( LS Nr. 651 ♦ 57. Jahrgang Ausgabe B Nr. J7$ «e,U!?Svrei» i ■#ert»il51)tLS0,— üJi�mcratUtO,— S5H. frei an»ou«. ootou» satilbac. Post» bmi9 Monatlich 10,- Ml. etfU Sa. ftellungoqebübr. Um« stmubanb füt fficutlchlanb and Oesterreich 16�0 31!, für on» übrige Ausland bei täglich einmal. Suüelluna 21.50 W. SPoitbe- ftettungen nehmen an Oesterreich, Ungarn, Tscheche»Elonialei, Dane» wart, dolland..uremburg. Schweben und die Schwere— ciinaetragen in die Polt» Leitung», Preisliste. »er.Vorwärts' mit bet Sonntag». beilckz..Soll n. Seif ericheini wochen» säglich jweimai Sonniage und Mo» tags-inmae letegramm-Abreffe �»»zialbeaiotrai verlin«. AkendAnsftave Verlinev Nolksbleltt ( LSpkennig) Anzeigenpreis: Sie achtgelpaltene Nanvarelllezeile kolWZ.— Sc,. Teuer uaftsjuichlag 50".'o, aftleine Sinjeigeei", das iett- gebeutfte Wort h— 2*.(juläfftg zwei cettgebruette Worte), tebes weitere Wort 60 Pfg. 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Mitten in daZ Weihnachtsfest traf die schwere Nachricht vom Hi nschdcdcn im leres Genossen Karl L e g i e n, des Vor- sitzenden des Allgemeinen Deutschen Gew er kschv st sbun des, des hervorragendsten Vorfanipsers und Führers der deutschen Ge» tverkschaftsbontegung. Sie traf nicht bloß die zahlreichen Person lichten Frvunöe dieses auherordentlich)en Mannes, nicht nur die Hundort tau! ende, die Gelegenhert hatten, mit ihm in Berührung zu kommen und sich ein dankbares Erinnern daran bewahrten, sondern auch die Millionen der aewevk- schaftlich organisierten Arbeiter Deutschlands und darüber hinaus die ganze internationale Gewerkschaft s- Welt, die in ihm einen ihrer bedeutendsten Köpfe verehrte. Gewiß wissen wir, daß die Geschichte nicht das Werk einzelner Menschen ist und daß am allerwenigsten die großen sozialen MassenbewegAnaen einzelnen Heroen ihr Entstehen verdanken. Aber, wenn Mo ssenbol vegi i ngen schöpfen soviel heißt, wie ihre Bedeubung icbon im Keime erkennen, sie vor- bereiten, Amen die Hindernisse wvgr minien und sie in die rich- tige Bahn lenken helfen, dann ist Legten wenigstens in diesem Sinne ein Schöpfer der. Gewerkschastschewe- g u n g gewesen, und ein geradezu beispielloser Erfolg hat das Werk dieses Mannes gekrönt. Tie gewerkschfastliche Organisation, die heute eine Selbstverständlichkeit ist/ war dies vor dreißig Iahren noch lange nicht. Ter ganzen bürgerlichen Welt galt sie als eine Gesellschaft von„Streikhetzern", die der behördlichen Obhut aufs angelegentlichste empfohlen wurde, aber auch innerhalb der Arbeiterbewegung selbst halte sie mit nicht geringen Schwierigkeiten zu kämpfen, da sie den Ertrenvisten der alten , Sozial demokratischen Partei«IS bedenklich galt, andererseits aber auch von manchen politisckfen Organisatoren als unbe- gnemer Wcttbelverb empfunden wurde. Gegen alle diese Hemmnisse von rechts und links lwt sich die Gewerkschafts- beweg ung durchgesetzt, und daß sie das konnte, verdankt sie vor allem dem vorausblickenden Scharfblick Legions und seiner genialen Ueberlegenheit in der Behandlung aller tak- tischen Fragen. Di? biographischen Notizen ems dem Leben LcgienS siwd rechs) erschöpft, um aber einen eigentlichen In-Halt zu erzählen, müßle man die Geschichte der ganzen deutschen Gsll>erk'chafts- bew.'gnng schreiben. Legien war am 1. Dezember 1861 u Marienburg in Westpreiißen geboren, er besuchte in Thorn hie Bürgerschule, erlernte dort das Drechilerhandwerk, zog ab» Handwcrksbursche durch Deutschland und begann, Löjährlg. im Jahre l88l> seine gewerkickiaftliche Tätigkeit. Wenn er, noch nicht 30 Jahre alt. Vorsitzender der Vereinigung der Drechsler Tentschlands und, 1800, Vorsitzender der damals gegrü ndeten Generalkommission der Gewerk- s chaften Deutschlands werden konnte, so erklärt sich das zum Teil gewiß aus der- Jugend und Kleinheit der da- makigen Bewegung, vor allem aber auch daraus, daß die Kollegen seine außerordentlichen Geistes- und Eharakter- ügenschasten rasch erkannt hatten. Argien ist seitdem dreißig Jahre lang Vorsitzender der Generalkommission geblieben, die im Vorjahr den Namen Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund annahm, die zur Feit ihrer Gründung kaum 300 0lX) Organisierte hinter sich sah, heute aber rund 8 Millionen schaffender Männer und Frauen unter ihren Fahnen vereinigt. Diesen gewal- tigen Ausstieg hat Legisn miterlebt, richtiger, er ist ihm vor- angegangen, er war fein»Herz und feine Seele. Dem N e i ch s ta g hat er seit l803. mit einer fünfjährigen Unterbrechung von 1808—1003. angehört, und zwar immer als Vertreter von K i e l. Seine parlamentarische Tätigkeit stand im Dienste der Gewerkschaften, der Sozialpolitik und des Arbeiterschutzes. Standen entscheidende Fragen dieser Ge- ' biete auf der Tagesordnung, dann konnte man daraus rechnen, den mittelgroßen Mann mit dem grauen, immer weißer werdenden Haar auf der Rednertribüne zu sehen, der nie mit übergroßem Pathos, aber stets mit bezwingender ftichlicher Schärfe sprach, der nie große Redensarten gebranchte. aber immer mit rücksichtsloser Treffstcherheit aussprach, worauf es ankam. So baden wir ihn auch auf den Gewerkschaftskon- gresten und auf den Parteitagen gesehen, wo eS die grundsätz- I scheu Fragen de? Verhältnisses zwischen Partei und GeWerk- schaften zu regeln galt. Legien war- kein sogenannter, Revisionist". In Privatge- sprächen, mehr noch als in der Oestentlichkeit. liebte er es zu be- tonen, daß er eigentlich ein„Radikaler" sei. Dieser ewte Radi- kalismus entsprang der Stärke seines Temperaments und seiner stets bereiten Neigung zu durchgreisendem Handeln. 'Mer Romantik und allem Phrasennebel blieb er aber stets weltenfern, und die Leidenschaft blieb stets durch die gleiche i Stärke kritischen Verstandes gezügelt. So wurde Legien einer idcr großen Realpolitiker der Arbeiterbewegung. ' Als solcher hat er noch im Kampf gegen den Kapp- �Putsch entselfeidend und unerschrocken mitgewirkt, als Or- ganisator des Generalstreiks, dessen Führer von den Vor- schwörern mit Todesstrafe bedroht waren. Sein? letzte politische Tat war aber seine große Rede gegen die Besetzung des Ruhrreviers aus dem Londoner Gcwerkschafts- kongreß, deren ungewöhnlich starken Eindruck die gesamte AuS- landspresse widerspiegelte. Menschlich war dieser Mann, der im- Politischen hart sein konnte, von einer Güte, die fast an Weltfremdheit grenzte, und von einer Weichheit, die eigene Not eher ertragen konnte alS fremde. Sonst, wo es politische und g?-werkschaft!iche Mit- arbeit galt, war sein Vertrauen schwer zu gewinnen, aber noch schwerer zu verlieren. Was er als echt erkannt haue, daran hielt er fest. Nehmt den ganzen Mann, wie er war, so war er als Per- sönlichkeit deS össentlichen Lebens und als Mensch eine ganz ungewöhnliche Erscheinung, sein zu früher Tod reißt eine kaum zu füllende Lücke,. auf ihn und sein Werk stolz zu sein haben alle ein Recht, denen er gehörte: die Gewerkschaften und die Partei. Die kleinen Propheten von gestern und vorgestern, die das alles besser verstehen und die ihn schonungslos herunter- rissen, weil er ein S o z i a l d e m o k r a t, bin„Rechtssozialist" blieb, sollen ihm erst einmal nachmachen, was er vorgemacht hat, sie sollen erst in einem Menschenalter ihre Treue zu einer Sache bewähren, bevor sie ernstlich mitreden können. De Werke, die er weitschauend, furchtlos mitgeseftaffen hat. Partei und Gewerkschaften, werden bestehen bleiben. trotz allem, waS an kleinen Vernichtungsgeistern in der Retorte des Neberradikalismus herumauirlt, trotz Verratgeschrst, Spastungsatzbeit und kommunistischen Zellen. Legivn konnte ein Führer sein, weil er'in seinem Wesen „Molle" blieb, weil er den Tvv des deutschen Proletariers verkörperte mit seinem glühenden Besreinngsdrang, mit seiner Beständigkeit und Zähigkeit im Festlwlt'en des als richtig Erkannten, m't seinem klaren Wirklich keits- sinn. Nur darum konnte Legien so lurnngerltden Einfluß gawistnen, weft Hunderttausende und Millionen in ihm ihr eigenes Wesen auf einer Stufe gehobener Geistig- keit erkannten. Das Bild seiner Leistungen läßt sich in diesen wenigen Zeilen nicht ersdwpken, darüber wird noch mehr zu sernen sein. Aber das Bi'd seiner Periönl'chkeit steht /in diesem Augenblick, in dem sein Körper zerfällt, klar und i hell vor uns als das Bftd eines deutschen Arbeiters im höchsten und besten Sinne dieses Worts. Ter Mann geht, i das Werk bleibt, denn die deutschen Arbeiter bleiben. Sie weiden es fortsetzen und wenden es verteidigen, wenn i es nvtftit. lind wenn einmal ein Künstler der Zukunft«in Mon-umont schafft, das die B e f r e i u n g d e r Arbeit darstellt, werden wir unter den vordersten Gestalten die Züge wiaderschauen, die wir im Leben kannten... Bcifeidskiinbgcbungen. Der Reichspräsident hat folgendes Schreiben an den Allgemeinen Deutschen Gowerkschaftsbiind gerichtet: Das plötzliche Hinscheiden Karl Legiens, JhreS Vorsitzenden, erfüllt mich mit ticf.'m Schmerz. Mit.gwrl Legien sinkt einer der hervorragendsten Männer Deutschlands ins Grab. Was er in mehr als drv.