t ♦ Z8. �ahrgavg Ausgabe A Nr. 1 VezugSvretS: S«etltahr 80,— monatl.lO.— TO. ftf iäv l.cu». ootcu« ahtdar. Poit- ?e»g lüonaflid-. 10,- MI. nfL fta' st?Zung«g»d->hr. Unter st rraxbanft föl in» OeOtneiA 18�0 UH, für oat S igt austont btt täglich mm ä. SufttDunc 21,50 M. Postb»» HeUing«! nehmen an OefitmU� Ungncn, Ischecho- EI owalei, Sdnt- mnr, icCono.-ucembucg. Schwede» und jo SAmetj.— iingetrooen tu We Pol»- �eitunos-'Bteislifte. «se-„SortBOas* mti Oer Sonntag» otilaze ,?»II u. Seit* ertcheini womet» Utgti u ftue.ntoi Sanntage und Montage-tnmat. Telegranim-Adreffet �»ogtaldematrai Berit»-. Morgen-Ansgabo Berliner Volksblstt ( ZV Pfennig') ZluzeiaenvreiS: Die achtgelpaitene ZianpareMezeUe koltetZ.— M�TeuerungeztllchlagbiZ«/.. »itlei ae Anzeigen-, das lett» gedruckte Wort I,— M.(znlässtg zwei fettgedruckte Watte), tedes weitere Warn M Pfg. Stellengesuche und Schlafsiellenanzeigen da» erste Watt «5 Vis,. Itdes weitete Wart 40 Psg Warte übet 15 Vuchsiaden zählen fßr jwet Warte. SeuentngszukMag 50°� Familien-An, eigen für Abonnenten Seile i— 38, politische und ge» toettlchaftltche Verein»- Anzeigen i.~ Ml. die Seile ohne Ausschlag. Anzeigen für die niichft» Nummer miissen dt»» Ahe nack-nMag» im Lom>tgesch''t. Berlin SWoi Einben- kratze S, abgegeben werben,»ebfsnet oa» 0 Uhr srlih dl. 5 Uhr abend». �entralorgan cker so�ialäemokra�iscken Partei Deutrchlands Neöoktioa und(Expedition: SW. SS» Linöenstr. Z. lverniprertier: Amt Mortnpia«, Str.»SI i»0— IliI»7. das Schicksalsjahr 1S2I. Don Hermann Müller- Franken. Zwei Gefahren bedrohten nach der Novemberrevolution das deutsche Volk: Innere Unruhen und das Diktat unbarm- berxiHer Sieger. Sind diese Gefahren in dem nun abgelaufenen Äahr weniger drohend gewesen? Ist drinnen und drauhen die Vernunft auf dem Marsche? Diese Fragen dvöngen sich auf. wenn wir die Bilanz für 1320 ziehen wollen. üscts die inneren Verhältnisse angeht, so wird von allen nicht voreingenommenen anslönbischen Beobachtern Deutsch- Ictchu zugegeben, daß dos deutsche Volk im Jahre 1020 für den Wittderaufbau der deutschen Volkswirtschaft das an Kraft hergegeben hat. was ein durch Jahre Krieg und Waffen- stillstand seelisch zermürbtes und körperlich geschwächtes Volt erhaupt geben kann. Gewiß, die Arbettsleistungen von vorwärts-verlag G.m.d. H.» SW. SS» Lindenstr.3. Zhernivrecheri Amt Morinpia«. Rr. ll7S:;— 1913 lind hierzulande nicht erreicht worden. Aber soweit ist man auq m den Ländern der Sieger noch nicht. Man reißt die Männer und Jünglinge ganzer Völker nirgends ungestraft fünf J'yre lang aus dem produktiven Erwerksieben heraus, um sie in Schützengräben die Technik des Tätens und- Zer- störe na In höchster Vollendung zu lehren. Trotzdem ist der Wille zur Arbeit und zu geordnetem Leben in den letzten zwei Jahren bei den Massen in Deutschland so stark geworden, daß T'utichland dadurch bisher vor chaotischen Zlüständen bewahrt blieb. Ich erinnere mich einer Unterredung, die- ich in den ersten Januortagen 1919 mit aus der Schweiz gebürtigen Großkauf- leuten hatte, die jahrzehntelang in Rußland ihre Geschäfte be- trikksgii hatt'.'N lind dip Berlin-n», der Rüchreise nach der Hei- "ckkehi' 5' pal lerUn, in die st« zurückkehrten, weil sie cSe LisstmM.t ruf baldige Besserung der ruw�n Zustände aufgegeben hattm. eis hörten damals in Berlin die sinnlosen Sckieb- rt ien und die ihr„Nieder- schreienden Demanstrotionszüge; sie sahen an- jeder sreien Fläche sich jagende Plakate und den w iden Straßenhandel, und sie behaupteten fest, daß sich die D lge in Deutschland noch demselben Schema weiter entwickeln Wörden, wie sie das in Rußland erlebt hätten. Wenn es trotz- dem anders kam. so ist das in erster Linie dem gesunden Sinn der sozialistisch geschullen Arbeiter Deutschlands zu danken. Die bolschewistische Krise wurde in Deutschland wesentlich. chon im Jahre 1919 überwunden. Wenn im Jahre 1920 der (iiesund'uigsorozeß nicht noch größere Fortschritte machte, so lagt das nicht an dem mangelnden guten Willen der deutschen Arb- iler. sondern vor allem daran, daß wir aus der deutschen M'"' Wie- uantum zudürfen. Kohlennot führt m Stillegungen der In- du-trie und bringt furchtbares Elend für Hunderttausende w sich. Elend, das dem fremden Beobachter oft oerborgen l?lbt. Elend und Arbeitslosigkett sind eben der beste Nähr- baden für verzweifelte Stimmungen. Trotzalledem hat das Jahr 1920 erwiesen, daß die Jünger der Moskauer Propheten in Deutschland nicht Gewalt über lstn Geist der Masten bekommen werden, wenn das deutsche iZolk nicht etwa durch Druck von außen von neuem in den Zu- stand der Verzweiflung versetzt wird. Werden die Staatsmänner der Entente das endlich de- greifen? Worden sie 1921 mehr Einsicht haben als 1919 und 1920? Werden sie endlich auf den Rat derer hören, die wie M. Ksyne» ihnen immer wieder auseinandersetzen, daß Europa mchk zur Ruhe kommt und daß auch die Länder der Sieger wirts syokl. ich nicht gesunden werden, ehe nicht Deutschland und Rußland wieder als gleichberechtigte Glieder in dem icmrfijierten System der Weltwirtschaft sich und den anderen zum Nutzen mittun dürfen? Die Konferenzen von Hythe, San Renu». Boulogne und nicht zuletzt die erste Tagung jtt Völkerbundes in Gens haben im verslostenen Jahre gezeigt, daß in der europäischen Politik und Wirtschaft vf dem neuen Geist, der nach dem Krisg-geschrei der : der Welt den dauerhaften Frieden bescheren sollte, n.- ichucht wenig zu verspüren ist. Ist die Brüsseler Finanz- liz. o e in das neue Jahr hinein vertagt worden ist, l u~ lang einer Besseruno? Das ist die Frage. ' 21 wird für Deutichland das Schickfalsjahr den. In den nächsten Monaten wird über die Summen» utfchland für die Wiederherstellungen in den ver- . lle-en Gebiets.? achten still, die Entscheidung fallen. Wir st old5l7Jkraten haben uns ans eigenem Willen für den aufbau des oerwüsteten Flandern und Nordsrankreich • tzt. soweit das in der Kraft des deutschen Volke» liegt. riuszerdem darf darüber kein Zweifel seid, daß auch alle, die ei in Amerika und in dem neutralen Europa gut mit dein deutschen Volk« meinen, das in den Grenzen des Möglichen siegend« von uns erwarten. Behaupten wollen, daß wir gar ncht» zahlen und bieten können, würde uns in der Welt der letzten Freunde berauben. Im Jahr« 1921 haben unsere ehemaligen Kriegsgegner m'«weisen, oh sie mit uns auf Grund der realen Verhält- liste über Deutschlands finonzielle Verpflichtungen ver- handeln wollen. Die„Times- hat dieser Tage behauptet, daz da«-it'.h« Volk ab Mai 1921 in 4? Iah«» 2« Willtar. fin öie Partei! Dir stehen cm der Schwelle eines neuen Jahres, da» voll der ernstesten Ausgaben, vielleicht der schwersten kämpfe sein wird. DieDirtschastskrlse. eine Folge der Zerstörungen des Weltkriegs, liegt noch immer drückend auf Europa. Während es den Mosten an den notwendigsten Mitteln zur Erhol- wng ihres Leben» fehlt, gelingt es nlchi, di, Produktion wieder in Gang zu sehen, um die drängendsten Bedürfnisse zu be- friedigen. In den Ländern der Besiegten wie der Sieger greift die Arbeitslosigkeit in erschreckender weise um sich. Hilfe bringen kann nur die Wiederherstellung des wirklichen Frieden» und des geregellen internationalen Güteraustonsches. Die Regelung der deulschen wieder- gnlmachnngspflichlen im Rahmen des Möglichen und die Herstellung freier wirtschaflsbeziehungen auch«ach dem Osten ist dafür unumgängliche Boraussetzung. Dieses wirklichen Frieden, bedürfen alle Völker, keines mehr als unser eigenes t Kampf den Toren und Verbrechern in allen Ländern, die dem Ziel der Völkerversöhnung wider- streben! Aber auch unser iancres wirlschostsleben krankt an Schäden, die durch die Anarchie uud das ungezügelte Gewinn- streben de, Kapitalismus hervorgerufen find. Die Weltmacht des Kapitalismus kann nicht mik einem Schlage überwunden werden, wenn nicht zugleich die Grundlagen der Existenz des arbeikendea Volkes selbst zertrümmert werden sollen. Es gilt, sturmreife Poflkionea zu erobern, nicht aber sich an noch uneinnehmbaren die Köpfe einzurennen. Die Gewinnung von Sohle, Baumaterialleu uud Düngemitteln ist von fo ungeheurer Bedeutung für das Wohlergehen der Gesamtheit, daß sie nicht länger der kapitalistischen Profitwirt. schaff überantwortet bleiben darf. Ihre öffentliche Be- lvirtschastuug im Interesse der Gesamtheit liegt im .Jahmea de» technisch Möglichen: wir fordern sie daher mit aller Entschiedenheit. Unsere allernächste Forderung geht dahin. daß die Regierung durch ungesäumle Einbringung einer Gesetzesvorlage über die SozialisleraagdesHohlea- bergbaue» im Reichskag den Verfchleppungsverfnchen des vorläufigen Retchswirtschastsrates ein Ende bereite. Aber auch ans allen anderen wirtschafisgebieten muh es dte Aufgabe der Regierung fein, die Zaleressea der Arbeiter und Erzeuger mit denen der Verbraucher in Aebersinstimmung zu bringen. Die fortschreitende AuflösungderZwangs- Wirtschaft macht fich indessen im Steigen aller Preise be- merkbar und bedroht uns mit einer schweren Ernührungskakastrophe. wer au» Gewinnsucht Stoffe, dle der Ernährung dienen können. den darbeudgn Verbrauchern vorenthält oder sie über Gebühr verteuert, begehl da» schwerste verbrechen an der Volksgemein- schafi. Dagegen sind schärfste Maßnahmen geboten, ihre Au- wendung wird in den Massen Genugtuung hervorrufen, während jede Rachziebigkeil gegen das gemeinschädliche Treibe« der Lebensmittetschicber. Wucherer und Prasser die stärkste Erbitterung auszillöseu geeignet ist. Den zur Wiederherstellung des wirtschaftlichen Lebens notwendigen Mahnahmen widersetzt sich mit Ungestüm die Selbstsucht der besitzenden Klassen tu Stadt und Land. Darum der Schrei nach voller Freiheit Perlln. Reujahr 1921. Der parkeivorstand. Bartels. Adolf Braun. Rlch. Fischer. Otto Frank. Heinrich. Hlldenbrand. Mari« Zuchacz. Franz Krüger. Mokkenbuhr Hermann Müller. Pfamiknch. Ritter. Elfriede Ryneck. Heinr. Schulz. Stampfer. Stelling. Wels. der Ausbeutung, den die vom Sapttal gekaufte Presse von einem Winkel des Landes bis zum anderen trcöst: darum der Kampf, den die Regierungen im Reich und in Preußen gegen ihre eigenen bürgerliche» Regierungsparteien um die notwendigsten Besitzsteuern zu führen gezwungen sind! voran leuchtet diesem Treiben das Verhallen jener vormals regierenden Familien, die, nachdem sie durch ihre Unfähigkeit das Land ins Unglück gestürzt hoben, entschlossen zu sein scheinen, ihm. auf zwÄset- hastcste„Privatrechte- gestützt, auch noch das letzte zu nehmen, was ihm die Feinde von vordem zu lassen bereit sind. Segen diese Ausschreitungen habsüchtigen Eigennutzes muß das arbeitende Volt den Kampf aus der ganzen Linie aufnehmen. Das kann es mit Aussicht auf Erfolg nur dann tun, wenn es bereit ist, ihn mit geschlossener Diszi. p l i n zu führen uud dem Wohl der Gesamtheit alle Opfer zu bringen, die in den Grenzen seiner Kraft liegen. Denen aber. die arbeiten oder arbeiten wollen, muß ein gerechter Anteil an den vorhandenen Vorrälea zur Frisii-ng ihres tcbensunter- Halls gewährt werden. Die notwendige Stabilisierung unserer Valuta darf nicht erkaust werden durch den Untergang von VolkesHichlen. die zum Leben berechtigt und zur Arbeil bereit siNv. Die Ziele de» arbeitenden Volkes sind nur zu erreich» auf dem Boden der Republik und des allgemeinen Wahlrechts. Diese leuer erkauft» ideclen Güter darf die Arbeiterklosie nicht preisgebeu oder geringschätzen, weit ihr die WelliVisv und der uomtwickelle Stand unserer wirtschaftsversaffung dle Erfüllung gerechter materieller Ansprüche noch versagt. Die Republik und das allgemeine Wahlrecht muß ein jeder mit Einsatz seines Letzt», weunesjelamuß.auchselue» Leben», zu verteidig» bereit sein. Laßt Euch nicht ein- schläfern, verkennt nicht die drohende Gefahr! Die monarchistische Reaktion, die im März des verflosim» Jahres ihre vorellig» Pläne an der wacht des Generalstreik» scheitern sah. hat ihre Taktik geändert. Jetzt richtet sie ihre ganze Aufmerksamkeil aus die kommenden preußischen Landtagswahsen. bei den» sie durch schlau» volksbelrng eine ihr pasi»de Mehrheit zu schaff» und d» Einfluß der Sozialdemokratie zu brech» hofft, um so freie Bahn für ihre weiter» Unter- nehmung» zu gewinnen. Inzwischen lauert sie auf kam- muuistischeTorhetten, dielbr das Signal dazu geben soll», mit bewaffneter Hand ihr letztes Ziel zu verwirklich». wer zu solch» Torhell» rät. wer weiter dazu hilft, die Ar- beiterklasie durch inner» Kampf zu zerfleischen, wirkt für den Sieg der Feiade. Genossiun» und Genost»! Schwer sind die Aufgab». die vor uns lieg», wir nehm» fle auf im Vertrau» aus die wachsmde Selbstbesinnung de» Proletariats, die nnons- haltsam vordringende Erkenntnis, daß nur die Eluigkelk im Zeichen der Sozialdemokratie d» Sieg b»- reit» kann. Ein Jahr großer organisatorischer Erfolge siegt hinter an», e« gilt, sie fortzusetz» und zu vollenden. Glück ans zum Reuen Z ah r! Rie zurück, sondern den Blick fest auf dle Zukunft gerichtet unermüdlich vvrwärl»! Hoch die Sozialdemokratie! den GoMmork zahlen soll. Um das zu ermöglichen, sollen das Reich, die Gliedstaaten und die Gemeinden unter eine Finanz- kontrolle genommen werden, die mit dem Wesen eines souve- ränen Staates unerträglich wäre, praktisch unmöglich ist und vor allem nie zu dem gewollten Zweck führen kann. Ein solches Vorgehen müßt« im deutschen Volke alles Interesse am staatlichen Leben ertöten. Welch« politische Partei wäre unter solchen Bedingungen bereit, die Regierungs- geschöste der Deutschen Republik zu führen? Haben die Hinter- männer der„Times- ein Interesse daran, die Deutsche Republik zu sabotieren? Gardiner, der Herausgeber der„Dolly News", hat im vorigen Frühjahr Deutschland bereist und über sein« Studien dann in England sehr lesenswerte Artikel veröffentlicht. Er lchrieb u. a., daß Deutschland, kaufmännisch betrachtet, in der Lage eines Bankrotteurs sei. Er hat nur zu recht Aber er hat ebenso recht mit seinem weiteren Hinweis, daß ei» Bankrotteur nur dann auf die Dauer zu intensiver Arbeit zurückzuMhren ist. wenn er die Hoffnung hat, wirtschaftlich wieder hochzukommen. Pläne, noch denen Deutschland phan- tastisch« Summen in schimärenhaster Goldmark ab- gepreßt werden sollen, müssen den deutschen Unternehmungs- pfift und die deutsche Arbeitslust geradezu abtöten. Sie nihren zu keiner Wiedergutmachung, sondern treiben Deutsch- larid auf den Weg, auf den die Entente De u t sch- O ester- reich bereits zur völligen Verelendung getrieben hat. Werden die Machtpolitiker in den Ententestaaten das in letzter Stunde begreifen? Wir aber haben uns cm der Jahreswende die Frage vorzulegen: Haben wir alles getan, um den Einsichtigen drüben, die heute noch Prediger in der Wüste sind, ihre selbstgewählte Aufgabe zu erleichtern? Dies« Frage muß leider verneint werden. Durch die Ausführung der militärischen Klauseln des Versailler Vertrages ist Deutschland als mili- tärischer Gegner erledigt.(Ganz abgesehen davon, daß es keinem nationalistischen Heros— notabene, wenn einer da wäre— gelingen würde, die Massen aus den Kriegspfad zu führen.) Unsere Nationalisten aber gebärden sich heute noch so, als ob unsere schimmernde Wehr nicht verschrottet wäre. Daß im Jahre 1920 der deutschnationale Parteitag in Hon» nooer möglich war, ist ein politisches Armutszeugnis für weite Kreise des deutschen Voltes. Er zeigte, daß große Teile des deutschen Bürgertums aus der Niederlog« des deutschen Volkes nichts gelernt haben, daß sie politisch noch genau so blöd sind, wie sie vor dem Kriege waren. Gewiß kann die Mehrheit des deutschen Volkes für solche Veranstaltungen nicht verant- wortlich gemacht werden. Aber es ist nun einmal ein Unglück. daß die Vertreter der verbreiteten ausländischen Blätter, um der Konkurrenz den Rang in Sensationen abzulaufen, mit Vor- liebe aus nationalistischen und kommunistischen Quellen schöpfen, wenn sie aus Deutschland berichten. So ist die öfsent- liche Meinung der Welt vielfach über Deutschland nicht bester unterrichtet, als unter dem endgültig versunkenen Kaiserreich. Aufgabe des deutschen Volkes ist es, in dem neuen Jahre mehr denn je zu' beweisen, daß in der werktätigen deutschen Bevölkerung, denn auf diese kommt es an. wirklich ein neuer Ge i st eingezogen ist. Dieser Beweis kann nur durch Taten geführt werden. Diese Toten haben in unablässigem, in aller Oeffentlichkeit und auf allen Gebieten zu führendem Kampfe gegen die von der Schwerindustrie subven- tionierte Reaktion zu bestehen. Diesen Kamps gegen die reaktionären Organisationen führen wir nicht der Entente zuliebe, sondern weil wir in diesen Organstationen eine stete Gefahr für die d e u t s ch e Republik sehen. Alle diest Organi- sationen, mögen sie sich, wie die Orgesch auf dem geduldigen Papier ihrer Statuten noch so staatsfreundlich und ordnungs- retterisch aufspielen, sind viel weniger als Kaders eines nach außen verwendbaren Heeres gefährlich, wie als Stoß- trüppegegendieRepublik. In diesen Organisatio- neu werden die Stammrollen geführt, nach denen eines Tages. wenn Kapp der Zweite sein« Zeit für gekommen hält. die Reaktion bewaffnet werden soll. Well dem so ist, müsten wir im Interesse der deustchen Republik durchsetzen, daß hier- zulande nur der im Besitz von Waffen ist, der amtlich dazu befugt ist. Deshalb liegt auch die restlose Entwafsnung de? Einwohnerwehron im Interesse der deutschen Republik. Sie m u ß zu Beginn des Jahres 1921 durchgeführt werden. Je eher �as deustche Volk die militärischen Klauseln des Versailler Vertrages durchführt, je mebr sich dos Ausland wirk- llch davon überzeugt, daß in Dsustchland kein vernünftiger Mensch einen Revanchekrieg vorbereitet, j« mehr das deustche Volk den nvtionaliststchen Schreihälsen eine Absage gibt— am 20. Februar Ist in Preußen dazu ein« neue Gelegenheit—. desto mehr wird Deutschland in der Welt Vertrauen gewinnen. Vertrauen aber brauchen wir in dem kommenden Schick- salsjahrel Ein entwaffnetes, friedliebendes deutsches Volk wird im Jahre 1921, wenn die Reparationssmnmen festgesetzt werden, eine bessere Stellung als Derhändler haben, als ein Deustchlmch, in dem sich Monarchisten und Reaktionär« aller Schattierungen auffällig breit machen. Wird das das deustche Bürgertum begreifen? Der Arbeiterschaft ist die Situation weit über die Kreste der Sozialdemokratie hinaus klar. Die deutschen Arbeiter haben im März 1920 bewiesen, daß sie wie ein Mann auf- stehen, wenn die Republik in Gefahr ist. Sollte die Reaktion von neuem einen Tanz wagen, so würde sich in verstärktem Maße zeigen, daß sich im neuen Deustchland gegen den Willen der d i e Werte schaffenden deutschen Arbeiter und Angestellten keine Regierung halten kann. Davon sollt« r dem uns aufgezwungenen Probestück von 1920 jedermann drinnen und draußen überzeugt sein. Die deustche Arbeiter- klaffe wird jederzeit wissen, welche Verantwortung sie für das Schicksal der deutschen Republik zu tragen hat. Damit neue Wirren vermieden werden, die Deustchlands Existenz unter- graben würden, muß auch das deutsche Bürgertum sich end- lich mit der deustchen Republik abfinden. Sie allein ist der Boden, auf dem die deutsche Wirtschaft gefunden und Deutschland auf sozialem Gebiet in der Welt Eroberungen machen kann. Deshalb geben wir für das neue Jahr als erste Parole aus: Eslebe die deutsche Republik? Regierungsseite wurde betont, daß nur von Gesetze» wegen daM Berechtigte im Besitz von Waffen sein dürften. Di- Ent» wasfnungSaktion sei in überraschend grohem Um- sänge ohne jedes Blutvergießen durchgeführt, aber die Hoffnung, daß die sortdauernden Verbandlungen und Be« mühungen in allen Landesteilen zur Volk ständigen Ent- w a ffnu n g der Zivilpersonen führen würde, hat sich nicht erfüllt. Die Erklärung der EewerkichaflSvertretung lasie danken»- werte Sorg« um die deutsche Voltswirtschast und um die Reich»- einheit erkennen. Die R e i ch s r e g i e r u n g arbeile» in derselbe» Richtung und sreue sich, hierbei auf die Hilfe der 0 e w e r k- sch often rechnen zu können, lieber die Verwendung der d-Eold- morkprämie wurde eingehend gesprochen und dann verabredet, am v. Januar hierüber nähere Verabredungen mit den Bergarbeiter- organüationen zu treffen, damit de» viele» umlaufenden salscheu Gerüchte» ein Ende bereitet werde. Rdchsregierung und Sergarbeitersthast. Lochum, 31. Dezember.