flg. 626 ♦ Z7.�ahrgang Ausgabe A Nr. 176 VezllgSvretS: B fttel15l)ruS0,— i)!:,nuinütUO,— SDtt kkl ms vous voraus ail'dar. Vost- c-emg MonatU» 10.. Mt. srkl. Zo- llellirngsgedülir. Unier«rruzbolld für DeuliSland anv O«tterr«ick> 16.50 51!, >Lr Oos ubrigl Lusiant oei läfllich «mmaU RnfteOnnc 21.50" Tnftae. ftellunsen nehrnrn au Oesterreich, Ungar?, Tschecho-EIowalei, Lane- man.>ollano..u emvurg. äcdwedrn und die Sdimeui.— itnafttaorn m die Dost-«■.runas-tre'siiltt Per..Bonvans� mt! der Sonniaa». d'ilagr»Vol! n.?eit� enldeini women- 'ägnch zweimal Zonniaq» nndMon- tag«»mma. Teiearamm-Zldreste �iazialdsmotral verltu" Morgen-Ansgabe Oerlincr Ool!t5»blcltt szvpksnnig�) DnzetftenpretS: Sie achigeivaliene Nonnarelvrze'.Ie kostetZ.— M.,TeuerungsiUich>ag50°/> «S!«>»e Anzeigen- oas>rll- gedruckie WoN l,— Dl Izulstlstg zwei lettgednickte Wone».>cde« weitere Won 60 Psg. Stellengesuche und CSstafstellenonzeigra das erste Wort 65 Dig»»edes weitere Won«0 Pia. Worte über 15 Duchstade» zählen iilt zwei Worte. Teuerunaszuschlaa 50%. �amiliea-Tnzeixen für Abonnenten gelle 2,— Di« volitisch« und gc» werlichaitliche Vereins»Anteigen 8.— Ml die Zieile ohne Aufschlag. Anzeigen nir die n a chst e Nummer mstüen bis 6 Ahr nachmittags im danstgeschaft, Berlin SW i. Linden» Kraße 3, abgegeben werde«,(beöftnet von Z Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutrchlands Redoftton und Expedition: SW. 08» Hindenfh. 3. Kern, vre ester: Ami Morinvla«. Str. I.'»! 90— Iii I«7. Donnerstag, den Ä3 Dezember vorw-irts-verlag G.m.b.k., SW. 08, Lindenstr.5. aernivretber: Amt Moritipla«. Nr. 117 SZ— 31. Die Joröerungen der Eisenbahner. Vom Eisenbahncr-Verband wird uns geschrieben: „Die vier grotzenEisenbahncrverbände der Beamten und Albciter, die das gesamte ReichSeisenbahn- personal fast r e st l o s umfassen, haben nach vorausgegangenen Verhandlungen der Neichsregierung, dem Reichstag, dem RcichSfinanz- und RcichSvcrkchrsministcrium nachstehende Forderung übermittelt: .Die unlerzeichneten Organisationen stellen zur Behebung der Notlage deS Ciienbahnpersonals folgende Forderungen': 1. Der Teuerungszuschlag für die Eisenbahn- arbeiter in Anlage 1 ves Neichslobntarisvertrageö vom £>. August 1920 ist entsprechend der am 19. November 1920 über- reichten Forderung gleichmäßig um 1 M. pro Stunde zu erhöhen. 2. Für die Beamten ist eine Erhöhung der TeueningSznschläge in folgender Weise durchzuführen: In BeiolvungSgruppen 1 n 2.. auf 90 Proz. . Besoldungsgruppe 3.... ,85, , Besoldungsgruppe 4.... ,80, , Besoldungsgruppen 6 u. 0.., 75, ,, iu. 8..,i0, , 9, 10 u. 11, 65, 12 u. 13.. 60. 8. Für die D i ä t a re sind die vom Reichsgutachterausschuß borgeschlagenen Sätze in Anwendung zu bringen. 4. Da? Besoldungsgesetz ist in allen Teilen, auch binsichilich dcS LesoldungSdienstalterS. mit Beschleunigung in Kraft zu setzen. 5. Wegen der vom Reichstag in einer Entschließung geforderten Revision des Besoldungsgesetzes ist sofort mit den Spitzen- organisationen in Verhandlungen einzutreten. 6. Die vom Reichstag zur Beamtenbeioldiing bereits ge- t r o f f e n e n Regelungen werden durch diese Forderungen nicht berührt. 7. In der Erwartung, daß diese Verhandlungen in aller Kürze aufgenommen werden, wird die Regierung ersucht, den Zeitpunkt mitzuteilen, an dem die Verhandlungen beginnen Deutscher Eisenbahncr-Bcrband. ReichSgewerkschast deutscher Eiscnbahnbramten und-anwirter. Gewrrtschaft deutschcr Eisenbahn« und Staatsbcdienstet«. Allgemeiner Eiscnbahnrr-Berband." Cleichzeitig mit den Forderungen wurde den eingangs aufgeführten Regierungsinstanzen die von uns in der Mittwoch- niorgen-Nummer veröffentlichte Erklärung zur Kenntnis gebracht. Forderungen und Ausruf der Verbände lassen kaum einen Zweifel über den Ernst der Situation. Zum erstenmal bildet das gesamte Eisenbahnpersonal eine Einheitsfront zur Erkämpfung besserer Eristenzverhält- niffe. Sollte es bei Ablehnung der Forderungen zu einem Streik kommen, so würde demnach mit einer völligen Stillegung des gesamten Reichseisenbahnbetriebcs zu rechnen sein. Die Folgen für das gesamte deutsche Wirt- schaftsleben wären unübersehbar. Die Gärung in Nußlanü. Stockholm, 22. Dezember. Die Zeitung„Nya Dagligt Alle- handa" meldet aus Rcval: Tie Erregung in Vtoskau nimmt mit jedem Tage zu und bat ihren Höhepnnlt erreicht, nachdem der Beschluß der Sowjetregicrung betreffend die Bewilligung von großen Konzessionen an ausländische Kapitalisten in der Oeffentlichkeit bekanntgeworden ist. Tic Erregung ist so stark, daß der Rat der Bolkskommissarc beschlösse» hat, nach Petersburg überzusiedeln. AlS Grund dieser Ucbersicdclung gibt der Rat an, daß die erregte Stimmung die ruhige Arbeit der Regierung stört. In dem Telegramm heißt cS ferner, daß die BolkStommistare sich nicht auf ihre Schutz- obteilungen verlassen können, weshalb sie noch vor der bcschlosscnrn Ueberstedelung chinesische und lettische Trnppcn zu- sammengczogcn haben, unter deren Schuy die Nebersiedclung statt- finden soll. Kopenhagen, 22. Dezember.(O.E.) Ein Moskauer Funkspruch bnngt die auffällige Nachricht, daß der Allmisi'che Zentralgewert. ichaitsrat beichloncn hat. binnen kürzester Frist, nämlich in zwei Wochen, sämtliche politischen Abteilungen der Ge- w e r k s ch a f t e n aufzulösen. ES ist zu bemerken, daß gerade diesen politischen Abteilungen, welche die Aufgabe von Bropaganda- und UebcrwachungSorganen ausübten, bisher großes Gewicht beigelegt wurde. Nunmebr wird den GouvernemeniS« gcwerkicbaflSräten anbefohlen, in erster Linie die beichleunigie?luf- bebung der politischen Ableilungen bei den Verbänden der Eisen- bahner und WassertranSporlarbeiler zu betreiben. Ferner wird dem Zentralkomiice für Transportwesen eine dreitägige Frist vorgeschlagen, um zu dieser Maßregel Stellung zu nehmen und dem ZenlratgewertschaftSral niirzureilcn. ES ist noch nicht be- kann«, welche Borgänge diesem plötzlichen Frontwechsel zugrunde liegen. ES bat den Anschein, als wenn nnier den Transport- orbeitenr eine Bewegung im Gange gewesen sei, welche diese schien- nigc Maßregel notwendig gemacht hat. Eine Rede LcninS. HclfinzforS, 22. Dezember.(CE.) Aus der Rede, die Lenin auf der BezrrlSkonferenz der Äommuntstischen Partei in einem Moskauer Fabrikviertel gehalten ha», werden inieresiante Einzel- heitcn belannt. Lenin ging auf die Angriffe der Opposition gegen den BureaukratiSmuS des Eoivsetapparates ein. Er erklärte diesen von der Opposition erhobenen Vorwurf für einen leichlsertigen Siandpunlt in dieser Frage..Die Mensche- w i st e n und Sozialrevolutionäre— sagte er— ivollen aus dieser Frage sür sich Kapital schlagen. Sie wer'en »ns vor, daß wir e» nicht verstünden, den Bureau- kratismuZ im Sowjetapvorat zu bcseirigen. Sie heben hervor, daß.Lenin in diesem oder jenem Buch geschrieben habe, der BureaukratiSmuS werde unter dem neuen Regime ver- schwinde n.' DicS stimmt aber nicht. Lenin hat vielmehr ge- s-«t. daß zur Veränderung der Lage vor allem nörig ist. daß der Lrbeirer aus der Suche nach Brot seine Arbeitsstätte nicht verlasse und daß die Hunderttausende von Arbeitern die Schule der Arbeiter» und Bauerninspektion durchmachen und lernen den Staar zu regieren. Indessen funktioniert die Arbeiter-, und Bauernrnspeltion erst seit einem Jahre. Wir müssen den not- wendigen Apparat haben. Ter BureaukratiSmuS ist zwar auch in den Parteiapparat eingedrungen. Dennoch darf man nicht.kriti- pereu' sondern muß mit der Tat kämpfen.' Auf die Rede Lenins erwidetien eine Reihe von Redner», die sich als«Arbeiter- komninnistischc' oder einfach als. Opposition' bezeichneten. Sie sprachen vom BiireaukratiSniuS, von dem System derZwangSmaßregeln, von den Versetzungen und Verschickungen der Arbeiter auf Grund von Anordnungen des Zenrraltomitees der Kommunistischen Partei. Hierauf ciwiderie Lenin in gereizter Form, daß eS den Kommunisten nicht anstehe, gegenstandslose Kritik an den Maßnahmen des ZentralloniiteeS zu üben und die Fachleute mit den Bourgeois in einen bürgerlichen Topf zu werfen. Er führte eine Reihe von Arbeitern an. die eö verstanden hätten, im Elnvernchmen mit den Fachleuten zu arbciien.«Es geiicni diejenigen', iaglo er..die bei der Arbeit nichr ihren Mann gestanden haben'. Darauf wandte er sich gegen S chljapnikow. der seinerzeit als Vertreter der Gewerkichaiten ins Anstand gereist und aus Schweden ausgewiesen worden war: er bezeichnete ihn als Vertreter der Opposition, die.Zwisligkeiten auszubrüten trachte'.' Schljapnikow machte uns zum Vorwurf, daß wir unsere Schuldig- keit der Bauernschaft gegenüber nicht tun, K»ert»ifcht aber seine eigene mißglückte Arbeit und stellt seine Kommandierung nach Archangelsk als Verschickung auf Anordnung des ZentralloniiteeS dar. «Wenn Ihr'— so schloß Lenin ieine Rede—»Kritik ohne tatsächliche Grundlagen hört, so icid aus der Hut; hier ist vielleicht nur ge- kränkte Eigenliebe im Spiel.' • Kopcnhag-en, 22. Dezember. Die bolschewistischen Zeitungen teilen mit, daß di� bulgarische Regierung das Ersuchen Tschitschcrins um Wiederaus nah m e der diplomati» schen Beziehungen mit Sowjet rußland zurückgewiesen habe. pause in Srüssel. Brüssel, 22. Dezember. lWTB.t In der heutigen Sitzung der Sachverständigenkonferenz teilte D c l a c r o i x mit, daß es zur Feststellung der den alliierten Regierungen zu unterbreitenden An- tröge erforderlich sei, die Arbeiten der Lronferenz für zwei Woche,, zu vertagen. Die Zeit soll dazu benutzt werden, die gegenwärtig im Gange befindliche,» Untersuchungen zu Ende zu führen. Dabei soll nach der bisherigen Methode verfahren werden, indem jeder Berichterstatter mit den für die zu prüfende Frage zuständigen deutschen Sachverständigen in Fühlung bleibt. Staatssekretär Bergmann erklärte, die deutsche Delegation wisse die nicht vorbehaltlose Aufnahme ssccueil rescrvc) zu wür- digrn, die ihren Bcinerknngcn seitens der alliierten Telegierte» zuteil geworden sei, und erklärte sich mit dem für die Wiederauf- nähme der Arbeit vorgeschlagenen Zeitpunkt einverstanden. Die deutschen Sachverständigen würden die Arbeit der Bericht- rrstattcr nach Möglichkeit sördenr. T e l a c r o i x forderte die beiderseitigen' Delegierten auf, miteinander in Fühlung zu bleiben» um dir Prüfung der bchandelien Fragen zu erleichtern und seine Hilfe in Anspruch zu nehmen, sobald eine Zusammenarbeit sich al« notwendig herausstelle. Ententerat in Cannes. Paris, 22. Dezember.(Hollandsch Nicuwsbuttau.) Der«Maiin' meldet, daß Millcrand, Lloyd George und Giolrtri am 10. Januar in Eon n es zusammenireffen werden, um über die deutsche Entschädigungs- und die ö st c r r c i ch i s ch e Frage zu beraten. Ein /irtikel der„Times/ Tic„Times" veröffentlicht einen Artikel, in den» sie die Vorschläge wiedergibt, die die Ententevertreter der deutschen Delegation in Brüssel angeblich nnterbrciten werden. Ter Artikel wird in Dcittschland keine Ausregung hervorrufen. weil niemand geneigt sein wird, seinen Jnlmlt als richtig anzunehmen. Auch diejenigen, die über die optimistische Fär- bung der deutschen Berichte aus Brüssel einigermaßen er- staunt sind— wir zählen uns zu ihnen— werden nichts anderes vermuten können, als daß dieser„Times"-Bericht ein Versuch ist, die'Opposition gegen die offizielle Politik der Entente vorzubereiten und nach einer künstlich hervorgerufe- neu Ueberspannung der Erwartungen jeden noch so weit- gehenden Vorschlag als eine bittere Enttäuschung wirken zu lassen Nach der„Times" also wird die Enteute von Deutsch- land 262 Gold Milliarden fordern, die in 46 Jahren. bis 1961, zu bezahlen sind. Tie Raten werden bis 1922 jährlich drei Milliarden, bis 1931 sechs Milli» a r d e n, von da bis 1961 sieben Milliarden betragen. Deutschland soll eine Anleihe aufnehmen dürfen, die oder durch die gesamten Reichs- und Staatseinnahmen garantiert werden muß. Ohne Genehmigung der Wiedergutmachungs- kommission soll weder dem Reiche, noch den Gliedstaaten, noch den Städten die Aufnahme einer Ausländsanleihe gestattet sein. Deutschland soll zur Garantie deutsche In- d u st r i e p a p i e r e im Werte bis zu süns Milliarden Gold- inark hinterlegen, unter Umständen können weitere Hinter- legungen gefordert werden. Die Z o I l c i n.n a h m c n wer- den unter atisländistfie Kontrolle gestellt und beschlagnahmt weirn Deutschland keine Verpflichtungen nicht einhält. Auch kann von der deutschen Regierung verlangt werden, daß sie sich neue Einnahmen durch indirekte Steuern schafft.