Nr. 7» Z8. Jahrgang Ausgabe tk Nr. 4 Bezugspreis: B trtelt61)rl.30,—-J)i�.monatL10,— SRI frei ins öau». oorcua ablbat. Post- de?uq Monatlich lv.- Mi. exkl. Zu» kellungogedildi. Umer ttrnlüdlnid Mi DemlchlonS und Oesterreich 16/0 Mi. für das udrigr Zuoland oei laqlich einmal. aufteUune 21,50 Itoftie» steilunaen nehmen an Oefterreläv Unqatn, Tschecho- Siowatei, üane- man,'olland,.u emdura, chweden und üe Echweu.—-iinnetranen m die Voft- eiiniia», Vre sline. De?.Vorwärts" mit der Sonnvq» betlage.Volt u. zeit" er chemi wachen- täglich«weiinai Sonniaas und Montag»-inma. Teiearamm-'Sorege .Loiialdomotrai vor»»- Morgen-Ansgabe Oerliner Oolksblettt �Zvpksnneg) Anzeigenpreis: Die achtgelpaltene Nonpareillezeile lostetZ,— M.. Teuerungszuschlag 50«/�. »Sleioe Anzeigen-, das KT.» gedruckte Wort 1,— M. lzuliiisig zwei fettgedruckte■Borte), sedes weitere Won 60 Vfg. Etellengeiuche und Echlafliellenanzeigen das erste Wort 65 Vfg. ledes weitere Wort<0 P!g Worte über 15 Buchstaben zäblen iür twet Worte. Teuerungszuschlaa 50«,,. Zamilien-An, eigen wr Abonnenten geile 2,— M. politilche und ge- wertichaMiche Vereins-Anzeigen 8,— Ml. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die n a chst e Nummer müssen bis 6 Ahr nachmittags im HauotgeschStt, Berlin EW Z, Linden- sirahe 8, abgegeben werden. Deöffnet oon 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Tentralorgan der rozialdcmokratifchcn parte» DeutPchlands Neöaktion und Expedition: Ew. HZ. 2indenflr. 5. "ernivrerder. Zimt■Morinvia». Rr. ISlSV— lötil?. Donnerstag, den<5. Januar IVüil. VorwärtSeverlag E.m.b. H., Ew. HS, Linüenstr. Z. Z�ernfveeitier: Amt Mnritiplat;. Nr. 117 3»— Verständigung mit den Eisenbahnern. Erhöhung nach dem Ortsklassensystem. Berlin, 3. Januar.(MTB.) Am 3. Januar wurde Mischen dem Techzehncrausschusz der Eisenbahner und Bcr- trctcrn des Rcichsverkrhrsministcriums über die Jorderuilyen der Eiscnbahnbcamtcn und Arbeiter verhandelt. Es kam eine E i n i q u n a aus folgender Grundlas»e zustande.- Für die Beamten soll mit Wirkung vom 1. Januar dieses Jahres an der T e u e r u n g s z u s ch l a fl zum Grund. qchalt und Ortszuschlas» von 30 Proz. auf 70 Proz. in Ortsklasse A, auf 63 Proz. in Ortsklasie B, auf 60 Proz. in Ortsklasse C und aus je 55 Proz. in den Ortsklassen v und B erhöht werden Für die Arbeiter soll vom gleichen Zeitpunkt an der Stundenlohn in der Ortsklasse A um 50 Pf., in Ortsklasse B um 40 Pf,, in Ortsklasse C um 30 Pf., in Ortsklasse I> um 20 Pf. und in Ortsklasse 15 um 10 Pf. erhöht werden; außerdem soll in mästigcn Grenzen durch lveiterc Ueberteue» rungSzuschüsse in durch hohe Jndustrielöhne besonders beeinslustten Orten im Rahmen der bisherigen Richtlinien uachgeholfen werden. Kommuniftenspuk in Hamburg. Hamburg, 5. Januar. lEiqener Drahtbericht deS.Vorwärts".) In Hamburg balle die V.K,P,D. wie im ganzen Reiche ganz über- trieben« ErwerbSloicnforderungen aufgestellt und proklamierte, an- scheinend angeregt durch die Flensburg« Zusammenstöße, heute in Hamburg größere D emonsiration Sver sammln ngen- Jn der Presse wurde schon vorder unter aufreizenden Worten zu energischen Taten und in den Versammlungen selbst zu Demonstrationen nach dem RatbauS aufgefordert, in dem die Bürgerschaft gerade tagte. Den Aufforderungen der Kommunisten »varen indessen nur wenige Hundert Erweibslose gefolgt. Die Be- mühungen, die Werftarbeiter zum Verlassen der Betriebe aufzufordern, schlugen fehl. Die kleinen DemonslrationSzüge, die sich bildeten, durchbrachen den befriedeten Bannkreis um das Hamburger Rathaus und es kam in dessen Nähe zu einem Zu- sammenstoß mit der Ordnungspolizei und die Menge fiel über dieie her und verwundete einen Oberbcamten durch Messeistiche. Der Ordnungspolizei gelang e» in diesem, wie auch in mehreren anderen Fällen, die Ansammlungen ohne Anwendung von letzter Gewalt zu z e r st r e u e n._ öraunschweiger Kabinettskrise 2 Braunschwrig, 5. Januar.(MTB.) Bei Beratung der Vorloge über die Vermehrung der Schutzpolizei im Landtag stellte heute da? Ministerium Oerter die Vertrauensfrage wegen eines Antrages des Abgeordneten Dr. Roloff vom Landeswahl- verband, wonach bei Einstellung von Polizeibeamten ein vier- gliediger LandtagsauSschuh mitwirken und darüber wachen soll, daß die Beamten nicht einseitig aus einer Partei(U.S.P.) genommen werden. Minister Oerter erklärte, daß die Regierung in diesem Antrag ein Mißtrauensvotum erblicken müsse. Sollte der Antrag angenommen werden, so sei sie genötigt, die Vertrauensfrage zu stellen. Aus Antrag der Un» abhängigen-Frallion wurde darauf die Abstimmung über den Antrag auf Donnerstag vormittag vertagt. Die Minifterkrife in Frankreich. Paris, 5. Januar. sHollandsch NicuwSbureau.)„Echo de Paris" bestätigt, daß L e p g u e S sich m>t dem Gedanken trägt, mit mehreren feiner Mitarbeiter zurückzutreten. Er will, so- bald daS Parlamcnt zusammentritt, die BertrauenSfrage stellen. Brüssel verschoben. DaS Wiederzusammentreten der Brüsseler Konferenz ist auf den 17. oder 20. Januar, auf Veranlassung der frauzö- z ö s i s ch e u Delegation, verschoben worden, die den Wunsch au». drückte, nicht in der durch die bevorstehende Tagung des Obersten Rates geschaffene» Atmosphäre zu beraten. Protest gegen Selgien. Berlin, 5. Januar. Wie WTB. erfährt, hat hie ReichSregiarung bei der belgischen Regierung Einspruch erhoben gegen «ine Verordnung des belgischen OberkommissarS für die Kreise E u p e n und M a l m e d y, wonach Personen, die sich nach dem 1. August 1914 in den beiden Kreisen niedergelassen haben, binnen einem Monat erklären müssen, ob sie die belgische Staatsangehörigkeit erwerben wollen, und im Falle der Unter- lassung einer derartigen Erklärung oder der Ablehnung ihres An- trags die Kreise binnen einem weiteren Monat zu verlassen haben. Die Rcichsrcgierung schlägt vor, den nach dem 1. August 1914 zugezogenen Personen die gleiche Frist zum Verlassen de» Gebiets zu gewähren wie den Optanten, d. h. ein Jahr, Der Vorsitzende der Verhandlung, Staatssekretär S t i e l e r, erklärte sich bereit, diesen Einigungsvorschlag dem RcichSvcrkehrsminister zur Vertretung in der Rcichsregicrung zu empfehlen. * Zur Vorgeschichte. Die Verständigimg, die übrigens noch nicht ganz vollständig ist, hat eine überaus interessante Vor- I geschichte. Es hat dabei nämlich ein Plan des in Wiesbaden � sitzenden Chefs des französischen Feldeisen- � bahnwesens eine nicht unwesentliche Rolle gespielt, der: einen Streik dazu benutzen wollte, das Eisenbahnwesen ini besetzten Gebiete französisch zumilitarisieren und eventuell auch— ztvecks Kohlenversorgung— nach dem Ruhrrevier militärisch hinüberzugreifen. Das Bekannt- werben dieses Planes dürfte es gewesen sein, das die Reg'c- rung dazu bestimmte, in ihren Zugeständnissen weiter zu gehen, als ursprünglich beabsichtigt war. Demobilifation öer Roten Rrmee.' MoSkau, 3. Jlinuor. Eine amtliche Kundgebung beschäftigte sich mit der am 11. Dezember beschlossenen teilweisen De- Mobilisation der Roten Armee, die inzwischen vom achten Rätekongretz bestätigt worden ist, und betont, der Demobill- sationsplan müsse vorsichtig durchgeführt werden, da die Feinde Ruß- lands lange nicht so friedliebend seien, wie Rußland. Ter Kamps- wert der Roten Armee dürfe daher nach der Demobilisierung nicht sinken, sondern müsse im Gegenteil intensiv verstärkt werden. Die militärische Ausbildung, die politische Erziehung und die Versorgung der Armee müsse mit erhöhter Tatkraft fortgesetzt werden. Eine starke revolutionäre Armee sei dem Wirtschaft- lichen Wiederaufbau gleichzustellen. Es soll mit der Entlassung der älteren Jahrgänge auf unbestimmte Frist begonnen und die Armee dadurch auf die Hälfte verringert werden. Aus den Jahrgängen 1886 bis 1888 werden besondere Arbeitsabtei- lungen gebildet, die zur Entlassung und zu einem unbefristeten Urlaub vorgemerkt sind. Wenn der Abtransport der ältesten Jahr- gänge beender ist, soll mit der Entlassung der in den Jahren!Sd6 b'S 1888 Geborenen und mit der Aufstellung besonderer Arbeits- aöte Ivrgen aus den Jahrgängen 1889 v's IdlU begonnen werden, denen dann ein Urlaub bis zur Entlassung zu gewähren ist. Wenn lu dem Augenblick, wo der Abtransport de- vorhergegangenen drei Jahrgänge beendet sein wird, die Kriegslage eine weitere Ver- Minderung der Armee zulasse, bofft der Arbeits, und Verteidi- zungt-rat. wenn die Transport» and politischen Ver- h ä l t n i s s e dies zulassen werden, im Lauf: der nächsten vier Monate, d. h. nach Möglichkeit zu den FrübiahrSarbeiten, die obengenannten Jahrgänge zu befreien Dann wird im Früh- jähr 1921 die Sowjelregierung über die. Frage der»eieren Entlassung der Jahrgänge 1892 und 1893, und aller Wahrscheinlich- keit nach auch der Jahrgänge 1894 und 189S zu entscheiden haben, deren Lösung von den internationalen Verhältnissen abhängt. /- Luxemburg und Moskau. Frankfurt a. M., 5. Januar. Wie die.Frankfurter Zeitung" aus Luxemburg meldet, hat der luxemburgische sozialdemo- trat» s che Parteitag mit 97 gegen 2t Stimmen den be- dingungsweisen Anschluß an die Dritt« Internationale angenommen. Die Extremisten, die mit 21 Stimme» den bedingungS- losen Anschluß beantragt hatten, traten au» der Partei aus und bildeten eine neue: die kommunistische Gruppe Leninscher Richtung. Klara Zetkin erschien auf dem Parteitag und trat für den be- dingungslosen Anschluß ein. Lügen über Georgien. Heber B a t u m werden systematisch und unaufhörlich Lügen- Nachrichten verbreitet B. da» gestrige Telegramm des.Daily Expreß", eS sei dort die Räterepublik proklamiert worden). Dies« Lügenfabrikation wird von drei Stellen betrieben: von den roten Telegiaphenagenturen der Moskauer Weltbeglücker, von den schwarzen Ehrenmännern der russischen Reoktionspresse und von den gelben ReaklionSblättern der englischen Imperialisten. Alle haben sie ein ganz besondere« Interesse an der Irreführung der öffent- lichen Meinung über Georgien, denn dieses freie demokratische Land, da? weder bolschewistisch noch zaristisch sein möchte, ist ihnen allen ein Dorn im Auge— besonders