Nr. 623> 37. Lehrgang Msgads L Nr. 174 vez«n»pretS: V■3ttfitöorL 90,—-iH;„ monnIl.lO.— 5JR, fit; in« öous oornu«(ohlbat. Poft- beras Monaiii» 10,- Mb. trN. Sn* sttllunzsqeduht. Unter«tnubanb fül Deulnhlanh unö Oefteneich 16/0 Mi» für ha* übrtqc Autlant sei lityltch emtnaU HafteQunc 2180 Hoftte. ReOunam nehmen an Oefterreidb Unqacr, Tschtcha-EIowaiei. San*. troti, iollnno.-uremoucft,-»weben unb hie Sduneu.— /maetrooen« die Pski» eituitne-Pre siiste. Der„■fonDärts* mit Oer Eoninaa» brOegc.Salt tuBeir* endtemi trori'en* täglich jatctmai Sanniaqe unb Man» tag*■■nmab Sn ea ra mm.-a öreff e �Sojlataemaltal Setiin". Abend-Ansflnbe Berliner VolKsblettt (20 Pfennig") AuzetnrnvretS: 9!e oAlaeipaliene Sioncoreirejiclle loftetS,- ä!., SeuetungsäUid)log 50%. .Atcme SSnjeigen" Cos ictt* zed rüttle War: U— M.(julnffifl zwei ■engebrutfle Sorte), tebee weitere Wart 60 Ptg. EteOenqetliche unb SthiaffteUenoniieigen das erste Wort öS Pia. itbes weitere Wart 40 Psg Warle übet 15 Buchstaben tobten für 'laet Warte. Teueruno s-uschtan 50«!». ?cmulien-An, eigen(Ut Abonnenten Zeile 2.— M. paitttiche unb se» weeuchoilllche Vereins»An>e!gen Z.— MI. die Zeile ahne Ausschlag. Anteiqen tiir die u o chsl e Nummer müssen bis fi Ahe nad'ttttlogs im vauvigeichait. Berlin Z% i. Einheit- ärage 3, abgegeben werben,(bebffnel oon 9 Uhr trüb bis a Uhr abends. Zentralorgan der rozialdcmohratifcbcn Partei Dcutfchlanda Kciäüftion unö Expeöition: EW. ti, Linöenstr. 3. (Ifmiurf rfter: tlm«•»Jortnulatt, Nr. I."» 1!M)— 1 5 1 1)7. vorwärts-verlag G.m.b. h., SÄ). öS, Linöenstr.3. Keruipreetirr:?lmt Bioritiplat,, Nr. II?»!!—!Vt. Der Eisenbahner Schicksalsstnnöe. e««--«. Ith... GZnf ynlX. Sy>s OTv-ii f f rTvAM CPKori Fin finor>v(-TTtrt n fte»S etht/» Kae f�tieiri4ärt!Fi»T�Af>mi*»tt IrrniS' kvITI.CS'" rf 11 1 /?! P1E s» iXnti!?§ Ifülirbe biß t i cf) 0(1)1 1 Uli Der Srkretär des Deutschen EiscnbaHnerverbandes, R?ichstagsabgeordneter Gen. Th. K o h u r, veiösfentlicht unter dieser Ueberschrift durch eine partcigenössisck>e Korre- spondenz einen Artikel, dem wir solgendes entnehmen: Der NeickMohntarif für die EisenHohnarbeiter zerfällt in 8 Lohn- und 5 Wirtschaftsklosien. Hinzu kommt noch, daß der Lohn sich nach 7 Altersklassen abstust. Auf Grund dieser Einteilung sind 260 verschiedene Lohnsätze vorhanden, die dem Eisenbahnarbeiter im günstigsten Falle unter Einbeziehung eines Teuerungszuschlages einen Stundenlohn von 5,36 M. und im ungünstigsten Falle von 3,26 M. garantieren. Für weibliche Beschäftigte ist der Höchstlohn 3 M., der niedrigste 2 M. Berücksichtigt man, daß der Höchstlohn nur in 17 Großstädten erreicht wird und daß in der Privatindustrie bedeutend höhere Löhne gezahlt wer- den, so könnte man billigerweise erwarten, daß die gestellten Forderungen der Eisenbahner eine gerechtere Würdigung als bisher finden. Noch ungünstiger als bei den Arbeitern liegen die Ein- komniensverhältnisse bei den Beamten, wobei wieder zu unterscheiden ist zwischen den planmäßigen und den außer- planmäßigen Beamten. Ein planmäßig angestellter Schrankenwärter bezieht zurzeit im günstigsten Falle ein Jahreseinkommen von 12 756 M., im ungünstigsten Falle von 7566 M.. bei den Diätaren betragen die Sätze 8166 bzw. 5466 M. pro Jahr. Zu diesen Sätzen kommt eine Kindcr- zulage, die für die Arbeiter pro Kind und Stunde einheit- sich 26 Pf. beträgt. Für die Beamten gelten Monatssätze, die unter Hinzuziehung eines 50prozentigen Tcuerungszu- schräges bisher 66, 75 und 96 M. betrugen. An den vor- stehenden Einkommensbeziigcn ist durch den letzten Parla- mentsbeschlnß wenig geändert worden. Bekanntlich erfolgte nur eine Aufbesserung der Kindcrzuschläge und zwar abgestuft nach Teuerungsklassen. Danach erlwlten künftig die Beamten in der teuersten Klasse pro Kind und Monat je nach dem Lebensalter 166, 125 und 156 M.; in den Orts- klaffen v und I?, die die nichtteuren Orte enthalten, 76, 87,56 und 165 M. Für die njchtplanmäßigen Beamten ist eine Erhöhung des Ortszuschlages von 86 auf 166 Proz. vorgeielien. Die Arbeiter ffrtb bis jetzt leer misgegmigen. Deshalb wird es auch kaum überrascht haben, als in den letzten Tagen bekannt wurde, daß der Deutsche Eisenbahnerverband, der 556 666 Arbeiter und Beamte imifaßt, beschlossen hat. den Bwhandlunasweg über die Lohn- und Gehaltssord-crungen nölliq zu erschöpfen, dann aber, wenn das Ergebnis unbe- frisdigend bleibt, den Streik durchzuführen. Die Neichsgewerkschcrft der Ei senbahnbeamten und -cmwärter nimmt zurzeit eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern vor. Wie uns die Führer versichern, ist unter allen Umständen mit einer Zweidrittelmehrheit für den Streik zu rechnen. Die Streikgefcrlir ist durch den Parlamentsbeschluß nicht beseitigt, sondern im Gegenteil erst recht in bedrohliche Nähe gerückt. Ueber den Zeit- tuinktderStreikdurchsllhrung läßt sich zur Stunde nichts sagen. Wenn aber nicht alle Anzeichen trügen, dürfte zu Beginn des neuen Jahres die Schicksals st unde für die Eisenbahner eintreten. Der Appell, der von den verschiedensten Seiten immer und immer wieder an die Führer der Eisenbahner gerichtet wird, sie mögen beruhigend wirken und den Eisenbahnerstreik aufhalien, wird seinen Zweck nicht erreichen, weil eben Not kein Gebot kennt. So bleibt denn mir der einzigst? und auch aussichtsreichste Weg übrig, durch ein verständnisvolles Ent- gegenkommen der Regierung und des Parlaments die drückendste Notlage für das Personal der Reichsbetriebe zu beseitigen. Was die Forderungen der Eisenbahner betrifft, so han- delt es sich vor allem um die Sicherung eines Exi» stenzminimums für die unteren Gruppen. Deutscher_ Eisenbahnerverband und NeickfAgeioerkschaft ver- langen für die Beamten eine Erhöhung der Teuerungs» Zuschläge niit einer Mindestgrenze dou 7666 M. Darüber hin- aus verlangt die Reichsgewerk'clwt eine allgemeine Erhöhung des beweglichen Teuerungszuschlages um 25 Proz., während der Deutsche Eisenbahnerverband einen festen Teuerungs- Zuschlag in den Ortsklassen A und Ii von 8666 M. und 7566 Mark in C und D wünscht. Für die Arbeiter liegt eine gemeinsame Forderung der Tariskontrahenten vor, den beweglichen Teuerlingszuschlag allgemein um 1 M. zu erhöhen. Zugegeben, daß die Der- wirklichung der vorstehenden Forderungen einige Milliarden Unkosten verursacht: aber es bleibt ldoch zu erwägen, ob nicht durch die Durchführung'des Generalstreiks der Eifeirbahner ein ungleich größerer Schaden angerichtet wird. Die Per- antworfung für das, was in den nächsten Tagen geschieht, tragen alle, die in der Lage sind, entscheidend in den Konflikt einzugreifen. Die Frage ist: Soll das Schicksal der Eisen- bahner im Wege aussichtsreicher VerlM>d''inaen oder durch die Arbeitsniederlegung entschieden werden? Die Beantwor- tung dieser Frage berührt aber nicht nur das Schicksal der Eisenbahner, sondern das des gesamten deutschen Volkes. Darum ist die sorgfältigste Prüfung der gestellten Eisen- bahnerforderungen am Platze. Deutschlanös ßinanzlaften. Aus der Nebe deS Staatssekretärs Schröder in der ersten Sitzung der Wiederxrtmachungskonfcrenz sind noch einige be- merkenswerte Einzelheiten nachzutragen. Staatssekretär Schröder führte aus: .Die schwebende Schuld belicf sich im April 1SW auf 64 Milliarden und beträgt jetzt 147 Milliarden. Die Regierung muß bis zum Abschluß des RcchnungSiahres ILM mit einer weiteren Zunahm« der schwebenden Schuld um etwa 25 Milliarden rechnen, was Ende März 1921 eine schwebende Schuld von insgesamt 171 Milliarden bedeutet. Hinzu kommen noch die Verpflichtungen der deutschen Regierung, ihre Staatsangehöri- acn für die Beschlagnahme deutschen Eigentum? in den Entente- hindern zu entschädigen. Eine Gesundung aus diesem Finanz- elend sei trotzdem möglich bei äußerster Spariamkcit, energischer Anspannung der Sieuerkraft, Stabilisierung des Wechselkurses, so- wie unter der Voraussetzung, daß entsprechend den Zusagen des Friedensoertrages die Alliierten von Deutschland keine große- ren Leistungen forderten, als es seiner Leistungsfähig- keit entspreche. Staatssekretär Schröder erklärte sodann die Grundsätze, nach denen die deutsche Regierung den ordentlichen Haushalt vom außerordentlichen unterscheide. Die Lasten, welch« aus den Steuereinnabmen einschiieß'jch der einmaligen Stcuereinkommen gedeckt werden sollen, gehörten in den ordent- lichcn HauShali, während der außerordentliche Haushalt sich auf die Ausgaben beschränke, für die ihrer Natur nach Schulden gemacht werden könnten. Der ordentliche HauXmlt 1920/21 balancier« mit den tatsächlichen Eingängen Die