Kr. 654■» 37. Jahrgang Ausgabe Ä Kr. Bezugspreis: SS'CleliälirLaO,— aHt_mimcflJO,— SKt frei ins paus, notaus johlfact. Poil- beintj: Monntlicii 10,- Mk. sxL.fln- ftellungsgeoiihr. UnirrÄreluband fu: Deutlchlanv nnd Oesterdeich 16,' 0 M!, für Oes übrige Ausland bei taglich einmal, �ullellune 21,50 M,«Poftbe- ftcHunqtn nehmen an Oesterreich, Unzarn, Zschecha-Elowakei, Dane» mar!, vollano,-.uxemburg, Achmeden unb die ESmeig.— Eingetragen in die Vost-�eiNmgs-Preislisre. Der.Barwärts� mit der Sonntag»» beilage»Bali n. Zeit' eridieim wachen- täglich zweimal, Sonniags und Man» tags einmal, Selegramm-AdreOe: >Sozialde»»»tra! Berlin-, Morgen Ansgabe Der! in er �olksblnti � ZV Pfennigs Anzeigenpreis: Die achtgesgaltene Nanvri, allere'!« loitetZ,— W„ Teuerung»?, uschlals SO Allein« Slnzeigvn- das ten» gesrnckte War: A.— M. i zulässig zwei iettgedruckte Ätorte),>e0es weitere Wan SO Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen da» erste Zgart «5 Pfg» iede- weitere 33ott tO Pfg Warle über 15 Buchstaben zählen inr cwec Warte. Teurrungszulchlag 50",,» liamilien-An, zeigen für Slbannenten Feile 2,— M» valitifche und ec» wertichaitliche Lerein»» Anzeigen Z.— MI. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n ä chst e Nummer müssen bis S Ahr nachmiiiagz im Sauvtgeschäft, Berlin SW i, Linden» straße 3, abgegeben werden. Deijfknet oan 9 Uhr müh bis 5 Uhr abends. Zentraler qzn der rozialdcmohratifchcn Partei Deutfchlands lteöaktivn und Expedition: SM. 6$, 2indcn(lt. 3 aernilirrciier! Amt MortUvläv, Nr. ll»! 90—!5l 97. Vonvärts-Verlag G.m.b. h., SW. H8, �indenstc. 3. Fernsprecher: Amt Moriuviau, Nr. 117 3»— Zt. Sritifthe /lrbeiterwahlflege. London, 28. Dezember.(DA.) Bei den Nachwahlen in Wales- hat die Koalition neue Niederlagen davongetragen. Im Wahlkreise Abertillery siegte der Kandidat der Arbeiter- Partei B a r k e r mit 1ö 492 Stimmen über den Koalitions» liberalen Hap Morgan, der nur 7842 Stimmen erhielt. Ebenso schlug im Wahlkreise West-Rhondda der Arbeiterparteiler John mit 14 935 Stimmen de» Unionisten RowlandS, der 9959 Stimmen aus sich vereinigte. Beide neugewählte Ab geordnete find GcwcrkschaftSbeamte der Berg arbeite r. Die klare, entschiedene und phrasenfreie Politik der briti schen Arbeiterpartei trägt ihre Früchte. Hoffen wir im Interesse der Befreiung der Welt von der sinnlosen Äer Wüstung durch den Geist der Gewalt, daff diese Entwicklung sich bis zu den allgemeinen Neuwahlen in stetig aufsteigender Linie bewegt! Tie Arbeitslosigkeit. London, 98. Dezember.(Hollandsch NieuwZbureau.) Lloyd George hatte Beratungen mit Mac Namara, Henderson und anderen Arbeiterführern. Die Frage, wie man die Not lindern kenne, ist sehr kompliziert, da einige Dominions, z. B. Kanada, nicht bereit sind, Auswanderer aufzunehmen, weil sie selbst unter starker Arbeitslosigkeit zu leiden haben. Die Hochöfen van MoiHerwell sind auf unbestimmte Zeit ausgeblasen worben. Tie Jute- und Wollindustrie ist schwer betroffen. Die Schiffswerften und die Eifcnfabriken von Dorkfhire sind auf 10 Tage g e- schloffen. Ei«(Scwerkschastsrat. London, 28. Dezember.(Hollandsch NieuwSbureau.) Es be- stehen Fusionspläne und Pläne zur Errichtung einer zentralen Körperschaft für die Verwaltung der Arbeiterorganisationen. Das Wichtigste ist die Bildung eines allgemeinen Rates an Stelle des parlamentarischen AuSsckusses de? Gewerksckafts kongresses. Auf diese Weise wird ein dauerndes sogenanntes Arbeitskabinett entstehen, das sich aus 30 Mitgliedern zusammen- setzt, die 17 Arbeitszweige vertreten. Die Mitgliederzahl der Gewerkschaften wird auf sechs Millionen geschätzt. Die Haupttätig- keit des Rates sollen Verhandlungen mit den ausländischen Gewerkschaften über ein eventuelles gemeinsames Vorgehen sein. Spätestens im Frühjahr erwartet man die Gründung von fünf Gewerkschaftsgruppen an Stelle der Einzelverbände, wodurch die ersten drei Millionen Mitglieder fest zusammengefaßt würden. augenblicklich voneinander getrennt seien, die aber vielleicht eines Tages wieder ein gemeinsames Heim miteinander gründen könnten. Danach sprach R a p p a p,o r t für Moskau. Zranzösischer Sozialistenkongreß. Paris, 27. Dezember(Ostdienst). Auf dem Sozialisienkongrcß wies Marcel Sem bat auf die Gefahr bin. die die von Moskau geschaffenen heimlichen Organisationen für die Arbeiterbewegung bedeuten und sprach die Befürchtung aus. daß durch diese Bewegung eine ungenügend vorbereitete Revolution zum Ausbruch kommen könnte, deren Leidtragende, wie die Verhältnisse heute lägen, nur die Arbeiterschaft sein könnte. Die Streikbewegung kann, so erklärle Sembat, leicht größeren Umfang annehmen mit Rücksicht auf die gewaltige finanzielle und industrielle Krise. Die Arbeiterschaft kann leicht in die Lage kommen. von ungeduldigen Elementen m i t gerissen zu werden, die keinen Rat mehr hören und keine Zu- rückhaliung mehr beobachten wollen. Die Arbeiterschaft kann dann, ohne daß sie es selber will, von einer solchen Bewegung fort- gerissen werden.„Sie werfen mir vielleicht Revolutions- defaitismns vor. aber ich fürchte ernsthaft, daß die Bourgeoisie die drohende Bewegung mit Freude verfolgt, da sie genau weiß, sie siegreich überwinden zu können.� Sembat glaubt nicht an eine revolutionäre Gesinnung der Landbevölkerung. Seiner An- ficht nach sind die Bauern eher geneigt, mit dem Gewehr in der Hand die großen Gewinne zu verteidigen, die sie seit dem Kriege eingeheimst haben. Sembat schloß mit einer letzten Warnung vor den Gefahren von links. Leon Blum(rechts) crklärie, auch er sc: ein Anhänger de: Diktatur des Proletariats. Wenn man die Diktatur einer Partei und einer Klasse annehmen könne, so bedeute das noch lange nicht, daß man die Diktatur einer Gruppe von Individuen erdulden wolle; man wolle nur die zeitweise Diktatur an- nehmen, damit das Proletariat die Möglichkeit habe, den Staat zu reorganisieren. Die Anhänger von Moskau aber seien für ein dauerndes derartiges System, weil sie den T e r r o r i s m u S als ständiges Mittel annehmen wollten. Die Rechte sei der Ansicht, daß man alles unterstützen müsse, was neue Konflikt« zu verhindern geeignet sei. Sie seien also Anhänger der nationalen Verteidigung, die durchaus nicht unverein- bar sei mit dem sozialistischen Gewisiea. Jetzt handle es sich titelst mehr um die Disziplin, die Sache sei zu einer Gewissens- frage geworden. Jetzt müsse man frei bekennen, ob man die Tritte Internationale annehmen könne oder nicht; er könne es nicht. Blum verlangte, nian solle sich, bevor man sich trenne, das Wort geben, sich in Zukunft nicht wie Feinde zu behandeln, die fich bekämpfen und beschimpfen müßten, sondern wie Freunde, die! Opposition auf öem Sowjetkongreß. Riga, 28. Dezember.(O. E.) An dem 8. Allrussischen Räte- kongreß nahmen 1530 Kommunisten, 1V1 Parteilose und 1 Mitglied des„Bundes" mit beicbließender Stimme, außerdem noch mit beratender 770 Deputierte teil, darunter 702 Kommunisten. 50 Parteilose, 6 Mitglieder des„Bundes", 4 M e n s ch e w i st e n und vereinzelte Linksmenichewisten, Anarchisten nnd jüdische Sozialisten. Die zweite Sitzung de? RätelovgresseS, die am 23. Dezember stattfand, wurde mit Reden des Menichewisteu- kührerS Dan und der Vertreter der linken Sozialrevo- lutionäre und Parteilozen eröffnet, die die Politik der Sowjetregierung einer scharfen Kritik unterzogen und ihre eigenen Resolutionen einbrachten. Diesen erwiderte Lenin, der das Hervortreten der Opposition als„ein Stück der Entente- Politik" bezeichnete. Er erllärte, die Arbeiter und Bauern trügen keine Schuld daran, daß von den Menschewisten und Sozial- revolutionären nur noch die Namen übrig geblieben seien; diese Paileien seien die smwillioen oder unfreiwilligen Helfers- helfer der Feinde der Sowjetrepublik. Nach diese» schäbigen Verleumdungen, die nach übelster Kriegs- politilermanier jede Kritik als Fcindeshilfe verdächtigen, soll— so meldet Moskau— die Politik der' owieiregierung einstimmig gebilligt worden sein. London, 28. Dezember.(.Hollandsch NieuwSbureau.) Die Sowjetregierung hat die sämtlichen in A yi c r i k a untergebrachten Aufträge im Betrage von bö Millionen Dollar wegen der Aus- Weisung ihres Vertreters Martens annulliert. London, 28. Dezember.(Hollandsch NieuwSbureau.) Laut einer Meldung der„Morningpost" aus Zürich soll Hugo Stinncs von der Sowjetrcgierung das Monopol für die Elektrifizierung Rußlands erhalten haben.(?) Machen wir gut! Paris, 28. Dez.(MTB.) Laut Mtlteilung der Revarations- kommifsion sind bis zum 30. November insgesamt 9679104 Kilo- gramm Farbstoffe und 36 791 Kilogramm pharmazeutische Produkte abgelieiert worden. Am 24. Oktober wurde ein Protokoll unterzeichnet, das die Lieferung von 25 Proz. der pharmazeutischen Produktion in Deutschland regelt, aus das die Reparationskommission ein OplionSrechl hat. Kriegsmirnster R a i b e r t i teilt mit, dgß Deutschland an die Interalliierte Kontrollkommission 39 495 Geschütze abgeliefert hat. Bei Gelegenheit des Waffenstillstandes mußte cS 7090 Kanonen dem Gegner überlassen, und sin Augenblick befinden sich ungefähr 3—4000 Geschütze auf dem Wege der Ablieferung. Daher wird in absehbarer Zeit die Zahl der Geschütze die Summe von 41- bis 42 999 erreicht haben. Kämpfe um ßiume. Rom, 27. Dezember.( S t r f a n i.) Die Truppen vor Fiume haben bisher etwa dreißig T o t e und h u n d er t Berwun- bete; die Legionäre habe» vier Brücken gesprengt. Im Stadtrat gab der Bürgermeister der besorgten Stim- mung der Bevölkerung Au-Sdruck und schlug vor, die Sitzung zum Zeichen der Trauer anfzuhebe» und ans dem Kapitol die Trauerfahne z» hissen; sein Antrag wurde»inter lauten Kundgebungen aus der Bersammlnng nnd von den Tribünen an- genommen. Rom, 28. Dezember. lStesani.) Heute vormittag sind der Leiter der nationale» Berteidigerng von Fiume, B e n t u r i, und der Bürgermeister von Fiume in Abbazia mit dem General F e r- r a r i o zusammengetroffen. Da die beide» Delegierten her Regent- schaft die Berhandlungen eröffnen wollten, ohne sich über ihre Stellung zum Bertrage von R a p a l l o zu erklären, brachte General Fvrrario in unzwctfelhaftcr Werse zum Ausdruck, daß vollständige und rückhaltlose A« r r k«» u u n g des Vertrages die unerläßliche Vorbedingung jeglicher Unterhandlung sei. Tie Delegierte» wäre» anscheinend von der Erheblichkeit dieser Frage überzeugt und er- baten die Anberaumung eines» e n c« Zusammentreffens auf nach- mittag, um die Möglichkeit zu Beratungen in Fiume zu haben. Di« von den Delegierten erbetene Unterbrechung der Be- s ch i e ß u n g wurde bewilligt. Trieft, 27. Dezember. bedarf es einer eigenen geistigen Atmosphäre, in d»nen der Teilnehmer lebt, besonderer Lehr- kräste und ausgewählter Lehrmethoden. Und es darf keine bureaukratisierte staatliche Anstalt mit fixen Lehrplänen und„Klassenzielen" sein, die das Lehrgut Verivallet, sondern freie Selbstverwaltungskörper, in denen lebendiger Geist sich seine angemessenen Wirkensformen selbst schafft, können allein die Träger dieser akademischen Arbeit bilden. Blickt man auf dieses Ziel und die besonderen Formen, die seine Verwirklichung fordert, so kann eine Diskussion dar- über, ob eine„Akademie der Arbeit" neben jenen oben er- wähnten Bildungseinrichtungen bestehen soll oder nicht, kaum entstehen. Es führt eben nicht ein Weg, es führen mehrere Wege zur wahrhaften, durchgreifenden Arbeiterbildung, die uns vor die Frage stellt, wie der geistige Typus des deutschen Arbeiters in der nächsten Zukunft beschaffen sein soll. Jeden Weg zu benutzen, der diese Arbeiterbildung fördert, ist ein Gebot unserer Zeit. Wir sind arm an Führern ge- worden und der Unvoreingenommene wird kaum behaupten können,, daß die Gedankenarbeit hcuw einen besonders hohen' Rang habe. Wir können gewiß diese Erscheinung aus allgemeinen Ursachen begreifen. Aber an uns ist es, beides zu überwinden. Die Arbeiterbewegung sehnt sich nach geisti- gem Leben. Es ist nicht wahr, daß sie nur wirtschaftlich denkt und nur wirtschaftlich zu befriedigen ist. Tie„Aka- d�mie der Arbeit" kann ein leuchtendes