e Nr. 103. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatItch 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469, Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Kornwucherer. Dienstag, den 5. Mai 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. Berlin, 4. Mai. hinnehmen; sie gehören mit zur Sache. Und so streift der nach Gewinn wird das Stichwort ausgegeben, die BeHaufe der nimmersatten Spekulanten schmunzelnd den Ge- gehrlichkeit des Arbeiters sei der Störenfried, An der Börse sind in diesen Tagen Orgien gefeiert winn des Differenzspiels ein, den er mit einem Hand- der das gute Einvernehmen unter den Bevölkerungsworden. Die Kornpreise sind mit einer erstaunlichen umdrehen an sich bringt. Der Tagelöhner, der das Feld schichten bedrohe. Ach, welch eine verkehrte Welt! Schnelligkeit emporgetrieben worden, und die Herren Spefu- bearbeitet, und der Arbeiter, der von seinem färglichen lanten haben das blanke Gold scheffelweise eingestrichen. Lohn die hohen Brotpreise zahlen muß, sie haben es etwas Was Und nicht blos bei uns ging es so zu, auch anderwärts. schwerer. Der brave Spießbürger sieht das ein. In Wien soll der Tanz um das goldene Kalb so heftig ist da zu machen? sagt er, das ist einmal so die Welt- Politische Webersicht. betrieben worden sein, daß sich die Börsenmatadore, wie ordnung von Anbeginn und in alle Ewigkeit! im Taumel" befanden, und daß das Gewühl und Das Letztere ist nun freilich nicht unsere Meinung, Der Reichstag hat heute vor start besetztem Bundess Treiben an der Börse„ einen wilden Charakter" denn mit der Ausbreitung wirklicher Kulturideen muß rathstische und sehr schlecht besetztem Hause die Debatte über annahm. Ueberall jagte sich Hausse und Baisse. Man die Börse und ihre wüste Spekulation verschwinden. den Nachtragsetat begonnen. Die Bänke der Sozialspekulirte mit dem Barometer in der Hand. War das Als dieser Tage der Streit der Bergarbeiter demokraten waren wieder gut besucht und morgen dürfte, da Wetter schlecht, so stieg die Nachfrage, denn man spekulirte als dunkle Wetterwolfe am Himmel stand, da erhoben die die dritte Lesung der Arbeiterschutznovelle das Haus beschäftigen mit Rücksicht auf eine schlechte Ernte; verwegene Spefu- fapitalistischen Blätter ein Zetergeschrei. wird, unsere Fraktion vollzählig im Hause erscheinen. An der lanten hofften die Weizenpreise bis auf 300 Mark zu Ein allgemeiner Ausstand der Bergarbeiter, sagten heutigen Sigung ist die stramme Polizei der Präsidenten in treiben. Aber dann fielen einige Sonnenstrahlen durch sie, bedeute eine Störung und Schmälerung erster Linie hervorzuheben. Da ein Nachtragsetat auf der Tages- Ordnung stand, so hatte das Haus das das Gewölf des Aprilhimmels, und gleich gingen die bes nationalen Erwerbs, und die Regierung der Tages Ordnung stand, so hatte das Haus das Recht, eine regelrechte General Debatte über den Preise wieder herab. Die Kosten dieses ganzen müsse gegen ein solches Unternehmen mit Gewalt ein Reichshaushalt zu führen. Daß man hiebei die brennendste tollen Differenzspiels hat das Volk in Gestalt schreiten. Frage des Tages, die Steigerung der Getreidepreise zur von hohen Brotpreisen zu zahlen; die Mag sein, daß bei einem großen Ausstand der Diskussion zu bringen suchte, ist selbstverständlich, aber die Leute aber, die den Gewinn einstecken, haben noch Bergarbeiter verschiedene Industriezweige Noth leiden. Glocke des Präsidenten hinderte die Abg. Bebel und Richter nie ein Kornfeld bearbeitet, manchmal vielleicht Aber man muß nach den Ursachen eines solchen Aus- am näheren Eingehen auf diese wichtige Fragen, Bebel und kaum von Weitem gesehen. Ohne die Kornzölle, standes fragen, und man weiß, daß die Härte auch Richter kündigten deshalb Interpellationen über diese die das fremde Korn absperren, wäre freilich die ganze und Anmaßung der Grubenverwaltungen, und diese Frage an. In der Hauptsache drehte sich die heutige Debatte tolle Geschichte nicht in solchem Maße möglich. ganz allein, allein, es ist, welche die Arbeiter immer um unsere kostspieligen und für die Herren Wörmann, Jantzen Die Börse ist eine der vortrefflichsten Einrichtungen wieder zum Ausstande treibt. Die Kohlenbarone felber und einige Spritfabrikanten so kostbaren Kolonien, dann um die verlangten, obgleich in derkommission abgelehnten 700 000 m. der Bourgeois- und Kapitalistengesellschaft. Sie ermöglicht haben ja bei den voraufgegangenen Ausständen ihren für Pferdegelder für Offiziere und Zahlmeister. Der Abg. es einer Anzahl dreister Spekulanten, die Ernte, die noch Schnitt gemacht und werden ihn diesmal wieder machen. Richter wies das Unberechtigte dieser Forderung nach. Einer nicht einmal auf dem Halme steht, in den Bereich ihrer Ueber die Störung", welche möglicher Weise durch schwachen Erwiderung des Staatssekretärs v. Bötticher auf Preistreibereien zu ziehen und den Preis des Getreides die von unerträglichem Zwang getriebenen Arbeiter ver- Richters Beleuchtung der Steigerung der Kornpreise folgte zu steigern oder hinabzudrücken. Gerade als ob sie ursacht wird, ist man empört; der großen ein scharfer und im wesentlichen sehr treffender Angriff eine Wünschelruthe hätten! Aus den Preisschwankungen Störung und Schädigung des gesammten Bambergers auf die Kolonialpolitit. Dem Staatssekretär ziehen sie ihren Gewinn und schöpfen so den Rahm ab Erwerbslebens durch den Kornwucher aber von Marschall gelang es trotz der Länge seiner Rede nicht, mit einer Ernte, die noch drei bis vier Monate aussteht, sieht man achselzuckend zu, denn das gehört zur indem sie diese Ernte als Grundlage für ihre Jongleur- tapitalistischen Weltordnung. Kunststücke mit Hausse und Baisse benutzen. Und doch verlangen die Arbeiter nur das Noth Besser können die fehlerhaften ökonomischen Grund- wendigste zum Leben, während an der Börse ein rasender lagen der Gesellschaft von heute nicht illustrirt werden, Golddurst und eine schwindelhafte Spekulation die treibenals durch diese Art von Erwerb". Er ist unter den Elemente sind. " " Bambergers Argumente zu entkräften. Daß Graf v. Mir bach die Getreidezölle ganz in Ordnung fand, wird Nievon Mirbach sprach Bebel, der unserer Kolonialpolitik eine manden wundern, der unsere Agrarier kennt. Nach Graf scharfe Kritik widmete und hierauf die Beschickung der Chikagoer Weltausstellung gut hieß, wobei er in treffenden Worten auf den politischen und wirthschaftlichen Schaden den heutigen Gesetzen straflos und kann von dem Hier wird mit zweierlei Maß gemessen, wie gewöhn- der Nichtbeschickung der letzten Pariser Weltausstellung hinWuchergesetz nicht erreicht werden, wenngleich es lich, und die bürgerliche Moral" ist so wurmstichig, daß wies. Als Bebel auf die Steigerung der Getreidepreise der Kornwucher in der unverschämtesten und gefähr- sie den fleißigen und nützlichen Arbeiter unter den Vampyr hinweisen wollte, unterbrach ihn die Glocke des Präsidenten, was der Vertreter unserer Fraktion mit der Anlichsten Form ist. Und auch dem„ guten Bürger" der Börse stellt. wird es so schwer, sich darüber„ fittlich" zu ent- Der Tanz um das goldene Kalb wird sein Tempo fündigung einer Interpellation über diese wichtige Der Oberagrarier des rüften? Er fühlt, daß der Produzent und Konsument noch steigern, er wird fieberhaft werden, aber er ist ein Frage schlagend beantwortete. Zentrums, Herr von Huene, mahnte das Haus, nicht durch die Preistreibereien geschädigt werden, aber, meint Todtentanz. Je rascher sein Tempo wird, desto weiter ihm Unbehagen zu bereiten und über die Getreideer achselzuckend, wie soll man dem Unfug abhelfen? näher ist der Zerfall des kapitalistischen Organismus. zölle nichts zu reden. Bauer zahl' aber schweig", ist eben Natürlich, nachdem einmal der freie Wettbewerb der Und unter solchen Verhältnissen, während solcher die Parole dieser Herren. Herr von Kardorff vertheidigte Kräfte" proklamirt ist, muß man auch diese Ausartungen Orgien an der Börse und während einer solchen Jagd natürlich Getreidezölle und Kolonialpolitik, sprach aber Feuilleton. Nachdruck verboten.] [ 52 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol mit der Untersuchung des Tumultes gegen den Schmied fältigen Toilette hätte besser in einen Gesellschaftssaal der beschäftigt. Es war bei seiner patriotischen Gesinnung Hauptstadt als in die bäuerliche Gerichtsstube gepaßt. eine peinliche Pflicht, die er zu erfüllen hatte. Durch die Sorgfältig stäubte er erst mit seinem weißen Taschentuche Aussagen der Landjäger und der bei dem Aufruhr ver- den plumpen Lederstuhl ab, ehe er dem Landrichter gegen hafteten Inkulpaten wurden viele Leute blosgestellt. Der über Platz nahm. Sein schmales Gesicht war glatt rasirt, Name Jerg Arigaya's tauchte nicht auf. Der Landrichter mit Ausnahme zweier schmalen kurzen Streifen eines Backenbatte eben eine Liste derjenigen Personen angefertigt, welche bartes, der seine Spitzen gegen die Nasenflügel krümmte; zum nächsten Morgen vor Amt geladen werden sollten, als das Kinn versant in einem dicken, weißen Tuche, das vorn von Robert Sa, weichel. der asthmatische Bote und Schließer einen Herrn bei ihm mit einem in Gold gefaßten Saphir zugesteckt war. Das Mutschleitner leuchtete ihm nach seiner Rammer und einführte, der soeben in einem Schlitten angekommen war. Hemd blähte sich mit einem Spizenjabot aus der weißen dort saßen Beide noch eine geraume Weile in leisem Gespräch Es war ein kleiner Herr in einem Mantel mit vielen Klappenweste, unter der eine goldene Uhrkette mit vielen furzen Krägen, der sich ihm mit geschäftsmäßiger Berloques auf die enganschließenden Beinkleider von grauem beisammen. Als Hartwanger am nächsten Morgen mit seinem Höflichkeit als Auditor Stiermann, Spezialkommissar Tuche fiel. Eine Fülle von feiner Leinwand drängte sich von Bruneck vorstellte. Die auch aus den Aermeln des blauen Fracks mit goldenen Glaserkasten nach der Schmiede ging, bemerkte er nichts, des Kreishauptmanns was auf den Abmarsch der Soldaten gedeutet hätte. Bon Wienen des Landrichters mochten seine unangenehme Knöpfen, dessen Schöße sehr lang und spiß waren und dessen der Schmiede her aber vernahm er zu seinem Erstaunen Ueberraschung zu deutlich verrathen haben; denn Herr Kragen an dem Hinterkopfe hoch hinaufragte, während die Hammerklang. Lechner schmiedete wie gewöhnlich und sein Stiermann beeilte sich, indem er seine Vollmacht über- Aermel an den Schultern Puffen gleich den Epauletts eines Lehrling zog den Blasebalg. Er vollendete die Arbeit, bei reichte, hinzuzufügen, daß der Maßregel des Kreishaupt- Trommelschlägers bildeten. Höhe Stiefel mit gelben Stulpen der er am Sonnabend durch den Angriff auf sein Haus manns von Hofstetten keineswegs ein Mißtrauen gegen den vollendeten den Anzug. Landrichter zu Grunde läge; die Regierung wünschte nur unterbrochen worden war. Der Mann hatte scharf ausgeprägte, doch regelmäßige Statt sich marschfertig zu machen, traten die Soldaten rasch eine klare Einsicht in den Fall zu gewinnen, der ihr Züge und eine schmale, hohe Stirn. Es lag etwas in mancher Beziehung höchst bedenklich erscheine und das Starres in den Zügen, das noch erhöht wurde durch etwas später auf dem Anger zum Exerzieren Das ungewohnte Schauspiel lockte aber nur die Kinder schnelle Eingreifen wirksamer Maßregeln nothwendig machen eine grane Gesichtsfarbe, von der sich nur die schmalen Lippen mit einem matten Roth abhoben, und das sich selbst herbei, die sich der im Freien aufgehäuften Tische und Bänke dürfte. aus der Schulstube als Tribüne bedienten. Froh des unHerr Zenger! brummte Unverständliches und ver- dann nicht verlor, wann seine Sprache sich zu einer gewissen verhofften Feiertages, genossen sie das militärische Schau- tiefte sich in das Schreiben, während der Auditor seinen Lebhaftigkeit steigerte. Die Augen pflegte er zusammenspiel und machten große verwunderte Augen zu dem felt- Mantel ablegte und sich mit einer mit einer wohlgepflegten zudrücken wie ein Kurzsichtiger und nahm er auch, wenn er samen Klang der Worte, die der drillende Unteroffizier mit Hand das zierlich gefräuselte, blonde Haar auf etwas in den Akten nachlas, seine Zuflucht zu einem zornrothem Gesicht ausstieß. Ihre unschuldigen Ohren ver- lockerte. Der Mann machte überhaupt den Eindruck des goldenen Lorgnon mit einem inkrustirten Stiele von Schildstanden glücklicherweise nicht das Schimpfen, Fluchen und Bierlichen, besonders im Gegensatze zu der derbknochigen Ge- patt, das er an einem schwarzen Seidenbande trug. Auf stalt des seinen äußeren Menschen vernachlässigenden Land- dem Landrichter machte der Kommissar den Eindruck, als Schwören, womit er die Mannschaft überschüttete. an. Unterdessen war Herr Zengerl in dem Gerichtshause richters. Der Auditor in seiner modischen Tracht und sorg- hätte er die Kälte, die draußen herrschte, mit sich in das Das amtliche Wahlergebniß aus dem 19. Hannoverschen Wahlkreise lautet: Es wurden im Ganzen 16 053 Stimmen abgegeben, Rreisen. davon erhielt Fürst v. Bismard 10 549 Stimmen, Bigarrenfabrikant J. H. Schmalfeld( Stade) 5504 Stimmen. " 1 merkwürdiger Weise nicht über den Bimetallismus. Der wirthschaftlichen Ruin gebracht hat, schrieb der bekannte] Vor der Tagesordnung erklärt der Präfident, baß er der Chef des Kolonialamtes Geheimrath Kayser versprach in der Hans Blum, Fürst Bismarck habe ihm anvertraut, daß durch die Zeitungen gebrachten Nachricht, daß die Berhandlungen Kommission die Kolonialpolitik zu vertheidigen. Nach einer er selbst( Fürst Bismarck) die Emser Depesche gefälscht des Reichstags mit Ablauf der Woche geschlossen würden, widerfurzen, wie gewöhnlich nichtssagenden Bemerkung des national habe, um die Franzosen zur Kriegserklärung vor Pfingsten vertagt wird, so sei doch noch eine Reihe langer sprechen müsse. Wenn auch Aussicht bestehe, daß der Reichstag liberalen Abg. Buhl sprach Richter nochmals über die Ge- 3u3wingen. treidezölle und den Kolonialetat. Schwächlich antwortete Sigungen nöthig für die Erledigung derjenigen Vorlagen, die Der Redakteur des Volksstaat", Liebknecht, ver- unbedingt erledigt werden müssen. Der Präsident richtet qu ihm der Abg. Frege. Nach kürzeren Bemerkungen der Abgg. öffentlichte dies und behandelte die Angelegenheit in einem gleich an das Haus die Bitte, auf allen Seiten für befferen Bamberger, Mirbach und Richter und des Staatssekretärs Artikel, betitelt: Ein namenloser Verbrecher". Besuch der Sitzungen des Hauses zu sorgen, da die häufige Marschall wurde die Vorlage an die Kommission verwiesen. Wegen dieses Artikels wurde er von Hans Blum nicht Beschlußunfähigkeit wirklich nicht zur Wahrung der Würde des Hierauf beantragte der Abg. Singer Vertagung, welche aber von dem Fürsten Bismarck- verklagt. Er beantragte die Hauses beitrage. abgelehnt wurde. Das Haus begann nun die dritte Lesung Vernehmung des Fürsten Bismarck und Benedetti's. Abg. Rickert schließt sich den Ausführungen des Präsidenten der Arbeiterschutz- Debatte. Der Pole Cegielski erklärte für Der Antrag ward jedoch abgelehnt und Liebknecht zu einer an, stellt demselben aber gleichzeitig anheim, in den nächsten die Vorlage und gegen den§ 153 zu stimmen. Ein neuer Geldstrafe von 360 Mm. verurtheilt. Tagen eine Besprechung der Senioren und Verhandlungen mit dem Bundesrath wegen der unerläßlich zu erledigenden Vorlagen dings von Singer gestellter Antrag auf Vertagung wurde Jest nun wird im neuesten Heft der Deutschen herbeizuführen. um 44 Uhr angenommen. Vor der Tagesordnung erklärte Revue" in Aufzeichnungen aus dem Leben des Der Präsident hat dies für morgen oder übermorgen be der Präsident v. Levezzow, daß an eine Beendigung der Grafen Albrecht von Roon", des Kriegsministers reits in Aussicht genommen. Sigungsperiode in dieser Woche nicht zu denken sei. In unter und neben Bismarck, vermuthlich auf Mittheilungen Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung des den nächsten Tagen wird auf Anregung Rickert's der Se- Roon's, jedenfalls auf Grund authentischer Mittheilungen Nachtragsetats zum Etat für das Jahr 1891-92. niorenkonvent über das Arbeitspensum des Reichstags be- enthüllt, daß die Sensationsdepesche über die Unterredung aur Fortführung der Aufbesserung der Beamtenbesoldungen, zur Durch die Vorlage werden verlangt im Ordinarium Mittel rathen. Benedetti's mit König Wilhelm im Ministerrathe in Berlin in der Wilhelmstraße redigirt, und durch körpers des Reichsversicherungs- Amts, zur Wiederherstellung von Reorganisation des Patentamts, zur Verstärkung des Beamten Im Landtage war heute das bemerkenswerthefte Erdas Wolff'sche Bureau von Ems datirt in die Welt Rationsberichtigungen in der Verwaltung des Reichsheeres, im eigniß die Zurückziehung der Volksschul- Vorlage, doch soll geschickt wurde. bald, ob in der nächsten Session wird nicht gesagt, ein Extraordinarium die Mittel zur Gewährung eines Zuschusses beneuer Entwurf dem Hause zugehen. Also nach den Mittheilungen Derer, die damals mit hufs Förderung von Kultur und Handel im Schutzgebiet von Bismard arbeiteten und in alle Geheimnisse eingeweiht Kamerun, zur Vorbereitung der Betheiligung des Reiches an der Bentrum wie Konservative des Ab- waren, hat Fürst Bismarck die Emser Depesche redigirt und Weltausstellung in Chicago, zur Anlage einer unterseeischen von Wangerog nach Helgoland, geordnetenhauses haben in ihrer heutigen welche den deutsch- französischen Streit, der schon beigelegt und Lowesdoft, für Eisenbahnen im Interesse der Landesverthei sich fener verhängnißvollen Fälschung schuldig gemacht, Telegraphenverbindung zur Legung eines neuen Telegraphenkabels zwischen Emden Fraktionssigung beschlossen, den Einkommensteuer- Gesetzentwurf in der Fassung des Abgeordnetenhauses, also mit war, plötzlich zum Krieg auflodern ließ. vier Prozent für die höheren Einkommen, promittirende Enthüllung, die ihn mit einer ungeheuren der Rationen in Anfas gebracht worden sind; welche bei der Diese, für den Fürsten Bismarck so furchtbar kom- bigung und für verschiedene fleinere Boſten. Abg. Richter: Ich muß zunächst bemängeln, daß hier wie wiederherzustellen. Schuld belastet, stammt das betonen wir ausdrücklich, Statsberathung in der Kommission abgefeht worden sind. Ich denn es ist auch ein Zeichen der Zeit-aus tonsertomme nun zu der Frage, welche Maßregeln die verbündeten Res vativen, und zwar aus höchsten konservativen gierungen angesichts der zunehmenden Theuerung der Getreidepreise zu ergreifen gedenken. Ohne formell an die Forderung Wir werden bei passender Gelegenheit auf die Sache für Brot- und Fourageverpflegung im Nachtragsetat anzuknüpfen, halte ich es für den parlamentarischen Brauch entsprechend, bei zurückommen. Einstweilen wollen wir abwarten, wie sich solchen Mehrforderungen diese von mir angekündigte Frage zu erörtern.( Präsident von 2eve how fann nicht zugestehen, daß es dem parlamentarischen Brauche entsprechen wird, bei dieser Gestern feierte die emigrirte polnische Bourgeoisie den Gelegenheit eine allgemein politische Frage, wie die Frage der Getreidezölle, in weiterem Umfange in die Besprechung hundertjährigen Gedenktag der polnischen Kon zu ziehen. Eine eingehende Begründung würde eine mehr Meine Aus Am 30. April hat noch eine weitere Nachwahl zum nossen haben sich weder in der Schweiz, noch in Desterreich, führungen werden die Beit von 10 Minuten nicht übertitution vom 3. Mai 1791. Unsere polnischen Ge- tägige erste Etatberathung zur Folge haben.) Reichstage stattgefunden. Das amtliche Wahlergebniß Lautet: noch in Deutschland daran betheiligt; während gestern in fchreiten.( Präsident: Aber ihre Ausführungen werden Bei der am 30. April im 1. Wahlkreise des Reg.- Bez. einem Saale der in Berlin lebende polnische Adel und die Gegenausführungen nach sich ziehen. Ich bitte, sich auf eine kurze Bei der am 30. April im 1. Wahlkreise des Reg.- Bez polnische Bourgeoisie sich in den Erinnerungen an die Kon- Motivirung der Frage zu beschränken.) Dann werde ich mich Trier( Daun, Prüm, Bittburg) stattgehabten Ersahwahl zum Reichstage wurde Lederfabrikant Eduard Nels aus ftitution zu begeistern suchten, feierten die polnischen Arbeiter darauf beschränken, an den Minister von Boetticher die Frage zu Prüm( 3entrum) mit 9859 Stimmen bei 9928 ab- gleichzeitig mit ihren deutschen Brüdern das Maifest der richten, in welcher Weise die Regierung von Reichswegen Maßgegebenen Stimmen gewählt. Arbeit und gelobten sich, für eine bessere Zukunft zu arbeiten nahmen ergreifen will, welche die zunehmende Vertheuerung abgemeinsam mit den Proletariern der anderen Kulturvölker. Gestern Mittag wurde im Wiener Ministerium des und dies war Recht! Die polnischen Proletarier haben nicht auf dem Markte in der Presse besprochen, welche eine gewisse Aeußern das Protokoll des Handelsvertrages zwischen das geringste Interesse, den Gedenktag einer Konstitution zu Beunruhigung veranlassen tönnen und welche es fraglich er Deutschland und Desterreich Ungarn unterschrieben. feiern, welche nur im Interesse der bevorrechteten Klassen, ins- scheinen laffen, ob Deutschland bis zur nächsten Ernte ausreichend Der Handelsvertrag sowie der Veterinärvertrag sollen vom besondere des Adels gegeben wurde. Die Konstitution konnte nicht mit Brotfrüchten versorgt werden kann. Aber gegenwärtig ist wohl 1. Januar 1892 bis Ende Dezember 1903 Giltigkeit haben. der Ausgang der Wiedergeburt Polens, sie konnte nur ihr Grab- noch nicht der Zeitpunkt gekommen, um über außerordentliche MaßDie eigentlichen Vertragsinstrumente werden erst später vom geläute werden und ward es auch, sich ihrer in Festen als regeln Beschluß zu fassen. Augenblicklich haben die Getreidepreise auf dem deutschen Martte eine gewiffe Höhe erreicht übrigens Grafen Kalnoky und dem Prinzen Reuß unterfertigt werden. einer Großthat zu erinnern, zeigt von wenig politischer find fie früher noch höher gewesen auch die Zufuhren find Der Handelsvertrag setzt auf beiden Seiten eine große An- Klugheit. Mit ihren alten Erinnerungen werden die bevor- geringer gewesen wegen des harten Winters und der Sperrung zahl von Tarifposten herab. Der Getreidezoll ist rechteten Klassen Polen nicht wiederherstellen; hat dieser ber Verkehrswege; aber die Berichte über den Saatenstand in zahl von Tarifpoften herab. Der Getreidezoll it Gedanke überhaupt noch eine Zukunft, so doch nur auf Deutschland und in den anderen Ländern geben noch keineswegs feitens Deutschland auf 3.50 Mart ermäßigt Diejenigen ein so sicheres Bild von der Mangelhaftigkeit der fünftigen Ernte. worden, in entsprechendem Verhältnisse auch die übrigen demokratischer und sozialistischer Grundlage. mit dem Getreidezoll im Zusammenhang stehenden Tarif- aber, welche diese Feste feiern, lieben mehr den Bruder Schon die letzten sonnigen Tage haben bei uns in vielen Gegenden Ausbeuter ohne Unterschied der Religion und Raffe als den die Aussichten günstiger gestaltet. Wann und in welchem Um posten.