dem Berliner russischen, reaktionären Ull st einblättchen. R u l". daS in Sozialistenfresserei und unflätiger Beschimpfung der georgischen Sozialdemokratie den Gipfel der Böswilligkeit erreicht hat. Georgien lebt und arbeitet und kämpft für feine Freiheit, die es auch erhalten wird l das Reglement für Gbersthlesien Das Reglement für die Abstimmung in Oberschlesien, dessen Inhalt wir in der gestrigen Abendausgabe verössent- lichten, stellt ganz offenbar ein Kompromiß zwischen zwei Strömungen dar, wobei diejenige, die das Glück zugunsten der Polen zu korrigieren beabsichtigt, nicht unwesentliche Er- folge davongetragen hat. Diese Erfolge bestehen darin, daß der Kreis der Abstimmungsberechtigten zu Ungunsten der Zu- gewanderten eingeschränkt, pnd die Abstimmnngsberech- tigten selbst in verschiedene Klassen eingeteilt werden. Nach Z 4 des Anhangs zu Art. 87 des Friedensvertrages ist stimm'berechtigt, wer über 20 Jahre alt und im Abstini- mungsgebiet geboren ist oder dort seinen Wohnsitz hat. Wie lange Ansässigkeit der nicht im Abstimmungsgebiet Geborenen zur Erwerbung des Stimmrechts notwendig ist, sollte nach diesem Paragraphen später von der interalliierten Kommission festgesetzt werden. Diese Festsetzung ist üun in dem Sinne erfolgt, daß stimmberechtigt nur derjenige ist, der s e i t Ne u- jähr 1904 dauernd in Oberschlesien wohnt. Den zahl- reichen deutschen Arbeitern unh Angestellten, die nach 1904 in Oberschlesien eine neue Heimat gefunden hatten, wird damit das Wahlrecht entzogen. Die Stimmberechtigten werden ferner klassifiziert, es wird unterschieden zwischen geborenen Oberschlesiern. die noch in Oberschlesien wohnen, und solchen, die ihre. Heimat veplassen haben, ferner zwischen Eingeborenen, Zugewander- ten, Ausgelviesenen. Anscheinend sollen diese Kategorien gc- trennt an verschiedenen Tagen abstimmen. Daher muß schon jetzt gegen joden etwaigen Versuch protestiert werden, die Stimmen nach ihrer Klassifizierung verschieden zu bewerten. Der Friedcusoertrag enthält auch nicht die leiseste Andeutung dafür, daß das Recht, das allen Stimmberechtigten zuer- könnt wird, nach Kategorien abgestuft iverden könnte, es müssen daher alle. Stimmen gleich ins Gewicht fallen, ob sie von Eingeborenen oder Zugewanderten, Ansässigen oder Nichtansässigen abgegeben werden. Trotz dieser Erschivernisse dürfen wir mit voller Z u v e r- ficht in den Kampf eintreten, der sich nun dem Höhepunkt nähert und jedenfalls ini Frühjahr d. I. seine Entscheidung finden wird. Tie oberschlesische Bevölkerung ohne Unterschied der Muttersprache weiß, was die Zugehörigkeit zum großen arbeitsamen Deutschland für sie bedeutet, sie weiß aber nicht, was ans ihr in einem Staate Polen werden wird, dem weder sie selbst, noch jemals ihre Vorsahren angehört haben,«ie weiß, daß sie den unüberlegten Schritt zu Polen, wenn sie sich zu ilmi entschlösse, gleichgültig wie ihr ferneres Schicksal wäre, n i e m a l 3 z ii r ii ck tun könnte. Zudem wird ein demokrati- scher Bundesstaat Oberschlesien, der nach einer Abstimmung zugunsten Deutschlands errichtet werden muß, das Wort „Oberschlesien den Oberschlesiern?" zur Wabrheit machen und den polnischen Oberschlesiern die freieste Entwicklung ihrer eigenen nationalen Kultur gewährleisten. Wir wollen den Oberschlesiern, die bei uns bleiben wollen, lielsen, ihren Willen durchzusetzen, das ist unser Recht und unsere Pflicht, und zu diesem Ziel muß ein jeder seine volle Schuldigkeit tun! * Die deutsche Friedensdelegation hat der Botschafterkon f.e- renz folgende Note übermittelt, die gleichzeitig der sranzösi- schon, englischen und italienischen Regierung übergeben wor- den ist: Die Deutsche Regierung beehrt sich, im Anschluß an ihre an die Bolschaftertonferenz gerichtete vorläi.'sige Note vom 31. De- zember 19-20 Nachstehendes auszuführen: Tie Deutsche Regierung weiß sich mit den Alliierten Regicrun- gc,, eins in dem Verlangen, gemäß dem Friedensvertrag eine freie, geheime und unbeeinflußte A b st i in m u n g in Oberschlcsien gewährleistet zu sehen. Wenn sie vor cnd- gültiger Stellungnahme zu' den Vorschlägen der Note vom 30. No- vember vorigen Jahre» eine mündliche Aussprache anregte, so geschah dies in der Absicht, in Uebercinstimmung mit allen Be- teiligten den sichersten Weg zu jenem gemeinsamen Ende zu finden. Die Botschafterkonfercnz teilt mit, daß sie nunmehr die Ab- ficht habe, den Artikel 88 schlechthin zur Anwendung zu bringen, und, um bei der Abstimmr.'ng die Ordnung aufrechtzuerhalten, be-- schlössen habe, die Abstimmung der nicht im?lbstimmungsgcbict ansässigen Stimmberechtigten später als die Abstimmung der einheimischen Stimmberechtigten stattfinden zu lassen. Die Deutsche Regierung sieht sich gezwungen, gegen diese Entscheidung Ein- spruch zu erheben, da hindurch ihrer Auffassung nach keines dieser beiden Ziele erreichen wird. Wie in der deutschen Note vom 10. November v. I. eingehend ausgeführt wird, liegt dem Friedensvertrag das Prinzip der Ein« heitlichkeit des Wahlaktes sowohl dem Orte wie der Zeit nach zugrunde, ein Prinzip, das auch bei den Abstimmungen in Schleswig, Ost- und Westpreußen von den Alliierten Regierun- geck befolgt und ausdrücklich anerkannt worden ist. Dieser Grund- satz, von dem nur im Einvernck-men mit allen Beteiligten abgc- wichen werden darf,, wird durch eine zeitlich getrennte Abstimmung durchbrochen. Ebensowenig aber wird auf diesem Wege der Zweck erreicht, die Abstimmung frei, geheim und urcbccinslußt zu machen; denn Sknö tzergt unö Löbell auch Schieber! Eine notwendige Anfrage an die deutschnationale Partei. Un? wird geschrieben: Nachdem nch vor dein Essener Ge- richt öie von der drnttschiicmoiioleii Presse zur Agitation weidlich ausgenutzte Behauptung, die Minister Sevenng und Hae-nilch hoben;wei Waggons Kakao �ver'choben bzw. 32(Xk) Mark Schmiergelder bekommen, als nackte V e r l e u m d n n g er- wiesen, wurde, nni die Niederlage zil verdecken, behmrptet: es handele sich um ein Berseben, der eigentliche Missetater sei der frühere Minister des Innern, Genosse Heine, gmvcsen. Genosse Heine hat bereits öffentlich auf diele Verlemudung ge- autniortet und festgestellt, das; es sich nni xakao handelte, der für Beamte bestellt worden sei.„Wie auch ander« Bsbörden," so rnklärte Genosse.Heine,„hatte das preisliche Ministerium des Innern sich bemüht, für seine Beamten»ich die Beamten der inneren Vertvaltung in Berlin Lebensmittel, die dem freien Verkehr»mterlagen, zu beschaffen." Trotzdem hört die dentschnationale Presse nicht mrf. Genossen Heine der Schieberei zu bezichtigen und die»? Beschaffung, als im- erhört binziisrellen. DeShM sei darauf hingswiesen, das; die Einrichtung der Beschafsilng von Lebenbnüttetu für Beamte nicht eine E'r- rimgdnschaft der Republik ist. nmdern schon aus der K ricgs- zeit stammt. Der frühere Minister des Innern v. L ö b e l I hat z. B. durch, Erlach vom 27. Jamiar 1317 die Benutz u u g d ex Di e n st r a u m e u n d V e r w e n d u n g d e r D i e n st- stunden„für Znvckc der gemeinsanlen Versor- gung der Beamten mit Gcgenstantom des täglichen Be- darfs in solchen Fällen gestattet, in denen davon eine tvesent- liche Erleichterung der Lebenshaltung der Beamten nnd ihrer Familien während der Kriegszeit erwartet werden kann". Eine Beschränkung dieser Erlaiebms wrnde mrr in- soweit ausgesprochen, als eine Benachteiligung der dienstlichen Interessen nicht zu erwarten sei. Ter Erlach ist an sämtliche Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten usw. ergangen. Ferner haben am 25. Oktober 1018 her Finanz- m i n i st e r H e r g t(jetzt Vorsitzender der D e u t s ch n a t i o- nalen Volkspartei) nird der Minister des Innern T r e w s in einem an sämtliche Regieruingspräsidenten nnd den Berliner Polizeipräsidenten ergangenen Erlach die nach- geordneten Behörden angewiesen, die auf gemeinsamen. Bezug der sogenannten„freien" Lebens- mittel gerichteten Bestnebiingen der Beamten nach Kräften zu fördern und den Beamtenbezugsvereini- gimgen jede mögliche U n t e r st ii tz u n g angedeihen zu lassen. Der Fincmzminister Hergt Imt glÄchzeitig geneh- nsigt, deil Vereinigungen im Bedarfsfälle ,zur Stärkung ihrer Betriebsmittel rückzahlbare B a r v o r s ch ü s s e in Höhe von einigen tairsend Mark zu gewähren. Wir siud neugierig, ob.Herr Hergt. der jetzige Führer der Teutschnationalen Partei, in seiner Presse auch mit Ver- schieb im gen von Lebensmitteln in Verbindung gebracht wenden wird. Der IS. Januar in Preußen. lieber die Feier des Reichsgrün dungstageS trifft, wie WTB. mitteilt, nachstehender Erlach des p r e u ch i s ch e n U n t e r r i ch t s m i n i st e r s Bestimmung: Am 18. Januar sind fünfzig Jahre vergangen, seit die deutschen Stämme sich zum Deutschen Reich zusammengrschloiien haben. Dieser Tag soll in allen Schulen würdig und eindrucksvoll durch eine dem Ernste der Zeit entsprechende schlichte und stille Feier begangen werden. lieber alle» Trennende der Meinungen hinaus ist im deutschen Volke daS Bewutztsein seiner Einheit lebendig. Die Gedenkfeier des 18. Januar wird daher nur dann der Bedeutung des TageS gerecht ioerden, wenn sie aus dem Empfinden unseres gesamten BolkeS heraus gestaltet lvird. Jede Ausnutzung der Frier zu Partei- politischen Zwecken, insbesondere zur Verherrlichung der früheren StaatSform, ist daher unbedingt zu Unterlasten. AikzeslchtS unserer inneren und Süßeren Sage spreche ich die bestimmte Erwartung miS, daß in diesem Sinne von allen bc» teiligten Stellen verfahren wird. Der Unterricht fällt an diesem Tag« nicht aus. Wir fürchten, daß die deutschnationalen Pädagogen trotz aller Mahnungen den Erlaß in i h r e m Sinne auslegen wer-, den. Aber, wir schlagen folgendes Auskünftslnitkel vor. dem auch die Teutschnationalen zustimmen> ver den: Am 18. Ja- nnar möge von allen preußischen Schulkathedern das verlese» werden, was der Ha u pt s ch r i f t l e i t e r der deutsch- nationalen„Deutschen Zeitung" Mar Mau» r e u b r e ch e r in hervorragend objektiver und sachlicher Weis« über die Reichsgründ.ung in seinem Buch„Tie Hohenzollern- legende"(Verlag:. Buchhandlung Vorwärts) geschrieben hat._ Eine unverstanüliche Anklage. Ein Preßprozeß von allgemeinem journalisiischcn Jnterenck kam gestern zur Verhcwdlung vor der 2. Siraskmnm« de- Landgerichts I. Wegen Aufreizung zum Klassenhaß war der Redakteur der„Freiheit", Leo Liebschütz, angeklagt. Als der�Part?'