Nr. 14 ♦ ZS. �ahrgattg Ausgabe 3 Nr. 7 Bezugspreis: B e:!elj ähr. SO,— M!» rnznctLlO,—"Sil. frei in« Sons, norcu-9 suftlbar. Pon- bfSug Monatlich 30,- M?> exN. fm> Oellunzogedübr. Unter Sreu»banb für Leuiichiand und Deftentidi IS.'O M!» für Do« übrige Lu«Iond bei tCfllich einmal. Ruftcllunc 21450 M. Jtoftbe« (ieltungen nebinen an Oesterreich. Ungarn, Tschechs- Slowakei, Dirne» mar!, Öolland. auremburg, Schweden und die Schweig.— Singetragen in die Dost- Leitung»- Preisliste. Der.Vorwärts" mit der Sonntag»- beitage.Voll u. Reif erlcheini Wochen. täglich zweimal Sonntags und Mo»- tag«-inmol relegramm-Adreste »koiioldemolrat Derlln", Abend-Ausgabe Serliner Volksblatt (20 Pfennig) AnzelaenpretS: Sie achtgelvaltene Nonvareillezelle lostetZ.— Dl., Teuemngszulchlog SO»/«. .Sie»«! Sinzeigcn" das'eltgedruckte Wort 1,— M. lzuldsstg zwei 'ettgedrnckte Worte),>edes weitere Won KO Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Won K> Pfg. ledes weitere Won 40 Pfg Wone über 15 Buchstaben zäblen fih ;roci Worte. Teuerungszuschlag SO»/«. Ramilien-Angeigen für Abonnenten Reste 4— M« politiiche und gewerkschaftliche Verein«- An> eigen Ml. die Reste ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Ahr nachmittag» im Hauvtgeschäft. Berlin SW i. Linden» straste 3, abgegeben werben, ffieüffne »Ott 3 Uhr früh bis s Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldemokratifchen parte» Deutfcblands Keüaktion und«Expedition: SW. 6S, bindende. Z. itemijireeüer: Amt Morlnplatt, Nr. lSlSV— lä»S7. vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. b8, Lindenfh.?. Kernfvrechrr: Am» Morivvla«, Nr. 117 53—54. Heginn des Herliner Wahlkampfes. �lußeroröentlicher Sezirkstaz. Mit der Aufstellung tvr Kandiduten durä, den am Sonntag ab- oeba! tonen austerordentlichcn Bezirkstag eröffneten die Berliner Parteigenofsen den LandtagSlvaölkcrmpf.— Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende Franz Krüger des vcr- siorbenen Genossen Lcgicn mit ehrenden Worten, toelcke die An- wesenden stehend anhörten. Uel'er die preußischen Landtagsivahlen sprach Abg. Paul Hirsch. Er führte unter anderem aus: Tie Ncfornt de? inneren Ver- loaltung dat die Landesdersammlung erst begonnen. Die erste und wichtigste Aufgabe« des neuen Landtages muß es sein, die Verwaltungsrcform zu vollenden. Damit sie in demokrati- schein Sinne durchgeführt wird, muß durch die Wahl eine sozia- listische M e h r h e i l in den Landtag gesandt»Verden. Tie S:cin-Hardcnbergsckte Berlvaliungsresorm gründete sich auf dem Prinzip der Dezentralisation und der Selbstverwaltungs. Sie sollte durch die Mitwirkung des Volkes au der Verwaltung den Wieder- aufbau des zusammengebrochenen Preußens gewährleisten. So wird auch jetzt das zusammengebrochene Deutschland nicht wieZer ausge- baut Iverden können, wenn nicht dem Volke in weitestem Umfange die Möglichkeit gegeben wird, an der Gestaltung seiner Geschicke mitzuwirken.—Tie Frage der Me form der inneren Verwal- tung steht»ig engsten Zusaminenbang mit den Beziehungen Preußens zum gleich. Kinr streben eine einheitliche deutsche Republik an. Wir wenden uns deshalb gegen alle Reformen, oie geeignet sind, den Partikularismus zu stärken und befürworten alle Reformen, die den Weg zur Rcichscinbeit babnen. Je einzelnen Länder sind turch die Verfassung gegen rrüber erheblich eingeschränkt und können noch weiter eingeschränkt werden. Je mehr die Selbständigkeit der Länder eingeschränkt wird, desto mehr werden sie geneigt sein, im Reiche aufzugehen und Provinzen ober Verwaltung-bezirke des Reiches zu werden. Durch Vcrwaltungs- reformen niuß so vorgearbeitet werden, daß die u e b e r t ü b r!l n g, tvenr! die Zeit dazu gekommen ist, ohne Schwierigkeit vor sich- geben kann. Daß wird durch die prcunische Verfassung ange- bahnt, und zwar durch die Einsetzung des Staatsrats und die Autonomie der Provinzen. Der Staatsrat iit keine zweite Kammer, sondern ein Organ der Provinzen. Ein weit- gebendes Selbstvenvaltungsrecht der Provinzen ist das beste Mittel gegen Absplitterungen. Roch andere Reformen harren der Lösung. Besonders ist das S ch u l w e s e n und das Gesundheitswese n zu nennen. Wir können in den Wablkampf eintreten mit dem Be- wußtsein, daß wir auf das. was mit Oilfe unserer Partei in Preußen geleistet ist, mit Stolz blicken können. Von den großen Ausgaben, die in Jahrhunderten nicht gelöst worden sind, haben wir dock» einige gelöst. Wir werden im Wablkampf von der öußenten Rechicn und' von der äußersten Linken gleichmäßig an- gegriffen. Wenn wir rein sachlich dorlegen, was Preußen war, was es ist und was es mit unserer Öilfe noch werden kann, wenn die noch unerledigten großen Aufgaben gelöst sind, dann werden wir mit dieser sachlichen Agitation bessere Erfolge laben wie dir Gegner mit ihrer persönlichen Ver- betzung. Wir werden als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen. (Beifall.)* Aach Anhörung des Rcfereis unter Dcrkagimg der Diskussion ging der Bezirkstag zur Aiefstcllung der Kandidaten über. Hierzu lagen Vorschläge aus den einzelnen Kreisen vor und eine vom Bezirksvorstand aus diesen Vorschlägen zusammengestellte Litte für Berlin und für Dettow-BeeSkow. Die Debatte drehte sich vor- wiegend um einige der Vorgeschlagenen und um ihre Reihenfolge in der Liste. Eine Diskussion über eine grundsätzliche Frage, cnt- stand anläßlich eines Antrages Kuttner- Lüde mann, welcher fordert, daß die Kandidaten auf da? Programm verpflichtet werden, bei der kommenden Regierungsbildung in Preußen fcdc Koalition mit der Deutschen Volkspartei abznlchnrn. Kuttncr sagte zur Begründung des Antrages: Wenn es in Preußen zu einem ähnlichen Kouslik: kommen sollte wie frei der Nossen nicht der Dresdener Züchtung Widerstand geleistet hätten, dann würden wir jetzt in Sachsen nicht eine Regierung von So- x i a l d c n: 0 k r a l c n und Unabhängigen, sondern eine Rc- gierung von der Deutschen Volkspartei bis zur Sozialdemokratie Haben. Würde die jetzt in Sachsen bestshende Regierungsbildung selbst nitt den c' n c 11 Erfolg gelmbt haben, daß L i p i n s! i, der Minister der Unabhängigen, den Landtag dwrch Polizei gegen die Kommunisten schützen mußte, dann wäre es schon ein lohncnde-Z Experiment. ES wird sich schließlich lerauSstcllen, daß die Unab- hangigen, sobald sie die Veranttvortung für die Regierungspolitik mitübernehmen, von der kommunistischen Sveltakclpolitik ge- zwungen, alles uachinachc» müssen, was sie»nS bisher vorgeworfen haben. Ich bosfe, daß durck) dies? hirte Praxis die Unabhängigen schließlich bekehrt werden. Diese Möglichkeit wird aber verschüttet in dem Augenblick, wo wir uns nach rechts wenden. Bestimmt Ihr selber den Kiers I(Beifall.) Richard Fischer: Was soll das heißen, daß wir unsere Kandidaten gegen die Deutsche Bolkspartci verpflichten? Ist denn die Gefahr eines Zusammengehens mit dieser Partei vorhanden und haben wir nötig, für den Fall, daß sie eintreten sollte, unseren Kandidaten eine Verpflichtung aufzuerlegen, als ob ihr Seelenheil von der Erfüllung derselben abhinge? Ob ich gegebenenfalls mit einem Deutschnationalen zusammengehe, das hängt davon ob, ob es für unsere Partei von Vorteil ist oder nicht. Wir haben doch im Jahre 1890 in der Stichwahl für die Freisinnigen gestimmt, obgleich uns damals ein Parteitagsbeschluß verpfiichrete, uns bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen"Parteien der Stimme zu ent- balten. Also selbst Parteitagsbcschlüssc können unsere Taktik nichü für alle Zeit festlegen. Wir können unsere Kandidaten nicht aus zedcn Fall, der eintreten könnte, von vornherein verpflichten, son- dcrn wir müssen tragen, ob die Kandidaten, die wir ausstellen wollen, charakterfeste, erprobte Genossen sind.