Nr. H22«■ Z7.?ahrgang Ausgabe A Nr. 174 Bezugspreis s B eTteliüftrLSO,—■JRumonotl.10,— 3RJ. frei ins yous, oorcius loSlbor. Pofl- bezug-Dlonatlidi 10,- M!» exN. Au» ftellungsgedübr. Unier Rreundand für Deullchlano und Oefterrei» Ik/V M!. für das übripr Auslant rei laqlich einmal. Aultelluno 2l.S0' Veüoe- ftellungen nedmen UN Oesterreich, Ungarn, Tschecho-EIowalei, Dane- mar:,'olland, u einrurg Schweden und lie CSimeu.— eiinnerraaen in die Post--'eiiunqs, Preisliste. De».Vorrociris" mil der Sonniags- bcilage„Doli u. Aeit� ericlieini mocnen- iazllldgiveimal Sonniage und Mon- tags->nmaf Telegramm-Adreffs. »Sozlaldeaiolrai Verl!»-. Morgen-Ansqabe / BeHtuci* OolkslilttN C 30 Pfennig) AnzetaenprciS: ®le achigewallene NonnaeeMezeüe toftstS.— SR., Teucnmgszufchlag 50'/t. «ftleinc Slnjcigen**, das le'.l- gedriiifte 33 ort 1,— M.(znlk.ifig Jtrei iettgedrnckte Wor:e>. tebes rjtilcte Wort 60 Pig. Ltestengefliche und Cchlafflellenan'.eigen daz erste Wort 6ä P!z. ledes weitere Wort 40 Psg Worte über 15 Buchstaben jfiblcn für >wei Worte. Lenerungsguschlag 50*:� flamiiien-Anzeigen für Abonnenten Feile 2,— 2)1»-polilitdje imb ge- werlichaftiiche Pereins-Antelgen S.— Mi. die Feile ostne Aufschlag. Anzeigen für die n- chst e Sinmniee Müssen bis S Ahr nach-niiiag, im danvigeschSst. Berlin SW i, Linden- stratze 3, abgegeben werden. Tedffnet von g Ul>r früh bis ö Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcmokratifcbcn partei Deutfchlands Neüaktion und Expedition: SW. öS, Lindenstc. Z. "rrnivreriier: Am» Morinpla«. Rr. I'»! iU»— I.»I»7./ Dienstage den 31. Dezember 1930 vorwarts-verlag G.m. b. tz., SW. b8. Lindenstr. Z. �erufprscher: Amt N.'oiitivlai-, Nr. 117 53— 5i. /lmerikanisthe Kreditgewährung. Ein Gesetzentwurf angekünöigt. Washington, 20. Tezcmdcr. sT?l.> M a d d c n hat im Rkpräscntantcnhausc den Antrag gestellt, die amcritanischc Regierung inöge Deutschland in der nächsten Zeit rinen Kredit tion einer Milliarde Dollar gewähren, damit der darnicdcrlicgendc deutsch-amerikanische Handel wieder rinen starken Antrieb erfahre.— Räch anderer Meldung hat A�g. Madden nur die baldige Einbringung eines solchen Grsenenlwnrfes angetündigt. Paris, 20. Dezember.(DA.) Der»New Dor! Herald' erhält von seinem Wiener Berichterstatter die Miticilimg, dos; Senator Mac Cormick am Dienstag in Berlin eintreffen und im Hotel Adlon absteigen wird. Nach dem Weidnachtsfest, das der amerilanische Ccnaior in Berlin verleben will, wird sich Mae Cormtck über Rain und Paris nach Amerika zurückbegeben. Der Berichterstatter er- llärt noch einmal, datz Mac Cormick nicht in amtlicher Mission reise, sondern nur in seine: Eigenschaft als amerikanischer Senator unterwegs sei, um sich ein eigenes und unbceinflustlcS Urteil über die gegenwärtigen Verhältnisse in Europa bilden zu könneil. Washington, 20, Dez.(DA.) Nach amtlicher Feststellung be-- laufen sich die Kosten iür die amerikanischen BeiatzungS- truppcn am Rhein auf 257 Millianen Dollars. Tie deutsche Regierung hat bisher 37 Millionen Dollars gezahlt.. Der Kongrest hat daher beschlossen, die Besatzungstruppen am Rhein in aller Kürze zurückzuziehen, und zwar dürsten monatlich rund 1200 Mann zur Entlastung gelangen. <>.» Goldmislioncn von Tänemark. Paris, 20. Dezember. tDA.) Das am Sonnabend durch die deutschen Vertreter und den dänischen Staatsrat Glückstadt unter- zeichnete Finaiizablonimen über Nvrdschlcswig setzt fest, daß Däne- mark an Teutschland für drn Ncdcrgang öffentlichen Eigentums in feinen Besitz gemäß dem Bcrsaillcr Vertrage und de» Anteil zur Be- zahlung der öffentliche» Schuld des Reiches und Preußens in Gr- samthöhc von<35 Millionen Goldmark zu zahlen hat, zahlbar ab LS. Dezember d. I. nnd als Kredit an Dcntschland auf Konto der Wiedergutmachungen. Die Srüffeler Konferenz verlängert? Brüssel, 20. Dezember.(Hsvas.) Während des beuligen Vor- mittags wurden die Unterredungen zwischen den Sonderbeauf- tragten der Verbündeten und den Deutschen fortgesetzt, anscheinend jedoch ohne zu endgültige» Ergebnissen zu führen. Man hatte gestern die Absicht, heute nachinittag 4 Uhr eine Vollsitzung stattfinden zu lassen, aber gegen Mittag teilte der Sekretär der Konferenz mit, daß heute eine Sitzung der alliierten Abordnungen stattfinden würde. Vielleicht würden sodann die deutschen Ver- treter nicht vor Mittwoch zu weiteren Darlegungen aufgefordert werden. Unter diesen Umständen wird es s r a g l i ch, ob die 5laiiferenz noch zu dein ursprünglich vorgesehenenZeitpunkt. also vor Weihnachten, auseinandergehen kann. Zwei weitere deutsche Sachverständige sind inzwischen in Brüssel eingetroffen, nämlich der Sekretär des Deutschen Gewcrkschaslsbundes, Silberschmidt, als Vertreter der Arbeiter, und Bergrat H i l g e r als Vertreter der Kohlen- bcrgwerke. Die Grenze bei fachen. Köln, 20. Dezember.(„Köln. Ztg.") Ter deutsche Grenz- rommiffar teilt mit: Im Verlaufe der in der vergangenen Woche in Lüttich abgehaltenen Sitzungen der dcutsch-belgischen Grenzfest- sctzimgskommission hol diese die von Teutschland beantragte R ü ck- gäbe des der Stadt Aachen gehörigen und für die Wasscrver- sorgung Aachens wichtigen Gutes Haabenden abgelehnt. Das Aachener Wasserwerk auf Brandenburg mit einer 1000 Meter breiten Schutzzone in der Nordostgrcnze des Kreises Eupcn hat die Kamirnssion Deutschland zuerkannt. Die Strasse von Aachen über Lichtenbürg-Maricnthal fällt hiermit an Deutsch- land zurück. Die von- Teutschland beantragte Rückgabe des Bahnhofes Hcrbesthal bat die Kommission abgelehnt. Der deutsche Vertreter hat den Antrag auf Rückgabe deS Bahnhofes Herbesthal grundsätzlich aufrechterhalten. In den nächsten Sitzungeck wird die deutsch-belgische Grenzfestsctzungskom Mission sich darüber zu ent- scheiden haben, ob, falls der deutsche Anspruch auf die Rückgabe. des Bahnhofes Herbesthal wirtlichendgültig abgelehnt werden sollte, ein neuer deutscher G r c n z b a h n h o f aus der Linie Ron- heidc-Herbesthal oder aus der Linie Nonheide-Montzen oder aus einer Strecke zwischen diesen beiden Linien errichtet werden soll. In, Verlauf der letzten Verhandlungen bat sich der belgische Ver- tretcr, nachdem von deutscher Seite die Bedeutung der Kastenfrage eingehend beleuchtet worden war, namcnö der belgischen Regierung bereit erklärt, zu den Kosten des neuen deutschen Grenzbahn- Hofes einen Beitrag von 22 000 000 Fr. zu leisten, falls der neue Greuzbahnhof aus der- Linie Ronhcidc-Montzcn� gebaut wird. Neue Regierung in Ungarn. Das neue 5iabmctt des Grasen Te l eki unterscheidet sich nicht sehr von dem alten. Durch die Ausschiffung des gc° tvesenen Unterrichtsministers H a l l c r, der der Vertreter der „E r>v a ch e n d c n ll n g a r n" im Ministerium war. wird eine Forderung der Grosskapilalisten erfüllt, die dafür ihren Ver- trauensinann. den führenden Direktor der größten Budapestcr Bank, Roland H e g c d ü s als Finanzminister haben. Obwohl HegcdüS kein Jude ist. bedeutet seine Ministcrschaft demnach die öffentliche Aussöhnung des christlichen Kurses n>it den reichen und die Begrenzung der antisemitischen Politik ans ditz arme n Juden. Als Kriegsminister tritt ein General Bclicska in das Ministerium ein. ein Anhänger der Orb- iiungspartei innerhalb der Grenzen des lveijzcn Terrors. Die bisherigen ungarischen Kriegsmintster waren Vertrauens- leute der Offiziere niederer Grade, Belicska ist der Vertreter der alten k. n. k.' Generalität. Er ist Ä a r l i st, und es waren die Äarlastcn, die den Rücktritt seines Vorgängers, des S r c t c r, eines Anhängers der freien Königswahl, er- zivungen haben. Obwohl die Regierungskrise ihren Grund und Ursprung in der KönigStrage halle und bei ihrem Ausbruch ein Aeschluss, der der Entlhronung der Habsburger gleichkam, gefasst wurde, dienten die vergangenen drei Wochen doch dazu, die Anbänger der freien KönigSwabl und die verschämten Republikaner mürbe zu machen, was anscheinend auch gelungen ist, denn die Armee geht in die Hän-w der K a r l i st e» über und die Regierungserklärung kündigt alle Vorbei erlungen zur W i e d c r a u f r i ch t u n g der Man- a r ch i e an, ohne mir einem Wort des anlihabSburgrschen Be- schlusieS der RehierungSpartei Erwähnung zu tun. Graf Teleki erklärte in seiner Programmrede, das; eine der wichtigsten Auf- gaben dei Regierung die Abschaffung deS beule bestehenden allgemeinen Wahlrechtes und eine»zeilgemässe Reform des Ma- gnaienbauseS", das ist seine Wiederausrichtung, scm werde. Die Regierung Teleki wird Terroristen gegenüber schwach. unbeholfen und n, achtlos sein wie bisher. Am Tage ihrer Ernennung wurde das Urteil gegen den Räuberhauptmann B a h a r c z y. der so viele Leute hinmordcn. berauben, miß- bandeln ließ, verkündet: er wurde zu einem Monat Profoßenarrest verurteilt! Dies gibt wohl genauere Auskunft darüber, ivohm die Reise in Ungarn geht, als alle RegierutigS- erklärungen und ÄabinettweÄsel. Das politische Problem für Ungarn und für seine Nachbarn heißt, nach der Wiener „Arbeitcr-Zeitung", weiter unverändert: Wer wird die Armee nnd die DeiVicheiiients entwaffnen?' Statt der Abrüstung der Armee geht aber diese Regierung an die Abrüstung der Jir ftitntionen der Demokratie, sie denkt nicht daran, den Knüppel und die Handgranate den Offizieren zu entwinden, sondern dem Arbeiter, dem Knecht und den Frauen den Stimmzettel aus der Hand zu nehmen."___ fius öer 2.?nteryationale. In Ausführung der Beschlüsse des Genfer Kongresses haben die Vorstände der englischen Gewerkschaften nnd der Labour Party in gemeinsamer Sitzung James Ramsay M a c- d o n a l d zum besoldeten und Harry G o 3 l i n g zum ehrenamtlichen Sekretär der L. Internationale ernannt. Neben ihnen bleibt Cainille H n tz s m a n s wie bisher tätig. Das Bureau tvird vermutlich bereits zu Neujahr nach London verlegt. An Stelle von Namsay Macdonald hat die britische Sektion Tom S haw in das Internationale Exekutivkomitee delegiert. Macdonald und GoSling werden im Januar eine europäische Ztundreise unternehmen, um sür das große Ziel der einigen Internationale zu wirken. Ein Wahlsieg in Zrankreich. Paris, 20. Dez iWTB.) Jndcr Nachwahl im Departement Lot- et-Garo»ne wurde der sozialistische Kandidat, Jean R ena u d, mit 17 7ilJ Stimmen gewählt. Der Kandidat deö nationalen Blocks, Fauvel, erhielt 13 081, der radikale Kandidat, Ballet, 5973 Stimmen. Es stehen noch c»ige Wahlergebnisse aus. die jedoch das Endresultat nicht deciiiflusscil können. Durch diese Wahl verliert der nationale Block ein c-i S i tz. ES handelt sich um den Ersatz für drn verstorbenen Abg. Chanmick. Uebrigens ist das Ergebnis in einem(Listen-) Wahlkreis er Mi, zn dessen Vertretern auch der Ministcrpräsident, Herr LcygneS, gehört.__ Die Streiks in Wien. Wien. 20. Dezember.(Eigener Trahlbericht de«.Vorwärts".) Fin Streik der G a st w i r l S- und Hotclange st eilten finden Verhandlungen bei der Regierung statt. Die G e in c i n d e a n g e st c l l t e n erklären in einem Ausruf an die Oeffeutlichleir, da die Kassen öer Gemeinde leer sind, müsse der Staat, dessen Geschäfte sie vielfach müerledizen müsse», ihnen die erbetene WeihnachtsauShilfe gewähren. Genfer öilanz. Ter Völkerbundsgedanken bat zweierlei Gegner, die von links und die von rechts, die Bolschewistcn und die Militaristen, die in letzter'Zeit in der Bekämpfung des Pazifismus und in der Huldigung der Gewalt geradezu wetteifern. Z» den An- hängern der Völkerbundsjdce gehören dagegen alle, die aus- richtig an die Möglichkeit glauben, schon jetzt eine neue Aera der Verständigung zwischen den Völkern zu begründen. Tie Sozialdemokratie, die sich vorbehaltlos zuni Völker- bunde bekennt. unteri'ck>eidet sich auch hierin von den Kvnniiu- nisten, daß sie diese Möglichkeit auch auf der Grundlage der kapitalistischen Gesellschaftsordnung bejaht und darin ein Mittel zur Erkämpfimg der sozialistischen Gesellschaftsordnung erblickt, während nach der Moskauer Theorie ein jeder Mensch- beitsfortichritt die vorherige, restlose Zertrümmerung der jetzigen Gesell'chast voraussetzt. Tie soeben beendete erste Völkeroundsversammlung dürfte leider die links- und rechtsradikalen Genxiltanbcter mit weit größerer Genugtuung erfüllt haben, als die Anhänger des Wilsonschen Zukunsts-ideals. Tas Schauspiel, das in Gens vier Wochen lang der Welt geboten wurde, nius; auf alle auf- richtigen Freunde der Völkerbimdsidee stark enttäuschend gewirkt haben. Gewiß, aller Anfang ist schwer und wir wußten zu gut, welcher Geist an der V c r 1 a i l I e r Wiege des Völkerbundes Pate gestanden hat, als daß wir an diese Erstoufsührung allzugroße Enmrtungen knüpfen konnten. Immerhin kxitten wir gehofft, einen gewissen Fortschritt aus dem Wege zur gänzlichen Genesung von der Kriegspsychose verzeichnen zn können. Volle anderthalb Jahre waren seit den Tagen ver- strichen, in denen es dem bornierten Fanatismus eines Ele- menceau gelungen war, die Wilionschen Ideale zu entstellen und zu verzerren. Kann aber jemand niit gutem Gewissen behaupten, daß der Geist von Versailles bereits.