Nr. ♦ 57. Jahrgang Msgabe tk Nr. 177 Bezugspreis: B«Äiiiährl. 30,— an mmtatuo,—=3a fr« m» vaus. ootcms iahllmr. Post» tc»H3 Mrmctlich 10,- Ml» ejH. 5?» kellunzsqedülir. JInterKmubimO fät DiAlchlm?» und OefterrtiA 16/0 Mk� f ür Des übrigt Ansland bti läglich fiitatol. R-Jüeanno 2150 Dl.■Jtihoe. (UEangtB nehretn an Dt Ungarn, Tfchrcho» CllNval«, Dane- tnarl. ösHand. �nrenrdurg. Dcknlleden vn» sie Echwetz. i!i'.ia«ragen t» die Doft-�eirungs-PreisIiite. Der.Vorwärts" mit der Sonntag» trflaz- �Zeü u.?!ilt� erichein! woGen- tcgitch jmttwol Sanntags und Züo» tags-inmai. lelegramui-ASreff«! «tazialdemstral SerNn". Morgen-Ausgabe Derlinev Volksblatt (�op?snnia� RnzeigenpreiS: Die«chtaeipolten» Non»ar«Me»tti« loftctZ.— M..TeuernngSMfchiagS0>7«. «Sie!»« Unzeigon-, das irlt» gedrutkte Wort h— M.(zniSfsig zwe: iettgeSrnkkt» Worte), iede« n�iter« Wort M Dfg. Str�enqefuche vno SchiaffieLenanzeigen da» erste Wort K5 stZfg. ied?s weitere Wort«0 Via Worte Uder 15 Dnchstadcn zstdien fite im»« Worte. Teuernngnzuf id lag OO»/� i?ainUien-An.z?!gsn für Tbonnenten Zeile 1— isti, politiiche und ge» werifchastliche Dereins- Nnieigen S.-» Ml die fieNe ohne Aufschlag. An, eigen für die n a chft e Nuinmer maffen di« ü Ahr nad-Tilitaps im �aumgefchiift.$rr!:n EW. Z. Linden- stratze Z. lldxegeden werden,»eöffnei von 9 Uhr früh die 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokrati feben parte» Deutrcblands Neüaktton und Expedition: CW. 68, LinSenstr. 3. Äemfhretfeer: Amt MorenvlaH. Nr. l."»!««— liö»S7. Vonvärts-Verlag G.m.d. h., SW. öS, Linöenstr, Z. Nernfpr-cAer: Amt MoriUPlah. Nr.»17»N— i�t, Sapem-Deutfthlanö an Rollet. Btrlln, 23. Dezember.(WTB.) Dem Vorsitzenden be% Interalliierten IlcbclMoriiirrrn&cji ksichusies für das LanSheer. General N o l l e t, ist fol�nde Note des Ansmärtfgen Amtes iiberglcknm morden: Herr General! In der Note vom 11. Dezember wird die Auifaffnng v?rrre:en. dotz die bcinfrSe Regierung nach dem Vertrag von Versailles zur Auftjisung oller 2etbstflt>ud»rzg.n.isatio»r>i verpflichtet sei, weil folcke Organiscüonrn geeignet seien, eine Modilmackung zü er- leichtern und daher unter den Artikel 178 deö Vertrages sielen. Artikel 178 untrrogt aber nicht alle Maßnahmen, die eine Mobil- tnachnng erleicbtcrn könnten, son.ern nur solche, die auf diesen Zweck abzielen stenckant a. une mobilisation). Eine Erleichterung der Mobilmachlmg könnte auch in der Führung von Ein» wohner- und Sienerkisten oder sonstigen Registern und in jedem Ausbau des Eisenbahnnetzes erblickt werden. Es kommt jedoch darauf an, ob eine solche Erleichterung als der eigentliche Zweck de? Maßnahme zu betrachten ist Dies ist bei den: Zusammen- fchluß der Bürger zum Selbstschutz eaenfotoenig der Fall low bei den eowähiiten Beispielen. Die deutsche Regierung kann also nicht zagoben. day das Bestehen von Selbftschutzorganisationen an und sich sich gegen den Friedensverirag verstögt. Sie muß vielmehr an der in ihrer Note vom v. Dezember ausgesprochenen Auffassung iestbaben, daß die Duldung ober Auflösung von Selbstschutz- crzanisationen. die keinen militärischen Charakter haben, eine innere Angelegenheit Deutschlands tu. Sie wiederholt, daß solche Organisationen nur als ein einst- weiliger Notbehelf zu betrachten sind und aus Gründen der SiaaiSautorität ausgelöst werden müssen, sobald es die Verhältnisse m'-. I m U■ WWW.WWWWW ellen lassen, worauf sich die Angabe bezieht, baß die. bayerischen Eiuwohgenvehren eine Betätigung für da? Jahr IlM Und noch weiwrhin ins Auge«faßten. Der LandeSleitüng' der bayeriseben Wahren ist von einer derartigen Erklärnng nichts bekannt. Die ttontrollkommifsion glaubt aus Nachrichten, die sie über gewisse Sewstfchntzorganisatjonen besitzt, folgern zu müssen, daß diese Organisationen entgegen der Erklärung der deutschen Regierung einen militärischen Charakter fragen und in einer durch den Friedensvertrag untersagten Ver- bindnng mit militärischen Behörden stehen. Sie beruft sich dabei aus gewisse Bestimmungen der.Satzungen des Landesverbandes der Einwohnerwehren Bayerns" und auf eine beim Stab der 1, Division in Königsberg bestehende Anordnung hinsichtlich der ost- preußischen Lrtswchrcn In Bayern galt für den Fall, daß Einwohnerwehr und Reichswehr gleichzeitig zur Bekämpfung von Unruhen heranzuziehen waren, früher die Bestimmung, daß sich die Einwohnerwehr den Weisungen des Führers der militärischen Abteilungen zu unterstellen habe. Die g§ 9a und 10a der Satzungen* deö Landesverbandes der Einwohnerivehren Bayerns sollten lediglich für diesen Fall die no.wcndigr Fühlungnahme mit den militärischen Stellen sichern. Eine andere Bestimmung konnte den Satzungen schon deshalb nicht zukommen, toeil die Ein- wohnerwchr nur als Hilfsorgan der Landespolizei zu dienen hak. Ein organischer Zusammenhang zwischen Einwohnerwehr und Reichswehr war dadurch nicht hergestellt. D i e Bestimmungen sind aber inzwischen gegen- standsloS geworden. Seit der Neuordnung der Polizei uniersteht eine aufgebotene Einwcswertvehrgrl'ppe nur der Leitung der in Tätigkeit getretenen Landespolizeiabteilung. An die Stelle des in den Satzungen vorgesehenen Verkehrs mit militärischen .siommandostellen iit nunmehr die Fühlangnabme mit den örtlichen Landespokizeibdhörden getreten. Die in Rede stehenden Beltim- mungeu werd-n sobald wie möglich auf dem fatzunaSgemätzen Wege auch formell aufgehoben werden. Bei den oftpreußischen Ortstoehren siebt die Verfügung des Oberpräfidenten vom 7. August, wodurch diese Organisation geschaffen wurde, kein« Verbindung mit mili- tärischen Stellen vor. Indes waren in der Tat beim Stabe der ersten Division nach der am 10. November in Geltung getretenen Diem'deinteilung Offiziere bestimmt, die für den Fall, daß die Ortswehr ausgeboten und zu einer Aktion eingesetzt werden müsse, durch die Zivilbchördcn Verbindung mit ihnen halten sollten Diese Bestimmung ist jetzt aufgehoben worden, so daß nur noch die Zivil- bebörden auf die Art der Verwendung der Orts- und Grenzwebr Einfluß üben können Die aus einer Verbindung der bayerischen und ostpreußischen Wehren mit der Reichswehr hergeleiteten Be- denken dürften hiermit in Wegfall gekommen sein. In der Note vom 11. Dezember heißt es. die Aufrechtcrbaltung der Selbstschutz- organisatwncn nach ihrer Entwaffnung lasse sich durch rein innere Zwecke nicht rechtfertigen, da sie. ihrer Waffen beraubt, nickt mehr wirksam zur Aufrcchterbaltung der Ordnung beitragen könnten. Die Entwaffnung der Selbstschntzorganisatiol'en. zu der Deutsch- land nach dem Protokoll von Spa verpflichtet ist. hat jedoch, ebenso wie im allgemeinen die Eniwafsnung der Bevölkerung, nur in der AZögche der K ri eg Swaffcn zu bestehen. Auch trägt schon allein der Zusammenschluß zum Selbstschutz und die Gewißheit, im Falle der Not auf den Nachbar zählen �zu können, viel dazu bei. daß Gefühl der Unsicherheit, unter dem die Bevölkerung leidet, zum Schwinden zu bringen. Die in der Note poäußerte Befürchtung, es könnten andere deutsche Länder oder Landesteile für sich dieselbe Ausnahmestellung beanspruchen, die Bayern und Ostpreußen hinsichtlich der Entwaffnung der Wehren einnehmen sollen, ist nicht begründet. Für die übrigen Teile des Reichs wird die dertragSmäpig zu- gesagte Entwaffnung der Selbstschnhorganisationen in uächsirr Zrit durchgeführt sein. Nur in Bayern und Ostpreußen gestatten die dort bestehenden besonderen Verhältnisse, wie sie in der Note vom 9. Dezember eingehend dargestellt sind, nicht, mit der Neschen Schnelligkeit vorzugehen. Die Annahme, daß die kommunistische Gefahr, auf die ich in meiner Note vom 9. Dezexiber bei de: Schilderung der bayerischen Verhältnisse unter anderem hingewiesen hatte, für Deutsch land überwunden sei, kann leider nicht als zntref- send betrachtet werden. Ich Hecke allerdings der Ansicht Ausdruck gegeben, daß durch daö Auftreten der russischen Sendlinae ans dem Kongreß der llnahhängigen Sozialistischen Partei Deutschlands in Hall- manchem die Augen geöffnet worden seien. Meine Hossnun- gen sind aber nickt soweit gegangen, daß ich geglaubt hätte, mit einer Bedrohung vor. dieser Seite nicht mehr rechnen zu brauchen. Wenn meine Reu gerungen in der Unterredung vom 9. November anders aufgefaßt toorden sind, so liegt ein Mißverstäntmio vor. Aus der Zahl der ui Bayern abgegebenen kommunistischen Wohlstimmen kann keineswegs gefolgert wenden, daß bei ei wa igen Unruhen die Zahl der Kämpfer nicht über die der kommunistischen Wähler hinausgehen werde. Gelänge eH einigen radikalen Elementen, die Straße aufzurufen, so müßte mit weit größeren«Massen gerocknet werden. Die Gefahr wächst mit der wirtschaftlichen Rot, die gegen Ende des Wirtschaftsjahres in besonders bedenklichem Grade zunimmt. Daß die dagegen zier Verfügung stehenden regulären Kräfte, die in der Note, vom 11. Dezember genannte Zahl nicht erreichen würden, ist aus meiner Note vom 9. Dezember er- sichtlich Auch die Schlüsse, die aus den Mitteilungen des Ober- präsidcnten der Provinz Ostpreußen vom 8. und 14. September gezogen werden, sind nicht halft, r. Zur damaligen Zeit waren die Russen geschlagen und die. akute Gefehr ejpeK Einfalles in Ost- Preußen geschwunden. Es bandelte sich nur noch darum, die Wälder nach yersteiften. russischen Snldaten abzusuchen' ünck die Unterdrin-- pmngZorte der Internierten bis zu ihrem ÄKmnSporr zu öeköachen. Der Obervräsident bat gefaxt, daß er zur Unterstützung der regn- lärcn.Kräfte bei diesen Aufgaben MVO Diann der Orts- und Grenz- wehr' für ausreichend hakie. üOCO üSavnt. Grcnzwerr' würden zur AbiuchuNg der Wälder, ICÖO Örtswehrmänner zur Beuwchung der Internierten verwendet werden. Daraus kann aber natürlich nicht gefolgert werden, daß eine Verstärkung um 9000 Mann genügen würde, um den die Provinz bedrohenden Gefahren Trotz bieten zu lönnan. Uebrigens darf daran erinnert toerden, das', die deutsche Regierung damals auch 4 Bataillone Reichswehr nach Ostpreußen gezogen hatte. Um der Bevölkerung in Ostpreußen wie in Bayern das Gefühl der Sicherheit zu geben und sie vor Gefahren zu schützen, die nur allzu drohend sind, ist eS im Augenblick noch nicht angängig, dort zur vollständigen Entmannung de: Selchch'chiltzoraanisationeli zu schreiten. Die deutsche Regierung kmin daher nur die in ihrer Note vom 9. Dezember ausgesprochene Bitte an die Alliierten Mächte wiederholen. Indem sie bittet, diese und die gegenwärtige Note zur Kenntnis der von Ihnen vertretenen Negierungen zu bringen, gestattet sie sich darauf hinzuweisen, daß bis jetzt an Waffen, die nicht Selbstschutzorganisationen gehörten, im ganzen 791 Geschütze, Minrnwrrfrr und sonstige Wursmaschincn,«ISZ Maschinengewehre, 1373 730 Gewehre, Karabiner und Pistolen abgeliefert und in der Hauptsache auch schon zu: Verschrottung gebracht worden sind. Außerdem sind auf Grund des Ennvassnungsgesetzes vom 7. August 8404 Maschinengewehre nnd 801 653 Gewehre angemeldet worden. In diesen Zahlen ist die Bewaffnung der Selbstschutzorganisiftionen enthalten. Von den so angemelderen Maschinengewehren ist der weitaus größie Teil ebenfalls bereit? abgeliefert und unbrauchbar gemacht worden� und zwar schon vor dem Ii. Dezember. Dies gilt auch für Hannover; in Württemberg besaßen die Selbst- schutzorganisationen keine Masckincngewehee mehr. Ruch von den angemeldeten Gewehren sind schon beträchtliche Mengen eingezogen werden. Die Deutsche Regierung glaubt erwarten zu können, daß dieses Ergebnis ihres ernsten Bemühens Anerkennung findet. Die weitere Einziehung der leichten Waffen der Sellsiffcku tzorganisat io- neu ist im Gange. Die Deutsche Regierung wird auch weiter alles tun, um die in ihrer?loie vom 9. Dezember angegebenen Termine innezuhalten. Sie hat keinen Grund, daran zu zweifeln, daß eS ihr gelingen wird. Ter Weg, den sie bei der ganzen Ibutwaffnungsaktion ein- geschlagen hat, war der einzige, der nach der Lage der Verhältnisse zum Ziele führen konnte. Sie hofft, baß sich die Alliierten Regie- rungen dieser Erkenntnis nicht verschließen werden. Genehmiftcn Sie, Herr General, den Ausdruck meiner ans- gezeichneten Hockachtung. _ gez. Dr. Simon?. Die Ausgleichszahlungen. Berlin, 23. Dezember. lWTB.) Gestern ist dem Auswärtige« Amt vom franzistscken Botsckaster eine Note