachverständigen haben daS dadurch erklärt, indem sie darauf verwiesen, daß die Angeklagten ein regelrechtes Schnellfeuer abgaben, von dem nur etwa ein Zehntel der Schüsse getroffen Hat. Da der Beweis für die Schuld-' fragen nicht erbracht ist, bitte ich die Schnldfragen zu verneinen. Die Plädoyers der Verteidiger hoben nur die wescnt- auch dem Laien ganz allgemein bekannt. Diese Reaktion besteht— ganz alkgeinein ausgedrückt— darin, daß bei der sehr komplizierten Untersuchung durch gewissen im Blute von Syphilitikern enthalte- wen Stoff eine Trübung des Blutserums bedingt wird. Dieser .positive" Ausfall der Reaktion tritt ungefähr sechs Wochen nach der Ansteckung mit Syphilis ein und findet sich bei unbehandelter Syphilis in allen Fällen, bei behandelter verschwindet er dagegen häufig ganz oder zeigt sich nur schwächer, während er bei der- alteter Syphilis auch fehlen kann. Durch seine neuen Forschungen hat Wassermann nun nachgewiesen, daß die mich ihm benannte Reaktion durch gewisse Fettstoffe sLipoide) bedingt wird. Diese Lipoide enfftehen durch Fällung der Körperzellen infolge des Ein- dringens und der Einwirkung der Syphiliserreger, der Spirochäten. Durch die Behandlung mit Ouecksilber und Salvarsan wird nun nach Wassermann dw Ltpoidenbildnng gehemmt, wodurch dem Syphiliserreger der geeignete Nährboden entzogen wird. Die neuen Forschungen von Wassermann eröffnen natürlich Bussichten, die Bekämpfung der Syphilis durch Ausbau und bessere Kontrolle der Behandlung allmählich noch toirksamer als bisher gestalten zu können. Wir werden demnächst auf dieses Thema noch ausfuhr- sicher zurückkommen. Kleinvolkbücher. Bei diesem Namen handelt es sich um etwas Neue? in der Biiderbvchwesi. Hernyann Rombach heißt der Wcgefinder. Dieser schwäbische Maler und Zeichner hat die naive starke Kraft des primitiv Einfachen und setzt fie ei« mit dem zungen Ernste des Geistes einer neuen Generation, die sich aut eigenen Füßen fühlt. In diesen Büchern großen und kleinen Formats(zwischen 7 und 4 M. im Preise) ist nicht ein Kindlichtun, wie in so manchem Bilderbuchversuch, oer zu dem vorgesetzten Ziel vergebens hinkämpftc.■ In Rombachs Bildern ist wirtliche Nähe zum kindlichen Schatten, eine(Nähe, di« reicht auf einem bloßen einsichtigen Wollen beruht, sondern in der Lust eines ur- sprünglichen Empfindens ihren munter hervordrängenben Quell hat. Die Bilder, Bikderfolgen haben in Strich, Fläche. Farbe jene Beschränkung auf das Wesentliche, die als die Kunst des Sinns für das Notwendige erscheint. Die Farbe ist da? Herz der Kunst Rom- bochs und immer wirkt sie eindringlich aus erstaunlich einfach ge- wählten und geordneten Harmonien heraus. Daß das Bilderbuch als Mittel zur Erziehung des Farbensinns wichtig ist, liegt aut der Hand. Wenn aber dieses Thama angeschnitten wird, hat hinfort Rombach als Muster, welche Wege als gute gelten können, eine besondere Bedeutung. Seine Farben packen das Auge erfrischend stark und ihre stärkste» Betonungen fallen mit dem Sinn der Terte zusammen, die der Maler selber geschrieben, verssfizwrt hat. Hier w-rd, ein weiteres Zeichen des Wertes, die Farbe formbildende Macht. All das Gesagt« ist ab- gelesen ans den größeren Heften„Vlinkiz vom Sternenland" und „Purpurraz und Rotelotte" und den kleinen reizenden Heftlein „Vom Weihnachtsmann",»Von der Sonne",»Vom Dlütenmann". Dieser säende Blütenmann ist eine feine Leistung jüngster form- suchender Kunst! Die besondere Aufgabe aber, vor allem Erzieher des Kindes zum Formgefübl zu' sein, hat Romboch sich gesteckt in dem großen Heft „Die Reise durch das ABT". Dies Heft führt mit künstle- rischer Wohltat über alle bisherigen Fibelmühen hinaus. Denn hier gewinnen die Buchstaben in der Landschaft oder Wanderstation gegenständliches und monumental zwingendes Leben. Die tote licht« Punkte«mS den Ausführungen des Staatsanwalts noch elnmal hervor und baten gleichfalls um Verneinung der Schuld- fragen. Die Geschworenen kamen zu dem an anderer Stelle wiedergegebenen freisprechenden Urteil. Nach listüiidigcr Berufung»erkündet der Obmann der Ge- schworenen, daß die sämtlichen Schuldtrugen vcrneiut werden. Darauf werden dir Angeklagten freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auserlegt.___ Demonstration von Lazarettlnsasten. Man schreibt uns: Am Donnerstag, nachmittags wn 12,50 Uhr, erhielt die Lazarettkommisston Berlin-Brandenburg die Nachricht, daß das Barackenläzareft Tempel hoser Feld a u f-> gelöst würde. Um 3 Uhr erfuhr sie, daß die Auflösung g e w a l t- s a m durchgeführt werde. Die Telephon. ivparate waren für alledienstlichen und außerdienstlichen Gespräche au? Anordnung des stellv. Chefarztes, Herrn Dr. Schars, gesperrt. Um 4 Uhr rückten die Insassen der fünf größten Berliner Lazarette in Automobilen, auf Selbstfahrern und Krücken in. großen Massen an. Es ex- schienen gegen 400 Berliner Lazarettinsassen, um die betrof- fenen Kameraden zu unterstützen. DB die Jnfassen des Barackenlazaretts sich einstimmig�g e-- w e i g'e r t hatten, das Lazarett zu verlassen, gaben der Ober- rcgierungsmodizinalrat Dr. H e ck e r, als Vertreter des Haupt- versoryungsamtes, und Dr. Scharf den Begleitern der Auto- mobile der Krankensammelstelle den Befehl,, die Kriegsbeschädigten mit Gewalt zu verladen. Da die Transporteure �'ich weigerten, die Kriegsbeschädigten gegen ihren Willen anzufassen, wurde eine Hundertschaft der Sipo alarmiert. Eine Pa-> trouille von 6 Mann besetzte die Telephonapparate, um die Kren- ken gegen jeden Hilferuf von der Außenwelt abzuschneiden. Als die 6 Mann der Sipo dann aufgefordert wurden,-die Patienten gewaltsam zu entfernen, weigerten auch- sie sich, sich an-Kriegs- beschädigten zu vergreifen. Ms die übrigen Lazarettinsassen anrückten, hatten sich die Sipo, Dr. Hecker und Dr. Schar? bereits' entfernt. In einer spon- tan einberufenen Versammlung wurde beschlossen, in jedem Wiederholungsfälle sich geschlossen und stark. wie eine Mauer gegen jede Vergewaltigung zu wenden. Die Hazarett- insassen erklärten sich niemals auflösen zu lassen, ehe die von ihnen gewählten Vertrauensleute und die Lazarettkommission Berlin- Brandenburg gefragt seien. Sie wandten sich in scharfer Form gegen die von dem Arbeitsministerium durch den. vollständig vcr- fagereden und unfähigen Oberregierungsrat Dr. Caesar auf- oktroyierte sogenannte VcrtrauenSmännerordnung. Unter der all- gemeinen Versicherung vollständiger Solidarität mit der Lazarett- kommission, den einzelnen Lazaretten, den einzelnen Insassen und Angestellten wurde die Versammlung um 5 Uhr geschlossen. Schieber unü Schiebungen. Dresden, 17. Dezember.(TU.) In der heutigen Sitzung. des Landtages ging Wirtschaftsmiuister Schwarz kurz auf die türz-> lich aufgedeckten Gctrcideschiebungrn ein. Er enthüllte dabei, daß diejenigen, die heute Partei für die Getreideschieber ergreifen, u. a. die Mitglieder der Dresdener Produktenbörse, dach lieber recht sehr vorsichtig sein sollten. Er wolle der Untersuchung nicht vorgreifen, könne aber schon jetzt sagen, es liege ein solches Velastungs- Material vor, daß Z u ch t h a u S st rase« diejenigen erwarteten, die heute noch mit Hofratstiteln herumliefen. Der sächsische Landtag nähin in seiner gestrigen Sitzung den Gefetzentwurf über die- A u s h c b n-n g sächsischer Sonder- f« i« r ta g«, und zwar des Hohen-Neujahrstagcs und des Früh- jahrs-Bußtages, an. Ein Antrag Wagner fTnatl.), wenigstens den Frühjah'rs-Bußiag weiterbestehen zu lassen, wutde abgelehnt. Der Gcsetzrntwurf über dir Pi ovinzial-Antonomie. Das ttzreußiswe Staalsministeriiim hat, wie der amtt. Pressedienst rniiteiii, am 10. Dezember den Entwuif zu e>,l>m Gesetz über die Prodm-iol-Aliio- nomie festgestellt. Der Entwurf wird in kurzer Zeit der'öffenilicheii Kritik unterbreilet werden; es ist in Aiissicbl genomnien, ibn zu- nä.vst zur Begütachiung den Ptovinziallaiidlagen vorailegen. die auf Grund direkten, gleichen, allgemeinen Wahl- rechts in näcbster Zeit gewählt werden tollen. Starrheit des Zeichens soll überwunden werden. Mit fröhlichem Scherz hat Nombach sich diesem Ziel hingegeben. Er ist ein sonniger Mensch, ernsthaft und gerade. Auch etliche kleine Hefte»Sinn- sprüche", die er gedichtet und zeichnerisch geschrieben und umrahmt bat, artige Geschenkbüchlcin für Große lPreis 2 M.). bestätigen diesen Eindruck. Dem Lahrer Verlag Richard Keutcl, der sich seit zehn Jahren um Volkskunst mühte, ist in dieser Kraft, die auch Redslobs Beachtung gewinnen konnte, ein tüchtiger Helfer zu- gewachsen. zd. Max Brod las in der Buchhandlung.Ewer" den ersten Akt seines neuen Dramas»Die Fälscher", das kürzlich in Königsberg die erfolgreiche Uraufführung erlebt bat. Was der Dichter spraäi, bezeugte Gedanken, die, ihrer Vereinsamung� überdrüssig, sich einen« großen ersehnte» Gefühl zuwenden. Die spräche ist an erlesenen Vergleichen' reich und wird recht eigenilich zum Bindegl ed zwj'chen lyrischem Erstreben der Seele und dramali'cher Komposiiion, indes die Handlung an sich nichl Maßlosigkeit genug besitzt, um für die Personen zu. erwärmen. Obschon es nicht möglich ,st. na» dem fragmentarisch Gebotenen endgültiges llneil zu sprechen, schien doch, als habe der D'chier des»Tycho Brahe" in vielem Drama nicht sein Wesentlichstes bekundet. Das bewiesen einig« seiner mit schüchterner Zaribeit vorgetragenen Gedickne, die zwar gewiß auch in das Gelankliche stürzen, in denen aber meisterliche formale Be- berrichnng das Gefühl»n iehemmter sich entfallen länt. So empfing man hier bildhafte Klänge, und diese Verlnüvfiina, die Ohr und Auge gleichermaßen umwarb, erschloß Empfindungen subiilster Zugehörigkeit._-_- iwo. Der Siemens-Ring, der seit- dem himdetlilen Gebiirtstaq von Werner Siemens an bedeutende FSiderer der Siffenidstift und Prarts verlieben wird, wirr"- in einer Fesiswung des Vereins Dcnischer Ingenieure an Auer von Welsbach gegeben, an dessen Namen ssch der bei- lpiellost Nuischwung künlilicher Beleuchumg knilpst. AuerS E> sindung hat erst der VunsendamMe siralilenden Glanz oerlieben und durch die OSram» Lamve erst die Reibe der eleltrischen Melallfadenlamven eröffnet Die Jn- duslri« der Edelerden verehrt in Auer ihren Begründer, die Dstenichast einen wichtigen Förderer. Theater. Walter Hasenelever« Drama„AenseitS" wurde für dl« Kammeriviele zur Aufführung erworben und kommt im Lause des Januar zur Auffühlung. Elisabeth Lnxon-Medner gibt am 18. Dez-mber. abend« 7*1, Uhr, sin Meisterlaai«nen'BortiagSabend. Sie spricht eine Gruppe Gedichte des jung gestorbenen Walter Cale. Schillers»Eleusisches Fest" und Wilden. bruchS»Hexenlied", beides mit Schillings Musik, rahmen den Wend ein. Vom Eliristkind. das sich im.Himmel langweilt, in der Zeit dies- seit und senlert von Weihnachten, und dann am Erden mit den Kindern spielt, tollt, schleckt, ssch Prügelt und allerlei herbe irdilchc Ersadrungen zu tosten belommt erzählt H e r o Max in sehr beachrenswcrt getroffenem denüchen Märchenlon. eine lindlich eisonnene Legende. Mit dem Traum eines Kind- leins. das hinwiederum aut der Himmelswiese mit Engelspullelchen spielt, ergibt diese»Legende vom Christkind- ein im Franz Schneider Verlag, Schötieberg-Berlin. veröffentlichtes hübsches, kleines Buch. In Einigem gleiten sreilich die Erzählunge» über die Linie hinweg, die man zum Pflanzen jriedl'icher Instinkte solchen Kinder schristcn ziehen möchte; in anderen aber find sie von spmpathilchen Zielen delcelt. Tie Drolligkeiten der Kicinlinderwelt. die Hero Max mit fraulichem Vergnüoen trifft, haben in dam beiannlen Joseph Ränder den rechten Zeichner geinnden. Seine Schwarzweißbilderchen atme» viel herzerquickenden Humor. Nr. 618 ♦ 37. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts SonnabenS. 