-tzigsährigec zäber, tatkräftiger Ar» beit für die Gcmerkschasten der Arbeiter gesch-affen hat, ist u n v e r- gängliche Kulturarbeit. Ueberall in der Welt, wo die Gewerkschaften Wurzel gefaßt haben, wich der Tod Karl Legiens tief beklagt werten. Für den Allgemeinen Deutschon Gcwerkschafts- bund ist der Verlust Legiens ein schwerer Echicksatsschlag. Seien Sie meiner herzlichen Teilnahme versichert. ©Bert, Nelchsprasident. • Der Parteivorstand richtete an den Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes folgende Kund- gebung: LegienS Tod bedeutet einen gleich schweren Verlust für Euch wie für uns. Die Einheit der gewerkschaillichen und der po- lttiicken Arbeiterbewegung iand in ibm ihre stiuksie Verkörperung. Partei und Gewerkschakt. die so oft geineinsame Ersglge erstritten, sind beute per eint in Trauer um den unersetzlichen Führer. Das stolze Werk aber, da? er als erster mltaeschaffen, die grotze gewerkschaftliche Organrjalion der Albeiterllasse. möge allen Stürmen trotze» l Dem toten Kameraden! Don Robert Schln idt Wenn auch die Arbeiterbewegung nicht das Werk eines einzelnen ist, weil sich aus der ökonomischen Gestaltung der bipitalistischcn Gesellschaft die Treökriifte für ihr Werden selbst entwickelten, so bleibt doch die geistige Beeinflussung, das Zusammensassen ihrer Kräfte, die Führung zur Eni- faltung ihres Einflusses, denen überlassen, die«uS der Masse emporstiegen, getragen von ihrem Vertrauen, mn ihnen Weg- weiser zu sein. Ein solcher Wegweiser der deutschen Ge- werkschosten war Karst Legten, mehr wollte er nicht sein; er geizte nicht nach Popularität, ihm genügte es. an der Spitze der deutschen Gewerkschaften ohne Aufdringlichkeit und ohne viel von sich reden zu machen, in Reih und Glied in Kampfesfront zu stellen. Und doch warereinFührer, der nicht immer merken ließ, daß er die Führung hatte, aber gerade deshalb einen unzweifelhaften Vorzug bot. Nicht am Kleinen und Unbedeu« tenden haftete er; die Unterordnimg wurde ihm nicht schwer- wenn es gegen seinen Willen ging: aber in Fragen, wo er glaubte, es handelt sich um einen.folgensebwereu Schritt, da beugte sich sein starrer Sinn nicht und bis zmn letzten setzte er seinen nicht geringen Widerstand ein, mit zäher Ausdauer das Ziel verfolgend, den Gewerkschaften zu Kraft und Ansehen zu verHelsen. In den Vorstandskonferenzen haben wir ihn oft von dieser Seite kennen gelernt, und gelang es ihm nicht, durchzudringen in dieser oder jener Frage, so gab er hart und abweisend die Antwort:„Ihr werdet wiederkommen, ich habe doch recht!" Nicht Rechthaberei klang auS diesen Worten, sondern die Uebcr» zougung eine? Manne?, der ganz aufging in seinem Lebens- werk und eS peinlich hüten wollte vor jedem Fehlgriff. Diesen Mann mußten die deutschen Gewerkschaften haben, denn der Weg zu ihrem Aufstieg war durch viele Hinder- mlle gesperrt und mancher hätte die ÄuSdauer verloren bei den Mühen und Beschwerden, die sich bier anstürmten. Legien war nicht der Mann, der vor seinm Widersachern zurückwich: mit kühler Ruhe wartete er die weitere Entwicklung ab. der Lärm verlor sich, und gar bald hatte sich daS so viel Angefeindete in aller Stille gefestigt. Mete Taktik hat der deutschen Gewerk- schastsbeweanng viel genützt; sie ist nie in dem Maße wie die politische Arbeiterbewegung in theoretische Streitfragen ver- wickelt gewesen, da sie immer wieder auf ihre Tagesarbeit ver- wiesen wurde, die sie zu Spintisierereien nickst kommen ließ. Legien hat nicht Werna dazu beigetragen, diesen inneren Un- frieden fernzuhalten. Er tat aut daran, denn die Gstverkschasteu konnten mir gedeihen im einheitlichen Zusammenfassen ibrer Kräfte. Nach der Richtung ging bis zuletzt sein ganzes Wirken und Streben, denn geaenwärtia steht diese Gefahr größer denn je vor der deutschen Gewerkschafisbeweguna. Als Legten 1800 an die Spitz? der„Genevallkommiflion der Gewerkschaften Deutschlands" berufen wurde, war die Zahl der Mitglieder nur klein, mit tzcn 277 000 Mitgliedern, die in den letzten Jahren des Sozialistengesetzes sich wieder zusammengefunden haften, war herzlich ivenia anzufangen. Die Hoffnung, daß nun nach dem Fall des Sozialistengesetzes die Gewerkschaften schnell auswärtsgelten würden, erwies sich als trügerisch. Der Streit um die Organisatwnssorm� die P-erfolaiinaen durch das reaktionäre preußische und sächsische Vereinsgesetz warf die Gewerkschaften zurück. Die Beitrags- zabsung war gering; mit einer Einnahme von mnd einer Million im Jahre ließ sich nicht viel ansengen, und der Vor- sitzend? der Generalkommission mußte sich domals mit einem Monatsgehalt van 1k>8 M. durchschlagen. Mit vielem Fleiß ist es gelungen, aus diesen bescheidenen Ansängen die freien Gewerkschaften bis vor dem Kriege zu einer Mitgliederzahl von 2Vn Millionen heraufzubringen und die Einnahmen auf 83 Millionen Mar? zu stesi gern. Zu diesem Erfolg lwben brave Kameraden und treue Freunde,, die vor Legien die Augen geschlossen haben— genannt seien nur Kar! K l o ß, v. E I m. B ö m« l b u r g und Döblin— ihrtn redlichen Anteil beigetragen. Heute gehören dem Deutschen Gewerkschaftsbund 59 Gerne rkschas- ten mit rund 8 Millionen Mitgliedern an, eine ackstimg- gebietende Zahl, die zu vermehren und einig zusammenzuhalten das redlichste Bemühen Karl Legiens war. Was unter der Leitimg von Legien die Generalkom- mtssion resp. der Gcwerkscha ftsbnv.d im Interesse der dent- scheu Arbeiter geleistet haben, läßt sich im einzelnen nicht aufzählen. Im Vordergrund stand der Ausbau der Gewerk- schaften. um die Lebenshaltung der Arbeiter zu bessern. Nach vielen Mühen gelang es Legien, seine Lieblingsidee, einen �Zentralfonds für Streikunterstützung durch- ! zusetzen. Er wies darauf hin, daß ohne größere Mittel ein Lohnkampf gegen die gewaltigen Machtmittel des Unter- nehmertums nicht möglich sei, das zeige jeder ausgedehnte Kampf der Arbeiterschaft. Es gilt die Kräfte ziisammenzu- fasten, die Mittel zum Angriff und auch zm Abwehr S» 1 stärken. Nicht mtrcher ftxrrtbte sich seine Uufmerksanrkeit dem A r- beiterschutz und der Rechtsbelehrung zu. Im steigenden Maße wurden Mittel für die Arbeitersekretariate im Reiche aufgewendet, die Rat und Hilfe den Arbeitern bieten. Die statistischen Veröffentlichungen des Gewerkschafts- bundes sind anerkennensivcrle Leistungen, die uns so recht die Vielgestaltigkeit der gewerkschaftlichen Arbeit auf dem Gebiete der Belehrung und Bildung sowie einer weitverzweigten UlfterstützungSeinnchtung erkennen lassen. Welcher Streit um die Tarifgmeinschaft, den Generalstreik und iMi die politische Betätigung der Gewerkschaften getobt hat, gehört der Geschichte der deutschen GeWerk- fchastcn an. Die Internationale der Gewerkschaften fand in Legion einen starken Förderer, und wer die vor dem Kriege herausgegebenen Berichte der Internationale ansieht, wird liier eine stark hervortretende Leistung des Verstorbenen er- kennen. Ihm toar es gelungen, restlos die Gewerkschaften aller Industriestaaten in der Internationale zu vereinen. Und wenn ihn seinerzeit mancher Vorwurf traf, als er mit Gompers in Verbindung trat, so lag ikm wonig an Gompers, sehr vir! aber an den amerikanischen Gewerkschaften, die der internationale erst einen gewissen Abschluß gaben. Er hat die.Hand von diesem ihm sehr lieb gewordenen Werk zurück- gezogen, als ihm nach Ausbruch dos Krieges bedeutet wurde, daß man eine Aenderung wünsche. Tie Sache stand ihm höher, als-daß er durch seine Person ein Hindornis dem Be- stehen der Internationale bereiten wollte. Hoffte er doch, daß sie am Friedenswerke einen größeren Anteil nehmen könnte, als es leiher geschah. Der Kriea hat manches ins Wanken ge- bracht, wir sind auch hier zurückgeworfen. Legien hat nie mn die Vernichtung des deutschen Im- vorialismus und Militarismus getrauert, wohl aber sah er