Kr. 1t ♦ ZS. Jahrgang Musgabe A Nr. H BezugSvreiS: V ect«t|Ql)cL30,— SnuntDP.atl.lO,—«Ol frei mä»aas, oorrus-ahlbac. Postbezug OTonatlidi 10,- Mi, erfL Su- keNungsgebühe. Unter Steiwbanb mt Deutschland und Oesterreich UUO M, für das übrige Ausland det täglich eimnaL SBlletttma 21,30 N. Postoe- ftellungen nekmeu an Oesterreich, Ungarn, Tscheche-Slowalei, Dane- uiart, öolland. �uremvurg, Schweden und die Echiveü.--» Eingetragen w die Past-leitungs-Preisliite. Der.Pontpärts* mit der Sonntag»- b-ilage.Toi! u.Zeit� ericheini Wochen- täglich zweimal. Sonntags und Mou- tags einmal. Telegramm-Adreste �Sozialdemotrai Verliu". Morgen-Ansgabe Neri in er Nolkslilntt (Z0pf«nn>s) AnzeiaenpreiS t Die achtgelvaltene Nonnarelllezeile iostetZ,— M, Teuerungszuschlag SV .Steine Anzeigen-, das ictl» gedruckte Wort h— M. izulälstg zwei fettgedruckte Worte), ledeo weitere Won 60 Pfg. Stellengesuche und Schlalstellenanzeigen dos erste Wort Sö Psg„ iedes weitere Wort«0 Tig Worte über 15 Buchstaben zählen für iwe, Worte. Teuerungszuichlag ä'***. Familien-Anzeigen für Abonneute» Feile M, politiiche und ee- werischattliche Vereins- Anzeigen 3.— Ml. die Feile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Ahr nachmittags im vouvigeschäst. Berlin SW.3, Linden- (trage 3, abgegeben werden, ffic'öisnei oon 9 Uhr iriih bis 5 Uf)t abends. Zcntralorgan der rozialdemokratirchcn parte» Deutfchlands Kedaffion und Expedition: EW. öS. Lindenstr. Z. ireruspreetiert Amt Muritsvln«- Nr. 151 90— 15197. Sonnabend, den 8. Jannar 195411 vorwärts-verlag G.m.b. h.» EW. bS, Lindenstr. Z. Kernspreetier: Am» MoriNplatt- Nr. 117 55— 54. Deutsihöfterreichs Katastrophe. Wie», 7. Januar.atz Hans Millens Gak-ck«. Tragödie mir von Aeutzorlichem lebt. Sie wimmelt von Dingen, Erfindungen, Worten und Wendungen, die außerhalb des höheren Geschmackes und der vertieften Geschichte zu suchen sind. Die Schauspieler stilisierten sich aus große Rhetorik. Arthur K r a u tz n e ck dröhnt« den Stolz des Papstes, den er darzustellen hatte, im ersten Augenblicke sehr einöruckstooll. Nachher ermüdete diese Wucht, die kein Aus und Ab mehr kannte, das Ohr allzuseyr. Fräulein Seidel hatte ein naives Volkskind zu spielen, das einen Schatten vom Wesen Galileis im Herzen tragen soll. Die junge Schausinelerin bewältigt vorläufig nur noch ein idyllisches Säuseln. Sie ist noch nich: einer Verklärung der rührenden Weiblichkeit ge- wachsen. Max Hochdorf. Der Rotruf der deutschen Wissenschaft. Die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschast, die am 30. Okiober 1920 als die Vereinigung aller grossen wissenschaftlichen Körperschaften Deutschlands inS Leben trat und sich inzwischen einem Stifterderband angliedert«, erlätzt einen Auiruf an die Oeffenttickskeit. Die vorgesehenen 21 Fachausschüsse sind bis ajif wenige ernannt und bereits am Werke, Richtlinien und Verteilungspläne aufzu- stellen. Einstweilen führen diese Arbeiten aber mir tiefer in sie Not hinein und enthüllen die traurige Tatsache, datz die notwen- digsien Zeitschriften eingehen müssen, die wichtigsten Grotzunter- nehmungen nicht fortgesetzt werden können, neue Veröffentlichungen unerträglich eingeschränkt werden. Bibliotheken und ForschungS- Institute dem wissenschaftlichen Fortschritt zu dienen nicht wehr in der Lage sind, wenn nicht alsbald Hilfe kommt. Die wirtschaftliche Notlage der wissenschaftlichen Arbeiter steigt immer höher. Hunderte von Millionen sind srsoroerlich, soll dem Unheil auch nur in de- schränktem Matze gesteuert werden. Es wird daher erwartet, datz sich in allen Volkskreisen die helfenden Hände regen. Vor allem ist zu hoffen, datz Institute. Banken, Großhandel, Landwirtschaft und die anderen Berussstände mit grotzen Mitteln eingreifen und dabei Zersplitterungen der- meiden. Aber auch die Hilfe aller sonstigen Kreise kann nicht enl- behrt werden. Unterstützung durch Lieferung von Rohstoffen und anderen Hilfsmitteln ist nickt ausgeschlossen. Geldüberweisungen werden au das Konto„Notgemeinstbaft der deutschen Wissenschast, Staaismtnister Dr. F. Tchmidt-Ott" bei der DiSkontogesellsck>aft oder einer der aitderen Berliner Großbanken erbeten. Das Existenzminimum des Berliner Studenten. Dr. R. Ku« c z y n s k i hat seine sorgsamen Ausstellungen über die Kosten des Lebensuntetbalts jetzt auch auf die Studenien ausgedehnt. Er teilt mit: Noch meinen Berechnungen kostete das wöchentliche Existenz- mmimum eines Mannes in Groß-Beilin vor dem Kriege: 1(3 75 M., im November 1920: 153 M. Auf das Jahr umgerechnet bedeutet das eine Steigerung von 875 M. auf 8000 M. Es liegt nabe, diese Beträge ohne weiteres auch als den Mindestbcdarf eines Berliner Sludenten anzusetzen. Das wäre aber irrig. Ein Student konnte früher mil 875 M. nicht auskommen und benötigt jetzt weniger als 8000 M. Als jährliches Existenzminimum ergibt sich für den Ser« tiner Studenten: vor dem Kriege setzt Ernährung..... 306 M. 3044 M. Wohnung...... 240, 1200„ Setzung. Beleuchtung.. 40. 540. elleidung...... 125, 1964, LuShtldung..... 200, 520, Sonstiges..... 52„_ 435„ Zusammen 963 M/* 7673 M. DaS jährliche Existenzminimum des Berliner Studenten ist also seit der Borkriegszeir von etwa 960 M. auf annähernd 7700 M., d. h. auf das Achtfache gestiegen. Musik. Das IN. Aboimewentskonurr Mark GünzburgS, da» am 7. Ja», sioltsinden tollte, ist kraiikveilshalbcr verschoben worden. 20 000 Krone« für eine Proszeninmsloge. Nach 20 Jahre» sindet in diesem Jahre wieder eine Opernredoute zugunsten der Pensionäre der Sroatstheater in Wien statt. Eine Herrenkarte kostet 2000, eine Damenkarte 1500, eine Proszeniumsloge 20 000 Krone«. Heilage öes vorwärts Sonnabend, s. Januar 1921 Nr. 11>»58. Jahrgang GroßGerlm versicherungsfeuche. Daß ein vorsorglicher Hausvater sein Leben versichert, eine Unsallpolize nimmt und Möbel und Haus(salls er eins hat)„ver- assekuriert", ist ganz in der Ordnung und dient dazu, den Gang der menschlichen Gesellschaft im Gleichgewicht zu halten. Auch eine Llussteuerversicherung ist durchaus lobenswert.?lber zu diesen alten Versicherungszweigen bat der„nimmermüde" Menschengeist lwie es so schön heißt) neue Arten geschaffen, die ihre Berechtigung weniger klar zur Schau tragen. Hastpflicht- und„Gegen Dieb- stahl"-Versicherung sind noch zu begreifen— hier liegen eben äußere Einwirkungen vor, denen gegenüber der einzelne Mensch hilflos dasteht. Aber schon mit der Gepäckversicherung auf der Eisenbahn be- triir man ein Gebiet, das im höheren Sinn unmoralisch genannt werden muß. Ich nehme ein Billett nach Leipzig und zahle für die Expedition meines Reisekoffers den dafür festgesetzten Betrag — hat die Eisenbahn nun nicht die moralische und gesetzliche Ver- pilichwng, die Ankunft des Koffers— und zwar des unbeschädig- len— genau so zu garantieren, wie die Ankunft meiner Person selbst? Tie logische Folge wäre doch, daß auch ich noch eine Ver- sicberung für die pünktliche Beendigung einer angetretenen Fahrt nehmen müßte. Und weiter: was der Eisenbahn recht wäre, ist der Straßenbahn billig— zu welchen Zuständen würde man da kommen. Aber der Gedanke, eine Extragebühr für eine auf sich genommene Verpflichtung zu erheben, hat reißend schnell Schule gemacht: zichst du um, so ladet der Spediteur dich ein, ein« Ver- sicherung zu nehmen, gibst du ein Stück zum Färben, so wird dir e'n Versicherungsschein präsentiert, gibst du auf dem Bahnhof dein .standgepäck ab, so grinst dir ein Anschlag:„Versichere— versichere!" en-tgegm.— Diese Arten des Versicherungsgewerbes find denn doch volkswirtschaftlich sehr bedenklich und liefern von unseren Verkehrs- und kaufmännischen Formen keine gut Charakteristik. Wer sich für eine Albert, die die zeitweilige Inbesitznahme eines dir gehörigen Gegenstandes mit sich bringt, bezahlen läßt, hat unstreitig die Verpflichtung, diesen Gegenstand so abzuliefern, wie er ihn empfangen hat. Wenn er Befürchtungen hegt, daß die <£:Tche während der Zeit, in der sie in seinem Besitz sich befindet, Schaden erleide« kann, so hat er sich durch geeignete Maßnahmen eventuell Versicherung— dagegen zu schützen.— Dem Publikum aber von vornherein zuzuru'en:„versichere du"— muß doch den Eindruck hervorrufen, als hätte man es mit lauter Spitzbuben zu tun. Und glücklicherweise sind die auch heute noch in der Minder- kett.... Lllunitionsexplosion in üer Jungfernheiöe. Drei Schwerverletzte. Schwere Explofionskatastrophe als Folge bei der Entladung von Munition sind beute an der Tagesordnung. Ein neues, schweres Unglück dieser Art ereignete sich gestern nachmittag in der Pulver- fabrik Jungfernheide am Svandauer Weg, als, wie man annimmt, Teile entladener aber noch glimmernder M u n i t i o n s st ü ck e auf noch nicht entladene Munition über- sprangen. Hierdurch explodierte ein Munitionswagen und drei Mann wurden schwer, drei weitere leichter verletzt. Die Namen der Schwerverletzten, die sofort nach dem Rndolf-Virchow-Krankenhaus geschafft wurden, sind, wie uns berichtet wird: Bruno Kreth aus Reinickendorf, Klixstr. 2S; Gustav Lenz au? Reinickendorf, Auguste-Vittoria-Allee 48. Die Verletzungen dieser Männer sind sehr schwerer Natur, und zwar handelt eS sich um Verbrennungen dritten Grades. Die Namen der L e i ch t v e r l e tz t e n. die im Paul-Gerhardstift Auf- nähme fanden, lauten: Otto Ackermann aus der Allensteiner Straße 26; Waldemar Sllenz-Kock aus der Großgörschenstr. 26; Emil Naumann, Reinickendorf, Klixstr. 25. Die beiden vor den Wagen gespannten Pferde rasten, durch die Detonationen er- schreckt und durch die aufschlagenden Flammen versengt, den Schwarzen Weg entlang nach Reinickendorf bin. konnten aber Schweres Bluk. 6) Roman von Zuhoni Aho. ..Zu mrs kommen ferne Diebe. Bei im# ist nach keiner bevaubt worden, so weit wie der Rufe zum Hofe klingt. In Juhas Gehöft kommt kein Bandit. Und wenn, einer käme, würde er weggejagt! Sie fragen um Erlaubnis, ehe sie was nehmen. Nun komm! So einer ist der Juha!" ... Während sie zur Badcstube hinuntergingen, schlug Sche- meikka seinen Wirt auf die Schultern. „So einer ist er! Ein tüchtiger Kerl. Der beste alte Knabe von der Welt!" Juha lachte aus vollem Halse und ging dem anderen voran in die Badestube. Marja stand in dem Borraum, als die Männer kamen, und kehrte ihnen den Rücken zu. „.He, Wirtin!" rief Schemeikka, splitternackt an ihr vorbeigehend. Aber Marja wandte den Kopf nicht um. Erst als sie börte. daß sie auf den Schwitzbänken saßen, schlüpfte sie durch die Tür hinein, um die Ouäste auf dem Ofen zu weichen. „Bist wahrhastig ein stattlicher Brirsch." sprach Juha. „Der Rücken wie eine schwanke Föhre, die Unterschenkel fein wie bei einem Elch, die Oberheine wie die eines Schlitten- füstens— eine Kunst, mit denen über den Zaun zu kommen! Meine hier sind ein bißche» krumm, weil sie mich zu jung im Laufstuhl haben stehen lassen, aber ich komme auch damit vor- wärt-." „Da nimm," sagte Marja. die Quaste hinstreckend. „Gib sie nur her und sei nicht so blöde.