18. Dezember 192v Die Russenlager in deutsthlanö. Im Reichstag rmirde am Ireiiag weiter auf eine Beschwerde des Abg. Kunert iU. Sozi über die Mindcrwcrtigkci, des Brotes mitgeteilt, daß die Ausmablung des Getre des bereits van 90 Proz. auf 85 Pcoz herabgesetzt worden sei und daß zur S'rcckung nur noch rollwertige Stoffe, wie Maismehl, und auch das nur bis zu zwanzig Gewichtsteilen, verwende! werden Auf eine Beschwerde des Abg. Kunert lUSPt über die Konkurrenz der 5000 Misitärmusiker gegenüber den Bcrufsmusikcrn erklärt die Reg eruna, daß ü? die 2500 vorhandenen MilitZrmu�k.r für notwendig erachte?ie bi�her'-gen Beschwerden der Zivil- musiker hätten sich meist als grundlos erwiesen. Das internattonalc �pinma�kommen wird dahin angenommen, daß es am 1. Januar 1021 in Kraft treten soll. Verschiedene kleine Vorlagen werden angenommen Das Gesetz flehen den Schleichhanöel. Es folgt die Zweite Lesung des Wurf era-chetzes, wonach tn besonders schweren fkällen auf Znchtbaus bis zu 15 Jabren ünd. Geldstrafe von mindeswne 200 000 M, ab erkannt wird. DaS Ge- fetz wll am 1 Januar 1921 in Krast treten. Abg Lrutbansrr CT. Vv.) We st daraus bin, daß der Jorde- runa der Gastwir'e. auf ste diese strenge Strafe nicht anzu- wenden, im Rcchtsaus'chuß nicht zugestimmt werden konnte. i Mg. Nadbruch lSoz.)' Die bayerische Wucherverordnung, weiche der Ausgangs- Punkt de? hier vorkieiendcn G-setzes ist, halten wir lür u n g e s e tz- l i ch. Da? öffentliche Antchlaaen de? Urteils ist nur eme moderne Form des P r a n a e r s. Durch die Bedrohung mit dem Arbeits-� Nachweis werden die großen Wucberer doch nicht getrofsen, Wir werden uns s'dem Ver�'che w'derseben. daß dieles Gesetz, dekien Vestimmuna doch eine Verschärfung der Strafe ist, zu einer; M-0>er"ng und Amnestierung ausgenützt werde Von der vrak- i tischen Wirkung des Geset-es verstwechen wir un« lo vH wie nichts, wir stalten eS im Gegenteil kür einen erheblichen Rück- schritt zu üherwun-denen rechtlichen Bearikfen Wir werden ab�r dem Gesetz über cn-nndlätzliche Bedenken hinweg unsere Zu- ftimmung acbcn lBeifallI Abg. Dr Herzfeld s?1e"kommunfstl: Dw baperi'che Remernng schreibt vor, was da? Ministrrium s�ehrenbach zu tun bat. Das hgvcri'che Wu�eraeletz de? nalionakististb- reaktionären Mnisteri"Ms Kahr ist ein Vorstoß gegen die Re'chsrec'ernng. e'rrc kraste Ver- faslun gsvcrletzung, lSebr richtwl linkst Daran, daß dw baveri sche Verordwuna bei Jnkrgkttreien des NeichsneketzeS anfgehghcn wird, c-lanben wir nicht. Unter M'nisteghim wird gegen das M'n-ster'i'M Kabr nicht? unternehmen Den 8 8a lAmnestlenarggran�z sehnen wtr griindfötz�ch ab, stimmen eher sogst mit den Auffassungen des Vorwdnere ü bergt ssAnsaks k-nkst Bcweri'cher Gekandter v. Mregcr: Ich wi'ndere mich, daß Abg. Dr sderzseld die haver-k�en Mahngkmen, d-e dgch auch lür Ar- heiter" von Nutzen ünd. als reaktsgnnr he-e'chnst,'Durch das Ueberhandnehmen de? Wu-Her. und Schlgschhandel» wurden Ruhg und Drdn"na in Bayern tatsächlich' gekäbrdet, deshalb mußte die ba Neri«che Rea'ernng ra'ch handeln, weil der W�a der Geketzg-Hnng durch da? Reich»n umständlich aewmen wäre � Das, Ng-chei',"'tiz-, min/stertum bat ge-mn die baner-kche Vorla-m se'ne Rechtsbe�euken, � 'Aha L"cka» lBaver. Vn.l: Die batierische Vera-dwung ist--ur ein Schutz der Interessen de? Lande? und'sgsnem Bewohner, Die I Ausstchrmäasschkest von Lebensmistein besteht nach der Gchwei's.| Tirol, nach dem m'?aebuneerten Oesterreich sKurnk: Und nach Preußen sl und nach den andemn angrenzenden Ländern, Aba. Waldstein. fDew s: Die Rationiernnasvarschr'sten sind von allen Gewerbetreibenden, allen Landwirten, kurz vom ganzen Volke übertreten Warden, E» ist unerträglich, wenn jetzt nach Aushebung eine? Teiles der Vernrdnnnaen trotzdem nachträglich noch Straftaten geahndet werden sollen, die keine mehr sind..,_ Abg. Dr Vrgsfkcheid lU. Soz,>: Nach den bisher'«« Gr- fahrunaen ist da? Vertrauen zum Wucheraeietz sehr aerina Da- durch, daß den Richtern viel»i, viel Freiheit in der., g e r w 1 t w e n. Reichsjustizminister Tr Heinze bittet' um Ablehnung der Anträge Soll'e sich das Bedürfnis nach Verlängerung dieses Gesetzes ergeben, so läßt sich das jederzeit erreichen. Eine Ausdehnung aui die K r i e g e r w i t w e n ist recht- lich u n m ö glich, wenn auch nicht verkannt w!rd. daß chre Not- läge ebenfalls die glc'cbe in den meisten Fällen ist, so muß eben hier aus andere Weise Abhlfc geschaffen werden, das vorliegende Gesetz kann semem ganzen Aufb'u und seinem Geiste nach nicht dafür in Betracht kommen, aanz abgesehen von den weiteren Folgen eines solchen Präzedenzfalles, �Jn den folgenden Ab st mungcn wird ein Atitrag Roscnfe.'d (U.Soz.i auf Einfügung der Worte„aste Kriegsteilnehmer"(also auch der Lazareitin, ästen» tnit einer Znf'llsmchrheit der sozia- listischen Parieien angenommen,— De Abstimmung über den soz aldemokratiichcn Antrag der Gesetzcsverlängerung bis 1 Ja- nuar 1922 bleibt zunächst zweifelhaft-, Hammelsprung ergibt Ab- lehnvnz mit 187 bürgerlichen gegen 142 sozial stische Stimmen, Der Gesetzentwurf wird darauf in zweiter Leiung angenommen. Der unabhängige Antrag, auch d'e Hinterblieben?-' der Kriegs- teilnehmer mit cinzubcziehen, wird gegen die soz'alistischen Par- teien und vere-nzelie Dcutichnationale abgelehnt. Bei der dritten Lesung vcr'angt Abg Waldstein lDcm.) die Streichung der durch eine Zu-allsme�rheit' angenommenen Worte de? Antrages Rostnseld lU T.P,) Der Antrag Waldstein wird mit allen büreerlichen Stimmen angenommen. In der Gesamtabitimmung wird das Gesetz einstimmig angenommen,— Damit ist auch der Gesetzentwurf Müller- Franken iSvz.) als erledigt anzusehen. Es folgt die dritte Deratunq der Deamtenbefoldung. Ein von den Kommiinistcn eingebrachter Antrag auf n a m e n t» liche Abstimmung wird durch sie llnabhöngigrn ausreichend unter- stützt.— D'e Abstimmung ergibt Annahme res Gesetzentwürfe? mit 209 gegen 124 Stimmen bei 15 Enthaltungen. Dagegen stimmen die D e u t s ch n a t i 0 n a l e n. Bayerische Volkspartei und Bavcrischer Bauernbund. Unabhängige und Kommu- nisten. Präsident Lb'be stellt fest, daß die Mehrheit um ein« Stimme die Zweidrittelmehrheit überschrei'e. Demgegenüber betont Abg. Tchuly-Wcstpr. iDem.), daß zu einer Zweidrittelmehrheit 282 Stimmen notwendig seien, das Gesetz also, wenn es ein« Ver. fastuvgSändcruna bedeute, nicht angenommen sei. Präsident Löbc g 6t die Richtigkeit dieser Berechnung zu. Die Frage ob das Gesetz eine Verfassungsänderung bedeute, könne nicht durch einen Beschluß des ReichStancs entschieden werden, auch nicht durch eine Erklärung de? Abg. Schultz, Ter Gesetzentour' über die Erstat'ung der von den Ländern und Gemeinden den Beamten im besetzten Gebiet gezahlten Wirtschaftsbeihilfen, webei das Reich nach den AuSschußbeichlüssen emen Zuschuß von 80 Proz. zu zahlen bat, wird mit einem Zentrumsantr'ge. wonach diese Bestimmung auch auf die Geist- lichcn ausgedehnt wrd, angenommen\ Daran schließt sich die Weiterberatung der deutschnationalen Interpellation betreffend Sie rujsischdn Internierungslager in Deutschland. Reichskommissar Stückle«: Für seine Behauptungen bat Herr Henning als Zeugen den Vertreter des Internationalen Roten Kreuzes angeführt. Dieser hat mir persönlich eillärt, daß er Herrn Henning nicht dazu autorisiert habe.(Hört, hört!) Das Note Kreuz lehnt es auf alle Fälle ab, sich in die politische Angelegenheit einzumischen. Wenn wir die Riesenarbeit des Internationalen Roien Kreuzes üb'r- blicken, vor allem in bezug auf die Hei/wbeförderung der Krieg?» gefangenen, dann müssen wir die Verdächtigung, die von Herrn Henning kam, entschieden zurückweisen. Wenn ich heute die Ge- legenhcit� benütze, dem Internationalen Roten Kreuz für seine humanitären Bestrebungen unseren Dank auszusprechen, so darf ich wohl der Zustimmung der großen Mehrheit des HauseS gewiß sein.(Beifall s Für tue Angt legenheit der Jnternierung sollte un- bedingt daS W e h r Ministerium zuständ'g sein. Die Aufgabe unserer Regierung kann nicht subjektive Parteinahme, sondern nur Aufreckterhaltung und Schutz von Recht und Ordnung in den Jnterniertenlagern sein, Abg, Beuermann(D Vp): Den nicht bolschewistischen Internierten ist nicht nur das Monatsgeld und die Nahrung,>011- dcrn sogar die Wäsche entzogen worden, Abg, Dr. Rosenscld(U. Soz.): Zuerst ist Abg. Henning der „Deutschen Zeitung" aus ihr„Material" hereingefallen und jetzt ist der„Deutschen Tageszeitung" dasselbe durch Herrn Hennings Ent. hüllungen passiert. Aus jeder Geste, au? jedem Blick Hennings spricht die Angst vor der bolschewistischen Gefahr, Unerhört wäre es, wenn man die russischen Kriegsgefangenen Herrn v. Sc eckt und dem deutschen Militärstrasgesetz unterstellen würde, Tie Jntec- pellation ist nur da? Werk der Konterrevolution, Die deutsche Arbeiterschaft wird sowohl der russischen als auch der deutschen Reaktion entgegentreten, lBeikall b. d, U Soz.) Abg. Dr, Haas(Dem,): Selbstverstän-dlich gilt für die Jnter- nierten nur das deutsche bürgerliche Recht, nicht der Partei- kämpf und seine Werturteile.(Sehr richtig I) Wir lehnen es ab. uns irgendwie in' die inneren Verhältnisse Rußlands einzumischen. Deshalb warne ich gegenüber den Ausführungen der Rechtsparteien davor, sich außenpolitisch nach Stimmungen oder nach innerpoli» tischen Gesichtspunkten zu orientieren(Sehr richtig!— Unruhe reckstS.) Gleicherweise lehnen wir natürlich, auch ab, daß Rußland sich in deutsche Vcrbältn'sse� einmischt.(Sehr richtigl) Wenn aber hierfür wirkliche Beweise vorliegen, besonder? für eine Bei- hilse des russischen VntreterS, dann wäre e? Pflicht, solches Material dem Auswärtigen Amt einzureichen, das dann die entsprechenden Maßregeln treffen wird,-?lber, wie wir verlangen, daß unser Vertreter'n Rußland dem Ansehen des Deutschen Reich-cs etil- sprechend behandelt wird io haben wir es als unsere Pflicht zu be- trachten, dies auch dem?->! s i- s ch e n Vertreter in Deutschland ein. zurärmcn.(Lebhafier Beiiall,) Reichsmi nister des Auswärtigen Dr. Simons: Für das Auswär'ige Amt kommt es einzig daraus an, daß die Rechte Deutschlands gewahrt und die Pflichten Deuischlands erfüllt werden, die sich aus unserer strikten Neutralität gegenüber der Sowjetrcgierung ergeben Die Jnternierungsirage fiel gerade in die Zeit unierer Heeresvcrm-nderung und die En- tente batte unser Gesuch, um Belassung e ncr eigenen Bewachungs- kompagnie, abgelehni. Der dann gcsckmifene Notbehelf hat sich, von meinem Nessori aus gesehen, sehr bewährt. Um aber eine dauernde Rege'ung herbeizuführen, ist da? Auswärtige Amt mit der Ueberiragung der Verwalwng an das Reichswehrmini st e r i u m einverstanden— unter her Voraussetzung, daß die Sowjctiruppen stets als Internierte und nicht als Gefangene betrachtet werden. Das ist erschwert durch den geistigen Kamps, den die Sowjetregvrung auch gegen uns sühn und der in der heuiigen Debatte zum Ausdruck kam. Es ist vöikerrechtlich voll- kommen klar, daß jeder Angehörige der Sowjetstreitmacb/ ein Bürgel des Sowjetstaates Rußland ist, und es steht keiner anderen Macht daher irgendein Recht auf diese Leute zu. Es ist selbst- verständlich, daß für die Internierten nur da§ deutsche Recht gültig ist, doch alaube ich. daß die Einräumung einer gewissen Disz'plinaraewalt Deutschland wohl zu gewähren ist. Gegenüber dem Abg, Rosenleld stelle ich fest daß es in Deutschland keine Wrangelgesandtschast gab oder gibt. Die Worte des Abg. Haas über die Behand'ung des russischen Vertreters in Deutschland unterschreibe ich Wort für Wort, denn es ist klar, daß der russische Vertreter Anspruch aus genau die gleiche Behandlung hat, wie wir sie unserem Vertreter in Rußland wünschen Sollte irgendwelches Material über Einmischung in innerdeutsche Verhä'tnisse gegen ihn vorliegen, so ist der geeignete Ort dafür das Auswärtige Amt. Noch weise ich darauf lin, daß der bisher einzig gemeldete Fall in Wwllich'eit gegenüber den Meldungen vollkommen ander? lag.(Beiiall.> Staatssekretär Grzczinski(Äbwicklungshauptamt): Ich" bitte den Abg. Henning, sein ganzes Material der Re- gicrung einzureichen. Der Redner geht dann aus verschiedene .Eiwelheiten der Debatte ein und betont, daß gegenüber den wider- sprechenden Meldungen aus den Gefangenenlagern ganz besondere kritische Prüfung notwendig sei Zum Zustandekommen der Läaer» Verordnung waren sehr langwierige Verhandlung.« notwendig, des- halb die Verzögerung Die Regierung wird alles Material genau prüfen und die entsprechenden Maßregeln trefien. Der Redner wendet sich dann gegen verschiedene Behauptungen Hennings und meint, daß dieser den Sowjetgesandien Wigdor Kopp mit dem An- gestellten Viktor Kopp des Ä b w i ck I u n g S a m t e S wohl verwechselt babe. lAbg, Henning: Nein,, nein!) Abq. Koencn(Komm.): W-r m-pbilligen das Auftreten de? Reich?sinanzministers gegen Staatssekretär Grzezinski,, das ein In- Sch u tz- N ebm e n der, Deutschnationalen darstellt. Wir sind neu-, gierig, wie sich die Mehrhütssozialisten zu diesem Verba'ten de? Ministers stellen werden. Die D e s 0 r g a n i s a t 1 0 n der Jnter» nierten wurde durch das ungesehmäßige-Vorgehen der Reichs- wehr herbeigeführt. Wir protestieren gegen die Uebcrnahme der Jnternicrtenlager durch daS Rcichswehrministerium, _ Di« Kommunisten beantragen unter näherer Begründung ein« Resolution, daß die Behandlung der Interpellation durch die Re- gieruna nicht den Anschauungen des Reichstages entspreche. Abg. Tr, Philipp(Dnat Vp.): Der Reichsstnanzminister ist da? Opfer der mangelhosten Information seiner Angestellten ge- worden. Dem kommunistischen Mißtrauenspoinm können w'r uns allerdings nicht anschließen, weil wir andere Gründe zur Unzu- fricdenheit haben, Unicre Angriffe richten sich auch mehr gegen Staatssekretär Grzesinski als gegen den Finanzminister. Wenn wir das ganze Material der Regierung vorher gegeben hätten, wäre ja unsere Interpellation ganz überflüssig gewesen.