- tag der Unabhängigen in Halle beoorittmd, wurden in der ,. Freiheit" verschiedene Artikel für und wider den Anschluß an die Dritte Internationale veröffentlicht. Unter anderem hatte Waliet�Siöckea lsitzt Kommunistl unter ausdrücklicher Nennung als Berfa'ier ein« Serie von Artikeln veröffentlicht, die sich gegen die von der„Frei. heit" vertretene Ansicht s ü r den Anschluß an die Dritte Jnternatio- Uale aussprachen und ausführten, daß die iveltgefchicktliche Aus- einandersetzung zivlschen Kapital nnd Arbeit kein Kartenspiel, fon» detn ein harter Kampf zwiststen Klasse und Klasse und es deshalb Pflicht der Partei sei, die Diktatur des Proletariats klar und laut in die Arbeitermassen bineinzurufgn Der vierte Artikel EtöckerS dieser Art hat Anlaß zur Erhebung dieser Anklage gegeben. Ter Angeklagte hielt letztere für gänzlich unbegründet. Er sei durch Parteibeschlüh von den Inhabern der Zeitung vdrpslichiet gewq'en, jeden Artikel des Stöcker unpclescn aufzunehmen, soweit er die Ausetnandersetzung mit der Partei in Sachen der Tritten Jntrr- nationale beirär. Ter Artikel bekämpfe ja gerade die Haltung der „Freiheit", er beschränke sich aur rein tbeoreti'che Erörterungen und trage überdies den Namen des Verfassers am Kopfe. — Ter als Sachverständiger geladene Chefredakteur Nuschle äußerte sich dahin: Man müsse den Artikel im Zusammenhang mit der ganzen damaligen Situation betrachten nnd sich fragen: wie wirkt der Artikel aus den regelmäßigen Bezieher der Zeitung. Da kann man ihn nicht ausfasien als Aufruf zu einer besonderen Aktion, sondern als rein akademische Auseinander« sevung über die Frage de- Anschlusses an die Tritte Jniernatio« »ale. Ein Artikel in vier Fortsetzungen, der«och dazu recht lang« weilig war, kann keine Wirkung aust die Massen ausüben._ Diese Anklage habe in journalistischen Kreisen allgemein über» r a s ch t, ineil hier ein politischer Gegner des eigentlichen Täter? für dessen Handlung verantwortlich gemacht werde,-r- Aehnlich äußerte sich der als Zeuge und Sachverständiger vernommene Ebef- rcdakteur der„Freiheit", H i l s c r d i n g.— Der Staatsanwalt he» antragte das Schuldig und eine Geldstrafe von?0l) M.— Tie Rechdsanwälte Dr. Kurt Roscnseld und B ö n h e i m beantragten dagegen die Freisprechung. Ersterer führte u. a. aus: Der Prozeß babc' eine besrndere Bedeutung, weil hier zum erstenmal in- der Geschichte der poliiischen Prozesse ein Redakteur wegen des Bekenntnisses zü einer Anschauung, die er gar nicht vertritt, verur- teilt iverden soll. Selbst der„BorwärtS" 1 habe die Anklage nur damit erklären können,„daß sich in Berlin ein Staatsanwalt befindet, der ennvedor nichts zu tun hat o>'r so überarbeitet ist, daß er nicht mebr reckt Iveiß, wassl. die sich wohnungSlos hier umhertrieben. Am Montag begaben sich zwei Mann zu dem Hermannstr. 220 wohnhaften Schlosser Wilhelm Seller, der auch mit Dauerwäsche handelt und machten eine Be- stellung auf Wäsche. In Wirklichkeit wollten sie sich die Räumlich- leiten ansehen. Am nächsten Tage wiederholten sie den Besuch. um einen verbrecherischen Plan auSzuführcir Abends um 8 Uhr kamen alle drei. Einer paßte vor der Tür auf. Als die beiden anderen in der Wohnung die von Seller ihnen vorgelegte Dauer- Wäsche bezahlen sollten, rief Sadowski plötzlich:„Nun wollen wir airsangen." Dabei zog er einen Revolver und setzte ihn Seller auf die Brust. Der Bedrohte mußte die Hände hochheben und e« sich daiiii gefallen lassen, daß Sadowski sie ihm auf den Rücken mit einer Schnur zusammenband. Als Knebel steckte ihm Sadowski ein Taschentuch in den Mund. Der zweite Räuber fesselte unter- dessen die Mutter des Ueberftillenen und verhinderte sie am Rufen, indem er ihr ein Beulelportemonnaie auf den Mund preßte. Auch der Aufpasser war jetzt hereingekommen. Alle drei machten sich nun daran, die Wohnung zu durchsuchen. Seller hatten die Räuber mit dem Rücken gegen das Küchenfenster gestellt. Er kam auf den glücklichen Gedanken, mit dem Hinterkopf eine Scheibe einzu. drücken. Dabei siel ihm auch der Knebel aus dem Munde, und nun konnte er durch das Loch um Hilfe ruien. Sosort schlug Sa- dowski aus ihn an und drückte ab. Tie Patrone versagte jedoch. Der Lärm veranlahte jetzt die Räuber, sich mit 1000 M., die sie im Äüchentisch gesunde» hatten, aus dem Staube zu machen. Seller verfolgte sie und Hausbetvohner und andere Leute schlössen sich ihm an. Beamte der Sicherheitspolizei kamen auch gleich da- zu. Nach einer wilden Jagd gelang es, die Räuber, die in der Boddinstraße in die Realschule hineingeflüchtet waren, sestzu- nehmen. Verlegung der Geschäftsräume des Schlichtungs« ausschusses Groh-Berlin. Die Geschäftsführung des amtlichen SchlichtungSausschusicS Groß-Berlin teilt mit, daß die Verlegung der gesamten Geschäft»- räume und Sitzungszimmer von Berlin 4, Schlegelstr. 2, nunmehr nach dem tieuen, eigenen Dienstgebäude Berlin H 39, S ch a r n h o r st st r. 23(frühere Artilleriekaserne), erfolgt ist. Dil Rechtsauskunftsstellen für Arbeiter- und Angestelltensachen können wie bisher in der Zeit von 10—1 Uhr. Sonnabend» von 10—12 Uhr unentgeltlich in Sireiliragen, die das ArbeitSverhälini» betreffen, in Anspruch genommen werden. Neuregelung der Biersteuer. Der SteuerauSschutz der Berliner Stadtver- ordnetenvcrsammlung hat am Mittwoch abend seine Be. ratungen unter dem Vorsitz des Stadtv. Bruns fortgesetzt. Di« Verabschicbung der W o h n u n g S l u xu s st e u e r soll in zweiter Lesung in einer der nächsten Sitzungen stattfinden. Angenommen wurde in erster Lesung die Magistralsvorlage über die einheitliche Regelung der B i e r st e u e r in der neuen Stadtgemeinde Berlin. Von der Wirtschaftlichen Vereinigung wurde gegen diese vom Magistrat vorgeschlagene Erhöhung Opposition gemacht. Der Widerspruch richtete sich besonvers dageUN, daß das Bier aber- mglS m Berlin erheblich verteuert und dadurch keineswegs ver- bessert wird Die Mehrheit des Ausschusses stimmle aber der Vor- läge zu, da eine einheitliche Regelung für Groß-Berlin notwendig erscheint. Einzelne Gemeinden erheben nämlich in Berlin bereit» schon den vom Magistrat Berlin vorgeschlagenen Satz von 65 Pf. pro Hektoliter. Bezirksbildungsausschust. Geöffnet von 3— 4 Uhr, Donnerstags von 3— 1 Uhr nnd 4—7 Uhr. Lindcnstr. 3, II. Hos, IV Tr., Zimmer 19. Sozialistische BildungSschul«: Der Unterricht in der Vortragsreihe des Genossen Heilmann hcginnt heute abend um 7V4 Uhr. Vortragslokal: Zentraljugcndheim, Lindenslr. 3. Di« voriraosreihe des Genossen Paul Hirsch beginnt am Freitag, den 7. Januar, bereits um 6 Uhr abends. Der Kursus wird damit zu End« geführt. EiusührungSabeud: Am Sonntag, den 3. Januar, abends 7 Uhr. Ein- sührungsabcnd zum Wagner-Liszt-Konzcrt in der Fcsthalle des Berliner Stadthauses. Eingang Klosterstrahe. Vortrag mit Demonstrationen am Klavier: Geheimrat Prof. Dr. Richard Sternfeld. Karlen zum Preise von 9,75 Mk. pro Person sind bei allen Ablcilungskassierern, in der Buckihand- lung Vorwärts, Lindenslr. 2, bei Horsch, Engeluser 15 nnd im Bureau de» VezirksbildungsauKschusses zu haben.— Achtung! Festkonzerte: Wir bitte» die Marken für das 4. Abonnementskonzert(Wagncr-Liszt) einzulösen.— Theater: Di« Märchenoper„Firlefanz"»st obgeseyt vom Spielplan. DI« Gutscheine behalten für die Abendroistellung des Zentraltheaters, Alte Jalobstr. 31/32, Gültigkeit. Ausgeführt wird die Operette„Frau Bärbel". Di« Milchbelieserung. Für den 6. und 7. Januar tritt folgende Be- lieferung in Kraft:„4—8". Geschäfte BeliefcrungSIiste l, d. h. 4I-Kind«r- karten 1 Liter Milch, 411-Kinderkarten 1 Liter Milch, Ll-Kinderkarten � Liter Milch. UII-Kinderkarten Sl Liter Milch. 4-Karten � Liter Milch. ..0".Gelchäste Bclicserungsliste I, d. h. CI-Kindcrkarten 14 Liter Milch. OII-Äinderkarten 14 Liter Milch., Tic Äiankenkarten werden voll beliefert. Die angegebene Belicserung bezieht sich nicht auf die seit dem.!. Ok- tober 1329 zu Berlin neu hinzugekommenen Genieinden. Pökelslelich soll in nächster Zeit versuchsweise bei einem Teil der städtischen Fleischvcrkäufer zum Preise von 10,20 M. für dos Psund(ohne Knochen) ntarkcnsrei zum Berkaus gelangen. Totgefahren. Die sechsjährstze Herta Strehlke wurde gestern vor dem Hause Exerzierstr. 2a von einem Lastkraftwagen über- fahren und schwer verletzt. Man brachte das Kind nach dem Jü- dischen Kranken hause, wo aber nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Gasvergiftungen. D«r 72jährigc Schneidermeister Wilhelm« Gappert und seine 58 Jahre alte Ehefrau Emma wurden gestern in ihrer Wohnung, Bernauer Str. 71, besinnungslos ausgefunben. Der Mann war bereits tot, während die Frau ins Leben zurück- gerufen werden konnte. Sie wurde nach dem LazaruS-Kranken- Hause geschafft. Die Unvorsichtigen hatten verabsäumt, den Hahn der GaSlamp« vollständig zu schließen. Schweres Bluk. 4)* Roman von ZuHanl Aho. ,/Fch glaub« nicht, daß sie meinem Gehöft etwas tun. Wir haben Frieden mit ihnen gehalten und tun es auch weiter. Laßt sie zuerst macheu, ich fange nicht an und erlaube es auch anderen nicht. Was ihr anderswo tut. ist mir einerlei, an meinem Strand wird in Fnedenszeiben kein Wanderer beraubt. so weit wie ein Ruf in dö-r Runde zu hören ist." ,LVir machen's so, daß du nichts hörst." „Sich Ms." Jul>a sagte die Worte mit solcher Bestimintheit, daß nichts weiter hinzuzufügen war. Die Männer machten ein ärger- licheS Gesicht, aber von Marja bekam er einen dankbaren Blick. „Man hätte gar nickst kommen und euch fragen sollen," ,�hr hättet es machen können, wie ihr wolltet, aber dann hättet ihr nichts mehr im Gehöft zu schaffen." „'S ist doch schlimm... nun gehen sie uns gewiß durch." Und weg gingen die Männer, indem sie sich hinter den Ohren kratzten. „Sollte man nickkt doch hingehen und die Männer warnen?" drängte Marja— ,/wenn sie ihnen trotzdem etwas tun?" „Das tun sie nicht, da sie einmal gefragt haben." .Fl her sie können ihnen nachgehen und sie jenseits der Grenz« ausrauben und totschlagen?" „Da mögen sie tun. was sie wollen. Und sie können ihnen auch nichts anhaben, wenn sie erst auf den Schnellen sind." .Iber geh doch und warne sie!" „Du bittest ja richtig... richtig schön." „Richtig schon, wie lch's nur kann." „Die haben nichts zu fürchten... aber ich kann ja gehen." Das war lange her. daß Marja ihn so gebeten hatte, so zu ibm gewesen war... Er erhob sich und wollte hinausgehen, als jemand an dem Fenster vorbei schritt. „Da ist er jetzt!" rief Marja. „Wer?" „Na, der Mann von vorhin." Herein kam ein schlanker, schwarzbärtiger junger Mann, so lang, daß er sich in der fast zweimal zu niedi gen Tür bücken mußte, und, als er sich aufrichtete, sein Kopf die Längsbalken des Raumes streifte. Er hatte ein Bündel Säcke über dem Arm." „He. da ist ja der Wirt!" sprach er.