— Sieh auch mal bem seine Arme an— die haben sich nicht in den Pflugsterzen gewiegt— na, da sind sie hingefallen!" „Nun ja— da nimm!" Marja bob die Quaste vom Boden auf und reichte Juha den einen, während sie den anderen an ihm vorbei Schemeikka in die Arme warf. „Au!" rief Schemeikka. ..Oh. bats weh getan?" ..Ja." Wo denn?" kicherte Juba. ..JvgenMiw" schließlich aufgehalten werden, lieber die Ursache der Ex- ploston erfahren wir noch, daß sich aus dem Wagen von einer früheren Ladung her noch einige glimmende Pulverreste befunden haben sollen, doch kann Näheres erst eine eingebende Unterfuchung ergeben. Das Rettungsaml war alsbald mit mehreren Rettungswagen zur Stelle und leistete die erste Hilfe. Tie Unterschlagung von Geldern für Kriegsverletzte. _ Bon der Bvndesleitung des Reichsbundes der Kriegs- beschädigten, Kriegsteilnehmer ttnd KriegerhinteMiebenen wird uns zu der unter obiger Ueberschrist gebrachten Notiz folgendes milgeieilt: Die Auflösung des Barackenlazaretts Teinpelhvs tat mit iogendwelcken politischen Bestrebungen nichts zu ttin. Es ist Wohl richtig, daß von kommunistischer Sette aus versieht worden ist, die Auflösung für ibre Zwecke dienstbar zu machen. Die Lazarett- insassen weigerten sich, lediglich, weil sie glaubten, daß durch eine frühzeitige Auflösung des Lazaretts ihre gesundheitliche Wieder- Herstellung und die sich daran anschließende ordnungsmäßige Zu- rückführung ins bürgerliche Leben gefährdet sei. Die Lazarett- insassen mußten ihren Widerstand gegen die Lazaretiauflösung aufgeben, nachdem sie erfahren hatten, daß die Angestellten des Lazaretts mit Stimmenmehrheit der Auflösung zugestimmt hatten. Die Ueberführung der Kranken in ändere Lazarett« und derjenigen, deren Behandlung zu Ende geführt ist, ins Uebergangsheim, war bereits versügt, ehe von den Unregelmäßigkeiten der in der Notiz genannten Verärauenslette etwas bekannt war. Am Montag, den 3. Januar, an dem Tage, an dem die UebersAwuiig stattfinden sollte, fanden sich die Lazarettinsassen in einer Versammlung zu- sammen, um die Abrechnung über die stattgefundene Weibnachts- frier entgegen zu nehmen. Es ist richtig, daß die Vertrauensleute die Abrechnung nicht fertiggestellt hotten. Dies war aber erst da- durch ans Tageslicht gekommen, daß Lazarettinsassen, die Mit- glieder des Reichsbundes waren, ihnen zugedachte Geldunterstützun- gen nicht erhalten hatten. Der anwesende Vertreter des Rrichsbuiides veranlaßte indessen sofort die Wahl einer Kom- Mission, die die Avrechuung und Prüfung der Belege vorzu- nehmen hatte. Das Ergebnis wurde am nächsten Vormittag in einer zweiten Versammlung bekannlgeaeben und war aus dem Bericht zu entnehmen, daß tatsächlich Belege für«ine größere Summe Geldes f>.hlten. Die genaue Summe konnte noch nicht angegeben werden, weil noch Ermittelungen über die Höhe der einzelnen Spenden im Gange sind. Die beiden Vertrauensleute sind nicht flüchtig, sondern beftnden sich noch in hiesigen Lazaretten und hat sich einer der beiden be- reits bereiterklärt, die fehlenden Beträge zu decken. Aus Vorstehendem ist zu ersehen, daß die Auflösung des Laza- retts mit diesen Unregelmäßigkeiten nichts zu tun hat. Schzeberüoraöo. Nackttänze und Apfelsekt. Vorgänge aus dem heutigen Bevlin bei Nacht biilderen die Grundlage einer Anklage, die gestern die Strafiomrmör des Land- gerichts II unter Ausschluß der O e f f e n t l ichkei t be- schäftrigte. Es handelte sich wm ein Strafverfahren gegen die „Tänzerinnen" und Vevanstalter von sogenannten„Nackttanz- Abenden" übelster Art. Wegen Erregung öffenitlichen Aergernisses, unvolaudber Veranstaltung von Tanzanfführungen und wegen Schvnkvergehens waren angeKagt: der schon mehrfach vorbestrafte Artist und Dgmenimitatvr Leo Toussaint, der Kauifmann Kurt Bock, der Schankwirt und Rentenempfänger �Hermann Reschk e und eine Anzahl„Damen". Der aus guter Familie stammende Angeklagie Toussaint ist ein anovmal veranlagter Mensch, der schon auf der Schule deshalb aufgefallen war. Er und Bock veranstalteten in Gemeinschaft mit den Mitangeklagten„Nackttänzerinnen" in gewissen Schandvirij- schaften, Privatwoihnungen von Halbweltdamen sowie in extra zu diesem Zwecke gemirieten Laden Tanzauffübrungen. Toussaint selbst trat als spanische Tänzerin aus und benahm sich in der schamlosesten Weise. Die Teilnehmer an diesen Veranstal- tnngen fetzten sich aus Schiebern, Krieg sgewinnlevri und Ausländern zusammen, welche von den als Schlepper dienenden Tänzerinnen und dem Angeklagten Bock nach Schluß der großen Vergnügungs- statten in der Friedrichstadt auf die Beranstaltungen dadurch aus- merksam gemacht wurden, daß man ihnen kleine Kärtchen mit den Worten„D.N.C. iDamen-Nackt-Clnb), Schöneberger llfcr 44", in die Hand drückte. Bei den„Tanzabenden" wurden natürlich Nepp- preis« gefordert und gezahtt. So u. a. für eine Flasche„Apfelwein- Juha, dem der Dampf und das Behagen und der starke Trank immer mehr zu Kopfe stiegen, lachte und brachte auch Schemeikka zum Lachen. Aber Marja schrie wie aufgebracht: „Verfluchte Taugenichtse!" „Jetzt Da>mpf!" schrie Schemeikka., Jetzt Dampf, schöne Frau!" „Noch mehr?" „Genug, genug!" Marja goß noch einmal, wie zum Trotz. Wasser aus den Ofen, zog sich dann in den Vorraum zurück und hörte dort alles, was die Männer in der Badestube sagten, wenn im Klatschen der Quaste eine Pause entstand. „Komm, jetzt werde ich dich abwaschen," sprach Juhn. „Streck dich aus. Sie hat ja gehörig draufgegossen. So recht aus der Fülle. Ja, die zieht mächtigen Dampf aus dem Ofen, wenn sie will. Das ist eine, das ist eine... hätte nicht ge- glaubt, daß ich alter, etwas verkrüppelter Knaste eine so Junge und Stattliche bekäme." „Ihr seid doch kein Krüppel?" ,Jch hinke ja etwas, weil mich einmal ein Bär ins Bein gebissen hat. Dort sind noch die Narben von den Zähnen, und da ist die Sehne durch. Beim Gehen macht es nicht- aus. Und ich merke es auch nur vor einem Wetter." „Ein Fremder merkt nichts." „Ich hätte sie vielleicht auch sonst nickst bekommen."— Juha dämpfte die Stimme und glaubte nur noch zu flüstern —„dreh dich etwa- auf die Seite.!. hätte sie vielleicht auch sonst nicht bekommen, aber da ich sie mir von klein auf, von der Wiege an. selbst gezogen, wie die beste Kindermagd ge- schaukelt hast?>— ihre Mutter kam zn im# dort in das alte Karhula in dem Hungerjaht und brachte sie zur Welt und starb— ja, da ich sie cha selber aufgezogen und zu einem. Menschen gemacht, lesen gelehrt und zum Abendmahl geschickt haste,- habe ich sie dann genommen, weil niemand anders da war, der sie genommen hätte, obwohl meine Mutter und die ganze Familie dagegen waren, weil sie nichts hatte und aus dem Nusiischen stammt." „Au? dem Rusiischen?" Der Quast hörte auf zu klatichcn. „Aus eurem Stamm. Dorther war auch die Mutter, wie sie sagte, aber genaueres weiß man nickst: wohl ein leibeigenes Mädch n. an.? ihrem Kircksviel entflohest; dort sollen, ja die Sacharm-Champagner" Lötz M., für einen„Bolschewiki", d. h. einen ans ungeroiniztem Breunspirftus hergestellten„c ch t französischen" Komik 20 M. Diesem Treiben wurde schließ- lich durch den Kriminaloberwachtnirister Vorminger, dem ein „Spanner" versehenAich ein Kättcken m die Hand gedruckt hatte, ein Ende bereitet. SwatsanwaltschaftSvat Dominik vertmd den Siantzpunkt, daß man derartige Schweinereien mir mit den schärfsten Strafen be- kämpfen könne. Das Gericht kam zu einer sehr milden Bewrtrilurig und erkannte gegen Toussaint aus 6 Monat«, gegen B o ck aus 3 Monate Gefängnis und gegen die übrigen Angeflagten aus je 500 Mark Geldstrafe. öeachtet üeo öannkrezs! Verschiedene anderwärts vorgekommene Verletzungen der Bann- kreisgesetze veranlassen den Berliner Polizeipräsidenten, erneut auf die Beachtung der Bannmeile hinzuweisen. Zuwiderhandlungen können auf leinen Fall geduldet werden. Die Polizei hat strengste Weisung, die ihr pflichtgemäß obliegende Durch- führung der gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze des Bannkreises mit allen Mitteln und unter allen Umständen zu gewübrl-i,?-,, Wie Postbeutel versthwinüen. Das mysteriöse Verschwinden eines Pchtyeldbcutets mit 118 000 Mark Jrchalt bildete den Mittelpunkt einer Anklage wegen Dieb- stähls m mehreren Fällen, die den ehemaligen Postaushelfer Heckbert Töpken gestern vor die 3. Strafkammer des Landgerichts l führten. Am 13. Oktober otbends gegen%8 Uhr wurde wie allabendlich ein z w e i r ä d r i g e r P o st h a n d w a g e n vom Postamt in der Elbinger Straße nach dem Postamt 18 gescharrt. Unter den Sendungen, die in den Wagen geladen waren, befand sich mich ein versiegelten Gridbsutel mit 119 000 M. Die Verladung dieses Geld- boutels erfolgte. durch den Postsekretär Ehlert, der den Transport zu überwachen und zu begleiten hatte, und der Postbote Nelke, der bei der Berladung zu helfen hatte, soll der Sichesthrii wegen den Geldbeutel tief in den Wagen hinein in ett« Äute zwischen andere Poststücke gelegt haben. Ter Wagen wurde vom Angeklagten verschlossen� den Wagenschlüssel übergab er dem Ehlert. Der Transport wurde außer von letzterem und dem Angeklagten noch vom Oberschasfner Ueckert. begleitet. Nach etwa 30 Sekunden bemerkte Ueckert, daß dfe Wagenitur offen stand und bei einer sofortigen Duvchsiuchung des Wagens durch die Beamten wurde festgestellt, drß der Geldbeutel mit den 118 000 M. verschwunden war. Man stellte sofort Nachforschungen noch dem Verbleib an, die aber keinen Erfolg hatten. Der Angeklagte war nun beschuldigt, den Beutel gestohlen zu haben. Wie die Beweisaufnahme. ergab, war das schloß des trotzdem noch imiinsr benutzten Wagens ichon seit einiger Zeit schadhast und konnte fast mit jedem Schlüssel geschlossen wer- den. Die Anklage nahm an, daß der Angeklagte kurz vor dem Ver- schließen des Wagems den Beutel herausgenommen und einem Mittäter zugesteckt habe,'dann aber die Tür nach Abgäbe des Schlüssels an Ehlert wieder geöftn« hatte, um den Anschein zu er- wecken, daß während der Fährst der Beutel aus der ausgespungenen Tür herausgefallen sei. Ter Angeklagte �bestritt entschieden den Diebstahl, gäb aber andererseits die ihm ferner zur Last gelegien Anklagefälle zu. Er hat sich danach 8 Pakete, die sich aus dem Postamt 18 befanden, rechtswidrig zugeeignet, ebenso hatte eir sich auf betrügerische Weise in den Besitz von 1000 M. gesetzt, die aus .lelsgraphtsche Postanweisung ringegangen waren. Das Gericht hielt nach der Beweisaufnahme, den Angeklagten doch in allen Fällen fiir schuldig und verurteilte ihn zu drei I a h r e n G e f ä n g n i s. Tod durch eine Kinderfaust. Mit der schweren Anklage der Körperverletzung mit tödlichem Ausgange, für die sonst das Schwürgericht zu- ständig ist, beschäftigte sich gestern das Jugendgericht des Land- gerichts II. Angeklagt war der jetzt l 5 j ä h r i g e Präparanden- schüler Egbert G r a n d h aus Neukölln.