die Gefabr des riesigen Anwachsens des Imperialismus und des Militarismus der Westmächte, die der deutschen Arbeiter- klaffe die Existenzbedingungen entziehen mußten. Daß seine Befürchtungen nicht übertrieben waren, haben wir leider nur zu hart erfahren müssen. Bereits totkr.ank ist Legien vor einigen Wochen dem Ruf der Internationale der Gewerkschaften zur Konferenz nach London gefolgt, und hoffnungsfroh kehrte er zurück in dem Glauben, es würde wieder aufwärts gehen. So stehen die deutschen Gewerkschaften in dem Augenblick, da einer ihrer Besten scheidet, groß und stark da: sie bezeugen dem Dahingeschiedenen, wie reich an Erfolgen seine Ar- beit war. Wir aber wollen die Crü'chast hüten und wahren- auf daß nicht unberufene Hände zerstören, was in Jahrzehnten Fleiß und Ausdauer im Vertrauen auf die Erkenntnis der Ar- beiterschast zusammengefügt hat. )* LepienS Krankheit. Genosse Legien latt sc�t einige.! Monaten rnt einem schweren Magenleiden, das sich vesonö-er» während seiner Anwesenheit in Gens bei den Berrd in der ganzen Bedeutung ihrer entsetzlichen Symbolik nur von wenigen gewürdigt werden. Was aber die schöpferische Phantasie de« großen Dichters erdachte, die bunte Fabelwelt de» Märchen«, hinter der er die grausige Wahrheit derbarg, das ist Allgemeingut der Menschheit geworden, die nun einmal die glückliche Veranlagung hat, auch auS allen Giften die Süßigkeit herauSzusaugcn und die noch immer über ihre Totengräber mit unbesieglichem Leben und. LiebeSwillen triumphiert hat.„Gulliver» Reisen", dieses düsterste und schreck- liche Werk der Weltliteratur, ist so zu einem Fabelbuch geworden win die andere große Satire, der»Don Quixote". Cervantes und Swift sind die genialsten, klarlchaucndsten Kritiker irdischer Torheit und Loiter.sckxirt gewesen. Aber das Werk des Spaniers ist durch- strahlt und beseelt von einer mitfühlenden Güte, von einem um- fassenden Versieben: sein fanatischer Narr wächst empor zu einem tragischen Helden. Der Brite hat alle Liebe aus seinem Herzen gerissen: er zieht alle Ideale in den Schmutz. Dieser rasend gewor- dene Spott und Hohn läßt zuletzt überhaupt nicht» mehr übrig: alles ssi trosilos. verächtlich, erbärmlich. Das erste Buch de»„Gulliver" ist in seiner Satire am maß- vollsten, indem es die politischen Verhältnisse des damaligen Eng- land in der witzigen Karikatur zwergenhafter Verkleinerung dar- stellt., Der Mensch unter den Liliputanern ist ein anmutiges Bild, und Swift baz b'er sich selbst dargestellt, sein Schicksal geschildert, wie seine urwüchsige Riesenkraft von der englischen Gesellschaft incht erlragen wurde und man!bn nach einem weltfertien Städt- chen verschickte, ganz so wie die Zwerge den Menschen, der ihnen unendliche Dienste erwiesen, mit Undank lohnen und zur Flucht zwingen. Dann folgt die Reife nach Brobdmgnac zu den Riesen. D-esmal ist der Pfeil der unbarmherzigen Kritik gegen den Men- schon überhaupt gerichtet, gegen dies �anspruchsvolle Nichts", da» in dem Attgenbiick seine Erbärmlichkeit erkennen muß, wo es unter Geschöpfe kommt, die größer sind alz e» selbst. Nichts ist an diesen Riesen, was sie geistig über da» Menschlein hinaushebt: aber weil sie die brutale Körperkraft für fich haben, sind sie wie Götter. Hier ' Gewerkschaftskongreß erfolgt. Da» OrganisakionSftatut gestattet jedoch eine EvsatzwaHl durch di« Vorständekonferenz, die Mitte Januar in Berlin wieder zusammentritt. Bis dah.n werden die Geschäfte von den beiden Mitvorsitzenden, den Genossen Graß- mann ntid Adolf Cohen, weiteryesühnt. Im Reichstag rückt an Stelle Legiens der nächste auf der Vorschlagsliste der Nationalversammlung für Schleswig- Holstein, Genosse Per n er, Redakteur des»Hamburg. r Echo". ?luch Legten geHörde dem Ne.chStag noch voy der Nationalversamm- lang her an, da Netrwahlen wegen der Bollsabstimmung noch nicht stattfinden konnten. Sie sollen jetzt zugleich mit den Preußenwahlen am 20. FebrtAar erfolgen. Prefsestimmen zu LegieuS Tod. Die kommunistische.Internationale" widmet Legien einen Nach- ruf. in dem sie immerhin zugesteht, daß Legien ein glänzender Organisator gewesen ist, dem nicht nur die G e w e r k- schaftsbewegung Deutschland», sondern auch die I n t e r- nationale organisatorisch viel verdankt. Daß sie LegienS prinzipielle Stellungnahme in den letzten Jahren scharf der. urteilt, darum wollen wir an dieser Stelle nicht mit ihr rechten. ES entspricht auch schließlich ihrem Standpunkt(oder sagen wir besser: dem von Sinowjew angeordneten Standpunkt), wenn sie behauptet, daß Legien aus dem bewußten Klassenfeinde der Bour- geeiste ein, wenn auch unbewußter Klassenfreunv und Förderer der Bourgeoisie geworden sei. Da» ist ein Werturteil, da» dem Dahin- gegangenen in keiner Weise gerecht wird, aber sich aus der ganzen Stellung der Kommunisten begreifen läßt. Energischen Protest aber müssen wir erheben gegen die Verfälschung geschichtlicher Tatsachen, die in folgenden Sätzen liegt: In den Tagen des Kapp- Putsöhes potenzierte Legten seine V e r in i t t l e r t ä t i g ke i t, formulierte vi« b e t a n n< t e n 8 Punkte der Gewerkschaften, die niemalz durchgeführt wurden und erreichte es auf diese Weise, daß der Kampf gegen die Reaktion vorzeitig abgebrochen wurde. So. vorzeitig, daß sie jetzt stärker als se in Deutschland gerüstet steht und auf den Augenblick wartet, in dem sie mit Gewalt das Proletariat wieder in seine frühere versklavte Stolle zurückdrücken kann. Auch die»Internationale" dürste wissen, daß für.jene acht Punkte nicht nur Legten eingetreten ist, sondern daß mit besonderer Energie sich dafür die linkSradikalen Gewerkschaftsführer Rusch und Vollmershaus in» Zeug gelegt haben. Es gibt noch genug Zeugen in Berlin, die sich erinnern, mit welcher Festig. k e i t und Wärme gerade diese beiden in den Kapp-Tagen hinter Legien und die von ihm firmulirrten acht Punkte getreten sind. Da» hätte die„Internationale" zum mindesten nicht verschwei- gen dürfen, wenn sie schon die Aufstellung der acht Punkte miß- billigt. Ihre Vorwürfe gegen Legien richten sich auch gegen ihre eigenen Parteigenossen. In den übrigen heute morgen erschienenen Tageszestungen finden die Verdienste Legiens um die Arbeitersachs und die Be. dcutung seiner Persönlichkeit auch vom gegnerischen Stundpunkt aus hohe Anerkennung. Untertänigster Protest. Die Jeutrv.le der K.P.D.(gejeichtret Döumig, Lcwi) hat an das Moskauer ExdnÄvkomitee der Kommunistischen Jnternationase e!n Prot« st schreiben gegen die Aus- nähme der K.A.P.D. als„sympathisierende" Poftei in die Tritte Internationale gerichtet, das durch seinen unter- Wurf i g e n Ton stelleuVei!? erheiternd wirkt. In der For- mulienmä und Ausdrucksweise ähnelt diese» Schreiben etwa einer Vetifto« aus dem 18 Jahrhundert, wie sie die in Ehr- furcht ersterbenden Untertanen ihrem allergnädigsten Landes- Herrn in aller Untertänigkeit, zitternd und knieschlotternd zu unterbreiten wagten. Der Protest wird eingelegt aus prinziviellen Grün- den. weil es falsch sei, daß die kommunistische Internationale in Landern, wo der Kommunismus das unmittelbare Ziel der Revolution sei, sich mit nichtkonrmunistischen Parteien assoziiere. Aus taktischen Gründen, weil die K.A.P.D. bereits völlig zerrieben sei mit AuSnaßme ihrer Berliner Ortsgruppe, und die Aufnahme in die Dritte Internationale wirke aus sie wie „künstliche Sauerstoffatmung" ans einen Sterbenden. Schließ- richtet sich schon die Kritik gegen die Ideale, und sie sind die eigent- liche Zielscheibe de» dritten Buches, das der höchste Beweis von Swifts Witz, Originalität und Gedankenreichtum ist. In den merkwürdigen Schicksalen de» Reisenden auf der fliegenden Insel, bei den Projektenmachern in Lagado, wird nicht nur die Londoner Akademie verhöhnt, sondern der Unwert und die Sinnlosigkeit aller Wisscnscbaft nackigewiesen. Nach den.Naturwissenschatten" er- halten die Geisteswissenschaften ihr Teil. Aber die leidenschaft- lichste Sännähschriit, die je gegen das Menschentum gerichtet wurde, ist daS vierte Buch, in dem Gulliver zu den Pferden kommt und den Menschen für niedriger erklärt als das niedrigste Tier. In den scheußlichen Vähus. die von den Pierden verachtet werden, hat er seinem eigenen Geschlecht das Entsetzlichste gesagt, was je von einem Menschen gesagt worden ist. So ist in dieser ungöttlichen Reise das Bekenntnis eines genialen Unglücklichen gegeben, eine» titanisch Ringenden, der sich selbst vernichtet. Wir