überwunden ist? Darf man nunmehr in dem Völkerbund etwas andc.reS und etwas edleres erblicken, alS ein Macht instrunvent der sieg- reichen Entente? Wenn' wir diese beiden Fragen nur ans unseren eigenen Empfindungen heraus venieinten, so könnnte man uns immer- hin entgegnen, wir urteilten ebenfalls einseitig aend vergrämt.' Aber dieser VorUrnrs kann uns nicht mehr treffen, seitdem ein unparteiischer Zeuge sich freiwillig gemeldet hat. um den wahren, rückschrittlichen Ehnrikler der Versailler Einrichtung festzmiageln: die von uns bereits gewürdigte Großtat Ar- g entin iens, das der Genfer Gesellschast. nur der Stimme des enipärten Gewissens folgend, den Rücken kehrte, deweist, daß wir nicht in unserer Beurteilung des Versailler Völkerbundes allein dastehen. Und unter den anderen Bundes- mitgliedeni gibt es wohl noch mehrere, die am liebsten dem argentinischen Beispiel gefolat wären. Ganz abgesehen von Chile, das sich in einem osfiziellen Schreiben an das Völker- biindssckretariat kurz vor Toresichliis; ausdrücklich mit seiner südamerikanischen Schwesterrepnblik für s o l i d a r i s ch er- llärt hat und an scheinend nur als eine Art„Horchpasten" im Bunde zurückgeblieben ist, dürficu die meisten Neutralen und wahrscheinlich sogar einzelne Enteuteswateii do.S Vorgehen Argentiniens innerlich gebilligt liaben. Mer die kleineren europäischen Staaten, die im Gegensatz zum be- neideuswerteren Argentinien mit allerhand politischen und wirtichgftlichen Abhängigkeiten von den siegreichen Haupt* mächten rechnen müssen, mußten, wohl oder übel, nach der Pariser und Londoner Pfeife tanzen. Ter amerikanische Senator Mac Cormick, der als Zuschauer einer Vollsitzung in. Gens beigewohnt hatte, soll von „zwecklosem Gesäswätz" gesprochen haben. Tiefes harte Urteil wäre vielleicht ungerecht, wenn es sich mir aus die äußerem Formen dieses eilten Versuches eines Weltvarlamentes er- strecken würde. Demi bei Voreingenommenen besteht die Nei- gung, ein jedes Parlament und einen j e d e n Kongreß mit einer ähnlichen Charakteristik zu verhöhnen.� Viel schlimmer aber ist es. daß in Genf die rhetorische Kunst von einer be- st i m m t c n, ausschlaggebenden Seite planmäßig geübt wurde, nm die ganze Tagung zwecklos zn machen, um die Erreichung auch der nächsten und selbswerständlichsten Zwecke des Völkerbundes zu hintertreiben. Es muß leider wiederum festgestellt werden, daß die französische Treisaltigkeit B o u r ge o i s—H a n o t a u r— 35 i v tont sich systematisch lmrtnäckig und—. erfolgreich bemüht hat, den Versailler Geist des jetzigen Völkerbundes aufrechtzuerhalten. Man tage nicht, wir schrieben dies aus..Franzoseuseind- licfvfeit". Denn auch französische sozialistische Blätter haben mit tiefer Scham festgestellt/ daß es� ihre Delegation war. die sicki am eifrigsten dazu verwandte, die A b r ü st u n g s- beschlüsse illusorisch zu machen; und es war sogar ein belgischer Delegierter, dek sozialijtische Senator Lafontaine, der angcsicktS der französischen Widerstände gegen den obligatorischen Ewrakter der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit in erregten Worten das Ge- speust der preußischen Junker au die Wand malte, die einst im Haag mit ähnlichen Arguinenten diesen Fortschritt der Menschheit verhindert hatten. So ist es in der Tat: die Bourgeois und Hanotaux haben dicz geistige Erbschaft der Marschall von Bieberstein und Kriege übernommei� das sieg reiche Frankreich ist nunmehr das Bollwerk des Rückschritts und der Reaktion, ähnlich wie das siegreiche Preuhen nach 1S71. Es mag Wohl sein, daß die Vertreter der britischen Welt es mit der Abrüstung und mit der Schiedsgerichtsbarkeit nicht viel ernster ineinten als die Franzosen. Nach a n si e n h i n jedenfalls, in diesen und in allen übrigen Fragen, verstanden es die Engländer, den üblen Eindruck zu vermeiden, vielleicht dadurch, dasi sie mit verteilten Rollen austraten. Sie hatten in der Person des früheren Arbeiterministers Bar ne s einen Vertreter dc'r radikal-fortschrittlichen Anschauungen, den sie zur rechten Zeit vorschickten, daneben aber besaßen sie mit Fisher, Cecil und B a lfo u r Delegierte anderer Schat- tierungen, von der liberalen bis zur konservativen. Auch die Italicner zählten in ihrer Genfer Delegation einen Expo- uenten der gemäßigten Richtung m der Person des Senats- Präsidenten und früheren Botschafters in Paris T i t t o n i, während der Finanzminister und Intimus Giolittis Scha n- z e r den radikaleren Kurs vertrat. Selbst Belgien schien Wert aus solche Nuancen gelegt zu haben, indem es den nationa- listisch-Iiberalen H Y m ans und den pazifistisch-sozialistischen Lafontaine nach Genf entsandt wtte. Bei Frankreich hätte man eigentlich dasselbe� erwarten können, denn die reaktionäre Vergangenheit Hanotaux ließ bei diesem eine rück- ständigere Gesinnung erwarten als beiin alten Pazifisten Bourgeois und vor allem bei dem außerordentlich begabten, aus sozialistischen Kreisen hervorgegangenen Viviani. Die Rede Vivianis gegen die vom Schweizer Motta anempfohlene?l u f n a h ni e Deutschlands hc.t aber neuerdings gezeigt, daß das amtliche Frankreich in seiner nationalistischen Psychose und vor allein in seinem verbissenen -Festhalten am Buchstaben und am Geist des Versailler Diktatfriedens noch immer einen einheitlichen, starren Block darstellt, von dem wir gegenwärtig weder Verständnis noch Entgegen- kommen erwarten dürfen, geschweige denn Gegenliebe ans - ettruine Anbiederungsversuche. Wieweit sind wir noch zu einem erträglichen Verhältnis zu Frankreich entfernt, wenn �in führender, angeblich fortschrittlich gesinnter französischer Staatcunann es heute noch wagen kann, öffentlich zu behaupten, Deutschland tue nichts, um seine aus dem Versailler Friedensvertrag her- vorgegangenen Verpflichtungen innezuhalten? Und doch glauben wir. daß. wenn die Frage der Auf- nähme Deutschlands Gegenstand einer geheimen Abstimmung gewesen wäre. Frankreich mit seinem Veto ziemlich allein dagestanden lwtte. Vielleicht lchtte auch der Vertreter der Kreolen-Republik Haiti Deutschland für nicht zivilisiert und würdig genug gebalten, in der erlesenen Schar Auf- nähme zu finden. Bei der Abstimmung über Armeniens Zulassung sprach dieser gute Neger von„Armenien und den übrigen baltischen Randstaatcn" und mußte durch den Vorsitzenden daran erinnert werden, daß Armenien nicht an der Ostsee liege. Mögen aber die Gewaltanbeter von rechts und von links nach dieser enttänschenden Premiere noch so sck>c, den froh grin- fsn. wir halten dennoch an diesem Menschheitsideal fest und erblicken in dem Fiasko von Genf nur eins Bestätigung beffen, was wir von der ersten Stunde an vorausgesagt hatten: nämlich, daß der im Versailler Geist der Rache, der Gewalt und der Demütigung geborene Bund weder fähig noch würdig sei, zu gedeihen. � Monarchistischer Uebereifer. In ihrer Mmrtagansgabe plauderte die„Tägliche Rund- ichau" ans. daß der Widerspruch Wilhelms des Ehemaligen gegen die Veröffentlichung des dritten Bandes der Bismarck- schon„Gedanken:md Erinnerungen" auf Anraten der maß- gebenden Führer der Dcntschnati analen Volkspartci im„nationalen Interesse erfolgt sei". Dem- Sekenntnisie. Konzert-Umschau. Wenn da? Kunstleben nickt im Tckema erstarren, nicht im Beirieb erbleichen soll, tun Bekennlnisse. lut rtlckhallloseS Eintreten lür eine Idee, ein Ideal, eine Persönlichkeit not. Dazu gehört Leidenschaft, Können und Mut, ja Opfermut, wenn eS dem un- bequemen, gegen die Mode strebenden Gott gilt. Die Größten unter den Musikern der letzten drei Jahrzehnte darbten, der- kümmerten unter der Gleickgiiliigkeit und Mutlosigkeit einer Gene- ration, Mahler, Bruckner, Wolff. Die Heutigen sind besser daran, und fast will es scheinen, als sei der Jugend heute schon ein Gott, wer die ehrfürchtig in Jahrhunderten geschmiedeten Ketten der Kunst abwirft und die Tradition verdammt, ein Genie, wer sich der Willkürlichkeilen und de« Äbstrusen, des unbeirrt Scheltenden und bewußt Beseitestebenden annimmt. Znm Bekenntnis gehört Können, Glauben. 5krilit, gehört Fühlungnahme�und Stellung zum gefaniien Kunstkoniplex. Wer Abwege sucht, muß die Haupt- richtnngen verstehen, um nicht im Nebel zu verirren. Reif sein muß, reif im Ethischen»nd Moralischen, wer die Religion eines Genius nachbeten»nd»achbetend wirken' lasten will. Verächtlich sind die Nutznießer der Konjunktur, dreimal gesegnet, die in tiefstem Erleben auf die Knie fallen vor dem Licht einer neuen Kunst. * Beethoven zu feiern, sich zum Haupt der inusikalischen Welt ?u belennen, dazu gehört kein Mut mehr. Er füllt ja die Häuser. Und dennoch kennen wir ihn nicht, solange nicht das Mysterium der letzten Quartette und Sonaten uns zu Herzen spracht Als Wagner zum Sterben kam, ließ er sich das Cüs-moll-Onartelt vorspielen. Da» war heiligstes Bekeunertum In diesen Tagen aber feierte ihn die Well wie eine Größe unter Größen flach, alltäglich, ohne Geist und Kraft. Die Würde fehlte, die Weihe des HauieS, der Schauer des Erlebnisses, daß solch ein UrgeniuS noch atmend auf dieser Erde Iveilte vor hundert Jahren. Vergessen Ivir die Feiern, die so bürgerlich wohlgemeint waren»nd die so manches guigelungene Werk wieder erklingen machten. Schöne Worte, kluge Erkenntniss« klangen hoch, als Oskar B i e den oistziellen Beethoven- Abend in der Slaatsoper einleitete. Da war Beethoven, der Be- ginn, die Vorahnung unseres Jahrhunderts, die menschlich und seelisch retlende Großtat nach Johann Sebastian in leuchtender Sprechkunst entwickluiigöstark eingeiangen. Und B u s o n i spielte da3 Ez-kur- Klavierkonzert. Wundervolle» Bekenntnis eines cigenmilllg Modernen zum Heros der Kanzertlileratur. starke» Widerstreben gegen daS Nur-Schöne, Gefällige, Schwingend« Klare. Ein ewiges stortrücken von der Linie, ein fubrileS Nuancieren de» Anschlages, ein Verselbständigen der Phasen, daß seder Orchcstereinsatz zur Gefahr wird. sNur Muck ursistert. bamir sie probenlos): dann ein tief-inniper Gelang, schluchzend, voll Ergrist-nbeit. und zuletzt die eiicrnc Wucht eine» Allezro. das nur noch straft, kaum unbelastetes Jubeln spüren geaenübep ist es von Interesse festzustellen, was der deutsch- nationale Schriftsteller Gras Reventlow über diese Angelegen- heit in seiner Zeitschnfw„Der Reichs wart" sagt. Er erklärt, daß vom politischen Standpunkt ans nich't einzusehen sd, Iwts g o g c n die Veröffentlichung des dritten Bandes vor- liegen könne, und fährt dann fort: Einen Haupteinwcmd, der fxslilich niemals deutlich ausgesprochen wird, bildet die Befürchtung inonarchistischer Kreise die Veröffentlichung könne durch die Kritik Bismarcks an Kaiser Wilhelm II. dem monarchr scheu Gedanken schaden. Dazu kommt das weitere Bedenken, vielfach auch eine gefühlsmäßige, persönlich loyale, innere Auflehnuing— abgesehen vom bösen Gewisten schlechter Ratgöbcr Kaiser Wilhelins II— gegen die Veröffentlichung, weil Kaiser Wilhelm noch lebt und sich verletzt und herab- gesetzt fühlen würde. Zu d-esen beiden Pw:ktcii wäre zu bemerken: stände der monarchische Gedanke und stände besten Zukunft auf so schwachen Fsißcn, daß er durch die autoritative Kritik Bismarcks an Kaiser Wilhelm II schwer gcfchäd.gt würde, so wäre der mon- archische Gedanke keinen einzigen Anhänger wert und verdiente nicht, daß sich noch eine Hand, ein Kopf und ein Herz für ihn rührte. Die Taksik der monarchffche,n Parteien gegen die republikanische Propaganda ist von Anfang cm verfehlt gewesen. Die Monarchisten haben d.e Regierung und die Politik Kaiser Wilhelms II. durchwog blind verteidigt und die g.