— Der Angeklagte, dem sonst das Zeugnis eines fleißigen und gesttrsten Schülers ausgc- stellt wird, spielte eines Tages m:t mehreren gleichalierigen Kameraden aus einem Rummelplatz in Neukölln. Das Spiel hatte den Namen„Herar.'sschmeißen". Einer versuchte den andern aus einem Toreingang hinauszuwerfen und der stärkste solltk� Sieger sriv. Hierbei purzelte der 14jährige Schüler Sckmi dt mehrere Male etwas unsanft zu Boden und hierüber ergrimmt, warf der dem Angeklagten mtt den Worten:„Run wollen wir uns einmal ernst- Bauern mit ihren Mägden machen, ivas sie wollen: weiß nicht, obs so ist." „Peitsch mir auch noch etwas die Fußsohlen!" „Aber einerlei, von wem sie stammt," hörte Marja ihren Mann fortfahren— dieselbe Geschichte, die er immer seinen Gästen er, zählt, wenn er sich nur etwas die Nase begossen lyii. der Tölpel.—„Sie ist darum nicht schlechter als die Mädchen hierherum. Meine Mutter hätte mir eine von den Reichen aufgehalst, und die hätte ich vielleicht auch bekommen: immer kommt gern eine in ein fertiges Gehöft.. „Daß er den Mund nicht hält!" fuhr Marja bei sich da- zwischen.» „Daher ihrer Schwiegermutter Haß auf sie, daß ich sie genommen habe. Manchmal ist die Alte hei ihren Besuchen so böse, daß ich sie mitten in der Woche heimbefördern muß. Aber eine gute Zucht hat sie ihr seinerzeit beigebracht und sie zu den Arbeiten angelernt. Jetzt erbost sie sich auch darüber: Wenn ich gewußt hätte, daß ich mir aus dem Bettelmensch eine Schwiegertochter erzog, dann liätte ich sie nicht beschiedeu. wie man eine Nadel ins Qehr fädelt. Aber was wollte ich gleich sagen? Leg dich ans den Leib, dann stteiche ich dir auch über die andere Seite."* ..Es ist geniig." sagte Sckiemeikko..„Ihr sagtet eben, ihr hättet euch nicht an die Reichen gekehrt, obwohl sie zu haben gewesen wären." „Ja gewiß!"— Schemeikka stieg von der Schlvitzbank und setzte sich weiter unten nieder. Julia sprach oben weiter, weiö- rend er sich jetzt selbst mit dem Quast peitschte—„ja gewiß, aber sie ließen mich alle kalt, habe sie iiicfvt von vorn und nicht von hinten angesehen, diese war mir ins Blut gegangen. Es zog mich nur zu der Marja." „Wie es den jungen Specht in den Baum zieht?" hörte man Schemeikka summen. „Ei, was sie gut und nett sein kann, wenn sie will, lieb und munter, wie solch ein Quast im Sommer." Schemeikka ließ ein kurzes unanständiges Lachen ertönen. Marsa hätte mit einem Holzscheit gegen die Tür schlagen mögen. ..Aber sie kann auch böie sein— ist sie dort im Vorstüb- chen? Sieh mal nach!" Marja konnte gerade noch hinter die Tür schlüpfen, als Schemeikka sie ein wenig öffnete. kForts. folgt.) Haft hm««?* den Fchdshandfchuh hin. Es kam zn«in« fnngen» haften Katzbalgerei, bei der Schmidt einen Faustschlag auf die Nase und einen Schlag gegen die Schläfe erhielt. Nachdem sich die Geg- «er wieder ausgesöhnt hatten, ging Schmidt mit den Worten:.Au Backe, der Grandy haut aber stark*, lachend nach Hause. Hier ver- fiel er bald in eine tiefe Bewußtlosigkeit und ein herbeigeholter Ar�t ordnete d'e sofortige Ueberfiihrtfng in ein Krankenhaus an. Bei seiner Einliefevung war der kleine Kerl bereiiz toi. Die Obduktion ergab einen Schädelbruch in der Schläfengegend und «inen Bluterguß in das Geilern als Todesursache. Das Gericht kam nach längerer Beratung zu einer Freisprechung, indem es mit der Berteidigi'ng Notwehr bzw.«in« straflose Ueberfchreitung der Notwehr annahm_ Der Zucker auf Reise«. Die von der Lichtenberger Kriminal- Polizei aufgedeckte große Zuckerschiebung zieht immer weitere Kreise. Bisher sind von Kriminalkommissar Dr. Götsch nicht weniger als zwöl's Beteiligte fe st genommen wordene Der Hauptschieber war ein gewisser P e r n a tz. Von den unge- treuen Eisenbqhnangestellken, die bei der Verschiebung des Waggons ihre Hand im Spiele gehabt haben mutzten, konnte bisher der Eisen- bahnschoffner Fabian ermittelt werden. Er gibt an. daß er noch einen„Vordermann* gehabt habe, der der Urheber des Diebstahls sei. Diesen will er jedoch nicht kennen. Der Zucker war. wie be- richtet, als„überschüssiger Zucker des Berliner Magistrats* ge» handelt worden. Wahrscheinlich kommt er jetzt tatsächlich dem Magistrat zugute, da dir Kriminalpolizei ihn an die nächste Zucker- verteilungsstell« abliefern wird. Ein SicbenzifljShriger. Wilhelm Grog er, einer jener namenlosen Parteweleronen, feiert am 8. Januar seinen siebenzig- jährigen GebunSIog. Im Jahre 1883 trat er unter dem Aus- nabmetustand der Partei bei und übernahm bald das Amt eines BestikSiübrerS für den Halleicken Bezirk, den er bis zur Beendigung des AuSnahmezuiiandes inne hatte. In treuer Pflichteriüllung ver- breilete er unabläisig den.Sozialdemokraien' und die sonstige verbotene Parteilireralur. Weder Verfolgungen noch HauS- fuchungen schreckten ibn in der Ausübung der aern und freiwillig übernommenen Betätigung im Dienste de« Proletariat». Noch während der Kriegszeit, als der Mangel an Kräften sich erheblich fühlbar machte und besonders nach der Gpalt>>ng der Partei im Jahre 1815/16. übernahm er trotz des hohen Alter« wieder Parieiiunltionen und stellte— wiederum in bedrängter Zeit— al« wackerer Kämpe und aller Soldat der Pari« seinen Mann. Nach bestem Vermögen wirk« er in«reuer Hingabe seit 20 Jahren in Neulölln. Bei.VorwärlS*-Agitation. sowie Flugblativerbreituna stelll er noch beute seinen Mann und so mancher junge Parteigenosse kann sich an diesem alten Kämpen ein Beispiel nehmen. Hoffen wir. daß ihm noch ein froher Lebensabend beschieden«in möge. Spurlos verschwunden. Freitwg vormittag zwischen 11 und 12 Uhr entfernte sich die 38 Jahre alte Frau Ida P e n z l i n aus ihrer Wohnung in Schmargendorf, Charlottenbrunner Straße, um sich nach Berlin zu ihrer Schneiderin in der Leipziger Straße zu begeben. Dort ist sie nicht eingetroffen. Frau Penzhn ist gemütskrank und ihr Ehemann fürchtet, daß ihr ein Unfall zuge> stoßen ist oder sie planlos umherirrt. Auf ihre Ermittelung hat er ein« LelohnunF von 3000 M. ausg-setzt. Tempclhof. Die Aufführnng der„SchSpfuug" von Hahdn am 10. Januar ir. der hiesigen GlaubenSkirche beginnt um lii Uhr, nicht wie rrrtümlich bekanntgegeben wurde, um 7 Uchr. DaS Blüth- ner»Orchester wird von Herrn Dr. Heinz Unger dirigiert. Berufskuudlich« Lorträg«. Das Städtische Berufsamt ver- staltet im Laufe dieses Monats zwei berufskundliche Vortrage mit Lichtbildern für Schüler höherer Lehranstalten. Diese Borträge finden statt unter dem Titel: ,.W ie werde ich Ingenieur?* Vortragender ist Herr Reglerungsiauineister a. D. Frauendienst-, Direktor des Städt. Gewerbesaals zu Berlin. 1. Vortrag für Schüler, die Ostern ISSl mit Neifc für Obersekunda abgehen wollen: Donnerstag, den IS. Januar. i. Uhr, in der Aula des Askanischen Gymnasiums, Berlin SW.., Hallesche- straße L4'25. 2. Vortrag für Schüler, die Ostern 1221 mit dem Abiturium d« Schule verlassen wollen: Dienstag, 18. Januar, 7 Uhr. in der Vlll. Pflichtforwildungsschule, Berlin N.M. Grünchaler Str. 5. Zur Deckuno der entstehenden Unkosten wird an jedem Vortragsabend beim Saaleingang em Eintrittsgeld von 1 M. je Person erhoben. «Ref.: OderpostsSreiär Max SrmlefeS. Bertravenslent«. die«och nicht im Besch der Handzettel sind, werden ersucht, dies« aus unserem Bureau, Zu de» i gelten 28, Zimmer 7, abzuholen. •rji yi t a � �,,.-T 11' 1 1 1* w/ i«hu neu CLI/Uiicii.%-O 0 Ii■- »s?lch. LI-Karien erhall-u H Liter Vollmilch, LII-Karten erhalten Ii Liter Vollmilch L-Geschäfte Belleserungsliste III. d. h. ci-Karten erhalten M. Liter Vollmilch, OII-Karten erhalten H Liter Vollmilch. «m 8. Januar werden die Krankenkarten voll beliefert, am S. Januar smU d« B-Ileseruna der U Liter-Krankenkarten mit Frischmilch aus. die � Liter-Karten werben voll beliefert: am 10. Januar werden die 14 Liter» Krankenkarlen voll beliefert, die H Llter-Krankenkarten werden auf 14 Liter gekürzt. Die angegebeiie Belieferung bezieht sich nicht aus die seit dem 1. Oktober zu«8mm neu hinzugekommenen Gemeinden. Treptow-Sternwart«. Sonntag, g. Jan.. nachm. 3 Uhr:„Christoph �lumbus(Filme); 5� Uhr:„Das malerische Indien* ü'arb. Lichtbilder und Filme): 7 Uhr:„Im Lande der Schwarzen" �Deutscher SudanMm). Äi Uhr:„Un'er Planetensystem*(Bortr. m. Ltchtb.». Dir. Dr. Archenhold). Sonnabend, 15. Jan., nachm. 5 Uhr: „Das malerrsch« Indien"(färb. Lichtbilder und Filme). Bollshochschul« des 17. Berwaltuugsbezirk«. Beginn der neuen Vor- lesunaen in Echulgebauden in Achtenberg und Karlshorst in der Zeit vom �-�2., Januar über Wirtschal,»lehre, Literatur, Philosophie und Neli- aionswlssenschast. Musik und Kunsllehre., Gesundheit», und Erziehungslehre. Nawrlmssenschast, Mathematik, Technik, Sprachen. Dozent«» u. a.: Dr. Stillich. Dr. S. Restriepke. Felix Linke, Dr. Ludwig. Professor Thiel Dr. Bolle, Dr. Krautlein. Ausführliches Borlesungsverzeichnis<50 Pf.s � in Ausgabestellen der Zeiwngszentrale, Schulverwaltuna Rathaus. vraß« 10 m Lichtenberg und Schuloerwal tung Friedrichsfelde, Schloßstr. 4. Gastspiel in der Lichtenberger Juaendbllhn«. Die Jugendbühne der .B o l k s buh n e E. B. veranstaltet ab Freitag(7. Januar) ein Gastspiel in der städtischen Jugendbühne Lichtenbergs, Solteistr. 7-9. An der Hand bunier Lichtbilder wer»cn durch Wilhelm Spohr„May und Moritz* und b0? 22 i l h e l m Busch vorgetragen. Ferner findet ein Marchenbildmaten stall. Beginn der Vorstellungen Sonntags 31h und b Uhr. wochentags t Uhr Eintrittspreise für Kinder 50, für Erwachsene ;0 W/— Ä." den Abendvorstellungen für Erwachsene:„Peer G y n t* ussb Äeil(Film«. Beginn 614 Uhr«Eintritt 1,50 M). 814 Uhr lEintntt 2 M i. Grost-Serliner parteinachrichten. �»st« Fl»gblatt»«.bleiw»g zu. Laudtagswahl«ndet.»«-ntag. de» «ibektsschwi tL®Cn0''Cn an6 Blei« mu» Heute, Sonuabeud, den 8. Januar: abenb% Funttio-i-irsiguna(Bezirt-flhrer und Betrieb-ver. trauensleute) bei Beraer, Zogow- und y-vekowstr..Ecke. „ t.?? zu heute abend anberaumte«onseren, sindat erst am Man. «bend 7 Ubr b-i Behrcnd-, Tegeler Str. 22, statt. � Ar abend»«orstondosttzung, 714 Uhr Funktionär. NSUNI be, 8 kliert, st-lser.Frledrlch.Str. 8». (Neukölln) 7 Uhr abends Funktionär sttzUNg bei Stolzenbura, b?!, Schulz, Emser Str. 102, wie e«»ereinbart war. 181.«dt.(Ni�erschönhausen) 71t Uhr abend««ersammlung siimtlicher SUnktiontlre und Wahlhelfer bei B-nkert, Uhl-nh. und Tr-sr°wf�..Ecke. ... Eharlottenburg�ipandau. Die juristische Sprechstunde heut« fällt am. standebalber au». Die nächst« Sprechstunde ist bestimmt am 15. Z-uu-r. «chmargendors. 7 Uhr gahlabend. Schlltzenhau», Hundekehlestr. 20. Morgen, Sonntag, den 9. Januar: -% Uhr oorm. Vorstanbssttzung mit«ruppenfsthrer, pünktlich 10 Uhr Aunktlonckrsttzuna bei Schütz, gelterstr. 2. Brüne Ausweise mitbringen. 83. Abt.(Lichterfelde) 9 Uhr vorm. Flugblattverbreitung. Treffpunkt Nlr den Süden und Osten bei H.tunhauer,«ranoldplatz 2, für den Westen det Amendt. Moltkestr. 