aber wollen es auch nach 200 Jahren weiterlesen als ein seltsames Märchen, al» etn Zeugnis dafür, daß farbige Träume auch in dem düstersten Herzen leben und daß die Sonne sich noch im trübsten Sumpf der Menschenverachtung spiegelt. Gin deutsches RevolutirnSdrama von einem Franzoseti. Der Verltg E. P Tal in Mit» versendet eben ein sehr merkwürdiges Drama, die Tragödie einer deutschen Revolution, die vor bald htm- dert Jahren von einem Franzosen, von dem ersten Goethe-Ueber- sctzer Gerard Nerval, gedichtet worden ist. Es handelt sich um das Trauerspiel„Ludwig Burckhardt", da» in Paris nicht gespielt werden durste, weil die Regierung es zu revolutionär fand. Die Spanier aber erfreuten sich sehr an dem revolutionären Inhalt de» Dramas. Max Hochdorf hat da» Stück für die moderne Bühne umgearbeitet. Der»ruße Trost. Dieser 1913 ge'chnebene und erst jetzt bei Hoffmonn u. Campe erschienene Et stlingZroman von Kurt Erich M eurer verdient e». daß auf ihn hingewiesen wird. Dieie»Liebesieier in fünf Abteilimgen und einem Epilog" ist das eriisihafte Buch eineS Menschen, der über die Fran hinweg mit dem Leben fertig werden will und sich die Vollendung dieses Daseins in einer Frau erzwingen will. Doch dieser Konrad Kind, w e er schön genounl ist. muß die Frau, in der er diese Vollendung gefunden zu haben glaubt, jener furchlbaten Kranlhci« hingeben, die beute wieder grauenhaft in unserem unterernöhrien Volke haust. Da» zerbrich ihn. Er geht der Geliebten freiwillig in den Toll nach, aber wissend: daß er in dieser Frau, die noch fast ganz Mädchen war und erst mit thm verwachsen sollt«, den»großen Trost" umarmt hatte—»die Gewißheit: Ein Göttliche» ist. und waS hier unvollendet blieb, wird dort vollendet werden in einer ganz anderen Weise, als wir mit unserem verkümmerten Begriffs- vermögen ahnen". Dieie seelische Entwicklung, die den Helden über die problematische Erotik der Mutter zu der ungebrochenen Einheit der Tochter führt, wird in einer gepflegten, jeden MLtzchentum» ob- holden schönen Sprache erfüllt, und wenn auch nock hier und da sich Lyrik und Esiahistischc» m den Fluß de» Epische« drängen, so zeigt sicki au? Gründen praktischer Art. Die K.P.D. ist rat« los. wie sie sich nun zur K.A.P.D. verhalten soll. Sie befinde sich in einer„außerordentlich schwierigen und delikaten Loge". Aengstlich fragt das Schreiben bei Moskau deswegen an: Wir überreichen in der Anlage die letzten Presse er- zeugnisse de? K.A.P.D. und fragen: Sollen wir auf solche Elaborate in der gleichen Sprache antworten oder nicht? Das Exekutivkomitee wird nachher gebeten, sich zunächst einmal über eine„Regelung der Sprache" der KLl.P.D. zu äußern. Denn: Ohne Information, wie wir smd, vermögen tott noch nicht einmal irgend etwa» zu der Aufnahme der K.S.P.D. in die Kommunistische Internationale zu sagen. Das offene Zugeständnis, daß ohne Information seitens Moskaus die deutsche K.P.D. nicht imstande ist. zu wich- tigen Fragen prinzipiell Stellung zu nehmen, beleuchtet blitz- artig die k l ä g l i ch e A b h ä n g i g k e i t, in der fich dte K.P.D. von Moskau befindet. O AI» Zeichen der Vereinigung zwischen AN- und Neukommmtisten stellt die von den Linksunabhängigen nach dem Hallenser Parteitag gegründete Berliner Zeitung„Die Internationale" mit Jahres- schluß ihr Erscheinen ein. Sie wird mit der„Roten Fahne' verschmolzen, ine dafür zweimal täglich erscheinen soll. In diesem Vorgang spmbolisiert sich die Unterwerfung der ehemals l'mkSunabhängigen Führer unter die Diktatur L e V i. Von all der in Halle vvh-ißenen Selbständigkeit ist nicht» mehr übriggeblieben, weder der pigene Name, noch die Zeigen« Führung, noch die eigene Zeitung ist ösjt ehemals Lmksunabhäng.gen gelassen worden. Freilich dürfte auch die„Internationale kaum lebensfähig gewesen sein. Sie war jourrl>»listisch so schlecht gemacht und derartig haarsträubend langweilig, daß der größte Teil der ihr anfangs von der.Freiheit" zugeströmten Abtrnncnten bald wieder abiprang, freilich wähl nicht, um zur„Freiheti", sondern um zur Leib- imb SRagcnloft der wirklich Radikalcm, ber Ullsteinlchen ..Morgenpost" und der Masseschen„VolkSzeitung" zurückzukehren. Hermann Roeren gestorben. Köln, 27. Dez-mder.(MTB.) Der frühere Reichs- und Land- tagSabgevrdnete ObevlandeSgerichisrat a. D. Roeren(Zentrum) ist im Alter von 7S Jahren gestorben. * In RoerenS Person hat sich für daS deutsch« politische Denken die religiöse Muckerei und engbrüstige Sittlich- kejtSschnüffelei verkörpert. Vielleicht war Roeren auch doS- halb für diese Eigenschaften ein so geeignetes AnschauungSobjekt. weil er bewies, daß främmigke.ts- und sitkliichkertStriefende Reden sich sehr wohl mit politischer Gerissenheit paaren können. Mastenveröerb von Satter? Unter der sensationellen Ueberschrift„Zusammenbruch der Butterzwangswirtschaft" verbreitet die Korrespondenz L. 8. die Meldung, daß in Leipzig 10 000 dort gelagerte Zentner Butter verdorben seien, die der Reichsfett st elle gehörten. Die Meldung ist derart mit Angriff gegen die Zwangswirtschaft und gegen bii ReichSfetkstelle gespickt, patz sie ihren Ursprung au» irgendwelchen Interessentenkreisen des Privaikapnal» kaum verleugnet. Da schon mehrfach ähnliche Meldugnen über den Massenverderb öikentlich. bewirtschafteter Lebensmittel, um die Zwangswirtschaft zu diskreditieren, verbreitet wurden, die sich nachher als unzutreffend oder stark ülbertrieben herausstellten, so geben wir diese Meldung unter allem Vorbehalt wieder. Die Notiz der L. 8.-Korrespondenz erhebt dann weiter de» Vorwurf gegen die ReichSfettstelle, daß sie im Frühjahr den Ein- kauf dänischer Butter versäumt habe, al» diese zum Preise von 12 M. das Pfund zu haben war, um sie später zum dreifachen � PreiS zu kaufen. Dies wind auf be>'ondere Einflüsse zurückgeführt. Nach unserer Kenntnis der Dinge ist der von der Rcichssettstelle beabsichtigte Buttereinkauf im Frühjahr gescheitert, weil da» Reichsschatzministerium nicht rechtzeitig die nötigen Z a h. �um�Su�tt��zu��e�ügun�stellt���������������� das Buch voch gute Proportionen, hat Bau und Siil und offenbar einen Dichler, der die Realiiälen des Leben» ebenso gut nach" zeichnen kann, wie er ihnen den Willen seiner ethischen Idee auf- zu�wmgen vermag. Ein epischer Erstling, der von dem Verfasser noch viel erhoffen läßt. 0. E. H. „Mach keine KinkerNdchea!" Diesen Ausdruck gebraucht man- cher, wenn ein anderer sich durch irgendwelche Ausflüchte und Eni- schuldigungen einer Sache zu entziehen sucht, hat aber keine Ah- nuyg davon, waS dieses merkwürdige Wort„Kinkerlitzchen" eigent- lich bedeutet. Wir bezeichnen damit irgendwelchen wertlosen Tand und Flitterkram. Wie aber der Ausdruck diese Bedeutung er» langte, darüber haben sich die Gelehrten schon viel die Köpfe zer- brachen. Am wahrscheinlichsten ist es, daß Kinkerlitzchen so viel ist wie Spinnenfäden. Im Vollsmund heißen die Spinnen vielfach Äanker, und Litze ist ursprünglich der Faden eines Geivebe», dann eine dünne Sckmur. T>aS Wort ist also als.Lankerlitze' Spinnengewebfaden gebildet worden, und durch Ungleichung deZ a in der ersten Silbe an da» i der drillen Silbe entstand Kinker- litze, Kinkerlitzchen.„Mach keine Kinkerlitzchen" heißt danach etwa so viel wie„Deine AusMchte und Einwände sind nicht halt- barer wie Spinnenfäden"; Kinkerlitzchen treiben bedeutet Dinge tun, de so wenig Wert haöen, wie die Fäden einer Spinne. Schluckepidemie in Schweden. Au» Paris wurde neulich be» richtet, daß dort eine Schluckepidcmie aufgetreten sei. Nach schwe- dischcn Meldungen hat sich diese Krankheit jetzt auch in Malmä gezeigt, wo sich 6 bis 9 Fälle von epidemischem Schlucken ereignet haben. Die Krankheit steht offenbar im Zusammenhang mit einer Art von Schlafkrankheit, da mehrere Patienten gleichzeitig Symptome dicscr Krai'fheit zeigten, jedoch von milder Art. Die Kranken sind in der Regel nach zwet bis acht Tagen wieder- hergestellt. Es bandelt sich hier natürltch nickt um die eigentlich« ansteckende Schlafkrankheit, die durch den Stich der Tsetsefliege über- tragen wird, also fast ausnahmslos in tropischen Ländern vor» kommt, sondern um eine eigentümliche, mit Scklafiuöbt verbundene Form der Grippe, die nur tu wenigen Fällen tödlich ist. Knnsfchronik. Die erste französUche Ausstellung nach dem Kriege wird am 29 Dezember im»Sturm" eröffnet. Der Scgclstug. da« groß« Problem der Zukunft, maibt langiom ftorllchritte in trr Eroberuna der Luft ohne wolorischcn Antrieb, allein unter AuSnützung nolilrlitficr Windstärke Ein Siöbn-EfiiclfUifl.ffieltbenjeiB, der 1921 aus der Waffeitiwpe veranstaltet werden toll, will den jetzigen Stand ieilsiellen. Der erste Preis ist jür eine Flugzeit von wittdesteus fünf Minuten. Henkeling» Stcrnbüchlcitt 1921. dieser erprobte Führer zur pra!» tischen HimmelStuiide, diesmal mit einer zweifarbigen Planctenlafel und zahlreichen Slernlarien und Abbildungen versehen, ist pünktlich in der Franckbschen Verlagshandlung, Stuttgart, erschienen. Gin Breihoven-Tenkmal in Rrgeneinie». Eine Kruppe arger», tiniicher Komponist,« bal einen Ausichuß gebildet, der die Vorarbeiten sür die Errichtung eine» Beetboven-DenkmalZ treffen soll, da» im Jabr« Igt? zur Erinnerung an den 190. Todettag de» große» deutsche» Tondichters errichtet werde» soll. Das Marburger Urteil rechtskräftig. T'e der G. 8.