- Nach Pfingsten treffen die deutschen Delegirten polnischen Arbeiter, deshalb sind die Hoffnungen des pol- fange uns die Ernte versorgen wird, läßt sich noch gar nicht nischen Adels und der polnischen Bourgeoisie auf Flugsand übersehen. Frühestens ist dies im Juni der Fall. Die Regie rungen haben diese Erscheinungen mit Interesse zu verfolgen und wir haben bereits Untersuchungen angestellt über die Frage der Versorgung des deutschen Marktes. Die Untersuchungen geben einen gewissen Anhalt dafür, daß ohne an unserem Bolltarif zu rütteln, die Versorgung gemacht wird. Geht es ohne außer ordentliche Maßregeln nicht, dann wird sie sich ihrer Pflicht be Fürst Bismard hat demnach um 3173 Stimmen weniger Fürst Bismarck dieser schweren Anklage gegenüber verals der nationalliberale Gebhardt in der Stichwahl erhalten wird. reichte, während unser Rückgang gegen die letzte Stichwahl nur 751 Stimmen beträgt. zu den Verhandlungen mit der Schweiz in Wien ein. Das Grab giebt seine Geheimnisse von gebaut. sich und die Todten enthüllen, was die Lebenden verborgen hielten. Wer kennt nicht die Emser Depesche, welche die Beschimpfung des Königs von Preußen durch Benedetti erzählte und den deutsch- franzö sischen Krieg entfesselte? Bald wurde durch die authentischen Veröffentlichungen Benedetti's festgestellt, daß der ganze Inhalt der Emser Depesche erlogen, die Depesche selbst eine Fälschung war. Allein im Getöse des Krieges ging diese Aufklärung verloren die Leidenschaften waren entfeffelt, was verschlug es, wie der Krieg entstanden war? Der Krieg war da. Und nach dem Krieg, der Millionen von Menschen den Tod, Verkrüppelung, Siechthum, unsägliches Elend und Wie aus London telegraphirt wird, sollen im Ehebruchsprozeß gegen Parnell ganz neue Thatsachen her vorgetreten sein, welche zu einer Annullirung des betreffenden Urtheils führen sollen. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 114. Sigung vom 4. Mai, 12 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Boetticher, v. Malhahn, v. Kaltenborn, v. Marschall und Kommissarien. Eingegangen ist die Generalakte der Brüsseler Antiftlavereis Konferenz. schwächen können. Staatssekretär v. Boetticher: Allerdings sind Erscheinungen wußt sein, zu solchen Maßregeln überzugehen, aber sie wird sich immer der Wichtigkeit des ersten wirthschaftlichen Faktors im Lande ebenso bewußt bleiben.( Bravo! rechts.) Abg. Bamberger( dfr.): Man muß schon zehn Jahre zurüc gehen, um ebenso hohe Preise wie heute zu finden, und damals war die allgemeine Konjunktur schuld, nicht ein Zoll von der Höhe des heutigen. Die Vorlage verlangt für Kamerun etwa 1/2 Millionen zur Förderung von Kultur und Handel daselbst. Wir sollen hier zum ersten Mal Summen bewilligen für die Kriegführung im Interesse des Handels und zwar sehr hohe Summen, und ich fürchte, der Reichstag läßt sich von seiner Ge wohnheit fortreißen, für die Rolonien Alles zu bewilligen. Bis Sie Bimmer gebracht, und er fühlte sich dessen unwandelbarer Weile haben. Wirklich, Sie verlangen von den armen lange vor 9 Uhr standen am folgenden Morgen die Einbureaukratischer Höflichkeit gegenüber Anfangs in dem Be- Leuten zu viel. Wie vermögen sie an die guten Absichten wohner beider Orte in dichten Massen vor dem Gerichtshause. wußtsein seiner zwanglosen und nichts weniger als welt- der Regierung zu glauben, wenn diese dabei das arme Tyrol In dem Vorhofe desselben, der durch ein eisernes Gitter männischen Manieren etwas befangen. Er suchte auch seinem mit Steuern überbürdet und das Volk in seinen heiligsten zwischen gemauerten Pfeilern von der Gaffe getrennt war, Benehmen etwas mehr Form zu geben, fiel aber bald in Gefühlen, in seinem Glauben verletzt? Da liegt der Hase tampirten die Soldaten. Sie hatten ihre Gewehre unter fein gewohntes Wesen zurück, und als der Kommissar ihn im Pfeffer." den entlaubten Bäumen in Pyramiden zusammengestellt, ersuchte, über den Stand der Angelegenheit, welche sie beide" Sie hätten Recht, Herr Landrichter, wenn man der vor denen ein Posten auf und ab ging, während der beschäftigte, zu berichten, that er dies, indem er beide Hände Entwicklung durch die Zeit vertrauen könnte," antwortete Korporal der Landjäger mit einem seiner Leute am Thore in die Hosentaschen steckte und sich auf seinem Stuhle der Kommissar, indem er sich seine wohlgepflegten Hände stand. Er ließ Niemand ein, außer den Vorgeladenen. zurücklegte, so daß dieser nur auf den hinteren Füßen beschaute, deren rechte ein Siegelring mit einem rothen Stein Die außerordentlichen Vorkehrungen waren nicht geeignet, stand. schmückte. Aber es fehlt in Tyrol der gute Wille. Man die allgemeine Besorgniß und die Angst der Freunde und Sie sehen, daß die verdammte Geschichte in ihren will nicht vorwärts; man widersetzt sich, wo man es zu Angehörigen der Vorgeforderten herabzumindern. Motiven von Anfang bis zu Ende klar genug ist," schloß thun zu können glaubt, und so bleibt der Regierung nichts wirkten auf die Gemüther wie die Anzeichen eines er und ließ den Stuhl auf den vorderen Beinen zur Ruhe übrig, als die Leute zu ihrem Besten zu zwingen. Tyrol drohenden Bergsturzes. Das unheimlich Schreckhafte dieser hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn die königliche Regierung Anzeichen drückte sich in dem Worte:" Der Kommissar!" Der Kommissar machte eine kleine Verbeugung, schob ohne Schonung durchgreift." aus, den niemand zu Gesicht bekommen hatte. Denn die Rechte in die Weste und sagte:„ Aus Ihrem Resumé, Er streckte die Hand mit dem Siegelringe nach der Herr Zengerl hatte nicht umhin gekonnt, ihm seine Herr Landrichter, geht hervor, daß der Aufruhr seine Liste der Vorzuladenden aus, und Herrn Zengerl erschien Gastfreundschaft anzubieten, die dieser auch angenommen Ursache in der Unzufriedenheit mit einer Maßregel der der rothe Stein des Ringes wie ein Blutstropfen auf der und deshalb das Gerichtshaus seit seiner Ankunft nicht mehr töniglichen Regierung hat und daß er sich symbolisch gegen weißen Hand. Er seufzte; denn er war überzeugt, daß verlassen hatte. Seine persönliche Bekanntschaft hatte nur den Schmied, weil er ein Bayer ist, gefehrt hat. Es muß dieser Mann mit der unbeweglichen Miene unerbittlich der Oberförster gemacht, der mit dem Oberlieutenant von ein Exempel statuirt werden, um den aufrührerischen Geist durchgreifen würde, und deutlicher noch als damals im Herrn Zengerl eingeladen worden, ihm den Abend mit zu unterdrücken, ein Erempel für die Verführten und die Gespräche mit dem Oberförster fab er das Gute, welches seinem Gaste durch eine Bostonpartie tödten zu helfen. Der Verführer. Dieser sogenannte Nationalhaß der Tyroler Tyrol aus der Herrschaft Bayerns erwachsen konnte, Oberförster war am frühen Morgen in die Bruscia ge gegen die Bayern muß aufhören; er ist unnatürlich, ein durch die Haft und Rücksichtslosigkeit der Beamten selbst, gangen. tommen. Rest barbarischer Zeiten. Er würde längst verschwunden die Montgelas nach Tyrol gefchickt hatte, im Reime zerstört. Unruhig und mit einem dumpfen Brausen wogte die sein, wenn er nicht von der Geistlichkeit dieses Landes fort- Unterdeffen hatte sich durch den Kutscher aus Bruneck, Menschenmasse bei dem Gerichtshause hin und her. während geschürt würde. Und warum das? Die königliche der seinen Schlitten im Stern eingestellt hatte, die Nach- Gruppen bildeten sich und lösten sich. Jeder wollte von Regierung ist von den besten Intentionen beseelt; sie will richt verbreitet, daß ein bayrischer Kommissar angekommen dem Anderen wissen, was es geben würde? Niemand wußte ihre Unterthanen ohne Unterschied des Namens der Nacht und in dem Gerichtshause abgestiegen wäre. Später hieß es. Der alte Arigaya und auch Hartwanger, der noch in des Aberglaubens und der Unwissenheit entreißen, die es, daß der Oberlieutenant auf das Gericht beschieden St. Vigil geblieben war, wurden fortwährend mit Fragen Segnung der Aufklärung und Bildung verbreiten, die Sitt- worden, und dann sah man die Landjäger mit Ober- und bestürmt. Ihre Bemühungen, durch den Hinweis auf den lichkeit fördern, den Wohlstand des Landes heben." Untergewehr von dort herkommen und während der Eine bekannten Gerechtigkeitssinn des Landrichters zu beschwichtigen, " Die Intentionen erkenne ich alle an," versetzte der den Weg nach Monthan einschlug, die beiden Anderen, den verfingen nicht. Die Aufregung wuchs von Minute zu Landrichter und legte das Federmesser, mit dem er unter- Ginen hier, den Anderen dort in die Häuser gehen. Wo sie Minute, und die Soldaten nährten sie, indem sie den Lenten dessen an seinen Nägeln geschnitzelt hatte, auf den Tisch. auf wenige Minuten eintraten, ließen sie die Leute in Be- durch das Gitter Gesichter schnitten, einander laut spöttiſche Aber schauen Sie, Herr Kommissar, der Boden ist für stürzung zurück. Sie überbrachten gerichtliche Vorladungen Bemerkungen zuriefen, oder der Trommelschläger, welcher beren Durchführung noch nicht einmal in Bayern gehörig für den nächsten Vormittag um 9 Uhr. Unruhe, Sorge der Spaßmacher unter ihnen zu sein schien, das Wehklagen vorbereitet, geschweige hier in Tyrol. Man hat es gar zu und Angst bemächtigten sich der ganzen Bevölkerung, nicht der Frauen zum allgemeinen Gaudium seiner Kamerader ilig und vergreift sich in den Mitteln. Gut Ding will nur in St. Vigil, sondern auch in Monthan, und schon nachahmte. ( Fortsegung folgt.) fekt hatten wir eine einzige Rolonie, die gelobt werden konnte: I glaubt würde, so möchte Ihnen das sehr willkommen sein. Wenn beruhigend; auf dieser Grundlage wird kaum ein Volksschulgefeh Kamerun; das war die einzige anständige Kolonie, die kein Geld wirklich das Getreide sich jetzt in den Händen des Handels be- zu Stande gebracht werden können. verlangte. Und jetzt auch für diese Kolonie eine Forderung von findet, so steigen die Preise doch in der Voraussetzung, daß sie Abg. Schmelzer( natl.): Ich hoffe, daß der Minister uns 11/2 Millionen! In Kamerun leben 90 Europäer, davon 68 Deutsche. fünftig bei mangelhaftem Ausfall der Ernte noch weiter steigen nicht nur ein Voltsschulgeset, sondern ein volles Unterrichtsgesetz Die Firmen Wörmann und Janzen und Tormählen sind die Einzigen, werden. Da kann man nur durch Einfuhrerleichterungen, also bringen wird. Aber ein solches Gesetz wird nicht in allen Einzeldie ins Gewicht fallen. Für die Verbesserung der Handelsbeziehungen durch Ermäßigung der Zölle abhelfen. Als wir keine Getreide heiten zu Stande kommen können, wenn wir nicht einen Unterdiefer beiden Firmen sollen wir 1½½ Millionen geben. Wollen zölle hatten, flagte man über die Börse, welche die Preise zu richtsminister erhalten, der ohne Rücksicht auf firchenpolitische die beiden Firmen ihre Geschäfte in Kamerun ausdehnen, so niedrig halte. Von den Bolleinnahmen in Kamerun bringt Dinge feine Kraft ganz der Schule widmet, oder wenigstens follen sie gefälligst selbst dafür sorgen, besonders, wenn es auf 113 000. allein der Schnaps, dann Gewehre und Pulver einen Unterstaatssekretär, der sich ganz der Schule widmen kann. eine wirthschaftlich, politisch und finanziell so außerordentlich 40 000 m ,; im Ganzen betragen die Rolleinnahmen überhaupt Abg. Virchow: Wenn ich sehe, wie die Minister kommen zweideutige Weise geschehen soll. Warum soll das Deutsche Reich nur 193 000 M. Worauf beruht die Rentabilität der beabsichtigten und gehen, so muß ich mir sagen, daß dies in der Beschaffenheit das Geld geben? Einen Krieg, wie man ihn hier zu führen be- Anleihen? Darauf, daß Schnaps und Gewehre später noch mehr ihres Amtes liegt; sie sind meist schließlich über eine theologische Frage absichtigt, wird nicht spielend abzumachen sein; man denke nur Einnahmen an Böllen einbringen! Man will den Schnaps- gestürzt und zwar nicht über eine wissenschaftliche Frage, sondern über an die Vorgänge in Ostafrita und an den Verlauf der so- und Gewehr und Pulverhandel weiter in das Innere von eine tonfessionelle Frage. Wenn die Verbindung zwischen dem geistgenannten wissenschaftlichen Expedition des Herrn Bintgraff. Afrika ausdehnen, gelingt das nicht, dann ist die ganze Spekulation lichen Ministerium und dem Unterrichtsministerinm aufgehoben wird, Wir opfern doch wahrlich schon Geld genug; mit welchem Er- verfehlt und die Möglichkeit der Rückerstattung fällt weg. Welche so wird die Schwierigket behoben sein. Die Bezeichnung Kultusfolge, das sieht man mehr als deutlich an dem letzten Geschäfts- Verwüstungen der Schnaps in Afrika angerichtet hat, das wissen minister ist sehr bezeichnend dafür; man wendet sich erst an sein berichte des Bremer Lloyd, der mit den fubventionirten Dampfer- wir ja aus den Ausführungen des Herrn Stöcker, der in dieser geistliches Gemüth und prüft feine Denkungsart, und dann wird linien das schlechteste Geschäft macht trog der vom Reiche bereits Beziehung wirklich recht hat. Die Firmen Wörmann und Janzen ihm das Unterrichtsministerium übertragen. Die Vielregiererei, hergegebenen 27 Millionen. Ich bitte gerade die Herren auf der haben doch das Monopol für das Hinterland, es ist also be der ewige Wechsel in den Befehlen muß aufhören, dadurch allein Rechten, die Vorlage nicht leicht zu nehmen. Ich weiß nicht, rechtigt, gerade von ihnen vorzugsweise zu sprechen. Gerade tönnen die Klagen beseitigt werden. Die Männer der Schule, warum diese sich gerade für die Rolonialpolitik begeistern, es der Schnapshandel wirkt am meisten der Thätigkeit der Missionäre die sich immer als höhere Wesen betrachten, stehen vollständig müßte denn sein, weil hier wieder einmal etwas geschenkt werden entgegen. unter den wechselnden Reglements des Ministeriums. foll. Der ganze Lärm für die Kolonialpolitik geht einzig von Abg. v. Freege( dt.): Die Preistreiberei der Berliner Minister Graf Bedlin: Die Verhältnisse des katholischen den Interessenten und ein paar Liebhabern aus, die kaum ernst Börse hat Herr Richter nicht glücklich vertheidigt. Die landwirth- Lehrerverbandes werde ich gern prüfen. Es ist zweifellos, daß genommen zu werden verdienen. Bedenken Sie auch die allge- schaftlichen Kreise haben weder Freude noch Interesse an diesen ein besonderer Unterrichtsminister technisch vielleicht das Bessere meine Finanzlage.( Beifall links.) Manövern der Haussepartei. Wer bei den Fleischvertheurern den wäre; aber daß eine Trennung des Unterrichtsministeriums von Ausschlag giebt...( Bizepräsident Graf Ballestrem läßt das Gin- dem bes Kultus wünschenswerth wäre, muß ich von meinem gehen auf dieses Thema nicht zu.) Die Arbeitsgelegenheit auf dem Standpunkt aus entschieden bestreiten. Diese Auffassung ist für platten Lande in Deutschland ist noch überall vorhanden, nur mich so prinzipieller Natur, daß ich einen derartigen Weg nicht der Zug in die Städte hat Arbeitslosigkeit mit sich gebracht. mitgehen würde. Abg. Bamberger: Herr v. Marschall hat mir Unrecht gethan; ich habe fast ausschließlich von Kamerun, nicht von den anderen Kolonien gesprochen. Ich bin nur ein Feind von schlechten Kolonien; zeigen Sie mir gute und ich werde mich sehr freuen. Staatssekretär v. Marschall: Wir fangen an der Rüfte an, wir dringen allmälig ins Innere vor und schlagen den Widerstand, den wir etwa finden, mit der Waffe nieder. Liegt ein Anlaß vor, bei dieser Forderung so schwere Accente anzuschlagen? Gine Anleihe von nicht ganz anderthalb Millionen Mark wird gefordert für eine Rolonie, welche steigende Einnahmen hat. Die Vorlage wird in feiner Weise die Steuerzahler belasten, wohl aber das Gedeihen der Kolonie Kamerun fördern. Abg. Graf Mirbach: Herrn Richter möchte ich versichern, daß das Wetter, welches jetzt angebrochen ist ich komme eben vom Lande, alle Besorgnisse wegen des Saatenbaues beseitigt. Eine Er Die Getreidepreise sind früher viel höher gewesen. mäßigung oder Aufhebung der Zölle würde nur der Landwirthschaft den Schaden aufbürden. Der Preisstand ist durchaus fein abnormer. Abg. Seyffardt Magdeburg( natl.) spricht seine Freude darüber aus, daß der Minister die Arbeiten der Kommission für das Volksschulgesetz berücksichtigen wird. Abg. v. Stablewski( Pole) führt aus, daß die Politik des Fürsten Bismarc dahin geführt habe, die Gewalt auch in den Staatssekretär v. Marschall: Wir wünschen ein Anlehen inneren Verhältnissen zum ausschlaggebenden Faktor zu machen. Dieser Politik ist jest Einhalt gethan. Der Kulturund versprechen, es bei Heller und Pfennig zurückzuzahlen. vom Fürsten Bismarck als ein Fehler Abg. Graf Mirbach wendet sich gegen die Ausführungen lampf ist auch worden; es ist ein Verdienst des Fürsten des Abg. Richter. Die Aufhebung der erwähnten ganz mini- anerkannt malen Bölle hat gar keinen Einfluß von irgend welcher Be- Bismarck, daß er ihn selbst rückgängig gemacht hat. Durch beutung gehabt. Die deutsche Landwirthschaft tönne nur mechanische Mittel glaubte man die Polen germanisiren bestehen bei Verkaufspreisen, welche den Produktionskosten zu tönnen, unbekümmert um das Recht der Natur und die feier adäquat sind. lichen Zusicherungen der preußischen Könige, welche die Natio nalität erhalten wollten. Abg. Rickert( dfr.): Schon nach außen hin sollte es uns erwünscht sein, daß unsere Kollegen polnischer Nationalität nicht immer gezwungen werden, die Versicherung zu wiederholen, daß sie den Eid auf die Verfassung, den ste geleistet haben, auch halten werden. Diese Dinge sollten aus den Verhandlungen riums ist dringend nothwendig; ein besonderer Unterstaatssekretär dafür reicht nicht aus, denn verantwortlich bleibt uns immer nur der Minister. Die Klagen über den schlechten deutschen unterricht treffen allerdings auch die Schulen, aber sie sind hauptsächlich darauf begründet, daß die Kinder zu viel treiben müssen. Der Lehrstoff muß beschränkt bie förperliche Ausbildung muß ver= mehrt werden, damit die Jugendkraft zur Entwickelung tommt. Die Volksschullehrer sollen in ihrer äußeren und inneren Stellung gekräftigt werden. Da müffen den Lehrern auch ihre verfassungsmäßigen Rechte wie jedem anderen Bürger gesichert werden. Diesem Standpunkt entspricht aber z. B. nicht eine Verfügung der Regierung zu Kassel über die Theilnahme der Lehrer an den Lehrervereinen, in welchen die vorige Einreichung der Tagesordnung verlangt wird. Nach Ablehnung eines Schlußantrags tritt das Haus um Anderes 41/2 Uhr noch in die dritte Lesung der Gewerbe- Ordnung 3- werden novelle( Arbeiterschutzgesetz). In der Generalbistuffion erklärt Abg. Cegielski, daß die Polen für die Vorlage stimmen werden, ohne doch im Einzelnen mit allen Bestimmungen einverstanden zu sein. und Darauf wird die Debatte abgebrochen. Schluß 44 Uhr. Abg. Bebel( Soz.): Die Forderung von 1425 000 M. für Kamerun ist nicht genügend begründet. Herr v. Marschall hat gegen die Beweisgründe von Bamberger nur allgemeine Redens- Abg. Richter: Zoll und Produktionskosten decken sich nicht. arten ins Feld geführt. Visher haben wir immer gehört, die Die Herren Agrarier verstehen unter Produktionskosten auch noch Forderungen für Kolonialpolitik seien nothwendig für die För- eine gewisse Grundrente, auf welche sie nicht verzichten wollen. berung des Handels u. dgl. Jetzt heißt es, die Würde des deutschen In jenen Jahren, wo man die Zölle aufhob, gab es noch nicht Volkes erfordere die Fortführung der Kolonialpolitit. Das Reich iene Interessenten, welche es als ihr Recht in Anspruch nehmen, foll also auf unabsehbare Wege geleitet werden, lediglich zur für ihre eigenen Zwecke die Klinke der Gesetzgebung in die Hand Förderung des Handelsinteresses zweier deutschen Firmen, es zu nehmen. Wir sind übrigens auf den Karolinen, im Witugebiet, fernbleiben. Die Bildung eines besonderen Unterrichts- Ministehandelt sich keineswegs um allgemeine Intereffen. In dem in Dubrika zurückgegangen; nicht weil wir zu schwach, sondern Augenblicke, wo man gegen die Duallas vorgeht, wird durch weil wir flug genug waren, eine Situation aufzugeben, in der Verminderung der Handelsgelegenheit eine Schädigung des für uns nichts mehr zu gewinnen war. Handels herbeigeführt; in dem Augenblicke, wo Deutschland Damit schließt die erste Berathung. Der Nachtragsetat wird weiter in's Innere Afritas einzubringen versucht, werden die un- an die Budgetkommission überwiesen. abhängigen Stämme, hier also die Duallas, sich in ihren Intereffen bedroht fühlen und es wird zu blutigen Zusammenstößen tommen, wie denn überhaupt die ganze zivilisatorische Mission Deutschlands auf Mord und Zerstörung hinansläuft. An einer folchen Politik können wir uns nicht betheiligen, für sie bewilligen wir keine Mittel. Die heutigen Forderungen werden nicht die legten sein. Gelingt es wirklich, nach unendlichen Opfern an Gut und Blut in's Innere zu bringen, dann wird die Ausfuhr von Schnaps noch erheblich vergrößert werden. Nach dieser Rede wird die Bertagung beschlossen. Das wird der ganze Effett sein. Mit Genugthuung er- Schluß 4/4 Uhr. Nächste Sigung Dienstag 11 Uhr. füllt mich die Forderung für die Betheiligung Deutsch-( Antrag Adelmann auf Abänderung des§ 157 des Alterslands an der Welt- Ausstellung in Chicago. Diese Summe versorgungsgesezes, Fortsetzung der heutigen Berathung.) werden wir mit Vergnügen bewilligen, so groß fie auch werden möge; wir bedauern nur, daß Deutschland nicht schon 1889 bei der Pariser Ausstellung sich betheiligte; die unangenehmen Vorgänge des vorigen Jahres anläßlich der Reise der Kaiserin Friedrich wären dann nicht eingetreten( Widerspruch rechts), aber auch die materiellen Resultate wären für Deutschland sehr erheblich gewesen, während unser Fortbleiben dem deutschen Gewerbefleiß empfindlichen Schaden zugefügt hat. Wir hatten die Absicht, durch eine Interpellation die Regierung zu veranlassen, mitzutheilen, was sie gegenüber den hohen Getreide- Beim ersten Titel der Einnahmen ergreift das Wort preifen zu thun gedächte; wir glauben aber bei diesem Etat die Minister Graf v. Bedlin: Ich habe zunächst meinem BeBochum. Hiesigen Blättern zufolge ist unser Parteigenosse Sache ausführlich behandeln zu können und ließen die Inter- dauern Ausdruck zu geben, daß ich genöthigt sein werde, mir eine Fürfötter aus Grumme unter Ausschluß der Deffentlichkeit von pellation sein. Nach dem heutigen Vorgange müssen wir uns gewisse Beschränkung aufzuerlegen. In der furzen Frist, welche der hiesigen Straftammer wegen Majestätsbeleidigung zu einem überlegen, ob wir nicht doch die Interpellation trotz der drän- mir zur Einarbeitung gegönnt war, ist es mir nicht möglich ge- Jahre Gefängniß verurtheilt worden. genden Geschäftslage einbringen. Mit den paar Worten des wesen, in allen Gebieten des weitverzweigten Ressorts zur vollen Grafen Mirbach ist die Sache nicht abgemacht. Die Unzufrieden- Information zu gelangen. Das wird verständlich erscheinen. Offenburg, 30. April. Wir haben berichtet, daß Genosse heit der Bevölkerung wird dadurch gesteigert, daß wir in einer Sodann habe ich den Wunsch, über meine Stellung zu dem Adolf Geck von der Anklage des Vergehens gegen§ 181 des rückläufigen geschäftlichen Periode sind, daß die Löhne finken. wichtigen Ihrer Beschlußfassung unterbreiteten Gesetzentwurf R.-St.-G.-B. freigesprochen wurde, nach dem Offenb. VolksSeit der Einführung der Getreidezölle ist der Durchschnitt des betr. Die Voltsschule mich zu äußern. Ich erkenne rückhaltlos die freund" müssen wir nun hinzufügen, daß Geck in der NachRonfums an Getreide auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, Nothwendigkeit der gefeßlichen Regelung des Schulwesens an mittagssigung des Schwurgerichts wegen Beleidigung der Richter erheblich zurückgegangen. Graf Mirbach erklärt es nun für den( Beifall) und diese Auffassung gründet sich nicht nur auf die ja des Königreiches Sachsen zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilt größten Schaden der Landwirthschaft, wenn auch nur eine zeit- völlig felbstverständliche Pflicht, die Bestimmungen der Verfassung wurde. Die Beleidigung ist in der Frage in Nr. 4 des Bolts weise Ermäßigung der Zölle eintritt. Die ungeheure Mehrheit ihrer endlichen Ausführung entgegen zu führen, sondern ebenso freund" vom 9. Januar:„ Und diese Justiz soll nicht faul sein?" der Bevölkerung....( Bizepräsident Graf Ballestrem bittet ben auf eine vierteljährige Beschäftigung mit dem Volksschulwefen gefunden worden. Redner, diese Ausführungen einzuschränken.) Wenn diese Aus- felbft. Der gegenwärtige Zustand, bei welchem wichtige Theile führungen zu weit gehen, dann müssen wir um so ernster an die Einbringung einer Intervellation denken. Abg. v. Huene( 8.): Mit einer einfachen Herabsehung des Getreidezolls würde nichts erreicht sein; um der Frage näher zu treten, muß man sich vor Allem die Vorgänge an der Börse ansehen.