Wahrzeichen dafür sein, daß der deutsche Arbeiter nach dem Höchsten greift, um fich zu befreien. Regierung unö Seamte. Halbamtlich meldet WTB: Die Neichsfinanzverwaltung hat Anordnung getroffen, daß die nächste Gehaltszahlung an die Beamten nicht erst Anfang Februar, sondern bereits vom 20. Januar ab erfolgt, damit nicht mehr als etwa ein Monat seit der vor Weihnachten erfolgten Zah- lung des Januargchalts verstrichen ist. Wegen der von den Organisationen der Rcichsbeamtcn und Ncichsarbeitcr gestellten neuen Forderungen soll unverzüglich nach Neujahr im ReichSfinanzministe- rium vor Eintritt in Verhandlungen eine Aussprache über die Gesamtsituation mit Vertretern der beteiligten Kreise stattfinden. Sonst verbreitete Nachrichten über angebliche Beschlüsse der Staatssekretäre der Reichsministerien e n t- behren der Begründung. der IS. Januar 1921 kein Zeiertag. Aber es soll gedacht werden. Zur Feier des 18. Januar 1921 hat sich, wie WTB. meldet, die Reichsregiernng dahin schlüssig gemacht, von der Bestimmung dieses Tages als eines st a a t l i ch an- erkannten Feiertages im Wege der Gesetzgebung abzusehen. Sic erachtet es aber als w ü n s ch e n s- wert, daß an diesem Tage in den Schulen der Einigung der deutschen Stämme durch die Gründung des Reiches und seines nunmehr oOjährigen Bestandes in angeniessener Weise gedacht werde. In einem Rundschreiben an die Landesregierungen spricht der Reichsminister des Innern die Bitte aus, in dieser Richtung alshald das weitere veranlassen zu wollen. Es fragt sich, was bei diesen Schulfeiern als„angemessen" gelten wird. Eine Anzahl„Pädagogen" wird wohl deutsch- nationale Propaganda. Hetze gegen die Republik und Auf- wärmung abgestandener Hohenzollernlegenden für„angemessen" halten. Angemessen wäre allein, wenn den Schülern endlich einmal die Wahrheit über die Reichsgründung gesagt würde: daß diese Reichsgründung schon 18�8 im Feuer der deutschen Revolution erfolgte und nur noch einmal durch das schmählich feige und antinationale Verhalten der Hohenzollernfür einige Jahrzehnte sabotiert wurde, daß auch 1871 der engstirnig-partikularistische Wilhelm heftiger Gegner der Reichsgrüudung war, womit er freilich nur die Jahrhunderte alte Tradition seines Hauses befolgte, be- stehend im systematischen Verrat des Deutschen Reiches zu- gunsten der Hohenzollernschen Hausmacht Preußen.(Man denke an die französischen Subsidien Friedrich Wilhelms und Friedrichs!) Wird aber wohl diese geschichtliche Wahrheit am 18. Januar in den Schulen verkündet werden? Die Dutter-Ente. Zu der(von uns sofort angezweifelten) Meldung über den angeblichen Massenverderb von Buner in Leipzig erlätzt die Reich« st eile für Speisefette durch die P P.R. eine Erklärung, welche die Sache in anderem Licht erscheinen lätzt. Danach Handell es sich bei dem fraglichen Posten Butter um Ware. die von vornherein zu einem billigeren Preise als eiwaS beschlagen und mit Schimmelpilzen behastet bei gröberen Auslandskäufen in Holland neben guier Butter mit abgenommen werden mutzte. Nach fachmännischer Behandlung lätzt sich diese Ware jedoch einwandfrei dem Konsum zuführen, wobei die Kosten nicht erbeblich und durch den geringeren Einkaufspreis mehr als ausgeglichen find. Samt- liche Lagerbestände der Reichsstelle werden in bestimmten kurzen Zwischenräumen fachmännisch untersucht, und wenn auch bei einer so leicht verderblichen Ware wie Butler Abgänge nicht ganz zu vermeiden sind, so ist der Prozentsatz der verdorbenen Ware jedenfalls bei der Reichsstelle für Speisefette nicht grötzer als im freien Handel.— Die Reichsstelle teilt im übrigen die von unS vertretene Ansicht, datz der ganze Angriff aus Interessentenkreisen staminl, welche die ihnen unbequeme Reichs- stelle beseitigen wollen. Di« in gewissen Kreisen verbreitete Meinnng. datz eine Auf- Hebung der ZwangSbewirtschaitung für Butter im kommenden Frühjahr geplant sei, ist. wie das WTB. von Zuständiger Seite erfährt, durchaus irrig. Der ErnährungSminister Dr. Hermes ist zu der Anficht gelangt, datz in der weiteren Lockerung der Zwangswirtschaft eine Pause eintreten müsse.— Beginnt Herrn Hermes endlich selber vor den Folgen seines bisherigen TunS, der Niederreitzung aller Schranken zur Freude der Wucherer und Schieber, zu grauen? Naurenbreche? für wulle! Der deutschnaiionake ReichStagSabgeordnete Reinhold Wulle stellt nach einer Mdirnng der T.U. mit dom beoorftehenden Jahre»- Wechsel seine Tätigkeit als Hauptschrifileitoc und Direktor de-r „Deutschen Zeitung" ein. Sein Nachfolger wird Dr. Mauren- brecher. Max Maurenbrecher, dieses polnische Pendel von größte« TuSschlagswinkel, ist, falls diese Meldung zutrifft, als ein würdiger Nachfolger für'den famosen Herrn Wulle zu betrachten. Auf seinem Peiwelgang nach links kam Maurenbrecher über die Rational- sozialen.zur Sosta.'demokra�e, der«r einige Zeit mrge- hövte. Jetzt ist das P.ndZ rückläufig auf der äuhersten Rechten der Deutschnationalen, beim deut'chvölkischen Antisemitis- muS angelangt. Max Maurenbrecher Hot übrigens in seiner sozialdemokratischen Periode ein Buch geschrieben, betitelt„D i e Hohenzol lernlegende". Es wäre interessant zu ersah- ren, wie er sich heute zu dem Inhalt dieses Buche» stellt, wo«r offenbar gewillt tst, ein Vorkämpfer der Hohenzollern- legende zu werden. Die„Deutsche Zeitung" bringt am DienStag einen Leitartikel mit der verheitzunasvollen Ueberschrift:„Was der Marxismus Jesus öer Jüngling. Bon Wilhelm Scharrelmann. Ein neuer Roman von Wilhelm Scharrelmann ist eben im veplag von Quelle u. Meyer in Leipzig eiichienen:„ScluS der Jüngling-. Wir geben den Eingang des Buches wieder, in dem die dichterische Entwicklung des Stoffes dargestellt wird. Jesus von Nazareth l Welten liegen in dem einen Wort, Welten aus Licht und Glanz, und ein Leben breitet sich vor uns aus wie«in weites, seliges Gefilde. Rur fern am Horizont erhebt flch ein dunkler Hügel, auf dem ein Kreuz errichtet ist. Aber dahinter leuchten die Strahlen einer neuen Sonne... Nur die Zeit seiner Jugend ist dunkel geblieben für unS, ein «inzige», schweigendes Geheimnis. Und doch war sie vielleicht die wichtigste feines Lebens, diese Zeit seines Werden», in der daS Göttliche in ihm mehr und mehr sein Wesen durchdrang und erfüllte, bis er vor fein Volk treten konnte, selig zu machen, die an ihn glaubten. Welchen Wejj ging er bis dahin? Kein Bericht, der etwas darüber verriete. Auch die Bibel hat nur ein Schweigen. Der Zwölfjährige in dem einen Kapitel, im nächsten schon der Boll- endete, wie er hinabschreiiet zum Jordan, sich taufen zu lassen. Wa« geschah inzwischen? Wie reiste die Seele dieses göttlichsten Menschen? Die Geschichte hat keine Antwort. DcKf die Dichtung an Ge- heimnifle rühren, die der Menschheit nicht gegeben worden sind? Vor vierzehn Jahren ergriff mich diese Frage zum erstenmal- DaS Werden Jesu einmal darzustelle», ichien mir eine der höchsten Aufgaben aller Dichtung überhaupt. Aber ob auch das Herz da» rüber erglühte— war es nicht Bermeffenheit? War eö überhaupt möglich? Bilder zuckren auf und virsanlen, erstanden von neuem und sahen mich an. Ich begann einige Kapitel zu entwerfen— die Feder entsank mir wieder... Aber die unbewutzt schaffende Kraft der Seele mutz wohl nicht geruht haben, denn als mir vor nun einem Jahre die Gastalt des jungen Jesus von neuem nahe trat und die Vorarbeiten abgeschloffen waren, konnte ich meinen Jesus der Jüngling in ziemlich rascher Folge niederschreiben. Was man der Malerei mit ihren ungezählten Tarstellnngen aus dem Leben Jesu jederzeit zu- gebilligt hat, wird man auch der Dichtung nicht verwehren wollen. Nur, datz hier Reuland betreten werden mutzte. Es fehlte jeder Anhalt. Nur da« Leben de» Mannes lag vor mir. sein Charakter, seine geistige Erscheinung, sein Wesen. Es galt also eine Art Rück- schau zu gewinnen in das Werden des JünglingS. Seine Erfahrungen, sein Erleben mutzten in dem Bilde des Mannes, in seinen Reden und Gleichniffen emhalten sein. Da» Licht der Evangelien leuchtet« hell. SS kam nur darauf an, damit einzu- dringen in das Geheimnis einer Jugend, die wie ein nebelver- hangenes Tal vor meinen Blicken lag... Dorum— dies Buch will nichr in den Kampf der Meinungen über JeluS treten. Es möchre ein Buch des Frieden», inneren Er- lebens sein. Man wolle e» dafür nehmen. Die Kunst streitet nicht, sie stellt dar. Dann schenkt eS vielleicht dem einen oder anderen eine Stunde der Versenkung, ein Ausruhen und Aiemholen, und weckt vielleicht eine Ahnung von dem Werden einer Seele, die zu grotz war, um je ganz begriffen zu werden, und deren Werden niemal» ganz wird nacherlebt werden können. Klima und Körpergröße. Nicht nur die Fragen den Nahrung und der Unterkunft bestnnmen die Möglichkeit des Vorkommens einer Tierart in einem bestimmten Lande, von ausschlaggebender Bedeutung für die Frage ist die günstige Gestaltung des körperlichen Wärmehaushaltes der betreffenden Tierart. Hier gilt im allge- meinen die Tatsache,� daß geringe.Körpcrgrötze das Leben in den Tropen erleichtert, während große Ausgedcbntheit und Körperfülle zu den begünstigenden Eigemchaften des Lebens in kalten Regionen gehört. Aus folgenden Gründen: Di« Riesenart wird, um ihre Körpertemperatur aus der notwendigen Höhe zu erhalten, viel weniger Arbeit leisten müssen, der klein« Körper dagegen wird die in ihm sich aufstauende Wärme viel leichter und schneller nach autzen abgeben können und deshalb schon in einem sehr heißen Klima den Riescnkörpcr an Tauglichkeit weit überragen. Riesen haben eben im Vergleich zu ihrer Größe eine viel geringe« Ober- fläche als Zwerge. Sind nun die Tiere diesen theoretischen Anforderungen ent- sprechend über die Erdoberfläche verteilt? Dieser Frage gebt Dr. Adolf Koelsck in einem Aufsatz>» der Zeitschrist..Natur und Technik" nach. Auf den ersten Blick möchten wir die Frage verneinen, beginnt Koeisch. denn es gibt in den Tropen neben sehr kleinen, riesige Fovnwn,.md in den Polarländern ist e» nicht ander». Vergleicht man jedoch Tiere eines engeren BerwandschaftSkreiseS. und zwar solche, die ag ihrem Wohnort Soandformen sind, so er- hält man ein ganz anderes Bild, das nach den Untersuchungen HanS von Bo-nicher» mit den Erwartungen sehr gut übereinstimmt. Die ausführlichsten Messungen hat Boetticher an dem Raben gemach:. einer Vogekgartung, die mit Ausnahme Südamerikas die ganze Erde bswohnt. Er fand bei diesen Tieren folgende Rumpflängen- wert«: Der Rabe der vereisten Polarländer maß über 400 Milli- metler, die Raben der Tropen maßen 170— 240 Millimeter, die Werte der Europa bewohnenden Raben lagen zwischen 300 und 290 Millimeter. Diese Siusenlciter ist so überraschend schön zuge- spitzt, daß man Grund hätte, mißtrauisch zu kein, wenn die Ta» bellen Boetticher» nickt lehrten, daß Reh, Iltis, Marder, Gemse und Steinbock(in bescheidenerem Umfang) dem nämlichen Regel- lauf unterworfen sind. Und wust>e der tropische Elefant nicht vom Mammut der Polarreirion cm Körperfiille weit übertroffen? Ist nicht der Tiger um so stärker, au? je nördlicheren Zonen er stammt? Weist nicht, aller Vermischung zum Trotz, die nördliche« Form der menschlichen weißen Rasse heute noch ebenso wie in der Ver- gangenheit wesenTich stattliche« Grunddimensionen aus, als der versprochen und wohin er ssme Gläubigen gebracht hat." Wir nehmen an, daß das ein Begrüßungsartikel für den neuen Chef- «dakteur Max Maurenbrecher sein soll. Die unsterblichen Laltikumer. Wie noch heute die Baltikumer in fest organisierten Ver- bänden eine illegale militärische M ach t in Deutschland bilden, das zeigen folgende drei Schriftstücke, die uns von absolut zuverlässiger Seite zur Kenntnisnahme unter- breitet werden: Deutsche Legion In 8. Nr. 33/11. I. Bescheinigung Nr. 2S2. Dem Unteroffizier Bech t o ld von der M.G.S.S.