(Beifall.) In der weiteren Debatte kritisierte Neunzig die Schul- Politik des Ministeriums Hacmsch, weil sie die freiheitlichen For- deruugen auf dem Gebiet des Schulwesens nicht erfülle. Minister Haenisch verteidigte sich gegen diese Angriffe. Er verwies darauf, daß ihm die R e i ch S v e r fä sf u n g mit ihrem Schul- und Kirchenkompromiß die Hände binde. Da das Zentrum in der Regierung und in der Landcsverfammlung das Zünglein an der Wage bilde, sei es natürlich sehr schwierig, eine Schul- und Kbxchcnpolitik zu treiben, die den Grundsätzen der Sozialdemo- ? ratio entspricht. Trotzdem sei eine Reibe unserer Forderungen durchgeführt ivordeu. Die g e i st l i ch e S ch u l a u f s i ch t sei b c- s c i t i g t. Maßnahmen zur Entbureaukratisierung der Schule seien getroffen. In dir Lehretansbildung sei ein großer Fortschritt erreiche Eine Bcsoldungsrcsorm, welche die Lehrer auk dem Lande mir denen in den Städten gleichstellt, sei durchgeführt. Durch Scl«ffung der Elternbeiräte sei der Weg zur Herstellung des Vertrauens zwischen Schule und Haus beschritten. Wir haben ja— sagte der Redner— gemessen an unseren grunduxtzlichen Forderungen erst wenig erreicht. Aber was wir erreicht haben, das wollen wir nicht verkleinern.'(Beifall.) Der Antrag Kuttncr-Lüdcmann wurde mit großer Mehrheit angenommen. Dann tvurde beschlossen, beim Lan- desVorstand zu beantragen, die Genossen Chafes, Aahlie und Caspar i auf die Landesliste zu setzen. Die Kandidaten- liste für Berlin wurde in folgender Reihenfolge festgesetzt:. 1. Paul Hirsch, 2. Hermann Liidcmann, 3. Gustav Heller, k. Gertrud Hanna, 5. Erich Knttner, 6. Heinrich Bnhlkc, 7. Karl Veucr, 8. Fritz Matern, 9. Prof. Dr. E Hajes, 10. Hans Franke, 11. Adolf Blum. 12. Richard Nürnberg, 1Z. August Gebert, 14. Ger- trud Zucker, 13. Karl Weiner.\ Auf die Liste für Teltow-Beeskow wurden gesetzt: 1. Franz Krüger, 2. Friedrich Bartels, 3. Luisc Kahler, 4. Dr. M. Bendiner, 5. Willi Triigemüllcr, i>. August Heitmann, 7. Franz Ezemiiiski, 8. Fehannes Haß, 0. Hedwig Svachenheini, 10. HanS Wsvvod, 11. Tr. Walter Zechlin, 12. Richard Trämcrt» 13. Hermann Bluhme, 14. Franz tzlutschmidt, 15. Hermann Frenzcl. Der Vorsitzende Krüger schloß den Bezirkstag, indem er der Erwartung Ausdruck gab, daß der Wablkamgf ebenso einmütig gc- führt werde, wie die Aufstellung der Kandidaten crsolgt ist. Landeswahlleiter Tr. Tacngcr. Zum LandeÄvaMeiier für die pweußischen Landtag swahlen ist der Präsident des Preußischen Statistischen Landessmtes, Geheimer Oberregierungsrat Tr. S a e n g e r, und zu seinem Stellvertreter das Mitglied des Statistischen Landesamtes, Regie rnngsrat und VoMtDirischaftsvat Dr. H 0 e p k e r, ernannt worden. Tic schwurz-weifte VolkSpartci. Fn Potsdam hatte die Deutsche Volkspartei am Sonntag einen Preußen tag Heranstattet. Er ve rlief von Anfang bis Ende ganz in burrapatriotischem Geiste und in: Zeichen der byzautinvschen Ge- schichtSlegende. Die Ausführungen der Redner richteten sich fast ausschließlich gegen die Sozialdemokratie. Interessant war, daß ein osipreilßifcher Vertreter, Stadtrat Dr. Hoffinann- Königsberg, den. Gedanken der ostpreußischen Autonomie verteidigte, aber sich bereit erklärte, diese Autonomie w je der praiSzugc&en, wenn in Berlin eine andere Regierung an, Richer sei. Oder: Das Vater- Lind über die Partei.— Das Hauptreferat hielt das Mitglied der Landesvc rsarwmlnng Gymimsialdircktor Tr. Bülitz. Er pries die lllconarchie und den monarchischen Gedanken, wetterte gegen die Entfernung der Hohenzollernbild.-r ans den Schulen usw. usw. tzlin Schlüsse betonte er allerdings, daß Preußen durch geistige Mittel ersetzen müsse, u«s es an materiellen Gütern verloren Habe. Wie das aber gemacht werden ssoll, war gerade aus seinem an Geist armen und Phrasen reichen Lieferat am wenigsten zu ersehen. Nach ihm sprach Universitätsdirektor D. Brandt- Götiirrgeu über Preußens historische Mission. Statt der historisch festgestellten preußischen Geschichte servierte er die übliche verlogene Hohen- zollernlegende. Wir empfehlen dein Herrn Professor zum Studium das Buch des Chefredakteurs der.„Deutschen Zeitung" Max Mä u r e n b r e ch e r:«Die Hobcnzollcrnlegende". An: 2. Vevhandlungsiage(Montag) sprach zunächst Abg. Dr. v. Richter über allgemeine preußische Pölitz!. Auch er appellicr:e an den Geiß von Potsdam und wandte sich ausschließlich gegen die Sozialdemokratie. Mit besonderem Zorn hat ihn das Wort des Genossen Heilmaun erfüllt,_!)aß Preußen als Hort der Revolution erhalten werden müsse. Den Gedanken eines einheitlichen Deutschen Reiches lehnte Tr. v. Richter nicht ab, aber man müsse warten, bis dieser Gedanke allen Deutschen in Fletsch und Blut übergegangen sei. Der bekehrte Hergt. In der Philharmonie eröffneten die Deutschnationalen ihren Wahlkampf mit einer großen Versammlung. Referent war Staats- minister a. D. Hergt. Zlus seiner Rede verdient hervorgehoben zu werden, daß er sein vor Jahr und Tag formuliertes„Crdnungs- Programm" für undurchführbar erklärte und zurückzog, weil die von ihm erwartete„Mauserung der Mehrhcitssozialdemo- kraiie" nicht eingetreten sei. Wir sind Herrn Hergt für dieses Lob dankbar. Dementsprechend proklamierte Herr Hergt„nicht nur Kampf gegen den Kommunismus, sondern Kampf gegen den marxistischen Sozialismus". Den Gedanken der Ein- heitsfront, der Sammlungspolitik, der Politik der Mitte fcbwqr Herr Hergt feierlich ab. � Wir glauben im Grunde nicht, daß Herr Hergt sich inner- I i ch gewandelt hat. Bei ihm ist alles Taktik. Zlls er sein, Ordnungsprogramm ausstellte, das in vielen Punkten von der ofn- ziellcn Politik der Deutschnationalen abwich, glaubte er einfacki, der Hilfe der Sozialdemokratie nicht cntraten zu können, um sich wieder in die Regierung zit, setzen. Die zunehmende Rechts- entwicklung der bürgerlichen Parteien hat ihm ein- mal die Spekulation auf die Sozialdemokratie entbehrlich gemacht, andererseits hat diese Herrn Hergt deutlich genug zu verstehen ge- geben, daß auch die schönsten Ordnungsprogramme nicht über den wahren Charakter der Deutschnationalen hinwegtäuschen. Und so legt Herr Hergt die überflüssig gewordene Maske ab. Er ist noch immer der Alte geblieben, der Minister, der dem Volk leichten Herzens verkündete:„Die amerikanische Armee kann nicht schwimmen, sie kann nicht fliegen, sie wird nicht kommen!" Ms sie kam, wußte Herr Hergt nicht mehr, was er gesagt hatte. Der Hremer VolSsentsckeiö. B r e m c n, Ist. Januar.(Eigener Drahtbcricht des„Vorwärts".) Von 210 0'isi Stimmberechtigten haben abgestimmt 175 335, davon für Beibehaltung der Stadtwehr 100 554, g c g c n sie 74 830. Unleugbar erweckte dieses Resultat große Ucberraschung, nicht nur bei den Sozialisten, sondern auch bei den Bürger- lichen. Gewiß hatte der Bürgerblock in Bremen große Hoff- nnngen. den Sieg davonzutragen, verfügt er doch übergroße Geldmittel, eine weitverbreitete Presse, einen sehr rührigen Bürgeransschuß, der über ganz Rordwcsldeutsch- land eine feste Organisation aller bürgerlichen Elemente aus- gebreitet hat. Aus dieser Quelle sprudelte die Verleum- dungsflut, die sich von Tag zu Tag steigerte, über die bremische Bevölkerung. Der 5(ampf wurde von dieser Seite mit den denkbar niedrigsten Mitteln geführt. Ein jeder Ge- nosse, der sich irgendwie im Kampfe hervorgetan hatte, wurde durch lügnerische Pamphlete persönlich auf das ärgste be- schimpft. Sogar ganze Sudelbroschüren, für deren Drück nicht einmal der Drucker unterzeichnen mochte, wurden zu taufenden unter den Beamten verbreitet, um diese kopfscheu zu machen. Nicht zum mindesten aber die Ereignisse, die in der ersten Nevolutionsperiode hier in Bremen von den Kam- munisten angezettelt worden sind, haben viel Agitationsstoff für die bürgerlichen Parteien geliefert. Das Gespenst der kommenden kommunistischen Schreckensherrschaft, das täglich und stündlich an die Wand gemalt wurde, erhielt eine lebhafte Bekräftigung durä, das geradezu unverantwortliche Verhalten der Kom- munfsten in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung und im sächsischen Landtag Die übergroße Mehrheit der Bremer Bevölkerung hat wirklich keine Sehnsucht danach, solche Zustände auch hier in Bremen wiederzufinden. Besonders bösartige Wahlhilfe erhielten die Biirgerlichen auch durch die R e i ch s r