der sranzösiscken Regierung überreicht worden, in der Be- schwerde über dieEinstellungderdeutschenAuSgleichs- Zahlungen erhoben und die Einstellung als Verletzung deS Ariedenöveetrages bezricknet wird. Drmgrgenüber sei darauf hingewiesen, daß Artikel 251 des Friedensvertrags Deutschland das Recht gibt, eine« B o r e a n g der für seine Versorgung mit Lebensmittel« notwendigen Koste« vor de« übrigen Lristungeu aus dem Frirdrnkvertraz tu Anspruch zu nehmr«. Der 20. Zebruar. Von G u st a v Heller. Im November 1Äf8 stürzten Ztoemndslvvnzig Dynastien wie em Kmttenhoirs Mammen. Der von nns erstrebte Ein- hertZstaat konnte ober nict?t verwirklicht toerden. Die Reichs- Verfassung sucht ,?:ncrr Hvn Eirrheitsslmt durch ihre Artikel ff bis IQ uzch Artikel IL herbeiKirfühmn, ob Äes ober in abfrh- bater Zeit geferert, dermoz nsimicmd vorausgusagsn. Preußen ist also troch Giiedstsat des Reiches imd mirßw sich eine Bei- fassinug geben. So ist ein anderes Preußen en'tslqwden als vor dem li. Nodemlber 1A18. Heute ist nicht PreußeMson- dern Bayern, was früher Preußen im Reiche war: der Hort der Reaktion. Am 2». Februar hat das preußische Volk zu entscheiden. von lvel?nw>kraten. Zentrum und Demokraten, texch dies kein Jbeal- zustaud ist, lmt-der Redner imserer Fraktion am 2f>. März 1919 im Parlament zum Ausdruck gebracht, indem er sagte: Erst die Revalutnan, für die der Bolen durch den O-jalirigen Krieg vorbeweffet tonnte., hat mit dem eckten T tefflessewwalstrecht ausgeoäwmt mS> den Weg für eine parlamentarlscke. Regierung frei gemacht Wir' bedauern levhaft, und es wird sich noch eftmakS dittör rächen, daß das preußische Vo!? bei den ersten Wahlen keine sozialistische Mehrheit erzielte. Dies erchalb müssen wir eine Prvgrammrebe einer Kvalitionsregierunig, statt di-e einer sozialistischsn Siecherursg hören. Nun gab es Uusriunnigkstteu und Roibungen in den Ko.ckitionSpartxi?n, die aber febmAS ertpäglich waren, als die Re ichs regtet« ng dieselbe ZufammTusetzung aufwies wie die preußische Rogisnmg. N a ch d e m L. I u n i änderte sich baL Bild. Von den Dsutfchnytionalen inid der Deutsche« VoltKpcsttei wurde uichis versäunst, immer luiader zu ver- sichern, daß die gsgonwärtige Zusammeusetzuna der Landes- Versammlung nicht Mehr Dein Willen des Dolftes entspreche. Unsere Minister wurden auss schärfste attackiert. Es muß ofsan gesagt werden, daß baä Zentrum und die Demokraten an diesem Zustand nicht gning unschuldig waren. Der Wahlkampf wird äußerst scharf toerden, zumal unsere Eegner glauben, die Uneinigkeit der Arbeiterschaft be- nutzen zu können, um unS am 20. Februar niederzureiten. Schoir linden sich Gammelruse der bürgerlichen Parteien. So schrieb die„Deutsche Allgemein? Zeitung" am 21.'Dezember, daß jetzt die Forderung erhoben werden müsse,- alles Trennende zurückzustell�ßl mch selbst unter Ueber- gSikgllNgSopfern alle und alles zUsammenanfassen, was sich zu- sairanenfinden kann in gemeinsamer Betätigung für doS lssanze. � Fn ähnlicher Weise äußert sich der demokratische Reich Sminlster K o ch:„H-n der Parlamenten schon Arbeit können wir mit der Deutschen V o I k s p a r t e i ein gutes Stück Fufammengehen, wenn auch die Zeit der Hochzeit noch nicht gekormnen." Ilnd haben die letzten Vorgänge im Preußenpartament nicht bewiesen, daß das Zentrum unter Führung von Herold gemeinsam mit der Deutschen Volks- t'artei und den Deutschnationalen Obstniktion treibt, uin die Verabschiedung wichtiger Gesetze zu verhindern? Es muß unsere Ausgabe sein, zu verhüten, daß ähnlich wie in Sachsen große Arbeitermassen der Wahlpflicht nicht genügen. Es gilt tmi 20. Februar, der ein Großwcchitag wird, da zicgleich auch die. Provinziallandtags- rmd Kreistags- wählen vorgenonnmen werden, den letzten Hort der Ar- deifcrklasse zu retten. Der bürgerlichen Reichsregierung haben die Unabhängigen die Steigbügel gehalten; dank det' U.S.P.D. haben wir in Mecklenburg eine bürgerliche Regierung, in süddeutschen Staaten zum großen Teil ebensallL. Wir haben auszusprechen w a s i st und den Hand- und Kopfarbeitern zu sagen, daß es keilien Aufstieg der Ar- heiterklasse geben kann, wenn sie nicht begreifen, daß die Grundbedingung alles Herrschens die E i n t r a ch t der Klasse ist, die herrschen will. Wenn auch der Airsgabenkreis der. Gliedstaaten be- schränkt ist, so bat doch der kommende Landtag noch große Ausgaben zu erfüllen. Es sei nur eins herausgegrisseil: die Demokratisierung der Verwaltung, die Ein- heitlichkeit der Landgenwinde- und Städteordnung, Eins bürgerliche Mehrheit im künftigen Landtage würde die Ver-. waltirngsreform ohne weiteres nach rückwärts revidieren.' Ausgabe der gesamten Hand- und Kopfarbeiter ist es, mis den beganaanen Fehlern zu lernen. Führte der Wahlkamps in Preußei�u einer Niederlage, so wäre dies viel verhänanis- voller als weicn das in den anderen Staaken geschehe. PrMßen ! wcsp seit dem 9. Novenck'e? 1918 de r st ä r k st e W a l l g e g e» idieReaktion. Preußen konnte das sein, weil Soziale 'demokraten in der Regierung mitsprrchcn konnten. Sie ; sind es ja auch gewesen, die den Kamps mit der Orgesch auf- nahmen. An: 20. Februar geht es um die Erhaltung webt nm der preußischen, sonder» auch der deutschen Republik. Auf das Ziel, imsere Position in Preußen nicht nur zu erhalten. .sondern sie noch zu erweitern, muß pnsere ganze Arberi Jder vächstcn Wochea gerichtet sein! Spate Erkenntnis. Nm 17. T>tz?mber fand in der französischen Kammer eine protze po!itisck)e Debatte anläßlich des Rücktritts des Kriegs- Ministers Andrä Lefi-vre statt, in der das Problem des Ver- bältnisses Frankreichs zu Deutschland unter den verschiedensten Gesichtspunkten erörtert wurde. Die Nationalisten Bartbou Läou Daudet und Barrd? sprachen von der deutschen Re- vanchegefahr und beriefen sich dabei u. a. aus die Orgesch. Der Ministerpräsident Leygucs bemühte sich in einer ziemlich sachlichen Rede diese an sich lächerlichen Befürchtungen durch statistische Angaben über die Ablieferung und die Zerstörung des deutschen Kriegsmaterials zu entkräften, womit er sich un- zweifelhaft«in Verdienst um die Wahrheit und um die Eni.- spannung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Frank- reich erworben hat. Das ändert übrigens nichts an der Tat- fache, daß unsere sogenannten. nationalen Parteien durch ihren frechen und sinnlosen Ton und durch ihr Eintreten für die Orgesch billiges Agitationsmaterial dzn schlimmsten Feinden Deutschlands geliefert haben und weiter liefern. Der„Temps" vom Ist. Dezember bespricht in einem Leitartikel diese ßammerdebatte und kommt zu dem Schluß, daß der einzige Ausweg, um zu einem erträglichen Verhältnis zwischen den beiden Naclcharlöndem zu gelangen, ohne daß ans Sorge vor deutschen Nevanchcpläncn Frankreich in der bisherigen Weise rüstet, in einer Stärkung derjenigen deutschen Parteien liege, die die G e w a l t t h e o r i c n a b l e h n o n. Mit Recht bezeichnet der„Temps" als Anhänger der Gewaltmethoden nicht allein die Rechtsparteien, sondern auch die Kommunisten. Diese Möglichkeit, schreibt der .„Temps", wird sich eröffnen,„wenn Teutschland wirklich die demokratische Republik, die. republikanische Republik geworden sein wird, die es beute nicht sein kann, solange es in der jetzigen Regierungsmchrl?cit eine Partei zählt, die sich a n s offenen o d e r d e r st e ck t e n M o n a r ch i ft e n zusammensetzt". Der„Temps" schließt: „Man sag« nicht, daß trir nichts dafür können, wir republika- nischen und siegreichen Franzosen.'Eine solch» Antwort käme einer Bankrotterklärung gleich, sie wäre«?n schlimmerer Fehler nl? die, die wir bereits begangen haben. Die Wahrheit ist, daß wir unendlich viel tu» können, damit in. Deutschland die Republik tiefere Wurzeln fasse." Zwei Jähre lang, vor allem in den ersten Monaten nach der Nevolution, haben wir uns vergebens bemüht, dies der Entente klarzumachen. Aber es schien, als predigten wir nur tauben Ohren und als ob die Politik Frankreichs planmäßig darauf ausging, die republikanischen Parteien in Deutschland systematisch zu schwächen und die monarchistisch-reaktionären Elemente zu neuem Leben zu verhelfen. Die Juniwahlen, denen e-S zu verdanken ist. wenn heute die offenen oder versteckten Monarchisten der Deutschen Volkspartci tatsächlich einen wichtigen Bestandteil der deutschen Regierungsmehrheit Hilden, sind in erster Linie das Ergebnis dieser französischen Politik, die der Verfasser des ,TlempS"-Arti?elZ— offenbar der kluge Jean Her- bette— selbst alz gänzlich verfehlt anerkennt. Diese Erkenntnis kommt-war reichlich spät, der angerichtete Schaden ist ungeheuer, die Gvwaltanbeter von rechts und von links haben eine Macht erlangt, hie wir ihnen nur in einem zähen und undankbaren Kampf wieder werden entreißen können. Zlber wenn sich dieie Erkenntnis in Frank- reich durchsetzt und man dort auch bei der Ausführung des Frieden Zpxrtrages die nötigen Schlußfolgerungen daraus zieht, dann wird die deutsche Neviiblik bald ebenso stark, ebenso dmiokrotisch. ebenso republikanisch wieder werden, wie sie eS in den ersten Monaten nach der Revolution schon e-inmal war._ Korfantp und die Heamten. Wojciech Korfanty wird in seiner Tätigkeit als Leiter des polnischen Abstimmungskommissariats in Oberschlesicn immer anmaßender. Neuerdings hat er an sämtliche Beam- ten in Oberschlesien ein Schriftstück gerichtet, in dem es u. a. heißt: � „Binnen kurzem wird Oberschlesien eine autonome Wojewodschaft der freien NcpuKHk Polen. ES mag dieS manchem deutscheu Beamten schmerzlich sein, aber als vernü'ck. tiger Mensch wird«r sich den gegebenen Tatsachen fugen und in den neuen Benhältnisien sich sein Leben möglichst gut einzurichten trachten." Er versichert den Beamten weiter, daß eS feine Pflicht fei, schon jetzt Vorkehrungen zu treffen für die Uebcrsübrung der öffentlich-rechtlichen Betriebe OberschlesienS in die polni- ichen Verhältnisse. Aus diesem Grunde sucht er für alle Stellen.Pflichttreue Beamten" und will jetzt schon fest- stellen, welche Beamten in ihren Aemtorn zu verbleiben gedenken. Dabei redet er den Beamten vor. daß er bereits die Unterstützung eines großen Teils von ihnen geftmdim habe, und versichert, daß„kein Deutscher eine Be- nachtet Haung nach irgendwelcher Richtung zu befürchten" hob«, sofern er als loyaler Bürger der Republik Polen ferne Staatsbllrgervftichtsn erfüllen werde. Zum Schluß fordert er die Beamten. auf, bis zum 1. Januar mitzuteilen, ob sie stach erfolgter Abstimmung bei Polen bleiben wollen. Für diejenigen, die nicht mit Ja antworten, würde Ersatz biffchafft werden. Dem Schriftstück ist ein vorgedrucktcs Antwortschreiben mit Frage- bogen angeheftet. Mvn kann sich vorstellen, daß diese mit unglaub.rh-r Sicherheit auftrerSnde GewissenSfrage bei schwankenden Elementen unter der Beamtenschaft schon so viel Ver- wirru.ng angestiftet hat, daß einige von ihnen den Frage- bogen mit Ja beantwortet haben. Aus Ratibor wird uns dazu geschrieben, daß der BeamtenauSfchuß der Reichs- eisewbcchnbeamten vom Bahnhof Ratibor und den dazu gehörigen Anschlußstrecken gegen den Korfanty> Aufruf schärfsten Protest eingelegt bat. Die Beamtevous- 'chüfse in Oberschlesien haben sich bisher mif AnarOiung ihrer Behörden jeglicher Politik enthalten und wollen dceS auch ferner tun. Sie verlangen aber mit Recht von den zustäudi» gen Stellen, daß sie auch die polnische Agitation zu verhindern wissen. Sie vermuten sicher nicht ohne Grund, daß Korfanty die mit Unterschrift versehenen BereitschaftSerklärungen noch vor der Abstimmung zu Ä g i» tationsz wecken benutzen will. Die Beamten wenden sich deshalb an das deutsche Plebiszitkommissariat um Unterstützung in ihrer Abwehr gegen den polnischen Uebetgriss. Di« Dreistigkeit, mit der Herr Korfanch da? Abstim- mungsergebnis schon vorweg nimmt, wird für alle in Deutsch- larid wohnenden Oberschlester ein neuer Ansporn sein, sich für die Reise ins AbsiimmiingSgebict und zur Pslichtcrftil- lung für Deutschland zu rüsten. Sie wissen genam daß die Versicherimg, in dem Polen Korfanty? hatte kein Deutscher eine Benachteiligung zu befürchten, eitel Schwiudcc ist. Die Spuren der mißhandelten und vertriebenen Pa jener und ehemals westpreußischen Deutschen schrecken. Heamtenbunö und Reichsregierung. Die Leitung des Tentschen Bcamtcnbundcs ist neuerdings an die gt- i ch s r r g i r r u» g herangetreten, u:n Bcrhandlun- gen darüber z» erreichen, welch» weiteren Maßnahmen mit so- fortiger Wirkung getroffen werden müssen, um der Beamtrnschast in ausreichender Weise zu Helsen. Wie der Bcamtenbund mitteilt, ist in Aufsicht gestellt worden, das, in den nächsten Tagen neue Bor- schlöge über Hilfsmaßnahmen für die Beamtenschaft zwischen der Regierung und dem Deutschen Beamtenbund zur Erörterung gelangen werden. Hauptmann v. Kesfe! straffrei! Das Strafverfahren gegen den Hauptmann Eugen v. Kessel ist nunmehr auf Antrag seines BerteidigerS durch Beschluß der l. Strafkammer des Landgerichts I auf Grund de» Amnestie- g c s e tz c S vom 4. August lütig eingestellt worden. Bekanntlich waren gegen den Hauptmann v. K. im Anschluß an den Marloh- Prozeß schwere Vorwürfe erhoben worden, insbesondere nach der Nlchtcing, daß Hauptmann v. Kessel und Oberst Reinhardt durch ihr Verhalten die Ta! MarlohZ überhaupt erst ermöglicht hätten. Die dieserhalb sofort eingeleitete linterfuchung fübrte zwar zu dem Ergebnis, daß v. K. und Oberst Reinhardt ibrr Pflicht nicht verletzt bähe«, indessen entstand auS diesen Ermittlungen ein MeineidövcrfaHren gegen v. K.. da er in der Voruntersuchung gegen Marloh abgeidworcn hatte, von MarlohZ Flucht vorher Kenntnis gcbabt zu haben und zu wissen, wohin sich dieser begeben habe.