-machten Fehler ausschließlich auf seine Ratgeber geschoben. Diese Position würde auch ohne Bis- marcks dritten Band auf die Tauer unhaltbar gewesen sein. Sie entsprickit nicht der geschichtlichen Wahrheit, ihre innere Unwahrheit liegt offen zutage. Man soll Kaiser Wilhelm II. in allem vertei- digen, was wahrheitsgemäß verteidigt werden kann, aber nicht darüber hinaus. Bismarcks Buch gar aus diesen Gründen zurück- zuhalten, ist ein schwerer nationalpolttischcr Fehler, außerdem im sittlichen Begriffe des Wortes Unrecht. Graf Reventlow spricht im Gruude nur aus. was die übrigen Deutschnationalen denken, aber teils aus Partei- taktischer Verlogenheit, teils aus angeborenem Byzantinis- mus nicht z n s'a g e n w a g e n. Nach Professor Kahl nennt man solche Unwahrhafligkeit„nationale E t h i k". Graf Reventlow meint allerdings, daß die von ihm zuge- stand-ene„Unzulänglichkeit des letzten Kaisers" gegen das monarchische System als solches nichts beweise. Wir glauben, daß es keinen schwereren Vorwurf gegen dieses System gibt, als daß es einen von seinen eigenen Gesinmmgs- freunden als unzulänglich erkannten Mann an die Spitze gc- laugen und dreißig Jahre lang fast umnnschränkt walten ließ. Dagegen können wir folgender Schlußbemer- kuiig ohne jeden Vorbehalt zustimmen! Kommt der dritte Band jetzt nicht zur Vcröffenilichung, so macht sich, abgesehen von allem anderen, da? deutsche Voll wieder zum Gegen st anddesGespötts derganzenWelt. Es ist schon heut« der Fall, wo der dritte Band Bismarcks uns Deutschen mit sieben Siegeln verschlossen ist und wir Auszüge, intime Schilderungen aus dem Werke deö großen deutschen Staats mann.'s der Presse unserer Feinde entnehme, u Das ist an und für sich schon ein schandbarer, brschämenswerter Borgang. Vergleicht man diese Bemerkung mit dem Geständnis der „Täglichen Rundschau", so ergibt sich,-daß die Führer der Deutschnationalen Volkspartei in erster Linie dazu beigetragen haben, Deuffchland zum Gespött der Welt zu machen. �_ tzatenkreuzgeift an 6er Hochschule. Unter dieser Uebersckrift veröffentlickte der„Vorwärt»' bor einiger Zeit einen Fragebogen, der von ausländischen Studenten an der Technischen Hochschule zu Charlottenburg ausgefüllt werden muß. Wie wir erfahren,.ist jener Fragebogen inzwischen auf Ver- anlastung des Unterrichtsministerium« abgeändert worden und soll jetzt eine einwandfreie Fassung haben. Angeblich mach« die Feststellung, wer Auslandsdeutscher ist. womit besondere Ver- günstigungen verbunden sind, große Schwierigkeiten. Nicht jeder Staatsfremde, der deutsch spricht, soll als AuSlandödeutscher be- trachtet werden. läßt. WaS tut'S? Em Großer spielt und reißt uns über alle Aus- legungSfragen hinweg zum Genuß. Das gelingt Havemann, der in der Hochschule das Geigentonzert spielt, nur in den, Poesie- vollst gebetelen Adagio. Der erste Satz leidet unter einer unmög- licheu Verschleppung, für die nur der wundervoll große Ton e»l- schädigt. Die Cadenzen zeigen den Könner, den Virtuosen, den Lehrer, das Scherzo einen von Huinoren sreien Geiger llaisischen Formate. Das Schülerorchester begleitet unter K r a s s e I l» noch- drücklichcr. aufmerksamer Führung sauber, fast anschmiegsam. Und wenn auch hier und dort aus der Herde ein paar Schäflein ausbrechen, der Pädagoge Krastelt schafft sick ein Instrument, ans dem Bestes erklingen kann: Die mit weichem «ington und festester Rhythmik hingelegte Coriolan-Ouvertüre war eine sehr delikate, miisikalische Angelegenheit. Auch die Singakademie hatte ihre Beelhoven-Woche. Georg Schumann, einer der uni- versellsten Musiker Berlins, spielte' nickt nur selber zwei Klavier- lonzertc und die Variationen der Chorphantasie, sondern beschenkte einen Tag später seine Gläubigen noch mit der Äissa solemnis, Und man hörte die IX. und die V. Sinfonie und die Eroila; und zwei hervorragende Solisten. Edmund S ck m t d und Alex K r o p- Holl er fanden un« in einmütigem, ideal gestimmlen Kommer- imisikipiel nufnahmebereit für die sellen aespiclten Cello-Sonoten op. 102. Und so vieles sang, spielte, rief, jubelte, schrie Beethoven. Die große Feier bleibt in unserem Herzen verichloyen. Und der Hymnus. Und da» Gebet. Do» da lockt ein großer Bekenner zweimal zu sich. zwingt in seinen Bann ein Name, den Ihr Euch merken sollt: Walter Gieseking. Dieser Pianist ist einer von den Berufenen und Erwählten. Er bat Nerven, hat Urwüchsigkeit, Temperament. Gkanz und vor allem: er kann so viel und so vielerlei, ohne den Stil zu verlieren. Mit unpenön- [icher Kraft und einwandfreier Technik spielt er die englische Suite ä'luoll von Bach mit bisher im Konzertsaal nicht gehöitem Zauber der Nuancen, mit Geist, farbigem Detail, AnschlagSkokelierie Debuffy. Und schleudert da« Vorletzte, sicher noch nickt da« Aller- letzte an Tilanenwucht in Anfang»md Ziel de« Lisziicken Es-chrr- Konzerr», während feiner weichen. Chopin-nahen Mitte Impressionen wichtigster, lockerster, rührendster Empsindung erblühen. Da ist ein Großer, glaubet nur. Ihn begleitete Fried mit den Philharmo- nikcri?, die vorher sehr ausgeräumt die lustigen Streiche T'll Eulenipiegelö lebendig gemacht hotlen. Zum Schluß eine mit Adlerblick erspähte Sensation: Cbloä und Dafnis von Maurice R a v e l. einem führenden Paiiser Impressionisten. Was ist das? Eine Balletiszene oder ei» Teilchen daran», mit Herr« lichen. klangkoloristischen Feinheiten, einem Kreicendo und Absturz der Stimmungen, einem gewaltsamensten ff�-Einichiebsel, vielem Glissando, Tremolo. boldem Durcheinander, ivielerischer Nichtigkeit. Der Klang in Ehren: aber muß nickt der Swein einer Ferne gewahrt sein, die Möglickke'i eines Th'-mas, eines wirklichen TbemaS, angedeutet werde»? Gibt die Mischung von Farben schon ein Bild, machen Nerven und Obren einen Körper ans. wirkt in guter Stube ein rohmenloses, überall angeschniiieneS. nirgends konturierteö Gemälde noch dekorativ? Im Stile diese» Ballett» kaiiii bis zur Auferstehung musiziert werde». cS gibt kein Halte», weil lein Zwang zum Beginn und zur Jorlsetzung war. Wenn man sich nicht nach der Sprache richtet, die noch immer das beste Merkmal ist. so wird die in dem Fragebogen beiriebene Ratsenschnüfrelei noch viel weniger zu positiven Er- gebnisten führen, zumal in diesen Fragebogen gar nicht der Nach- weis deutscher, sondern arischer Abstammung gefordert ist. Arier sind ebenso gut wie Germanen die Romanen. Sloven, Perser, Inder u>'w. Dagegen sind Nicktarier u. a. auch die Ungain, die mongolischer Herkunft sind. Im übrigen gibt es kein umstrlUeneres Gebiet als die Rastenkrage. AuS der ganzen Fragestellung ging aber hervor, daß in erster Linie eine antisemitische Tendenz zugrunde lag. W>r tragen hiermit öffentlich: Wird ein aus Prag gebürtiger deutschsprechender Student ehemals österreichischer Staatsangehörigkeit und j ü d i s ch e n G l a u b e n S an der Technischen Hochschule als Auslandsdeutscher betrachtet oder nicht? Die Antwort wäre von Jniereste angesicht» der Taliache. daß die jüngsten Prager n ati o-. n a l> st i s ck e n E x z e s s e sich ebenso lehr gegen die Deutschen, wie gegen die deutschsprechenden Juden richteten. Monarchistiscbe Demokraten. München, 18. Dezember.(TU.) Der Kreisverband �München der Deutschen Demokralischen Partei nahm einen Bericht über den Nürnberger Parteitag der Demokrotiicken NeickSpartei entgegen. Ter erste Referent, der bayerische HandelSniinistcr Hamm, er- klärte u. a., daß nach dem Verlaufe deS Paricitages die Partei die Frage der Staats form als etwa? betrachte, was von den anderen politischen Verhältnissen bestimmt werde. Abg. Dr. D irr erklärte, daß die Bayerische Demokratische LandeSpartei in der Frage der Stagtsform keinerlei Schwankungen(?) ge- mackt, sondern den Standpunkt vertreten habe, auf dem Boden der Weimarer Verfassung praktische Politik zu tieiben. dabei aber auf niemanden einen Gewissenszwang aiiszvüben, der sich von jrüher her inonarchistischc Empfindungen bewahrt habe. Der kommuniftistbe Sumpf. Stolz und glücklich meldet die„Komm. Arbeitcrztg.". daß nunmehr auch ihr Grnppchen, die K.A P.D.. Aufnahme in die Dritte Internationale gesunden Hot. In derselben Nummer begeißt sie die Bemerkung des Generals Rollet, nach den eigenen Erklärungen der deutschen Regie- rung sei die kommunistische Gefahr als überwunden zu be- trachten, mit folgenden Randbemerkungen: Der Sumpf, den Spartakus und Neutommunisten in Deutschland geschaffen habe», ist die beste Garantie für dir Ausrechterhaltung der kapitalistischen Staatsordnung. Man sieht, wie richtig die neue kommunistische.Massenparlet' von der internationalen Konter- revolution eingeschätzt wird. Unsere Ausgabe innerhalb der Drillen Internationale aber wird es sein, auf die geiäbrlicke Ausdehnung dieses politischen Sumpfe» und seine verhängnisvollen Folgen hin- zuweisen. Daß die Kommunisten an. der Festiguna des Kapltalis- mus und der politischen Reaktion daS größte Verdienst haben, ist von uns nie beziveifelt worden. Daß aber die K.A.P.D. mit dem bißchen Radau. daS sie mache« kann, die kapita- listische Ordnung auS den Angeln heben wird— dazu gehört' ein Glaube, der nickt nur Sümpfe anStrocknet, sondern auch Berge versetzt. Es waren immerbin Poiaunen, die Jerichos Mauern zum Einsturz brachten, und keine Kindertrompeten. Die Schlichtungsorönung. Vom ReickSoibeitsministerlum wird mitgeteilt: Am 14., 13. und 15. Dezember 1920 ist der aus Grund der früheren Kommiisions- beraiungen aufgestellte amiliche Entwurf einer S ck l i ch t u n g e- ordnung mit Vertretern der obersten ReichSbebörden und der Regierungeik der Länder im ReichsarbeitSministerium durchberaten worden. Unter Berücksichtigung de» Ergebnisses dieser Besprechung wird der Entwurf im Januar nächsten Jahre» dem Reicks- t a b i n e t t zur Beschlußsastung unterbreitet und sodann dem ReichSwirtschaftSrat zur Beratung vorgelegt werden. Spielerei eines Farbentönigs. Bon Fried spürsam, delikat nach- gezeichnet. Unter den Frauen istCheale» Ca hier trotz gewisser Anzeichen gefährlichen Alters in der Stimme noch eine Darstellerin ersten Ranges, die sich nicht einmal von einem stolpernden und stapieudeir Begleiter irrelieren läßt. Wieder bekennt sie sich zu Mahler(sind ehrfürchtig zu Nordländern). Ihre Kollegin Mia Barelow setzt ihren zierlichen, weichen Sopran an blutleere Stümpereien von Siegfried Moritz, und Hanna Sternberg» unfieie Tongebung in Eemeinschafl mit schlechter Texiwahlbehandlung lasten auf gründ- licke Einkehr in der Schule hoffen. Erst das Können, dann das Belenntnis I_ Dr. Kurt Singer. Ein neues Werk Heinrich Cunows. Im Verlag der Buchhand- lung Vorwärts ist soeben ein neue? Werk von Heinrich Cuuow erschienen, der erste 846 Seiten umfassende Band einer großzügigen Untersuchung über„Die Marjfckje G c sch i ch t s-, Gesellschaft»« und Staatstheorie". Da» Buch bebandelt in seinen ersten neun Kapitel die Entwicklung der soziologischen Vor- stellnngen vom Allcrtnm bis Hegel, erst mit den letzten drei Ka- piteln beginnt die Darlegung der Auffassungen von Karl iRari;. Eine derartige geschichtlich zusammenfassende Darstellung war schon längst ein Bedürfnis, man kann nach einer ersten raschen Turckssicht nur bedauern, daß dieser Band so spät kommt und daß eine nach gleicher Methode bearbeitete Geschichte der Volkswirtschaftslehre noch immer fehlt. Cunows Bestreben ist'darauf gerichtet. Lebendiges fortzuentwickeln, nicht Abgestorbenes tvieberzubeleben. und darum kann er das Werl von Stark Mary auch nicht so Maiidclii wie ein Gläubiger seine Bibel. Seine Abkehr von der„Staatsfeindschalt" ist erfreulich, nur daß die Theorie in oieiem Fall der politischen Praxis nachfolgt, anstatt ihr vorauszugehen. Das Ganze— obwohl es in einzelnen Partien, so der ziemlich geringschätzigen Bewertung KantS Widerspruch erregen wird— repräsentiert sich aus dem ersten Blick als eine starke wissenschaftliche Leistung— und einzelne Kapitel gelvähren hohe» geistigen Genuß. St. „Unanstsindige Wissenschaft"'ollie nach einer Pressemeldung dein Leiter de« Dresdner Zoologischen Gartens. Prof. Dr. Brandes,> vom Porsitzenden des'oo-AufsicktSratS vorgeworien worden sein. weil er an Deren des Garten« Versuche über Bermännlichung und Verweiblickuiig von Tieren unternommen halte. Das ioird jetzt offiziell bestritten. Sckon 1914 ie« von der vorgesetzten Körpeffchafl der Wunsch auSgeffrochen worden, zu solchen Zwecken da? Der» Material de? Gartens nicht zu verwenden, lind'M letzten Flühjahr habe Proi. Brande« erklärt, daß er m>l Rücksicht auf den germ en Tierbestand Tiere aus dem Garten nickt medr tu iolcken Versuchen benutzen werde. Direktion und Anftichtsrat werden ober alle willen- ichaiilichen Bersticke unbedingt gestatten, solange sie Leben und Gesundheit und Zuckt der Tiere nicht gciährdeir. Lieg, Gefährdung vor ldas sei bei Brandes' Versuchen der Fallt io müsse der For'cher die Tiere als Eigentum erwerben und er dürfe sie ,u den Selbst- kosien im Garten vei pflegen. Dieie Auffassung werde auch>n anderen Zoologischen �Gärten, insbesondere in Berlin vertreten. Der verhungerte Andersen. In dpi, eben im Münchener ParcuS- Verlag erschienenen.Lebenserinnerungen eines neunzigjährigen All- ftr. H22 ♦ 37. Jahrgang Heilage des Vorwärts dlenstag, 21. Dezember 1920 Groß�erün Soüom am Kurfürftenöamm. Di« rnrmor höchst fraKvinÄvgL