(Eigener Drahibericht de».Vorwärts� Ueber die Besprechungen der Bergarbeitervertreter mit Berliner Regierungskressen find widersprechend« und vielfach irre- führende Berichte iu die Presse gelangt. Vom Telegraphischen Bureau O s ch m a n n wird auf Befragen- beim Vorstande de» allen Bergarbeiterverbande» über den wirklichen Hergang und den In- halt der Unterredungen folgende» mitgeteilt: E» war keine„Bergarbeiterdevutation� au» dem Rubrgebiet, die in Berlin vorstellig wurde, sondern e» waren Vertreter der Vor- stände der vier großen Bergarbeiterverbönde mit zusammen 660 000 Mitgliedern. Teilnehmer waren Hu iemann uns Hu« vom alten Betgarbeiierverband. I m b u s ch und Stegerwold vom GeWerk- verein christlicher Bergbarbeiter Deutschland». Aolpackz von der polnischen Beruitvereinrgung und Schmidt vom Hirsch-Duncker- ichen Gewerlverein. Da die Unterredung mit der Reich»- regierung nicht nur rein beramännische Anoelegenheiten betraf. nahmen auf Wunsch der Bergarbeiter die Vertreter de« SIllgrmeineo Gewerkscha itsbunde», Graßmann, von der Ebristlichen Gewerischa tSzenirale vallrufch und der Hirsch-Dunckerfchen GeWerk- chaftSringe Hartmann teil. Die Bergarbeitervertretung legt« dar. daß e» durch die Ueberschichtarbeit der Belegschaften sicher ge- langen sei. da» Kohlenabkommen von E p a zu erfüllen und dadurch den Einmarsch der Ententetruppen zu verhindern. Dafür forderten die rbeinUch-westsälischen Arbeiter aber nun. daß die Regierung erNäre, ob wegen der sogenannten Einwohner» wehren ein« Besetzung de» RuhrgebieteS zu erwarten sei. bzw. wa» die Regierung gegen diese Gefahr getan Hab« oder zu tun gedenk«. Die GewerkschastSvertreter erklärten ausdrücklich, daß sie«ine Beruhigung der Bevölkerung und eine Sicherung de» für die deutsch« Volkswirtschaft entscheidenden Rtihrkohiengebiet» nur in der Entwaffminq aller Elemente erblicke, die nicht von Geletze» wegen zum Waffeniragen berechtigt seien. Da» müsse für alle LandeZieile und Volksschichten gelten. Da sich die Gewerk'chafiS- Vertretung au» Mitgliedern der verschiedensten politischen Parteien zusammensetze, verde die Regierung um so eber verstehen, daß nur die sehr ernste Sorge um da» deutsche WirtschaktSe leben die OrganstalionSleiter genötigt Hab«, diese Aussprache herbeizuführen. Seiten» der Regierungdvertreiung. in deren Namen bairvt- sächlich die Herren ReichSmmiiter Koch und die Staatssekretäre v. Hantel, Peter» und Albert sprachen, wurden die Dar- legungen der Gewerkschaftsvertreter sachlich gewürdigt. Von Der fortstinkenöe Sumpf. Nachdem im Essener Prozeß die Verleumdung gegen die Minisser Harnisch und S e v e r i n g wegen angeblicher Verschiebung von LebenSmillelwoggonS restlos zusammengebrochen war, suchte die .Deutsche Tageszeitung� sie in der Form iortzuipinnen, daß sie be- huupiel«, die Tatiache der Schiebung als solche habe sich besräiigt, nur sei versehenllich Genosse Harnisch mit dem fcüberen Minister Genossen Heine verwechselt worden. Nun muß die.Deutich« Tageszeitung' die von uns veröffentlichte Erklärung des Genossen Heine bringen, durch die auch diese neue Verleumdungsvariante rest. los widerlegt wird. Bedauert fie ihr Verschulden? O nein l Mit der Kaltschnäuzigkeit, die nur den ausgekochtesten Verleumderseelen eigen ist, erklärt sie achsclzuckend. daß.gelegentlich unbe- rechligte Verdächtigungen' sich nun einmal nicht ver- meiden ließen, denn die Sozialdemokratie habe eine solche Atmoipbäre der Korruption geichoffen, daß in den Augen der öffcnt- lichen Meinung jeder Sozialdemokrat im Zweifel al» korrupt gilt. In Wirklichkeit ist auch nicht bei einem einzigen führenden Sozialdemokraten irgendwelche Korruption iestarstelll worden. Fest- gestellt worden aber ist eine Unzahl systematisch und planmäßig wider bessere» Wissen gegen führende Sozialdemokraten ausgeheckter Bcrlcumdunge». Verleumdungen, die regelmäßig in deutsch» national«» Kreisen ihren Uriprung haben. Au» der Zahl der in letzter Zeit gerichtlich festgestelllen Verleumdungen grellen wir nur heraus: Die sozioldemolratiichen Minister hätten sich ihr Ge» halt in Gold zahlen(Verleumder: der d e u t s ch n a t i o n a l« Riltergutsbesitzer v. Elünzner-Earbe). Scheidemann hätte 2ö M> l- lionen Mark nach der Schiveiz verschoben(Verleumder: das deutichnaiionale Blatt in Bethel bei Bielefeld, Frau Eberl und Frau NoSke hätten das Silberzeug der kaiserlichen Jacht .Hobenzollern' gestohlen(Verleumder: ein deutichnalio- naler Ofsizier der Reichswehr), der Reichspräsident Tbert schlemme in verrusenen Nachtlokalen(Verleumder: der deutschnatiomal« Schrllrsteller Friedrich Frecksa)- Scheidemann habe au» einem ehemals kaiserlichen Schloß Möbel gestohlen(Berleuinder:«in deutichnationaler Bürger in Kassel) usw. usw. Das stt die.Tlmoiphöre der Korruption', die tri» Sozialdemokrat, sondern eine' Hör de deutschnotionaler Verleumder geschaffen hat. Die Ausrede der»Deutschen Tageszeliung- bichriner tm«-, fi*»i«. Ei». �t>sch, leider aus> t i n« Komplizen helauSredet. W,r bescheinigen den Deüiscbnatio- nalen allerdings, daß sich ihre.große' Presse i» puaoto Ehrabschneiderei von ihren lleinsten und gemeinsten Wiukelbläitern um keinen Deut unterscheidet, und möchten die« besonder» der deulschnationaien.Post' zu bedenken geben, die einmal wieder darüber jammert, dpß das deutsche Volk gegen den Druck der Enlenle nicht wie ein.Block von Stahl' zusammenstehe. Natürlich sind nach Ansicht der.Post' die bösen Sozialdemolraien daran schuld. Vielleicht unterhält sich die.Post' über da? Tbema der inneren Einigkeit mit der deutschnationalen Ehr ab» schneiderclique. Jahr, weröe neu! Reißt Cure serilter aufl Die Llocstenmllncker der vett rufen die ssat der völder in die Rächt I Die tdaider und Berge der Crde werden Obergellt vorn Klagen der tarrne, von Schreien aus tiefem Schacht: Dolxfüller Kaliforniens, Hrbelter Deutichlands, Bauer» der russischen fei der, tiiatre ei aut allen Meeren, türkische Weber. Birten der hohen Lauern. CUMmpfer Kamtschatkas. Grönlands... Soldaten In allen Heeren— alle, die Ihr arm leid, mühlellg und deladen: Streckt eure Brme aus, testet, nun Sinken die Winde, Jetat Jeld Ihr vereinte, freue und trotzige Kameraden f Streckt Cure Brme aus und ttlstlt Cure luchenden Bünde I Wir wollen das neue lastr bereiten, die neue Zelt! Wir haben Blut vergollen, gruben den Untergang— aber jeizt find wir zu anderen Werken bereit. fingen den neuen, den Crdenerlüfungsgetang! haben den Pulsfchiag empfunden, der vom Weltherzen gekommen, haben den Kindern in die weben Bugen gefehea; nun(oll unter Schaffen der Bach weit frommen, nun tollen befreiende taten geschehen I Proletarier aller Länder! Proletarier aller Länder! Reues Jahr soll werden! Reue Zelt soll werden! Proletarier aller Länder! Proletarier aller Underl frelheit auf Crdea I Und friede aut Crden l _ i_ Artu« Stile«. Mlheim öolsihe. Am 2. Januar begeht Wihcim Dölsche seinen 60. Geburt». tag� Zuerst wurde er al» Kämpfer in der Literaturbewegung der»Oer Jahre bekannt, damals trat er für die neue Kunst, den neuen Geist in die Schranken. Gleich Arno Holz, Gerhart Haupt- monn und wenigen anderen ist er einer der noch lebenden Zeugen und� Mitstreiter atl»«wer Vergangenheit, in der alte Kunstformen gestürzt, neu« geschaffen, neue Ideen verkündet und verworfen wurden. In jener Zeit, deren Licht heute wie da» letzte Auf- floinmen animutet. stand Wilhelm BölfÄe vornean in der Bewe. t■nt unterworfen ist, die auf den Menschen de» wirklichen LebenS thren Einfluß ausüben. In dem Verein.Durch" und m der..Freieu Buhne', di« dem naturalistischen Drama de« Weg bechnt«,«ttlte« mit. Kit Bruno Will« gründete«z vi«.Freie Volksbühne' und half die neu« Kunst in die Arbeiterschaft tragen. Al» die Volksbühne sich spaltet«, rief er mit Will« die Neue Freie Volksbühne in» Leben, deren Leiter er für einig« Zrt» wurde. Bereits damal» lebt« er, wie die Brüder Hart und Bm. Wille der Großstadt müde in Friedrichshage«. Hier versucht er mit ihnen, einen Weg zu finden, der au» der auftretenden Enge der Zeitbestrebungen herausführen sollt«; hier leitet« er vorüber- gehend die Zeitschrift„Freie Bühne' und hier entstand seut beste» rein künstlerisches Buch:„Die M i t t a g» g ö t t i Doch zuvor etwa» über sein« andere» Werke. Wilhelm Bälsche ist Wissenschaftler und Künstler zugleich. Jede» Buch ist ein Beweis dafür. Seine populär-wissensch-stlichen Schriften zeichnen sich durch gewissenhafte Arbeit, scharfe Beobachtung und Jn-di«-Tiefe.Dring«n au». ZWe findet man ein bloße» Streifen von Gedanken, sondern alle» wird vi» zur letzten Folgerung durch- dacht und in einer klaren, schönen Art dargestellt. Sein« Schriften: „Stunden im All', �Von Sonnen und Sonnenstäubchen',.Liebes- leben in der Natur',.Friedrichshagener Gedanken' und die mannig- fachen KoSmoSbändchen legen beredte» Zeugnis davon ob. Wilhelm Bälsche gehört zu den wenigen Schriftstellern, die den Leser auch für Gebiete, die ihm zunächst fern liegen,«vwärmen; er ist«in sicherer, auf die Höh« leitender Führer,«in glücKicher Populori- sator. Und er mag sich in Aufsätzen oder Biographien noch so sehr für Hein«, Haeckel, Darwin, Fechner oder sonstwen begeistern, nie vermißt man«ine kluge, gerechte Kritik. Jede» seiner Werke ist geistdurchdrungen und formvollendet. Der wissenschaftliche Inhalt ist dichterisch durchwebt und Ausdruck der Per-sönlichleit. Wilhelm Bälsche ist Sozialist, freilich nicht im Parteist»"«, sondern weil er im Sozialismus die rein geistige, welterlösende Tat erbtickt. Daher war er bestrebt, die Arbeiter hierfür heranzu- bilden, lehrte in Arbeiterkreisen und gründete mit Gleichgesinnten Arbeiterbühnen. Stets hat er sich ein mitfühlendes Herz erhalt n. Und nun zum reinen hohen Kunstwerk, das er geschaffen hat, zur i t ta g»g ö t t i n'. Von einer schöpferischen Leidenschaft durchglüht und in einem Meisterstis geschrieben, macht e» den Geisteskampf des vergangenen Jahrhundert» zum Erlebnis. Tin Gelehrter fühlt an seinem SO. Geburtstag, am Mittag seine» Leben», die Frage nach dem Sinn seine» Schaffen» in sich auf- steigen. Die Wissenschaft vermag ihm mit ihrer Erklärung, daß das Weltall eine mechonische Kraft sei, nicht die letzten Fragen lösen. Durch eine spiritistische Versammlung wird er mit einem Grafen bekannt, der im DozialiSmu» nicht die Ertösung finden konnte und durch ein Weib mit der eigenartig starken Begabung eine» Medium» zum Spiritisten wurde. Durch sein« eindring- liche Art gelingt e» ihm. den Gelehrten zur Mitreise nach seinem Spreewaldschloß zu bewogen, hier will er ihn überzeugen. Der ungern Folgende wird jedoch nicht bekehrt. Durch ein msrfivürdizes Ergeini» wird er aber doch zum Gläubige». Indes, das Medium war eine Betrügerin; der Graf erschießt sie und endet dann durch Selbstmord, während Ux Held de» Roman» von fernem Irr- glauben geheilt nach der Weltstadt zurückfährt und nun doch im Sozialismus Befreiung und Beglückung findet.— Die krnifche Mittagsstunde«st vorüber; da« Spreewaldgcspenst, da» in der sengenden Glut de» Mitflog» die Dauern heimsuch: und den. der sein« Frage nach dem Sinn seine» Schaffen» nicht beanmottea kann, erwürgt, ist vorübergegangen. DaS Ringen dich«» modernen Faust nach Wahrheit ist mit fortreißender Kraft gestaltet. Der Spreewald und seine romantische Sage ist mit den Augen de» Dichter» geschaut. Die Naturreize sind von Stimmungszauber umwoben. E» liegt dich Persönliche» in dem Werk; e» ist ein mit Herzblut geschriebene» Bekenntnis... � Im September hört« ich einen Vortrag Bälsche» über die VerjüngungStheori«, der mit der Mahnung schloß, bei allem Drang nach körperlicher Verjüngung nicht zu vergessen, sich da» jugendliche Herz zu erhalten. Dreißig Jahr« sind seit dem Er- scheinen der MitlagSgöttin vergangen, und noch lebt ihr Geist bei ihrem Verfasser. Jeder fühlte, daß er keine Verjüngung braucht. daß er sich de» jugendfrische Herz erhalten hat. Wilhelm Bälsche ist mit seinen sechzig Jahren noch ein Jugendstarter, er wird un» von seinem neuen Sitze u, Schreiber- hau au» noch manch gute» Werk schenken. H. G. Dl« Trohe voNSoper beginnt jetzt auch den Norden Berlins w den Kreis ihrer Vercmstaltungen zu zi-hen. Am t. Januar findet in der Brauere» Königstadt am Schönhauser Tor ihr erstes Konzert lWagner- abend) unter Leitung von Leo Blech statt. Vortragsabende. Im Buchladen Axel Juncker«, Kurfürstendannn 29, hält Ernestine Costa am S. Januar, 8 Nhr. einen Vortragsabend. fProso und Verse von Heine, Wedekind, Hordekops, Mehring u. a.)— Resin Langer gibt Mittwoch, b. Januar, 8 Uhr, im Künstlerhou« eine» Christian-Morgenstern-Abend.— Die„Kammeiiunst Berlin' v-r-nstalle» in der Berliner Sezesswn, Kurfürstendamm 232, am&. Januar einer Abend mit Hans B e b r m a» u(Dehme!. Wildgans, Klobund, Jammes Georg«, Rilke, Wersel). Kunstchronik. Im Graphischen Kabinett I.»• Ncumann, Kurfürstendamm 288, wird am Montag die Wilhelm M or g n e r» Gedöchinisaus- ftellung eröffnet.— In der Sgvptischen Abteilung des Neue, Museums führt Dr. Scharst an jedte» und'» �nnerstag des Mor.-v. um 11 llbr.— der P a p h r u s s a m m l u n g hält?' oi- ?.'Ä"-tÄV«. 10®"m°'"-» übenfefm**011�"'" fiten ton«ugust«, wieder s-lb« vortrS,«. Pre» Paul Natorp spricht Mittwa» c 6 Uhr,_wi der Aula de« Werner-Siemens-Gymnastumz Sichenhausen- strahe. über„R a b i n d r- n° th Tag-res W e?t a n c ch a u u n�g - md fntfcfl phfnwr__ V �" I wo V u M v und wir'.. Der Bund entschiedener Cchulrefarmer lad«, da>u°ein- Bruno p Bürgel hält Mittwoch, 5, Januar, 7V. Uhr, Raibau« Schöne- berg. �einen Lichtbildervortrag über den Ausbau der vterue»- «a Forschungsinstitut für die dimlt« An, nutz«« der S-n..».a«-i« erfinderisch und wird vielleicht auch aus diesem Gebiete'SoaichrUtThttv«� Ne.il chZS.�chrgaag 1« Heilage öes vorwärts SoanabenS, l.Ianaae 192? Wer ist ein Arbeiter! Bon Karl KautSky. In der neuesten Nummer der Wiener Zeltschrift.Der Kamps" setzt sich Karl KautSky mtt den Gegnern der .formalen Demokratie" auseinander, die daS allgemeine, gleiche Wahlrecht durch ein Privilegienwohlrecht der Arbeiter ersetzen möchten und weist klar die Aussichulosig- keit solcher Bestrebungen nach. Wir geben aus seinen an- regenden Ausführungen den letzten Abschnitt wieder. Red. des.Vorwärts". Wie weit mcm auch den K r e i s d e r N i ch t a r b e i t e r .uchsn mag, er ist sehr klein. Angesichts der Unmöglichkeit, die •tfichtarbsiter genau zu definieren, vermögen wir mich nicht, chve Zahl statistisch genau zu erfassen. Aber einige Anzeichen _ genügen, die zahlenmäßige Kleinheit der Schicht der Nicht- 'arÄeiter erkennen zu lassen. Nehmen wir zum Beispiel die deutsche Statistik vor dem Kriege. In der Landwirtschaft zahlte man 1907 im ganzen 5 736 082 Betriebe, davon Großbetriebe(mit mehr als 100 Hektar) m:? 23 566. Will man noch die Großbauern dazu zählen, mit 50 bis 100 Hektar, so machten diese auch nur 36 494 aus: beide zusammen also 60 060. Man darf bei den Besitzern der Betriebe von 20 bis 50 Hektar im Zweifel sein, ob sie mehr. Arbeiter oder mehr Ausbeuter sind. Ihre Zahl ist fast viermal so groß, wie die der größeren Grundbesitzer, 225 697. Nicht'durch die Zahl ihrer Besitzer fallen di�großen Betriebe ins Gcjvicht, sondern durch die Ausdehnung ihres Grundes und Bodens. Die Gesamtheit der 5 736 082 landwirtschaftlichen Be- tviebe umfaßte 43 106 886 Hektar Boden. Die 23 566 Groß- betriebe über 100 Hektar allern» aber fast einViertelda- von, 9 916 531 Hektar. Nicht viel anders steht es im Gewerbe(Industrie undHandel). Wir finden dort 3 4223 615 Betriebe, unter ihnen nur 32 007 Großbetriebe(mit je 51 und mehr Per- faiien).