„Glück ins.HauS! Hast wohl nickst gewußt, daß ich kam, da du deine Balken so niedrig gemacht hast? Guten Tag auch!" er reichte Juha die Hand.„Guten Tag auch!" er reickste Marja die Hand— frisch, fröhlich, mit eineni hellen Klang in der Stimme, die Zähne weißschimmernd in dem sein-kräuseligen Bart, in den braunen Augen ein listiger Schalk und ein sorglos-freudiger Glanz. „Woher kommt ihr denn?" fragte Juha. -„Wenn ich dir sagen wollte, woher ich komme, Wirt, dann müßt? ich mich im Kreise drehen. Aus Kem. Sunkku, Arch- angelsk. Olonetz. Abo, Tornea! Verkaufst du Roggenkorn?" „Etwas könnte ich wohl ablassen, wieviel soll es denn sein?" „Füll mir die Säcke hier, das wird für diesmal genügen." Und er warf die Säcke vor Juha hin, während er seine Blicke aus Marja richtete. „Wieviel sind'S?" „Sieh nach, sieh nach!" „Soll ich sie jetzt gleich füllen?" „Ja. gleich." er musterte Marja immer noch,„und kann ich wohl ein Pferd haben, womit ich st« zum Strand fahre?" „Kann man die Dinger nicht das Stückchen Weg tragen?" „Dann füll du die Säcke, ich hole rnittlerwoil« meine Männer." .Laß sie'bei ihren Booten, ich werde dir schon tragen helfen." „Dann ist'S gut!" Juha nahm die Säcke und ging, um sie zu füllen. Der Fremde hatte zu Juha gesprochen. Marja angesehen, ein Lächeln auf den Lippen, Leben in den Augen. Marja wußte nicht, weshalb seine Lippen lächelten, weshalb sicki seine Augen freuten, aber auch sie lächelte dem angonehmen Fremden zu, wie er ihr. „Wer bist du denn? Die Magd?" „Sehe ich so aus?" „Vorhin in deinen Melklumpen sahst du tote sm« Leib- eigne aus, bist aber wohl die Tochter, oder bist du die Schwiegertochter?" O � „Vielleicht bin ich sogar die Frau. Wäre ich als Frau nicht gut genug?" „Dem seine?" „Jawohl." „Der ist dein Mann, der—?" „Ja." „Deiner?" „Ja, meiner! Was ist denn dabei— daß du so fragst?" Der Fremde schwenkte die Hand. „O je. ist zu alt für dich. Du bist zu hübsch und zu sein für den, den alten Kerl." „Den alten Kerl? Wart, bis du siehst, was für einen Tack er auf dem Rücken trägt." „Das Krummbein, das Hakenkinn! Aber dich habe ich schon einmal gesehen, wenn ich dich genauer betrachte. Du bist wohl die— ja, die bist du— derselbe Kops, dieselbe Hal- tung— aber damals hattest du die Haare offen." „Sich? Wann?" „Im vorvorigen Sommer, vor drei Sommern. Du stan- dest dort an der Bucht bei der Schnelle am Strand und kämm- test dich— splitternackt ich bin im Boot an dir vorbei- geflitzt!" „Das bist du gewesen?" .Wenn ich meinen Kahn hätte anhalten können, hätte ich dich mitgenommen." „.Hättest du?", .Lsa. Wäre ans Land gekommen, hatte dich, mit der einen Hand unter deinem Arm, umschlungen, mit der anderen deine Füße vom Boden gehoben... da hebt sich ein Mädchen leichi. denn da muß es einem die Arme um den Hals schlingen— und hatte dich in meinen Kahn geworfen." „Nur so hrneingeschwungen?— Du bist ein Prahlhans, wer du auch sein magst." „Weißt du nicht, wer ich bin. junge Wirtin?" „Das Gesicht verrät es nicht." .Hast du nicht von Schomeikka aus Uchtua peden hören?" Er streckte sich, reckte sich, verschränk� die Arme über de- Brust— vertrat Marja nicht den Weg, fesselte sie mit den Augen, wo sie— die Hand am Pfosten der Ofenbank— stand. Gort,, folgt.) Ulltttricht in Gäuglingipslege. Im KindttbauZ findet wieder vntee- rickt in Säuglingspslege mit praktilchen Ucbungen wömentlick einmal statt. Meldungen nninplich Montag— Freitag von 10—1 Uhr oder schriftlich im Bureau-des Kinderhauses, Blumenstr. 87. Bon dem dirigierenden Arzt der Friedrichstadtklinik für Lungenkranke,?r. Arhtr Malier, erhalten wir nochmals eine lange Zuschrift,- die- sich gegen die vom Nachrichtenamt. des Berliner Magistrats verbreitete Erklärung wendet. Es wird in derselben dargelegt, welche Unterschiede zwischen der lediglich für Lungenkranke eingerichteten Klinik und den städtischen Krankenhäusern, in denen nur Stationen für Lungenkranke vorhanden seien, beliebt. Es kann nicht unsere Ausgabe sein, in den Spalten des„Vorwärts" längere sacchvissenschastliche Auseinandersetzungen über die Hb- gienischen Einrichtungen der Anstalt, ferner über die Eignung der in denselben täligen Aerzte zu pflegen. Wir glauben, den dringenden Wünschen des Leiters der Friedrich stadtklinik, sowie der dortigen Patienten durch Verörient- lichung ihrer Zuschrift im„Vorwärts" Rechnung getragen zu haben. Bon Entlassenen der neuen Pulverfabrik der Reichshüttenwerke Spandau gehen uns Klagen zu, daß sie, obwohl� sie bereits am 24. Mai 1910 entlassen worden seien, die' seinerzeit, vom ReichSschatzministeriu» zugebilligte Uebergangsentschädigung noch nicht erhalten hätten. Es handelt sicli um auswärts Wohnend«, die zwar bereits inehrcremal um Zahlung dieser Entschädigung ersucht, sie aber noch nicht bekommen haben. Den in Berlin und Umgegend Wohnenden sind von der Entschädigung 2 M. in Abzug gebracht worden, wofür, ist ihnen nicht bekannt. Tie in'Frage Kommenden glauben, daß sie durch Veröffentlichung ihrer Klagen zu ihrem Recht kommen. Slopenickcr Jugendweihe Am Tonntag, den 27. März lt. Osterseicr- tag), vorm. 1l) Uhr, ilugeiidweibe in der Aula der Körnerschule. Anmeldungen der Kinder müssen umgehend erfolgen, spätestens bis 1l>. Januar entweder in den UnterrichtSstundeu unserer Gemeinde(II. Gemeindeschule jeden Dienstag Z— 4 Uhr, Schul« in der Bergmannstraxe jeden Freitag 3— 4 Uhr, oder in der Ausgabestelle dieses Blattes, Köpenick, Kietzcr Str. 6. Spätcrc Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Serliner Varietes. Das Scala-Variete, Luiberstraße, hat sich im Januar- Programm den Rahmen etwas weiter gezogen und dabei detu Humor eine größere Rolle eingeräumt, wobei man sich den venin- glückten Ausflug eines Komikers ins politische Gebiet im Programm des Vormonats glücklicherweise zur Lehre dienen ließ. Clou ist die Tanzprimadonna der ungarischen Nationaloper Anna P a l la h mit ihrem Ballett. Tie ungarischen Damen bringen an Technik alles Erforderliche mit. Daß sie sich in einigen Tänzen nicht ganz glücklich fühlten, lag wohl an der Wahl des Programms. Vorzüg- lich war eine„Brabnianische Legende", geranzt von der Prima- donna, sowie das Schübertsche„Vor dem Ball". Liszts II. Unga- rische Rbapsodi« verblaßte, denn man kann sie nicht tanzen. Ans dem übrigen Programm seien die sehr guten Rollschuhläuserinnen Mix und Gertj genannt, ferner die ausgezeichneten Artisten Fünf Lnirott? in ihrer Szene..Nach dem Eollcg", serner die ausgeglichenen erstklassigen � eauilibristischen Arbeiten der Fünf C a r r a s. Leo Morgenstern gibt in scharfer Karikatur den „Kaiernenschliss" vergangener Zeiten zum besten und Carl Braun findet reichen Beifall durch seine Meisterdarstellunge» berühmter Komponisten. Schließlich kann jeder unter Leitung des Lustspiel- darftellers und Filmregisseurs Gerhard Dammann aus der Bühne zuw. Ergötzen des Publikums und seinem eigenen filmen, wobei die Feststellung nicht uninteressant ist, wie weit sich die abge- lauschten Gesten gewisser„Filmgrößen" mißbildend aus zuweilen ganz ursprüngliche Talcnie legen. Auch das Apollo-Tbeater gibt in seinem Januarpro- pramm bisher noch nicht entdeckten Filmgenies Gelegenheit, ihr Talent auf der Flimmerbübne zu entfalten. Unter Regie des be- kannten jtinoschauspielers Leo P e u k e r i wird allabendlich urner Mitwirkung des Publikums au einem Filnilustspicl gezimmert. Die teilweise Vorsübrunq des Lustspiels aus der Lcinewand und seine Fortsetzung aus der zum Filmojsiicr hergerickteten Bühne lösen stürmische Heiterkeit aus. Da die Zahl der verkaniucn Genies hei der holden Weiblichkeit und auch bei der männlichen Spezies der Gattung Mensch nicht unbeträchtlich ist, stehen dem Regisseur natürlich darstellerische Kräsie in Hülle und Fülle zur Verfügung. Aber auch sonst bietet das Varieis durchaus Lobenswertes. In einem Sketsch: Hüte Dich?, einem Abriß aus dem Leben einer Nihilistin im verflossenen zaristischen Reiche, zeigen Toni Tetzloss und Leo E o n n a r d ihre schauspiclerische Ge- staltungsknnst. Sehr gut besetzt ist das eigentliche Varietepro- gramm mit den vier Trampolin-Akrobaten Rouglys, den Equi- libristischen King Luis und Sohn und der ganz vorzüglichen Akrobatcntruppe Vier U e s s e m s. Eine tolle Nummer ist die komische Radsahrcrtruvpe P a c tz o l d, che wahre Lachsalven her- vorruft, wenn sie aus den unmöglichsten Vehikeln ihre Kunst aus- übt. Erwäbnt seien noch zum Schluß der Damenimitator Hennings und di« Borsübrung der dressierten Kampfstiere, die uns lebren, daß aus einem Ochsen manchmal auch mehr herauszuholen ist als ein saftiges Stück Rindfleisch. nahm« der Zahlabende verhindert find, im Zakak van Bernick, LKönebera, Frih- Reuter. Siraste I. Tagesordnung, Vortrag des Kreissekretärs Georg Pet-tz. dorff. 2. Wahl des Vorstandes. 14. Abt. abends 7W. Uhr wichtige Sitzung aller Bezirkeführer und Ve- tricbsvertraucnsleutc bei Krüger, Engcluscr 13. 15. Abt. abends T'i Uhr Sitzung sämtlicher Funktionäre und Borstands. Mitglieder bei Schwarz, Blankcnselder Str. 10. Tagesordnung: Die bevor« stehenden Landtagswahleu. 