Moral dr-z Kurfilrsteichamms hat w-irdor eine sehr peinliche Blohstellung erfahren. Wie wir mit- teilten, wurder der Ingenieur Ewald Frau z ivd seine Gattin in ihrer Wohnung am Kurfürstendamiin 224 wegen sittlicher Ber- fehluriyen. die unter höchst«enartigen Umständen an jungen Mäd» chen verirdt wurden, verchafivk. Der Verhaftete ist mehrfacher Millionär, �was ja schließlich mit seiner Moral nichts zu tun bat, aber auf jeden Fall hat ihn die ungeheure Menge t'erfügbaren Geldes zu dem außervrdentÄcheri Rahmen dieser Ausschweifungen verlockt. Es ist nicht ohne weiteres als feststehend zu betrachten, daß das verhaftete Ehepaar als der allein schuldige Teil angesehen ive.rden muß. Man kann ruhig annehmen, daß die..leidenden" Mädchen, die fast durchweg dem bekannten Typ der Tauenfcien- straße angchö:en, nicht-weniger schuldig sind. Da» Ganze bietet schon heute ein ziemlich klaies Bild der Lustärwe, die im < cutigen Berlin WW. in puacto Moral gar nicht mehr als areszer- ordentlich sonderbar gelten. Die gestrige Z e n ge n V e rneh tn u n g vor der Staatsanwaltschaft III bracht� naturgemäß irichts Neues. ES wurden eine An- zahl Mädchen im Alrer von 18— 21 Jahren, die der sogenannten ..l-estcn Gesellschaft" Berlins angehören, vernommen, und es ist scibstverständlich, daß sie sich dabei in ein möglichst harmloses Licht zu setzen versuchten. Sie erklär ten. durch allerlei Mittel, narkotische und suggestive, gezuningen worden zu sein, an den sonderbaren .Orgien in der 14-Fimmerwoh-nuwg(hirie. wir haben cm Wohnungs- amt!) teilzunehmen. Frairz habe zuweilen die Flucht aus der Wohnung durch das Verschließen der Türen mit Geivailt vsrhinderi, Irch sich die Mädchen seinen Wünschen gefügig zeigten. Sic sagten ferner aus. daß sie die Bekanntschaft des Lüstlings in KinoS, CafeS usw. gemacht hqtten, toobei sie zum Besuch in'der Wobirung cinge- laden wurden, tln scheinend erblickten diese jungen Mädchen aber nichts Besonderes in dem Umstand, daß si: der Einladung ohne weiteres Folge leisteten. Aus allem ist noch keineswegs ersichtlich, ob sireng genommen von einem strafbaren Vergehen gesprochen werden kann, denn in vrclcn Fällen muß eS wohl als feststehend gelten, daß d.e Mädchan � nicht ganz willenl-.rS gewesen sind. Die weitere Untersuchung dürfte Enthüllungen der verschieden. sicn Art aus diesem Sodom bringen, wobei die arbeit ende Bevölkerung hauptsächlich die Frage interessieren wird zu welchen Zwecken in der Zeit der Wohnungsnot die(die vom Wohnungsamt doch wohl gestatteten) 14-Zimmerwoh»ungen benutzt werden. krifts in öer Gasversorgung. Nnr noch für zwei Tage Kohlen. I Eine neue Gefahr steht Berlin in dem Augenblick bevor, in dem eine neue Kältepeciode sich drohend ankündigt. Die Kohlenlaaer der Berliner Gaswerke sind in den letzten Tagen infolge des hoben GnSverbranckis dermaßen zummmengeschrumpft. daß man in städti- s-ben ikreiien die Einstellung der Gasversorgung in bedrohliche Nähe gerückt sieht. Wie die G a s betriebS* gef eil schart imS mitteilt, verfügt ihr H.inptgatwerk uutzeit nur now über einen Kohlenbestand, der etwa für zwei Tage ausreichen dürste. Ter Kohlcnkommisiar bat, wie wir böecn. alles aufgeboten, um dre»röiige Kohle bkränzuschaffen. Es heißt, daß die drohende Einstellung der Gaserzeugung als direlte Folge der Enrentemaßnabmen anzusehen sei. nach der ein mnverhältnismäßig großer Teil der westfälischen und schlesischen Kohle in das Ausland gebt. Die GaSbetricbS- gekellschaft hofft, daß es im lctzicn Augenblick gelingen werde, eine Kaiastrophe zu vermeiden, fühlt sich aber verpflichtet, das Publikum cnt'prechend aufzuklären.(Siehe da? heurige Jnicrat.) Von anderer Seite erfahren wir, daß der Kohlenmangel auch eine Folge der zurzeir ungünstigen Verbälinisie iür die TranSporle ist. die teils durch Niedrigioasser. teils durch Eisgang aurge- halten werden. In Nrederichlesien liegen z. V. nicht weniger als vierzehn Kohlenkähnc mit Ladung sür Verlin eingefroren. ?l»r schwierigsten ist die Lage augenblicklich für das Gaswerk Marieudorf und da? Haugtpakwerk der früheren Englischen Gas- anstalt. Im allgemeinen bildet der jetzige Znstand nur eine Wieder- holung aus dem Winter 1L1.8 1919, in dem auch die Gefahr der Betricbseinstellung ständig vorhanden war. Im Hinblick auf die airgenblickliche Lage sind sofort alle Schritte eingeleitet worden, um den Schwierigkeiten zu begegnen. Es werden Extrakohlcn- z ü g e erwartet, die zur Auffüllung der Lager in den Gas- und ElektrizitälSwerken dienen sollen. Eifersuchtstat eines Polizei osfiziers. Vor dem Haufe Kaiserallee 13l rn Friedenau spielte sich gestern eine blutige Ehetragödie ab. Der. Hanptmami der Berliner Schutzpolizei Freiherr v. Hoffmann war mit seiner Gattin in einen heftigen Wortwechsel geraten, in dessen Verlaus v. H. plötzlich seinen Revolver zog nnd auf seine junge Frau einen Schuß abgab. Die Kugel traf Frau b. H. hinter dem rechten Ohr und trat am Munde wieder heraus. Die Getroffene brach auf der Stelle tot zusammen. Freiherr v. Hoffmann brachte sich dann selbst einen Schuß in die Brust bei, der die Lunge so schwer verletzte, daß v. H. in hoffnungslosem Zustande nach dem Tormam schen Sanatorium in der Kaiserallee geschafft werden mußte. Der Grund zu der Tal soll in Ebezwisligkeiteti liegen. Noch eine neue Steuer? Wie eine Berliner Korrespondenz wisien will, besindet sich unter den beule der Stadtveiordnetenversammlung zugebenden Steuer- vorlagen außer den bereits genannten neuen Steuern und Steuererböhungen auck eine Wagen- und F a h r st e u e r, d. b. eine Steuer auf Droschken und Mietwagen, sowie auf LuriiSwagcn und Luxuspferde. �us üem verleumüersumpf. Als die Gemeindevertretung von Mahlsdorf bor einem Jahre einen sozialdemolratischen Gemeindevorsteher, den Genossen G u S k e an die Spitze der Gemeindeverwaltung gestellt hatte, ver- öffeutlichtc die.Deutsche Zeltung" einen verleumderiichen Artilel gegen GiiSkc. dessen Tendenz m der Behauptung gipfeile, Gusle, dem die Lualifikalion zu seinem Amt fehle, sei von seinen Partei- gcnosien an die Futterkrippe geschoben worden. Diele Behauptung wird mit Verleumdungen gegen GuSkc zu bekräftigen versucht. Der Aitikel sogt, gegen GuSke. der während de? Krieges Feueiwerls- leutnant war. habe ein Hochverratsverfahren geichwebt, dem er sich durch Desertion entzogen habe. Weiter wird angegeben. KuSke sei für den ParvuS-Veilap tätig gewcien und viel- leicht auch für die zu die'em Unternehmen in Beziehung siebende Firma, die die guten Koblengeschäfte mit Dänemark machte. Die.Mahls dorfer Zeitung", die sich zwar parteilos nennt, in Wiiklichkeit aber eine Geistcsverwundte der.Deutschen Zeitung"«st, druckte den Lügenartikel mit Behaaen nach, obgleich ihr Redakteur Sckulze vor dem Abdiuck mit Guske gesprochen und dieier ihn über die völlige Haltlosigkeit der Angaben der.Deutschen Zeitung" unterrichte: hatte. Em von Guske gegen die.Deutsche Ze-tung' beantragtes GerichlSvei fahren scheiterte daran, daß imolge eines VerichuldenS der Staatsanwaltschaft Verjährung eingetreten war. Gegen de» Redakteur Schulze von der.MahlSdorier Zeitung" wurde öffent- lichc Anklage erhoben und Gueke als Nebenkläger'zugelassen. Da sich die völlige Haltlosigkeit der gegen Guske erhobenen lügenhaften Angaben erwieien hatte wurde Sckulze ,n der unter diesen Um- ständen sehr milden S träfe von 1 Ott M. v er»r bei lt. Erlegte Berusnua ein, iniolgedelien wurde die Sacke vor dem Land« gericht HI verbandelt. Tie Verhandlung ergab, daß kein Hock- verraiöverfa.hrcn gegen Guske geschwebt bar, sondern daß er im Jabre 1916 wo er Fenerwerkölentnani war, Arbeiter eine, Mnniltonstabri! zu Sireik zu veranlnsien veriuckl haben soll, was der Eegelistand eines inilitäriicken UnterilichungsverfabrcnS war. Die Beziehungen des Genviien Guske zum ParvuS-Vcrlar be- standen dorm, daß er vor Jahr und Tag einige kommunal- politische Artikel für die..Glocke" geschrieben bat. WaS die angebliche Vcriorgung an der Futterkrippe betrifft»o lourdc festgestellt, daß GuSke sich um den öffentlich auSgeichriehenen Posten des Gemeindevorst' her- ebenio wie viele andere beworben balle und daß ei in Groß-Berlin ganz fremd war und vor ieiner Wahl tn leiner Verbindung mit Moblsdor'er Parte!- geuosien stand. Das Gericht verwarf die Berufung, da ans dem Artikel die Absich« der Beleidigung zu erkennen und die in der eisten Instanz verhängte Strafe außerordentllch milde lei. Karl Wücke-sv Am Sonnabend verstarb im Nenköllner Krai'lcn« Haus nach schwerem Leiden unser Genosse Karl Wücke. Der Ge- nosie Wücke ist allen denen, die schon feit Jahrzehnten im Vorder- treffen der Arbeiterbewegung kämpften, wohl bekannt. Schon sehr früh trat er in die Gewerkschaftsbewegung ein. Zu gleicher Zeit schloß er sich auch der Partei an, und beiden gehörte nun sein ganzes Fühlen und Können. Bckondexs unter den Metallarbeitern hat er jahrzehntelang in der angestrengtesten Weise sür den Aus- bau deS Deutschen MetallarbeilerverbandeZ gewirkt. Lange Jabre vertrat er seine engeren Berufskollegen, die Mciall- icdleiscr, als Branchenleitcr in der LrlSverwaliung Berlin. Seiner Tätigkeit ist es nicht zuletzt zu danken, daßjakrclangdiese Gruppe zu den bcstorganisicrten im Melallarbeiteiverband geborte. Im Jahre 1993 wurde er als Angestellter der Ortsverwaltung Berlin des Deutichen MctallarbeitervcrbandeS gewählt. Auchaui diesem Posten näbin er mit Eiftr und Umsicht die Interessen seiner Kollegen wahr. Mit ebenio großem Eiter arbeucle er auch an der Ausbreitung der Partei. Anfang 1919 trat er in den neugegründeten paritäiiichen Arbeitsnachweis für die Metallindustrie ein, verließ aber nach kurzer Zeit diesen Posten, um als Parteisekretär die Agnation ugter den Beamten und Angestellten zu über- nehmen. Leider war es ihm hier nicht vergönnt, in derselben energischen Weise wie in den früheren Jadren für die Ausbreitung deS Sozialismus zu loirkell. Eine tückiickie Kiankheit warf ihn nieder und fesielte ihn mit Ausnahme von wenigen Monaten lange Zeit ans Krankenlager, von dem er durch den Tod erlöst wurde. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 22. d. MtS., minagö 12'/� Uhr, auf dem Neuköllner Gemeindeiried- Hof, Mariendorfer Weg. statt. Kohlen für daS„möblierte Zimmer". Von Untermietern(Mieter von möblierten Zimniern) wird beim Koblenamt Berlin darüber Klage geführt, daß ihnen von ihren Veimielern. welche im Besitze der Untermieterkarten sind, die zustehenden Kohlen vor- enthalten tverden. Da? Koblenanit Berlin tveist daher die Vermieter nochmals dringend darauf hin, daß die im ß 27. Absatz 3 der Verordnung über die Koblenverteilung vom 6. März>919 getrossenen vestlinnmngcn strikte innezuhalten sind. Nach dessen Wort- laut ist der Vermieter verps lichtet, die aus die Unter- mieteroienkartc entfallende nnd gelieferte Koblcnmcnge nnr für den Untermieter zu vcrwcitden oder auf Verlangen zu dessen Verfügung zu halten. Die neue Zweigstelle der Städlischcu KlciderverwcrtnngS-Gcsell- schuft in der� Warschauer Sir. 83 die übrigens am goldenen Sonntag einen Umsatz von etwa 129999 M. erzielte, veranstaltete gestern eine W« i h nä ch t S b e i ch er u n g armer Kinder nnd Arbensloier. An der Verteilung der zahlreichen GavenlAnzüge, Stiefel. Strümpir) beteiligte sich auch die Gattin des Reichspräsidenten. Nach einiacn herzlichen Worten des Pastoi» Geißler wurde unier den anwesenden Gästen eine Geldsammlung veranstaltet, die eine recht staltllwe Summe sür die Bescherten ergab. Polles capnae. Wsnn man einmal lachen will— aber man darf nicht viel tragen, warum man lacht,— muß mau ins Folios Oaprioo gehe». Erst ist das Thermometer unterm Niiltpunkt, allmählich wen» die beiden G r ü n e ck e r s aui der Bühne er- icheinen. steigt es. Drei Einakter:„Die Rciervc-Tame".„Meine To vier die Herzogin",„Ad dato Neun Monate" werden veuapit, von denen der zweite am gelimgennen ist: einige gute jüdiiche und höfiiche"Witze sind brauchbar ausgewärmt DaS Publikum ist auf die Darbietuiig gut eingespielt. cS vergnügt sich. Bezirksbilduiigsaudichi»!!.«cHröffnel von!>—! Nbr. Doimcrsta.iS von 9—1 Ubr tl'.id t— 7 Ubr.t pwsenllr. 3,-J. Hoi IV, Zi inet lö.— Sosiuliiiiiche Bildnugcsctmle. ärn Monat A-muar n 3. wert ei, zaiei Vortiagsielyen abgeballen. Rcdeübung.— Geschichte der Arbeite beweqimg sParlamentarüctic Gclchichle Tätigleit der Partei>m pandiag. Or amia- torbchc Ausgaben während s« Wadtbewegung). Jede Portra.i-te.be am» taßt vier Abende. Hörgebühr 3 M. Wir blllcii, iccht bald schi llliche Bc- Werbungen zur TeUnabme nu beiden Berauslallungeii an. den scliclär des BildungSau-schusseS Albert Hörtltz. Lindenil!.:I. einzureichen.