(Aha! links.) Wir haben den Hauptweri darauf gelegt. daß der Sowjetvertretcr an deutsche Behörden sterick-tete Briefe in die Hand bekommen hat. Damit die Gesundung unseres Vater- landes durch Heilung von innen heraus kommt, müssen wir den bolschewistischen Bazillus isolieren. Wir sind nicht konler» revolutionär, aber wir sind eine staatSerhaltende Partei. (Gelächter links) Die Zeit arbeitet für uns, Präsiden: Löbe ruft den Redner nachträglich zur Ordnung wegen der Aeußcrung:„Erinnern Sie sich, wer hier saß aus dem Platz des preußischen Ministerpräsidenten hingeflegelt." Rcichsfinanzminister Dr. Wirth: Herr Schlesinger ist kein Kommunist und Staatssekretär Grze- sinski ist kein Jude.(He-terkeit) Nach eingehender Würdigung seiner Rede maiß ich feststellen, daß von einem Angriff auf die Deutsche Volkspartei nickt die Rede sein kann: der Angriff richete sich gegen die D e u t s ch n a t i 0 n a l e Volkspartei. Danach habe ich keinen Anlaß, memen gestrigen formalen Vorbehalt gegenüber der Red« des Herrn Grzesinski materiell aufrecht zu erhalten. Damit schließt die Besprechung der Interpellation. Das Hans beschließt, daß nähere Monvierungen bei Miß» im Anschluß an Interpellationen zulässig sein trcruensvoten sollen. (Schlutz d«S Berichts im Hauptblatt.) ?ugenüveranftaltungen. Sonntag, den IS. Dezember: Große WInteiionnenwcnäeicr nabmtttaa? 5 Uhr in den'Mosener Bergen Tikstpunlte sind in den Abicilungen belanntgegeben. Nach- züglcr Ncssen sich'/,S Ubr Möilitzci' Bai-nboi, llnsallsiatian, Slrb-itere lern sind deiztichu cingeiaden!— Abieilung. Neukölln Tiefsponkl zur Sonnen- wendicicr moigens 8 Ulm und mittags i llbr am Baimboi Hcrmannplatz. — Kreis Prenzlauer Tor. Kioye Weidnachlsfeler nachimttags 5 Uhr in Büttners Feilsäten. Schwcdlcr Str. 23. Morgen Sonntag, den 19. Dtz., von 1-6 Uhr geöffnet. lepmdi-Bursrfi Orient-Ifeppiclio .TAOSCMMAHM.'ca.Ud 3250. »fV** Orient-Ifeppiche � ueC2rIAK.'oa..-l*2 AZÖQtJ __________ /erkauf mir Spandauer Sfc3£. ���Yerteutnur Spandauer Ste' Teppiche FeBteppiche Dfraj�Lectaeri Oardinen Möbelsloffe Persernauchbildun�«! gefuttert und. v/aHlert. Perser Muster, reine Stores 05r i&5--195- Duhkeltfnmdule Madraft- mit FtanseiooJ&a 650.- e�«x>sc> öi.-, ca-65*ii5 i46r Ware. co-lSO�OO: Äi5.- Madraft-MinftlW�ifnniurtn atoffie co-13 0 breii�tnlr. 6«- ea*�*a.594Ä«v3*4. i£9� ca.i 00*160 ä43.-co.160*500 675r Ha oKd« cKen. dazu& ChawiÄ,1 Lalmbreqiin mit O obelin- Möbelstoffe VorlaÄen:ca.fe5--t30€>a.5o echte KopfßelLe; passend ca-ickoeieo 150: Franse: 295- 345- 39<5r oiiaoiireit.mfc Sör-H&ifÄ- �. Reiftedecken- �«.sqoxs?" �Daunendecken £VheatervLichtspleSe etc."] B n w kjuu» jocm Mino»«■■ tfh">ooBtMooi"jA.wx�..ji.� h>/toi■»■»fwmvmHVfllPr Opernhaus. Amoretten. Tanzsienen, Bajazzl. 6Vj Uhr. Schauspielhaas. König Richard HI. 7 Uhr. Deutsches Theater. 7 Uhr: Don Carlos. Sonntag/ U. Der Ant am Scheideweg. Kammerspiele. 71/3: Stella. Sonntag lO1!,: Tanzmatlpeen Irail üadescuw. St/.Uhr; D. deutsch. Klcfnstädt. 7 Uhr Er ist an allem schuld. Der Spieler. Der Beiratsantrag. Gr. Schauspielhaus (Karlstiaße) 7 Uhr Danton lauß Abonn.) Stg Z>/z: Danton(auß. Abonn.l 7 Ut.r: Juli'is Casar(auß. Ab.) Theater I, c. KOnigprgtzerStraße >,,8 uhr Rausch Sonntag! Rausch. Sonntag nachm.; Rausch. Monia?: Erdgeist. Lulu: Maria Orska. Dienstag, zum ersten Male: Salome. Tragödie von' Oskar Wilde. (Maria Orska, Ludwig Hanau Conrad Ve dt, Ro e Liechtenstein, Lothar Mendes, Ernst * Üernbuig.) Komftdienhaus Tägl ch Uhr Die Sache mitLola mit Max Palleoberg. (Josefine Dora a.ü, Ortrud W'nner.Picha, haskel. St eda Vinntag 3 Uhr; Die Ehre. Berliner Theater Allabendlich 7 Uhr; Die spanische Nachtigall mit FritziMassary >t"*s Wassmoon, Julius Brandt, Ralpn Artur Roberts, Ginray Sturm* Herbert Kiper, Olga Engl Stg. nachm.: uer letzte Walzer Central-Theater y/jUhr FlrlefanzfMärchen) 74/, Ffbü ßäriiel«Operetiel DentHoheH tkiiernhan. uhr fiolimanns Erzählungen E'rledr.- Wlllielmitt.Tti. P/t U. W>_____ Kleine» Theater. 71 2 Uhr Das Wunder. Der Selige. LottchensGeburtsiag Hl. HcliauHpielliaua, T'.uhr. Ehelei. Komis�ho Oper 7v, uhr: Liebe im Sehnee. LastNplelhnu» 7J/4 Uhr: Arnold Riech in Die schwebende Jungfrau Jlotr<>pol-Th«»ar<»r. Ui floliandweibchen Aieuet* 0|ier<*cteiiliiiiiM n, u.: Die Csikösbaroness ÄfeueN TolkNtheaiter *1, u.,Die 4 Robinsons. Schllirr.Tlient. t'hnrl. v„ u Der Biberpelz. Tlialla-Theater Gastspiel Hansl Niese V'4: Botschaiterln Lenl. Th.ani A'ollendorrplaty. 3V4 Uhr: Aschenbrödel. 7 uhr Wenn Liebe erwsehl Theater de» tt raten» 3Vi U Schneen, u. Rosenrot. 7ü/4DepersienLiebego!lZeit Th.l.d.Kommandantenstr. P/t U. Uallncr-Theater Sft Der Geiger von Lugano. Walhalla-Tht-ater vi, u.: Bastelbinder mit Alfred Läutnei als Gast Besidenz- Theater. Heute nachm. 4 U., kl Reise: AachenbrOdel. Täglich J'/jUhr LadjfiaitenBfiresFEcliEr Hansi Arnstädt, Adele Sandrock, Carola Toelle. Arnold Konf, Raul Bildl. Sorntav 4 Uhr: Die Freundin. Trianon-Theater. Heue nachm 4 Unr. kl. Pr. Hänstel und<>ret«l. Täglich 1'', Uhr; Kammeriunsik. Carl Clewlng. EugeoBurg, Olga Limburg. H. Albera. Sonnt. 4i •barg. n. Albert. Ol« Rasckkstls. Volksbühne Theater am Bülowplatz 7 uhr: Wallensteins M Lessing-Iheater. Direktion Victor Barnowsky. /•,, uhn Flamme. (Dorsch, Hanmann, Götz, Pröckl.) Sonntag 71/,: Flamme. Montag Tlt'- Amphltryo. Dentscbes Kinsllsr-Tbeater 3 uhr Fitzlifltz. der Uinimelisschneider. Allahendlich 7", Uhr: DieScheidungsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Rose-Theater ZV, Uhr: Hänsel und Cretel. 7V,: GeschlosscncVorstcilung Casino-Theater lothringer Str. 37.— Tgl. 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Er gründele in bei ktarlstrake ein Jn'lilui für.kosmeniche* Sriitel und erlieg Jnierale. in denen er.Rai und Hiiie m vortommenden Fällen' aiihot Er hatte gleiw vom erste» Taqe an stallen Zu- lauf von Mädchen und brauen, denen sich der ebemal'ae Müll» -kul'cber als.OberstabSarzl Dr. Albreevl' voislcllle. Er nabm an den weiblichen Personen gewisse Einanffe vor. welebe rbm die setzige Änllage einlrugew— DaS Ke'chöfl ging so oul. dag der Herr Oberstadsarrl ba�d in der Sage war sich ein how» elegantes Warieiimmer und»in St'iechlimmer mil OperaiionSstubl und allen möglieben Jnslnimenlen und Arpaialen. iowie ein lenreS Lu�iisaiilo aniebaffen �u können— ÄlS l>ie Krim nalvolirei hinler dieieS gelährliebe Treiben kam und plötzlich in der Svrechslunde er sch'en.'and sie da§ Warterimm-'r voll besetzt Ein Teil der weih» lieben Paiieiiien rückte aus. während die jetzigen Milangeklagten fesigenonimen murden.— DaS KerieH e» kannte nn5 1?! a b r und 3 Monate Ge'ängniS. Die Mitanreklagren wurden unter Anwendung der bedingten Begnadigung zu GeiängniSstrasen von 1 Woche bis zu 2 Monaten verurteilt. Waller ist daS ,weit«(Beschost neben dem Mtttelporlol an der Ducksenstraste stark beichädigl. Ausgebrannt ist nur ei» Teil deS Dachnahls und Teile des drillen GeicholleS in einet Ausdehnung von ill Denkler Front. Wie noch berichtet wird, hat sich die Entstehung deS B r a n d c> noch nicht ausklärrn lassen. Di« Explosion, durch die eine Zimmerdecke eingeftüizt ist, ist jedoch zweifellos von den Hand. Vorräten der NahrungSmittel-UntersuchungSstelle an Aether und Benzin ausgegangen. Tie in den Räumen unter dem Brandherde im dritten Stock aufbewahrten beschlagnahmten Sachen sind lediglich durch daS bei der Lö'ckzaebeit von oben durchlaufende Wasser un. erheblich in Müleidenschast gezogen worden; von der Vernichtung größerer Werte ist keine Rede. Tchlnstsstzung des alte« Magistrats. Der Magistrat der allen»tadtgemeinde Berlin hielt am Freitag seine letzte Sitzung ab. Obeihürgermeister Wermut h hielt eine längere Abiwiedsrede.«n der er einen Rückblick au> die beiiviel» lme E»lw cklung von Berlin imd die vielen Reuerungen. Fort- ichriite und Eriungenickiailen der letzten Jabre waik Bürgermeister Ritter dankte m>t warmen Woilen dem scheidenden Kollegium nnd den einteilten Mitgliedern und svaite nicht mit seiner Aner- kennung tür die geleisteten Dienste, die unvergesien bleiben würden- Di« sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat der Berltner Sladtverorduetenversammlung folgenden Antrag Lberre cht: Die Stadiverordnetenversammluna wolle bcsrdliesten. den Magistrat ,u ersuchen») brm Oderprästdent der Provin, Branden- bürg und Berliit den Antrag zu stellen, da» grämte Gebiet der Stadigemeinde Berlin, soweit da» noch nicht peicheden ist. zum Notstandsbezirk im Sinne deS Z S» und S'der Mieter« schutzordnung zu ertlären. b) iämtliche Bekanntmachungen, die die frühere Stadlgemeinde Berlin durch Bestimmung der Mieterkchutzordnung. der WohrningSoi dnung oder einer besonderen Ermächtigung- de» Prenhischen Wohl'ahrtSminlster« in begug aui M'etiäame und ihre RechlSergebniste erlösten bat, auf da« ge- s a m l e Gebiet der neuen Stadtgemeinde Berlin auszudehnen. Nach öem Stand im Polizeipräsidium. Durch den Brand im hiesigen Polizeipräsidium find 41 Fern- leitungen gelrölr, vollständig unterbrochen, u. a. die Verbindungen nach Angermünde, Pienilau, Paiewalk, Zebdenick. Eb rswalde, Freienwalde, Benia», Bieseiubal. Königsberg(Neumarks. Tlgrgard, Kösli», Stolp. Swinemllnde. Allen'lern. Durch Zusammrnichaltung konnten je eine Leitung nach Stellt« und Danz'g Landsberg, Schnei'einübl und Fran furt a. Ö- und zwer Lsirunzea nach Königsberg tPienstent hergestellt werden. Die Stöllinren im Fern'prechverkehr mit Thüringen und dem Harz dauern noch forr Unterbrochen sind auch die Fernletliinge» nach Stiiitgait. Kastel, Karlsruhe, W>e» und Prag. Auch der Fern- iprechvetrieb nach Frantsurt a. M ist erheblich behmderl. Im Gebäude selbst sin» durch den Brand die kaum zu ersetzenden ?lkt-n des Lichtenb roer Einwobnermeldeawre» vernichte«. Durch Post-Abonnenten '�amit Sie regelmäßige Zustellung des »vorwärts- im nächsten Mouat keine unliebsame Unterbrechung erleiüet, bitten wir unsere post-flbonnenten, das sibonue- ment für Januar bei dem zuständigen Postamt schon jetzt zu bestellen. Sezng»- preis 70 M. einschl. Zustellungsgebühr. vorwärts- Verlag H. m.b.H. straste Th in Charlottenburg heimkehrten, fanden sie ihre beiden Kinder, den 3jährigen Kurt und die 2jährige Toni, in dem ga». erfüllten Wohnzimmer tot auf. Wie sich da» Unglück ereignen konnte, bedarf noch der Aufklärung, Der Potsdamer MarstaU als Kartoffelverkaufsstolle. Zur Behebung de» Notstandes und„m dem jegl einsetzenden Kaitoffelwiicher Widerstand zu leisten, hat der Potsdamer Magistrat wieder öffeimiche Beitauisnellen zur Kartoffelverleilung einaeiichiet. Der Marstall am Neuen Ma>kt isi zum Verkauf der Kmioffeln bei- gerichtet worden. Dei Potsdamer Bevölkerung werden pro Kopf und Woche S Piund a 45 Pi. gegen AuSivei« abgegeben, Haus- baltungen. die ihren Winlerbedari eingedeckt haben, eiballen leine Karioffelir. Der Sozialdemokratische Abrcistkalcnder 1921 ist soeben � erschienen. Er enthält, wie alle Jahre, eingehende Angaben � über Stand und Entwicklung der deutfckien GmvcrklckMts» organisationen nach den neuesten Angaben der Verbands- ' leitungen: auch die geschichtlichen Ereignisse und Dcnkwürdig- � keiten sind bis auf die Gegenwart verzeichnet. Zahlreiche Zitate aus dichterischen, geschichtlichen und volksvvirtsckfaft- lichen Werken, sämtlich unter dem Gefichtspunikt sozialistischer Weltanlcklouung ausgewählt, erhöhen den W.rt des inhalt- , reichen Kalenders, der auch äußerlich für jedeS Haus und j Kontor ein praktischer Wandschmuck rft. Der Preis mußte I angesichts der erhöhten Material» und Selbstkosten auf SchQ Mark festgesetzt werden. Bestellungen nimmt die Buch- druckerei Vorwärts, Berlin SW. 68. Lindenstr. 