81. Es ist Pflicht jede» Genossen, pünktlich zu erscheinen. * »t, HU Sonntag, den 9. Zanuar, vormittag» 1« Uhr, festgesetzte Protest. »ersammlung der Esienbahner im„Lustgarten- findrt nicht statt. � �..._ D« Orts-erw-ltuag«roß. Berlin. veamtr und«»gestellte»er Perwaltnngab.htzrde»! Dienstog, den 11. Z». nuar. abends 7 Uhr.«rrsammlung tm„Wilhelmshof. Anhaltstr. 11. Zage». ordnung: Die Beamten, und Angestelltenschast und die bevorstehenden«ahlen. /lus aller Welt. Oberschlesi scher Raubmord. Au dem Raubmord«rf der RedlichkeitSgrube, dem der Bergverwalter Woitache, seine Tochter und sein Dureauassistent zum Opfer fielen, erfährt der „Oberschlesische Courier": Während der B«rgverwalter sofort niedergeschossen wurde, ist sein Assistenl, der sich anscheinend zur Wehr gesetzt harte, halb tot geschlagen und nachher erst erschossen worden. Einen noch gräßlicheren Tod hat die ISjährige Tochter des Bergverwalters gesunden. Um ihr Leben zu retten, hatte sie den Banditen freiwillig die sämtlichen in der Wohnung ihrer Eltern befindlichen Wertsachen herausgegeben. Na&bent die Räuber davon Besitz ergriffen hatten, fielen sie über das wehrlose Mädchen her und vergewaltigten es. Darauf wurde die Unglückliche durch mehrere Revolverschüsse getötet. Der Frau des Bergverwalters war es gelungen, durch einen Sprung aus dem Fenster ihr Leben zu reiten. Unier dem Verdacht, daS Verbrechen verübt zu haben, wurden die jugendlichen Gebrüder Blonczyk in Neurepten bzw. Kars verhastet.— In R a t i b o r wurde am Silvesterabend die Versammlung der dortigen Heimat- treuen von Polen gesprengt. Dabei wurden Deutschgesinnte verwundet; drei von ihnen liegen im Krankenhaus in Ra- tibor hoffnungslos danieder. Die Täler sind entkommen. Bergleute verschüttet. Im Kohlenflöz Sonnenschein auf Zech« Westend hei Duisburg find durch herunterstürzende Kohlen fünf Mann verschüttet worden, von denen oiz jetzt ein Mann lebend geborgen werden konnte. Die RettungSavbeiten werden fortgesetzt. Rachemord und Selbstmord. Auf dem Bastbarossawerk der Ge- brüder Pfeiffer in Kaiserslautern wurde Direktor Witten erschossen. Der Täter, der frühere Meister L e i d i g, der bei dem letzten Streik einen kaufmännischen Angestellten durch tätlichen Angriff von der Arbeit zurückgelialten hatte, weshalb er aus dem Werte entlassen worden war, gab auf sich selbst drei Schüsse ab, worauf er alsbald starb. Ein rätselhafter Mord wurde im Neubau der Mainzer Armeekonservenfabrik, die jetzt von der französischen BesatzungS- behörde benutzt wird, entdeckt. Man fand im Erdboden die in einen Sack eingenähte nackt« Leiche eines Mannes von 28— 30 Jahren, der vor zwei bis drei Tagen gelebt und hinterrücks getötet sein muß. Es dürfte sich um einen Raubmord oder Racheakt handeln. Die Leiche scheint nachts an die Fundstelle gebracht und vergraben worden zu sein. Bisher fehlen alle weiteren An- Haltspunkte. Schwere Strafe für Waffenbesitz. Das französische Kriegsgericht in der deutschen Rheinpfalz verurteilte den Jagdhuter Fürster in Germersheim, der als leidenschaftlicher Sammler Waffen und Munition bei sich aufgestapelt hatte, zu zwei Jahre» Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe. Der Verurteilte war von Deutschen bei den französischen Behörden angezeigt worden. Im brennenden Schacht. In einem Dergwerksschacht in der spanischen Provinz Jaen brach Feuer aus. 28 Arbeiter, die sich nicht rechtzeitig retten konnten, befinden sich noch im Schacht. Die gtettungSarbeiten sind im Gange. Mus öer Partei. Unsere Jnngsozialiste«. Die jungsozialistische Bewegung ist kein Kind der Revolution. Bereits vor dem Kriege, im Jabre 1012 beauftragte der Parteitag die BildungsaiKschüsse, sich unserer jungen Parteimitglieder an- zunehmen, um sie in einer ihrem Wesen entsprechenden Weise für den Dienst in der Partei vorzubereiten. Man war gerade dabei, diasen Auftrag auszuführen, als der Krieg ausbrach und den ganzen Plan vorläufig aufhob. Zwar war es an einigen Orten möglich, Jugendsektionen der Partei zu gründen, aber mit der fortschreitende« Einber lfung der Jugend nahm deren Lebenskraft ab und schließlich verschwanden sie. Die Revolution schaffte neuen Boden für diese neue Bewegung. Allerorts machten sich fast spontan junge Genossen uud Genossinnen daran, sich zu kleinen Zirkeln zusammenzuschließen. Die neuen Probleme aber, die die neue Zeit zur Diskussion stellt«, die völlig neue Situation nahm die geistigen Kräfte der Partei dermaßen in Anspruch, daß eS ihr kaum möglich war, die allernotwendiasten organisatorischen Arbeiten zu erledigen. Insbesondere machte das Suchen nach neuen Wegen die Festsetzung eines bestimmten Ziele« so gut wie unmöglich. Aber auch unsere Parteijugend, die sich ans Werk machte, war sich über daS, was werden sollte, nicht einig. Di« ganz« Bewegung glich anfangs einem brodelnden Brei, um den sich eine ganz« Reihe von Köchen bemühten, um ihn für die Partei und fcre Jugend schmackhaft zu machen. Der Idealismus und die groß« Begeisterung trübte ihnen zumeist den Blick für die Wirk» lichkeit und das Mögliche. Vor allen Dingen waren es junge Intellektuelle, die in großer Zahl lamen, ausgerüstet mit dem Ästen Willen, beseelt von den schönsten Idealen, aber ohne jede Kenntnis unseres Parteileüens und ohne Kenntnis der Seele des jungen Arbeiiers. Allmählich konnte man drei Gr-.wven unterscheiden, die jede «ine andere Idee, eine« anc-eren Plan für die lungsozialistische Bewegung heg» und für den einzig richtigen hielt. Da waren zunächst»ne, die»uS dem bürgerlichen Lager herübergekommen waren und glaubten, die Bewegung zu einem Sammelpunkt der Jugend überhaupt zu machen, ohne Unterschied der politischen Richtung. Die anderen wollten alle jugendlichen Sozialisten ver- einen, während die dritten die Ansicht vertraten, daß eine jung- sozialistisch« Bewegung nur als Glied der sozialdemo- kratischen Partei möglich sei. Sie sollte die jungen Partei. Mitglieder sammeln, sie neben der Parteiarbeit in einer ihnen zu- sagenden Weise mit dem Wesen des Sozialismus, mit der Ge- schichte unserer Partei und mit der Praxis unseres Parteilebens vertraut und sie so zu brauchbaren Mitgliedern der Partei zu machen. Allmählich, vor allem als sich die Partei offiziell mit dieser Angelegenheit befaßte und wiederum besonders itark nach dem Kasseler Parteitag, nahm die letzte Gruppe an Einfluß zu. Die Erkenntnis, daß die jungsozialisiisch« Bewegung nicht Selbstzweck, sondern Mittel zu dem Zweck rst. der Partei zu dienen, gewann allmählich Oberhand. En» in diesem Sinne ausgefallen« Ent- fcheidung der Berliner Jungsozialisten hat dann auck zum Austritt derjenigen geführt, di« die Bemegung ganz unabhängig von der Partei machen wollten. Steffi nd nun dabei, das verlorene Terrain wiederzugewinnen und versuchen mit allen erdenkliche» Mitteln di« jungen Parteigenossen im Reiche für Ihfce Ideen einzusaugen. Davor muß rechtzeitig und nachdrücklichst gewarnt werden. Unsere Parteijugend ist unsere Zukunft und uns vtel zu schade für irgend welche Experimente und Bestrebungen, die nicht in unserem Interesse liegen, diesem sogar vielfach entgegenstehen. Jene Leute jagen, losgelöst von aller Wirklichkeit, fern vom politischen Leben, ihren Idealen nach und verfallen dabei in Schwärmereien. di« jungen Arbeitern keineswegs Ehre machen. Sie haben mit der jungsoztalistischen Bewegung im Sinne der sozialdemokratischen Partei nicht das Mindeste zu tun. Diese hat de» Zweck, der Partei durch die Jugeno zu dienen! Jungsozialist sein heißt nicht Schwärmer und Phantast sein. Jungsozialist sein heißt mit beiden Beinen auf dem Boden der gegebenen Tatsachen stechen, heißt sozialistischer Kämpf« werden in Reih und Glied der große» Sozialdemokratie! Mirtschast Zweifelhafte Börsenmanipulationen. Von gutunterrichteter Seii« wird den P.P.N. geschrieben? -Die Bankfirma Masse u. Sachs, Berlin. Ku-rfürstendamm. scheut sich nicht, aus spekulativen Gründen und um die Kundschaft zu Essektenverkäufen anzuregen, ein Rundschreiben zu vefbreite«. welches unier anderem die Stelle enthält: „Der Verlust Oberschlesiens an Polen muß schon heut« als Tatsache gebucht werden und der letztwöchige Rückgang des Kurses für polnische Mark kann nur auf Mampula- tionen zurückgeführt werden, welche aus einer kindlichen Vor» stellung der Urheber beruhen, die da glauben, mit diesen Äonöver» das Abstimmungs.-rgebnis beeinflussen zu können. Die Fehler einer verkehrten Politik lassen sich durch solche Tricks wicht wieder gutmachen usw.* Ferner hat in einem weiteren Rundschreiben, welchsS zwecks Bearbeitung der Kundschaft versandt wird, die genannte Firma die Kühnheit zu behaupten: „Daß die Aussichten, Oberschlesien dem Dt-utschen Reiche zu er- halten, nur geckng sind, ist nicht zum wenigsten auf das Sckuld- konto einer verfehlten inneren Politik zu setzen usw.* Die Manipulationen der Firma Masse u. Sachs verdienen auf jeden Fall, niedriger gehängt zu werden. Viehsteuer auch w Oldeuburg. Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Während man im Reiche infolge der Steuersabotage der bür- gerlichen Parteien nicht dazu kommt, ernsthafte steuerliche Maß- nahmen zu treffen, hat das Ministerium des Freistaates Olden- bürg dem Landtag einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Be- steuerung von Pferden und Rindern durch eine ein. malige Kopffteuer fordert. Obwohl der Landtag zum allergrößlen Teil aus Angehörigen der ländlichen Kreise besteht, ist die An- nähme de? Gesetzes gesichert. Der Ertrag der Steuer wird im Entwurf aus 13 Millionen Mark veranscblagt. D:e Be- steuerung der Pferde dürfte zwei Millionen und die der Rinder 11 Millionen ergeben. Der Ertrag soll für SiedlungSzwecke, Beschaffung von Kunstdünger für Siedler und zu all- gemeinen Wohlfahrtszwecken verwandt werden. Von der Steuer werden nur lefftungsfähige Betriebe erfaßt. Alles Klein- tier, wie Hühner, Schafe, Ziegen und Schweine sind absichtlich von der Steuer fteigelasson. Außerdem brauchen Kleinbetriebe, die nur zwei Rinder besitzen, und die Pferde der reinen Wirtschasts- betriebe nicht besteuert zu werden. Die Kopfsteuer für Pferde be. trägt bis zum Alter von einem Jahr 50 M., von einem bis drei Jahren 100 M. und darüber 150 M. Für Rinder sind zu zahlen im ersten Jahre 30 M., im ersten bis zweiten 40 M., über zwei Jahre 50 M. Da der Wert der Tiere heute um daS Vielfache gestiegen ist, ist diese Steuer sehr gering für das Land— sie trifft nur den von der Einkommensteuer schwer erfaßbaren ländlichen Wohlstand—, aber eine glänzende Einnahme. Nach den statistischen Erhebungen sind im Oldenburger Land 280 000 Stück Rindvieh gegenüber 310 000 vor dem Kriege vorhanden. Der Durchschnittswert eines Tieres betrug vor dem Kriege zirka 400 M. und ist heute auf 7000 M. gestiegen. Aehn- lich, vielleicht aber noch günstiger, liegt der Wertzuwachs bei den Pferden. Einen Teil von ihm für allgemeine Zwecke steuerlich zu erfassen, fft diher nur gerecht. Eine