- Die Wiederg, itmachiingskommission soll das Recht haben, Stundungen zu gewähren, die von 1926 bis 1931 nicht zwei Milliarden, von da ab nicht drei Milliarden übersteigen dürfen. Wir würden also, wenn diese Stun- düngen gewährt würden, bis 1926 unter Umständen weniger als eine Goldmilliarde, und später statt sechs bzw. sieben Goldmilliardeu nur vier jährlich zu bezahlen haben. Wann die gestundeten Summen bezahlt werden sollen, ist im Vor- schlag der„Times" nicht gesagt. - Schon hier ist eine Unklarheit, die den ganzen angcb- lichen Vorschlag unmöglich inacht. Soll in vierzig Jahren eine bestimmte Summe ausgebracht werden, so ist es. not- wendig, das Mindergufkommen früherer Jahre durch ei» M ehr aufkommen der folgenden aufzubringen. Tie Stei- gung.der Belastung würde sich also ganz anders darstellen als nach dem Tilgnnffsplan, der damit in sich selber zu- sammenfällt. Ter Plan der„Times" bedeutet nichts anderes als eine Unterstellung Deutschlands unter die interalliierte Finanzkontrolle, und darin ist er auch ganz logisch. Man kann sogar sagen: Wenn die Entente wirklich daran denken sollte. Summen wie jene, mit denen die„Times" ionglieri, aus Deutschland herauszuholen, dann kann die Finanzkontrolle gar nickt vollständig genug sein. Denn die deutsche Finanzverwaltung und die deutsche Geseßgebung werden nicht imstande sein, das ihnen aufgegebene Problem ans eigenen geistigen Kräften zu lösen, und sie werden für jede Hilfe, die ihnen dabei zuteil ivird, nur dankbar sein können. Sie dürften es nur begrüßen, wenn ihnen für die notwendigen Folgen auch der kleinste Teil der eigenen Der- antwortung abgenommen würde. Um ein Beispiel zn gebrauchen: Ter Chef der Berliner Sicherheitspolizei könnte morgen— gestützt auf die Tatsache, daß seine Leute bewaffnet sind, die Straßenbahner aber iricht—' von der Direktion der Straßenbahn verlangen, daß sie im nächsten Jahr so und so viele Millionen Ueberschnß abliefern müsse. Der Direktor kann dann zweierlei tun: Entweder er kann die Ablieferung versprechen, wenn er sie. für möglich hält, oder er kann den bewaffneten Mann an seinen Schreibtisch fühycn und ihni höflich sagen:-„Bitte, verfügen(Siel" Tie Erlaubnis, eine Ausländsanleihe mit de- sonderer Genehmigung aufnehmen zu dürfen, ist gewiß sehr gut gemeint, aber das Ausland wird Deutschland schwerlich etwas borgen, wenn es weit über seine Kräfte belastet ist lind alle seine Einnabmen verpfändet sind. Eine besondere Auf- licht dürfte sich.unter solchen Umständen erübrigen— aber. wenn man sie dennoch für notwendig hielte, wie wollte mau sie ausüben? Wie kann man den Ausländer hindern, daß cr deutsche.Anleihen kauft und in seine Kasse schließt? Nicht minder utopisch erscheint die Hinterlegung von fünf Milliarden Goldmark und unter Umständen mehr rr deutschen I nd u st r i e p a p i e r e n. Wie soll die Be- Wertung dieser Jndustriepapiere erfolgen, deren Börsenkurs fällt und steigt? Das Reich müßte, um diesen Fonds aufzu- bringen, die Jndustriepapiere auf dem Markt kaufen, was ihr rasendes Einporschnellen und gleichzeitig ein ebenso rofeuSel Sinken 5eZ P«p'e Brüsseler Ententevertreter an- ders denken und daß ihre Vorschläge daher auch anders aus- fallen werden als die der„Times". Die Frage ist nur, w i e groß der Unterschied icin wird. Und da kann allerdings die Sorge noch nicht als überwunden gelten, daß diese Vorschläge jenen der..Times" doch näher stehen könnten als dem. was man hierzulande für gerecht, billig und ausführbar hält. So erscheint auf dem Himmel der Brüsseler Verhandlungen, der in der Presse allzu rosig strahlt, der Artikel der„Times" als WarnungSzeichcn. Darin liegt für uns seine eigentliche Be- deutung._ Die deutschen Patente im Ausland. Paris, 22.12. tWTB.) Die» o t s S a f t er k on f e r e n, Sielt beule vormiitaa ein« Sitzung ab. Sie Sorte den Verickt der Fnter« alliierten wirlüSaftlicbe» Kommission über die Bestimmung deS Artikels 307 des Versailler Friedensvertrages und entschied, daß alle in diesem Paragraphen festgesetzien Formali- täten und Fristen sich auch auf die Patents ngelrgenheitcn erstrecken sollen. Artikel 307 regelt die gewerblichen Eigentums- rechte der Staatsangehörigen der vertragschließenden Teile. Die Patente und Muster der deutschen ReichSangebörigen waren biSber ausdrücklich von dieser Regelung ausgeschlossen und unter- lagen auch weiterhin den Kriegsvorschriften und den Be- stimmungen de» Versailler VeriragS. Der Raub, der während des Der Ausspruch. AlS der protze Sturmangriff von Höbe 471 bis zur Husaren- 'schanze auf einer Front von W Kilomeier durchgedrungen war, sagte der berühmte Feldberr zu seinem Stabschef:„Die Sache ist ins Rutschen gekommen." Ter DtabScbef beeilte sich, diesen Aus- spruch seinem Adjudanlcn mitzuteilen, den diesem erfuhr ihn der (iiraf Klee, der Verwalter des OffizierkasinoS und von diesem der Kücheiiuntervffizicr Mamulartke. Diesem aber entlockte mit Hilfe einer Dreivicrtelliierflasche Kognak sein Wissen der Kriegsbericht- crstatter Ottokar Weiberrock und telcphoniertc hochbeglückt die neue Sentenz an die von ihm bediente Tageszeitungen. Allerdings hatte der Ausspruch auf seinem Wege bis zu Ottokar Weibcrrock bereits einige Veräuderungru erfahren. Hatte der Unteroffigier Mamulartt'e feine Kenntnis nur einem kleinen Sekt- rausch seines Vorgesetzten zu vendauken, so loirkte auf ihn selber die genossene Tosis Kognak derart, daß seine historische Wahrbeits- liebe darunter litt uno sich ein zartes AuSschniückungsb-dürfnis bei ihm geltend machte. Außerdem hatte er eine dunkle Ahnung, daß, je länger er den Ausspruch fabrizierte, desto ansehnlicher sich seine s-!ratifikation gestatten würde. Leider aber beherrschte Mamulattke lein anderes Deutsch als das ihm in dreizehnjähriger KommiStätig- keit anerzogene. Und so lautete der Ausspruch m seiner Version: „Tie Seife hatte sich festgefahren, ist ober jetzt ins Rutschen ge° kommen." So berichieie wottgejreu Ottokar Weibewock an sieben ordnungsliebende Tageszeitungen. Tie Wirkung war eine ungemein erbebende. Tagesang hörte man auf den Straßen nichts weiter als„Die Seife hatte sich fest- gefahren, ist ober nun ins Rutschen gekommen." An allen Biertischen wurde dieser Ausspruch mit siegestrunkenem Ernst disputiert, onalnert und konnuentiert. Zu einer bedeutsamen Würdigung des Ausspruches entschloß sich der bekannte Literamrhistoriker Professor Kröte. Er schrieb: „Unser Feldherr ist nicht nur ein militärisches, fondern mich ein Sprachgenie. Seit Martin Luther baben wir keine ähnlich markigen, svrachbildenden Sätze gehört. Die bekanntesten Zitate eines Goethe und Schiller verblassen gegen diese wortgcwolligen Wendungen. Tie ins Rutsche» gekommene Seife! Wie anschaulich, wie volkstümlich, wie plastisch ist da» bingestellt. Der vielgeschmähte Militarismus zeigt sich nickt nur als st a a t S e r h a l t e n d e. fön- dern auch als sprach erhaltende Macht. Deshalb dürfen wir Belgien unter keinen Umstanden herausgeben." Der Professor der Phnsik N e i d b o r n schloß sich seinem Kollegen von der andern Fakultät an. Er schrieb: Gänzlich neue Bewegungsvorgänge bat uns der Ausspruch des großen Feldherrn gelehrt Er zeigt, daß alle Bewegungen mis die denkbar einsacksste und natürlichste Weise vorgeben. Die konfusen Theorien des Juden Einstein sind durch den Ausspruch unseres Feldherrn ein für allemal widerlegt. Denn nach der Relativitätstheorie wäre es unmöglich. daß die Seife sich festfährt, dann aber ins Rutschen gerät. Außer- dem ist Einstein Kommunist. Ter AuSiprl.'ch�bürgerte sich bald in den Kreisen der hoben und höichstcn Gesellschaft ein. Ein Hoffraulein, dem, das Unglück passierte, während der Hostafel ein höchstvcrschSvicgenes aber not- wendiges Kleldungsstück zu verlieren, sagte neckisch zu ihrem Nach- Kriege? an so manchem deutschen Patent verübt worden war. wurde durch die Klausel des Art. 307 indirekt sankiioniert. Nach dem vorliegenden Entscheid der Pariser Botschafterkonferenz treten nunmehr auch für die Patentangelegenheiten die Friedensvercin- barungcn wieder in Kraft, und es wird möglich sein, die Fäden, die vor dem Kriege geknüpst wurden, wieder aufzunehmen. tzohenzollern und Cumberlanö. In Brüssel fanden Verhandlungen statt zwischen Ver- tretern der Siegerstaaten und solchen des unterlegenen und verarmten Deutschland. Endlich schien sich bei der Entente der Gedanke durchzusetzen, daß man dem Deutschen Reiche und dem deutschen Volke doch wenigstens etwatz lassen müsse, damit es leben und seine Verpflichtungen erfüllen kann. �sn Braunschweig kommt zur selben Zeit die Ge- sandtschast des Cumberländers, um dem bramrschweigischen Volke eine Rechnung zu präsentieren, die in die hunderte Millionen Gold mark geht. Als Rechtsanspruch! Und cS findet sich die ganze bürgerliche Mitgliedschaft des Landtages in der Anerkennung zusammen, daß es sich tat- sächlich um einen Rechtsanspruch handle, den man nur hin- sichtlich seiner Einzelheiten prüfen lassen müssei Demokraten und Deiitschnationalc— ein Herz und eine Seele für Gold- mark-Millionen der Cumberländcr! Damit ist das ganze monarchische Problem Plötz- lich in seiner Nacktheit aufgerollt. Man muß den Dingen aus den Grund gehen, um die Ungeheuerlichkeit der Cumber- ländischen Forderung richtig zu würdigen. Daß Ernst August der Jüngere, der Schwiegersohn Wilhelms II. von Hohen- zollern ist, ist nur ein Zufall und doch keiner. Wenn die Hohenzollern ihr �Privateigentum" vom preußischen Staate zurückverlangen, das sie durch alle möglichen Gcschäftemache- reien aus Allgemeinbesitz in Privatbesitz verwandelt hatten, so ist die Forderung schon an sich eine Provokation.?kher die Monarchisten in Preußen können wenigstens als Milde- rungsgrund für sich in Anspruch nehmen, daß die Hohen- zollcrn seit Hunderten von Jahren mit Brandenburg- Preußen verknüpft waren, und daß in dieser Zeit manche Eigentumsmerkmale verwischt sein können. Für Cumberland trifft aber selbst dieser MildmmgS- grnnd nicht zu. Denn die gegenwärtig als„Herzöge" fir- miersnden Herrschaften sind in Braunschweig selbst nach streng monarchischem Prinzip nur Fremdlinge. Denn der letzte„rechtmäßige" Herzog von Braunschweig ist in den achtziger Jahren des voriaen Jahrhunderts ohne Leiheserben gestorben. Die Cumberländcr. die als eine verwandte Linie das Recht der Erbfolge sür sich in Anspruch nahmen, wurden auf Betreiben Bismarcks von der Re- gierung ausgeschlossen, weil sie gleichzeitig An- spruch auf-das von den Hohenzollern für Preußen annektierte Hannover machten. Jahrzehntelang hat Braunsch'vcig sich in dem monarchischen Deut'chland ohne einen„angestammten Landesvater" begnügen müssen, bis eS endlich kurz vor dem Kriege gelang, den iungen Cnmberländer mit der Tochter Wilhelms zu vermählen. Jetzt plötzlich konnte der sunge Herr aus Gmunden„sein" Volk mit feister Anwesenheit und die Hohenzollernsamilve mit seinem Reichtum hegliickm. Die Domänen- und Kammergüter, die solange in ihren Einkünf- ten für den Staat gesicbert waren, wurden nun dem jungen Mann aus Oesterreich überwiesen, der außerdem auch als englischer Prinz Avanoge aus England bezog. Die deutsche Revolution lmt die Fürsten dahin yejagt, wohin sie gehören, auf ihre Privotgüter. Daß sie heute die Stirn haben, wieder aufzutauchen und Forderungen zu stellen, wie nach Wilhelm jetzt sein Schtviegevsohn es fertig bringt, ist ein trauriges Zeichen dafür, wieviel versäumt wor- den ist infolge der Uneinigkeit der Arlwiterklasse. die im Nv- vcmber 1918 die histormhe Mission hatte. Deutschland neu zu fundieren. Doch die Forderungen an sich, so ungeheuerlich sie sind, werden in ihrer Kühnheit noch übertrofsen durch die Bereitwilligkeit, mit der die bürgerlichen Parteien bar:„Die Seife ist inZ Rutschen gekommen", was viel Anlaß zu Heiterkeit und Mutwillen gab. Einzig und allein trauerten die Seifenhändler. Welch Bomben- rcklame hätte sie mit oem Wort des Feldherrn sür ihren Artikel machen können. Aber gerade damals war die Seife total ausgc- gangen und die Tonklumpen, die als K.A.