— Tlicater. Für die Auisübrinig.Rose Bernd' im Noie-Tdealcr, Grohe Fm'ckinr er« Str. 1 32, noch Karten tür alle lt Wcivimchtsicicilage, 2>. 2 i u»».27 De, zember, nachmittags 3 Uhr, zum Pici>e von 3,30 l'i. einichbe-.lut) G.nderode und-Theaterzettel im Bmeeu des Bezirk dildun saiissch<"«» ideu Riii- woch und Sonnabend, nachmtlla» ä'l, Udr. im Zentrai-TSc-ioi-aiov» sliane 31/32 Mäichenoper„Firlesanz"'GilUchciiie ü. 2 M m. zal-r dimg ausichug. Jesikouzc.te. Am 25. Dezember. mittags 2'/, Udr: Welhi achtliche Mustl>'n bei Ali«, Gaiy«>!>>, t.e:.e Friedrtchktra. e. Wir bitten, imvei-ü.ztich die Marten.-in.'iill n V:el» karten zu M. noch am Tage des Zlonzerls in der Kwch. � 6] Die drei gerechten Kammacher. Von Gottsried Keller. Ich selbst-.Dill Euch hinansbegleitm auf dem schweren Wege und zugegen sein, wcilu Iur den Prüfungslauf antretet, damit Ihr einen fröhlichen Mut fasset und einen schönen Antrieb hinter Euch habt, während vor Euch das Ziel des Sieges winkt. Aber so tue der Sieger sich soines GlücTds nicht iiderliebeu wird so sollen die. welche untersiegeu, nicht verzagen ilnh keinen Gram oder Groll von danncn nehmen, sondern nnsers lsichc« vollen Andenkens gewärtig sein und als vergnügte Wander- jünglinge in die weite West ziehen: denn die Menschen haben viele Städte gebauet, weiche so schön oder noch schöner sind wie Seldwylo: Rmn ist ein? große merkwürdige Stadt, allwo der heilige Vater wohnt, und Paris ist eine gar mächtige Stadt mit vielen Seelen und herrlichen Palästen, und in .ftonsmntinopel hem'cht der Sultan, von tiirkischem Glaitben, und Lissabon, welches ernst durch ein Erdbeben ver'chütter w-ard. ist desto schöner wieder aargebaut worden. Wien ist die Hauptstadt von Oesterreich und b'e Kaiserstadt genannt. und London ist de reichste Stadt der Welt, in Engellaud ge- legen, an einem Nuß, der die Them'e benannt wird. Zwei Millionen Menschen wobneu dal Petersburg aber isr die .Haupt- tmd Residenzstadt von Rußland, so wie Neapel die Hairp'stodt des Käirigrciches gleichen Namens, mst dem feuer- speienden Berg Vesuvius auf welchem oinst pinem eiwlftchen Schifsshauptmann ein" verdammt?-irele eiffch'enen ist wie ich in einer merkwürdigen R istbe'ck'? bürg geleftn habe Seele e'nem k�un'si r~i-;V>'»'-und r'rr""'":-''-"/rf.r•> v-r z w'iyn NN nur bö'ia Iii H.''' e an ' in Noch'ksmmrn'n-" dö' aanw Nnerberg st e n A--s?,>.ft?'.n ie auch in des gelohrlen Pete« H's'er? Trak at»s über d e m»l- v nwßliche Gelegenheit der Hölle zu le'?n ist. Noch viele andere Städte gibt eS, wovon ich nur noch Mailand, Vcned'g, iwS ganz ini Wasser gebaut ist, Lyon. Marsiilingen, Straß-' bürg, Köllön und Amsterdani nennen ivill' Paris hob' ich schon gesagt, aber noch) nicht lstürnberg. Augsburg und Zrank-' strrt, Basel, Ben: und Gens, alles schöne«städte, sowie das\ schöne Zürich, und weiterhin noch eilie Menge, mit deren I Aufzählung ick nicht fertig würde. Tenn altes bat seine Grenzen, nur nicht die Ersindungsgabe der Menschen, welche sich allwärts ausbreiten und alles unternehmen, was ihnen nützlich scheint. Wenn sie gerecht sind so wird es ihnen ge- lingen, aber der Ungerechte vergehet wie das GraS der Felder und wie ein Rauch. Viele sind erwählt, aber wenige sind be- rufen. Ans allen diesen Gründen, und in noch manch anderer! Hinsicht, die uns die Pflicht und die Tugend unseres reinen! Gewissens auserlegen, wollen wir uns dem Schickials-ruse: unterziehen. Darum gehet und bereitet Euch zur Wander- schaft, aber als gerechte und l'anftmüstge Männer, die ihren Wert in sich tragen Ivo si? auch hingehen, und deren Stäb 'überall Wurzel schlägt,.weiche, wa.- sie auch ergreifen mögen. sich sagen können: ich habe das bessere Teil erwählt!" Die jianmiacher wollten aber von allem nichts hören sondern bestürmten die kluge Züs, daß sie einen von ihnen änscrwählen und dableiben heißen solle Ikttd kder meinte damit sieb selbst. Aber sie hütete sich, eine Wahl zu treffen. und kündigte ihnen ernsthaft und gebieterisch an. daß sie ihr ijdwrchcn müßten, an sonst sie ihiien ihre Freundschaft aus iimner entziehen würde. Jetzt nannte. Jobst, der ölieste, wieder davon und in das Haus des Meisters hinüber, und spornstreichs rannten di? anderen hinter ihm ber befürchtend. daß er dort el-was gegen sie unternähme, und so schössen sie den ganzen Tag imiher. wie Sternschnuppen und wurden sich imtereinauder so zuwider wie drei Spinnen in einem Netz. Die halbe Stadl sah dies seltsame Schauspiel der verstörten Kammacher die bislang w still und ruhig gewesen, sind die alten Leute wurden darüber ängstlich und hielten die Eriche' nuna für ein acheimn soolles Vorzeich n schwerer Be- -cbeudesten. Gea-n Aben wurden sie matt und er'chöpit. ... sj-ch eir» Bester r besonnen und zu etwas ent- !'d— ff-k'-n"Nd c-n sich Mt PC klappernd in das alte iun neck de.u and m"roch'!N'"r die Teck' und lag. - ,,: t.1«." oestreck- verw-rr en ftiedonken bis ein'' in.!"ck'la-!>:- un in'.obst ivar der erste welcher in'li?i Frühe erwachte und sich daß eckt heiterer FrüblingS- mörgeii ii d e Kammer sifnen in welcher er nun schon seit sechs Jahren geschlafen. So dürftig das Gemach aussah, so erschien es ihm doch wie' ein, Paradies, welches er verlassen sollte, und zwar so ungcroclsterweise. Er ließ seine Augen umhergehen an den Wänden nnd zählte alle die vertrauten Spuren von den vielen Gesellen, die hier schon gewohnt kür- zerc oder längere Zeit: stier hatte der leinen Kopf zu reiben gepflegt und einen dunklen Fleck verfertigt, dort hat e jener einen Nagel cliigeschlagl.n uin seine Pfeife daran zu hängen. und das rote Schnürchen hing noch daran. Weltbe ute Menschen waren das g. wesen, daß sie so Harmlot wi der davongegangen, während diese, welch? neben ihm.-gen, durchaus nicht■ reichen wollten. Dann heftete er sein Auge aus die Gegend zu-nächst seinem Gesichte, und betrachte!? da die kleineren Geganstärche, welch? er schon«auienditra! be- trachtet, wenn er des Morgen? oder am Abewd no.st bei Tageshelle im Be te lag und sich c n.. sei" fo'.:'? n Daseins erfieute Da war eine besiW.g:? �'.?!' n.nn-?- wurr welch? wie ein Land gnsiali m. 2.:> 2 m. und ein Häufchen von groben 2an>körn rn i-i e-lick» selige Inselgruppe vor; weiterhin erst' ckte si st eh m? Schweinsborste welche ans dem Pinst ge'alle: u'n'- r blauen Tünche stecken g-blieben mar. d: r e. n letzten Herbst e nffial ein kleines Restchen soichsl Tiinach ftinden und damit es nicht umkoinmen sollte eine Viertels- wandseike damit angestrichen, soweit es reichen wollt«, und gvar hatte er die Stelle bemalt, wo er zunächst im Bette lag. Jenseits der Scharau sborste aber ragte eine gan-, geringe Erhöhung, toie ein kleines blairrs Gebirge, welches e nc» zarten Schlag ick alten über die Borste wea nackt den glück- seligen Inseln hinüberwarf. Ucber dies G.birge hatte er schon den gongen Winter gegrübelt, da es ihm dünkte als ob es früher nicht dageivesen wäre. Wie er min mit seinem lrau- rigen, duselnden Äuge dasselbe suchte, und plötzlich vermißte traute. er seinen S'nnen kaum, als er statt desielb n einen kle'nen kahlen Fleck an der Mauer wnd dage-ecn'ah. wie dei w'nzige blaue Berg nicht weit davon sich bewegte und zu wandeln'chen. Erstaun l fuhr Jobst in die Höh als ab er ein bsirnes Wunder sähe und'ah. daß es eine gan?-nr welche er also im vorig n Herbst achtlos mit der Farbe''-i r strichen, als si? schon in Erstarrung dagesi'ss n b-att? aber war sie von der Frühlingswärme n?n b-'-bl bo ü aufgemacht und stieg eben ii dic'ein Augaitb'ck? n' i.bfw blauen Rücken unverdrossen die Wand hinan Ei bl ck gerührt und'voll Verwunderung nach: solange sie im Blau r ging, war sie kaum von der Wand zu nnterscheiden: als sie aber ans dein gestrichenen Bereich hinaustrat imd die lebten vereinzelten Spritzer hinter sich hatte, wandelte das gute. bim- melblaue Tierchen' weithin sichtbar seine Bahn durch die dunk- leren Bezirke.(Forts, folgt.) ®le Internationale Artistenloge veranstaltet an, Z. WclimachtZ« feiertag(�7. Dezember 1 320"! im RcichStiallcn-Tbeaicr, Dönhoffplatz, nach- Mittags 2 Ubr, eine W o h 1 1 ä t i p k e i l S- V o r ft e I l u ii g zupimstcn ibreS SllterSversorgungssondS. Nambaite Kiinäler erster Varietö- uno »adarettbllhnen haben ihre Mitwirlnng sreiind>ichit zugesagt, u, a. Kudrim Oildebrandt, Fritz Biandl. 3 ZiicgclS. Oiio>!!lllison-Zruppe, Dr. Wehler« Hubertus, Ma io Cotta, Stary u. üttaiffinow. Vollskunfiabrnde in Lichtenberg. Ter ffädiische ÄuZsibuff für VolkSunterhottung ladet die Enwodncrichast zu einer Reihe von LolkS- tunslobenden in den Monaten Januar bis Apiil 1021 ein, sür die u. a. doS Blötdnel-Orchester, Doltscho, und Lebrergeiangverei» in Lichtenberg, Kastell- Meister Möricte, Hell ha Stolzenberg. Ioicpl, Plaut, Pros. Helling, Hermann tpöilichcr gewonnen worden sind. Die Veianllallungen stnden in den Fest- sälen der beiden Lichtenberger Zicasgymnasien statt. Feste Einzel. adonncmcnts zum Pieiie von 16 A. tür sechs Aussiidiungen(Test- zahlung in zwei'Raten aus besonderen Wunich) sind an zwöts Ausgabe- stetlen ldaiuntet Sladtschiitnbieilung. Nathausstratze 10, Siädtiiche Jugend- buhne, Holtcistr. 7/0, und AnSgabestelleii der Zcitungszentrale) erhältlich. Ziimschau. Im Tport-Palnst, PoiSdauit'» Sirasie, tauien zurzeit ein Film- Singspiel und ein Film-Druma. Aus K- und der beisälligeii Äi-snabine verm Publilum zu ichlleffcn, wiid das Film-Smaff)iet Innen Weg gehen. » R h e i n z a ii b- 1' iinii bring! viele Ausiiabmen von Raturschönbeiten und einen Kranz belnnnier Lieder. Die Juiigirail Loretep aber ist ein am zu mageres Allmodell, bei dem man die Betürchiung einer E> kältung nicht las wird.. Aei ocr.Rache des M a d a i a d i ch a" kann man auch de- hanpiem daff Kleider wohl Leute, jedoch keine Rasse» machen. So iah man indiich ko ltnnierte Schausp'cicr bieder cui opäiich, namenllich in den Be- wegungc». Das Publikum Hai den Voizng, Zu'chauer z» fein, wie eine . Dole aus dem Nirwana zmückgerusen wird, waS ionii im allgemeinen wir Menschen noch nicht erlebt baden und auch nicht etleben werden. Einige Tcmpelauinabmen w ie» schön, vielleicht wären aber aus photographilchem ?ege noch stärkere Wirtungen zu ciztelen gewesen.« 47. Abt. Nabkabend fällt aus. Jnngsozlaiisteu. Ortsgruppe Lichtenberg.«/S3 Uhr Bei Schlenkrich, Simplonstr. 42, Vortrag de« Genossen Wegner.— OrlSgruppe T« m P e l h o j.>/,ö Uhr Suse, Werder- und Kaiser-Vilhclm-'Siratzc, Bortrag. Morgen. 22. Dezember: VI, Uhr erweiterte Funklionärsitzung Abt. 3a. loilenstr. 6. 7. Abt. mal auS. 31. Abt. Die grmetnschasllichen bei Schirm, Char- Zablabende fallen siir bieS- Lokalen: Wrubbck, Groß-Serliner parteinochrtchken. Heute» Lt. Dezember: «. Krris HaUeist.cs Tor.'/j8 Uhr bei Reim, Urbansir. 20, er- weiterte VorslandSsitzuna. 7'/, Uhr Zabiabenb In folgenden Heidenieidttr.20! Büchel, Eberty-. Ecke Kochbannstraxe; Beetz, Tbaerstr. 33. 36. Abt. Abends 7 Ubr: Weihnachtsbescheerung bei Wichmann, Weixenbuiger Str. 1. 3hi. Abt. 7 Ubr Zahlabend bei Bartcl, Rvtestr. 11,.Steueriragen', Resercnl Genosse Kiinglcr. Secker, Schönhauser Allee 176,„Steucrsragen", Zicfcrenl Genosse Heinig. Meher, Oderbergcr Str. 39. 3t. Abt. Abends 7 Uhr: Zavlabend bei Goidbach, Vinctaplatz 7; Opitz. Bernauer Str. lö: Greulich. Gartenstr. 46. Sozialistiiche Giterudeirä-e und Kandidaten an höheren und Wltlel'chuten werden gebeten, ihre Adresse zum Eintritt von Beiprechustgen mitzulcileii an Tausmann. Berlin O.. Zelterstr. 27. 76. Abt., Wilmersdorf. 7 Ubr Weihnachtsfeier im Restaurant Augustahos, Augustastr. 1. Kinder � in gen. « 19. dt» 23. Abt. Die viid..sschiiffmitgliehcr werden gebeien die EinlrillStartc» iür die Votstelluiig zum 16. Januar beim Genossen Medie, Sbcriysir 4. abzuholen. EbcnsallS sind noch einige Lpernlaricu zu haben._ ?ugenüoeranftaltungen. Heute?'/z Uhr: Zentrasjugendhcim. Vortrag: Die Borläufer des Sozialismus.— Borsigwalde. Gemeindeschuie Zieckstrasie Voiirag: Romanlik des See- mannsicbenS.— Brin. Schule Chauffeestr. 132; WrihnachtSseicr.— <5!>ariottei!bnrg. Rosinenstr. 4, vorn 1, Vortrag: Warum sciern wir Wclhnachicn?— Gesüiidbrnnnc». Schal« Golcnburgerstr. 2, Eing. I: Fritz-Rcuier-Adend.— Moabit. Waidenlerstr.'20, Zimmer 12: Vo:trag: Warum mutz die Todcs'iiass abgeschafft werden.— Nordosten. Aula der Reai'chuie Pastcurstiasie: Vorl ag: Ma!eria!istische GeichichlSauffassnng. — Tchvnrberg. RubenSstrasie, Ecke Hanptstratze: DiSlulsionsabend.— Spandau. Obrrihzenm Askamerring: Vortrag: Religion und Sozialis. mus.— Iiiden. Vilwsstr. 10: voricag: Die komnicnde Jugendinter- nalionale.— Tegel. Dahnhosstr. 15: Vortrag: Warum feiern wir Neibnachten?