- Die Verhandlung gegen Kessel mußte bekanntlich seinerzeit wegen einer schweren Erkran». k u n g d-S Angeklagten abgebrochen ilrtd der Haftbefehl aufgehoben werden. Mit der Aufbedung der Militärgerichtsbarkeit ging die Sache an die ordentlichen Gerichte über, und Staat Sanwalt- schaftsrat G e r I a ch war von dem Oberstaatsanwalt mit der Ber- trctung vor dvm Schwurgericht beauftragt worden, da das B«- streben der EwaLanwaltschaft dahin ging, die Sache schon vor ein» der nächsten Schwurgerichte zu bringen. Von Rechtsanwalt Dr. Alsberg wurde geltend gemocht, daß, selbst wenn der Ange- klaztc, was dieser nach wie vor bestreite, seine Eidespflicht verletzt habe, das Verfahren auf Grund des Amnestiegesetzes vom 4. August d, L. niedergeschlagen werden mAfle, denn die ihm zur Last gelegte Handlung hänge unmittelbar mit der Abwehr eines gegen da? Nccch begangenen hochverräterischen Unter- n e b m e n Z zusammen. Kessel habe dem Garde-Kavalleric- Shützcnkorps als Führer einer Kraftwagcnstaffel angehört, welcher die Aufgabe zugewiesen war, den Märzputsch von 1819 abzuwehren. Der bedauerliche Mißgriff Marlohs. der nach dessen Ansicht sich gegen angebliche hochverräterische An- griffe gerichtet bahr, sei für die Regierung in hohem Maß« cesahr- voll gewesen. Wenn von St, ebenso wie viele auf feiten der Regie. rung stehende maßgebende Männer der Ueberzcugung gewesen sei, daß die öffentliche Meinung nicht gerade in jenen Tazwn durch eine Gerichtsverhandlung gegen. Marloh erregt werden dürfe und ein solcher Prozeß Hinausschoben werden müsse, so sei daS Motiv des Angehlamen jedenfalls ein politisches im Sinn- d«Z Amnestie�eseyeS gewesen. Auf Grund der Richtlinien des vreußi- schon Justizminiffers zu dem Amnestiegesetz müsse eS als ausreichend angeseben werden, daß v. K. die Regierung vor schwerwiegenden politischen Verwicklungen bewahren wollte, denn damit seien die Handlungen von Kessels als durch die politische Situation bodingt nachgewiesen, Die Strafkammer hat sich dieser Auffassung angeschlossen und das Strafverfahren gegen v. K. aftf Kosten der Staatskasse eingestellt. Sind auch alle Rotgardisten des Ruhrgebietz schon außer Verfolgung gesetzt? Die Begründung der Einstellung de? Verfahrens gegen Kessel erscheint unö höchst anfechtbar. Die Begünstigung der Flucht MarlohS war wegen die I u st i z gerichtet und geschah zu xiner Zeit, wo der Märzputsch bereits erledigt war- Di« Tat MarlohS selbst diente keineswegs zur Niederschlagung deZ Putsche?, sondern war ein Racheakt an wehrlosen überrumpelten Gefangenen, die von Marloh und seinen Hintermännern als Mitschuldige am Putsch angesehen wurven. Die Deckung der strasibaren Begünstigung der Flucht durch Kessels Meineid gar erfolgte noch viel später. Der Zusammenhang mit der Putschabwchr ist höchst e r k ü n st e l t und die Anwendung der Amnestie sozusagen bei den Haaren herbei- gezogen. Die Staatsanwaltschaft wird wohl nicht verfehlen, gegen diesen Beschluß, der allerding» geeignet ist, Aufregung zu erzeugen, die ihr gegebenen Rechtsmittel zu ergreifen. Der Kampf um den öremer Senat. Wir haben bereits über den Konflikt berichtet, der in Bremen zum Rücktritt des bürgerlichen Senats führte. Am 9. Januar wird das Volk von Bremen in einer Abstimmung darüber zu entscheiden haben, ob eS in Zukunft weiter von einem reaktionären Senat regiert werden will oder ob eS eine sozialistische Regierung vorzieht. Das Bürgertum hat sich getreu nach bayrischem Muster von den Demokraten bis zu den Deutschuationalen Zusammengeschlossen. Aber auch die Sozialisten haben für diese Zeit die Streitaxt begraben und sind eine Arbeitsgemeinschaft eingegangen. Die Stimmung unserer Parteigenossen ist nach allen Be- richten eine gläncende. In den am Montag abend stattge- fündencn Distriktsversammlungen der Partei wurde mit Freude die Mitteilung von der gemeinsamen Kampffront der sozi- alistischen Arbeiterschaft begrüßt und gelobt, alle Kraft für den Sieg der sozialistischen Parteien einzusetzen. Würden die Bürgerlichen als Sieger auö dem VolkSent'cheid hervorgehen. so würde auch in Bremen die reaktionäre Welle alles über- schwemmen, die Arbeiter- und Bcamtenrechte wären keines- wegS mehr gesichert. Der"Sieg des BüraertumS würde gleichbedeutend sein mit einer Neuwahl der Bürgerschaft, die dann auch ihrerieits eiuc bürgerliche Mehrheit erhalten würde. Man ist sich darüber klar, daß es der Aufbietung aller Kräfte bedarf, um daS zu Verbindern, aber mau hat die feste Zu- verficht, daß am 9. Januar die Arbeiterschaft, der Sozialismus und die Freiheit triumphieren werden. Die geheimnisvolle Nachtsihung. Der Preußische Plessedienst schreibt: Die.Berliner Morgeopost" bringt einen driften Artikel über die angebliche geheime N a ch t i i y u n g im Mmisterium des Innern. Erneute Feststellungen haben bestätigt, daß keinem Beamten d«S Ministeriums über«ine derartige Sitzung in der Rächt vom 24. zum 25. November d. I. etwas bekannt ist. Dagegen ist das von dem genannten Blatte erwähnte Protokoll, das bisher im Ministerium des Innern unbekannt war. eingegangen. Eine Unterslichung wirv die Sache klären. Jedenfalls aber steht schon heute fest, daß Minister Dr. Abegg an einer derartigen Sitzung nicht teilgenommen, auch von einer solchen bis zum heutigen Tage keine Kenntnis erhalten hat. vom Essener �verftändigungsausschuß�. Wie wir vor einiger Zeit mitteilten, ist daS bisherige Mitglied des sogen..VcrständigungSausschnsses' der Soziali- sierungskommisnon, unser Parteigenosse Steiger Werner, aus dieser Kommission ausgeschieden, weil er. wie er in einem Schrcib'en mitteilte, seine weitere Mitarbeit als zwecklos und als K r a f t v e r s ch>v e n d u n g ansah. Einer Nachricht der„Dcna" zufolge wird ein anderer Arbeiter- führer(ein Name ist nicht genannt) in den Ausschuß ein- treten, der am 17. Januar seine Beratungen in Essen er» nent ausnimmt._ Erhobung der Militärunterstützung. Mil Rücksicht darauf, daß den auf Grund der Miiitärvcrsor« gungSgesetze zum Empfange von Versorgungsgebühr« nissen berochiigten Militärpersoncn der Unterklasse und deren Hinierblirbenen am 1. Mai 1920 eine Teuerungszulage von SO oder 40 Proz. ihrer Zuwendungen zuerkannt worden ist, hat der Reichspräsident Genosse Eberl genehmig«, daß auÄ den Unter« stützungSempfängern des M a nn sch a ft s st a n d e< des Heeres, der Marine und der Schutztruppen aus Kapitel XV 2, Titel 1 des ReichShaushaliS, soweit die Unter- stützungen an Stelle gesetzlich nicht zuständiger Mannschaftsverior- gungögebührnisse bewilligt worden sind, sowie den auS demselben Fonds rmierstllyien Hinterbliebenen solcher Personen eine vom 1. Mai 1920 ab bis auf weiteres zahlbare Teuerungszulage bewilligt wird, und zwar in Hohe von 30 Proz, der ibnen gewährten Unterstützungen für die Ehemaligen Mtlftärporsonen und von 40 Proz. für die Hinlerbliebenen. E? handelt sich dabei uin die au? dem früheren Kaiserlichen DitpositionSsoudS bei der NeichsHanpikasse gezahllen Unterstützungen, Die erhöhten Beträge werden den betreffenden Personen ohne weiteres sobald alS möglich ohne besonderen Antrag gezahlt werden._ Amerika fängt an. Washington, 23. Dez.(DA.) Dex Staatssekretär tkrt Schatzamt?, Houston, gibt bekannt, daß mit dem 18. Dezember das„yederal Reserve Board" alle Bcrfügungen betr. die Regelung und die Einschränkung der Ausfuhr und des Geldverkehrs mit Sowjetrußland ausgehoben hat. Die Aufhebung sei erfokgt in Ucbereinstimmuiig mit den Beschlüssen des Staatsdepartements vom 7. Juli d. I., die b-e Wiederherstellung der nor» malen Handelsbeziehungen mit Rußland wieder an- streben. M-Sk-u, 21. Dezember(WTB.I Der französisch« Gesandte protestierte bei dem chinesischen Minister für auswärtige Angelegenhelten gegen die Nnierhandlnugen der chine, fischen Mission wegen Erneuerung der Handelsbeziehungen mitj Räterußland. Hcrrdinz soll eine Abrüstungskonferenz planen und den vom Völkerbund beschlossenen GerichiSbsf beibehalten wollen; auch ohne Armeen würde, so meint Harding, die Auwrität des Gerichtshofs ausreichen. s. fWrustifcher Nätekongrest. Riga, 23. Dez.(D.E.) Die erste Sitzung de? 8. Allrussischen RätekongrcsscS ist vom 20. auf den 22. Derember verschoben worden. Die Tagung findet im Moskauer»Großen Theater" statt. Dia Tagesordnung enthält eine Reihe wirtschaftlicher Fragen. ti. a. die Wiederaufrichtung der Industrie und de« Transporrwewn» sowie die Entwicklung der landwirtschaftlichen Produktion und die Hilie für die Bauerntvirtschafien, serner organtsatorijche Fragen der Sowsetbehörden, den Kampf mit dem Bureonlrati»« inus. und endlich, die Wahlen de» Zentralexelutivkomitees. Am Kongreß nehmen 1395 Delegierte teil, wovon 1211 Kommunisten, 73 Parteilose und einer Mitglied deS südlichen»Bunde»" sind. Somit ist eö gelungen zu verhindern, daß die allgemein von den Kommu- nisten zugestandene Unzufriedenheit der Arbeiiermasien bei den Wahlen zum Kongreß in ähnlicher Weise wie bei den Petersburger Wahlen zur Arbeiter- und vouernin'pekiion zum Ausdruck lommt. Berlin, 22. Dez. lOE,) Die Gerüchte über eine Flucht der Sowjetregierung nach Petersburg sind völlig unzutreffend; sie verbleibt in MoSlau. Schon die Einberufung des 8. All« russi'chen RSiekongresieS nach MoSlau beweist, daß die Sowjet« regierung sich dort sicher fühlt. Diesen Gerüchten liegt lediglich die stark ausgebauschte Tatsache zugrunoe, daß im Moskauer Sowjet bei den Beratungen über Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot die Frage der Verlegung etneSTeilSder zentralen Verwaltungsstellen nach Petersburg aufgeworfen worden ist. Es bat sich jedoch erwiesen, daß trotz der Verminderung der PeierS- burgex Bevölkennig um über 70 Proz. nur 10 000 von der unge- Heuren Menge der 200 000 Sowietangestelllen Moskaus in Petersburg untergebracht werden könnten. Kohlenlieferungen und EntsntekommWon. Die Befllrchtnngen, daß eine restlose Erfüllung de« AblommenS von S p a nn Dezember nicht möglich sein wird, machen sich in eingeweihten Kretien immer mehr geltend. Der ungünstige Wasserstand der Flüsse, der noch durch den frühen trockenen Herbst verschärft wurde, bat schon vor geraumer Zett zu einer Einstellung der Wassertransporte gezwungen. Bekanntlich tst die Kohlennot in den deutschen Großstäbten gerode in der letzten Zeit sehr bedrohlich geworden. Wie verlautet, ist die Entente bei den Verhandlungen, die vor kurzem in Paris stattfanden, hierauf aufmerksam gemacht worden. Besonder» wurden dabei die Transports ckwierrgkeiten hervorgehoben. Ein daraus» hin vom Pariser WiedergnimachungSouSichuß gema Met Borschlag, eine Kommission nach dem Rubrgebiet zur Untersuchung der Transportlage zu entsenden, wurde von der deutschen Komm sston angenommen. Diele Kon.mission ist inzwischen in Essen ein» getroffen und beobachtet die TranSportlage im Kohlenrevier bis zu den fremden Starionen. Die Kommiision setzt sich aus englischen, sranzösijchen, belgischen und deurschen Sachverständigen zusammrn. Enlwaffnung ln deutschöfterreich. Wien, 23. Dezember.