18. Abt. abends 8 Uhr Zusammenkunft der Mitglieder des SIS., Z1S., 830., 824., 325. ii, 327. Bezirks bei Heese, Mcmeler Str. 03. 80. Abt. Köhlers Festsäle, Tieckstr. 24, chh Uhr. Abtellungsversammwng. Thema: Sozialisierungsfragen. Rei. Gen. Dr. Kallmsnn. Il0. Abt. Lichtenberg) abends 7' j Uhr Mitgliedcroersammlung im Zeichen- saal der Schule Holteistraste. Ref.: Gen. Alex. Knoll. Groß-Serliner parteinachrichten. Heute, Tonnerstag, den 8. Januar: 14. Krei, Renkölln 7>» Uhr abends Sitzung des Kreisvorstandes, der Ab- teilungsleitcr und Kassierer sowie der Delegierten zum Bezirkstag in der Kindt- Brauerei, Hrrmannstraste. Wichtige Tagesordnung. Neueinteilung der 114 Be- zirke sür Neukölln. 107. Ab». Alt-Slienicke-Falkenbeeg. Frauenlefeabend 7iz Uhr bei Klingenberg, Grünauer Str. 29. Zungsozialiste». Reulöll«: TV. Uhr im Jugendheim, Nogatstr. 53, Vortrag über:„Feste und Gebräuche im Altertum".— Treptow: 7 Uhr im Jugendheim, GIsenstr. 3, Vortrag über„Die Kulturausgaben des Sozialismus".- Herm». dors: 7 Uhr im Landhaus Neunzig. Neue Bismantstr. 41, Vortrag über„Die politischen Parteieti im neuen Deutschland".— Fricdrichshagen: 7', Uhr hei Scholz, Friedrichstr. 8l, Vortrag über„Die wirtschaftliche Lage". Morgen, Jrcitag, den 7. Januar: lt. Krei« SchSneberg-Friedenau nachm.? Uhr Versammlung der Gast- wirtsgehilfen sowie aller Parteigenossen, die durch ihren Beruf an der Teil. ?ugenüveranftaltungen. Verein Arbeiterjugend Grast. Berlin, RB. 40, Za be» gelte» S.~ Sonnabend, den 8. Januar, k,i>7 Uhr: Xonserenz be, Borfitzenben de, Verein- Arbeiterjugend Grost-Berlin. Da- gesordnung: Bortrog des Genossen Bernb. Krüger„Die Bedeutung der Se. werkschaften für die Jugend" u. a. OhncAuswcisundMitglieds- buch kein Zutritt! Tonnerstag, den k. Januar, 1�8 Uhr: Zcntraljngendhei», Lindenstr. 3, Diskusfionsabeiid: Was ist Bildung?— Neukölln. Müuchcner Str. 52, Literarischer Abend.— Nieberschineweid«. Be?« lincr Str. 5l. Mädchenabrnd.— Osten Stralau»« viertel, Rahlcrstr. 3, Mitgliederversammlung.— Schmargenbors, Breitcstr. 38 Ii, Mitgliederversamm- lung.— Schönhauler Vorstadt l Mitgliederversammlung.— Schönhauser Bar- stadt ll. Lokal Röper, Etargarder Str. 18, Mitoliederversammlung.— Südost, Rcichenbcrger viertrl, Elogauer Str. 12 10, Mitgliederversammlung.— Steglitz- Zriedenau, Oftendachcr Str. 51, Hermanv-Löns-Abend.— Tempelhos, Ger- maniastr. 07, Turnen.— Lichtenberg, Müqgelstr. 19, Mädchenbbcnd. Vorträge, vereine und Versammlungen. Zentralverband der In»aNdru und Witwen Deutschland», Ortsgruppe Groß- Berlin. Sonntag, den 9. Januar, früh 9 Uhr, Generalversammlung in der Sophienschule. Weinmeistcrstr. 10. Schntzverbanb der Schwerhörige». Heute, T'i Uhr. in der Reuen Phil- Harmonie, Köpcnicker Str. 96, Monatsversommlung. Bortrag von Erich Paget über„Japans Schrift und Literatur" lfür jeden Schwerhörigen durch den Biel- Hörer vernehmborl. Eintritt frei. Gäste willkommen. Ortsgruppe Südwest»er heimatstrene» Oberschlefier. Heute 714 Uhr Mit- gliederveriammlung Friedrich-Wilhelm-Gymnalium, Kochs». 13. E» spricht Herr Pfarrer Echevk-Tempelhof sKamps um Oberschlestenl. Arbeiter. Samoriter-Bund, Kolonne Geoo, Berlin. Abt. Lichtenderg und Wcdding: Lebrabend am Donnersmg, 0., abends 7 Uhr. Abt. 99 il» mersdorf-Eharlottenburg: MitgNederversammlnng Freiing, 7., abends 7' e Uhr bei Theten. Tagesordnung: 1. Bericht. 2. An»äge zur Gene- raloeriammlung. 3. Abrechnung der Weihnachtsveranstaltung. 4. Verschiedene«. Abt. Pankow: Freitag, 7., Lehrabend in der 0. Gemeindeschule, Schulsiraste. Sonnabend, 8., abends 011 Uhr, Abteilungsverlainmlunst' bei Schulz, Flora- siraste. Elte Gaillards»aste. Wichtige Tagesordnung. Anschließend gemütliches Beisammensein._ Geschäftliche Mitteilungen. De» Znorntur-Berkaus des Hauses S. Adam bat durch seine preiswür- digen Angebote einen so ungeheuren Zustrom von Käufern herangezogen, dost zur Bewältigung des Andranges wiederholt wegen Uebersüllung geschlossen werden mitßte. Da de: Ausverkauf nicht verlängert werden soll, empfiehlt es sich, den heutigen letzten Tag noch zu günstigem Einkauf wahrzu- nehmen. Von heilwirkendem Einfiuss bei Gicht, Rheumatismus, Diabetes, Nieren-, Blasen- :::: und Harnleiden, Sodbrennen usw.:::: Brunnenschriften durch das Fachinger Zentralbureau, Berlin W. 66, Wilhelmstrasse 55. StKBIS®' mit Doppelsohle, Sochserse, Dovpelrond. 3 Paar 43 Mt.. einschl. Bersandspesen, per Nach- nähme zu beziehen durch sllD p»til Hengst, Etz.mnIH, Betlcrsstraße 25. bteinbonelluppeteiegei 8.4051. Steinh. ftousboilselfe 4,50.11. blichoelis.llommonäontensl 35 mm ankaufssteile Outen, OrünerWegSt zahl» Tagespreise für Rupfer, Messing, Biel, Zink etc. Schöne Augen find bezwingend. Strahlender Glanz der Angrn, ausdrnltsvoller Blick d. Relchei« Denetian.Angcnwafier. 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Ihn dabei zu zerbrechen. Aber selbst, wenn die» geschieht, e» tut nicht», Optiker stluhnke garantiert dafür! Er wird Ihnen kostenlo» den Kneifer innerhalb bttm Jahre reparieren, oder Sie erhallen umsonst einen gleichwertigen Ersatz dafür. Rur sür Bruch der Gläser haben Sie zu zahlen. Semperfip ist leicht, unauffällig und haltbar wie kein anderer Kneifer. Er kostet in Loubls ohne Rand M. 28.— und M. 48.—, in Gold M. 184.—. Gläser werden extra be- rechnet. Dabei ist sein« Herstellungeart so klug ausgedacht, daß er auch In Gold-Doubib kein« unechte Stell« zeigt. Aber dt« Neuheit liegt hauptsäch» lich darin, daß der Nasensteg au» elastischem, aber dauerhaftem Draht her- gestellt ist in Schleisensorm. Sogax bei solchen Rasen, auf denen sonst kein Kneifer fest oder richtig sitzen will, hat er sich gut bewährt: ein Wundwerden ist nicht zu befürchten, da der Druck sehr weich ist. Doch hören Ei« hierüber da» Urteil unserer verehrten Kundschaft setber: Berlin-Friedens«, den 12. IX. 1920. Mof-istr. 11 Sehr geehrter Herr Ruhnkel E» drängt mich, Ihnen meinen besten Dank für den ordinierten Semperfix. Kneifer und die Hornbrill« ou,zu- sprechen. Ich bin mit den beiden Sachen auf» höchste in .«der Beziehung zufrieden. Endlich ist di« Migräne g«, ichwunden. die ich früher beim Tragen eine» schlecht kon- struterten Kneifers stets empfand. Da, Sehfeld ist bei der Schlcifart Ihrer Gläser erweitert und nach jeder Richtung hin klar und scharf. Ich werde nicht verfehlen, vorkommen- den Falles meine leidenden Kollegen auf die hervorragenden Leistungen Ihres w. Instituts zu verweisen. Hochachtungsvoll Maximilian Maulbecker Gemeindeoerordneter und Schriftsteller. Seachle» Sie, bitte, dl« hier folgenden Preise: «nosühr»», Stranfle Aneifcr ofroc Cinfaffcng fineifer mit Cinfaffeng Nickel und Hartnickel. (Boll)'Double... Echt Gold, 14 karätig 1 Jahr 2 Iahte 3 Jahre 4 Jahre S— 10.50 22.- 38.— 174.- 8.50 18— 28.- 38- 184.- 12.— 48.- 8.50 16- 28— 36.- 320.— 12.— 20.- 48.— 340.- 15— 58— Brill«» e— 27.- 38— 54.- 320.— 10— 31— 45— 66.— 15— 84— Hornbrillen von M. 36— an. Modern« Lorgnetten, Silber von M. 03— an, Gold-Doubli von Vi. 82.— an. Glaser werden extra derechnet, und zwar da» Paar: Rathenow«! Schleifart M. 8.—, Punktorik-Menislen M. 19—, dieselben au» gutem Sono»kop-Gla» M. 27.—, Zylinder-Gläser, flach M. 18—, gewölbt M. 48.—. All« Preise sind netto.— Reparaturen werben schnell, gut und preiswert ausgeführt. NW Frtedrich-Slraß« 190 Scke Dorocheenstraßs SW Pelle-Llliauce-Slr. 4 »od» Sonders SO Oranien-Slratze 44, iwsschr» TXmf nt Oranienplatz Spandau: Lreil« Straß« 18. nahe Wtmttt Eharlottenburg: Tauentzienstraße 15, Ecke Marburg er Straß« Zooch!m»lhalerStr.Z n«d» Bhi. Zoo Neukölln, vergstraße 4. 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Homöopatb.lDstitut m(UMS| f f fieschlechts-. Haut-, Harnleid. 1***»»« Bbd mDrinVerensunx.trlsche u. alte Fälle. Schnelle, sich. achmenl. Spezialbeh. 50 jähr. Prax.Harder.Friedrlchstr.MZb Oranienb. Tor. Spr. 0-2, t-x. Danksagung. Für bic HcrzUchc und zoHI- rsiche Lclklligung und reich- Uchea Srmrtfnenben bei der Be- crdioung meiner Uebcn Frau lüsra Pfeiffer ' söge ich alten Berwaitblcn, Freunden und Betaunten, so- wie der Direktion de? Bich- mischen Brauhaus?«, der Abordnung des Gaftwirtsoerbanbes, dem Spar- und Lottcriencrew „Sicher wie Goib" und den '.Mietern- des Hauses meinen h. r jichstrn Dank. IS Za Pävl Pfeiffer, S%T Hausburgslrage 2. sür jede Wertsache. Höchste An- lausspreis« für Pfandscheine, Briüanien. Golbgezenslände, Teppime. Bücher usw. Volts, Medrlcbs>r.«l III. Ecke Rochstr. Seit ist Or.8"."�!» UmM\ b. Hautausscblaa, Flechten, Bein- u. krampi-l aderiteschwüren, Frostschäden. Hämorrhoiden I ein bestbewöhrtes und! schnellheilendes Mittel. 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Reiehshall.-Theater Abds.?>/, v. u. Sonnt. nachm. 3 Uhr; Stettiner Sänger Nehm. halb. Pr.I Neue Welt Arnold Scholz Ha�enheide 1 08-1 14 —.i-..—. i—-———.— •fHEATeo- �bas. >bliW lAllai'iUlkh untpers.Reg v. Leo Peukerf. | Die m.Theater I besuch, allabdl aufgen. Films werden stets ab -nächst.Taz den f ganz. Monat Sil. . vorgeliihrt Wiederanltr. Kampfstiere ,nachdemSiche- ; rungeu f. d.Pu blikum getroff. sind. 1 Toni Tetzlaff i Leo Connard JuteDieh" 4 Uessems Pätzold Fam. Ant.7>/,Ubr. Sonntag, den 9. Januar 1931: * Eröffnung: de. Bayer. Bierlestes Wunderbare Alpendekoration Anfang 4 Uhr. 30 bayer. Madl. 5 Kapellen. Eintritt 2 M. ClimSvsth IH.Stosch-Sarrasani, Tägl.l 7 Uhr, Sonnt, u. Mittwoch auch 3 U.; Gadbln IL löw., Eisbären usw. prunk- Schaustück Gretli Traum.| Vorverk. Tietz u. Clrcusk" Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.>/,8 D. Schlager aller Volksstücke Der Fehltritt einer Frau. Vorher; Tbeat.rlleb*. Oper. Sketch mit ViktLitzek. 