Staaiseinkünfie bis Anfang Nv- oember ließen erwarten, daß die geschätzten Beträge erreicht würden. Beispie'Sweis« brachte die Einkommen steuer, die in den ersten drei Monaten des Finanzjahres I92batztninistcr über die Angelegenheiten des Vertrage? der Deut» scheu Wcrkc-Äahn unrichtig oder unvollständig unterrichtet habe,! Prag, 19. Dezember. Im Herbst dieses Jahres wurde die tschechisaie Partei gespalten. Die nächste Wirkung war, wie überall, wo eine„Rechte" und„Sinke" entstand, zu allererst die, daß der Boden für eine kommunistische Agitation geebnet war. An die Spitze der Kommunisten trat Dr. Schmeral, ein Mann, dessen politische Vergangenheit und charakteristi- scher Habitus viel eher auf einen die Taktik über alles stellenden Kompromißpolitiker als den Führer des„kompro- mißlosen Klassenkampfes" schließen ließ, und von dem alle, seine eigenen Anhänger mit inbegriffen, meinen, er könne in jedem Augenblicke seines politischen Daseins auch anders als er gerade handelt. Mit dem Anschlüsse an die Dritte Internationale zögerten die.Linken" und wollten dies einer späteren Befragung des Proletariats überlassen wissen, aber auch das geschah nicht aus theoretischer und prinzipieller Un- entschlossenheit, sondern aus der taktischen Envägung, als Erbe der sozialdemokratischen Partei zu erscheinen, deren Eigentum in Prag in Besitz nehmen zu können. In diesen Besitz setzte sich die.Linke" vor einigen Wochen auch tatsächlich durch einen kommunistischen Hand- streich. Eine Klag« der Partei ans Aberkennung des durch einen kommunistischen Putsch zustande gekommenen Besitz- rcckstes auf das Volkshaus hotte in allen Instanzen Erfolg und die Beamtenregierung des tschechoslowakischen Staates, mehr Erwägungen politischer Opportunität als ihren sonsti- gen den Deutschen gegenü-ber geübten Gewohnheiten folgend (sanktionierte sie doch fast gleichzeitig die Wegnahme des deutschen LondesthenterS durch die Tschechen) ging daran, dem Urteilsspruche die praktische Wiedereinsetzung des frühe- ren Besitzers folgen zu lassen. Das führte zu blutigen Zu- fammenstößen mit den Kommunisten und im Gefolge zum Ausbruch des Göeneralstreiks. Der Anlaß erschien allerdings sofort als Vorwand und wurde bald vergeffen. Ter Generalstreik dehnte sich in wem- gen Stunden über eine Reihe von Jndustrieorten ans und vor allem wurden Kladno und Brünn, die Städte, in denen die kommunistische Agitation die reichsten Früchte getragen, davon ergriffen. Auch die deutschen.Linken", die ,.R e i che n b e r ge r", welche seit dem Parteitag von Karls- bad ungeduldig an den Ketten zerrten, die sie sich durch An- nähme der Einigungsdeklaration angelegt hatten, entfachten eine leidenschaftliche Agitation für den Anschluß des deutschen Proletariats an den Generalstreik. Das gelang in Reichen- berg selbst, nicht aber in anderen deutschen Industriestädten. In Kladno wurden ,Lievoliitionsausschüsse" gebildet, in der Umgebung von Prag und auch anderswo Großgrundbesitz beschlagnahmt. Da es Zusammenstöße mit Polizei und Gen- darmerie und Opfer an Toten und Verwundeten gab, erhielt die revolutionäre Stimmung Nahrung und der Streik eine Enveiterung. Jetzt sahen die Reichenberger den Augenblick für gekom- men, sich mit den'tschechischen Proletariern zu einer geschlosse- nen Kampffront zu vereinigen. Nach den Streikberichten schien es. als ob nicht nur Böhmen und Mähren, sondern auch die Slowakei und Karpathenrußland sich dem Streik an- geschlossen hätten, wiewohl in Wirklichkeit die streikenden Orte im Lande, die streikenden Betriebe in den großen In- diistrieorten nur Oasen bildeten. Mit der Ausdehnung der Gencrakstrcikagitation und der damit wachsenden Unruhe wuchs auch die Energie der Zlegierung. Sie verhängte über Prag und andere Städte den A n s n a h m e z n st a n d, suspendierte die staatsbürgerlichen Rechte, verhaftete den kommunistischen Revolutionsausschuß und eine Reihe von Kommunisten und ging auch sonst mit der Anwendung ihrer polizeilichen Gewalt rücksichtslos vor. Denn mit den Mitteln der brutalen oltösterreichischen Bureankratie weiß auch die tschechoslowakrsche Republik gut umzugehen. Die Wirkung dieser Gegenmaßregeln war, daß der Ge- neralstrei? zusammenbrach, ohne auch nur ein einziges seiner Ziele zu erreichen. Seine Anreger bliesen, um das vollständige Debacle zu verschleiern, selbst zum Rück- zuge. Aus dem Versuch, die soziale Revolution durch eine Ueber nimpel ii ng zum Siege zu führen, war wieder einmal nichts geworden, er hatte der gegenrevolutionären bürgerlichen Oeffentlichkeit und ihrem Werkzeug, der Beamien- regierung die Schwächung der proletarischen Gesamtposition, welche die Spaltung gebracht und verstärkt hatte, nur offen- bar gemacht. Das zeigte sich, als die Linke VerHand- lungen mit der Regierung suchte, eine Reihe von politisö>en Tagesförderungen stellte— und nicht durchsetzte. Erhöhung der Löhne um 36 Proz.. Rücktritt der Regierung, Sozialisierung deS Grundbesitzes, sind einige dieser nach einer Vereinbarung mit der gegenwärtigen Milcht verlangen- den Bedingungen, deren Annahme abgelehnt wurde. Das voreilige Aufzeigen einer Schwäche für eine Aktion, welche die größte Krastbetätignng der ganzen klassenbewußten Ar- beiterschast zur Voraussetzung ihres Gelingens hat, muß na- funtcf» hu Rsgierung L«S Gruseln abgelvöhnen. In dem Aufruf, den nach Mißlingen deS Generalstreiis die deutschen Linken veröffentlichen, suchen sie die Schuld für das für jeden Denkenden von vornherein feststehende Resultat ihres un- sinnigen Putschcs, der nebst allen anderen Unzulänglichkeiten auch unter den ungünstigsten psychologischen Voraussetzungen versucht worden war, natürlich den„S o z i a l v e r r ä t er n", besonders den deutschen Gsiverkschaften, in die Schuhe zu schieben. Sie konstruieren hierin einen Gegensatz zwischen t'chechischen und deutschen Gewerkschaften. Die Reichenberger Kreisgewerkschaftskommission hatte es abgelehnt, sich mit einem Unternehmen zu identifizieren, über das die Reichs- aewerkschaft und, da eS sich um eine politische Sache handelte, die politische Partei zu entscheiden hat. Daß die politische Partei ihre ernsten, gewichtigen, aus ihrem Verantwortlich- keitsgefühl stammenden Bedenken hatte, war zu verstehen. Die in ihrer Absicht leicht zu durchschauende Darstellung >der Reichenberger, als ob sich die tschechische Gewerkschafts- kommission mit den Forderungen der Kommunisten idcnti- siziert hätte, reduziert sich auf die Tatsache, daß sie den ehr- lichen pflichtgemäßen Versuch gemacht hat, zwischen den strei- kenden Arbeitsbrüdern zu vermitteln, wofür sie natürlich in Betracht kam, da es sich um einen Streit im tschechischen Proletariat handelte. Es macht einen seltsamen Eindruck, daß diese Bereitwilligkeit, die Vermittlung zu übernehmen. zum Range einer beinahe kommunistischen Tugend erst später erhoben wurde, als sie eine dunkle Folie zu den deutschen Genossen zu bilden geeignet war, während sie unmittelbar davor die Vermittlung ablehnten, mit der Begründung, daß das Streibgebiet sich politisch verändert und erweitert habe, daß sie es also ablehnten zu einem Zeitpunkte, da der Ge- danke an die Verwirklichung des kommunistischen Zieles noch die Hoffnungssegel der Kommunisten schwellte. Der Generalstreik ist zu Ende, die Arbeit wieder aufge- nommen. Die Bilanz be§ Unternehmens ist Tod und Ver- wnndung von Arbeitern, Einkerkerung vieler Hunderter Menschen, wirtschaftliche Schädigung des Proletariats durch Lohnentgang in den Tagen vor Weihnachten, neue Verbitte- rung und Entfremdung und, was das Allerschlimmste ist, Triumph der Reaktion, Verstärkung der reaktionä- reu Hoffnungen. Die deutsche und tschechische Linke erklärt sich in einem Aufrufe an die Arbeiter mit dem Kampfresul- tat zufrieden, den Plan der Reaktion als mißlungen. Auch in diesem Augenblick hat die Linke den traurigen Mut, zur Bekämpfung jenes Teiles des Proletariats aufzufordern, der nicht zum Kommunismus hält und seine Experimente mitzumachen ablehnt. Es ist jedoch mit Sicherheit anzuneh- men. daß der Teil des Proletariats, an dcn sie sich wenden zu können hoffen, gerade durch die Erfahrungen dieses Gene- ralstreiks belehrt, sich wesentlich vermindern wird. GPZiöses zu den preußenwahien. AIS ein Blatt, das mit der Reichsregrerung im Vertrag steht und von Stinnes zu seinen Zwecken angekauft ist. führt die„Deutsche Allgemeine Zeitung" ein eigenartiges Doppel- leben. Heute morgen veröffentlicht sie unter der Heber- schrist„Bürgertum und Wahlen" einen schreiend ogitato- rischen Artikel, in dem sie das ganze