( Sehr wahr! rechts). halb einwirken könnte. Abgeordnetenhaus. 81. Sigung vom 4. Mai. 1 Uhr. Am Ministertische: Graf von Zedlih und Kommissarien. Die zweite Berathung des Staatshaushaltsetats für 1891-92 wird fortgesetzt, und zwar beim Etat des Minifteriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. Nächste Sizung: Dienstag 11 Uhr.( Berathung des aus dem Herrenhause zurückgekommenen Einkommensteuergesetzes.) Korrespondenzen und Parteinachrichten. k * " des bes Schulwesens gefeßliche und normative Regelung entbehren, Duderstadt. Kürzlich standen die brei Bevollmächtigten der und bei denen den Betheiligten die geordnete Mitwirkung auf hiesigen Zahlstelle des Unterstützungsvereins der Zabalarbeiter Gebieten entzogen ist, die ihre nächsten und vitalsten Interessen vor den Schranken des Schöffengerichts, um sich wegen angeb berühren, ist nach meiner Auffassung schwer erträglich. Ich er- licher Erörterung politischer Angelegenheiten zu verantworten. achte das um so nothwendiger, weil, wenn ich recht unterrichtet Der Amtsanwalt beantragte für jeden der Angeklagten 5 Tage bin, auch innerhalb dieses hohen Haufes die Parteien über diese Gefängniß, event. 30 M. Geldstrafe. Dank der vortrefflichen Abg. v. Kardorff( Rp.): Es ist für eine Reihe von Jahren Prinzipienfragen noch zu feiner endgiltigen Entschließung gelangt Vertheidigung des Vorstandsmitgliedes Junge- Bremen lautete der statistisch festgestellt, daß der Getreidezoll für die östliche Land- sind, also die schwersten Entschließungen noch bevorstehen. Eben- Urtheilsspruch auf Freisprechung. Anscheinend im Zusammenwirthschaft sehr wenig Bedeutung hat.( Ruf links: Dann um so glaube ich, daß es zulässig ist, meinem Wunfche zu willfahren, hange mit dem Vorgehen gegen die Bevollmächtigten der so eher doch abschaffen!) Herr Richter follte sich doch mit ohne Schädigung der Sache, weil bei der geschäftlichen oben genannten Zahlstelle wurde beim Genossen M. Reicheine Haussuchung vorgenommen. An derselben bem Ringe an der Getreidebörse beschäftigen, da würde Lage die Verabschiedung dieses Gesetzes nicht in Aussicht steht. hardt zwei Polizeibeamte und zwei hiesige hiesige Bürger er sehr interessante Erfahrungen machen können. Für Chikago Ich kann namens der Staatsregierung erflären, daß die Re- nahmen zwei mehrere Gremplare Beschlagnahmt wurden werden wir bewilligen, was gefordert wird. Ich schließe mich gierung auf die weitere Berathung jetzt kein Gewicht legt, aber Theil. dem Antrage auf Verweisung an die Budgetkommission an. ebenso betone ich, daß, was an mir liegt, geschehen wird, um" Wahren Jakob", mehrere Nummern der Sächsischen ArbeiterGeh. Rath Kayser: Mit der Vorlage habe sich der bis- Gie erneut vor die hochwichtige, bedeutsame Aufgabe zu stellen. Beitung" und ein Jahrgang des„ Kladderadaisch" von 1860. Beim herige Gouverneur v. Soden durchaus einverstanden erklärt.( Beifall.) Genossen Wilhelm Lenz wurde ebenfalls gehaussucht und hier Abg. Buhl( ntl.) befürwortet auch die Verweisung an die Die Einnahmen werden bewilligt. 2 Exemplare des Wahren Jakob", eine alte Nummer des„ SoBudgetfommission. Seine Partei würde besonderen Maßregeln Bei dem ersten Titel der Ausgaben: Gehalt des Ministers, zialdemokrat" und ein beschriebener Bettel beschlagnahmt." Der Der Regierung einen prinzipiellen Widerstand nicht entgegenseßen, weist Staat ist wieder einmal gerettet. sondern deren Begründung abwarten. Den Anreger der Frage Abg. v. Heereman( 8.) daraufhin, daß dieser Titel sonst aber müsse man doch fragen, ob die öffentliche Erörterung der beim Zentrum benust worden sei, alle Beschwerden vorzubringen. Remscheid, 80. April. An die„ Geheimbündelei". Periode Angelegenheit nicht gerade hemmend auf die Zufuhr von außer mit Rücksicht darauf, daß ein Personenwechsel im Ministerium erinnert das Vorgehen der hiesigen Behörde. Nachdem in einer stattgefunden habe, wolle das Zentrum sich Zurückhaltung auferlegen am 5. April abgehaltenen Boltsversammlung eine neungliedrige Abg. Richter: Das Lettere kann ich nicht zugeben. Herrn und höchstens einige Einzelheiten vorbringen. Es komme dem Minister Kommission gewählt wurde, um die Arrangements zur Maifeier v. Boetticher entgegne ich, daß der Begriff der mangelnden Ver- mit Vertrauen entgegen, weil es die Hoffnung hege, daß derselbe auszuarbeiten und einer später einzuberufenden Volksversammforgung ein relativer ist; er ist bei dem wirthschaftlich Schwäche mit Wohlwollen die Wünsche des Zentrums beobachten werde. lung vorzulegen, wegen des von vornherein alles verbietenden ren viel früher als bei anderen vorhanden. Wenn in dem Für die Freiheit der Kirche und ihrer Organe werde das Bescheides der hiesigen Behörde jedoch nicht in Thätigkeit treten Sungerjahre 1817 die Preise noch höher gewesen sind, so weiß Bentrum nach wie vor eintreten auf Grund des verfassungs- fonnte, vermuthet die hiesige Polizeibehörde, daß dieselve dennoch ich nicht, ob man das im Lande als eine Beruhigung empfinden mäßigen Rechts, ohne die Rechte Anderer zu verlegen. Redner ihre verderbenbringende Thätigkeit entfaltet und stellte dieselbe wird. In den 40er und 50er Jahren, wo auch sehr hohe Preise führt dann Beschwerde darüber, daß katholischen Lehrern ver- nun wegen Abhaltung einer geheimen Versammlung unter Anwaren, find die Getreidezölle durchweg suspendirt worden. Da- boten werde, dem katholischen Lehrerverbande beizutreten, troß- flage. Inzwischen waren, wie schon berichtet, zwei hiesige Gemals betrug der Zoll nur 5 Silbergroschen auf den Scheffel; dem derfelbe ganz harmlose Ziele verfolge und namentlich jede nossen persönlich beim Regierungs- Präsidenten in Düsseldorf vor aber selbst diese fleine Belastung wellte man nicht bestehen Art von Politik ausschließe. Der Minister möge diese Ange- stellig geworden, um die Genehmigung zur Abhaltung der MaiYaffen. Seit 1860-81 haben so hohe Preise wie die jetzigen legenheit einer sorgfältigen Prüfung unterziehen. Bezüglich der feier zu bewirken. Da aber auch der von dort zu erwartenbe nicht mehr bestanden. Die Roggenpreise find im Durchschnitt Schule muß der alte verfassungsmäßige Zustand wiederhergestellt Befcheid bis dato noch aussteht, es mithin wiederum selbstver März 178 Mark lofo Berlin gewesen; am vorigen Sonnabend werden, welcher vor 1870 geherrscht hat; der moderne Materia- ständlich ist, daß noch keine Arrangements getroffen werden ftiegen sie auf 190. Die Steigerung fiel zusammen mit einer lismus, dem man so viel entgegengekommen ist, muß wieder be- konnten, so wird auch wohl hier die polizeiliche Aufmerksamkeit ungünstigen Kartoffelernte. Die Kartoffelpreise sind nahezu feitigt werden. Der Kulturkampf hat im Volte ein großes Miß- umsonst sein. Charakteristisch ist noch, daß die Polizeibeamten, doppelt so hoch. Dadurch werden die Nahrungsverhältnisse trauen hervorgerufen.( Sehr richtig!) Und auch jetzt nehmen die die oben genannte Versammlung überwachten, Personen als noch mehr verschlimmert und der Rückgang an Arbeitsgelegenheit Beamten noch nicht richtige Stellung dem katholischen Wolfe Kommissionsmitglieder notirt hatten, die überhaupt nicht gewählt tritt hinzu.( Die weiteren Ausführungen erklärt Bizepräsident gegenüber ein. waren, auch den meisten hiesigen Genossen unbekannt sein dürften. Graf Ballestrem für unzulässig.) Ich für unzulässig.) Ich habe mich auf Abg. v. Bedlitz( ft.) spricht seine Genugthuung darüber aus, Den weiteren Verlauf werden wir später berichten, die Erwiderung von Ausführungen beschränkt, welche Graf daß das Zentrum der Regierung mit Vertrauen entgegenkomme; Mirbach und v. Kardorff gemacht haben. Man hat dann von das Zentrum werde aber Thaten folgen lassen müssen Köppelsdorf, 25. April. Im Herbst vergangenen Jahres einem Börsenring gesprochen. Wenn Ihnen das im Lande ge- und feine Ausführungen über die Schule sind dabei nicht sehr war die letzte Gemeinderaths- Wahl, bei welcher zwei von dre aufgestellten Arbeiterkandidaten gewählt worden sind. Bis heute| Das Reichsgericht erkannte in dem Urtheil vom 10. März d. J., das Markensystem einzuführen, bringt der gewählte Ausschuß auf hat es nun der löbliche Ortsvorstand noch nicht nöthig befunden, daß wohl Betrug aber feine Urkundenfälschung vor- Grund dessen Folgendes zur Kenntniß der Betheiligten. eine Ausschußßigung abzuhalten. Warum wohl? Liegt gar nichts liege. Da nun Ürkundenfälschung in 8 Fällen, Betrug aber in Erstens, werden vom Mai cr. ab zur Schaffung eines von Bedeutung vor? Eine glückliche Gemeinde, die ihren Bürgern 9 Fällen nach Ansicht des ersten Richters vorlag, eine neue Streiffonds Marken à 5 Pfennige ausgegeben, welche dauernd mit jedem neuen Morgen die frohe Botschaft zu theil werden Beweis aufnahme beim Reichsgericht aber nicht statt zu verausgaben und an den unten näher bezeichneten Stellen ablaffen kann:„ Nichts Neues unter der Sonne!" findet, so konnte das Urtheil des ersten Richters nicht ganz zuheben sind. Gerichts- Beitung. aufgehoben werden, die Sache wurde vielmehr an das Zweitens werden Gewerkschaften nur dann unterstützt, wenn Landgericht II verwiesen. In der gestrigen Beweisaufnahme sie sich in der Streit- Kontrollkommission durch einen Delegirten wird folgendes festgestellt: Auf einem von dem Bau- Unternehmer vertreten lassen und dieselbe nach Kräften unterstützen. Blumenreich ausgeführten Neubau in der Elsasserstraße hatte Drittens werden Streits ohne Ausnahme, sowie Maß Krause die Leitung der Maurerarbeiten übernommen. Er hatte regelungen nur nach vorheriger Anmeldung und darauf jede Woche die sogenannten Wochenzettel auszustellen, gefaßtem zusagenden Beschluß unterstützt. Ein Akt der Selbsthilfe, den der Schlossermeister Wilh. welche neben Anderem die Anzahl der verarbeiteten Steine ent- Viertens werden Berichte event. Anmeldungen der Streiks, Thiele ausgeführt, um Deckung für eine ihm zustehende Forde hielt, nach welcher der Lohn der Maurer und Steinträger fest Maßregelungen zc. nur von dem in der Streif- Kontrollkommission rung zu haben, führte ihn gestern unter der Anflage der Unter- gestellt wird. Es sollen dabei in, wie bereits bemerkt, neun fihenden Delegirten der in Betracht kommenden Gewerkschaft schlagung vor die dritte Strafkammer des Landgerichts I. Thiele Fällen Fälschungen und dadurch Betrug vorgekommen sein. Bei seitens des Ausschusses entgegengenommen, doch kann der betr. hatte für zwei Neubauten in der Pflugstraße die Schlosserarbeiten einer Haussuchung wurden bei Kammann solche Bettel ge- Delegirte sich andere Personen seiner Gewerkschaft zur Unterſtüßung geliefert. Die Zahlungen des Bauherrn erfolgten nicht mit der funden, die niedrigere Angaben enthielten, als diejenigen, welche heranziehen. Der Ausschuß lehnt es jedoch des Zusammenverabredeten Pünktlichkeit und als der Angeklagte erfuhr, daß der Krause im Komtoir feines Prinzipals vorgelegt hatte. Da nun haltes, wie auch der Ordnung wegen unbedingt ab, mit anderen Bauherr, ein Kaufmann Guhrauer, eine vorgeschobene, vermögens: aber erwiesen ist, daß Krause das Ausfüllen der Zahlen nicht Personen in Abwesenheit des Vertrauensmannes zu unterTose Persönlichkeit war, die bereits mehrfach den Offenbarungseid besorgt hat, so kann auch von einer Fälschung seitens Krause's handeln. geleistet hatte, wurde er wegen seines über 2000 Mart betragen- feine Rede sein, vielmehr fällt der Verdacht der Fälschung auf den Guthabens besorgt. Da der Angeklagte zu jener Zeit auch Kammann. für eigene Rechnung einen Bau ausführte, so ersuchte er Der Präsident hebt bei der Verkündung des Urtheils hervor, Guhrauer um Ueberlassung verschiedener Baumaterialien. Guh- daß die Bestrafung, trotzdem das Gericht die Ueberzeugung von rauer will ihm eine ausweichende Antwort gegeben, der Ange- Schuld nicht gewonnen habe, wegen des einen Falles, in flagte dieselbe aber als eine Erlaubniß aufgefaßt haben, auf welchem der erste Richter nur Betrug angenommen habe, Grund deren er verschiedene Fuhren Steine, 3ement und dergl. mit 6 Wochen Gefängniß erfolgen müsse, da eben das von Guhrauer's Bau nach dem seinigen bringen ließ. Gerichts- Urtheil des ersten Richters in diesem einen Falle vom hof wie Staatsanwalt hielten es auf Grund der stattgehabten Reichsgericht nicht aufgehoben sei, in den übrigen acht Beweisaufnahme nicht für erwiesen, daß der Angeklagte wider Fällen erfolgt Freisprechung! befferes Wissen gehandelt, und erfolgte deshalb seine Freisprechung. Boziale Uebersicht. Ferner giebt der Ausschuß bekannt, daß bis auf weiteres Zuschriften, sowie Anmeldungen 2c, nur an D. Wizle, Stalizerfir. 61, zu richten, Geldsendungen aber nur an R. Millarg, Lehrterstr. 22, II, zu adressiren sind und daß nur esterer Auszahlungen leiftet. Ausgenommen sind die für verkaufte Marken vereinnahmten Gelder, welche selbstverständlich an die Ausgabe der Marken zu dirigiren sind. Ausgabestellen der Marken sind bei: A. Rörsten, Staligerstr. 63/64, IV, D. Witte, Stalizerstr. 61. B. Jost, Greifswalderstr. 68, I. B. Zad, Andreasstr. 63, 2. H. I L R. Millarg, Lehrterstr. 22, II. J. Silberberg, Blücherstr. 54. H. Faber, Böchstr. 5, Hof Quergeb. part, H. Herzhoff, Lausitzerstr. 21, H. II. Einen Angeklagten verurtheilen zu müffen, ohne von dessen Schuld voll überzeugt zu sein, in diese Lage kam gestern die erste Straftammer des Landgerichts II. Der Maurerpolier Ernst Hermann Krause war in Gemeinschaft mit zwei anderen An sämmtliche in der Berliner Streif Kontrollfom- NB. Es wird gebeten, Vorstehendes aufzubewahren. Kollegen, Namens Rammann und Ragotsti am 4. Oftober 1890 mission durch Delegirten vertretene Gewerkschaften. Weitere Bekanntmachungen der Streit- Kontrollkommission werden von der ersten Straftammer des Landgerichts Berlin I wegen Da laut Beschluß der Streit- Kontrollkommiffion am 10. April cr. stets nur an dieser Stelle veröffentlicht. Betruges in idealer Konkurrenz mit schwerer Urkundenfälschung von jezt ab jede Gewerkschaft durch nur einen Delegirten verzu 6 Monat Gefängniß verurtheilt worden. Es lagen 9 Fälle treten sein darf und des Weiteren die Streit- Kontrollkommission vor, für jeden Fall war auf sechs Wochen erkannt und beschlossen hat, einen Ausschuß zu wählen und auch gewählt hat, diese Srafe auf fechs Monat zusammen gezogen. Seine welcher die Geschäfte führt, Beschlüsse faßt und zur Ausbeiden Kollegen haben nur je 3 Monat erhalten. Gegen dieses führung bringt, sowie auf Grund eines ferneren Be Erkenntniß hatte Krause Revision beim Reichsgericht eingelegt. schlusses der Streit- Kontrollkommission, zur Schaffung eines Fonds Theater. Dienstag, den 5. Mai. Opernhaus. Oberon, König der im Elfen. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Venedig. Leffing Theater. Nora. Berliner Theater. Rosenkranz und Güldenstern. Deutsches Theater.„ Die Kinder der Excellenz". Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Saint Cyr. Wallner Theater. Des Teufels Weib. Residenz- Theater. Dr. Jojo. Bellealliance- Theater. Der Gift mischer. Thomas- Theater. Der Millionenbauer. Eva. Adolph Ernst- Theater. Adam und Oftend- Theater. In eiserner Zeit. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Concordia. Große Spezialitäten Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter's Variété. Große Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Neue Walhalla. Sommer- Theater Ausstellungs Park Hasenhaide. Dienstag, den 5. Mai: Grosse Vorstellung. Unserm Freunde und Mitarbeiter Max Mäcker zu feinem 36. Wiegenfest ein donnerndes Briefkaffen der Redaktion. C. in D. Bitte um ihren Besuch. R., Skalitzerstr. Wird mit Zuchthaus bestraft. Echte Rathenower Brillen Hoch! von seinen Kollegen im Vorstand und Pince- nez nur mit prima Kristall- Gläsern von 1,50 Mark an. des Vereins der Former. 708b Unserem Pfropfenbruder Adolf Hundt zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreimal donnerndes Hoch. 697b Der Pfropfenverein Wedding. Todesanzeige. Allen Bekannten zur Nachricht, daß Mons. Loisset mit seinen dressirten Madm. de Clairmont, schneidigste ChanKlapperstörchen, Gänsen und Affen. sonette der Welt. Ardel u. West, gen. die„ Zulu- Kings", m. einer neuen hochtomischen Pantomime. Gustav Rose, Gesangs Humorist. Geschw. Bertini, Gesangs- und Tanz- Duettisten. Frl. Schloffer Waldowski, weiblicher Komiter. Uni- Karl Engelmann versal Humorist Edi Rennert, Instru sanft entschlafen ist. Die Beerdigung mental- u. Gesangs- Komiter. Kapelle: findet am 6. d. Mts., Nachm. 5 Uhr, Mufifdir. Bachhofer m. d. Hausorchester. vom Krankenhause am Urban nach dem Entree 30 Bf., Parquet 50 Pf., Sperr- Emmaus- Kirchhofe statt. fitz 75 Pf., Loge 1 Mart. Wochentag: Kasseneröffnung 4 Uhr. Anf. d. Konzerts 5 Uhr, d. Vorst. 1/27 Uhr. Berliner Hippodrom. Größt. Vergnügungspark d. Nesidenz Am Kurfürstendamm, Station Zoologischer Garten. Mittwoch, den 6. Mai: Gröffnungs- Vorstellung. Reit- u. Fahr- Produktion, Gtablissement Buggenhagen Wettrennen, Steeple- Chase, Wettam Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Castan's Panopticum. Jetzt: Friedrichstr. 165. Neu: Azteken. Reiten. Lockart's 6 Riesen- Elephanten. Tramplin- und BaloudeSpringen. Ferner: Auftr. d. Künstler- Bersonals. Im großartig angelegten Barke Grosse Militär- Konzerte. am 3. d. Mts. mein lieber Mann, der 703 b Die trauernden Hinterblieben. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden, auch den Herren Meistern und Kollegen der Pfaffischen Fabrik, die meinem lieben, unvergeßlichen Mann, dem Polirer Adolph Fischer, das legte Geleit gegeben, sowie dem Männer Gesangverein Weiße Rose" und dem Herrn Pastor Pauli meinen herzlichsten Dant. 707b Wwe. Auguste Fischer nebst Kindern. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 533 L Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Irrthum zu vermeiden, erkläre ich meinen Freunden Telephon Amt III 8521. Rudolf Reinhardt, Linden- Straße Nr. 94, neben der Markthalle. Sonntags geschlossen. Ach! wie brillante Fartel Und in so kurzer Zeit getrocknet? DYRD Ja das ist Suter'sche FussbodenGlasur- Lack- Farbe und kostet nur 80 Pf.das Pfund mit Pat- Blechkanne. Pussboden- Glasur- Lack- Farbe ( goldbraun) trocknet in 4-5 Stunden hart und glänzend, macht das Ueberlackiren überflüssig. Das unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. 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Was nun weiter folgte, wie man im ferneren Verlaufe des schlossen, auch die Seifenfieder waren dorthin hinausgegangen. Die Maifeier gestaltete sich überall zu Volkskundgebungen Ein Anzahl Gewerkschaften war in Friedrichshagen. Tages von größeren oder kleineren Trupps bei Unterhaltungsbon überwältigender Wirkung. Was die bürgerlichen Zeitungen In Rigdorf fanden für Rigdorf und Brih Sonntag Nach- spielen, Tanz, Verloosungen u. s. w. seiner Feststimmung Ausdruck auch sich selbst und ihren Lesern vorlügen mögen den gewal- mittag tigen Eindruck, den die Arbeiter in der ganzen Welt durch ihre mittag zwei große Versammlungen statt, an die sich Vergnügungen verlieh, das kann hier eben so wenig ausgeführt werden, wie auf anschlossen. Die Schöneberger Genossen und Genossinnen alle die Einzelveranstaltungen der verschiedenen Vereine und Betadellose, zielbewußte Haltung hervorrufen, werden sie nicht ver- feierten ihr Fest in dem Kurhaus Friedenau, der Arbeiter- rufsgenossenschaften in den zahlreichen Lokalen Friedrichhagens Bildungsverein Friedrichsfelde in Friedrichsberg. eingegangen werden kann. Erwähnen möchten wir aber doch Die Schlächtergesellen hatten in einer stattlichen Anzahl eine mit großem Geschick von den Drechslern veranstaltete Aufeinen Ausflug nach Schmargendorf gemacht. Nach einer kräftigen führung des Stern'schen Lustspiels„ Die Bismarckspende", welche Die Feier, welche auf dem Bock stattfand, war eine groß- Ansprache des Kollegen Reslinke wurde die Resolution unter eine den Saal des Seeschlößchens bis auf den letzten Platz füllende Zuschauermenge zu stürmischem Beifall hinriß. artige Festtundgebung. Hier waren die Genossen und Genossinnen allgemeiner Zustimmung angenommen. Alles in Allem nahm die Friedrichshagener Feier einen des ersten und zweiten Wahlkreises vereint, denen sich in Auch am Sonnabend, den 2. Mai, fanden verschiedentlich Lezzier Stunde auch noch die Genossen de 3 dritten Wahl- Veranstaltungen zur Maifeier in Berlin statt. Es dürfte dies würdigen, durch nichts getrübten Verlanf. Das bewies nicht nur treises angeschlossen hatten. wohl hauptsächlich auf den Umstand zurückzuführen sein, daß sich die Veranstaltung im Großen und Ganzen, sondern davon legten Der große Garten war festlich mit Hunderten von rothen bei den zahllosen Vergnügungen und Veranstaltungen am ersten auch im Einzelnen die Gesichter und die Gespräche der in FestBannern und Fahnen, mit Inschriften auf rothem Stoff geschmückt, und am dritten Mai ein Mangel an geeigneten Lofalen heraus- tagsstimmung und Festtagsschmuck durcheinander wogenden Geund er war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zahl der Theil stellte. So hielten die Kupferschmiede mit ihren Frauen am nossen und Genossinnen während der Feier selbst, sowie auch nehmer, ungerechnet der Tausenden von Kindern, betrug min- Abend des 2. Mai in der Bergstraße ihre Feier ab; Festrede, während der Rückfahrt beredtes Zeugniß ab. Die Glaser- Gesellenschaft theilt uns mit, daß an der Ardestens zehntausend. Gesang, Vorträge und Tanz wechselten mit einander ab. Die Mit dem Massengefange der Marseillaise begann das Konzert Töpfer waren mit ihren Frauen in Sanssouci recht zahlreich beiter- Maifeier von den Kollegen sich in Johannisthal( Senftum 4 Uhr, nachdem sich der Garten schon lange gefüllt hatte. und lange vereint. Das Programm war ein sehr reichhaltiges. leben) ca. 100 Personen betheiligten. Außerdem hatten sich zirka Es wechselten sich dann mit einander ab der Arbeiter- Musik- Seitens der Tabakarbeiter und-Arbeiierinnen sollte an diesem 50 Mitglieder der Ethischen Gesellschaft angeschlossen. Die verein Firmitas" und der aus 200 Sängern bestehende Chor Abend im Elysium ein großes Fest mit einem sehr abwechslungs- in der Festzeitung vorgeschlagene Resolution wurde von diesen 150 Genossen einstimmig angenommen. Die Festrede wurde der Gesangvereine des Arbeiter- Sängerbundes:" Freiheit", reichen Programm vor sich gehen. Später schlossen sie sich " Frühlingsluft"," Harmonia"," Kreuzberger Harmonie",„ Liedes- Die freie Volksbühne versammelte Sonnabend Abend ihre vom Genossen Marner gehalten. freiheit" Treuer Bund" und Waldkapelle", deren Leistungen Mitglieder im Feenpalast zu festlicher Begehung der Maifeier. In den Genossen in Johannisthal an. Die Feier ist in jeder Hinfämmtlich gelungene waren. In der Mitte des Programms war ftattlicher Anzahl hatte man sich in dem imposanten Saal eingefunden, sicht würdig verlaufen. Außer einem in der Dorfstraße postirten eine Festrede des Genossen R. Fischer in Aussicht genommen. um bei Konzert und Gesang, woran sich die Leistungen des Flöter- Gendarmen war nichts von Vorkehrungen der Behörde zu sehen. Der Spar- und Kreditverein Einigkeit und Solidarität Die Rechnung war jedoch ohne die Polizei gemacht. Diese vereins schlossen, den Abend zu verbringen. Herwegh'sche Gedichte, hatte erklärt, daß sie nur eine unpolitische Feftrede gestatten Vorträge ernsten und heiteren Inhalts unterhielten das Bublifum, hatten sich am 3. Mai zur gemeinsamen Maifeier in Treptow, Zornow's Lokal, eingefunden. Nachdem ein Genosse