— Tt'evtow Baumschnlenw.g. Der für beute angesetzie Lescabend mutz anSlallen, dafür Mittwoch, den 22. Dezember, im Heim: Weihnachtsfeier.— üAeistensee. Woelt Promenade 1: Vortrag: Der Wert der Frenndichost Schöneberg. Im Jugendheim, Rubensstr., Ecke Hauptstr., am Mtit- woch: Weihnachtsfeier. * Voranzeige. DonnerZtag, den 23. Dezember, 7',', Ubr, kiest Schauspieler Genosse Heinz Fuhrmann im Zentraljugcndheim, Lindenstr. 3, .Rose Bernd", Schauipicl pon Hauptmann.— Zur Aufführung cun 26 Dezember 1320. 3 Nbr. im Bernhard-Rosc-Theater, Grojze Frank- surtcr Str. 132, sind noch Karten zu haben. ftua aller Welt. Große Eisenbahndiebstiisile füsirtcn wiederum zur Deraafituig früherer Sisenchahnavoeitcr rn Erfurt, bic ur.bcmcrn die Güterzüge geplündert Hutten. Gt/Plofion in einem MunitionSdrpot. In einem Munitions- depot bei Oldewbuvg explodicrien zwei Schrapnells, woboi drei Personen getötet und mehrere schwer verletzt wurden. Starkes Erdbeben in Ärgentmien. 150 Torr. Tie kürzlich von den Apparaten iämilicher eutopäiicher Steutwanen wahrgenommenen starten Erdbeben haben in Argentinien in der HochgcbirgS- Provinz M e n d o z a statigefunden. Es gab 1V0 Tote. Gesthästliche Mitteilungen« Künstliche Höhensonne. Für einen Bruchteil der Kosten, die die Anftallstur nur eines Kranken ionit verursacht, können täglich viele Kranke � mit künstlicher Höbenionn«— Original Hanau— bestrahlt werden. Jede -echtzeitig beaonncne Bestrahlungskur spart Uniummcn öffentlicher Gelder, die ionit für spätere«instaitslulen geopfert werden müssen. Verlangen Sie die kostemo'e Auskiärungsschrijt zur Begründung von Kuranlrägcn. Ziehe heutiges Inserat.___ BöetterauSsichten für das mittlere Norddeutfchland bis Mittwoch mittag. Vorwiegend trübe, mit zahlreichen, im Osten gc- ringen, im Westen stärkeren Niederschlägen. Oestlich der Elbe gelinder Frost, westlich ziemlich mild iVeihnafhpr� grdllenteiis unter Ancchaffungspi ei«, rn mo;.err.en iitr«il*nmü(i«rn, u.». iL C_ | ilOScn 255, 200, 110. 550. 525, so. 03,- 32« f' f> w. Phantasie-Tuch, Waschwetten und einzeln« Stofiweslsn aus Resten? P_ äVeSiCra M, 575 180, 536, IIS. 510, 80, SO. 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Sabfncrlnuen Luataplelhaaa •'h Uhr: Arnold Rfacfc In Dlo sefawebendo Jungfrau .Wetropol-Tbratrr. u: Holland weibchen Menon Oporrttenhano Geschlossen, rnorg. z I.Male 7 uhr: Yn-SM tanzt Kenea WwlUnthpMtcr v/t v- Die 4 Robinsons. ScMUer-Thoat. Chart. 7-/.u.: Bettinas Teriobosg Thalia-Theater Gastspiel Haust Niese 71/,; Botschaltartn Lenl. Tb. am HolIeadorTplat» 7 uhr: WennUebeerwachl Mitt. ZV, Uhr: Aschenbrödel. Theater de* Westena Heule und morgen 3>v Uhr Scbnacw. und Roacnrot. �Dfrersten Liehe pliZeit Th.l.d.Kommaadanitnsti'. v/t u. Bsrveijiingte idolar Wallner-Theater S'; Der Gelger ron Lugano. IValhnlla-Theatcr v/t u.: Bastelbinder Casino-Theater Lothringer Str. 37. FeieVtagen i WllMgen. Nachm. 3'.', zu klein. Preisen: Eine- Adele Elte.. Abends V.8; Der Schlager. Der Fehltritt einer Frau, � Polles Kaprice ü8 am Oranienburger Tor. Neun Monate a dato , Die Reservedame Maine Tochter d. Herzogin m. Fcrd. dr&necker. Rudolf Rudolti, Georg Erich Schmidt. Vorverk. 11—2 und ab 6 Uhr. 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Dez.,| j Mittage 12, Uhr auf dem* | Cdcnu'tndofrtcbhof Neukölln, j Z Mariendorfer Weg, statt.' iKezirkZverdsnil 6rsK- Kerlin der S.P.i). ZleukSlln. 22, Drzirk, 89. AotcHung. ?en Mitgliedern die traurige jkaidricht, dag un- ier Genoffc, der«iadivcr- ordnete M Wücke Nach langem, fdiccrcin Leiden»erstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Miitwolst, den'22.6. M„ niniags 12', Ul)r, ans dem Äemcindefriedhof, Diarien- dorirr Weg. itait. Rege Beteiligung er- oaetcl Der Abtcilungeoceüand. SMlMNMklmg vc.'lVältungsttellk Berlin X fl. St, Cinienltr. 03— SS Cneschä'tszeit von vorm. 9 Ilhr bis nachm. 4 Uhr. Telephon: B.mt Norden IKö, 12419, 1997 9714. Slchtnng! Achtung! z»i Teulschcn Metilllarbcitcrvcrband orgnuisiertc Arbeitslose! Die Auszahlung der A-eihnachtsunterstützung für Räch- zllgler erfolgt mit dcrienigen zur Auzgestenertl!. Nähere Aclartntinachuna erfolgt noch. l.gnjit Die Sommifflen. SSik>VSS0920. Der Borstand. Borcl. Wagner. SSVVStS»««/ »und.*? 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Z3, eingusendcn / Der entwischte Schieber. Völliges Versagen der Justiz. Don zustäirdiger Stelle erfährt dcr Sachsenöienst der T.U.: Hofrat Rofenthal(der Geireide-Graßschisber. Red. d.„B.") l�attc, kurz bevor dre Dresdener Kommission am Somutfcenb im Automobil in Berlin eintraf, das Sanatvrvum, in das er sich un- mittelbar nach der Aasar.urlliatrg in der Dresdener Produttenbörse mit se.nem KrafNyagen begeben harte, verlassen. In ga� Berlin fand sich keine Spur von dem Entflohenen. Auch die Berlitrer Be- bürde war bis heute vormittag ohne jede Kenntnis. Die Herren der Dresdener Kommission sind noch nicht sämtlich nach Dresden wieder zurückgekehrt Es gewinnt i-mmer mehr den Anschein, als ob Hofrat Rosenthal, dessen Flucht wcchl das klar sie Schuld- bekenntnis ist, durch seil« Fahrt nach Berlin lediglich seine Spur hat verwische» wollen. Neuerdrogs taucht das Geruch: auf, vßß Hofvat Rosenthal Besitz u n gen in der Tschecho- l o w a k c i erworben habe. Nachforschungen in dieser Richtung werden angestellt. Die Dresdener Bilta des Hofrats Rosenthal am Großen Garten ist verschlossen. Den in Frage kommenden Dresdener Behörden ist dieses Entweichen des Hofrats Rosenthal natürlich äußer st unangcneh in, doch trifft sie außer den Dresdener imtersucheicken Richter der sich durch das bestimmte Auftreten Rosenthals zu dessen Entlassung und sogar zur Herausgabe von titülvOll Mark seiner Kaution bestimmen ließ, keine Schuld. Uns bleibt nur sestzustellen. daß die deutsche Justiz im Kampfe gegen die Eroßschicbe? absolut und r c st l o L versagt. Sie hat Birndörfer entirT'schen lassen, Rosenthal entwischen lassen und wird, wenn sie auf diesem: Weipe fortfährt, aulli noch ein Dutzend andere ent- wischen lassen� Für Großschiebcr scheint die Unter- s u ch u n g s h a f t und die s o f o r t: g e Inhaftnahme nicht zu existieren. Damit vergle-che man, daß die Essener S'rafkamnrer den soziolisti schon Oberlehrer S i e m s e n, der völlig ungerechtfertigt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, weil er in den Kavv-Tagen im Auftrag des Essener Vollzugsrats die Zensur ausacübt hatte, sofort in H a f t nahm, obwohl das Gericht selbst anerkannt hatte, daß Siemsen aus idealen Beweggründen gehandelt und die Zensur in anständiger Weise ausaoüdt hatte, ob- wohl ferner der Unterrichts-minister, Genosse.H a c n i s ch, den: Verurteilten das beste Zeugnis ausgestellt hatte, und obwohl schließlich seine A m n c st i e r u n g klar vorm:?» zusehen war. Würde man gegen die Schieber Birndörfer und Rosenthal n:: r d i c H ä l f t e der E::ergie a:tgewandt haben, wie gegen diesen unbestrittenen Ehrenmann, so wären sie nickst entwischt. Aber freilich, die meisten Richter stehen politisch bei der D e u t: ch n a: i o n a l e n V o l k s p a r t c i, und in ihren Augen ist ein Sojialdemokrat etwas viel schlimmere», als ein Schieber und Wucherer, namentlich wenn der letztere H o f r a t oder Hoteldirektor ist. Rosenthals erste Flucht. Die der Herr Hofrat sicki da? erste Mal scstyw Verhaftung entzog, das schildert unser Dresdener Parteiorgan in folgender Weis«: Bereitwilligst stellte Rosenthal dem KrimalbeaMten ein zn ebener Erde gelegenes Kontor zur Durchsuchung zur Verfügung. Tarin war allerdings nichts zu finden als ein Tchrcibtisch mit leeren Schubfächern. Liebenswürdig lachend entließ Herr Rosenthal die recherchierenden Herren wieder und meinte, man werde sich ja von seiner völlige» Unschuld überzeugt haben. Die Herren aber baten vor dem Ab- schied noch um eine Oeffnung seines Privatkontors. Der Hostat wurde zwar um einen Schalten blässer, nichtsdestoweniger aber führte er seinen Besuch mit größter Bereitwilligkeit in das ge- wünschte Gelaß. War cS unten gänzlich leer gewesen, so fand man hier desto mehr. Große Mengen gehefteter und geordneter Ge- schäsiSpapicre lagen hier. Als sich die Beamten an deren Durchsicht begaben, wurde Herr Rosenthal recht»ervöS; schließlich empfahl er den Beamten, doch lieber gleich alles mitzunehmen. Aber die Beamten hatten wohl schon genug gesehen. Der Kriinmolbcamte münchenerS", die der verstorbene Prof. G. Holland hinterlassen bat, werden Geschichten aus einem Stammtischkretse erzählt. Ein Buch- banMungsgehilse Zipperer galt als die lustige Person dieses Kreises. EincS Tage»(um 1840) erschien ein hoch aufgeschossener Mensch in dem Laden von Oldenbourg, wo er tätig ivar. und begehrte Ander- scnS.EineS Dichter» BazarV SS war jedoch nur der erste Band vorbandew Der Räufer vc» langte nun auch den zweiten Band, allein Fipperer entgegnete schlagfertig: .Ter ist nie erschienen." .Und warum nicht?" „Weil der Dichter vorher verhungert ist." .Herr, das ist nicht wahr!" fiel der Fremd« ein, denn ich selbst bin Andersen." Andersen erzählte diesen Bortall in seinen: Münckener Freundeskreis und so erfuhr gar bald die ganze Stadt davon. Für den Spott brauchte Zipperer nicht zu sorgen. Roch lange nachher fragte ihn bald der. bald jener von seinen Fienndri:„Ra. Zipperer. was haben Sie jüc?Iachr>chtc» von Andersen? Ist er noch nicht ver- Hungen?" Holland lernte den Dichter später selber lcnnen. Andersen schrieb ihm in sein Album:»Da» Leben ist doch das schönste Märchen."_ Theater,(km Neuen VollSthealer wird I» Abänderung de« Spi.uvloncZ beute. Dienstag, der.Biberpelz- aufgeführt «ein»Kinderkrippcnkptrl- nach alldeutschir Klrchenkunst wird am 27. Dezember, b>/, Ubr abends, in der Fraiizösischen Klosterttrche, tklv'ier- ftiasje rüdmle Buch.Arbciler m'ter Tarnkappeu- kcnin. weih, wie er, flbaft im» allocriländ.ich stcrche feine Arbeit ausiant Da» Kind wird auch hier niil oflrncn Sinnen belzlich mitgeben, gahireichc farbige und ichwarze Holz- fchnstlbilder von Fiip.Lang werden ihm d e Freude erhöhen. Da« Werl ist Bilderbuch und Lefebuch in»int.®« lofttt 25 M. Weib werden müssen alle Literaten, wenn sie hören, daß Kollege Kin'lon(I durch III I«c" Pfo. Slerl. gl, 34 Millionen Mark) Bor- fchuv für ein Buch erhält. Dabei wird et vielleicht tu zwei Jahren gefchrteben fein, und vorläufig bezieht Churchill«och Ministergehau erklärte ihm, nicht nur die Geschäftsbücher, sondern auch ihn selbst mitnehmen zu müssen. Daraus tühile er seine» Gesundheilö- zuüaiid ms Felo und gab an. jederzeit von seinem Hausarzt ein Zeugnis erhallen zu können. Er bat no» dainm, ielepboniich an» rufen und sich zu diesem Anruf in das danebenlieqende Schlaf- zimmer begeben zu dürfen, wo das Telephon war. AIS man schon nach kurzer Zeit in das Zunmer sab. war dci Hofrat verschwunden und auch im ganzen Hause mchi zu finden. Er balie sich ohne Hut und Mantel entfernt und«st auch die ganze flacht weggeblieben. Danach tauchte Herr Rosenthal in einem Sanatorium wieder auf und hatte noch die Frechheit, in einem Inserat öffeiitlich zu ntlären. daß er sich niemal« seiner Berhaitung entzogen habe! Daß dieier Mann bei seinem Wiederauftauchen zwar verhaftet, aber sodann gegen Kaution abermals auf freien Fuß'gesetzt und ihm schließlich noch ein Teil der Kaution zurückgezahlt wurde, ist ein Zustizikandal sondergleichen. Rofeiithols Spezialgebiel war die Verteuerung der Waren durch Kcitkiihandel. So bat er m» seinen Komplnen, um nur einen ein- iiar» Fall zu nennen, 200 Zentner Ha�erflocfen von auf 300 M. für den Zentner gesteigert, ohne daß die Ware auch nur vom Orte bewegt worden wäre. Da§ Kettenhäntsternest bat alio. ohne etwas getan zu haben, allein an diesem Geschäft H 500 M..verdient", dafür aber de» Preis der Haferflocken von 2.45 auf 3 M. für da» Pfund herausgetrieben. Derari wurden unzählige Geschäfte gemacht, kein Wunder, daß die'e Ketienhündler in Villen wobnlen, sich Autos halten konnlen uiw. usw. Und dies Gesindel läßt die deutsche Justiz eniivifchen! die Seleiüigten. Ein blinder Passagier ohne Fabrlaite wird an der Bobiisteig- sperre von dem Fahrtarleiikontivlleur angehalten. Durch List ge- iingt eS dem Feslgebalteneir, den herbeikomniendeii StatronSvor- stcher davon zu überzeugen, daß er eine gültige Fahrkarte ab- gegeben habe. Man will ihn laufen lasien, doch nun erklärt er stolz:„Ich verlang« das Beschwerdebuch." Und et beschwert sich über den Beamten, der ihn angehalten hat. serne Bestrafung heischend. Warum wir das erzählen? ES fiel uns just so ein, als wir die Anfrage der Deulschnatronalen Dr. Kaale. D r. R a s ch und S t e n d e l in der Preußischen LandcSversammlung lasen, die von dem Minister Genossen Haenisch verlangen, daß er „den s ch w e r g e k r ä n k t c n Marburger Studenten öffentliche Genugtuung" geben solle._____ der(drgeftb-Nevolverhelö. München, 20. Dezember.