-Korrespondenz quJ Kassel gemeldet wird, ist der Freispruch gegen die Angehörigen deS Marburger Studenten» kcrpS, dij unlängst wogen Totschlags und Mißbrauch; der Waffe vor dem Schwurgericht in Kassel standen, rechtskräftig geworden. Nach eingehender Beratung zwischen dem Gencralstaatsanwalt und der Oberslaatsanwaltschast hat die Anklagebehörde auf Revi- fiort verzichtet. Das Urteil des Schwurgericht; ist jomit rechtskräftig geworden. Die Revision gegen ein Geschworenenurteil kann sich nur aus form als Rechtsmängel des Verfahrens stützen, der Spruch der Geschworenen selber ist durch Rechtsmittel u n a n» greifbar, mag er sachlich auch so verfehlt sein, wie eS bei diesem Freispruch zweifellos der Fall ist. Neue Note zur Cntwaffnungsfrage. Bis wir hören, ist die Antwort der Entente auf die letzte deutsche Note zur Entwaffnungsfroge bereits eingegaitgen. Es verlautet, daß sie in äußerst entschiedenem Ton an dem Standpunkt festhält, den die Ente bisher eingenomme/t hat. Da es sich um eine Angelegenheit von außerordentli"er Tragweite handelt, scheint uns rasche und vollständige Auf- klärung der Oeffentlicykeit gsboten. *Nuge um Nuge, Zahn um Zahn!' Paris, 27. Dezember. In der Freitagsitzung der Kammer er- klärte Kriegsminister Ra-iberti, er glaube im Gegensatz zu seinem Vorgänger Lesevre, daß der Augenblick gekommen sei, die militärischen Lasten heradzumlndern, ohne dadurch die national« Verteidigung zu schwächen. Lesevre stützte sein Sh- stem auf militärische Bedingungen, die schon vordem Kriege veraltet gewesen seien.(Beifall von der äußersten Linken bis in die Mitte des HauseS.) Gegenüber 5efövre, der gegen den Friedensvertrag von Versailles gestimmt habe, weil er ihn nicht für ausreichend halte, sei er der Ansicht, daß der Ber- trag, wenn er vorsichtig und strikte angewendet werde, mit der Ber- vollkommnung durch das Abkommen von Spaa Vollaus genüge, um dem Land die Befriedigung zu geben, die es erwarte. Der Kriegzminister verliest sodann einen Brief, den er a» Marschall Fach gerichtet hat, um ihn zu ersuwen, General Rollet Weisungen zu erteilen, damit all« Nichtausführungen am Friedensvertrag, die festgestellt seien, durch Zwangsmaßnahmen beantwortet würden, und jeder Verdacht, der in jener Hinsicht bestehe, untersucht werde. Marschall Foch, Marschall Petain Und die Mitglieder des obersten Kriegsrates bürgten dafür, daß die neue milimrische Or» ganifation nicht die nationale Sicherheit in Frage stellen könnte. Genepal Maud H u h erhebt sich bei diesen Worten und ruft in den Saal, die Frage von 100 000 Mann Soldaten mehr oder weniger werde Deutschland nicht in Schach halten. Teutschland habe 1914 die Bevölkerung durch Brandbomben zu tev- rorisieren versucht. Heute stehe Frankreich in Deutschland, vnd wenn Deutschland unerlaubte KriegSmrrtel anwende, wenn es 10 Häuser in Pari» niederbrenne, dann werde man dafür 100 in Frankfurt und 100 in Mainz niederbrennen.(Lebhafter Beifall.) Auge um Luge, Zaha um Zaha — das-müsse Deutschland wissen. daZ sei menschlich, denn es sei da» einzige Mittel, einen barbarischen Krieg zu verhindern. Abg. T a r d i e u z erklärte, Deutschland habe 95 Prozent seiner Geschütze abgeliefert und sei nicht mehr gefährlich. Die Kammer dürfe Deutschland nicht den Eindruck geben, al» zweifle sie an den Mitteln, über die Frankreich verfüge. Hievauf ergriff Ministerpräsident Lehgue» das Wort, um die Miliiärgesetzl: zu verteidigen. Er stellt fest, daß der abgegan- gene ÄriegSminister sie angenommen habe. Deutschland Hab« Hintergedanken, eZ führe die Vertrags- bestimmungen nicht loyal au»; niemand leugne das, aber trotzdem erfülle Deutschland den Vertrag. Der Ministerpräsident bewies das durch eine Statistik über die zerstörten und abgelieferten Was- fen. Deutschland müsse sich später alle Nachforschungen des Völker» bundeS gefallen lassen, da» habe Tardieu mir Recht betont. Frank- reich müsse stark genug sein, um die Ausführungen de« Friedens- vcrtvageS, wenn nötig, zu erzwingen und um jeden AngriffSver- such nioderzuschlagon. Frankreich müsse die Brückenköpfe am Rhein in 15 Jahren aufgehen, aber nur, wenn der Vertrag von Versailles erfüllt sei. Hier ruft Andre Tardieu dazwischen, daß, da der fran- xösisch-englische Schutzvertrag auf Grund de» letzten Absatzes des Artikels 42S nicht habe in Kraft treten können, die Besetzung dcS linken RhcinuferS nicht zeitlich begrenzt sei.(Lebhafter Beifall auf ollen Bänken.) L e h g u« Z sagt« nach Meldung der Havasageniur: Sie sehen, welche Mittel wir zur Verfügung haben! Nach dem»Echo de Pa- ris" aber: Ich danke Herrn Tardieu für diese Aufklärung, die die Aussprache noch klarer macht. Schließlich sprach der Ministerpräsi- denr von der moralischen und geistigen Stärke Frankreich», lohnte aber den beantragten Maueranschlag seiner Rede ab. Andre Lefevre, unterstützt vom UnterstaatSfekretär für Lustschiffahrt, Flandin, sprach von der umfangreichen Her. stellung von Flugzeugen in Deutschland und Oester» reich und hielt seine übrigen Bedenken aufrecht. Die Kammer nahm schließlich den Artikel 1 deS Gesetzentwurf» über die Bewilligung von zwei provisorischen Zwölfteln des Budget» de» kommenden Jahres mit Sil gegen 64 Stimmen an und vertagte sich sodann auf Montag. Der Parteitag von Tours. Tour« 27. Dezember. Am Sonnabend ist hier der sozio» listische Parteitag zusammengetreten. Mit 2898 Stimmen wurde beschlossen, die Tagesordnung so abzuändern, daß an eriter Stelle die Frage des Anschlusses an die Dritte Jntcr- nationale behandelt wird. 1223 Stimmen waren für die Be- ratung der Berichte, da wie der Deputierte Blum erklärte, man zuerst wissen müsse, wa» die Partei geleistet habe, ehe man Be- sch.'uß darüber fassen könne, welcher Richtung sie sich anschließen wolle. Nachdem der Kongreß sich für die Diskussion über den Anschluß an die Dvuw Jntevnacioncrle a-uSyesprochen hatte, wurde«ruf Antrag des Generalsekretärs der Partei Fr o f- sard beschlossen, daß sich zuerst die Parteisekretäre der einzelnen Bezirke über die Stimmung in ihren Kreisen aussprechen sollen. Erst dann wird in die eigen il ich« Debatte eingetreten werden, und zwar auf der Grundlage der drei Tagesordnungen E ach in. Lo n- g u« t und Blum. Die Tagesordnung Tachin-Frosfard tritt für den Anschluß an Moskau»in, die Tagesordnung Blum lehnt den Anschluß ob, während diejenige L o n g u e t s, die«an die Tagesordnung der Wiederaufbauer nennt, für eine neue vierte Jnternaiional« eintritt, in die die Anhänger der Zweite» und Dritten Internationale eintreten sollen. Am Sonntag setzte der Parteitag seine Beratungen fort. Die Delegierten der verschiedenen Bezirke berichieten über die Slim- MMlg in ihren Kre.sen. Für den Oberrhein sprach Grumbach. der erklärte, eS sei in Frankreich unmöglich, das durchzuführen, was in Rußland durchgeführt worden fei. Man dürfe die Frage der russischen Revolution nicht mit der Zustimmung zu den Grund- sätzen Lenins verwechseln. Für den Niederrhein berichtete der ehe» malige ReichStagSabgeordnet« W e i ll. In seinem Bezirke seien 102 Stimmen für die Dritte Internationale abgegeben worden. Da? sei eine Folge der verhängnisvollen Innen» und Außenpolitik der französischen Regierung. (dberschleften unü öer Papst. B reSla», 27. Dezember. Ter„Schlrsischeu BolkSzeUung" zufolge erließ Monsignore Ogno, der apostolische Kommissar für Oberschlesien, eine Kundgebung, in der es heißt: Der Hei- lige Vater, der tief betrübt ist, daß der Frieden unter den Katho- likcn Oberschlrsicns aus politischen Gründen gestört wird, schickt