in furzen würde und daß sie hierfür den Redner sowie den Dekonomen des bis ein fröhlicher Tanz die schöne Feier würdig beschloß. Lokals verantwortlich mache. Bedauerlicher Weise war es ver- Sonntag Vormittag hatten die Maler in den Worten die Bedeutung des Tages flargelegt, wurde das in der absäumt worden, gleichzeitig eine Versammlung anzumelden. Gratweil'schen Bierhallen eine Versammlung beabsichtigt. Da Festzeitung enthaltene Festlied gesungen, und dann über die Unter solchen Umständen verzichtete Genosse Fischer natürlich aber der Saal, für welchen die Versammlung angemeldet war, Achtstunden- Resolution abgestimmt. Dieselbe wurde einstimmig auf die Festrede, da er es mit Recht für verfehlt erachtete, an von 10 Uhr ab zur Abhaltung eines Gottesdienstes benutzt wer- angenommen. Beim Verkauf der Festzeitung war ein Ueberschuß dem Festtage des Proletariats zu sprechen und dabei die nahe- den sollte und die Polizei das Stattfinden der Versammlung in von 4 M. 35 Pf. zu verzeichnen, und bei einer amerikanischen liegenden, das Proletariat bewegenden Fragen unerörtert zu einem anderen Raum nicht duldete, so verließen die Erschienenen Auktion einer Festzeitung 7 M. 50 Pf. Der ganze Betrag wird Laffen. unter dem brausenden Gesang der Arbeiter- Marseillaise das den streikenden Arbeitern überwiesen werden. Das Fest verlief Lokal, um sich nach Friedrichshagen zu begeben und sich den in größter Harmonie und die Theilnehmer trennten sich erst in später Nachtstunde. dortigen Genossen anzuschließen. Es wurde daher die Resolution verlesen und diese von der vieltausendköpfigen Menschenmenge einstimmig angenommen. Mit brausendem Jubel wurde ein lebendes Bild aufgenommen. Eine Genoffin, mit brennender Fackel in der Hand, stellte die Freiheitsgöttin dar. Später fand in den großen Sälen Tanz statt und blieben die Genossen und Genossinnen theils bei Tanz, theils in geselliger Unterhaltung noch recht lange beifammen. W Die Bildhauer, die sich Sonntag Nachmittag in den Die Maschinisten und Heizer fanden sich mit ihren Andreas Festsälen vereinigt hatten, sollten ebenfalls von der Familien sehr zahlreich bei Schultheiß( Schmidstraße) zusammen. Polizei eine fleine Ueberraschung erfahren. Die Festrede, die Etwa 500 Personen mochten anwesend sein. Zunächst fand eine Herr Jul. Türk zu halten gedachte, und die nothwendig das öffentliche Versammlung statt, in welcher nach einem Vortrage politische Gebiet streifen mußte, stempelte nämlich hierdurch nach des Herrn Pinn über die Bedeutung des ersten Mai die MaiAnsicht des Polizeilieutenants die Feier zu einer Versammlung." resolution zur Abstimmung und einstimmigen Annahme gelangte. Die Genossen und Genossinnen des 5. Wahl- In Folge dessen mußte zur Bureauwahl geschritten werden, und Hieran schloß sich ein schönes Familienfest, welches einen der kreises hatten sich mit ihren Angehörigen, Kindern 2c. in der unter polizeilicher Ueberwachung entledigte sich Herr Jul. Türk Würde des Tages entsprechenden würdigen Verlauf nahm. Die Knopfarbeiter hielten ebenfalls Nachmittags bei Brauerei Königstadt zusammengefunden, um von dort in un- seiner Aufgabe. Konzert und Gesang, woran sich die Aufführung gezwungenem Buge nach dem Moabiter Schützenhause zn mar- eines allegorischen Zeitgemäldes programmgemäß fnüpfte, ver- Schröder( Manteuffelstraße) eine öffentliche Versammlung mit Frauen ab, zu welcher gegen 300 Personen erschienen waren. schiren. In musterhafter Ordnung erreichte der Zug, dem sich schönten den Abend, den gemüthlicher Tanz fröhlich beendete. unterwegs immer neue Schaaren anschlossen, sein Ziel. Tausende Auch bei den in der Hntbranche beschäftigten Arbeitern Den Vorsitz führte Kollege Weißpflug, den Vortrag hielt von Proletariern waren dort zu gemeinsamem Feste vereint; es und Arbeiterinnen, die sich im Böhmischen Brauhaus zu- Lehrer Hennig. Auch hier gelangte die Mairesolution zur einwar ein Boltsfest im wahrsten Sinne des Wortes, das sich dort sammengefunden hatten, wollte die Polizei die Festrede nur unter stimmigen Annahme und wurde die Versammlung mit einem dreidraußen im Walde abspielte. Konzert, Gesangsvorträge, gemein- ihrer Bewachung gestatten. Doch das Komitee, vor die un- fachen brausenden Hoch auf die internationale völkerbefreiende same Gefänge und Tanz wechselten mit einander ab und sorgten angenehme Wahl gestellt, entweder sich polizeilich überwachen zu Sozialdemokratie geschlossen. Der Versamlung folgte ein gefür die trefflichste Unterhaltung. Als in später Abendstunde auf- laffen oder auf die Festrede des Herrn Peus zu verzichten, ent- felliges Familienvergnügen unter Mitwirkung des Gesangvereins gebrochen wurde, las man auf den Gesichtern sämmtlicher Theil- schied sich für Letzteres, weil eine etwaige Auflösung der Feier Veilchenblau"( M. 5. A.-S.-B.). ein frühzeitiges Ende bereiten konnte. Der Schluß des Pronehmer Befriedigung und Begeisterung. 3u einer großartigen Massen. Demonstragramms, ein lebendes Bild, betitelt„ Schutz der Arbeit" ward tion gestaltete fich das Maifest, welches vom Fachverein der von der Polizei kurzer Hand untersagt. Tischler in der Hasenhaide, der Neuen Welt", am Sonntag Immerhin bot die Feier noch genug des Schönen und Anveranstaltet wurde. Schon am frühen Nachmittag war der regenden, um das nahezu zweitausend Menfchen zählende Publikum Garten gefüllt; dichte Schaaren standen vor den Eingangs- auf das Beste zu unterhalten. Bu Freitag, den 8. Mai, wird thüren, es fonnten Tausende von Menschen nicht mehr Einlaß übrigens eine Versammlung einberufen werden, zu der Herr Peus finden und mußten umkehren. Die Zahl der Theilnehmer das Referat zugesagt hat. fann auf mindestens 15 000 Männer und Frauen die zahl losen Kinder nicht mehr mitgerechnet angegeben werden. Der gegen 6000 Personen fassende neuerbaute Saal war dichtgedrängt voll Menschen, nur ein schmaler Mittelgang zog sich bis zum Ausgang. Der Saal war dem Tage entsprechend mit rothem Stoff und Fahnen, sowie einem großen Bilde:" Der Triumph der Arbeit" geschmückt. Mit Begeisterung empfangen hielt hier Genosse Bebel die Festrede: Es ist dies der Tag, an welchem die Arbeiterklasse den herrschenden Gewalten den Beweis erbringt, daß sie einig ist in der Forderung der Verkürzung der Arbeitszeit. Für jeden Sozialdemokraten ist es eine unbestreitbare Thatsache, daß damit noch nicht die Lohnarbeit beseitigt, das Endziel der Sozialdemokratie erreicht ist. Die Verkürzung der Arbeitszeit ist aber eine Staffel, die von der Arbeiterklasse erklommen werden muß, jeden falls ist es ein gewaltiger Kulturfortschritt für die gesammte Menschheit. Bei der Abstimmung erhoben sich an 6000 Hände für die Resolution. Unter dem begeisterten Gefange der Arbeitermarseillaise und dem des Proletarierliedes: Wer schafft das Gold zu Tage" wälzten sich die Massen aus dem Saal. Im Garten fanden dann Konzerte, Gesangvorträge, Vorstellungen und großartiges Feuerwert statt und hielten die Theilnehmer noch ziemlich spät zusammen. " " Für die in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holz. plätzen beschäftigten Arbeiter und deren Frauen fand ebenfalls eine öffentliche Versammlung, und zwar im Vereinshause„ SüdDst" unter Leitung des Kollegen Nühl statt. Genosse Pä hold referirte. Die Abstimmung der Mairesolution ergab einstimmige Annahme derselben und wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale revolutionäre, völkerbefreiende Sozialdemokratie geschlossen, nachdem zuvor der Beschluß gefaßt Die Genossen des vierten Wahlkreises waren im Konzert- worden war, einen Theil des Arbeitsverdienstes vom 1. Mai abpart„ Bittoria" zusammengeströmt. Ein vielseitiges Programm, zugeben. Die Hälfte des Ertrages soll der Generalfommission dessen Glanzpunkt die Festrede des Reichstags- Abgeordneten Paul( Hamburg), der Reſt dem hiesigen Agitationskomitee überwiesen Singer bildete, hielt das vieltausendköpfige Publikum in bester, werden. Nachdem fand gleichfalls gesellige Unterhaltung statt. Die Stucateure waren in die Zwangslage versett der Feier des Tages angemessener Stimmung. Der Fachverein sämmtlicher in der Musikinstrumenten worden, nur ein Vergnügen stattfinden zu lassen, da die vorher Industrie beschäftigten Arbeiter hielt die Feier des Achtstunden-( bei Schmiedel, früher Orpheum) geplante Versammlung nicht ab tages in der Gräft. Reischach'schen Brauerei in Stralau ab. gehalten werden konnte, indem laut Bescheid des PolizeiAnwesend waren zirka 6000 Personen; der geräumige Garten präsidiums der Schmiedel'sche Saal, in welchem fast täglich war vollständig besetzt, und um 4 Uhr mußte die Raffe ge- öffentliche Versammlungen abgehalten werden, den polizeilichen schlossen werden. Punkt 4 Uhr eröffnete Genosse J. Meyer die Anforderungen für Abhaltung von öffentlichen Versammlungen Feier mit einem dreifachen Hoch auf die Arbeiterbewegung, fo- nicht entspricht.(?) Die Theilnahme an der Festlichkeit war eine dann hielt Genosse R. Schmidt die Festrede. In furzen fräftigen ungemetn starte. Wohl 500 Personen drängten sich im Saale. Worten wies er auf die Bedeutung der Feier hin. Einstimmig wurde die Resolution angenommen. Dann wurde der offizielle Theil des Programms mit einem dreifachen Hoch auf die Achtstunden- Bewegung und die internationale Sozialdemokratie geschlossen. " ( Herr Schmiedel wird also wohl bei den erhöhten Preisen und der schneidigen Bedienung sein Geschäft gemacht haben.) Genosse Peus hielt die Festrede, wofür der Obmann des VergnügungsAusschusses polizeilich notirt wurde. Sein Hoch auf die Sozialdemokratie fand brausenden Wiederhall. Zehlendorf. Am 3. Mai, Nachmittags, fand hier eine Die Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung öffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen im ein- hatte zur Maifeier in den Zentral- Festsälen( Oranienstraße) einen zigen Lokale, welches hier für Arbeiter frei ist, in Aigner's Ball, verbunden mit Vorträgen, unter Mitwirkung des Gesange Höhe", unter dem Vorsiz des Genossen Hartmann statt. Es vereins Brezelschluß"( M. d. A. A.-S.-B.) veranstaltet. Die mochten ungefähr 200 Personen anwesend sein. Der Genosse Festrede hielt Genosse Wilde. Die Betheiligung war eine rege. Der Fachverein der Holz- und Bretterträger beging die W. Wach hielt den Vortrag über Die Bedeutung des Tages". Die im Schneidergewerbe beschäftigten Arbeiter und Nach demselben gelangte die allgemeine Resolution zur Abftim- Maifeier durch Konzert und Ball in Gaillard's Salon, PrinzenArbeiterinnen hatten eine Feier des Maifestes am Sonntag in mung und wurde einstimmig angenommen. Nach der mit einem straße 87. Die Bäckerei- Arbeiter Berlins hatten sich als Sammelpunkt Hafenhaide Fichtestraße, Möwes Gartenlofal geplant. Sie Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossenen Verwollten sich Nachmittags beim Genossen Gründel, Dresdener- fammlung fand im selben Lokale ein Fest des Arbeiter- Bildungs- das" Jägerhaus"( bei Pantow) ausgewählt, woselbst die zahlreich firaße 116 fammeln und von da aus dann im Zuge fort- vereins für Zehlendorf statt, welches in würdiger Weise verlief. Erschienenen mit ihren Familien sich bei Ronzert, Kaffeekochen zc. marschiren. Schon vorher war ihnen jedoch bemerkbar gemacht Zwei Gefangvereine und der Zitherklub„ Veilchen"( Berlin) in bester kollegialischer Weise vergnügen. Die polnischen Genossen hatten ebenfalls, nachdem sie am worden, daß polizeilicherseits die Bildung eines Buges nicht ge- forgten für die Unterhaltung der Anwesenden. Das Konzert stattet werden könne, daß ein solcher vielmehr auseinander wechselte mit komischen Vorträgen und mit Tanz ab. So wurde 1. Mai eine Versammlung abgehalten, am 3. Mai bei Feuerstein ein geselliges Vergnügen veranstaltet, bestehend in Tanz, Dekla gesprengt würde, ja es war fogar angedeutet worden, daß in der Tag auf das Angenehmste beschlossen. Biesem Falle das ganze Bergnügen inhibirt werden würde. In Zu einem Feste, wie es Friedrichshagen wohl selten oder nie mationen 2c. und sich zu diesem mit Frauen und Kindern zahleiner Zahl von 200 Personen verließen die Theilnehmer trotz bisher gesehen, gestaltete sich die gestern dort an den malerischen reich eingefunden. Ernst schaute auf die fröhliche Menge vom eines Aufgebots von mindestens 60 Polizeibeamten in Uniform Ufern des Müggelsees unter dem ersten knospenden Frühlingsgrün Podium das rothe Banner, das die polnische Inschrift:" Freidennoch um ca. 5 Uhr in einem ungeregelten Zuge den Sammel- von Tausenden von Sozialdemokraten begangene Maifeier. Es heit, Gleichheit, Brüderlichkeit" trug, herab, ernst war auch die punkt und marschirten hinaus in die Hafenhaide. Das beab- war diefelbe nicht nur von den Genossen aus Friedrichshagen Festrede des Genossen Korowsti, ernst der Schwur der fichtigte Gartenkonzert konnte nicht stattfinden, da von der Polizei und den nahegelegenen Orten veranstaltet, sondern es hatten sich Brüderlichkeit, der Treue zur Sozialdemokratie.- Ein schönes dasselbe verboten worden war unter der Motivirung, daß der auch zahlreiche Berliner, besonders die Sattler, Drechsler, Mar- Fest! In einem anderen Saale des Feuerstein'schen Lokals fand Garten ringsum bebaut und daher nur als Hofraum(!) zu mor- und Granitarber, die Graveure, Biseleure, die Arbeiter der betrachten sei. Im Laufe des Nachmittags wuchs die Zahl der chirurgischen Branche, sowie die Möbelpolierer mit Frauen und die Maifeier der Porzellanmaler durch Konzert, Vorträge und Der Hauptfestplay war das Müggel- Ball ihren Ausdruck. Der Saal war der Feier entsprechend Festtheilnehmer auf etwa 1500 Personen an, und man wußte sich Kindern eingefunden. trotz alledem doch theils im Freien, theils in den Sälen bei schlößchen mit seinem herrlichen bewaldeten Ufergelände. Hier dekorirt. Inmitten des Saales wallte ein mächtiges rothes Musik und geselliger Unterhaltung fehr gut zu amüsiren, später fand turz nach 4 Uhr die eigentliche Feier statt. Gingeleitet Banner mit der Inschrift:" Proletarier aller Länder vereinigt betheiligten sich auch recht viele am Tanz. Unter der Entfaltung wurde dieselbe durch den Gesang des Liedes„ Ein Sohn des Volkes." Euch!", und zahlreiche tleinere rothe Banner mit entsprechenden einer rothen Fahne wurde die Resolution verlesen und einstimmig G3 wirkten dabei mit die Gesangvereine Allegro, Ihn'scher Ge- Inschriften schmückten die Wände. Die Festrede hielt Genosse sangverein Humor, der Gefangverein der Schmiede und der 3 u beil. Am 3. Mai früh Morgens flatterte in der Pantstraße Die Weißgerber hatten in der Badstraße ein Bergnügen der Maler aus Berlin, sowie die Waldkapelle und Harmonie am Sonntag Nachmittag arrangirt. Die Bäcker waren in der( Friedrichshagen), der Gesangverein Sennefelder, der Weißenseeer eine 3 Meter lange rothe Fahne mit der Goldschrift:„ Acht Stunden Arbeit ist genug. Hoch die internationale SozialSchönhauser Allee zusammen gekommen.- Biele Gewerkschaften und der Köpnicker Arbeitergesangverein. Nach Beendigung des Gesanges ergriff der Reichstags- Ab- demokratie. Die Fahne wurde um 6 Uhr früh von 3 Schutzhatten Ausflüge gemacht. Die Buchdruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen waren nach den Rüdersdorfer Stallsbergen, die geordnete Max Schippel das Wort und wies in einer kurzen leuten mit vieler Mühe vom Telephondraht entfernt. In Weißensee wurde am 1. Mai ron 300 Personen, die Kaufleute nach Saatwinkel gegangen. Die Lithographie- Stein- Festrede auf die Bedeutung der Arbeiter- Maifeier hin. Er schloß schleifer und Berufsgenossen, sowie auch die Kartonarbeiter mit einem Hoch auf die völkerbefreiende Sozialdemokratie, das im Lokale des Herrn Dufedamın tagten, die in der Festzeitung und Arbeiterinnen feierten ihr Fest in Plößensee. Die im Ver- von zehntausend Kehlen aufgenommen, mit donnerähnlichem Ge- vorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen. Alus Potsdam wird uns berichtet: Am 1. Mai fand hier goldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen waren brause den Wald durchhallte. Darauf wurde von den in der in Treptow, die Plätterinnen in Schmargendorf, die Weber in genannten Zahl von etwa zehntausend anwesenden Zuhörern eine öffentliche Volksversammlung unter dem Vorsitz des Genossen die im Sinne der Beschlüsse des Pariser Kongresses gehaltene Haburg im Lokale des Herrn Glaser statt. Die Versammlung Bernau, die Brauer auf dem Spandauer Berg. angenommen. ist Wolff's Bureau fendet zwei Depeschen, bie wir trot ihrer Unwahrscheinlichkeit wiedergeben; wir hoffen, bald im Zusammenhange die Vorgänge in Frankreich gelegentlich der Maifeier darstellen zu können, wobei wir die Richtigkeit aller Nachrichten überprüfen wollen. Aus St. Quentin melbet das Bureau: war so start besucht, daß der Saal die Anwesenden nicht alle| Resolution durfte der anwesenden Frauen und Kinder wegen faffen konnte. Ueber den 1. Punkt der Tagesordnung: Die Be- leider nicht zur Abstimmung gebracht werden. deutung des 1. Mai", sollte unser Genosse J. Wernau- Berlin Wolfenbüttel. Hier wurde der 1. Mai Abends um 7 Uhr Es fand eine Versammlung statt, an der referiren, welcher aber nicht erschien, sondern telegraphirte, daß festlich begangen. in Berlin wäre, bleiben. Daran schloß sich ein Vergnügen, er gezwungen Genosse 800 Genossen theilnahmen. zu Sperber erstattete den Bericht der Kommission für die Maifeier das ausgezeichnet verlief. Die in den hiesigen Werkstätten bekannt gewordene Nachricht, und wurde beschlossen, diese am 3. Mai in den beiden uns zu Offenburg in Baden, 4. Mai. Die Offenburger Maifeier daß ein Anarchist wegen Aufreizung zum Aufruhr bei einem Versammlungen zur Verfügung stehenden Lokale und zwar bei glänzend verlaufen. 2500 Personen waren in der Festhalle. Feuerherdt, Zimmerstr. 2 und Glaser, Brandenburger Kom. 16 In Nürnberg waren von der Behörde außergewöhnliche gestrigen Meeting zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt worden zu feiern. Genosse Haburg referirte hiernach über die Be- Vorsichtsmaßregeln getroffen. Polizei und Gendarmerie waren fei, rief eine lebhafte Erregung hervor. Viele Arbeiter zogen deutung des 1. Mai und wurde zum Schluß die in dem Arbeiter mit bestimmten Instruktionen versehen, und auch das Militär soll nach zwei Werken, zwangen die dort Arbeitenden, die Arbeit Maifeierblatt enthaltene Resolution verlesen und einstimmig an- verhindert worden sein, seinen gewohnten Vergnügen nachzugehen, niederzulegen und zertrümmerten die Thüren, Fenster und Gasgenommen und dem leitenden Bureau der Versammlung über- indem es die Kaserne theilweise gar nicht, theilweise nur auf lampen. Aus Lyon geht ihm folgende Depesche zu: tragen, diese Resolution der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion bestimmte Entfernung verlassen durfte. Diese Vorsicht erwies Die Anarchisten fahren fort, die Telephonkabel zu durch zu übersenden. Hiernach wurde die Versammlung mit einem fich als gänzlich unbegründet. Wenn auch die Stimmung unter begeisterten Hoch auf die internationale Sozialdemokratie ge- den Arbeitern, infolge des Verbotes des Festzuges, feine rosige schneiden und dadurch die telephonischen Verbindungen zu stören. Aus Belgien liegen folgende Depeschen vor: schlossen. Nach dem Gefang der Audorf'schen Arbeiter- Marseillaise war, so waren diese doch viel zu vernünftig, um der bewaffneten Brüssel, 4. Mai. Gestern Nachmittag hielten 200 deutsche gingen die Anwesenden in größter Ruhe auseinander. Macht irgend welche Veranlassung zum Einschreiten zu geben. Sozialisten eine große Maifeier ab. Fahnen und die Bildnisse Alles verlief friedlich und ungestört. Näherer Bericht folgt. Regensburg, 3. Mai. Die Versammlung( Referent Löwen- Liebknechts und anderer Führer wurden vorangetragen. Man flein) war von ca. 300 Personen besucht, d. h. der Saal war fang unter Zieharmonifabegleitung sozialdemokratische Lieder. überfüllt und der Besuch würde ein dreis und vierfacher gewesen Vor der Rückfahrt von dem Ausflugsorte schaarte man sich ent sein, wenn die Genossen ein größeres Lokal hätten erlangen blößten Hauptes um die Fahnen und sang zuerst die Arbeiter, Daß sich hieran anschließende Gartenfest war von dann die französische Marseillaise. Man trennte sich mit dem fönnen. 