(Arkf. g) Eine Verordnung der Regierung verfügt die zwangsweise Enteignung der Waffen v�n Privat- Personen. ES handelt sich in erster Linie um die Wehre n aller politischen Parteien. Auch werden alle Privatpersonen, die Waffen mit Munition alS Kriegsandenken mitgenommen haben oder, ovno einen Waffenpaß zu besitzen, solchem Gewahrsam haben, vapflichret, die Waffen abzuliefern. Itr. 628 ♦ 37. �ahrgaag Heilage öes Vorwärts SeMlüsse Zur /lrbeitslosenftage. FnderSta'dtverordnetenversammlung ging es gestern wieder toll her. Das Hnnptstück der Tagesordnung waren die Beschlüsse zur Arbeitslosenfrage, die ein- stimmig gefaßt wurden. Vorher gab es noch einen heftigen Zusammenstoß zwischen den Kommunisten und dem zu den Unabhängigen gehörenden Stadtrat Brühl, der die a g i- tatarische Ausnutzung des Elends der Ar- b e i t s l os e n erregt brandmarkte. Der Kriegszustand zwischen llnabhängigen und Kommunisten kam auch in der Erörterung desFallesWilker schaff zum Ausdruck. Den kommunistischen Freunden Wilkers antwortete Stadträtin W c y l unter anderem mit der Feststellung, daß schon sein Vorgänger Ra ke sich große Verdienste um die Besserung der Anstalt Lindenhof erworben hat. Einen niedlichen Skandal erlebte man nach der Abstinnmmg über den Antrag zur L e r n m i t t e l l i e f e r n n g. Hier behaupteten die Kom- munisten. daß auf der rechten Seite gemogelt worden sei. Fast alle Meinungsverschiedenheiten werden jetzt im Rathaus mit einem ganz unnötigen Aufwand an Lungenkraft ausgetragen. Dabei regnet es persönliche Angriffe und Hände werden drohend geschwungen. Die sachlichen Erörterungen scheinen immer mehr zur Nebensache werden zu sollen. Sitzungsbericht. Vorsteher Dr. Wehl eröffnet die zu Beginn noch sehr mäßig bcsuckte Sitzung um 5 Vi Uhr mit der Mitteilung, büß rin Dring- lichte itsantrag Leidig lD. Vp.) vorliegt, den Magistrat zu ersuchen, auch m diesem Jahre für schleunigste Wegschaffung der. Schnee- und Schmutzmasscn von den Straßen Sorge zu Wesen waren Reichsarbeitsministerium noch das preußische WohlfahrtSministc- riuin direkt mit Berlin verkehren können. Wir wurden an den Oberpräsidenten gewiesen, der uns zuvorkommend sofort mit dem Wohlfahrtsministerium in Verbindung brachte. Der betreffende Geheimrat hat uns angehört, konnte aber keine Auskunft geben, was von der Forderung bewilligt werden könne; er werde die Vor- schlage befürwortend an die Reichsregicrung weitergeben; in aller- nächsicr Zeit werde AnUvort erfolgen. Die vonl Vor st eher geäußerte.Hoffnung, daß sich angesichts des einstimmigen DeputationsbeschlusseZ die Aussprache auf kurze Erklärungen beschränken werde, erfüllt sich nicht. Ostrowski (Komm) zieibt in äußerst aggressiver Form gegen den Referenten zu Felde, und bald bemächtigt sich der Versammlung wieder immer steigende Erregung. Man komme den Arbeitslosen heute mit leeren Händen. Die Arbchtslosen müßten sich jetzt dem Wohlfahrts- Ministerium und der Reichsregierung bemerkbar machen. Ziehe das nicht, so bleibe nichts übrig, als die bürgerliche Regierung zu beseitigen. (Großer Lärm rechts.) Ein hungerndes Volk kenne kein« Gesetze mehr, sondern gehe darüber hinweg und alles, was sich entgegen- stelle, werde zerschmettert. Redner nimmt ausdrücklich den ur- sprünglicken Antrag, den Arbeitslosen sofort Beträge von 600 bzw. 300 M. zu zahlen und die llnterstützu>ngssätze zu verdoppeln, wieder auf. Krause(kl. Soz.) hält den Kommunisten vor. daß sie mir ein Geschrei nach außen erheben. Gegen den wsenden Lärm, in den die Angegriffenen ausbrechen, kommt der Redner nur mit stärkstem Aufgebot seiner Stimme auf. Jatzow(SB, V.) tritt de? Jnsiunation Ostrowskis entgegen. daß die Bürgerlichen nur aus Furcht für den Ausschußantrag ge- kragen. Der Antrag wird ohne Erörterung sofort einstimmig zum Beschluß erhoben. Vor Eintritt in die Berichterstattung der vor- gestern für die A r b e i t s l o sc n f r a g e eingesetzten Deputation erklärt Ostrowski(Komm.) die heutige Nachricht der bürgcr- lieben Presse und des.Vorwärts", die Kommunisten hätten in der gestrigen Ausschußberatung ihren Antrag betr. die Unterstützung der Arbeitslosen zurückgezogen, für'l)ch. Die Deputation habe abgelehnt, über den Antrag abzustimmen. Don Bericht erstattet hierauf Stadtvat Brühl. Allseitig war ffrnßikeit darüber, daß den Arbeitslosen mit Rat und Tat beige- standen werden müsse, daß aber die Stadt allein das nicht ge- nügend verktiöge. Auf Grund einer Vereinbarung sämtlicher Par- teien hat man sich auf den Antrag der Gewerkschaftskonimissson festgelegt. der dahin gebt: Die VerCckmmlung ersucht den Magistrat, folgender Forderung au die Staats, und Reichsregierung beizutreten: l. Allen Arbertslosen einmalige geldliche Zuweisungen zu gewähren a) bei 6 Wochen Arbeitslosigkeit 150 M., b) bei einem Vierteljahr 300 M., c) bei einem halben Jahr 400 M., d) bei% Jahren und längerer Arbeitslongkeik 500 M.; S. für erwachsene Angehörige. zn deren Unterstützung der Arbeitslose verpflichtet ist, wird ein Zuschlag in Höhe der Hälfte der Sätze, 3 für Kinder unter 18 Jahren ein Zuschlag von einem Viertel der Sätze gewährt; 4. Er- böhung der gegenwärtigen Crwerbslosenunterstützung um 50 Proz.; 5. Erhöhung der Invalidenrente; 6. kostenlose Schulspeisung der Kinder; 7. Versorgung der Arbeitslosen mit billiger warmer�. Wintcrkleidung. Wäsche und Schuhzeug. 7., billiges Heizmaterial;' 8. Feststellung aller vngenüacnd ausgenutzten Wohnußgen. Der Ausschußantrag geht ferner dahin:„Die Versammlung stellt aus- drückliä, fest, daß durch Gewährung von Unterstützungen den Ar- beitslo'cn nur vorübcrgeheud. geholfen wird, eine wirkliche Besse- rang ist nur mit Beschaffung produktiver Arbeit möglich. Staat und Reich sollen daher ersucht werden, Mittel be- reitzustellen. um produktive Arbeit sofort in Angriff nehmen zu lönncn. Das Reich soll davon zehn Zwölftel tragen, den Rest'mit zwei Zwölfteln die©vadlgemeijch.?. Dieses Sechste! soll sofort zur Auszahlung gegangen, wenn das Reich die zehn Zwölftel bewilligt. — Wir sind als Vertreter der Deputation unter meiner Führung heute bei der Reichs- und Staat sregierung vor- stell ig geworden; man hat uns aber bsdcutet, daß weder das Stadirat Brühl: Sorben hat mir daS WoblfahrtS- Ministerium telephonisch mitgeteilt, daß augenblicklich und wöbrend der Brüsseler Verhandlungen weder das Reichsarbeits- noch das Finanzministerium für Arbeitslose Extraunterstützungen zu geben in der Lage sei; die Verhandlungen in Brüssel hätten ein« Form angenommen, daß die Ententsvertreter angesichts des Umstände?, daß sie in ihren Staaten Mittel für die Arbeits- losen nicht in dem Maße w'e Deutschland aufbringen können, sich bereits mit dem Gedanken trügen, die Finanzkontrolle über Deutschland zu verhängen.(Allgemeine Erregung.) Wir nehmen diese Mit- teilung als unverbindlich hin, wir müssen auf schriftlichem Descheid bestehen.— De« weitere Ausführung des Stadtrats gegen die Kom- munisten, die die Not und den Jammer der Arbeitslosen agi- tatarisch ausnutzten, geht in dem wüsten Lärm, der auf der äußersten Linken ertönt und andauert, völlig unter. Vergebens sucht der Vorsteher Ruhe zu schassen: auch sein Ausruf:„Welches Schauspiel bieten Sie der Welt?" bleibt wirkungslos. Nach weiteren scharfen und schroffen Auseinandersetzungen zwischen Brühl und den Kommunisten, wobei es abermals zu oen lärmendsten Auftritten kommt und gegen Brühl sogar drohende Fäuste geschwungen werden, erfolgt endlich die Abstimmung. Neuer Streit entsteht hier über die Frage, ob ein Antrag Gäbe! auf namentliche Abstimmung verspätet öder noch rechtzeitig gestellt war. Er wird für verspätet erklärt und. der Antrag der Kommunisten abgelehnt einfacher Abstimmung gegen die Antragsteller. Ein vielstimmiges Pfui! anrwortet von der Zubörerciiradc auf dieses ErgetbyiS; der. Vor st eher verwarnt die Gäste,' sich ruhig zu verhakten. Der Ausschußantrag wird darauf einstimmig an- genommen. Ein neuer DringlichkeitSantra« de? Kommunisten, den Mir gistrgt zu beauftragen,. das gegen Beschuldigte am Elektrikerstrei? anhängig gemachte Verfahren sofort zurückzuziehen, stößt rechts auf Widerspruch. Der Antrag der Kommunisien wegen Anfbcbung der Verfügung des Magistrats vom 16. November, wodurch die Mittel für unent- geltliche Lieferung der Lernmittel aus dem Etat gestrichen werden sollten, führt ebenfalls zu einer ausgedehnten Erörterung, an welcher sich Dr. Ander(Dnat.), Merten(Dem.), Thurm (U. Soz.), der kommissarische Stadtschulrat Dr. Fischer, BrunS�(Soz.), Zu bei l(11. Soz.) u. a. beteiligen und in der 5ceitag, 24. Dezember 192» der Magistratsvertreter erwähnt, daß es sich um mindestens 50 Millionen Marl handele, die nicht vorhanden seien; schließlich muß das Abstimmungsresultat durch Auszählung ermittelt werden, die die Ablehnung mit 63 gegen 58 Stimmen ergibt. Von den Kommunisten wird die Richtigkeit dieses Ergebnisses bezweifelt und von den Stadtvv. Rosenkranz(Komm.) und Fritze (U. Soz.) gegen Mitglieder der Rechten der Vorwurf der Fälschung erHobe«. Diese Behauptung entfesselt einen ungeheuren Skandal, der immer von neuem losbricht und den Vorsteher nötigt, die Sitzung auf 5 Minuten zu vertagen. Es wird dann festgestellt, daß ein Irrtum bei der Auszählung nicht obgewaltet hat; R o s e n- k r a n z� und Fritze werden zur Ordnung gerufen, weil sie keine Fälscher haben namhaft mächen können, L c u p o l d(Komm.), weil er der Rechten zugerufen hat: Sie sagen nicht die Wahrheit! Im übrigen soll der Antrag auf namentliche Abstimmung in der nächsten' Sitzung tvicderholt werden. Die Anfrage der Kommunisten betr. die Vorgänge im Er- ziehungsheim Lindenhof und den Dr. Wilker wird in sehr eingehen- der Weise von der Dezernentin für das Jugendamt, Stadträtin Wehl, beantwortet; ein Antrag auf Besprechung wird nicht ge- stellt. Der Antrag der Kommunisten wegen Beseitigung der geheimen Sitzungen fällt nach längerer Debatte in u a- m c n t l i ch e r Alssiimmung mit 91 gegen 64 Stimmen. Um 9 Uhr wird die Sitzung vertagt. Die Gberbürgermekfterwahl km Ausschuß. Am gestrigen Nachmiitag nahm der 25er-Ausscbl>b in zweiter Lesung zur Oberbürgermeisterwabl Srellung. Von unserer Seite wurde betont, daß sich bei der sozialdemokratisckcn Frakiron in der Auffassung über diese Frage nichts geändert Hobe. Der deutich- nationale Vertreter glaubte aus den bereit« in der ersten Sitzung vorgebrachten Gründen und deshalb, weil die neuesten Steuervor- lagen de? Kämmerers Böß eine starke einseitige Tendenz aufweisen, für dessen Wahl zum Oberbürgermeister nicht eintrete:» zu können. Dieses Urteil aus deutschnaiionalem Munde stand in starkem Gegensatz zu den Ausführungen des unabhängigen Redner» der Herrn Böß eine reakltonäre Gesinnung nachsagte, und sogar betonte, daß in der Bößschen Kleinkrämerei die Stadt Berlin erstickt werde. Die Abstimmung über beide Kandidaten ergab 10 ,u 10 bei 5 Stimmenthaltungen. Dieie« Ergebnis läßt indessen noch keine sichere Vermutung über den Ausfall der Wahl im Plenum zu. ES wird angenommen, daß die Zentrumssraklion, deren Vertreter sich im Ausschuß der Stimme enthielt, im Plenum für Böß eintrete« werde. Der AuSichuß beschloß des weiteren, da« Gehalt au 78000 M. sestzmetzen und zu empfehlen, daß die dem bisherigen Oberbürgermeister gewährte Dlenstwohnung fortan in Wegsall kommen soll._ Ter Einheitstarif auf Stadt- und Ringbahn. Bei der Neuregelung der Preiie auf der Stadl-, Ring- vnd Vorortbahn zum L Januar soll bekanntlich mit dem zur Zeit be- stehenden Dleironen-System völlig gebrochen und ein Einheitspreis für jede Eiuzelfabrt eingeführt werden, der in der 3. Wagen« Masse 0.60 M. und in der S. K l a s s e 0, 7 0 M. beträgt. Ebenso werden auch die iür den Vorortverkehr geltenden Mindest« fahrpreise erhöht. Wie die E.ivzeliabrkarten. so wer den auch die Zeitkarten in den Mindestsätzen gegen die blöherigen Preise bedeutend erhöht. Die billigste Monatskarte(für die* gesamte Stadt- und Ringbahn geltend)'kostet ab 1. Januar 13.70 M.