mich zu euch, um den Frieden wiederherzustellen. Das Weih» nach töf est gibt mir Brranlassung, die Katholiken zu bitten, die Mahnung zum Frieden nicht zurückzuweisen und von der politischen Verblendung abzulassen. Tie Mahnung richte ich vor allem an die Seelenhirten, dir gelobt habe«, ihren heiligen Dienst im Geiste der L'ebe und Gerechtigkeit auszuüben. Ich bestimme namenS des heiligen Baters folgendes: Allen Priestern jedweder Nation wird sub xravi unter» sagt, im Abstimmungsgebiet Propaganda zu treiben, ihre Privatmrinung zu äußern und bei den Wahlen ihre Stimme abzugeben. Allen Pfarrern wird verboten, Kirchen und Schulen zur Erörterung der Abstimmungsfrageu zu benutzen, da diese Orte allein zur Pflege de« religiösen Leben« auSersehcn sind. Ich behalte mir vor, vorstehendes verbot abzuändern, jedoch bemerke ich schon jetzt, daß ich Abänderungen nur aus gewichtigen Gründen zulassen werde, wobei ich keine Partei begünstigen werde. Falls ei» Priester dieses Dekret nicht befolgen follti� werde ich gegen ihn, wenn auch ungern, mit solchen Strafen vorgehen, die zu verhänge« der Apostolische Stuhl mich ermächtigte. GroßSerlw Luftmorü an einer vierjährigen. Ter Mörder verhaftet. Die Entdeckung eines Lustmordes an einem Kinde rief am Heiligabend in Moabit große Ausregung hervor. In der siebenten Abendstunde wurde dort an der Putlitzbrücke, in einen O b st k o r b gezwängt, die Leiche eines kleinen Mädchen? auf- gefunden, die erkennen ließ, daß die Kleine das Opfer eines Lustmörders geworden war. Die von dem Mordbereitschaftsdienst noch am Heiligabend und am ersten Feiertag eingeleiteten umfangreichen Nachforschungen führten bald zur Feststellung de» Namens der Ermordeten und gestern, am zweiten Feiertage, auch bereits zur Verhaftung des Verbrechers. Ucbcr die Bluttat, die von einer geradezu bestialischen Roheit zeugt, wird uns berichlet: Zwei ArbeitSburschen sahen, als sie die Ouitzowstrotze entlang gingen, unter einem au der Putlitzbrücke stehenden unbenutzten großen TranSportwaaen der Firma Jüst an der Bordschwelle einen Obfuragekorb von 80 Zentittietcr Länge und 30 Zentimeter Breite liegen, der mit braunem Packpapier zugedeckt har, auf dem viele große Glassplitter lagen. Einer der Burschen zog den Korb unter dem Wagen hervor, schlug das Papier zurück und erblickte nun darin zu seinem Entsetzen den Arm eine: K i n d e r l e i ch e. Tie jungen Leute benachrichtigten sofort die zuständige Revierpolizei von dem schrecklichen Fund, und diese stellte alsbald fest, daß der Korb die Leiche eines kleinen Mädchen» enthielt. Do der nnbeimlich« Fund auf ein Verbrechen schließen ließ, wurde sofort die Mord- kmnmission der Berliner Kriminalpolizei alarmjerr. Der Gerichts. arzt Prof. Dr. Strauch stellte bei Besichtigung der Leiche fest, daß an der Kleinen ein schweres Sittlichkeitsverbrechen der- übt und dabei von dem Wüstling erdrosselt worden war. Die ersten Ermittlungen galten der Feststellung des Namen» der.Kleinen, und noch am selben Abend wurde die Leiche als d!« am 24. Februar 19lS geborene Tochter Ilse de« Tapezierer» H e i m a n n aus der Perleberger Straße 45 relognofziert. D'e weiteren Nachforschungen ergaben, daß die Kleine seit Tonnerstag, den 23. d. M.. nachmittags Lsh Uhr, verschwunden war. Sie spielt« um diese Zeit mit ihrem acht Jahre allen Bruder Kurt auf der Straße in der Nähe der elterlichen Wohnung vor dem Hause Perleberger Str. 25. Dort trat ein Mann in feldgrauer Kleidung an die Ge- schwister heran, fragte sie nach ihren Namen und beauftragte bann den Jungen, ibin für 80 Pfennig Streichhölzer zu holen. Als dieser die Streichhölzer in einem in der Nähe befindlichen Ge- schüft kaufen wollte, sagte ihm der Fremde, er solle sie au» der Havelberger Straß« holen, dort seien sie besser- Während nun der Knabe den Auftrag ausführte, macht« sich der Mann an das Mädchen beran und ging mit ihm nach der Birkcnstratze zu davon. Dort wurde er dann von anderen Kindern gesehen, wie er die Kleine, die weinte, an der Hand führte. Die Festnahme des Mörders. Die Feststellungen über die Auffindung der kleinen Leiche wurden, da keine Tageszeit wngem erschienen und auch Gäulsnan- schlage sich nicht ermöglichen ließen, vervielfältigt durch ein großes Anfgabot von Beamten de» Fahndungskommando» und de» MorddeoeitfchaftSdiensteS sowie der in Fang« kommenden Reviere in Moabit, m allen Lokalen und vielen Geschäften und Privat- Häusern verbreitet. Auf die Ergreifung des Unholde», dessen Be- schveÄnrng. trotzdem er von mehreren K.ndevn gesehen worden ist, nur ziemlich mangelhast angegeben werden konnte, wurde von dem Chef der Kriminalpolizei, Oberrrgierungsvat Hopp« al» Vertreter deS PÄi�eipräsidenten, eine Belohnung von 10000 Mark ausgesetzt. Zugleich forschten die Beamten überall nach, wo der Mann mit dem Mädchen noch gesehen worden war. Es gelang ihnen auch, mehrer« Leute zu ermitteln, die wesentlich« Bekundungen machen konnten. Die ersten Fingerzeige, die zur Festnahme de» Täters führten, gab eine Gasiwirtsfrou. Sie entsann sich, daß der Mann mit dem Kinde am Donnerstag nachmittag gegen 4 Uhr da gewesen war und für sich einen Kognak und für die Kleine einen Himbeerschnaps bestellt hatte. Dieser Gast wurde dann festgestellt als der am 2. September(875 zu Berlin gehören« Dreher W i ll y B i r kho lz. der in der Stefanstraße 10 im ersten Stock deS OuergedändeS bei seiner Mutter wohnte. Er wurde gestern verhaftet und-allen Kindern und Erwachsenen, die ihn mit der kleinen Hai mann gesehen hatten, gegenübergestellt. Die Zeugen erkannten ihn alle bestimmt als den Mann wieder. Ein« Durchsuchung der Wohnung des Verhasteten föttzerte noch weckeveS schweres Belastungsmaterial zutage. Die Mutter erkannt« den Korb, in dem die Leiche aufgefunden wurde, als ihren Korb wieder, der auf dem Boden gestanden hatte. Trotz deS erdrückenden Beweismaterials war Biokhog noch zu keinem Ge- stättdnrS zu bewegen gavesen. Er behauptet nicht, daß« daS scheußliche Verbrechen nicht begangen habe, w.ll aber sich der Vor» gänge nicht entsinnen. Er wisse nur, daß er cm dem Tage betrunken gewesen sei. Er gibt auch zu. daß er in angetrunkenem Zustande den widernatürlichen Trieb habe, sich kleinen Mädchen zu nähern und unsittliche Handlungen m.t ihnen vorzunehmen. Birkholz ist auch m der Gegend als ein solch gemeingefährlicher Kinderfreund bekannt und hatte dieserbalb auch schon wiederholt mit der Polizeibehörde zu tun. Nach dem Gutachten des GerichtsarzttS handelt eS sich um einen geradezu bestialischen Roheit«- akt, den der Wüstling mit dem Kinde vorgenommen hat. Di« Ver- letzungen find so schwer, daß diese schon seinen Tod herbeigeführt haben können. Da die Leiche aber auch noch an der rechten Hals- seit« einige Würgemale und verschieden« Kratzwunden aufweist, so ist anzunehmen, daß der Unhold es erwürgt hat. Nach der Tat hat er die kleine Leiche dann mit roher Gewalt in den Korb gepreßt, diesen bis zum nächsten Tag« stehen lassen und ihn dann unter den Wagen geworfen, wo er am Heiligabend gefunden wurde. Neben dem Korbe lag auch noch ein Kaninchen mit eingeschla- genem Schädel. Es stammt gleichfalls von dem Boden, wo der Wüstling den Lustmord begangen hat. Wahrscheinlich hat dieser im Blulrausch auch das Tier erschlagen und es dann zugleich mit der Kindesleiche fortgeschafft. Weitere Vernehmung. Der 45 Jahre alt« Dreher Willy Birkholz blieb auch bei spä- teren Vernehmungen nach wie vor dabei, daß er den Mord, wenn er der Täter sein sollte, nicht mit Bewußtsein verübt habe. Nach wie vor behauptet er, daß er sich wegen Trunkenheit auf nicht» mehr besinnen könne. Um die Kette de» Betastung'heweiseS voll» ständig zu schließen, wird der Verhaftete heute noch nach alle» Stellen gebracht werden, an denen Zeugen ihn im Lauf« deS Nachmittags gesehen haben. Die Kriminalpolizei ist zugleich dabei, da« ganze Leben des Verhafteten gründlich zu durchforscken. Den» eS erfcheint nicht ausgeschlossen, daß ihm noch mehr zur Last fällt, als man bisher weiß. So bedarf der Fund eine» Kinder» mäntetchen» in seiner Behausung noch der Aufklärung. ES ist ein Mäntelchen an» braunem Plüsch mit rotem Kutter, das mit Pelz besetzt ist und einen pelzbejetzten Schulierkragen hat. Diese» Mäntelchen wurde bei einer Durchsuchung der Räum« entdeckt. Die Mutter Birkholz' bat«S nie vorher gesehen, er selbst will durckauS nicht wissen, wi« es in die Wohnung gekommen ist. Di« Eltern de» Kindes, wem«s gehört, oder andere Leute, die darüber etwas wissen, werden ersucht, sich im Zimmer 44 bei der Kriminalpolizei zu melden._ Die Feuerwehr in üen Iekertagen. Di« Feuerwehr hatte in Berlin während der Feiertage mehr als sonst zü tun. Zahlreich waren die Meldungen von Bränden und Unfällen, besonders von Gasvergiftungen. auS Berlin und den Vororten. U. a. ward in tödliche GaSvergif- tungen vom WeinbergSweg 12 und auS der Mauer st r. 80 gemeldet. und fast gleichzeitig lebensgefährliche auS der Zorndorfer Str. 62, Hohenloheftr. 