- A d t kg. Damm der Deutichen Legion wird hierdurch bescheinigt, dotz ihm gemäß Vertrages des Deutschen ReichSIommisiaiS für die baltischen Angelegenheiten. Herin Winnig, mit dem Piäsidenien der lettische» Regierung, Herrn Utmant«, vom(?) D-�mber 1913. serner gemäß Beschlutz des baltischen NaiioiialaueschufieS vom gleichen Dalum, und endlich gemäß Vertrag mir dem ru'siichen Zeiitralral und dcm Oderkommando der Ruistichen Westarmee vom 1. Oktober 1919 das Anrecht aus 8O Morgen Land in Kurland oder irgendeinem anderen Gebiet deS allen ruisischen Reiches zusteht. Bon feiten der Deutschen Legion. (Stempel) gez. Wagener.' Hauptmann a. D. Karlsruhe, den 1. November 1920. Deutsche Legion. IIa Nr. 88/11. II. Besitz-Zeugnis Nr. 232. Der Uiffz. Bechtold von der M.G.S.L.-Abikz. Damm der Deutschen Legion ist berechtigt, das Erinnerungszeichen der Deutschen Legion zu tragen. Er verpflichtet sich, durch das Anlegen de» Ab- zeicheos zugleich in jeder Lage und wann r» auch fei, für die Ziele der Deuttchen Legion einzutreten: Verbreitung deutiwen Geistes und deutscher Art, Abwetir jedes Versuchs, gewalrsam die innere Ruhe und Ordnung zu stören. Bekämpfung de» Bolschewismus von innen und von autzen, Berleidigung der deittiwen Einheit und Freiheit. Von fetten der Deuische» Legion: (Stempel.) gez. W a g e n c r, Hauptmann a. D. Karlsruhe, den 1. November 1920. Deutsche Legion. Tgb. Nr. 88/11. d. KL An Uffz. Bechtold. Gießen. Ebelsir. 80. Anliegend Urkunde über 80 Morgen La»d und Besitzzeugnit für das Abzeichen der Deutschen Legion überlandt. Abzeichen in Silber 85.— Marl,>n Bronze 23.— Mark, nur gegen Ein- sendung des Besitzzeugnisse» zu lausen bei W. Sarton, Kcuserstr.LS. Karlsruhe Nachricht an: Albrecht Keßler. Heidelberg. Neuendeimer Landstr. 53, bei Tierarzt Dr. Schmer. Mit deutschem Giutz gez. Damm, Hauptmann a. D. Den Leuten, die russisches Land unter sich verteilen nnd Abzeichen genau in einer Art ausgeben, als ob sie ckn offizi- eller Teil der staatlichen Wehrmacht wären, sollte der Staat ein- mal sehr genau auf die Finger sehen. Derartige militärische Gcheimvcrbände bilden nicht nur eine Gefahr für die öffaU- liche. Sicherheit, sondern ihre Führer und Mitglieder haben auch nach der Verordnung des Reichsprästdenlen vom 61. Mai 1920 schwere Strafen verwirkt. Der militärische Charakter der Organisation ergibt sich aus der ganzen Alis- mächung. die Peinlich genau(Lesiyzeiignis!) die offiziellen militärischen Urkunden nachahmt. Also bitte, Herr Staats- anwalt! mittelmeerländische Schlag? DaS Vorhandensein einer Abhängig- keitsbeziehung zwischen Klima und Körpergröße bestätigt sich dem- nach in der Natur genau nach den Be«chnungen, die die rheore- tische Ueberlcgung uns gewinnen ließ. Das einige Deutschland. DaS Januarheft von RoieggerS .Heimgarten" veröffenllicku eine Reih« von Kundgebungen siir den Anschluß Oeslerreichs an Deutschland. Gerhari Hauptmann ick-ieb:„Kein Mensch darf mir sagen, er empfinde deutsch, wenn er den Anschluß des österreichischen Deutschland an das Deuls.ve Reich nicht will. Der weligefchichiliche Augenblick in da, wo die Einigung des widernatürlich solange Ge- trennten endlich erfolgen mutz: Selbst nach dem Grundsatz unterer äußeren Gegner, die aber geneigt find, ,hn zu verraten. Auch sie jedoch könnten im schlimmsten Falle unser» Vereinigung, die inner- lich längst besieht, nur verzögern, nicht aushalten. Diesmal ist es nicht Bismarck, der uns zulamineiii'chweitzt, sondern die allgewaltige Not, das Schicksal selbst I Und dieser Sckmted arbeiiet unwidersieb- iich und macht nicht« halb. Es ist nicht out MachiznwachS abge- sehen, sondern auf ein größeres, höheres, tieferes Begängnis der deutichen Seele: W:r brauchen einander, um wieder im vollen inner- lichen Sinne deulschprodulliv zu werden." � Der Frauenüberschuß. Nach einer neuerlichen Veröffentlichung der Kopendogenec Studienaesell'chaft für soziale Folge» de« Krieges lassen sich über die Menichenverluste während de« Krie.»S und ibre Folgen wichtige Ausschlüsse gewinnen. Der geiamla Menschenverlusi, der unmittelbar oder mittelbar bisher durch den Weltkrieg hervorgerufen worden ist, wird auf 3 5 Millionen beziffert. Bedeutsam ist das llebergew'cht der Frau, das dadurch hervorgerufen wird. Wenn man die Frauen im heirotSiähigen Alier von 10 bis 45 Jahren berücksichtigt,>'o entfielen mit 1000 Männer im Alter von 18 bis 45 Jadre» 1913 1005 Frauen in dem gletchen Alter! 1919 betrug die Zahl der heiratsfähigen Frauen 1180. In Deutschland müssen 18 Proz. oder medr al« ein Sechstel aller Frauen im beiraiss h>gen Aller in den nächsten Jabren ledig bletben, ja, diese» Sechstel wird sogar noch überichrmen werden, denn unier den heiratsfähigen Männern befinden sich viele Krüppel oder ionstwie gesundheitlich geschwächte, für die die Ehe kaum»a Frage kommt. Die„Golden, Bulle" j« Prag. Die Archive de» ehem-Aigen Königreichs Böhmen, bestehend aus zahllosen Pergaanenten und Ur» Irm&n von zum Test großer historischer Bobeutung. sind dieser Tage von Wien nach Prag überführt worden. DaS Glanzstück ist die berühmte„Goldene Bulle" Kaiser Karl« IV. Deutsche Oper in de» Ver. Stnatr». Die Janl�c« geben ihren von Ichlechlein Gttchmack zeugenden Boykott gegen die deutsche Btusst all- mähltch wieder auf. Der Zmoresgrto Hammerslein will in der Mankaltan- Opera im Lauie dieler Spielzeit deutsche Opern- und Opercltenvorstellungen veranstalten. Weibnachtsabend wurde Humperdincks.Hänset und ISretel' gespielt Ein weiblicher Ttaatominister. Frau Ralph Smith, die von dc� Stadl Bancouvcr in die Eetetzgebende Versammlung von Brilisch-Columbi, gewöbll war, toll setzt al» Mitglied bei Kabinetts da« Unterrichtsministerium übernehmen. Sritisch-Eolumbia dürste der erst« verlassungsiiaat lein, der »wer Frau ew Mwrirerium auvertraut. Nr. öZ4 4 Z7. Fahrgang Heilage öes Vorwärts LNittrvoch, 2H. dezember 1�20 GroMerlln Die Zeitungsfrau, Sie Ken„vorwärts* nicht mochte. Taglich führt mein Weg zur Arbeit an ihrem Stand vorüber. .Ireiheir—.Rote Fahne'—.Morgenpost'—.Tageblatt'— .VotlSzeitung'—.Lokal-Anzeiger'---.Vorwärts' I In dieier Reihenfolge bietet sie ihre Zeitungen an. Und da sie alle in einem Atemzuge nennt, bleibt für den.Vorwärts" natürlich nicht mehr viel Atem übrig. Ist es Zufall, daß der.Vorwärts' an letzter Stelle steht und nur halblaut angeboten wird?' Nein, nein, sie mag den.Vorwärts' nicht. Bei den bürgerlichen Blättern mag die Reihenfolge nicht immer die gleiche sein, aber die.Freiheit" steht immer an erster Stelle. Die Sache interessiert mich..Geben Sie mir bitte den.Vorwärts' I Nniständlich, mit einem aus Hohn und Mitleid gemischten Blick, reicht sie mir das Blatt. Ich frage noch dem Geschäft, frage nach dem Verlauf der sozialistischen Zeitungen. .Die.Freiheit' labt zu wünschen übrig," erhalte ich mit einem Seufzer zur Antwort. .Das»st lein Schade, die Berliner Arbeiter haben die Phrasen satt." O, da hatte ich bös in ihr Fettnäpfchen getreten. The ich zur Befutnung kam, hatte sie'siiir einen Leitartikel aus der Blütezeit der.Freiheit' an den Kopf geredet. All die geschwollenen Phrasen ans der Zeit unserer Mitregidrung im Reiche lebten wieder auf, überstürzten sich förmlich. Soviel Zungengeläufigkcit bin ich nicht gewachson. ich räumte den Kampiplatz. Der Zeitungö streik kam. Blutenden Herzen? mußte unsere Freundin sehen, daß trotz ihrer freundlichen Aufforderung.Freiheit', .Rot« Fahne' der.Vorwärts' viel begehrter war als seine Rivalen zur Linken. WaS wird der Parteitag in Halle au§ ihr gemacht bähen? Geht sie nach Moskau, oder bleibt sie Georg Ledebour treu? Die Frage plagte mich. Ich sollte auch darauf Antwort er« halten. Seit der Spaltung ruft sie in anderer Reihenfolge..Freiheit, — Vorwärts,— Rote Fahne,— Tageblatt,— Volkszeitung!' Seit einigenTagen führt sie auch die.Internationale', aber— sie ruft sie nicht aus. Jetzt weiß ich es, sie ist rechtsunabhängig und der.Vorwärts' muß ungeheuer in ihrer Achtung gestiegen sein. Run warte ich darauf, daß der.Vorwärts' an die erste Stelle rückt. Dann werde ich ihr trotz der Beleidigungen die Hand reichen. Der �ustmorö an öer?lse heimann. Geständnis des Mörders. Der wegen de? Luftmordes an der vierjährigen Tochter Ilse des Tapezierers Heimann verhaftete Dreher Willi Birkholz wurde geitern mittag noch einmal von Kriminalkommissar Dr. Anuschat und Dczirksoberwachtmeister Düsse einem eingehenden Verhör unterzogen. Es gelang den Beamten dabei, den Verhafteten, der bis dahin ständig ausgesagt hatte, daß er sich der Vorgänge, die sich sowohl bei der Tat wie vor- und nachher abgespielt haben, nicht riefst entsinnen könne, zu. einem Geständnis zu bewegen. Birkholz �behauptet jetzt nur noch, daß er das Verbrechen selbst im D.mmerzu stände begangen habe. Wie er angibt, bat er bis vor einiger Mi Beziehungen zu einem erwachsenen Mädchen unter- halten. Als diese aber abgebrochen seien, habe er kleinen Mädchen nachgestellt. Er habe, da er ohne Arbeit gewesen sei, in Wirt- schaften Klavier gespielt und dabei auch immer SchnapS getrunken. Sobald er dann angetrunken gewesen sei, habe er seine anormale Veran-lagung nicht zügeln können. Auck am Donnerstag ver- gangener Woche habe er wieder sechs bis acht Kognaks getrunken. Auf dem Heimwege habe er dann die Ilse Heimann gesehen, sie an sich gelockt und mit in die Wohnung der Mutter ge- nommen, die, wie er wußte, nicht zu Haufe war. Dort habe er sich auch an dem Kinde vergangen. Zu seiner Nebmaschung habe er dann nachher gesehen, daß es tot gewesen sei. Er habe alle möglichen Anstrengungen gemacht, die Kleine wieder ins Leben zurück- zurufen, doch seien alle seine Bemühungen vergeblich gewesen. End- | lich, als er gesehen habe, daß seine Anstrengungen ohne Erfolg blieben, habe er es in eine Steppdecke gepackt und nach dem Boden getragen. Er sei dann wieder ausgegangen und habe noch mehr Alkohol zu sich genommen. Auch am nächsten Tage habe er zu- nächst wieder getrunken und dann die Leiche fortgeschafft. Er habe sie zu diesem Zweck in den auf dem Boden der Mutter stchertden Obstkorb gepackt, sich aus der Wohnung Packpapier und die Schnur geholt und den Korb verschnürt. Obenauf habe er dann noch einen Tannenzweig gelegt. Wie er angibt, hat er zuerst die Absicht ge- habt, den Korb mtt der Leiche in das Waffer zu werfen. Sein Vorhaben bat er jedoch dann wieder verworfen und den Korb unter den Transportwagen an der Putlitzbrücke geschoben, wo er bald darauf von den jungen Leuten gefunden wurde. Die gestern nachmittag von dem Gerichtsarzt Pros. Dr. Strauch vorgenommene Obduktion der Leiche des ermordeten Kindes hat er- geben, daß die von dem Sittlichkeitsverbrechen herrührenden Ver- letzungen so schwer sind, daß durch diese allein der Tod des Kindes schon eingetreten sein kann. Außerdem aber zeigen sich am Halse starke Würgemale. Auf der rechten Wange der Kleinen zeigte sich eine Bißwunde, die noch die Zähne des Unmenschen markiert. Das Herliner Hesunöheitswesen. Nachdem der Magistrat die von der Deputation für das Ge- sundheitSwesen festgestellte Organisation des Gesundheitswesens an- genommen hat, wird zunächst die Verteilung der Geschäfte folgen» dermaßen geregelt: DaS gesamte Gesundheitswesen in der neuen Stadtgemeinde Berlin wird von einer Deputation für das Gesundheitswesen der neuen Stadtgemeinde Berlin verwaltet. Der Vorsitzende ist der Stadtmedizinalrat Dr. R ab now. Tie Deputation hat ein zen- traleS Gesundheitsamt. Die Deputation umfaßt folgende Abteilungen: I. Generasia und Peritmalia. Dahin gehören: 1. Aufstellung allgemeiner Richtlinien für daS Gesamtgebiet. 2. Vereinheitlichung der Tarife, An- stellungsbedingungen, Dienstanweisungen usw. für das Gesamt- gebiet. 3. Einheitliche Formulare und einheitliche Berichterstattung- 4. Sammlung von Materialien für Medizinalstatistik, ö. Aussicht über etwaige in der Stadtgemeinde Berlin vorhandene oder neu zu gründende kommunale Lehranstalten aus dem Gebiete de? Ge- sundbeitswesens, die bestehenden Einrichtungen zur Ausbildung von Pflegepersonal usw.) 6. Aufsicht über private Einrichtungen, die ' von der Stadtgemeinde unterstützt werden. II. Die Institute. 1. Hygienisch-bakleriologischeS Institut, zu deffen Wirkungskreis auch Desinfektionen, Impfungen und sonstige allgemeine Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung gehören. 