3. entgegen. Nene berliner Stcuerpläne. Neben den bereits bekannten Steuerprojekten für Berlin hat der Magisirat jetzt vier weitere Steuerplans aufgestellt. Der erste betrifft die Besteuerung der Haltung von HauSange- st e l l t e n fDienstmädchen usw.). Befreit von dieser Steuer sind nur das Pflegepersonal von sckeuächlichen urw kranken Personen sowie gcwerblickie Angestellte. Die zweite Steucrverordnung be- trifft die Erhöhung der K i n o st e u e r und deren Erweiterung auf daS gesamte neue Berlin; die dritte betrifft die B i e r st e u e r, und die vierte ein« neue Grundsteuer,«oben der geplanten Erhöhung der Grundsteuern für Preußen, Die letztere wird aufge. baut auf der Besteuerung nach dem gemeiner. Wert der Grundstücke; bebaute und unbebaute Grundstück« sollen nach verschiedenen Sätzen besteuert Werder Inzwischen haben die Neukommmristen einen Antrag gestellt, sofort oder noch vor Weihnachien den Erwerbslosen«ine Unter- stützung von dl» M. und den Arbeitslosen eine solche von 800 M. zu zahlen. lieber die BcdürfniSfrage der Erwerbslose» ein Wart zu ver- lieren. erübrigt sich, schlver tvird es erst eine Antwort zu geben, woher die Mittel genommen werden sollen Und da bekanntlich die Kommunisten in der letzten Stadtverordnetenversammlung d'e Vor- läge für die finanzielle Besserur«, Berlin» in Gemeinschaft mit der äußersten Rechten ablehnten, kann man gespannt sein, wie sie sich die Deckung der gefordeolen Ausgaben denken. Weihnachtsabend keine Kinovorstellungen. Der Verein der Lichtbild-Theaterbesitzer Groß-Bcrlin» und Provinz Brandenburg E. V. hat in seiner ordentlichen Mitgliederversammlung einmütig beschlosten, am WeihnachtSheiligabend die Licht bildtheater vollkommen zu schließen. Der Tod auf den Schiene«. Gestern morgen wurde der ZZjährige Bahnarbeiter Richard W« l l a ch aus Treptow beim Reinigen der Weichen aus der Strecke Neuköll-n-Treptow von dem Personenzuge 1743 überfahren und auf der Stelle getötet. Tod durch Gasvergiftung. Als gestern abend der Kutscher Willy Bondur und sein« Ehefrau nach ihrer Wohnung im Häufe Schiller- WeihnachtSunterstlltzung an Minderbemittelte- in Neukölln. Di« Stadtverordnetenversammlung Groß-Berlin hat zur Ge- Währung einmaliger Unterstützungen an Minocrbemitlclte den, Armenderwaltungen Groß-Berlins Mittel zur Perfnesüiig gestellt. Die Verteilung dieser Mittel ist in der Weis« gedacht, daß s? für jedes bedürftige 5lind 10 M., b) für jcde bedürftige crivachsenie Person 20 M,, es für bedürftig« Eheleute zusammen 30 M be- willigt werden sollen. Für die Empfänger von Erwerbsloscnunter- stützung sino besondere Mittel bereitgestellt. Dieselben erhalten di« Unterstützung auf den zuständigen Zahlstellen der Erwerbslosen- fürsorg«. Minderbemittelte, welche auf eine Weibnachtsunterstützpng Anspruch erheben, haben sich b'S spätestens 20. Dezember d,? bei dem zuständigen BezirkSvorsteher in den Sprechstunden zu melden. Es empfiehll sich. Nachweise über die persönlichen und EinkoipmenS» verhältniste und die Zahl der im Haushalt befindlichen Kinder mit» zubringen. Die Vertreter des Hallefchen-Tor-KreiseS nahmen in ihrer Ver- sammlung Stellung zu den Landtagswahl en. Auf Beschluß sollen dem Bezirkstag folgend« Kandidaten als Landtagsabgeordnete vorgeschlagen werden: Gerber. Robert. Angestelltcr; Litke. Karl. Steindrucker; Äuttner, Erich, Redakteur; Francke. Hans, Pastor; Rübe«, Ernst, Landrichter. Fahrgelegenheit der S,E.G.-Arbritrr. Die Berliner Strajjen- bahn teilt mit: Um den in den A E.G.- F a b r i k e n in.der Brunnenstraße beschä'tigten Arbeitern, soweit sie aui die Benutzung der Linie 22 angewiesen find, die rechtzeitige Eireiibimg ihrer Arbeitsstelle zu ermögltchen. ist die AbsahrlSzelt de» ersten Wagen» der genannten Linie ab Köllnische Allee um 2 Minuten hüber gelegt worden, er nimmt sein« Fahrt also jetzt berellS 4.48'/, Uhr früh auf. Arbeiterreligio«. lieber diese» Thema sprach im„Bund reli- gröser Sozialisten' Genosse Felsch. Redner betonte, die bei uns g herrschende Religion habe untcr dem Mantel der Liebe tatsächlich zur Niederhaltung der Arbeiterklasse gedient. Gleichwohl sei das/, Christentum in seinem inneren Kern gesund, denn es trage den Keim einer MenfchhcitSreligion in stch, in der all« Menschen gleich sein sollen. Nach einer solchen Religion sehne sich auch der Arbeiter,' der trotz aller Parteizersplitterung doch noch den größten Gemein- schaftSsinn habe. Darum könne gerade die religiös-fozialc Parole den Arbeitern wieder die Einigung bringen, nach der sie im Grunde so sehr verlange. Sie bedeute keine Verwässerung, sondern eine Bereicherung und Vertiefung de» Sozialismus, An den Portrag schloß sich eine lebhafte und vielseitige Aussprache. „Wir forder« Sühne für Paasche". Mit diesem Tbema be- schSstigte stch eine von der Deutschen FriedenSgcfellschafl ehrbe- ei Die örel gerechten Kammacher. Bon Gottfried Keller. Er hörte ihr sndöch'ig zu und wagte zuweilen selbst einen schönen Ausspruch, den sie ihm aber, fmirn Schoren, totmachte mit einem noch schöneren; dies war daS geistigste und edelste ihrer Jahre, durch keinen gröberen Hauch getrübt, und der jung« Mensch band ihr wahrend derselben alle ihre Bücher neu ein, und bauete überdies während vieler Nächte und vieler Feiertage ein kunstreiches und kostbarcö Denkmal feiner Verchnrng, ES war ein großer chinesischer Tempel auS Papparbeit mit unzähligen Behältern und geheimen Fächern, den man in vielen Stücken auseinander nehmen konnte. Mit den feinsten farbigen und gepreßten Papieren war er beklebt und überall mit Goldbört- chen geziert. Spiegelwände und Säulen wechselten ab, und hob man ein Stück ab oder öffnete ein Gelaß, so erblickte man neue Spiegel und verborgene Bildcrchen. Blumenbuketts und liebende Pänben: an den ausgeschweiften Sp'tzen der Dächer bi'ngcn allwärts kleine Glöcklein. Auch ein Uhrgehäuse für eine Damcnuhr war angebracht mit schönen Häkchen an den Säulen. um die goldene Kette daran zu henken und an dem Gebäude hin und her zu schlängeln: aber bis jetzt hatte- sich noch kein Ubrenmacher genähert, welcher eine Uhr. und kein Gold- schmied, welcher eine Kette auf diesen Altar gelegt hätte. Ein? unendlich? M'ihe und Kunstfertigkeit war an diesem sinnreichen Tempel verschwendet nnd der geometrisch? Plan nicht minder mühevoll, als die saubere genaue Arbeit. AIS daS Denkmal emes schon verlebten Jahrs fertig war. ermunterte Züs Bllnzlin den guten Buchbinder, mit Bezwingung ihrer selbst, stch nun loszureißen und seinen Stab weite? zu setzen, da ihm die Welt offen stehe und ibm. nachdem er in ihrem Umgänge, in ibr-r Schule so sehr fein Herz veredelt habe, gewiß noch das schönste Glück lachen werde, während st? ihn n'e vergessen»nd sich der Einsamkeit erneben wolle. Er weinte nnbrb.iftige Tränen, als er sich so schicken ließ und ans dem Städtlein zog. Sein Werk dagegen thronte sestdem auf KüsiS altväterii'chcr Kommode, von einem meergrünen Gazeschleier bedeckt, dem Staich und allen unwürdigen Blicken entzogen. S'e hielt es so beilig, daß sie eS ungebraucht und neu erhielt und gar nicktS nr die Behältnisse steckte, auch ngnnte sie den Urheber de-(elben in der Erinnerung Emannel. während er Veit ge- he'ßen, irnh tagte iedermann, nur Emam»?s h�h?(V verstanden und ihr Wesen erfaßt. Nur ihm selber hatte sie daS selten zugestanden. sondern ihn in ihrem strengen Sinne kurz gehalten und zur höl)ercn Anspornung ihm häufig gezeigt, daß er sie am wenigsten verstehe, wenn er sich am meisten einbilde, eS zu tun. Dagegen spielte er ihr auch einen Streich und legte in einen doppelten Boden, auf dem innersten Grund« deS Tcm- pelS, den averfchönsten Brief, von Tränen benetzt, worin er ein? unsägliche Betrübnis. Liebe, Verehrung und ewige Treue aussprach, und in so hübschen und unbefangenen Worten, wie sie nur das' wahre Gefühl findet, welches sich in eine Vexier- gasse verrannt hat. So scksöne Dinge hätte er gar nie aus- gesprochen, weil sie ihn niemals zu Worte kommen ließ. Da sie aber keine Ahnung hatte von dem verborgenen Schatze, so geschah es hier, daß daS Schicksal gerecht war und eine falsche Schöne reicht daS zu Gesicht bekam, was sie nicht zu sehen ver- diente. Auch war es ein Symbol, daß sie eS war. welche das törichte, aber innige und aufrichtig gemeinte Wefen des Buchbinders nicht verstanden. Schon lange hatte sie daS Leben der drei Kammacher ge- lobt und dieselben drei gerechte und verständige Männer ge- nonnt: denn sie hatte sie wohl beoback'tct. Als daher Dietrich der Schwabe begann, sich länger he! ihr aufzuhalten, wenn er sein Hemde bratHe oder holte, und ibr den Hof zu machen. benchm sie sich freundschaftlich gegen ibn und hielt ihn mit trcffl'cken Gesprächen stundenlang bei sich fest, und Dietrich redete ihr voll Bewiindenrng nach dem Munde, so stark er konnte, und sie vermochte ein tüchtiges Lob zu ertragen, ja sie lichte den Pfeffer desselben um so mehr, je stärker er war. und wenn man ihre Weisheit prieS, hielt sie si-ß möglichst still. b'S man daS Herz geleert, worauf sie mit erhöhter Salbung den Faden aufnahm und da# Gemälde da und dort ergänzte. daS man von ihr entworfen. Nicht lange war Dietrich bei ZiiZ auS- und eingegangen, so hgtte ste ihm auch schon den Gültbrief aereigt, und er war voll guter Tinge und tat gegen sein? Gefährten so"heimlich, wie einer, der das Pervetuum mobile erfunden hat. Jobst und Fridolin kamen ihm iedoch bald auf d'e Syur»nd erstaunten über seinen t'-esen Geist und über sein? Gewandtheit.Jobst besonders schlug sich förmlich vor den Kopf; denn schon seit Jabre« ging er sa auch in das Haus und noch nie war ihm eingefallen, etwas andere? da zu suchen. als'eine Wäsche: er haßte vielmehr die Leute beinahe, weil sie die einzigen wiren, bei welken er einig? bar? Pfennig? heratiSssaiiben mußte allwöchentlich. An eine ehelich? Verhin- duna vsseate er nie zu denken, weil er unter einer Fra?i nicht? anderes denken kannte, als ein Wesen, das etwa? von ihm rnaNt?. nv,s er rricht f'r,"IMn sei und etwa? von e'n-r stsstst»«» wollen, wai ihm nützlich fein konnte, fiel ihm auch nicht ein, da er mrr sich selbst öcrttmrte und seine kurzen Gedanken nicht über den nächsten und allerengsten Kreis seines Ge- heimnisses hinausgingeir. Aber jetzt galt es. dem SckMäbchen den Rang abzulaufen, denn dieses konnte niit den stoben- hundert Gulden dar Juncker Züs schlimme Geschichten auf- stellen, wenn es sie erhielt, und die siebenhundert Gulden selbst bekamen auf einmal einen verklärten Glanz und Schimmer in den Augen des Sachsen wie des Bayers. So batte Dietrich, der erfiirduingsreich?, mir ein Land entdeckt, welches alsvbald Gemeingut wurde, und teilte das herbe Schicksal aller Entdecker; denn die zwei andern folgten so- gleich seiner Fährte und stellten sich ebenfalls be! Züs Bünz- I n auf. und diese sah stch von einem ganzen Hos verständiger und ehrbarer Kammacher umgeben. Das gefiel ihr aiis- nehmend wohl; nach nie hatte ste mehrere Verehrer a:• einmal besessen, weshalb es eine neu« Geistesübung für sie wand, diese drei mit der größten Klugheit und Unparteiftch- keit zu belxmdeln und im Zaume zu halten und sie so lang« mit wunderbaren Reden zur Entsagung und llneiaennü�'g- keit aufzumuntern, bis der H'mmel über das Unabänderliche etwas entschiede. Denn da jeder von ibnen ibr in'öelortdere sein Geheimnis vertrvnt halte, so cn'schloß sie sich aus der Stelle, denjen'gen zu beglücken, welcher sein Ziel erreiche und Inhaber des Geschäftes würde Den Scliwaben, welcher es nur durch sie werden konnte schloß sie aber davon aus und nahm sich vor, diesen jedenfalls nicht zri heiraten; weil er aber der jüngste, klügste und liebenswürdigste der Gesellen war, so gab sie'hm durch manckre stille Zeickren noch am ehe- � sten einige Hoffnung imd spornte dmch die Freundlichkeit. mit welcher sie ihn besonders zu beaufsichtigsn und zu re- gieren sclrien. die anderen zu größerem Eifer an, so daß d'eier arme Kolumbus, der das schöne Land erfunden hatte, voll- ständig der Narr im Spiele ward. Alle drei wetteiferten mit» e'nander in der Ergebenheit, Bescheidenheit imd Verständigkeit und in der anmiftigen Kunst, sich von der aestrmaen Jiingfrail'm Zmmie halten zu lassm und sie ohne Eigennutz zu bcwi'ndern. und wenn d'e ganze Gesellschaft bewinander war, glich sie einem seltsamen Konventikel, in welchem die sonderbarsten Reden geführt wurden. Trotz aller Frömmigkeit und Demut geschah es doch alle Augenblicke daß einer oder der andere vom Lobpreisen der gemeinsamen Herr'« plötzlich absprinaettd, sich selbst zn loben und hermiszi'strei'hen versuchte und sich, sanft van ihr zurechtgemesn, be-schämt unterbrochen iah oder anhören mnß'e, wie sie ihm d'e Tugenden der übrigen entgegenhielt, die er eiligst anerkannte und bestätigte. sFortl folgt> tuf«i» Zffentlich« Versammlung tu den SopihiensAen. Nach R«f«- xalen von Mr. Dr. EchweitzU und Magnus Schu>antj» gelangle«ine Resolution zur Annahme, in' der das Justizministerium ersucht wird, die �erncule Ausnahme der lsnlersuchung an? zuordnen. DeS Weileren werden ParlamentSucrlreler und Presse aufgesorderi, mit größtem Nachdruck Sühne der Freve-Uat zu sor, derq, der Paasch« zum Lpser gefallen ist. Uadekaanl« Armut! Wer kennt das AmtSiimmer eineS Berliner Gesöngiiispiarler»? HiiNsernde. Kinder, Miauen, betagte ii»d werdende Mütter, die uiiler der Sirafe leip. Hiiteruwungshait ihtce ltinädrer« lauieudnial mcbr jeidk». als dieser icldii. eibiiteu Hitse in ihiei» tariere» Kampfe gegen Hunger und Heizeieid. Wer sendet diesen»liuiiickliche» Kindern und Jiauen. die w>r in alle» Echickien liiiieres Volkes finden, en en Sliuhl beglückender Weih- nackitsireviDe? Gaben aller Art erbittet Qr. Ktall, Piarrer am Aelletigeiangnls Moabit. ''' v', Zilmschau. , Kulturpvlllijchc u,U> Märchenfilme. Die Kilmadieitung des Berliner JoftilutS iür Kultur? l a r> w u n, das rne Tockiergriiiidung»es gleichen Jniuiats in Wien ist. iübri« am DoiilierSiag in bei Urania Piuben ihrer bis» Kerigen käligteil vor. Die Spezlaliiäl vieler Unlernehmung ist jlie wisseiitcklasliicki lorrekle und zuglciw inögllchü ai>iwa»lliche Aus- fe'lailuiig.tiiiiurvoliliicher' ssliine. So wlrv zum Bei'piel verlu.b', >» u»»ke>i lluler'chiede zwischen d>m slawischen Osten und West, gniopa in.susaiiniieiil'etziiiig der Bevölkerung lläudliches Prskfanat ac ipuucrnlirml. Veilcitung der Slädie. ftvlm des Hau-baus und und P�t inneren Wa»drri»ngx,s uraphrsch klar zu machen. Die Mög- «ichkeiicii dt« Tiickfilms sind zu de,» Aweck stark und mit Geichick aus- genliyt Aehnlich iviid das oberschleniche Pioblem erfaßt. U>n eine deuillche Bori'leüuna von der Ätvemveit zu> eben, wird die Bor» füdrung von Rolurizenerien mir nalurtmssenichailliche» Randnoien in ssiliysorm Aer'ehen. Dxr Eindruck vlasUIcher Kugsl wird ge- heige,� indem die Jiguren in voller. Drehung gezeigl werden. Beionders geluiiue» er>chc>»i das Jne>naiider'piel von N,tur- imd �ricksiiin>m Märchen. Ganz abenieueriiche Märchen lwie Aiiini is.Joiin. el»ud Jorinde', werden in rtmet Ti ickform pebml». Siihouellen im Scherenichnit/ sind beweglich geinicht lrno uriel'e»>IU» dgich die übliche ckiieiiiaiiderreibung des Trick- silyreH dgs bewegte Bild. Da« Wallen ur weltlicher Phantasie chird hier iqiiklich lebendig. Nalzii und Zeichnung eliiten sich in eigen» arliaer Weil« in einem freigeichasfenen Märchen sÄmor und das Klebeepagri. Aciie vielyeriprecheude Wege sind hier eingeichlagen uuv dem stilm Gebiete erschlossen, worin er seitie eigene Natur osseuüaren lauu. Groß- berliner partelnachrichten. Heute, lsti. Dezember: <>. Abt. 7 Uhr Bltnedsvertrauensteute- und Funktionärsthung bei Authuch i er. Trittstr. 