18, Mariannen-Platz 26. Melcbiorstr. 36, Potsdamer Straße 121, Friedrichstt. 217, Schle fische Str. 42 und anderen Stellen. Am ersten Feiertag nachmittags um 4 Uhr ereignet« sich im Zirkus Busch beim Beginn der Nachmittagsvorstellung al» die Raubtiere vorgeführt wurden, im Gang vor der Manege ei» aufregender Vorfall. Ein Bär und ein Löwe gerieten in Sampf miteinander und waren nicht zu trennen. Sie hatten sich derartig festgebissen, daß sie nicht voneinander getrennt werde» konnten. Die übrigen Raubtiere waren natürlich ebenfalls kampflustig ge» worden. Während die Wärter mit eisernen Standen usw. vis Bestien zu trennen versuchten, demühten sich die anwSjenden Feuer» wehrmänner die Kämpfenden durch Was sergeben auS dem Hydranten zr beru-sigen. Schließlich gelang die», ohne daß da» Publikum etwas von dem Kampf hinter den.Kulissen bemerkte. In der Druckerei von Hermann, Beuthstt. 8, war Schmieröl von einem Motor m Bvand geraten Tischtereibränd« riesen die Wehr nach der Dresdener Str. 40 und Möckernftr. 60. Wohnung», brande mußten u. a. gelöscht werden in der Elbinger Dir 6. Eisen« bahnftr. 68, Müncheberger Str. 16, Kadiner Str. 6. Britz« Str. L, wobei die WohnungK'nhaberin Brandwunden erkitt. f—net j» der Neanderstr. 24. Nacht» bracht« die Wehr ir dem Haust Friedrich- strahe 131 am Oranienburger Tor vier Personen in Sicherheit. die dort in einem Fahrstuhl eingesperrt waren. Maskierte Räuber bei Schering. Die Berliner Verbrecherwelt hat sich die Arbeitsrube r» den Feiertagen nach Kräften zunutze gemocht. In die Gebäude der Akliengeiellschast für chemische Industrie von Schering u. C o., M ü llerstr. 170/71, drangen in der vergangenen Nacht sechs maskierte Männer«in. die den Wächter über» kielen, als er sich auf einem Sireifgang durch die verschiedene» Räume bekand. Sie banden ihn an einen Smhl und bedrohte» ihn mit ihren Pistolen mit der Austorderung, sich ruhig zu verhallen, da sie ihn sonst erschießen würden. Dann durchsuchten sie in aller Rube die Räume und nahmen da« Wert« vollste, darunter mehrere Platin- und Silbertessel, mrt. Durch den Torweg, der nach der Fennstraße führt, sind die Räuber dann unerkannl enikommen. Im übrigen sind in den WeihnachtSfeiertagen zahlreiche Ein« bräche begangen worden, bei denen den Verbrechern zum Teil wert« volle Gegenstände in die Hände sielen. Zahlreich« Einbrecher konnten von der Schutzvolizei erfaßt werden. Tie Feuerwehr ist in den Feierlagen verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen worden. Kaiserlich" endlich ungültig. Da» Wort.kaiserlich' ist auf den alren Srempeln und Siegeln ber Dienststellen der ReichSmorine eniternt worden, Stempel und Siegel dieser Slellen werden deshalb nur noch dann oner« tannt, wenn sie das Wort.kaiserlich' nicht mehr ent- halten. Beim Landheer werden die allen Siempel und Siegel noch bis zum 1. Januar benutz«. Nach einer Aiiordnung der Heere»- leiiung mutz aber das War«.königlich' durchstrichen sein, wenn die damit verfetienen Schriftslücke als gültig anerkannt werden sollen. Bei der Reichswehr werden von Neusahr an die zum endgüliigen 100 000 Mann-Heer gehörenden Truppenteile mit neuen Dienst» stempeln und Siegeln versehen. Die Republik hat ,wei Jabre gewartet, bevor sie sich zu dieser selbstverständlichen Maßreßel entschloß. Eine musikalische Weihnachtsfeier war das F« st k o n z e r t. mit dem der B e z i r k s- B i l d u n g S- a vs sch u ß Groh-Berlin der S.P D. am ersten Feiertag seine Kanstgemcinde erfreute. In der alten Garuisonkirche, wo am Bormittag gläubige Christen die Frieden verheißende Weih- nachtSbot ichaft sich künden ließen, versammelten sich am Nachmittag anderlhalbtausend kunstbungerig« sozialdemokratische Männer und Frauen. Bei kirchlicher Musik wollten sie iür ein paar Stunden sich frei machen ans der Beenglheit und Ledrängtheit, die der Alltag bringt. Es ist ein schönes Zeichen für den Erfolg der bisher ge» leisteten BildratgSarbeit, daß die sozialdemokratifckis Arbeiter bevöl- kerung gegenüber der relrgiösen Kunst den ablehnenden Standpunkt al» falsch erkennen gelernt Hot. Der richtige Stand- Punkt kann für sie nicht der religiöse oder antireligiöse, sondern nur der künstlerische sein. Händ'.I und Bach und Reger und die anderen Meister, deren Werke di-seS WeifmachtStonzert bot. werden eine hingegebener« Zuhörerschaft al» hier nicht oft gefunden w haben. Die anscheinend stärkste Wirkung ging avS von Johannes i Tccards fünfsiimmigem Gstotlicb„Ich lag in tiefer Todesnachl'.] Dank niib volles Lob verdienen alle Mitwirkenden: der von Prof. Thiel geleitete vortreffliche Clor(„M a d r i g a l> V e r e i n i. g n n g"), die Violinvirtuosen Nicolas Lambinon und Paul St v. Szent-Gvörghl und der meisterhafte BeHerr» icher der Hrgel, Domorgamst Walter Fischer. * Eine hübsche Weihnachtsfeier fand am Abend des 1. Feier» ages im Zentraljngendheim der Arbeiterjugend, Lindenstraße 3. statt. Mehrere Etiern waren als Gäste anwesend. Die Festansprache h'elt die Genossin Todenhagen. Ihr und wohl auch den anwesenden Eltern sei diese Feier der Jugend eine kurze Flucht ruK der Unras' des iäg!ich»n Lebens. Unser Volk hat viel dem Volk vor zweitau'end Jahren gemeinsam, auS dem der große Nazarener herdorgegangen, der, ein Kämpfer für die Unter» drückten, die Friedensbotschaft � den Menschen ein Wohlgefallen! in die Welt schleuderte. Auch heute noch ist diese Botschaft Inhalt und Ziel unseres Kampfes.— Lebhaftesten Beifall fanden vor allem die heiteren„Lieder zur Laute", die eine Jugendgenofsin mes dem..Stralauer Viertel" zum Vortrag brachte. Eine humo» istische Bescherung und eine Bücherverlosung beschlossen die Feier. SswerMastsbeipegung Crnste Lage im öraunkohlenbergbau. Wie uns ein eigener Drahtbericht meldet, fand am Donnerstag in Halle ein? Konferenz der Vertrauensleute sämtlicher im Braunkohlenbergbau beschäftigten Arbeiter für Mitteldeutsch- l a n d statt. In einer Entschließung an die in Betracht kommen- den Ministerien wurde einmütig zum Ausdruck gebracht, daß der Streik für ganz Mitteldeutschland proklamiert wird, wenn die eingereichten Forderungen bis zum Ib. Fe- b r oi a r keine Erledigung gefunden haben. Der Weihnachtsmann aus Amerika. Aich Veranlassung des merikanisckie» Senators Mc C arm ick wurve in Berlin am ersten ZZeihnachtsfeiertag von den amerikanischen Ouäkern für 700 arme och n d e r eine W i hnacht-Zieier veraiistallrt Wie der Bei liiicr Kor» relvondent der„Chicago Teibime" seinem Blatte berichtet, haben sowohl in Warschau als in Wien ähnliche Feiern stattgefunden, für die der Senator arößere Summen aestüiet hatte. In Berlin wurden dte Kinder von Mc. Ecnmick mit Estwaren. Kirchen, Obst Na'chwerk und warmem Unieneug beichenkr. Fran Stadirat Weyl nchteie eine Begrüstung-aniprache an den der der Feier anwesenden Senator. „Allrrhöchfte Verordunngen" durch die Potsdamer Negiernag. Der NegierungSvrändeiil zu Pviedam erläßt wie uns mitaereilr wird, in den Brandenbnrger Provinzbläticrn gegenwärtig Bekanni» machungen. die leibst in dem reakiionären Potsdam einiges Kopi» schürieln bervorru'en. Dieie Bekonutinachunaen aebranchen mit Vorliebe die Wendung: Aus Grimd der allerhöchsten Verordnung uiw. EnteigniinaSv'riabreii. deren Bekaninmartningen noiwendig■ nnd, werden gleichfalls mir dem Warle:„Agerbö.chst" eingelenkt. � Die letzie Verordniina ist nnterrrichnet: Potsdam, im Derem» äer l0ü0. Der Regieruiigspräsidenr. Im Auftrage: gezeichnet Veiper. Allerhöchstdemielben treucS Potsdam, wie wird„ER" sich reuen. Der Ncchiililitauiiche ktührrichiind bewirtet und beschenkt am Ditnstaa, de» LS. d. Mls., nachm. 2 Udr. im gronc � Saal der Plnlbar» nonie, Ben bmgcr Str., 100 0 in den Laza>rltci, liegende S ch w e r» Iriegsbetchödigte. Mit der WeikinachtSdcicheiung itt ein Bn, ter Nachmittag zum Best n der ctriegSzermalmt!!, verbunden. Erae Kürisllcr - an der Spitze llart(Ztewing— bnben sich in den Dirnsl der guten Zache gellevt. Kaile» für die Veianslnllling ,um Pici'e von A>—. 