Bürgertum auffordert, sich bei den Wahlen gegen die Sozialdemokratie zu einigen. Die Sozialdemokratie, heißt es in diesem Aufruf, wolle ihre Macht diktatorisch ausnutzen, um das Bürgertum zu knebeln. Als Ziel wird proklamiert, den„maßgebenden Einfluß der Sozialdemokratie in Preußen", d. h. ihre gleichberechtigte Stellung innerhalb der Koalition zu brechen und ein Zu- sammenarbeiten der bürgerlichen Parteien zu er- möglichen. Von dem Organ einer republikanischen Regie- rung wäre zu erwarten, daß es als Ziel der Wahlen die Ge- winnung einer sicheren republikanischen Mehrheit aufstellt. Das Organ des Herrn Stinnes aber gibt die alte antisozialdenwkrotische Sammelparole heraus, unter der im alten Deutschland stets um Zchron, Junkerherrschaft und Kulturöiktatur. Von Paul Gutmann. Während die Volksbühnenbewegung bemüht ist, das Volk zum Verständnis dichterischer Meisterwerke heranzubilden, von dem Grundsatz ausgehend, daß das Beste für das Volt gerade gut genug ist, versucht eine radikale Gruppe die Knnst in den Tienst Partei. politischer Anschauungen zu stellen. Hier entsteht eine Gefahr für die echte, aus dem Seelischen schöpfende Bildung, wogegen nicht früh genug angekämpft werden dann. Das Proletarische Theater würde sich zweifellos ein Verdienst erwerben, wenn es daS Kunstverständnis und die Urteilsfähigkeit seiner Zuschauer an wert. vollen Dramen aus dem Leben der Gegenwart heranbilden würde, ganz gleich, ob der Autor auf die strenge Parteidoktrin«ingeschworen ist oder nicht. Er müßte nur menschlich und künstlerisch Wertvolles zu bieten haben. Aber die Bestrebungen dieses Unternc Honens sind, wie aus dem Inhalt des Programmhefts hervorgeht, anderer Art. „Der Selbsterhaltungstrieb der Arbeiter bedingt, daß sie sich im selben Maße künstlerisch und kulturell befreien, wie politisch und ökonomisch", heißt es in einem einleitenden Aufsatz:„Ueber Grundlagen und Aufgaben des Proletarischen Theaters." Was bedeutet das? War die Kunst bisher lediglich daS Werkzeug einer Klasse oder schufen nicht vielmehr die Künstler, sofern sie auch der Nach- wolt noch etwas zu sagen haben, über den begrenzten Horizont ihrer ftlafie hinaus, zum Teil sogar in bewußtem Gegensatz zu ihr? Jene Worte drücken eine grobe kulturgeschichtliche Fälschung aus. Jede echte und ursprüngliche Kunst stellt den Selbstgestaltungs- Prozeß der künstlerischen Persönlichkeit dar. die mit ihrer Hilfe nach Ausgleich ringt. Mag sein, daß ein schöpferisches Genie zufällig mit dem seelischen Inhalt seines Zeitalters übereinstimmt, wie es, in einer seltenen Periode hoher Kultur, bei dem jungen Mozart der Fall war, mag sein, daß es in titanischem Ringen über das Jahrhundert hinauswächst, wie Beethoven. Immer jedoch ist das Wesentliche die Auflösung der Zeitbedingungen in das freie schöpfe- risch« Spiel der Form. Es gibt zufriedene Idylliker in der Kunst, es gibt ebenso ewig kämpfende Revolutionäre. Strindberg lag mit Gott und dem Teufel im Streit, ja er bekämpfte sich selbst auf jeder Stuf« seiner Entlvicklung. Schiller und Goethe waren in ihrer Jugend revolutionär, in ihren reiferen Jahren fügten sie sich der bestehenden Ordnung. DaS sind aber zeitliche und persönliche Be- dingtheiten. die den. Wert der künstlerischen Tat in nichts berühren. Der größte Komödiendichter aller Zeiten, dessen Werke noch heute von Leben sprühen, Aristophanes, gilt unter dem Maßstab der Ge- schichte alS Erzreaktionär. Dantes„Göttliche Komödie" ist gleich- sam der Kanon seines, in den strengsten Formen des Nitteialters erstarrten, katholischen Zeitalters. Dostojewski, der größte russische Kapital gekämpft worden ist. Es wäre von Wichtigkeit fest- zustellen, ob das zugleich auch die Parole der Reichsre- g i e r u n g ist. als deren Organ sich die„Deutsche Allgemeine Zeitung" noch immer einer bevorzugten Stellung erfreut. Das Recht auf waffengedrauch. Ein Jurist schreibt uns: Die Marburger Zciftreiwillizen sind wiederum vom Schwur- gericht freigesprochen worden. Damit hat der traurige Fall vor- läufig seinen Abschluß erreicht. Wenn in diesem Falle nun auch nichts wieder gutgemacht werden kann, so erscheint es um so not- wendiger, darüber nachzudenken, wie man füx die Zukunft ähnliche Vorkommnisse verhindern kann. Dabei drängt sich die Be- obachtung auf, daß im Falle von Mechterstodt. wie in zahlreichen anderen Fällen, eS die Dienstvorschrift über den Waffengebrauch des Militärs war, die den Borwand zur straflosen Hinschlachtung Nn- schuldiger geboten hat. Es erscheint uns angezeigt, diese Dienstvorschrift einmal unter die kritische Lupe zu nehmen. Sie stammt noch aus der kaiserlichen Zeit. Die seit langer Zeit in dieser Beziehung herrschende Hebung ist in der Dienstvorschrift über dcn Wafsengebrauch des Mili- tärs vom 111. März 1014 zusammengefaßt. Die Vorschrift ist seiner- zeit unter Gegenzeichnung des preußischen KriegZministerZ veröffentlicht worden und erhielt dadurch auch den Zivilbehörden gegen- über rechtliche Geltung. Sie ist sonderbarerweise auch nach der Revolution beibehalten worden. Danach ist Wasfengebrauch zulässig, wenn der Verhaftete entspringt oder den Versuch dazu macht. Vorherige Androhung ist nicht erforderlich. Allerdings hat der Gebrauch der Schußwaffe nur einzutreten, wenn ent- weder ein besonderer Befehl dazu erteilt ist oder andere Waffen unzureichend erstiheinen. Im vorliegenden Falle batte Hauptmann von Selchow, wie er selbst als Zeuge bekundet hat, ausdrücklich den Befehl er- teilt, bei jedem Fluchtversuch sofort zu schießen. Er hat auch noch hinzugefügt, die Angeklagten hätten durchaus in seinem Sinne gehandelt. Durch seinen Beiehl würden sie also nach der Diensworschrift unter allen Umständen gedeckt sein, falls wirklich Fluchtversuch vorgelegen börfe. Aber c? hätte des Befehls nicht ein- mal bedurft. Die Angeklagten hätten sich immer darauf berufen können, baß Ihnen die anderen Waffen als unzureichend er- schienen waren und dies hätte kaum widerlegt werden können. Die Dienstvorschrift gibt dem Soldaten n'cht nur das Recht, sondern legt ihm auch die Pflicht zum Waffengebrauch auf, so daß er sich bei N! ch t b e f o l g u n g nach dem Militärstrafgesctz- buch st r a f b a r machen würde. Der Soldat wird unter solchen Umständen eS in der Regel für angezeigt halten, von der Waffe chrr zu viel alS zu wenig Gebrauch zu machen, denn die Gefahr, bestraft zu werden, ist beim Nichtge- brauch der Waffe viel größer alS im umgekehrten Fall. Die Mili- tärgerichte haben überdies ausdrücklich erklärt, daß die Rücksicht auf die Gefährdung von Passanten das Recht des Militärs zum Waffen- gebrauch nichtaus schließt. Wenn man bedenkt, in wie vielen Fällen gerade in den letzten Jahren Unschuldige dieser Dienst- Vorschrift zum Opfer gefallen sind und wie das„Erschießen auf der Flucht" in der letzten Zeit eine gerohez* typische AuSrrd« geworden ist(man denke nur an dcn so überaus traurigen Fall Paaschs), so muß eS an der Zeit erscheinen, endlich einmal mit dieser Dienst- Vorschrift aufzuräumen. ES gibt auch andere Mittel, um das Entweichen von Verhafteten zu verhindere DaS unveränderte Fortbestehen der Vorschrift ist um so bedenklicher, als gerade militärische Dienststellen häufig in keiner Weise prüfen, ob ein juristisch halt- barer Grund zur Fe st nähme überhaupt besteht und da» her die vom Militär festgenommenen Personen sich in zahlreichen Fällen überhaupt nicht strafbar gemacht haben. Warum ist v. Graefs gekränkt 1 Zu' der Angelegenheit des mandatSmüden Herrn v. G r a e f e erscheinen in der alldeutschen Presse recht seltsame Erklärungen. Danach soll sich Herr v. Gracfe gekränkt fühlen, weil sein Fraktions- genösse, der Abg� Dietrich, als Vizepräsident des Reichstags einen unpassenden Zwischenruf deS Abg. Graefe in mildester Form g e- rügt hat. Dichter bekämpfte den Sozialismus. Soll der Proletarier die Be- rührung mit diesen Dichtern vermeiden? DaS hieße ihn als un- mündiges Kind behandeln oder als urteilslosen Schwächling, der dem Gift der Uebcrredung ohne weiteres versallen würde. Die Leiter des Proletarischen Theaters scheinen auf ihr Publi- kum wenig Vertrauen zu setzen. In dem erwähnten Programms- tischen Aufsatz heißt eS weiter:„Unter Umständen kann man an den Stücken auch Veränderungen vornehmen... Auf diese Weise kann ein großer Teil der Weltliteratur der revolutionären proletarischen Sache dienstbar gemacht werden, ebenso wie die gesamte Weltge- schichte zur politischen Propagierung des Klasscnkampfgedankens be- nutzt wurde." „Dlcnstbar gemacht werden." Hörten wir nicht schon einmal ähnliche Töne? DaS