(Eigener Drahlbericht d.„Vorwärts".) Der Hotelbesiver F e r st l. der, wie bereit« gemeldet, ohne jede Veranlassung einen Streikposten mit dem Revolver b e« drohte und aus ihn schoß, besitzt einen Waffenschein alS Hauptmann der Zeitfreiwilligen der bayerischen Schützenbrigabe II. 14. Alarmkompagnie, Gruppe 6. Wir sehen nun deutlich, warum die bayerische Ein- wohn erwehr nach Ansicht der Kahr-Regierung bewaffnet bleiben muß: damit sie ohne jeden Grund auf friedliche Arbeiter schießen kann. Wenn die Entente das nicht ein- sieht..._ Crleüigter Klatsch. Eine ganze Reihe von Sklorz-Prozessen. in denen Heinrich Sklarz unter Beistand des R.-A. Dr. K a- lisch er glS Privatlläger austrat, ist jetzt vor dem Settafte�n- gcricht Berlin. Mitte durch Vergleich auö der Welt geschafft worden. In dem einen Fall richtete sich die Klage gegen den Re- daktaur der„Wahrheit" KlocksiauS, wegen eine- in der„Wahr- heit" erschienenen Artikel«.Heinrich Sklorz und da« Polizei- Präsidium", sitachdem der a!« Zeuge angerufene Rechtsanwalt Pasch erklärt huile, daß er zur Ilmerstützung der in dem Artikel außtestellten Behauvtungcn nichts bekunden könne, kam es zu einem Vergleich. Ter Angeklagie nahm die beleidigenden Behauptungen unter dem Ausdruck des Bedauerns zurück, erklärie. keinerlei II»t'er lagen für diese zu haben und verpflichtete sich zum Abdruck des Vergleichs ohne Zusatz von Bemerkuilgen. Gegen die„Deutsche Tageszeitung"� vertreten durch den Redakteur Ackermann, war wegen zweier Artikel: „Ter viclseitge Herr Sllarz" und„Der schwerhörige Scheidemann" Anklage erhoben worden. Auch hier wurde unter Mitwirkung des R.-A. Bartelz na-tb kurzer Erörterung über tatsächliche Vor- gänge ein Vergleich geschlossen, der gleichzeitig für weitere 18 Artikel' Gültigkeit, haben soll. Der Vergleich ging dahin:„Die „Deutsche Tageszeitung" hat die fraglichen Artikel auf Grund von Informationen, die sie für glaubwürdig hielt, gebracht. Nach neueren Informationen ist die„Deutsche Tageszeitung" überzeugt, daß die in diesen Artikeln über Heinrich Sklarz erhobenen Be- schuldigvngen grundlos sind. Sic bedauert daher, diese Be- schuldigungen erhoben zu haben." Durch diese,, Vergleich sind die sämtlichen gegen die„Deutsche Tageszeitung" schwebenden Privat- klagen erledigt. Endlich wurde gegen den Redakteur der„Deutschen Z es- t tiiig" Dr. Ernst B ü l ck. dem RochtSauwast Riebold. zur Seite stand, wegen Zweier Artikel verhandelt. Die eine Sache mußte vertagt werden, weil die Privaiklage durch ein Verseheu dcs Ge- richt« dem Gegner nicht zugestellt worden war. Auch chic zweite Sache verfiel der Veriagung. Zu einem neuen Termin sollen der frühere Wcbrminister R o S k e, ferner Scheidemann, Eichhorn'. Frl. Frieda Winkelmann und Georg Sklarz alö Zeugen geladen werden. Eicvhorn soll sich speziell über die Hilfe äußern, die er im Polizeipräsidium durch Sklarz erhalten hat und darüber, ob ihn der Vertreter der StaatSantaallschaft vor Sklarz gewarnt, aber die Antwort erhalten habe, er könne Sklarz nicht loswerden, weil dieser soeben erst der Polizei eine Million Mark geprimpt habe. Der Privat klüger vorwies darpus, daß Eichhorn bereits die Richtigkeit dieser Behaliptuug unier seinem Eide bestritten habe. Tie Zeugen sollen aber doch gehört werden. - Irianüfrieöen— mit Geiseln! London, 20. Dezember.(Hollandsch NieuwSbureau.) Die „Times" berichten, daß die letzten 48. Stunden in bczug auf Irland drei Fragen tlargestellt haben, und zw«: erstens, daß das Oberhaus und das Unterhaus sich nun freiwillig über den Homerulegesetzent- wurf verständigt haben und über die Errichtung de»(Anfi Srnnfein! Red.) U I st e r p a r l a m c n i S cbenfgll« zu einer Uebereinstimmung kamen; zweitens, daß der Premierminister in einem Telegramm an O'FIaganan deutlich erklärte, eine Regelung auf der Grundlage einer irischen R e p u bä'i k sei unmöglich: dritten«, daß Ge. nerqil Mac Rcädy eine Warnung aussprach, in der er erklärte, daß er Disziplinlosigkeit der Streitkräfte der Krone und Vergehen gegen . KpiegSgesctze mit dem Tode bestrafen könne. Das Zusammenwirken dieser drei Faktoren werde sich sehr weit erstrecken. � Man verspricht sich davon einen weiteren Schritt in der Richtung aus einen günsti- gen Frieden. London, 20 Dezember.(Hollandsch Nieuwsbureau.) Bom heirti- gen Tage ab sollen in Irland bei militärischen Transporten republikanische Are» al» Geiseln mitgefühlt werden, Selbftentlarvung. In Frankreich ist seit dem überraschenden Ergebnis de: griechischen Parlamentswahlen eine starke Strömung zugunsten eine Revision des Friedensvertrages von S ö v r e s im Gange. Einmal herrscht in den leitenden französischen Kreisen die Ansicht vor. daß man bei der Ver- teilung der kletnasiatiichen Beute viel»ngiinstiger abgeschnitten habe als England und Italien, dann aber gibt cß'auch ein- flußrciche polttisch-finanzielleGruppcn.an deren Spitze der ösfiziöse„TewpS" und das mächtige Bankinftitnt „CröditLyonnais" stehen. diesich nach einerWiederantnüpfung der alten finanziellen Verbindung e n mit der Pforte sehnen. Einstweilen hat der Vertrag von Sevres Frankreich nur Enttäuschungen, Losten und Opfer an Gut und Blut einge- bracht und so ist man zu der Erkenntnis gekommen, daß es in jeder Beziehung vorteilhafter wäre, sich mit den Türken auf der Grundlage eines neuen Vertrages zu verständigen, anstatt wie bisher die Kastanien für die geschicktere englische imperialistische Konkurrenz auS der Glut der Syrischen Wüste in: holen. Da nun Griechenland unter Vcnizelos seine Aspirationen auf die kleinasiatische Küste und besonders auf Smyrna in Sövrcs voll befriedigt sah, und dennoch so„undankbar" war, Benizelos bei der ersten Gelegenheit zum Teufel zu jagen und Wilhelms Schwager auf den Thron zurückzurufen, will man cS in Paris dadurch b e st r a f c n. daß man ihm seinen Beuteanteil nachträglich entziehe. Dazu ist aber eine Revision des Sövres- Ver- trageS notwendig oder besser gesagt, damit ist endlich den Franzosen ein P o r w a n d zu der von ihnen herbei- gesehnten Revision gegeben. Dieses Tbema wird nun schon seit zwei Wochen in der französischen Presse in aller Breite erörtert und neuerliche verlustreiche llnternehmungcn der Franzosen in Eüizien haben dieser Kampagne neuen Agitatjonsstofs zugeführt. Doch ist noch nie die französische Argumentation so zynisch entwickelt worden wie durch Gustave H e r v ö in der „Nictoire" vom 14. Dezember, der in feiner gewohnten Art die geheimen Gedankengänge der französischen Machthaber offen und beifällig wie folgt zum Ausdruck bringt: „AlS wir glauben konnten, daß V e ni z e l o S wirklich Griechen land vertrete, konnten wir zur Rot fernem Lande Thrazien und Smyrna flbeukeu. Die Griechen wohnen dort ziemlich zahlreich und zwar feit den ältesten Zeiten, lo daß wir ihnen diese Eebicie zuweisen konnlen. Aber jetzt, wo wir mit Be slimmiheit wissen, daß Griechenland zu unserem geschworenen Feind Konstamin steht, haben wir keinerlei ernsten Grund, den Türken das Nationalitätenprinzip f o rig>or o s aufzuerlegen." Deutlicher kann man gar nicht die jahrelang von der offiziellen französischen Politik betriebene Heuchelei vom „SelbslbcstimmungSrecht der Völker", vom„Nationalitäten- Prinzip", vom«Krieg für Recht und Freiheit" selbst entlarven, als dieS von Gustave Hervö geschieht. » Während Konstantin und Frau unler großem Jubel in Llthen eingezogen sind, verhinderten in London Weniseliften die Abhaltung eines Tedcums in der griechischen Kirche anläßlich der Rückkehr Konstantins. D.e Feierlichkeit wurde desbalo vo'.r Anhängern des Königs ctbeniZS in der griechischen Geiandtschift al-geholtcu.__ fiuslanSsrunülwau. Die polnisch- sozialistische Parteileitung erklärte die Zeit der Koalition fiir erledigt, da der„Verteidr�ungS"-Krreg beendet sei. Vizekanzler Daszhnsk! H.N seinen Rücktritt eingereicht.— Nach polnischer Meldung wütet in den Karpathen Oü-Gali- zienS läng« der galizisch-tschechoilowakischen Grenze ein heftiger Guerillakrieg der ukrainischen Ortsbevölkerung, der so- genannten Huznien, gegen die polnischen OfkupationSbehörden. Das polnische Gcneralkomuiando in Lemlvrg Hai S t r c' s z ü g e. gegen die Aufständischen angeordnet. Diese Bemühungen sind aber erfolglos geblieben, da di. Aufständischen in den hohen Gr- birgen Schlupfwinkel benutzen, dt« für die polnischen Truppen u.n- zugänglich sind. Die Aufitändischen seien pin bewaffnet und starr- den unter der Führung von geschulten Saldaten der gewesen eil galizisch-ukratnischcn Armee. Die finnische Sozialdemokrat i« verlangt schon seit einem Jahre die Ailineslierung aller Teilnehmer an de: Revolution. Rc- gierung und bürgerliche Parteien gaben avcr bisher nickt nack. Deshalb beschloß die sozialdemokratische ReichStagsfraktum, die Än. nahme de« vorläufigen S'aal»voraii schlage» so lange durch C b- st r u k t i o n zu verbindcrn, bi« die Foibermig bewilligt wirb. Ter Reichstag befmoet sich in Dauersitzung. Die Interalliierte Konferenz, hie in Washinglon zusammenge- treten war, um sich über die VerieUung der früheren deutschen Kabel zu einigen, ist ausetnandergegangeii, ohne zn einem Ergebnis zu gellmgen.— Amerika beliebt auf einer dipekte n K a lfe lp e r b« n du n g mit Deutschland; Eng' land soll dieser Forderung günstig, Franlreich aber Ablehnend gegenüberstehen. Die unabhängigen S t«z h! f a b r i k a n t c n d«r Ver- einigien Staaten kündigten eine Herabsetznng der Löhne um 25 Proz. an. Auch die T e x t i l f a d r> ka n t e n in Neu- England wollen einen neuen Lohniaris. der ein« Herabsetzung der Löhne um 22 Proz. vorsieht. Beide Tarif» irrten mit dem t. Januar 1921 in Kraft._ Waffen für dt» Wahlkawps. Für die bevorstehenden Bahlen zum Preußiichen Landlage,- zu den Provinzialtandtagen und zu den Kreistagen sind im Verlag« der Buchhandlung Vorwärts»in» Reih« von Schriften erschienen. Abgesehen von dem Handbuch für die L a n d t a g« w a h l e„ Hab der Berloa eru« Herausgab? der Preußifchcii Verfassung mn einer E'nleitung von dem Genossen Paul Hirsch veröffentlicht, von demselben Verfasser erscheint in de» ersten Tagen dt» neuen JahreS der Führer durch da» Landiagswablgesey(das au» im Worilaut in, Handüu» obgedrucki ist), sowie durch da» Geietz über die Wahlen zu den Provinziallandtagen und ZU den Kreistagen. Unsere agriatorisch täl'gen Genofi'en. die die Vorbereitungen für den Groß« Wahltag am 20. Februar zu treffen haben, find durch diese Schriften in die Lag« versetzt, sich über alle einschlägigen Fragen leichi zu unterrichten. Ter RrichStagSanSschuß für auswärtig» Sngelegenheite» be- fchäftigle sich am Moniag in Anweienbert de» Reichskanzlers and de» Minister» de» AuSwärngen streng vertraulich mit den in letzter Aen an Deutschland überreichten Noten«owie mn der Befissetar «onfneiu, Gräfe tritt auS? Wie die Telegr. Union erfährt, hat der Abgeordnete v. Gräfe in Verfolg eines Zwischenfalles mit seisiem FraktionSkollegen Dietrich feisten AuSlritt au» der Deuifchnatio- nalen Fraktion erklärt, v. Gräfe soll beabsichtigen, diesem Schrilt die N'-der�egung s-ines Mandat» folgen zu loffen. Hunaerstreik sie» Rechtsanwalts Lamtz. In einen Hungerstreik ist der kmriniiiiiistikcke Reck:dnuwalt Lamp-Tlberfeld eingetreten, der sich tarier dem Verdacht des Hochverrais feit zwo» Monaten in tllucrjuchungshajt befindet. i GeWerGhQfisbewegung Gehaltsbewegung an der Serliner Staatsoper. Dcr Ortsausschuß Bcrliu-Slaatöoper des Deutschen Cbuiy sänIcr- uns Ballettverbandes schreib» uns: Während seil Monaten an allen großen deutschen Bühnen, zuletzt am Staatstbeater in München, Chor- und Balleitpersonal durch energisches Vorgehen ihre Bezüge wenigstens einigermaßen der herrschenden Teuerung angepaßt liaben, hatten sich diele Mitglredertategorien an der Ber- lincr Slaalsoper bisher durchaus zurückhaltend gezeigt und der schwierigen Lage dcr EiaalSlheater dadurch Rechnung getragen, daß sie sich mir den Aufbesserungen begnügt haben, dre ihnen uon der Verwaltung allmählich notgedrungen zugebilligt worden sind. Jetzt sind die Chor- und Balletiinitgliedcr nicht länger in der Lage, dcr zunehmenden Verelendung in ihren Reihen stillschweigend zuzusehen. Sie haben bisher Gehälter be- zogen, die ganz erheblich Unter der tariilich für Berlin festgelegten Gage bon 120» M. und der anderer Bühnen im Reich zurückbleiben ses werden zum Teil noch Gehälter von 810 M. monatlich gezahlt) und die dadurch beim Ballett noch verschlechten werden, daß seine Mitglieder, allen Tarifen zum