c g i c r st n g. Der Minister Koch erschien. im letzten Stadium und leistete den Bürgerlichen politischen.Beistand jp.r dokumentierte von vornherein, daß die Reichsregrerung die Ruhe und Ord- n n n g f ü r g e f ä h r d e t erachte, wenn die sozialistische Parlamentsmehrheit auch eine sozialistische Regierung bilden würde. Mit diesen Drohungen wird sich das Parlament noch beschäftigen müssen. Zunächst war es bewußte Wahl- b e e i n f l n f s u n g allerschlimmster Art, wie die Reichs- regierung hier eingreifen ließ. Dieses AolkSabstimmungsrefuliat ist absolut nicht mit früheren Wahlrciultaten zu vergleichen, weil bei Wahlen vrc Entscheidungen für den einzelnen Wähler ganz anders liegen. Unsere Partei hat auch trotz dieses Ausfalles die größte Zu- verficht, in dem jetzt einfetzenden Wahlkampf zur Bürgerschaft gut abziijchneiden. Die rein sozialistische Regie- r u n g, die am 0. Juni in Bremen möglich war, ist durch die. Abstincnzpolitik der Unabhängigen erledigt. Gestern entschied sich die übergroße Mehrheit der bremischen Bevölkerung ausdrücklich gegen sie. E- entstand für unsere Partei die Frage, ob sie auch für die Zukunft es gelten lassen will, daß trotz des starken sozialistischen Einschlages in Bre- meit eine rein bürgerliche Regierung besteht. Sie wird diese Frage nicht verneinen können. Zwischen U.S.P., Gewerk- schaftskartell und S.P.D. bestand eine ausgezeichnete Zu- sammenarbeit, die durch keinen Zwischenfall gestört wurde. Mit der Beendigung des Volksentscheides ist die Zusammen- avbeit erledigt und eine jede Partei nimmt für sich selbstän- dig den Wahlkampf aus, in dem die Aussichten für unsere Partei nicht gering sind.___ Der amnestierte Vogel. Wie die„Freiheit" zir melden weiß, ist jetzt auch der ehemalige Oberleutnant v. Vogel durch einen Beschluß des Landgerichts Verlin cnnnestiert worden und be- findet sich bereits in Deutschland. Kurt Vogel gehörte bekannt- lich zu jenem Kreis von Offizieren, die während der aufgeregten Januartage von 1919 ihr Quartier im Edenhotel aufge- schlagen hatten. Er war einer her Mörder Rosa Luxem- burgs und wurde vom Kriegsgericht zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Er konnte aber bald darauf mit Hilfe von gefälschten Papieren, die ihm von gefälligen Kameraden besorgt worden waren, über die Grenze nach Holland verschwinden. _ Diesem Justizskandal setzt Nim der Beschluß des Land- gerichts die Krone auf, indem er den Mord an Rosa Luxem- bürg als ein politisches Vergehen ansieht, das im An- fchluß an ein„hochverräterisches Unternehmen" erfolgt sei und deshalb unter die Amnestie falle. Man muß schon gestehen, daß die Justiz sich alle Mühe gibt, dem klaren Rechtsempfinden des Volkes i n s G e s i ch t z u schlagen. Selbst wenn man der Meinung ist, daß die Unruhen jener Tage von kommunistischer oder, wie es damals noch hictz,„spartakistischer" Seite heraufbeschworen waren und eine energische Abwehr durch die Regierung der Volksbeauftragten erforderlich machten, so ist doch in keiner Weise zuzugestehen, daß der wohlüberlegte und von einem Offizierskreis planmäßig vorbereitete Mord an Liebknecht und Luxemburg ein politisches Verbrechen sei. Eine solche Definition kann nur in einem vollständig in alten bürgerlichen Auffassungen groß gewordenen Juristenhirn entstehen. Tatsächlich läuft die Amnestierung Vogels, die der des Hauptmanns Kessel folgt, darauf hinaus..den letzten Rest von Zutrauen zur bisherigen Justiz in Teutschland zu beseiti- gen. Es wird die Aufgabe der Sozialdemokratie im Reichstage sein, mit aller Energie auf die Neugestaltung des Strafrechts und vor allen Dingen auf eine völlige Umgestaltung der bis- herigen Gerichtsbehörden hinzuwirken. Schon die preußischen Wahlen werden Gelegenheit geben, daß die Masse der Wähler über diese offene Provokation des Empfindens der gesamten sozialistischen Arbeiterschaft ihr Votum abgibt. Wir hoffen, das es für dte bisherigen Justizmethoden Vernich- t e n d ausfällt. Ein Gesrändins Nungcs? Im Anschluß an die Mitteilung von Bogels Amnestjerung ver- öffentlicht die„Freiheit* den Wort'aut eines angeblichen Ge- ständnisseZ über den Mord an Liebknecht und Lurcmberg, da» der Husar Qtto Runge am 6. Januar 1920 in der Strafan- sralt niedergeschrieben haben soll. Für die Richtigkeit dieses Ge- ständnisses oder seiner Wiedergabe müssen wir der„Freiheit" die Verantwortung überlassen. Es ist aber nicht zu beitreiteil, daß das Dokument, so wie e?.wegdrückt ist, sehr große Wahrscheinlich- keit für sich in Anspruch nehmen darf. Runge teilt darin mit. daß er sofort, als am 15. Januar 1919, gegen 9 Ilhr abends, Liebknecht und Luxemburg im„Edenhotel" eingeliefert waren, mehrere Befehle von Offizieren und Wachtmeistern erhalten habe, daß„diese Bande diw Edenhotel nicht wieder lebend verlassen dürfe". Hiusichtlich Liebknechts hatte er angeblich strikten Befehl von Offizsexen. ihn mit dem Kolben an der Stelle niederzuschlagen, wo er herauskäme. Bezüa- lich Rosa Luxemburgs behauptet Runge, Offiziere hätten ihm den Befehl gegeben, die Luremburg dürfe dos„Edenhotel" nicht mcbr lebend perlassen. Kapitänlcutnan! von Pflug!.Härtung schrieb sich seinen Namen auf und sagte zu ihm:„Sie wird Ihnen ja durch den Oberleutnant Vogel in die Arme geführt, so das? Sic nur zu- schlage» dürfen." Als Rosa Luremburg inS Auto gezerrt wurde, sprang beim Abfahren noch einer hintm ruf und schoß ihr eine voiksbühne lmö Mues Volkstheater. Die Volksbühne E.V. lVmünigte Frew und Neue Freie Volks- bühncl hat soeben einen Vertrag abacschlossen, durch den sie das Neue Volkötbcatcr in der Kovouicker Str. 6? für einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren in eigene Bcwirtschast übernimmt. Der Betrieb dieses Theaters bleibt völlig unabhängig von dem der Volksbühne am Bülowplatz, soll aber noch den gleichen Grundsähen wie dieser gerührt werden. Ans der bisherigen Direktion scheidet Emil B e r i s ch aus. Heinz G o l d b e r g, der dem Theater ein gewisses künstlerisches N'vcau zu geben wußte und in ihm einige sehr anerkennenswerte Inszenierung zustande brachte, bleibt dem Hause als Direktor erhalten. Der Spielplan wird unter maß- gebender Beteiligung des künstlerischen Ausschusses des Vereins Vo'ksbühne aufgestellt werden, der dem GencralsetretÄr der Organs- sation, Dr. N e st r i e p k e, als dramaturgischen Beirat be- stimmt hat. Schon biSber war der Verein durch Abnahme einer größeren Anzahl von Plätzen an den meisten Vorstellungen des Theaters beteiligt. Von der nächsten Spielzeit an wmd er die- Plätze in erweitertem Maße für seine Mitglieder nutzbar machen; dach wird ebenso wie im Theater am Bülowplatz stets euch ein Teil von ihnen in den freien Kassenverkauf gelangen, so daß jedermann, ganz gleich ob Vereinsmitglicd oder nicht, sich stet? von den Leistungen des Theaters überzeugen kann, Tie Uebernahme de» Theaters durch den Verein Volksbühne, die dem Direktor' Etzold- berg sicherlich� eine größere Unabhängigkeit von Geschäftsrücksichten und dam st eine bessere künstlerische Bewegnugsireiseit gewähren w:rd, dürtte dam beitragen, dem Theater mit einer Vervollkomm- nung seiner Leistungen auch eine g e st e i g e r t e Anziehung»- k r a f t zu verschaffen, zumtzj die jetzige- Ausstattung des Zuschauer- raums, soweit es der nicht sehr günstige alte Bai? gestattet, bc- rechtiat erweise zu stellenden 7lnsprüchcn sehr wobl genügen kann. Die Volksbühne E.V. zie'et mir der Uebernahme des Neuen Vokkstheaters in ein Haus ein. das sie— oder wenigstens ein Teil der heutigen Organisation, die ehemalige Neue Freie Volksbühne — bereits einmal bewirtschaftete. In den Jähren 1910 bis 1914 begann die Neu? Freie Volksbühne bier, ehe der vrächtige Bau am Bülowplatz errichtet worden war, mit der regelmäßigen Beranstah. tung von Abendvorstellungen durch ein e'genes Ensemble und er- brachte so den Beweis, daß der Betrieb eines eigenen Theaters mm der Grundlage einer organisierten Brsucherschast sehr wohl möglich sei. ©reisten nach Uebernahme der Volksbühne am