war damals, als Wilhelm seinem Hofdichter Laufs befahl, die erhabene Tradition der Hohenzollern oen Unter- tanen vermittels Epen und Drwiren einzubläuen. als zum Gelächter deS Auslandes Leoncavallo den„Roland von Berlin" vertonte, als der„Sang an Aegir" jedes gebildete Ohr beleidigte, als der Tier- garten iu einen Rummelplatz zur Reklame für das Herrscherhaus verwandelt wurde. Welches Kunstbanausenwm, welche Mißachtung des Proletariers liegt in jener Auffassung. Wenn der Verfasser eines andern Artikels aus demselben Heft die Frag« stellt, was das Proletariat von der Philosophie deS«Als ob" oder vom Expressiv- niSmuS habe, sollte man ihm antworten, daß ein Lehrmeister, der seinem Sckiüler einerseits schmeicktelt. andererseits aber von vorn- herein an seiner Aufnahmefähigkeit zweifelt, ein Schelm ist. P r o l e t k u l t, dieses aus Rußland importierte Schlagwort. soll deutsche Köpfe umnebeln. Welcher einsichtsvolle Mensch aber könnte glauben, daß man mit so primitiven Meihoden auf die Tauer bei uns den Proletarier zu befriedigen vermöchte? Während die russische Kultur kaum ein Jahrhundert alt ist, das russische Volk in den Anfängen geistiger Entwicklung steht, blickt der deutsche Ar- beiter auf eine jahrtausendalte Vergangenheit seines Volks zurück, weiß er sich eins mit den großen Dichtern und Denkern der Natioe Eine kulturelle Einseitigkeit, wie sie die Russen predigen, empfände der Deutsche als Verarmung, als geistige Knechtschaft, als empörende Vergewaltigung seiner Persönlichkeit. ES hieße daS Wertvollste dem Deutschen nehmen, wenn man ihm seine Vielseitigkeit raubte, in der das Licht aller Kulturen sich spiegelt. In nichts zeigt sich die geistige Dürftigkeit der bolschewistischen Lehren so deutlick», wie in dieser Kunstdoktrin, die alles freie persönliche Leben zu Boden stampft, der der„Faust" gerade recht wäre, um daraus ein Propa- gandastück für die Masse zu machen. Das Szenarium bietet ja die denkbar günstigsten Handhaben hierfür. Doktor Faust, der bei keinem rechten Beruf zu bleiben imstande war. ist der blasierte Ver- führer, Gretchen. die mißbrauchte Proletarierin. In Mephisto ver. körpcrt sich das Kapital, da? olle Lockungen dieser Erde zu bieten vermag. Schlemmerkneipen, Nackttänze, Geisterbeschwörungen spiri- Im Reichstag ist es schon öfter vorgekommen, daß Abgeordnet« durch Präsidenten, die ihrer eigenen Partei angehörien, sogar zur Ordnung gerufen worden sind. Zu Konflikten hat das bisher keinen Anlaß gegeben Uno auch hier scheint der Konflikt nur als Vorwand bei den Haaren herbeigezogen, wäh rcnd in Wirklichkeit ganz andere Ursachen zugrunde liegen. Sollte nichi bei der Sache miispiclcn, daß in deuffchvölkischcn Kreiscir trotz der lebhaften gegenteiligen Leleucrumg des(junggeadeltcn) Herrn v. Gracfe immer weder Zweifel an seiner rein arischen Abkun't auftauche:., wobei man sogar die Lieh. losigkeit begeht, sich gegen die Angaben des Herrn v. Gracfe auf de� Augenschein zu berufen?! Fürchtet Herr v. Graefe das Schick sal des Fräulein Anna v. Gierte, will er dem gleichen Los durch rechtzeitige Mandatsniederlegung zuvorkommen? tzö'lz-Gexöiftsn vor Sedckt. Vor dem Landgericht Dresden hatten sich der Kaufmann. R ü t t e r, der Sirahenhändler W l n k I e r und der Arbener Schneider, sämtlich aus Chemnitz, wegen versuchter schmerer Erpressung zu verantworten Ersterer war in den Falken. stein er Hölztage» als Gardist tätig und war am S. Apcil mit 60 anderen Hölzgardisten zu einem Zuge nach Plauen i. V. kommandiert worden. Tori angekommen, nahm man Geiseln fest und begann zu plündern; ein„requirierter" Tafelwagen diente zum Wegschaffen der erbeuteten Sachen. Bei diesem Plünderungsznge kam man auch vor die Villa des Rentners Baumann. Eine An- zahl Hölzgardisten stürmte mit vorgehaltenen Gewehren ins HaiK. forderte die Hausangestellten auf. ihre Sachen zu packen, weil das Haus sofort angezündet werde. Dem Hauspersonal wurde auch anyeraten, von den Sachen der Herrschaft mitzunehmen, was sie vermöchten. Der bedrängte Rentner legte sich aufs Verhandeln. Die Bande forderte 20 000 M. wenn von der Inbrandsetzung des HauseS Abstand genommen werden solle. Da B. diese Summe nicht hatte, gab er eine Hypothclenbescheinigung als Pfand und versprach das geforderte Bargeld bald zu beschaffen. Darauf zog die Rotte weiter. Diese Vorgänge sind unter die Amnestie gefallen. Rütter würde deshalb auch nicht vor Gericht stehen, wenn er nicht nach dem Zusammenbruch des HölzsxukS versucht hätte, von Bau'mann in Plauen die 20 000 M. zu erpressen, die dieser versprochen hatte zu zahlen, wenn man sein Haus nicht anzünde. Bei der Erpressung bediente sich Rüttcr der beiden Mitangeklagten, die er mit Verhal- tungSregcln versehen zu Baumiann schickte, um durch Deutungen das Geld zu erpressen, das unter die drei geteilt werden sollte. Der Plan mißlang. Rütter erhielt für diesen ErpressungSversuch 18 Monate Zuchthaus, während Winkler und Schneidre mit je 0 Monaten daronlamen. Bn Moskau. Amsterdam, 21. Dezember. jHollandsch Nicuwsbureou.) Der Vorstand des Internationalen GewerkschastS- Hundes bat an S i n o w j e w als Vorsitzenden der 3. Jntcr- nationale ein Schreiben gerichtet, in d�m er ihm die auf der Low- duner Konferenz gefaßten Entschließungen mitteilt. In einem B c- gleitschreibcn wird bemerkt, daß man gern weitere Crläute- rungen über die Vestrcbungcn deS Internationalen GewerkschastS- bunde? mitteilen wolle. Ferner hoffe man, daß Sinowjcw auch Mitteilunicn über die russische Gewerkschaftsbewegung machen werde. Der Dorstand gibt dann bej Meinung Ausdruck, daß der Vorsitzende des russischen Gewerkschaftskongresses der Gcwerk- schaftsbcwcgung nicht nur der eigenen Sache, sondern der Sache deö ganzen Proletariats Nachteil gebracht habe. DaS Bureau des Jnternalionalen Gewerkschaftshundes hat ferner an den spanischen Min ist« rp räside n t«n ein Schreiben gerichtet, in dem gegan die fortwährende Verletzung der Freiheiten und der Rechte der Arbeiterbewegung m Spanien Protest erhoben wird. Es wird darm, erinnert, daß die spanische Regierung daS 13. Kapitel des V ersa i l l e r Ver- t vages genehmigt habe, daß die spanische Regierung auf der Jnter- nationalen Arbestskonserenz in Washington vertreicn gewesen sei und den Grafen de E z a als Vertreter im Internationalen tistifcher Zirkel würden das Publikum mit dem hohlen Treiben der höheren Kreise bekannt machen. Zum Schluß erblindet der milliar- denschwere Unternehmer Faust, sicherlich an oen Folgen der Syphilis, die ihm sein Lasterleben eingebracht hat. Gretchen ist inzwischen in Sowjetrußland angelangt, wohin ihr Faust folgt, der nunmehr im Himmel zu sein glaubt. Welche Aussichten für den jungen, dem Proletkult dienenden Dramaturgen! „Teil" im Deutschen Opernhaiise. WaZ ist uns Tell. die letzte große Oper Rossinis? Eine Erinnerung. Eine Ruine. Der Italiener, der Schwan von Pefaro hat, bevor er sich endgültig dem Studium der Schlemmerei in den Pariser Küchen widmete, den Eharakier, die noble Gesangsmanier, die saubere Koloratur- Neigung abgestreift und sich auf die historische große Oper ge- warfen. Der Barbier war eine Genieleistung, der Tell ist eine letzte Probe der Tüchtigkeit. Die Unwahrhaftigkeit der Oper wird in diesen dem Text gar nichi mehr anstilisierten Noten, Rezita- tiven, Arien allzu deutlich. Und die Weyerbeer-Vorahnung des Terzetts, der R'itti-Sckwur zeigen das Lperngenie Giacomos in bengalischem Lichte. Wozu also eine Ruine historischen Anden- kenS wieder ausbauen? Ich verstehe Direktor Hart mann nicht mehr. Doch da ist die Ouvertüre, ohne inneren Zusammenhang, in gewohnter Dreiteilung potpourrieartig an die Spitze gestellt, ein wahrhaft packendes, auch instrumental bedeutendes Stück, von Waghalter mit Leidenschaft und künstlerischer Stufung auf- gebaut. Und sofort beginnt der Abstieg, unfaßbar. Mit Staren läßt sich solche Oper machen, denn sie enthält Bombenrollen. Aber Laubenthal mit der roten Jntrigantenperücke und den puppenhaften Bewegungen wirkt nicht mehr ernst. Von Scheidt hatte wenigstens in der Apfelschuß-Szene einen großen stark erlebten Augenblick. Die Mathilde der Emmy Zimmermann blieb ebenso stereotyp sund gesanglich blaß), wie die gesamte Haltung der Komparserie. Die Zeit der lebenden Bilder zu Geburtstags- feiern wurde wieder wach, als man den Rütli-Schwur sah. 25o blieb die Neuinszenierung? Man sah sie nicht. Aber das Publikum war'S zufrieden. Schade. K. S. Das erste»berkenkcssivnelle fnuS. Für da? erste überkonfefsio-- nelle Hau?, dessen Grundstein neulich in Niederschöneweide gelegt wurde, bat setzt Bruno Paul«ine Anzahl von Entwürfen geschaffen. Sie sehen, entsprechend ven vielfältigen Zwecken, denen dcrs Haus dienen soll, ein« belebte, um einen großen Jnnenhof gruppirte Gebäitdegrupp? von schlichter äußerer Haltung und innerer Form vor. An der Längsseite des HofeS wird sich das über» konfessionelle Haus selbst erheben, dessen Hauptraum als Vortrags- und Thcatersaal ausgebildet ist. Ein Sondereingang führt in die Urnenhalle. Ein großer Turm, der in den Jnnenbof hineinragt, wird ein Bureauhaus darstellen. Dazu kommen Versammlung?