2. Chemisches Institut. Hl. So- zialhygienifche Abteilung. IV. Krankenanstalten. 1. Allgemeine 5irankenhäuser. 2. Spezialanstalten.(Irrenhäuser, Hospitäler, Heimstätten, Heilstätterr usw.) V. Rettungswejen. VI. DaS Zentralgesundheitsamt bearbeitet ferner die Angelegenheiten der Kran- kenernährung, die ärztlichen Angelegenheiten der Kriegsbeschädigten- fürsorge, die Angelegenheiten der Armenärzte, der Vertrauensärzte und der Rezephuprürnng. Es hat ferner eine Mitwirkung bei der WohnungSoufsicht und Wohnungsvflege. Die Zentraldeputation bildet Ausschüffe: I. Ausschuß sür Heimstätten, Vorsitzende Frau Dr. Wehl, 2. Ausschuß für Rettungswesen, Vorsitzender Stadtrat Koblenzer. 3. Ausschutz sür Hospitäler, Borsitzender Stadtrat Scholz. 4. Ausschutz für Irrenhäuser, auch Zentrale Buch, Borsitzender Stadt- rat Benecke, 5. Ausschutz für Sozialhygiene, 3. AnSschutz für Kranken- anstalten, außer Heimstätten, Irrenhäuser und Hospitäler, Vor- sitzender Stadtmedizinalial Dr. Rabnow. Die AuSschüffe verwalten ihre Angelegenheiten sttbstäiidig- wichtige Angelegenheiten müssen vor die Deputation gebracht werden. Da? Verhältnis zwischen der zentralen Deputation für daS Gesundheitswesen und den Bezirken wird nach Besprechimg mit den- selben endgültig geregelt werden. Es steht bereits jetzt fest, daß in jedem Außenbezirk eine Deputation sür das Gesundheits- wesen geschaffen werden wird. Diesen Lokalgesundheitsdeputationen wird ein gewisses MitverwaltungSrecht für die in ihrem Bezirk ge- legenen Anstalten eingeräumt werden. Die Außenbezirke behalten völlig die Verwaltung der ihren besonderen Zweigen dienenden Anstalten und Einrichtungen. sechzehn Einbrecher in 24 Stunden ergriffen. Die Liste der Einbrüche der letzten vierundzwanzig Stunden gibt wieder ein erschreckendes Bild von der Uusiwerheit in Berlin. Zugleich ist sie aber auch ein ehrende« Zeugnis für die Tätigkeit der Schutzpolizei, der eS in fast allen Fällen gelang, die Einbrecher zu ergreifen. Aus der langen Liste der Einbrecher seien die folgenden genannt: Bei einem Einbruch im Hause Grolmannstratze 87 wurden in der vergangenen Nackt der wohnungslose 23 jährige Teckniker Fritz Fuchs und der in der Belle-Alliance-Stratze wohnende 28jährige Werner Stamms von Schutzpolizisten überrascht. Ihre Beule im Werte von 20003 M. konnte ihnen wieder abgenommen und dem recktmätzigen Besitzer zugestellt werden.— Drei.Arbeiter'. der 2ljShrige wohnungslose Ernst S t e ch o w, der 20jäh- rige Josef F r o m m e l t aus Charlotlenburg und der 24 Jahre alte Paul L i n d n e r aus der Grenadierstratze, statteten dem Kauf- hause von Prinz in der Alten Sckönhauier Straße einen Lesuck ab. Als sie bei der besten Beschäftigung waren, tauchte plötzlich eine Streife der„Grünen' auf und rief den Burschen mehrmals „Hände hoch!' zu. Diese ergriffen trotzdem die Fluckt, konnlen aber, nackdem die Beamien zwei Schliffe auf sie abgegeben hatten. in der Hirtenstratze festgenommen werden.— Der Mjährige Arbeiter Bruno Wille, der im Hanie Gottschalkstr. 31 in Pankow wohnte, hatte ausbaldowert, daß bei einer Frau Rese, Gottschalkstratze 34, etwas zu holen sei. Gemeinschaftlich mit.dem ISjährigen Dreher Hermann Heike aus der Martin- Opitz- Straße brach er bei der Frau ein. Beide konnten sistiert und die gestohlenen Sachen der Eigentümerin zurückgegeben werden.— Große Beute machten Einbrecher in der Fleischerei von M. Hanle in Tempelhof, Berliner Straße 83. Sie stahlen eine Kaffette mit 300 000 M. Inhalt und entkamen.— Aus einer Wohnung im Hauie Mommfenstr. 49 wurden für 200 000 M. wertvolle Sachen gestohlen.— Der. 27jäbrige Reisende Joseph TamarowSki aus der Kleinen Aleranderstratze und der 25jährige Friseur Willi Müller, der sich stellungslos umbertrieb. drangen in daS Zigarrengeickäft von Knopf, Lndwigkirchstr. 9s, ein. Ehe sie aber noch mit den zusammengeroff:en Waren flüchten konnten, wurden sie dingfest gemacht. liegen den Landrat des Kreises Teltow wird seitens der Gemeinde N o w a w e s, als dem größlen Orte des Kreises, der Vorwurf erhoben, daß er die Gemeinde in ihrer Entwicklung hemme. NowaweS hat zurzeit 23 000 Einwohner; es bildet jetzt nach der Eingemeindung der großen Orte in Berlin noch ■daS finanzielle Rückgrat des Kreiies. Allem Anschein nach glaubt der Landrat, daß Nowawes sich durch eine Vergrößerung Stadtrechte erwerben und alsdann aus dem Kreise ausscheiden würide. Das wäre allerdings eine Politik recht kleinlicher Art. Zum Beweis dafür, daß Herr v. Achenbach Nmvawes von jeher schlechter behandelt habe als den Ort seines Wohnsitzes Klein- Glienicke, wird in einer an uns gerichteten längeren Zuschrift u. a. folgendes angeführt: Be- reits 1912 wurde für Klein-Glicnicke die Ritteröhausenschc Exklave geschaffen, da dieses Grundstück, umgebe» von Nowawejcr Gelände, in Klern-Glienicke eingemeindet wurde. Damit es aber auch die Verbindung zu seiner/Exklave hat, ließ der Landrat die Kreis- chauffee nach Stolpe, die Fortsetzung der Berliner Straße, nach Glienicke eingemeinden. Da der nördliche Teil der Potsdamer Forst nach Groß-Berlin gekomircku ist, soll jetzt der südliche Teil nach einem Plan des Landwirtschgstsminifteriums unter verschiedene (Gemeinden aufgeteilt werden. Schon lange weiß es Nowawes, daß der Landrat den beteiligten Ministerien diesen Plan in die Ohrea geblasen hat. Nowawes erhält danach nur einige kleine Stücke, die sich für Neubauten eignen, während das übrige Gelände Dauer- Wald ist. Glienicke dagegen erhält die zur Bebauung geeigwelen und wertvollsten Stücke, die dazu noch ein Mehrfaches von dem betragen, was Nowawes erhält. Statt daß die Riticrshausensche Exklave jetzt nach Nowawes eingemeindet wird, vergrößert man sie um ein Vielfaches, denkt auch an Eingemeindung der Böckmann- st ratze nach Klein-Glienicke, trotzdem in dieser das Jnvalidenheim liegt, das Nowatoes erst vor kurzer Zeit erworben hat. Es wird später dem Landrat und Eilienicke ein Leichtes sein, um mit dem beliebten kommunalen Konflikt den Nowaweser Ortsteil am Griebnitzsee und das Jnvalidenheim nach Glienicke eingugemeinden. Das würde der Schlußstein in dem Wert des Landrats sein, der«in Groß-Glienicke schaffen möchte. Am schärfsten wird diese Zweck- 1] Die offene Tür. Eine fardische Erzählung von G r a z i a D e.l e d d a. Am Mittwoch vor Ostern ging Timon Barca zur Beichte. Er war in Derzwerflimg, und der Verzweifelte gedeicht gern Gottes, wie der Kranke des Arztes. Er ging also in den Tom, das sttationalheiligtum, das noch heute das verkommene Torf schmückt, und in dem zu jener Morgenstunde nur ein Fmter aus dem anstoßenden Kloster die Messe zelebrierte, in einer der Kapellen, deren uralt« Fresken di« Feuchtigkeit mit einer grünen Schicht bedeckt hat. Die Weiber aus der Bardqgia, den Kepf von der steifen Haube umschlossen und die wie Win dein so engen Kleider von silbernen Kettchen verschnürt, beteten den Nosenkranz in ihveni lateinischen Dialekt; ihre Stimmen verhallten in der weiten Basilika wie in den Ruinen eines Tempels, und aus dem Tal kam durch die weitgeöffnetrn Türen der berbe Duft von Euphorbien irnd knospenden Erlen. Simon beichtete dem Frater Prior, der mit seinem mächtigen lLeibe'den Beichtstuhl ausfüllte und da drinnen schnaubte sind keuchte wie ein Bär im Käfig. Para, ich bin ein verlorener Mann: ich bin imstande, einen Christenmenschen um zubringen, so verzweifelt bin ich. Ich habe die schlimmsten Sünden begangen. Bis vor kurzem war ich ein Fämiliensöbnchsn. Para, ein einziges Kind. M'.t zwanzig Iahren schlief ich noch bei meiner Muttor; aber kaum tvar sie tot, so haben die bösen Kameraden mich umringt wie die Fliegen eine trockene Weinbeere; rnid mein Onkel, der auch ein Geistlicher ist. l)at mich aus dem Hanse gesägt, statt mir zu Helsen, und dreht den Kopf nach dcp: anderen Seite, wenn er mich sieht. Ja. olle schlimmsten Sünden lwbe ich begangen; ich habe gespielt, ich Hai»? getrunken, ich habe schlechte Weiber aufgesucht und die Zauberinnen befragt; ich hafte dem Nächsten Böses gewünscht, nach Anderer Gut be- gehrt und Fälschung begangen... ja, Para... ich hafte eine Unterschrift gefälscht, und in ein paar Tagen ist der SSechsel fällig... und ich muß dann ins Gefängnis und bin entehrt... Alle Schuld trifft die schlimmen Gesellen, die mich jetzt im Stich lassen: alle Türen sind mir verfchlofsen... und für mich gibt es keine offene Tür mehr. Aber ich bereue, Para. und will ins Gefängnis geben und büßen, nur gebt mir die Absolution,- damit ich die Ostergebote kalten kann und unschuldig leiden wie unser.Herr Jesus Christus. Ter Frater Prior schnaubte und gab keine Antwort. Simon, das braune, magere Beduinengesicht in den Händen verborgen, stöhnte ebenfalls und dachte: Vielleicht ist er aufgebracht, vielleicht freut er sich auch zu hören, baß die Ursache meines Ruins im Grunde mein Onkel ist. Die Fratres und die Priester können sich ja nicht ausstehen. Vielleicht wird er mir, um meinen Onkel zu ärgern, die Saldi geben, um den Wechsel einzulösen... Doch der Frater Prior schnaubte und schwieg. Sein heißer Atem kam Simon ins Gesicht. Und des Wartens müde, schüttelte der reuige Sünder seine bußfertige Anwandlung wie seine bösen Gedanken ab, schlug die großen,� dunkeln, kindlich blickenden Augen auf, und ein bitteres, spöttisches Lächeln vertieft? die Grübchen seiner bartlosen Wangen: der Frater schlief! Ach, auch der-Herr ist taüb für das Geschrei des verzweifelten Sünders. -st* * Leise, leise ging Simon von dannen, das-Herz voll Traurigkeit und den Sinn von häßlichen Gedanfen erregt. Vor dem-Hochaltar begannen bereits die Funktionen, und man hörte die lustige Stimme Priester Barcas i.n den höchsten Tönen psalmodieren. Die Leute kamen und gingen, und nun erschienen auch die Männer, groß von Gestalt, mit langen, eckigen Bärten, wie zu Moses Zeit. Einige sahen wirk st a wie Propheten aus, so feierlich, ruhig und einfach traten sie auf: andere waren klein und hager, gleich unserem Simon, und wie ausgemergelt vom scharfen Wind und von bösen Gedanken. Auch die Weiber gemahnten an die Gestalten der Bibel; eine, der-Simon im Hof der Basilika begegnete, eine große, dürre Witwe mit olivenfarbemm Gesicht und grün- lichen Augen, die in ihrem hieratischen Gewand stak wie in einer schwarzen Scheide, der fehlte wahrhaftig nur ein Aebren- büschel in der Hand, um für die zweite Gemahlin des Boas zu gelten. Simon erbebte, als er sie sah; er bebte vor Haß, denn die Frau war die Haushälterin Priester Barcas, und ihm kam plötzlich der Gedanke, in diesem Augenblicke sei niemand im.Hause des Onkels; und als wäre es mit einem Male Nacht geworden, iah er die Dinge und Menschen nur verworren und schlich behutsam au den Mauern hin, über jeden Stein stolpernd, der ihm im Weg« war. So gelangte er bis vor»ein Haus, das aussah wie eine alte Turmnune, I und da erst-war es ihm, als würde es wieder licbt um ihn Iber. Er trat ein. und gleich darauf erschien sein Gsticht an dem Fensterchen des ersten und einzigen Stockwerks, so nachdenklich wie das eines Generals, der von einer Festung herab einen Schlachtplan überdenkt. Das Schlachtfeld Simons war der kleine Gesichtskreis, der sich vor seinen Augen ausbreitete und gebildet wurde von der Straße, durch die ein Rinnsal floß, an dem Gras imd Binsen sproßten wie im freien Felde, von dem dem seinen gegenüber liegenden Häuschen der Witwe, dem großen dunkeln Hanse und dem Hof des Onkels Priester neben dem der Witwe, und endlich von einem Kirchlein, dessen mit Unkraut bewachsenes und von Zypressen beschattetes Gärtchon aussah wie ein Kirchhofwinkel. Simon dachte daran. wir er seine Kindheit und Jugend damit verbracht, über die Mauer zwischen des Onkels Hof und dem Kirchengärtchen zu springein W< g:' ob er den Sprung nicht noch einmal wagen nur in uingekehrter Richtung: van dem Gärtchen i- i der leinen Kirchs ans in den Hos des Onkels. Einmal da drinnen, war es leicht in die Festung einzudringen, d. h. in des Onkels Haus, dessen Winkel und Gänge niemand besser kannte als er.-; er die Augen schloß, erblickte er den Mauervorsipn-i. dem Flur, aus den der Onkel, bevor er das-Haus i.;.