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Diese Meinung ist unrichtig; der Reichs- Präsident übt nach der Neichsvcrfassung das Begnadigungsrecht nur soweit au?, als es dem Reich zusteht, das heistl nur in Straf- fachen, in welchen das Reichsgericht in erster Instanz er- könnt hat, in Strafsachen früherer elsaß-lothringischer, Schutzgebiet- und Konsulargerichte, in Sachen der außerordentlichen Ge- richte und bei Stramrteilen der meisten Militärgerichte. Im übrigen, da? heißt in den weitaus meisten Straffällen, ist die Ausübung des Gnadenrecht» Sache der Regierungen der Länder, da die Gerichte in der Regel LandeScinrichlungen sind; Urteile der Schössengerichte, der Slrafkaimnern und der Schwurgerichte können daher nicht vorn Reichspräsidenten erlassen oder gemildert werden, sondern nur von der Regierung der Länder, in Preußen also dem Staatsministerium. Dänemarks Kinöerhilfe. Im Kriegsjahr 191lZ begann der dänische Gewerkschaster©c- "nosfe Nielsen damit, armen deutschen Kindern eine Zeit der Erholung und Aufsutterung in seinem neutrale« Lande zu perschassen. Zunächst geschah das nur in kleinem Umfang. Eine An- frage Scheide manne bei unseren Genossen Nielsen und Stal.'nrng wurde die Veranlassung zur Erweiterung der Akiion. Ter Aufruf Nielsens in der ganzen dänischen Arbeiterpresse, den deutschen Klassengenossen durch Ausnabme und Verpflegung ibrer u oi leid- ii den Kinder zu zeigen, daß sie noch nicht Km oller Welt verlassen seien, fand ein begeinertcs Echo und im Sommer des Jahres von Versailles konnten bereiis hunderte dew scher Kinder in dänischen Arbeiter- und Bauernfamilien untergebrackl werden. Es sind weiterhin allmonailich zwei bis drei Transporte unserer Kinder aus dem Reiche und'Deutschösterreich gebracht worden, so daß 1920 ihre Gesamtzahl 18 000 erreiche. Tie allerschwächstcn Kinder, kamen in Kuramtalten, für Taubstumme avi Sachsen usw. stellte der Staat unentgeltlich seine eigenen Heime zur Perfügung. Für die Transportkosten bat da» dänische Komitee bereits eine Piertelmillion Kronen(2,8 Mill. M.) aufgewendet, für Einkleidung der Kinder wurden etwa 110000 Kronen gesammelt, außerdem haben viele Gemeinden große Summen an-f- gebracht, z. B. Vejle allein 25 000 Kronen. Jedes Kind bekommt für Heimreise 15 Kilogramm Lebensmittel mit und diejenigen Pflegeeltern, die diese Spende nicht selbst kaufen können, erhallen den erforderkichen Zuschuß von einer Zentrale, die der Haupt- kassierer des Gewerkschaftsbundes. Genoffe Svendsen, leitet. Kurz vor Weihnachten sind wieder 600 Kinder in Kopenhagen cingetrosseu und in nächster Zeit sollen 500 Kinder aus den am meisten notleidenden Gebieten des Reiches hinkommen. Tazie kommen endlich noch- die Sendungen von Lebens- mittein und Waren nach Mitteleuropa. Die ganze große Aklion der Gewerkschaften ist jetzt durch eine allgemeine Lrganisarion abgelöst worden: ihr Geschäftssübrer bleibt aber unser lieber Genosse Nielsen, dem bei der Kinder- bescherung in der«Neuen Welt" herzlichster Dank so lebhaft dar- gebracht wurde. Rätekongreß unü Militärdiktatur. HelfingfirS, 5. Januar.(OE.) Aus Moskau wird gemeldet, daß die Sitzungen des 8. Allrussischen Rätekongreffes unter schärfstem polizeilichen Schutz stattgefunden haben. Die ganze Gegend um das Große Theater, wo der Kongreß tagte, war vom Eröffnungstage bis zum Abschluß des Kongresses aufs strengste abgesperrt und die Annäherung an das Theatcrgebäudc nur gegen Vorzeigung besonderer Ausweise gestattet. Starke mili- tärische Posten mü Zöglingen der Roten Lssiziersschulcn und Soldaten der Wteilungcn der Außerordentlichen Kommissionen waren sowohl außerhalb wie innerhalb deS Theatcrgebäudcs ausgestellt. Eine Bekanntmachung des Zentralcrekulivkomilees, welches diese Maßnahmen verfügte und die Verordnung in den Moskauer Zei- tungen vom 21. Dezember veröffentlichte, enthielt die Ernennung eines militärischen Kommandanten des Rätekon- g r e s s e S und forderte von sämtlichen Personen und Behörden unbedingten Gehorsam gegenüber den Verordnungen des Sekretär» des Zentralexekntwkommitees, der gleichzeitig mit dem Schutz des Kongresses und der Auftechtcrhaltung der Ordnung aitf demselben betraut wurde. Wie der Helsingforser Berichterstatter de»„Qst-Erpreh" von unterrichteter Seite erfährt, hat auf dem 8. Rätekongreß der nüchtern geschäftsmäßige Standpunkt über die inneren Streitigkeiten in der kommunistischen Partei den Sieg davongetragen. Zu diesem Ergebnis haben die dem Kongreß vor- liegenden statiitiftben Daten über die sckioerc Wirtschaftslage des Landes entscheidend beigetragen. In den KommissionS» s i tz u n g e n haben sich indessen stürmische �Szenen aligespielt. Hier sind die linken Kommunisten in ihrer Opposition von vielen Kongretzdelcgierten aus der Provinz unterstützt worden. Diese Delegierten äußerten ihre Unzufriedenheit über die Vernacklässi- gung der Interessen der Provinz, wobei sie die bereits auf dem Kongreß der russischen kommunistischen Partei von ihnen vorge- brachten Vorwürfe m noch schärferer Form wiederholten. Starke Unterstützung fand Lenin bei dem Vorsitzenden des Allrussischen ZentralexekutwlomiteeS K a l i n i n, der öfter als sonst das Wort ergriff. Kalinin betonte die Notwendigkeit, der Bauernschaft Entgegenkommen zu zeigen; man bade bisher den Bauern „ichts gegeben, und sich nicht darum bemüh:, die Bauen: zur Mit« regievung heranzuziehen. Aich Lenin hob hervor, daß es notwendig sei, die Stellung der Sowjetregierung durch Gewinnung der Svnipathion der breiten Bevölkeruirgsmassc« zu festigen, und zwar in ersteh Linie durch Gewinnung der BaKrnschaft. Die * gegenwärtig eingetretene Atempause sei nicht als Ende des Krieges aufzufassen, sondern als Borbercitung der Etappe und des gesamten Hinterlandes für die künftigen Kriege um die Welt- revolution. Englißh-rujßstbe tzanäelskorporation. London, 5. Jan uar.(Holl an»ich Nieuwsbureau.) Tie«Times" veröffentlichen die von der englischen und der russischen Regierung gutgeheißenen Vorschläge für die Wiederaufnahme der englisch. russischen Handelsbczichungon. Es wirb vorgeschlagen, eine eng- lisch-russische Handelskorporation für die Entwich- tung bei russischen Handels zu gründen. Diese Korporation wird zwei Zlbteilungen, eine englische und eine russische, umfassen und ein Kapital von 10 Millionen Pfund Sterling besitzen, die von England und Rußland zu gleichen Teilen aufzubringen find. Auch der Gewinn soll zu gleichen Teilen gehen. Tie Kor- poration wird in Rußland da» Monopol haben, in Eng- land jedoch nicht. Sie kaattt direkt von den Verkäufern bzw. Er- rWigeru. In England tonnen aber all« Firmen Mitglied der Kor- porackion werden. Erinnerungen an t Genosse Scheide mann schreibt uns: Politische Kämpfe von solcher Heftigkeit, wie ich sie mit dem verstorbenen Reichskanzler- v. Bethmann Hollwsg jahrelang führen mußte, habe ick mit keinem anderen ouszufechten gehabt. Und doch sind wir uns dabei menschlich näher is- kommen. Ich war mit dein Verstorbenen, den ich menschlich verstehen und schätzen lernte, in den Kriegsjahren häufig zu- sammen. Wir sahen uns aber auch noch nach seinem Aus- scheiden aus dem Amte. Das erste:nal schon in den Tagen, als er noch in der Reichskanzlei wohnte,(ein Nachfolger Michaelis im Nebenzimmer aber bereits politischen Unfug an- richtete. Später trafen wir uns, nach vorausgegangener Ver- ständigung, in einer Privatgesellschaft. Dann wieder, als ich auf dem Kanzlerstuhle saß und er mich von der Notwen- bigfeit überzeugen wollte, daß er sich der Entente an Stelle des geforderten Kaisers stellen müsse! Gleichviel wie man eine Politik beurteilt, er war ein Mann, der persönliche Ach- mng verdient, ein Mann, der mit entschlossenen Mitarbeitern gewiß auch Großes hätte leisten können, wenn er s e l b st die .Leichen der Zeit" recktzeitig erkannt hätte— spätestens also nach dem Ausfall der Wahlen von 1912. In meinem Bücke„Der Zusammenbruch", das noch im Laufe dieses Monats im Buchhandel erscheinen wird, habe ich mehrfach Begegnungen und Unterredungen mit dem Verstorbenen g-eschildert. Ich gebe einige Ausschnitte hier wieder. Bethmann Hollwcgs Kriegsziele. Am 8. März 1915 hotte der Reichskanzler bor den Vertrauens- männern der Fraktionen über seine Kriegsziel« gesprochen und ge- sagt: „Wir wollen Sickierung, größere Bewegungsfreiheit und Eni- wicklungsmögllchkeit für ein stärkeres und größeres Deutschland." Mir liefs eisig kalt über den Rücken, und als er die Wendung von dem größeren Teutschland zum zweiten Male gebrauchte, da schau- tcn wir vier uns an: Molkenbuhr, Robert Schmidt und ich sehr der- stimmt, Haase offenbar sehr angenehm berührt. Er hatte nun, was er gebrauebte, das Stichwort für den„Eroberungs- krieg", für den wir unmöglich noch Kredite würden bewilligen können.... Auf dem Heimweg begann ich Haase gegenüber zu erörtern, daß Bethmann Hollwcg nach allen seinen sonstigen Dar- legungen unmöglich ein durch Gebietszuwachs größeres Deutschland gemeint haben könnte; das erscheine mir ganz ausgeschlossen.... Diese Konferenz hatte immer noch unter der Rücksicht aus die relativ große Zahl der Teilnehmer gelitten. Der Reichskanzler hatte aber, wie vor ollen solchen entscheidenden Reden, den Wunsch, sich ganz vertraulich mit der Sozialdemokratischen Partei vorher auszusprechen. Das beweist mein Tagebuch-Einirag vom 9. März: Früh um 8 Ubr kommt ein Bote aus der Reichskanzlei und bittet mich um 10 Uhr zum Reichskanzler. Ick ahme: Er will uns noch einmal zusetzen, damit von einer Rede im Plenum Abstand genommen wird. Ich bin kurz entschlossen,' Haase die Waffe aus der Hand zu schlagen, die ibin Bethmann Hollweg am gestrigen Abend durch ein« mißverständliche Wendung gegeben. Ich rufe Wabnschaüc cin, daß der Reichskanzler in der bevorstehenden linier- redung aus sein Kriegsziel zurückkommen müsse, aber so, daß dar- aus unter gar keinen Umständen Eroberungsab- ch t e n herausgehört werden könnten, wie das gestern abend der Fall gewesen wäre. Absichren, von denen ich überzeugt sei, daß sie Bethmann Hollweg ja auch gar nicht habe. Wafmschasse verstand mich sofort, nachdem ich ihn aus unsere Grundsätze aufmerksam gemach: hatte....„Im tiefsten Vertrauen — sonst habe niemand Kenntnis davon—: Zarie Keime sprießen in Rußland, Keime, aus denen ein Friede entstehen könnte. Wir würden sie zertreten, wenn wir vom Frieden sprechen. Das wxrde man deuten als Schwäche, und dadurch wachse in Rußland 8kS Kraftgefühl noch einmal usw. Die Ziele, die die A l 1 d e u t- scheu verlangten, seien Unsinn.