- räume für Jugcndvereinc. eine Bibliothek usw. Die Anlag« wird weiter eine Anzahl von Wohnhäusern einschließen. Für die knnst- lerich? Ausschmückung haben August Gaul und Otto Hettner Plön« eingereicht. ÄrfwitStmn:«! habe. DeKhaVb«rHettst daS Buvecnr di« DermrMung der spiMischen Rsg.cnmg, um die Verfolg uiwg der spanischen Är- dciter oinstellen KU lassen und für die Koalitionsrech�e der Arbeiter enrzutreten. An Erwartung öer Ententebescblüffe. Brüssel, 21. Tez. fHavrs-Neuter.) Die S a ch v e r st ä n d i- k!en der Bcrbündeten traten gestern nachmittag zusammen l-nd nalimen von den vorläufigen Berichten Kenntnis, die von den« jenigen Tachvcrständigcn vorbereitet waren, die den Auftrag hatten, init der deutschen Delegation bestimmte im Laufe der vorhergehe»- de« Sitzung erörterte Punkte zu studieren. Die Prüfung dieser Berichte wird morgen beendet werden, und die Delegierten der Per- bündeten werden dann Beschlüsse fasten, die der deutschen Delegation am Mittwoch mitgeteilt werden sollen. Brüssel, 21. Dezember.(WTB.) In den gestrigen Einzel- Besprechungen wurde besonders die Frage der Mindestbegün- st i z u n g, der Sachleistungen, die Schiffsfrage und die Frage der B e s a tz n n g s k o st e n erörtert. Für heute sind u. a. Besprechungen über das deutsche Eigentum im Auslände und über da» Ausgleichsverfahren vorgesehen. tzarül'ny unü üer§rieöensvertrag. Paris, 21. Dezember. Nach einer„Mat!n"-Mrldung aus London berichtet ein Telegramm aus Marion lOhio), der neuge- wählte Präsident der Bereinigten Staaten H a r d i n g sei endgültig cntschlvsten, leine Rücksicht auf den Friedensvertrag von Versailles und das BölkcrbuudSstatut zu nehmen. �bänöerung öer vöikerbunöverfaffung? Genf» 21 Dezember.(DU.) Die Versammlung des Völkerbun- d«S hat in ihrer Genfer Tagung beschlossen, die Anträge aus Ab- Änderung der Verfassung des Bundes, das heißt der Artikel l bis 2 oichtigklen Sprachen, auch de» Eiperanto. und der kaus- wännilcben Praxis sowie Hebungen in verschiedenen Sportarten. Beginn der Borlesungen 10. Januar. Drr Rotter-Theaterkonzern wächst. Die Brüder Notier, die daraus aus sind, alle Irgendwie zu ergatternden Berliner Tbeater an sich zu bringen, habe» den Pachtvertrag desKIeinenTbeaters vom I. Januar an oili 10 Jahre übernommen. Direktor Rltmann bleibt an der Sp tze. Uber der Nolle, Ichc Betrieb wird brrrlchen. ES werden auch schon wettere Stationen ferne» Siegeszuge» genannt » höchstens 86 Prozent dos Gescmrtvsrmögen? vor, wobei die Staattpapicre unangetastet blieben, da diese durch die Zinsenver- Minderung bereits in Anspruch genommen würden. D.e Aktien. gcscllschasten würden verpflichtet sein, ihr Aktienkapital um 15 Pro- zent zu erhöhen und d:e Aktien unentgeltlich oem Staate zu über- lassen. Familienuntcrnehmuinzen, deren Aktien nicht im Verkehr seien, sollen den Wert ihres Unternehmens angeben und der Staat solle berechtigt sein, diese? zu dem angegebenen Preise abzulösen. Die Häuser würden ebenfalls besteuert werden, desgleichen der Grundbesitz bis zu höchsitens 25 Proz. Ferner bcabsicht ge er sie Einführung einer Verkehrs st euer und einer Mahl- st e u e r mit Herstellung der Freiheit des Getreideverkehrs. Eine öotsckast Konstontins. Athen, 21. Dezember. König Konstantin hat an das griechische Volk eine Botschaft gerichtet, rn der u. a. erklärt wird: Er werde im Innern Ruhe und Eintracht, nach außen die Voll» endung deS nationalen Wiederaufbaus erstreben rrnd alle Anstrengung machen zur Festigung bester Beziehungen mit den Alliier. t e n und dem verbündeten Serbien. Die Verlobung seines Solnes Georg, des Thronfolgers, mit Elisabeth, der Tochter des rumänischen Königs, und seiner Tochter Helena mit dem rumäni- schen Kronprinzen Karol knüpfe herzliche Bande mit Rumänien. D:e Verfassung und das parlamentarische Regime werde er achten. Groß'-Berlin BezirkSversammlung Berlin-Mitte. Am Montag tagte im Bürgersaal des Rathauses die Bezirks- Versammlung des Kreises Berlin-Mitte, um zwei Ausschüsse zu wählen zur Vorbereitung der Wahl des Bezirksamts und für die Ernennung der Ehrenbcamten des Bezirks. Der gleiche Kamps, der sich bereits bei der Bildung des Vorstandes der Bezirksversammlung augespielt hat. wiederholte sich hier und wird sich wohl auch zukünftig wiederholen, da die rechte Seile aus 30, die linke Seite aus 31 Mitgliedern besteht, so daß sich jeweils „Schnupfenmehrheiten" ergeben werden. Die Abstim- mungen ergaben mehrere Male Stimmengleichheit, so daß um die Stimme d:s Vorsitzenden gekämpft werden mußte. Die Ansichten der Juristen widersprachen sich, Städteordnung und Geschäftsordnung wurden zu Rate gezogen, ohne daß die Einsprüche aufgehoben werden konnten. Die drei Linksparteien stimmten geschlossen, um in den Ausschüssen die sozialistische Mehr- heit sicherzustellen, während die bürgerlichen Vertreter die pari- lätische Besetzung gefordert haben. Der Vorsitzende Paul Brendel(U-S.P.) hatte keinen leichten Stand und verstand es wohl, ungeachtet der großen Erregung, seine Objektivität zur Anerkennung zu bringen. Ter Ausschuß wird über die Vertei» lung der Stadträte auf die Fraktionen zu beraten haben. Da im Ausschuß die Linksparteien die Mehrheit haben, werden deren Vorschläge angenommen werden, sicher gegen den Protest der bürgerlichen Fraktionen. Dasselbe wird in der Plenarsitzung er- folgen, sofern es gslingt, alle Mitglieder zur Abstimmung her- anzubringen. Di« Vertreter der Linksparteien werden also ihr« Gesundheit aufs beste zu hüten haben und sich gegebenen- falls mit tem Krankenwagen transportieren lassen müssen, denn in Berlin-Mitte hängen die Entscheidungen von einer Stimme ab. Ein Amokläufer mit dem Revolver« Der 11 Jahre alte Italiener Emanuel Ricci auö der Jnvaliden- strcrße 21 geriet in der letzten Nacht gegen 1 Uhr in der Nähe seiner Wohnung mit dem Fräser Michael Moritz aus der Gerichtstr. 25 in einen Wortwechsel. Plötzlich griff der angetrunkene Italiener zum Revolver und feuerte auf Moritz. Die Kugel verletzte diesen an der Hand. Moritz ergriff darauf die Flucht und lief in die Vor- halle de? Stettiner Fcrnbahnhofs hinein. Der Italiener setzte ihm, aus seinem Revolver feuernd, nach. Als er auch die Vorhalle des Bahnhofs erreicht hatte, schoß er ziellos auf die dort anwe'-naen Zivilpersonen und Bähnangestellten. Durch die Schüsse wurden mehrere Leute zum Teil erheblich verwundet Der Lade.scharfmr Emil Prinz aus der Gottland-str. 8 erhielt einen Schuß in den Unterarm, der Schneidermeister Franz Molwein aus der Acker- straße 158 wurde an der Schuller verletzt und der Kaufmann Josef Müller aus Gräfenbroich. der sich hier vorübergehend aufhirlt, wurde von einer Kugel am Knie getroffen. Die Getroffenen wurden nach dem Lazaruskrankcnhause gebracht. Der Revolverschütze wurde schließlich überwältigt und festgenommen. Gestohlenes Büchsenfleisch. Beamte der Sieichswasserschutzgrnppe Berlin beschlagnahmten im Plötzenseekanal an Bord eines Fleischkahnes 221 Kilogramm Büchsenfleisch im Werte von 8000 M, d e für die Rcichsfleischstelle bestimmt waren. Tie Ladung war während des Transports be- stöhlen und das fehlende Gewicht durch Ziegelsteine ersetzt worden. Millionenbeute der Einbrecher. Das Treiben der Einbrecher war am Sonntag und in der gestrigen Nacht noch viel umfangreicher als gestern mitgeteilt. An einzelnen Stellen haben die Einbrecher ganz bedeutende Werte erbautet. So stahlen sie bei Elkan in der Spandauer Str. 12 für 200 999 M. Damenkleider und Stoffe, bei Hirschfcld in der Obcrwallstr. 9 für 199 999 M. Seide und andere Stoffe, bei Rosonthal in der Ritterstr. 88 für 40 000 M. Lederwaren, bei Mandel in der Frankfierter Allee 191 für 21 000 M. Wollwaren, bei Kunde in der Kanonicrstr. 