> Rechnen wir zu den großkapitalistischen auch noch die Betriebe mit 11 bis 50 Arbeiterin, so machen auch die nur 119 298 aus: beide zusammen also 151305. Denen stehen 2 907 572 kleinste Betriebe gegenüber(mit 1 bis 3 Personen), die tatsächlich proletarischen Charakter tragen. Die zweifelhafte Mittelschicht mit 4 bis 10 Arbeitern macht 346 738 Betriebe aus. Auch hier beruht die Bedeutung der großen Betriebe nicht in der Zahl ihrer Besitzer, sondern im Umfang der Betriebe. Wahrend in den 2 907 572 kleinsten Betrieben(mit 1 bis 3 Arbeitern) zusammen 4 405 980 Per- sonen(Meister, deren Angehörige, Lehrlinge und wenige Ge- fallen) beschäftigt waren, zählten die 32 007 Großbetriebe - 5350 025 beschäftigte Personen. Zu den Großgrundbesitzern und den industriellen und kommerziellen 5bapitalistan sinv nun nodft d ie müßigen Rentner hinzuzufügen. Ihre Zahl läßt sich leider nicht feststellen. Tie deutsche Reichs- statistik zählt schlauerweis« in'der Gruppe F 1 alle von eigenem Vermögen, von Renten oder Pensionen Lebenden unterschiedslos zusammen. Ihre Zahl wär sehr bedeutend. Im Jahre 1907 2 278 022. Dock) ist es Unmöglich, herauszufinden, wie viele von ihnen Kapitalisten, die von den Zinsen ihres Kapi- tals lebten, wie viele pensionierte Beamte oder proletarische Elemente sind. Die letzteren dürsten die Hauptmaste der hier aufgezahlten 2 Millionen ausmachen. Denn 1882 betrug noch die Gefamtzahl derjenigen, die unter die Kategorie F 1 fielen, nur 810 458. Sie ist seitdem auf 2 227 022, also um 181 Proz., gewachsen, während die Ge- samtbevölkerumg nur um 36 Proz. zunahm. Das ist offenbar vor allem eine Folge der Arbeiterversicherungen, der Unfall- Versicherung(seit 1885) und der Alters- und Jnvalidenver- ficherung(seit 1890). Am ehesten wird man bei jüngeren Männern der in Rede stehenden Kategorie annehmen können, daß es Müßiggänger sind, die von ihrem Vermögen leben. . Ulster den älteren Männern der Kategorie werden sicher die * pensionierten Arbeiter und Beamten überwiegM. Unter den Frauen die Witwen von Beamten und ArbeWrn. In der Bat machten von den 1 226 608 weiblichen Personen der Kate- gorie F 1 die Witwen 866 709 aus. Von den 1 051 414 männlichen Personen waren nur 163 006 weniger als 50 Jahre alt, dagegen 714 831 60 Jahre und darüber. Am 1. Jänner 1909 betrug die Zahh derjenigen Per- sonen, die aus Grund der Arbeiterversicherung eine Inda- liden- oder Altersrente bezogen, 995 810, also rund eine Million. Dazu kommen mehrere Hunderttausende von Dorfbewohnern, die auf den Altenteil gesetzt sind, sowie ein Heer von pensionierten Beamten. Sie alle gehören unzweifal- hast zu den Arbeitern. Mag man auch die Kapitalisten durch, die Bank als Leute betrachten, die gar keine Arbeit leisten, so! wird man selbst dann finden, daß die Zahl der ar-, beits fähigen Nichtarbeitenden� die in Deutschland das Wahlrecht besitzen, kaum eine halbe Million überschreitet, etwa 2 Proz. der Wahlberechtigten. Und vor der Majo- i risierung durch diese 2 Proz. bei den Wahlen soll man sich so sehr fürchten, daß man, um sie auszuschließen, alle Wahl- rechtsgrundsätze aufgibt, die man ein halbes Jahrhundert lang aufs hartnäckigste'und hingebendste verfochten? Kein Zweifel, die Macht der Kapitalisten bei den Wahlen ist groß. Doch liegt sie nicht an ihrer eigenen Zahl, sondern an ihrem Einfluß bei anderen Klassen, nicht zum wenigsten im Proletariat selbst. Oekonomische Abhängigkeit wie geistige Unselbständigkeit treibt noch viele, die in jeder Beziehung unzweifelhaft Arbeiter sind, in das Lager bürger- licher, von Kapitalisten geführter Parteien. Wenn es zn einer sozialistischen Regierung kommt, ist nur zweierlei möglich: entweder gelingt es ihr, die kopita- listischen Einflüsse auf die arbeitende Bevölkerung zu über- winden, das Gefühl ihrer ökonomischen Abhängigkeit auf- zuheben, ihren Glauben an bürgerlich denkende Intellektuelle, seien es Geistliche oder Journalisten oder Profestoren, zu er- schüttern: dann braucht man die Nichtarbeiter nicht bei den Wahlen zu entrechten. Diese sind'dann zu einer hoffnungs- losen Minderheit verurteilt. Oder aber, es gelingt nicht, die ökonomischen und geistigen Einslüste der Nichtarbeiter bei den Arbeitern zu überwinden. Dies« fahren fort, in ihrer Mehrheit vor den bürgerlichen Gölwn zu knien, dann nützt alle Wahlen trechtung der Nichtarbeiter nichts. Die Arbeiter selbst werden wieder die gestürzten Götzen ausrichten.. Das Arbeiterwahlrecht als Gegensatz zum allgemeinen Wahlrecht bringt keinen Nutzen. Wohl aber schadet es im Befreiungskampf des Proletariats. Einmal durch den schon erwähnten Umstand, daß es durch die Ungewißheit über die Reste der Zwischenschichten zwischen Kapstalisten und Ar- beitern jeder Regierung die Möglichkeit gibt, die Wahlen nach�ihrem Belieben m fälschen und so die Bevölkerung über die Stärke der in ihr lebenden Tendenzen zu täuschen. Dann aber lenkt dos Streben nach einem Privilegienwahlrecht der Arbeiter die Aufmerksamkeit der kämpfenden Sozialisten in eine falsche Richtung. Sie werden dann getrieben, die Macht des Sozialismus durch rein mechanische Erfindungen sichern zu wollen imd abgelenkt voo der Arbeit an der größten und wichtigsten Sicherung der Macht des sozialistischen Gedankens, von der Arbeit an dep Gewinnung der Geister für imfare Ziele. Die Propagierung des Sozia- lismus unter den Arbeitern sowie die Organisierung der so gewonnenen Arbeiter und nicht das Trachten nach einer polt- tischen Privilegierung der Arbeiter, das ist unsere Aufgabe. Diese Aufgabe können und werden nsir lösen auch ohne juristisch brauchbare Lösung des Preisrätsels: Wer ist ein Arbeiter?_ Wirtschaft Zum neuen Wirtschaftsjahr. DaS alte Jahr hat nicht die'Hoffnungen erfüllt, die die An» beiterschaft erfüllt sehen wollte. Sehen wir die deutsche Wirtschafr als Gesamtbild, so ist eine Entfaltung des Mrtschaftslebens, das Wiederingongkommen von Wirtschaftszweigen, die völlig da- Niederlagen, wohl festzustellen. Aber dennoch lastöten auf ihm schwer der Mangel an lebensnotwendigen Gütern für die breiten Volksschichten, die fortschreitende Geldentwertung und sinkende Kaufkraft der Massen, das Ausbleiben des Preisabbaues und die zunehmende Arbeitslosigkeit und Not, die sie unabwendbar im Gefolge hat. Auf der einen Seite eine ungeheure Flut von Geld, riesenhafte Depositen bei den Banken, das Entstehen einer neuen Plwtokratie, auf der ande. rcn Seite grausayie Entwertung aller für Not und Alter gemachten Ersparnisse. Dazu niedrige, von der Kapitalertragsteue� erfaßte Renten der Sparer und demgegenüber Rieseudivi- den den der Kapitalisten, deren Gewinne durch Ausgabe neuer Aktien zu pari in einer den Haß gegen das Kapital geradezu herausfordernden Weise weiter gesteigert werden. Grauenhaft drückt der Friedensvertrag auf das um feinet Existenz ringende deutsche Volk. Die Kapitalisten des Feinds bundes wollen uns nicht einmal ein wenig Zeit zum Verschnauser» geben, überall setzen sie die Pressen und Daumschrauben an, um die Not zu steigern. Aber schon macht sich überaus stark in der W e l t s Wirtschaft die Schwäche der deutsch enKaufkraft fühlbar, denn die Menschheit ist heute bereits eine Arbeits-, eine P»»» duktionsgemeinschaft, die für einander arbeiten muß, wen» sie kulturell bestehen und vorwärts kommen will. Unsere ehemalige» Feinde brauchen den deutschen Markt, brauchen das konsumierend«, deutsche Proletariat für ihren Weizen, ihr« Bmimwoll« und Wolle, ihre Früchte und tausend andere Wirren. Eine bedeutsame. U mo rgani sation hat sich i» mtfarey Industrie angebahnt, die fortdauernd Interesse ngemeias s ch a f t e n bildet und die vertikale Konzentration bevorzugt, um zur höchsten technischen Leistungsfähigkeit zu gelangen. Diese kapitalistische Gemeinschaftsarbeit beveitet dre sozial*- listische praktisch vor. . Auf dem Gebiet der Kohlensozialisierung find die Erwartungen der Arbeiterschaft schwer enttäuscht worden und neue Kämpfe stehen bevor. Diese Forderung der sozialisttschen Arbeiter» schaft muß erfüllt werden, es muß aber auch eine Form für die neu« Wirtschast gefunden werden, die die Erwartungen sicher erfüllt und den Sozialismus- vor einem Mißerfolg bewahrt, der? seinen Untergang bedeuten könnte. Die Mtarbest der er» fahren st en Praktiker und Wirtschaftsfühver kann nicht entbehrt werden. Blicken wir in die Zukunft, stellen wir unsere Forderung für daS n e ue Jahr, so lautet sie: Beginnt endlich mit einer ziel» klaren sozialistischen Produktionspolitik. Ohne Vermehrung der Gütererzeugung könuen die Be» dürfnisse der Arbeiterschaft nicht besser beftiedigt, kann vi» Preis« a b b a u nicht erreicht werden. Dazu ist die erste Voraussetzung: Billiges Land, Kampf dem Börsenwucher und den goldenen Pachtzinsen. Nur von billigstem Boden können billig« Bodenfrüchte und nur mit diesen billige Jadustrieerzeugniss« ge» schaffen werdenl Nationalisierung des Grund und Boden» und Beseitigung der Bodenrenten. Hiermit hat der Wiederaufbau zu beginnen, hierzu hat die Arbeiterschaft, ihre ganze Macht einzn- setzen. Beider Erdfrucht liegt der Anfang. Bismarckhütte: W statt 5 Proz. Dividende. Die Generalversammlung, in der ein Aktienkapital van 18,6 Millionen Mark vertreten war, genehmigt« die Bilanz und Gewinnverteilung für das Geschäftsjahr 1918/26, wonach«ine Zu» ioeisung an die Beamtenpensionskasse von 4,1 Millionen Mark, git die Arve iterpe nsionskasse 2,3 Millionen Mark uno die Ausschüttung einer Dividende von 28(i. V. b) Proz. zu erfolgen hat. Krupps Einfluß auf Ehrhardt. Die Firma Fr iedr. Krupp in Essen hat nach der.Köln. Ztg." an dem Besitz von Rheinmetall-Aktien so großen Anteil, daß sie jetzt über die Mehrheit verfügt. Für den Absatz ihrer Erzeugnisse hat die Rheinische Metallwaren» und Maschinenfabrik eine neue Organisation geschaffen. Die Verkaufsabteilungen für landwirtschaftliche Maschinen, Emaille- waren und andere Fertigfabrikate, ferner für die Waren der Ab- teilung Sömmerda imrden im Januar nach Berlin verlegt; die Vcrkaussabteilung. Düsseldorf wird hauptsächlich die Schwerindustrie versehen. Die Rheinische Metallwarenfabrik war bekanntlich in Vorftiedenszeiten die schär site Konburrentin für Krupp in Waffen- erzeugung. �_ Englische Kohle in Hamburg. Die Hamburger Kohlenimport- firma Gebrüder Sauber setzt die Kohleneinfuhr aus England fort. Dem Dampfer„Phönix", der vor kurzem mit 960 Donnen englischer Kohle in Hamburg eintraf, folgt Anfang des neuen JBfeeS der Dampfer»Albert Sauber", der gegenwärtig eine Ladung Broom- hill-Kohlen amLhne übernimmt. \ X Verkaufsstelle! BERLIN NW 7, Unter den Linden 42 Invenhir-Ausverkauf in Knaben- und Mädchen-Bekleidung jeder Art vom 3.-15. Januar in allen Abteilungen des Hauses Arnold Müller Tauenizienstrasse 8 t«ip«lg*r StruM 96 Die zum Ausverkauf ge- stclUen Gegenstände sind um im Preise herabgesetzt f�Theaterilichtspieleetc� Operahans. Die Meistersinger. (AuSer Abonn.)<>/, Uhr. Sonntag S/. Uhr: Othello. ? Uhr: Richard III. Sonntag Z'/iUhn Othello. 7 Uhr: Richard IN. Deatsdes Theater. Sonnab.a1 1: Wa» ihr wollt. 7 Uhr: Don Carlos. Sonntag Jaakobs Triam. 8 Uhr: C3iar u. Kicopatr« Kammerspieie. Sonnab. Z1/,: Die BOchu dar Pandora. 7: Er Ist an allem schuld. Der Spieler. Der Heiratsantrag. Sonnt. 2V;: Büchse d. Pandora 7U.: Er kt an allem schuld. Der Spieler. Der Heirats- aatrag. kr. SchaDspielbans (KarlstraBe) Sonnab. zw.: Danton laulAb.) 7 Uhr Danton(auS. Abonn.) Stg. ZVit Jedermann(auß.Ab.) 8: Jedermann(aut. Adonn-). Theater I. d KOnipgratzer Str. TSgllch 8 Uhr: Salome. (Qrska, Hartau, Liechtenstein, Veidt, Faerber, Dcm- burg.) Neujahr 3 Uhr: Rausch. Sonntag 3 Uhr: Rausch. Somödlenhans Neujahr u. Sonntag nachm. 3 Uhr:„Sie". Täglich'IJi Uhr: Die Sache mitLola mit Max Paltenberg. Josefine Dora a.O, Ortrud wagner, Picha, Haskel, Stieda, Klper. Berliner Theater Neujahr und Sonntag nachm. 3 Uhr: Der letzte Walzer. 7 Uhr: Die spanische Nachtigall mit FrltziMassary Hans Wassraann, Ralph Artur Roberts, Emmy Sturm, Reinhold Pasch, Julius Brandt, Olga Engl. Residenz- Theater. Heute u morg. 4, halbe Preise / l>ie Fpernidln. i Tätlich Vi, Uhr: lädy ff iDdermeres Fleher V von Oskar Wilde. ttansi Arnstadt. Adele Sand- rock, Carola Toelle, A. Kortt Trlanon-Theater. Heute u. morg. 4, halbe Preise Der Roman einer Frau, Täglich 7 V, Uhr: Kammermasik. Lustspiel von H. Ilgenstein. Carl ClewInK, EugenBurg. Olga Limburg, H. Albers Rose-IiäteT 7t/.: Ein vorsiehtigef Ham. Cgsino-fheater Lothringer Str. 37. . Täglich»/«S Uhr: D. Schlager aller VolksstQcke 9er Felillrltt einer Frau. Vorh. crstkl. Bunter Teil u. d. Oper.-Sketsch; Tbeaterllebe. Am L und Z. Januar 3>/i U.: EIiip Ddele£hc. Polles Caprice'3? am Oranienburger Tor. Neun Monate» dato Die Reservedame Meine Tochter d. Herzogin m. Pcrd. Qrünecker, Rudolf Ritdoiti, Georg Erich Schmidt. Vorverk. 11—2 und ab 6 Uhr. Tel.: Norden 8650.. Reiciishall.-!beater Heute u. morgen j nachm. 3 Uhr bu. abds.7l/jUhr Stettin. Säng. Nachm. volles .Programm bei halben Preisen! Volksbühne Theater am BDlowpiatz. 3 Uhr: Kabale und Liebe, 7 Uhr- Wallensteiös Tod. Stg. Z: Kabale und Liehe, DasKättictien v.Heiltironn •Große Volksoper Berlin. Dltnitag, den 4. Januar 1921, abends 71/, Uhr, Brauerei KBnlgstadt(Schönhauser Tor): mit dem BIDthner. Orchester Brauerei Königstadt(S | Wagner>Abend Dirig.: Leo Blech sonst: Karl Arnister Karten 11.— hjs 4— aiisschl. Steuer 21/4 Bote& Bock, Werthelm. Brauerei KOn�stadt Lessing-Theater. Heute bis Montag: Tv.uhnPlammee (Dorsch, Hartmann, QOtz, PrOckl.) Oemsehes KDnstler-Theater Allahendlich 7>/, Uhr: DIeScbeidnngsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg, Central-Theater Täglich TVii Fron Bäriiel(Operette) Stg. 3>/, Uhr: Heimat. Dentaehn« Opernhaaa 6v. uhr: Tannhanser Stg. T JUhr: Tosea. Mfg. SV} Uhr; Siegfried. Frledr.-Wllhelmat.Tli A'labendilch •/,8 uhr Hobelt dielänzerln. Kleines Theater. Heute und morgen 3>/,U.- Die PtarrtaauskomOdle. Allabendlich 7»/, Uhr: Das Wunder. Der Selige. Lottchens Geburtstag Kl. Behnnaplellutna. Allabendlich t1/, uhr; Reigen. Komlaehe Oper Heule und morgen 3*/.: Liebe Im Schnee. Allabendlich 7V, Unr: Baroneßchen Sarah Lantaplelhaas Allabendlich ;•(, Uhr; Arnold Riedl In Stg. 3V} Uhr: Renaissance. Jletropol-TheMtep. Heute und morgen 3 Uhr; Charleys Taut» Allab-ndllch Ii: Holl and welbchen Stg. UV» Uhr: Matinee. Wenen Operettenhaan Heute und morgen 3>/} Uhr: Der Obersteiger. Allabendlich, w.u.: Yn-Shl tanzt. Wenea Tolkathester Heute und morgen TV. Mtg.._. SchllleP-Theat. CharL 3 Uhr: Macht Jer Finsternis TV, Morg. 3; 77, Uhr: Oer ehern. Leutnant Mtg. 7'/.: Der ehem. Leutnant Ttialla-Theater Heute und morgen 3 Uhr: Das aiCcksmAdaL Allabendlich Oastspiel Hansl Niaaa tv.u. BotschalterinLenl Th.nm Mollendorfplata 3V, Uhr: Eva. iimiWettiilielteerfacU Theater de« Weatena Heute und morgen zt/.Uhr: Die Frau Im Hermelin. Allabendlich �DererstenLiEljegolil.ZEit Ml tu 3'/. Uhr: Oänaelleaet Th. l.d.Kommandantenatr. Allabendlich 7v, u.: Dee vEFjOngtE Ädolar Wallner-Theater Heute unl morgen 3'/. Uhr: Eine Ballnacfat. Allabendlich l'\ Her Geiger vonLopo. r- Staatl. akad. Hochschule(QrMnsik— Dienstag, den 18. Janaar 1921, TV. Uhr abends, Im grollen Konzertsaal, Fasanenstr. 1- II. Aufführung unter Leitung von Professor Siegfried Ochs J. 8. Bach, Kantaten: a) O Ewigkeit du Donnerwort; b) Sehet, wir geh'n hinauf nach Jerusalem Max Broch, Kyrie, Sanctus und Agnus Del. Bariton-So II: Herr KammersängerHelcelilndberie Voraufführung 21,6 am Sonntag, den 16. Januar, 12 Uhr mittags. Karten bei Bote& Back, Leipziger Str. 37 u.Tauentzlenstr.T. Dritt« Wochel 4, 6 und 8 Uhr von NorbcrtFalk und Hanns Kelly Ti t a 1 r• 1 1 ai He nny Po rten König Heinrich der Achte: Emil Jannings Aud Egede Nissen Pool Hortmann/ Ludwig Hartau Regle Ernst Lublf'sch Vorverkauf von Ii Um i Uhr Shnn- mnd Freikarten ungütig I i Verlangen Sie flberall die„Anna !Boleyn"-Nnmmer der �Umkunaf u.: Amt Sleinplalz W . 7'/.: Major Barbara. �- illler-Theat. Charl nr; Macht der Finsternis u.: Der Biberpelz ■g. 3; Der Meineidbauer. Königstadt-Theater Bahnhof Jannowltrbrüche Tägl.7.30 Gala. Sänger. Im Balleaal TANZ. Schall und Ranch im ütoUen Schauspielhaus Dir. Hans v. Wolzogen.| «Telephon: Norden 8643. Konz. TV. U., Beginn»h U. Gussy Holl. Paul Qraetz. Joachim Rlngelnatz, Wolf KlllanlJ, Gregor Ratolf, Joseph» Bursteca, Annemarie Hase, Reinhold Pasch, M C. K. Roelllnghol. Conf. Walter Rlllo. Am Flüg. Misch» SpoItanskL �KagelleLMnldofL� Kay-Melster-Fllm Das wandernde Bild mit H I A H A Y Regtet Prtt» Lang Der Clorla-Film der Ufa Der Mord ohne Täter von Faul Rosenhayn und E. A. Dupoat mit Hermann ▼allcntin Henty Bänder/ Haani Wellet Regle: E.'A. Dnpont Arme Violetta mit POLA NEGRI Alexander T. Antaltty Regle, Faul Lndw. stein Der letzte Schnss Hochlaads-Senaatlons- Dnma in 6 Akten Colombine mit Emfl lumtsti /Mirjaret« lumr Reglet Martin Hartwig Di« geschlossene Kette Regie: Paul Lndwi g Stein Steuermann Holt Hauptroi Fe n Faul Wcgcuar, Aata Nielsen Heratrampl mit Hans Mierendorff Regie E. A. Dnpont Die Schuld der Dawlnia Morland mit MI A MAT Regle: Joe May U a u p tacblagari Die Schuld der Lavinta Morland Basoadcrer Spielplan In den Neuköllner Zeitangca I Woettentags a H 7 Uhr Sonn- und Feiertags ab 4 Uhr Letzte Vorführung S Uhr rwwwwwvwwwwi Theater am Nollendorfplatz Täglich 7 Uhr abends: Der große Operetten-Erfolg! »» Stimmen der Presse. „Vorwärts": Ein seltener Fall: maa kann von dieser Operette wieder einmal als Musiker sprechen! . 12-U h r-M i 1 1 a gs b I a 1 1": Es wird heute wohl In Berlin In Keinem Theater auf dem Gebiete der Operette Aehnliches geleistet..... „B. tL": Eindrücke, die man In der Operette nicht oft hat! r Ausschneiden I gültig vom 3. bis 2L Januar für 1—6 Personen. Nur Wochentag». r-,__•„,_ rit... IL Rang Tribüne 5— M. I. Rang..... 10.— M. Preise der Platze: h. Rani...... 6.- m. i. Rangbaikon iz.- m. . IL Rangbalkon. 7.- M. Parkett-Faut. 15.— M. Die Lustbarkeitssteuer Ist in diesen Preisen einbegriffen. Vorrerkaul täglich v. 10V,— I Uhr and am Tage der Vorstellnng v. 6 Uhr ab. » Passage-Theater i Unter den Sinben 22.23 Dir. M. Sollman. I • J 2 Uraufführungen 2 ! 50 000 11. ) in 126 Preisen»erteilt» i in dem Prämien-Fllm» ;?HerTotellkovf?! g Rommen Sie rasch, kommen» j Sie losort I Warten Sie nicht» , bis abend», denn dann ist» ß da» Hau» total ausoerfauiL» j Unabhängig. Preisrichter-« j loüegiunt. destedenb aus» j ersten Münch. Schriftstellern» t und Ärititem t— Da» Selb» ß fstr die Preise ist bei der, j Commerzbank beooniert.—, j Preisoerieilung garantiert, j unter allen Umständen.« Z Her rote Falter.! » Lustspiel In S Alten» �mst yerbert paulmäller t PBILRARMONIB. Konzert d. Philharm. Drehest Dlrig. Richard Hagel. Sonotax, den 2. Janaarl Konzert d. Philharm. Drehest Dirig. Richard Hagel Anlg. 7'/, Uhr. Eintritt 4 Iii 4 öas. Mlikuml ...kilml, Allabcndluhl unter pers, Leitung von LeoPeukert Theaterbesuchern al abendlich autgenommenen .ilme werden schon ab &/, Uhr. | Caf6 OfiiINTf 1 Strausberger Platz, sMin.*. Atexanderpu Hervorragendes Jannar-Programm 7 ss SALOME s in ihren Schönheitstänzen [Künstlerhaas. Mittwoch, den 5. Januar, 8 Uhr Christian- Morgenstern- Abend i WääääOk.iuil- XTIV-'I gVllOLWl 11 rvucim Res! Langer ma. Palm» Konkel-Palmstrüm-Gingganz-aalgenlleder Karten; Bote& Bock. Wertheim. Abendk. sse. K Konditorei Neukölln, Boddlnstr. 65 am Rathau» Intfana Mnslk i ♦ Neu renoviert Eigene Konditorei. Rena Jung Fred Marlow Zwei Doris Richard Wh» fUchtV er» Ttelscblsr Beliebte Haaskapalls Rancld-M« I xsxExsxsecsxsacas�sxEXSb© Das sensaüonellE leujalirspFograiniii! Uiauffüliruug des 7. telandfllms Fürstliche Abenteuer Packendes Sensationsschauspiel In 5 Akten. Des groten Erfolges we en verlängert: Die Kwannon von Okadera nach dem bekannten Ullstein-Roman von , LudwijJ WolO. | Auf der Bühne t Gastspiet Edmund Löwe:' nnimfimmela'4 _J�hhenerttffnuHg; Ü Uhr. Jtc.l ♦ ZS. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Sonnabend, 1. Januar GroßSerün vom Mea ins Neue. Das war um zwölf... Plötzlich platzte er urit lautem Krach. Das konnte er fich er- kruben, die Befähigung befaß er. denn er war ein Frosch von Riesendimensionen und Friedensware dazu. Einstmals, vor vielen, dielen Jahren hatte er nämlich bei einem Apotheker als Silvester- scherzartikel im Schaukasten gelegen, und als kurz vor dem 81. De- zemher der Verkauf von Fcuerwerkskörpern verboten wurde, da ward er von dem menschenfreundlichen Eigentümer einfach der- schenkt. Als Geschenk wurde er lange verwahrt, erst sorgfältig in einem Kleiderschrankauszug ausgehoben, dann vergessen und jetzt endlich seiner Bestimmung zugeführt. Und nun krachte er mit allen Feuerwerkskörpern um die Wette, nein, er übertrumpfte sie noch. Dein Erfolg war ein befriedigender zu nennen. Ein didter Herr, der jede Gelegenheit zum Schelten gierig wahrnahm und überall das Vorkommen der Moral witterte, entsetzte sich, eine rund- liche Dame im Sammetmantel machte ein brummiges Mopsgesichi, das sie noch lange beibehalten haben würde, wenn das fette Doppel- kinn sie ein wenig besser gekleidet hätte. Ein ewig fröstelndes junges Mädchen, das jedoch stets helle, luftige Kleider trug, da sie ihr besonders gut standen, wich entsetzt zurück und kollidierte mit einer Ersatzbombe, die mittleren Krach verursachte. Eine alte Frau, die sich sehr über den Tumult erboste, aber dennoch stunden- lange Promenaden machte, hüpfte wie ein aufgejagtes Huhn schreck- hast davon. Selbst ein müder Droschkengaul, dessen Pflicht und Schuldigkeit waren, zu dösen, regte sich etwas auf und spitzte wahrhaftig ein Ohr, was den Kutscher baß verwunderte, denn er wußte beim besten Willen nicht, ob der Frosch daran schuld war oder die grellbunt« Papierschlange, die sich dem Kutscher selbst um den Lackzylinder wickelte. Die Anenläter, der Frosch aber, und all die Millionen, die gestern mit ihm platzten, waren glücklich, ob ihres verkrachten Daseins. Und Berlin freute sich wie sonst an all dem selbst verursachten Krach, der nie böse gemeint ist, selbst von den Anstiftern nicht ein- mal ernst genommen wird, jedoch eben zu unseren edlen Leben?- gewohnheilen gehört. Daher ging es in der vergangenen Nacht recht geräuschvoll zu, und obzwar der Krach, dank verlängerter Polizeistunde bis 1 Uhr nachts erlaubt war, zog er sich bis nach 2 Uhr hin. Warum sollte«S nicht auch angebracht sein, dem neuen Jahr laut jubelnd auf Vorschutz den Strahlenkranz erfüllter Wünsch« aufs Haupt zu setzen. Denn nachher, ach, nachher ist'S ja wieder daS alte Lied. Die kleinen Unebenheiten des Tages füllen das Leben des Jahres. Wetten, daß atemberaubende Ueberfülle zu GeschäftSanfang und GeschäftSschlutz in Straßen- und Untergrund- bahn und in den Vorortzügen genau wie im alten Jahr herrschen wind. Ohne Drängeln wird man auch im neuen Jahr nirgends hmkmnmsnT-'twd wer ungestoßen fahren will, muß-sich jcho» einen Leichenwagen bestellen. Beneidenswert glücklich versteht Berlin e«, mit Humor und Selbstvertrauen so manche sinkende Stimmung zu reparieren Und behält eS seinen guten Witz, dann kann man trotz des gewohnheits» mäßigen ScheltonS über diese Stadt auch 1921 noch gut« Stunden in ihren Mauern verleben, die Schlimmes und Schlimmstes über- wand und bestand._ Wo gehört unsere Jugend hl«! Das kostbarste Gut eines Volkes ist seine Jugend, weil sie sein« Zukunft ist. Wie hütet das deutsche Volk sein kommendes Geschlecht?— Noch immer herrscht jene Kurzsichtigieit. die bisher da? Merkmal unserer Jugenderziehung gewesen ist. Noch ichmer ist die Jugend Objekt, und Subjekt sollt« sie sein. Noch immer glaubt man, die Jugend mit VerständniSlosigkeit zu Men- schen heranbilden zu können. Es gilt, mit allen Vorurteilen, vor- uehmlich in erzieherischer und moralischer Hinsicht, zu brechen. Sie waren es, die die Menschheit verhindert haben, die Wirklichkeit zu sehen und die einfachsten Notwendigkeiten zu erkennen. Uns fehlte die Revolution der Gehirne. Soll sie weiter fehlen? Die Sozialisten, das Proletariat, jener Teil der Menschheit, der nach neuen W i r t s ch a f t s- und Gesellschaftsformen, nach neuen L-ebenzformen ringt, muß diese alten Vor- urteile zuerst über Bord werfe?. Der Sozialismus erlöst nicht nur den Proletarier, die proletarische Frau— er erlöst auch das Proletarierkind. Wir wollen die Kinder de? Arbesterschaft befreien von dem geistigen Zwang und der Unselbständigkeit, von jenem Schema, in das die Schule die jungen Seelen hineingepreßt hat. Wir der- trauen si« deshalb einer Organisation an, die dem freien Willen der Jugend die größte FreiheE gewährt. Wir wollen und brauchen keine„Lehrer", Die jungen Charaktere sollen sich im Umgang von Mensch zu Mensch bilden. Wir wollen'Selb st erziehnag. Sie ist besser und erfolgreicher als die„Erziehung" der Schul«. Wir wollen all« Unnatur beseitigen, wollen natürlich sein. Wir wollen an der Wand, die von Jugend auf zwischen den Geschlechtern errichtet wird, nicht weiterbauen; wir wollen sie ein- reißen. Wir wollen singen, wandern, spielen, tanzen. Wir wollen aber auch ernste Arbeit. Vorbereiten heißt es auf jene Zeit, da das Proletariat die politischen und wirtschaftlichen Funktionen des Bürgertums übernehmen mutz, vorbereiten auf jene Zeit, da die Jugend das der Vollendung entgegenführen soll, was die Alten begonnen haben. Wir wollen die Jugend foriholen vom Tanzboden, vom Kino und von der Zigarette inS Jugendheim zu edlem Vergnügen und selbstgewählter Arbeit. Wir wollen den Teil der Menschheit, der der Ausbeutung durch daZ Kapital am meisten ausgesetzt ist, die Jugend, schützen vor Profitgier und Unternehmerwillkür. Was will der V/rein Arbeiterjugend?— Er will ein gesundes, starkes, lebensfreudiges Geschlecht heranziehen, das allen Stürmen der Zeit trotzt, das reaktionären, militaristischen und nationalistischen Bestrebungen ein eiserne?„Nein" entgegen, setzt, das derernst fähig ist, entschlossen die sozialistische Zu- kunft heraufzuführen. Arbeitereltern! Einer Organisation mit solchen Zielen könnt ihr eure Kinder anvertrauen. Meldet sie noch heute als Mitglieder an. Arbeiterjugend! Erkläre noch heute deinen Beitritt! Wendet euch cm das Jug e n d s e k re tar i a t, NW. 49, In den Zelten 23! Oer NaubmorÜ an öem Großkaufmann henfchke. Die von der Kriminalpolizei angestellten Ermittlungen und die Aufnahme des Tatbestands lassen erkennen, daß der Kaufmann Moritz H e n s ch k« das Opfer von Einbrechern geworden ist, die er am Donnerstag abend bei seiner Heimkehr in seiner Wohnung angetroffen hat. Henschke hat« an diesem Abend um 7 Uhr sein Geschäft in der Klosterstraße verlassen und war zunächst mit seiner Braut, die L,n abgeholt hatte, ausgegangen. Später war er dann bei Tonndorf Unter den Linden. Von dort trat er um 11 Uhr den Heimweg an. Ob Henschke geradenwegs nach Hause gegangen ist, weiß man noch nicht. Jedenfalls aber hat er, als«r seine Woh- nung auffuchte, in dieser Einbrecher angetroffen. Dies« sind dann über ihn hergefallen und haben ihn zunächst mit einem zackigen Instrument auf den Hinterkopf geschlagen oder ihm einen Messerstich versetzt. Diese Verletzung hatte zwar einen starken Blutverlust zur Folge, wirkte jedoch, wie der GerichtSarzt Prost Dr. Strauch festgestellt hat, nicht tödlich. Um ihr Opfer unschädlich zu machen, haben die Verbrecher diesem dann einen Knebel in den Mund ge. steckt und Hände und Füße zunächst mit einer starken Papierschnur ! gefesselt Hinterher haben sie dann noch den Gebetschal des Kaufmanns genommen und ihm damit nochmals die Hände zu. sammengebunden. Jedenfalls hatte der Gefesselt« versucht, sich zu befreien. Daraus weist auch eine Blutspur an der Tür und die l Lage der Leiche bei ihrer Auffindung. Henschke muß sich mit der letzten Kraft noch einmal aufgerichtet und versucht haben, sich an der Tür zu erheben. Er ist dann aber erschöpft an der Tür zu- sammengesunken und wahrscheinlich an Erstickung infolge des Knebels gestorben. Die Täter hatten versucht, eine nach hinten führende Tür, die von dem Wohnungsinhaber nie benutzt tvurda lind die mit einem besonderen Sicherheitsschloß versehen war, durch Umdrehen des darin steckenden, verrosteten Schlüssels zu schließen. Dabei ist der Bart des Schlüssels abgebrochen. Ebenso hatten sie die vom Scblafzimmer nach dem Wohnungsflur führende Tür von innen verriegelt. Das von dem Zimmer, in dem der Tota aufgefunden wurde, strahenwärts belegene Fenster hatten sie durch Vorhängen einer Plüschdecke abgeblendet. In der Wohnung selbst haben sie wie die Vandalen gehaust. Alle Schränke und Behälter, das Büfett, der Sofaumbau, der Kleiderschrank, ein Vertikow, der Schreibtisch usw., alle sind mit einem Brecheisen gewaltsam ge- öffnet worden. Den Inhal! haben sie herausgerissen und alles MitnehmenSwerte an sich genommen. Auch an Likören und Schoko- lade haben sie sich gütlich getan. Selbst eine kleine Sparbüchse, die sie gefunden haben, haben sie erbrochen und geleert. Zwei Spinde in dem kleinen Vorderzimmer waren gänzlich ausgeplündert. Um wiche Zeit der Ueberfall stattgefunden hat, steht noch nicht fest. Ein im Nebenhause wohnender Friseur will um 3'A Uhr nachts, als er an der Wohnung Hcnschkes vorbeigekommen ist, durch das unverhängte Oberlicht des Fensters des kleinen Zimmers Licht gesehen haben. Wahrscheinlich waren die Verbrecher also um diese Zeit noch in der Wohnung. Bereits am Abend waren anderen! Zeugen Männer aiefgefallen, oie an der Ecke der Oranienburger und KrauSnickstraße auf und ab gegangen sind und das Haus Nr. 23 der Krausnitfstraße beobachtet haben. Wabr scheinlich waren dies die Einbrecher. Auch eine Patrouille der Sicherheitspolizei hatte bei ihrem nächtlichen Rundgang eine verdächtige Bcobachttmg ge- macht. Sie sah an der oben bezeichneten Straßenecke einen Mann, der auf der der Wohnung HenschkeS gegenüberliegenden Straßen- feite stand und, als die Beamten vorübergegangen waren, pfiff. Die Sicherheitspolizisten, dic damit rechneten, daß dies ein Signal- zeichen für Einbrecher sein könnte, beobachteten noch eine Weile die Straße, nahmen dann äbcr nichts Verdächtiges mehr wahr. Die Beute der Einbrecher ist nach den neueren Ermittlungen wahrscheinlich beträchtlich. Die Räuber haben ihrem Opfer auch die Taschen geplündert und die Uhr und die Brieftasche an sich genommen. Außerdem aber soll Henschle auch einen Geldgurt ge- tragen haben, in dem er sehr oft Beträge von 39 999 M. und noch mehr bei sich fülchte. Auf die Ergreifung der Täter ist eine Be- lohnung von 19 999 M, ausgesetzt. Mitteilungen, die zur Aufklä- rung dieses neuen Kapitalverbrechens führen können, nimmt jedes � Polizeirevier oder der Mordbereitschaftsdienft, die Kriminalkom- missar« Kunze und Wcrneburg im Berliner Polizeipräsidium ent- gegen. Sehr wesentlich ist auch die Feststellung, wo sich Henschka nach Verlassen d-S Tonndorf-RestaurantZ noch aufgehalten hat, Zeugen, die darüber Miteitung machen können, werden gebeten.,) sich im Zimmer 392 b zu melden. Das pserü in öer Schlafftube. Ein recht eigenartipes Diebesversteck hatten sich zwei Leute ausgesucht, welche sich gestern unter der Anklage des schweren Dieb- stahts b,w. der Begünstigung vor der 2. Strafkammer des Landgerichts ITI zu verantworten hatten. ES waren dies der Händlee Georg Götze und der Eisenbahnarbeiter Willi Kirsch.— In der Nacht zum 21. Juni v. Js. wurde dem Schlächtermeister Schulz in Weißensee eine englische Stute im Werte von 15 999 M. aus dem verschlossenen Stalle gesioblen. Der Dieb, der jetzige Ange- klaate Götze, brachte das wertvolle Tier zu dem Mitangeklagten Kirsch, der das Pferd in sein Schlakzinimer transportierte, wo er ein« Ecke durch Wegrücken eines Bettes zum Pferde st all umgewandelt batte. Als einioe Tage später Kriminalbeamte dieses eigenartige Versteck ausfindig machten, mußten sie erst Berge von„Abfällen" des Gaules wegräumen, um das Tier. welche« eine Waschschüssel als Pferdekrippe benutzt batte. wieder aus dem Schlafzimmer herauszubekommeir. Das Gericht verurteilte Götze zu einem Jahr und Kirsch zu acht Monaten Keiängni».. Schweres Blut. i] Roman von ZuHanl Aha. Ein Mann— langrückig, in hedele'msnern Hemd und groben Rindenschichen— fällt Bäume zum Schwenden aus dem Abhang eines hohen Hügels. Wenn die eine Birke niedersinkt, erbebt schon das Ldub der anderen, und die Späne fliegen umher. Er haut Stämme um so dick wie sein Schenkel, wie wenn er Weidengcstrüpp lichtet«, ohne den Rücken zu strecken. Der Hügel, dessen Abhang er rodet, liegt inmitten einer grenzenlosen Einöde, in der sich hier und da andere ähnliche Anhöhen erheben, wie Grashöcker auf einer, überfluteten Scl�vemmwiese. All die anderen Hügel sind bis zur Spitze mit Wald bedeckt, nur dieser ist teilweise abgeschwendet: von unten nach oben ansteigend, vom sühlichm Hang nach dem Scheitel hinauf strebt die Lick/tung. doch ist sie noch nicht bis in die Mitte vorgedrungen. Kndes ist da doch schon ein freier Fleck in ber Wüstenei der Einöde, eine Kerbe im Urwald: ein grünendes Roggenfeld, weiter unten alte Rodungen, und noch weiter weg hinter einer Senkung ein Häuflein Gebäude, davor eine lange Landzunge, um die sich schmale Gewässer: kleine Seen, enge Straßen und Stromschnellen ziehen. Soweit sieht man von da, wo der Mann den Wald fällt. Er macht eine Pause, blickt hinunter, sieht sein Feld, sein Gehöft, die Landzunge und die Stromschnelle. Er schwingt seine AU, wie. um in einen Baumstumpf zu schlagen, w:ll aufatmen, senkt aber die Axt in einen neuen Stamm und schwankt von dem Schlag— der mit dem langen Rücken, dem bcÄleinenen.Hcmd und den groben Rindenschuhen. Die Axt hebt sich und senkt sich, löst sich los und schneidet ein: wenn ein Baum erkracht, bebt schon ein zweiter— und im Täkt der Arbeit regen sich die Gedanken des Arbeitendem Di« einen kommen, die anderen geben, indem sie eingreifen. wo sie haltgemacht, und haltmachen, wo sie angefangen hatten: immer ist es gleich schwer darüber hinwegzukommen und sich damit abzufinden. — Mußte denn wieder im Unfrieden anseinandergegan- gen sein— mußten denn wieder die bitterbolen Worte gesagt werden! Daß sie es sagen konnte, wenn es ja auch wahr ist — aber daß sie es sogen konnte:„altes Gerippe. Krummbein. Hakenkinn!" D;nn was kann ich dazu, was kann ich denn dazu, daß ich den Leibschaden habe? Das hast du sa gesehen, als du mich nahmst, du wußtest es ja, als du zu mir aber daß du kamst, daß ich mit dem linken Beine hinke mir das s a g e n konntest? Er hielt doch mit dem Fällen inne, legte die Axt auf den Boden und setzte sich — Ich bin ja schon alt, und ich habe ja auch nie mit meinem Aeußeren geprahlt. Aber brauchte rhr Auge denn darüber aufzublitzen wie bei einem bissigen, tückischen Hund. Und wenn ich ihr da auch ein bißchen die Schultern streichelte, brauchte sie da aufzubrausen:„weg. pack dich du!" — und nicht viel fehlte, so hätte sie mit dem Kochlöffel zuge- schlagen. Ich wollte sie ja nur besänftigen, damit das Mau- len aufhörte— damit wir uns wieder gut würden.— Ich habe sie ja immer in Ruhe gelassen... wann Hab? ich mich denn an ihr vergriffen? Wenn sie früher dann und wann ein heftiges Wort ge- sagt hat, bereute sie es gleich und»ertrug sich wieder.— Hätte sie mir jetzt nur das Essen hergebracht, dann wäre eS damit wieder gut gewesen. Wenn ich gehött hätte, daß sie kam, hätte ich ihr schon von fern gezeigt, daß ich nicht mehr daran denke. Wäre sie teute gekommen, wie sie früher kam, mit Singen, so daß der Wald vor ihr widerhallte, dann hätte ich ihr von hier entgegengebrüllt, ihr zugebrummt wie ein Bär, zum Zeichen, daß ich nicht mehr daran denke, darum solle sie es auch nicht. Er wollt« glauben, daß Marja noch komme. DaZ Laub- holz zischelte in dem warmen Wind, die Ruhe tat dem Blut« wohll Wenn sie es aber auch gesagt hatte! Es mocht ihr nux in, der Hitze entfahren sein, im Aerger über irgend etwas, nicht über mich. Dort in die Gabel zwischen den beiden Birken hebe ich sie hinaus wie einst als kleines Mädchen. Da sitzt sie dann wie der Kuckuck, heiße sie eine Waldjungfra t. eine blaugekleidete Fee der Forsten, das hört sie gern, obwohl sie tut. als hörte sie es nicht: ober wenn s« auf.den Bieh- Pfaden Hingeht, singt sie es selbst von sich. ,-Hils mir, Iuba", ruft sie dann,„ich kann nicht herunter, weny du nicht hilfst!" — und die Zarte springt mir an den Hals und läßt sich über die Schwende tragen und sich erst auf der glatten Rodung niedersetzen. Und es Iah Juha. wie er da mitten auf der Schwende saß, die Hände im Schoß des Arbeitskittels zwischen den Knien, wie er matt über die gefällten Stämme blickte--- er sah Man� Dit bloßem Kopß das Tuch ist den Nacken ge- glttt«n>,-fTT ihrer gemeinsachstlichcn Schwende gehen mit der kleinen Hippe, die er geschmiedet, der kleinen, flinken, wie sie Laubzweige und Büschel abbiob, während er selbst groß« Stämme krachend niedersinken ließ. Und so kam sie noch in manchem Jahr auf die Schwende, voller Freude, doller Lieder, als junge Wirtin, und brachte Glück über die Saaten ihres alten Gatten, die die Hitze nicht austrocknete, der Frost nicht verheerte, kaum, daß man's sah, und Juha wußte wohl, wes- halb: weil ihm«ine Waldfes zur Seite stand— aus ivelchenr Versteck sie auch gekommen sein möchte—, die Schöne aus Karelien. fernher jenseits der fremden Höhen. Jetzt kommt sie nicht niehr, läßt sich nicht auf den Ast heben, nicht aus die alte Rodung tragen, kommt nicht, um zu singen, mit der Sippe zu Helsen, nicht einmal mehr, um das Essen zu bringen, ist unfreundlich gegen den alten Mann vom Morgen bis zum Abend. Und doch horchte Juha immer noch, horchte, während er einHieb, auch dann, wenn«in Span gar boshaft pfeifend vom Maserholz abflog.