ß. den großen Schlüssel seines Zimmers hinlegte; und wenn er sie wieder öffnete, dann gedachte er nickst ohne Rührung jenes groß, ein wenig geheimnisvollen, stets von einer kleinen Lampe erbellten Zimmers voller Heiligenbilder und gebundener Bücher, in dem er mehr als einmal, als Kind, den Oukel überrascht lnitte, wie er in.Hemd und Scheirelmützchn goldene Münzen zählte gleich einem Zauberer, oder in Papiergeld mit einer Nadelspitze geschickt seinen Namen durchstach. Eines Tages- war Simon tastend über den Fußboden gekrochen. hatte eine der achteckigen kleinen Platten des Belags aufge- hoben ijjnd darunter ein Schächtelchen voller Münzen ge- funden. Und jetzt dachte Simon an jene Zeit zurück, wie der Gefangene an die Tage der Freiheit. Drei Tage lang stand er fast beständig an dem Fensterchen und rührte sich nur, um ein wenig Gerstsnbrot und Ziegen- käse zu esien. Ja, während der Onkel seine Gelder unter dem Fußboden aufhäufte, lebte er wie ein armer Hirte; sein Haus war leer, verödet, ohne.Hausgerät(das hatte er bereits verkauft), sogar ohne Türen(auch die hatte er v-rkauft). und die Spinnen spannen ihre Netze aus dem Kol■- Wild- fchweinsleder, in dem er das Brautkleid wie o.e. Witwen- kle:.'einer guten Mutter aufbewahrte.(Fprtst jolgt.) widrigfett des TSilungZvorMage? durch einen Vertreter de? F-nch. fiskus bezeichnet, der den Plan in seiner jetzigen Art für Nowawes als einfach mahn- und widersinnig erflärtc. Tie Einwohner des GutsbczirkS Potsdamer Forst stimmten einmütig für Eingemein» dung nach 5loman#§, da ihre Grundstücke dort nur lebensfähig bleiben könnten. Der Krcisausschuß hat sich jetzt nnt der Sache � zu befassen, hoffentlich macht er den Plan des Landrats zunichte. Der Landra! verfügt aber über sehr einflustreiche Freunde, Vor- läusig ist Glienicke trotz seiner wohlhabenden Einwohner Kost- ganger der armen Arbeitergcmeinde. die einmal die Lust verlieren kann, erhebliche Zuschüsse für b8 Besucher unserer höheren Schulen aus Klein-Glienicke zu zahlen. Die KanalisationSanschlüsse bleiben «hm verwehrt und damit auch dem Bahnhof NeubabclSberg, der mit seinen nicht kanalisierten Abortanlagcn ein Sckwecken der gesamten Umgegend ist. Bisher hat Nowawes noch nicht e:ne Silbe ver- lauten lasten, daß es des Kreises müde geioovden ist. Im Gegen- teil, es ist mehrfach in öffentlicher Gememdevertrcrersitzung erklärt worden, daß Nowawes noch nie an eine Eingemeindung nach Berlin oder Potsdam gedacht habe. Noch nie dacht« die Gemeinde an Er- werb der Stadtxech e um dadurch kreisfret zu werden. Wird Nowa- wcZ aber in seiner Existenz bedroht, dann zieht e? die Konsequenzen. Es hat wirklich keine Lust. Wohltaten an den Kreis und an Klein- Glienicke zu'übet, deren oberster Beamter, parteiischer Gönner seines Wohnortes, NowaweS langsam wirtschaftlich zu Tode ringen will._ Nackttänze in der Sattlerwerkstatt. Mit dem reckt deutlichen Wort.Schweinerei' bezeichnete der Staatsanwalt gewisse nächtliche Vorgänge, welche den Sattler Fritz Steinhaus unter der Anklage des fortgesehien unerlaub- ten Atisichanis und der Ueberiretung der Polizeistunde vor den Strasrichter führten.— Der Angeklagte hatte aus seiner Wohnung und Werkslali in der Seydelstraste eine log. G e h« i m l u e i p e gemacht, in der angeblicher.Sell' die Fla'che ,u t8l> M. und andere angebliche weinhaltige Getränke zu ähnlichen Pteifen ver« kauit wurden. Ten Hativlcottp bildeten jedoch N a ck t t ä n z», welche in der zu einem Tanzsalon ausgestatteten Saillerwerkstait von einer jungen»Dame' geboten wurden. die sonst in der G.-gend des Nordbafens ihrem nächtlichen Gewerbe nach- ging. Diese bolde.Schöne' erschien plötzlich in dem von methpl- olkoholberauichien Swiebeen angeiüllie» Tanz'alon. entlleideie sich unter Fohlen und Quietschen der anwesenden.Herrschaiien' tind verübte dann einige ichwanlertde Bewegungen, welche einen Tanz darstellen sollten. Nur mir einem Sammelteller.bekleidet' ging sie dann durch die Reihen der Zuichauer und sammelte Extra« Honorar. Das Gericht erkannte auf 3 Monate Gefängnis und 6 00 M. Geldstrafe. Notschrei eines Tumuttbeschädigten. Wann wird für schuldlose Opfer der verschiedenen Krawalle und Putsche der letzten de'den Jahre etwas getan werden? Wann werden die Tumulibeichädigten endlich zu ihrem Recht und zu ihrer Rente kosttmen? Einer, dem bei den Märzunruhen des vorigen Jabres ein Bein zerschossen wurde, so dah es amputiert weiden mutzt«, klagt uns leine Not. Er haue seine Schadenersatzansprüche rechtzeitig angemeldet, aber weil ein nettes Tumultichadengeietz in Vorbereitung war, empfahl ihm der Magistrat,.sich zu gedulden'. Das tat er und dabei>st eS bisher gebli-'ben. obwohl inzwischen daS neue Gesetz längst fettig geworden ist. Wann werden die besonderen Tiiniultscoadeiigerichle ihre Arbeit be.titinen, damit endltch die berechtigten Anipniche der Tumtiii» beschädigten befriedigt werden? Der erwähnte Tumulibeschädigte hat bisher nicht» weiter erkalten als von« Tumuliichädenbureau des MaaistratS ein Darlehen von löOO M. wovon er viertel- jährlich 30 M. abzahlen mutz. Er fatzr seinen Notschrei zusammen in den Wunich. datz man ihm nur seine gesunden Glieder wieder« geben möchte. Dann wolle er gern auf alle EntschädigungS- attfprüche verzichten. Weihnachtsfeier für die Kuegszermalmten. Der Republikanische Führer- Bund hatte ain Dienstag nach- mittag im grotzen Saal der Pbiibarmonie eine große WeihnachtS» beicherung für die in Berliner Lazaretten liegenden KtiegSzer- malmten, verbunden mit küustlertschei, Vorträgen veranstallet. Die Feier nahm einen lehr stimmungsvollen Veilauf. An langen Gaben- ttichen, die das Parkett des Saalis durchzogen, hatten etwa 750 Schwerbe>ckädigie Platz gefunden, darunter zablreiche Amputierte und Gelähmte, die in Rollstühlen gefahren werden mutzten. Die Gaben waren dank der Opserwilligkeit zahlreicher Spender, namentlich aus Arbeiter- und Aiigestelltenkreiien, recht reichlich ausgefallen. Autzer einem Weihiiachtsstollen. einem bunten Teller und einem grötzeren Quantum Rauchzeug konnte jeder Teilnehmer der Feier noch«in nützliches Kleidungsstück und ein Buch oder eine sonstige Svende rrbalien. Dagegen waren die Ränge und Logen, wo ein.besseres' Publikum durch Erlegung eines EintrittSoetde« von 16 oder 25 M. feine Svmpathie für die fchwerstgetroffenen Kriegsopfer baue beweisen lö inen, nur sehr schwach besetzt. Ja, wen» eine Rockllänzerin«u iehen gewesen wäre! Aber lauter Men'chen mit zersetzten Gesichtern und verstümmelten Gliedmatzen, da hält sich der Berliner Westen fern. Für die künstlerische Unterbaltung hatten sich in dankenswerter Weise namhafte Künstler zur Verfitquiig gestellt: der Tenor Carl E l« v i n g. Kapellmeister Schmalstich als Klavierbegleiter, die Sängerin Frau Elise Ludwig-Heuelmann, die Vortrags- künstter Lepanto. Baldermann, Bruno Fritz und die Tänzerin Karin Tadmara. Sie sowie die Kapelle Leuschner iorgten dafür, dah aus ein paar Stunden die Nöie und Sorgen vergessen wurden und beste Festcöstimmung herrschte. Der A. F. B. hat sich durch die Veranstaltung ein Verdienst an den Kriegsopfern erworben._ Die Deputation für Arbeit und Gewerbe lArbeits- und Gewerbe- amt der Stadl Berlin) hat sich in ihrer ersten Sitzung eine Satzung gegeben. Die Deputation hat 27 Mitglieder, darunter 6 Magistrats- Mitglieder, l6 Stadtverordnete und 6 Bürgerdeputierte und sie zerfällt in eins Allgemeine Abteilung und 6 besondere Abteilungen: AtbeitSnachweis, ErwerbSloseiifllrsorge. Arbeitsbeschaffung, Berufsberatung, Gewerbe- und Betriebskrankenkasse. Der Arbeitsnachweis, die Erwerbslosenfürsorge, die Arbeitsbeschaffung und die Berufs« beraiung sännen je einen Beirat erhalten, deren Zusammensetzung durch Beschlutz der Deputation festgeietzi wird. In den Bezirken find Deputationen für Arbeiter und Elewerbe zu bilden. Rrvolvetsvielmi. Der ISjährige Ei Win F.. der bei einer Fa- milie im Hauser Winslocker Str. 4 zu Besuch weilte, zeigte hier eine» Revolver. Plötzluti entlud sich die Waffe und die Kugel drang der Illjähriaen Tochter Minna in den Hals. Das schwer- verletzte Kind wurde nach dem Krankenhcuse Moabit gebracht. Die KricgSpatenfchaftsverßcherung der Kriegcrwaise« hat im Ortsbezirk Treptow nunmehr ihren Abschkutz gesunde-'. Den Bemühungen einzelner Bürger und des Wohlfahrtsamtes ddr«he- maligen Gemeinde ist es gelungen, für etwa 80 Kriegerwaisen so» genannte.Kriegöpaten' zu gewinnen, die entweder eine Paten- schaftkversicherung für die betreuten Kinder abschlössen oder für diese bei der Gemcindesparkassc einen Betrag(in der Regel 600 M.. vereinzelt iOOO M.) einzahlten, um so den Ucbertrilt von der Sckmle ins Leben zu erleichtern. Bei diesen betört Versorgten befinden sich infolge neuerer Bemühungen fast alle Vollwaisen. Für alle übrigen Walsen, eiwa 160. hat nun die Bürgerschaft eine Sammelpatenschaft übernommen, als deren Ergebnis am Weih- nachtSabend den Kindern durch Beauftragte des Wohlfahrtsamtes, ,n dessen Händen die Aktion lag, je ein Sparkassenbuch überbracht wurde, das bis zur Schulentlassung gegen Abhebungen gesperrt ist und dessen Inhalt bis dahin aus 200 M. anwächst. Das hierzu erforderliche Geld, etwa 20 000 M., ist bereits während dem Kriege durch Sammlungen und Spenden für diesen Zweck aufgebracht war- den. Bei den betroffenen Müttern und Kindern erweckte jetzt mehr noch aTS der nakurgemätz beschränkte Betrag da-Z Bewusttsein Freude, datz die Mitbürger ihrer in einer solch sinnigen Weise ge- dachten. TaS Tozialdemokratische Handbuch für die Landtagswahlen ist im Verlag der„Vorwärts'- Buchhandlung erschienen und' behandelt zunächst die verfassungsrechtlichen fragen, die sich nach der neuen Verfassung für Prcutzen er- geben. Das knapp und anschaulich geschriebene Buch beschäftigt sich im besonderen auch instruktiv mit der Stellung. die die Sozialdemokratie bestimmten fragen gegenüber einnimmt oder eingenonlmen hat und geht dabei auch an der Haltung der anderen Parteien nicht vorüber. Das kleine Werk, das auch in einen, Anhang das Wahlgesetz zum Preustischen Landtag widcrgibt, dürfte ein trefflicher Führer im Wahlkampf werden. Sine ungarische«üustlerveranstaltnng ziir Hilfe für ungarische Emi'grnnten findet in der Pbtlharmonie(groncr Saal) am Sonnlag. den 2. Januar, nachmittags I Uhr, statt. SUister ungarischen Künstlern wirkt der Arbei tergeiana verein mit. Karten im Vorverkauf: Pdildarmonie-Kaise, S'ianlriiifriflr. 72 kRestaurant). VeinebSrate-Zentrale. Mlinzilr. 24, in den Buchhandlungen.Vorwärts',.Freiheit' und»Rote Farne'. Zilmschau. Die.Tvoripakast.LichtlPirle' warteten znm«elhnachtssekt« mit einem relchdolligen Programm aus. Di« jetzt alttcklich ociiilmtr»elchichle der„ 9! i n v n de Senclo«" mit Wanda Trenmann in der Titelrolle Iii ist wegen undeutlicher und unsauberer Bilder keine rechte Freude aus- kommen. Auch diamatilch ist daS«anze recht lchioach. Hingegen ist der zweite Lustspielfilm älteren Datum».DerLtebesbrief der Königin', in dem Hennv Porten die Haupirolle zufällt, lechnstch besser. wenngleich anch hier da» Flimmern auf der Leinwand sich unliebsam de- merlbar machte. Die Porten lästt wieder alle Satten ihrer Weiblichkeit ich ms idielen. Ein au« den bekanntesten WeibnachtSliedern zu'ammen- pefrjjtf« Potpourri mit Orchesterbegleitung. daS von einem gemischten Sängrrchor unterstützt wind«, winde vom Publikum gebührend beklatscht. Hrost-Serliner parteinachrichten. Vom 1. Januar ab sind alle unter dieser Rubrik zur Veröffentlichung bestimmten Parteiveranstaltungen nicht mehr an die Redaktion des„Vorwärts', sondern an das S c k r e- t a r i a t des Bezirksverbandes Berlin dlW 40, I n den Zelten 23, einzusenden. « Heute, S». Dezember: IS. Abt. 7 Uhr Sitzung der Parteiiunkttonäre, BekiebSvertrauenS- leute und Ellembeiräte bei Rorariu«, Adalbertstr. IS. 47. Adt. 7 Uhr wichtige Sitzung der BezirkSsührer mit dem gesamten AbteilungSvot stand. Bohnsdorf. 7'/, Ubr de! tzelmann. RIedelstratze, erwelteite Norstand». Ützung. Erscheinen sämtlicher Funilionäre unbedingt notwendig.