Bülowplatz die Fortführung des Theaters in der Kövenicker Straße zunächst über- flüssig, so hat der Ausschwung der Bewegung, besonders in den letzten drei Iahren, die Leitung des Vereins längst wieder vor die Notwendigkeit gestellt, nie die wachsende Zahl von Mitgliedern auch außerhalb deS Hauses am Bülowplatz Unterkunft zu suchen. Man pachtete in immer weitcrem Umfamg Plätze in' fremden Theatern, man übernahm dann die ehemalige Krolloper, um sie zu einer zweiten großen Volksbühne umzubauen— wann übrigens Kugel in den Kopf. Er sprang dann ob und lies von der Nürn- beöger Straße ins Ederchotel zurück. Außerdem will Runge den Befehl erhalten haben, den ver- hasteten Redakteur der„Roten Fahne" zu erschießen. Es sei ihm gesagt worden, die Befehle kämen vom Hauptmann Pabst, Runge schildert weiter, wie ihn die Offiziere des„Edcnhotels" zunächst zu feiner Tat beglückwünscht Härten und wie sie alles aufboten, um ihn in Sicherheit zu bringen. Er sei von dem Jägerregiment zu Pferde, bei dem er sich befand, zu dem Husaren-Regiment Nr, 8 geschickt und dovt von den Vorgesetzten alsbald als ein Held ange- sehen worden. Eines Tages, im Januar, sei ein Unteroffizier ge- kommen, der ihm folgendes sagte:.„Runge, ich bin auf Befehl hierhergeschickt worden vom Adjutanten der achten Husaren. Er hat den Haftbefehl gegen Dich, Du sollst verhaftet werden. das darf nicht sein. Hier ist die Abschrist- vom Hastbefehl." Er gab ihm 240 M. und einen Militärfahrschein nach Köln. Der Ritt- meister Weber von den Husaren sagte Runge auf seine Meldung, er solle machen, daß er fortkäme, sich aber noch einmal im„Eden- Hotel" melden. Im„Ederchotel" wurde ihm-mitgeteilt, der Haftbefehl würde nicht eher losgelassen, bis er fort sei. In seine Wohnung wurden ihm dann 4000 M. gebrocht und ein Zettek, er solle nach Prag sabren und sich auf dem dortigen deutschen Konsulat bei dem Konsul Schwarz zur weiteren Beschäftigung melden. Da er sich dessen weigerte, wurde er zunächst vier Tage festgehalten, dann er- hielt er einen Militärfahrschein nach Flensburg, und falsche Papiere, die ihm bei seiner Verhaftung abgenommen wur- oen. Während der Untersuchung habe ihm der- untersuchunpfüh- renke Kriegsgerichtsrat Jörns wiederholt gesagt: ,,Neh- wen Sie alles ruhig auf sich, vier Monate werden eS nur und Sie können sich bann immer wieder an uns wenden, wenn Sie in Not sind." Runge versichert wester, daß während keiner Haft Offiziere wiederholt mit ibm„Gericht gespielt" hätten. Er mußte seine Aus- sage auswendig lernen, und es wurde ihm gesagt, wenn er sie nicht richtig lerne, würde mal eine Handgranate im Bett liegen, wenn er schlafen ginge. Er wurde auch beeinflußt zu der falschen Aussage, daß er die Papiere, die ihm die Offiziere gaben, von Spartakisten in der Weinmeisterstratze gekauft habe. Wir erwarten von der Justiz keine. Wunder, nicht einmal, daß sie nach diesem Geständnis, wenn es sich als richtig wiedergege- ben herausstellt, ein Wiederaufnahmeverfahren gegen-die schuldigen Offiziere einleite._ ZUM offenen Snef öe? v.K.JXD. Aus dem Bureau des P a r t e i v o r st a n d e s wird uns ge- schrieben: Der Parteiporstand beschäftigte sich am 19, Januar u. a. auch mit dem Offenen Brief der Kommunistenzentrale in Nr. 11 der„Roten Fahne". Das Ergebnis der kurzen Aussprache konnte der Vorsitzende unter allgemeiner Zustimmung dahin zusammen- fassen: Tie Zentrale der V.K.P.D bat an die gewerkschaftlichen und poli- tischen Organisationen, darunter auch an unsere Partei, die öffentliche Anfrage gerichtet, ob sie ein von ihr entworfenes Aktions- Programm zu unterstützen bereit seien. Sie erwarte die Antwort bi S zum 13. Januar 1921. Nichtsdestoweniger erläßt die Zentrale schon am 9. Januar in der„Roten Fahne" folgende Erklärung: An unsere Organisationen gebt nunmehr die Ausforderung, im ganzen Reiche die Aufforderungen, die an die Zentralleitungen der politischen und wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiter- - schaff gerichtet sind, nninittcllwr zu richten an die Prole- tarier, die in diesen Organisationen sich be- finden. Sie werden klar und deutlich antworten und ihre Antworten werden entscheidend sein sowohl für die Aktionen selbst als auch für diejenigen der-Arbeiterführer, die sich weigern, das zu tun, was die Massenuot zu fftn fordert. Die Zentrale der V.K.P.D. bat damit ihr eigenes plumpes Spiel entlarvt. Indem ste ohne die Antioort der befragten Organi- sationen ab.-ulvarten, ihre Organisationen auffordert, den Ier- splitterungskampf weiter in die Arbeiterbewegung zu tragen, hat sie ihre offene Anfrage selbst erledigt. Die Zentrale der V K.P.D. hat versucht, nach dem Wort ihres Meisters Lenin zu handeln der in seiner Schrift„Der Radika- lismus, die Kinderkrankheit de- Kommunismus" folgende Parole ausgibt: Man muß es verstehen, wenn e? nötig ist, sogar List, Schlan- fieit, illegale Methoden. Verschwcigung der Wahrheit anzuwenden, um nur in die GewerkfchostZverVände einzudringen, in ihnen zu bleiben, in ihnen kommunistische Arbeit durchzuführen. wird der Nmbau. durchgeführt werden? Welche Faktoren stellen sich dieser überaus dringenden Kukturaufgabe immer noch in den Weg?—, und nun gliedert man sich auch das schon vorher mitbenutzte Nene Volkstheater völlig an. Man wird diese Ausdehnung des eigenen, auf genossenschaft- licher Grundlage gerührten Theater betriebs nur lebhaft be- g r ü ße n können. Sie bedeutet den Ansang einer Sozialisierung des Theaters, das dadurch seiner eigentlichen Bestimmung, ein kul- tu r eller Faktor von höchster Bedeutung zu sein, wieder näher ge- brach: wird. Auch die Volksbühnenorganisation-wird einstweilen noch immer genötigt sein, bei der Führung ihrer Tbeaterbetrieoe mit mcmcoen materiellen Hindernissen zu rechnen und im Falle des Neuen Volkstbcater» wird sich vollends der restlosen Verwirklichung der künstlerischen Ziele der Organisation nicht nur diese und jene sich aus der technischen UnVollkommenheit der Bühne ergebende Beschränkung, sondern auch eine Reihe von Verpstichiungen cnt- gcgenstellcn. die aus dem bisherigen Betrieb des Hauses herrühren; aber die Möglichkeiten einer wirklichen Kunftpflege sind doch zweifellos bei einem Betrieb, der sich auf eine organisierte, durch ernsten Kunstwillen zusammengerührte Besucherschaft stützt, sehr vie?"gr5ßer als bei einem Geschäststheater, das stets gezwungen:st. durch Sen- sationen und Albernheiten ein gleichgültiges„Laufpublilum" an- zulocken. Auch bürgt c:n Publikum, das sich mitverantwortlich für das auf der Vüb.ne Gebotene fühlt, da es selbst über die MaR nahmen und die Leitung der Organisation mitbestimmt— ein Publikum überdies, in dem es keine Rangunterschwde gibt, da alle den gleichen Vorstellunasbeitrag be.zehlen—, für eine viel größere Anfnahmcsreudigkeit, eine weit stärkere Hingabo ,m das Kunstwerk, al» sie sonst bei einer Zuhörerschaft vorauszusetzen ist. So kann man nur hoffen, daß es der Volksbühne E. V. ge- lingt, den beschnittenen Weg auch weiter ersalgreich fortansetzen und mehr noch als bisher dazu beizutragen, daß das Berliner Tbeaterleben auf eine gesunde Grundlage gestellt wird. Völsche-Huldigung. Aus Anlaß des 00, Geburtstag? von Wilhelm Bölfche veranstaltete der Volks krastbund am gestr-gen Sonntag im Neuen Volkstheater eine Feier, an der BölscheS Freunde und Verehrer in großer?abl teilnahmen. Der erste Vorsitzende des Bundes. BölscheZ alter Freund Bruno Wille, käste aus der Ferne einen Gruß gesandt, der perlmen wurde. Ex feierte BLlsche als den Dichter und literarischen Führer, den Forscher und VolkSbildner, der gezeigt bat, daß Wissenschaft und Volk zusammengehören. Pros. Dr. Heck, der Direktor he» Zoologischen Gartens, würdigte in seiner Festrede die Lebensarbeit Bölsches, der die Naturw-sscnschasteu ins Volk getragen und so erst seinen Zeitgenossen ermöglicht habe, zu einer natürlichen Weltanschauung zu gelangen. Mittler und Nothelfer se- Bölsche geworden für alle, die eine Welt- ausch.ruung suchten, in der sie sich als Kinder unseres