-Ersatz dafür seilgeboten Inurden, Ivaren eine so sandige und körnige Masse, daß an ihr Rutschen selbst der gläubigste Patriot nicht geglaubt hätte. Leider muß noch berichtet werden, daß ocr Küchcnunterosfizier Mamulattke kurze Zeit darauf in einer Irrenanstalt untergebracht wurde. Tie Aerzte stritten lange darüber, ob hier ein Fall von Säufettvahnsinn oder plötzlich auSgebrochenem Größenwahn vorlag. Schheßlich einigte man sich auf Säuferwahnsinn, da für den Größentvahnsinn keine genügende Erklärung vorhanden schien. Vi ich. vonLindenheckcn. I Deutsches Theater: Eäsar und Kleopatra von Ber- nard Shaw. Die Bmten mißhandeln das irische Bolk, und der trtschc Dichter Berna-rd Shaw rächt sich, indem er die politische Aus- gek'lafenheit der Insulaner verspottet, unter der er leben muß. Die welthistorische Posse von Cäsar und Kleopatra wuode vor mehr alö einem Fahrzehnt in Berlin gespielt. Ihre Mtze wstckem heute noch zündend, das Heldenrum. das.mtlarvt werden soll, erscheint heute naf) gebrechlicher als in friedlichen Zeiten. Aber Sbaao ist in Cäsar, den Augen Eoabeax, den iveüsichugen Staatsmann und heileren Läbomunn, doch etwas verliebt. Er will ihn durchaus nichr lächerlich machen. Er will nur jeiepen, daß all feine Nachahmer, die klechan Cäsaren, den Epott des WeW.'tvachter? verdienen. Köstlich ist Piche Kl-eBpatra, die noch etu Backfisch ist. die sich an den Busen der Sphinx flüchtet, weÄ sie fürchtet, von den Ro-mern ausgc fressen zu werden, und die zum Schlüsse doch schon auf ine Ludertugeuden hmwerst, die einst chre Unstephlichkeit begründen werden. Di« Auffühoung des Deutschen Thoatars war lustig und goist- voied. Die Tphbnx stand mächtig und gespenstisch vor dem violetten Wüsten ba vi zaut. und die eleft rischeu Lichter, die ru dem Schädel des FabÄtieve» crufslammten, zeigten trotzdem, daß es sich um ei um mächiigen Hokuspokus bandelte. Ein märcheichasstrS Aegypten war in Pmurksälan, Frausngomöchrru mid zyklopischen tzaseimrauarn ausgebaut. Zum Glück war die Klcopatra keine Schauspiele rin, dl« nur mit äußerlichen Mitteln Kindlichkeit houcheLi. Fräulein EckerSberg spialt mit wirklicher Jugend und einer schmachtenden Unbesonnen- Hell, zum Schlüsse ze-gt sie aber doch so viel weiblichen Reiz, daß man ihr die Zukunft der verlockenden Kleovatra wohl glauben mag. Werner Krauß spielte den Cäsar mit schwerem pathetischen Austakt, aber er fand sich sogleich in die Diplomatie des vergnügten Welteneroberers und' Wersen hinein. Di« ägyptische Reichsamme wurde cinswmls von Hilde Mangel gegeben, beute erhielt die Rolle Frau Ti m i g- Sc nde r s, d-i« den Ruf einer trefflichen Komikerin von Wien mitbringt. Sie nahm ihre Rolle beinahe zu massiv, beinahe zu majestätisch. Die gelmann. Gülstorfs, D ö b l i n wirktan tapfer und unterhaltsam mit. Be'snderS zu erwähnen ist der kleine Peter Evsoldt. der trotz semer acht Fahre schon ein gewandter und natürlicher, die Dressur keineswegs Vervatattdcr Schauspieler gavordeu ist.' MaxHochdors. sich zu dienstwilligen Schleppenträgern der monarchischen Anmaßung machen. Das„Haus Cumberland" hat aus die Besitztümer in Braunschweig keinen anderen Anspruch, als höchstens den der familiären Vererbung nach altein bürgerlichen Recht. Daß die Revolution mit der Monarchie auch ihre besonderen.Flechte" beseitigt lwt. sollte Allgemeingut des Volkes sein. Aber das Vertrauen der deutschen Monarchisten in die deutsche Recht- sprechuug ist bereits soweit gesteigert, daß die Cumberländcr mit Gerichtsverfahren und„einstweiliger Verfügung" gegen den Braunschweiger Freistaat drohen können. Wir sind lei- der nicht in der Lag? anzunehmen, daß dieses monarchistische Vertrauen in die Richter der— Republik unbegründet wäre. Das Koalitionsrecht üer Soldaten. Der Reickswirtiitbaftsverband deutscher derzeitiger und ebemaliger Berusssoldaten scbreibt uns: Im.tz-llbr-Abendblatt' vom 21. Dezember 1020 äußert Reichswchrminister Dr. Geßler„Gedanken zum Wiederauiban �es Heeres". Die Gewährung deS iineingeicknänkten Wirtschaft- ttchen Koalitionsrechtes an die Wehrmacht lehnt der Herr Minisur mit der Beeriinduiig ab, daß„volles wirtschafilicheS Koaluion-recht daS Streikrecht bedingen" würde und„der Weg. den eine HeereSgewerkschaft geben würde, nach den Erfahrungen, die andere Zweias und andere Länder bereits gemacht haben, Ilar sei". Diese Darstellung deS Herr» Ministers, die er in letzter Zeit auch an anderen bemerkenswerten Stellen der OeffnUlich- keil gegeben hat, ist geeignet, ein unzutresscndcs Urteil über die bestehende Wirtschaftsorganisation der Wehrmacht, den R. d. B.. in der Oeffentlichkeit entsteben zu lallen. AuS diesem Grunde siebt sich der Verband veranlaßt, darauf binzuweistn, daß er seine Aufgabe der Wirt- schartlichen und kulturellen Ertüchtigung der WebrmachiSangebvl igen auf dem Weg« der organisierten Selbsthilfe unter br- wüßtem programmatischen Verzicht auf alle gewerkschaftlichen Tendenzen und Kamplmillel zu erfüllen bestiebt ist und daß der Herr Reichs ivebrmini st er selbst noch im April dieses Fahre« auf dieier Grundlage ein Zusammenarbeiten mit dem Verband den Tiensistellen zur Pflicht gemacht hat. Dieie Tat- fachen läßt der Herr Minister außer acht, wenn er nunmehr sich die Gründe der entschiedenen Gegner jedes Bund- gedankenS im H e e r e zu eigen macht, die au« enastirniger Boreingenommenheit den wirl'chaitlichen KoaliiionSgedanke» als unvereinbar mit dem Soldatenberuie verurteilen. Bei der vom Herrn Minister zum Ausdruck gebrachten prin- zipiellen Gegnerschaft gegen den wirtichaitlicheu Koa- lilionsgedanken wird natürlich die Unterstellung der wirischaitlichen KoaliiionSsrriboft unter den Herrn Wehrmini st er die letztere prükliich völlig bedeutungslos. Die Erfahrung der letzten Wochen bat gelehrt, daß der Herr Minister sämtliche Verbote und Einschriinkungeii des KoalitionSrechteS seitens der DienststclZcir aus grundsätzlich ablehncndcu Erwägungen heraus deckt. Der R.d.B. erwartet vom Deutschen R e i ch s t a g, dem nach der ReiwSver- iassung die a l l e i n i g e Entscheidung über eine Einichränkung der Grundrechte der Wehrmachtsangehürigen zusteht, eine de» objektiv und vorurteilslos gesehenen Tatsachen Rechnung tragende Regelung der. Frage. Die ösfcnlliche Erörierung der Frage m den letzten Wochen hat ergeben, daß sowohl namhafte Politiker aller Parteien, wie auch weile Kreiie des deu:lchen BolktS in vollem Gegensatz zu der Ruffassung deS Herrn WehrministerS stehen Engländer. 1 Schotte. I In dl er. S Schloei�er. SAmeritauer, 6 Schweden, 4 Däne» und 4 Holländer. Weitere Preise eutfielcn ouj Belgien, Norioegeo, Zlußhmd, Spauien. Jlaüul und Polen. / Nr. ö2S ♦ 37. Jahrgang Heilage öes vorwärts Vonnerstag, 23. Dezember 192S Groß�erün � Zur Wahl öes Gberbürgemeisters. Die.Freiheit' sucht der rcchiSssjialistislben«tadiverordnctcn- froktion nochmals die SÄwere der Aeranlwortung vor Äugen zu führen für den Fall, das; der Kämmerer?ög zum Oberbürger« menier gewählt würde. Sie macht gegen Votz geltend, dotz er ein Feind der Soztolisierung und ein Mann wäre, der großzügigen Ideen nicht zugänglich sei. Büß habe auch in den letzten Monaten die Fort- und Ausführung der beschloftenen NolstandSarbeiten verhindert. Die von der„Freiheit* gegen Böß erhovenen Einwände find nicht neu, sie wurdeit von den Unabhängigen bereits geltend ge- macht, als derselbe für daS Amt als Siadtkämmerer von unserer Fraktion vorgeschlagen wurde. Unsere Vertreter haben damals mit Nachdruck betont, daß sie im Zusammenarbeiten mit dem Kämmerer Böß die Auffassung gewonnen hätten, daß. derselbe den sozialen Erlordernisseii unserer Zeit durchaus velständniSvoll gegenübersteht. Die Abneigung der Unabhängigen, gegen den in Volschlag Gebrachten sei nur zu erllären. weil derielbe wiederholt in der Sladtverord- netenversammlung scharf Stellung genommen habe. Das sei aber kein Grund, einen sonst tüchirgen Mann abzulehnen. Mit keinem Wort geht die.Freiheil* aus unsere Feststellung ein, daß die Unabhängigen die seinerzeit getroffenen Abmachungen, den Kandidaten in gemeinsamem Einverständnis zu nominieren, gebrochen haben. ES ist uns seinerzeit gar nicht eingefallen, in Dr. Wehl den Anwärter für den Lberbürgermersierposten zu sehen, wir haben lediglich betont, daß den Unabhängigen als der stärksten Fraktion dieser Posten zusieht. Wenn zwar das unabhängige Blatt betont, daß durch die Wahl von Böß zum Oberbürgermeister der Kommunalsozialismus in der schwersten Weise geschädigt werde, so halten wir diesen Einwand für eine maßlose Ucbertreibung und nicht zuletzt leben wir darin ein Armutszeugnis für den in seiner Mehrheit auS Soziallsten bestehenden Magistrat. öle Nohnungsloxusfteoer rechtlich zulässig! Die der Stadtverordnetenversammlung zur Beichlußfaffung unterbreitete Vorlage über die Erhebung einer Wohnungsluxus- steuer wird im.berliner Tazeblau* von einem Juristen Dr. Wie- luntt als eine solch» bezeichnet, welcher die rechtlichen Grundlagen fehlen. Für die Erbebung von Steuern und Abgaben durch die Gemeinde gelte in Preußen auch fetzt noch das Kommunalabgab-n- geietz vom 14. Juli 1893.§ 23 Absatz 3 dieses Gesetzes verbiete ausdrücklich die Aeueinsührung von Miet- und WohnungSsteuern. Wir lönnen nicht finden, daß die vom Magistrat geplante Steuer eine Wohnungssteuer schlechthin darstellt; die Vorlage läßt ausdrücklich den notwendigen Wohnungsbedarf steuerfrei und unter- wirkt nur den WohnungslurnS. das heißt einen in Anbetracht der beispiellosen Wohnungsnot vorhandenen übermäßigen W ohn u n a s a u f w a n d der Besteuerung. Wir können uns nicht denken, daß die Stadt Berlin an dieser Maßnahme gehindert werden soll._ Die kausangesielltensieuer. AuK Anlaß der profestierten.Hausangsstellienfteuer erholten wir von der Verireterin der Hausangestellten- Organisation, Luise Kühler, folgende Zuschrift: islliäbrlich um die Weihnachtszeit zeigen die Statistiken der Arbeilsuachwei'e eine Erhöhung der Arbciisloienziffern der HauS. angestellten. DaS erklärt sich daraus, daß man auf Arbeitgeber- feite das WeihnachiSgescheilk der Hausangestellten sparen will. Ter Magistrat Berlin liefert— wenn auch ungewollt— dicken„Herr- schaflen* nun mit der neuen HanSangestelliensteuer guten Verwand zur Kündigung der Hausangestellten zum Weihnachtsiest. Bisher glaubte man, daß wenigstens der Arbeitsnachweis darin objektiv urieilen würde. Statt dessen wird von dieser Seite betont, daß eine Menge Hansangestellicii heute iSon aus Grund der Beratung der neuen Steuer arbeitslos geworden sind. Dabei dürften seine Statistiken gerade sür die Monate Dezember beweisen, daß eS sich hier darum dreht, die Hausangestellten zu einlassen, um sie nicht zu beschenken, denn wer kann jetzt, wo man eben erst beginnt. Ernst mit der Steuer zu machen, unter Jnnehaltung der KündigungS- zeit schon arbeitslos sein. Die Forderung d�r organisierten Hausangestellten wird deshalb auch immer lauter und dringender, daß man das Werbnachts- geichenk abschaffen soll. Die Summe, die heut allgemein für ein WeihnachiSgcschenk eingesetzt wird, beträgt 190 M. oder täglich 27 Pf. Ist es da überhaupt nicht gerechter, diese Summe dem Ge- halt hinzuzurechnen? Denn eine Hausangestellte, die zum Beispiel am 1. Januar ihre Stellung angetreten hat und am 1. Dezember entlassen wird, geht dieser Vergütung doch verlustig. Bürgerliche Blätter bringen längere Artikel, in denen geklagt wird, daß kranke und unbemittelte Haushallungen schwer von der Hausangestelltensieuer getroffen werden, dabei wird ganz überiehen, daß die Steuervorlage bereits alle Vergünstigungen vorsteht. Andererseits wird gerade von den Hausfrauen betont, daß eine Hausangestellte beute schon im Fabr über 5000®?. tostet. Ich werfe darum die Frage aus— fallen die 199 M. Steuern lährlich dann noch rnS Gewicht? Eine zweite Frage wäre, wird der Mittelstand geschädigt bei Beschästigimg einer zweiten Hausangestellten und bei Zahlung von 590 Mark Steuern? Ich sage nein, denn Haus- Haltungen, die zwei und mehr Hausangestellten beschäftigen, ge- hören nicht zum Mittelstand. Nicht zu verstehen ist. weshalb der Magistrat bei Beschäftigung einer dritten Hausangestelllen 1999 Pkark. bei einer vierten jedoch nur noch 599 Mark mehr in Ansatz bringt. Will er gerecht sein, dann mag er da zufosten und von der- dritten Hausangestellten an eine gleichmäßige Mehrbelastung vornehmen. Den Hausangestelllen mag' aber zur Kenntnis dienen, daß der- selbe Protest der Hausfrauen 1913 bei Einführung der Krankenver- stcheriingsvfl'cht für Hausangestellte erhoben wurde. Auch da wogte man die Hausangestellten entlasten, wenn sie der allgemeinen LrtS- krankenkasse eingegliedert würben, weil die Beiträge böher ivaren als im Aboniiemenlverein. So lvie damals wird auch diesmal der Sturm vorübergehen, denn jeder Gerechidenkende kann vre Er- ickließung der neuen Stcuerquelle als KündigungSgrund nichl gellen lasten._ Der Leichenfunü in öer Dlüchersiraße. Der in dem möblierten Zimmer des 35 Jahre alten Schau- spielers Hermann Klicy in der Llüchersir. 49 alirgeslindene Tote ist festgestellt worden als der Reiler Wilhelm Heinz II vom Retter- regrment 4 in Potsdam. Dort wurde der Soldat bereits seil einigen Tagen vermißt und angenommen, daß er fahnenflüchtig geworden sei. Die gerichisärzlliche, Untersuchung der Leiche am Fundort durch den Gerichtsarzt Prof. Dr. Srrauch gab keine bestimmten Anhaltspunkte dafür, ob Heinz erschossen worden ist oder selbst Hand an sich gelegt hat. Die Schußwunde befindet sich an der rechten Kopfseite, in der Näbe der Schläfe, Nach der Darstellung des Klietz soll sich Hein, im Bette liegend erschossen haben. Bei einer genauen Untersuchung der Bettwäsche wurden auch noch einige Blulspritzer daran gesunden. Bei der Durchsuchung des Zimmers wurden unter dem Ben versteckt ein Rucksack und eine Markttasche gesunden, die beide mit Weinflaschen gefüllt waren. Der Wein wurde beschlagnabmr. Klictz hatte die Absicht, Berlin z» verlassen und nach Oberschlesien zu gehen. Angeblich hatte er dort ein Engagement erhalten. Unter dieser Angabe hat er sich auch am Montag einen Paß für die Reise nach Oberschlesien aus- stellen lassen.