„Ich denke nicht daran, sie zu verwirklichen. Belgien annektieren! Ein Land mit einer uns vollkommen fremden, auch sprachfremden Be- völkcrung. Ich stelle mir vor, daß wir engere Wirvschaftsbeziehun- gen mit Belgien kriegen können, vielleicht auch Abmachungen mili- tärischer Art. Und wenn cs mir gelänge, die Grenze in den Vo- gesen ein wenig zu regulieren, die jetzt unterhalb des Kammes ver- läuft, dann wäre das schon von großer Bedeutung, ebenso, wenn man die Schleifung Belforts durchsetzen könnte. An diesen Gren- zen haben wir furchtbare Opfer bringen müssen." Haase und ich— Haase vor mir— stellten mit Genugtuung fest, daß diese Darlegungen uns befriedigten, mindestens hätten sie mancherlei Befürchtungen zerstreut.... Bethmann Hollweg wies dann auf unsere Genossen in England bjn:„Wenn Sie mit denen Fühlung nehmen könnten, sei das gewiß wertvoller, als wenn wir im Reichstage über den Frieden reden. Aber Ihre iuiernationalen Freunde scheinen wenig fried- lich gesinnt zu sein."... Daß Bethmann Hollweg auf Haase großen Eindruck gemacht hatte, ivar unverkennbar. Um die Kommandogewalt. Am 7. M.ach der O sie r b o t sch a st über das Wahlrecht sei es schwer gc- ioesen. dem Kaiser auch das gleiche Wahlrecht abzuringen. Aber in unablässiger Bohrarbeit fei es Bethmann Hollwog schließ- lich doch gelungen, zu siegen und die zweite Bobschaft herauszn- bringen. Er habe den Beschlutz im preußischen Ministerium durch- gesetzt und die widerspenstigen Minister zu Fall gebracht. Er sei also weder energielos noch erfolglos gewesen. Aber gerade deSihaklb hätten dir Konservativen und Alldeutschen in ihm die große Gefahr gesehen und hätten darauf gedrängt, ein Ende zu machen. Sie brachten Hindenburg und Ludcndorsf zu dem Ultimatum: Entweder cr oder wir! Damit war das Schicksal des Kauzlers besiegelt..., ** * Sethmanns öegräbnis. Tie Beisetzung des frühereu Reichskauzlers v. Bethmann H o I l w e g erfolgte Mittwoch nachmittags um 3 Uhr in Hoheissinow unter überaus starker Beteiligung. In Vertretung der Reichsregi«- nuing war ReichSminsster Dr. Heinz e- erschienen. Dr. Heinze sagte in seiner Grabrede:... Er war berufen, in der furchtbarsten Prüfung unseres Volkes am Steftar zu stehen.. Ehe der Sturm überstanden war, mutzte er den schick- salsvollen Platz verlassen. Mützig wäre es zu fragen, ob es ihm bätte gelingen fönrten, das Unglück abzuwenden, das über unS hereingebrochen ist. Wohl aber dürfen wir die Erinnerung sest- halten an jene Jahre der Einigkeit in Kampf und Leiden, die vornehmlich sein polnisches Werk gewesen ist, tue uns befähigt hat, lange Zeit dem Ansturm übermächtiger Gegner standzuhalten, und die auch für die Zukunft wirken wird. In allem Schmerz der Gegenwart, tn dem wir jener unsagbar großen Leistung unseres Volkes tn Ehrfurcht gedenken, bekennen wir auch von diesem Toten, daß er einen guten Kampf gekämpft hat. Ein Vor- bild für uns alle in der Hingabe an sein Volk, ein Geist, der gegen ein feindlich furchtbares Geschick um das Dasein der deutschen Nation, um Wahrheit und Gerechtigkeit rang, ein Staatsmann, dem die Betonung der e t h: s ch e n Kräfte im Bölkerleben nicht leeres Wortgepränge war, so wird er dereinst vor dem Urteil der Geschichte bestehen. ihnen der Dank aller mit glühender Liebe zum deutschen Volk er- fiillten Deutschnationnlen. Wie groß würde der Dank der Patrioten erst sein, wenn statt fünfzehn fünfzehntausend wehrlose Arbeiter niedergeknallt worden wären! Brat oder Bier? Eine von Abgeordneten aller Parteien unter' zeichnete Anfrage an die Reichsregierung führt berechtigte Klage darüber, daß feit eim'ger Zeit wieder überall.Vollbier" ausgeschänkt wird, während in allen Kreisen der Bevölkerung der Mangel an den aus Gerste zu gewinnenden Nahrungsmitteln(Brot, Mehl, Graupen, Grütze. Flocken, Malzertrakt für Kranke und stillende Mütter) bitter beklagt und die bestehende Zwangs- und Notlage von den zuständigen Stellen des Reicks und der Staaten immer und immer wieder anerkannt und betont wird. Die Reichsregierung wird geftagt, ob sie die der Brauindustrie in Aussicht gestellte Gerste solange zurückhalten will, bis die un- mittelbar« VolkSernäbrung durch Gerste(und die Erzeugnisse aus der Gerste) so ausreichend gesichert ist, wie es der Stand unserer Bolksgesundheit gebieterisch verlangt. Eine indiskrete Frage. In der Zeitschrift des genugsam be- kannten Nationalverbandes Deutscher Offiziere ist eine Rede des Generalmajors von Waldersee abgedruckt, in der dieser alte Haudegen bedauert, daß Scheidemann das Oisizierkorps zu beschimpfen wage,.leider, ohne daß bisher die Striemen einer Reitpeitsche seine Wangen zieren..." Wir erlauben uns die in- diskrete Frage, ob dieser Herr Graf Waldersee derselbe ist, der in amtlicher Eigenschaft Chef de» Stabes beim Oberbefehlshaber Ost während der Okkupationszeit war. in der er und ähnliche Leute dieser Art sich ja als Halbgötter und Herren aufspielten. Er er- öffnete die Weihnachtsfeier der Mannschaften der Formation Ober- oft in Bialystok 1917(nach der FriedenSresolnlion des Reichstages) mit den Worten:„Nun wollen wir mal Weihnachten feiern wie deutsche Männer und nickt wie H o s e n s ch..... von der Reichs« laglmehrheit!" Im Tone»nd in der Gesinnung hat sich also der hochgeborene Herr seitdem nicht geändert. Gewerkschastsbewegurlg Regierung und Staatsarbeiter. Wiederholt dat sowohl die T-?gcs. als auch die GewerkschaftZ- presse darauf hingewiesen, das; die Arbeiterschaft eine Gesundung ihrer Wirtschaftslage durch sorigesetzte Lohnsteigerungen für ausgeschlossen hält rmd dag nur durch einen zielbewußten Ab- bau der Preise für Vedarfs- und Lebensmittel erträgliche und'tatiile wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen werden können. Neuerdings sind nun, so wird uns geschrieben, Staats- und Reichsregierung bemüht, zum Lohnabbau zu schreiten, ohne an einen Preisabbau' zu denken. Der Hinweis auf die trost- lose Lage unserer Finanzen verfehlt seine Wirkung, wenn nicht einwandfrei der Belveis erbracht wird, daß die Regierung ernstlich bestrebt ist dort Millionen zu sparen, wo es möglich ist, ohne Existenzen in Massen zugrunde zu richten. Solange aber Gelder gefordert und bewültgt werden deren Verwendungszweck sehr dunkler Natur zu' sein scheint, solange wird kein Arbeitnehmer zu überzeugen kein, daß.nscre Finanz.ag« wirklich so trostlos ist, wie sie von der Regierung dargestellt wird. Glaubt die Regierung die Finanzlage dadu-ch aufbessern zu können, daß sie die an sich schon gefährdeten Arbcitevexistenzen noch weiterhin zielbewußt e r s chü t t e r t nid die Zahl der steuerschwachen Schultern erheb- lich vermehrt? Reich und Staat sind die größten Arbeitgcber'und die von ihnen geschaffenen Arbeitsverhältnisse sollten vorbildlich für die In- dustrie sein, aber leider ist gerade das Gegenteil zu verzeichnen. Ein Beispiel aus den letzten Tagen zeigt, wolin der Weg führt. In einem Tar'fstrett zwischen Reich und Preußen einerseits und StawSarbcite n(Vcrwaltungsarbeitcrn) andererseits hatte das ReichSkabinc.t eine Entscheidung gefällt, die die Wünsche der Arbeitnehmer gänzlich unberücksichtigt ließ Eine Schlichtungsinstanz, wie su> ine Verordnung vom 23. Dezember 191K vorsieht, kommt nicht'n Frage, da das Kabinett sich keinem Schieds. spruch beugt, wodurch sie Staatsarbeiter außerhalb d c S T irifrechtes gestellt werden. Tie Folge wäre also die Ar- beitsniederlegu'ng. Wenn diese bisher verhütet werden konnte, so ist dieses dem Verantwortungsgefühl der Slaatsarbeiter zu danken, deren Bezüge in keinem Fall das Existenzminimum erreichten. Die Verelendung dieser Arbeiterklasse wird noch ge- fördert durch eine von der Reglerung aus Etatrücksichtcn beschlossene Personalver ingerung. Um diese Maßnahmen durch- führen zu können ist bereits vom K n l t u s m i n i st e r i u m ver- fügt worden, daß Einsprüche gegen Entlassung nicht vor dem noch zuständigen SchlichtunigSauSschuß Groß-Terlin, sondern vor dem Zentral. Schlichtungsanöschuß im Reichsarbeit s- m i n i st e r i u m verhandelt werden sollen. Die Staatsarbeiter, die durch die Sünden des 6. Juni 1920 einer Regierung ausgeliefert wurden, welche auch umter Wilhelm II. lebersfähig gewesen wäre, erblicken in diesem Vor- gehen der Regierung einen konze>itri>ch geführten Angriff auf die Arbeiterichaft, die Ereignisse in den Lazaretten, in den Reichsbekleidungsämtern. in der Reichsdrucherei» die Krise bei den Eisenbahnern sind weitere Beweise für diese Behauptung. Den Regierenden möchten wir aber warnend zuri/fen: Der Ka- lender trägt nicht mehr die Jahreszahl 1914 und der Geduldsfaden dieser Gruppe droht zu veitzenl Auch ei« ,.Angeste!lten"-Bertreter! Bei dem Paritätischen Ausschuß im ReichSarbeitsministerium beantragte eine Angestclltcnvertreiung zwei Kolleginnen, die Tele- . pbonistinncn, auch für fremdsprachliche Vermittlung, sind, '" von Gruppe II nach III zu bringen. Tie Spruckikammer stand ein- mütig auf dem Standpunkt, daß dies nach dem Wortlaut des Tarif- Vertrages unmöglich ist und wollte ablehnen, als der Ange stelltenvertreter Klepp darauf aufmerksam machte, daß Fernsprcch- gehilfinnen überhaupt nur nach Gruppe I gehörten, und er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren könne, die von der Dienststelle angeordnete Tarifierung � nach Gruppe II gut zu heißen.— So entschied die Mehrheit mit Herrn Klepp die Tarifierung nach Gruppe I> obwohl Tienststelle und Angestelltenvertretung sich über Gruppe II bereits einig waren. Ein Registrator, der selbständige Registroiurarbeiien er- ledigte und hierbei französische und englische«prachkenntniffe ver- wenden muß, kam Tank Herrn Klepp nach Gruppe III, und fünf Minuten später wurde ein Registrator ohne derartige Sprachkcnntnisse auf besonderes Befürworten des Herrn Klepp von Gruppe III nach IV eingereiht. Das warme Eintreten des Herrn Klepp für den letztgenannten Registrator wird man begreiflich finden, wenn man hört, daß der Vertreter de? Beschwerde- führeri Mitglied des Kleppfchen Deutschnationa- len HandlungSgehilsenverbandez ist. Eine Bersauimluug der Zimmerer beschloß nach einem Referat des Beiliuer Vor sitzenden B e n a d a und nach einer regen DiSkuision, die EinheiiSarbeilsloien- karre einzuiühren und sich dem Arbeitslosennachweis der Sladt Berlin, Gormannstr 30. 