— Ries da jemand? Er heftete den über die gefällten Bäume hin gerichteten Blick scharf auf den unteren Rand der Schwende, sprang auf den Stein, auf dem er gesessen hatte. Es war niemand dort. Ob es wohl weiter unten gewesen war, bis wohin man nicht sehen konnte? Dort vom anderen Rande mußte man sehen, ob jemand kam. Von dort sah man bis zum Hof. den Weg über die alte Rodung, die Wiese und den Feldrain bis zum Hofe. Wenn er ihr nicht schon so. viele, viele Male umsonst entgegengegangen, wäre, auf die er dort umsonst wartete, dann wäre er auch jetzt gegangen. Doch statt dessen griff Juha wieder nach seiner Axt und hieb, hieb drein, daß er mit jedem Baume, den er fällte, dem unteren Rand der Schwende näher kam, von wo man zum Hof sehen konnte. Er schlug nur die ganz außen stehenden nieder, um schneller hinzugelangen. Dia Bäume heulten auf im Fall.als hätten sie übe? mehr als ihr eigenes Niederbrechen geheult. Dort kam niemand. Die Kühe lagen iveiter unten au? der alten Rodung in der Sonne. Auf dem See bewegten sich zwei Boote unter trägen Ruderschlägen vorwärts. Ein drittes- wurde weiter hinten im Schutz des Ufers gerudert, als ob ?s den anderen nachspürte. Jul>a erkannte sofort, daß die beiden ersten Boote von russisch-karelischen.Händlern waren, und er schloß aus ihrem Kurs, daß sie nicht die Landzunge umfahren upd auf diesem Weg die Stromschnellen erreichen, sondern, um sie zu vermeiden, an seinem Ufer anlegen und die Boote mit ihrer Last über dv Landzunge ziehen lassen wollten. Die mochten ein Pferd brauchen. Sollte er hin- gehen? Abei- mochten sie selbst es mit Marjas Erlaubnis aus der Hürde holen, sie wußten wohl Bescheid. Das dritte Boot schien der Ejpenholzkahn der Kohlenbrenner zu sein. (Lortj. folgt.) Gesprengte öezkrtsversammlung. Radauszenen vo» Kommunistev vnd Arbeitslose«. ?Zn der BezirkSversamwlung HallescheS Tor wurde am Htstrigen Tage ein dringlicher Antrag der Kommunisten über eine Äerhe bon Zuwendungen an die ArbeiiSlofen. ebenso Notstands- arbeiten zur Behebung der Arbeitslosigkeit behandelt. Di« Bürger- lichen beantragten, diesen DrjnglichkeitSantrag von der TageSord- nung abzusetzen, weil am Donnerstag die Stadtverordnetenver« sommlung bereits einen ähnlichen Antrag einstimmig angenommen hatte. Gchon bei der Begründung durch den Redner der bürger- lichen Fraktion erhob sich ein kolossaler Sturm auf der Tribüne. den der Borsteher vergeblich zu bannen suchte. ES waren auf Grund einer Rötiz in der.Roten Fahne" die eine Auisorderung an die Arbeitslosen enthielt, am gestrigen Tage in der Schleiermacher- strahe zu erscheinen, die ArdeitSlosen in großer Zahl flisSlgt. Der Tumult erreichte seinen Höhepunkt, als die Abstimmung ergab, daß der Antrag der Bürgerlichen, gegen die Stimmen der fünf Kommunisten angenommen wurde Ungeheurer Lürnr. der durch die rüdesten Anwürfe und Schimpf- Worte gespickt war, erhob sich. Dem Vorsteher war es ganz unmöglich. auch nur auf Augenblicke Ruhe zu schaffen. Die Tribünen- bsiiicher durchbrachen die durch eine Scknur gebildete AbsperrungS- greirze des Zuschauerraums und stürzte« sich auf die Be- tir.ksverordneten, in er st er Linie auf dieUnab- fängigen. Dabei wurden die Bezirksverordneten, darunter auch onscre Genoffen, mit Stockichlägen bedroht, wobei ein besonders rabiater Herr fortgesetzt mit seinem Stock aus die Bänke schlug- kachdeni auch das Eingreifen des Stadtrats Weis« fruchtlos blieb, sah sich der Vorsteher genötigt, die Versammlung zu schliefen. Die » Kommunisten hatten mit aller Seelenruhe, scheinbar recht der- znüat, diesem widerlichen Schauspisl zugesehen, ohne auch nur dos zeringsts zur Beruhigung der von ihnen aufgehetzten Arbeitslosen zu tun. Dieser Vorgang beweist wieber ganz drastisch, datz es den Kommunisten nur daraus ankommt, die sachlichen Verhandlungen tri den kommunalen Körperschaften zu hintertreiben. Auch die Be- >ir!SUer>ammlilngsn werden Vorkehrungen treffen müssen, dast ifir« Beratungen nicht unter das Dikial undisziplinierter und radan- lustiger Elemente gestellt werben. Tic Voldschiebung. Der ptit der Goldsendung angehaltene Buchhalter Diegmund Upielmann hat, wie in ErgLnziprg unseres gestrigen Berichts ge« weidet, wird.' bei seiner Veruebmung angegeben, dah er seit un- Mföhc einem Jahr bei der Firma Brasmaun& Henenberg rn der dommaiidanteristraste beschäftigt sei. Um nach Köln zu fahren, babe »r sich eine» drciil gen Urlaub geben loffen Sein Chef Henenberg zabe ihn nun geicten. für ihn einen Koffer mit nach Köln zu eehmen und ibin für diese Bemühung 60 M. oeaeben. Zu serner lleberraschiing sei er dann von der Polizei angehailen wocoen. MS rian. die Kleidungsstücke, die der Koffer enthalten hat, heraus- genommen hatte, war sein Geloicht ober noch so groß, daß man zuÄ'den Boden und die Seiienwände genauer untersuchte� Dabei vurden dann Goldbarren im Gewicht von S1 Pfund, dse einen Wert von annähernd einer M llion habe«, gefunden. DaS Gold »urde beichlagnahmt und eine Untersuchung eingeleitet, da der öerdachl besteht, datz mau einer gewerbSmästiqen Goldschieberband« rur die Spur gelommen«st die das Edelmetall mit hohem Auf- tzsld von Köln nach Frankreich und England verkauft hat. Trennung der Kohlenwirtschaftsstelle vom Kohlenamt. 'Vom i.'Januar ob wirtz die, bisher mich, bfth K o h I e n.o m t B e r l r n Hcüher Kohlenstelle Grotz-Berlin) vereinigte-Kohlenwut« ichaftSsteste in den Mutten vom'Kohlenämi Berlin abgettsnut lmd ils selbständige, der preußischen LandeSkoblenslelle beim Ministerium lir Handel und Gewerbe unterstellte, Behörde weitergeführt. Zum Vorstand der KoblenwirischästSstelle ist der bisherige Leiter de« tol?!enamteS, Rechtsanwalt Münkel, durch die preußische Landes- lohkenstglle bestellt worden. Zu Direktoren des KohlenamteS(der früheren Kohlen- lells �iroß-Berlin) sind Dr. Poiss und MagistratSaffeffor Dr. D pv l« r ernannt worden. Letzterer hat gleichzeitig in der von Utadtbaurar Horten gebildete Deputation für die stadtischen Werke und Kohle, der das Kohlenanit fortan unterstellt ist, da« Referat für die Kohlenangelegenheiten übernommen. Notschrei auS der Lu«ge«rlrme. Dfc im Jähre J91i als KrankenhguS inr unbemittelt« Tuber- lnsiffe von Dr. Artfiur Mayer gsgrüsdeie Friedrichstadtklinik jhedr vor der Gefahr der. Lchhegvllg. Bisher ist die Klini-k unter tvoßen'Opfern auS e'gcnen Mitteln des Gründers erhalten worden. !kn Zuschüssen hat das Krankenhaus nur im Fahre 1919 von der Ttadr Berlin 90 000 M. und in 1020 vom Zemrallornites zur Be- Lmviung der Tuberkulose 25 000 M. erhalten unter de« Boraus» fetzung. daß dks Sladt Berlin mindestens den gleichen Betrag sib das Jahr 1920 bewilligt. Letzteres ist anscheinend infolge der miß- lichen Finanzlage. Berlins nicht aofchehen. Das Anerbieten deS Herrn Dr. Mayer an den Staat, ihm das Krankenhaus mit dem ge- samten wertvollen Inventar unentgeltlich zu überlassen, wurde trotz der Befürwortung des Finanzministcrs Lüde mann-abgelehnt. Da es dem Fnbaber unmöglich ist, die hohen Selbstkosten für Ber- pflegung und Behandlung weiter zu decken, steht die Schließung der Anstalt unmittelbar heror. Die Patienten haben nun in großer Erregung eine Versamm-- lung abgehalten und einen Eutschiuß gefaßt, in welchem es unter anderem Hsißr:„SäiptTche Kranken der Jriedrichstcwtklinik erkennen dankbar an, daß die Berwasiung bei einer Entschädigüng von 14 M. pro Tag da« Menschenmöalich.ste getan' hat, um ihre Patiemen der Genesung zuzuführen. Srö sind überzeugt, daß ein solcher Betrag bei der heutigen wirtschaftlichen Läge zur Heilung ihre« Leidens. absolut unzulänglich ist. Da nichj-isoliSrte Tuberkulöse piese schreck- liche LolkSseuäls in der Bevölkerung immer' Weiler verbreite«- weigern sich sämtliche Patienten der Friedrichsmdiklim? ganz energisch. vorzeitig das Krankenbaus zu verlassen, und erwarten mit Be» stimmthcir, daß'die Stadt Berlin und der Staat den sinanzielleN Zusammenbruch dieser bewahrte« und unentbehrlichen Kranken« anstalt, in der schon Tausend« genesen sind, verhindert; sie erwarten serner daß d-e Krankenkassen ihren Einfluß aushieten, um den er- krankten Mitgliedern diese Heilstätte zu erhalten." Am Schluß der Versammlung erklärten sämtliche Patienten ihren Beitritt zum„Berband der Lungen- und Tuberkulose- ort rankten", um auch auch hierdurch zu dokumentieren, daß sie fest entschlossen sind, sich ihre Menschenrechte mit allen ihnen zu Ge- böte stehenden Mitteln, zu erkämpfen. ES wurde ferner beschlossen, daß sich umgehend eine Abordnung der Patienten und der An- gestellten zum Magistrar und'zum WöhlfahrtSminisserium begibt. BezirksbildungsauSschuft. Lindcnstr. 3, 2. Hof IT. Zimmer 1,0, geöffnet von 9—1 Uhr, DonperStags von A--! Uhr und 4—>7 Ubr. Theater: Am Sonntag, den 2. Januar, nachmittags 3 Uhr im Bern- bardasiose-Theater, Gr, Frankfurter-Straße 1W, Erftaussührung von „Hoffnung aus Segen" von Hermann Hcveruiann. Cintritr einschließlich Garderobe, und Theaterzettel Lh0 Mk, Karren sind noch am Eingang de? Theaters bei den Kontrolleuren zu haben,— Die Märchenoper„fttelefanz" ist abgesetzt vom Spielplan, Die Gutscheine, behalten für die Abendvvr- stellung des Zentrolchearers Gülügkeir. Ausgeführt wird die Qpercue „Frau Bärbele". M. EinsührungSobend für dos SZagner-Lil;t.«o»,rrt am S. stonuar. abends 7 Ubr, in der Feschalle des Berlürer Stadlbauses. Eingang Kloster» straße. Lorrragmit DemönstralioueN am Klavier. Karren, zu g,7S� M. lind bei allen Ahteilungskaisierern und in der Luchhandlung Vorwärts, Lindenstvaße Z, und ber Horsch, Cngeluser 15, zu haben. 4. Festkonzert: Am Sonntag, den IS. Januar, vormittags 11 Uhr, in der„Neuen Welt", Hosenherde, Wagner-lliizt-Konzerl.' Wrr bitten, die Marken einzulösen. Soziatisttsche BilduogSIchnle, Im Monat Iaiwar werden falgendo Vortragsreihen(4 Abende) abgehalten: R e d e ü b u n g fPreußenwrchlen). Lehrer: Genosi« Ernst Heilruann.- M'ontags und Donnerstags im Zen» rraljugendheim. Lindensrr. 3, vou 7 bis 8W Uhr abends. Am 3., S,. 10. und Q, Jcmnar. Die Är-beiterbewegung.(Parlamentarische Bewegung in Preußen.) Avschtießend: Praktische Fragen der vo£ tische» Organisation für dre Landtogswaylen. Lehrer:.Genvüc Franz Kruger. Montags. und Donnerstags rm Zentraljugendheim, Lindenstr. 3, von, 7— 8H Uhr abends. Am 17., 20., 24. und 87. Januar. Schöneberg. Rednerkursus. Lehrer: Genosse Albert Horlitz. Schullokal: Neues, Rat» Haus(Zimmer 144), am Rudols-Wilde-Plotz, Jeden Donnerstag von 7— Vs�vhr abends. Am 6., 13., 20. und 27. Januar und 3. Fwrvar. Die Hö��'vdr für iede einzelne Bortrogsreih« beträgt für Männer rnro Frauen 3 Mk. Schriftliche Bewerbungen sind zu richte» an den Sekretär des' BezirkSbildmigSousschuffes: Albert Horlitz, Ändenstr. 3. Freders- d o r f(Ostbahn).„Die Arbeiterbewegung".' Lehrer: Dr. Mär schütte. Schulkokal:. ZAirtschait von Zibell(unmrNelbar am Bahnhof), Sechs Bortragsabevd«. Jeden Dienstag von TVj— 9 Uhr' abends. Am 4.. 11., 1?., 25. Januar und 1.' und S. Februar. Hörgebichr für Frauen imd Mttgcieder dev-Arbesteriiioend 3 ,M„ tür Manner S M.. Blum» berg(Be.z. Pvtsdam)T.. Geschichte des Sozialismus". Lehrer:'Dr.' Ma� �Schütte, kj. Wepde.), Honptag nachmittags' von I-tZ Uhr. Am 9,, 10., 23.; und 30, Januar,- Hörgibnhr'für Frauen 3-M.. für Männer i M. Hörerkarren.für alle Beranitalr-mgen her Beginn am Eingang des Schul- lokols: Der.Unterricht für die Arbeitsgemeinschaft„Der' historische Materialismus" wird im Monat Januar nicht im Z'erurol-Jugendheim, stm- der» im Saal der surrslischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hoj pr' links, abgehalten._ Ein dreister.Naubüberfall wurde zzestern vormittag in Res- kölin pcrübt. In der Reuterstraße 84 befinde: sich die Zahlstelle 1 dar-, ErwerSlofen fürsizrge. Als gegen 9 Uhr der Äasfierer Karl Mit- kowsky die Zahiileste- aussuchen wallte, um daS dort zur Auszahlung gelangende Geld für- die'ArbsilSlosen ahzuliefern. wurde er im, Hausflur plötzlich. von einem jungen Burschen, der ihm dort ausge- lauert hatte, stbersrllen, Der Rauher ergriff mit de? Geldtasche die Flycht, wurde abe» von dem Kassierer und anderen Leuten, die aus- mertsam geworden v aren, verfolgt. Nach längerer Jagd gelaria' cS auch, ihn'ergreifen und ihm die Geldtasche, die 13 7Ö0'M. enthalten hatte, zu entreitzcn. Mir ik>m wurde ein Kraitwage.nführer fest- genommen, der. d-n Persuch gemacht b-rtt«, den. Fluchtenden in seinen Wagen'auszunehmen. Es stellte sich herauS, daß dieser, der Krastdrsschkenbesitzer Tiedtke aus der Harzer Str. 83, tatsächlich, im Einverständnis mir dem Räuber gehandelt hatte. Dieser, ein zwanzig Jallre akter Straßenhändker Max Reg-nherg aus der Dlbe. straße 36, ist geständig. Tiedtke dazu gewonnen zu haben. Zeh« Fahre BorwärtSaustrSgerm. In dieser Zeit ständige» Wechsel» unter den Zeitungsausträgerinnen verdient wohl die Tat- sack« Erwähnung, daß am heutigen Tage unsere in der Sreditio» Neckarstr. 2 tätige VorwärtSauSträieNn Frau Martha Thiel auf ein zehnjähriges Jubiläum zimickblicken kann. Wir erwähnen dies deshalb, weil unter den obwaltenden Verhältnissen gerade die ZeitungSausträgeriiinen mit besonderen Schwierigkeiten zu rechne« haben. Auw während der KriegSjahre hat Frau Tbiel tapfer aus- gehalten, trotzdem sie. während ihr Mann im Felde war, mit ihrer Familie Last genug batts. Unsere Mitarbeiterin bat aller nicht nur ihr eigenes Pensum stets in gewissenhafter Weile verrichtet, sondern sie war auch stets bereit, bei plötzlichein Versagen anderer AuS- träger helfend einzugreisen. Wir wünschen und hoffen, daß eS Frau Thiel noch rech: lange vergönnt sein möge, in gleicher Treue ihrtz übernommenen Pflichten zn erfüllen. Berlin. Lebensmittel. Brostarte-Stichwort: Feld. In der Woche vom Z. bis 9. Januar gelange» auf den Abschnitt 7Z de? Grotz-Berliner- Lebensmitlellorte bezirksweise 250 Gramm frisches Rindfleisch mir Knochen oder 200 Gram« Büchsenfleisch zur Ausgebe. Die deutsche Kindrrhilse der dänische« Gewerkschaften veranstaltei in Berlin am 6. Januar eine WeihnacktZb eschern ng für 3000 Kinder. Die Feier findet in der Reuen Welt in zwei Abteilungen am Vormittag und am Nachmitraa statt, wobei Geno'sin Juchacz sprechen wird. Der dänische Reichstagsabgeordnete Genosse N i e l s e n, der da« Unternehmen IN Dänemark leitet, weilt zurzeit in Berlin, um an der Beerdiaung des Genossen Legien teilznnebmsn. Tie dänischen Gewerkschaften haben sich durch ihr« Bemübimgen. deutschen Kindern einen Erholunasaufemhält zu ermöglichen. den Dank der deutschen Arbeiterbevötrerung erworben. I« Zoologischen Garten bat der Süridezwinger zwei hochedle Pointe?- HLndintzen, die dort ihre Jungen werfe« sollen, als interessante neue Be- wohnennncn erhalten.— In, Neujahrstage und am Sonn mg spielt von 4 Li» 10 Uhr Obermnsikmrluer a. D. Knoch mit seiner Zivilladrlle. Am 2. Januar— dem ersten Sonntag im Monat— kostet der Eintritt wäh- rend des ganzen TageS und ohne Altersunterschied nur 1,50 M. Groß-öerliner parteinachrichtea. Morgen, 2. Januar: Z.»ab<. Vit. S Uhr: gus-unmenkunst ber Frauen bei Rickert, Steinmetz- straße Zsz. Are», Satlesche« Tor. Abt. Sa. s— tZ. Soz. Männerchor. JXebung«, stände, Aula der ll. Reairchule. ZZorckhstr. 9,10. abends ß— 10 Uhr.-Sanges- freudige Seirosten de, Kreike, werden zur freundlichen Beteiligung einasladen. strei» 11. Rrulölla. Bprmiuags 10 Uhr Sreisworstandssttzung, Sedrernriot Iagcrstr. Ofl., Montag, 8. z a n u a r. Fundtionorkonferenz, ad.'nds 7>4 Uhr. Aula kRealimmnastunch, Naifrr.Friediich.str. 210.— Kefunden rm 8. Feiertag vct kttiemz, Weihnachtzfeier, eine Damen-Lederhandtofch« mit Zn- halt: abzuholen im Sekretariat,.Zägetstr. 00. Berloren dortfelbst ei» Buch: der Finder'wird gebeten, e, im Sekretariat abzugehen. ReukZUn. 98. Abt. Ziachmtttago 5 Uhr bei Bertholb, a-anoldftr. 1: Familienzuscunmenkunft; für bra Äinder Ueberrafchr ngett., Abt. 118(froher Diert?! Lichtenberg). JS'A Stöber, Jung-, ecke Sder- straße: Funktionär- und Betrieb soerltauenzmönnertitzunz. Montag, 3. Januar: Znngtozialistilche«ereinigang.? Uhr in der Znrifii«»en Sprechstunde. Lintenftr. 8t Gruppeilkoufereitch Äeiner darf fehlen. Besondere Einladungen ergehen nicht.. TtenStag, den L Januar: 8__ 13.«bt. Soiialdeowkratischer Minnerchor(Nrei, KaLesches Eoch. Po» abend, 1\i Uhr an. Uebungsstunde in der Aula der 11. Realschule, Boeckhstr. S. Engeos read ige wenogen lmd erwünscht. Ms aller Welt. ToS Jahr 1921. Mit neuen. Jaor lleginnt iaS dritte Fallit» -esZstst'des'M? JahrSÄtberkS'.' tzSi ist ei» G«nek»lcchr R» 36» Tagen. -Fstr da« bürgerliche-'Leben am bemerkenswerteste» ist der frsibs Termin der bewegliche» Feste, die in ihrer Gefarnrheit vom Termin des Dstersestes abhängig find. Ostern fäll: auf den L7. März, Himmelfahrt auf den Pfingsten auf den 15. Mar. Das Jahr 1921 bringt uns im ganzen 4 F l n sie rn t sfs. und lstvar 2 Sonnen, und 2 Mondfinsternisse. Davon sind in Europa die erste Sonnen- und die zwei« MondsivstsrniZ sehr gm zu beobachten. Zuerst rft, am S- April, eine ringförmige Soniteru f'.n'iernis zu erwarten. Es wlgt rem 22. April eure totale Mond- Msternis. van'der wir tn Europa aber ebenso wenig zn Ae-'icht bekomme», wie von der totalen SonnensinsternlS am 1. Oktober. An letzter Stelle steht eine partielle Mondfinsternis in der Rocht vom 16. zum 17. Oktober, bei der dreiurrdneunzig Hundeins«! unseres Trabanten bedeckt werden. Auf das Postamt 6»« Braunfchweig wurde durch dr«E bis vier maskiert« Banditen ein schwerer Rauhüberfoll ous� aesullrt. Die Räuber bedrohten die Postibeamten mit vorgehaltenen Waffen..Dann raubten«e eine Geldkassette mit 52 000 Mark Bargeld, und eine Tasche mit Postwertzeichen im Betrage von rund 50 000 Mark. Um ihre Verfolgung zu verhindern, feuerten die Räuber mehrere R e v o l o e r sch ü s s e geHen die Be� amten ab und ontk.imen dann in der Dunkelheit. nONTAG�DEN 3. JANUAR BEGINNT OER Sttventttv-. AttSVsrNtt� ».G SEVEUTE�IVE pREI5ERI�A55ISUdsGEN >-.' j-St , ,■*■■}:.'i'-w-: t•1- r'V ..'"-.--Vi*,'.' �..'■y�-ä; •-ftMWW 'MNOF �MW "a>'', Ä5 � ''.'> � Ty0Q£ ■■'�:>-'■•> 5■ Herren-Kleidung Bn Potm Sakko- AnvOgo, gemnatwtor CheTiet, ein- und iweireihl«, moderner Sohnttt. Eeri» l jetzt M. 075.- Serie III jetH H. 770— Serie II|e,it M. 070- Serie IV Jetzt M. 870.— Ein Poeten Sommer- Ulster, Begien- und SciJüpfer- Foraen. In guten Stoffen. Serie I jetzt M. 450— Serie III jetzt U. 750.- Serie II Jetzt iL 670.- Berte IV jetzt M. 850- Ein Poete" Winter- Uiatar, ein- and mreireiiig, in Regien- nnd Senlflpfar-Forinen. Serie I. jetzt M 020.- Berta n jetzt iL 700.- Sn Poeten Cuniml. MSrital.... i. jetzt IL S8a- Bn Pesten Beinkleider(moderne Streifte') Serie I. jetzt iL<70- Serie II jetzt IL 225— Ein Poeten Gasallsctvefts-Klaidung(Freet, SmolclBg. Geh rock) Serie I. jetzt M. OOS- Serie II jetzt IL 78a— Bn Posten Merganlackani tn veieben Stoffer n. 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Bei Gründunp, Organisation und Aufnau der Oesfllschar; nat sien Herr Legien um die mit der Oesellschaft eng verknflptten Interessen des Reldes und um die Sicherung mid Henung der Inte essen a lar Angehören der Deutsche Werke Akt en- gesellschaft große Verdienste erworben. Damit ha' er sich Ober seinen Tod hinaus In der Oeschichte der Deutsche Werke AktiengeseiJ- sc'iaft ein dauerndes Denkmal errichtet. SD Anfsjcbtsrat und Vorstand der Dentsche Werke Aktiengesellschaft. Am 23.®esembfc cer- 1 ftajb«lOtzlich mrtn Ilehtr I »Ilkt Freund, der Schrilt- lekerinvalide Tdeoävr krsiu aus Trfer im 88. Lehen?. 1 iahtt 20866 EinSscherunjt Dienstag.! LIaitu r,parin!ttag>lU''r, s im»rematorium»ericht, lltchard Büch. I StegNr StttrkzveFdüntl Serlln S.F.0. 