4V. ttre»S liergarteu. Achtung! Sängerl Alle iangessreudigea Paiic qeiwssen weide» hegie ahend 7 Uhr zu eu«er öesprechuug nach dem fiotal vo» Müller, Lirleullp.«i, eingeladen. Morgen, 1». Dezember: NN. Abt. Eonn ag, den 19. Dezember, 5 Uhr. bei Berget, Partei» i M a ch 1« j t i t r. i(Ui|piache�(äSwu)((e Hädick«. stiauwe hei « 8ü. Abt. Di« Bezirkssührer missen bis Dlensiaq, den Sl. Dez,, die Kinder der an dei Weihnachlsieiei teilnedinenden iSe iossen beim lKcnolk» t!e>». SUadUlannjirobe 8, angeben nud gtelchzerlig die BilleUs ab. rechnen. Soziales. GtuosstnschästSbcwcgung ju de» Vcrcinigteo Stlmtev. F. l?. ,E« g bl jeyl.wiicheii ttUMl und 4lXtU»tonsamgeuossen- fMailsiäde» in den Beremrgien Staaien," stellt der.Survey", eine sozial geiichlel« Jettung fest. Tie siad fast ausjchlicßlich in den Händen der G e w e r l i ch a i l« n und Farmer Die Koniumgeiioisenichatlsbewegung hat einen Höchi'lsland erie'chi, auch die Giündung geiiossenichaillicher Bauteil macht vedeuteude storischrill�. Die bestrenlierenden Läden gehören be» Gewer lichaiie». Die gleiche Entwicklung wie die Konsumgcnosienschakten haben die Pioduktivgenoisenichasteii genomnien. Sehr inter- «ssanie Beriuche au» dleiem Gebiete find von den Geiverlschasten oeintcht worden, und auch die starmer ba.'en Produllivgenossen» schafien von sehr großem Äusinaß gtgrllndet. Konium- und Produktwgeilossenichaiten umkafien all« Artikel he« täglichen Bedari«, außerdem gibt eS Restaurants. Hotel«, Druckerei«» usw.. die auf dieser Grundlage erriwtet find. Be- landers«rfolgreich Hab«« angeblich d«i Bauaenossenschasten ge» Grbhrtet. Gericktszeitung. verbreche» am Volke. AIS ei» solches bezeichnet« der Staatsanwalt d!« fortges«htcn Beraubung en von Eisenbahngütern, welche in letzter Heil fast täglich den Gegenstanb umsangrercher Perhandiungen vor jfen Moabiler Strafkammern bii-den, In di« Millioucn gehende Beraubungen von Frachtgütern lagen einer Straf» sache zugrunde, welche in zweitögiger Prrliaiiblu»g di« g. Straf» igmmer deS LanbaerühtS I beschäftigt«. Al» eigeulkiche Haupttäler ia nun in diesem Falle nicht die Tiebe selbst in Frckge, sonbera die beiden Hehler, und zwar der Schankwirt Wikhelm B e n d j n und her Kausmann August 8 u n k e r. Diese hatten sich wegen gewerbS. mäßiger Hehlerei zu verantworten, während die weitere auf Unter» fchiagung bzw. Diebstahl lguiendr Änllage sich gegen die Rolllutjcher bzw. Händler Otto Kahl,.Ferdinand T i m p e. Richard Knabe, Hermann W a n d r e y. Otto Wahl. Alfred Fischer und Franz £ W i I i richtete.— Die angeklagten kutsckwr hatten alz Angestellte SpeditilmSfirmen. Kisten gnd Kollis, die sie von den Bahn- Bin abzuholen hallen, bei den Angeklagten Bendin und Zunker Abgeliefert! welche ihnen dafür„Trinkgelder" bis zur Höhe von Das Gericht erkannte gegen Bend in auf ' lkä-ga h r 8Ö000 Marl gaben. Ihh Jahre Zu cht hau», gegen Kahl ____..WU auf llt Lahr Äe? ä» g n i», gc�en Knabe auf 1 Jahr,'gegen K g n d r e h, ''afjl und F» s ch e r auf je 7 Monate und gegen Timpe Wd O w» t i auf 8 bzw. 2 Monate Gefängnis. Der An- geklagte Z ugser, der im letzten Augenblick in„GeisieSkranffieil" hersallen war, wurde einer Irrenanstalt zur Aeobachlung über» Wipsen. SelbftbewirtMastung öer Domänen. Bsr lfi-Soz.) ö�rreM�n" EmatKaw�Urigen Dri«l'ttor S tefn aus Halle als vierten Punkt aus dir Tagesordnung zu sptzen. Präsidciit Leinert: Ich kann dem Antrag Nur stattgeben, wenn lein Wchcrspruch erfolgt.(Abg. Rippe! ruft: Ich w.derjprcchcl) Es ist Widerspruch erhoben Damtt ist die Anaelegciihqtt erled'.gl. (starm bei den Unabhängigen.) Daraus gibt nach Erledigung einiger kleiner Anfragen Abg. P a u k H o f s m a» u i P.Sozis zur Vekabschtedurrg des Beamten- diensteinkowuieng'cictzes eine Erklärung seiner Frarlion ab, in der es heißt, daß die A u f b e s s e r u n g d e r u n t e r e a Beamten gänzlich ungenügend sei und daß di« höheren Beamten ungebührlich bevorzugt würde». Für di» Beamten bedeutet die Vorlage x>ne schwere Enttäuschung. Abg. Müller(Soz.i stellt fest, daß der Abgeordnete Hoffmann im Betoldungsousschuß nach der 2d Sitzung nicht mehr er s ch i e n e n ist und nicht versucht hat. sich für dU unteren Beamten einzusetzen.. Abg. Paul Hoffmann sU-Soz.s erklärt, daß feine Fraktion nach der Spaltung in den Kommissionen keinen Sitz mehr erhallen h-ibel Danach wrrd daS Beamten-Diensteinkommengese' ebenso wie das Higsteinkommcngesetz für die Leiter un Lehrer an nrchtstäailichea höheren Lehranstalien, das Beamten» AktruhegehalltSgesetz. und daS Bolksschullehrer-Attruhegehaltsgcsetz pn dwp einstimmig«»genommen. Angenommen werden gegen die Heiden linkssozialistischen Gruppen und einen Teil der Sozialdeniokrqieu die deichen Gesetze über die Bereitstellung von Mitteln zur Aufbcfferpng des Dienst- «inkommens her evangesischen und katholischen Geist. l> ch e n.; - E i a st i m m i zi angenommen wird ferner«ach einßjrn Vorbehalten her Deuttchnationaien und dv Unabhängigen spivie des Zentrums das B o i i» s ch u s l e h r e»?Di e n st» i n t o m m e p, g e s e tz. Es folgt die erste Beratung des Entwurfes betr die Gewährung von Lohnzuschlägen zu den gesetzliche» Kindeebeibtlfcn und zu den OrtSzuschlägcn der nicht»lanmätzige» Leamteu und Botkeschul- lchrrr..- Finanzminister Lüdemann: Das Haus hat mit der Durcharbeitung der eben verabschiedeten Gesetze eine mäaevolle und bankenSiverie Arbeit geleistet. Die Be- am en sind vielfach gang wesentlich aufgebessert und dürfen, wenn nicht alle Ansprüche befriedigt wurden, nicht vergessen, wie schwer die Finanznot der Staates ist. Tie Gewährung von N o i z u- schlagen zu den gesetzlichen Kinderbeihilfen und zu den Ort*. zuschlägev belastet den Staat mit rund 155 Millionen Mark. Damit ist die Grenze der Leistun�Ssähigloit erreicht. Tie Aiiszahlungep nach den neuen Besoldungsgesetzen werden nicht über- all vor dem Fest den Beamlen zugeführt werden können, deshalb Hab« ich verfügt, daß hie Beamte» ihr Ouartalsgehalt vom 1. Janugr bereit? vor Weihnachten ausgrzahlt erhalten. Diese Regelung hat gewiß ihre Schwierigleiten, aber man müsie dem Beispiel des Reiches folgen und hoffe, daß die Beamten sich mit den Vorschüssen bis zur endgültigen Auszahlung einrichten werden. fBeifall) Der Entwurf wird ohne wesentliche Ausspracki« dem Haupt» ausschuß überwiesen und soll morgen zur zzoeilen Beratung auf d e TageSordming gesetzt werden. ®« folgt dxr finlepg de» RcchtsausschusseS über die Vermögcusaus.eiUftndersevung mit dem Hoheujolleru hau». Der Ankrag verlangt nochmalig« Prüfung der neuen Unterlagen für die RecktSauSeinandersetzuna. Abg Kilian ftl-Soz l.): Wir lehnen den. Ausschußantrag ab und bitten um Annahme unseres Antrages aus Enteignung de» H.o h.e n zo l! e r n ha u se S. Ter Siagi darf keinen roieN Pfennig pciliecen. Die Revolution ha: stattgefunden, um die Rechtsansprüche der Hohenzollern aufzuheben. D>e rechtssozia- kistischen Anträge sino nur scheinradikal. Die rechts sozia» iistischen Minister Südekum und Heine haben den Hohenzollexn Hunderte von Millionen zugestanden. kZuruf der Sozialdemo. kroien: R o s e n f e l dl) El"ist unerhört, daß immer nocki Möbel und Kunstgegenstande aus den Schlössern entfernt und nach Hollapd verschleppt werden. Abg.(sorrcnz(Dnat) erklärt sich gegen den Antrag de» Rechts» ausschusse».> Abg. Hanschlld sSoz.): Wir erwarten, daß die Regierung alle neuen sachlichui und materiellen Unterlagen gründlich prüft. E>n Zweifel über'hie Haltung meiner Partei kann nicht bestehen. Kostege Kilian möge an die Stellung des damaligen unabhängigen! Minister Rosenfeld denken, der völlig den gleichen Stand. punkt' eingenommen hat wie Südekum und Hein«. Di« Per» fügung. nach der den Hoyenzollern angemessene Beträge auszuzahlen waren, trug auch die Unterschriften R o s« n f e l d und Adolf Hofftnonn.(Unruh« bei den Unabhängigen) Abg. Ludwig(JI S�ä*•)' Der Per trag rührt vom Januar 192ll her. nach dem Rqsenselh längst ausgeschieden war. tzsospnfelh fol hier«rkläri. daß er Gegner des früheren Vertrages ist.' Finanzmin�ster Lüdemann: Daimt von Herrn Hpffmann über den Möbelwagentranspert keine Wahlmärchen ist die Welt gesetzt werden, belle ich mit, daß tatsächlich Möbelwagen ans dem Schloß herausfahren. (Hört, hört! bei den Unabhängigen.) Sie wissen ja nach gar nicht,- flus aller lvelt. Eisenbahnkatastrophen. In der Nähe von D i n g e l st ä d t geriet ein Zug der Ober» eichsfelder KreiSbahn, bestehend aus Lokomolive. l Pack- wogen, l Peisonenwanen und tS mit Kali beiadcnen Güierwagen, al» er eine starke Eieiaung zu überwinden hatte, infotze der Glätte de» starken Geiälles und des Zuges der s-dwer- beladenen Saliwogei» ins Rollen und lief nach seinem Aiisgangcpunlt» zurück, sauste per den Prellbock hinweg und stürzt« zum Tpis den Ahbagg herunter, ft— 10 Wagen lsegen zerlrümmeit unten, während sich die anderen Wogen ,um Teil ineinander geschoben baden und ein wüste« Tnimmeiteld bilden. Unter den-Trnmnie,n wurden bisher>v Tote und» Schwer» verletzte hervorgezogen, lfl Personen und da« Zugpersonal konnten sich durch Ab'blingen retten. T«m von S a lz g i, tpr noch Braunschweia abgehenden Personenzug subr nach der Ausiqhrt au« Babuhof Salzguier ein aus entgegengesetzter Richtung kommender Güterzug in hie Flanke, wobei die beiden xsstxst Wagen de« Penonenzuge« um» wohin und weshalb!.(Heiterkeit.) GS werden im Schloß Zsmw« ausgeräunst, die cmderen Zwecken, z. B.'tu n ftAewerolrches Ausstellungen dieneu sollen. Die Möbel Warden rn geerg- neten Räumen aufbewahrt und ich vermag darr» einen Antatz zwr Beunruhigung nicht zu erßlickcn.(Große Heiterkeit.) Abg. Strudel(DPp.) erklärt sich für den Vergleich und grgen den Ausscbußantrag... �.... Abg. Adolf Hofsmann t1l.Soz-)- Der frühere M-nlster Sudekum mein« Mirteilungen-, daß 4 0 bis 5 0 Möbel chaa sn au ß "chloß abiransportiert sind, als Hiutertreppsnklaftch de« hat dem zeichnet Ich erkläre heute zum dritten Male, daß ich alle meine! Angaben aufrecht erhalte'. Run stellt fick Herr Ludemann hw urA �Utiyxl».-i-tf � �-J*V-yi-------. /St' Sein, die schon den Kaiser belogen und betrogen� haben, ftiaru�e wieoerz-uvcwmniun. iZurus:«Äcucn V"' werde nach Mockau gehen, aber ich komme wieder t3"ruf: Nern. nein!), um das Volk aufzuklaren über Ihre Politik.