37 für 29 099 M. Kleider, bei Libt in der Oranienstraße für 39 999 M. Hemden, bei van Erten in der Motzstraße 33 für 75 999 M Pelzwaren. Ebenso hoch ist der Scha- den, den Wohnungseinbrccher angerichtet haben. Diese erbeuteten in der Natodtstraße für nicht weniger als 799 999 M. Schmuck- und andere Wertsachen, in der Michaelkirchstraße für 89 999 M., in der Kurfürstenstraße für 75 999 M., am Luisenufer für 29 999 Mk., in der Sch nkclstraße für 69 909 M., in der Berliner Straße zu Schöneberg für 45 999 M. und an vielen anderen Stellen für 19 999 M. und mehr an Teppichen, Schmucksachen, Kleioungs- Sichtvermerke nach Ostpreußen und Danzig. Von zuständiger Stelle wird geschrietcn: In der Presse finden sich noch immer un- richtige und ungenaue Angaben über die Paßiörmlichkeiten zur Reise nach Ostvreußen, Danzig usw. So wird beispiels- weise in einem Berliner Blatt behauptet, zu jeder Reise nach L't- oder Westpreußen sei. sobald der polnische Korridor überschritten werde, neben dem polnischen auch der deutsche Sichtvermerk er- forderlich. DicS ist falsch. Bei Benutzung der durchgehenden Schnell- züge v 1(ab Charlottenburg 3,38 vorm it tag? 1 und D 3(ab Charlottenburg 8,25 abends) über Schneidemühl— Dirschau— Marienburg ist für die Durchreise durch den polnischen Korridor nach O st- Preußen weder ein deutscher noch ein polnischer Sichtvermerk nötig. Es genügt Personalausweis mit Lichtbild ohne Sichtvermerk. Für alle übrigen Züge und Strecken besteht dagegen allerdings der frühere Sichtvermerkzwang unverändert fort. Deutscher und polni« scher Sichtvermerk ist also mörderlich vor allem zu jeder Reise mit der Dahn nach Danzig, fernerjzur Reise nach Ostvreußen über die Sirecke Stettiner Bahnbaf— S t e t t i n— Stolp— Dirschau und bei Benutzung von gewöhnlickwn Personenzügen auch auf der O» Zug-S treck« Schneidemühl— Dirschau— Piarienburg. Tie Gebühren der Hebammen« Für sämtliche Kreil« des Sicgieruiiosbcziils PoiSdam siehen de> H.'bamine rür ihre berufsmäßigen Leistungen tolgende Gebühren zu: Tie niedrigsleii Sätze gelangen zur Anwendung, wenn nachweisbar Ilnbemillette, Armenverbände oder iousiige ior'ole Einr'chiungen verpflichtet sind, ioioeil nichl beiondere Scblwerigletten oder das Maß des ZeilanirvaiideS eine» höheren Satz rechiteriigen. Im übrige» sind die höheren Gebühren»ach Schwierigkeit und Zcn- daner der Lerstung und nach der Vermögenslage des ZadlungS- pfljchtiten zu bemessen, z. B. für der, Beistand bei einer regel- rechwii nnd auch emcr frühzeitigen Gehurt rür die Dauer bis zu >2 Stunden 35 M. bis S9 M.. für jede weriere Stunde 2,59 M. bis 6 M. Für den Bei'iand bei einer Ztwllings- oder reget- widrigen Geburt, oder iür mühiame Wiederbelebung des Kindes erhöht sich die Gebühr auf 42 M. bis 160 M. Für den Beistand bei erncr Feblgcburt für d>e Dauer biS zu 6 Stunden l7 59 M. bis 59 M., für jede folgende Stunde 1,99 M. bis 6 M. Für jeden vorge'chnebeueir Wochenbcsuch mit dabei ertolgenden Untersuchungen oder Vmichtmigen für jede angefangene Ttiindl' bei Tage 3,59 M. bis 7 M,, nackis das Tvvpclle. Bei icdcm ionstigen Beinck für jede angefangene Stunde 4 M. bis 15 M„»achis das Dvppelie Für eine TageSwache außerhalb der Zeil der Gebnrl 19 M. bis 26 M., für eine Nachrioache bis 35 M. Für eine iolche Tage?« und Nachl- wache 25 M. b>§ 69 M. Für eine Raierieilung in der Wohnung der Hebamme bei Tage 2 M. bis 5 M.. nachls das Dvppelie, Für eine Untmuchuna in der Wohnimg der Hebamme einschließlich der Nalerteilung 3 M. bis 12 M. Als Nachtzeit im Sinne der Bor- ichriflen gilt in den Monaten April bis September die Zeit von 19 Uhr abends bis 7 Ubr morrenS. In den anderen Monaien die Zeit von 9 Uhr abends bis 8 Ubr morgens. Bei Verrichtungen in Häuicrn, die mehr als 2Kiloincler von der Wohnung der Hebamme entfernt liegen, sind der Hebamme die Fahr losten iür die diiite Wageiillasie bei Benutzung der Eisenbahn oder der Fahrpreis der Straßenbahn bei deren Benutzung ,ii erstaiien. Außerdem die baren Au-lagen für die bei ihrer Hilfeleistung verwandle» Desinfeklioirs- mittel und Verbandstoffe._ Den Tod eines brave» Genossen hat die Parteiorganisation Bernau zu beklagen. Dort verstarb im Aller von 72 Jahren der Genosse Karl Kleber. Von Beruf Seidenwirker ist Kleber ein Menschenalter hindurch meist an führender Stelle>n der Parier- bewegung tälig geweie». Er belleidete nacheinander verschiedene Ehrenämter in der Partei', zuletzt gehörte der Verstorbene dem Siadiparlament an. Der OrlSverein verliert in Kleber einen treuen Mittämpfer, der das Beste für die Partei herauszuholen bestrebt war. Sein Andenken wird stets in Ehren gehalten werden. Danrpferverlehr Swinemünde- Danzig. Die Nachricht äbeM die Vereisung der Oslseehären und ihre nachteilige Wirkung aus den Ostsee- SchissSverlehr bat vicliach die Belürchtung auilomnren lassen, daß die für den Personciiverkehr noch dem Osten io wichtige Dampferlinie Swineniünde- Danzig ebensasis durch die Vereisung beeinlinchtigt werde. Wie der Norddeutsche Lloyd mitteilt, ist die« aber nicht der Fall. Die Fahrt von Simnemünde nach Danzig und nach Liba» wird durch die Eisverhällinöe nickt beeinflußt. Die Abteilung Krankenernähnmg deS Magistrats Eharlottcnburg gibt vom 1 Januar 1921 ab VortritlSicheme zur schnellere» Ab- sertigiing in BureauS und Geschäften nur noch an werdende Mütter oriS, Bei dem jetzigen Staude der LebeuSm tlelversorgiing ist die Geivädrung solcher Vorlritlsheschemigungen an kranke Per- ionc» nicht mehr erforderlich. Vom Pfarrer am ZellengefängniS Moabit Dr. Klatt erhalten wir folgende Zuschrift:.Durch Säulcnanschlag ergehen Einladungen zu einem.Faschings-Tada-Ball", in denen sich folgender Vermerk befindet:.Der Höllenübersebuß fällt in d>e Kasse des Pfarrers Klatt für unschuldig« Aerbrccherkmder." Ich erkläre hierzu, daß ich dieser dadaistischen Veranstaltung selbstverständlich nicht nur völlig fern siehe, sondern daß ich auch gegen ihre Verbindung mit meinem Namen und we nem ernsten Hilsstverk sofort ausdrücklich Verwahrung eingelegt Hobe." Vierter Lichtbtldervorrrag rür Jugrublrrtie in Neukölln. Am DonneiStag veroni aliet das üädtilche Jngendaml. Abtciluna Jnqendpftege, ln der Aula der Renlichule Boddinmoße einen weiteren Llchibildervoitrag. Herr üireislifmlral Nydahl lvricht über.Schiller und sinne Feit". Dazu Nezitatlon Schilleilchcr Dichtungen, Ansang 79, Uhr, Einlrlil 50 Pf. Karten im Nathans, Zimmer LitO, und an der Abeudlnsse. Zulritt habe» Schüler, Schülerinnen, die allere Jugend und deren Eltern. Einen Brief mit Bcitragsmarkcn hat am 20. Dez ein Ein» k a s s r e r e r vom Deutschen TroilSvorlarbeierver- band aus der Tour Leonhard», Siiaiez» und Witzlebruslroßc verloren. Er einhielt 500 Silick a 8 M.. 88 M. i 2,50 M., 150 Stsick k 2 M.. 168 Stück ä 70 Pf. Der ehrliche Finder wird ge- beten, gegen Belohnung die Marken im Gewertschaflohaus, Zimmer 48, abzugeben. Die Neuköllner Schulzahnklinik hat auch im vciflosienen Halb- jabr April/ September 1929 eine rege und segensreiche kälialrit eulsaltet, DieS erhellt vor allem ans der innerhalb dieier Zeit vorgenommenen großen Zabl von Bchaiidlnnpe»— inSgeiomt waren eS 12 964—, die sich auf Schulkinder aller Lebronslolien erstreckten. Erforderlich waren zur Wiederherstellung aeiunder Mundverhältnisse inSgeiomt 2195 Unieisnchnngen, 3603 Extiakiionen und vornehmlich Zaknisüllungen, aus den verschiedenste» Massen, wobei m der Hanpiiache Knpferamalgam(3679)«ir Bei Wendung kam. Die Klinik winde von insgesamt 8298 Paiienien 13189 Knaben. 5928 Mädchen) in Anspruch penomme», unter denen steh 8180 Gemeinde- und 427 Mitlelschnlkinder bekanden, der Rist gehörte den höheren Schulen an. Die Zahl der Neuaufnahmen betrug 3812. Neu-Zittan. Gegen den Gemeindevorsteher Marx bat die sozial- demokraii'che Fraktion der Eemeindeverlrelnng schon vor einer Reihe von Monaien schwere Vorwürfe erHoven, die sich ans ieme Amtsführung beziehen. Im Avnl d. I, ist eine van acht Mit- gliedern unterzeichnete Anzeige an den Landrat abgeganaen mit der Forderrina, daß geaen den Gemeindevorsteher eingeschritten werde. Gerügt wurde unier anderem, daß Siraße»bä»me»nd Land der Gemeinde»nbe, echtigt an bestimmie Perioneu überlasien worden seien, daß im Gemeindebeziil iroß WobimngSnot Villen von Berliner Speknlaincn leer ständen, wäbrend arme Leine in verfallenen Schuppen bansen müßten, daß Marr in Gemeinde- Vertretersitzungen gegen Bedrohung sozialdemokratischer Gemeinde« Vertreter durch dentschnat'onole Zuhörer nichts getan babe, daß er trotz Landpemeindeoidnnng den Antrag eines TrillelS der Ge- meindevertreOmg am SttzunaSeinbermimg ignoriert babe. daß einem deutschnationalen HandlungSgehtlie», der bei seinem Baier, einem Renlier. wohnt, Aibeiislosenunterstütziing gezahlt worden sei. Da die Anzeige erkolgloS blieb, so wnrve im Juni eine Be- 'chwerde an den RegieriingSpräsidenten gerichtet und