6TW«o. In den gelten 23 Unser Mitglied Klara Pfeiffer Vaslwiil», wohnhaft Hauaburglir. 2 I i» am 29$e,.«mbet 1320 1 verftarben Chre ihrem Andeuten! Di, Beerdigung erfolgt am!k Januar.021, nach» ittgaa 2 Uhr. Lalle ZUdi. |tr Friadhof, Weißensee, i »ihrtngenstraß«. riahlrttche Beteiliauna er» wartet IKI 20 Der vgxstaud. MniteTiltoi' „Flcl)te,Gforglniai879" Am 20. Dezemder verstarb f na» Ichwerem Letd n uns«. lieber �/inrjrsbruber Aga SsgÄ.. Beerdigung i Montag, den Z 8. Januar, nachm. 8 Uhr. f Ztiebenauer(Scmeinbi- hrtehijof In erabnsflbrf. Ad., sah 1 12 0 V-nnseebahnhoi «°llgithl>0ea(Stfdiciimi! enpanet Der Berftand. vallZlsagavs. Fllr die herzlich-- Beteiligung und zahircid-en Äeanzspenben bei der Beerdigung meine» lieben Mannes, uniere» lieben Balers. lagen wir allen Der- wanblen. lvreunden und De- kannten sowie Leren Dr. Schiltte a leine trostreichen Worte, Gesangverein.Lieber- Ireunbe". dem Wahlverein, her Frauenöbteilung, dem Verband der gimmerer, dem Lotterie- vereiz.tSlildssvinn«". den Kollegen und Beamten der ssirma A. Boesig unseren her,- lichsten Dank. 2080b Berta Schatze nebst Kindern. Spezlalarzt Dr. med. WockenfnB PrieöriclisiF.lZST�?!8?� L» im Ii— l. Snohiii». 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Die Note schließt: „Die Französisch« Regierung«immt, soweit sie beteiligt ist. schon jetzt Akt von diesen Verstöße«, die Deutschland gegen die feierlich übernommenen Verpflichtungen begangen hat, die Alliierten Regierungen werde« über diese Verstöße zu besiudeu haben." Hierzu bemerkt WTB. halbamtlich: Nach dem Protokoll von Spa sollten die Kontrollkommissionen dar- über berichten, ob die Deutsche Regierung die übernommenen Verpflichtungen loval erfülle. Deutschland hat sich nach bestem Kräften und in voller Loyalität bemüht, den Anforderungen des Protokolls gerecht zu werden. In den Ländern der Alliierten ist der Erfolg dieser Bemühungen von Staats- männern wie in Parlament und Presse anerkannt worden. ?kn der vorliegenden Note ober sollte offenbar, um den im Spa-Protokoll festgesetzten Termin vom 1. Januar zu wah- ren. alles zusammengefaßt tverdcn, was nach An- ficht der Kontrollkommisfionen überhaupt als Mangel oder Verfehlung in Betracht kommen könnte. » Die Meldung des WTB. läßt nicht erkennen, wegen welcher sachlichen Punkte ff rankreich Protest erhebt. Wir müssen es uns daher einstweilen versagen, zu der Note, deren Kernpunkte uns unbekannt find, selber Stellung zu nehmen und behalten uns unser llrteil vor, bis der Wort- laut der französischen Note oder mindestens eine g e» n a u e r e Angabe ihres Inhalts vorliegt. Ott fangen und Sangen. LeygueS und Dr. Mayer. Pari?, St. Dezember.(Tll.s lieber die Unterredung de? deut» fAen Botlcbafter« mit LeygueZ ist folgende» bekanntgegeben worden: Der Umstand, dast der Ministerpräsident und außerdem noch General Rollet erschien, gestattot die Annahme, daß die Besprechung sich um die Entwaffnung»fiage drehte. ES scheint in amtlichen Kreisen keine Reizung zu bestehe«, auf irgend- einen die Abrüstung betreffenden Punkt des Abkommens von Spa zu verzichten.(Wer verlangt das? Red.) Andererseits wird auch die Alternative: Bbriistung oder Wiedergutmachung die Deutschland offenbar(feierlich bestritten. Red. in Vorschlag bringen möchte, nicht akzeptiert werden. Das seien zwei völlig ver. schiedene Dinge, die im Versailler Vertrage und im Abkommen von Spa besonders behandelt seien. Die EntwaffnungDeutsch- l a n d S gilt als die Vorbedingung der Verkleinerung der Militärlasten Frankreichs. Die Ententeregterungen werden immerhin ihre Beschlüsse erst nach Anhörung der fachmännischen Berater fassen, die in Wirklichkeit aus de» Mitgliedern de» int«- alliierten Militärkomitees bestehen. London, 31. Dezember.(Reuter.) Der englische Minister de» Aeußern hat bisher noch kein« Mitteilung erhalten, daß die deutsche Regienznii den britischen Geschäftsträger in Berlin be» nachrichtigt habe. Deutschland werd«. falls die Alliierten die Weig«. rung der deutschen Regierung zur Auflösung gewisser militärischer Foemgtionen nicht annehmen würden, die aus der jüngsten Brüsseler Konferenz von den deut'chen Delegierten in Sachen der Reparation gemachten Zugeständnisse zurückziehe». Gegen hie Ruhrbesetzung. Pari», 20. Dezember.(WTB.) Der»R s d k e a l* veröffentlicht beut« einen Artikel de» Generalsekretär» der demokratischen und sozialen republikanischen Partei Mamelet, der die Treibe- reien einer Anzahl Blätter für ein« Besetzung de» Ruhrgebiets für äußerst nachteilig erklärt. Die öffentlich« Meinung der ganzen Welt wolle Frieden unv verurteil« einstimmig HerauSforde» rungen und imperialistisch« Bestrebungen. Frankreich dürfe seine Kraft nicht mißbrauchen. Ein« Besetzung des Rnhraeb etS würde. wenn sie nicht als ultimo rntio(letztmögliche» Mittel) zur Durch- setzung de» Versailler Vertrages erfolge, von der zivilisierten Welt einstimmig verurteilt werde«. Wenn Frankreich eine? Taaes da» Ruhrgebiet besetzen müsse, was nicht ausgeschlossen sei, müsse es unmöglich sein, ihm den Vorwurf zu machen, daß eS auf diese» Ziel fvstematifch hingearbeitet habe. Von der eventuellen Besetzung des Ribrgebiets gelte dasselbe, waS Gambetta vor SO fahren über Elmß-Lothringen gesagt habe: Denken wir imm« daran, aber sprechen wir niemal» davonl Ein besseres Jahr? Paris. S1. Dezember.(TU.) Der Mitarbeiter de».Matin". Sauerwein, hat sich bei maßgebenden politischen Person. lichkeiten über die politische Lage in Europa am Jahresschlüsse unterrichtet. Demach zeig« daS Jahr 1921 wohl ernst« Züge, aber «nie wirklicke Beunruhigung sei nicht gerechtfertigt. Wo» insonderheit die Haltung Deutschland» angehe, so seien von dieser Seite trotz der augenblicklich viel Lärm machenden Eni- wafsnungS krage keine neuen Verwickelungen zu er- warten. Di« Verbündeten seien einig in der Ueberzeuqung. daß Deutschland, die unweigerlich- Folge der eventuellen Nichterfüllung der übernommenen Verpflichtungen vor Augen, werd« nachgeben müssen. Fachs vericht. Pari«, gl. Dezember.(TU.) Marschall Fach hat die letzte Sand an da» Dokument über die Entwaffnung Deutschland» gelegt. Der Bericht schildert, in welchen Punkten Deutschland seinen Per. pfl-chtungen nachgekommen ist, und in welchen n o ch n i ch t. Er enthält ke'i ne Schlußfolgerungen doch wird bei Auf. stellung neuer Ricktkinien der Alliierten Foch zu Rate gezogen werden. Ministervräsident LeygueS hat gegenüber den diploma- tischen Vertretern Englands und Italien» erNSrt, daß noch fort- laufende Konferenzen der Alliierten durchaus erforderlich seien._ Sckssesterloß geoen Internierte. Protest der russische« Regierung. Der rulsiiwe Kommissar für Gefangenenangelegenheiten Wigdor Kopp hat an den Reichsminister Dr. Limon» ein länger«? Protest» schreiben gerichtet, in dem aut mehrfache Fälle von Er- schieß un gen russischer Internierter(nicht Gefangener) hingewiesfst wird. Diese Erschießungen werden zurückgesübrt auf «inen Erlaß de» Heer«?abw>ckl»ngSomleS vom 6. Dezember 1920 der den Gebrauch von Schntzwaffen anordne«: 1. Wenn Juternierie stck zusammenrotte» und mit vereinten Kräften einen Ausbruch unternehmen. 2. wenn Jniernierte mit eintretender Dunkelheit(von b Übt nackmitiagS bis 7 Uhr morgen«) entweichen oder zu entweichen versuchen, weil sie dadurch in erheblichem Maße die öffentliche Ruhe und Exchrrbeit geiährden. S. wenn ein Internierter sich der Ergreifung hei Versuch der Flucht tätlich oder durch gefährliche Drohungen widerletzt oder ans wiederholte Ausfordernng oder nach vergebUchem Anruf von dem Fluchtversuch nickt abläßt. Da« Schreiben de« Sowsetkommiffar» protestiert dagegen, daß durch solche kautschukartig formulierten Bestimmungen da« Leben Die Destattung tegiens. Gsleiiet von Zehntansenden aus den Reihen des organisierten Proletariats, gegrüßt von Hunderstausenden, die auf dem langen Wege vom Gewerkschaftshause nach Friedrichsfelde die Siraßen säumten, langte der Trauerzug auf dem Friedhof an. Vor der Leichenhalle wird der Sarg niedergesetzt. Fahnen. und Kranzträger stellen sich zu beiden Seiten auf. Eine unüber- sehbare Menge besetzt Wege und Stege. Ein Arbeiter-Sängerchor stimmt die ergreifende Weise an:.Ein Sohn des Volkes."— Das Lied ist verklungen.— Genosse Molkenbuhr tritt an den Sarg. Er spricht als Vertreter der Partei: Wir nehmen Abschied von einem lieben Freund«. Groß ist diese Trauerversamlung. Aber noch viel größer ist die Zahl derer die um Karl Legten trauern und nicht hier sein können. Diele Freunde hat er erworben, denn er war ei» Neber Mensch und ei« ehrlicher Charakter. Einen Mann hat der Tod aus unserer Mitte gerissen, einen Kämpfer, der weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt war. Darum gibt es in allen Kulturländern Menschen, die mit uns trauern. Vom ersten Augenblick an. wo Karl Legten in die Arb-rterbe- wegung eintrat, hat sich seine Kampfnatur bewährt. Er trat in die Partei ein zur Zeit des Sozialistengesetzes, wo viele der Partei der Verfolgten den Rücken gekehrt hatten, wo Gefängnis und Verfolgung jedem drohten, der in der Partei tätig war. Vor diesen Gefahren ist Legten nicht zurückgeschreckt. Er war nicht nur Führer der Gewerkschaften, sondern er hat auch in der schwersten Zeit das Banner der Partei Hochgehalien. Drei Jahrzehnte hat er in den vordersten Reihen der Partei gestanden. Ost begegnen wir seinem Rame« in der Pari«,- geschichte. Was der Verstorbene als Politiker und Reichs. tagSmitglied geleistet hat, wird den Arbeitern, in deren Intel. esse er sein« Tätiastit ausübte, unvergessen bleiben. Wir nehmen Abschied von unserem Freund« unv Mitkämpfer, indem wir geloben, in seinem Geiste und in seinem Sinne den Kampf fortzusetzen bis zum Siege. Hackelberg.Kiek bringt dem Verstorbenen die letzten Grüße seiner Wähler au» dem siebenten Schleswig-Hol steinischen Wahlkreise. Er sagt: Legten hat stet» erfüllt, was wir von ihm er» warteten. Mit Hefonderem Dank werden die Werftarbeiter, deren Interessen er bei jeder Gelegenheit vertreten hat. fein Andenken Hewahren. Wir werden bestrebt sein, da» Werk zu vollenden, das er begonnen hat. Tißmann entbietet namen» de? Ausschusses des Allaemeinen Deutschen Gewerkschaftsbunde» dem Bahnbrecher und Führer Ar Gewerkschaften den AblchiedSgrutz. Jahrzehnte der Vergangenheit, wo der Verstorbene rastlos als Arbeiter und Kämpfer gewirkt hat, gehen an unserem geistigen Auge vorüber. Wir sehen Legien unter der Herrschaft des Soziali st engesetzez die Kräfte der Arbeiter zusammenschweißen, wir sehen ihn in der Zeit nach dem Sozialistengesetz die Organisationen der Arbeiter aufbauen unv stärken. Nickt nur national, sondern auch internatio» n a l hat er die Kräfte der Gewerkschaften zusammengefaßt. So konnte er auf ein Heer von 8 Millionen deutscher G«. werkschaftSmitglieder schauen, und vor wen-gen Wochen war es ihm noch vergönnt, auf dem Internationalen Gewerk'chaftS. kongreß in London ein Zh-Mill�onen-Heer internationaler Gc- werkichafter ftstae stellt>it sehen. Karl Lernen war ein Fährer. der ftär seine Ijeber.-euanng kämvfte. Jm.Aamvf der RVnurmen haben wir orier mitein-nder a-stritten: Dock am Grabe schweigen die Meinungsverschiedenheiten. Trotz allem, was uns trennte, be- wahren w'r da? LehrnSinerk Karl Lea-?nS dankbar in unserem Ser-en. Tie Arbeiter Deutschland», die Apheft«? der Jnv-rnationale senken am Grab« Karl LcaienS rarernd die Fahne. W-r wollen seine Arbeit fortsetzen, b'Z d�s Ziel, da? er im Auge gehabt bat. erreicht ist: Befreiung der Arbeiter aus den Fesseln de» Kapita- liSmui. Tornow vom Zentralvarssand des Deutschen Solzarb-iterver. band?» sagte: Wir verlieren in Kars Lernen«inen Piomer der Ar� beiterbewegung au» der Zeit, wo es noch sebr schwer war. die Ar- beiter organisatorisch»usammen"?kaisen. Lechen Hai sein« L e- benSarbeit den Gewerkschaften gewidmet. In unse- rer Organisation begann er seine Wirksamkeit. Als er später au der Spitze der deutschen Gewerkschafte« stand, konnte er in seiner eigenen Bcruksor-ianisat'on nur noch als einf-zöber Soldat m'tarbeften. Wir Holzarbeiter ssnd stolz darauf, daß wir den deutschen Gewerkschaften einen Führer wie Legien aeben konten. Wir füblen mit tiefer Trauer daß ein ko vortrefflicher Führer an? unseren Reihen geschieden ist und ge. laben an seine« Sarge, sein Werk fortzusetzen in seinem Geiste und S'nne. Fimm-n-Amflerdam spricht im Namen des Internationalen GewerkschaftSbunves: Euch bat der Tod de? großen Führer? tief getroffen. Schwer ist der Verlust für die deutsche Arbeiierschast- Aber neben den deutschen Arbeitern, die trauernd am Grabe Legien? stehe», trauern ecbnso schmerzlich die Arbeiter aller andere» Länder. denen Karl Legien ebenfalls Führer gewesen ist. Er war der Mann, der mit unverwüstlicher Energ'e gearbeitet hat um M i l. lionen deutscher Proletarier zusammenzuschweißen zu einer achtunggebietenden Macht. Karl Legien h'i weit über die Lande? grenzen hinaus aewirkt. um die Ziel« des Sozialis. muS, die Befreiuna der Menschheit erobern zu Helsen für die Ar. heiter der ganzen Welt. Karl Legien war in erster Linie ein guter Deutscher, aber er war Proletarier und deshalb von i n t e r» nationaler Solivarität bes«eli. Es muß tief schmerzlich für ibn gewesen sein, als da? große Völkerunglück hereinbrach. das Werk seine» Leben« abbröckeln zu sehen und es anderen Händen übergeben zu müssen. Leven ist hingeich'-den. Nicht nur für Euch, sondern für da» i n t e r n a t i o n all e Proletariat, das ihm viel zu danken hak. Mit Euck geloben auch wir. die intern all o- nale Arbeit fortzusetzen, die Legien angefangen Hot. W'r wollen versuchen, mit der gleichen Kegki. Treue und S-shstloss'-keit, die ihn beseelt«, zu tun. was er selbst sein Leben lang getan hat. Karl Legien, du wirst weiterleben in den Herzen defter Freunde, auch im Auslände. Wenn durch dem« und unsere Arbeit die sozialistische Gesellschast gegründet sein wird, dann wird dem Andenken in den Köpfen und Herzen der Menschen fortleben. Scklaf wohl, lieber Freund! Jouhaux- S ariS spricht französisch. Nur wenige verstehe» seine Worte. Aber alle fühlen au»? dem Ton des Vortrags: Hier sagi ein Mann in einer fremden Sprache dasselbe, was wir alle empfinden und was uns Proletarier ohne Unterschied der Nation alle eint. Der Redner erinnert daran, daß die internationale Zu, sammenarbeit der Gewerkschafte« m den letzten Jatren durch den Krieg unterbunden war und begrüßt die Wiederaufnahme der internationalen Beziehungen, die besser seien als sie vordem ge- wesen waren Das internationale Proletariat müsse zusammen- halten im Kamps geg-n den Militarismus und Imperialismus, im Kampf für die Befreiung der Menschheit, in dem Karl Legien einer der besten Pioniere gewesen ist. Wilhelm ine Köhler gedenkt der Verdienste Legien» um die Organisierung der Frauen. Di« deutsche Arbeiterbewegung— sagt sie— verdankt dir unendlich viel. In gvjähriger Tätigkeit hast du die Gewerkschaftsbewegung zu einem festen Stützpunkt der Arbeiter gemacht. Deinem Wirken dankt«S die Arbeiterschaft» daß sie bei der Regelung der Lohn, und ArbeitSverbält» nisse selbst mitzuwirken Hai. Dein Geschick hat die deutsche Ar- beiterfchajt in die Höhe geführt. Besonders denken deiner die 1800 000 gewerkschaftlich organisiert*» Arbeiterinnen. Du warst eS. der Ansang der SOer Jahre erkannte, daß eS nicht genügt, nur die Männer zu organisieren, sondern daß atth die Arbeit«. rinnen ft"' die Organisation gewonnen werde« müssen, damit sia nicht als Lrhndrückerinne» austreten. Du. Karl Legien. warst e» auch, der dafür eingetreu.« fit, daß eine Frau in die Generalkommisf'on aufzunehmen ist und caß auch die Arbeiterinnen ihre verwetung in anderen OvganisattonSkörper- fchasten habe». Wir habe» dir zu danken für die Schaffung de» Arbeiterinnensekretoriat» und der g-w«rkichafilichen Frouenzeitung. Du las, u.i» auch gelehrt, daß die Hau». angestellten organisationsfähig find. Was die Organisation der HaiKangesiellten an dir verliert, können wir heute noch nicht ermessen. Wir können kaum fassen, daß du von un» gegangen bist. Was du für die Frauenbewegung getan hast, wird erst in kommenden Zeiten voll gewürdigt werden können. Wen« die Zeit gekommen rst, dann wird dein Name neben Bebel genannt werden als Förderer und Schützer der Frauenbewegung. Körperlich bist du uns entrückt, im Geiste lebst du unter uns. In deinem Sinn« wollen wir weiter schaffen. Merten». Brüssel. Vorsitzender der belgischen Gewerkschaften. bringt in flämischer Sprache zum Ausdruck, daß er gekommen sei. um zu zeigen, daß das. was die Arbeiter in den letzten Jahren trennte, beseitigt und die internationale Einigkeit der Gewerkschaften wieder vollkommen hergestellt ist. Straffer. Wien übrrbrinist die Abschiedsgrüße der deutsch. ö st e r r e i ch i s ch e n Gewerkschaften, die in Karl Legten stets eine» treuen Freund und Förderer ihrer Bewegung gehabt haben. Nielse«- Kopenhagen spricht namens der dänischen Gewerkschas» ten die Versicherung aus. daß sie de» Verstorbenen, der für die internationale Gewerkschaftsbewegung gelebt und gewirkt hat. stet» gedenken werden Tie Reden sind beendft. Wieder setzt Cborpesang ein. DaS Heldenlied:.Tord Folelon" klingt irvstvoll und hosfniingSfroh auS: »Das Banner kann stehen, wenn der Mann alJch fällt." Zum letzten Gange wird der Sarg emporgehoben. Hinter ihm her schreilet daS G-folg* zur Gruft. Dicht neben den Ruhe. stätten von Wilhelm Liebknecht. Auer. Singer unh Haas« fit da» Grab bereitet.