(Große Unruhe.).... � Abg. Hauschild(Soz): Di« Angviffe HofkmannS ändern nuhA an der Tc-tsach-, daß seine und Rflsxnsech, Verordnung erst dw Unterlagen für diesen Vergleich geschaffen haben. Jsder.»er dast Volk und daS Reckst llebi. muß für unseren Antrag stimm«« Daraus stimmt das dem fintrage des AieckstsaustchusseS auf nochmalige Pririing her Rechtsgrundlagen für die AusetnanLer- setzung gegen die Stimmen der Rechten zu.. Die Verfügung des Justizmimsters über die Drxnsttzer. hältn'isse der I u st i z s e t re i ä r e und Ne�rstratorxn wird ohne Aussprache gebilligt. Es folgt der Gesetzentwurf über die Bereisstellung wetterer Geldmittel für die Regelung der Hochwasser», Deich- und Vo r fl u tve rh ä lt n isse an der oberen und mittleren Sder. Die Vorlage gpht„ach kurzer Aussprache an dgn Haupt» aussckiuß. Es folgt die erst« Beratung deS Gesetze» über die Verstärkung de? BeamtenstabeS des ProvinziqlsckulkoilegiumS in Verl in. Die Vorlage wird gegen die Rechte dem Hauptausschu« überwiesen. Es folgt die zweit« Benttnng des Eesetzenttmirfe» über die Beretlstellung von Staatsmittoln zur S e l b st b e w i r t s ch a s, tungvonDomönen. Abgy. Kaulen(Zeattr.) und Weißermel(Dnat. Vv.) le.bu-n den Entwurf ab. Abg.. Schreiber(Dem.) stimmt Ühw zu. Lonftw'.rksclxistsrmnister Braun: Gerade in ch«r jetzigen Zeil ist ei» Gosctzeniwurf wie der vor- liegende sehr wichtig. Die Behauptung, daß es sich hier um eine Sozialisierung handeli, ist falsch, denn der Grund und Baden befindet sich ja bereits im Besitze des Slaolc». Auch heiß: es ausdrücklich sn der Vorläge, daß der Staat seine Domänen selbst bewirtschaften kann. Eine Anzahl von Domänen- Pächtern haben ihr« Wirtschaften i.n der s ch l i m m st e.n Weife heruntergewirtfchafiei und der Bolkscrnährung damit einen schlimmen Tienst evwics«». Gibt man jetzt nicht dem Siaat« die Möglichkeit, die Damänen, sofcr» sie sich nicht zur Siedlung eignen, selbst zu bewirt sckzaftem, sa schafft man geradezu ein Meaopel der Domänenpächter. Der Staat kann«iirfach nicht mit ansehen, daß eine klein« Gruppe von'Lduten— es handelt sich nur um wenige hundert»- die Siaals- güter zu überaus gü-nstigen Bedingungen übernehme» und aus- nutze« und ihrerseits für Land, da» st« an Anlieges«erpachten, oft den zehnfachen Betrag des niedrigen Pachtzinses. den sie selbst zahlen, verlangen.(Zuruf des Abg. Slendel: warum erlassen Sie kein« Pachlschutzardnung?) Wir sind durch tzi« Reichspachtschutzordnung gebunden, die ich allerdings in hiespr Form nicht erlassen hätte. Unmittelbar nach der Revolution war eine Neigung der Pächter zur Abgabe von Land vorhanden. Jetzt ist das nicht mehr de« Fall. Den berechtigten Wünsch«» der. Anlieger nach Siedlungsland muß der Staat aber etil, gegen kommen. Politisch« Moment« haben bei der Wahi der Pächter unter meiner Verwaltung nie eine Rolle gespielt, wohl aber früher.(Sehr wahr!) Ein Wort per die finanziellen Ergebnisse der Sellsslbewirtschaftuiig. Wenn wir die Weinberge nicht in Selbistbewirtschaflung genommen hätten, so wären die reichen Er» träge dieseß Jahres nicht in hie SlaoiSkosse, sondern in die Kassen der Pächter geflossen. Für die Selbstbcwirtschaftung müßte eine Form gewählt werden, di« sie von den bure-au» kratsschen Fesseln frei machte. Eine Anzahl von Kommu- naiverbänden«st doch auch zur Selbstbewirlschaftung übergegangen, ohne daß darin»ine Beschränkung de» GtatSrechtS der kom» munalverwaltungen erblickt wurde. Ebenso wenig liegt hier«ine Beschneidung dei parlamentarischen Eiatqcechls vor? Wir Hosfön. daß die Dvmänenlrxuhandgescllschast die von un» allen ge» wünschten Dünstigen Ergebnisse erzielen wird.,(Beifall.) DaS Hau» vertagt sich auf Sonnabend ls lU)t: Weiter, beralung. Kinderb« ihilsen, Mittslsckiullthrerbesokdiing. Besoldung für teckmisib« Lehrer, Provinzialschufiollegiuin, Landwirt fchott»? hauShalt. Schluß 7 Uhr. stürzten. Drei Person«» wurden schwer, eine Unzahl leichter verletzt.*«««-!»«», vorträae. vereine und Versammfnnnen. D»e ivlänncrgelanguereine.Kicht«» Utcorgiuta-..Berliner Wieden? treunde'..Sangetsieunde',.Lolieertraiiz- Vieniiaboi» und.Eintracht'. Friedilchsba,,«» oeraimal'ea am zweiten Wiibnachtsseiettag, vorm lll Ubr, im grogen Saale der»Reuen Welt' eine Singer» Morgemmach«, wozu Gönner und Freunde odiqcr Beweine herzlich«mgeladen smd.-> Der Verein hcimätlrcner Weitprenlirn(Sezirk Seilen) oeranilallel heute abend 6 Uhr im.Rationatbo)', Sülowstiatze 57. eine Seldnachtsieier.»«> bunden mit Heicheruua der Kinder temer Mckalieder.«ge Seilpreuzen und asse diejenigen, die jür die weilvreiiiiisch« Aache gntepess« haben, werden dazu heizlichit eingeladen.— Neulolln. Aund rrltgiöier Sozialisten. Montag, den 20. Dezember, abend« 8 Uhr, im Restaurant Äobtte lStuuer» heim), tzermannstr. I9g, vermmmlung der sostoliittich gesinnten Söaler der Kirchengemeinde Genezartth. Herrsurlbpiav. Tagesoidnunr- L«lra> de» Gen. Pjauftt Pi�stoiDsst siber hi» deoorüeheuden Uirchenwabtew Wetteran«itch,en k»r da» mittlere Narddenttchlamd bis Sonntag mittat. Meili bewittl, tm Rai dosten vorwiegend trocken, ionsl noch oielsach leichte Niederichtige bei mägigeu ötUichen Siudea. Temperatur in der Nähe de« Gesrierpunkte« bleibend. Hie Hcilunq der Acauenkrankheiteu durch künstliche Höheusonne. Mm A. g»rt Direktor de« WNU. HSdeniomreirbade«.tllti»'. WWW» tlen Aattea zu trsthew SizchN Tode tül�ren. Biei« Zrauen vertallen deiti Met und auch dieser tami leider m vielen Füllen Kinaiuichieden. d oft er des Chirnmen. >a» traurige thih« daß Es oerdieM in weitesten Kreisen bekannt zu werden '_''heilen sich die Ninfiltche Hüdensonne al» anb in vielen Fallen sogar Operatlouea «der und wenn die» natucgewShe, miurderdare »l off noch in verzwetleliSn Fällen Hilf« dringt, so svll doch nicht tU zulegt danuf tvaeuu Fasl all«>ungsn f'' blutarm und olelchsüchtig, und ta en Krankheiten liegt oft der Selm zu . rauenletden. Und gerade dei Btutarmul hm die llasttiche HLhenlanne eine heevor- st. Der Hämo geh alt Btuie» erhöhl mammSB_______,■______ HHÜH__________ ,, sich, und der 3t ffwechsei'witd'chetscdert, Sie ZKensteuattön' er- >ll ständig schmerzlos. Da» ,ml,e wird Irlich und vtllhend und di» ha« StSruag und volllländ hen wirb ander», es! chesundheit ist-US den Augen zu lesen. Rein junge« Rät iollte in dl» The treten, ghae ihre» Blrper u»d besaudee» Blut durch Bestrahlung gesund gemacht zu hoden. Rädchen da» Besonder« ffU werdende Rätter lft die Höheusonne»in Segen und sollte von Beginn an genommen lveedeii Dann wird diese geil di» zur Entbindung wieder, wie sich«in de- rllhchlrr Ärzt ausdrückte,»er..ibtpiet der Gesundheit", während sie sonst NM vielen Uedelftäilde» und Schmerzen oervunden ist Ruch nach der Emdindang und besonder, nach Zehlgednrten, hu��den KZeper desguders angrelsen. ist die Bestrahlung sehr Tin, desonder» geflhrliche Zeit tritt fit« dl« Fron ein deim Begsün« der Wechsellahr,, und viele werden«an diesem .geilounste an Kranehelt und Schmerzen dt, zum Lebensende nicht mehr s«. Aul» dielen kann die tünststche Söbenkonne richtig»nnrwqndt. noch völlige Heilung dringen und sie werden nach senigen Bestrahlungen schon Linderung ihrer Schmerzen . Ich tonn leider in dem«ahmen«tue» Zettnng«- artilel, die Frauen! eidea nicht s« gründlich besprechen, wt« e< ----..." I« ,,de aber allen Lef»ru»n»n die'U sin den. artiiett.__ eigentlich nsiria wätr -iuiauce-Pt«,»» zg-noo an,«oreste»chlen»«astento»»U», tuuit. Auch kann VON obiger Auslatl eine Druckichrist Sr. t lldrr die Heltwirtungen der illuilllchen Höhensonne tostenia» dezogen werden Die Preise Mr di» Bestrahlungen sind sehe gering und selbst illr Minderdemuteste erschwinglich(Sie d» tragen zurzeit bei einer Kur VON t! Beitrahluaeea« Rart»ch Tinzelbestrahwitg. Bei Bintnrmul und Bleichsucht thnve» auch dl»»u»iee Personen zusammen desteahlt werden, vu» die Prei>e dedeutend zdU zutR. hetuuiet}— Stm späten Weziid kam der Reichstag, Wer dessen Nach-- srittag-verha-nÄlungen wir in der BdÄaze derichten, noch zu der Rheinischer Protest im Reichstag' �lf.u�ÄÄS°l5Ä£V Ä?.? heirateten Feuerwehrmann iL 000 bis 16 bM M.. das .Höchstgehakt wird nach 16 Jahren erreicht; dazu kommen nur noch die Kinderzuschläge. Was die Arbeitszeit anbetrifft, so treffen die Behauptungen des Genossen Tamm erst recht nicht zu. Wir haben keine Tienstzeit von 8— 8 Uhr, sondern sind von morgens 8 Uhr bis zum nächsten Tag morgens 8 Uhr im Dienst, also 21 Stunden, und haben darauf 24 Stunden freu Wir machen also durchschnittlich einen Dienst von 13 Stunden täglich, ohne Rücksicht auf Sonn- und Feiertage. Zentrumsinterpellation über Herrn v. Ialkenhapn. Der Direktor der Reichsgetreidestelle, w Falkenhahn, soll &ej_, Verhandlungen mit Vertretern der Landwirtschaft und des Müller- und Bäckergewerbes auf die rheinischen Vertreter hindeutend gesagt haben:.Die werden wir mit allen Gewaltmitteln uiederfchlagen." Schon vorher soll Herr b. Falkenhayn den rhei- uischen Mühlenrevisoren gegenüber geäussert haben:»Die Rhein- länder sind alle Franzosen; aus diesem Grunde müssen die Revisionen um so schärfer einsetzen, damit diese Franzosen- brut mürbe gemacht wird." Abg. NeyscS(Z.) begründet die Interpellation: Die Aeusse- düng des Herrn v. Falkenhayn hat im ganzen Rheinland einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Wir Rheinländer lassen uns von niemand in der Treue zum Reiche übertreffen.(Lebhafter Beifall.)� Wir sind im Rheinland keine Verräter, wir sind Deutsche und bleiben Deutsche.(Lebhafter Beifall.) Reichsernährungsminffter Dr. Hermes: Herr v. Falkenhahn hat die ihm zur Last gelegte Aeutzerung entschieden bestritten. Untersuchung fft eingeleitet, und Herr v. Falkenhayn tut seitdem keinen Dienst. Die Untersuchung hat keine völlige Klärung ergeben. Ein entlassener Angestellter der Reichsgetreidestellc hat gesagt, Herr v. Falkenhahn habe im Mai 1920 aus einer Versammlung der rheinischen Revisoren diese Aeusserung getan. Herr b. Falkenhagir hat aber an einer solchen Versammlung gar nicht teilgenommen. Der wirklicke Wortlaut der Aeutzerung hat nicht festgesiellt werden können. Ms widerlegt kann betrachtet werden, daß Herr v. Fallenhayn die Rheinländer als Fron- zosen oder Franzosenbrut bezeichnet hat. Ist auch nicht erwiesen. dass Herr v. Falkenhayn die rheinische Bevölkerung in der un- geheuerlichenWeffe beschimpft hat. so steht doch nach seinen eigenen Bekundungen fest, dass er den Ausdruck„hochverräterische Besire- lmngen" gebraucht und dadurch Aulass zu der Erregung gegeben bat. Wegen der Aeusserungen des Herrn v. Falkenhayn über den iliegieruingspräsidenden von Trier schwebt gleichfalls eine Unter- suchimg. Wenn auch Herr v. FaEkenhayrn kein Vertreter der Regie- ruug, sondern ein Angestellter der Getreidestelle G. m. b. H. ist, so dedaure ich das Vorkommnis aufs tiefste. Ich Haide den Präsidenten der Reichsgetreidchlelle ibcauftragt, Herrn v. Falkenhayn nachdrück- lich zu verwarnen und nicht mehr im Rheinland zu verwenden. A'bg. Sollmann(Soz.): Der Minister hätte auch ein Wort der Missbilliguug für die rheinischen Müller finden sollen, die sich über die Reichsgetreideordr.ung hinwegsetzten. Das war doch erst die Veranlassung zu Falkenhayns ungeschickten Worten. Abg. Oertcl(D. Vp.Z: Die Sühne scheint uns wicht ausreichend. Abg. Ncuhaus(Dnatl. Vp.): Wir bedauern das offenbar scharfe Auftreben Herrn v. Falkewhcchws. Wir wollen Preußen bleiben. Wg. Frau Agnes(U. Sog.): Di« Landwirte und Müller im Rheinland schieben und wuchern wie nur irgendwo. Zlibg. Dr. Külz(Dem.): Mit der RegierungserKäruwg ist für uns die Sache erledigt. Abg. Dr. Lauscher(Ztr.): Die Abneigung gegen Berlin beruht im wesentlichen auf dem Verhalten der L i n k e n den Rheinländern gegemibsr.(!) Damit schliessi die Aussprache. Sonnabend 9 Uhr: Kleine Vorlagen, darunter Gesetz über die Ein- und Ausfuhr von Kriegsgerät, Pensionsergänzuwasgesetz, ausserordentliche Beihilfe für Bezieher von Jiwaliden Unterstützung, beichlenrngie Einführung des Roichsnotopfers, Aufhebung des bayerischen Belagern ngszuswndes, ferner Interpellation Aderhold (U. S?z.) über die Wiederaufnahme der Beziehungen zu Rußland. Schluß nach 16 Uhr. .;,• Ter HanptanSschuss des Reichstages beschloß gestern bei der Be- ratung des Pensionsergänzungsgesetzes, daß grundsätzlich die Alt- Pensionäre usw. den Neupensionären gleichgestellt werden sollen. Ter Ausschuß baschloss dann auf Antrag des Jen- trums, die Aufwandsentschädigung des Reichspräsidenten um 26 006 M. zu erhöhen. Der Auswärtige Ausschuß dcS RrichStagS wird voraussichtlich mn Monwg zusammentreten, da der ganze heutige Tag mit Plenar- verhandlunaen ausgefüllt sein wird. Der Reichs rat nahm in seiner gestrigen Sitzung wider- >spruch-?loS die neue Besoldungsordnung an, wu sie vom Reichstag am Donnerstag beschlossen wurde. Ebenso würden die Reichstagsbeschlüss« zum Gesetz über die Kapitalflucht und zum Gesetz Wer die Verschärfung der Strafen gegen Schleichhandel und Wucher ohne Widerspruch angenommen. flrbeiterlohn unö Seamtengehalt. Zu der Zuschrift des TiscklerS Gen. Fritz Tamm„Arbeiter- lohn und Beamiengehalr�(BorwäitS Nr. 612 vom 15. Dez.) erhalten wir eine Reihe Entgegnungen, vor allem aus Kreisen der Postbeamtenschaft. Um allen möglichen Irrtümern die Spitze abzubrechen, möchren wir der Befürchtung entgegentreren, die Veröffemlichung bezwecke eine ungünstige Beeinflussung der Geballebtwegung der Be- amtenichaft. Die sozialdemolratiscke Fraktion und die Redaktion des„Vorwärts" haben gerade in den letzten Wochen mit aller Energie sür eine Verbesserung der unhaltbaren Lage der unteren und mitileren Beamten gekämpft und werden es auch weiter tun. Ausseidem wird in der Zusckrist ja ausdtiicklich beiont. dass auch der E t n s e u d« r sich der Lage der tn Frage kommenden Kategorien der