Frage taucht allerdings aus, o b den Gemeinden ein Z u s ch l a g s r e ch t zu der Steuer zu geben fft. Das Sketch hat das Steuerrecht der Staaten sehr beschnitten, um die Steuerob- jekte für sich in Anspruch zu nehmen. Ein rechtlicher Zweifel be- steht gegenüber dieser Steuer keineswegs, da sie nur eine ein- mallge Abgabe ist. die bis zum kommenden März gezabl: werden soll. Zusammenschluß im Ein» und Ausfuhrhandel. Der bisher nur lose zusammengeschlossene deutsche Ein- und AuSfnhrhandel mit seinen Einzelorganisationen hat sich zu einem RetchSverband der deutschen Ein- und Ausfuhr vereinigt, der bereits ausgebaut worden ist. Ihm gehören folgende Einzelverbände an: Berein Hamburger Exporteure, Hamburg: Ver- einigung der Exportfirmen Sertin: Verein Bremer Exporteure, Bremen; Verein Rhemisch-Westfälischer Ausfuhrfirmen, Elberfeld: Bereinigung der Exportfirmen Frankfurt o. M. und Umgebung. Frankfurt a. M.; Verrinlgung der Exporteure Sachsens und Thü- ringen«, Leipzig; Vereinigung Bayerischer Exportfirmen. E. B. Nürnberg: Verband de« Hamburger Einsubrhandel«; Bremer Ver- band des EinsuhrbandelS; Verband des Lübecker Ernfuhrbandels; Verband des EinfuhrhandelS Berlin; Verband des Kieler Einfuhr- Handels; Verband des Königsberger Eintuhrhandel«; Verband des Steniner Einfuhrhandels. Der Reichsverbond hat seinen Sitz in Berlin. Auf den ersten Versammlungen, die der neue Verband ver- anstaltete, wurde gegen die Außenhandelskontrolle agitiert. lleberschichtenabkemme» im rheinischen Braunkohlenbergbau. Die Verhandlungen über ein Ueberschichtenabkommen im rheinischen Braunkohlenbergbau, di« schon einmal vor dem Ab- schluß zu stehen schienen und dann zunächst scheiterten, haben jetzt doch zu einem Erfolg geführt. Die Arbeiter haben sich bereit er- klärt, im Laufe des Monats Januar drei achtstündige Ueberschichten zu verfahren. Ein« Kontrolle über die Verwendung der in diesen Ueberschichten erzeugten Kohlenmengen, die nur der minder- bemittelten Bevölkerung zugute kommen sollen, ist ihnen nur in geringerem Umfange als sie gewünscht hatten, zugestanden war- den. Für die Ueberschichten wird ein um 25 Proz. erhöhter Loh« gezahlt. Reue Abschlliffe. Der FabrikationSertrag der Panzer A.-G. in Bertin stieg im GeiwäNSjahr 1919/20 von 1,04 Mill. M. oui 4,52 Mill. M. Nack Abzug der HandlunzSunkoste», Zinsen und Abschreibungen verbleibt einschließlich Gewinnvortrag ein Rein- gewinn von 530 158 M.(001419). Daraus sollen 15 Proz. D i v i v e n d e gegen 20 Proz. im Borjahre zur Verteilung gelangen.— Die Pr« st o werte« t t.- G e s. in Chemnitz schlagen eine Dividend« von 18 Proz.(gegen 15 Proz. im Vorjahre) vor und beantragen eine Kapitale', höbiing aus 4 500 000 M. durck Ausgabe von 500000 M. 0 Proz. NamenS- vorzugsaktien.— Die Cito-We rke A.-G. werden nach einem als»recht günstig* bezeichneten Geschäftsjahr der Generalve>samm- lung eine Dividend« von 25 Proz. und 10 Proz. Sondervergütung, zusammen also 3V Pro,,(i. B. 0. davor 10 Pioz.) auf die allen Akiten vor'chlagen.— Die Vereinigle» Gummiwarenfabriken Harburg-Wien schlagen für 1919/20 auf das um 6 Millionen auf 12 Millionen erhödie Akiien- kapiial aus einem Reingewinn von 2 708 833 M.<>. B. 780 8t3 M.) di« Berieilung einer Dividende von 14 Proz. und eine« Bonus von 10 Proz.. zusammen 24 Proz. Lusichültung gegen 10 Proz. im Voijabr vor. Herabsetzung der Eisenpreise in Frankreich. D»e Grundpreise für Träger wurden in Frankreich vom 1. Januar 1921 a>b um 100 Frank herabgesetzt. Der Blechverband ermäßigte seine Preise auf 110.50 Frank für vorgewalzte Blöcke, 120,50 Frank für Gvobbleche, 123 Frank für Rickelbleche und 186,50 Frank für geinblech je 100 Kilogratmn. örieftaften üer Neöaktkon. U.». se. Die Tochter au« erster Ehe beerbt nur den Bater.— K. Vh. 1. u. 4. Rein. Der Schuldner muß jetzt die Einstellung der gwangsvollstreckung beim Arrltsgericht(Bollstreckunosabteilung) deantragen. 2. u. 8, Ja. 5. In der Richtdurchfllhrung von Vollstreckungsmastnahmen. 6. Am u. zum Schluß des Monats, sofern der Mietzin» nach Monaten bemessen ist. 7. Rein; am Mnizohnien.— R. 22. Bis 31. 12. ISA).—#. 3. 39. Rein. Do« Bormund- Ichaficgerichl kann aber cnilcheiden. wenn das geistige und leibliche Wohl des Kindes gefährdet wird oder wenn Sie sich eines unsttlllchen Verhaltens schuldig machen.— L. l. Wenden Sie stch an die Kriegsfllrsorgestell« Ihre« Bezirk».— P. E. 10». 1. Haushaltungsgegenstilnde. die an Stell« der ein- gebrachie« nicht«ehr vorhandenen ober wertlo« gewordene« StstS« anaefchafst werden. gehSren ebenfalls zum eingebrachten Gute der Frau. 2. Dem Manne. 3. Dem Mann und der Frau. 4.—«. Das kommt auf die näheren Umstände an. Jedenfalls sind Sie zur Ehescheldungstlogt berechtigt, wenn Ihnen auf Grund des Verhalten» Ihrer Frau die Fortsetzung der Ehe nicht mehr zu- gemutet werden kann. 7. Fllr Ihre Behauptungen sind Sie selbstverständlich beweispslichtig. Scheidungsgriinde verjähren innerhalb t Monaten. Die Bei- jährungsfrist wird unterbrochen, wenn die häusliche Gemeinschaft der Ehe- I-ute ausgehoben wird.«. Rein.— O. 30. Ja.— A. M. Richten Sie einen Antrag an da»«ensicherungsamt,»lostcrstraße. Da« ärztliche Attest kännen Sie beifügen.— v. 114. Ja. Wenden Ei« sich an die"'' tännen Eie beifügen.— 0. 114. Ja. Wenden Ei- iich an die«riegsfürforge- stelle Ihres Bezirkes.— 1. Ja.— Eharlottenbnrg Zur. 12. 1. gur Kündigung bedarf der Wirt der Genehmigung des Mieteinigungsamtes. 2. Rein. einig« Mieteintgvnggllmte, und auch»nm«eil die Gerichte find anderer SteV nung. 3. Verlangen Ele für den Lohnausfall Erwerbslosenunterftützuaa. De« B th aitr QnKifHM verpflichtet, i. Die im§ 18 des � rr**•«»•••• ou- Wenden Sie sich an da« Standesamt. 2 Re.n. 3. Richtet sich nach der Höhe der Rente. oie dem Vater zugestanden haben würbe, wen» er am Leben geblieben wäre. - 2.«. 20. Der Erb schein wird vom Amtsgericht er, eilt, an das Sie sich d«»wegen wenden wolle».-«ch. 1, Da» Mieteinigungsamt muß die«ündi- 30 Proz. Lehnen Ei« die unter- genauesten durch dl« Leitung "• V« flUJ|l icr zugestanden haben würbe, wen» er a >. Der Erbfcheiit wird vom Amtsgericht ---....„enden wolle».—«ch. 1. Da» Mieieinig ««Sch«-»' W. P. 57. Diese Auskunft erhalten Sie am dar betreffenden schule. m. tsJleix JJbtakuvJsSfixx. ixur vom 10.-&2»JanuaLr V&rHaouf zxur 3pmd£xt.ier öir- 32.. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am Dienstag, den 4. Januar, an den Folgen eine» am 81. Dezember 1920 erlittenen Schiaßanfalle» unter langjährige- Mit- ardeiter, der unseres i «, der Kollege �ugusi Hapke im Alter«o» öö Iahren gestorben ist. Immer bereit, feine Kräfte zur Mitarbeit zur Ber- lllgung zu stell-» und den Kollegen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sichert ihm ein dauernde» Andenren ru der gahlftelle Berlin. Dl» Einäscherung findet heute, Eonnadend. den 8. Januar, nachmutag« 1 Uhr. im Krematorium, Baum- schu enweg. Kielholzstraße, statt. 44/4 Um zahl-eiche Bete-ligung wird ersucht. VI« Orlooerwaltung. Aswm» heUbar. Sprechstunden durch Eoe, alarzl in Eäpenuk jeden Miltwoch oon s— 2 Uhr Hotel Etadt Magdeburg, Schloßplatz. Professor Ueebe'» Ivstitut, kreldere in 8ncbsen. 83/5 Ann Lsgsrmetsll ZlNpser etc. kauft Wiemer Putbusser Str. 30, 1 Mlrbacbstr. 4, Hof Pankow, Kupfer Rotguß, Messing, Blei kauft TUtel, SchiTelbelacr StraBe I, Möbel] zu bell«Utanil bcrabgesetzlen Preisen gegen bar nnd anfTeilzablnng utinzimm„ Scblafzlmm� Spelsezlmm. Harrenzlmm. in groller Auswahl Elnselne Btfbel Farbige Kflchen Teppiche Beiser Nach kurzem, schwerem Leiden verschied am 1. Januar 1921 in Meran mein geliebter und unvergeßlicher Gatte, unser Vater, der Bankier 21/11 Otto Markiewicz im Alter von 45 Jahren. Die untröstlichen Hinterbliebenen Aurelia Markiewicz geb. Weidner Herbert, Margarete, Anita Als Schwiegereltern und Schwägerin: Julius Weidner, Mirjam, Leah Berlin, den 5. Januar 1921. Von Kondolenzbesuchen bitte man Abstand zu nehmen. Der Zeitpunkt der Bestattung wird noch bekanntgegeben. !!!Geld!!! für-aba Wettiach«.-oädifta An- rauisvreii« iür Vtandicheine. Brillanten,»oibgegenilanbr, Tevoi-b«. Büdier mw. Wolft, krtedri«bsrr.4I III. Ecke Kochfrr Zinn u. Blei sowie alle Altmetalle kaufen zu Tagesoreisen Metallschmelzwerke, WaJdemarstr. 74. Telenhon Moil-zplatz WS teauw nvnjcln Idiotie ßilfl«. firäun- Iure, eilrnlolitn oerl-bwinden rinztg nm naa, b-olo.i-ich.«er- l«d-en»u-lb tiuliununa»euer de» neipillwen Houiiett rnnr. ve--oand-er geitludiian,.Siel- wel'S tomo-iene», Lectllnndoui, nidrsioS'. t- rem«.ciana". Erfolge über Erwarl-n. Dose M. 10.— unb IS.—. Otto Aeichel. VIn.4Z. SO.Sif enbo hnffr.d. Dauer- Kragen 3 M. 4 M. 8 M. usw. wegen FabrikanflOsung Taeubert. Markgrafenstr.78 1 Am 1. Januar 1921 starb in Meran nach kurzem Leiden der Chel unseres Hauses nm Herr Otto Markiewicz In dem Dahingeschiedenen betrauern wir nicht allein den klugen, weitblickenden Chef, dessen außergewöhnliche Begabung und ungeheure Arbeitskraft alle mit Bewunderung erfüllte, sondern vor allem den Menschen, der uns ein wahrer Freund war und jedem einzelnen von uns nahestand. Wir werden sein Andenken in hohen Ehren halten. Berlin, den 5. Januar 1921. Die Prokuriaten, Bevollmächtigten u Beamten des Bankhauses Otto Markiewicz. Die Marx'sche Geschichis./ Gesellschafis- u. Giaaistheorie Von Prof. Heinrich Cunow Zwei vornehme, stark«»albleweabänd« Sine anfdi« neuest« Forschung gegründek« «rohzüqiqe marristische Sozloloai«/ wie st« bisher in der eiteralnr gänzlich fehlte I Der erste Band lieg« bereits»»«, ber zweite folg» m den nächsten Monaten preis des ersten Sandes in Halbleinen gebunden M. 4L50 und Sortiments, Uschlag Bestellschein Ich bestelle hiermit------«rctnpl Sun»»: Die Marrssche Sesthlchl«., SeseS- schast«' nnd Slaatstheone/ 2 Salblelnen. bände/ Preis für den I.Ban» WL 42�0 -r 20% - ka-hSsVsil- ............... 11'..... Diesen Bestellschein bitten wir auszuschneiden und ausgefüllt sowie miierschrieden mr Drucksachen tuver« einzusenden an: Buchhandlung Vorwärts Berlin SD. SS, Qndenstr. 2 eSSSiQSSSSKqk G Mlvelm Groger% � Ihrem lieben. ireumPartet- � w genossen zu seinem f. 70» Geburtstage S - die herzlichsten«lück. L wünsche. ,73/3 A . Die Senosten der 92. 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Es ist folgendes Schreiben an alle sozialisti- s ch e n und kommunistischen Parteien der Welt gerichtet worden, das wir nun in der Lage sind, im Wortlaut zu veröffentlichen: Werte Genossen! Wie Sie wissen, beauftragte der im vergangenen Juli in Genf tagende Kongreß der Zweiten Internationale die Britische Arbeiter- varlei(Britisb Labour Party) mit der Aufgabe, mit den anderen sozialistischen und Arbeiterorganisationen in Fühlung zu treten, zwecks Wiederausbau der Zweiten Jnternatio- n a l e, und die Britisch« Arbeiterpartei nahm unter der Voran?