— Freitag 7 Uhr bei Höst, Schuizendorser Siratze, Stlvesterseter. Zahlreiche Beteiligung erwünscht' Rokrntiial(l4l. Abi. 20. Krel«). Fllr die geplant« Jugendweihe unsere» OrleS sind Anmeldungen sür in Frage tonimende» Kinder an den Vorsitzenden Genosse D e h m e l, Edelweitziir. 8, rechizeitig zu bewirten. Morgen, 5*0. Dezember: 10. Abt. 7 Uhr d-t Woiss. Forster Str. 44, Sitzung sämtlicher Funttio- näre. Bezirlsfübieibücher mitbringen. Erjchemen aller Funktionär« not« wendig, da wichtige Miileilnngen und Beschjüsse. 19. Abt. 7 Ubr be: Schonack, Samm itcrflr. 8, Eck« Rigaer Strotze, Sitzung sämtlicher Funktionäre: BorslandSmitgiieder, BezirkSsührer, Ve- triebSrät« usw. sowie da» Vergnügungtlomitee. Tagesordnung: Abrech- nung von der Wechvachtsbeichening und unsere(entere Agitation. 20. Kreis. Abend» O1/. Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Ret- nickendotf. erwetterte KreiSvvrstandSjihung mit den Bezirks- iowie Stadl- verordneten. 22. Abt. Die veihnachtsseier findet am 12. Dez. in Heinrich« Fest- sölcn. Gr, Franisnrter Siratze 8», statt. Ansang Pßnltlich abend» 6 Uhr. Eintritt(tei. Zur Besckerung kommen alle angemeldeten Kinder. Ardeitsgemelnichaft foziatdemotratischer Let>rer. Die Mitglieder der BezirtSgi uppe Äroii- Bertin wollen fich an der Sitzung der parleige- »ijfiichcn Lehrer de» Bezirks Potsdam am 30., vorm. 10 Uhr, Jugendheim, Lindenstr. 8, beteiligen. Sctionederg- Friedenau. Nachmittag» d Uhr in der Renzel-Slause, Ecke Menzel- und Tborwoidsenliratze, WeihnachiSseier. Semein- schaitiicher Kossee, Aussührungen für Kinder. Unloslenbeitrag SO PI. sür Kinder, 7S Pi. iür Erwachjene. Lichrerfelde. V Adt. 83. 7'/, Uhr erweiterte VorstandSsitzung bei Quandt. 126. Abt. B.'eitzensee. 7 Uhr Sitzung de« Vorstände» bei Stärke,- Ehmloitenburger Str. 8. Pankow. IUO. Abt. Zrüher III. Abt.) AbtellungSversammlung 7'/, Uhr im Lokal Schmidt, Lollanlitr. IIS. Thema: Die polttijche Lage Reserent Ten. Dr. Rosenseld._ Vorträge, vereine und Versammlungen. Versammlung der Arbeitslosen Schöm bergs. Heule 7 Uhr in der Aula der Fichte-Reotschule in der Äolonnenstratze.— Schustvervand der Tchwerhörigcn. Donnerstag TL Uhr in der Neuen Philvarmonie, Cöpcnicker Str. So, Lichlbüdervortrag uoer»Der demiche Wa>d einst und jetzt'.(Für jeden Schwerhöttgen durch den Bielhärer vernehmbar.) Tin- Uitt 1,60 M. Käste willlommen.— Kartell sitr Sport und Körperpflege Wilmersdorf- Schuiargeudorf. Heute?>/, Uhr lm Turnet h-im Genei aloetjanunltmg. Vorher, um 7 Uhr, VorstandSsitzung zweck» Ab- rechnmig. /ius aller Welt. Eine Elefautcntreibjagd. Die Treibjagden, bei denen wilde Elefanten mit Hilf« abge- richtcter.Lockelesante»' lebendig eingefangen werden, finden jetzt nur noch sehr selten statt und wenige Reisende haben dieses eigen- artige und packende Schauspiel beobachtet. Deshalb' besitzt die Schilderung besonderes Interesse, die ein Teilnehmer an einer kürzlich auf Ceylon abgehaltenen E'efantentreibjagd tn der„Datlij Mail' entwirft. Zunächst wurde in dem Nordwcstteil der Insel ein umzäunter Kraal errichtel. iu den die Elefanten hineingetrieben wurden; die Erlaubms, der Jagd beiznwohnen, wurde nur wenigen Bevorzugten erteilt Man hatte sür die Umzäunung einen passen- den Platz im Herzen de» Dschungels ausgewählt und dann Treiber ausgesendet, um ein paar Elesantenherden aufzuspüren. Ettoa drei bis vier Wochen vor dem eigentlichen Jagdtag wurden die Herden bereits von 4000 Treibern umstellt, die sie allmählich immer näher an den Kraal herantrieben und an diesen Weideplatz gewöhnten. Die auserlesene Stelle, vier Kilometer innerhalb des Dschungels, wies ein ansteigendes Gelände, e.nen Teich zum Trinken und unversehrten Urwald aus. Der Zaun bestand au! mächtigen Baumstämmen, die in den Boden gerammt und durch dicke Querhölzer verstärkt waren. Um ein Uhr morgens nahmen die Zuschauer schweigend ihre Sitze aus einer Tribüne an einer Seite der Umzäunung ein; zu ihrer grösseren S cherhcit waren sie durch eine zweite?Irme« von Treibern gedeckt. Lange mußte man warten. Da plötzlich drang ein furchtbares Getöse von Rufen und Schüssen an unser Ohr. und dann sah man riesige schattenhafte Umrisse aus dem Dickicht hervortauchen und hörte das Geräusch niederbrertender Bäume, während die erschreckten Elefanten aus dem offenen Dschungel in das Gefängnis getrieben wurden, von dem sie keine Ahnung hatten. Nun begannen die.Lockelcfau- ten' ihre Arbeit. Geführt von einem Veteranen, von Billigama, dem größten und stärksten Elefanten in Ceylon, drangen die sieben Locktier« in die Umzäunung, und dann wurden die Tore geschlossen. Da» Dschungel durchbrechend, umringten die Locktiere die g«- fangene Herde der 8S wilden Elefanten, die durstig an dem Teiche tranken. Zwei Mabauts waren auf dem Rücken jedes Lockelefanten; unter jedem dieier geivaltigen Körper stand ein Lassosänaer, das eine Ende des aus Tierhaut gefertigten Fallstricks in dcx Hand, das andere End« war an dem Lockt'er befestigt. Langsam kroch der Lassosänger näher, und wenn einer der wilden Elefaitren einen Hitcherfuß aufhob, so warf er ihm unbemerkt den Lasso rm de« Fuß und floh dann sür sein Leben. Das Locktier zwang dann de» so an ihn gefesselten Kameraden gegen einen Baum und hielt de» wütend gewordenen John des Dschungels fest, während die Treiber seinett Körper mit Stricken umbanden und an den Baum sesselten. E'n wütender Kamps entspann sich, bei dem der Gefangene wild um sich schlug und angstvoll trompetete, während die zahmen Ge- nassen sich geborsam um ihn versammelten, ihn mit ihren Leibern bedrängten und mit ihren Köpfen stießen. Endlich ist er gefesselt und wehrlos; er strampelt und wälzt sich, bis er ermüdet liegen bleibt. Tie Locktiere haben sich bereits einem anderen Elefanten zugewendet, der ebenfalls auf diese Weise besiegt wiiH. Schließ- lich werden dann die einzelnen gefangenen Tiere, in ihr Schicksal ergeben, zwischen den Lockelefanten aus der Umzäunung heraus- geführt in die Gefangenschaft.... Eine Stadt aus Lehm. Der Lehmstampsbau ist die neue spar. same Bauweis«, die allenthalben al! die billigste und praktischste Form de» Häuserbaue» empfohlen wird. Die modernen Vorkämp- ler dieser Methode können sich dabei aus die Baumeister von vor Jahrtausenden berufen, dt« auf diese Weise schon haltbare Häuser geschaffen haben. Es gibt noch heut« Gebiete, m denen der Lebm- bau durch eine Jahrtausende alte Tradition fortbesteht und noch heute so geübt wird wie in uralter Vergangenheit. DieS ist z. B. in Südsponien der Fall, und in eine solche auS Lehm gebaute Stadt führt uns der Engländer Charles Tower in einem hübschen Städte- bild. das er von dem Ort Niebla entwirft. Die einst so stolze Stadl, in der bereits Carthager, Römer und Araber mit Lehm gebaut habsn, ist heute ein vergessenes Städtchen. Die Reste der verfalle- nen M Kirchen und Moscheen, die sich einst hier erhoben, sind mit dichtem Grün bewachsen. Aber die Leute, die heut am Ufer des Rio Tinto ihr Leben führen, bauen noch ebenso, wie die Vorfahren bauten. Holz fft selten und teuer; die Ziegel, die man mühsam herbeischaffen muß, kosten so diel, daß der gewöbnliche Bewohner von Niebla sie nicht erschwingen kann. Deshalb baut«r sein HauS auS Lehm nach demselben Rezept wie vor zweieinhalb Jahrtausen- den. Er kauft sich den Baugrund für einen Pappenstiel, benutzt als Hinterwand die alte Stadtmauer aus Lehm, die wohl die Mau- ren errichtet haben, und geht dann mit zwei hölzernen Planken, zwei eisernen Stäben ans Werk. Schnell sind die Lehmmauern um den viereckigen Grundriß aufgerichtet. Als Dach werden Eula- lyptusstämme verwendet, und zur Ausmauerung de« Schornstein? leistet sich der süMpaniKb« Banmetster, wenn er besonder? vornehm baut, bunt« Kacheln. Ist erst daS Haus da. so geht die Einrichtung verhältnismäßig schnell vonstatten. DaS Flechten von Matten au« Bambus- und Palmen hisern ist eine der wenigen Hausindustrien» die in Niebla blühen. Rasch ist der Boden mit solchen hübschen Matteu belegt, und ein paar eiserne Bettstellen werden gekauft. Für Beleuchtung ist aesorat. Denn Niebla. in dem seit Jahrtau- senden die einfachen Tonlampchen mit Olivenöl brannten» hat jetzt elektrisches Licht bekommen. Eisenbahnunfall bei Hnirnvv«. Auf dem Bahnhof Langen- Hagen fuhr ein Güterzug infolge falscher Weichenstellung auf mehrer« Güterwagen auf. Es wurden etwa l0 Wagen, mit Kohlen. Koke, Zucker usw. beladen, ineinandergeschoben und vollstäitdig zertrümmert. Ein Bremser, der abzuspringen versuchte, wurde getötet. Unfall im Lnstpostverkehr. Do» Flugzeug v t2. da» den Susi- vostvetkehr Betkin—Magdebutg— Nürnberg— München vermitteln sollte, hatte aus seiner ersten Fahrt bei seiner Landung in Magde- bürg in dichtem Nebel«ine Panne. Tie Post winde im V-Zug weiterbesördert. Weltausstellung in Lima. Die penianikche Regierung wird zum 28. Juli 1921, dem Tage der Jahtbundertfeier der peruant'chen Uitabbängiakeit, eine internationale Industrieausstellung veranstalten. Das Erdbeben in Argentinien. Nach einer Radiomeldung a»S Buenos Aires soll das Erdbeben in M e n z o s a 6000 Opfer gefordert haben. Der Sachschaden wird auf 60 Millionen Pesos geschätzt. Mm 7. Januar tritt der„Vorwärts" in das 38. Jahr seines Bestehens Durch alle Kämpfe der Zeit hindurch hat er zum arbeitenden Volk und ein großer, wachsender Teil des arbeitenden Volkes zu ihm gestanden. Andere Blätter sind gegründet worden, die Organe der sozialistischen Bewegung sein wollten, sie haben gegen den „Vorwärts" einen wütenden Kampf geführt und ihm dabei doch nichts anzuhaben vermocht. Jnmiiten dieses Kampfes der sozialistischen Zeitungen ist aber der Hauptfeind, die knpitnlisttsche Lerlegerpresse, ge- blieben und gewachsen. Die angebliche„Radikalisiernng" hat ihr nicht geschadet, sondern nur genützt. Gegen sie kann die sozialistische Presse den Kampf auf- nehmen nicht durch bloßcS Geschrei, sondern nur durch Leistungen. Der �vorwärts� führt diesen Kampf, indem er durch Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit deS Inhalts den Wettbewerb mit der bürgerlichen Presse aufnimmt. Diesem Zweck dienen auch seine Beilagen, die illustrierte Beilage » Volk tmü Zeit unh die neue Unterhaltungsbeilage Heimwelt. Eine besondere Beilage sür die Zeit bis zu den Preußen- wählen, Vle Wählerin will für die politische Aufklärung der Frauenwelt besonders tätig sein. Mit gutem Gewissen kann daher jeder Leser, jede Leserin des„Vorwärts" allen Bekannten raten, ab 1. Januar das altbewährte Blatt deS arbeitenden Volkes, den „Vorwärts" zu abonnieren. Zu Bestellungen diene der folgende Zettel: Ich abonniere ab heute den.Vorwärts' mit der illustriertea Eonniagtbeilage.Volk und Zeit' in Groh-Berlin täglich zweimal frei in» HauS für 10 Mark für Januar. Außerhalb Groß-Berlin» Wohnende wollen beim Postamt ihre» Wohnortes bestellen. Name,„ Wohnung: Straße Nr. Bern- Hof— Quergev.— Seitcnfl.