Beamtenswaft keineswegs verschließt. Genosse Tamm beabsichtigte ledigüch, einmal die Lage des vom Großkapital abhängigen ArbeilerS und die Lage der festbesoldeien und pensionsberechligten Beamten einem vergleich zu unter- ziehen. ES liegtauf der Hand, daß gerade heule den Arbeiter dieses Problem besckäfligt und wir würden unsere Pflicht als Arbeiterblatt schlecht eriüllen. wenn wir für die Gedanlengäage eines Arbeiters in einer Zeit, in der wir der Beamtenschaft gern allen unS zur Verfügung stehenden Raum bereitstellen, keinen Platz hauen. ES ist lelbst- versiändlich. daß der Arbeiter die Sacke durch eine andere Brille steht, als der Beamte. Daraus eine Sraatsaffäre zu machen, liegt kein Grund vor. lieber die Notwendigkeit, daß der Arbeiter und der Beamte zusammengehören. kann heute wirklich keine Meinungsverschiedenheit mehr be- stehen. Der Gegensatz zwischen Arbeiterschaft und Beamtenschast, der vor dem Kriege von einem Regime, da« die Beamtenschaft sür seine Zwecke mißbrauchte, künstlich großgezüchtet wurde, ist ja nun. Gott sei Dank, längst zum alten Ersen geworfen worden. Aus der Zu- schrift de« Genossen Tamm, mag sie auch einige Uebertreibungen und Irrtümer enthalten, einen neuen Gegensatz zwischen Arbeiter und Beamten herauszulesen, wäre also durchaus verfehlt. Wir denken. Arbeiter und Beamte habe» feit der Revolution oft genug ihre Solidarität bewiesen undfosoll es auch bleiben. • Der Verband Deutscher Bernfsfeuerwehr- uränner sendet uns zum Äap'tel„Arbeiierlohn und Beamten- gchalt" täte Zuschrift, in per es heißt:.,. Es rft»»richtig« Die unabhängige„Freiheit" sucht an diesem Zwischenfall, wie nicht anders zu erwarten war, ihre besondere Parteisuppe zu kochen. Sie macht es dem„Vorwärts" zum Vorwurf, dass er in dieser Frage einem Arbeiter überhaupt das Wort gegeben habe. Das dürfe schon deshalb nicht geschehen, weil es im gegenwärtigen Augenblick ein Verbrechen am. Gesamtinteresse aller arbeitenden Schichten sei. Wenn man nicht wüßte, zu welchem Zweck diese An rempelung des„Vorwärts" in der„Freiheit" erfolgt, so könnte man sich darüber allerhand Kopfschmerzen machen.. Aber da wir unsere Pappenheimer kennen, so verzichten wir daraus, uns mit der„Freiheit" über die Pflichten eines sozialdemokratischen Blattes auseinanderzusetzen. Gerade der„Vorwärts" hat erst vor kurzem einige Gehalts- zettel von Berliner Postbeamten abgedruckt und dadurch der Welt an speziellen Angaben bewiesen, wie kümmerlich die Einnahmen dieser. Postbeamten tatsächlich sind. Heute liegen uns wiederum mehrere solcher Gehaltszettel vor, und zwar von Postschaff n e r n. Sie weisen in ihrem Endergebnis nach Abzug von Steuern, Krankenkassenbeiträgen usw. Gehaltssummen von 643 bis 747 Mark auf! Sowohl der Genosse Tamm wie jeder ein sichtige Arbeiter wird zugeben, daß das keine Gehälter sind, die zu einem normalen Auskommen hinreichen. Daß in der Arbeiterschaft noch vielfach irrige Meinungen über die Höhe der Beamtengehälter vorhanden find, ist richtig, und die kritisierte Zuschrift ging ja auch teilweise von solchen irrigen Voraussetzungen auS. Doch müssen die Beamten ihrerseits nicht außer acht lassen, dass in den Arbeiterkreisen ihre Stellung um deswillen als besonders gün- stiger beurteilt wird, weil sie immerhin eine feste JahreS- einnähme haben, während die Arbeiter dauernd unter der Unsicherheit ihrer Existenz leiden. Wir müssen es uns leider versagen, die zahlreichen Zuschriften aus Beamtenkreisen als Entgegnung auf die des Genossen Tamm zu veröffentlichen, nicht, weil wir ihre Gründe nicht würdigten, sondern weil uns der Raum dazu fehlt und vor allem, weil sie zum Teil geeignet sind, das entstandene Missverständnis noch zu .vc.tiefsn, anstatt zu beheben. Wir glauben aber, es wird die Ver stcherung genügen, dass, wenn der„Vorwärts" einmal auch eine teilweise irrende Stimme eines Arbeiters zu dieser Frage ver. öffcnllicht, doch für die Haltung des„Vorwärts" und der Sozial» demokvatie nicht diese einzelne Stimme, sondern das Programm und die Tradition der Partei maßgebend sind. Und dass diese beiden in bezug aus die Beurteilung der Beamten- und Arbeiter läge sich durchaus sehen lassen können, beweist das große und rück- haltlose Vertrauen, das sowohl die Beamten als auch die Arbeiter schuft ihr dauernd entgegenbringen. Regierung unü �Deutsche Mgem. Zeitung". Der Hauvtausickuß der Landesversammlung beriet den HauS balt der Slaaisregierung. Unter Bezugnahme auf eine vorgelegte Nachweisung erklärte die Regierung, dass die Zahl der politischen Staatssekretäre von lv auf 7 und die Zahl der Staats- k o m m i s s a r e und der logenanmen Beigeordneten von 47 auf 5 gesunken sei. Die Beigeordnelen bei den Obelpräsidenten und Re- gieiungsprästdenten sind sämtliche zurückgezogen, vorhanden sind solcke nur noch beim Ministerium der öffenllichen Arbeiten und beim HandelSminislerium. Aus eine Anfrage des Abg. Gras- An- klam. warum die Verfassung und das Landtagswahl geietz noch nicht veröffentlicht sxten, wurdeerwidert, dass man nach dem Friedensvertrags, mit Rücksicht auf die besetzten Gebiete der Entente zunächst Gelegri heit geben müsse zur Stellungnahme. Die Veröffentlichung soll in allernächster Zeil eriolgen. Der Abg. Heilmann(Soz.) fragte, ob die Re- girrung von dem Brrtrage mit der„Deutschen Allgemeinen Zeitung nicht zurücktreten wollte, wo die Voraussetzungen des Vertrages nickt mehr gegeben seien. So seien auch die von der„Deutschen Allgemeinen Ztg." gebrachten Parlamentsberichte einseitig gefäib». Die Regierung sagte eine Nachprüfung zu. Sie wurde durch einen Antrag ersucht, von dem Vertrage zurückzutreten bzw. ihn anzufechten._ Höhmische Streikbilanz. Durch eine Palastrevolution, einen nackten Gewartstreich, hatten sich die tschechi'chen Moskowiter, die nicht die Wahr- heitsliebe ausbringen, sich Kommnnisten zu nennen, das Par- teihaus mit seinen Einrichtungen in ihren Besitz gebracht und die sozialdemokratische Partei gezwungen, ihr Zentralorgan unter den größten Schwierigkeiten anderswo herzustellen. Die Sozialdemokratie verschmähte es. gleichfalls an die Ge- walt zu appellieren; sie ging den Rechtsweg bis zu Ende und eS war die Behörde des bürgerlichen Staates, der dcmo- kratischen Republik, die schließlich das Gerichtsurteil gewalt- sam vollziehen ließ. Gewaltanwendung trägt immer die Verleitung zum Mißbrauch in sich und so ist, gewiß nicht ohne neue Schuld der Kommunisten, dabei Blut geflossen. In ihrer Hochburg Kladno gingen nun die Kommunisten dazu über, eine Sowjet-Tschechei zu errichten. Man brachte die Zuckerfabrikation und den Ernährungsdicnst durch will- kürliche Eingriffe zunächst in noch größere Verwirrung und durch Einfuhrhindciung aller nichtkommunistischen Bläticr zeigte man den Geist wahrer Freiheit. Selbstverständlich wurde auch feste gestreikt, weil ja so der Wiederausbau Mittel- europas am besten gesichert wird. In blindem Eifer, sich Moskaus, Lob zu erwerben, ver- anstalteten die wackeren Reichenberger sofort einen großen Streikrummsl; sie sahen schon die gemeinsame Front mit dem tschechischen Proletariat— obwohl gerade die tschechische Kreisleitung in Reichenberg von einem Sympathiestreik für die Räuber des Prager Parteihauses nichts wissen wollte. Flugs münzte man darauf den Streik- zweck um; da man aber den nüchternen Nordböbmen nicht einreden kann, daß Reickienberg Moskau und eine Sowjetinsel mitten in Europa möglich sei. gab Abg. Dr. Hahn die Parole aus, nach Betriebsräten zu rufen, damit— man eine Parole habe. Man hatte doch den Herrn Vizebürgermeister Neurath, einen eiskalten Popularitätsrechner, zum kom- munistiscken Vereinigungsparteitag nach Berlin geschickt und mußte nun doch was tun... . Inzwischen war es da und dort, besonders in dem zur Mehrheit deutsche« Brüx, wo der Zieichenberger� Wünsch von Komotau her das Werk Seligers unterwühlt, zu schweren, blutigen Zusammenstößen mit der tschechischen Wehrmacht gekommen: Das war die ruhmreiche Solidarität... Der Streik ist elend zusammengebrochen, wie es in seiner Ursache: Unterstützung nichtsnutziger Räuberei bedingt war. Tie braven Kommunisten aber können herrliche Ernte buchen: nach amtlicher Prager Meldung sind bei den Unruhen in der Republik insgesamt 50 Personen getötet und 423 durch Geschosse mehr oder minder schwer verletzt Ivorden. /lllsozialistifcher Slock? Prag. 17. Dezember.(WTB). Wie„Naradni Listh" melden, fand gestern eine Besprechung der tschechischen sozialisti- scheu Parteien(Sozialdemokraten. Kommunisten, National- sozialen) unter Teilnahme von Vertretern der Legionäre statt, wobei über sie Schaffung eines einheitlichen tschechischen sozialdemokraiischen � Blocks verhandelt wurde. Die Parteien er- klärten grundsätzlich ihre Einwill igung, doch äußerten einige Teilnehmer Bedenken, ob es unter den gegenwärtigen zerrütteten Verhältnissen möglich sei, etnen solchen Block zustandczubringeil, und eine vorwiegend sozialistische Regierung zu bilden. Bekanntlich mußte nach dem Zerfall der Koalition ein« Beamtenregierung eingefetzt werden; daß man diese nun nach ihrem scharfen Vorgehen mit Ausnabmezustar''' und Milftärsalven zu beseitigen wünscht, mag d'e sonst so unwahrscheinliche Nachricht erklären, daß die Linkssozialisten (Kommunisten) sich mit den rechten„Verrätern" und den Nationalsozialisten zusammentun wollen. Eine schallende Ohrfeige wäre dieses Bestreben jedenfalls für die ganz- radikalen Teisenberger, die den tschechischen Linkssozialisten ihre aktive Sympathie förmlich nachschmsißen. Die Drüffeler Konferenz. Brüssel, 17. Dezember.(Amtlicher Bericht.) Am Freitag vormittag gab Staatssekretär Bergmann einen Neberblick übrr dir Ansichten der deutschen Regierung in der Reparatioiisfrage, wobei er einen Unterschied machte zwischen der Frage der Reparation i o »»tue» und der Reparation in Geld. Bezüglich der Frage der Reparation in natura skizzierte Staatssekretär Bergwann einen Plan, der später revidiert und besprochen werden wird. Der deutsche Delegierte betonte die Schwierigkeiten, dir für Deutschland bestehen würden, Zahlungen in b a r zu machen, solange die finanzielle Lage und der Kurs der Mark sich nicht gebessert haben. Am Nachmittag findet zwischen den Delegierten der Alliierten eia Meinungsaustausch statt über die Methode, die an- gewandt werden soll, um gewisse Vorschläge ünd Anregungen der drntschen Delrgatiou näher zu prüfen. Der deutschen Delegation ist im übrigen ein Fragebogen überreicht worden, der gewisse nähere Angaben über die wirtschaftliche Lage, die finanzielle Lage, die Aus- fuhr und die Einfuhr Deutschlands verlangt. Pessimistische Enteutceindrückc. Brüssel, 17. Dezember.(W. T. B.) Der Sondervertreter der Agence Havas gibt eine sehr pessimistische SchUderung der gestr Verhandlung in Brüssel, die im wesentlichen durch die Ausfüh- rungen des Reichsbankpräsidenten Ha Pen st ein beherrscht var. Der Berichterstatter kündigt die Ueberreichung eines Frage- bogenS an die deutsche Delegation an Und wenn die Antwort unbefriedigend sein sollte, würde man eben die Wiedergut� machungsko in Mission vorgehen lassen, so wie es im Friedensvertrag vorgesehen sei. Der Bericht schließt mit den Worten: Trotz di«ses heute abend in Entcntekreisen herrschenden Ein- drucks hege man noch die Hoffnung, daß die Konferenz ton Brüssel nicht m i t diesem grellen Mißerfolg-nden »verde, und es sehe so aus, als ob in dieser Beziehung der m o r- gige Tag entscheidend sein könnte. Zu diesen Ausführungen erfährt das W. T. B. an zuständiger Stelle, daß es unbedingt nötig war. der'Gegenseite zuerst die außerordentlichen Schwierigkeiten der gegenwärtigen wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands darzustellen. Es ist nicht verwunderlich, daß diese ungeschminkte Dar- stellung auf die Sachverständigen der Alliierten zunächst einen vielleicht unerwor/keten Eindruck gemacht hat. Diese Lage schließt jedoch nach Ansicht maßgebender deutscher Stellen nicht aus, daß aus der B a's i s der durch die deutschen Darlegun- gen gewonnenen Erkenntnis im Zusammenarbeiten mit den Sach- verständigen der Alliierten eine positive Lösung in der Rcpara- tionSfrage gefunden wird. Ruslanüsrunüftbau. Die bekannte englische Soffalpolitikerin Frgu B u x t o n. die Gattin des früheren Abgeordneten Charles Roi'en Bnxion, die sich seit einiger Zeil zum Studium der Lebensverhällnisie und besonders deSKrnderelends in Deutschland aufhält, hat sich vor mehreren Tagen nach O b e r i ch l e i i e n begcben. um die donigen Zustände an Ort und Stelle zu beobachten. Frau Buxion ist jetzt. wie der Korrespondent der. Frankfurier Zeilung" ei fährt, von der rnlerolliierten Mililärbebörde aus Ober'chlesien ausgewiesen worden, da sie keine AufenlbaltSertaubniS besitzen Der Streik der Postchauffeure in Wien, der die Einstellung der Postzustellung in Wien und sogar eine