1000-1200 Personen beiderlei Geschlechts besucht und hier gilt Abschiedsrufe:" Hoch lebe die internationale Sozialdemokratie!" Gent, 4. Mai. Die Sozialisten veranstalteten gestern, dasselbe wie von der Versammlung im Saale. Stimmung aus. 30 000 an der Bahl, außerhalb der Stadt unter freiem Himmel gezeichnet. Schwelm, 3. Mai. An dem Auszuge zur Maifeier be- eine Feier. Ruheſtörungen sind nicht vorgekommen. theiligten sich ungefähr 300 Personen. Die Genossen von Langenfeld hatten sich uns angeschlossen. Oranienburg. Am Abend des 1. Mai fand in Sandhausen nahe bei Oranienburg eine start besuchte Versammlung statt. In Oranienburg felbst war fein Saal zu bekommen. Trotzdem hatten die dortigen Genossen und Genoffinnen es sich nicht verdrießen lassen, bis nach dem dicht bei der Stadt gelegenen Ort zu wandern; der Saal war dicht gedrängt mit Men fchen gefüllt. Geofse Franz Feldmann sprach daselbst über die Bedeutung des 1. Mai und erntete für seinen hochinteressanten, längeren Bortrag stürmischen Beifall. Es wurde sodann die Resolution verlesen und einstimmig ange= nommen. In Neuhardenberg fand zur Feier des Maifestes eine öffentliche Volksversammlung statt. Nach einem Referat des Ge nossen Rohrlack über die Bedeutung des 1. Mai nahm der Rand. theol. Dickmann das Wort. Derfelbe drückte seine Freude darüber aus, daß die Frauen Neuhardenburgs nicht in die Versammlung erschienen seien und versuchte dann die sogenannte„ Reform" der„ Ordnungs"-Parteien vor den wuchtigen Hieben, die dieselben erhalten hatten, zu retten, speziell wurde der Ex- Reichskanzler in Schutz genommen, ihm die Gründung" des deutschen Reiches in die Schuhe geschoben und allerlei Angriffe gegen die fozialdemokratische Partei unternommen. Die Genossen August Drenske sowie Richard erwiderten den Kandidaten so treffend, daß die Anwesenden versprachen, für die Zukunft Jeder seine Frau mitzubringen; übrigens seien die Frauen nur wegen einer Ver spätung der Versammlung wieder nach Hause gegangen. Es wurden dann vom Referenten die Handlungen Bismarcks als Papiermüller, Schnapsbrenner, Schneidemüller und Welfenfonds verwalter ins rechte Licht gestellt, und eine Resolution der Be deutung des 1. Mai entsprechend gegen 3 Stimmen angenommen. * Aus Italien geben wir nachfolgende Nachrichten, die aus Rom zugehen, wieder: Die Stadt ist wieder ruhig und belebt, die Angst ist geBargteheide, den 3. Mai. Hier tagte heute eine von zirrka 200 Personen besucht Parteiversammlung. Die von der Partei- schwunden. Am Nachmittage fammelten fich 200 Arbeiter auf leitung vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig ange der Prati di Castello und marschirten langsam und lautlos auf die leoninische Stadt zu. Eine Kompagnie Bersaglieri verlegte nommen. Großenhain, den 3. Mai. Fefttheilnehmer 400 Personen. ihnen den Weg und zwang fie, auseinander zu gehen. Verhaf Steudal, den 4 Mai. Die Maifeier ist hier gut verlaufen. tungen wurden nicht vorgenommen. Die Kammerdebatte über die Vorfälle am 1. Mai Nachmittag fand eine von ca. 150 Personen besuchte Versamm lung statt. Für die hiesigen Verhältnisse ist dies ein sehr guter wird heute schließen. Die Regierung wird ein Ver erhalten. Das am meisten Besuch, da die Arbeiter der töniglichen Betriebswerkstatt nicht trauensvotum erhalten. das Versammlungslokal besuchen dürfen. Abends hatte der Ar- charakteristische Moment der Situation iſt beiter- Bildungsverein ein Fest veranstaltet. Das Lofal war taum das zusammengehen der Rechten und der äußersten inten. Die Radikalen werden aus im Stande, alle Theilnehmer aufzunehmen. Furcht vor einer etwaigen Rückkehr Crispi's die Regierung unbedingt halten. Soweit reichten bis zum Redaktionsschluß vorläufig unsere Nachrichten. In Folgendem geben wir die wenigen Telegramme Wir sind überzeugt, daß die Sozialisten diese prinzipien der Depeschenbureaus, die sich auf die Maifeier in Deutschland widrige Taktik nicht mitmachen und daß die Radikalen ein beziehen, wieder: München, 4. Mai. Als Nachfeier des 1. Mai veranstalteten schlechtes Geschäft dabei machen werden, denn die Maffen werden Die hiesigen Sozialdemokraten gestern in dem eine Stunde ent- sich nach dieser volksfeindlichen Abstimmung bestimmt von ihnen fernten Ausflugsort Holzapfelskreuth ein Waldfest, woran ein- abwenden. Uebrigens haben die Herren Rudini und Nicoschließlich der Frauen und Kinder etwa 30 000 personen theilter a bewiesen, daß sie ihre früheren Prinzipien nicht minder nahmen. Hier und in Fürstenried, dem Aufenthalt König Otto's, gut zu verrathen verstehen, als ihr Vorgänger, der Errevolutionär waren die Militärposten verstärkt. Das Fest verlief ruhig, ohne Crispi. irgend welchen Zwischenfall. Halle, 3. Mai. Die hiesigen Arbeiter veranstalteten heute ein großes Waldfest, an dem Zausende theilnahmen. Dasselbe verlief ohne Störung. In ganz Deutschland ist die Maifeier in friedlichster und würdigster Weise begangen worden. Noch liegen uns bei weitem nicht aus allen Städten Nachrichten vor, die wohl erst im Laufe des Dienstags eintreffen werden und dann von uns nachzutragen find, aber die eingetroffenen Meldungen, sowie die Mittheilungen der Depeschenbureaus und bürgerlicher Blätter bekunden übereinstimmend, daß die Feier überall programmmäßig verlaufen ist. Köln, 3. Mai. Der sozialdemokratische Mai- Umzug bewegte Freilich bemühen sich die Gegner, die Bedeutung der Demon- fich ohne Fahnen und Musik durch die Straßen Kölns zur Stadt stration herabzusehen und die Zahl der Theilnehmer zu ver- hinaus. An dem Zuge nahmen etwa 2500 Personen Theil, Kintleinern, aber wir gönnen ihren gern dieses kindliche Vergnügen, der und Frauen eingerechnet. Alles verlief ruhig. wir sind mit diesem Fiasko der deutschen Sozialdemokratie" sehr zufrieden und wünschen ihr noch viele ähnliche Niederlagen. Am glänzendsten ist die Feier naturgemäß in denjenigen Städten verlaufen, wo die Behörden weitherzig genug waren, öffentliche Umzüge zu gestatten, wie in Hamburg und in Lübed. Die Bergarbeiter- Bewegung. Die Ueberschrift dieser Rubrik kann nicht mehr ,, der rheinisch westfälische Bergarbeiterstreit" lauten, denn die Bewegung dort ist im Erlöschen begriffen. Nur noch spärliche Nachrichten laufen ein. Die Depeschen- Bureaus beziffern die Zahl der Ausständigen auf 1500 Mann. Selbst wenn, wie wir vermuthen, diese Schägung zu niedrig greift, so bleibt doch die Thatsache bestehen, daß der Streif der rheinisch- westfälischen Bergarbeiter als ge scheitert zu betrachten ist. Unter den Nachrichten aus dem Auslande sind vor allem die aus England wichtig, wo die Maifeier gleichzeitig mit den deutschen Arbeitern begangen wurde. Aus London wird vom " Bureau Herold" gemeldet: Für Hamburg wird die Zahl der Theilnehmer verschieden An verschiedenen Punkten des Landes fanden gestern De. Die Sieger nehmen ihre Rache mit derselben Brutalität, geschäzt. Eine eigene Mittheilung ist uns bisher nicht zugegangen, monstrationen der englischen Arbeiter zu Gunsten welche die Arbeiter trotz der eindringlichsten Warnungen ter boch giebt die Magd. 3tg." die Zahl der Demonstranten auf des achtstündigen Arbeitstages statt. Dieselben verliefen ruhig. Führer in den Ausstand getrieben hat. Die Zahl der Gemaß 100 000 an, während die offizielle W. Z. B." in seiner bekannten Die gestrige Demonstration im Londoner Hyde regelten ist Legion. Strafmeise werden die Arbeiter auf e verlogenen Manier nur von 30 000 spricht. Der Korrespondent Park nahm einen imposanten Verlauf. Die schöne Witterung bestimmte Zeit entlassen. Durch solche Hungerkuren suchen sich der Boff. 3tg." schäßt, daß sich 70 000 Personen an dem Fest- locte Zehntausende von ruhigen Bürgern herbei. Die Zahl der die Grubenbarone mit den Bergarbeitern zu verständigen. Die zug betheiligt haben, der drei Stunden dauerte. Die Leyten Versammelten betrug faum weniger als eine Viertelmillion. Führer aber werden für immer gemaßregelt. erreichten erst um 5 Uhr in geordnetem Zuge mit Fahnen und Auf dem Meeting redeten die parlamentarischen Führer der Jm Sarrevier ist der Streit, wie wir mittheilten, verschoben fieben Musikchören das Festlokal, den Horner Part. Der stunden- Arbeiterpartei, sowie Burns, Mann, Tillet von zwölf improvi- worden. Einem näheren Berichte über die entscheidende Vers lange Zandweg nach dem Festlokal in Horn war auf beiden firten Tribünen herab zu Gunsten der internationalen Einfüh- fammlung in Altenwald entnehmen wir: Seiten von mehr als 80 000 Menschen, die Spalier bildeten, beseßt. rung des gefeßlichen Achtstundentages. Die Versammlungen ver- Thomé brachte folgenden Antrag ein: 1. von der Berg Der Zug war von Polizei begleitet und bewegte sich in muster- liefen ohne Störung und schlossen alle mit der gleichzeitigen An- behörde zu verlangen, daß teine Kohlen in Streifgebiete geben: zum 8. Mai angelegt hafter Ordnung, nachdem Aufmarsch und Ausstellung glatt vernahme der Resolution für den Achtstundentag, was durch Trom 2. daß die Gemaßregelten bis zum laufen waren. Die Behörden hatten überflüssige Borsichts- petenschall verkündet wurde. Die Polizei hielt sich augenschein- und der Achtstunden- Zag ebenfalls bis dahin eingef br maßregeln getroffen. Alle Militärwachen waren verdreifacht, die lich zurück, verweilte aber in unmittelbarer Nähe. Der übliche wird( dasselbe gilt auch für die Privatgrube Hostenbach); 3. das Garnison feit Freitag fonfignirt, die Polizeiwachen doppelt befeht großartige Straßenumzug zahlreicher Arbeiter- bis dahin eine allgemeine Theuerungszulage, wie folche auch worden. Aus Altona traf eine Verstärkung von dreißig berittenen vereine mit Musit und Fahnen ging dem Meeting voran. in Schnappach verlangt wurde, bewilligt werde; überhaupt Gendarmen ein. Und es geschah nichts. Ueberall musterhafte Wir hoffen, in den nächsten Tagen über diese großartige Ausführung der Völklinger Beschlüsse vom 4. Mai 1890.- Von Ordnung. Das Fest- Komitee hat seine wahrlich nicht kleine Auf- Demonstration mehr berichten zu können. Schillo ging der Antrag ein, am ersten Mai 2 oder 3 Mann zur gabe, so gewaltige Menschenmassen zu dirigiren, glänzend gelöst. In Oesterreich- Ungarn geht man, wie wir befürchtet haben, Behörde zu senden, um zu fragen, ob diefelbe in der Lage sei, Ueber die Feier in Lübeck meldet uns ein Privattelegramm an vielen Orten mit Maßregelungen gegen die Arbeiter vor, mit den Bergleuten zu verhandeln, damit man wisse, woran mau folgendes: welche am 1. Mai die Arbeit ruhen ließen. Von der toloffalen fei. Ein dritter Antrag, der sich mit dem Antrag Thomé dedi Lübeck, 8. Mai. Israelsdorfer Luftholz bei Lübeck Auszug Maßregelung in den schlesisch- polnischen Grenzstädten Bieliz- wurde zurückgezogen. Nach kurzem Für und Gegen wurde de mit 24 Fachvereinen, 1 Frauenverein, vier Gesangvereinen mit Biala, Hauptsitzen der Textilindustrie, haben wir schon unter Antrag Thomé mit 102 gegen 50 Stimmen angenommen. Sollte 34 Fahnen und Emblemen und 4 Musikchören. Theilnehmer den Telegrammen unserer legten Nummer berichtet, ebenso von die Behörde bis zum gestellten Zermin( 8. Wlai) die genannte 18 000 20 000 Personen. den seitens der mit dem Unternehmerthume verbündeten Polizei Forderungen nicht bewilligt haben, dann sollen 2 große Ve Nicht so imposant, wie in diesen beiden Städten, wo wir beabsichtigten Massen Ausweisung ausländischer Arbeiter aus sammlungen unter freiem Himmel( oberes Saarrevier am 12. und lich vom Massenschritt der Arbeiterbataillone gesprochen werden Budapest. Aus dieser Stadt wird noch telegraphirt: Mehrere unteres am 13. Mai) darüber entscheiden, was weiter zu thun fe fonnte, aber darum nicht weniger wirkungsvoll war der Verlauf Fabrikanten entließen die Arbeiter, welche gestern feierten, auf der Maifeier in den anderen Orten Deutschlands, wo die Feier in- 8 Tage. Während so in den deutschen Kohlenrevieren die Streitbe folge des generellen Verbotes aller Umzüge nach außen hin weniger Auffallenderweise unterließen die Telegraphen- Bureaus über gung entweder im Berlöschen begriffen oder verschoben wor bemonstrativ ausfallen mußte. den Berlauf der Maifeier in Nordböhmen zu berichten, daraus ist, scheinen die belgischen Rohlenarbeiter sich für den St Wir geben im Folgenden zunächst eine Zusammenstellung fann man bei dem Charakter diefer Bureaus schließen, daß alles entschieden zu haben. In den Provinzen Lüttich und Sen unferer eigenen Nachrichten, wie sie uns in Briefen und Tele- in vollster Ordnung und Disziplin verlaufen ist. Db angeblich gau und besonders im Becken Charleroi ist der Ausste grammen geworden sind. am gestrigen Tage in Warnsdorf vorgekommene Arbeiter ein vollständiger. Die Führer der Arbeiter beschlossen im G Frankfurt a. M., 4. Mai.( Telegramm.) Maifeier ruhig exzesse mit der Maiseier in Verbindung gebracht werden können, vernehmen mit den Führern der Progressisten sich in die Arbei verlaufen. Theilnehmer 10-12 000. Die Vereine zogen gruppen- fann erst nach Einlauf weiterer Nachrichten entschieden werden. zentren zu begeben und ihren Einfluß geltend zu machen, um weise in den Wald." Einem näheren Bericht der Frankf. In Betescsabia( Südungarn) kam es zu Unruhen; wer ausbruch eines Streits zu verhindern, oder den Streit zu bee 3tg." entnehmen wir noch Folgendes: Das heutige Voltsfest aus daran Schuld trägt, verräth dem verständigen Leser die folgende digen. Leider erscheint es sehr zweifelhaft, ob ihre Bemühunge Anlaß der Achtstundenbewegung fand unter den Hohenwart Wolff'sche Depesche: Erjolg haben werden. bäumen statt und war von etwa 10 000 Personen besucht. Um Dieselben seien dadurch hervorgerufen worden, daß länd= Schon hat die diesjährige belgische Bergarbeiter- Bewegung 4 Uhr wurde nach einem Trompetensignal über die bekannte Ii che Arbeiter sich trob des dagegen erlassenen ihre Bluttaufe empfangen. Die Depeschenbureaus bringe Resolution, betreffend den Achtstundentag, abgestimmt, und diese Verbotes in die Listen des Arbeiterflubs ein- folgende für die Arbeiter natürlich ungünstig gefärbte Wel vorkam. ein Schulknabe befanden. bie Die einstimmig angenommen. Das Halten von Reden war verboten. tragen ließen. Die Unruhen wiederholten sich am Sonntag, bungen: Seitens verschiedener Arbeitergesangvereine wurden Gesangchöre indem zahlreiche Arbeiter, unter denen auch Frauen waren, sich Seraing, 2. Mai. Zwischen streifenden Bergarbeitern, vorgetragen. Magdeburg, den 3. Mai. Am Morgen fanden sich die Ge- Rädelsführer forderten. Das herbeigeeilte Militär mußte mit Gendarmen kam es heute zu einem Zusammenstoß. zusammenrotteten und die Freilassung der am Freitag verhafteten weiterarbeitende Genossen an der Arbeit verhindern wollten und noffen in einer Bahl von ca. 5000 Personen im Herrenkrug ein. gefälltem Bajonnett vorrücken, um die Straßen zu säubern. Gendarmen, welche mit einem Steinhaget überschüttet wurde Um 10 Uhr erfolgte der Rückmarsch zur Stadt. waren mit zahlreicher Polizeimannschaft besetzt, die nur gestatte zwei Arbeiter und ein Soldat verwundet, 20 Arbeiter verhaftet. mehrere der Streifenden verwundet wurden, Die Thore Verwundet wurde Niemand. Nach anderen Berichten wurden waren genöthigt von ihren Waffen Gebrauch zu machen, wobei 15 Personen wur ten, in fleineren Trupps durch die Stadt zu gehen. Die Folge In Frankreich werden die allem Anscheine nach provozirten den verhaftet, Militär ist von Lüttich nach Seraing abgegangen. hiervon war, daß, weil die ersten langsam gingen, die letzten wie- Ausschreitungen zu lebhaften Debatten in der Kammer führen; der auf die ersten stießen und der Zug über 2 Stunden lang er- verschiedene Interpellationen über das Vorgehen der behördlichen Lüttich, 2. Mai. Ueber den Zusammenstoß zwischen der ſchien. Die Aufregung in der Stadt war groß. Ginige Bataillone Drgane und des Militärs am 1. Mai find angemeldet. Wie wird gemeldet: Die ausstandigen Bergarbeiter versuchten ihre ar Infanterie wurden alarmirt, aber die Massen bewahrten die gewüthet wurde, geht schon aus dem Umstande hervor, daß unter beitenden Gefährten zu verhindern, in die Grube hinabzuſteigen größte Ruhe, so daß auch nicht die kleinste Ausschreitung den am 1. Mai getödteten Personen sich auch zwei Mädchen und Die Gendarmen, welche die Arbeiter beschüßen sollten, wurden mit tobendem Lärm und Steinwürfen empfangen. Mehrere der benen Stadttheilen Festlichkeiten arrangirt, die von Tausenden bleiben zu wollen, bis die Kompagnie, welche die Schüsse ab- zu feuern und machte zwei Angriffe auf die Aufrührer, wo.ci besucht waren, ohne daß auch hierbei Ausschreitungen vortamen, gegeben, zurückgezogen sei. Der Unterpräfett verweigert dies. einige der Ausständigen verwundet und 11 verhaftet wurden. auch um 10 Uhr nicht, wo die Polizei die Vergnügungen aufhob. Zwischen den Arbeitern und Soldaten finden heftige Schlägereien Die Menge suchte die Gefangenen zu befreien und da die Stettin, den 3. Mai. Das Maifest ist ausgezeichnet ver- tirten der Rechten, nach Beweisen dafür, daß Constans sich den Truppen von Lüttich zu Hilfe gerufen. Eine Kompagnie ftatt. Der Deputirte Dumay sucht, unterstützt von einem Depu Gendarmen unfähig waren, weiteren Widerstand zu leiften, wur Laufen. Am 1. Mai fand hier eine von 3500 Männern und 200 bei den Unruhen in Fourmier agents provo- Infanterie ist nach Zilleur abgegangen. Die gefangenen An Eine weitere Herold- Depesche meldet: ständigen wurden von Lanciers nach Lüttich geschafft. Ju Die Bevölkerung in Fourmier ist äußerst aufgeregt. Anläßlich Belagerungszustand verkündet worden. mehreren industriellen Ortschaften der Umgebung ist der Um 3 Uhr Nachmittags fand eine von ca. 1500 Personen besuchte der Beerdigung der Opfer des 1. Mai werden neue Zusammen- den die Telephondrähte durchschnitten. Zwischen der Gendarmerie Versammlung statt. Nach fünf Uhr strömten noch viele Arbeiter stöße befürchtet. Ueber 20 000 Arbeiter der Stadt und Umgegend welche das Abhalten einer Arbeiterversammlung zu hindern hinzu, die fich wenigstens auf einige Stunden hatten freimachen beabsichtigen, sich an der Feier zu betheiligen. Die Gemeinde suchte, und einer Arbeiterschaar tam es zu einem thatlichen Bu fönnen. Um fünf Uhr begann die Festlichkeit. Die Zahl der behörde ist äußerst verhaßt. Man beabsichtigt tros des strengen sammenstoß, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Nach Hierüber wird Beschwerde erhoben werden. Frauen besuchte Voltsversammlung statt, in welcher die Resolution gegen eine Stimme angenommen wurde. Braunschweig. Hier wurde der 1. Mai festlich begangen. cateurs bedient habe. Festtheilnehmer in den zwei Lokalen betrug etwa 6-7000. Die Berdots Demonstrationen In Horloy der Umgebung des Kohlenbergwerts Saint Nicolas ist eine Kom " " pagnie Jufanterie abgesandt, auch verschiedene andere Punkte Ronfervative und ,, freifinnige" Mucker. Die„ Freifinnige| Morgen turz vor 7 Uhr war es, einzelne Arbeiter waren beburden militärisch besezt. Beitung" macht sich unsere Ausführungen über die Wald- bereits im Geschäft thätig, als plötzlich das Feuer Dieselbe erschien Lüttich, 4. Mai. Hier blieb gestern Alles ruhig, jedoch be- Versammlungen" des„ Chriftlichen Vereins junger Männer" zu merkt und der Feuerwehr signalisirt wurde. fürchtet man für heute den Ausbruch des allgemeinen Ausstandes eigen, indem sie einen Theil derselben, mit einem einleitenden in bekannter, prompter Art auf der Brandstätte und nahm den in den Kohlengruben am linken Maas- nfer; die Behörden haben Zusatz versehen, aber sonst wörtlich und ohne den Vorwärts" Kampf gegen das entfesselte Element mit drei mittelft Dampfamfassende Vorsichtsmaßregeln getroffen. In Tilleur fanden als Quelle anzugeben, abbruckt, wobei noch der Schnitzer mit spritzen bedienten Rohren und vier Handdrucksprigen auf. Dennoch Versammlungen unter freiem Himmel statt, in denen die Redner unterläuft, daß sie den genannten Verein mit den ihm allerdings gelang es trotz hingebendster und angestrengtester Thätigkeit gum Ausstand aufforderten; die Kaffee's wurden schon um 8 Uhr geistesverwandten Chriftlich- Sozialen" verwechselt. Die„ Freis. unserer braven Feuerwehr nur, die unteren drei Stockwerke zu Abends geschlossen. In Jemappes warfen die Ausständigen Beitung" hat aber gar keine Berechtigung, in den Spott über die retten, während die oberen Stockwerke nebst Dachstuhl vollständig in mehreren Straßen die Fenster ein, einige Verhaftungen wur- Belehrungsversuche der Mucker miteinzustimmen. Die„ Bolts- ausbrannten. Nach zehn Uhr verließen die ersten Esprißen den den vorgenommen, es herrscht Besorgniß vor Steigerung der Er- Unterhaltungsabende", welche bekanntlich vorwiegend von frei Rampfplay, während die übrigen noch bis zum Abend mit der regung. In Seraing geht die Agitation im Stillen fort.finnigen" Männern ins Leben gerufen worden sind, find ebenfalls Löschung und den Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren. Auch In Quaregnon, Wasmuel und Hornu wurden bei den Arbeiter- nur darauf berechnet, Neugierige anzulocken, und wenn dem Publikum gestern Morgen wieder wurde die Thätigkeit einiger Feuerwehrleute fynditaten die Rassenbücher beschlagnahmt. zunächst noch Bekehrungsversuche in freifinnigem" Geiste erspart mit Ablöschen des schwälenden und rauchenden Schrittes in Angeblieben sind, so wird der neu gegründete„ Verein für Volksunter- spruch genommen. Es ist denselben nach halbstündiger Thätigkeit haltungen im nächsten Winter schon dafür sorgen, daß das Pro- gelungen, jede Gefahr zu beseitigen. Ueber die Entstehungsgramm nach dieser Richtung hin erweitert wird. Die konfer- ursache des Brandes ist noch keine sichere Klarheit gewonnen, vativen Mucker, welche im Grunewald öffentliche Aufläufe mit nur das Eine steht fest, daß derselbe in dem großen Brennraum Stockwertes, wo die großen Röstmaschinen Gesang und Ansprache herbeizuführen suchen, und die frei des dritten sinnigen" Voltsmänner", welche mit ihren Tingeltangeleien das standen, ausgekommen ist, nachdem bereits das Feuer wohl arbeitende" Bolt aus den sozialdemokratischen Versammlungen schon die ganze Nacht hindurch geschwält hatte und erst zur weglocken zu können glauben, dürfen sich die Bruderhand reichen. hellen Flamme entfacht worden war, als es durch das Springen Bei jenen werden die Motive mit dem schon etwas fadenscheinig der großen Scheiben und den dadurch entstandenen Luftzug gewordenen Deckmantel der Religion, bei diesen mit dem durch frische Nahrung erhielt. Leider sind auch einige, wenn auch fichtigen Schleier der Volksfreundlichkeit" umhüllt. Wir haben leichtere Unfälle zu beklagen. Bier Feuerwehrleute, sowie ein auf diese Freifinnigen" schon öfter hingewiesen, aber das hat Schlächtergeselle wurden durch herabfallende Glassplitter verlegt, während ein Feuerwehrmann überfahren und an beiden Beinen die Freifinnige Beitung" noch niemals nachgedruckt. verlegt wurde. meinen Streifs. Seraing, 3. Mai. Die Arbeiter der Eisen- und Stahlwerke von Seraing haben beschlossen, unverzüglich den allgemeinen Streit eintreten zu lassen. Unter den Bergwerksarbeitern giebt fich eine große Erregung gegen den Generalrath der Arbeiterpartei fund, wegen des fortwährenden Hinausschiebens des allgeLüttich. 3. Mat. Nach den letzten Nachrichten über die Unruhen in Tilleur versuchten die ausständigen Bergleute daselbst die Zusammenstellung des Zuges, der die Arbeiter an die Arbeitsstätte führen sollte, zu hindern, indem sie Feuer an denselben Yegten. Sie brachen die Telephonstangen ab und spannten die Drähte über den Weg. Die Gensdarmerie schoß, die Bergleute antworteten mit Steinwürfen, durch welche drei Gendarmen verwundet wurden. Nachdem aus Lüttich Verstärkung durch be Eine widerwärtige Art von Reklame wird gegenwärtig rittene Gendarmen angekommen war, machte die Gendarmerie Bon einem anderen großen Brande wird berichtet: In dem mehrere Angriffe mit blanker Waffe, wobei 12 Arbeiter durch von zahlreichen Geschäftsinhabern angewendet. Die Leute mögen Säbelhiebe verwundet wurden, und gab einige Salven in die wohl, was bei den heutigen Zeiten erklärlich ist, einige Noth Hause Neue Jakobftraße 6 befinden sich drei einstöckige Speicher, Luft ab. Die Unruhen dauerten mehrere Stunden. Gegenwärtig haben, ihre Waare an den Mann zu bringen, aber die Mittel, welche von der Holzwollen- Fabrikt von Löwenstein u. Komp. und ist der Schauplatz des Tumults von Militär besetzt. Die auf die sie zur Anpreisung verwenden, sind wirklich so abgeschmackter der Getreide- und Fouragehandlung von Pincus als Lagerräume geregte Bevölkerung fürchtet erneute Angriffe von Seiten der Art, daß man in der That glauben möchte, sie bewirken das benutzt werden. In einem dieser Speicher war uni die MittagsBergleute. Die Spitzen der Behörden find an Ort und Stelle. Gegentheil von dem, was von den Verkäufern beabsichtigt ist. zeit, als die Arbeiter die Räume verlassen hatten, der Brand herIn Jemappe wurde um 9 Uhr Abends in einer Straße das Wer die bekannten Verse mit oftmals recht zweideutigem Inhalt ausgekommen, der an den Stroh-, Heu- und Holzwollvorräthen an den Säulen lieft, womit die stets vorräthigen, mehr als reiche Nahrung fand und bald auf die beiden anderen Speicher ganze Pflaster aufgerissen. Charleroi, 4. Mai. In allen Zechen des hiesigen Baffins 10 000 fertigen Sommer- oder( je nach der Jahreszeit) übersprang. Die Rauchentwickelung war eine ganz enorme, die ist der Ausstand ein allgemeiner, man zählt mehr als 30 000 Winter- Anzüge angepriesen werden, der wird ganz gewiß Be- benachbarten Straßenzüge waren weithin mit dem Qualm erStreifende. Eine Zusammenrottung hat bisher nicht statt- denken tragen, seine Frau in ein solches Geschäft zum füllt. Die Feuerwehr griff das Feuer mit drei Dampfspritzen an gefunden. Die Rube ist nicht gestört worden. In allen Einkaufen zu schicken, denn wenn schon ein solcher Ton in den und lokalisirte es nach harter Arbeit. Die Speicher sammt In metallurgischen Fabriken ist die Arbeit wieder aufgenommen öffentlichen Anpreisungen und in gebundener Redeform herrscht, halt find völlig niedergebrannt. so kann man daraus einen Schluß ziehen, wie der Verkehr in Naffe Sportalente. Ein Berichterstatter meldet: Nicht Brüffel, 4. Mai. Die Lage in Seraing ist ernst. Gestern ungebundener Rede sich gestalten mag. Für gewisse leichtfertige weniger wie brei Segelboote fenterten bei der großen Pokalwurden überall die Telephondrähte durchschnitten, so daß eine Streise der Bevölkerung mag ja diese Form des Verkehrs in ge- regatta, mit der vorgestern der Verein Berliner Segler auf dem totale Verkehrsstörung eintrat. Die Fensterscheiben von Lokalen wissem Sinne reizvoll sein, aber jeder gesittete Arbeiter wird sich langen- und Seddinsee die Segelsaison einleitete. Der Sturm und Häusern wurden eingeworfen. Es herrscht eine dumpfe diefelbe ganz gewiß ernft und nachdrücklich verbitten. Den Gipfel war theilweise so heftig, daß das Flaggenboot bei Robinswall Gährung. Die Kasseehäuser und öffentlichen Lokale find ge- der unverschämtheit aber, die uns bisher auf diesem Gebiete der An- losgerissen und auf die Gosener Wiesen getrieben wurde, selbst vor Wind fahrende große Zillen ihr Segel strichen. Unweit der schlossen. Ansammlungen von mehr als fünf Personen find unter- preifungskunst begegnet ist, bildet die Reklame eines Garderobe- losgerissen und auf die Gosener Wiesen getrieben wurde, selbst fagt. Der Ort ist militärisch besetzt. Auch in Tilleur tamen händlers in der Oranienstraße, der seine Herrenmoden" um hinter kleinen Krampe schlug der" Gondor" des Herrn Baronsti Unruhen vor. Besonders bedenklich sind die Vorkommnisse in den Anforderungen der Zeit nicht zurückzubleiben, neben sonstigen bei einer schweren Regenböe" voll und versant in die Tiefe. Die Formen der Anpreisung auch in einem längeren„ Gedichte" em- Bald darauf wurde fast auf demselben Fleck auch die Hornu. Hier fam es zu furchtbaren Zusammenstößen. Frauen zerrten die Gendarmen von den Pferden herunter. Diese Pfiehlt. Das Gedicht führt den Titel:„ Eine verkrachte Land- Preziosa" des Herrn Förster von dem gleichen Schicksal ereilt. wehrten sich durch Säbelhiebe. Die erbitterte Bevölkerung ant- partie" und schildert, wie die Arbeiter einer Klempnerwerkstatt Bum Glück war der Startdampfer in nächster Nähe, er sowohl wie auch der kleine" Rongo" des Herrn Radestock wortete mit einem Steinregen. Die Polizei schoß mit den Re- einen Ausflug unternehmen. In der ungezogensten Weise, die Bum Glück war der Startdampfer in nächster Nähe, er volvern in die Menge. Die Schlacht dauerte lange. Die Gen- man einem Gaffenjungen nicht verzeihen würde, werden die theil- eilten den Schiffbrüchigen zu Hilfe und darmen wichen schließlich erschöpft zurück. Ein Polizeikommissar nehmenden Personen verulft: wurde zu Boden gerissen und mißhandelt. Aus Mons traf Verstärkung ein, welche die Menge auseinander trieb. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Militär ist requirirt. worden. Mons, 4. Mai. Der Ausstand unter den Bergarbeitern im Borinage ist ein allgemeiner, mit Ausnahme der Zechen " Levont"," Flenu" und" Grachet Picquery". Es herrscht eine gewisse Erregung unter den Streifenden, welche an dem Beschluß, Sen Streit weiter zu führen, festhalten. In Dour, Eloupes und Aois Boussu wird weiter gearbeitet. Lüttich, 4. Mai. Die Bergarbeiter beschlossen in einer nicht öffentlichen Versammlung der Regierung um Einberufung des pberen Gewerberathes anzugehen. Man erklärte sich dafür, weitere Ausstände zu beginnen, um das allgemeine Stimmrecht zu erlangen, robe verdirbt: Rinder, macht man teen Gedränge", Sprach der dicke Klempner Binn, " Js der Kremfer ooch man enge, Schadet nischt, ick mach mir dinn." Und so flettert er janz facht Auf die Rädergondel schlau, Die Gesellen alle achte Nach mit mächtigen Radau. ,, August, halte mal die Stullen", " Drängle mir nicht so!" schreit Frig. Gustav, nimm die Kümmel pullen, Stect' se untern Polstersiz." Um zu scherbeln auf Akkord, Wie sie so zum Zangsaal schreiten. Nief manch Fräulein schon von weitem: „ Seht die Pennebrüder dort." " der vereinten Hilfe gelang es, alle Mann dem nassen Elenzent zu entreißen. Der dritte Unfall ereignete sich hinterm Seddinwall. Hier wurde der Swantewit" des Herrn Kunstmann, der selbst am Steuer saß, von einer Böe erfaßt und in den Grund gebohrt. Die ,, Ella" des Herrn Gommel rettete, unterstützt von der Brise" des Herrn Hözel, mit vieler Mühe die Mannschaft auch dieses Bootes, so daß alle drei Unfälle wenigstens ohne Verlust an Menschenleben abgelaufen sind. Dies hierdurch schon start gelichtete Feld verödete allmälig immer mehr. Acht Boote mußten das Rennen aufgeben, weil sie entweder auf den Rasen geriethen oder doch dem Winde nicht mehr gewachsen waren. Es blieben schließlich von 22 nur noch 4 Boote übrig, die ordnungsgemäß die Ziels linie pafsirten. Das plöhliche Verschwinden des Möbelhändlers und Deforateurs Ramoth, welcher in der Weißenburgerstraße 65 Garde- Aufsehen. R., der seinem Geschäft von Jahr zu Jahr immer Lüttich, 4. Mat. Seit heute früh ruht in Tilleur und Saint Nicolas die Arbeit vollständig. In Tilleur verlief die Nacht ruhig. Heute Abend findet in Saint Nicolas eine Bergarbeiter- Versammlung Weiter wird dann in lahmen Versfüßen geschildert, wie die feine große Werkstatt hielt, erregt in weiteren Kreisen großes tatt. Auch hier verlief die Nacht verhältnismäßig ruhig. Die Gesellschaft unterwegs eingeregnet und der Regen ihre Garde weitere Ausbreitung zu geben verstanden hatte, verließ vor etwa Ausständigen hatten sich in den Hecken versteckt. Die Polizei gab Schüsse ab. Morgen wird der Ausstand allgemein fein auf Schacht„ Concorde". Auf Bon Cuveur" arbeitet nur noch ein Arbeiter, in Flemalle noch 25. Auch auf dem rechten Maaßufer hat sich der Ausstand ausgedehnt. Im Lütticher Revier ruht die Arbeit vollständig. In Gerstal sind von 6 Gruben nur die Belegschaften dreier angefahren; im Ganzen sind hier 640 ausständig; morgen werden alle die Arbeit niedergelegt haben. In Angleur und Seraing sind die Arbeiter der Kohlengruben, der Eisen- und Stahlwerfe ausständig. Ein Bataillon Infanterie, 2 Schwadronen Lanziers sind nach Seraing abgegangen. 400 Sie werden dann zum Lokal hinausgewiesen. Da nun uns're Klempnerfritzen Nicht zum Gehen sich beeilt, Wurden ihnen noch die Mützen Obendrein wie Blech verteilt. Natürlich geht nun die ganze Gesellschaft nach dem Geschäft Und nach all' dem dicken Aerger Haben sie sich eins gelacht: " Seht, uns hat für wenig Märker Auch unter den franzöfifchen Bergarbeitern gährt es. bes Reklamemachers Es liegen folgende Meldungen vor: In La Louvière( Dep. Aude) faßte die Vereinigung der Bergarbeiter des Zentralbedens in einer besonderen Versammlung mit Einstimmigkeit den Beschluß, in den Ausstand einzutreten, falls die Arbeitseinstellung sich auf ein oder mehrere Kohlenbecken Belgiens ausdehnen würde. Dreitaufend Bergarbeiter in Carmaux( Departement Tarn) haben wegen Entlassung von 40 Kameraden, welche am 1. Mai feierten, den Ausstand begonnen, und befchloffen, die Arbeit nur dann wieder aufzunehmen, wenn ihre Kameraden wieder in Arbeit genommen würden. Tohales. so fein gemacht." Die Unverschämtheit von Reklame wird den Abends und Morgens die betreffende Straßengegend paffirenden Arbeitern in die Hand gesteckt. acht Tagen unter Mitnahme der nothwendigften Sachen seine Familie, um angeblich geschäftlich zu verreisen. Da R. nicht, wie er es vorhergefagt, am dritten Tage zurückgekehrt war, richtete die Ehefrau an ihn einen Brief an die ihr bei der Abreise von ihrem Manne gegebene Adresse, doch tam dieser Brief mit dem Bemerken zurück, daß Ramoth bisher überhaupt nicht dort gewesen ist. Inzwischen hat sich aber eine Erklärung für die plötzliche Abreise und das Verschwinden des R. gefunden, denn am Sonnabend wurden bereits von Gläubigern die sämmtlichen Sachen desselben gepfändet und von dem Gerichtsvollzieher nach der Pfandkammer geschafft. Die Angehörigen nehmen daher an, daß S. nach Amerika geflüchtet ist. Ein genialer Erfinder" von... Diebeswerkzeugen befindet sich unter der gefährlichen Einbrecherbande, welche, wie gemeldet, am Donnerstag v. W. durch den Kriminal- Kommissar Krause dingfest gemacht worden ist. Dieser geniale Biedermann ist der alte Zuchthäusler Barh, der ein ganz eigenartiges Brechwerkzeug fonftruirt hat, mit dem er in einigen ausbaldowerten" Provinzialstädten die Truhen hat auffprengen wollen, in denen Behörden dort ihre Gelder verwahren. Bei einer Probe mit diefem Instrument sind auch in der That Krammen und Schlösser mit einem einzigen Ruck gesprengt worden. Man weiß wirklich nicht, worüber man mehr staunen soll; Ein schreckliches Unglück ereignete sich am vorgestrigen über die Geschmacklofigkeit, in dieser Form Reklame zu machen, was ja leider nicht mehr neu ist, oder über die Unverschämtheit, Morgen auf dem Bahnhof Wedding". Der Schaffner Klemm, Leuten, deren Kundschaft man in aufdringlicher Weise fucht, eine der nach einer absolvirten militärischen Uebung vorgestern wieder solche Berhöhnung zu bieten. Daß der betreffende Geschäfts- aum ersten Male feinen Dienst versah, wurde auf dem genannten inhaber etwa zu beschränkt wäre, um dies nicht einzusehen, würde Bahnhofe der Verbindungsbahn beim Ueberschreiten eines Geleises keinen geistigen Rückschluß auf sein geschäftliches Talent zulassen. von einem herankommenden zuge erfaßt, niedergerissen und überfahren. Beide Beine wurden bem Unglücklichen germalmt, den Am Festtag der Arbeiter öffneten sich dem letzten Ber liner Opfer des Sozialistengefeges die Kerkerthore. Nach nahezu Ein bedeutendes Schadenfeuer verursachte am Sonntag man in einem Krankenwagen nach der Charitée überführte. dreijähriger Cinferterung gelangte Sonntag Nachmittag der Ge- früh in der Bellealliancestraße große Aufregung und Ansamm Eine Kaninchenausstellung ist für Berlin vom„ Deutschen noffe Karklinnis in die Freiheit. Nur eine kleine Schaar der lung zahlreicher Menschenmassen. Der Brand, welcher die aus- Verein für Kaninchenzucht und Kaninchenverwerthung" für Genossen hatte sich in der Zeit zwischen 6 und 7 Uhr Abends gedehnten Fabrikräumlichkeiten der Chokoladen- und Konfitüren nächstes Jahr geplant. Die Ausstellung foll im März oder auf dem Moltenmarkt eingefunden und harrte dort der Frei- fabrit von Hoffmann und Tiede, Bellealliancestraße 81, betraf, April stattfinden, und man erwartet eine sehr reiche Beschickung. Laffung des„ Gefangenen". Man hatte, um nicht gewissen Leuten hatte sich über die ganzen oberen Stockwerke, sowie den Dach-Der gestrige Kaninchenmarkt in der Neuen Friedrichstraße eine willkommene Beschäftigung zu geben, die Zeit und den Ort stuhl ausgedehnt und, da er sowohl durch die großen, aufgestapelten nr. 44 war nur schwach besucht. Man hat jetzt den Markt weiteren Kreisen nicht bekannt gemacht, so daß nur Delegirte der Vorräthe an Kakao u. s. w. als auch das im dritten Stock be- auf die Frühstunden von 8 bis 10 Uhr verlegt, was nicht einzelnen Kreise sich eingefunden hatten. Bunft 7 Uhr öffneten findliche Etikettenlager und das Material der eigenen Buch- genügend bekannt zu sein schien. Es fehlen namentlich ganz gute fich die Thore und Kartlinnis fonnte erleichtert nach der lang- binderei der Fabrik überreichlich Nahrung fand, bereits eine verBibben. jährigen Bedrückung aufathmen. Nachdem er von feinen alten heerende und gefahrdrohende Verbreitung gewonnen, als die Freunden und Genossen stürmisch und herzlich begrüßt war, ging Feuerwehr auf dem Blaze erschien und die Löschung energisch in Verlorenes Portemonnaie. Am Sonntag, den 3. d. M., Der Kleine Zug unbekümmert um die zahlreichen nicht uniformirten Angriff nahm. Diese Arbeit wurde einigermaßen durch die Lage hat der Tischler Johann Schade, Langestr. 14 III bei Gersten" Beamten", von zwei Schuhleuten zu Pferde" beschützt" und etlichen der Baulichkeiten erleichtert. Dieselben bestehen nämlich aus berger, in der Neuen Welt sein Portemonnaie mit Inhalt ver" Geheimen" begleitet, zunächst nach dem Rathhausteller, wo einen großen, vierstödigen Vorderwohnhause mit anstoßen- loren. In demselben befanden sich ungefähr 14 M. Der ehrliche Genosse Rarklinnis eine kleine Stärkung zu sich nahm. Von da den Seitengebäuden und dem fünfftödigen Fabrikgebäude, an Finder wird gebeten, das Portemonnaie an obige Adresse abzu aus bestiegen die Genossen dann neun inzwischen herbeigeholte das sich gleichfalls zwei Seitenflügel anschließen. Im Keller geben. Droschten und fuhren in einem Zuge nach dem Viktoriapark in und Parterre befinden sich die ausgedehnten Maschinenräume zur Polizeibericht. Am 1. Mai Abends wurde ein seit langer feierte. Ueberall enthusiastisch begrüßt, soweit es eben sofort sich die Kocherei 2c. für die feinen Konfitüren, während der erste Beit schwer tranfer Mann in seiner Wohnung, in der Krautsin dem dichtgedrängten Garten, in ben man nur langsam vor Stock die Komptoirs 2c. beherbergt und im zweiten und britten ftraße, todt aufgefunden. Nach ärztlichem Gutachten hat er sich gehen fonnte, mittheilte, wurde Genoffe Kartlinnis auf das Stock die Gießerei, die Formerei und Brennerei nebst der Buch- wahrscheinlich mittelst Karbolsäure vergiftet. Auf dem Playe Orchester geführt und wurde er dann von dem Genossen Wengels binderei Aufnahme gefunden haben. Die oberen Stockwerke sind vor dem Schlesischen Bahnhofe gerieth am 2. d. M. Vermittags der Menge vorgestellt, welche daraufhin in stürmische kaum enden übrigens erst im vorigen Jahre einem Um- und Erweiterungs- ein Dienstmädchen unter die Räder eines Bostwagens und erlitt wollende Beifalls- und Hochrufe ausbrach. Genoffe Karklinnis bau unterzogen worden, wobei auf alle Rautelen gegen Feuer- außer einer Verlegung an den Beinen anscheinend auch bedeutende brachte als Antwort und als Zeichen feiner alten Gesinnung und gefährlichkeit Rücksicht genommen ist. Hinter den Fabritbaulich innere Werlegungen. Vor dem Hause Stralauerplas Nr. 12 feines ungebrochenen Muthes, ein donnerndes Hoch auf die feiten befindet sich ein Garten, dem an beiden Seiten sich die stürzte zu derfelben Zeit ein Arbeiter infolge eines KrampfSozialdemokratie aus, in welches die vieltausendköpfigen Waffen Gärten der Nebengrundstücke anschließen. Nach Lage der Dinge anfalles zur Erde und verletzte sich so schwer am Kopfe, bas begeistert einstimmten. Die Arbeiter- Sängerchöre fangen in war es also der Feuerwehr möglich, von vorn und von hinten, er nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem Krankenmeisterhafter Weise das Lied„ Ein Sohn des Boltes" und stimmten sowie von den Dächern der angrenzenden Häuser aus dem hause am Friedrichshain gebracht werden mußte. nach Beendung desselben die Arbeiter- Marseillaise an, welche von wüthenden Element, das durch den am gestrigen Tage herrschen dem Hause Brunnenstraße Nr. 26 fiel Nachmittags ein dem Verdeck eines in der Fahrt befind den Wind noch mehr entflammt wurde, zu Leibe zu gehen. Gegen Bäcker von fämmtlichen Anwesenden mitgesungen wurde, Vor bet Karow. " V Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch, Abends Uhr, uebungsstunde( Aufn. von Mitgl.). Gefangverein Fretes Sted", Willibald- Alerisstraße 31 Krautstraße 52 im Restaurant. Gesangverein 8ufriedenhett", Gesangverein Erescendo", Wrangelstraße Nr. 141 bet W. Schmidt. Gesangverein" Freya",( Gem. Thor) bei Bemter, Münzstraße 11.- Männer- Gesangverein hilaritas", bei Musold.- Arbeiter- Gesangverein, Borwärts", Schönhauser Allee 28 bet Hochftr. 32 a bet Wilfe. Flöterscher Gesangverein", 28ndsbergerstr. 31 Nürnberg. Gesangvereintedesfreiheit", Blumenstr. 38 bet Hente. Gesangverein der Steinmegen", Johannisstr. 21 bei Müller.- Gefang verein Arbeiter- Gefang Deutsche Eiche", Blumenstr. 46 bet Went. Gesangverein lichen Pferdebahnwagens herab herab und erlitt anscheinend| Hauptvorstand, weil nicht statutengemäß verfahren, für ungiltig Gefelliger Berein Brüberfchaft", Abends% Uhr, Wilsnaderfir. 63, eine bedeutende Verlegung am Hinterkopf. In der Hafenhaide, erklärt. Der Schriftführer.) zum zweiten Punkt unterbreitete Berein ehmaltger 37er, Abends 9 Uhr, im Königstadt- Kafino, Holzmartt ftraße 72. Rauchklub Rosenblätter", Abends 8 Uhr, bei Leonahe dem Garnison- Kirchhofe, wurde Abends ein unbekannter, der Vorsitzende, daß von drei Seiten Protest gegen die Agitations- poldt, Yort- und Mannsteinstraßen- Ede. Gäfte willkommen. Rauchtlub etwa 20 Jahre alter Mann erhängt vorgefunden. Bu der weise des Vorsitzenden eingelaufen sind. Es entstand hierauf eine humoristische Pfeifenbrüder", Abends 8% Uhr, bei Guder, KlosterRauchtlub felben Zeit wurde am Ufer des Humboldthafens, nahe der Sand- längere Debatte, in welcher der Hauptvorstand, sowie die Orts- ftraße 63. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Borsig", Borsigstr. 27 bet Jentsch. Gefelliger Verein Itm bim", trugbrücke, die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. verwaltung in heftiger Weise angegriffen wurden. Es gelangten Abends 9 Uhr bei George, Großgörschenstraße 16. Herren als Gäste Reichstrone" Abends 9 Uhr, Abends ourde die an Epilepsie leidende Gürtlerfrau Fick in folgende Resolutionen zur einstimmigen Annahme: I. Die heutige wiltommen. Bergnügungsverein ihrer Wohnung, Waldemarstr. 36, mit schweren Brandwunden Versammlung der Vergolder protestirt mit aller Energie gegen auf" Abends 8 Uhr im Restaurant Blant, Schönleinstraße 1. Gäste willim Vittoria- Ballsalon, Perlebergerstraße 13. Vergnügungsverein„ GI üc am Kopf, an der Brust und den Armen aufgefunden und nach die Handlungsweise des ganzen Verbandsvorstandes, da er weiß, tommen. Geselliger Vergnügungsverein ,, Amicitia", Abends 9 Uhr, Vergnügungsverein Reichs: dem Krankenhause Bethanien gebracht. Vermuthlich hat die- daß die heutige Versammlung stattfindet und hier nicht erschienen im Sotal von Marowski, Barnimſtr. 47. felbe in einem Krampfanfalle die auf dem Tische stehende, bren- ist. Die Versammlung betrachtet es als unforreft vom Vor- trone", Sigung Abends 9 Uhr, Perlebergerstr. 13, im Bittoria- Salon. Gäste willkommen. nende Petroleumlampe umgestoßen und dadurch eine Erplosion stand, daß er sein Vorhaben nicht einmal in einer Versammlung Bund der geselligen Arbeiter- Vereine Berlins und Umgegend derselben herbeigeführt. Durch das ausfließende Petroleum war vertreten will. II. Die heutige Versammlung 2c. erklärt sich Dienstag. Geselliger Verein Schönhauser Linde" Abends 8 Uhr, im außerdem der Fußboden und ein Kleiderspind in Brand gerathen. entschieden mit dem Beschluß des Hauptvorstandes, betreffs der Restaurant Behold, Schönhauser Allee 46. In der Macht zum 3. d. M. fand vor dem Hause Reichenberger- Agitationsweise einverstanden, zieht aber in Betracht, daß die straße 55 eine Schlägerei statt, wobei der Kutscher Krause durch einen Hauptkasse unseres Verbandes durch die Streits, welche wir durch Messerstich so bedeutend im Gesicht verletzt wurde, daß seine Ueber- zufechten hatten und noch haben, schwer angegriffen worden ist führung nach dem Krankenhause Bethanien erforderlich wurde.-Am und infolge dessen erklärt die Versammlung es für nothwendig, 3. 6. M. Vormittags fiel auf dem Schlesischen Bahnhofe der Rangirer von einer vorläufige Agitationsreise Abstand zu nehmen, da die Dittmann beim Anbringen der Signalleine infolge eines Fehl- Kosten zu groß sind. III. Die Mitgliederversammlung 2c. tritts von einem Eisenbahn- Wagen herab und erlitt anscheinend beschließt: 1. In Erwägung, daß die Kosten der so bedeutende innere Verlegungen, daß er nach dem Krankenhause Agitationsreise des Verbands Vorsitzenden zu hohe sind Bethanien gebracht werden mußte. Zu derselben Zeit gerieth und in feinem Verhältniß zu dem Erfolg stehen, da dieser verein" E dh o", Bantom bet Borchardt, Schulzeftr. 27. ein Hilfs- Bahnwärter auf der Ringbahn, nahe dem Bahnhof ein zu unbestimmter ist; 2. in Erwägung, daß in diesem Jahre er che", Abends 9 Uhr, bet Zimmermann, Brunnenstr. 119.- Gesang Wedding, als er auf einen in der Fahrt befindlichen Backwagen die Generalversammlung stattfinden muß und dem Verbande beverein Johannt" am Oftbahnhof Nr. 7, bet Junold. Arbeiter- Gesang springen wollte, unter die Räder desselben und erlitt so schwere deutende Unkosten verursachen, erheben die Mitglieder der Filiale Hämmerle, Bülowfir. 59, part. verein Freiheit", Uebungsstunde von 9 bis 11 Uhr im Restaurant Männergesangverein" Morgenroth", Verlegungen an beiden Beinen, daß seine Ueberführung nach dem Berlin Protest gegen die Reise und ersuchen den Ausschuß, die- rangelfir. 147 bei W. Schmidt. Verein Steinfeger Sängerdor", Augusta- Hospital erforderlich wurde, wo ihm das linke Bein selbe nicht stattfinden zu lassen. Im Verschiedenen wurden die Schwebterstr. 17 bei Wolter. Gefangverein Südo ft" bet Ziemer, Cuvryabgenommen werden mußte. Männergesangverein Steinne Ite", Gerichtstr. 10 im Restau Abends fiel ein Oberschaffner vor Kollegen aufgefordert, schleunigst die Billets vom Stiftungsfeste t Männergesangverein Sufriedenheit" bei Gauger, Willibalddem Hause Oranienstr. 130 beim Besteigen eines in der Fahrt abzurechnen. Alerisstraße 5.- Gefangverein" pra" bei Stachel, Raupachstr. 6. befindlichen Pferdebahn- Wagens zur Erde und wurde am Fuße Männergesangverein der Kürschner bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44. bedeutend verlegt. In der Chokoladenfabrik von Hoffmann Am Sonntag, den 26. April, tagte in Krüger's Bierhallen, Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein Frisch auf", Abends 8%-10% Uhr bei Haller, Naunynftr. 70. Gesangverein und Tiede, Belle- Allianceftr. 81, fand Vormittags ein Brand statt, eine öffentliche Versammlung für Frauen und Männer. Genosse" pausebeutel", abends 9 Uhr bei Boppe, Lindenstr. 106. Gefangverein wodurch der dritte und vierte Stock, sowie das Dachgeschoß zum Sievers hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über natür-" offnung", Moabit, Abends% 9 Uhr bei Jlges, Wilsnaderfir. 63. Theil zerstört wurden. Bei den Löscharbeiten wurden vier Feuer- liche Erziehung. An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Männergesangverein" Sangestreue", Abends 9-11 Uhr bei Luther, Gefangverein Alpenrose",( Gem. Chor) 8-10 Uhr, Wiesemann, Kulick und Grunau. Nach Schluß der Versamm- Alexanderstr. 37, Gde Kaiserstr., 1" Tr. wehrmänner durch Glassplitter an den Händen verlegt. Gefangverein Alpenglühen" lung hielt ein vergnügtes Beisammensein die Theilnehmer lange 8 ühr, bei Schröder, Reichenbergerstr. 24. Säfte, durch Mitglieder eingeführt, Beit zusammen. willkommen. Bitherklub Alpenveilchen", Abends 8 Uhr, Raifer Straße 25b, Ecke Alexanderstraße. Gäfte willkommen. Tambourverein männergesangverein Edelweiß", Abends 8 Uhr, bet Schneider, BelforterEcho"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr bei Hüttrich, Gollnowstr. 9.ftraße 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Versammlungen. straße 16.Brüderftr. 26. " " " " Geselliger Verein Berein der Soldiner", Abends 8% Uhr bei Wutfe, Friedrichsbergerstr. 24. Einen Beitrag zur Illustration der schrankenlosen Ausnutung der Arbeitskraft liefert der neueste Vorgang im Gewerbe der Glaspußerei. Die Arbeiter in diesem Gewerbe 10 Uhr im Zurnsaale des Königstädt. Gymnaf.", Elifabethstr. 57-58. Lübeck'scher Zurnverein: I. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis hatten am 29. April eine Versammlung einberufen, um über ihre Berliner Zurngenossenschaft. 5. Männerabth. Abbs. von 8-10 Uhr; Die Buter Berlins und Umgegend hielten am 26. April wirthschaftliche Stellung, sowie über die Gründung eines Vereins Turnlotal Mariannen- Ufer 1a. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis eine öffentliche Versammlung ab. Kollege F. Schulz erstattete Be- zu berathen. Die Einzelheiten bezüglich der Löhne und des in 11 Uhr. Turnlokal: Mühlenftr. 49-50. Turnverein ,, Dften", Männerricht von der Eihung der Bauhandwerker- Konferenz vom 8. März biefem Gewerbe eingenisteten Agententhums, sowie der besonders better to the abends, Blumenfi, esa Theaterverein Blumenlese" Sigung 9 Uhr Abends im Dresdener 1891. Redner äußert sich in verschiedenen Punkten sehr abfällig angestellten Kontrolleure sind sehr bezeichnend. Beispielsweise Garten", Dresdenerstraße 45, Damen und Herren als Gäste willkommen. über sie. Er habe sich auch während der ganzen Sitzung neutral sollen in den meisten Fällen die neuen Arbeiter drei Tage umTheater u. Vergnügungsverein Bultania" Abends 9 Uhr, in Meißners gehalten, da das Ziel der Konferenz nur die Bildung einer Lokal- fonst arbeiten müssen und nach dieser Probe entlassen werden. neigt Restaurant, Gartenstraße 162. Damen und Herren, welche ge= organisation für Berlin fei. Im gleichen Sinne sprachen die Die Löhne differiren bei zirka zwölfstündiger Arbeitszeit oder beim Borsigenden M. Sieste, dem Verein beizutreten, fönnen sich daselbst melden M. Lieste, Ackerstraße 13, Hof 1 Treppe. Kollegen Buchholz, Dietrich und Neumann. Kollege Silberschmidt zwischen 10 bis 16 Mart. meint, zu erreichen sei heute nichts mehr mit einer Lokalorgani- der Diskussion, die nach dem Referat des Stadtv. Heindorf bei C. Kten. Gäste willkommen. Pollack- Klub Suftige Brüder", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant Einige Agenten hatten in Liewald, Dresdenerstr. 