__ Zur Ärheitsloseufrage, Im Berliner R a t h a u so jagte am'Miitosch qbend die .am Dienstag gewählte K om m i s s.ivn nntex/ deuri Lorsitz- des StaLtartS Werse zur Vörberaiung �eS'ffchöst'ffni?Micfltest"'Än? iragcs der Stadtverordneten G ä b e l und Genosse n(Komm.), der, Erwerbslosen bzw. Arbeitslosen sofort und noch vor Weihnachten als einmalige Unterstützung 599 M. bzw. 300 M. zu zahlen und zu den bestehenden Unlersrützungssätzen bis auf weiteres bz>v. bis zur Neuregelung de» Unierstützungs- Wesens einen Zuschlag von 199 Proz. zu leisten. Nach mehr'ftün- diger eingehender Beratung wurde beschlossen, eine Kommission von drei Mitgliedern zu beauftragen, heute (Donnerstag) mit der Reichsregierung zu uiiterhandeln über die von den Gewerkschaften schon verlangteu Unterstützungssätze. Be- willigt die Reichsregierurrg die geforderten Sätze, dann sollen Ria- gistrat und Stadtverordnetenversammlung ersucht werden, ein Sechstel sofort zi.' bewilligen und dieses Sechstel un- verzüglich möglichst noch vor Weihnachten auszuzahlen. Tie Kam- m u n i si c n ivaren hiermit e i n v c r st.a n d e n und zogen darauf- hin ihren Antrag zurück Die Reichsgewerkschaft verlang: cirre allgemeine Erhiiquirg des b c weg lichcn TeuerungSzu- schlage s um 25 Proz. Für die- Arbeiter liegt eine gemeinsame Forderung der Täriskommissioii vor, den beweglichen Terrrungs- guschlag allgemein um eine Mark- zn erhoben. Von der Kommission war folgender Dringlichkeitsontrag ge- stellt worden:„Bis'zur endgü.lligrN tariflichen Regelung der Lohir- und Gehaltssragen der bei der Siadtgemeinde Berlin beschäftigten Arbeit t und Angestellten wird der Magistrat ersucht, sofort eine Abschlagssumme au alle Arbeiter und Angestelitcu zur Auszahlung zu bringen. Tie städtischen BureanS und Kasse» werden am Weihnacht»- Heiligabend mittags um 1 Uhr geschlossen. Die Verkehrsstnnden der Sparkasse für das Publikum währen an diesem Tage bis 12 Uhr. Auch am 27. d. Mts. bleibt die Sparkasse für den Ver- kehr iür das Publikum gänzlich gesch' offen. Einlösung van Anteilscheinen zur Kriegsanleihe. Die von der Berliner Stadlsparkane ausgegebenen Anteilscheine zu 1, 5, 10 und 20 M. werden d i s Ende dieieS Jahres in dem Anteilschein- burettu, Postser. 5, werktäglich in der Zeit von 9—2 Uhr zum Nenn- wert zuzüglich 5 Proz. Zinsen eingelöst. Hierzu ist die Vorlage, ! des Anteilscheine» zusammen mit dem AuSweisschein erforderlich. Karl Wücke wurde gestern mittag auf dem Neuköllner Ge- meindefriedhof unter zahlreicher Beteiligung zur letzten Ruhe bc- stattet. In der Halle würdigte Gen. Kahn in zu Herzen gehenden Worten das Wirken des Verstorbenen im Interesse der Arbeiterklasse, und am Grabe gedachten die Vertreter der Organisalion, der sozial« demokralischen Siadlverordnetensrokfton. sowie der ehemaligen- Neuköllner Sladtvcrordnetenveriammlunz der rastlosen Hingab« WückeS für die Interessen der Gesamtheit. Leider ist unier Freund zu früh in das Reich der Toten gegangen, denn durch fein Hin- scheiden ist nicht nur unserer bewegten Zeit ein treuer Kampsgenosse. sondern seiner lieben Gattin nebst zwei kleinen Kindern auch ein sorgendes Familienhaupt entrissen worden. Das Mitglied der amerikanischen Quäkerkommission Artur P a r* i o n S aus MassachussetS— Nordamerika— ist unerwartet nach kurzer Krankheit gestorben. Par'ons war bis zum Beginn seiner Erkrau- kiiirg Letter der von den Quäkern eingerichteten Studeiitenipeirung. Seit April d. I. hat er die Studenten'peisung in Berlin und die Gesamiorganiiation für Deutschland bearbeitet. Während an der Berliner Uiiiverstlät und Technischen Hochschus« etwa 659 Slu- dierende an der Speisung beteiligt sind, beträgt die Gesamt« zahl an allen Universtiälen und Hochschulen Deutschlands zurzeit etwa 14 00 0. Nachdem vom Januar nächsten Jahres au sämtliche deutschen Universitäten und Hochichulen in die Speisung einbezogen sein werden, wird sich die Zahl der Teilnehmer an den Speisungen ollmählich aus 29 999 er- höben. Artur PorsonS, der von Hauie aus Oberlehrer war, und der nur ein?llter von 31 Jabren erreichte, hat sich der Orgo- niiation diese» großen Liebeswerkes nicht nur mit oufoprernder und unermüdlicher Hingabe gewidmet, er bleibt auch allen, die die Fxeude hatten, mit rhm zusammen zu arbeiten, besonders auch den an der Arbeit mitbeteiligten Stellen der Berliner städtischen Verwaltung durch seine gütige, liebenswerte und bescheiden« Persönlichkeit in dankbarer Erinnerung. Zu der gestern auf dem Lllisenstädtischen Kirckbos erfolgten Beiietzurrg hatte der Magistrat >F«su Stadlrätm W-t.y4 als Vertreterin entsendet,- Ein Weihnachtstisch für Kinder von Arbeitslosen wurde vom Z en l ra l v e r b a n d der Angestellten am Mittwoch tu HaverlandS Festsälen hergerichtet. In dem großen Saal begrüßte die Gäste ein strahlender Weihnachtsbaum von stattlicher Höbe. 350 Kinder arbeitsloser Kollegen, eine Ailswahl der bedürfttgsten, ließen erwartungsvoll sich an den festlich geschmückten Tafeln nieder. wo für jedes Kind ein Tcllerchen mit Kuchen und ein großer Teller mit Aepfeln, Haselnüssen und WeihnachtSgebäck bereit stand. Jedes Kind durste einen Erwachsenen mitbringen, und das raten viele, so daß noch etwa 290 Angehölige an der Bewirtung mit Kakao»ni» Kuchen leilnabmen. Vor Ucberreichung der Weihnachtsspenden fand eine hübiche Weihnachtsfeier statt, die aus Konzeit(Klamer und Streichinstrumente)» einer Festrede und unterhaltenden Vorirägen bestand. In ihrer Rede hob Grete Weinberg hervor, daß hier kleine Gaben mu großer Liebe gespendet werden miS Mitteln, die das Proletariat selber für die Kinder des Proletariat» zusammen- ,0] die örei gerechten Kammacher. Von Gottfried Keller. Viele haben mich begehrt, die meiner nicht wert waren. und nun aus einmal sehe ich drei würdige Junggesellen um mich versammelt, von denen ein jeder gleich wert wäre, mich zu besitzen! Bomcsset bmmch. wie M'in Hegz in dicicm unmdcrborcn Ueberflusse schmachten mutz, und nehmet Euch jeder ein Beispiel an mir und. denket Euch, jeder wäre von drei gleich werten Jungfrmien umblühet, die sein begehrten, und er könnte sich'.un deswillen zu keiner hinneigen und gar keine bokmmnen! Stellt Euch doch recht lebhaft vor. urn jeden van Euch kmhleten dm Jungs eni Bünzlin, und säßen so um Euch her, gekleidet wie ich und von gleichem An'ehei!. so daß ich gleichsam venreimfdckrt hier vorhanden wäre und Euch von ollen Seiten anblickte und nach Euch schinachtete! Tut Ihr dies?" Tie wackeren Gesellen hörten verwundert auf'zu krmen und studierten mit einfältigen Gesichtern, die seltsame Auf- gäbe zu ltücn. Das Schwäblein kam zuerst damit zustande und rief mit lüstcrnom Gesicht:..Ja. werteste �nzich Zu?! W«rn Sie es denn güligst erlauben, so sehe ich cai' nicht nur dreifach, sondern verhundertfacht um mich heruulfchn'ebcn und ni'ch mit huldreichen Aeuglein anblicken und mir tausend Kiißlem anbieten!"... „N'cht doch!" sagte Ziis unwillig verweisend...nicht in so ungehöriger und übertriebener Weise! Was fallt Minen denn ein. unbeichoidener Dietrich? Nicht hundertfach und n'cht Küßlein anbietend, habe ich es erlaubt, sondern nur dreifach für joden und in züchtiger und ehrbarer Manier, daß mir mchts zu nahe geschieht!" „Ja," rief jetzt endlich Jobst und zeigte mit einem ab- genagten Binrensticl um sich her,„nur dreifach, aber in größ'er Ehrbarkeit sehe ich die lwbsie M, naser Bün-lr um mich her spazieren und mir wohlwollend zuwinken, indem sie die Hand aufs H�rz legt! Ich danke sehr, danke, danke er- gebenstr sagte er schmunzelnd, sich nach drei Seften ver- neigend, als ob er wirklich die Eriche! nungesi sähe.„So ist's recht," sagte Züs lächelnd,„wenn irgend ein Unterschied zwischen Euch besteht, so leid Mir doch der Begabteste, lieber Jobst, wenigstens der Verständigste!" Der Bauer Fridolin war immer noch nicht fertig mit seiner Vorstellung, da er ober den Jobst so loben hörte, wurde es ihm angst und er rief eilig:„Ich iebs auch die liebste Jungfrau Bünzli dreifach um mich her spazieren in größter Ehrbarkeit und mir wollüstig zuwinken, indem sie die Hand auf—" „Pfui, Bayer I" schrie Züs und wandte das Gesicht ab. „nicht ein Wort weiter! Woher nehmen Sie den Mut, von mir in so wüsten Worten zu roden und sich solche Semereien einzubilden? Pftn. pfui!" Der arme Bayer war wie vom Donner, gerührt und wurde glühend rot. ohne zu wissen wofür: bönn et hatte sich gar nichts eingebildet und nur un- gesäbr dem Klange mich gesagt, was er von Jobsten gehört, da er gesehen, wie dieser für seine Rode belobt worden. Züs wandte sich wieder zu Dietrich und sagte:„Nun. lieber Dietrich, haben Sie'S noch nicht auf eine etwas bescheidenere Art zuwege gebracht?"„Ja, mit Ihrer Erlaubnis." erwiderte er, frob. wieder angerodet zu werden,„ich erblicke Sie jetzt nur dreimal um mich hcr{ freundlich, aber anständig mich an- schauend und mir drei weiße Hönde bietend, welche ich küsse!" „Gut denn!" sagte Züs,„und Sie Fridolin? Sind Sie noch nicht von Ihrer Slbirrung zurückgekehrt? Kann sich Ihr ungestümes Blnt noch nicht zu einer wohlanständigen Bot- stellung beruhigen?"„Ilm Vergebung!" sagte Fridolin klein- laitt.„ich glgube jetzt drei Jungsem zu sehen, die mir gedorrte Birnen anbieten und mir nicht abgeneigt scheinen. Es ist keine schöner, als die andere, und die Wahl unter ihnen scheint mir ein bitteres Kraut zu sein."'- „Nun also," sprach Züs..„da Ihr in Eurer Ernbildungs- kraft von neun solchen ganz gleich werten Persoven umgeben seid und in diesem liebreizenden Ueherfsusie dennoch Mangel in Eurem Herzen leidet» ermesset danach meinen eigenen Zustand: und wie Ihr an mir sähet, daß ich mich weisen und bescheidenen Herzens zu fassen weiß, so nehmet doch ein Bei- sviel an meiner Starke und gelobet mir und Euch unter» einander, Euch ferner zu vertragen und. wie ich liebevoll von Euch scheide, Euch ebenso liebevoll vonemander zu trennen, wie auch das Schicksal, das Eurer wartet, entscheiden möge! So leget denn alle Eure Hände zusammen in meine Hand und- gelobt es!" „Ja. wahrhaftig." rief Jobst,„ich will es wenigstens tun, an mir soll's nickt fehlen!" und die andern zwei riefen eiligst: „An mir auch nicht, an mir auch nicht!" und sieAegten alle die Hände zusammen, wobei sich jedoch jeder vornahm, auf alle Fälle zu springen, so gut er vermöchte.„An mir soll es wahr- hastig nicht fehlen!" wiederholte Jobst,„denn ich bin von Jugend auf barmherziger und einträchtiger Icafur göwesen. Noch nie habe ich einen Streit gehabt und konnte nie ein Tigr- lein leiden sehen: wo ich noch gewesen bin. habe ich mich gut oertragen und das beste Lob geerntet ob meines geruhsamen Betragens: denn obgleich ich gar manche Dinge auch ein bißchen verstehe und ein verständiger junger Mann bin,>'o hat man nie gesehen, daß ich mich in etwas mischte, was mich nichts anging, und babe stets meine Pflicht ans eine einsichts- volle Weise getan. Ich kann arbeiten, soviel ich will, und es schadet mir nichts, tw ich gesund und wohlauf bin und in den besten Jahren I_ Alle meine Meisterinnen haben noch gesagt, ich sei ein Tausendsmensch, ein Ausbund, und mit mir sei gut auskommen! Ach! ich glaube wirklich selbst, ich könnte lehen wie im Himmel mit Ihnen, allerliebste Jungfer ZiisI" „Ei!" sagte der Bayer eifrig,„das glaub' ich wohl, das wäre auch eine Kunst, mit der Jungser wie im Himmel zu leben! Das wollt' ich mir auch zutrauen, denn ich bin nicht auf den Kopf gefallen! Mein Handwerk versteh' ich aus dem Grund und weiß die Tinge in Ordirung zu halten, ohne ein UnWort zu verlieren. Nirgerrds habe ich Händel bekommen, obgleich ich in den größten Städten gearbeitet habe, und nie- malS ixibe ich eine Katze geschlagen oder eine Spinne getötet. JÄ bin mäßig un> enthaltsam ynd mit jeder-l>!ahrung zu- frieden, und ich weiß mich am Geringfügigsten zu vergnügen und damit zufrieden zu sein. Aber ich bin auch gesund und munter und hinn etwas aushalten, ein gutes Gewissen ist das beste Lebenselirier, alle Tiere lieben mich und laufen mir nach, weil sie mein gutes Gewissen wittern, denn bei einem ungerechten Menschen wollen sie nickt bleiben. Ein Pudel- bund ist mir einst drei Tage lang nachgefolgt, als ich aus der Stadt Ulm verreiste, und ick mußte ihn endlich einem Bauers- mann in Gewahrsam geben, da ich als ein demütiger.Hand- Werksgesell kein solches Tier ernähren konnte, und als ich durch den Böhmerwald reiste, sind die Hirsche und Rehe auf zwanzig Schritt noch sieben geblieben und haben sich nickt vor mir gefürchtet. Es ist wunderbar, wie selbst die wilden Tiere sich bei den Menschen auskennen und wissen, welche guten Herzens sind!" „Ja. das muß wahr sein!" rief der Schwabe,„sebt ihr nicht, wie dieser Fink schon die ganze Zeit da vor mir herum- stiegt und sich mir zu näl?c.rn sucht? Und jenes Eichhörnchen auf der Tanne sieht sich immerfort nach mir um, und hier kriecht ein kleiner Käfer allfort an meinem Bejne und will sich durchaus nicht vertreiben lassen. Dem muß es gewin reckst wohl fein bei mir, dem guten Tierchen!"