Unterbrechung des Postverkehrs aus dem Reiche nach Deutschösterreich zur Folge hatte, ist— wie uns gedrahtet wird— beendet. Die Postsperre wird also auch nicht lange dauern. Konstantin erklärte sich gegenüber einem französischen Apssrager ganz einverstanden damit, dass die Entente dem dcutschensreundlichen Exminister Streit die Rückkehr nach Athen verbietet; damit will Konstantin nach seinen eigenen Worten seine Entcntefreundlichkeit beweisen. Bei der Abfahrt von Venedig leistete ihm die italienische Flotte den Königssalut. Bei dem Versuch, das dalmatinische Freiwilligen- kor PS in Z a r a zu entwaffnen und aufzulösen, kam es in der Kaserne des Korps zu einem Feuergefecht, bei dem auf beiden Seiten mehrere Soldaten verwundet wurden. Neues Milliottengeschenk der Quäker. Nach Mitteilungen der „Franks. Ztg." haben die Quäker abermals 9 Millionen 180 666 Mark zur Fortführung der Kinder speisung zur Verfügung gestellt. Im bayerischen Landtag wurde einem Antrage zugestimmt, den bisherigen Schuljahranfang und der bisherigen Ferien- ordnung in Bayern einheitlich ffir das ganze Reich Geltung zu geben. Ter„Königliche ReichSwehrleutnant". Friedrich Franz von Zülow. Leutnant im Reiterregiment Nr. 16 der Reicks- wehr, veröffentlicht in der Nr. 586 der.Freuz-Zeitung" eine Ver- lobungsanzeige, in der er sich als„Kgl. Preußischer Leutnant im ehemaligen Ulanen-Regiment Prinz August von Württemberg lPos.) Nr. 16)" bezeichnet. Wir halten dafür, dass dem Kgl. Preußischen ReichSwehrleutnant a tempo der Laufpaß zu Feben wäre. Er würde damit wenigstens„altpreußischcn Geist" verspüren, der seinesgleichen bekanntlich allein imponieren kann. GewerMaftsbeVegurig Sonderbare Praxis des Schlichtungsausschusses. Der Zsnlralvcrband der Angcstelllen ickreibt und: Aufsällige Erscheinungen zeigen sich in leviet Zeit in der Geschäflspraxis de« SchUchinngöcuuschuiieS Groß-Beriin. Man muß berechtigte Zioeiiei an der objekiiven Lurchstihrung der prozesiualen Kormaii- täten begen. wenn man wiederholt beobachten mu�. wie anhängig gemachte Klagen behandelt wetdem Beim'Siteik int Zetltmgsgewerbe Halle der Zentralverband der Sngesiellten ein Schiedsgericht gegen den Arbeiigeberoerband am 24. Sevtember beantragt. Ter Gewerkschattsbund der Angestellten und der Getve�kichgftsbund kaufmännischer Angestellien- vetbände lnationale und deutichttationale Nichtnna) banen in eigener Sa.ve gegen denselben tlrbeiigebervetband am 29. Sevtember Klage erhoben. Die Geschäftsstelle des SchltchtungSatisschttfseS beliebte es. die zuletzt etngeretchte Klage zuerst zur Berhandlung zu stellen. obwohl die Änhänger des Z. d. A. schon vor ibter eigenen Klage- stelluttg im Streik standen, während die nationalen Verbände sich'als Streikbrecher produzierten. Damals wurde von der Geschä'tsstelle des Schltchiuitgsausschusies aus die Be- schwerde tte Aniwott erteilt, daß ein grobes Versehen des Lade» bureaus vorläge. Bei eittertt bie'er Tage schivebenden SchiedSgertchtsverfabren, da« durch den Zenit alverband bei Ängestelllen a>n 10. Dezember otthäiigtg pemachi war, erschien ohne vorherige Penacht ichttguitg von Ärbeiittebmertetie nicht nitr der Zenttalverband der Anae- stellten, der als alleiniger Klä.ier aufgetreien war, sondern a n t V e r o n l a s i u n g der Geschäftsstelle de« Schlichtuugs- ouSschttsie« waren auch wieder d>e nationalen und deuitchnattonalen Elemente ans ofsiitelle Ladung de« SchltchtungsauSschusse« hetbet tttiert. W'r müssen un» in aller Oeffeniltckkeit eine deratiige Viai�iS aut da« entschiedenste verbtiien Die Getchästsstelle des Schltchtungsausschttsse« hat kein Recht, nach Willkür ztt veria breit. Wir wollen ans Grund dteter Borkommnisie da« dringende SMuteu ausiptecheit, dasz die vetautwotil'chen�Leiter der Keschgits- stelle de« SchlichtititaSausschusses endlich ffit Abbtlie sorgen, wenn sie sich nicht der Geiahr aussetzen wollen, den Votwurt der Partei- ltchkeit auf sich zu laden. sschtung, Urwahl im Metallarbeiter-verbondl Oer Vorstand, die Delegierten und die Vollversamnilvng »Nieter Fraktion haben einniütig beschlossen, trotz aller Gegen- sätze die Liste Z i s k a zu unterstülen. Wir ersuchen unsere Anhänger, dieser Parole geschlossen Folge zu leisten. Der Fraktionsvorstand der S P D.-Metallarbeiter. Streik öer Wiener Gastwirtsangestellten. Die Hotel» und Gastwirtsangenellten in Wien haben in einet tSersammlung am Donnerstag abend etnstimmit den Streik beschlotsen. der gestern morgen begonnen hat. Der StretI wtrd in der Weise dutch.tcsüdtt werden, daß er von emem Tage zum anderen aus die venchtedenen Bezirke ausaedehnt wtrd. Gewerkschaftsvorstände(Gewerkschaftskommisston, Afa-OrtSkartell) sowie die Delegierten beider Körperschaften, Obleute und Vorsitzende der Angestellten» und Betricbsrätr! Am Montag. 20. Dezembet. abends ll llor. findet in der Netten Welt. Hawitheide(kleiner Saal), eine Bertammnuig statt mit der Tagesordnung: 1. Tie Wirtschaftskrise und Arbeiislofigkett, 2. Bericht über dte getorderten Nachizuschläge wegen der Sitotitver'orgutig. ffiir die Gewerkschaftsdelegterten gilt als Legitimation die über- sandte Etnladuitg Für die Betriebsräte nutzer Mitgliedsbuch auch die Betriebsräte-Segsismakfon vezw. eine mit Firmenstempel ver- sehene Bescheinigung des Betriebsrats, datz sie Obleute, bezw. Vorsitzende des Betriebsrat« sind. lOhne diese kein Zutritt.) Asa-Ortskartell Gtotz-Berlin. � Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Die Filiale Berlin deS Verbände« der Gemeinde- und Staat«- arbeiter chat für ihre arbeitslosen und penstotüerten Mitglieder die Auszahlung einer Wethnachlsunteistützung beschlossen. Die Auszahlung findet vom 20. bis 24. Dezember, votmitiag« bon 9 bi« 42 Uhr im Ortsbureau, Jobannisstr. ls'iz� Zimtner 4. statt. Arbeitslose Mitglieder, die gemeindliche Arbeiislosenunterstütznna bezieben, erhalten SO M., Mitglieder, denen die gemeindliche ArbeitSlosettunterstützui'g abgelehnt worden ist, erhalten 60 M. Bedtugting ist: 26wöchige Beitragsleistimq und Arbeitslosigkeit mindestens vom S, Dezember ab. Ausweis: Mitgliedsbuch oder -karte und für die Arbeitslosen außerdem die Arbeitslosen- kontrollkotte,> Achtnnfl. Betriebsräte k Nätelchnle. Der Kursus Nechtskunde, Betriebsrätegeseb wird am Mittwoch, den 22, zur bekannten Zeit im alten Räume tortgesrtzt Wir bitten alle Hörer, sich vollzädlig etnz'finden. Dent'cher Transporiarbelterverbaiid. HandelZdil'sarbeiter und -ardetierimicn au« den Belrieden der Cwt- und Mützenbranche. Heute abend 5 Uhr im Lokal von Witte, Pollftr. 29: Sehr wichtige Gruppen- vetsammlrntg. Zentralverband der Angestellte», nreitaq, den 24. Dezember. wird das Ortsbureau um l Ubr miiiag» geschloffen. Freitag, den 2t, und Fteilag, den 81. Dezember, fallen die Sprech undcn zwi chen 5— 7 Übt au«. Die Otlsoerwaltting. Kabelwerk Overspree: Morgen Jonnlag, oormiilags 10 Üb', in Obetlchötteweide, Ltii'enboi Luisen., Ecke Mauenftrah?; Versammlung sämtlicher SPD.-Kolleacn der Abteilungen Tobetsche Betriebe Gummi- fadrtt, Radjabrck, Kupser-Waizwerk. Jlolatoreniabrik. Aluminium-Gtegerei. Metollgiegcrei._ fiue öer Partei. Für und gellen Moskau! Am 42. Dezember lagte in Stratzburg der LandeSpartei- tag der Sozialistischen Partei von„Bas-Rhin". wie jetzt der j uatierelsäisische Bezirk beißt, der sich für oder gegen Moskau zu entscheiden hatte. Singer referierte im Sinne Moskaus, wäh- rend Weill für„iic einige und einzige Internationale pläderle. die alle revolulionären Palleten umfassen soll" Das Referat Weills wurde mit lebhafter Unruhe und Öfteren Protest- äusterungen der mit gebundenem Mandat ersch'edencn Mos- kaujiinger aufgenommen. Bei dem Schlußwort Weills fein es sogar zu t u m u f> a r t i g e n Szenen, während denen selbst der Vorsitzende Mühe hatte, sich Gehör zu verschafsen. Tie Abstimmung ergab 10 2 Stimmen für und 2 9 gegen MoSiau. Die zur gleichen Zeit in Mülhausen lagende Konferenz vom C b e r e l 1 o tz lehnte dagegen den Anschluß an Moskau m i t 43 gegen 37 Stimmen bei einer Enthaltung ab.' Di« Wahlen für die Stadtverordneten-Versamm. l u n g in Buenos Aires hoben 57000 radikale Stimmen gegen 52 000 sozialistische ergeben. Im Vorjahr halten die Sozialisten eine klein« Mehrheit erzielt. Wirtschaft Arbritcrcntlassungeu im Lcdcrgrwerbe.' Dm 15. August 4949 wurde die Zwangsbewirtschas» t u n g für Häute, Leder und Schuhwerk aufgehoben. Die Preise schnellten sofort geradezu wahnsinnfz in die Höhe, und der Lederkapitalismu« feierte walhre Orgien. Die Nutznießer der freien Wirtschaft behaupteten stolz, e« sei ihnen nunmehr möglich ge- worden, alle ihre früheren Ilrbeiter einzustellen und zu beffchästigen. Milte März begann ein Rückgang der Häute- und Lederpreise. Die Folge hiervon war sofort, daß die Loderkapitalisten ihre Be- triebe einschränkten und die Atcheite? auf die Straße setztet». Im Sommer d. I. begannen sich wieder Anzeichen für eine starke Erhöhung der Preise in Häuten und Leder geltend zu machen. Da einsichtige Volkswirte bei einem Rückgang der Preise ähnliche Nückvirkungen auf die Beschäftigung der Arbeiterschaft im Frühjahr 1920 befürchielen, beschloß der RetchswirischafiS« rat. die Frage, prüfen zu lassen, ob sich zur Niejtrtghaliung und Stabilisierung der Preise ein Häutemonopol durchführen läßt..W'rüber wurde am 2. Dezember 4920 iai_ Reichs» wirtschaftsministerium oerhandelt. Ueber daS Ergebnis dieser Vor- Handlungen lesen wir in der„Lederarbetiter-Zeitung" vom 17. Dezember 1920 folgendes: „Da ein solches Monopol eine Einschränkung der kapitalistischen Profümacherei bedeutet, ist eZ selbstverständlich, daß es' von allen denjenigen Kreisen, denen das Geldverdienen auf Kosten der Kon» s u m e n t e n die Hauptsache ist, abgelehnt wird. Sechr geschmackvoll schreibt die„Lederindustrie" über die Berhartdlstngen im Reichswirtschafisministerium, das Häutemonopol, daS von „Theoretikern und Liebedienern, von Strebern und ähnlichen Ele- menten" an das Tageslicht gezogen worden war, sei begraben. Unseres Wissens sollte durch die Monopolisierung des Häutehandels den Preistreibereien entgegengetreten, eine gesund« Basis für die Preisbildung geschaffen werden. Wenn im Häutemonopol neben ernsten, in der Volkswirtschaft hochachtbaren Männern sogleich auch die Liebediener und Streber ihr Süppchen zu kochen versuchten. so beweist das nichts gegen die Richtigkeit der Idee, sondern man siebt eben daran, daß solche und„ähnliche Elemente" in der kapita- listischen Wirtschaft in sehr einflußreichem Maße vorhanden sind und m we'chen verrotteten Zuständen wir uns befinden." Wie sehr berechtigt die Frage der Behandlung_dM Häufe-, Leder- und Schubp reise im Hinblick auf die Beschäftigung der Arbeiter ist, zeigen wieder die neuesten Vorgänge. Seit einiger Zeit gehen näml'ch auf den Auktionen die Preise für Häute zurück. Prompt suchen auch die Kapitalisten das Risiko von sich abzu- wä!?en und beginnen wieder damit, die Arbeiter auf die Straße zu setzen. So meldet die„Industrie- und HandelS-Zeitung" vom 45. Dezember d. I. aus dem Sckmhfabrikzentrum Pirmasens: „In der Ptrmasens-r Schubmdustrie sind in der letzten Zeit einige Beiriebsetntchränkunaen und Arbeiterent- laffungen erfolat. In einzelnen Betrieben wurde die Arbeits» zeit von 47, auf 36 und 24 Stunden in der Woche verringert. Einige kleinere Betriebe' wurden stillgelegt." Anch die„Pirmasenser Zeitung" meldet, daß bereit? eine An- zatbl Schuhfabriken zu Betrieb Seinschränkungen und Arbeiterent lassungen geschritten sind._ 25 Proz. Dividende. In der außerordentlichen Generalver- sammluna der Metallindustrie Schönebeck A.-G., in welckrcr vier Aktionäre 4474 Aktien vertraten, wurde die Dividende auf 25 Proz. festgesetzt. In den AursichtZraa wurden ncugewählt Herr Kom- merzienrat August Stukenbrock E nbeck. Antomobilverkäuse an Amerika. In Berlin weilend» Amerikaner haben, wie die„B. Z a. M." hört, bei den großen deutschen Automobilwerken umfangreiche Abschlüsse getätigt. Diese Geschäfte sind jedoch erst die Einleitung für weitere größere Transaktionen. So wurden beispie'sweife den Karosseriewerken Schebera. L.-G., in Berl'n-Tempelhof 4 00 Automobile in Auitrag getgebpn. von denen 20 in Arbeit sind, und demnächst nach New York ver- laden werden. Die Amerikaner haben auf das Geschäft einige- Millionen Mark angezahlt. «crarnw für den ridntt. lktl Tr»crncr Beil». Sdurl-tleiibura. wr«nzeiaeti' Td Wloilc.«erlin. Verlag tzorwürls-Veriag s m d H. Verlln Druck V»r- wäris.Vucbdruckerei u Lerlaaenntin» Paul Smaer u. Ed. 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N, Friedricbstrasse 130 N, Müllerstrasse 3 O, Andreasstrasse SO O, Frankfurter Allee 22 SO, Oranienstrasse 2a SO, Wrang elstrass e 49 C, Spittelmarkt 15 C, RoseuthalerStras«el4 Neakölln, Bergstr. 30/31 Charlottenborg, Wilmere- dorfer Str. 122,23/ Potsdam, Brandenbnreer Strasse 54