--- Feierlich und ernst ertönt der Thorgesang:.Zum Reich der Gräber rief uns die FreimdeS!? flicht." Langsam entschwindet der Sarg kür rmmer unseren Blicken. Grastmann widmet dem Dal ingeschieden cn den letzten Sckeide- grüß: Jetzt heißt es Absch, d zu nehmen von dir. und doch wissen wir im Augenblick noch nicht, wie wir die Lücke, die durch dein Hin. scheiden enfitanden fit. ausfüllei, tonnen. Du bist in Wort und Schrift gepriesen word-n a'S Organisator« als Führer und als Kämpfer. Wer noch daran zweifeln'önnte. daß du dir ein An» denken beim Volk bewahrt hast, dem wird der Beweis erbracht durch die Tausende, die h-ute deinem Sarge gefol-st ssnd und die Tau» sende, die die Straßen säumten. Di.', der schluhte Mann bist be» stattet worden wie ein Fürst, dich hat man zur letzten Ruhe ge» bracht in einer Wefie, die den Beweis gilbt für die Liebe und die Wertschätzung, d-r du d'ch bei den Arbeitern erfreut hast. Die Freund«, die mit deinem Eifer und mit deinem Willen das große Werk fortsetzen werden NiS dv begonnen hast, geloben an deine« Grabe, daß sse weiterarbeiten werden in deinem Sinn« und daß sse da» Vermächtnis deine» Gefites ireu bewahren werden. Schlaf wohl, treuer Freundl Die Kranzträger treten an die Gruft. AIS erster Rickard Fischer, der mit wenige� Widmungsworten im Namen de? plötzlich erkrankten ReickStagSpräsidenten. L ö b e einen Kranz nicder'egt. Dann folgt ein Kranz vn« den Gewerfichaften und der Sozial- demokratischen Partei in Deutsch. Pole» Weiter reiht sich Kranz an Kranz. Sie häufen sich an der Gruft, sse säumen die Wege in der llmaebung de? Grabstätte. Goldbuchstaben auf roten Schleifen geb-n AuSkuntt über Sie Spender. Sie zäkllen noch Hunderten. Die einzeln aifizu führen ist nicht möglich. Die Kewerftchaften sind obne Ausnahme durch Kranzspenden vertreten. Reben den Zentralvor ständen baben nicht nur die Berliner Organisationen, sondern auch auswärtige Kränze gestiftet. Groß ist auch die Zahl der«inzekne» Betriebe, deren A'veiter Kränz« -e spendet baben. Auch Organisationen der Soziakdemoftatikchen Partei fehlten nickt bei der Ehrung de? Verstorbenen. Die Ham» burger Parteigenossen hatten ihren letzten Gruß durch Genossen Frohm« überbringen lassen. Der Hauptvorstand de» Verein» Arbeiter-Jügend hatte durch«ine Kranzspende de? Mitlbegründer» der Avbefterjuaend gedacht. Einen Kran, des Zentralverbande» Deutscher Konsumvereine legte Genosse Müller nieder, indem er der Verdunste gedachte, die sich Karl Legien auch als Vor- kämpfe? und Wegbereiter der Genossenschaften erworben ha:. Auch von anderen genossenschaftlichen Organisationen waren Kränze gekommen. Alle diese Zeichen der Ehrung zeugen dafür, daß sich Karl Legien ein bleibende» Andenken im Herzen der Arbeiter nicht nur Deutschlands, sondern der ganzen Kultur» Welt erworben hat: Ein Denkmal, dauernder als Erz und Stem. nisssicher Internierter in die Gewalt jedes beliebigen WackipostenS gestellt wird,»nd erklärt, daß das Vorgeben der deut'chen Be- börden beispiellos in der Ge'ch'chte der Jniernienmg fremder Truppen auf n e u t i a l« m Boden dastehe. Es. babe den Anschein. al» ob kür die Behandlung der auf deutschem Boden internierien Sowjettruppen»in An«nahmerecht gefwaffen werdeu soll«. Schließlich werden für den Fall weiterer Erswießungen Re- pressalien der russischen Regierung gegen die deutschen Ge- angenen in Rußland in Aussicht gestellt. Nach öer Spaltung. T s« r S, 31. Dezember. Die rechtsstehenden Sozialdemo- krateu haben fich gester» mit den Anhänger« der mittlere» Linie »»» Langnet zu eine« gemeinsamen Parteitag ver- einigt. Die beiden Parteien«erde» die alt« s-gialtstische Partei fortsetzen. die oberstMejiftbe �bftimmunp. Berlin, 3l. Dezember.(WTB.) DiedentscheFriedrn». del egatio» in Poris bat gestern gegen den Beschluß des Bot- schafterrate« vom 27. diese» Monat« bezüglich der Abstimmuna in Oberschlesie» Perwatrnng eingelegt. Die eingehende Be. antwortung der Rote des Botschafterrats wird nach einer baldigst stattfindende« Sitzung de« RrichslabinettS erfolge« Weitere Abstimmungen der Eisenbahner. Wie un»«in Draht- bericht aus Hamburg maldet. stimmten im Direktionsbezirk Altona, nach dem vorläufigen Ergebnis der Abstimmung in der ReichSgewerkschtft Deutscher Efienbahnbeauwen. 80 Proz. für einen Streik. Im Eisen bahndirekt ivnsbezirk Erfurt habe« ÜS Proz. der Eisenbabnbeamten und-Anwärter an der Abstimmung teilgenommen. 30 Proz sprachen fich dabei für die Durchsetzung der Forderungen mit allen gewerkschaftlichen Mitteln aus. OewerMastsbewegung Soll üas so weiter gehe«! Gleich«nn ersten SrbeitSlage deS neue» Jahres treten die Ber« liner Holzarbeiter wieder in den Kampf ein. Aber nicht in den Kampf zur Verbesterung der Lage der Aibeiter. Der Kampf, den fie für viel wichtiger halten, ist der Bruderkampf unter den Ar- bester», der im neuen Jahre mit einer Versammlung der General- veriammlungSdelegierten, BetriebSräle, VerrrauenSleute und Ber» bandSsunttionäre am Montag, den 3. Januar, abends 6 Uhr. in den Kammrriälen, Tolrower Strohe 1/4, eingeleitet wird, Dr. Hertz und Heinrich Brandler werden über»Moskau oder Amsterdam' referieren. D« Holzarbeiter befinden fich im ganzen Reiche in einer Lohn Bewegung. Mindesten« 20 Proz. Lohnauficklag find gefordert. Die Unternehmer wollen eine Ivpro, entige Erhöhung eimreren lasten. Die Berliner Unternehmer betdiliehen dagegen, keine Lohnerhöhungen zu zahlen, die Löbne vielmehr abzubauen. Nach den Vereinbarungen des ArbeitgeberfchutzverbandeS richten fie sick nicht mehr. Dabei werden beute schon in zahlreichen Neineren Orten deS Reiches höhere Löhne gezahlt als in Berlin. Das find für die Berliner Holzorbeiler scheinbar unwichtige Fragen, met denen fie fich i» den Versammlungen nicht zu beschäsligen brauchen. Die kommunistische Fraktion befindet fich noch in der Minder- heit. Trotzdem bekommt fie immer ihren Willen und kann machen was fie will. Um nicht in den Verdacht zu kommen, nicht radikal zu fem, überlafie« die anderen Angestellten und Berwaltungsmit- zlieder den kommunistischen GewerkschastSanShöhlern die Führung und Leitung deS Verbandes. Auch die Konzession hat fie den Kommunisten gemacht, datz im neuen Jahre zu allererst die Mos- kauer Sehren behandelt werden und ein verbandsfremder Kommunist die Gelegenheit haben soll, die Berliner Holzarbeiter für die Zer- störunq ihres Verbandes ,u bearbeiten. Wie bei früheren beschließenden Versammlungen, so werden die Kommunisten auch diesmal wieder mit List und Schlauhe,t für eine möglichst kommunistiiche Zusammensetzung der Versammlung sorgen. Da heißt e« für jeden F'eiind der Gewerkschaften, in den Beirieben auiposten. Auch dem muß entgegengetreten werden, daß die Arbeitslosen für dte kommunistischen Ueberrumpelungen ein- gespannt werden. Wer nicht will, daß im neuen Jahre der Holzarbeiterverband «an, in» kommunistische Fabrwafier gerät, der muß in dieser Ber- sammlung leinen Mann stellen. Die Bernachläifigung des Gewert- schastSkampfe« muß ein Ende haben. Die Unternehmer weisen den Berliner Holzarbeitern einen anderen Weg. Einigkeit und fester Zusammenschluß ist die Parole, d,e 1921 zu gelten hat. Sabotage von Notstanösarbeltea. Vom Doutschen Bauarbeiterverband, Verein Berlin, Sektion der Zemetrtierer, wird utiS geschrieben: Wir befinden uns jetzt in einer Zeit, wo alle verfügbaren Kräfte dienstbar gemacht werden müßten, um den Staat und die Kommunen vor unnötigen AuS- flaben zu bewahren. Ein Beispiel, wie weit dem von matzgebender Stelle nachge- kommen wird. Tfie Stadt Neukölln hatte im Jahre 1913 die Arbeiten der Untergrundbahn in eigener Regie übernommen, und die Arbeiten konnten in der Zeit, als das Material sehr schwer zu besorgen war. ohne Unterbrechung ausgeführt werden. Das änderte sich aber mit dem Zustandekommen von Groß-Berlin. Jcßt konnte Neukölln nicht mehr selbständig über die ArbeitmG verfügen, sondern war abhängig von Groß-Berlin. Der Herr Baurot Habn, der seinerzeit die Arbeiten der Unter- grundbahn in Neukölln leitete, hat sicher viel dazu beigetragen, datz die Arbeiten so weit gefördert swd. Auf Grund der Erfahrungen, die man mit seiner Person ge- macht hatte, wurde er auch»lS Dezernent für den Tiefbau in Groß Berlin gewählt. Der Betrieb, der ansang» durch die Agi- trtion einer bestimmten Richtung für die Detriebsorganisotion und unter Anwendung derselben durch das Mittel der passiven Resistenz sehr zu leiden batt«. war durch die g e w e r k s ch a f t- lich organisierte» Arbeiter in letzter Zeit in puncro Lei- stungen aus eine Höhe gebvacht, daß er es mit jedem Betrieb eines Privatunteruehmrens aufnehmen konnte. Erst einige« Wochen wird nun die Arbeit von oben herab sabotiert. Wahrend man alljährlich Milliarden für de» MiliiariS- mus verschwendet, hat man mit einem Male kein Geld für der- artig notwendige Arbeiten wie die der Untergrundbahn. Man will, da die Arbeiten gegenüber den anderen Strecken zu weit vor. «esüjrifint fern soTen, die Arbeit strecken, indem die Arbefierzahr reduziert werden soll, und zwar solle» die Arbeiter eine Woche arbeiten und eine Woche ErwerbSIojenunterstützung erhalten. An- statt mit den Mittel» produktive Arbeit ausführen zu lassen, werden Staat und Kommunen immer mehr durch die ErwerlSlosenfürsorge belastet. Die Arbeiter in Neukölln führen die Arbeit weiter ans, auch auf die Gefahr, daß ihnen der Lohn verweigert wird. Wir haben die Baustellen besichtigt und dabei festgestellt, datz im Sommer von der technischen Leitung Arbeiten ausgeführt wur- den, die herpach durch Stemmarbeiten wieder beseitigt werden mutzten; hierdurch find Tausende von Mark unnötig verausgabt worden. Ferner sind die Arbeiten, die von den Einschalern, Zimmer- leuten. Zementierern und Flechtern ausgeführt werden, derartig. datz sie weiter ausgeführt werden mutzten, wenn die Bauleitung nicht Gefahr laufen will, daß in der Hermannstvatze die Häuser einstürzen, da von den Zimmerleuten dauernd nachgesteift werden muß. Da für die einzelnen Kategorie« der Zementbranche und der Zimmerleute genügend Arbeit vorhanden ist. würde das Interesse an der Arbeit schwind«,, wem, eine künstliche Einschränkung der Arbeit erfolgen würde. Der Beschluß der Tiesbaudcputation betr. Einschränkung der Arbeit in Neukölln ist unhaltbar und unter keinen Umständen auf. rechtzuerhalten. Hier könnte übrigens das ArbeilSbeschasfungSomt, daß die Gelder— da die Hauswirte an den Häusern nichts machen losten— nicht loS wird, eingreifen und die Fortsetzung der Arbeiten er- zwingen. Wir wenden unS somit an die Oeffentlichkeit, um zn zeigen, daß die Behörde» zum großen Teil an der Arbeitslosigkeit selbst Schuld sind. Wir hoffen, daß unser Hinweis genüge« wird, um den Ma- glstvat von der Notwendigkeit der Arbeiten zu überzeugen. OrtSattSschüsse des A D G. In Berlin ha« fich ein ReichSauSschutz für Vieh- und Fleischverkehr gebildet, der sich die Kontroll« der Vieh- und Fleischpreise zur Aufgabe gestelli hat und versuchen will, auf eine Senkung der Breii« bin,«wirken. In dielem HaiivtanSschuß find auch Vertreter der Verbroncher und als solche die Gewerk- sch asten vertreten. Der HauvtauSschuß hat in einer Reih« von B«>irken UvterauSschsifie eingefetzt. SS ist wünschenswert, daß auch zn diesen die Gewerkschaften durch ihre OrcSauSschüsse Zntritt zu erlangen suchen, und eS wftd weiter empkoblen. daß als Vertreter der Gewerkschaften auch ein Fachmann o«S dem Fleischerei- geweib« bin„iae,ogen wird. Der Zrntralverband der Fleischer und Bernfsgenosten Deutschland». Berlin 0 27, Dirck'enstr. 4. ist bereit sachkundiae und erfahrene Genossen alS Beisitzer den Ortsausschüssen zu bezeichnen. . Stonte«, de»«. Samun 19a. adend,« OTit, I» den Siummetfalen, Tevnwee SN. 1—«:«ersommwng der Delegierten jmr General. Betfaminrnng, Betrird-ritte, Dertraueneleut» und der«nntr-llkomnilsna». Tagesordnung: 1. Rur groge Moskau oder Amsterdam. Referent: Dr. Herl,. «orreferent: Heinrich Brandler.— Mittmo». den i. Zannar: B-rtrauen-. mannervercammlunae» der Bezirke und Branchen in den bekannten Lokalen. lBezirk Südosten Donnerstags,«nopfardeiter Dlenstaqs.)— Mitgliederner- lammlungen: Knovf-, Perlmutter- und Glfenbelnarbeiter: Donnerstag, den «. Januar lSSl, abend, 6 llbr, in der Aula de«.Reol.Gnmnastums". Nopven. straße 7S. Bvrstenmaider: Donnerstag, den 6 Januar 1921, abends 7 llbr im.B-rbandshous', Rungestr. 50 fArbeltslofenfa-N. Tischbran»e: Montag, den 10. Januar 19a, nachmittag, 4>4 Uhr, in der„Schul-Aula", Petersburger Straße 4. Rentraknerband de, Aagestelte». Peefammlnngen am Montag: Gemeinde- angestellte: 7 llbr,.Seobientiile, Carblenstr. 17/18.—»rankenkallenanaestellte: 4 Mr. Prachtslll«.Alt-Berlin', Blumenstr. 10.— Hoch- und Tiefbau: 7% Mr. .MustkersSle", gaifer.WMelm�tr. 51.— Rahrunas- und Genußmittelindustrie und Handel: 5 Mr. Zlestanrant Heinrich, Graste frankfurter Str. 50.— Brauerei e», SpltUiiofen, Wein: 7% Mr,.Dresdener Ziasin»', Dresden« straste X. Mus öer Partei. Di«„Freiheit* gegen die Wahrheit. AuS Frankfurt wird uns geschrieben: Die Tatsache, daß im Agitationsbezirk Frankfurt a. M. 17 Ortsgruppen der U.K.P. mit 500 Mitgliedern zur alten Sozialdemokratie zurückgekehrt sind, hat die.Freiheit' als Schwindel bezeichnet..Nur eiue OrrSgruppe fei übergetreten und diese habe noch geschwankt, ob sie zur S.P.D. oder zu den Kommunisten übertreten solle.' Gegenüber diesem dreisten Schwindel stellen wir erneut fest, daß nicht, wie die.Frei- Heft' behauptet, nur eine, sonder« 17 Ortsgruppen der U.S.P. zu unserer Partei übergetreten find. Dies« Tatsache mag den lln- abhängigen sehr mrai Henehm sei«, doch an dies»? Tatsache läßt sich eben durch Abschwindeln nichts ändern. Etwas ehrlicher war aber daZ unabhängig«.Volksrecht" in Frankfurt. Dieses schrieb in seiner Naivität:„Es sind ja nur klein« L a n dg r u p pch« n, di« zudem ohne Belang sind.' Daß diese Landgrüppchen aber 500 Mtglioder hatten, das verschweigt man aus begreiflichen Grün. dem Im übrigen irrt die.Freiheil' auch, wenn sie schreibt, daß selbst nn Bezirk Frankfurt nur von einer Ortsgruppe wäre die Rede gewesen. Richtig ist auch hier, daß am 19. Dezember auf dem Bezirksparteitag iu Frankfurt öffentlich festgestellt worden ist, daß 17 Ortsgruppen der ll.S.P. den Weg zu uns wieder gesunden haben. Auch die„Volksstimme' in Frankfurt hat dieses in ihrem Bericht in Nr. 297 festgestellt. Es ist also glatter Schwindel der„Freiheit", wenn fie diese Uebertrittsbewegung aus der ll.S.P. zu unserer Partei abzuleugnen versucht. Im Gegenteil können wir heut« der.Frei- heit' verraten, daß diese UebertrittSbcwegung noch weiter: anhält. Geschäftliche Mitteilungen. Di« 4 anstcundiittlich billigen Tag« htt Firma 6. Ab am fi-dm. mit bem 5. Januar beginnrnb, zum ersten Mal« fett« Jahren wieder statt. Diese Sondertage, welch« durch ihr« austrrgew ähnlichen Angebote schon vor dem itriege die grSstte Anziehüngskroft auf weitest« streife ausübte», werde» um so freudiger begrüst««erden, als fie fit: den grdstlen Teil der Bevölkerung die langersehnt« günstig, Gelegenheit zu endlich wieder vorteilhaftem Gilllauf darstellen. Das Geheimnis, warum der stapit»»-sta»tabak solchen vorzügliche« Geschmack hat, liegt lediglich darin, weil diese Marke au» reinem amerikanische» stcntuckgtabak unter Berweudung feinster Zutaten zur Sauce hergestellt wird. Wir machen besonder» auf das heutig« Inserat der Firma Carl Ziiicker, Berlin, Lichtenberger Str. 22, aufmerksam. Verantw. für den redakt. Teil: Dr. Werner Beile», kharlsttenburg: für ftrzciaen: Tb. Glocke. Berlin. Lerlag: Vorwärrs-Äerlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Bor- wärtS-Buchd ruckerei». Leriagsanstal» Bau« Singer». 2a„ Lerlta. üladeustr. 5. Hier,« 4 Beilage». ZsMlis. UeMll. EiU. MMMlzeA. In einem Tage von feinen«ntsetzlichen Schmerze« befreit. Herr Joseph Wilhelm, Müncben, schreibt:.Seit zwei Monaten litt icd derart an JichraS, daß ich nicht gehen und nicht stehen und das Bett nicht verlassen konnte. Ich hätte aufschreien mögen vor Schmerzen. Kern Mensch glaubt, was ich gelitten habe. NicbtS half mir. Da brachte mir meine Frau aus der Apotheke Togal mit. Die Wirkung war geradezu wunderbar. Noctidem ich nur wenig« Tabletien genommen hotre, war ich vollkommen wieder- hergestellt. Ich gebe daher jedem Leidenden den Rat, sich sofort doS unfehlbar wirkende Togal zu besorgen. Niemand wird diese AuSgabe bedanern.' Aebnlich berichten viele Hunderle, welch« Togal gegen RbeumaiismuS. Hexenschuß. JichiaS, Gicht, Schmerzen in den Gelentkn und Gliedern, sowie bei allen Arten von Nerven- und Kopfschmerzen gebrauchten. Es gibt nicht» Besseres. Klinisch erprobt! Aerztlich glänzend begutachtet! Alle Avotbelen führen Tocial-Tabletten.__ 10/7 Ein Kneifer, der schlecht fitzt, kann nicht nur den täglichen Bedarf an Aerger vollständig decken, sondern er schädigt auch die Sehkraft. Wer einen vollkommenen, unter allen Umständen und in angenehmster Weise sestfiyenden Kneifer zu haben wünicht. der sollte sich einmal den L o h m a n n-Kneifer anprobieren lassen bei Her- stellen» selbst: Lohmann- Kneifer, Berlin W, Potsdamer Str. 134a. Eine solch« Probe spricht mehr, als hier gefagt werden kann. Man verlange Prospelt U. Zufriedenheit und Arbeitseifer Berfchaffk der gute Lohmaun-Kneifer. SUMe UMaituiiseii an bewen lleuWs- Zesttogea werden im �' je einer K .Heilere«_ MW____________ faUftfment» werden ein ungemein reichhaUige» neue» Programm um rcizoällen und originellen Rummern aurweisen. 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Und so begann man eifrig zu denken wie Pünsche und Schnäpse sind einzufckänken, damit man der festlichen Neuja�rszett begegne mit geistiger Regsamleir. Das Jahr hat durchschritten die vollen Stunden. verheilt und vernarbt find die schäissten Wunden. Der Kessel ist wieder im Stande der Gnade, so rein wie M a r l o h bei jener �üsilade. die dreißig Dtenschen zu Schanden gemacht— Gott gebe ihnen allen geruhjame Nacht. Die Studenten von Marburg kneipen und singen, ihre Unschuld wand sich durch Fallen pnd Schlingen, indesien der Forstrat. der Orgeschheld, zur Weihnacht tröstliche Reden hält. Er läßt die christlichen Sternlein funkeln und schärft die Gurgelinesier im Dunkeln. Im Dunkeln gleitet das bayrische Land ergeben und stumpf zurück auf den Stand von Anno vierzebnbundert und sieben,' wo Gehorsam noch lebte bei Folter und Hieben. Drob regt sich in Sachsen der Neid nicht wenig, schon ruft es. schon fleht eS:.Komm h'eeme, o Keenig I' Herr Simon«, Minister und wirklicher Rat,- schreibt starke Roten nach Münchner Diktat: .Wir legen die Waffen nicbt nieder, wir trügen ehrbar und bieder und narren die halbe Welt, � wie'S unfern Gelüsten gefällt. Die Steuern zahle das rötliche Pack. wir stopfen derweilen den Schiebersack und kleistern in salter Behaglichkeit am Reich der alten Gerechtigkeit!� � Zwei Jahre trägt Deutichland den Freiheitsnamen, noch füllte kein Inhalt den leeren Rahmen, Du hältst, mein Deutschland, die Rase sehr schlapp, es tanzen herauf, es tanzen herab des Rückschritts Geister in schwärzlichem Reigen, sie jubeln und du mutzt kläglick schweigen: .Wir legen die Waffen nicht meder, wir trügen ehrbar und bieder und narren dix halbe Welt. wie'S unfern Gelüsten gefällt. Bald wird untere Hoffnung wirklich und wahr, ein fröhliches Neujahr, ein glückliches Jahr!