(3. Kl) bzw. 19.50 M(2. Kl.), iür die billigsten MonatSnebenkarten(Vorortverkehr) 6.90 M. bzw. 9.80 M. Dementsprechend erböht sich auch der Preis für die Schülermonats« karten aus 5 M. bzw. 7,50 M., während die billigsten Wochen«- karten 3.2-0 M. kosten werden. Mit dem 1. Jannar werden alle Fahrkarten, deren Preis unter den oben im einzelnen aufgeführten Beträgen bleibt, ungültig. Bereits im voraus gelöste Fahrkarten werden ohne Rücksicht darauf. wo sie gelöst sind, an jedem Schalter der Berliner Stadt-, Ring» und Vorortstationen bis zum 31. März k. I. gegen Erstattung deS dafür gezahlten Betrages zuriickäenommen. Nj Die örei gerechten Kammacher. Von Gottfried Keller. Jetzt wurde aber Züs eifersüchtig und sagte etwaS heftig: „Bei nur wollen alle Tiere gern bleiben! Einen Vogel Hab' ich acht Jahre gehabt und er ist sehr ungern von mir weg- gestorben; umere Katze streicht mir nach, wo ich geh' nnd stehe, und des Nachbars Tauben drängen und zanlen sich vor meinem Fenster, wenn ich ihnen Brosamen streue! Wunberbare Eigenlckpften haben die Tiere je mach ihrer Art! Ter Löwe folgt gern den Königen nach und den Helden, und der Elefant begleitet den Fürsten und den tapferen Krieger; das Kamel trägt den Kaufmann durch die Wüste und bewahrt ihm frisches Wasser in seinem Bauch, und der Hund begleitet seinen Herrn durch alle Gefahren und stürzt sich für ihn ins Meer! Der Delphin liebt die Musik und folgt den Schiffen, und der Udler den Kriegs Heeren. Der Affe ist ein mcnichenähnlicheS Wesen und tut olles, was er die Menschen tun sieht, und der Papagei versteh: unsere Sprache und plaudert mit uns, wie ein Al>cr' Selbst di? Schlangen lassen sich zähmen und tanzen auf der Spitze ihres Schwanzes: das Krokodil weint menschliche Tränen �iind wird von den Bürgern dort geachtet und verschont; der Strauß läßt sich satteln und reiten wie ein Roß: der wilde Büffel ziehet den Wagen des Menschen und das gebörnte Rcnntier seinen Schlitten. Tas Einhorn liefert ibm das schneeweiße Elfenbein und die Schildkröte ihre durch- sichtigen Knochen—" ..Mit Verlaub,", sagten alle drei Kammacher zugleich, „hierin irren Sic sich gewißlich, das Elfenbein wird aus den Elefant eNzähnen gewonnen und die Schildp,ittkämme macht man aus der Schale und nicht aus den Knochen der Schild- krötc!" Züs wurda feuerrot und sagte;„Das ist noch die Frage, denn Ihr habt gewiß nickt �gesehen, wo man es hernimmt, sondern verarbeitet nur die Stücke; ich irr? mich lonst selten, doch lei dem wie ihm wolle, so lasset mich ausreden: nicht nur die Tiere baben ihre merftnürdigen von Gott einaevslanzten Besonderheiten, sondern selbst das tote Gesteiri, so aus den Berg°n gegraben wird. Der Kristall ist durchsichtig wie Glas der Marmor aber hart und geädert, bald weiß und bald schwarz; der Bernstein hat elektrische Eigenschaften nnd ziehet den Blitz an; aber darnt verbrennt er und riecht wie Weihrauch. Der Magnet zieht Eisen an, auf die Schiefertafeln kann'man schreiben, ober nicht auf den Diamant, denn dieser ist hart wie Stahl; auch gebraucht ihn der Glaser zum Glasschneiden, weil er klein und spitzig ist. Ihr sehet. liebe Freunde, daß ich auch ein weniger von den Tieren zu sagen weiß! Was aber mein Verhältnis zu ihnen betrifft, so ist dies zu bemerken; Die Katz� ist ein schlaues und listiges Tier und ist daher nur schlauen und' listigen Menschen anhänglich; die Taube aber ist ein Sinnbild der Unschuld und Einfalt und kann sich nur von einfältigen, schuldlosen Seelen angezogen fühlen. Da mir nun Katzen und Tauben anhänglich sind, so folgt hieraus, daß ich klug und ein- fältig, schlau und unschuldig zugleich bin, wie es denn auch heißt: Seid klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben! Auf diese Weise können wir allerdings die Tiere und ihr Verhältnis zu uns würdigen und manches daraus lernen, wenn wir die Sache recht zu betrachten wissen." Die armen Gesellen wagten nicht ein Wort weiter zu sagen; Züs hatte sie gut zugedeckt und sprach noch viele hoch- trabende Dinge durcheinander, daß ihnen Hören und Sehen verging. Sie bewunderten aber Züsi? Geist und Berodsam- feit, und in solcher Bewunderung dünkte sich keiner zu schlecht. daS Kleinod zu besitzen, besonders da diele Zierde eines Hauses so wohlfeil war und mir in einer rastlosen Zunge bestand. Ob sie selbst dessen, was sie so hoch stellen, auch wert seien und etwas damit anzufangen wüßtem fragen sich solche Schwach- köpfe zu allerletzt oder auch gar nicht, sondern sie sind wie die Kinder, welckie noch allem greifen. tvaS ihnen in die Augen glänzt, von allen bunten Dinoen die Farben abschlecken und ein Schcllcnwiel ganz in den Mund stecken wollen, statt es bloß an die Ohren zu halten. So erhitzten sie sich immer mehr in der Begierde und Einbildung, diese ansgezeicknetc Person zu erwerben, und je schnöder, herzloser und eitler Züsens un- sinnige Phrasen wurden, desto gerührter und jämmerlicker waren die Kammacher daran. Zualeich fühlten sie einen hcs- tiaen Durst von dem tromven Obste, welches sie inzwischen aufgegessen; Jobst nnd der Boyer suchten im Gehölz nach Wasser, tanden eine Quelle und tranken sich voll kaltes Wasser. Der Schwabe hinaegen hatte listigerweise ein Fläschchcn mit- genommen, in welchem er Kirschgeist mit Wasser und Zucker aemischt. welckvs liebliche Getränk ihn stärken und ihm einen Vorschub gewähren sollte beim Laufen; denn er wußte, daß die anderen zu sparsam waren, um etwas mitzunehmen oder eine Einkehr zu halten. Dies Fläschchen zog er jetzt eilig hervor. während jene sich mit Masse» füllten, und bot eZ der Jungfer Züs an; sie trank es halb aus, es schmeckte ihr vortrefflich und erguickte sie und sie sah den Dietrich dabei überquer ganz hold- selig an, daß ihm der.Nest, welchen er selber trank, so lieblich schmeckte wie Cyperwein und ihn gewaltig stärkte. Er konnte sich nicht enthalten, Züsis.Hand zu ergreifen und ihr zierlich die Fingerspitzen zu küssen; sie tippte ihm leicht mit dem Zeige- finget auf die Lippen und er tat. als ob er danach schnappen wollte und machte dazu ein Maul wie ein lächelnder Karpfen; Züs schmunzelt� falsch und freundlich, Dietrich schmunzelte schlau und süßlich; sie saßen auf der Erde sich gegenüber und tätschelten zuweilen mit den Schuhsohlen gegeneinander, wie wenn sie sich mit den Füßen die Hände geben wollten. Züs beugte sich ein wenig vornüber nnd legte die Hrnd auf seine Schulter, und Dietrich wollte eben dieses holde Spiel cc« widern und fortsetzen, als der Sachse und der Bayer zurück« kamen und bleich und stöhnend zuschauten. Deim es war ihnen von dem vielen Wasser, welches sie an die genossenen Back- birnen geschüttet, plötzlich elend geworden und das Herzeleid, welches sie bei den: Anblicke des spielenden Paares empfanden. vereinigte sich mit dem öden Gefühle des BancheS, so daß ihnen der kalte Schmeiß auf der Stirn stand. Züs vcrkor aber die Fassung nicht, sondern winkte ihnen überaus freundlich zu und rief;„Kommet. Ihr Lieben, und setzet Euch doch auch noch ein bißchen, zu mir her, daß wir nock» cin Weilck/cn und zum letztenmal unsere Eintracht und Freundschaft genießen!" Jobst und Fridolin drängten sich hastig herbei und streckten ihre Beine aus; Züs ließ dem Sckßvaben die eine Hand, gab Jobsten die andere mrd berührte mit den Füßen Fridolins Stiefelsohlen, während sie mit dem Angesicht einen nach dem andern der Reihe nach(zulächelte. So gibt es Virtuosen, welche viel? In« strumente zugleich spielen, auf dem Kovse ein Glocken chie! schütteln, mit dem Munde die Pansvfeif? blasen, mit den Hän- den die Gitarre svielen. mit den Knien die Zimbel schlagen. mit dem Fuß den Dreianack und mit den Ellbogen eine Troni» mel, die ihnen auf dem Rücken hängt. Dann aber erhob sie sich von der Erde, strich ihr Kleid, welches sie sorafältig aufaeschsirzt hatte, zurecht und sagte: „Nun ist es wohl Zeit, liebe Freunde! daß wir uns ausmachen und daß Jbr Euch zu jenem ervstbasten Gange rüstet, welchen Euch der Meister in seiner Torheit auferleat, wir aber alS die Anordnung eines höheren Geschickes ansehen! Tretet diesen Weg an voll schonen Eifer?, aber olme Feindschaft noch Neid gegeneinander, und überlasset dem Sieger willig die Krone!" (Fortt. folgt.) Neue Reich Sbanknoten zu IVO, SV und 10 M. In der nächsten Zeit werden neue Reichsbanknoten i;n IVO, 50 und 10 SR. ausgegeben werden. Die Ausgabe der Kupferdrucknote zu 50 M. war bereits für das Jabr ISIS geplant und vorbereitet, konnte jedoch wegen der KriegSverhälmisse nicht bewirkt werden. Die Notwendigkeik. im Interesse der Sicherung des Papiergeld- Umlaufs schleunigst eine Knpferdrucknote berznstellen, fiibrte da,». die Note mit geringen, durch die Zeitverhältnisse bedingten Ab- änderungen nunmehr zur Ausgabe zu bringen. Die Entwürfe zu den Buchdrucknoten zu IVO und 10 M. sind neueren Datums. „Gaskaution". Die Gaswerke der Stadt Berlin verlangen von ihren Ab- nehmern dieVorauSbezahlungdes zuliefernden Ga- ses. Tatsächlich ist doch die.Kaution", die ein Gasabnebmer hergeben muß. nichts anderes als eine Borausbezablung. Hier bandelt es sich nicht um Vorsorge, dost für etwaige Verluste und Schäden ein Beirag zur Deckung sichergestellt wird. Rein, die Ga?- Verwaltung will in der.Kaution" jederzeit Deckung mindesten» für einen Teil de? Betrages haben, der für das erst zu liekernde Gas später einmal fällig werden wird. Für Leute mit geringem Einkommen ist eS ein schwerer Schlag in§ Portemonnaie, wenn ihnen so eine.Ga? kaunon" adverlangt wird. Da» widerfuhr kürzlich ein paar Fa- milienvätern, die den Beruf eineS Wächter? bei einem Monat?» lohn von 67ö M.«nach Abuig aller Abgaben nur 600 M) haben. Die 23. Ga?-Revierinsvektion(Wörther Strohes schrieb ihnen:.Für die weitere Easlieferung ist eine Sicherheit von 100 M. erforderlich. ES wird gebeten, diesen Betrag wochentags in der Zeit von S— 1 Ubr zu hinterlegen Die weitere Gaslieferung erkolgt nach Zablung." Wenn eine.Kantion" durchaus nötig fein soll(was wir stark bezweifeln), so war doch d a S sicherlich nicht nötig, sie ausgerechnet kurz vor dem Weihnachtsfest einzufordern. Da bot doch feder Familienvater so viel Ausgaben, dah 100 M. schwerer als sonst wiegen, zumal wenn für den ganzen Monat nur 600 M. zur ver- fügung stehen. Auf einem Brelt sollen die 100 M. gezahlt werden, nicht eiwa in Raten; denn von Ratenzahlung steht in dem Schreiben nichts. »Die weitere Gaslieferung erfolgt nach Zahlung." N»S wird gemeldet, dah in einem Fall der Nicht- zahlung die Ga?werk?verwaltung zur Abschneidlina der Gaszufuhr geschritten kei. Ein to rigoroses EinireibungS- Verfahren muh in einer davon betroffenen Familie ganz oewih zur Erhöhung der.WeiSnachtSstimmung" beitragen. Der NieSerbarnimer Kreistag trat gestern unter dem Vorsitz des Landrat? Gen. Echlemminaer zu einer dringen?«" Sitzung zukommen. Di« Vorlage über die Be- willigung von 2 Millionen als Baukostenzuschüsse für Wobnba n Sba uten im Kreise zur Behebung der Wohnungs- not und ArbeitSlosiakeit, die an die Stelle der vom KreiS- aus'chilh zurückgezogenen Borlag« über die Anlage einer Weidenkultur am Bahnhof Röntgenibal eingebracht worden war, wurde einstimmig angenommen. Der ank den Kreis Nieder- barnim kür 1920 entfallende Anteil an der Umlage des Wobnnngs- Verbandes Groh-Berlin in Höhe von 1 585 OSO M. wurde gleichfalls einstimmig bewilligt. Eiu eigenariiges Schicksal hatte die Borloge über die Vervier- sachnnq der Sätze der SchankkonzessionSstener. Abg. Kühn- Birkenwerder erklärte kür sich und drei bürgerliche Mit- glieder de? Krei?a'.l?schiisieS, dah sie ibre Unterschrift unter der Bor» läge zurückzögen, weil sie warten wollten, bis die Bera'nng des Haushaltsplanes stattfände. Abg. Kübn beantracste Zurückstellung der Vorlage. Londrai Schlemminger wies darauf bin. dah damit. eiaentlich die Vorlage gefallen fei. weil die Mehrheit der KreisauSfchiihm'tglieder jetzt ihre Unterschrift zurücknehme. Abg. S ch o o f- Oranienburg lUnabb.) beantragte demgegenüber, die Vorlage ko schnell wie möglich zu verabschieden, weil der KreiS das Geld unbedingt brauche. Mit 18 bürgerlichen gegen t7 kozialisti- scheu Stimmen wurde beschlossen, die Borlage von der Tage?