Hohn, teure Bühnenanschaffimgcn selbst bestreiten müssen. In die>er höchsten Noilage hauen Chor und Ballett dcr Siaatsoper Forderungen überreicht, die ein Existenzminimum von monatlich 1250 M. und eine Staffelung bis aus böchstens 1600 M. im Laute von 10 Ticnstjahren vorsehen. Tie Miiglieder wollen sich init diesen bescheidenen E nkün'ten, über die nur die Gagen für einige Sotoballcllangehvrige hinausgehen sollen, beanügcn im Hin- blick auf die gleichzeitig von ihnen strikt verlangte Regelung einer Pensionierung init angemessene» Bezügen. Bis diese rnolgt ist, ' ollen den lüizlich pensioniericil Mugliedern(welche bis zu 42 Dienst» jalne zurückgelegt haben) monatliche Votichüne von mindestens 300 M. gewährt werden. Dieie Fordelunge» sind dem Kultus- Ministerium am Moiilag nachmitiag üderreichl worden, Frist für �le Beanlwoitung ist blS zum 28. Dezembel gestclli worden. Neue Lohnsätze in dcr Essigindnstrie. Die Eiilgardeiier, die init zu der'chlechibezaolieNe» Atbeilei- giuppe gehörten, dat>eli Vilich ihie Eninn'iiigte» uiid Geschlosienheit erreiwl daß sie jetzl in fast gleicher Weffr iv'e an. rie Ärbeiler ent- lohin werden. Die Beieiligle», welche renlos dem Deuiicheu Tians- poriaroeiter- Verband als Miigl'.eaer angehöre», stehen mit dem Arbeiigebervcrband in eineni TanwenragSveihäliins, Das Lobn- ablomiiien war zum 3l. Dezember l92i> von der Olgani'alion ge- tun nt worden. In einer vai wenigen Tagen i.aitgehable» Ver- band,.ng wegen Neinegeluna der Lodliiäye«iiideii nachstedcnde Vere nvaruiigrii get> offen: S>sigaibei>er pro Slnnde 5 50 M, Hof- lind HutSarbeile, pro smiide ö M Jugendliche von l7 bis 20 Jabien vro Kiunde 3,ö0 M., Jugenolich? non l4 bis 17 Jahren pro»lnnde S M. Weibliche pro Sinnde 3,40 M. Kul'cher pro Wt.chc 280 M. In einer Vci'attimliing der beteiliglen Aiheiirr bei chiele Liebenow über die Verhandlungen. In der Tislu'sion wurde zu gegeoen saß die Arbeiigeber diesmal einnchligei waren. Die Ab stimmung er.ab rast die einniünge Annahme der neuen Lohn'ätzi. Monieri wurde allerdings von einigen Rednern, daß, w-niigieicii'i in ein'gen Belrieben gleich wieder Ä r b e l i S st r e ck u n p e n vor genommen worden sind. Wie man im Trüben fischt! Vom Zentralvcrband der Hotel-, Restaurant- und Cafeangc siellten wird uns geschrieben: Uns wird eine VcxsammlungSeinladung übergeben, welche die Stempelau'drucke:„Gastwirlschafiliche Gewerbe, Zentrale Groß- Berlin, Lirnenstr 103 Arbeitcrrat" und«Arbeiterrat O. Dudcck, Gipsstr. 0" trägt. Dazu stellen wir fest: Im Hause Linienstr. 103 ist eine Zentrale des Arb.nterratS ffr das-Gastwirtsgewerbe nicht untergebracht. Es bestrhen zurzeit im Gasiwirtsgelvcrbe m r Arbeitslosen komm rssio- nen der einzelnen Branchen. Dieselben stellen ihre Obmänner zu einem Ausschuß zusammen, um dann mit dcr V e r w a l- tung zusammen alle Fragen gemeinsam zu beraien,.da die Wahl dcr ArbeitSlosenräte durch eine bestimmte Gruppe absichtlich vereitelt worden ist. O. Dudeck kommt als Arbeiicriat für das Gast- .lvirtsgcwerbe absolut nicht in Frage. Er ist nirgends orga- n i s i e r t, lehnt Arbeiten im Gewerbe ab und kann immög ich als Vertreter für die Interessen dcr Angestelllen in Frage kommen. Wir warnen unsere Mitglieder, diesem Maulbclden nachzu- laufen. Die Organisalion. der Zentralverband der Hotel-, Nestau- rant- und Cafeangcstcllten, ist immer und zu jeder Zeit bereit, wenn berechtigte Wünsche dcr Arbeitslosen zu lösen sind, alles für die Besserung ihrer Lage einzusetzen. Das wird aber erst möglich situ, wenn auch de? letzte den ehrlichen Willen hat. seinen Worten k die Tat folgen zu lassen. Rur dir Organisation kann helfen und nur der verdient die Freiheit und das Leben, der täglich sie er- kämpfen muß._ Ter Strafienbahncrstrcik in Kastel. Wie ein Drahtbcricht meldet, dauert der Siraßenbab istreik in Kassel now an. Die Leining der Großen Kasseler Straßenbahn hat sämtlichen streikenden Angestellten die Kündigung zugehen lassen.__ SchlichtungSverhandlungen in der- Metallindustrie. Heute naiiimitlag beginnen vo> einem vomReicbsarbeitsmiiiisterinm cinaeietzlen SchlichiungsauSschuß die Verbandlunaen wegen der von den Angestellten gesmderien Lohnerböbunqen. Als Unparteiische simaieren Unterttaatssekrelär a. D. von Möllen dors als Vor- sitzender, Landrichter I e n n e und Zchuldireklor r ü h n e. Die Entildeidlina dürfte wobl noch am Abend zu erwarten«ein. Miigeteil! wiid da? Resultat den in Aia-Verbänden oraantsierlen VelriebStätcn. Lngestelllenräten. Bctriebsoblenten und Filk!wnär>n in einer Versammliitig, die Mittwoch, den 22 d Mis. abends 0'« Uhr im Musiker-Verelnshaus. Kaiier-Wilhelm-Slr. 31, großer Saal, stattfindet.___ Lohnbewegung im Bnttcrkleinhandck. Die Angestelllen des ButterkleinhandelS nahmen gestern tn einer äußerst stark besuchten Versammlung zu dem Angebot der Arbeitgeber Stellung. Der Reterent Andiee vom Zemralverbmid der Angestellten schilderte nochmgls kurz die Verhältnisse tn der Branche und teilte mit. daß die Arbeitgeber für Verkaussversonal als letztes Angebot 44ä M bis zum Endqebalt nach lö Bernksjghren von öt!ä M. monatlich angeboten haben Die Diskussionsredner w'eien daraui hin daß man gewerblichen Arbeitnehmern ein solche? Aitarbot zn machen nicht wagen würde. Auch die ttontwangestellien wandten sich aeacii da? Angebot der Arbeitgeber und forderten den Zentralv rbrnid der Angestellten fliff, falls die'rbeitaeber nicht noch zur Einsicht kämen, zum änßeist'N Kanip'mit'el zn areisen. Die angebotenen Tar'fsäye wurden hierauf einst. mmia abgelehnt. Arbeitsfufe MetuNfchleiier. Galvaniseure und Kratzer. Au-?- zabliing de» We'htinchts"n>ersti>tzii''a am~ onnerstay, den 23 Dezember nachmittags von 4— 7 Üb' 6-i Effert. Kn'tbii'er Str. 19 D'e im.s'ol'.crbri'''rverl>and organisierten Knopfarbeiter b' sch'äfffgten sich in zwei Branchenrersnmmlungen Mit dem im Ro ocmber in.Hannover abacsch'o"enen L o b n a b' m m e n zu ihrem R ichstarifpcrtrag. Danach sollen ab 1. Dezember Durch- schnitt slöbnc von 3.10 bis 6.00 M und M i n d c st l ö h n e von 2.8» bis 5.40 pezablt werden. In den Versammlungen wurde diese Abmachung scharf gegeißelt. Der Branchenleitung wurde er- klärt, daß cö besser gewesen wäre statt eines solchen Abkommens lieber aar keuis abzuschießen. Eine angenommene Rcsolusion be- zeichnet die Zugesiändnssse dcr Unternehmer als eine Ver- höhn» na der Arbeiterschaft, da sie den fetzigen schwie- rigcn Verhäliuissen nicht im geringsten Rechnung tragen. ! Schltffitunsssausskliufi-Vcifitzer! ?ie Zniainmeiikunst der Tchllchtuna-ansichnü-Bc-sib-r fällt i» diriem Mona» aus. Dir nächste.8«» a m in e n t u n? e findet am Ie»»en Tonnesiaa i m M a n a t Januar litÄl statt, lllka. Qrisiariell viiost-B- rlin. Gcwcrk'chaftskommissso» Berlins und Ilmgrgend._ Klabirrorbritcr Mittk ocki, den SS Dezember, nachm s Ubr: Verliauensinäin-ervcl uimniung im Neic-unbergei Hof, Rrichcnbcrgci Z trage 147. Zen-rnlverb nd der Angestellten. Neibandt- und Pe' einsan lellellte MUiwoch. abend« T/, llhr. in-pavcrlando Feiiiälen. Neue F-.iediichilr. 35: Mitglieoeroerf mm»ng. Teui cher Dranevortordelierverband. Belriebsräle und Betiiebs- obmäunce aller Seklioncn! Heute 7 Ilor im Saal 4 des tZewerllchalts- -amcs. Enaelusci 15: Volloeiiainmlung.— ftrnnf.iöi er uns tlnbinder .Tianspo-t ure dcr Kroh-Beiliner Metnllbelriebe Heule abend 0'/, Uhr bei flmii". Boliaklr 37: vichti-ze Vertraucnsuiännersitzung T ui.tier Musikrrvcrbniid. Abteilung Kiuo.nuiiker. Mitrwoh, vormittags lOhj Uhr pünktlich, im VeroinShauS: Versammlung aller Kinomnsiker Ztervand d. r(«emeinde- u»d Staatsarbeitcr. Miltwoch 6 Uhr in den And: eas-Femälen. iuorcasur. 21, au:eroiScuIliche General- Versammlung. Tagesordnung: l. üe.chluhsassanz über die Er.rö iung de» Lo.'aizill«Inge?. 2. Verbandsaiigclegcndeitcn. Erscheinen aller Dciegicilrn Psliäul Mitgliedsbuch und Dclcgicitenlarle legitimiert. Die Bureaus dcr Ortsscrwaltung sind am dritten WcihnachtSsciertazc geschlolleii. _ Die Oiisvcnoaltung. /ius öer Partei. Ka: irllvcrbaud für Bildung und Sport. Hamburg. 20. Dezember.(Eigener Drablbenctil des„Vorwärt?.") In Hamburg iand am Sonma., eine Delegierlenversammlung der Kartelle t ü r A r b e i t e i b, l d u n g Sport und K ö'r p e r- pflege Rordwestoeutschlauds stail zweck- Zilsamincnschlustes der Oraani'aüonen zu einem Kanellverband. Ter Genosse Tente hielt � s ein Referat, in dem er ausführte, daß die Arbeiiersportbewegung der Zentralisation und Organisation etmangcle. ES fand dann eine'ausführliche Debatte statt, an der sich Delegierte aus allen Gegenden Rordwestdeui'chlandS beteiligten. Dann wurde zur Kründung des nordischen Kartellverbandes für Arbeiterbildung, Svorr und Körverpflege geichrillen und ein Vorstand gewählt. Dem startellverband schloß sich an: Schleswig-Holstein, Kiel, Oldenburg, Hamburg, Bremen, Lübeck, beide Mecklenburg und Hannover.� Da- mit ist in der deutschen Arbeiterbewegung ein enticheidcnder Schritt getan, so daß zu hoffen ist. daß die unselige Zertahrenbeil dieser Bewegung aushört und an ihre Stelle alsbald ein Volksbund für Bildung, Sport und Körperpflege treten wird. Zur preußischen Laudtagswahl. Hamburg, 20. Dezember.(Eigelier Drabibericht dcS.Vorwärts".) Am Sonntag fand in Hamburg eine Bezirkskonferenz deS Bezirks N o r d- W e st der Sozialeemokrali'chen Partei Deutsch- landS statt, in der zur Vorbereitung zu den Wablen Stellung aenommen wuxde. Genosse Oellrich. Mitglied der Preu- ßiichen Lande-: Versammlung, hielt das einleitende Referat und be- sprach die Arbeit dcr Preußischen Landtagsfraklion..�Jn längerer Debatte wurde dazu Stellung genommen und die Maßnadmen be- iprochen, die zur Vorbereitung der Neuwahlen am 20. Februar zu treffen seien. Anschließend wurden die Kandidaten aufgestellt. Die Spitze der Liste bilden Genosse Oellrich- Lehe, Böse- Rothen- bürg, und Brandes- Geestemünde. Ein Jaurds-Dcv.kmal wird in der KlaShüttenstadt C a r m a u r, wo Jaurö? 1885 zum erstell Male in das Parlameut gewählt wurde, errichtet werden._ Wirtschcrst Gute Aussichten für die Zuckcrversorgung. Tic Verarbeitung von Zuckerrüben erreich'te im S c p t e m b e�r und Oktober 1920 in bcn deutschen Zuckerfabriken den Umfang von rund 54.74 gegen 26.87 und 37,73 Millionen Zentnern in den entsprechenden beiden Monaten 1919 und 1918.�— Die deutschen Nübenzuckerfabriken erzeugten in den beiden ersten Monaten des laufenden BetriebSjährcs(Septomber und Oktober 1920) rund 6,87 Millionen Zenincr Rohzucker und 1,53 Millionen Zentner Perbrauchszucker: das bedeutet gegenüber der Erzeugung in den entsprechenden beiden Monaten des Vorjahres ein Mehr von 3.64 und 0,93 Millionen Zentner.— Tie deutschen Zuckerraffinc- rien erzeugten nach amtlichen Berechnungen in den beiden ersten Monaten des laufenden Betriebsjahres(September und Oktober 1920) zusammen rund 683 800 Zentner Verbrauchszücker gegen 1 148 400 Zentner in den entspredfccnden beiden Monaten des Vor- sghrcs.— Tie deutschen Melaffe-Entzuckerungsanstalten haben in � e-n beiden Monaten Seple'mber und Oktober 1920 rund 108100 Zentner Verbrauchszücker hergestellt gegen rund 163 900 Zentner im September und Oktober 1919.— Der Rüchgang dxr Erzeugung gegenüber den beiden Monaten des Vorjahres bei den Zucker- r affin erien und den Melanr-Entzuckerungsanstalten fällt zahlen- mäßig gegenüber der- Mehrproduktion der Rüben- zuckersabriken nicht sehr ins Gewicht und erklärt sich viel- leicht aus technischen Umständen. Stillegung dcr Maschinenfabrik und Mühlenbananstalt vorm. Gebr. Seck Att.-Ges. in Dresden. In der G neralversammlung machte die Direktion Mitteilung, daß- der Streik der Beamten das Stillegen aller Werkstätten nach sich gezogen habe. Im übrigen wurde mitgeteilt, daß, nachdem die ersten drei Monate nur außerordentlich geringe Aufträge erbracht hatten, seit einiger Zeit der Eingang von Bestellungen wieder besser sei. T:e Dividende wurde auf lO Proz. für die asten und 5 Proz. für die jungen Aktien festgesetzt Bctricbsrinfchränkung in der schwebischen Eisenindustrie.-Das Eisenwerk Domnavert hat sein Bcssemcr-Wcrk und einige elektrische Oese« cingestellr. Das Finshhttan-Werk bei Fuipstgd hat seinen Arbeitern mitgeteilt, daß sie nach dem 1. Januar nur zu einem um 1 5 P c oz. niedrigeren Lohn Beschäftigung bei dem Werk finden können._ Beranlw kür den redalt. Teil Dr. Werner Priicr, Charlottenburg: für Anzeigen: T». viloite. Berlin. Vertag: Torwüris-Berlag Ä. m. b. H. Berlin Druck Kor- wärlS-Buchoruckcrel u. LcriaaSankiait Paul Singer u. Co.. Berlin Lindenttr. 3. Sirrzu l Beilage. iJCiKMÖoHvz»."fttit»* ftS.IRUf CLNTVUH2735 Pelikan- Apotheke BIRUXW lUPliQinSTR.9i Kitte iiai>Mehnei