weiter im August durch Eingabe an den Minister des Innern um Unterstützung der Angelegenheit gebeten. Nimmehr ist endlich vom Landrat, sieben Monate nach jener ersten Anzeige, folgende Amwort ein- gegangen:.Auf die an mich, an den Herrn Regierungspräsidenten und an den Herrn Minister gerichteten Beichweiden über den Gemeindevorsteher Marx dolelbst teile ich Ihnen im Aniiraae deS Herrn Ministers mit, daß zum Emareffen im Oberg»ssich>«wege kein Anlaß vorliegt". Die sozialdemoliatische Frafiion der Gemeindevertretung ist durch d'eien ablehnenden Bescheid ieineSwegs znfriedengestellt. Nach wie vor hält sie iest an der Ansicht, daß gegen den Gemeindevorsteber eingeschritten werden müsse. Sroß-Serliner parteinachrichtea. Heute, St. Dezember: £7««Tbt Der gahlabend fällt in diesem Monat aus. Oewerkschastsbelvegung 1 5orüerungen für Sie /lrdeitslosen. Die VewerkschaftSkommission und daZ A f a» O r t S» artell hielten am Montag in der Neuen Welt eine Versanim- lung der Betriebsräte ab mit der Tagesordnung: Die Wirt- s ch a f t S k r i s e und die A r b e i t s l o s e n f r a g e. Der Re- ferent Dr. Herz(USP) behandelte daS Thema in einem ändert- halbstündigen Vortrage, an deffeu Schlug er die in einer Resolution der Versammlungsleitung aufgestellten Forderungen für die Arbeits- losen vertrat. Dann hielt der Kommunist He ck e r t. der auf An- trag seiner Freunde mit 150 gegen 141 Stimmen als Korreferent aufgestellt mar. eine fünfvicrtelstündige Propagandarede nach dem Leitmotiv: Was hier zur Linderung der Not d-r Arbeitslosen vor- geschlagen wird, ist wertlos, das Proletariat mutz die Wirtschaft- liche und politische Macht erringen, und daS kann gelingen, wenn sich die 10 Millionen Arbeiter einig sind. Das klingt aus dem Munde eines Kommunisten wie Hohn, denn sie sind es gerade, die jeden Ansatz zur Einheitsfront der Arbeiter zerstören. Nach den langen Reden und bei der im Saale herrschenden eisigen Temperatur hatte die Versammlung keine Lust zu dis- kutieren. Ein Redner rügte, daß die Betriebsräte zusammenberufen werden, um allgemeine Reden anzuhören, anstatt sich über die Ver- hältnisse in den Betrieben auszusprechen. Tie Diskussion wurde vertagt, sie soll in einer VormittagSversammlung stattfinden. Der Teil der Resolution, der sich auf die Arbeitslosenforde- ru ngen bezieht, wurde ei n st i m m ig angenommen. Die Forde- rungcn sind: Einmalige Zahlung an die Arbeitslosen von 150 M. bei sechswöchiger. 300 M. bei vierieljährigcr, 400 M. bei halbjähriger, 500 M. bei dreivierteljähriger Arbeitslosigkeit. Bei den Invaliden soll die Rente und die Erwcrbsloscnunterstützung zu- sammen die Sätze der erhöhten Arbeitslosenunterstützung er- erwachsenen «flffrfe, wenn die Frage nicht in den nächsten Tagen befriedigend gelöst werde, solle in den Beirieben darüber a b g e st i m m t werden, ob die Arbeiter und Angestellten noch ferner Nachtarbeit leisten wollen. Lohnforderungen der Hochbahnangestellten. Kein Verkehrsunteriiehmen in Berlin, auch nicht im Reiche, floriert so gut wie die Hoch- und Untergrundbahn. Schmunzelnd sehen Direktoren und Aktionäre zu, wie täglich die Einnahmen inS Riesenhafte steigen und freuen sich im Stillen aus die Dividenden. Wie aber sieht es in den Kreisen der angestellten Handroerker und Arbeiter aus? Ihr Einkommen reicht bei weitem nicht an das Existenzminimum heran. Immer mehr müssen sie zusehen, wie sie bei ihrer Hände Arbeit tiefer und tiefer zum L u m p e n p r o l e t a r i e r herabsinken. Der weitaus größte Teil muß, um sich über Wasser zu halten, noch N e b e n b e s chä f l i- gung annehmen und somit zum Lohndrücker der eigenen Klaffen- genossen, wie es z. B der Portierstreik bewiesen hat, werden. Mit diesen Zuständen befaßte sick> eine vom Betriebsrat ein- berufene Vollversammlung. Einmütig brachten die Ver- sammelten zum Ausdruck, daß sie sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln wehren werden, um nicht die Verhältnisse der Kricgszeit einreißen zu lassen. Sie beauftragten den Betriebsrat, den Deutschen Transportarbeiterverband und den Deutschen Metall- arbeitcrverband, neue Lohnforderungen zu stellen und ab 1. Januar 1921 vor kein Mittel zurückzuschrecken, um aus der Not und dem Elend herauszukommen. Ferner nahmen die Versammelten Kenntnis von den Absichten de? Arbeitgeberverbandes der demsckien Straßenbahnen. Klc n- bahnen und Privateiscnbahnen, dem auch daS Hochbahnunternehmen angeschlossen ist, die Arbeitszeit zu verlängern und die Verkehrs- betriebe von der gesetzlichen Festlegiing der ackitstünd'pen Arbeit?»| zeit auszuschließen. Die Hochbahncr erklären sich xinmüti essen wurde 1351 unter dem Rom«, Kölner Bergwerksverein ge- gründet und 1912 mit der Bergbargesellschaft Neuessen susionierl. Das Aktienkapital beträgi 45 Millionen. I» den letzten 22 Jahren wurden Prozent Dividende insgesamt ausgeschüliel. An diese» Kohle n?c che»unternehmen gliedert sich jetzt nun da» mächtige Eisen- und Stahlwerk Hoesch in Dortmund, ge« gründet 1873. ES besitzt einig« Kohlcnschächte, vor allem aber Spakcisen st eingruben, Hochöfen, Stahlwerke. Maschinen- fabriken; das Aktieukapi'al beträgt 40 Millionen, in den letzten 15 Jahren wurden 300 Prog. Dividende ausgeschüttet. Englische Kohle für Deutschland. England konkurriert mit Amerika um den Absatz von Kohle in Deuischland. Die seit dem englischen Streik einsetzend« Produktiv ii s st«igerung drängt England immer mehr, sein� alten Verbindungen mit Hain bürg aufzunehmen. Auch die eng- lische Schiffahrt drängt nach Fracht. Da die Wcltmarkikohlenpreise stark gefallen sind, ist die Hamburger Börse noch schwach, da mit wei- tcrcn Preiksenkunge» gercchne' wird. In dem Maße, wie der sran» zösische Kchlenbergbau sich erholen wird, wird auch Frankreichs Be- darf sich verringern. Ter Kohlenmark! dürfte also in absehbarer Zeit ein erheblich verändertes Gesicht zeigen. Wer zahlt den höchsten Preis? Aus Prag meloet die„Frankfurter Zeitung": Die Zuckerber« Handlungen in Frankreich wegen Verkaufs von 100 000 Tonnen Zucker wurden abgebrochen, weil Frankreich zu niedrige Gebot« machte._ mit den übrigen VerkchrSarbcilern Deutschlands solidarisch und werden sich unter keinen Umständen eine derartige Ausnahme- bchaudlung gefallen lassen. Ilm ihren Willen durck�usetzen, fordern sie alle Kollegen und Kolleginnen aus, sich geschlossen einer freien Gewerkschaft anzuschließen._ reiche». Die von i*n Arbeitslosen zu versorgenden erwachsenen Difsmnzcn im(»astwirtsqewerbe! Angehörigen und Frauen sollen die Halste, Kinder unter*...... m.. 18 Jahren ein Viertel der vorgenannten einmaligen ttnler-' � bkfmden sich die Berliner Angestell.en de? ....... n.- i GaitwiriSgewerbes m Lohndifserenzen. Nach dreimona- stutzung erhallen. D.e g e g e n w a r t, g e Erwerbslosen». Verhandlungen sind mit den Arbeitgeberorganisationen Tarif- Unterstützung ist um 50 Prozent zu erhohen.®cn| verlrcige zum Abschluß gekommen. Die Verhandlunaen mit der .Kindern der Arbeitslosen soll in der Schule Frühstück u n d! Lokalkommission der Berliner Gastwirte sind am Sonüabend nacht Mittagessen, den Kindern bis zum sechsten Lebensjahre Milch abgebrochen worden. Die Arbeitgeber erklärten, daß sie Mon- st e n l o S verabfolgt werden. Die Arbeitslosen und deren Fa° tag, DienStag und Mittwoch Versammlungen ihrer Auftraggeber milienangchörigen solle.» mit billiger warmer Winter- einberufen haben. Mittooäb. � de» 22. Dezember 1920, abends kleidung— in besonderen Fällen unentgeltlich— versorgt � Uhr, wollen sie eine e n d g ü l t i g e Erklärung cchgeben, ob sie werden Die Arbeitslosen die einen eigenen Sausstand baben bcn Tarifvertrag unterzeichnen. D e Gchilfeiisckxist„t nicht gewillt, werden. Die Arbeitslosen, die einen eigenen yau-stand haben � jg�n Forderungen abzugchen und sieht dem Kampf mit Ruhe .ollen mit b, l l. g e m H e. z m a t e r. a l belwiert und ungenügend �tgegen. In Frage kommen zirka 2 0 0 0 B e t r i e b e. Ter ausgenutzte größere Wöbnungen für die Wohniiugslosen bereit- Fentralvcrband der Hotel-, Restaurant- und Kaffeeangestcllten, gestellt werden. Die organisierte Arbeiterschaft wird aufgcru'en, Zweigverein Berlin bat für Mittwoch, den 22. Dezember, nachts ihre ganze Kraft einzusetzen für die Ueberwindung d e s. 12 Uhr. in folgenden Lokalen: 1. Kaffee Stern. Oranienburger Tor, Kapitalismus und die Verwirklichung des So-. 2. Residenz-Festsäle, Landsberger Str. 31, 3. Berliner Verci-is- zialismus. Tie Gewcrkschaftskommission und das Asa-QrtS-! und� Konzertsäle, früher Arm i»hallen. Kommemdanlcnstr. 