naturwiffen- schaftlichen Zeitalters stählen konnten und zugleich festhalten durf- ten an überlieferten Idealen. Unter den Fessteilnehmern saß Wilhelm Bölsche selber, der mit seiner Gattin aus seinem jetzigen Wohnsitz Schreiberhau Die geforderte Schlauheit hat die Zentrale der V Ad. P.D. aller» dings nicht bewiesen, da sie durch ihre voreilige Aufforderung an ihre Organisationen die Absicht zu neuem Wortbruch, wie sie ihn bisher auch bei allen gemeinsam vorbereiteten Aktionen verübte, nur allzu deutlich verraten hat. Die Sozialdemokratische Partei wünscht nichts dringender als die Wiederherstellung der Einheitsfront des Proletariats, die von den Kommunisten in verbrecherischer Weise zerstört worden ist. Nur durch die' Einheitsfront können Minderheitsaktionen verhin» dert werden, die nutzlose Opfer fordern und ein Verbrechen an der Arbeiterklasse sind. Die Sozialdemokratische Partei warnt ihre Anhänger aufs Nachdrücklichste, solchen Parolen, die nur zur Verwirrung und zur Niederlage führen, Folge zu leisten._ „Mit öer Waffe in öer �anü!" Zur verregneten Demonstration am gestrigen Sonntag haste die„Rote Fahne" ihren Lesern den guten Rat mitgegeben, sich ver» nünstig zu benehmen und sich nicht zu Eseleien verleiten zu lassen. Ilm aber diesen Rat vorbringen zu können, ohne in den Verdacht konterrevolutionärer Gesinnung zu geraten, glaubte sie hinzufügen zu müssen: Wenn die Kommunisten erst an der Macht seien, dann würden sie die Bourgeoisie„mit Skorpionen zuchtigen". Wohl sei „die Zeit der entscheidenden Schlacht mit der Waffe in der Hand noch nicht gekommen", aber„sie wird viel- leicht bald kommen". Diese Redensarten sind so kindisch, daß man sich fast schämt, sie wiederzugeben. Einem an Kräften überlegenen Gegyer inS Gesicht hineinzuprahlen, er solle nur noch ein bißchen warten, dann werde man ihn schon versohlen— das entspricht etwa dem Beneh- men von ungezogenen zwölfjährigen Jungen. Wenn nun die Bour- geoisie nicht gutmütig genug ist zu warten, bis sie„mit S k o r- pio neu gezüchtigt wird"— was dann? Die Bourgeoisie ist frei- lich in ihrem verständigen Teil klug genug, über solche ohnmächtige Drohungen n u r z u lach e n, und sich darüber zu freuen, wie die ernste Arbeiterbewegung von den Kommunisten ruiniert wird. Im übrigen wird sie schmunzelnd finden, daß für den Bestand von Reichswehr, Einwohnerwehren, Orgesch, Sipo, Technische Nothilfe usw. niemand eine glänzendere Begrün» dung geliefert hat als die ,Llo:e Fahne". In demselben Aufruf wird ffeilich auch gesagt, der Mord von Flensburg sei begangen worden,„obwohl die Arbeitere�t- w a f f n c t sind" Das ist richtig, die Arbeiter sind entwaffnet. Und diese entwaffneten Arbeiter sollen demnächst eine Entschei- dungS-schiacht schlagen„mit der Waffe in der Hand". Dieses Schwel- gen in militaristischen Begierden, wo doch gar nichts da ist, sie zu befriedigen, wirkt ebenso abstoßend wie lächerlich. Wann werden endlich alle Arbeiter so weit sein zu begreifen, daß man mit Ka. nonen, selbst wenn man die allergrößte hätte, weder den Kapitalismus aus der Welt hinaus, noch den Sozialismus in sie hinein» schießen kann!? Die kommuniftistbe SonntegsSemonftratisn Die Vereinigte Kommunistische Partei Berlins hatte ziem gestrigen Sonntag vormiltag ihre Anhänger in den Lustgarten berufen, um gegen die Erschießung des Kommunisten Hoffnrann und die Vorgänge nach der Beerdigung zu protestieren. Die an und für sich schwach besuchte Veranstalrnng löste sich größtenteils insalge des heftigen Regens noch während der Referate auf und endigte in heftigen Schimpfereien zwischen den Anliiingern der x. K.P.D. und der Komunißlschcn Arbeiterpartei, für die Fichtmann mehrmals zu reden versuchte. Er wurde aber nicht angehört. Für die V K.P.D. sprach Ad. Hoffmann. Da mit der Möglichkeit gerechnet werde:: mußte, daß Demonstrationen vor der Reichstanzlei oersucht werden würden, hatte die Sicherheitsvolizei besondere Torstchtsmc-ß- nahmen getroffen und die Bannmeile mit verstärkten Kommandos besetzt. Die Demonstration vertief jedoch ohne jeden Zwischenfall. Auch in Hau-bnrg verregnet. Hamburg, 9. Januar, l Eigener Bericht de»„Vonräiis".) D:e Hamburger Kommunisten entfalteten in den Betrieben und in ihrer Presse, dem Organ Wilhelm Herzogs, eine ununterbrowene Hetze, um die Hamburger Zlrl-eitcrschast noch vor den Wah» I e n zu irgendwelchen Putschen aufzureizen. In Verbindung hierher gekommen war. Als nach Hecks Rede sich Bölsche erhob, begrüßte itn freudiger Beifall. Er ergriff das Wort zu einer Ansprache, in der er ungefähr folgende» ausführte: Wenn all>-Z da», was wir heute hier gehört haben, mir gelten sollte, so wäre es viel zu viel. Nein, da? alles gilt der tiefen Sehnsucht des Menschen nach Naturerkenntnis, nach einem Blick in die Geheim isse und Wunder des Kosmos. In jungen Fahren habe ich gehofft, einmal eine große naturwissenschaftliche Entdeckung zu machen. Ich habe keine gemacht, aber das eine habe ich erkannt, wie tief dffseS innig«"Naturgefübl und Natur» empfinden in der Menschheit und besonders im Gemüt de? beut» scheu Volkes lebt. Ernst Haeckcl, mein graßer Lcfircr. würde an Goeihes Wort erinnern:„Was kann der Mensch im Leben mcbr gewinnen, als daß sich Eottnatue ihm offenbart!" Aber es gibt noch etwas mehr. Was wir noch gewinne:: können, das ist Ver» tiesung der Sehnsucht nach der Natur. AIS ich einmal vor nicken Jahren auf meintzr kleinen Sternwarte am Müggelsee das Fernrohr aus einen Stern gerichtet hatte, den ich einem jungen -Menschenkind zeigen wollte, sah ich in dem Auge des Schauenden da» Licht des Sterns aufleuchten. Da erkannte ich: Das Herrlichste auf dieser Erde, herrlichgr als alle Sterne da oben, ist das Menschenange. das in Sehnsucht nach ihm erglänzt. In dieser Sternen sehr, sucht sind wir heute beisammen gewesen— und sie haken wir gefeiert. Mit einer stürmischen, lang anhaltenden Bei« sallskundgebung antwortete ihm die Fcstvcrsainmlung. Der künstleri'che Teil der schönen Feier brachte GefangSvor. träge(Berliner Lehrergesangverein>, Streichquartette von Mozart .und von Haydn(ß ammerm usikvere inigung de? Blütbncror.b-esters), Rezitationen aus Goethe irnd aus C. F. Meycr(Rose Lichtcnstein vom Neue» Volkstheater)._ Zum Leiter de? Wiener V'-irgtbeaterS ist Anton 33: l d g» n S auSerieb-n Cur: admlni'tratlyem S'Ngen rnirb er lich jebob nicht belassen); ber birtcuec Leiter steine wird dieser Bühne als Regisseur und Schauspieler eiiie.lien kleiden. Friedrich tLtoest liest am Sonnabend, den 1'. b. 97!, abends 7lt. llbt im San! der ZieicheUchen Hochschule, Fasanen str. 38. Novellen von Strindberg. Meinhart Maar spricht an seinem Donnerstag, den 1 3. Jan., «rt der Secession siattfindenden neuen iiterari-chcn Abend Satan und Satyr u. a. E 7. A. Hossmann. Bijusioff, Poe, Baudelaire, Scheerbartz Karl Kraus und Ckrill. Morgenstern. In der Gesellschaft für„psychische Forschung» bält am Mittwoch, den 12. Januar, abends'/,8 Nhr s'Anla der Friedrsch» Weiderichen Ober- rralschale, Nstdern-ollsnarc>2) O. Sceiibg rnen Vortiag 66er: Di« Pbauomenologie lind das Piobleui der Su-gc'Iivtberopie.— Am Freitag, den 14. Fanunr, atmd?'/.S llbr, spricht(Auin des Dorolbcemtädt. Neal- ghmn.isiums. Dorothcenstraße 12) Albert Schult-Pc-.yl Sdou über: Tie neuesten Er-tdcckungen im Gebiete der übcisinulrchcn Scelcnforichang.- Tie Hoste! Sonetie Kerbe it Hauplinanns— es sollen drei Stück lein—. bat jetzt eil. junger Botsdamer Bertag von S.?.>1 Avenarius radieren Insscn. Der allo radierte Zert wird von Br dern und Tileischmnck ebenfalls in Rad eiung ergänzt. IM Stück werden von diesen Nadicr platten abgezogen, dann werden die ersten 5 aus Pergament gedruckt, ist Bronze gebunden nnd tollen je 4 309 Mark! Ter Waldfrieddof für Tadlem. Dahlem soll einen Waldstiedbos erhalten, sür den ein engerer Ncltbewerb anSgeichrieben war. Baurai Gegner in Potsdam hat den Preis erhallen. Kii den Vorgängen i n Flensburg wich auch hier eine maßlose Agitation entfaltet, um das Proletariat auf die Straße zu holen und rn die Maschinengewehre zu treiben. Auch die F l e n s- b u r g e r Unruhen sind zu gutem Teile von Hamburg aus geleitet. Tie„Volfszeitung* rief am Sonnabend unter bombastischen Kraftausvrücken voller Verdrehungen der Tatsachen zu Demonstrationen am Sonntag auf, um gegen die „Meuchclmiicher von Flensburg" zu protestieren. Die Demonstration war aber bei schlechtem Wetter von kaum 1000 P e rsonen besucht; einige blutrünstige Reden wurden gehalten, dann zog man wieder ab. Irgendwelche Zwischenfälle haben sich nicht ereignet._ Deutsche Lehrer ausgewiesen. .