- setzung, daß man ihr völlig freie Hand lasse, das Aner- bieien an. Sie tat dies in dem vollen Bewußtsein der ihr bevorstehenden Schwierigkeiren, jedoch in der Ueberzeugung, daß alle sozialisti- tchen Organisationen so dringend die Notwendigkeit Internationaler (finheit fühlen müssen, daß sie gern jeden ehrlichen Versuch er- wägen würden, diese'Einheit zu sichern. Der Krieg und die Internat» ouale. AIS der Krieg ausbrach, war die internationale Sozialisten- bewegung nicht stark genug, um die von militärischem Jmpe- rialismus und Kapitalismus geschaffenen Slromungen zu hemmen. Sie versuchte dies ISIS in Basel und noch wenige Tage vor dem Ausbruch der Feindseligleiten aus einer Konferenz in Brümsel; ihre Versuche waren aber vergebens. Sowohl das sozialistisch« wie auch das nichtsozialistische Europa zerfiel in nationale Grup- ?e n, je weiter das Ringen fortschritt. und manche dieser Gruppen, die jetzt die Zweite Internationale wegen ihres Mißlingens am bittersten tadeln, schlössen sich dem Toteatanzr an. Reise- und Patz- schwier igkeiten machten während der ersten Kriegsjahr« das A b- halten von Konferenzen unmöglich, und diejenigen, welch« man abhalten konnte, waren in so geringem Maße reprä- sentativ, daß sie angesichts der schrecklichen Aufgaben, die ihrer Lösung harrten, von keinem Werte sein konnten. Selbst als im Jahre 1917 sich die Zweite Internationale regte und sozialistische und Arbeiterdelegationen nach Stockholm berief, waren diese Schwierigkeiten noch immer so groß, daß die Absicht des fungieren- den Bureaus aufgegeben werden mutzte. Wir britischen Ve--- treter, obgleich voller Eifer, die Versammlung zu besuchen, konnten keinePässe bekommen. Derarng verblieb die Lage, und Europa wurde von seinen militärischen und nationalen Gruppen bedervscht bis zur Unterzeichnung des Wafsenstillstandes. Nach dem Waffenstillstände. BleichnachderUnterzeichnungdes Waffenstillstandes regte sich auch wieder die Zweite Internationale und auf Anlaß der britischen Sozialisten wurde«ine Konferenz nach Vera etnbe- rufen, um die sozialistische Bewegung wieder mit einer internalio- nalen Organisation zu versehen. Natürlich war die Versammlung nicht durchaus einig, und Meinungsverschiedenheiten waren offen- bar. Die britischen Delegierten waren der Anstcht, daß alle diese Meinungsverschiedenheiten zurückgestellt werden sollten, und daß jedem die Möglichkeit geboten werden sollte, sich national zu betätigen, daß internationale Spaltungen jedoch, die durch verschiedene Einzelheiten in der Naitonalpolttik veranlaßt werden konnten, zu vermeiden seien, indem die Sozialisten miteinander Fühlung behalten sollten, während der revolutionären Periode, die zweifellos dem Kriege folgen müsse. Wir setzten unsere Versuche in Amsterdam(April 1919), Luzeru(August 1919), Genf(August 1929) fort. In Bern wurde ein Komitee gewählt, um eine neue Verfassung auszuarbeiten. Di« Franzosen, die deuffchco Unabhängigen, die Oesterreicher der- pflichteten sich, daran mitzuarbeiten, diese Verfassung befriedigend zu gestalten. Wir haben unsere Verantwortlichkeiten und Verpflich- tungen ausgeführt. Wir bedauern, daß unsere Bemühungen nicht so erfolgreich waren, wie wir gehofft hatten. Die Spaltungen hatten sich erweitert, und eine ausgedehnte Propaganda hatte sich zum Ziele gesetzt, nationale Sektionen von der Zweiten Internationale loszureißen. Der Awstriff auf die Zweite Internationale. Viele dieser Angriffe auf die Zweite International« machen entweder auf dieselbe als„Internationale' gar keinen Ein- druck oder sind völlig ungerecht..Wenn es auch wahr ist, daß wäh- rettd einer Zeit von nationaler?iot, als überall Wut uni>_ Furcht tobten, gewisse sozialistische Abteilungen sich entschieden, mit ihrer Regierung«inen Block der nationalen Verteidigung zu bilden, so darf man nicht vergessen, daß daS beinahe von jeder sozialistischen Organrsalion zu einer oder der anderen Zeit während der Periode von 1814 bis 1918 gesagt werden kann, und daß daher nur wenige» Abteiluugeu das Recht zusteht, die anderen mit Steine» zu be- werfe». Wir müssen die zukünftige Internationa're nicht nach den Kriegsjahren beurteilen, sondern nach den Richtlinien, die sie jetzt befolgt. Sie, sie s el b e r, muß ihr« Statuten bestimmen, und ihre Berteidigungsmaßnahmen wie auch ibre Verbote ausstellen. Das zu tun Hai ihr bis setzt jede Möglich- keii gefehlt. Seit dem Waffenstillstände. Nach dem Waffenstillstände versuchte man es in manchen Ländern mit weiteren politischen„Blocks" für beschränkte zeit- weiligeZwecke. Die britisch« Arbeiterpartei beschloß, soweit sie in Betracht kam, nichts mit solchen Koalitionen zu tun zu haben. Andere nationale Abteilungen(unter Ihne» einige, die jetzt die Zweite Internationale tadeln, weil all« ihre Abteilungen nicht der Linie der britischen Kameraden folgten), entschieden anders. Lassen sie es sich doch dringend angelegen sein, diese Zwistigkeiien zum Gegenstande einer gründlichen Erwägung zu machen, ehe sie zur Entschuldigung für Abfall und Spaltungen m den Reihen der Arbeiterbewegung gemacht werden. Ueberdies sind die seit dem Waffenstillstände gegen die Zweit« Internationale gemachten Anschuldigungen unwahr. Jede ihr angegliederte Organisation hat sich der antirussischen Poli- t i k ihrer nationalen Regierung widersetzt, und wir selbst können den Anspruch erheben, daß wir— und dies ist nur ganz bescheiden erwähnt— jedenfalls ebensoviel getan haben durch ge- werkschastliche und politische Tätigkeit, um unsere Regierung zu ver- hindern, die Feinde der russischen Regierung mit Munition zu der- sehen, als die Sektionen, die am heftigsten»hr Glauvenslietcnutnis zu Moskau ausschreieu. Die Zweite Internationale hat evensoviel getan wie die Dritte(außerhalb Rußlands selbst) bei der Be- kämpfung der kapitalistischen und imperialist»- schen Angriffe auf Rußland. Auch in jeder anderen An- gelegenheit, die sich aus die kapitalistische und imperialrstische Herr- ichaft nach dem Kriege bezieht, haben wir einen Standpunkt ein- genommen, der in hervorragendem Vergleiche steht mi: dem der an- deren Organisationen, welche angeben, die Zweit« Internationale für ihren Geschmack zu schwach zu finden. All« die internatio- nalen Konferenzen von 1919— 1920, die in Bern, Amsterdam, L u z e r n, Genf abgehalten wurden, untersuchten die durch den Krieg hervorgebrachten Fragen, sowohl in deren großen Linien lFriedensvertrag,, Völkerbund, Verantwortlich- f e vi für den Krieg), als auck deren Anwendung aus die besonderen Ergebnisse d'r territorialen Fragen(Finnland, Georgien, Estland, Armenien, Ungarn, Ukraine, Oesterreich, Polen, Saargebiet, Jr- land. Palästina, die Balkanstaaten, Griechenland, Beßarabien, Kleinasien. Indien, Lettland, Litauen). Diese Konferenzen beschäf- tsiften sich ebenfalls msi folchen Fragen vsie Nsick-ebr der Kriegs- internationale Sin gefangenen, Hungersnot, Blockade, internationaler Handel, und in Luzern wurde aufs strengste gegen die Ententepoliiik reaktionärer Einmischung in Rußland und Ungarn protestiert. Sie versuchte mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Parteien zu bestimmen, den ungarischen Sozialisten zu Hilfe zu kommen. Die Reise der britischen Kommission nach Ungarn war das direkte Ergebnis der Resolutionen der Zweiten Jnternatio- nale. Di« Internationale unternahm auch einen Lersöhaungs- und Bereinigungsversuch iu dem Streite zwischen de« sozialistische» Parteien Deutschlands. Eine internationale Untersuchungs- kommlsfion verbrachte mehrere Wochen nvt dem Studium der Judenverfolgung in Polen, und hat auch anderer- seitS, wie zum Beispiel in der Zwietracht der deutschen und polnischen Parteten betreffs des Plebiszits in Ober- schlessen, erfolgreich eingegriffen. Vieles, zu dem sich die der Dritten Internationale angehörenden Organisationen oder solche, die uns verlassen haben, bekennen, ist eigentlich nur ein Echo des vou der Zweite» Jnternattoualr Ge- sagten, und wtr haben unsere Beschlüsse durch die Tat bestärkt. In allen diesen Punkten kann die britische Arbeiterpartei, ihrer An- hängigkeit an die Zweite Internationale zufolge, getrost zum Der- gleich mit irgendwelcher anderen nationalen Abteilung in der Welt auffordern. Die Verteidigung sozialdemokratischer Regierung eu. Ein dritter Angriff, den wir nicht zu umgehen suchen, ist auf die Zweite Internationale gemacht worden. Einige sozialdemo- kratische Regierunge» sahen sich plötzlich in den ersten Tagen nach dem Kriege bewaffneten Empörungen gegenübergestellt, und unter- drückten dieselben mit gleichartigen Mitteln. DieS ist z w e i f« l- los bedauerlich; wenn aber die internationale Bewe- gung wirklich gerecht sein soll, so ist der richtige Weg dazu eine genaue Erörterung zwischen den st rettenden Parteien auf einem internationalen Kongreß, wie dies mit den in Luzern anwesenden deutschen Unabhängigen vereinbart wurde. Unglücklicherweise kam dies in Genf ntcht zustande, da sie inzwischen ausgeschieden waren. Wir können uns nicht des Gefühls erwehren, daß eine gründliche und ehrliche Aussprache über ein Problem, dem sich ein jedes durch revolutionäre Umstände schreitendes Land jederzeit ausgesetzt sehen könnte, außerordentlich nötig ist, wenn wir irgend- ein internationales Verständnis wiederherstellen wollen, welches zur Grundlage sozialistischer Tätigkeit für die Zukunft dienen und die Ausgaben der Uebergangsperiode aufklären soll. Zwei Jnter- nationalen zu gründen, die in diesem besondere» Punkte u n- einig sind, heißt einfach, den Ruf de? Sozialismus un- seligem Unheil aussetzen. Die russische Revolution Die groß« Schwierigkeit, der sich der international« Sozialis- mus gegenüber sieht, ist die Trennung der Bewegung in zwei Lager, als Folge der russischen Revolution im November 1917. Der Bolschewismus versuchte nicht nur in Ruß- land, sondern io jedem Laude der ganze» Welt die Metlt.od« ein- zuführen, politische Macht durch bewaffnete Gewalt zu erriugen, sie durch dieselbe Gewalt zu erhalte»»»d de» ganzen ökonomische» Wirtschaftsbau durch Lerordnunge» und Unterdrückung zu ändcru. Seit seinem ersten Erfolge in Rußland hat er seine Stelltmg etwas gemildert und lehrt augenblicklich seine Anhänger in unserem Lande, daß die, welch« polittsche Methoden verrufen, Ver- r ä t« r an der Sache des Kommunismus sind, daß aber politische Handlung einzig und allein benutzt werden solle, um den Bankrott der zu erobernden Staatseinrichwngen zu beweisen. Offenbar muß ein solches Kompromiß mit dem Verbotenen sich selbst ver- nichten, und Kandidaten, die einer solchen Richtlinie folgen, können sich in den Augen der Wähler nur lächerlich machen. Diese ist einfach politische und revolutionäre Nich- t i g k e i t. Wir wollen jedoch die Sache nicht weiter erörtern. Diese Richtung mag ja anderen Ländern besser passen als dem unsrigen, aber augenscheinlich-nutz jeder Sozialist, der irgend- welche» internationalen Instinkt hat, sehen, daß eine aifs der Grundlage der Moskauer P�inztpien aufgebaute Jnternatio- nale