(Forts, folgt.) Hefirotüt Bat. Darau? sol�ien Vortrag? von Gedichten kIIIe Stein) und Liedern zur Laule iWally Auer mann) und Aufsüdrung von Tänzen lAcschwistcr HS»Sler). Die kleinen Gäste und die großen kargten nickt mit Beifall. Die zum SckluK iiberreickten Spenden werden einen Sckimmer von Freude in die Her.zen der Kinder vnd mancher sorgenvollen Mutier getragen haben. Je nach Bedürfnis wurden die Kinder mit Kleidern, Wäsche und Schudwerk beschenkt. Kuherdem erhielt jedes Kind 50 M. bar. Die Mittel im Gesamt- betrage von rund SO SM M. sind nur auö Kreise» der Angestellten gesammelt worden. Eine Weihnachtsfeier für die nock in der ehemaligen Königl. Klinik. Ziegelstrnhe. befindlichen Sckwerkriegsverloyten fand vor einigen Tagen statt. Bon der Arbeiter« und Beamten- fckaft der Firma Mix ck Genest. Scköneberg. wurde hierzu eine Geld- sammlung veransiaiiet, wodurch seder der Insassen mit einem Geld- betiag bedacht werden konnte. Der Seegersche Männerckor lM. d. A.-S.-B.. Gau Berlin) und der Maitdolinenklnb.Westen'(Dirigent O. Hahn) trugen durch ihre ausgezeichneten Darbieiungen zur Ver- fckönerung der Feier bei. Aus den viele» DankeSbezeugungen der Kranken war zu eneben. dah den Acrmlien der Armen diele Ber» anstaliiing ein Lichtblick in ihrem traurigen Dasein war. Der Zuskand der Bürgcrsteigo ist augenblicklich derart, das; man fick Hals und Beine brechen kann. Der PolizeiprSsident hat des- kalb die Reviere angewiejen, dasj die Beamte» Jiir Berbiitung von Unsöllen, namentlich auch der zahlreich vorhandenen Kriegs beschädigten, auf strengste Durchführung der Bestimmungen über die Schneebeseitigung und Elmipflicht der Etrahenanlieger und auch out die dauernde Freihaltung der Hhdrantcn von Schnee und Eis zu halten boben. Gegen Säumige wird nach sruchtloscr Ver- Warnung unnacksschtlich Strafanzeige crstatiet werden. BezirkSbildongSansschuk. sGeöfsnet von!>— t Nhr, Donnerstags vc»! g— I Uhr und 4—7 Uhr.» Llndenftr. 3, 2. Hof IV, Ztmmcr 10.— SoziaUntlche Vildiingsschulc. Monat Januar n. F. werden zwei VortrapSreiden abgehalten. Redeübung.— Ge'chichle der Slrbeiterbewegiing tPqrlamentarllch« lHeschichte, Tätigkeit der Paitet im Landtag, Lrganisa- teriiche Aufgaben während der Vadlbewegung). Jede DortragSreihe um- saht vier Abende. Hörgebühr.? M. Mir bittcn. recht bald schriflliche He« Werbungen«jir Teilnahme an beiden Beraustaliungen an den Sekretär des Bildungsausschusses Albert Horlid, Lindenftr. 3, einzureichen.— Theater. Montag, den 27. Dezember, nachmittags g Ubr(3 WeihnachtSfciertag), lebte ?lustl!bruna.Stufe Bernd* von Gerhardt Sauvtmai»!. öintritt M. 3.30 rin- schliegktch Garderobe und Tbeaterzettel. Die Verlosung beginnt um 2 Uhr nachinitlazs. Karten sind noch tm BezirkSbltbungSauSsch»» zu baden.— Jeden Mittwoch und Sonnabend, nachmittags 3'/, Ubr, im Zentral-Tbcater. Alte Jatobfir. 31'32: Märchenoper„FiiWanä". Gutscheine i M. 2.— im BezirkSbildungSaiiöschus;. Tie Märchenoper gelangt auch noch im Monat Januar zur Ausführung.— Festkonzertc. Am 25. Dezember n. WetbnachtS- t eiertag), nachmittags 2>/, Ubr: Weihnachtliche Muük in der Allen Garnison» bsche, Reue ssriedrichslraze. Dir bitten, unverzüglich die Marken cinzu» ' Einzelkarteu zu M. 4,— noch am Tage dcö Konzerts in der Kirche, Vorträge, vereine unü Versammlungen. Bon Proletariern zu Proletariern. Heute. 23. Dezember, abend; 8 Ubr, im GewcrtschaftSbauö: Sali« Kerl spricht über ,ProIctarier-D!ch- iungen*. Eintrittskarten zu 1 M. an der Abendkasse.— Freireligiöse Gemeinde, LrtSgruvpe Buch. Heule S Uhr im Lokal von Piolrowokt. Bahnbofstrahe, Mitgliederversammlung.— Ardctter-Radfahrcr-Bund .Solidarität*, Ortsgruppe Berlin, 2. Abt. Sonntag, den 26. Dezember, mittags 12 Ubr, Fuztonr durch den Grunewald. Start: Leuchtturm, Fon- tanepromenade 18. Dtenttag, den 23. Dezember, Funllionärsihuug bei Rohde, Dicftenbachstr. 87.— Sandsmaniischakt der Schlestvtg- Hol- ftcinrr zu Berlin, ldiKK. Sonnabend, den 25. Dezember, im Kewert- schastshaus, Enacluser 14/16, Weihnachtsfeier. Kinderbelchcrmrg. Aufiührimgc» Tanz. Ansang 6 Uhr. LandSleutc, Gäste ivillkommen. flus aller Welt. lösen. Groß-Serttner paeteinachrichteiu Heute, 23. Dezember: U. KrriS(klicukälln< Britz». Verheiraieic arbeitslos« Fnnk' tionärc weiden ersucht, sich biS heute miiiags bei ihrem AbieilungS' i«iier zu melden. Im Falle der Verhinderung genügt Erscheinen der Ehe- frau. Spätere Meldung ist zwecklos. Der Kreisvorstand. Jungsoztaltften. OriSSgrnppe Neukölln: 7'/, Uhr im Jugciidhtim. Nogatlir. 53, DiekufüonSabend:.Warum feiern wir Weib- nachten*.— Ortsgruppe T revtow- Baumschule»weg— Süden: 7 Uhr im Jugendbeim Elseiistr. 3, UnterhaliungSabend.— Ortsgruppe Norden: 7>/, Udr in der Schul« Pulbuicr Str. 6/g. Weihnachtsfeier.— OrtSgrnppe Friedrichshagen: 7>f, Uhr bei Scholz. Friedrichitr. 80, Drihnachisieier.— Ortsgruppe Lichter- ! e l d e! im Jugendheim Albrechliti. 14», WeihnachlSieicr. ?ugenüveranftaltunyen. Heute. 23. Tezeuibcr, 7'/, Uhr: Zentral lugendhela,. SW 68. Citidenftr. 3. 2. Hos links, Hauptmann. Uhr. am Bernvard Treppen. Kalieli Heinz Fuhrmann liest.Rose Bernbt* von zur Aussühtung am 26. Dezember 1920, 3 Rosc-Tbeater»ind noch zu haben.— Grunewald. Jugend. beim, Kemcindeschule. Delbiückstr. 20: WcibnachiSscicr.— Nirdersehöue- weide. Jugendheim, tScmeind-ichule. Berliner Zttahe 31: Borlrag.— Ratden. Jugendheim, Sireiitzcr strafe« 42/43: Boitrag.Die Geschtchte unserer Bewegung*.— Osten. Ttralauer Blertrl. Jugcndklubzimmer 220. Gerne Nduchule. Naglerür. 3: Wcihi.achts ctcr.- Reinickendorf- West. Loial.Etchbornläle*, Eichbornstrage 60' DiSkusüonSahend.— Schmargendorf. Jugendheim, BreNe S träne 38 kl: Weihnachtsfeier.— Schönhauser Borftndt I. Jugendheim, Schule Sonnenburger Sir. 20: DlStussionsadend.Untue Slibeiterjugend*.— Steglih. Friedeuau. Jugendheim Friedenau, Lffenbacher Snafec 6»: Mädchenabend.— Äüd- oft, Reichcnberger viertel. Glogauer Str. 12/16. Jugendvcranilal.ung fällt aus, dafür wichtige Hel.erschung. Pflicht eines jeden Jugendliche» ist zu erschewen. Sonuabend, 25. Dezember sl. Feiertag): Zentraljugeiidhcim. Llndenstr. 3. Welbnachtsseier, Bücheroorlosun »tw. Eintritt 50 Ps. Die tlrbeiter-Ellern sind eingeladen. Berhaftnng eines ZcheckschwiudlcrS. Eine Erfurter Bank und mehrere Geschäftsleute wurden kürzlich durch raffinierte Scheck- schindelet um Hobe Beträge gebracht. Der Betrüger, ein Kauf- mann Ludwig HauSbach aus Frankfurt a. M-, wurde jetzt in Dolberg verhaftet. Verhaftete Kalifchlcbrr. Die Düsseldorfer Polizei verhaftete fünf Personen wegen umfangreicher Kalischiebungcn. Acht Eisendabnwagen und eine Schiffsladung mit Kali, die ins Ausland gehen sollten, wurden beschlagnahmt und zugunsten des Reichs sichergestellt. Feuer in den Harburger Oelfabriken. Ein Großfeuer ent stand in der letzten Nackt aus unbekannter Ursache in der Kok od- nuß-Oelfabrik der Tbörkschen Bereinigten Harburger Oel fabriken. Die Fabrik brannte vollständig nieder. Zwei Todesurteile. Da« Schwurgericht in Rudolstadt verurteilte den 22 Jabre alten Kaufmann Weiß an« Sandhof in Preußen, der in Jena die Prostituierte Beatrice Maresch und ihre Mutter getötet und beraubt hat, wegen Doppelmordes zweimal zum Tode. Ferner vrnirteikie da« Schwurgericht die 34 Jahre alte Witwe John aus Niederzimmern wegen Mordes an einem ifircr Pflege anvertrauten zweijährigen Mädchen, das sie durch Nabrnnqsenttiehung und Mißhandlungen zu Tode gefoltert hatte, zum Tode. Meißner Porzellangelb. In der Dresdener Stadtverordneten- sitzung wurde mitgeteilt, daß mit der Prägung von Porzellangeld begonnen worden ist. Das sächsische Jiistizministerium bat ein Gutachten über das Recht Sachsen«, Porzellangeld auszugeben erstattet. Die Ausgabe des Porzellangeldes dürfte bereit« nach Neujahr beginnen. ES kommen Stücke bis zu 2 Mark zur Au« gäbe. Gegen die Ausgabe von Stücken in Höberen Werten hat die ReichSregierung auf Grund de« ReichSmünzgefetzes Einspruch erhoben. Schwindler a«f Reise«. Die Pokizeidircktion Nürnberg meldet: Seit November IkHO trat in verschiedene» deutschen Städten ein Schwindler auf, der vor Postscheckämtern und Bankhäusern Lehrlingen, die größere Geldbeträge abgehoben hatten, ab' paßte und sie unter Uebcrgade gefälschter Quittungen auf- forderte, für ihn diese Betröge abzuheben. Als Pfand ließ er sich die von de» LehrlingOi mitgeführten Geldbeträge au« händigen, mit denen er dann das Weite suchte. Er er- beutete aus diese Weise am 22. November ISlS in Nürnberg 13 000 M., rnn 10. Dezember 1919 in Dresden 10 000 M., am 29. Januar 1920 in Breslau 13 000 M., am 11. September 1920 in Ludwigsbafen 40 000 M. und am 29. Oktober 1920 in Frankfurt a. M. 8 000 M. Am 21. Dezember 1920, vor- minag« 11 Ubr verübte der Schwindler die gleichen Betrügereien vor dem Posischeckamt und kam dadurch in den Besiy von 2900 M. Stack Änzeigeeistattunz festen sofort umfangreiche Erhedungen�der Kriniinalpolizet mit dem Erfolg ein. daß der im Zlutomobil ge- skuchieie Täler und seine Geliebte am gleichen Tage in Ansbach festgenommen werden konnlen. Der Schwindler gibt an Uliich Wüdenhof zu heißen. Der Rame ist zweifellos falsch, und e« werden zuizeit weitere Feststellungen gemacht. In feinem Besitz fanden sich noch 2000 M. vor. Zwangsarbeit für Schieber. Da* t s ch e ch i s ch e Justizministe- num bat einen Gesetzentwurs eingebracht, wonach bei den Beiur- teilnngen wegen des Verbrechens des Wuchers und de« Schmuggel« die Einteilung m Strafarbeitsadteilungeit obltgalorifch »nv zwar auf die Dauer eines Monat« bi« zu einem Jahre ist. Die Strasarbeitsabteilunaen werden zu körperliche� Aideiten im öffentlichen Jnt-teffe, z. V. zur Reinigung und A u s b e s i e- rutig von Straßen, zu Warenverla düngen, zu Bauten, zu Straßen» und Fcußarbeiten ulw. verwendet werden. Da« Erdbeben in Argentinien. Bisher sind 200 Leichen geborgen worden. Drei Städte sind völlig zerstört. WetteranSkichte« für das mittlere Rorddeutfchland vis Freitag mittag. Ueberwiegcnd triibe. mir zellweife aufklarend bei meist südlichen Winden, im Weslen Ilärtere, im Osten genüge Niederschläge bei weisig geänderter Temperatur. Sport. Die vierte Deutsche Rodel metiierschaft kommt, wie bereits ge- meldet worden ist, am zweiten Weihnachtsfeiertage, den 26. Dezember, in I l m e n a u in Thüringen durch den Wintersportverein Ilmenau zur Eni- icheiduna. Das werlvoilstc deutsche Otodelrenneu wird aus der 2650 Meter langen ftädtifchm Rodelbakm in Mienau auSgcsabren. Nach den bisher emzetausencn Meldungen iit eine ansehnliche Teilnehmcrzahl am Abiaus zu erwarten, unter denen sich erstmalig auch Damen befindcn. Der Ab- lauf ist am Kurhaus Gabelbach. 770 Meter hock, das Ziel am Krofeplatz, 510 Meter hoch. Die AuSiibcidimgSrcnnen finden vormittags statt, die Mesiicrichaiten nachmittags 2 Uhr. Tie Beranstaltmiz wird von anderen sportlichen Veranstaltungen umrahmt. Nennungen und an den Winter- sportverein Ilmenau, einzureichen, woselbst auch jede gewünschte Auskunft erteilt wird. AIS Vertreter des VnndeSvorfiandes des Deutschen Rodel- bnndeS, dessen Geschäftsstelle sich llt Hannover, Stader Chausjcc 34, bc- findet, ist Oberlehrer K. Somielalb, Ilmenau, bcvollinächtigt worden, der Bundesfahrwart imd VelbandSrodelwart dcS Thüringer Wintersport- verbände«. Die Zugveibindungen nach Ilmenau sind von und nach allen Seiten recht günstig.' Es ist damit zu rechnen, dafe für die Abendanschlüss« nach Erfurt, Berlin, Magdeburg, Halle, Leipzig, Ftanksurt, DreSoeu, Chemnitz, Kassel usw. Svnoerzügc verkehren werden. Freie Dnrnersckaft Schöueberg.Pcrlin sMitgl. d. A.-r.- u. SP.-?.). Donnerstag. Siorddezirt: Oefientl. Turnen und WrihnachtSbeschernng der Frauen und Mädchen 7 Ubr Demmiuer Sir. 27.— Sonnabend. Bezirk Schöneberg: Geinüllichcs Bcifammeiisein bei Fintel.— Sonnlag. Bezirk Schönebert: Partie durch de» Grunewald. Trefspimkt 1 Uhr, Bahnhos EberSstraßc. Freier Wauderbnnd. Sonntag: KönsgSwusterbansen. BZtzer Hintersee, Zossen.?lbf. Bahnkos Friedrichstr. 6.53 Uhr. Grünau umsteigen. Abs. Görlitzer Bahnbos 7.20 Uhr bis Königswusterhausen. rouriftenvcrein Naturfreunde(Ortsgruppe Ostbahnvorortc). Sonntag: Weihnachtsfeier, Aula des Egmuasiums Ktosterstr. 74. Eröffnung 5 Uhr._ Geschäftliche Mitteilungen. Für den Wcihnachtsttsch der Frau empfiehlt zur Pfiege der Haut und des Haares die altrenommierte Gersen» und Par- fümeriefubrik Job. R ö t d e l, Augsburg(gegr. 1867), ihre unenlbebrlicheu Cisa- Fabrikate. Ciw-Schampon ist die ideale Haarpflege, im Gebrauch billiger als die meisten im Handel befindlichen Haarwafchniittel. Creme Cila ist ein aus w i s f e n s ck a s 1! i ch e r Grundlage dergestellteS Haut- Pflegemittel(nicht jettcnd), das die Haut sammetwetch macht. öriefkaften üer Keüaktion. Jeder che de» Briestafien bestimmten Anfrage füg» man»ine» Suchstabti» und«ine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erletlt. Slllge An- kragen trage man in der Juristischen Evrechstunde. Lindenftr. 