- ordniina abzusetzen. Zum Amtsvorsteher des zusammengesetzten Amtsbezirks Oranienburg-Forst wurde durch Zuruk Gemeindevorsteher Kü bn-Birkenwerder und„im Stellvertreter Kreisabgeordneter BbtrilnngSleiter Terinna- B'rkenwerder mit den bürgellichen Stimmen gewäblt. Die Neuwahl des AmiSvoisteherS für de« zu- sammenaesetzten Amtsbezirk Schönow machte Iettelwabl erforderlich. Obendrein muhte Stichwahl erkolaen. in der Gemeindevor- steber G e r i ck e- Schönow(Soz.) gewäblt wurde.— Zum Eckluh stimmte der Kreistag einstimmig der ErbZbnng der Kinderbeihilfe für die KreiSbsamten nnd»angestellten nrn 150 Proz. zu.| Die Juristische Sprechstunde fällt am Freitag, den 24., und am Montag, den 27. Dezember, aus. DnS Kuchenbackvcrbot. Zu den Angriffen, die wie berichtet, auf der letzten KreiSvertrelersiyung des Bezirks Berlin-Mitie gegen dieHaltung d?S Genossen H e tz s ch o l d in Sachen de-? Hotelbentzerstreiks zum Kuchenbackverbot geführt wurden, schreibt unS Gen. Hetzfchold: Der Hotelstreik hat mir nur deshalb Anlah gegeben, zu ibm Stellung zu nehmen, weil die Hotelbesitzer die Konditoreibesitzer veranlasien wollten, sich am Streik zu beteiligen. Ich habe daher im Anlchllih an eine Tarikamtssitzung in einer Ver- fammlung. der mit uns im Tarif befindlichen Arbeitgeber dringend vor einem solchen unbedachten Schritt gewarnt und babe im übrigen den Holelstreik vom Standpunkte der Hotelbesitzer selbst als eine grohe Torbeit, vom Standpunkte der Bevölkerung und der in Hotels Arbeitenden sogar als Verbrechen bezeichnet. Meine prinzspielle Stelluna zum Kuchenbackverbot ist seit Jahren bekannt und von mir wiederbolt öffentlich dargelegt worden, einmal sogar unter Zustimniuna und ohne den aeringsten Widerspruch zu finden, in unserer alten Stadtverordneiensraktion noch vor der Spaltung. Meine Organisation teilt einmütig meine Auffasiuna, dah esti ganzer Berufsstand nicht vernichtet werden dar', wenn man nicht einen. dielen Einsatz rechtfertigenden Gewinn für die Allgemeinheit dafür eintauschen kann. r Tie Belieferung der nn»'/,-Siter-Kronkenkarten ludet in der Zeit vom Freitag, den 54., bi? Monta z. den 27. Dezember einichlienlich wie soigt iiatt: Am 24. nnd 25. d. Mts. werden die'/.-Liter-Kranken- körten mit Frückmiilch beliefert. Am 2fi. und 27. Dezember fällt die Be- lieserurig mit Frischmilch aus. Als Ersatz bferfür wird am 26. Dezember eine Büchie gezuckerte Kondensmilch zum Preise von 10,90 M. verr.lisaabt. Die veliescrm'g der-/.-Litcr-Krankcnkarten fällt am 24. und 25. Dezember ous. Die als Ersatz geliefert? Kondensmilch ist bereif? am 22. Dezember ausgegeben. Am 26.»nd 27. Dezember werden die'/.-Liter-Krankenkarien wieder mii Frischmilch belieiert Die angegebene Delicseruna bezieht sich nicht aus die>«it dem t. Oktober tSA) zu Berlin neu binzugetommenen Gemeinden. Die für den Monat Januar rattonieit verausgabte Butter kann nur in der Woche vom Montag, den 3., bis Sonntag, den 9. Januar, abgeholt werden. Für die Sammlnng.Kinder in Not» gingen unS vom Svar- verein.Rin in die Ritze' 60 M., von dem BirtschastSverband der Sicher- beitspolizeibeamien Dentichland?. Ortsgrupve Beilin. 1000 M.. sowie 70 M. von den Angestellien der NeichSvereinigung ebemaliger Kricgsgciangener, Bundesleitung, z». Wir haben die genannten Beträge an die zuständige Stelle weitergegeben, bitten jedoch unsere Partklgenolleit evtl. noch zn Nistende Beiräge aus einer Depoütenkasse oder ZwefgNelle der Svarkasse der Siadt Berlin cinzuzahsen. Denn auch wir müssen die Beiräge von hier aus erst weitergeben, weil wir«ine direkte AblieserungSftelle nicht haben. Schlesirrverein Nübrzabi. Ebarioitenbnrg. Sonntag, den 2«. De- zember, abend? 7 Ubr, Kaiier-Friedrich-Str. LZ bei Britnm: Zusammenkunft und Mitglied erausnahme. �ugenüveranftaltungen. DaS IugenMekmanat ist heute(Heiligabend) und a« 27. De» zember nur von 9—1 Nbr geöffnet. I. Feiertag: Weibnachtsieier im Zeitiralfnzrndheim, Andenstr. S. Ansang 6 Ubr. Eröffnung 4 Ubr. 3. Feiertag wird das Fentraljugendheim wegen der Theatervor- stelluna erst um KUHr aeossnet ÄöntgSwnsterhansen-Wtlda». Eine Weihnachtsfeier iindet mit der Partei am 26. Dezeniber im Kasino w WUdau abends 6 Uhr statt. Sonntag. S«. Dezember: ßchorkottenbnrg. Rönnen ffr. 4: Weibnachtsieier. Eröffnung 5 Ubr.— Gesundbrunnen, Gothcnburger Str. 2: Weibnachtsseier. Ansang 6 Ubr.— Sichtcnberg. Parkaue 10: Weibnachtsseier. Ansang 6 Ubr.— Neukölln r Aeihiiachtsseier 5 Uhr in der Knabenmittelschule, Donaustr. 120. ßilmsthau. Dickens im Film. Richard Oswald hat es unternommen. Dickens zu verfilmen. Tai reizte ihn vielleicht nur. weil er in Wien ein acht- lährtges Kind enideckle. das unzwcifelhasie Talente für wich ein Dickens- scheS Leidenskind mit sich brachte Es heiht Lubinszktz und ist ungarischer L-erkunft und weih bei ander» dann daS'«elreiene, Verfolgte. Geschlagene gut zum?liiSdrilck zu bringen, wenn die Regie ibm freien Laui lägt. Man läht das Abenteuerliche in LandonS Verbrecherwelt in diesen. G«« heimntssen von London" gern an sich voriiberzieben, denn es gebt im ganzen nach recht gemütlich zu. Der alte Dicken? mit dem lachenden»nd dem ernsten Äuge, init seiner warmen Bratavselstimmunq, zwischen die der eiskalte Ncbcl Londons sickert, kommt natürlich ein bihchen zu kurz. Der Film wird von Wiener Schau'vielcrn lebr annehmbar dargestellt und fand in den Oswald-Lichtspielen in der Kantstrahe ein beisall- freudiges Publikum. Eine nnizerstäntlickie Masinahme. Die.Deutsche Kinderhiffe» Netz bei der Lichtbild-Gesellschast Über 100 Kopien des sozialen AusilärunqssilmS .Kinder in Rot" herstellen, der in zahlreichen KinoS DeulichlandS und beiondcrS in Beilin vorgeiüb»! wurde. Der Film zeigt, wie Deutsch- land? Kinder inwlqe der Unter ernäbrunq herabgckommen sind, er soll aus- iiblichl'ch sür die Aition.Kinder in Ro!" werben. Dieser Tage ist dieser Film nun ganz viöhlich von der Berliner Polizei. Zensur »erboten worden, eine Mahnahme, die man aiS ziemiich unverständlich bezeichnen muh. In der Tchanburq läust ab 27. Dezember autze? dem Stuari-WebSS- Film„George Bully' der Film.Die Kwannon von Oladero', sowie aus der Bühne Leo Pc uteri in»Bob und Maust". Sroß-Serttner parteinachrichten. Morgen, SS. Dezember: 2Z. Abt. vorm. 10 Ubr: BezirkSsübrersitzunz. Restauraiit Dürgerbeiin, Alle Schönnauler Str. 23/24: grog und klein, Bescherung und Abenimnierhaliung. Nachm. 5 Uhr im Weihnachtsjeier jür flus aller Welt. Geschütziund in Wiedenbrück. In der Dielefeld henaSbarten Kreisstadt Wiedenbrück wurden in den Fabrikräumen der Firma Franz Grone vier vollständige Geschütze. Kaliber 7,7 Zentimeler aus dem Jahre 1918 mit Protzen gefunden» von der staatlichen Polizei Bielefeld beschlagnahmt und nach Bielefeld gebracht. Da die Geschütze den Buchstaben L tragen, io vermutet man, dah die Geschütze von dem Freikorps Licht schlag stammen. Kröne behauptet auch, die Geschütze seien im April oder Anfang Mai von einem Offizier der Reichswehr bei ihm eingestellt worden. Er will deshalb der Ansicht gewesen sein, dah er zur An- Meldung b,w. Ablieferung der Geschütze nicht berechtigt gewesen sei, sondern dafc dies die Ausgabe der Reichswehr wäre. Munition wurde bisher nicht gefunden, doch werden die Nachsuchungen fort- gesetzt. IVo Milliouen Mark Strafe. Dom Schöffengericht Lörrach wurde der Händler Rodert AugSburger an? St. Jrmior zu 1'/, Millionen Mark Geldstrafe verurteilt, weil er 4% Kilo Platin in die Schweiz verschieben wollte. Schmnikdiedstahl. Für 100000 M. Schmuck gestohlen wurde in der Nacht zum Donnerstag der Freiin Lita zu Putlitz auf Schloß Ketzin in der Priegnitz. Wiener Weihnachte». Für einen Tannenzapfen werde« zwei bis fünf Kronen verlangt und bezahlt. Amerikanische Hurrapatrioten. Gewisie Kreise der Bereinigten� Staaten haben noch immer Antipathie gegen Deutschland. Der Kaufmann John Bischof in Jackionville hatte sich bei verschiedenen Zeitungen über die fortwährende Anwendung des Worte? Hunnen aus die Deutschen beklagt. SlS die Zeitungen den Briet bekannt gaben, wurde Bischoff von einer Volksmenge au? dem Laden ge- schleppt, geteert und gefedert, in ein Automobil geworfen und dura die Stadt geiahren. DaS Automobil trug die Inschrift:.Herr John Bischoff-Hunne l" Ein neues Erdbeben in Argentmrc» hat zahlreiche Opfer gefordert._ Sriefkasten der Neöaktkon. A. 91. 55. Herrn OSerLürgernreister Scheide mann. Kassel. WetterauSsichte« für da« mittlere Norddentschkand MS Tonnabend mittag. Zeilweise heiter, ober veränderlich, bei vorwiegend südwestlichen Winden, mit unerheblichen Niederschlägen; Temperatur nahe bei Null. mOn&umdh DUJARDfN i. Ct ö.mb.n URDiNGEN'RH. Mianut General- Vertreter für Groß-Berlin und Brandenburg; Ernst Boritz, Cbarlottenbnrg:. Kaiserelamm 114. Telephon: Amt Wilhelm Nr.•iStft und 494(. Am Diensta«, den 21. De- zember.»erichied plStzlich und unerwaitik mein lieber Mann und unser Vaier Panl Ilintze Im Alter von 4a Jahren. Die» zeigen, um stille Teilnahme bittend, an Auma Htotze und Kinder. Die Eiuäscheruna ersvig« am Msntaa, den 27, in der Derichtstrasie um»FZ Uhr. Dr. med. Grfltering haut-, Harn-, GescnlectusleiJ. h. M.Inn, u. Frauen, Bluiunteis InvalldenatraBe 38. Ecke Chausseesir. btett Bhf Spr Wocheniäpllch II I. Spezialarzt f. syphüls, Harn-, Frauen- leld3ci>vacbe,Bclnkraake Behandig. schnell, sicher u schmerzl.inDr.Hoiaeycr & Co. konz. Lab. DIutuBter- such, r-äden im.Harn usw. Frleiirlelistr.f -nr. IU-1.5-8. 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A.MasQ&Co. rSOICU ällartarafcnlti.St ab.Lir.bcnft: S.i-auo VMttg-.CkMk Stangen ttr.b Takeln, samie hetauuteste Marten zu Eagros- AvKSMSll, Friedrich str 180, Eenir.>0854 Kandeleeriaubnis 8780. h raasportable Kachelöfen und Kochherde liejert Spezi ali ahrik Erwin Knabe Berlin NO, BÜsabetbstr 6/ (Nahe AlexanderpIatzU Tel.: Äiex, 3441. strenzlüchse 300}K. Cognacs, am. CtfOte. garantiert m. Ruder Hergestellt. Portwela.Malaza.Tarragona. Sacbeatg,' und RHetn-ZSeio«. Vest? und billigst» Bezugsaurll» für Tafe« und Restaurant«. Weirigrasi- Handlung Berlin SIV KS, Frlrdrtchftr. 207. Amt Rentrum 810. Filiale: JuoalUxnstratzc Ul. ZMMWtt 8- und 8iach. lau" ständta V. Steekelmann, Berstn VI 1, Pplsdam-r Tlr. 135(CUtcMS?) Alaska-, Blau-, 2oiiel-. Silber- a. W einfuchse. Dacien-Pctzmfiotel, Herrea-Oeh- u. Sportpelsc b, i. Fsiltied. Preise herabccseizt. Ferner Cutaway», Paletots, Ulster, frOh. bis 12C0M Jetzt 350-450.31. OroPe Post. 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Tinen autzerordentlichcn Parteitag fordern die Reich enberaer Kommunisten,»in die Parteileitung in Teplitz wegen ihrer Putschgegnerschail zur Rechenschaft zu ziehen, wahr- scheinlich aber auch, um den Anlas; zur Parleispaliuug zu siuden. Fiume ist blockiert. Die Lrpedition eines d'iZnnunzioschen Dörpel oboots nach Zara, der Hauptstadt Dalmatwns, wird aus Rom als m i ß a l ü ck t bezeichnet. Kleine Schiesiereien scheinen vorzukommen. Die K a m m e r sprach der Regierung ihr Per- trauen durch Bcivilligung des Budgctprovisortums auf sechs Mouaie mit 280 gee.eu nur gß Summen' aus und vertagte sich auf den 26. Januar.