* Die Gläier klingen, der Wein perlt rot, Millionen aber irren in Not und suchen vergebens weit und breit das Reich der neuen Gerechtigkeit! Soziales. Die Marken zur Juvalideuverftcherung. Zur Erhöhung der JnvalidenversicherungS» beitrage teilt das Reichsarbcitsministerium mit: Der Reichstag hat am 18. Dezember ein Gesetz über eine autzerordemliche Beihilfe für die Empfänger von Renten auS der Invalidenversicherung in drei Lesungen einstimmig augenommen, um die anerkannt große Notlage der Jnvalidenrentner so rasch alS möglich zu lindern Die Mittel sollen ab 8 0. Dezember durch Verkauf der J»va- lidenversicherungSmarken zum doppelten Nennwerte aufgebracht werden. Der frühe Zeitpunkt muhte gewählt werden, um daS Ankaufen und das H a m st e r n mit Marken zum einlachen Preise zu verhindern. Das Gesetz wird jetzt im.Reichsanzeiger' bekannt- gegeben; ansang Januar erscheint es auch im Reichsgesetzblatt. Dazu wäre zu bemerken, daß es gewiß lehr anerkennenswert ist, wenn man die Markenbamsterei zu unterdrücken versucht, c'atz eS aber doch nicht angeht, die Ausioirkungen eines GeieyeS in Erscheinung treten zu lassen, bevor das Gesetz selbst rechtskräftig geworden ist. In diesem Fall werden viele gezwungen, Marken zu doppeltem Nennwert auch für Zeiträume zu kleben, in denen der doppelte Nennwert noch nicht in Kraft war. Vorträge, vereine und Versammlungen. Die S.P.D.-GenosicuschastSrSte der Konsum-Genofsenschast werden zu einer wichtigen Besprechung am Sonntag, deu 2. Januar, vorm. W Uhr, im„Bürgerheim", Mle Schönhauser Straße 23/24, erngeladen. • «ttit Stesogr-phisch« Bereinigung Stotze-Schrey.«Urse finden statt; Osten und Nordosten. Ansängerkursus: DieiuZtag. den 4. Januar, abends von 74�— 9% Uhr, in der Eemeindeschule Etrahmannstr. 6; Fort. bildungskursus: Freitag, den 7. Januar, abends von 7>*—-tN., Uhr, in der Äe» weindeschule Etraßmannstr. 6. Südosten. Anfängerkurlus: Sonntag, den g. Januar, vormittags von 10— 12 Uhr, Adalbcrtstr. 24(Lokal des Herrn Leb- mann): Fortbildungskursus: Donnerstag, den 6. Januar, abends 7—9 Uhr, Adalbertstr. 24(Lokal des Herrn Lehmann). Neukölln. Anfängerkursus: Donnerstag, den 9. Januar, abend» von 7—9 Uhr, in der 29. Eemeindeschule, Boddinstr. 52— 56. eiiden und Südosten. Seitens der Buchdrucker. Steiuigraphenvercinigung Etolzc-Echnüi, die unserer Bereinigung angegliedert ist. finden Dienstags von 7—9 Uhr Anfänger» und Fortbildungskurse statt« an denen jeder teilnehmen kann. Ein neuer Ansängerkursus beginnt tiA Dienstag, den 25. Januar, im Lyzeum Tempelhofer User 2, Schulaebäude, 2 Tr. Auch die Fortbildungskurse finden Dienstags daselbst statt. Nach Bedarf vier» den auch in anderen Stadtteilen Berlins Kurse eingerichtet. Unterrichtsbeitrag in allen Ansängerkursen 29 M.(ausschl. Lehrmitteln). Die Beteiligung a» den Fortbildungskursen ist durch die Mitgliedschaft bedingt, ein weiterer Unter» richtsbeitrag wird nicht erhoben. Anmeldungen an den bezeichneten Stelleu und an den festgesetzten Tagen bei den betreffenden Untcrrichtslcitern. Dov» h-rige Anmeldungen nehmen entgegen und weitere Auskünfte werden erteilt: Karl Balkosee, Berlin O.-4. Zorndorfer Str. 39; Paul Heinisch, Berlin, Ada!» bertstr. 24, Ecke Engelufer: Bernhard Schulze, Neuköllu, Äeserstr. 157/156; Oskar Elsn-r, Neukölln, Pflüg erste. 78; Fritz Mühl«, Berlin S. 59. Urhanstr. 95. Zentrale für Einigung der Sozialdemokratle(Bezirk N e u k ö I l n): Sonn» tag, den 2. Januar 1921, abends 6 Uhr, bei Heide, Selchowvr,, Ecke Weise» straß«: Gemütlicher Neujahrs-Familienabenb.— Frete Schwimmer S.harlotten» bürg. Sonntag, den Z. Januar, nachmittags 2 Uhr, findet iin Bercinslokal Bohne, Schloß st r. 45, die Ordentlich« Geiicralversammlung statt,». a. Neu» wähl de» Vorstandes.— Arbeiter-Samaritcr.Koloi.nen. Sonntag, den 2.?a» nuar 1921, vormittags 11 Uhr, großer Dienst im„Lustgarten*. Tragen sind mitzubringen. jn n••• /T»•.. V2P Zum Teil unter der Hälfte Große Preisermäßigungen Groß« Pötten 130 cm Kostlimstoflö Wintercheviot Fensterlaro» und or Streifen............ früher 165—, jetzt O J-""- Kostömstolf farbig und ichwarr, qc reine Wolle..... flüher bis 175—, jetzt Kammgarne Linienstreif., früh. 175.—, jetzt 95.*� Frühjahrs-Mantelstoffe qc reine Velie, helle Farben, früher 178.—, jetzt Covert-Coat 1 40 cm br, früh. 325—, jetzt 1 45.- Große Posten Kleiderstoffe Blusenpoplin mod. Streif., früh. 39.50, jetzt 19.50 ReinwoIL Blusenstoffe �g�jetzt 39.50 Alpakka KS* 50. jetzt 39.50 W oIIeneKammgarne 53.- Konfektion Flanellblusen«estreift....... jetzt 35." Voilekleidcr waschbar....... jetzt 195." Wollene Straßenkleider.. jetzt 275." Velvetkleider............ jetzt 295.- Seid. Nachmittagskleider» jetzt 425.- Elegante Tanzkleider.... jetzt 275.- Elegante Abendkleider». jetzt 725.- Winter-Unterrockc Heibvrrfie. jetzt 65.- Wolltrik. u-Tuchunterrocke jetzt 87.50 AJpakka-Unterrccke j°lzt 125,- Zum Teil unter der Hälfte des früheren Preises Große Posten Seidenstoffs Paillette schwarz.......... jetzt nar 27.50 Blusenseide gestreikt.. krüher 75,-, jetzt 35.— Bedruckter Seidentaft früher 85.., setzt 59.— Seidentaft schwarz, doppelbr», früh. 135.», jetzt 7 8—. X' Böllen schwarz, doppelbreit, früher 98,50, jetzt 58.—- Futter-Serge...... früher 35.-, setzt 23.50 Große Porten Baumwollstoffe 0 Velours für Morgenröcke, früherbis 43.-. jetzt 22.50 Gestickte Musseline u. ßatisle 99 ca 115 cm breit......... fiüher 45.—, jetzt""»30 Oberhemdenstoff... früher 3S-, jetzt 23,50 I7-;_ 1,»—__(Twill) f Futterzwe>Ve,ll Ocm,-| O„- P schwarz, weiß.�rau, früh. 29.S0,ieljt A Ö.50 Bedentend itn Preiae ermäßigt, bis znr Hallte and darunter t Große Posten Reste Stoffe, Spitzen und Bänder CORDS iieapoldSadie) der kfz'.en 0eeB01®,04*0<*0�»0*,0,*»0"*e0e*,0'�0',e»0<«e0i*e0,*,0'«'0w0e#i0,<�0e*'0i<'�o»w0'*e0e»'0**,0,*»0'**O'e-0* InvBDtnp-Vepiiauff Saison— ohne RQckslcht— Einkaufspreis- 4 ROniflstr. 21-25. i Tmmz o. RestbüitirÄ bJHgen Pressen abgegeben, �beisgsSefSes daste en Verkauf nur soweit Vorrat: ? 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Dir glauben, den Meister volkstümlicher und dabei form- vollendeter natnrwisscnichastlicher Darstellung am besten zu ehren, wenn wir ihm telbst das Wort geben. Der optimistische Aus- blick aui die künstigen Sckickialc unserer Mutter Erde ist dem Kosmosbändchen.Der Mensch der Zukunft" entnommen. Der Gedanke, daß unsere Erde schon innerhalb der uns erkenn- baren geologischen Zeiträume sichtbar vergreist, vereist, wasserarm und waS sonst alles geworden sei und neben uns unaufhaltsam weiter werde, entspricht zwar gewissen älteren geologischen Ansichten. kann aber heute so gar nicht gehalten werden. Wir nehmen an, daß auch die Erde in äußerst fernen Tagen aus einem ober- flächlich glühenden Zustande in einen andern übergegangen sei. Das mag sich in unfaßbaren Zeiträumen vollzogen haben: wisien tun wir jedenfalls nicht viel davon. Seither aber dauert jener .andere" Zustand an, der gekennzeichnet ist eben durch das Auf- blühen und den wunderbaren Anstieg des Lebens. Gegen jene mythische Urzeit mag das noch eine kurze Spanne sein. Immerhin umfaßt es die für uns kolossale Zeit von mindestens hundert Millionen Jahren bis zu den uns zufällig erhaltenen ältesten Resten solchen Lebens; da das Leben selbst aber bestimmt viel älter ist(die Reste selber bezeugen es klärlich), mutz es noch beträchtlich viel mehr sein. In dieser langen Epoche ist die Erde ganz zweifei- loS von irgendwelchen Außenkatastrophen ernstlicher Art gänzlich ungestört geblieben. Weder die unendlich feine Schweifmaterie von Kometen, noch Meteoritenfälle, noch sonst, was immer man sich er- denk»». möchte, können ihr etwas getan haben, andernfalls hätte sich daS Wben eben nicht so einheitlich entwickeln können; auch müßten wir die Anzeichen in den alten Gesteinsschichten lesen. Aus»sich selbst heraus" aber ist die Oberfläche dieser Erde in eben diesen langen Zeiten immer wieder der Schauplatz gewisser periodi- scher Verläufe gewesen, die bis heute nirgendwo den sicheren Zug unmittelbar absteigender Vorgänge, sondern bloß einen mehr oder minder regelmäßigen Wechsel wie den schaukelnden Wogenschlag eines im Innersten doch gleichmäßigen Meeres zeigen. Periodisch schon von der vorkambrischen Zeit an wechseln so geologische Erden- tage stärkerer Festlandbildung mit solchen stärkerer Wasserbedeckung. und auch die Erdkarte von heute gliedert sich noch durchaus dem hier gegebenen Zuge ein. In gewissen Abständen macht sich »vachsende GebirgSbildung geltend, in den Zwischenzeiten aber wittern diese Gebirge wieder herab; auch hier stehen wir heute deutlich im Ausklingen einer legten, der tertiären GebirgSepoche, unsere Gebirge zerfallen zu Ruinen, mancherlei feine Anzeichen aber lassen vermuten, daß eS auch da immer weiter und erneut aufwärts gehen wird. Zeitweise herrscht mehr Schutt- und Sand- wüste auf den großen Festlandslächen. zeitweise mehr Fruchtbar« keitsbedingung; sehr bezeichnend beginnt unser großes geologisches Wandelbild bereits mit solcher Verwitterungswüste, um sich dann so und so oft zu verwandeln, zu verwischen, zu erneuern bis heute. In Wständen verstärkt sich der Vulkanismus und verringert sich wieder bis fast zum scheinbaren Erlöschen; eine letzte Krisi» liegt auch da noch nicht allzufern von uns in der Tertiärzeit, und auf eine neue gehen wir ziemlich ersichtlich grade wieder loS. Und so ist es mit den Erdbeben,— so, was am sonderbarsten zu jener' Schreckensvision klingen mag. vor allem aber auch mit dem Klima. ES darf heute als ein« doch wohl gründlich veraltete geologische Auffassung gelten, daß die diluviale Eiszeit, die wir SRenschen schon ohne Schaden durchgemocht und(bei inzwischen wieder auf- steigenden Klima) hinter' uns gelassen haben, eine klimatische Schlußerschcinung oder doch dräuende letzte Vorstufe einer solchen gewesen sei. In den allrroUcsten Tagen jener geologischen Hun- dertmillionenreche finden sich schon Eisspuren. In der Permzeit am Ausgang dev uralten Steinkohlenzeit ging ebenfalls eine Eis- zeit über Teile der Erde, also grade dort, wo die absteigende Auion noch den Blütenkranz der frischen Jugend-am freigebigsten Nr- teilte. Wenn das Klima sich dazwii-chen mehrfach bis zu Tropenwärme in hohen Breiten(wie /och zuletzt wieder in der Tertiärzeit, die ihre Palmen bis zur heutigen Ostseeküste trieb) steigerte, so zeigt sich abermals dio�Wahrschcinlichkeit pcricdischen Wechsels, dessen Ursache uns noch sehr rätselhast sein mag, den man aber unmöglich so drehen kann, daß er bloß geradeaus von Warm zu Kalt gegangen wäre. Das Ergebnis ist, daß von der gesuchten.Vergreisung" der Erde noch nirgendwo die Rede sein kann, wenn wir den Dingen auf den Grund rücken. Selbst ein so ungeheurer Zeitraum, wie dieser des ganzen LebenShcvanf- gangS bisher, genügte offensichtlich nicht, um bereits dazu zu führen. Und nichts spricht in irgendwie absehbarer Zeit dafür, daß die Dinge anders würden. Die genannten Äechselvorgänge gehen offenbar noch ruhig weiter, mit dem gleichen ungemem langsamen und deshalb im ganzen ungefährlichen Schritt wie bisher. Manchen. lei Gründe lassen sich anführen, daß wir im Verlauf der nächsten Reihe von Jahrtausenden uns erst immer mehr noch von der letzten Eiszeit entfernen werden. Die Vereisung unserer Pole mag aks eine in diesem Sinne außergewöhnliche Erscheinung viel- leicht noch einmal zurückgehen, das Klima wachsend wieder wärmer werden bis abermals zur Stufe der älteren Tertiärzeit. WS Ersatz der schließlich ganz abgewitterten Gebirge mögen an andern Stellen wieder neue austvachsen; neue Meere werden vermutlich sich in teilweiser Wiederherstellung alter bilden und vorhandene dafür schließen; Nordamerika könnte sich beispielsweise wieder laNd- fest mit Nordeuropa verbind-'n, wie ehemals, oder umgekehrt das europäische Rußland durch«in obisch-uralischcS Meer von Sibirien losgeschnitten werden. Das sind die Bilder, vor denen wir für Zeiträume, an denen unsere engere Kulturgeschichte bisher zu einer kurzen Episode zu- sammenschmilzt, den Menschen der Zukunft suchen müssen. Ein auch nur noch einmaliges Abrollen eines dieser großen Zyklen, würde zweifellos für unsere weitere Kulturentwicklung, unseren Wohl- stand, unsere Technik von gar nicht abzusehender Bedeutung sein. Sollten sich dann wieder größere Schwierigkeiten einstellen, so müßte man an den ungeheuren Vorsprung denken, den unsere Technik zweifellos bis dahin wiedergewonnen hätte. Ohne irgend- wie hier schon in Utopien auszumünden, mag man sich doch ein- fache, ernste Tatsachen vergegenwärtigen. Das irdische Leben, zu dessen Anpassungsstufen ja doch auch der Kulturmensch gehört, hat bisher, wie eS scheint, zweimal Kälteperioden aus jenen Erdzyklen durch geradezu glänzende Schachzüge der Anpassung für sich nicht nur mattgesetzt, sondern umgekehrt zu eigenen großen Fortschritten benutzt. Das eine Mal auf der körperlich-orgamschen Stufe, als das Wirbeltier höchstwahrscheinlich unter dem Einfluß jener permischen Eiszeit zur inneren Blutheizung überging,— das zweite Mal, als der Mensch auf der ersten Werkzeugstufe die diluviale Kälteperiode mit dem künstlichen Feuer überstand. Ohne phan- tastische technische Zukunftsvisionen darf hier daran erinnert werden, daß unsere angeblich schon greisenhaft energielose Erde fast dicht unter unseren Füßen doch noch gewaltige eigene Wärme besitzt, die sich etwa? tiefer sogar zu unfaßbaren Maßen zu steigern scheint und deren Verwertung sich unsere kommende Technik aus die Dauer so wenig entgehen lassen wird, wie wir uns die längst zu Stein gewordene alte Sonnenarbeit in den Steinkohlen haben entgehen lassen. Unser« VereisnngSprostheten pflegen vollkommen zu ver-t gessen, auf was für einer ungeheuren Energiequelle wir so aus unserer Erde fort und fort sitzen. Die alt« glühende Sonnenerd« ist in diesem Sinn« keineswegs erloschen, sondern sie liegt eben- falls noch sozusagen bloß mit einer dünnen fossilen Rinde ge- bändigt, aber durchaus auferstchungsfähig unter uns, bereit für eine Technik wie die menschliche, deren SScsen vor allem auch in der zweckdienlichen Wiederumkehrung der einfachen Naturverläufe liegt. Wobei ich auch noch daraus hinweisen will, daß cS sich bei einer solchen tieferen Ausdehnung unserer.Erdherrschaft" nicht bloß um Ausnutzung der von innen aufsteigenden Erdwärme allein handeln würde, sondern auch noch um ganz andere Energiequellen, die dort stecken dürften. War die so glücklich schon verwertete, ob- wohl leider begrenzte urweltliche Steinkohle eine solche ander« Quelle, so kennen wir jetzt in dem Radium noch eine ganz un- mittelbare„Energie Versteinerung" und„Energieerlösung" rein elementarer Art, die, wie immer ihr Ursprung und Wesen sein mögen, die eigentümlichsten Hoffnungen aus verinnerlichte Wärme- und Lichtspender von schier unerschöpflichem Reichtum für immer weitere Steige unserer Technik erwecken mutz Wetter»»Ssichte« fit das mittlere Norddeatlchland dir Tonntag mittag. Wärmer, meist bewöllt, mit weit verbreitete» Regen» sällen bei starten, westlichen Winden. Später aufklarend. Jot neuen Jahre! Es wird der Arbeit im neuen Jahre die Fülle geben: die Wahlen zum Landtag, zur provinzial. und Sreisvertrewug erfordern die volle Hingabe und Opferfreude aller Partei- genossen. Ihre umfassende Arbeit wird am wirkungsvollsten eingeleitet und unterstützt durch eine dauernde Werbearbeit für die beste Waffe im politischen Kampf, die Parteiprefse. Darum vergeht nicht, im neuen Jahre zu werben für den .vorwärts'! Alemand werfe diese Nummer fort, sondern man gebe fle an Bekannte und Freunde weiter und veranlaste diese, den folgenden Zettel auszusüften und einzusenden: Ich abonniere den.vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage»Volk und Zeit" und der Nnterhalwngs- beilage. H e i m w e l t' �in Groß-Berlin täglich zweimal frei ins Hau» für 10 Mark für Januar. Außerhalb Grotz-Berlins Wohnende wollen beim Postamt ihres Wohnortes bestellen. Name » Mlchenot■ ßlaf erleiden r ßettnäß frage: Netstllche Leitung der Mstachener llnivfriltäts-Kindefhlinik. Qafiresö. 1920): DasBettnaßurinalWotawurdeanderüniverfitäts-Kinderklinih erprobt Lswurdeim 6egcntatz zu anderen, ähnlichen Zwecken dienenden Apparaten bei geeigneter Anwendung unfchädl. befunden. Der Schwierigkeit des wafferdicht.AbfchluItesnachdem GliedezuohncIchädl.Druckaufd.OrganiFtin(innreich.ÜJeife begegnet Dasneueürinal bat lieh auch als zweckmäßig bewährt in fein.Anwendg. bei€nureiikernu. Idioten, da es das Hälfen d.Bettwäfcbc verhindert, was in ärztl.u.wirtfchaf tl.Binlicht erwünfeht ift RIflndfener ltSdt. Oalfenhaiis-Tnipckfion: Illota verbürgt einCrockenhaltcn der Betten auch bei den ärgften Bettnäflern.HachS-bisS- monatl.6ebrauchbeil5Knaben find wir inder glücklichen tage, keinen einzigen Dauerbett- näßlcidend.mehr zu haben,!o daß wir vorerst auf die Wota-Anwcndung verzichten können. Bettnäßurinal„Wota" verhütet das Hälfen der Bett- u. Cageswäfdte, ärztl. als einzig bewährt empfohl.(KeineKlemme.)ProlpeHtkoltenloj Münchener lugen Jbeim- Tnlpektion: Die Wota haben lichfebrgutbewährtDas Crockenlicgen ist lieber von wohltätigem tinfluß aui Gefundheit u. Wohlbefinden der Knaben,(■ inige langjähr. Bettnäüer haben das Beiden Ichon nach 6 Wochen verloren u. das Wota nicht mehr benötigt. crzdiichSillche RnabenTemlaar- Tnlpektion; „Wota wird als wohl verwendbar benalten.* man wende ilch mit dem ftbdrudc an leinen flrz» oder drirurgilches 6eId)Jfi am Platze wie: III. Pech 6. m.b. B., Berlin u. tlmg./ Karl Ramer, Berlin, Bllidierltr. I/ B. Reimer, Beriln.Fnedrldiltr�i Anstalten und bei. notleidende an die Fabrik 6. Müller, München IX, Faigart. Inventur-Ausverkauf Mon'ag, d.s. Januar, beginnend xu außerordeullicli billig eu Preisen. » Serie III 1 Serie IV Serie I Serie II M. 1 M. H Salon- und! Pelz-Modelle M z. T. bis Hon'ag« d. 3 Januar, beginnend O % herabgesefzf. V MANHEIMER AM UNTBaORUNDBAHNHOI» HAUSVOOTEI PLATZ BERLIN, OBERWALLSTRASSE ö-7 AM CNTEROEUNDB a HNHOF HAUSVOOTEI PLATZ � ßr all anften l Perlen, Smaragd e laust zum bbdjtten Kur,(auch ganz« Nachtüffe) W. 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Wohl wollen wir des Unrechts uns erwehren, Jedoch rächt mit dem Schwert, ans dien' die Wage; Gerechtigkeit, die fordern wir, man wird uns hören; Dann kommen auch für uns die bess'ren Tage. Frei sind wir. wenn wir auch noch viel verzichten, Die Republik ist ja noch jung und klein, Frei sind wir nur im Denken und Dichten, Im Handeln schränkt die Welt uns noch sehr ein. So lasst uns dann vor allem darnach streheo, Dass frei die Wirtschaft, frei von jedem Zwang, Der einzelne wird dann sein Bestes geben Und die Regierung erntete nur Dank. Frei woll'n wir uns verstehen und nicht reizen, Kraft gibt uns nur Paul Hanke's Roggenbrot. Drum woll'n wir säen, ernten, Roggen, Weizen, Silvester-Glocken künden Morgenrot Paill Hankfi'S Brotbäckeraien befinden sich in allen Stadtteilen Berlins und Umgegend . rfVrv" /Vful,] v.Vv.ifci V v Inventur-Merkauf vom Montag, den 3. bis einschließlich Sonnabend, den 8. 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