niemals mehr als die allergeringste und am wemgsten einflußreiche Fraktion der sozialistifckten Bewegung in den verschie- denen Ländern vorstellen kann. Deshalb hat die Zweite Interna- tionale den Bolschewismus als Grundlag« ihres Daseins ver» warfen. Außerdem müßten doch auch dte Versuch« Moskaus, die natio- nalen Organisationen nicht nur m ihrer allgemeine» sozialistischen Politik, sondern auch in den Einzelheiten ihrer eigenen nationalen Arbeit zu kontrollieren, jede sich selbst achtende und Gefühl für nationale Freiheit besitzende Organisation daran hindern, sich unter ein solches Joch zu beugen. Wenn wir nun eine vereinigte Internationale mit einer meihr liberalen Grundlage als die von Moskau geforderte verlangen, so geschieht dies, weil wir überzeugt sind, daß Moskau weder die Ausdehnung noch die Dauerhaftigkeit besitzt, die nötig sind, um eine Internationale zu erhalten. Wir selbst wünschen mit unseren Genossen in anderen Ländern in unmittelbarster organischer Berührung zu bleibe». Wir wünschen bei ihren Konferenzen vertreten zu sein, mit ihnen zu unterhandeln, ihnen zu helfen und von ihnen geholfen zu werden; aber wir müssen die Moskauer Bedinguugen und Moskauer Methoden als deu Preis eines solchen Zusammenwirkens ablehnen. Wir glauben auch, daß die besseren kämpfenden Sektionen anderer Länder derselben Mei- nung sind. Eine einheitliche Internationale. Indem wir uns an Sie mit dem Ankrufe wenden, sich mit uns zum Wiederaufbau der Internationale zu verbinden, sind wir mehr von der Dringlichkeit der Angelegenheit beseelt, als von irgendeinem anderen Grunde. Der Krieg hat uns Ge- le�enheiten hinterlassen, größer als sie je«tner rllheren Generation geboten wurden. Imperialismus und ein ZwillingSbruder Kapitalismus wurden mit Schande und Ver- achtung bedeckt. Ihr Bankerott ist der Menschheit durch daS Blutbad und das Elend verkündet worden. Diese Gelegenheiten wurden den Sozialisten der verschiedenen Länder in mannigfaltiger Weise geboten: In einer Ländergruppe war eine Revolution möglich, in einer anderen die Eroberung politischer Einrichtungen*), aber alle *) Wir sehen, daß in dem von der Berner.Wiederaufbau- konfereng" veröffentlichten Manifest behauptet wird, daß die Par- teien der Zweiten International«»die historischen Notwendigkeiten des revolutionären KtassenkampfeS theoretisch verkennen, indem sie sich ohne Rücksicht aus d e Besonderheiten der einzelnen Länder und der einzetnen EntwtcklungSphasen aus dte demokratischen Methoden einschränken.' Dies ist das genau« Gegenteil der wahre« Tatsachea und ist ein« durchaus unrichtig« Auffassung der Stellung der Parteien, selbst in den all erdemokratisch st«n Ländern, zum Beispiel in unkerem eigenen Lande. Di« Zweite Internationale hat stet? anerkannt, daß die Mittel je nach den historischen Umstanden wechseln. Es ist soviel Nachdruck auf da? Wort der„Diktatur des Prole- tariais' gelegt worden, daß, wenn Marx heute am Leben wäre, er seine literarische Schöpfung nicht wiedererkennen würde. In dem Aufruf, ans den wir verweisen, ist dieses Wort angeführt, als wenn es einen besonderen revolutionären Akt darstellte, und es wird wetterbin in Ausdrücken erläutert, die im wesentlicl'en nichts weiter bedeuten, als die a l l e r g e w ö h n l i ch st e politische Handlung. Wir denken, es ist schade, di« Internationale wegen solcher Phrasen von flüchtiger und»«gewisser Bedeutung ,u spelirn. F. waren berufen, sich zu verbinden und einander zu unterstützen in der am besten angemessenen Weise. Statt dieser Einigkeit ist Uneinigkeit entstanden. Die kämpfendei» Mächte sind getrennt Es wird mehr Aufmerksamkeit den gegen seitigei Angriffen wegen taktischer Fragen gewidmet, als dem Angrir auf de» gemeinsamen Feind. Jeder verstreichende Tag sieht di a l t e O r d n u n g sich von neuem aufrichten, bis zu einem gewisse- Zeitpunkt und trotz ihres Bankerottes sie sich wieder hinter Interessen und hinter Vorurteilen verschanzt haben wird, deren Nieder ringung schwierig sein wrd. Der Mangel an einer einheitliche � Internationale läßt die sich nun bietende großartige Gelegenheit oorbeischlüpfcn, und die sozialistische Bewegung, die sich zu einen FriedenSangriff hätte zusammenraffen sollen, wird in der Nichtigke! interner Streitigketten zerstreut. Deshalb wenden wir uns an Sie. bitten wi Sie, diese Frage reiflich zu erwägen und br. sonders den Bewegungen Ihre Unterstützung z t versage«, die damit anfangen, Parteigenossenschaften ausz- schließen, deren Borgeschichte zum mindesten ebenso gut, und vie leicht sogar besser ist, als die derer, welche Eintritt erhalten, uro nun Ausschließungen bestimmen. Wir bitten Sie, uns Ihre Ansiä 1 über unseren Aufruf zukommen zu lassen. Wir werden einige vorläufige Beratungen abhalten uns dann besprechen, wie w*? am besten die uns von der Genfer Konferenz auferlegten Pflicht et vollziehen können. Di« Grundlage, auf der eine Sozialistische Internationa!- aufgebaut werden muß. darf keinem Zweifel unterliegen. Sie mu; jeder sozialistischen Gruppe völlige Freiheit zusichern i" Uebereinstimmung mit ihren eigenen Msiteln auf das sozialistisck Ziel hinzuwirken. Gemeinsame Entschlossenheit, den Soziakismuszustandezubringen, muß vorhanden sein- sie muß bereit sein, alle nationalen Bestrebungen um F r e i h e i und Selbstbestimmung in.der von den Nationen selbj beschlossenen Weise zu uriteritützen; sie darf in keiner Weise dir demokratische Methode(wie das jetzt von einigen Seiten versuch wird), sondern sie muß sie unzweideutig als recht und villig für dir Länder anerkennen, die bereits ihre Revolution durchgemacht haben und durch eine frühere revolutionäre Bewegung ihres Proletariats im Besine der politischen Waffe sind. In Uebereinstimmung mit den in Genf geäußerten Bestimmung gen, senden wir dies an alle sozialistischen Parteien, nicht nur an bestimmte Gruppen. Wir lehnen Teilnahme an bloßen Teil bewegungcn ab, und fühlen uns überzeugt, daß die sozialistischen Organisationen der Welt mit uns darin übereinstimmen werden, daß, wenn man mit kleinlichen Ausschließungen verfährt, man niemals den Sozialismus mit jener internationalen Organisation wird versehen können, deren er bedarf. Arthur H e n d e r s o n(Labour Party), I. H. T h o m a s(Trades Union), Harry G o s l i n g(Trades Union). Ramsay Macdonald(British International Secretary). die Gppofttl'on auf üem SowfetkongreF. Helsingfor», 7. Januar.(OE.) Neber die Reden der Vertreter der Oppositionsparteien, die zur Teilnahme am Rätckon- greß alS Gäste mit beratender Stimme geladen Ware« und über eine Redezeit vou 15 Minuten verfügten, werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. D-r Menfchewist Dan, dem die Rededauer auf fein Ersuche» vom Kongreß zweimal um je Ist Minuten verlängert wnrde, trat gegen das System der stehenden Armee und gegen die Militarisierung des gesamten Lebens auf und fetzte sich für die Schaffung einer B ol k s m i l i z ein. Er kritisiert« die auswärtige Politik der Sowjetregierung, der er u. a. G e h e i m- d i p l o m a t i e und das Zusammengehen mit den türkischen Nationalisten gegen Armenien vorwarf. Er bemän- gelte, daß die Sowjetpolitik nicht ausschließlich auf den Frieden eingestellt sei, nahm auf Lenins Worte über bevorstehende Kriege Bezug und erklärte, daß Sowjetrußland nur D« s e n s i v kriege führen dürfe. Dan griff aufs Schärfste die inner« Politik der Sowjetrcgierung an, die ihr den Haß der Bauernschaft zugezogen habe und ihr zum Verhängnis würde. Die Soiujetver- fassung werde mißachtet, statt eines Rätesystems habe man in Wirk- lichke't die Alleinherrschaft der Kommissare und die Oligarchie der Kommunistischen Partei eingeführt. Dan gab zu, daß die Zulassung ausländischer Konzessionäre unver- weiblich sei, erhob aber Einspruch dagegen, daß diese schwer- wiegende Verordnung kurz vor dem Rätekongreß und ohne Befrage» des Landes dekretiert worden fei. Er befehdete die Politik der Kommunistischen Internationale, die znr Spaltung der Arbeiterschaft führe und wi*S auf die Nebergriffe in der Po- litik und Verwaltung von feiten der allmächtigen Außerordentlichen Kommission<„Tschc-ka"i hin, welche die Anwendung der November- a m n e st i e auf die Menschewisten vereitelt habe. Der Ver. treter der oppositionellen Gruppe der Sozialrevolutionäre, Wolski» vertrat im wesentlichen denselben Standpunkt und führte aus, daß die Versuche, den Kollektivismus in der Bauern- Wirtschaft zwangsweise einzuführen, die Bauer» ihm nur ver- feinde. Aufruf an die Bauern. M. Kalinin richtet als Votsitzender des 8. Sowjeikongresse« an alle Arbeitenden Sowjeirußlonds einen Aufruf, in dem er vor allem an die Bauern die Mahnung t-chtet. Getreide abzuliefern. Im übrigen atmet der Aufruf den üblich papistiich-mili» taristiickeir Geist. Er ichließt: Noch ein Jahr Anstrengung und wir werde» den Verkehr regeln, alle Fabriken in Betrieb setzen. Noch 8—4 Jahre und in der Republik gibt es keine schlecht Bekleideten oder schlecht Beschuhten mehr. Noch 5 Jahre und die Wunden unserer, durch den Krieg zerstörien Wirtschait sind gebeilt. An die Arbeit. Proletarier Rußland»! Euer höchstens Machlorgan, der allrussische Sowjetkongreh. will Euch in einen neuen Kampf zu neuen Stegen führen! Hoch der nahende Sieg an der Arbeiterfront! Martens' Abschub. Washington, 7 Januar.(DA.) Der diplomatische Vertreter der Sowjets in den Vereinigten Staaten. Ludwig Martens, dessen Ausweisung bekanntlich von der Sowjetregierung mit der Annullierung aller mit Amerikanern geschlossenen GcschäfiSver- träge beantwortet wurde, hat sich samt seinem Mitarbeiterstab jetzt den amerikanischem Behörden zur Verfügung gestellt mit der Bitte, ihn am 29. Januar abzutransportieren. Auf sein Ersuchen wurde Martens bis zu diesem Tage auf freiem Fuße belassen. Curzon an Tschitscherin. London, 7. Januar.