«Ä i o l i t l i betonte, daß ein vorsichtiges, aber festes Auftreten der Regierung gegen die Fimner Legionäre not- wendig sei wegen der Besetzung von Territorien. die weder Italien, noch dem Freistaat gebörlc» oder daher, wenn Italien nicku interveniere, das Einschrciletr einer anderen Macht herbei- führen müßte. Im Unterbauke erllarie Lloyd George, daß nach aus Kon- stanjinovel eingetroffenen Meldunzen der Nationalistenmarschall M u st a p h a K e m a l dorthin unterwegs sei. Wenn die beiden Parteien sich v e r st ä u d> g t e n. dann könnten die Alliierleu mir einer Regierung, welche die ganze Türkei vertrete, verhandeln. Man dürfe sich aber nicht einbilden, daß eS eine leichte Aufgabe'ei, den Vertrag von Seines abzuändern. Cbnc die Einwilligung Gricchenlondö lönnlen die Älliierteu nicht über Smhrna verfüge». Der Chef der britischen Marinekommisston Kelly, der an keiner F-eierlichleit anläßlich der Rückkehr König K o n sl a»- tinS teilgenommen Halle, wurde unvermutet zu Konstautin bc- ru'eit, der ihm den Großkordon des E r l ö s e r- O r d e n s über- reichte. Gemäß den Instruktionen seiner Regierung teilte Admiral Kelly der griechischen Regierung mit. daß er die Auszeichnung nicht aunehme» könne und sie zurücksende. Die französiiche Wtssion. die von KonstaiititiS Absicht unierrichic! worden worden ivar, dem z-ommandanteii der f r a» z ö s i l ch e n Militärmiision, G r a m m at, den Kordon des Crlvser-OrdenS zu überreichen, hat der griechischen Regierung mitU'len lasten, sie möge von diesem Schritt Absland nehmen. � Auf da? Gerücht hin. daß ÜZ2 Millionen Mark Silber in den Kafematieu eines Foits von Metz liegen solle», erklärte da» sran- zöii'che Fiiianzministerimn, daß in der Tal mehrere Mil- i i o n c ii sich in Lothringen im Depot befinden. Der größte Teil dieser Summ« sei aber in Banknoten vorhanden. Angerechnet wird uns das natürlich nicht. Die bis jetzt bekaiinten iranischen Wahlergebnisse lasten auf eine schwache Regierungsmehrheit schließen. Tie Presse beklagt allgemein die besonder« geringe Wahlbeteiligung. Gegen den Milliardär John O. Rockesel ler soll ein Ge- richlsvcrkahreil cingeleilct werden, da sich ergeben hat, daß er in bezrig auf sein Ein lommen falsche Steuerangaben gemacht hat. verstecktes �lugZeuggerät. Di« vereinigten Betriebs- und Angestcllienräte der in der Flugzeugindustrie und im Luilveikchr tätigen Augestellten und Arbeiter erlallen zugleich im Namen aller Verbände, die sich mit ihnen solidarisch crllcrt haben, folgenden Aufruf: K. llegen! Der Reichstag hat jetzt alle« etwa noch vcr'chobcne und versteckte Flugzeuggerät, das laut Friedensvertrag abgabepflichtig ist, nunmehr bis zum letzten Rest herauszuholen. Wir fordern Euch olle auf, unsere Regierung bei dieser Arbeit in tatkräftig- ster Weise zu unierstützen: denn Ihr wißt ja olle, daß gerade verstecktes und verschobenes Gerät, da« lediglich den Taichen von Schiebern zugute kommt, iinserem vaterlaude unendlich viel schadet, weil es daS M i ß t r a u e» d e r E n t ente wachhält und den Milttaristen drüben dauernd neue Voiwände liefert, auch unser Ver'ehrsflugwesen und unseren friedlichen Flugzeugbau niederzuhalten. Nach unserer Meinung kann n r ch r in e h r viel versteckt und verichoben sein, weil unendliche Mengen be- reit« abgelieferr, zerschlagen und vcruichlet sind. Aber wir»vollen, daß auch daS letzte, was wir abzugeben uns im Verigillrt Vertrag veipflichten mußten, unn endlich herausgegeben wird. Deswegen appellieren wir an die Vernunft oller Kreise und erwarten von Euch, Kollege», daß Ihr ein wachsames Auge darauf habt, wo sich noch Gerät befinden lönnre und daß J'ir unverzüglich die zuständigen Slellen davon in KeniftniS setzt. Wir haben»nS mit aller Tnergie gegen die Forderung der Entente, unseren Flugzeugbau zunichte zu machen, gewandt, und wir werden in unserem weiteren Kampfe bi« zun, rnd- gültigen Siege nitt erlahmen. Wir haben an die Soll- darität der gesamten deutschen Arbeiterschaft nppilliert, um un» in unserem Kampfe um unsere Tristenz solidarisch zu nnierstützen. Wir haben trns ferner an die Arbeiter ichaft der Entente gewandt, um sie zu bitten. auf ihre Negieri>ngen«inz»wirken, daß sie ablasicn, die Forderungen, ne He unberechtigtigterweise erhoben hoben, durchzu'ühren. Gerade weil wir die« alle» getan haben, so ist es auch uii'ere Pflicht und Schuldigkeit, nun auch dabin zu wnlrn, daß alles da», was der Tnicute vertraglich zriftehl. ihr auch restlos zugeführt wnd. Deswegen. Kollegen, laßt unseren Appell nicht ungebört Voi übergehen. Wir haben von dieser Kundgebuiig auch die Arbeiter- schart in den Tnienteläudern in Kenntnis geietzt.. Im Anflrogi der grsamieu Angestellten- und Arbeiterschaft der deutschen Flugzeugindustrie und des deutschen Liistverlehrl und im Auftrage aller Verbände, die sich bereits lolitarisch mit uns erlläri haben., Betriebsrat: gez Berg er; Aügcsiclltcnrat: gez. llrz en- d o w S t y.__ Hambarg und Preußen. Die prcußi'che Regiening hat sich oui eine Aniroge Dr. SlruveS hin gegen eine Zuteilung schleswig- hol�teiulschei! SandeS an daS geplo.nie Groi-Hamburg ouSgeiprochen Disziplinarversabren gegen den Ministeealrar Dr. DemutÜ. Tiefer Tage gaben wir eine Meldung der„Frankfurter Zeitung. wieder, wonach gcacn den Ministerialrai Tr Demuih im Re ck>s« schatzministerium«ln Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, weck er der. RcichSschatzmimster über die Angelegenheiten des Mrtrages der Deutschen Werke— Kahn unrichtig oder unvollständig u.ter- richtet habe. Dazu teilt jetzt da» ReichSschatzministermm Mit. daß me Angelegenheit mit dem Kabn-Vertrage und seinen Abschluß, sowie übechgupt mit geschüftlicheu Abschlüssen der-Icinichen Werke nicht da? geringste zu tun bat. Im„B. T." finden wir zudem die Meldung, daß da« Diszip ivarverfahren überhaupt cii�csielli sei. Große Aufrcg'uig h�.r>cht iiil reaktionären Blattei Wold Pieußens und Bayerns, weil angeblich Erzb erger in München lein soll und dort die Bayerische Polkspariei gegen Kohr bearbeite. Zwar: nichts Genaues weiß man nicht, doch um io mehr läßt sich der- mui-n. Die bayerische Reaktion wird vor Er-Serger nicht ziitern. Verfügt doch die bayerische Einwohnerwehr über starke Kräfte und geübte Revolvert'chützeo wie Herrn Ferdl. Zum Leipziger Metallarbeiter»«». Zum Ausstand in der Leipziger Metallindustrie meldet die»Leipziger Voll!- zeitung". daß der Verband der Metallindustriellen den SchiedS- spruch abgelehnt hat. Der Ausstand dauert an. Theater. SchnktzlerS„Neigen" wurde gestern abend trstz deZ Verbotes' im„Kleinen Schauspielhaus" gespielt. Worauf daS Kultusminister. um, da die Theaterzen srrr doch aufgehoben, den Rechrsanspruch, die Vorstellung zu irchtbicrcn, begründen will, ist wrcklar. Gau; abgesehen davon daß ein solches Vorgehen gegen einen Autor von Schrntzlers Rana irr Anber rächt der unbeyrcnzt«:» Lizenzen deren sich das allergewöhnlichstc Kino und sonstige»Lust- varlrncn" heut erfreuen, grotesk berührt. Frau Cysoldt, die küristleoische Leiterin des„Kleinen Schausprelüauseö", hielt eine Ansprache, in welcher sie erklärt.', daß sie trotz der ihr vom Land- ger-icht angedroirtcn sechswöchenrlichen Haft die Szenen spielen lassen werde. Sie sichle sich künstlerisch in ihrem Recht; da» Buiblikunr möge selbst entscheiden. Tie Worte wurden mit stür- misch-demonstrativcm Beifall emsgenonunen. Von jene? feinen und nuanrenreichen Jrvirie, mit welcher Schnitzler erotische BerbAtnisse früher i-n seinem geistreich die Poeteneikeäkaii verspottenden Einakter.Literatur» und irr einzelnen seiner Anatolestückchen behandekt, blitzen in der Budrrfolge dcS Zyklus„Reizen" nur vier und da verstreute Spuren auf. D.e individuellen Variationen treten hinter der in jedem Bilde wiederkebrönden geschlechtkichcn Pointe wert zurück. D:e Menschen reduzieren sich aus bloße Männkein und W/klein. die allesamt nur ein einziges Ziel zu kennen scheinen nnd überall erreichen. Die drei ersten Szenen beißen auf dem Thealerzettel: Die Dirne und der Soldat, der Soldat und da? Etubenmädel. das Stubenmädchen und der junge Herr: in dieser Weis« geht c» all die zehn Bilder durch. Von einer inneren Gliederung einer im Laufe de? Abends abwechselnden Bcleuchwng des' erorrsckieu Prvck blenrS ist nicht die Rede. So bleibt der Eindruck einer vom Dichter selbst gewollten Monotonie. Tie sehr flotte und in den Grenzrn des hierbei noch Möglichen dezente Darstellung(Herr G o e tz und P o l d i Müller standen da in erster Reihe) löste starken Bei- fall au?.'- ckt. „Iu.Shi tanzt."(Neucs Opercllenhaus.) Selbst in einer Zeit, wo alles verschoben wird, soll man lerne Premrcrrn ver- schieben. N�-Shi tanzte vor halbem Parkett und leeren Rängen. Tie Premrerenstirmnung blieb auZ, aber auch die Bestloilligerr konnten an dieser Musik von Ralph Bcuatzky keine Freude iraben. Die Gesichter wurden immer länger, als ma» merkte, daß bier ein »rüder, für Tanz und Leidenschaft und Rhythmus ganz unempfind- lieber, glatt routinierter Musikant in die entgütterten Saricn ge- griffen hatte. So wünschte man sich, daß de: Komponist, der das japanisck)e, sehn'üchtig lockende Mriiau gewählt hatte, herzhast ge- stokcken hätte. Aber nein, er lveckt nur die Sehnsucht nach dem Mikado, der Geisha, de? Buttcrfly. Zwei Akte hält man die Ge- schichte der kleinen Au-Chi, die den Amerikaner heiratet, mrs; im dritten, denkt man, tvarrdcrt sie als Star nach Amerika und findet dort in einem hoffentlich sehr flotten Foytrott oen treuen Gut en wieder. Umgedrehte SchnrettcrlingSge schickst«, mit wenig Witz und Geist, aber mit dem Behagen des abendfüllenden Stückesabrikanien hingeworfen. Also denn: ein Schmarren ward hier in die Welt gelebt. Die Spieler gaben sich Mühe trotz der Undankbarkeit der Rollen. Außer Willy Strehl konnte zwar keiner singen, aber der liebliche Charme der Lili Flohr, die stolze Grazie der Emmy Denn« und die giiirleirdc Beweglichkeit deZ lustigen Vespcrmamr bereiteten dem Werkchen immerhin einen Achtungserfolg. K. S. �ius öer Partei. 2er Bezirttparteitag MittelschlcsieuS. Wir teilten schon vor einiger Zeit an Hand des Berichts, den der Bezirksvorstand MittelschlesienZ cn den AezirkSparteirag richtete, einige erfreuliche Tatsachen auS der Bewegung in diesem Bezirk mit. Der Parteitag vom IS. Dezember bestätigte die g l a n_z<: n d e A u f w ä-r t s b e iv c g u n g der Partei. Nach zwei großzügigen Referaten der Genossen Lobe und Scholich über die pylirische und wirtschaftliche Lage inr Reich nnd einer srucht- baren Debatte� darülrer wurde zur Wahl der K a n d i d a t c n für den p r e wß i i ch c n Landtag geschritten. Wieder aufgestellt wurden: E cholich-Breslau, Müller(Theodor) Breslau, T h i e l c- Waldenburg, L a ng- Langenbielau, La watsch(Berta) Breslau, Daubeuthalcr- Siriegau. Neu hinzugcivählt wur- den� W i n z e r- Breslau, G ä r t i g- Breslau, S e"ii k- Breslau, Rö s ler-Breslau.- S r o w ig. Klertcndorf, Müller(Karl) Strehlen, Kirchner- HciderLwrf. K n o h l o ch- Qhlmr, Ro h b ach Glatz und G r ö tz n e r- Breslau. Eine Kommisston wird die endgültige Reihenfolge bestimme». In den Varieiausschuß tourden gewählt: Scholich- Breslau und Genossin Fr. La watsch- Breslau. Und j» die Landeskommission S ch o l i ch- Breslau und als Stellvertreler Winzer- Breslau. OewerMostsbewegung Zuschläge für Nachtarbeit. Einer längeren Abhandlung der Berliner GewerkichaktS« kommiision über die Verhandlungen wegen Zahlung von Zu- .schlägen zur Nachtarbeit, die durch die mangelhafte Strom- Versorgung bedingt ist, entnehmen wir folgendes: Am lö. November hat die Kohlenwirtichasitstelle in den Maiken eine Veiordnung erlassen, uacki der eine Rationierung des Siroinverbrauchs verfügt wird. CS wird verlangt, baß diejenigen Betriebe, die mit dem gelieferten Strom für ihre Tagesarbeit nicht anSirchrn, einen Teil ihrer Produktton>n die Nachtzeit verlegen, um de» in der Nacht gelieferten Slrom, der nicht voll au»- genutzt werde, in Anspruch zu urbmeii. Diele Umstellung ist in einem Teil der Betriebe, in denen sich die Arbcitcr'chaii damir abgesnuden bat, bereits ertolgt. In anderen Betrieben setzen die Arbeiter und Angestelllc» dieser Umiiellllng 88 i d e r st a n d entgegen, weil sie— und mit Recht der Meinung sind, daß ihnen dadurch zu den heutigen Lpiien noch wertere anieilegt werden. Aber auch in den Verrieben, in denen bereit» die Nachtzeit-für die Produltion zu Hilfe genommen wird, berrickt darüber große Unzufriedenheit. Ganz allgemein wird darum von den Arbeitern nnd Augestellten gefordert, daß, wenn die Nachlarbeit nicht vermieden werden iaun. wo» ibnen am liebsten wäre, sie dann aber auch mit dem tariflichen und all- gemein üblichen Aufschlag bezahl: werde. Tie Gründe, die dafür in« Feld ge'ührr werden, sind vollauf berechtigt. Bereits am 80. November Hai eine vcriammluug der Obleute nnd Vorsitzenden der Betriebs- und Angestelltenräte gelogt, die sich sedr eingehend mit dieser Frage beschäfrigre. Die Versammlung kam zu dem Beschluß, d'e Ausschüsse der Gewerk» schaftSkorrimiision und de« Lrtslarirlls der Aia zu beaustragen, die erforderlichen Schritte bei allen zuständigen Slellen einzuleiten, daß für Nachiarbeit infolge der Stromversorgung ein Zuschlag ge- zahtt wird. Am i. Dezember ist von den genannten Ausschüssen an die„Hauvlstelle der Äröettgrderverbandc Groß- Berlins" cur Schreiben gerichtet wvtden, in dem mit entsprechender Begründung ein Zuschlag sür Nachlarbeit und mündliche Verhandlungen geiordert werden, jfc'iit gleichem Dalum ist auch ein Schreiben an dieKohlen- wirtichairtirelle' in den Marken obgegangeii, in dem ersucht wird, diese berechtigte Forderung zu unterstützen. von der KoblenwutichaftSsielle wurde un» darauf u. a. mitgeteilt:»daß es ihr leider unmöglich fei, irgendeinen Einfluß bc» züglich Lohnkragen auf Arbeitnehmer- wie auf Arbeitgederorgani- sationen auszuüben. Diese Fragen zu klären ist nicht Sache der Kohlenwirlschaftsstelle und muß daher den Verhandkungen zwischen Arbeirnebmer- und Arbeitgeberorganikationen überlassen bleiben... Tie Kohlenwirlschaftsstelle ist sich seibstverständlich der ganz tg-raiii.