3, 1. Lok rar- teert links, vor. Echriftstllcke und Bertrilg« stnd mitzubringen. B., Vzarnitauer Str. Wenden Sie sich an da« KlemstedlungSamt der Stadt Berlin; dort erhalten Sie aus die gestellten Fragen Antwort. Porto beisüoen.— Max 10V. Fragen Sie bei der ReichSjchutöc»- tKrwalwng, JOraiiieninafec, an.—(f- B. Sö. Die Auszahlung der er- höhten Säs- dürste wog! erst vom nächsten Jahre ab ersolgcn.— C. Ja. — W. Münchet 23. Ja. Wenden Sie fich an da? Finanzamt. Ev. mufe der Bctiag bei der Veranlagung berücksichtigt werden.— M. R. 32. Sic können aus Herausgabe der Sachen bzw. Werterlatz klagen.— 21.®. 100. Bei unter hättSpslichtigen Personen 5000 M.. sonst 4000 M, außerdem ein Fünstcl des Mebrbelrage?. Ferner erhöht sich der unpsänd- bare Teil deS Mehrbetrages für jede Person, der Unterhalt zu gewäbren ist, um 10 Proz., höchstens jedoch um sechs Zehniel. Soweit die unpsänd- baren Teile des Mchrbelrageö bei UntcrbaltSpflichttgen 9000 R., bei den übrigen 6000 M. übersteigen würden, unierliegl die Pfändung keinen Beschränkungen.— gj). M. 21. 1. Ja. 2. Nein. — Ä. Z. 55.). Der Mann ist zur Herausgabe de» eingebrachten Gutes und zur Uiiterhaltsgewährung verpflichtet. Zinsen können erst vom Tage des Verzuges gefordert w roen. Inf Verzug gerät der Mann durch Mabnung. 2. u. 3. De» Töchtern siebt nur dann ein llmerballSanspruch zu. wenn sie aufeevitande sind, fich selbst z» unterhalten. 4. Ja.— Neutölt» 25._ Während zweier Jahr« 20 Wochcnbeilräge. Freiwillige Beiträge dürfen süc mehr als 1 Jahr zurück nicht entrichtet werden.— 21. M. 07. Stellen Sie znnächst seil, wer das Fehlgehen der Ware verichuidel hat. Sic lönnen nicht ohne weiteres die Rückzahlung de» KaujpreiseS fordern.— Erbf uaflS- iteucr. l. Nein. 2. NichlS. 3. Den Schaden werden Sie jelbitlragen müssen, da Sie den Beweis für die Richtigtett Ihrer Behauptung nicht werden ei bringen lönnen. — C. m. 00. 1. Ja. 2. 1'/, Proz. und lb Proz.. iowcit es sich um Lllxiisgcgenslünde handelt. 3. Umsatzsteueramt. 4. unbekannt. 5. Wende» Sie sich an eine Buchhandlung.— 21. B 90.' 1. Ja. Auf die Höhe des Kapital» lommt cs nicht au. 2. Abgabepflichtig ist der den Betiag von 5000 M. übersteigende Teil des Vermögens.— Bestimmt 50. Bis zum 31. Dezember>920. Geben Sie aus da« Amtsgericht: dort wird die Au«- Nittsertlärung entgegengenommen.— P. Z. 15. Die Willenserllärungen find nichtig. wenn sie im Zustande oorübergebender Störung der Geistestätigkeit abgegeben worden swd. Beantragen Sie Entmündigung.— H. Z- 27. 1. Ja. 2. Unter Umständen ja. Lassen Sie aber da» Mieteinigungsamt entscheiden.— A Z. 1. Rein. (ZroLmuttei', Mutter und Kind, Haeinncolude kennt und trinkt. Gibt Blnt njid diesem Frische! Näheres durch Hyffiena Frankfurt». A. H. Von heilwirkendem Einfluss bei Gicht» Rheumatismus, Diabetes, Nieren-, Blasen- :::: und Harnleiden, Sodbrennen usw. Brunnenschriften durch das Fachinger Zentralbureau, Berlin W. 66, Wilhelmstrasse 55. ftrantea-«ad Steroekass» der Sch«»wach«r und Peru!». g«a»ilen BerNu». D. a.». Sonntag, A Januar 1021, nach. mittag« 4 llhe, Ali« Zalob- ftrg|e 8S. Qungeb. l Treopi: Tagesordnung. I. Bericht de» Vorsitzenden. S. Berich, des Kassierers. 3. Dis- tusfion. 4 Siotuirnderaiunz. Atänderm,« der Zss A und R. d. Wahl de» Borstandes. 6. Wahl der istechnungsprüser. ter ttramendeillchec. de» Schied». gnichi» Aslb Cuuiungshuft legitimiert. v.r verftaad. {f. Lug, Bon, Waterlovufrr#. ßerMfllr-Wtts- oeeWgMerMgi. Am ,l«tgu.cht»/elrrt», •>rm. t:> Nh. stnd»: n de, st r» F.?ens. Trgele: ..'a stl. atzi gemui.icixc Frühschoppen Ave.stsstexen find hier I«S,lS att. >>! einee,aden. üriiner Weg 80 »451, Tagespreis« für Blei, Zink etc. Osiae&ote, Hosen»v. 65.- WQSienFh'nit'"-Juth' VV"ehw",e" Ä M»' Z5.» nur«US aut.r«oll.nsr flsusad»»:. mit Lsivsnornsmsni.n riosZentOpoen*■.»»i, aso, soo, zbo. 2,0.«« n�lvA Oetipslr». Sporlp.l*. und Ch.uffsurpslj» I,»seh Qu.lllSid.rP.il, und Sto«. 4 500" reite m eooo, 4000 aooo, 2700, x/__ 1._„ A in»lien F.sron» nur»u« pu'.n ffod.n,(. nach GrüBe und|SB_ KnSf-Sn-AnJuf e qu».»« cn, u.«. M. ESO, 2vo.teo.7«o.i?s, 10s äs, eo v3, r/,_. 1 ff In d.n neueat.n Fcrirsn au. ntu guten Q ,a'l b'.en, u.» fiS m Kn6ßen-u»s'er«. i7o,teo.»««,uo, sr,«ü ioo. U n. m M n eftsm w Eet.lüp«rn. Rag»p unu»nueren Fa-son». ,m Pt-ls« herab- 7fpn- nerren y.s*er«...ir,..... m. hc», vss, is». so. ss«.«so. ••-____ Cat im r> r- rf r* r Hfi In im Praic» h oraft» JS Fcki i I w I c v.< b. 49 Vi gesetzt....... m. arusiy vou, t ov, a*ar•»«&->» � �» 1>__ SU, aut.m Ch.ViOt, Eskimo oder L« In. Im Preise hkr»t>->( ftz/*_ nerten-Pale cis ZeleA.......»so.»so. 7vv. �o, soi. 4üu,- Nur emeVerkaurssteile BoenSohn Keine Filialen mehr Nur Chaussee-Straße 29-30 Nur aH Tellzahluug.5 j.Garanu Kronen Hilft. Plomb. f1- 3,—. Hahnzichen m Etnspr. höctist schmerz- 10 lind. Umarb. schlechlsilz. Gebisse. Rep. soi. Zatuunt Wall» Potsdamer Str, SS, Hocbb. Sprcctu.9-7. Kupfer Messino, Zinn asw. Oueeksi�r, Znöngeliisse, Platin-, Colli-, SUmli. weit über Tagesprers Brunoenstr. 11 Beosselstr. 89 Fennstr. 48 Weldenweg 72� Auf Teüzaliiung! Granunophoer« U. ern, rp.« .'er., Ce' CtnlSibaufr .a.iaee us» ft'aptlunrc JuhFe& Köfli Waroehauer»trade 68 l» Zinn u. BSei owie alle Aitmetaiic Kaufen zu Tagespreisen Metallsciimelzwerke, H'aldemarstr.?«. Ttlepbons Moriteplau 9291 Die neue PROBLEM:s«atette> [ TheaiertHchtspieie etc. J Opernhans. Geschlossen._ Schauspielhaus. Peer Cynt. fauSer Abonnement) 6';. Uhr. Deutsches Theater. Do. 7: Cäsar und klcopatra. Freitag geschlossen. Eammerspiele. Do. 7'/}: Büchse der Pandora. Fteitag geschlossen. Gr. Schauspielhaus (Karlstraße) Do 9: Jedermann(3. A., 2 Ab.) Freitag geschlossen. Theater i. d. KöniggrätzerStraße ■/t« u Salome. (Orska, Hanau, Liechtenstein V'eidt, Faerber. Dernbutg.) 1. Feiertag: Rausch. Z Feiertag: Salome. Montag. Salome. Komüdienhaus Tägl ch'/t» Uhr Die Sache mitLola mit Max Pallenberg. (losefine Dora a.GL Ortrud wagner, Picha, Stieda, Kiper. Berliner Theater 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit FrltziMassary Hans Wassmann. Julius Brandt, Ralph Artur Roberts. Emmy Sturm, Reinhold Pasch, Olga Engl Central-Tlieater VI, FräD Bärbel(Operette) DeotacheH Opernhana sv-» uhr: Parsifai. Vriedr.-Willielmat.Tli vi, u. Bohell öieTänzerin. Kleine. Theater. 7>, Uhr Das Wunder. Der Selige. LotldiensGeburtstsg Kl. Hnhanaplelhna.. 7 Uhr. zum I. Male; Reigen. Koml.rlie Oper Donnerst, u.' reit, geschlosss. Sonnabend: Uraufführung BaroneBchen Sarah l.U. 2 Feleitag. nachm. J1/.: Der Raub d. Sabinerinnen Cman. atriese: Poioi Deutsch l.a.t.plelhaa» VI, Uhr: Arnold Riech in Die schwebende Jungfrau Ketropol-Th« atrr. aBollandweibcben Bienen operettenhau» 7.i5 u: Yn-Shi tanzt. Xeue. Volkntheater vi, u. Der Biberpelz. HehlUer-Theat.« harl. 7 thr Don Carlos. TUnlln-Theater Gastspiel Haosl Niese 7'/.u. Boisebalterln leni. Tb.ant 7 Uhr WennllehperwaEbt Theater den U'entenn �Derersten Liehe gollZelt Tb. i.d.Kommandantenstr, Vi, u. Der verjüngte Ädolar tfallner-Theaier Oer Geiger von Lugano. Walhalla-Theater Heute geschioss. onnabend 7'/tUnr Der Rustelblndtr. Residenz- Theater. Heute nachm. 4 U„ kl Reise: Schneewittchen. Tflgilch J'/j Uhr LmljWiriilenBerES Fächer An beid Wele t'renndin. Trlanou-Theater. Heute nachm. 4 Unr. kl. Pr,. Max und Morits. raglich 7-1, Uhr; Kammennusib.. Anbeid. Weihnachtsleiertagen nachm. 4 Uhr. halbe Preise; Der Roman einer Pran. ScWlur.il Bauch n jioß�n Scnausptemaus Dir Hans v Wolzo�en Gaatay Holl Gregor Ratoff V. alter Mehring Lia Manza rauf Uraeta Lala Herdmenger DesIdar Zador u. X' Konz Vi, U,, Beginn 81/, U. Volksböhne Theater am Billowplatz. 7 uhr. Kabale n.Llebe Lessing-fiieater. -".uhr- Flamme. (Dorsch, Hartmann, Klein- Rogge, Pröckl.) Sbd.(I.Feiertag) 3: Peerflynt. 71/, Uhr- Flamme. (Dorsch, Hartmann, Gütz, Prückl.) Stg.(2. Feie na") 3: Flamme. 7'/, uhr: Flamme. (Dorsch, Hartmann, Götz, Pi öckl.) Montar VI* zum 50 Male: Flamme. (Dorsch, Hartmann, Götz. Pröckl.) Oeatscbes Könsller-Tbeater u: Die Scbeliangsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. 1. Feiertag Z: Pygmalion. vi, u.t Die Seheidüngsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. 2. Feiertag 3; Pygmalion. 7'/,: Die Scheldurgsrelse. Montag 3 Uhr; Difvllftf 7 Klnderrorstellg. rlujllllla 7';. Uhr Die Scbeldungsrelse Rose-Theater vi, u.: Frledficli SctilIIer. der Infant der Menschbeit. Rauchen gestattet! Täglich 715 i Versäumen Sie nielitl sich rechtzeitig Karten für die VeihnactitslEiertagej 20 sichern. Wir spielen am n. 2. Feiertag| ] nachm. n. abends 1 31 all. halbe Preise 1 Vorverk. a. d Kasse v. 10-2 Uhr, A. Wen | heim ei Invalidend Komische Oper. I. Welhnactalsletertag 7 Uhr: IranlTUhrunjr unter Leitung des Komponisten: BaroneDehen Sarah Operette von Leo Ascher. l'aul Heidemann\... n,„. Pepi Zatnpa/ als aäs,e- KÖnigstadt-Theater Bahnhof Jannowltzbrücke TJgl.7.30 Oata.sanzer. Im Ballsaal TANZ. Cfreur�uftH I Heute 7.u: Gala. Abend I AbWeihn.tägl. 2VorsteIla I Hans Stosch- Sarrassnis I Prunkpantomlms OrclIsTraum(Traumland) I Vo'vCIrcusk uWh.TI-tzl AAK«ariett.Enft litlligiil Crnnicnitraltc 53-51 MM J7'j, U Theater 7>t,L| Dir.: James Klein. Anslands- Sensationen Kapitän Nansen mit seinen See- Löwen Albas Koplrntsch| durch den Zuschauerraum Rasendes Reck Sensations-Fahrt |Backp(elfenTanzc| und weitere Sensationen. An beiden Feiertagen l2Vnrstellun! Caslno-Theater i.oüiringer Str. 37. Feiertagen 2 YOTSlEHUDgeil. Nachm. 3' /»zu klein. Preisen: Eine lldele Elm. Abends'V: Der Schlager Der Feliltritt einer Frau. d8 Polles Caprice am Oranienburger Tor Neun Monate a dato Die Rcservedame Meine Tochter d. Herzogin m. Perd. Qrünecker, Kudod Rudolti, Georg Brich Schmidt Vorverk. Ii— 2 und ab ö Uhr Tel,: Ntitden>550 Winter- Garten lUglich 7.15 Ehr: Sonntag, den 26, Dezbr, (2.Weihnachtslelert,) 12-2 Uhr Große Fest-Matinee Ausgewätiltes Programm! U. a. Schönheftstllnxe. Film-Palast KoppcnstraRe 27. Vom 25. bis 30. Dezbr. t Oer Golem wie er io die Welt kam mit Paul Weicener dazu Lastspiel mit Hilde Wörner. Theat. a. Kuttbus. Tor Täglich Vi, Uhr und Sonntag nachm. 3 U.i Elite-Sänger. Das große Weitmaehts- Programm! 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Dann möchten wir aber die„Freiheit" fragen, warum die Unabhängigen eigentlich die Zweite Internationale be- kämpfen und eine neue politische Internats oirale in Wien gründen wollen. Tie Zweite Jrrlernatimrale soll„refor- mistisch" sein und durch ihr grundsätzliches Feschalten am deinokratiichen Systeni des Parlamentarismus den„Boden des revolutionären Marxismus" verlassen haben. Aber lo o r i n unterscheidet sich denn die Amsterdamer(Sc- trerkschaftSinternationale von der Brüsseler, jetzt Londoner Zweiten Internationale? Vertreten nicht beide dieselben A n s ch a u u n g e n, sind nicht sogar ihre Führer zum Teil identisch? Die S'.ellmig der englischen Labonr Party, die heute gleichzeitig den Kern der Zweiten und der Amsterdamer Internationale bildet, ist doch für diesen geistigen Parallelis- mus kennzeichnend.__ Kann eZ da gleichzeitig eine„wahrhaft revolutionäre Aufgabe" sein, die Macht der Gewcrkschaftsinter- nationale gegenüber der Zerstörungswut der Moskauer zu erhalten, und die Macht der Zwesten Jnternatio- male, zum größten Gaudium eben dieser Moskauer, zu untergraben? Entweder— oder! Sind etwa Jouhaux und I. H. Thomas bestere Klasseirkänipfer als H n y s in ans und L ö b e. ist etwa der Reichstagsab geordnete Legien ein anderer Mensch als der G s w e r k s ch a f t s f ü h r e r Lpgieü? Verdient der erste als„Refom'st" bekämpft, der zweite als„Klassen- känrpfer" vor bolsck)ewistijchen Schiilähnngen in Schutz genommen zu werden? Wenn wir bei solchen Bstrachtimgen zu der Schlußfolge- nrng kommen, daß die Dritte Internationale durchaus k o n- s e q u e n t handalt, wenn sie ihren Bannfluch nicht nur gegen die Zweite, sondern auch gegen die Gewerkschastsiirternatiouale schleudert, dann entrüstet sich prompt die„Freiheit" darüber, daß wir den Bol'chowisten„Liebesdienste" leisteten. Das fällt rms natürlich nicht im Traume ein. Die bolschewistische Politik ist der reinste Wahnsinn, aber in diesem Wahnsinn steckt wenigstens eine gewisse Methode. Dies haben wir übrigen?, stets betont. Die unabhängige Politik, die selbst nach dem Schifsbruch von Halle sich nickst zu einer klaren Absage an die Moskauer Irrlehre der Diktatur aufraffen kann, ist zwar ebenfalls Wahnsinn, ab« es fohlt ihr die Methode.