-eiwitz, 10. Januar. Die interalliierte Kommission hat dem Lehrer Hartmann aus Gle'witz, der seit 20 Jahren in Ober- schlesien tätig, mithin laut Absiimmungsreglement abstimmungs- berechtigt ist, einen Ausweisungsbefehl zugestellt. Hart- mann, der Vorsitzender des Lehrervevbandes Obcrschlesien ist, hat Oberschlesien bereits verlassen. Der HauptanLschuß der Preußische« Landesversammlung trat am Montag in die Beratung des L a u d e L st e u e r g e s e tz e s ein. GrcißiBerlm Die»völkische tNuröe". In Zeh len darf, wo die teutichen Helden mit dengermani- scheu Männerbrüsten voll völüscher Würde in Reinkultur gedeihen, sind jetzt die armen Sprachlchrerinnen übel dran. Sie dürfen es ja nicht wagen, wie es bckannllich üblich war. die um Schüler werbendin Annoncen z. B. in französischer Sprache aufzugeben, bei Gefahr völliger Enlsesielung der nationalen Leidenschaslen in den treudcutschen Brüsten. Da« geschah nämlich durch folgende Harm- lose Annonce einer Spracklehrerin:„Osrds do conversation et de lecture frangaise Zehlendorf. S'adresser k Trau Prof. Weltzien, Prinz-Handjery-Stxaße 3." Daraus griff ein reulscher Mann, Mitbürger Zehlendorss, tief in seinen Beutel und bezahlte folgende Erwivcrungsannonce, die er aber, wenig konsequent, eben- falls in französischer Sprache erscheinen ließ. Sie lautet in deutscher Uebersetzung: Wegen der französischen Stunden wende man sich an die Dame, die in der MontagSnummer inieriert bat. Diei? ist derart in der französischen Sprache bewandert, daß sie sie sogar der eigenen Mnlletsprache vorzieht. Damit nicht genug, trat auch gleichzeitig der„ieutsche Student", der niemals fehlen darf, wo etwas los ist, kraflvoll in Szene. Er veröffentlichte ein.Eiiigcsalldt" folgende» Wortlauts: »Ist es zu glniiben. daß in unserer Zeit und in unserer durch französiichen Nationalbatz geschaffenen Nor eine Frau, die Anspruch daraus macht, Deutsche zu iem. io das Gefühl für völlische Wüide entbehrt, daß sie sich der französischen Sprache bedienr. um Schüler iür frunzösischcn Unterricht zu gewinnen! Oder sollt? die Ein- senderin dieser Anzeigen Nichr delitschen Slammes sein? Ich hoffe, daß sie damit keinen Erfolg bar lind von den deutschen Zehlendorfern enrsprechend gewürdigt wird." Wer weiß, welche gewichtigen Periönlichkeiten Zehlendorss jetzt noch in Szene treten werden, um die eine Zeile Französisch eurer Broterwerb suckendeit Sprachlehrerin, edler Entrüstung voll, zurück- zuweisen. Ader das rreudeutiche Maul will in den Grenzen des engen Horizontes seiner Besitzer etwas zu tun haben. Im übrigen rnipssehtt eS sich, diesen«Kampf der deutschen G-ister' in Zehlen« dort der Lächertichlcit nach Gebühr preiszugeben. Pelzöiebe unü tzehler. Bei der Tcrhaftnng erschossen. Vor einiger Zeit wurden auf dem Bahnhof Alexander- platz lagernde Gepäckstücke, die wertvolle Pelze enthielten, durch gesäilschte Gcpacksckcnrs einer Gaunerbande erjchwindelt. Die Kriminalpolizei ermittelte sechs Perspnen. die an dem Streich beteiligt waren, und brachte sie hinter Schloß und Riegel. Ferner wurde gegen eine Anzahl von Hehlern ein Strafverfahren eingeleitet. Urheber bes Betrugs war ein Schweizer Otto Bier. b a l s, der den auf dem Bahnhof Alcxanderplatz beschäftigten Gepäckträger Hermann Bartels zu überreden gemußt hatte, auf einen gefälschten Gepäckschein sich bei der Aufbewahrungsstelle fünf große Koffer aushändigen zu lassen. Bartels wies einen alten Gepäckschein, dessen Signierung er umgeändert halte, ließ sich die Koffer geben und trachte sie dann mit Bierhals und dessen Bruder nach beii- Soettiner Bahnhof. Von dort wurden die Pelze weiter verschobene Bei der weiteren Ausklärung über den Verbleib der kostbaren Pelz? kam es gestern zu einem schweren Z u s a m m e n st o ß zwischen>1 r i ni> n a l b e a in t e n und einem Hehler, wobei dieser von dem Beamten in oer Notwehr erschossen wurde. Die Beamten deö Dezernats Z II 3 hatten erfahren, daß bei der Vcr- s.hiebung der Pelzsachen auch der Händler tzalpern aus der Dragonerstr-aße beteiligt sein sollte. Üiu diesen zu überführen, hallen sie eine Wohnung in der Fehrbelliner Straße SS ausgesucht und dort«ine Haussuchung vorgenommen. Es war ihnen bekannt geworden, daß der.Händler Halpern ebenfalls dort erfchainen sollte, E'ait feiner kam jcdocki sein Sobn, der 22 Jakre alte aus Lemberg arbüriige Jonas Halpern. Als die Beamten seine Persönlichkeit feststellen wollten, setzte.Halpern seiner Feimahme den heftigsten Widerstand entgegen. Er schlug mit allen möglichen Gegenständen, di« er erreichen konnte, auf die Beamten ein, so daß sicb di- Angegriffene« schließlich genötigt iahen, zur Schußwaffe z'u greifen. Die Kugel tvas Halpern so schwer, daß er gn d-n Folgen der Schuhverlctzung kurze Zeit darauf verstarb. Drr Vacer des Erschossenen konnte bisher nicht ermittelt werden. Er isr spurlos verschwunden. Tie von ihm gekauiten Pelze sind wahrscheinlich bereits neck dem Ans» lande verschoben worden. Do der junge Halpern gewohnt hat, ist ebenfalls nicht bekannt. Soweit die Meldung der offiziösen Polizeikorresvondenz. Wen« sich der Vorgang in der geschilderten Weise abgespielt hat. so scheint es doch, als wenn die Beamten in diesem Falle ziemlich unnötigerweise zum Revolver gegriffen bätten. Ein Mann, der m-it Gegenständen um sich schlägt, ist wohl nicht ein so gefährlicher Gegner, daß man ihn nur mit dem Rcevolver bekämpfen kann. Den Beweis der wirklichen Notwehr zu erbringen, wäre hier drin- gend erwünscht.___ Serlmer MeterkongreZ. Der Mieteroerbane Groß-BerlinS hielt am gestrigen Sonnrag im früheren Herrenhaufe einen Kongreß ab, zu dem die zum Verband gehörenden Organisationen inSge. samt 217 Delegierte entsandt hatren. Die erwarteten Magistrais. vertreier waren nicht erschienen. Geschäfts» und Kassenbericht riefen eine längere Aussprache hervor, in der vom Vor- fitzenden unter großem Beifall der Versammlung hervorgehoben wurde, daß die Tätigkeit der Verbandsleitung auf den Gedanken: Arbeit, Brot und Wohnungen eingestellt werden müsse. Schließlich wurde dem geschäftsführenden Ausschuß sowie auch dem Kassierer und den Revisoren Entlastung erteilt. Ein Antrag, von den neu zu wählenden Vorstandsmitgliedern vor der Wahl ein politisches Glaubensbekenntnis zu fordern, gab An- laß zu einer erregten Diskussion und wurde mit überwiegen- der Mehrheit abgelehnt. Dagegen fand der Antrag bei der Ab- stimmung die Mehrheit, nach dem die neu zu wählenden Mitglieder für den Aktionsausschuß(Vorstand) sich darüber erklären sollen, ob sie im Sinne des Verbandsprogramms politisch orientiert sind. Die Anregung, de« provisorisch bestehenden Wohnungsaus schütz definitiv zu bilden und die Satzungen entsprechend zu erweitern, fand volle Zustimmung. Die weitere Beratung der Wohnnngslnxussteuer wird im Steuerausschuß der Stadtverordnetenversammlung mit aller Gründlichkeit betrieben. Auch in der dritten Sitzung am Sonnabend wurde sie noch nicht zu Ende geführt. In erster Lesung wurde eine Reihe von Paragraphen unverändert ange- nommen, anderen wurde mit Zusatzanträgen und Äenderungen zu- gestimmt. Die zweite Lesung wurde mit einer nochmaligen kurzen allgemeinen Aussprache eröffnet. Bemerkenswert war die Erklä- rung des Vertreters der K o m m u n i st. s ch e n Fraktion, daß nicht nur die Fraktion, sondern auch die Partei der Steuer zu- stimme. Von kommunistischer Seite wlll�e eine Entschließung l-e- antragt, wonach die«Erfassung des überschüssigen. Wohnraums und die