15,—. 0,— und 5 M. au den Ztzealer iasicii A. Wertdeim. Bote K Bock, fV validen- ank und an der Zaaeskasse ,u baden Die Bundesleitung des R sf.-B., berlin 6, Luiscnstr. 31 b, nimml Spenden und Geichenle für den Gaden» Usch entgegen. Ter Prciisitsckie Iiinglebrrr-Nerbaiid. Pi avinstaloerSand Bran- denbuig. veinnsiallel am-0. Dezember, abends ö»hr, in den Kammer» säten. TeNou er Str 1/4. einen W o d l I ä t i g k e i t s a e e n d. Post- uud Telegraphcnstreik i« Oesterreich? Die Leitung der Wiener„Technischen Union" hat der Regierung ein Ultimatum überreicht: Di? Vertrauensmänner der Telegraphen- und Tclephonangestellten sind mit der Forderung an die Regierung herangetreten, für energisch? Maßnahmen �gegen den zügellosen Preiswucher zu sorgen, erhielten bisher jedoch keinen Bescheid. An das Präsidium der„Technischen llnion" ist nunmehr die Weisung ergangen, unverzüglich Vor- kehrungen zu treffen, um durch eine schärfere Tonart die Regierung zu einer Stellungnahme zu veranlagen. Am 29. d. M. findet ein? Vertrauensmännerversaininlung statt, der der Antrag unterbreitet werden wird, mit einem Telegraphen- und Tel e.p hon streik einzusehen, falls es zu ke'ner Aussprache mit der Regierung kommen sollte. Am 8(3. d. M. würden dann zunächst die Staatsämter, dann die Börse und die Finanzinstiwte und schließlich die Presse vom Telegraphen- und Telephonverkehr auSgeschal.et werden. AIS äußerstes Mittel soll die allgemeine Einstellung dcS Telegraphen, und Telephon» dien st es in ganz Oesterreich erfolgen. Durch Verhandlungen der Regierung mit den Vertrauens- männcrn her Angsstellten der Südbahn wurde der Streik beigelegt._ Tie SchiffSmnnnschoften der westdeutschen Kanäle arbeiten gegen Wochenlohn. Infolge Frost wurde in der Woche vor Weihnachten die Fahrt auf den Kanälen eingestellt, flugS kündigten die Unternehmer den Mannschaften mir siebentägiger Kündigung das Arbeitsverhältnis mit' Ablauf zum 23. Dezem. b e r abends und erklärten einen Tag vor dem Austritt den Mann» schaften, a m 2 7. Dezember würden die Betriebe wieder eröffnet. Ter Fwcck der Ucbung war erstens, an den Schiffsmannschaften wegen ihrer led'en Streiks gegen die Unter» nehmcr Rache zu üben und für drei Tage den Lohn zu sparen. Diese und ähnliche Handlungen der Unternehmer haben bei den Schiffsmannschaften ein« Stimmung erzeugt, die über kurz oder lang erneut zum Streik führt., Der Streik der Tdeatermusitcr ha« am ersten WeibnachtSfeier- tag abend» an den O p e r e l l e n b ü h n e n eingesetzt. In der Komiiltien Oper, im Neuen Opereiten-Tbeater, im Metropoltbcatcr und im Tbealer am Nollendo:tplotz wurden die Vorstellungen zwar abgedalie». aber die Musik fehlte. Am zweiten Feiertage fand laut ,?ak..Anz." im Nollendorf- Platz-Theaier eine Versammlung des Verbandes Vetliner Thealer» lciier mit der Sireikleiiiing statt. Es erfolgte eine Einigung. die es allen Oreieiientheaiern ermöglichte, gestern abend ohne Störung zu spielen. Zeutrakvervanb der Maschinisten nnd Beizer. Dienstag,« Uhr, In Oberichöiiewcide. Withelmiuendotur. 41, bei Pamv. außerordentliche Le- zirtSveilammIung bei Bezirks Obei lchSncweide.— Donnerstag, S Uhr. im Gen�rlichailshaus. Saat 4, autzei ordentliche Generatverjammtung Tages» ordnung: l. Bericht der Verwaltiing L. Kassendertchl. 8, Wahl bei Ber- waltungstörperS. 4. Anträge. 6. Verschiedene». Groß-öerliner Parteinachrichten» Morgen, 28. Dezember: 18. Abt. Familtenfest in den Comenius-Festsälen, Memeler Str. KS. Beginn 5 Udr.— Donnerstag. denZO. d. M., abends 7 Uhr, bei Thiedtke, Litauer Str. 6 1 Funtlionärsitzung. 8S. Abt. lTcmpelhos.) 7 Uhr erweiterte Borstaudtfitzung, Friedrich» WUHetm-Str. SO. Zt. P.D.«Fraktion N.E.B. fäll! in diesem Monat auS. Bruunrnftrafse. Unser« Fraktionsfitzun, Uebnngsstunden der S.P.T.-CHSre. Anfragen find zu richten an K. Schulz, Charlollenburg, Kantttr. ZZ. Mouiag. 7'/, Uhr: Arbeitergesarigoerein.Tinlgleil'- B u ch h ol» bei Heiiiiig, Pascivatler Str. 56.— Frauenchor.Fiohstiin'» C d a r« lotlenbura: Jugeuddeim,' Nofinen-ti. 4.— Frauenchor Tempel» bot{8-MO.) im Säiigerhcim, Kaiser-Bilbelm» Ecke Werder Straße.— Dienstag. 8 Uhr: Soz. Männerchor Hatlelche» Tor bei Krause, Maiianiieiiplah SL. Sängerchor S.P.L-Pankow(8—10) bei Engel, Miihlenilr. 45.— Donnerstag. Freier Sängerchor»Reinickendorf bei Liudstedt, Resldenzsliaße, Ecke Oirmlei Weg.— Freitag. 7'/, Udr: j Soz. Männerchor Prenzlauer Tor, Milasäle, Schöndamcr Allee 130. !— Mär nerchor»Harmonie«- Charloltendurg, Aula der Siemens- Oberrealschuie, Schloßilr. L7.— Soz. Männcrchor Mariendors(8—10), Aula in der Königstrave.— Weißensee(8 Udr). Puiorius-, Ecke Röcke- llratze.— Liedcrircundc-Borsigwalde-Wlltenau-Tegei bei Jaschinsky. Neue E.nslilr. 5.— Männerchor Tempelhos(8—10) im Sängerheim. Kaiier-Wildelm», Ecke Werderjiiaß«. Wegen der Feieitage: Prenzlauer Tor am Donnerilag, den 30. Dezember, bei Goldschmidl, Slotpische Straße 30.—.Harmonie''» C b a r» loltcnburg: am 2. Jan-rar im Vereinslokal Schiogstraz« 45, Bohn», vorm. 10 Uhr._ Jugenüoeranstaltungen. Heute 27. Tezcwber: vuchholz. Fugendbeim, Kcmeindelchule, Berliner Str. 19(Kons»» renzzimmer): Vorslandssitzung(8—10). flus alker Welt. Gegenseitig erschossen. In Minderbeide bei Minden gerieten am Heiligen Abend der Piodiiliendändler Wiese und der Bahn» aibeiter Lodmann wegen eines Scherzes in Streit, in dessen Ver» lauf die Beiden zur Schußwaffe griffen und sich gegenseitig er- schössen. VulkananSbruch in Japan. Nach einem Telegramm au» Tokio vom 22.»fl ein A u s 1) r u ch des B u l t a n« Aiama-Aama auf der Insel Nipp an erfolgt. Ter von Eidstößen begleueie Ausbruch war einer der hetligflen. die man je beodachiet Hai. Wälder find niedergebrannt und ein Dorf wurde vom Lavastrom verichüllet. Die Fabl der Opfer dürfie«ebr doch sein. Seraniro. für den redalt. Teil Tr. Werner Pcllcr. Eharloitenburg: wr»ozeiiieaz vi. Älixtr. Berlin. Beriaa rorwärlS-Beriaa Ä NI b. H.. l'eriin. Druck: Hoc wärts-'.nuaidruckerei u VerioaSaniinll Paul Singer u Co Berii.i Sinv> ,iir 3. rti-N! en»l>-»n« 54. <-r«> Ii!■ Konzert— Variete »all lJeberra>chiingea Anlant« 7'/i Uhr. Tischb siellun: enserden im Bureau enige en e- nornrnen, doch hieben bestellte Tische nur bis 8 Uhr resei viert, Strueriraxrn niib Ibncn n. d) 'in-UäiielV WisseUv„Fuhre, lutd) da» tReichscmtontmcn- itueiacieg"(8 3)1) 19(1 jie alle Suchh.Barwcitt». Srnbenfttatzti Uibüäöiegei-~ Knbarett- .lä ger»! i alJc 5� i'Tä.jl. Anf. TVjUhr.j KohertSteldll und das g�rotle Dezember-Pro�ramm II» lO IT.sTAXZ B l sul. Zu IASV. H.StObCh- 1 Sarrasaitf. Prunkpantom Gretls T räum. tisPären, Löwen, fn'eß. Menschen Circusk. ab 10 ununterbr vVarenliäus Tiet?.. Nachm albe Pieisr für Kinder.| Elektro-Motore Leitnngo-Dnitamo-Krtldte In» s!alli»..MaleriaI iauii ianienb «!:leitromech..zentrun!. iNi,')» 17821.»!»r)e Sir 18(Aier-Pi.) bei bequemer stabtweiir ab maeb Bei tvarzahluna IM» Rachtah. gtiegsani. o. mstahig. geuomi».: pelziooreniabrik'! KALL5S,| I!lc- BJatSenbcrnlie. 11. nahe Stadtbahn.:oITi.>rgarten. Telephon i Moaki, 78l2/2s ckiülliilell �iiivg'eiZ ilLlitt! öNIZtLrijLMK? VigsslSlit8k!>'.Ik!igsK! 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Mae,>921 nur noch in Gotha »nd Berlin bei unteren gasten. Sotha, den 27. Dezember 1920. Denttche Srnubtredit-Bani. Dr. med. GrStcrmg Haut.Hain, Gescnlechtsieia. n.Männ u. Fra ien.Blutunieis lavalldenatrabe 35. Ecke Chau«seestr. Stett üht. Spr Wochemäglich 11-1.>/�->/,7. Silvesterscherze Scherzkorken mit Schi nga Od't Sprü'ir gen I M. Ver. lohuns.-Orakel 2 M. Zigarren mti NlcBpulver I M Knallende Sciinee» flocken I M. Rauchender Schornslein, rauch. Kerze > M. Stinkzigarren 50 PL Zigaretten mit Fcuet.erk oder stinkend. Katton lOStk. 1 In Schneefall 50 PL RuB» fall 50 Pi Seher. pralinc. Kurion 1.50 M, Fliegende Wurmte> M. Sterb. Schwein 1J0, 2.50 M. L'lkwürste, wie richilge, i.5u,2.-M. Gieß» blel D,id Z—, 3—, 4- M. Nasen. Masken. Mützen. PXcher, Girlanden, Lamplona, Blumen, Schneeballe. Konietil.Pap.crstlilangcn.�i üßte Auswahl, billiu Knallbonbons Dtzd. von 1— M. bis zu den feinsten Rsdauartlkel. Käppi mit Stimme ISO M Hüte, die beim Gruüen laut schreien, 1-. 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Immanueltiechftrog« 2L Sleglili. Echrldhoii. strotz» 12, porirrre, bei Getick«.* KON XI3MON cS)ie gute MASSARV —. SZiqataiie urteilen Sie s elbsfl iC W,'> vi., 1.VH.