38.- Verein Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 fation, das hat uns die Vergangenheit gelehrt, deshalb wollen stattfand, versucht, die Geschäfte zu vertheidigen, und einer der Sigung Abends 9 Uhr, bet Steemann, Melchiorfir. 15, Sof part. Gäste will Bergnügungs- Verein Proletariat", wir uns der Zentralisation anschließen. Hierauf erstattete Vertreter der Firma Mossy versuchte es sogar, die Arbeiter zu felliger Klub offnung" bet Feige, Martusftraße 31. tommen. Geselliger Klub Proletariat" bei Lorenz, Roppenftr. 40 e.- Ge Kollege Dähne von der Kommission, welche berathen sollte, ob beleidigen, erregte aber unter letteren eine solche Aufregung, daß" Freiheit" Abends 8% Uhr, bei Genoffe Leininger, Boyenstr. 40. Gäfte, Damen Lotal oder Zentralisation, Bericht. Da die Unternehmer sich es bedauerlicher Weise fast zu Thätlichkeiten fam. Die Organi- und Herren, willkommen. Bergnügungsverein, on um", Abends 8 Uhrbei nicht allein national, sondern auch international verbinden, erfation wurde geschaffen und dafür am anderen Morgen von der Schröder, Stegligerstr. 18. Gäſte, durch Mitglieder eingeführt, women. achtet auch die Kommission es für die höchste Zeit, daß wir uns Firma Mossy 15-20 Mann, welche in der Versammlung waren, Berein treuzfidel", Sigung mit Damen bei Doberstein, Mariannenin immer größeren Verbänden organisiren. Redner wünscht, daß entlassen, ohne zu fragen, weshalb sie in diese Versammlung ge- ftraße 31. Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", Delegirte für den Maurerkongreß gewählt werden, jedoch sollen Rauchflub, Nordsie auch dafür eintreten, daß den Puzern soviel Spielraum in gangen, resp. was sie dort gemacht hätten. Es ist wohl noth- Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmſtr. 105.wendig, dieses Institut namhaft zu machen. Erfreulich ist es Ahmer, Gräfestr. 82. stern" in Friedrichsberg. Rauchklub Bultan", Abends 9 Uhr bet der Organisation gelassen wird, daß sie ihre Verhältnisse allein aber, daß die Leute sich endlich aufraffen und organisiren. Orientalischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bet Hart regeln fönnen, z. B. die Unterstützungs- und Rechtschuhfrage. mann, Manteuffelstr. 71. Gäste willkommen. Rauchklub, Frisch gewagt", Abends von 9-11 Uhr, Bofenerstr. 5 bet Rockendorf. Stattlub reft", Redner meint, diese Bedingung werde sich erfüllen laffen, Abends 8½ Uhr, Frankfurter Allee 90 bet Otto Babel. Gäste willkommen. wenn hier eine Filiale resp. Zahlstelle mit einiger Machts befugniß eingerichtet würde. In gleichem Sinne sprechen die Kollegen Dietrich, Neumann u. a. Die Kollegen Ferkel, Gräschte und Kerstan bezweifeln die richtige Vertretung auf dem Kongreß. Kollege Mazijemski wünscht schon aus dem Grunde, Delegirte gewählt, weil die meisten Kollegen zu den im Feenpalast ge wählten Delegirten kein Vertrauen haben. Hierauf wird beschloffen, Delegirte zu wählen und die Kollegen Dähne, Buchholz und Neumann gewählt. Folgende von Kollege Gräschte gestellte Resolution wird einstimmig angenommen: Die Versammlung der Buzer Berlins und Umgegend erklärt, von einer direkten Arbeitsruhe am 1. Mai Abstand zu nehmen, sie beschließt jedoch in der Weise zu demonstriren, daß sie die Kollegen, welche am 1. Mai arbeiten, verpflichtet, 1/4 des Tagesverdienstes der Gewerkschaftstommission der Arbeiter Deutschlands zu übergeben. Obiger Betrag foll in eigens hierzu angefertigten Marken durch die Vertrauensmänner erhoben werden. Nachdem noch Kollege Siefert die Versammlung ermahnt, betreffs des Generalfonds ihre Schuldigkeit zu thun, schließt der Vorsitzende die Versammlung. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen( E. H. Nr. 86 Hamburg). Die Mitglieder- BersammBezirk A: Mittwoch, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, bei Roll, Adalbertstraße 21. lungen jämmtlicher Verwaltungsstellen finden an folgenden Tagen ftatt: 28: " G: N D: " " " " 2 bet Doberstein, Mariannen ftraße 31-32. bei Unger, Großbeernstr. 63, Ecke Bortstraße. bet Gnadt, Brunnenstr. 38. Rigdorf: Donnerstag, den 7. Mat, Borin. 10 Uhr, bet papte, Stethenftr. 71. Die Tagesordnung für fämmtliche Versammlungen lautet: 1. Geschäft liches. 2. Bierteljährlicher Kaffenbericht. 8. Berschiedenes. Die Bahlstellen, in denen des Sonnabends, Abends von 8-10 Uhr, Beiträge entgegengenommen und neue Mitglieder bis zum 45. Lebensjahre aufgenommen werden, befinden fich: Für Bezirk A: 1. Naunynſtr. 78 bet Winzer. 2. Langeftr. 34 bei Giersch. 1. Reichenbergerftr. 16 bei Päbold. 1. Zoffenerstr. 35 bei Talte. B: " 94 2. Staligerstr. 65 bei Böger. " 6: 3 D: " 2. Stallschreiberstr. 41-42 bet Schwanz. 1. Elfaffer- und Kleine Hamburgerstraßen- Ecke bet Wittschow. 2. Gollnow- und Weinstraßen- Ecke im Lotal. Rigdorf beim Kassirer R. Enders, Siethenstraße 26, 1 Treppe. Achtung, Maler. Große öffentliche Versammlung für Lichterfelbe und Umgegend am Mittwoch, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, im Restaurant Weichert in Giefendorf. Tagesordnung: 1. Bortrag: Zweck der gewerkschaftlichen Organi fationen. 2. Distuffton und Gründung einer Filtale der Bereinigung der Maler. 3. Berſchiedenes. sy uhr, Brunnenfir. 9. Homeopathischer Verein Hahnemann. Mittwoch, den 6. Mat, Abends Reglement. Develchen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) war, die Beerdigung der bei dem Zusammenstoß am 1. b. Mts. ge Paris, 4. April. Nach Meldungen aus Fourmies hat heut tödteten 9 Personen unter großer Betheiligung stattgefunden. In dem Leichenzuge, der an zwei Kilometer lang befanden sich verschiedene Arbeitervereine, welche rothe oder schwarze mit Krepp umwundene Fahnen trugen. Auf dem Fried hose nahmen mehrere Sozialisten zu heftigen Reden das Wort. Die Ruhe ist sonst in keiner Weise gestört worden. Barcelona, den 3. Mai. Gestern Abend fanden fünf Explosionen durch Petarden statt, welche erheblichen Schaden an richteten, und große Aufregung verursachten. Verlust an Menschens leben ist nicht zu beklagen. Briefkaffen der Expedition. Für den Maifonds ging ferner ein: Der Fachverein der Tischler hielt am 29. April feine ordentliche Generalversammlung ab. In derselben erstattete der Vorstand den Mitgliedern Bericht über die Verwaltung des Vereins im 1. Quartal 1891. Nach dem Kassenbericht war eine Gauverein Berliner Bildhauer, Bersammlung bei Gaillard, PrinzenEinnahme von 3660,75 M. zu verzeichnen; hierzu der Bestand straße 87, am Dienstag, den 5. Mat, Abends 8 Uhr, Stellenvermittelungsvom vorhergehenden Quartal im Betrage von 10 285,24 M., 4 Zapezirer 5,-. Tischlerei von Raiser, Liebenwalderstraße, Sterbekasse der Maschinenbau- Arbeiter. Außerordentliche Generalmacht die Gesammtsumme von 13 945,99 M. Die Gesammt Bersammlung der Mitglieder am Sonntag, den 10. Mat, Bormittags 10 Uhr, 3,50. 3immerleute Berliner Hippodrom 41,10. Ueberschuß bei ausgabe betrug 5068,91 M., mithin Bestand am 1. April Antrag des Borstandes auf Renderung des Statuts. Die Mitglieder werden Ertrag einer Auktion einer Lassallebüste auf der Maifeier des im Wintergarten des Zentral- Hotels, Eingang Dorotheenstraße. Tagesordnung: Auktion eines Liederbuches bei Neumann, Mariannenplay, 2,50. 8877,08 M. Der Unterstützungsfonds, dessen Einnahmen die ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Ueberschüsse aus den Vergnügungen bilden, wurde vollständig Verband deutscher Zimmerleute für Schöneberg und Umgegend. V. Wahlkreises 43,80. Am 1. Mai ges. in der Ludwig Löwe verausgabt. An Krankenunterstützung allein wurden 795 M. ge- Bersammlung am Dienstag, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, in der Schloßschen Fabrit, Gitschinerstr. 12/13, bth. 1, 8,70. Bon elf zahlt. Die Kontrolleure bestätigen die Richtigkeit der Abrechnung und Fragetasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben braueret. Tagesordnung: Wahl eines ersten Schriftführers. Berschiedenes Baroquevergoldern der Aug. Werkmeister'schen Fabrit, Brunnen und beantragen Decharge- Ertheilung. Diesem Antrage wird Butritt. straße 151/152, 10,-. Arbeitsstube v. Bud u. Lachmann, ges einstimmig entsprochen. Anschließend an den Rassenbericht erklärt sundes( G. 9.) Berwaltungsstelle Berlin. Dienstag, den 6. Wlat, abends der Waldemarstraße 8,-. Tischlerwerkstatt Lutherstr. 118 5,75. Zentral- Kranken- und Sterbekasse des Deutschen Senefelder- durch Erben, 2,75. Aus der Jakobstraße 3,35. Vergolder aus der Rendant, daß es unmöglich sei, die Krankenunterstüßung s uhr, im Restaurant Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Mitglieder und Ber-.. 5,-. Von den Steinträgern durch Wilschke 5,- Ga im Sinne des bestehenden Generalversammlungs- Beschlusses waltungs- Bersammlung. weiter beizubehalten, es müsse deshalb ein anderer Beschluß lung am Dienstag, den 5. Mat, Abends 9 Uhr, bet Feuerstein, Alte Jakob- durch Wilschke 2,-. Unterstübungsbund der Hausdiener Serlins. Mitglieder- Berfamm- behälter Schmargendorf durch Wilschke 2,-. Kindtaufe Block herbeigeführt werden und er stelle daher folgenden Antrag: straße 75. Tagesordnung: 1. Mittheilungen. 2. Vortrag des Herrn Binn, Summa 148,45. Bereits quittirt 118,50. " Jedes franke, arbeitsunfähige Mitglied kann, wenn es dem Ver- Lehrer der Arbeiter- Bildungsschule, über: Ronventionelle Lügen der KulturSumma 266,95. ein mindestens 12 Monate ununterbrochen angehört, auf Beschluß menschheit. 3. Discussion. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Geschäftliches Weitere Beiträge nimmt die Expedition des„ Vorwärts", des Vorstandes eine wöchentliche Unterstützung von 3 M. erund Fragen. Gäste gern gesehen. Beuthstr. 3, gern entgegen. halten; soweit es die Kassenverhältnisse des Unterstützungsfonds eotale von Otto Sinfe, Forsterstr 45. Gäste willkommen. Broletarier", Lese- und Diskutirklubs. Dienftag. Her wegh", Abends 8% Uhr, im erlauben; doch darf die Unterstützung nicht länger als 13 Wochen( pantow), bet Borchardt, Schulzenstraße 28. Für die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands gezahlt werden. Zu diesem Antrage werden Zusakanträge ge- s uhr, im Restaurant Scholz, Kastanien Allee 35. -Hafenelever", Abends stellt: 1. Daß nach Ablauf der 13. Wochen die Weiterbewilligung Gäste willkommen.( Hamburg) gingen ein: Agitationsverein Baffalle", bei Drügemüller, Wienerstr. 31. Gesammelt in der Werkstatt des Friz Kühnemann'schen Ver der Unterstützung von der Generalversammlung abhängig gemacht pinoza Abends 8 Uhr, bet Brandstahl, Oppelnerfstr. 29. Säfte haben bandes 16,65 M. Gesammelt am 1. Mai von den Arbeitern der für und Johannes wird; 2. daß der Zeitpunkt der Unterstüßung erst nach einer Bebbe", Abends 9 Uhr, im gofale von G. Lange, Manuffelrage 60. Hamburg- Berliner Jalousiefabrik 18,20. Gaßmann an J. Zischke Krankheitsdauer von vier Wochen eintreten soll. Diese Anträge Männer und Frauen als Gäste willkommen. 3,-.. 3,-. Sattlerwerkstatt durch Lechleitner zum Maisonds werden in vorstehender Fassung angenommen. Bei der Bericht uhr, uebungsstunde, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends 18,30. G. H. Sattler 1,-. 4./5. Fachverein der Schlächter für erstattung über die vom Verein für Mitglieder geführten Prozesse morgenroth", Charlottenburg, Bismarckstr. 89, Reſtaurant. Arbeiter- Gesangverein 2 amerikanische Auktionen( für eine Brezel Jund ein Glas Bier) Gefang bedauert der Vorsitzende nicht ausführlich berichten zu können, verein unverzagt", Moabit, Berlebergerstr. 28, Reſtaurant. Arbeiter: 11,20. Maiparthie des Gesangvereins Sangestreue, gesammelt weil dies den ganzen Abend ausfüllen würde, jedenfalls bildet Gesangverein„ Borwärts", Friedrichsfelde bei Momber. Gefangverein durch R. Post 11,60. Von den rothen Steinträgern der Prenz die Berichterstattung ein lehrreiches Kapitel. Geführt wurden fangverein Steineiche"( Böttcher), Lichtenbergerstraße 21 bet Heife. Gelauer Allee 220 5,50. Tischlerwerkstatt G. Hund u. Ko., Frucht 41 Prozesse, wovon 22 im letzten Quartal angestrengt sind, Grenadierplay 7. während die übrigen aus den vorhergehenden Quartalen Gefangverein Kreuzberg", Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. Arbeiter- Gefangverein„ DIympia", bei Schneider, Adalbertstr. 8. amerikanische Stiefelauktion d. Hirsch 3,30. Den vierten Theil Gefangverein Allegro", Staligerstraße 142 bei ftraße 36 21, Gesammelt in Friedrichshagen beim Frühſtüd, datiren. Im Arbeitsnachweis erhielten 326 Kollegen Ar- Gesangverein" Fidelitas", Ackerstraße 18 bet Kummer. ihres Tagelohns d. Th. Graf'sche Malerbude 5,35. beit, Adressen eingelaufen sind 349, im ersten Quartal des iedertafel, Wilhelmshavnerstr. 23 bet Brosch. Männergefangverein Vorjahres waren es deren über 1000; eine sehr bemerkbare armonia", Abends 9 Uhr Flottwellstraße 5 bet Bartels. Gefangverein Wirtung der Krise. Die Bibliothek wurde durch Anschaffung neuer Werke bedeutend vergrößert, sie umfaßt gegen 600 Bände im Werthe von 1800 Mart. Das neue Bücherverzeichniß ist gedruckt und gelangt zur Ausgabe an die Mitglieder, deren Pflicht es nun ist, die Bibliothek fleißig zu benutzen. Nachdem die Werkstatt Kontrollkommission, die auch in diesem Vierteljahr fleißig gearbeitet, ihren Bericht durch den Bevollmächtigten erstattet, wird zur Vorstands- Erjazwahl geschritten. Als gewählt gingen hervor: 1. Vorsitzender: Glode, 1. Schriftführer: Bruns, 1. Kassirer: Miete, als Ersatzmänner: Hinz und Kuhn, als Kontrolleur: Mew 3, zum 2. Schriftführer: Kon= rad. Der Punkt: Ausschließung einiger Mitglieder, wurde der vorgerückten Zeit wegen vertagt. Butritt. Greiser. " Norddeutsche Schleife", Restaurant Kaiser Frang Moabiter " Sildhorn", Usedomstr. 33, bei Miete, Abends 9 Uhr. Bruderhers" bei Birto, Straußbergerstr. 3. Männergesangverein Wähler des 17. KommunalWahlbezirkes. Gefangverein Waldtapelle" in Friedrichshagen, testaurant Blant, Friedrichstraße, bergerstraße 3. Abends 9 Uhr. Jhn'scher Gesangverein, umor", bei Birt, Strauß Gefangverein Cyboly" Urbanftr. 188, Ecke Blüchers straße bei Bollandt. Gefangverein Freundschaft" bei Oswald Ber liner, Brunnenſtr. 114. Gefangverein Hoffnung" Wilmersdorf im Boltsgarten, Berlinerstr. 40. Heute steht unserem Bezirke die Stichwahl für die Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Musikverein„ Edelmetß" Kommunalwahl bevor. 9 Uhr im Restaurant Müller, Mariannenstraße 46. Gäste willkommen. Gesangverein" Anacreon", Abends von 9-11 ühr, bei Keßner, Annenstraße 16. Gesangverein Ludwig'scher Männerchor, Abends 9 Uhr, Genosse, der Zigarrenfabrikant Kandidat der sozialdemokratischen Partei ist unser bewährter tagt Neue Hochstraße 49, bei Gundlach. im Restaurant Poppe, Lindenstraße 106. " und Herren, willkommen. W. Börner. Quartett- Berein, Wedding' Theater- und Vergnügungsverein Bulcania" in Meißner's Restaurant, Gartenstr. 162. Gaste, Damen Theaterklub elmerding", Abends 9 Uhr, in Hanf's Restaurant, Tempelhofer Ufer 13, Ede der Großbeerenstraße. Privat- Theaterverein Georgina", Abends 9 Uhr, bei Meißner, Gartenſtraße 162. Gäſte willkommen.- Bergnügungs- und eo, Es gilt, ihm zum Siege zu verhelfen und durch seine Wahl Vergolder. Am 27. v. Mts. tagte eine außerordentliche Abends Uhr, bet Säger, Grüner Weg 29. Gäfte will haterverein é o un e o Proteft zu erheben gegen die deutschfreifinnige Parteiherrschaft Mitgliederversammlung. Zum zweiten Verbandsvorsitzenden Neue Mitglieder werden aufgenommen. BergnügungsBerein„ Nordlicht", abends 8-11 Uhr, bei S. Sperling, Görligerstr. 87. im rothen Hause. wurde Rollege Tichelmann gewählt.( Die Wahl wurde vom Brüder", Abends 9 Uhr bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Gäste wiltommen. Bergnügungs- Verein Fidele Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Das Wahlkomitee. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 103. Sangu hu Dienstag, den 5. Mai 1891. Gerichts- Beitung. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fand am Donnerstag ber Termin im Beleidigungsprozesse der Frau Bierck, ehemaligem Borstandsmitglied des Allgemeinen Arbeiterinnenvereins gegen den Restaurateur Willy Schmidt statt. Da durch die Berhandlung bewiesen wurde, daß die gemachten Aeußerungen auf Unwahrheit beruhten, so wurde der Angeklagte zu 50 Mt. eventuell 30 10 Tagen Gefängniß sowie zur Tragung sämmtlicher Kosten ver" e " 8. Jahrg. 5 Versammlungen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands, Ortsverwal nehmer eines Roßschlächters in der Andreasstraße war und in fich Reserve- Offiziere anders zu benehmen pflegten und diese Begeheimnißvoller Weise die dort gekaufte Waare nach einem von merkung erregte den Referendar derartig, daß er dem Baumeister, ihm gemietheten Keller in der Görligerstraße schaffen ließ, wo die welcher sich mit seinen Damen entfernte, auf Schritt und Tritt heimgegangenen Falben und Schimmel eine fröhliche Auferstehung folgte, immer wieder bemerkte, daß er Reserve- Offizier sei, seine 3 echte Galami" feierten. Der Verkaufsvermittler Andreas hat Karte anbot und die Karte des Gegners verlangte zc, 2c. natürlich nichts Giligeres zu thun gehabt, als den Angeklagten Herr H. machte diesem Spiel dadurch ein Ende, daß er einen so schnell als möglich zum Tempel hinaus zu komplimentiren, Schuhmann zu seiner Unterstützung heranzog. Auch auf dem Damit war die Sache aber nicht abgethan, vielmehr zeigte die Wege zur Wache ließ der Referendar B. von schneidigen BeStaatsanwaltschaft durch Erhebung der Anklage, daß sie ein mertungen über seinen Gegner nicht ab und als dieser nochmals großes Interesse daran habe, das Publikum gegen solche unreelle die Bemerkung fallen ließ, daß er wirklich kaum glauben könne, Geschäftspraxis zu schützen. An und für sich ist die Anfertigung einen Reserve- Offizier vor sich zu haben, erhielt er plöglich einen Eine nette Gesellschaft. Ein Kampf der Fäuste und von Pferdewurst ja nicht verboten und der Genuß derselben eine Fausthieb gegen den Kopf, so daß der Rand seines Hutes durchFingernägel, welcher sich in einer linden Augustnacht des Jahres Sache des Geschmacks, über welchen sich nicht streiten läßt. Der schlagen wurde und er selbst eine blutende Stirnwunde davon der, trug. Auf der Wache sah Herr B. den Schuhmann augenschein1889 vor dem Café Bauer abspielte, fand gestern sein Nach Staatsanwalt war aber der Ansicht, daß der Angeklagte ſpiel vor dem hiesigen Schöffengericht. Vor demselben hatten sich nebenbei bemerkt, infolge seiner plöglichen Ausweisung aus der lich als einen Polizei- Offizier an, denn er frug demselben den der Steinhändler Eugen Jung, der Privat- Baumeister Karl Markthalle mit besonders großem Profit nicht abgeschlossen hat 3wist vor, indem er dabei immer die Anrede Herr Kamerad" -die Verpflichtung gehabt hätte, die fragliche Wurst nicht als gebrauchte.- Das Schöffengericht hatte eine Beleidigung der Frau Felix Blumenreich und dessen Ehefrau Marie Blumenreich wegen gemeinschaftlicher Körperverlegung zu verantworten. streng reelle Waare", sondern als Pferdewurst" anzupreisen. H. durch den Angeklagten nicht für festgestellt erachtet, Es war in der Nacht zum 8. August, gegen 12 Uhr, als der Gr beantragte deshalb 3 Monate Gefängniß und 50 m. den letzteren aber wegen der Mißhandlung des RegierungsLandwirth Ed. Weimann in Gesellschaft des Wein- Agenten und Geldbuße. Der Gerichtshof nahm auch den Thatbestand des baumeisters H. zu 50 M. Gelbbuße event. Tagen Gefängniß Hauptmanns 3. D. Rennhof, dem Fabrikanten und Landwehr- Betruges und Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz als er verurtheilt. Der Angeklagte hatte gegen dieses Erkenntniß Lieutenant Wenst und dem Rechtsanwalt Runge vor dem Café wiesen an und verurtheilte den Angeklagten zu 5 Monaten Berufung eingelegt und behauptete gestern, daß er durch die Be merkungen des Herrn H. aufs Aeußerste gereizt gewesen sei und Bauer berathschlagten, ob sie den Abend mit einem Glafe Bier Gefängniß. es mit seiner Ehre nicht habe vereinbaren können, daß seine Veroder Wein beschließen sollten. Da hielten zwei faft gleiche Ein Kapitel von der Heiligkeit der bürgerlichen Ehe. ficherung, daß er Reserve- Offizier sei, fortgefekten Zweifeln be= Wagen vor dem Café Bauer bem Café Bauer und denselben entstiegen Eine Schwindlerin von großer Gemeingefährlichkeit wurde gestern zunächst die Frauen der beiden Angeklagten, dann sie selbst und der dritten Straflammer des Landgerichts I. in der Person der gegegnete. Er will seinem Gegner übrigens nur eine„ symbolische" Büchtigung haben angedeihen laffen. Da nach dem Zeugniß des der inzwischen verstorbene Vater des Angeklagten Jung. Die verwittweten Postsekretär Marie Ziemann vorgeführt. Die betreffenden Schußmannes aber feststand, daß H. in der That Insassen der Wagen hatten die Heimkehr des alten Herrn 42 jährige, äußerst redegewandte Dame hat sich seit dem Tode eine blutende Wunde davongetragen, so erkannte der Gerichtshof Jung aus Italien im deutschen Setthause gefeiert und wollten ihres Mannes lediglich von Betrügereien ernährt, sie hat acht, auf Verwerfung der Berufung, daneben aber auf im Café Bauer mit einer Schale Haut den Beschluß machen. Als zum Theil recht schwere Strafen erlitten. Am 15. November v. J. Einstellung des Verfahrens wegen der Beleidigung der Frau H. sie an den obengenannten Personen vorbei ins Café Bauer gehen hatte sie eine neunjährige Zuchthausstrafe verbüßt. Sie wollten, tam es zu einer Reiberei, deren Veranlassung von beiden wandte sich nach Berlin und stieg in einem Hotel in der KönigSeiten ganz verschieden dargestellt wurde. Die drei Angeklagten grägerstraße ab, wo sie sich als die Schriftstellerin Elfriede und die als Beugin vernommene Frau Jung behaupten, daß einer der von Rheinsberg ins Fremdenbuch eintrug. Sofort begann Herren laut die Aeußerung gethan:" Da kommen die Judenjungens fie den alten Schwindel wieder. Sie ließ in hiesigen Blättern mit ihren Dirnen! Es ist kein Wunder, wenn die Gutsbesitzer- Pleite ein Inserat veröffentlichen, wonach eine junge Dame mit geben!" Die Angeklagten wollen aber, um kein Aufsehen zu fürstlichem Vermögen einen Kavalier als GheDer Major v. E. erregen, biefe Beleidigung unbeachtet gelassen haben und ins gatten fuchte. hatte einen Sohn, tung Berlin I bis VII. Am 27. April fand eine kombinirte MitCafe Bauer gegangen sein, und der alte Herr Jung hat sich, welcher sich für die geeignete Persönlichkeit hielt, die Dame gliederversammlung unter dem Vorsitz des Kollegen Dost statt. nach ihrer Darstellung, an den Weimann gewandt und sich solche mit dem fürstlichen Vermögen heimzuführen. Er machte der Kollege Doft legte noch einmal in kurzen Zügen die NothwendigBeleidigungen verbeten. Darauf soll der alte Herr von Weimann Angeklagten, die ihre Adresse aufgegeben, seine Aufwartung und keit dar, die Berliner Zahlstellen zu zentralisiren. Derselbe ging thätlich angegriffen worden und nun die Angeklagten ihm es wurde ihm auch sofort der Erfolg als fast zweifellos hingestellt. von dem Gedanken aus, daß bei dem jezigen großen Verwaltungsaus dem Cafe zur Hilfe geeilt sein. Der Schlußeffekt war der, Die junge Dame sollte die eigene Tochter der Angeklagten sein törper, es gehören dazu 35 Vorstandsmitglieder, ein schnelles sei. Redner daß der erste Angeklagte mit Weimann handgemein wurde, der und sich damals bei Verwandten in Paris aufhalten. Das Ver- praktisches, einheitliches