Kontrolle über die Beitreibung der Sceuer unrer entscheidendem Mitwirkung der Wohnungsuchenden" erfolgen soll. Die Ent- schlietzung wurde am Schluß der Sitzung gegen ll bzw. 2 Stimmen bezüglich des angeführten Satzes abgelehnt. Zu§ 1 cmirde ruf An- trag von demokratischer Seite einstimmig eine neue Fassung des Begriffs.Normalbedarf" dahin beschlossen, daß steuerfrei diejenige Zahl von Zimmer ist, die«der um 1 vermehrten Zahl der Haus- Haltsangehörigen" entspricht. Die Steuerpflicht von S00 M. be- ginnt mit dem ersten überschüssigen Wohnraum. Ebschied öes Wohnungsverbanöes. Auf Anordncmg der Staatsregierung erfolgt, wie bekannt, am heutigen Montag die Auflösung des Wohnungs- Verbandes Groß.Bcrlin als kommunalpolitische Folge des Inkrafttretens der neuen Einheitsgemeinde. Die Ueberlcitung der anteiligen Geschäfte auf die Kreise Teltow und Niederbarnim hat bereits stattgefunden, während die übrigen Geschäfte und die BerbandSbureaus am 10. Januar auf Berlin übergehen. In Ber- lin werden die Geschäfte zunächst unverändert in den bisherige« Räumen von der Zentraldeputation für das Wohnungs- und Sied- lungs wesen weitergeführt. Der Geschäftsführer des Wohnungsver- bandes, Stadtbaurat a. D. Beustcr, hat sich in einem Rund- schreiben von den Mitgliedern der Verbandskörperschaften ver- abschiedet und ihnen für ihre Tätigkeit im Dienste Groß-Berlins öffentlich Dank gesagt. Aus dem den Verbandskörperschaften erstatteten Schluß- b e r i ch t geht hervor, daß das unerwartete Ausbleiben der Reichs. Zuschüsse im Rechnungsjahr 1Ä20 die Tätigkeit des Ver- bandes ins Stocken gebracht hat. Statt 184 Millionen im Vorjahre konnten nur 36 Millionen Zuschüsse verteilt werden, mit denen 1200 Wohnungen in Neubauten errichtet worden sind. Die Finanzlage des Verbandes ist bei seiner Auflösung günstig. Die Haushaltungsabschlüss« der Rechnungsjahre 1916 und 1919 haben Urberschüsse gebracht; dos Jahr 1920 wird sich im Gleichgewicht halten. Vom Kampf um die ErwerbSlosenunterstütznng. Zu der in Nr 4 gebrachten kurzen Mitteilung aus Neu'- k ö 1 1 n, die sich auf knappest« Wiedergabe von Tatsache« be- schränkt schickt u«S»in Hilfsangestellter der ErwerbSlosenfürforg« im Namen seiner Kollegen aus der Neuköllner Zahlstelle 4 einen vier Folioseiten süllende« Aufsatz. Er bestreitet keine unserer An- gaben und bestätigt uns. daß nach den gesetzlichen Bestimmungen ein Arbeitsloser von seinen alten Eltern, wenn ihr Einkommen das lächerlich niedrig fe st gesetzte Exi st enz Minimum überschreitet, mit durchgefüttert werden muß. Den Betrieb der EnrerbSlosenfürsorge beleuchtet der Aufsatz einmal von der A n ge st e I l t e n s e i t e. Arbeitslose könnten selber, beißt es darin, sich viel Unangenehmes ersparen. Jede Bestimmung werde in Arbeitsnachweisen und Zahlstellen aigcnsällig ausgehängt, aber leider wenig beachtet. Jener Arbeitslose Izätte schon bei seinem Arbeitsnachweis(wir wissen nicht, ob � das im vorliegenden Fall zutriff!) die für ihn zuständige Zahlstelle der Erwer.oSlosensürsorge erfahren rönnen. In deutlich sichtbaren Ansk äugen seien alle zu den einzelnen Zahlstellen gehörenden Strkßen ausgezählt. Wenn man bei einer Zahlstelle stundenlang warte« müsse, so beweise das die Ilcberlastulig der Angestellten. Zu'' Verhütung von Zeitverlust solle jeder die nötigen Papier- so- gleich mit dem Unterstützungsantrag einreichen und vom Arbeit- geber die Bescheinigung über den Enllassungsgrund spätestens am nächsten Tag»ordern. Die vorgeschriebenen Formalitäten müssen nun mal erfüllt werden. Der Unterstützte dürfe nebenbei ver- dienen, doch sei der Verdienst anzugoben und dann aus die Unter- stütz nn g»j verrechnen. Die Angestellten hatten wir mit keinem Wor- erwähnt. Vor- würfe waren gegen sie weder ausgesprochen noch angedeutet wör- den. Der Aufsatz klagt.aber über Vorwürfe der Erwerbs- losen und will hiergegen die Angestellten in Schutz nehmen. Er sagt:.Leider ist es eine, allgemeine, sich täglich wiederholende Er- fcheinung. daß die Erwerbslosen ihren begreiflichen Unmut an den Angestellien auslassen, was oft sogar zu gröblichsten Beleidigungen und Tätlichkeiten ausartct. Keiner kann wckhl'so tief mit den Er- werbslosen, mi: ihrer Not, ihrem Elend mitempfinden als gerade wir Hilfsangestellten, die wir täglich und stündlich d-n ganzen Lam- mer vor Augen sehen. Wir können es wohl begreifen, daß man uns mit baßersüll.'er Grobheit entgegenkommt, uns, die wir doch völlig unschuldig an den traurigen Zuständen sind, und für vorkommende Mängel der Fürsorge doch nicht verantwortlich ge- macht werden können." Wir unierstützen gern die Bilie um gerechte Beurteilung der Angestellten. An einer anderen Stelle des Aussatzes wird aller- dings zugegeben, daß e» auch noch Angestellte gib:, die„den söge» nanntkn B« a m t e n t o n sich anmaßen". DaS seien„HauSbe- litzer und sonst Sozialstarfc, ehemalige Unteroffiziere u. dal.". Da sragen wir: Was haben gegen solche Ungeeigneten die sozial enrp- findenden Angestellten zum Schutz der Erwerbslosen bisher getan? Selbstmord auS unbekannten Gründen verübte nach zehn- wöch'ger Ebe die Frau Elsa geb. Wagner, Hollniminstr. 18. Zur weiteren Feststellung ist die Leiche zunächst dem Schauhause über- geführt worden. Im Hallenbad ertrunken. Der Schüler Bruno O e i t i n g e r. der bei seinen Eltern in Mahlsdorf wohnte, ist gestern beim Baden in der Volksbadeanstalt an der Schillingsbrücke ertrunken. Ein herbeigerufener Arzt stellte als Todesursache Herzschlag fest. X Verschwinden einer Grcifin. Seit Silvester, vormittags �11 Uhr, wird die 78 I a h r e alte Frau Johanna Wohlgemuth vermißt. Bekleidet war sie� mit grün und blau kariertem Wollkleid mit schwarzen Kugelknöpfen, schwarzem abgetragenen Plüsch- mantel und schwarzem Kopftuch. �Zweckdienliche Angaben werden an das Polizeibureau Berlin-Schöneberg, Apostcl-Paulus-Straße, Zimmer ö2, erbeten. Wietsthaft Zum Wiederaufbau des Verkehrswesens. Die Handelskammer Leipzig hat etne Rundfrage an die übrigen deutschen Handelskammern gerichtet, um sie zur Stel- lungnahme über die zweckmäßigste Organisation des deutschen Ver- kehrswesens zu veranlassen. Das Schreiben der Handelskammer Leipzig geht davon aus, daß die Reichseisenbahnen ihr Dasein von vornherein mit zu großen und auf die Dauer unerträglichen Lasten begonnen haben. Vom Standpunkte des allgemeinen Verkehrs aus wird folgendes gefordert: 1. Für die Zentralstellen vor allen Dingen die Lei- tung des Tarif- und FahrplanwesenS, die ein» heitliche Aufsicht über den Betriebs- und Verkehrsdienst, über die Bauausführung, das Personalwesen und die Finanz- gcbarung. 2. Wahrung der wirtschaftlichen Zusammen- hänge bei der Neueinteilung der Bezirke ohne Rücksicht auf po- litische Grenzen. 3. Anwendung kaufmännischer Grundsätze bei der Wirtschaftsführung der Eisen bghnen. 