— 2t. links— recht» bei- Kontrolle 0er Produktion. Von Clemens Nörpel. Don der qewerkscdaftlichen VetriedKrcitezentrale des STD. K.B. und der Afa sind fiir die Betriebsräte �raqebocien hercmsfleqeben worden, um die wirtschaftlichen Verbältnisse der Betriebe zu ergründen und diese Kenntnis im Interesse der Allgemeinheit zu verwerten. Außerdem bat der All- gemeine freie Angeslelltenbund in einem Aufruf„Angestellte vor die Front I" seine Mitglieder aufgefordert, die Betriebs- rate bei der Durchführung dieser Maßnahmen in jeder Be- ziehung zu unterstützen. Diese Maßnahmen haben im höchsten Maße den Unwillen der Unternehmer erregt. In Veröffentlichungen von Arbeitgeberverbänden in der bürgerlichen Presse werden die Angestellten gewarnt/ diese Parole ihrer Gewerkschaften durchzuführen, da dies nach dem Betriebsrötegcsetz nicht zulässig und strafbar sei. Weiter wird die Behariptung ausgestellt, daß die Fraeebogen dazu dienen sollten. Geschäftsgeheimnisse der deutschen Industrie der Entente zu verraten. Der„Vorwärts" ist bereits auf diese Anwürfe eingegangen. Der Verrat von Geschäftsgeheimnissen an die Enteute ist eine Angelegenheit, die ausschließlich von den Unternehmern selbst betrieben wird und die wir ihnen auch in Zukunft allein überlassen wollen. Der Deutsche Arbeitgeberverband hat sich ebenfalls, unter Bezugnahme auf das Bctriebsrätegesetz an daß Reichs- arbcitsministerium gewandt, und dieses hat prompt eine Ein- ladung an die Spitzenorganisationen der Gewerkschaften und die BetriebSrätezentrale ergehen lassen zu einer Ri ck'pniche über den Inhalt der Fragebogen, da durch sie der WirtschaftSfriede gefäordet sei. Die Gewerkschaften haben es einmütig abae- lehnt, das Neichsarbeitsministerium als eine neue Kontroll- instanz anzuerkennen, Weimer sie ihre Maßnahmen zur Be- gntachtung unterbreiten sollen. Nun hat man seitens der Unternehmer auch das Forum des provisorischen Neichswirt- schastsrats benutzt, um gegen die Bestrebungen der Arbeit- nehmer, sich in die Wirtschaftsvorgänge einzuarbeiten. Sturm zu laufen. Herr.Humar von der Gruppe der Haus- bcsitzer ist zweimal vorgeschickt worden, um diese Attacke zu reiten. Von dem Vorstandsmitglied des Afa-BundeS Urban ist ihm der notwendige Bescheid in aller Deutlichkeit gegeben worden. Es wird von den Unternehmern so dargestellt, als wenn die Einflußnahme auf die Wirtschaftsführung durch die Arbeit- nehmer ursächlich zusammenhängt mit dem BetriebSrätegesetz und diese Bestrebungen erst seit Inkrafttreten dieses Gesetzes aufgetaucht seien. Die Unternehmer wissen jedoch sehr genau, daß dies nicht der Fall ist. Sie wissen auch auS ihrer eigenen Praxis am besten, daß noch niemals durch ein Gesetz verhindert werden konnte, die Arbeiterschaft von der Ver- folgung ihrer Ziele abzuhalten, und es muß einmal einwand- frei festgestellt werden, daß sowohl die Fragebogen als auch der Aufruf„Angestellte vor die Front" mit dem B e-! die Regelung der Wirt- und Gemeinde— wie ouG WirtschaftS- und Handels trtebSrätegesetz absolut nichts zu tun haben. In den Satzungen und Richtlinien des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes heißt es in der Einleitung unter anderem: „flur Erfiiuung ihrer Aufgaben fordern die Gewerkslbaften matzgebenden Einsluh auf sckaftSverhiiltnisse in Smat auf die Umgestaltung der Kultur- beziekrnng der Völker." Der außerordentliche internationale Gewerkschaftskongreß bat ans feiner Londoner Tagung im November dieses Jahres Resolutionen angenommen, in welchen u. a. gefordert wird, daß die Arbeit der Schaffenden auch direkt den Interessen der Gesamtbeit dienstbar gemacht wird, sofort der Unter- nehmerprofit anfbört und vor allem die sofortige Sozi alt- sierung der Bodenschätze durchzuführen sei. Hierzu sei die Kontrolle durch die Gewerkschaftsorganisationen und ibre Beauftragten notwendig. Weiter wird eine allgemeine Annullierung der inter- nationalen Schulden und die Ausgabe einer internationalen Anleih« aesordert, um die Wirkungen der Valutakrise zu be- beben. Außerdem fordert der internationale Gewerkschafts- kongreß die rationelle Organisation der Pro- d u k t i o n und die Errichtung einer internationalen Rohstoff- verteilungSstelle. Also, die Gewerkschaften fordern national und inter- national die Kontrolle der Wirtschaft, und mit zur Durchführung dieser Maßnahmen sollen die Fragebogen dienen. Es sollen keine Patente, Gebrauchsmuster oder sonstige Geschäftsgeheimnisse erscbniiffelt werden, vielmehr sollen die Arbeitnehmer in der Industrie die Kontrolle der Rohstoffe, die Kontrolle der KalkulationSmetboden, die Kontrolle der Ver- teilimg der Fertigfabrikate und Bedarfsartikel usw. vornehmen, während die Arbeitnehmer der Landwirtschast die Kontrolle der Anbauflächen und die Erfassung der Lebensmittel als ihre Aufgaben zu betrachten haben. Auch die einzurichtenden Kurse der Gewerkschaften für Betriebsräte und Gewerkschaftsmitglieder sollen der Durch- fühning dieser Maßnahmen dienen. Wegen Errichtung einer Arbeiterakademie bei der Universität Frankfurt a. M. hat eine Kommission von fünf Mitgliedern deS A.D.G B. in den letzten Wochen verhandelt und der dieser Kommission angehörende Vorsitzende des Deutichen Metallarbeiter-VerbandeS, Dißmann, hat den Zweck dieser Kurse wie folgt erläutert: „Beachten Sie bitte, meine Herren, datz wir als Sozia« listen an diese Fragen herantreten. Sie stehen zumeist auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung, während wir die kapitalistische Wirtfibast beseiiigen und an ihre Stelle eine sozia- listische Gemcinwii tschast treten lasten wollen. In diesem Sinne sollen unsere etwa hierher zu entsendenden Vertreter die ge- wonnenen Kenntnisse verwerten. Au» diesen Gründen ist«S auch erforderlich, datz wir den not- wendigen Einslutz auf Lebrplan. Lehrkräfte usw. erhalten. datz wir die von unS cnstandten Kolleaen nack abaelauienem I Semester noch zu einem Hochkursus zusammenbakten. Eine absolut „neutrale Msienschast" gibt es nicht. Deshalb müsten uns die notwendigen.Sicherheiten" gegeben werden." Wir fordern als Freigewerkschaftler«nd als Sozialisten die U e b e r n a h m e der Produktion in den Besitz der Allgemeinheit und die Schulung unserer Mitglieder. Die Fragebogen und unsere weiteren Maßnahmen sind Vor- arbeiten hierzu, von denen wir uns auch nicht durch ent- gegenstehende Paragraphen de» Betnebsrätegesetzes abbringen lassen werden. Die geschlossene Phalanx der Grwerkschastm gegenüber dem Unternehmertum ist infolge der Zersplitterung der sozialistischen Arbeiterparteien zurzeit der stärkste Stützpunkt der Arbeiterklasse. Doch haben demgegenüber die politischen Parteien keinesfalls etwa« von ihrer Bedeutung eingebüßt, und eS ist dringend notwendig, daß sich die Arbeiterklasse dieser Bedeutung in vollem Umfange bewußt wird. Der wirtschaftliche SozialiSniu« läßt sich erst durch- führen, wenn der politische Sozialismus die Staats- macht in Händen hat, und selbst die in verschiedenen Heer- Haufen marschierende sozialistische Arbeiterschaft kann politisch ihre Macht viel besser entfalten, wenn e« ihr gelingt, ins- gesamt die Mehrheit in den parlamentarischen Körperschaften zu erhalten, als ohne diese Voraussetzung die Gewerkschaften eS jemals zu tun in der Lage sind. Deshalb bleiben die vorbereitenden Maßnahmen, um d« wirtschaftliche Mackt ebenfalls ubernehmen zu können, von außerordentlicher Wichtigkeit. Wir müssen nur mit aller Energie bestrebt sein, die politische Macht zu erringen. Eine dieser Möglichkeiten ist in Kürze wiederum gegeben. Die Wahlen zum Preußischen Landtag stehen Anfang nächsten IahreS bevor. ES ist Aufgabe der Betriebsräte, der Gewerkschaftsmitglieder und der Arbeitnehmer überhaupt, nicht nur einsehen, daß der wirtschaftliche Sozialismus durch- geführt werde» muß, sondern auch sich in der Erkenntnis soweit durchzuringen, daß die Voraussetzung hierzu die W a h l sozialistischer Vertreter in die Parlamente ist. Bisher ist dies vielfach sogar in unseren Kreisen noch nicht der Fall gewesen. Wenn man bedenkt, daß die freien Ge- werkschaften zirka KLOO 000 Mitglieder haben und hinzu- nimmt, daß deren Familienangehörigen vielleicht die gleiche Zahl ausmachen, dann muß man mit Bedauern feststellen, daß die Zahl der abgegebenen sozialistischen Stimmen noch nicht einmal der Zahl der freigewerkschaftlich Organisierten einschließlich ihrer Angehörigen entspricht. Dieses Mißvcr- hältniS muß ausgeglichen werden, erst dann wird eS möglich sein, alle die Maßnahmen, die jetzt mur vorbereitend durch- gefübrt werden können, praktisch in die Tat und zum Wohle der Allgemeinheit auswirken lassen zu können. «rtterauSstchte« kür das mittler« Norddentschland bis Donnerstag mittag. Im östlichen Küstengebiele zeitweise auiliarend und etwa»(Öfter, in den meisten anderen Wcgendrn mild, überwiegend trübe mit weit verbreiteten, im allgemeinen leichten Regensöllen. Le»cNLtt»»t«»» LroC-Berllu. Znfekg« der Slufdafirunn der Leiche des Genosien Legten im Saal i de»(Beroecffcha tschaufe» müssen wir unsere GeneralversammlnnF welche am vonncratag, den 30. Dezember, abend» 6 Ahr, smttstnde». nach de» lSL/t Zeuttvl'ZesksSlkn. Aike Zalobstt. Z?. »erlegen.— E» lst Pflicht aller dienflsreien Kollege» nllnItNch M erslteinen.___ �__ D-e Ortsoerwoltun,. Everth& Mittelmann (iesr. 1875 Bankgeschäft Berlin C 19, Petriplatz 4 gegenüber der Petrikirche. (iegr. 1875 Fernspiechcr; Zentrum 2373, 7103 u. 1I5<1, in- Ei Verkaiil m EMten ui Caapons| Geschäftszeit 9—3, ßas Ctiristnsproblein gelöst! 5�rw«nj.n;urcÄsr?j i.> einer alten orientalischen Bibliothek ist ein Dokument t.{und worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Cmistus war: ein Bundesbruder des Essäerbundes, einer Artj l-'reimaurervereinigung. Es ist der liertcht des Aellesten dissesBundesinierusalcm an denAeltesten in Alexandrien. Ein christlicher Priesterversuchte bei derEntdeckang das Dokument zu»ernichten. da sich die ganzen mystischen Wundergeschichten aul einmal ganz natürlich erklhren. Die Vernichtung gelang ihm aber nicht. Dieser Bericht ist von Ferd. Schmidt ins Deutsche übersetzt Kein Denkender wird das Werk unbefrieoigi aus der Hand legen Preis Mk. 6,50 und Mk. 1,10 Ir. Nachnahme. Gr. Bücherkatalog sratis, Albrcdu Donath. Verlag, Leipzig 4 CMOVeal. vr. Oam für Geschlecht». 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Die Lfeinfopssche Gchrin ,Sa» mich der Beamte vom Beamten- dejdidungsgesetz wissen?- Iliirl über alle» aus.B Friedricti« �"!'>Ä 6»nm. 11— l. erjpbili», Harn», gzanenleiden. Biutuntersuch. echnell-.s>chere.schm»r»i»ieH«lS. ohne Berurssldrung. Tetliaalg.- foüsiiort. KiftiÖiSIl, eiserne Oelen aller SystEioe, SpÄW. EelormofM 25 8>. Kohlenersparnis, für teilen Raum geeignet, Herde f. liaustialtungen, Wirtschaft- liotclkilch. usw. liefen FJ.IaiUideniaiui'U: Berlin SW 19, SeytUlstr. 12/13. bei bwnrmw z-chiweiie abjuatb. Bei Barzahlung 10", Nachlaß. Rtiegsanl. w. in ssaßlg. genomm. pellioaccttfnbtit* KALLIS, Xlte-TBatdeabetafft. 11, _- m t» Kt-ti rstin»*-1 rtiTtaz-fl J> J«« naoe©taotDftoiii}Of4,ietßart«t. Telephon: Moabit 76a*/Ä Cognaes, erstllaMge Fabetidte. « Cofl nac», dentfch« aor.-.ntiert m. äudtr hergestellt. ««rH»r!N.Aalag».Tarreg»»a, Bordeaug.»nd Sibrin-W,!»«. Beste und dilligst» B«»ug»quell» für llass» und Siestauran t». vemliam Mm, Ä]" »rriin SW 68, Friedrichstr. HOT. 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Kreuzfüchse 300 M. / Stinnes winkt, Siemens gehorcht! Das„Barl. Tageblatt" macht folgende höchst bcmerkcns- werte Mitteilungen: Der Reichsminister desAeuhern Latte Herrn v. Siemens, den demokraiiiÄen Abgeordneten, erhicht, als Delegierter mit nach �Brüssel gu gehen. Dieser Beschluh wurde öffent- lich beionnigegeben, und turz darauf hieg es dann, Herr v. Siemens habe abgelehnt. Die Regierung wandle sich nunmehr an den Generaldirekwr v oegler, der bekannrlich mit Herrn SiirmeS der valksparteilichen Reichetagsfraklion angehört, und machte ihm das gleiche Angebot. Nach einigem Schwanken lehnte auch Herr Voegler ab. In politischen Kreise» wird»erfichcrt, daß sowohl Herr v. Siemens wie Herr Voegler unter dem Einfluß des Herrn StiiineS gehandelt,»der vielmehr nicht gehandelt haben. Herr Stinnes habe die Vrüsieler Konferenz.sabotieren" wollen, wie dr die Kon'erenz von Spa sabotieien woble, wo er die B e s e tz u n g des Ruhr- g e b i e t e ö vorzog. Das„Barl. Tageblatt" wünscht Allsklärung, wir schließen nns diesem Wunsche an, meinen aber, dag das demokratische Blatt selbst dazu Wesentliches beitragen könnte. Dag Herr Voegler schwenkt, wie Herr Stinnes komniandicrt, wundert keinen. Woher stammt aber der dämonische Einfluß des Koylenkönigs auf den— wie das„B. T." selbst hervorbebt— demokratischen Abgeordneten v. Siemens? Verfügt Herr Stinnes über eine so suggestive Macht der Beredsamkeit, oder ist es schon soweit, daß das einst indnstrieqewaltige l?eschlecht derer v. Siemens vor der Ungnade des Empor- kömmlinas zittern muß? Wäre dem so, könnten sich dann ehrliche Demokraten der Einsicht entziehen, daß es auch in der Deutschen Röpublik noch Monarchen zu entthronen gibt? Der Vorstoß ßegen öie Demobttmachungs- Sefetzgebung. In der.Soz. Korr." schreibt Dr. Wolfgang Schmidt- Königsberg: Die bürgerlichen Parteien haben im Reichstag