__ Reglerung Kohr in Ser Sackgasse. Aus München wird uns geschrieben: Im Haußhaltaus'chussc deS bayrischen Landtages versuchte der Abg. Timm eine vertrauliche Aussprache mit dem Ministerpräsidenten wegen des Standes der Einwohner- wchrfrage herbeizuführen, ehe der Landtag in die Ferien ging. Da Herr K a h r von seiner Berllncr Wallfahrt auch init einer körperlichen Verstauchung zurückgekehrt war, so gab dies einen zureichenden Wrund ab. diese Aus- spräche hinauszuschieben. Da dieser Grund inzwischen weg- gefallen, ist und der ReichstagsauSschuß für auswärtige Angelegenheiten über die Einwohnerwehr beriet, glaubte die sozialdemokrgtiiche Fraktion die Berechtigung zu besitzen, von der Regierung auch einiges über die das ganze Volk bclvegrnde Frage erfahren zu dürfen. Da es nun keine andere'AuSrede mehr gab. fiel die„föderalistische" Regierungsmehrheit auf die unitaristische Seite und erklärte: die Emwohnerfrage zu lösen ist R e i ch s s a ch e und Herr v. Kahr kann darüber nicht eher etwaS mitteilen, als bis die bisher gepflogenen vertraulichen Verhandlungen frei- gegeben find. Vor kurzer Zeit war diese Sache noch eine rein bayerische, zur Äufrcchterhaltung von„Ruhe und Oidnung" unbedingt notwendige Einrichtung. Wenn sich die Regierungsparteten dazu entschloflen. einen Akt parlamentarischer Selbstentmannung vorzunehmen und eine geheime Kabinettspolitik nach Wittelsbacher Muster zu inszenieren, so ist damit der Beweis für die Unfähigkeit der Regierung K a h r. auf geraden und offenen Wegen zu wandeln, gegeben. Aber noch mehr: Es ist durch den Vorgang auch bewiesen, daß der Parlamentarismus der Mehrzahl der Abgeordneten noch nicht einmal haut« tief sitzt. Denn das gleiche Recht der Reichs- tagsmitglicder, vertrauliche Mitteilungen der Reichs- regiezung über auswärtige Angelegenheiten entgegenzunehmen, besitzen auch die bayerischen Voltsvertreter, weil es sich dabei um eines der fundamentalsten Rechte im parla- inentarlschet» System handelt. Aber die Regierung Kohr befindet sich in solcher Verlegenheit, daß sich ihre Mehrheit der Verletzung dieses Grundrechtes gar nicht einmal bewußt geworden ist. Zumal am gleichen Tage ErzbergerS An- Wesenheit in München signalisiert wurde. Das wirkte ans die in eine Sackgasse geratene Regierungsmehrheit wie das Er- scheinen Hannibals vor den Toren Roms. v. Hraefe. Die dem deutschnalionalen Abgeordneten V. Graefe» G o l d e b e t. besonders nahestehende„Mecklenburger Warte" be> siängl. datz die persönlichen Differenzen zwischen Herr» V. Graes, und dem deutschiiationalen Vizepräsidenten TielrrÄ nicht die eigentlich« Ursache für die Mandatsmüdigkeit deS Herrn B. Eraese sind. Herr V. Graese sei nicht kleinlich genug, um aus rein persönlichen Meinungsverschiedenheiten sich zu einer veränderten Stellungnahme gegenüber der Deutschnotionolen Partei als solcher drängen zu loffen. Worin nun aber der sachliche Konflikt besteht, erfährt man alle der.Mecklenburger Warte" ebcn'owenig, wir aus einer lailgaimigcn pcriöiilichcn Erklärung, die Herr v. Graese'«Iber in der„Deüischeii Zeitung" über seinen Konflikt mit dem Bize- Präsidenten Dietrich loSIätzt. Solange diese Gründe verheimlicht werden, muß die »Deuisch« Zeitung" schon gestatten, daß man darüber seine Ber« mutüngen hegt. Jedenialls ist das eine richtig und sicher, baß der Zwi'ckenfall im Reichstag nur ein bei den Haaren herbei- gezogener B o r w a n d für den mit seltsamer Plötzlichkeit aufgetauchten Wunsch des Herrn V. Graese ist, sich aus dem politischen Leben zurückzuzieheu. der Sklarz-�arAen-Prozeß vertagt. In der Berufungsinstanz stand am Mittwoch vor dem Land- gerichl ll der Protest des Herr« Waldemar Sklarz gegen oen Schriftsteller Maximilian Horden an. Den Gegenstand der Klage bildet die— allerdings in verschleierter Form vor- gebrachte— Behauvtung tzardenS, Waldemar Sllarz habe feine tnr AnSwärtige» Amt in amtlicher Eigenschaft erlangten Keitninisie für Geschäftszwecks seines Bruders verwertet. Seiiterzcit hat das Schöffengmchi, obwohl es eine Beleidigung als vorliegend ansah. gleichwohl den Angeklagten' Marimiltan Horden freigesprochen, indem es den Z 193 lWahrnehmuitg berechtigter Jiitereficn) In viel weitherzigerer Weife auslegte. als dies bisher in der Rechtsprechung der Fall gewesen ist. Das Schöffengericht sprach nämlich im Gegensatz zu der bisherigen Judikatur de« Reichsgerichts dem Redakteur einer Zeitung ein ganz vorwärts! Au? allen Teilen de? Reiches kommt erfreuliche Kunde. Die Mitgliederzahl unserer Parteiorganisationen nimmt dauernd zu, die W e r b e w o ch e n der letzten Zeit haben sie beträchtlich in die Höhe ge'chncllt und gleichzeitig taufende und aber taufenden euer Leser für die Parteiprcsse gebracht. Der„Vorwärts" nimmt an dieser Aufwärts- bcweaung lebhaften Anteil. Auch ihm sind in den letzten Monaten Scharen neuer Bezieher zugeströmt. Die wachsende Auflage des Blattes und das steigende Interesse für seinen Inhalt hat der Redaktion und dem Verlag nahe- gelegt, den weiteren Ausbau deS„Vorwärts" nach Kräften zu fördern. Deshalb wird von Weihnachten ab neben der illustrierten Beilage„Volk und Zeit" eine weitere Wochen- beilage unter dem Namen, „Hemtwelt* beiacgebcn werden, die in Ernst und Scherz besonders dem Unterhaltniigsbedürfnis der Leser und Leserinnen entgegen- konimen will. Außerdem wird, zunächst für die Zeit bis zu den Februar- wählen, eine hauptsächlich für die Frauen bestimmte Sonderbeilage „Die Wähkrin" erscheinen. Der„Vorwärts" wird also in weit höherem Maße als biSber den verschiedenen Interessen seiner großen Leser- schaft Berücksichtigung zuteil werden lassen können., Trotz deS wesentlich erweiterten Umfange? wird der Preis des Blattes nickt verändert. Unsere Genossen bitten wir daher, die Tage bis zum neuen Jahre noch fleißig auS- zunützcn in weiterer erfolgreicher Werbearbeit für den „vorwärts"! ollgemeines Sere-btigte« Interesse bei der Aufdeckung öffentlttber Mißstände zu.-- Zum gestiigen Termin war der Angeklagt« nick» erschienen, er entschuldigte fick> mit Nrankbeit Gegen den Wider- sprutb deS KlägeiS beschlost das Gericht die Berlagung und ordnete zu einem neuen Termin das persönliche Erscheinen beider Par- Wien an. Orgesch ist öas vaterlanü! In dem Dorfe P a s ch w i tz bei Breslau ist die Einwohner- wehr entwaffnet worden, wobei ihr 2t versteckte Jnsanteriegewebre und 2 Maschinengewehre abgenommen wnrden. Grund genug für die gesamte rechiSstebende Presse, ein Wutgeheul zu erheben und den Führer der dortigen Ortsgruppe deS Deutschen Landarbeiter- verbände«, auf dessen Veranlassung die Entwaffnung geschah, in der wüstesten Weise zu beschimpfen. Cr wird.ein Subjekt" genannt, da?„feine Ebre darin sehe, da« Vaterland Unseren Feinden zu verraten." Also Orgesch ist das Vaterland! Seürückung öer deutschen presse in polen. Der Preußischen Land«! Versammlung ist solgeuoe„große Anfrage" zugegangen: „Ist der StaatSregierunll bekannt, daß entgegen den Be- stimmungen deö Vertrage«, den die assoziierten und alliierten Hauptmächte mit dem polnischen Staate über den völkischen Sthutz der Minderhe'ten beschlossen haben, die polnische Regierung die deutsche Presse in Polen gewaltsam unterdrückt? Durch grundlose imederbolte Verbote für Dkonatt oder auf unbestimmte Zeit, durch n ha f t n a h m e und Jn t ern i c. rungen der Verleger und Schriftleiter oder durch Einsetzung von Zwangsverwaltern m die Betriebe werden die deutschen Verl�pS'r.habcr io lange bedrückt, biö sie sich zum Ver- kauf bereit zeigen.(„Bote für Pommcrellen", Neustadt W-�Pr., „Thorner Zeitung",„Der Gesellige", Graudenz,„Posener Tage- blatt" u. a.) Zurzeit ist das»Posener Tageblatt" für drei Monate ver» boten,„weil es fortgesetzt gegen den Frtcdensvecsiag von Versailles schreibt." Die„Ostdeutsche Nundsckau" in Bromberg ist zum wkedcrholten Male aus eine« Monat bis 21. Dezember Ibub verboten. Die Maßnahmen der l-olutschen Regierung haben bisher, er- reicht, daß von mehr als äy deutschen Zettuvgeu. die beim lieber- gang des Gebiets an Pölea vorhanden waren, tue h r a l s d i C Hälfte i h r Erscheinen einstellen oder an �öie polnischen Banken, die sich eigen? für diesen Zweck bilden,«rtausen mußten. Ist die Staatsreg'ierung bereit, dieser Verletzung der Rechte der deutschen Bevölkerung durch geoignete Maßnahmen entgegen- zutreten?" Die Anfrage ist unterztichnct von den Fraktionen der S o- ztaldemokraten. der Demokraten, der Deutschnationaleu. der deutschen Voltspartci und deö Zentrums. Ein Notstbrei aus üem Rbeinlanö. Aus Trier wird uns geschrieben: Eine Rechtsprechung, wie sie-selbst in den ärgsten Tagen wilhelminischer Herrschaft und unter dem Sozialistengesetz nicht schlimmer war. wird heute noch von der hiesigen Justiz ausgeübt. Nachdem unser hiesiges Parteiblatt. die „Volkswacht". in der Zeit ihres einjährigen Bestehens zirka 20 Prozesse über sich ergehen lassen und zum Teil ungeheuer- liche Strafen auf fich nehmen mußte, ist am vergengenen Freitag ein Urteil gefällt worden, da? lebhaft an da? Löbtauer Urteil et- innert. Der Vorsitzende der hiesigen Zahlstelle des Holzarbeiter- Verbandes, Genosse L i e s e r» und ein Aollege Theken sind Weyen Londfriedensbruchs zu 4 bzw. L Vionateu Gefängnis ver- l urteilt wordez. Folgender Tatbestand lag der Anklage zugrunde: Während des letzten Holzarbeitcrstrciks im Juli d. I. hatte Lieser als Streik- Posten cmcn Arbeitswilligen gebeten, nicht zu arbeiten und ihn auf das Unmoralische seiner Handlungsweise aufmerksam gemacht. Da- bei ist Liescr von dem Hauptbelastungszeugen Thönncs angegriffen worden und es ist zu einer kleinen Rempelei gekommen, in deren Verlauf aber, wie sämtliche Zeugen bekundeten, über- hcknpt nicht g e s ch l a g en worden ist. Es sind lediglich eine Jacke zerrissen und ein paar Knöpfe abgerissen worden.?lus diesem Vorgang, an dem sich von beiden Seiten vielleicht insge- samt 10 bis 15 Personen beteiligten, hat. die Staatsanwaltschaft eine große Staatsaktion Wege» LandfriodenöbruchS auS§ 125 St.G.B. hergeleitet. Die Slnklagcredc tv-ar geradezu ein Musterbeispiel aus wilhelminischer Zeit. Der StmttSan- wölk führte aus, daß er es für richtig halte, wenn der Zeuge ThönneS dem Angeklagten Lieser tatsächlich O h r s e i g e n gegeben. Das hätte auch praktisch nichts geschadet, denn es stelle ein Schul- beispicl der Notwehr dar. Nach der recht eigenartigen Ms- fassung dieses Staatsanwalts ist also ein Streikbrecher ohne wet- tercö berechtigt, einen Streikposten zu schlage�. Ein Streikender ist danach noch heute Freiwild, das sich ruhiz schlagen lassen muß und obendrein noch wegen LandfriedenSbruchS cnzeklapt wird.„Weil es notwendig fei,„gewissen Leuten" fgcmeint sind offenbar Sozialdemokraten) vor Augen zu führen, daß der- jenige. der sich wie ein Lump(I) benehme, auch die Strafen, die man für diese Leute anwende, erhalten müsse",— so führte der Staatsanwalt aus,— beantrage er gogcn Lieser 1 Jahr und gegen Theten 9 Monate Gefängnis! Das Gericht erkannte, wie bei der hiesigen Justiz gar nicht ander? zu erwarten, auf eine Gefängnisstrafe von s bzw. 3 Monaten. Es wird die allerhöchste Zeit, daß der Justizminister eingreift und die Staatsanwälte anweist, daß sie sich heute, zwo- Jahre noch der Umwälzung, nicht mehr die Methoden von vor 10-Jahren leisten dürfen. Denn solches Verhalten, wie das der Trierer Justizbehörden, fördere mit ihrer Tätigkeit die Bestrebungen der Separatisten in vorzüglicher Weise. SoziaUftenüebstte in Frankreich. Paris, 22. Dezember. In der Kammer wprde die Inte?- pellation des Abgeordneten Soulier beraten, die darauf ausgeht, die Regierung zum Kampf gegen die bo ls ch c w i st i scy o Propaganda zu bewegen. Ter Abgeordnete Soulier er- klärte, daß der Ausfall der Wahlen im Departement Lot- e t- A a r o n u e, in dem die Sozialisten einen verstorbenen Ab- geordneten, der dem nationalen Block angehört hatte, ersetzen, ihn zu der Jutorpellation veranlaßt habe, weil sich das Außerordeitt- liche ereignet habe, daß die Regierung in dem Dahl- kreise des Ministerpräsidenten geschlagen wer- d«n sei. In der NachmittagSsitzung sprach der sozialistische Abgeordnete C om p ä r e- Morel, der erklärte, wenn die Wahlen zm Wahl- kreise Lot-ct-Garonuc zugunsten eines Sozialisten ausgefallen seien, dann faßten die Wähler eben den Begriff Bolschewistcn etwas anders auf als die Mehrheit der Kammer. Die Dahl des Sozia- listen Renand beweise, daß man mit der Politik d e S n a t i o- nallen Blocks nicht einverstanden sei, und daß gebe ihr «ine besondere Bedeutung. N Llopö George und die Arbeiterfrage. London, 22. Dezember. sHollandsch N'ieuwsbureau.) Lloyd George gab heute im Unterhause eine längere Erklärung bei den Beratungen über die Arbeitslosigkeit ab. Er teilte mit, daß mit Ausnahme von Frankreich die Arbeitslosigkeit überall in der Welt größer sei als in England. In England lci gegenwärtig eine Million Mann mehr an Arbeitern em- gestellt als im Jahre 1014. Trotzdem würde es offenbar zu Ä u L- Wanderungen kommen. Wenn hierbei aber>n Betracht gezogen würde, daß aus den Vereinigten Königreichen die Auswanderung lediglich nach den überseeischen Teilen'G r o ß b r i- t a n n i e n s erfolge, dann verliere Großbritannien leinen einzigen seiner Einwohner und seiner Arbeitskräfte. Dies müsse erreicht werden. Der HandelSminister Hörne habe ihm mitgeteilt, er habe um- fangreiche Beratungen mit Geschäftsleuten gehabt, um zu ermitteln, oh eS möglich fei, ein Kreditsystem anzunehmen, daß die Wiederaufnahme des Handels mit den verarmten Ländern Europas gestatten würde. Wenn ein solches Svstem sich als anwendbar er- weifen würde, dann würde das der Bekämpfung der Arbeitklosig- keit unendlich besser dienen als irgendwelche Pftäfterchen- mittel. Gleichzeitig tei!:e er mit, daß ein ziemlich großer Ueberschuß an Wollvorräte u in England wahrscheinlich in allernächster Zeit unter Bedingungen, die noch einer Prüfung unterliegen, nach Mitteleuropa, hauptsächlich nach Deutschland ausgeführt werde.