2 Tr.. ab 10. o. M. anzuichließen, die Aus« zahlung der slädtiichen Erwelbsloienunterstützung aber im Verbands- bureau zu belasten. Ferner berichtete Benada von den Verband- lungen mit den Unternehmern über die Lohnrevision. Großen Unwillen, der sich in erregten Zwiichenruien bemerkbar machte, lösten seine Ausführungen aus, als er bekannt gab, daß der unparteiische Vorsitzende erklärt habe, nickt eher in neue Verhandlungen eintreten zu können, als bis die Ortsgruppe Berlin des R e i ck s V e r- bandes für das Tiefbaugewerbe an den Verhandlungen teilnimmt. Die Zimmerer befürchten, daß die Verhandlungen� die am 6. Jamior vor dem provisorlichen B-ziikslobnamt stailfinden und bis zum 8. Januar beendet sein sollen, w>e>cr künstlich in die Länge gezogen werden. Alle Diskussionsredner drückten ihre Unzufriedeiiheit über die Willkür und Uniernehmeifrechbrit in starken Worten aus. Einzelne machten den Vorschlag, überall, wo noch dringende Arbeilen vorhanden sind, dort iotorl die Arbeit niederzulegen, als Protest gegen die Verschleppungstaktik der Unternehmer und um die Parasiten der Geiellichaft zu zwingen, mit uns über die aus der bitteren Not der Zeit geborenen Forderungen mit uns zu ver- bandeln. Große Heiterkeil verursachten die Worte eines Redners. der empfahl, man solle von radikalen Maßnadmen abiehen. und an das soziale Empfinden der Uulernebmer appellieren. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das londeibare Verhalten de« Stadl- kämmerers Boe ß scharf kritisiert, der einer Arbeiteideputatio» vom Hockbauamt Neukölln erklärte, ei schasse kein Geld für T'e�lungs- bauten, K>a»keiihä»ser. Sänalinasbeime und Baracken ale No standS- Wohnungen.— Beschlossen wurde, eine Veriammluna mit dem Thema Moskau oder A m it e r d a m, in der beide Richtungen zu Wort � kommen sollen, abzuhalten._ Ein vornehmer Arbeitgeber. Bei der Firma Eohrs u. Amm-, Berlin, Universitä.sstr. 2/3», bestehen Streitigkeiten mit dem Per- sonal betreffs Durchführung des in der Speditionsbranche allgt mein verbindlichen Tarifvertrages. In einem Schlich- tungsvcrfahrcn wurde die Firma Eohrs u. Amme verurteilt, den Angestellten die zu wenig gezahlten Gehälter nachzuzahlen. Seit dieser Zeit fühlt sich, twe der Zentralvcrband der Angestellten schreibt, der Leiter Hutfils bemüßigt, die im Z.d.A. organi- sierten Kollegen in der unanständigsten Weise zu schikanieren.! Redensarten wie:„J.-b werde Sie schon treten, daß Sie am Leben verzagen" oder„Sie sind eine ganz gemeine Person" sind an der Tagesordnung. Dieser Herr scheint der Ansicht zu sein, daß der Kasernenbofton auch eine Umgangsform für hochgebildete! kaufmännische Angestellte ist.! Wir warnen die Kollegen aus der Spedttionsbranche, sich bei obiger Firma anstellen zu lassen. Achtung, Buchbindcreiarbeiter und-arbeiterinnen! Die beiden Firmen Gr e v e, Rüteistr. 50, Deutsches Druck, und Ver- � l a g S h a u s. Lindenstr. 26, sind wegen Differenzen für Ver- bandSmitglieder gesperrt. Arbeitsaufnahme in den obigen Betrieben käme daher einem Streikbruch gleich. Buchbinderverband. Deutsch«« Wirklueistcr. Verband! Bezirkaverein Berlin so! Auto., Waae», bau. und»orosseriebranchel Lerfammlung heute 7 Uhr im Schultheiß, Neue Iakobstr. Ulis, I zentral» crband der Angestellte-. Mitgliederversammlung 7 gruppe U»< Chirurgie, 7H Uhr Sophiensiile, Soxhieustr. 17/18,_ und Genuhmlttelindustrie und Handel). Stadt-Theater, All-Moabit 48;». j Zllgeubgrnpp« de, gentraloerbande» der~—-■-— e stellten, ssachgruvpe 5a sRechtaanwaltsangestellte). Udr Englischer Hof, Mexandrrhr. 27c,— Fach- Mechanit, Dental-Depot). Sekttonsoerlammlung Fachgruppe 17 I a— n sNahrungs- »chgruppenvers-mmlung 8 Uhr, l_ Angestelte». Sonntag, 7 Uhr. In der Aula, Peinmetstcrstr. 15, Unterhallungsadend mit Lichtbildern Uber das Thema!„Unsere schöne Heimat"(Gesang, Rezitationen, Vortrag). Eintritt S9 Pfennige. Deutscher Zranaportardeitervrrband sBranch«! Dewerbliche Angestellte der Rclchsorganilationen). Freitag, Z Uhr, bei Fchfara, Melchiorstr. 15, Vertrau» ensmiinncrvrrsammlung, l. Die Ablehnung der Berbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches betr. Wcihnachtsgratisitation. Z. Welche Maßnahmen haben wir zu ergreifen. Z. Stellungnahme zur Neuwahl der Branchcnleitung. Achtung, S.P.D.. Funktionäre der AEG. Freitag, 3 Uhr, bei vhlöder, Use- dvnistr. 83, Frakttonssißung. Erscheinen unbedingt notwendig.— Der Fdattionsvorstand._ fius öer Partei. Zur Landtogswahl. Dis Parieiloitferenz für den Wahlkreis Weser-EmS stellte für die prcußifdfen Landtagswahlen folgende Kandidaten auf: 1. Arbeitersekretär B u b e r t- Osnabrück, 2. An- gestellter S t u b b e- Emden. 3. Weber Kipker-Nordhorn, 4. Ehe- frau Oppel-Wilhelmsbaven, 5. Eiscnbahnschlosser Bach-Lingen, 6. Lberstaatsanwaltssekrefär Knoop-Aurich. 7. Lehrer Hocmann- Settrup, 3. Landwirt Buldcner-Wcener. Die beiden erstgenannten Genossen sind bereits Mitglieder der Preußischen Landesver. sammlung. Ein neues Parteiblatt erscheint seit 1. Januar für die West- und Nordpsalz unter dem Namen:„Pfälzische Freie Presse" Es handelt sich zwar nur um ein K o p f b l a i t der „Pfälzischen Post", aber dennoch ist dieser Erfolg unser«! pfälzischen Genossen beachtenswert. Hoffentlich folgt in nichr mehr ferner Zeit die eigene Zeitung der West- und Nordpfalz. Wirtschaft Die Entwicklung der deutscheu Seeschiffahrt. Der Seeverkehr über die deutschen Häfen zeigt im letzten Jahr« einen merklichen Ausstieg, wenngleich es noch längst nickt ge« lungen ist, den durch den Verlust der Handelsflotte infolge des Bnsailler Vertrags erlittenen Ausfall auch nur annähernd weit« zumachen. Verglichen mit dem Vorjahre und dem letzten Friedens« jähre 1913 gingen im Hamburger Hafen ein und auS: Anqekommen sind: 1913 1919 1920 Seeichlffe........ 15 073 2234 4880 Raumgebalr in 1000 N.-Reg-To. 14 185 1543 4537 Abgegangen find: Seeschiffe........ 16 627 2706 5150 Naiimgedalt in 1000 N-Reg.-To. 14 440 1450 4381 Eine ähnliche, wenn auch im Verhältnis zum Voijabr nicht ganz so günstige Entwicklung weist der Seeverkehr für bremüche Rechnung über die Weierhäfen auf. Ei» Vergleich mit dem Friesen»- jabre bewetst, daß Hamburg noch immer kaum eiu Drittel ieines früheren HandelSfeevertehrS wieder erreicht hat, obwohl der ungeheure Warenbedarf Deutschlands nach der Krieg-blockade den Import und die Valutadifferenz de» Export stark begünstigen mußten. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die Knappheit an Schiffsraum in der zweiten Jahreshälfte erheb« lick nachgelassen hat, jo daß jetzt bereits das Angebot an Fracht« räum die Nachfrage weit überwiegt. Kennzeichen der Weltkrise. Nach einer Meldung des Hollandsch Nieuwsburcau wurde in Chile ein Verein der Salpeter» erzeuger gegründet, der 48 Proz. der chilenischen Salpeter- erzcugung umfaßt. Der Zweck ist. die Einschränkung der Erzeugung und die Festsetzung der Preise für Salpeter bÄ zum Januar 1924 Mit dem Zusammenschluß der Salpeter« erzeuger verschwindet mehr und mehr die Möglichkeit, aus dem Ausland jemals wieder billigen Stickstoftdünger zu beziehen. Das beweist erneut die Notwendigkeit einer Sozialisierung der deutschen Stickstoffdüngemitlelindustrie, wie sie vom Gen. Otto Braun gefordert wird.— In der Schweiz macht sich die Krise u. a. in einem Rückgang des Verkehrs geliend. Nach der Zusammenstellung der Schweizer Bundesbahnen wurden an. Gütern im Monat November 1920 gegen den Vormonat 1L2 Millionen Tonnen gegen 1,35 Millionen Tonnen und 6,7 Mit- lioncn Personen gegen 7,5 Millionen Personen befördert. Tie Ein» nahmen gingen so um 5,88 Millionen Frank zurück.— AuS dem Saargebiet wird gemeldet, daß die meisten dortigen Eisen- und Stahlwerke wegen Absatzmangel größere Arbeiter» entlassungen vorgenommen haben. Die Zahl der Konkurse bat nach einer Zeitschrift„Die Bank" im Jahre 1920 gegen zugenommen. Es wurden nämlich im vergangenen Jahne 130 2 Konkurse eröffnet gegen 997 im Jahre 1919 und 804 im Jahre 1918. Auf den Monat Dezember entfielen 155 der neu eraffticteu Konkurse. Eine Viehsteuer. Die Finanznot der Gemeinden und Bezirk»« verbände in Sachsen bat bei diesen den Gedanken einer Be» steuerung des Viehes reisen lassen. Den Ansang damit hat, wie uns mitgeteilt wird, der Bezirksvcrband der Am:shaupta Mannschaft DreSden-Neustadt gemacht. Nach Beschluß der Bezirksverktctung für diese Amtsbauptmannschaft soll vom 1. Ja» uuar dieses Jahres ab die V i e h st e u e r nach folgenden Sätzen eingeführt werden: für ein V sc r d 60 M., für einen Zugochsen 40 M., für eine Kuh 10 M., für ei» Füllen 20 M., für ein Schwein 3 M., für ein Schaf 3 M. und für eine Ziege 2 M. — Damit ist wohl im ganzen Reiche eine Biehsteuer erstmals ein« geführt worden. Tie Kohlenförderung im Dezember. Di«; Steinkohlen» sörderung betrug im rheinisch-westfälischen Steinkohlenbezirk bis zum 28. Dezember nur 7 096 130 Tonnen gegenüber 7 458 174 Tonnen bis zum gleichen Tage des Vormonat?. Die Ursache des Förderungsrückganges war neben den Feiertagen die Mangel« hafte W a g e n g e st e l l u n g und die seit Jahrzehnten nicht er- lebte Wasscrnot, so daß der SchiffährtSbetrieb kaum aufrechterhalten werden tonnte und oberhalb Mannheims gänzlich eingestellt werden mußte. Tie Landwirtschaftstaminerwahlen sollen nach dem neuen, vor kurzem angenommenen Wahlrecht voraussichtlich am 2 7. Fe» b r u a r stattfinden. Zusammenstellung der : das Vorjahr erheblich Deranlw, sllr den redalt. Teil Zill. Glocke. Berlin. Verlag: VorivärlS-Beriag IL. m. b. H.,__ Wärts-Buchdruckerei u Verlaasanltaii Paul Singer u. So Berlin Lmderltr. 8. Hierzu 1 Beilagr und Unterhaltungsbeilage.Hetouoelt.- Dr. Werner Peiler. Charlotteiiburg:(llr Anzeigen i ' Berlin. Druck: Bor- 7//0 001/m ii. fangen wir mit billigeren l|pisen an tfK Ci � ""avS- w as- 4 k ■••• ,«*•-„ l.c>releu tinion RcicIacI*