4. EntPolitisierung der Eisenbahn Verwaltung. jurrpni scher Neuaufbau und einheitliche Verwaltung unter Berücksichtigung der Interessen nicht nur der früheren Eisenbahn- länder, sondern Gcsamt-Deutschlands und seiner Gesamtwirt- schaft müsse die Losung sein. Die Forderung nach einer Demokratisierung der Verwaltung, der wichtigsten Forderung der Arbeitnehmer für den Verkehr, scheinen die Handelskammern nicht zu kennen. GsVsrMojwboVegung Der Konflikt bei Lnöwig Loetoe. Die Situation bei Ludwig Loewe hat bis zur Stunde noch keine Aendcrung erfahren. Die Belegschaft trat gestern und heute zu Betriebsversammlungen zu- sammen, in denen leb hast die Frage erörtert wurde, ob man nach italienischem MusKt dieFabrikbesetzenundden BetriebinvollemUmfangeweiterführen soll. Die Kommunisten, die nach den bisher vorlegenden Berichten über die Entstehung des Konfliktes die Hauptschuld an ihm tragen, versuchen Stimmung fiir eine Besetzung aller Großbetriebe in Berlin zu machen, um dann von hier aus die Aktion über das Reich auszudehnen. Wir sind im Augen- blick nicht in der Lage mitzuteilen, wie sich die Belegschaft im allgemeinen zu dieser Frage stellt, wissen aber, daß die kom» munistischen Schreier trotz der schon vor längerer Zeit an- | gedrohten Besetzung im Falle der Schließung des Betriebes noch nicht den Mut aufgebracht haben, den Worten die Tat folgen zu lassen. Während die gestrige Betriebsversammlung ohne Hin- Zuziehung der Gewerkschaftsvertreter stattfand, ist in der heu- tigen, die zur Stunde noch tagt, der Deutsche Metall- arbeiterverband vertreten. Er wird dort den Bor- schlag machen, die Regelung des Konslifts an den D e m o- b i l m a ch u n g s k o m m i s s a r zu überweisen. Es ist zu wünschen, daß dieser Vorschlag Z u st i«m m u n g findet und so eine friedliche Regelung erzielt wird, die den Kommu- nisten keine Gelegenheit zur weiteren Schädigung der Arbeiters chast gibt._ Die Eisenbahneröemonstration. Entgegen dem Beschluß der Ortsverwaltung Berlin de? Deut» scheu Eisenbahnerver�aodes riefen die Funktionäre desselben die Eisenbahner zu einer Demonstration in den Lustgarten. Sicher» lich wäre auch ohne den strömenden Regen die Zahl der Demon- stranten, die auf 8000 bis 4000 geschätzt wird, nicht böber gewesen. Der Kommunist Geich! c kritisierte die Regicrungsvorlag- in schärfster Form, bc-eichnete die gemachten Zulagen als lächer» Ii che Almosen, die die Eisenbahner nicht annehmen dürften, und warf der VerbondSlcituug Verrat an den eigenen Mitglie» der« vor. Es gelte nicht,«tu vaar P'ennige herauszuschinden» sondern die Regierung zu stürzen und der kavitalistiichen Ge'ellschaftsordnung ein Ende zu mackyn. Tie lln'erllützung der russischen Brüder wurde zugesagt. Allerdings vergaß Herr Geschke zu erklären, worin diese bestehen sollch. Wollen die Russen etwa in den S V m p a t h i e st r e i k treten? Nach diesem kommunistischen Referat, das wieder einmal ein klarer Beweis dafür war, wie die Ä-rnnmu niste» rücksichtslos di« wirtschaftliche Net einer Klasse ausbeuten, um ihrer ver- rückten vo l iti schon Ideen wegen, erschien unter Führung des Herr: Sylt eine Deputation der Berliner Elektrizitätsarbviter, die für den Fall eines Eisenbahnerstreik« den Svmpatb!«- streik der Berliner Elektrizitätsarbcitcr ankün» digte. Zu dieser Erklärung des Prahlhans Sylt wird uns miiaeteilt, daß er von niemandem einen A u s t r a g zu dieser Erklä« rung erhalten hat und daß der hesomrcne Teil der Elektrfzitäts- arbeitcr gar nickst daran denkt, für die Partei des Herrn Sylt auch nur eine Stunde zu streiken. » Die zu gestern oinhernsene Sit-ung deS erweiterten Hanpt- vorslendeö des Deutschen Eisenbahnerverbanbe?, die zu der durch das Vcrhandlungsresultat mit der Regierung g-sschasfcne Situation Stellung, nehmen soll, ist noch zu keinem Resultat gelangt. Tie Verhandlungen sind heute früh fortgesetzt worden. Peendigunz des Danziger Buchdrnckerstrciks. Vor dem Tarifamt der Deutschen Buchdrucker in Berlin tan» den die bcre-tS angekündigten Verhandlungen in Sachen des Danziger Büchdruckerstreiks statt, die zu einem Vergleich führten. Danach erhalten Ledige 7.50. M.. Verheil a! e t e ohne Kinder 18 W. und iolchc mit Kindern 20 M Teuerungszulage. Maßregelungen dürfen nicht stattfinden. Nachteile aus der Uiuerhrechnng der Arbeit(in bezug auf Fena» usw.) entstehen nicht._Dic Streik tage werden nicht bezahlt. Die Danziger Buchdrucker schließen sich wieder der deutschen Tarif-, gemein schaft an. Siartidjet Transportarbeiter» Derbaud. Cettien? Ziandelevitisarieiier unb ?!rbel!er>»nen ans allen Betriebe» des elcltretitfmiftfjn, wroßhanbets. Statt 5' j Ui;t bei Witwer. Bulewstraßc 5S, Wronftenoerfairmlunfi.— Tertidbranib« ©ruope 8, Damenwiische. Slielrzen, steupanz, � avigtrien, kon'. Weißwaren, c-eule » Übt bei Wittr, S'ottfitQf-f 2!», Ver!rautns>nii»ner-Pers<»iilnluii28, 7 Udr— Dien-taq Mirgtieder» Versammlung Nordwest V im Iueendbeme. Noibeirawersir 8a, 7>/, Uhr.— Otit- aliiderversannusimg Pankow. Im ZIcstvuran» Minden, Breilestr. Z, 7", Udr.— Nit» olicdtrvtrsammlung Lichterselde, im Rest. Hohenzvllkrn, Hindenburgdomm Tl, Uhr. Peranlw. für den rebnfl. Seil- Dr. Werner«eiser, edarlottenburg: für Rrzeigenj Tb. Glocke Berlin. Verlag: VorwüriK-Berlag G m. b. H.. Berlin. Druck: Bor- Wärts-Vuchdruckerei u. Verlagsanstc.li Paul Singer u. Co., Berlin. Sradrnstr. 3, nventur-Verkau bis 15. Januar Orders«£ Dyckhoff, »«wiaRiwiiBiiiiiniiiaffiiijiiiiiilii'iiiiinffiHiiigiiiiaiitiwu». Esders, Bern ward Leineweber, »»«MMIMWMWMMW»,«! Beek& Cieppenbnrg, Gertraadtenstraße 8— 9 Kaiser-Wilhelm-Straße 55 Kölln. Fischmarkt 4— 6 Gertraudtenstraße 25-26 Preise bedeutend herabgesetzt Herren-».Knaben Konfektion Sfäoniüruüflc: nuden utiic I Siele für ihre Fahrten rn Leflens I iftüneni„SSanberbueh".(b M.) I ifudifi-ißcitaultr«. SiiioenitroBc! �anitätsrat Dr. Wegstheiders Brusl-Tee irach Ori slnaf Vorschrift %tgen Husten. Asthma j und Lungenieiden| in Faketcn zu 5 U.9.S0 M.| Hlefanten- Apotheke;, f Ber!.SW,LeipiigerStr.'-(! iDönhoifp atz). NEVEN&CO. Spezialhaus für Marmor-Waschtische Bade-Einrichtungen Sanitäre Steinptwaren I i Berlin C 19 Wallsfr. 25 l'ntergnundbahnbof. Spiiielmarkt-Inselbrücke i M.NlSMlNikLU «ü'MleMls 7. stachtrag jnc flafienfanuna oom 1. S. Zlonbl-ider 1913 j tStfdjIaOfti in der Sitiuriiz bcs Kassrnausschusses». 21. Ii 20). K IS Adfbt! I | rrhiili folgende Fassung; I Die Kassrnbeiträge werden \ i!ir alle Versicherten auf sieben i ännbmftel de» im g 19 fest- j gesesiien Grnndlochnis bemessen ! und je ftir eine Woche berecknei. \ Sie betragen sltr Versicherte: ! a> weime Sonntags nicht zur Dienstleistung vcrpflildiet Harnröhren-, Blasen-, Geschlechtskranke Lasst ench rechtzeitig behaudelu. Dann ist Heilung tnöqlich. Verianzi Broschüre geg. 1.90 M. diokr. nerschloss. ohne Absender Bischwerden angeben. Aetzll. öeüWMlt Sr. wes. ümms Berlik-''Od, Potsdamer Straße 123 3. Sprechstund? 9 bis 11, 2 bis 4 Sonntags 10 bis 11. ♦ J LUDWIG U;5ScS: »Slii WassdtrdLch| An deiUschtii See«, Zlüssen unSBuchien Httrn»u.Sllltunier»lleb. Br, med. üCari ßeinhardl Potsdamer Str. 117 verschlossenrNt Kuvert gegen Einsendung von M. 2.50 portofrei. Oie lcbendiaen, ans Sehen Smpfinven Karben und Linien der 4andsÄatt emgestcklten Schl'.den'.n- gen rrichließkn die hohen Naiur» fd-önbetten unsereeVatertandes. Die '.Oiari und das metkter.b-ugisck'ee Seengcbiet finden ihre besondere Würdigung. Dem inbaNllchenSert des Luches entspricht die öußere Ausstattung. Peels 7,50 Matt> TO'.'q Ruchhanviung Vorwärts, aJerüo 6®. 6S, Akwenfteaß» i. KOM unoM ich zahle Gold«, Silber-, Platin-? k. 42 f. 1,20 d.«40 Brenaspitzea bis 390.— Alte Qcbisse pr. Znhn bis SOO.— Einzelne ZAhnc von 10.— an. Platingebissc erreichen Werte bis 5000 M. u. mehr j Brillanten, Juwelen zum heutigen hohen Kurs I 10. 1 ttclmarkt in Stufe a 1 3 ■l 5 S 7 8 9 30 11 12 0,42 M. 0,84, 1.08, 2/-3„ •>3*>.. 4,29, 5,04„ 030„ 7, Vi„ 8.83, 10,08 11.34 12,60 h) welche auch Sonntags zur Dienstleistung vetpslichiet sind: '-' 0.49 M. 0,98„ 1,96, 2,9t. 3.93. 4M. bM. 7 35 ,, 8L2„ 10�9„ N.7«„ 13,23. 14,76 w Aenderungen in Stufe a S 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Borstebende treten utit dem 8. Januar 1921 in Kraft. B.-Lichtinlberg, 23. Dez. ILM. D Reickei. Budde, Porsixender Schriftführer. Genehmigt 152/3 Sharlottendurg,.30. Dez 1020. Oberversichrrungsamt Berlin. (L.S.) oez v. Solttowsli »sinriokIrsD?� raiirgellverxütung \ Sendungen von außerhalb wzrden prompt eriedi't feuntl- coi«, assejib. WM i* iiiii uiunts« vL Gr. Aruntsurker Str. 406. Pelzsachen! Wo kaust der Parteigenosse Pelzsachcn und wo iiigt er solche ünscrltecn? Beim Kürschner Lndcck. Berlin- Buchhoiz, Hauptsir.»7, Pan- low M06. Ieyt hei ElNiaus 30 Pro.z Ermässigung. Bahn- Verbindung- StäStijche Bahn Treptow— Bnchhvlz. �sZSold' Pelzwaren bei bequemer Zahiweisc abzugeben. Bei Barzahlung 19 Prozent Nach. lax. Kriegsanleihe wird in Zahlung genommen. Pelz. waren-Fabrik Kallis, Tile- Kardenberg.Straße 11. nahe Eiadtbhk. Tiergarten. Tele- phon: Moabit 762223.' Aalinntsonst! ,breuzf!ichsel Siibcniichse. Zobelinchsc, Blas- kafiichse, wunderbare Pelzkragen 50 Marl an. Massenauswähi. 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