____ d'�nnunzws Tbeaterkriea. Rom, 22. Dezember.(MTB.) Amtlichen Meldungen zufolge hat sick in Fiume und Talmatten nichts NcueS ereignek. Ad- miral Millo ist in Zara durch einen Zwilkomm ssar ersetzt worden. Es ist klar, daß Italien den Vertrag von Rapallo einhalten wird. Die italienische Regierung wird ob der Stadt Fiume voll- kommen überlassen, für sich selbst zu sorgen und sich nicht in ihre Angelegenheiten lnischen. Fiunie kann sick, nach Belieben für oder wider die Regentschaft des CUiarnero entscheiden und den Vertrag von Rapallo anerkennen oder nicht. TaS ist seine Sache und nicht die Italiens. Die italienische Regierung wirb sich darauf beschränken, danir Sorge zu tragen, daß die Grenzen nicht verletzt werden. Bezeichnend für die gegenwärtige Stimmung in Jialien ist die Tatsache, daß der V e r e i n d e r A r d i t i. die bisher die eifrigsten Anhänger d Aununzios waren, die Arbiii in Fiume aufgefordert haäx, den Befehlen des Vaterlandes zu gehorchen. Die gewöhnlich über die Absichten d'Annunzio» gut unterrichtete Turinec„Gazettq del popolo" erklärt, daß ein Handstreich auf T-ul- motten vollkommen ausgeschlossen sei. Rom, 22. Dezember.(Stefani.)� Das Torpedoboot 08, dessen Besatzung/ kürzlich gemeutert hat, landete in llajtel V e■ n i e r nordöstlich von Zara eine Gruppe von Offizieren und 12o Legionären mit zwei Maschinengewehren. Die kleine Besatzung von Tvstel Venicr mußte auf Zara zurückgehen. �Dsianösrundicbau» In der zweiten holländischen Kammer erklärte Minister van Kar nebeck die Regierung lege der Ausnahme von Handelsbeziehungen mit Rußland keine Hin- d e r ni s s e in den Weg, aber sie könne auch leine Verant- w o r t l i ch k e i t für diese Handelsbeziehungen auf sich nehmen. Bezüglich deS diplomatischen Zivttchsnfalles mit Serbien wiederholte ber Minmer, die Regierung habe großes Woblwollen gezeigt, aber diele» Wohlwollen fei durch die Würde des Staates begrenzt. Er ra:e der Kammer, jetzt abzuwarten, wie die Angelegenheit sich entwickeln werde, Gewerkschaftsbewegung Die nächsten Aufgaben öer Gewerkschaften. DieleS TZeina stand auf der Tagesordnung der 10. Tagung de? Aus'chuffes des A.T-G.B. Ditzmann(Metallarbeiter) brttc das ein!eilendc Referat übernommen. Allseitig, gab man der.Mei» ngng Ausdruck, daß die GewerksKasten mit der bisherigen bloßen Lohnpolitik nicht weiser kommen können und daß die Ver- bältnisse zu weiterer. Betätigung drängen. Tiefe sei um so notwendiger, da den politischen Parteien durch die be- daucrnswertcn Spaltungen die Erfüllung ihrer Aufgaben sehr erschwert sei und nur so die Möglichkeit vorhanden sei, eine Einheitsfront das kämpfenden Proletariats wiedcrher- zustellen. Die Aussprache, an der sich zahlreiche Vertreter größerer, mistlerer und kleinerer Gewerkschaften beteiligten, war sehr sruchi- bringend. Sie wird in der nächsten Zeit in der GewerkschsstSpresse noch ihre Fortsetzung finden. Anschlstß an diesen Tagesordnungspunkt berichtete Sa- stäth über die Verhandlungen mit dem Allgdmeinen freien An- gestellienbund iÄfa-Bund) betr. die s? rage der Zusammenfas- s ii n g der Hand- und Kopfarbeiter zu einer gewerk- schaftlichen Organisation. Es finden noch weitere Verhandlungen über diese Angelegenheit statt. Ein verwandtes Gchiej behandelte der Bericht der Kommission betreffeMd die Jndustrieorgani- . s a t i o n. Berichterstatter war T i ß m a n n. Die Kommission wird in der nächsten Sitzung bestimmte Vorschläge machen. Zu einer besonderen Konferenz über die Krage Berufs- oder Industrie- Organisation, unter besonderer Berückfichtigung des Bergbaues, lud H u f e m a ri n vom Bergarbeiterverband die Vorstände der im Bergbau vertretenen Organisationen ein. Die Konferenz beschäftigte sich weiter mit der Gründung einer Akademie der Arbeit, über die im Austrage der eingesetzten Studicnkommission D i ß m a n n referierte. Es gelangte nach kurzer DisfiAsion, in der auch Genosse Wo l d t vom KultuSministe- rium sprach, eine Resolution Giebel zur Annahme, die erklärt, daß der BundesauSschuß der Gründung einer Akademie der Arbeit in Kranksurt a. lvl. wohlwollend gegenübersteht. In einer sehr aus- gedehnten Debatte über die Lohnpolitik oer Verbände wurde gewünscht, daß sich der Bund für die Beilegung der Lohnbewegung der Eisenbahner und Bergarbeiter einsetzt, deren außerordentlich schwierige Lage allgemein anerkannt wurde. Der Regierung soll jeder Zweifel darüber genommen werden, daß der Gewcrkschaftsbund sich mit aller Krafr hinter diese Ar- b e i t« r g r u p p e stellt. Weiter wurde heschlosien, die bisherige Vertretung im ReichsauS schuß für Landwirt- sch a f t aufrechtzuerhalten, aber eine Verantwortung für die Tä- tigkeit deS AuSschuffcs abzulehnen. Im übrigen stellte sich der Ausschuß auf dem Standpunkt, daß die Lohnpolitik Sache der einzelnen Organisationen bleiben müsie,>daß aber in lebenswichtigen Industrien entscheidende Schritte nicht � ohne das Einverständnis der übrige i, Arbeiterschaft uniernömmen werden dürfen. Zwecks Unterstützung der ungarischen Gewerk- schatte n wurde hesÄosten, von den deutschen Gewerkschaften 'nach Maßgabe des durchschnittlichen Mitgliederbestandes vom vo- rigen'Jahre für jedes Mitglied fünf Pfennige an die - ungarischen Gewerkschaften abzuführen. Das Geld wird in un- gavifchen Kronen bei einer Wiener Bank hinterlegt und kann von dort unter Kontrolle des Internationalen GewerkschastSbundeS von den ungarischen Gewerkschaften erhoben werden. Zur Prüfung der durch die Einführung der Frank enwährung im � �aargebtet entstandenen Sachlage wird ein- Kommission ein- � gesetzt. In einer Resolution erhebt der Ausschuß energischen Pro- lest„gegen die fortgesetzten systematischen Störungen und Be- unrifhigun gen des deutschen Wirtschaftslebens. wie sie ständig hephorgerufen whrdeu durch. idie Versuche tei En- tentercgierungen und ihrer Vertretungen in Deutschland, den Be- stimmungen des Versaillcr Friedensvertrages immer neue und immer rigorosere Auslegungen zu geben, oder neue Forderungen� aufzustellen, die weder r echtlich noch tatsäch- lich bat gründet sind". Weiter beschäftigte man sich mit der Sozialis�erung des Bau- und Wohnungswesens und de m S i a n d d e r S o z i a l i s i e r u n g s f r a gc. überhaupt. Für das erstcre wurde ein besonderes Sekretariat und 'für das zweite«ine Kommission eingesetzt. Genosse Robert S ch m td t wurde als neuer Sekretär in den Bundesvorstand ge- wählt. Endlich nahm der Ausschuß noch zu den Angriffen der von den Moskolvitern ausgehaltencn Kommunisten Stellimg und nahm eine Resolution an. in der es u. a. Hecht:„Da die von Moskau anempfohlenen Tendenzen in hohem Maße die Ein- heitlichkcit der Gewerkschaftsbewegung gefähr- den. die Arbeiterschaft in ihrer Schlagkraft lähmen, Verwirrung und Zersplitterung nach sich ziehen, so erklärt der Ausschuß des Allgemeinen Deutschen GewerkschastsbundeS es als unabweisbare Pflicht der Verbände, diese zersetzenden Bestrebungen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen, Mit- , glisder, die als einzelne oder in Verbindung mit anderen. die heute mehr denn je notwendige Einheit der Gewerkschaften schwächen, schädigen deren Positionen gegenüber dem Kapital, verstoßen darum gegen die gewerkschaftlichen Grundsätze und stellen sich �außerhalb des Rahmens der Verbände. Tie KonfeauenzeN aus einem solchen Verhalten ergeben sich damit von s-S&st."__ „Neuwirtschaft" und Landardeiterverbaud. Wir brachten in unserer Nr. Sil) eine Zuschrift deS Deutschen Landarbeiterverbandes. Gau Brandenburg, die sich mit der Okgani- fation„Die Neu Wirtschaft* beschäftigte und bebauvtet. daß diese mi t allen Mitteln gegen den Landabbeiter, verband arbeitet. Es wurde bedauert, daß auch ,im Kreist unierer eigenen Genossen dieser sogenannte Zellenbau iu der GewerlschastSoryamsation. bier aber in gfelber Richtung. betrieben wird.' Zu dieser Angelegenheit sandte uns„Die . Neuwirtschaft', gez. Cr am er., eine umfangreiche Erwiderung, in der als Ziel der Neuwirtschhft„die Versorgung der In- dustriearbeiter mit landwirtschaftlichen Produkten und die Ver- sorgung der Landarbeiter unter Ausschaltung der ver- leuernden Zwischengewinne' bezeichnet wird. In gewerkschaftlicher Hinsicht sind nach dieser Zuschrift die an dieftr Organisation beteiligten Arbeiter des KreiseS Prenzlau von per kaufmännischen Abteilung der Neuwiirtschaft ebenso wenig wie von ihren Arbeitgebern abhangig. Die durchaus selbständige Be- tätigung der Landarbeiter deS Kreise« Prenzlau wird„auf da« gewerkschaftswidrige und ungeschickte Auftreten der PertranenSleute deS Deutschen Land- arbe.iterverbandeS' zuriickgesühri. Es wird dabei betont, daß die sSeuthirtschaft dabei ist, die ihr angeschlossenen 6Sadtvogtetgesängnis interniert und sollte von hier aus nach der Strafanstalt zu Reugard zur Verbüßung einer längeren Zuchthausstraße übergeführt werden. Er wurde aber von Spartakisten befreit und konnte erst im Juli d. IS. hier in Berlin verhaftet werden. R. verkehrte nur in den besten und teuer- sten Weinlokalen; im Lindenbü'elt und in den BarS deS Weiten» war der elegante junge Mann ein willkommener Kalt. In der Lutherdiele erwarb er gegen ein kleines Eni- gelt von einem dort berkehrenden Gast gefälschte Legitimation«« papiere und spielte fortan in Berlin als„Dr. Huao v. Härtung' die von ihm gewählte Rolle deS JndustrientterS. Gelegentlich sine» KokaiiigefchäfteS kam er mit zwei Kriminalbeamten zusammen, die ihm bereits auf der Spur waren und den lange Gesuchten verhaften wollten. Es gelang jedoch dem in allen Sätteln gerechten An« geklagten, die Beamten in einer Bodega in der Bülowstraße mit Sekt und Likören derart zu traktieren, daß die Hüter de« Gesetzes völlig berauscht im Lokal ein- schliefen. Nunmehr entwendete er ihnen ibre Dienstmarke und al« die wiederenvachle» Beamten dies merlteu und auf ihn eindrangen, streckte er den Kriminalbeamten deren eigene Dienstwaffe entgegen und entkam, indem er sie mit d>.n Worten bedrohte:„Hall, ihr Hunde, oder ich schieße euch mit eurer eigenen Waffe nieder!' Teils als Dr. v Härtung, teils als Kriminal« Wachtmeister mit echter Dienstmaile und Dienstrevolver führte er nun eine Reihe von Verbreche» au«, beschlagnahmte Scheckbücher, fälschte Schecks, verschaffte sich erbebliche Gelder, inspizierte als Beamter der Kriminalpolrzei Restaurants und trieb den größten Unkug, bis endlich durch einen glücklichen Zufall seine Verhaftung gelang. Das Gericht erkannt« auf 1 Jahr 6 Monat« Zuchthaus. Beraniw fttr den redakt. Teil' Dr. iSernee velter, Charlottendurs: tllr»meigen! Ä>. Gloitc. Berlin. Verlag! VorwörtS-Vertaa G.m.b.H.. Berlin. tzuJ: Vor- wärts-BuSdrulterei n. VerlagSanIiali Bant-inaer u. Co.. Lerli.i. Lmdr'iitr. S. Hier»» l vril««c. Kunow: Äie Jtarx'sche ßeschichts-, ftesellsehafts- und Staatstheorie tiniiiiumtimmimiimiimmiiiniitiinntm Zwei vornehm« Halbleinen-Aänds. ttmmmmttUumtttmmmttttummmiiim Anter Heranziehung älterer sozialphilosophischer Lehren baut Cunow aus der Zusammenfassung und Kritik der Marx-Engels'schen Entwickelungslehre, gegründet auf die neueste Forschung s illillilli eine großzügifle marxistische Soziologie lillllilli auf, wie sie bisher in der sozialwissenschaftliche» und sozialistischen Literatur gänzlich fehlte. ver 1. Land ist soeben erschienen und wird bei Bestellung bis zum 31. Dezember 1920 auf anhängendem Bestellschein zu dem für Subskribenten ermäßigten Preise von....................... Mark statt 51 Mark geliefert. Der Band folgt in einigen Wochen. » aüuttlsters Her« Z Z Fellung eniivzlicktr■ ■ eine Örrnnfiißimst» ■ de» urlvrü listlich S » ansteletzte«■ S Gvblkrlptioll».■ preise» ■■■■■■■ 42- Bnehliaiiilliiiig Vorwärts, Berlin SV. 68, fiindenstraße 2 MWMUWW »»»»»»»»»»»»»»»>»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»»MM»»»»»»I Bestellschein. - Sch testellt hiermit bei her Suchhondlu»« NorwSrte, ! Serli» Sw.»». 1t»d«»str-»e 2! ------------— Eremplare ! Eunow: Die Marx' sch« Geschichte., Seselsschafis- ; und Staatstheone. 2 HalbleinendSnde. i Subskrivtionöpreis für den I.Band M. 42�0. Uvlerschrifk. Mreffe.