Handeln unmöglich den schwachen Besuch der heutigen Hauptmann Rennhof die ihm geltenden Angriffe mit dem Regen- mögen derselben gab die Angeklagte auf 600 000 Frants an. rügte insbesondere schirm abwehrte, so daß der Hut der Frau Blumen- Zunächst erbot sich die Lettere, ben Briefwechsel zwischen den Versammlung, was bedauerlich sei in Anbetracht der Es sei traurig, konstatiren zu reich derselben vom Kopf geschlagen wurde und daß sich jungen Leuten zu vermitteln. Herr v. G. zeigt sich in seinem wichtigen Tagesordnung. die lettere auf Herrn Weimann stürzte, denselben bei ersten Schreiben als ein glühender Verehrer der jungen Dame müssen, daß das Interesse der Kollegen an ihrer Organisation den Haaren pacte und etwa 13 Krahwunden im Gesicht mit dem fürstlichen Vermögen und er schwamm in einem Meer ein so geringes fei. Die nachfolgenden Redner erklärten sich beibrachte. Diese Szene hatte natürlich einen großen Menschen von Wonne, als er umgehend ein duftendes Billet erhielt, sämmtlich mit der Zentralisation der Zahlstellen einverstanden. auflauf veranlaßt, und die aktiven und passiven Theilnehmer der welches angeblich als Ginlage in einem Briefe an die Kollege Rautenberg gab im Namen der Bahlstelle III die Erfelben traten bie Wanderung zur Polizeiwache an, bis auf Herrn Mutter angekommen war. Die junge Dame nahm den Bewerber flärung ab, daß sich dieselbe dem Vorgehen der übrigen Zahle Hauptmann Rennhof, welcher in das Café Bauer zurüdging, in an.. Nun begann für die Angeklagte eine Reihe von guten stellen anschließe; sollte aber daraus die Lokalisation, also ein dem Augenblicke aber, als er dasselbe durch den Ausgang nach Tagen. Der zufünftige Schwiegersohn ließ es an Aufmerksam Fachverein der Drechsler für Berlin entstehen, so würde sich die der Friedrichstraße verlassen wollte, von einem Wächter auf- teiten nicht fehlen, er fuhr mit ihr aus und führte sie fleißig in Bahlstelle III veranlaßt sehen, der Vereinigung der Drechsler gefordert wurde, ihm gleichfalls zur Wache zu folgen. Bei seiner die Theater und Restaurants. Nach mehrmaligem Briefwechsel Deutschlands weiter anzugehören. Der Zusammenschluß wurde Ankunft daselbst wurde er von dem zweiten Angeklagten mit erklärte die Angeklagte dem ungeduldigen Herrn v. E., daß ihre darauf einstimmig angenommen. In den provisorischen Vorstand Schimpfworten empfangen, welche demnächst in einer Privat Tochter an einen bestimmten Lage von Paris abreifen und fie, wurden folgende Kollegen gewählt: Loose, Bevollmächtigter; beleidigungsflage näher erörtert werden sollen. Mit bie Mutter, es sich nicht nehmen laffen werde, das Paar in Köln Beife, Raffirer; Boft, Schriftführer; und als Beisitzer die Kollegen der nächtlichen Szene hatte sich inzwischen auch das zusammenzuführen. Hierzu brauche sie aber die kleine Summe Strobel und Streich. militärische beschäftigen, Ehrengericht au welches Zur Ausschußwahl waren die Kollegen Böttcher, Fischer, an von 200 Mart, um welche sie den zukünftigen Schwiegersohn andem Verhalten des Hauptmanns Rennhof nichts auszusehen ging. Dieser wurde stuhig und mochte oder konnte die Summe Dost, Stein, Salzmann, Löwe, Trümper, Scholz und Menz auf gefunden hat. Zu dem gestrigen Termin war der verletzte nicht opfern; er zog Erfundigungen ein und überzeugte sich, daß gestellt. Gewählt wurden die Kollegen Böttcher, Fischer, Dost, Landwirth Weimann nicht erschienen, da er nicht zu ermitteln er einer Schwindlerin in die Hände gefallen war. Inzwischen Stein, Salzmann, Löwe und Scholz. Unter Verschiedenem machte war. Dagegen war Herr Rennhof in voller Uniform und mit war noch ein anderer Bewerber ins Garn gegangen. Er war der Vorsitzende Dost bekannt, daß Kollege Hildebrandt sein ihm thm sein Begleiter jenes Abends zur Stelle. Er behauptete, daß zwar nur" Buchhalter, aber seiner Meinung nach ein von der Generalversammlung zugewiesenes Amt als Gewerk bie angeblichen Beleidigungen weber von ihm noch von Herrn Ravalier, der sehr gut ein fürstliches Vermögen brauchen fonnte. schaftsdelegirter niedergelegt habe. Rollege Salzmann macht noch Weimann gebraucht seien. Er habe bei der Ankunft der beiden Auch er wurde von der Angeklagten sehr freundlich empfangen. bekannt, daß troß der internationalen Arbeitersolidarität sich äußerlich ganz ähnlichen Wagen nur leise zu Herrn W. geäußert: Allerdings so meinte fie tonne er die Erbin nicht heirathen, Wiener Kollegen gefunden hätten, welche aus Anlaß des PerlDie scheinen paarweise auf die Welt gekommen zu sein", mo- da er nicht von Geburt" sei, aber der Kommerzienrath Bär zu mutterarbeiter- Streits in Niederschönhausen, dorthin gekommen gegen die Frau Blumenreich( deren Ehemann übrigens selbst tegnitz besige ein Töchterlein, welches er haben solle. Die An- wären und den Kampf um eine bessere Existenz bedeutend erJude ist) beim Vorbeigehen ihnen die Worte ins Gesicht ge- geklagte versuchte sodann, auf diese Zusage hin einen Vorschuß schwert hätten. Schleudert habe:„ Die Juden werden doch alle Tage frecher!" Frau zu erlangen, ber Buchhalter wollte aber erst einen Erfolg sehen Der Verein der Arbeiterinnen an Buch- und Stein vor Schaden bewahrt geblieben. Die Blumenreich bestritt das mit dem Hinweise, daß sie zu solcher Bemer- und ist deshalb vor fuung nicht die geringste Veranlassung gehabt hätte, zumal die sämmt Schwindlerin, die inzwischen noch verschiedene Personen an- druck- Schnellpreffen hielt am 29. April seine Versammlung ab. Sie soll eine Herr Bodenburg hielt einen Vortrag über den Werth der Orgalichen Heren einen ausgeprägt chriftlich- germanischen Typus hatten. gepumpt hatte, wurde bald wieder verhaftet. Die beiden anderen Belastungszeugen fonnten nur eine gemeinsame Tochter überhaupt nicht befißen und ein Kommerzienrath Bär nisation, welcher beifällig aufgenommen wurde. Zur Diskussion Thätigkeit der Angeklagten bei der Schlägerei bekunden, Frau in Liegnis gar nicht eristiren. Die Anklage lautete somit sprachen Herr Sillier, Steindrucker, Antonie Haase und Klara Jung bestätigte in allen Punkten die Schilderung der Angetlagten auf vollendeten und versuchten Betrug, sowie Bien, Punttirerinnen. Dann verlas die Rasstrerin den RassenIm bericht, worauf die Neuwahl der Revisorinnen stattfand. Gewählt und zwei Entlastungszeugen hatten nur gesehen, daß der Haupt- auf unbefugte Führung des Adelstitels. mann R. der legten Angeklagten den Hut vom Kopf geschlagen. Verhandlungstermin überraschte die Angeklagte den Gerichtshof wurden Kollegin Frau Nichelmann, Punttirerin, und Emma Der Staatsanwalt nahm an, daß die Angeklagten aus Miß- und auch ihren Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronter, mit den 2orenz, Schriftgießerei- Hilfsarbeiterin. Zu Verschiedenem wurde verständniß geglaubt hatten beleidigt zu sein und deshalb sehr überraschendsten Behauptungen. Sie habe unter dem Namen bekannt gemacht, daß wir leider den Tod einer treuen Kollegin, erregt waren und brachte deshalb nur Geldstrafen von 20 M. Elfriede von Rheinsberg eine Anzahl sinniger und anmuthiger Marie Bangers, zu beklagen haben, worauf alle Anwesenden bezw. je 10 M. in Vorschlag, während die Vertheidiger Dr. Ra- Gedichte gemacht, welche zum Theil auch in Musik gesetzt worden durch Erheben von ihren Blägen das Andenken der Todten linowski und Dr. Coßmann auf Kompensation plädirten. Der feien. Der Buchhändler Eduard Henkel in Frankfurt a. M. fei ehrten. Ferner wurde die Resolution von Antonie Haase einGerichtshof nahm als erwiesen an, daß eine Beleidigung gegen ihr Berleger. Auch eine Tochter besige sie, welche Irma gebracht, den 8. Mai als Arbeiter- Feiertag würdig zu begehen, die Angeklagten nicht gefallen war, und er folgte im Uebrigen von Rheinsberg heiße, bei einer Gräfin Lewinsta in Paris ser- und da in unserem Verein nichts beschlossen, sich den Festen der Darstellung des Hauptmanns R. Das Urtheil lautete gegen zogen worden sei und zuletzt mit derselben dort am Boulevard anderer Gewerkschaften anzuschließen. Diese Resolution wurde Jung und Blumenreich auf je 20 M., gegen Frau St. Germain gewohnt habe. Ihre Tochter sei im Januar 1871 einstimmig angenommen. Die nächste Versammlung findet am Blumenreich auf 50 M. Geldbuße. in Paris geboren. Die Angeklagte stuzte ersichtlich, als der Vor- Mittwoch, den 13. Mai, im Restaurant Reßner, Annenstraße Von welcher Qualität die Fleischwaaren mitunter find, sigende Landgerichtsrath Braun ihr vorhielt, daß das Ereignis Nr. 16, ftatt. dann ja während der Belagerung stattgefunden haben Adlershof. Herr Benno Gräber, Töpfer in Adlershof, Hilfe der Auktionen in der Zentral- Markthalle unter müsse. Auch in Betreff des Kommerzienraths Bär war die An- theilt uns zu unserem Bericht über die Töpferversammlung in das Publikum gebracht wird, lehrt eine Anklage wegen Betruges geklagte um eine Ausrede nicht verlegen. Sie sei eine Agentin Röpenick mit, er habe nicht dafür plädirt, daß Köpenick nebst und Bergebens gegen das Nahrungsmittelgefes, welche gestern der Frau Marie Schwarz in Breslau, welche in Breslau ein Vororte sich eine selbständige Organisation schaffen sollen, wie es den Schlächter Ernst Wenzel vor das hiesige Schöffengericht Heirathsvermittelungsgeschäft betreibt und von derselben beauf in dem Bericht angegeben ist. Er habe vielmehr die Kollegen, führte. Der Angeklagte hatte in der Zentral- Markthalle von dem Werkaufsvermittler Andreas einen Stand abgemiethet, in welchem tragt worden sei, für die Tochter des genannten Herrn einen welche noch nicht Mitglieder der Vereinigung der Töpfer Berlins er Auktionen von Wurst- und Fleischwaaren abhielt. Sein Stand geeigneten Mann zu suchen. Wohne derselbe nicht in Liegniß, sind, aufgefordert, sich dieser Organisation anzuschließen. war zumeist von Kaufluftigen start umlagert und der Zuspruch, geklagten vorgehalten wurde, daß sie wahrscheinlich wieder welchen diese Auktionen seitens des Publikums fanden, ein schwindele, beharrte sie darauf, daß bei der Behörde in Paris ganz bedeutender. Die von dem Angeklagten angestellten Grfundigungen über ihre Tochter und beim Landrathe des Streifes voll alle Hände Verkäufer und Ausrufer hatten zu Liegnig über den Kommerzienrath Bär eingezogen würden und und der Lockruf: Streng reelle thun, Waare, un wenn sie ein ganzes Jahr lang in Untersuchungshaft sigen solle. verfälschte Schlackwurst, garantirt echte polnische BratDer Gerichthof glaubte ihren Anträgen stattgeben zu sollen und wurst!" schallt weithin durch die Halle. Das Treiben an dem vertagte daher die Verhandlung. Stande des Angeklagten erregte aber in hohem Grade die Aufmerksamkeit der Nachbarn und Konkurrenten desselben, denn die- Immer schneidig!" Ein unangenehmes nächtliches Abenselben erstaunten über die auffallend billigen Preise der von teuer hat gegen den Referendarius Becker cine Anklage wegen Haus- und Geschäftsdiener Berlins der Nummer vom Freitag, dem Angeklagten feilgebotenen Wurst, welche mit den theuren thätlicher Beleidigung des Regierungs- Baumeisters den 23. April,( halten die Unterzeichneten die in öffentlicher VerFleischpreisen in gar keinem Verhältnisse standen, und man Harder gezeitigt, welche f. 3. Das hiesige Schöffengericht beschäf- sammlung gemachten Aeußerungen: Ein Mitglied des Zentralwar fest überzeugt, daß die Sache nicht mit rechten Dingen ligte. Herr H. befand sich in der Nacht zum 25. Februar d. I. vereins sei durch dessen Stellennachweis zu einem gewerbsmäßigen Der Angeklagte fuchte zwar feine billigen Preise mit seiner Frau und einer Begleiterin in der Potsdamerstraße Stellenvermittler gesandt und demselben dort der Betrag von Dadurch zu erklären, daß er billige Schweinstöpfe zu Wurst auf dem Heimwege und als er sich auf einige Augenblicke auf 3 M. abgenommen worden, nicht nur aufrecht, sondern bemerken man glaubte ihm aber nicht, sondern ging den Straßendamm begeben hatte, um nach einer Pferdebahn aus noch, daß nur durch den Umstand, daß der Betreffende nicht mehr der Sache auf den Grund, und da der Verdacht aufzuschauen, gingen an seinen Damen orei junge Männer vorüber. Gelb bei sich führte, von dem Verlangen 5 M. Einschreibegeld zu kam, daß die„ streng reelle Waare" die letzten sterblichens Herr H. wieder auf den Bürgersteig zurückkam, flagte ihm zahlen, Abstand genommen worden ist. Wir verwahren uns sie von einem der jungen Herren ernstlich gegen den Vorwurf, unwahrheiten verbreitet zu haben Ueberrefte so mancher einst sehr stolzen Rosinante dar feine Gattin, daß ftellte, so fchidte man dem Angeklagten die Polizei auf belästigt worden sei und ihr Mann nahin daraus Ber- und bemerken, daß eine einfache Nachfrage bei dem Betheiligten ben Hals. Bekanntlich ist es außerordentlich schwierig, durch anlassung, sein Befremden über dieses Verhalten den drei das oben Gesagte bestätigt haben würde, die Untersuchung der wissenschaftliche Untersuchung das Vorhandensein von Pferde jungen Männern in lauter Weise zu verstehen zu geben. Da Angelegenheit darnach wohl nicht als eine genaue bezeichnet fleisch in Wurst mit Sicherheit festzustellen; in diesem Falle brehte sich der augenscheinlich etwas animirte Herr Referendar werden darf und geben wir uns der Erwartung hin, daß im gelang aber auf andere Weise doch der Nachweis, daß es sich um, ging auf den Baumeister los und beftritt sehr lebhaft, fich Bentralverein in Zukunft Resolutionen von solcher Tragweite erst hier in der That um ausgediente Droschkengäule und verunglückte irgendwelcher Tattlosigkeit schuldig gemacht zu haben, wobei er dann zur Annahme, gelangen, wenn deren Begründung wahrs Rollwagen Rosse handelte, die zu Wurst verarbeitet worden start betonte, daß er Referendar und Reserve- Offizier set. Herr beitsgemäß nachgewieſen iſt. A. Keßler. Alboldt. D. Grauer. waren. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte der treue Ab- 1. entgegnete, daß er letzteres taum zu glauben geneigt sei, dal " welche zugehe. verarbeite, = Sprechlaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Rault Bafür adjus geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifiziert zu werden. Unter Bezugnahme auf die Resolution des Zentralvereins der Sozialdemokratischer Wahlverein des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Am Dienstag, den 5. Mai, Abends 8½ Uhr, Mechaniker. Große öffentliche Versammlung in Keller's Salon, Bergstrasse No. 68: aller Mechaniker und Optiker Große Versammlung. Tages- Ordnung: 341/14 1. Vortrag des Genossen Sievers über die Mangelhaftigkeit des heutigen sozialen Denkens." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes u. Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Gauverein Berliner Bildhauer. Versammlung heute, Dienstag, Abends 1/29 Uhr, bei Gaillard, Pringenstr. 87. Tages- Ordnung: Geschäftliches, Stellen vermittelungs- Reglement, Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es nöthig, daß alle Mitglieder er scheinen, auch die Arbeitslosen. Fachverein der Tapezirer. 116/18 Heute, Dienstag, den 5. Mai 1891, Abends 8½ Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Versammlung. Tages- Ordnung: Berlins und Umgegend am Dienstag, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, in Norbert's grossem Festsaale, Beuthstr. 22, anstatt Schmiedel. Erklärung! Wir erklären, daß die in der Wat nung des Berliner Handtuch- LieferungsInstituts gegen uns aufgestellten Be hauptungen unwahre sind und daß wir unseren Rechtsanwalt Stadthagen mit der Erhebung der Klage wegen Verleumdung beauftragt haben. Außerdem bemerken wir, daß die Boten, von denen das genannte Institut be hauptet: sie hätten wegen Unregel mäßigkeiten entlassen werden müssen", mit Zeugnissen auch seitens des ges nannten Instituts entlassen sind, die Das Lokal von Schmiedel genügt nicht den Anforderungen der Polizeiverordnung. lichkeit der Entlassenen betonen. Die besonders den Fleiß und die Ehr. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Einigungsamt und das Ver- Boten haben uns nach ihrer Entlassung halten des Vorstandes der deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optit in feitens unserer Ronkurrentin gebeten, der Versammlung bei Keller. Referent wird in der Versammlung bekannt ge- fie in Stellung zu nehmen. Dem macht. 2. Diskussion event. Wahl zum Einigungsamt. 3. Abrechnung vom Wunsche sind wir nachgekommen, um Generalfonds der Mechaniker Berlins. 4. Verschiedenes.- Kollegen! Rüttelt fleißigen und ehrlichen Arbeitern, die die Gleichgiltigen auf, denn ein Jeder muß in der Versammlung sein. von unserer Konkurrentin gegen nur 10 Mark Wochenlohn beschäftigt wurden, Verdienst zu geben. Den ge ehrten Lesern überlassen wir das Urtheil über die Handlungsweise unserer Ronfurrentin und werden von dem Erfolg der Verleumdungsklage gegen dieselbe fie in Kenntniß setzen. Der Einberufer. J. A.: Trittelvis, Rottbuserstr. 4. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler und verw. Berufsgenossen( E. H. Nr. 86 Hamburg). Die Mitglieder Versammlungen sämmtlicher Ver1. Vortrag des Herrn Türk über„ Sibirien". 2. Diskussion. 3. Verwaltungsstellen finden an folgenden Tagen statt: fchiedenes und Fragekajien. 311/9 Der Vorstand. NB. Alle Diejenigen, welche sich verpflichtet fühlen, ein Viertel des Arbeitsverdienstes vom 1. Mai abzuliefern, werden ersucht, dasselbe in der Versammlung oder Abends von 6-8 Uhr im Restaur. Freigang, Schüßenstr. 18/19, abzuliefern. Central- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer( Hamburg). Oertliche Verwaltungen Berlin IV, V, VII: Mittwoch, den 6. Mai, Abends 8½ Uhr, im Saale ,, Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berathung der Anträge zur außerordentlichen General- Versammlung. 2. Wahl der Delegirten. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltungen. 104b Achtung! Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. Am Mittwody, den 6. d. Mts., Abends 812 hr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: General- Versammlung. Filiale der Steindrucker: Unterer Saal. Tagesordnung: 1. Bortrag über den Werth der gewerkschaftlichen Organisation. Referent: Kollege Conrad Müller ( Schkeudit). 2. Distussion. 3. Wahl der Filialverwaltung. 4. Verschiedenes. Filiale der Berufsgenossen ( Schleifer, Präger u. f. m.) im Tunnel. Tages- Ordnung: 1. Wahl der Filialverwaltung. 2. Bortrag über den Werth der gewerkschaftlichen Organisation. Referent: Kollege Conrad Müller ( Schkeudit). 8. Diskussion. 4. Berschiedenes. Zutritt haben nur Kollegen, welche im Besitz von Mitgliedskarten find oder sich als Mitglieder in dieser Versammlung aufnehmen lassen. Die Mitgliedsbücher werden in dieser Versammlung ausgegeben. 207/8 Um recht zahlreiches Erscheinen bitten Die Beauftragten: A. Neumann. M. Mescha. P. Rose. A. Scharnow. Deutscher Schneiderund Schneiderinnen- Verband. Filiale Berlin II. Fachverein der Glacé- und Kartonpapier- Arbeiter und -Arbeiterinnen. Dienstag, 5. Mai, Abends 81/2 Uhr: Mittwoch, 6. Mai, Abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Timm über: Die französische Revolution." 2. Disfussion. 8. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. 270/10 Sentral- Kranken- u. Sterbekaje der deutschen Wagenbauer. Versammlung bri Scheffer, Inselstraße 10. Tagesordnung: 1. Bierteljahresbericht des Raffirers. 2. Vortrag des Herrn Richard Ulbricht über: Kampf und Schuß gegen Lungenfrankheit. 3. Diskussion. 4. Berschiedenes und Fragetaften. 155/5 Der Vorstand. Bezirk A: Mittwoch, den 6. Mai, Abends 81/2 Uhr, b. Roll, Adalbertstr. 21. Bezirk B: Mittwoch, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, bei Doberstein, Mariannenstr. 31/32. Bezirk C: Mittwoch, den 6. Mai, Abends 82 Uhr, bri Unger, Großbeerenstr. 63, Ecke Yorkstraße. Bezirk D: Mittwoch, den 6. Mai, Abends 82 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Rixdorf: Donnerstag, den 7. Mai, Vormittage 10 Uhr, bei Papke, Biethenstr. 71. Die Tagesordnung für sämmtliche Versammlungen lautet: 1. Geschäftliches, 2. vierteljahrlicher Kassenbericht, 3. Verschiedenes. Die Zahlstellen, in denen des Sonnabends, Abends von 8-10 Uhr, Beiträge entgegengenommen und neue Mitglieder bis zum 45. Lebensjahre auf genommen werden, befinden sich: Für Bezirk A: 1. Naunynstr. 78 bei Winzer, 2. Langestr. 34 bei Giersch. " " B: 1. Reichenbergerstr. 16 bei Pätzold, 2. Staligerstr. 65 bei Böger. C: 1. Boffenerstr. 85 bei Talte, " " 03 " D: 2. Stallschreiberstr. 41/42 bei Schwanz. 186/16 1. Elfaffer- u. Kl. Hamburgerstr.- Ecke b. Wittschow, 2. Gollnow u. Weinstr.- Ecke im Lokal. Rixdorf beim Raffirer R. Enders, Ziethenstr. 26, I. Abrechnung der Revisoren von der Fünferkommission der Lishler Berlins 1890-1891. Einnahme der Rommission Ausgabe . Davon an baarem Gelde vorgefunden Mithin fehlen .. 8855,10 Mart. 2579,05" 776,05 Mart, Ueberschuß . 71,80 704,25 Mart Liefe Summe hat das Kommissionsmitglied Lobstädt zu decken. Abrechnung der Revisoren. Einnahmen. Bon der Kommission erhalten Zellersammlung · Auf Listen nachträglich eingegangen Ausgaben. Säulenanschlag am 6. April 1891 Druck der Abrechnungen An Millarg für Auslagen •. Einschreibebrief an Lobstädt Summa Annonze im Vorwärts" am 6. April 1891 Annonze im Vorwärts" am 4. Mai 1891 " " Summa Bilanz. einnahmen. Ausgaben •. • • 71,80 Mart, 22,60 6,85 " " 101,25 Mart 20,00 Mart, 7,00 " , 45 <-, 30 " 9,60 12,00 " 49,35 Mart. 101,25 Mart. 49,35 Bestand 51,90 Mark. Diese Summe ist an Kloss nach Stuttgart gefandt. Die Revisoren: Haberland. Hess. Stenz. Eisen- und Stahlwaaren. 694b Zentral- Kranken- u. Sterbekasje Werkzeuge für Schlosser, Töpfer u. Holzarbeiter. der Tischler n. s. w. Bezirk I Friedrichsberg- Berlin. Oertliche Verwaltung Berlin Au. H. Mittwoch, 6. Mai, Abends 81/2 Uhr: Sonntag, 10. Mai, Vorm. 10½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Viktoria- Park, Frankfurter Allee Nr. 72-73. Zages Ordnung: 1. Wahl der Delegirten zur GeneralVersammlung. 2. Verschiedenes. Es ist dringende Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. 371/1 Die Ortsverwaltung. Mitglieder- Versammlung in ,, Süd- Ost", Waldemarstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Statutenberathung. 2. Wahl von zwei Delegirten zu der am 14. Juni stattfindenden General- Versammlung in Halle. 3. Verschiedenes. Haus- u. Küchen- Geräthe. E. Vogtherr, Berlin Erstes Geschäft: C. Landsberger- Strasse No. 64. Zweites Geschäft: NW. Stephan- Strasse No. 27a. ( Fernsprech- Verbindungen.) Freie Zusendung,-nach außerhalb halbe Fracht oder Porto- Vergütung. 380 L Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mit 8 glied ist verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. 301/3 Die Ortsverwaltung. unter Garantie toftet bei mir Fachv. d. Tischler. Jede Uhr zu repariren Heute, Dienstag, Abends 82 Uhr:( außer Bruch) Vorstandshikung 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren in Norbert's Restaurant, C. Wunsch, wat pas Beuth- Strasse 21/22. Die billigste Bezugsquelle für Gardinen, Teppiche, Betten, Pedern, Kleiderstoffe, Leinen- u. Baumwollen Waaren, Wäsche, Damenconfection ift bei J. Gabbe& Comp., Fehrbellinerstr. 77.[ 236 Rosenthalerstr. 69/70. n. d. Oranienplay. Rohtabak empfiehlt 114b Rud. Seiffert, Reichenbergerstr. 171. Hosen in all. Genres, Knabenanzüge und Arbeitssachen empfiehlt Wer Nähmaschine kaufen will, verlange eine anderweitig kauft bevor man eine illustrirte Derfflinger Preisliste C. Mahnkopf, Berlin W., Strasse 23. von Diese seit 24 Jahren bestehende Firma ist die vortheilhafteste Bezugsquelle in Nähmaschinen, wie dies fortwährend von Tausenden von Kunden anerkannt wird Allen Vereinen empfehle meine 828L Buchhandlung u. Buchbinderei fowie alle Schreib- und Lederwaaren R. 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