einen gemein- »amen Antrag gestellt, die Besuguis der Reicksregierung zum Er- iß von Demobil mackungSvorichriften und-ver- crbnungen aufzuheben. Die DemobilmackungSgesetzgebung be- ruht auf zwei Verordnungen des RatcS der Volksbeauftragie» voni 12- und>4. November ISlS. Nach einer derselben-wurde der Bundesrat ermächtigt, die ihm im Krieg übertragenen Verwaltungsbesugnisse auch fernerhin auszuüben, insbesondere auf Grund der Ecmächli- aungsverordnung vom S. August tSlt auf allen Gebieten. Auf Grund dieser Verordnungen, die veischiedentlich ergänzt wurden, rzingen seit dem November 19lS in raicker Aufeinanderiolge eine .»zahl wichtiger Verordnungen für das Reich und für Preußen, •e vor allem entsprechend der Veränderung der politischen acktlage bis dahin ungeregelte.Gebiete' des Wirtschaftsleben» iier gesetzlicken Ordnung unierwaifen. Im wcsentlicken bandelte « fick um die Einricklung der Erwerbslosenfürsorge. im die Gewährung von N o t st a n d S z u i ch ü s s e n an Pro- ninzen, Kreise und Gemeinden zwecks Beschäftigung Arbeits- loser, um Vorsckriften über Enteignung zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, um Regelung des Arbeilsnach- welSwesenS. Aber auck die grundlegende Anordnung über �ie Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter vom 2?. November l9lS, also die Einführung des Achtstundentages, rfl eine DemobilmackungSbestimmung. Endlich gehört in dieselbe Kategorie die Verordnung über Tarifverträge, Arbeiter- n n d A n g e st e l l t e n a u s i ch ü s s e und Schlichtung von Arbeits- 'treitigkeiten vom 23. Dezember 1913. Diese und viele andere i.rordnnngen hatten weitreichende Bedeutung für das W>rtschafts- > den, insbesondere für den Schutz bis dahin rechtloser Arbeitnehmer. Jetzt haben die bürgerlichen Parteien die ziemlich inhalt- lose Verordnung über Betriebsabbrüche und Be- iriebSstillegungen vom 8. November 1929 zum An- laß genommen, um eine Generalangriff gegen die DemobilmachnngSgeietzgebung zu unternehmen. ES kann aber niimöglick diese Verordnung sein, die doS Ende der Demobil- "lachungSgeietzgebung heraufbeschworen hat. Die wirklichen Zu- 1 nmenbänge find ganz klar. Man geht im kapitalistischen Lager 'tanmäßig und zielsicher vor. Noch stehen w'.r im Abbau der Krieg»- virtichaflSgeietzgebling, der sogenannien Zwangswirtschaft, und ws einzige Ergebnis der neuen Methoden ist unbeschränkte Wucherei. Entfefielung aller niederen Instinkte und unbeschreibliche« Elend der breitesten Volksschichten. Jetzt soll der zweite Schlag folgen, der Abbau der Demodil- mackungsgesetzgebung. die die Arbeiiskraft des Arbeiters vor schrankenloser Ausbeulung schützte. Nachdem man zuerst die Lage der arbeitenden Schichten erschüttert hat. glaubt man ihnen jetzt den Rest der neugewonnenen WtrtsckaftSmacht entreißen zu können, und die politische Nestouralion im Sinne des Kapitals ist dann nur«ine Frage der Zeit. Während Winter, Hunger und Arbeitslosigkeit die Äklionskraft der Pi oletarier lähmen, wäbrend Unordnung und Bruderzwist ihre Reihen zenülten, 'ührt man den Stoß für die restlose W i e d e r a u s l i e f e- rung der wirtschaftlichen Macht an die Arbeit- geber, für die Herstellung de« altgewohnten und reiche Früchte tragenden Abhängigkeitsverhältnisses. Das ist der Kernpunkt des bürgerlichen Antrags im Reichstag. Zu spate Erkenntnis in öer U.S.P. Schlechte Tage haben die Uimbhängigen, weil sie zu gelehrige Schüler haben. Während e« ihnen nickt gelang, den inneren Zu- sammenhrlt, die Kraft und den Forischritl unserer Partei durch Zer'Mitierung unserer Organisationen zu stören, erfahren sie nun von gelehrigen Schülern selber da« Schicksal, da« sie uns zugedacht babcn. Sie fürchien jetzt, daß es ihnen unmöilich sein werde, öffentliche Versammlungen-u den preußische» Wahlen abznhalten- Sie fürchten den kommunistischen Radau. Erfolglos war ihre Methode, unsere Vcriammlungen zu sprengen, sie s e I b st wagen nicht mehr öffentlich zu wirken, weil sie meinen. daß ihre Veriammlungen zum„Tnnimelplah für kommnoistische Pliraseure" werden lönuien. Nun endlich fürchten sie. ,.der Ocffcntlichkcit daS Schauspiel zu bieten, baß wir»nS als Arbeiter, die leider in die verschiedensten Lager gespalten sind, gegen- scitig bekämpicn, anstatt geeint den Kampf gegen die Reaktiv» zn führen". Wäre diese Weisheit nicht so spät gelommen, wäien unsere Mahnungen beachtet worden, dann ginge die Lrbeilerklasie mit ganz anderem Selbstbewußtsein, ja mit Siegesgewißheit in den preußischen Wahlkampf,'dann brauchten nicht von der Ü SP. Zirkulare mit diesen Angsiprodukten versandt zu werden, die fast einer Waffenstreckung ähnlich sehen. Das bewegte Gberschlesten. Die zweisprachige Zeiiung de» ermordeten K u p k a beschuldigt die Korfanty-Clique unter genauer Angabe von Beweisen, aus die E r m o r d u n g ihrer Gegner auszugehen, wobei für sofortigen Abtransport der Mörder nach Polen durch Autos vorgesorgt sei Auch ein umfangreiches Spitzepystem werde vom Hotel Lomnitz (Sem polnische» Eden Hotel also y betrieben. In M i e ch o w drangen am Schluß einer Weihnachtsfeier des Sportvereins bewaffnete Polen und Haller-Soldaien in den Saal. Als auf dem Heimwege die Polen mehrere Schüsse abgaben, schritt die Abstimmungspolizei ein. Et- kam zu einem regelrechten F e u e r g e f e ch t, bei dem zwei Polen verwundet wurden. Ob- wohl die Abstimmungspolizei Verstälkungen erhielt, konnte sie gegen die Hallcr-Soldaten nichts ausrichten. Sie zog sich in das Gemeinde- haus zurück, das bis zum trüben Morgen b e s ch o i s e n wurde. Oppeln, 28. Dezember.(WTB.) In Vogtsdorf wurde gegen den Laden eines Kaufmanns � ein schwere« Bomben- a t t e n t a t verübt. Sieben Personen wurden verletzt, davon drei schwer. Die Verfolgung der Täter ist ergebnislos geblieben. Gegen den Geschäftsinhaber wurden schon seit Tagen Drohungen laut. In TarnowiG wnrde nach Kanowitzer Master ein Dynamit- anschlag auf den allen Wilhelm verübt. Der Sockel ging entzwei, aber auch sämtliche Fensterscheiben der Umgebung. Die Ostfestungen. Die Entente hat eine weitgehende Verminderung der Gc- schützzahl in den Ost- und Südfestungen Deutschlands befoh- len. ohwohi die Reichsregierung unter Hinweis auf den Ver- sailler Diktattext sich dagegen verwahrt hatte, In einier deut- schon Note wird nun auf von Rußland drohende Gefahre' hingewiesen und wenigstens für Königsborg, Küstrin und Boyen die Belassung einer Bestückung für unerläßlich erklärt, die noch ungleich geringer sei als die der belgischen und fran- zösischen Festungen hei der Einnahme durch die Deutschen war. Die Entwaffnung der übrigen Festungen ist ange- ordnet. « Paris, 28. Dezember./7. Vortrag.— ZSedding. Jugendheim. Müller-, Ecke Trijtfwaße. Distusfiousabend: ,Zm Jahreswende."— Westen. Jugendheim, Baugewerkschule, Kursürstenstraße 141. Diskussion: „Rückblick auf das Jahr 1320." firmen, und es wurde von den Arbeitern verlangt, daß die Streit- trage der zuständigen Schlichlungskommission der Holz« Industrie relp. dem Schlichtungsausichuß Groß- Berlin zur Enlicheidung vorgelegt werden sollte. Dem dort zu fällenden Spruch wollten siiii die Arbeiter beider Betriebe unterwerfen. Diesen nach dem Reickstarisvertrag der Holzindustrie und nach dem Betriebs- rätegeietz vorgeschriebenen Weg zur Beilegung derartiger Differenzen lehnten die Vertreter der Firmen ab. Ein Vermitteln unseres Organisationsvertreters war ohne Erfolg, trotzdem auch>-m ihm triff die vertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen aufmerksam gemacht wurde. Es erfolgte die Entlastung der Arbeiter. Beide Betriebe sind für organisierte Arbeiter und Arbeiterinnen gesperrt. Deutscher Holzarbeiterverband. Verwaltung Berlin. Sriefkasten öer Reöaktion. geder fllr tea Briefkasten bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben an» eine Nummer bei. Briefliche Auelunft wird nicht erteilt. Eilige Au- fragen trage man in der IurifHfchen Sprechstunde. Lindenstr. 3, l. Kos parterre links, vor. Schriftstücke und Verträge find mitzubringen. 23. R. R culolin. Nein. Das Gesetz muß erst veröffentlicht werden. —(?. 3« 81. Fragen Sic bei der Zcnlrainellc sür Ausfuhrbewilligungen für die Holzindustrie. Berlin, Königgratzer Sw. 104, oder dem Verkehrs- bureau der Handelskammer, Berlin, Klotlerstr. 41, an.— R. R. 1. Ja. 2 Der Mann braucht niir bie zur Führung eines abgesonderten Haus- baltS erforderlichen Sachen herauszugeben. 3. Unter Umständen ja. In Jbrem Falle dürsten Sie aber nichts zu bejürchten haben.— 17 971. l. Keiner. 2. u. 4. Kündigung ist nur mit Zustimmung der Hauvtfürsorge- stelle. Vostltr. S. zulässig. Wenden Sie sich an diese. 3. Ja/— N. 555. Dagegen läßt sich leider nichts unternehmen. Wenden Sie sich an die Deputation für Fach- und Fortbildungsschulen.— A. W. 1999. Nein. fim öer Partei. Der Vollzugsausschuß der Dciitschcn Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei hat am 23. Dezember einhellig festgestellt, daß die Sonderaktion der Kommunisten für einen Generalstreik zur Niederlage führen mutzte. Unter Hiwlveis aus die Erklärung der Minderheit auf dem Karlsbader Parteitag, von Sonderaktionen ?lbstand zu nehmen, wurde beschlossen, der für den 8. Januar ein- zuberufcndcn Sitzung des Parteivorstandes den Antrag vorzulegen, eine Sitzung.des Reichsausschusscs einzuberufen, die über den schweren Disziplinbruch Beschluß fassen soll.— Ebenso wurde die Entsendung von Vertretern aus Reichenberg und Komotau zum komnvunisnschen Vereinigungsparteitag in Berlin als disziplinwidrige Srnderaktion erklärt.— Die K o m m u n i st e n, die an dieser Sitzung offenbar nichr teilgenommen haben, machen dem Parteivorstand Verletzung des Karlsbader Beschlusses, wonach die Frage der Internationale o r k e n bleibe, zum Vorwurf, weil sein Berlreier Scrmak das Bcrner Manifest mitunter- zeichnet bat. veraniw. für den redakt. Teil: Dr. Wcrn» Peifer, Ebarlottenburg: für Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Dorwärls-Veriag G.m.b.H.. Berlin. Track: Vor- wärts-Buchdruckerei u. LerlagSanttall Vaul Singer a. Co.. Berlt.1. LindcMtr. 3. 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Eine Dnzabl Kranker muß deshalb ohne ausreichende Behandlung dem Siechtum verfallen, wenn nicht nene Wege der Seuchenbekämpfung beschritten werden. Skrofulöse, Rachitis und Tuberkulose können fast stets geheilt werden, wenn der Erkrankte die Mittel zu' einer längeren Kur im Hochgebirge aufbringen kann. Dem Durchschnittskranken ist dies heute unmöglich. Skrofulöse. Rachitis, Tuberkulose werden aber ebenso sicher geheilt oder erheblieh gebessert durch die billige, bequeme und schnell wirkende Ultraviolett-Therapie mit Künstlicher Höhensonne— Original Hanau—. Diese Ultraviolett-Therapie, der Hanptheilfaktor der Hochgebirgskuron, wurde von den deutschen Universitats-Professoren Prof. Dr. Josionek— Universität Gießen, Prof. Dr. König— Universitär. Marburg. Prof. Dr. Hagemann— Universität Würzburg. Prof. Dr. Vulpius— Universität Heidelberg, Prof. Dr. Ludlol'l und Dr. Riedel— Universität Frankfurt, Prof. Dr. Biesolski und Dr. K. Huldschinsky, Berlin, Prof. Dr. Längstem und Dr. Putzig— Berlin, ausgearbeitet und Tcirkt wie ein Ifingerer Aafcnthalt In den Hoch- Kehlrgekurorten. Bie BeMtrahluns mit KUnat- lieher IlMhensonne cpnetzt den nnerMCbwing;- lieh gewordenen Knranfenthalt im liocligebiiiie. Die Angehörigen unbemittelter Kranker, Stadtverordnete, Betriebsräte, Kranken- kassenmitglieder sollten deshalb dazu beitragen, daß den Schulen, don Fürsorge- steilen, den Gemeinden und Wohlfahrtsämtern Bestrahlungshallen mit Künstlicher Höhensonne— Original Hanau— zur Behandlung nach Prinzipien von Professor Jesiouek(Gießen) angegliedert werden. Für einen Bruchteil der Kosten, die die Anstaltskar nur eines Kranken sonst verursacht, können täglich viele Kranke mit Künstlicher Hohensonne— Original Hanau— bestrahlt werden. Jede rechtzeitig begonnene Bestralilungsknr spart sin- summen öifentl. Gelder, die sonst iür spütere Anstaltskid en geopiert werden müssen. 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