� iflr den«satt, reit' 56».»rtutt«ciler. ilvarletteniura! litt Si-zeiaeai TV.«loci;. Berlin. Periaa:«orwürtS-Äerlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Bor- «ürls-vuchdrucker-t u.»ZerlaftSoiittali Paul Sine-r Ii. So» Berlra. Cureent». 3. Oittjn 1 Beilage. � außerordenrlich großen Schwierigkeiten, die durch die Nachtarbeit sowohl dem Arbeitnehmer wie dem Arbeitgeber ent- stehen, vollkommen bewußt. Tie hat keinen Anlaß daran zu zweifeln, daß die Schwierigkeiten auch auf Seiten der Arbeirgeber hinreichende Würdigung und i m Nahmen d e.S Möglichen Berücksichtigung finde» werden." Wir wollen e? dohingesiellt sein lassen, oh r« der Kohlenwirt- sibaftssjelle nicht möglich gewesen wäre, aus die Arbeitgeber zu- guiisten der Arbeiter einzuwirken, zumal sie selbst anerkennt, baß mit der Nachtarbeit gieße Schwierigkeiicn auch für die Arbeit- nehiner verbunden sind. Wenn sie sich aber dein Glauben hin- gegeben hat. daß diese Schwierigkeiten auch beiden Arbeit- gebern hinreichende Würdigung finden werden, so hat sie sich geirük. Die Arbestgeber haben eS rundweg abgelehnt, den Arb-iinchmern hinsichtlich Bezahlung der Nachtarbeit auch nur das geringste Emgegenkommen zu zeige». Mit diesem ablehnenden Bescheid haben sich die Ausschüsse dcr Gewerkschaftskommission und der Asa jedoch nicht zufrieden gegeben, sonderir sie haben sich sofort mit dem RetchSarbeilS mini sie- r i u m in Verbiiiduiig gesetzt und dieie ersucht, vermittelnd einzu- greisen. Wie uns inzwischen initgeieill wurde, hat daS Reichsarbeit?- Ministerium bereii-Z die erforderlichen Schritte eingeleitet; eS ist also zu erwarten, daß noch Vorhaiidliiiigen über diese Frage stattfinden. Ob sie aber zn einen, die Arbeitnehmer befriedigenden Ergebnis führen werden, bleibt abzuwarten. Lehnen die Arbeitgeber nach wie bor e!» Entgegenkommen ob. dann fällt auf sie die Schuld, wenn der ruhige Fortgang dcr Pro- duktion eine Störung erfahren sollte. Denn daß dcr �lachtzuichlag berechligt ist, läßt sich mit keinem, auch noch so kunstvoll kou- struierten fiiirwaud bestreiten.__ Cme neue Schlappe. Nach der Wahl in Verlin haben die Kommuniston im Deutschen Metallarbeitcrverband sich am Montag in C h c m° ii i tz eine neus Niederlage geholt. Da in Chemnitz die Un« abhüngigen bereits ganz ausgespielt haben, mußte die Ent- scheidimg bei der Wahl zur Ortsveriualtunq deS Metall- arbeiterverbaudcs zwischen der Liste der S.P D.- Metall- arbeite? und der der Kontmuuistcn fallen. Vau etwa 1700 Vertrauensleuten, die den Volkshanssaal füllten, wurden 990 Stimmen für die sozialdemokratische Liste Strobel und mur 7M für die kommunistische Lifte Hausding abgegeben. Die Abstimnuiug bedeutet eine glatte Niederlage für die Kommunisten, die bisher die Mehrheit hatten und sie rücksichtslos ausnützten. Tarifvertrag im BerficherungLgetverbe. Nachdem die iinirnttokbaven Verhandlungen zwischen dem Ar- heitgebervettrand deittsche? Versichern nysiurternehmungcn und den Orgamsattoncn. der VersichcrungscMgeftelliWi nnttrtzrochcn worden sind, hat das Reichsarbeitsminst'tcrium auf Antrag dcr Angestellten- orzrenisationcir in Aussicht Mao: unten, den Abschluß eines neuen ReichSrarifvertrageS zum Gvgcnsnn:d von Schlich» t u n g» v e r h a n d I ii n g c>i zu machen, die iu der ersten Ja- n ua r w och c stattfinden sollen. Der A rb e iigebe rverbcmd erklärte baut ReichSarstjÄmitMerium fein borläufiges Einversiänd- n i s unter den Borüehnttcn, daß die von den Angeftelltenoryam- faiwtvr. angekündigten Kampftnaßnahmeu unterbleiben und daß der Arbcttgebervertzmld Gelegenheit erhält, seine Wünsche bezüglich der Besetzung de» SchltchtsmyZauS-- schusscZ geltend zu mach:»._ Ter Tarif dcr Gasttvirtsgehilfen. lieber die Tarifverhandlungen, die zum Abschluß des neuen Tarife» sührten. erhalten wir vom Verband der Gastwirtsgebisten folgende Zuschrift: I» letzter Stunde haben die Bcrhandluugen zum Abschluß eineS Tarifvertrages auch kür das Saal- und Gast- ivirtsgewerbe Groß-BerlinS gelührt. Als Beauftrogier der Lokal- kommisfion der Arbeitgeber gab Herr L i t f i n die Erllärung ab. daß die in Frage kommenden Verbände dem zwiichen dem Kartell der Arbeitneliiner einerseits und dem Verein Berliner Hotelbesitzer bzw. dem Verein der 5taffeehau»besiver andererseits bereits ob- geschlossene» Tarisvertrag auch für sich bindend anerkennen. Die Frage vct Rückwirkung nahm fast die ganw Verhandlung? zeit in Anspruch, und«S hatte den. Anschein, als wütden noch im letzieu Moment d>e Perhaiidlungen hieran scheitern. Da» von den Arbeitgcbet n zuerst gemachte Angebot wurde von den Vertretern der Arbeit- uehmer rundloeg abgelebni. Schließlich einigte man sich dabin. den anichließei'.d l'ia>!sinde>rden Arbeitnehmer« Bersammlungeir als letzte« Angebot der Uiilernebmer die sofortige Zahlung einer Pauschalsumme zur Befchlußfassiuig zu nutet breiien. Die ouge- nommeneu Lobniätze sollen ab Lö. Dezember tü20 gelten. Für Wein-, Kabarett-, LuxuS-lteschäfte und Weinadteilungen müssen die Lobniätze ab IS. Oktober rückwirlend gezahlt werden. Kaffee«, Kabareit-Dielen usw. zahlen die tür dieie geltenden' Löhne ab 7. November nach. Wie beieits mitgeteilt, haben die Atbettnehmer diesen Be'chlüssen zugestimmt._ Die Abstimmung über deu Buchdruckertarif. � Di? Urabstimmung über Annahme oder Ablehnung des dent- schen BuchSruckeriarii« ergab im Reiche folgende« Resultat: Es haben gestimmt 40 2ö9 Gehilfen für Annahme und 24 27b Ge- Hilfen für Ablehnung de« Tarifs. Von den Hilfsarbeitern und Hil'Sarbcitertuneu stimmten 10 9St für Annahme und 10444 für Ablehnung de» Tanks. Die große Majoriiät der Mitglieder der Tarifgemeinichaft hat sich demnach kür die von den Zentral- vorständen eingeschlagene Taktik entschieden. Theorie und Praxis bei den ttnionisteu l In unserem Düsseldorser Aartriblatt leftsi wir. daß auf der Schachtanlage Ewald Fortsetzung in Erkenschwick der Vor- stand der Union die Belegschaft aufgefordert bat. Dienttag, den 23. November, au» Symporhie für die Bergarbeiier in Eng« land, Belaien und Fronlrcich die llebetschichten zu verweigern. Diesem Ru'e haben etwa 800 Mann Folge geleistet. Alle Mit« glieder de«.revolutionären" Vorstande« aber veisubren am selben Tage eifrig 1'-/, S ck i ch t. Sie balten e» an'cheinend mit dem Grundsatz:.Richtet euch nicht nach meinen Werken, sondern nach meinen Worte n."_ Betriebsräte, BetriebSubleute. loeliSf. Mitglieder dcS Branchen« Seklions- und VermaliimgSauSschusse» sind, Dienstag, den 26. De». 1020, adeuoS 7 Uhr. tin l'äcwerklchastsdgus. Saal 3, wichtige Zusammcntunst, Vortrag über Näle-Bstduirg»nd Schule. Geiverkschoftstartell Nowawes. Donnerstag, 30. Dezember, aSd«. 7'/. Uhr bei Kögge. cBollSgarlens: Sitzung aller-l--............-------- JIJUJJ MAHARy iztsmiseke dper. ßperahans. Qesch.osien. Schaaspieihans. Oe-cnlossen._ Deatsclies Theater. Hsute geschlossen. Sor.nab. 2 Vi Was Ihr wollt 7: Der Arzt am Scheideweg. Kammerspiele. Heute geschi.isseü. Endi'/t: D. deuuch.Klelr.stSdt. 7 t'hr Er Ist an allem «chlild. Der Spieler. Der Helratsantrag. Gr. Schanspielhaus (Karlstiafie) Heute geschlossen. Ssn. 21/.: Danton lauS.Aborm.i 7 Uhr Danton lauß Abonn.) Theater i. Eman. Strlese: Poiui Deutsch; Fonnabeno 7: l'rauliührun■:, BaroncSchen Sarah Sonntag ehr: BaronpRchnn Harah i l.natnplelhans An beiden Feiertagen IVsUhr: KBmlKe tiannaniaun /Ff. Uhr; Arnold Rleclt m Die setiwe�nde Jnnglrss. Metropol-Theater. Ad bei ien Fe.itrtakOn 3 Uhr: ChaFlays Tonte mit Quid« TWelscher. cHolIaudweibchen Kenen Oparettenlma« An beioeti Feiertagen y.'. Uhr; Der Obersteiter. T.tso.t Ta-Shl tanzt Sfenea Volkntheater Sdnnaöerd v/.v. PEfltttes fon Tjms. 7". u. Her Biberpelz. M'fc 7/|. Mafor Borbora. aeiilUer.Thent. C'hnrl. An beiden Peiena en 3 Uht; Macht der Einsternla Sbd, T'/j Nathan der Welse Ütg. 7; Piarrer ton glrcbleld Thatln-Thenter An beider. Feiertagen 3 Uhr: Die närrische T.iebe. Uastsplel Hansl Niese fioisütiBllerio Leni. Tb.»FA\ ollen<*o rfjttntm An Feier:öß«n 7 Uhr WinaUeteeroiräl I. Feiert. S'/j; l>tr Jutbaron. 2, Feiert,.t:.« alte Schachteln. Thonter de« Weatonti •An beiden Feiertagen .V/.Uhr: Die Frxn Im Hermelin. u* Der ersten liehe goldene Zeit. Htd.J'.'y Schaeew. u. Rosenrot Th.).d.Kommai|danlenstr. früher Ii er ntleld- Theater. An beidan Feltnagen t»/, u. Der verjüngte Wolsr äVallhor-Tlienter Ad beiden Feiertagen J", Liir: Ein» Ballnacbt. u" 3t? Ecicep ven Lugano. W ni houa- TJi r-u le r An i e:ct:i Fe. etidgen Na-hm 3>., u.aberds r', Uhr: De»5 B?i3leloinder. Volksbühne Theater am Bülowplatz. Keine Vorstellg. Lessing-Thsatsr, Direktion Vlctoi Bamou-sky Heute geschlossen. Sbd.(I. Feier ag)3; Peer Cynt. T/.uhn Flamme# (Dorsch. Hartmann, Götz, PrOckU Stg.(2. Feler'acTA- Flamme. 7»/s mir: Flamme. (Dorsch. Hartmann, Götz, P ßcki.) Montan V.'i, zum 50 Male: Flamme. (Dorsch. Hartmann, Götz. Pröckl) ßeuteriies Rönsller-Tlifiatsr Heute geschlossen. I. Peiertae Z- Pyrmalion. 7>/. u. Die SEfteicnngsrEise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg* 2. Feiertag 3: Pygmr.llo». 7V,: Die Scheiuungsreise. Montag 3 Uhr: üifoHfif T KJnderrarstellr.*' IXIllI IA 7% Uhr� Die Scheidungsreise Residenz-Theater. Ar.beid We hnachtsfclertageii nachm.« Uhr. halbe Preise: II!/» idronnckin. Abends IV, Uhr IzHffiOMi'ezWe!' tlansi Arnstadt, Adelt Sand- rock. Carola Toelle, A. Korii. Trlanoa-Theater. An heid-Wrihnachtstciertagen nachm. 4 Uhr. halbe Preise: Oer Roman e.ner Frau. Täeiich 7'', Uhr- Kanunermasih. Carl Clcwin�, Eu�cnBurj, Olga Limburg, H. Albgrs« Rosfi-Theaier Geschlossen.| Kffl 7' aü Theater 7�'J Dir.: Jaiv.es Klein. Ausland.«- Sensationen Kapitin Nansen Mi mit seinen See- Löwen Albas Koplrotsch{ durch den Zuschauerraum Rasendes Reck Ser.saticms-Fghrt |Backpleilen-Tänze[ und«-eitere Sensalionen. An dsii-kn I. Weihnachistelcrtag 7 Uhr: l'ranltührDnK unter Leitung des Komponisten: Baronejiehen Sarah Opercite von Leo Aschtr. K;! Chaauecütr.ZS, direkt am Sietiiner Bahnhof 2 Ordiesier ✓ 2 Bühnen TS gl Ich aö 6'.', Uhr abendi.* (zro$e VarleiS« and VaaderiUe-Schaa-KoiBhlBalloB Äun ersten Male In Berlin gezeigt: Seat Hamlet-Parodie Neu! Erich Carow u.die neuen engag. KunstkrSfle.vle Bert*» einzig dressierte Teddl-ESrca, Edda DcUbrö�er, Cl&rc Benary und FRED RÖBSSK — Der SArccken aller emerikanlschen KrlmtnaÜsfen— pcttn«MMm Außerdem auf allgemeinen Wunzch»»»»-»—»», S WledercTÖf/nanit de? ersten Etage am= -i- 1. Weihaacfchicler�aji, radamihaii 4'/, Uhr H Die Direktion ,i •iti tat im im(••>»««>• Flickes Konzertliaus Ringbaiinliof NSl'kÖün Ringiiahniiof Telephon: Neukölln 2A9I. ft Biers, Weine, Liköre. 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LüleiVu jeciitmls.- SOJiTen. u«b «tiniiiifdi.— 9 1 f{ne t -Irge-Ii— Spetenbler Me Ix.MS!« i ts ti j , iltttog. u. ffitenbmitji J. ■ eua Za.akarl Jonnüörf„ßttro" ZonvvoN Singtci« Mlti-Iftred»«0 und bmkti:.. KSdeutast x--i-!i«i!.Zi>itttu:it D1 tele, Rof« n. fndiea jaJi. retiet nach SazUb. Urt SioS. eefteanz. CT»!«. Slefncrat..»efrJeb Cor. Zoel Papel e». •rankleg: Echn«3!zl-I:!u Set BedieexnJ C. Zrensmezsahs CicaU.T: bei Sti-.taex bei r.lnbnete« Sprtifea. 1 1 Ilahnhoi iannonlizbrücke Tägl.7.50 O a I■- S ii n g e r. Im Ballsaal TANZ. Admiralspalast CesalilotbAen.— Morgen j 3<;,! Üie lustige Puppe.! "■r Die roten Schuhe.| Cirtm&w&k I Täd. u. 1.15 L.; H.Stotch- SarrassuJ. prunkpantom. Orell« Traum. F.iSbären, Löwen,(lieg. Menschen Circusk. ab 10 ununterbr Wa/enhäusTieix. Nathm -' aide Ptetau lör Kinder._ Theater am Kottbns.' Tor. Täglich 7'/, Uhr und in allen 3 Feiertagen nachm. 3 Uhr: KIlte-Nünsiep Weihnacht»- Progr. Nachm. zrmäB. Pr. h.voil.Abendprocr, t'orv IM';,. 4 Uhr. 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