(WTB.) Lord Curzon hat an Tschi. t s ch e r i n ein« Note gerichtet, in der d-ie Hoffnung ausgesprochen wird, die russische Regierung werde anstatt ein« unfruchtbare Polemik fortzusetzen, Krassin ermächtigen, das Handels- abkommen bei seiner Rückkehr zu unterzeichnen. Es wird ferner der Wunsch ausgesprochen, die Ausführung des Abkommens werde nicht nur einen Beweis für die Aufrichtigkeit beider Parteien liefern, sondern auch den ersten Schritt auf dem Wege zum Wiederaufbau der materiellen Wohlfahrt Osteuropas bepituen. In dem abzwschneß enden Handelsvertrag ni ü s s e noch ein« Bestimmung aufgenommen werden, dutch die die Sowjetregte- vumg verpflichtet wird, sich in bestimmten Gebieten jeder e ug7 a nd f e i n d l' ch en Propaganda zu enthalten. GswerMastsbewegung Die fft Gewerkschastsbureaukratie. Tie„Rote F a h n e" fübrt einen verzweifelten Kampf gegen die„gelbe" Gewerkscbaftsbilreaukratie. Jedes Mittel ist ibr dazu recht. In ihrer Abendausgabe vom Freitag teilt sie unter der Ueberfchrist:„Die Gewerkschafts. b u r e a u k r a t i e zersplittert das Proletariat" Kassel gelang es in der dortigen JulesPinnerei-Mtien- geseklschaft der Direklion und der m e h r h e i l s s o z i a l i st i s ch e n S-ewerkschaftsbureaukratie. die Arbeiterschaft derart zu betören, daß der Z e h n st u n d e n t a g eingeführt wurde." Daran schließt sich die Mitteilung, daß die Arbeits- losen eine D e m o n st r a t i o n veranstalteten, um die Ar- beiterschast der Jutespinnerei zu veranlassen, die Ueberarbeit abzulehnen. Die Fabrik wurde von„Sipo" beseht. In ihrem Kommentar sagt die„Rote Fahne" u. a.: „Dieser empörende Borsall zeigt uns die Früchte der Politik der GewerkschaftsKureaukratie. Die einzelnen Arbeiterschichten werden aufeinander gehetzt, die Arbeitenden werden gegen die Arbeitslosen ausgespielt. Die Arbeiter- schart muß endlich mit dieser Gesellschaft brecben. Das Kasseler Beispiel zeigt, wie die Politik der M eh r h e it s soz r a li ste n der Arbcitewchaft nichts anderes bringt als mehr Arbeit, das be- deutet einige Scheinvorteile und sonst weirere Verelendung; d(K> vedemet die Anfriebtung einer Scheidewand zwischen Arbeiten- den und Arbeitslosen, die Zersplitterung de? Proleta- r i a t s." Dazu entnehm-en wir einer Erklärung des B e- t r i e b s r a t es der Jutespinnerei im.L a s s e l e r V o l k s- b l a t t" das folgende: „Um der rechtzeftigen Lieferung der Auslandsaufträge nachkommen zu können, hat die Arbeiterschaft und der Betriebsrat in einer Betriebsversammlung hierzu Stellung genoirunen und der Leistung von Ueb er stunden zugestimmt; arbeitslose Textilarbeiter und namentlich Jutearbeiter gibt e? zurzeit nicht. Die Einstellung von neuen Arbeitskräften, ohne bah dieselben eine längere Lernzeit zurücklegen, nm in zwei Schich- ten zu arbeiten, ist nicht möglich. Ter Betrieb ist mit Arbeitskräf- ien vollbesetzt, und soweit es sich um die Einstellung von u n- gelernten Arbeitsirästen handelt, sind solche laut Vereinbarung mit dem Betriebsrat und der Berbandsleitung e i n g e st e l l t und wenn möglich werden weitere eingestellt. Die Lie- serzeit der Auslandsaufträge ist kurzfristig, und infolge der erheb- lichen Preissenkung für Rohjute möchten die Abnehmer schon an und für sich von ihren Aufträgen zurücktreten. Tie nicht rechtzei- tige Lieierung würde die Annullierung der jetzt und später iällig werdenden Aufträge zur Folge haben. Auf Grund dieser Sachlage hat die Arbeiterschaft und der Betriebsrat der Leistung von Ueberstunden zugestimmt." Wir sind grundsätzlich gegen jede Ausdehnung des Achtstundentages und treten jederzeit dafür ein. daß man anstatt Ueberstunden zu machen Arbeitslose einstellt. Es gibt allerdings Fälle, und ein solcher scheint hier vorzuliegen, in dem die Einstellung ungelernter Arbeits- loser nicht möglich ist, wenn nicht der für einige Erwerbslose etwa entstehende Vorteil durch die Annullierung großer Auf- träge zum viel größeren Schaden für die Arbei- tcr-des Betriebes und unsere Wirtschaft um- schlagen soll. Ein bezeichnendes Licht auf die Kommunisten als Hü- te? des Achtstundentages und Freunde der A rbei t sl ofe n, denn denen wollen ne doch nach ihren sortgesetzten Beteuerungen helfen, werfen allerdings einige Mitteilungen der unabhängigen„Leipziger Volks- z e i t u n g". Diese berichtet, daß in dem neukommu- it i st i scheu Betrieb» des Hallenser„Klassenkampf" (früher„Volksblatt)" „die Buchdrucker, Truckcreihilfsarbeiter und Buchbinder Tag und Nacht, Sonntags und in der Woche arbeiten. Der Buchbinder des Betriebes, einer von den k o m m u n i it i f ch e n '>?> au p t sch r« i er n, der gleichzeitig Borsitzender-deS Buchbinderverbandes ist, hat in einer Woche W Stunden gearbei- i e t. Er hat sogar seine F ra u zur Arbeil mitgedrachr(die Fa- mili« ist kinderlos), obgleich ein« ganz« Anzahl arbeit?- loser weiblicher Arbeitskräfte vorhanden ist. Ilm noch mehr zur A«berstund«narbeft anzureizen, spendierte«in neuer Parteiang« st ellter der Kommunisten, der nebenbei noch sein Barbierge schüft betreibt, im Auftrag« der Bezirksleitung für die arbeitenden Frauen 100 Mark für Schokolade." So. Ihr Arbeitslosen, siebt die Fürsorge der Kommunisten um Euch aus. Hier in Berlin und an anderen Orten rufen sie Euch vor die Rathäuser und Parlamente, schreien sie sich die Kehle wund, schimpfen sie wie die Rohrspatzen auf den Kapitalismus und die Gewerkschaftsbureaukratie, die keine Arbeitsgelegenheiten für Euch schaffen, und in ihren eigenen Betrieben lassen sie Ueberstunden machen, daß es nur so eine Art hat. Selbst Belohnungen in Gestalt von Schokolade hält man für die größten„Schieber" bereit. Glaubt Ihr nun endlich, daß Euer Heil nur von den Moskauern kommt, und daß die„Gewerkschafts- bonzen" Eure größten Feinde sind, die Euch um schnöden persönlichen Vorteil an den Kapitalismus ver- kaufen?_ Wandlungen im werkmeisterverbanü. Die Berliner Mitgliedschaft de? Deutschen Werk- meist erverbandeS sendet uns nachstehende ErLänrng: „Die im Deutschen Werkmeisterverband organisierten Kol- legen des Bezirks X lehnen jede Jdentifizterung mit der in der Nr. S des„Vorwärts" erschienenen Veröffentlichung ab. Die Mitglieder betrachten es als ihre eigene Angelegenheit, bei Aus- bvuch von Streitigkeiten durch die ihnen satzungsgemäh zustehen- den Rechte und Instanzen ihren Willen zur Durchführung zu bringen, und bedauern es, daß eine derartige Z e r s p l i t t e- run�Spelitik tn der freien Anaestelltenbewegung durch Veröftentlilbung von Artikeln in den Tageszeitungen g e f ö r- d e r t wird, noch dazu, wenn derartige Artikel den Stempel der Einseitigkeit klar erkennen lassen. Der unterzeichnete Bezirksvorstand gibt zu, daß seit einiger Zeit Mißhelligkeiten zwischen Afa- Vorstand und Hauptvorstand des Deutschen Werkmeisterverb rades bestehen, muß es aber ablehnen, bevor«ine endgültige Klärung erfolgt ist, anderen Orgamjattonen sowie einzelnen Personen das Recht- zuzugestehen, sich tn unsere internen Angelegenheiten zu mischen, ohne genügend über dt« Borgänge autgeklärt zu sein. Der« Bezirksvorstand glaubt, daß sowohl er als auch die Mitglieder Manns genug sein werden, den Gedanken der freien Augestelltenbewegung der Verwirklichung zuzuführen und dementsprechend sich auck bet ihrem Hauptvorstand durchzusetzen. Die bisher geschlossene Einheitsfront der Werkmeister steht sowobl dem Bezirksvorstand als auch den Mitgliedern des Bezirks X als höchstes Ziel vor Augen.— Ter Vorstand des Bezirks X verurteilt es daher aus das schärfste, wenn derartige Anlässe dazu benutzt werden, die Einheitsfront der freien Angestellienbewe- gung zn zerstören. Der Bezirksvorstand des Bezirks X. Gekhke." Wir begrüßen eS, daß der Bezirk X entschlossen ist,„dg» Gedanken der freien Angestelltenbewegung der Verwirk- ltchung zuzuführen". Wie man aber in der angezogenen Notiz in unserer Nr. S eine Förderung der„Zersplitterungspoltttk" sehen kann, ist uns nicht klar. Es hat sich noch immer gezeigt, daß unverzügliche Aufdeckung und Bekämpfung solcher Bestrebungen das beste Mittel zu ihrer Vernichtung ist. Allzu große Rücksicht oder gar stillschweigende Duldung führen zu katastrophalen Folgen. Das Schicksal der U.S.P. sollte die Richtigkeft dieser Auffassung in geradezu schlagender Weise bestätigt baben und jeden, dem die Einheit der Arbeiterbewegung am Herzen liegt, zu schnellem und entschiedenem Handeln gegenüber jeder Zersplittevungsabsicht veranlassen. Zur Bewegung der Eiseubahuer meldet die TU. aus Oldenburg, daß die Mitgliedschaft des Be- zirks Oldenburg des Deutschen Eisenbabnerverbandes das Resultat der Einigungsverhandlungen mit der Regierung mit Entrüstung aufgenommen hat. Tie Bezirksleitung teilt mit, daß der Hauptvor- fiatid des Deutschen Eisenbahnerverbcmdes am kommenden Sonntag über die geschaffene Lage Beschluß raffen werde. Es bestebe nach wie vor die Gefahr eines Streiks. Die Eisenbahner müßten an den einmal aufgestellten Forderungen als Mindest- fordcrung festhalien. Es war uns leider nicht mebr möglich, näheres über dieie Meldung von zuständiger Stelle zu erfahren. Pollversammlungen der Betriebsrätezentralc. Vom 17. Januar ab werden die einzelnen Jndustrtegruvpen an je einem Abend zu den grundlegenden Vollversammlungen von der sreigowerkschaftlichen Betriebsrätezeittrale einberufen werden. Genau« Angaben über BersamuSungSlokale und dergleichen werde» rechtzeitig in der Tagespresse erscheinen. In diesen Versammlun- gen sind die Gruppenräte sowie die Delegierten zur Generalver- sammlmig zu wählen. Wir machen heut« schon darauf anftnerksam, daß der Zutritt zu diesen Vollversammlungen nu: zulässig ist mit den jetzt einzig geltenden neuen Ausweiskarten, auf denen das Zeichen A. D. G. B. und Afa gedruckt steht. Für die Angestellt enräte behalten die alten Ausweiskarlen der Afa ihre Gültigkeit. Arbeiierräte, die noch nicht im Besitze der neuen Ausweiskarten find, rverden hiermit. aufgefordert, in ihrem eigensten Interesse sich unverzüglich an ibre Gewerkschaft, bei der sie orgonisiert sind, zu wenden und von ihr die Ausstellung einer Ausweiskarte für diejenige Industrie- gruppe zu verlangen, in welcher sie tätig find. Diese technischen Vorarbeiten sind leider zum Aufbau not- wendig, doch hoffentlich nun ftb Groß-Berlin zum letzten Male. Es gilt viel Versäumtes nachzuholen, darum auf zur tätigen Mit- arbeit. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschastsbeztrk Groß-Berlin. Für die Markwähruug. Der Etsenbahnerverband der Saarbabnen veranstaltet gegenwärtig unter den Angestellten und Arbeitern der Eisenbahn- beiriebewerkstätten eine Urabstimmung über die Frage der Gehalts- und der Lohnzahlungen in Franken- oder Markwährung. Soweit sicb bis jetzt übersehen läßt, hat die Abstimmung mit einer großen Mehrheit für die Beibehaltung der Mark- Währung als Zahlungsmittel geendet. Maschinenarbeiter, Schneidemüller! Gemäß Beickiluß der Btancbenveriammlung der Mascbinen- arbeiter vom 28. November 1S2V. den Fachausweis einzu- führen, fordern wir die Vertrauensmänner der obenstehenden Kategorien auf. die am Sonntag, den 9. Januar, vorm. 9ftz Uhi, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, stattfindende Versammlung zu besuchen bzw. die Fragebogen zu derselben einzufordern, damit in den später anzusetzenden Bezirksversammlungen die Ausgabe der Ausweise erfolgen kann. Weiter fordert untenstehende Kommission alle Mitglieder des Deutschen Holzarbeiterverbaudcs(Witkungsireis Groß-Berlin) auf. die noch ausstehenden Unfallbogen sofort an die Orts- Verwaltung Berlin, Rungestr. 30, parterre,- Zimmer 1. abzuliefern. Unfall- und Gesundheitsschutzkommisston Groß-Berlin des Deutschen Holzarbeiterverbandes. Dir Deutsche« Werke beabsichtigen nicht, wie die TU. an zuständiger Stelle erfährt, die Reichswerke m Spandau� zu schließen. Ebenso sollen nach derselben Quelle die Gründe über geplante Arbeiterentlassungen haltlos sein. Deutsch«« Tk-usportarieiteveriaud, Sektion I. Montag, 6 Uhr. bei