58 59, kartell werden ausgefordert, diese Forderungen den zuständigen i �"�?�?!�9�" kinl'elufen. Ist die Erklärung der Arbeitgeber Stellen des Reiches und der Stadt Berlin zu unterbreiten und--"k- StleikbesBftnwird«"�schlössen, daß der sofortige deren Erfüllung zu drängen. S a b a t h teilte mit, daß sich die Gewerkschaftskommission in» folge des Beschlusses der vorigen Versammlung wegen Zahlung eine» Zuschlages für die infolge der Strom- rationier» ii g verordnete Nachtarbeit an die Kohlen- stelle in den Marken gewandt hat, die sich aber als unzuständig i» Lohnfragen erklärt. Die Hauptstclle der Arbeitgebervcr- bände, an die sich die Gnoerksckiaftskommisiion ebenfalls gewandt hat, antwortete, die Arbeitgelierorganisatione» ständen einmütig aus dem Standpunft, daß sie einen Ausschlag für die Nachtarbeit nicht gewähren können, da die Umstellung der Betriebe aus Nachtarbeit nicht im Interesse der Arbeitgeber, sondern mit Rücksicht auf den Kohlenmangcl im Interesse der Allgemeinheit erfolgt sei. Deshalb önnten die dadurch entstehenden Kosten nicht den Arbeitgebern allein auferlegt werden, sondern Arbeiter und Arbeit- zeber müßten die notwendigen Opfer bringen. Unter diesen Um- ständen sei eine Verhandlung über den geforderten Zuschlag auS- s i ch t S I o s. Die Ge Werlschaftskommission hat sich schließlich an daS R c, ch S a r b c i I S m i n i st e r i u m gewandt, welches versuchen wird, die Arbeitgeberorganiscrtion zu Verhandlungen zu bewegen. Welchen Erfolg dieser Versuch haben wird, ist noch»ich! abzusehen. Die Versammlung nah.» die ablehnende Haltung der Arbeit- geber mit Entrüstung auf und cinpsahl den Arbeitern, vor Regelung der Zuschlagsrage sich aus weitere Umstellungen aus Nacht. arbeit nicht einzulassen. Fritz Schmidt vom Asa-Bund D.W. F. Kugel- und Kngellagerfabrik lWittcnau). Diejenigen Kollegen, die am 12. Dezember noch bei der Firma beschäftigt lind Lohuanbeiter waren, haben nach Vereiiibarnng zwischen Metallarbeiter» und Industrielle»-Verband Anspruch aus die erste Rate der Pausenachzeltinig. Tie AiiSzahlung sindet am Donnerstag, oen 23. Dezember 1920, mittags 12}H Uhr, in der Kantine stall. Der Betriebsrat. 35 Proz. Dividende und Gratisaktien. Die Maschinenbauan- statt Kirchner u Co A-G. in Leipzig Sellerhausen erhöht die Divi. dende für 1910/20 aus 35 Proz. si. V. 4 Proz.) für die Stamm- aftien. Außerdem soll aus den Handelsgewinnen allf je drei alte eine neue Gratisaktie gegeben werden. Berfüttcrung von Hafer. Unternehmer landwirtschaftlicher Be. triebe dürfen nach einer neuen Verordnung ihren selbstgebauren Hafer der Ernte 1920 an das im Betriebe gehaltene Vieh ver» füttern, svtveit sie ihn nicht nach den Bestimmungen der Reichs- gclrcidcstellc über die MinoeftablieferungSschuIdigieit von Hafer abzuliefern haben. Einfuhrcrleichterungen. Von jetzt ab dürfen nach amtlicher Bekanntmachung Buchweizen, Hirse, Lupinen und Wicken ohne die vorgeschriebene Einfuhrbewilligung eingeführt werden. Tie Große Kasseler Straßenbahn R.--G. hat ihrem gesamten Fahrpcrsonal gekündigt. Der Betrieb wird wahrscheinlich bis zum neuen Jahre ruhen. Die Forderungen des Personals sind mit den Betriebseinnahmen nicht in Uebereinstimmung zu bringen. Das vorjährige Geschäftsjahr schloß bereits mit 424 270 Mk. V e r» I u st ab. Schuh-Börsen-Bericht der Berliner MontagZ-Schuhbörse, Neue Friödricksstr. 35 lHaverlandS-Festsäle): Da? Angebot entsprach der augenblicklichen Lage, die Nachfrage war groß nach besseren Filzartikcln und Stvaßenschuhwerk, die Preis« halten sich auf der Höhe de? vergangenen MonatS. sie Umsätze waren größer als an vergangenen Montagen, der Besuch ivar stark, die Schuh- Modenschau beginnt am 17. Januar 1921. flus aller Welt. WeihnachtSunterstvbnngen und besondere Notlagenunter- st ü tz u n g für st e l l u n g s I o s e Werkmeister bringt der Be- zirk X. Geschäftsstelle Berlin de? Deutschen Werkmeister-BerbandeS, für seine Mitglieder noch in dieser Woche zur Auszahlung. Gezahlt werden: 400, 300, 250, 200, 150 und 100 M. und Notlagenunter->,,_,, stützung bi? zu 200 M. Die Anmeldung und Auszahlung erfolgt. � � � L* durch die Kommission auf d-'m paritätischem Arbeitsnachweis der""""'"""" Stadt Berlin, Abt.„Werlmeifter", Oranienburger Str. 54/57, vor» mittags von 9— 1 Uhr._ Mord. Auf der Landstraße von Duderstadt nach W�rxliauftn in Hessen winde am Sonnabend abend der Studienrat vor» lung von unbekannten Tätern erstochen. Ob Racheakt oder Raub- mord vorliegt, kvniiie noch nicht festgestellt werden. Sittlichkeitsverb rechen eines ArfteS. Der Arzt Dr. Mendel- iitOchkeiisverbrechen an Patien- Wirtschaft Harsch Köln-Ncucsicn. Di« außerordentliche Generalversammlung de« Köln-Neuessener BergtverlSoercinS hat den Interessen gemein schaftsver- trog mit dem Eisen- und Stahlwerk Hoesch genehmigt. Der Köln- Neu'« ssener Bergwerksverein in Esscn-Altcn- tinnen vvm Schwurgericht zu vier Jabren GefäiigmS vcrurieilt. Auf offener Straße ausgeraubt wurde der Inhaber einer Saar- brücker Geldwechietstube aus dem Nachhausewege in der Gärinerstraße. Es stürften drei Männer auf tön ei», ichlngen ibn zu Boden und entrisse» Ibin seinen Handkoffer, in dem sich folgende Summen befanden: 23 000 französische Franken. 20 Dollaniolen, 19 000 M. Zivaiiziamorlscheiiie. 25 000 M. Füiiizigiliarkscheine, einiae Tausend Mark kleine Geldicheine, 131 belgische Franken iowie einige Handerl Laremburger Fianlen. Die Täter sind uner- könnt entkommen. ?craniw tür den redntl. Teil Tr Srrtirr Uriirr, aburlotlcntiuta: lür Ainexien: Sl.(«lorft. Berlin llerlofl: Porwäri-i-Berlng l» m. b. H. Berlin Xrucf lief irflrti'-J'intPriirttrfi u fcrlin-nilfliill Paul cinaer u Co Berli.i üindenNr Z. Stoffe fBr Herren. Anzüge, Alster, paleloo. Oamen.aoiifimc, Meter 40.—, 100.-. 140.-, 200.- Mi Nur laitgjiilirigf iiiThintumgrii mil altbcmä Fabritanten btirnen iir»reiswerte. flute Ouaii fCoch St Seeland l(Segr.l893. Gertraudtenstr. 20-21. Geflr.t Elektro-S)»otore �eitunfla-Dnnamo-Drithle In- ttallai.-Maieriai'auä iaukend Slettromech.-Zentrum. iAlcr m->) lliirze Str in iAier.PI.1 Wanberaöaei ftnbe» neue gteie iur iiirr Iaiuie» in Lessens ichö-- schönem.Wanberduch". Iii M Buchö.Aarwöri«. LinbenslraßeZ ttjrgESjsji Keine Frau 1 darf es ocigeiffn, meine | neue Preisiilte tollenlos zu iorbcrn. Clilicr Knckiisdl, Bin»Wiimeesbori I!i/V Itiimmeln.i.-zaein.I'iet- vosiiäi undAngsigerOhl vorm Sprech� Atemnoi beseitigt gründlich(• I)r. Scnraders Spezial- Insiitut, Berlin W, LOtzowslr. 30. Spr 4-7, auB. Sonnab. u Sonnte Sardinen I Ad Diensiafl, den 7. Dezember d>« Healgabenb sinbel im Speziaig'-sdiötl illr GeleflenheNstduie Herzig. Dres- benerstraße 124 l. Niiiie»oit- buicr Toe. ein groner Beii>> nachisvertaui siati. Tiigiich von 0—7 Uhr gelangen alle Eorir» Darbinensioffe znm billigtien Berlaui. H.alpiidchiid) g»b jetzt die allbeliebte» breitenDarbine» auiTischenansgeiegl Gaidiiten- reste in sast allen Längen sind nach zu spviibilligen Preiien vorhanden: einlach breiie Sar- binen ofseriere ich von-i ivtarl an. NUnitlergarbinen von iL M. an. eieaanle Ma- brasaaibinen von lüS Marl an, Öoliilotfs von 85 Marl an. Bellbcde». zweibenig, von 68 Marl an. Jeder jtö aer erhält ein Weihnachlsgeichent außer» dem wnb das Fahrgeld ver» glltel iFiir Wiederoerläuier Soiideradleilung)._ 2 27* «reuzsSchse 253,—, Aiaska- fllchi» ßobelfüdjle und all- anderen Pelzanen ietzl zur Hdiite heraögesetzt. Pollen Pelz- lragen. Muffen 55,—. Tasche»- uhren, Echmultsachen. passende Weihnachisaeichenl«, beiannt d-Uigen Preisen.(Keine Lomvardware). 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I02K Welcher Beamte hätte teiu Intereste am Briolduiigsgeietz? Die Stein- ovildie Schrill»Was mutz der Beamie oom Beamlen- deioldiingsgesetz wisjen i"»ort über alle» am.(2,40 M.) Sud). handi.Borwäri». Lindenstratze Z Wer eine Existeiiz wchtz wrndel stch an Horal. Bülcw- stratze 29 Kosienlofe Beratung und Nachweis von stoiigeäen- de» Geidzästen, Uuteniehmun- ge». Beieitiguugen. Grund- stücken._ 20203? Ehesachen! Sirastachen! Enalgreidics Sprzialbureau I Nruiölln, Berliner Stratze 102 (Hermannplatz) 185« Sir uersraze» sind Ihnen»ach ein Räilei 1 Wisfell».Führer durch da» Reichsrinlommen- struergeietz-<3 M) löst sie all«: Buchh.Bl'rwari». LlndenstratzeT Dertraucnsoolle Auskunft (diskret /. Prwaiau nähme. Hed- amme Leist« low. Bkrnc.uerslr76 Leinenkragen oerkleinertBorn, Reichendergeriiratz» 7 13198 tKrbeitsmarki »ikJll.l.f.k�iU.f.iB llejch«» Tor. 20253) , Befcheftigiing|üt Bor- od«, 1 Rachmiilag im flomor od«, j Autzendienst genichl Angebot« ! 14.>6, HauplegpedUton.Bor- wärt»-. 290»