Nr. 15 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe ßk Nr.$ BezugSprrtS: B srlelfälitlSO,— SR�jnmctl.10.— SDH. frei ms vmis. voraus Hchlbar. Poft- ae-ug! Monatlich 10.- M!» exN.?u- (tellnn?«gebü!)z. Unter streiubanb fii: Deutschland mtfi Oellerrelch 16�0 M!» für Bas übrige Btlslanü de: tSglich einmal. Austeilung 2130 M. Poftde» .üellungen nekmeu an Oesterreich Ungarn. Tfchecho-Slowakei. Danemarl, üollanB. iinremourg. Schweden und die Schweiz.— Einqetragen in die Vost-?e!tungs- Preisliste. Der.Vorwärts" nril de: Sonntage- beklage.Pol! u. Aeit" erscheint Wochen- iaglich zweimal. Sonnlags und Man- tags einmal. Telegramm-Ädreste »Sajinlbemorrai Bcrflu" Morgen Ansgabe Bcrltuci4 DoUiöUIatt (30 Pfennig7) Anzeigenpreis: Sie achtgeiraltene SonpareiUcsclle loitetS.— M., Teuernngsznfchlag M°/o. .»l?>ne Nnzetgen", Bas INI- geBruette Dort 1,— M. lznläsfig zwe ettgedruekte Dortel. iede» weitere Zstoet so Pfg. 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Die völlig au- zureichenden ZugestSudnisse nud die auf der Eisen- bahncr-Lrgauisation lastende große Berautwortung veranlaßt den erweiterten Vorstand vor der e n d gültige» Bc- schlußfaffnng erst noch entsprechende Schritte znr völligen Klärung der Sack)lage zu unternehme«. Der Beschluß steht demnach noch aus. Seamtenforüerungen und Reichskabinett. Berlin, 10. Januar.' Da§ Kabinert hat sich in seiner Heutigen Sitzung mit der Frage einer Erhöhung der Teuerung s�u< schlage für die Beamten und Arbeiter des Reichs be- scbäftigt. Dem Wunsche der in Bamberg tagenden Konferenz der Finanzminister der Länder, vor eudgüliiger Stellungnahme gebärt zu werden, wird in einer auf lmnmcnden Mittwoch anberaumten Sitzung lRcchttung getragen werden. Das Kabinett hat gleich- zeitig die Frage der Beschaffung neuer Mittel zur Beseitigung dej bereits setzt im ordentlichen Haushalt sich ergebenden Fehl: höiräge, die durch die' Erhöhung der Te-uerungSzuschläge eine weitere Steigerung erfahren werden, zum Gegen stände einer eingehenden Erörterung gemacht. ES wurde die Notwendigkeit fest- gestellt, über diese Frage eine grundsätzliche Stellungnahme der gesetzgebenden Körperschaften in Verbindung yitt der Entscheidung über die Bewilligung der Dcnevungszusckläge herbeizuführen. Reichsfinanzminister Wirth läßt durch Wolft's Bureau die seliche Annahme richtigste llcn, et habe im Finanzm�fchuH des ReichÄvirtschaftsrates die Forderungen der Beamten, auf. 7 Mi!- licirden beziffert, während fein Vertreter sie ans 2,8 Milliarden berechnete. WiriH habe nur davon gesprochen, daß der ordent- liche Etat 1021 im Gegensatz zu dem von, 1020 schon heute einen um 7 Milliarden höheren Mehrbedarf aufweise. Eisenbahner gegen Kommunisten. Die Ortsgruppe Groß-Bcrlin des Deutschen Eisenbahner- Verbandes veröffentlicht folgende Erklärung: In der„Noten Fahne", Abendnummer vom 8. Januar und Morgennummer vom 9. Januar, fourdei? über die smttaefundene Funktionärkonferenz der Ortsgruppe Groß-Berlin des Deutschen Eisenbahner-BerbandeS Artikel gebracht, die nicht in allen Teilen Pbsekiiv sind. Zuerst ist es unwahr, daß die Verwaltung durch Funktionärbcschlutz gezwungen wurde, die Tagesordnung umzustellen und an Slelle des ersten Punktes der Tagesordnung „Stellungnahme zur Generalversammlung" zu setzen„Unsere Lohnbewegung". Wabr ist vielmehr, daß die Umstellung der Tages- ordnung in dieser Weise am Tage vorher erfolgte. Die Funktionär- konserenz wurde demgemäß auch durch den 1. Bevollmächtigten Kol- legen K l i b o r eingeleitet. Die Ausführungen betreffs der De- monstration lösten allerdings bei dem größten Teil der Fünktio- näre, angefacht durch Reden von»K.P.D.-Mitgliedern, den größten Widerspruch aus. Allerdings sprachen sich auch Milglieder anderer Parteien dagegen aus. Stach erregten Debatten fanden nochmals, l, wie schon mitgeteilt, OrusverwaltungSsitzungen statt, die in ihrem Endresultat bei den einmal von der Or:eoerwalluna gefaßten Bc- schlüssen blieben. Völlig aus der Luft gegriffen find die Abstim- mungszahlen 220 zu 28, denn eine Auszählung der Stimmen hat nicht stattgefunden, also auch in diesem Falle eine bewußte lln- Wahrheit. Ferner ist es eine direkieLüge, wenn behauptet wird, die engere Orisverwaltung hätte die erweiterte nicht gefragt, weil die?Na.'«ie nicht für wichtig gehalten wurde. Gerade we'I die Vorgänge, die sich in dieser Sache abgespielt haben, so wichtig sind, erklärte die Verwaltung durch den Kollegen Hermann Schultz, daß sie sich der Tragweite voll und ganz bewußt wäre und deshalb die volle Verantwortung übernehme und zu d'es«m Beschluß stehe. Die Gründe, die die engere Oxis- Verwaltung zu diesem Beschluß führten, sind ja zuvz Teil durch die Preffe bekanntgegeben worden. Wir sind olle in der Verwaltung der Auffassung, daß die Eisenbahner-Kundgebung durch die A.P.D.-Veranstaltung benutzt werden sollte, letzter« zu stärken, und dem rein ge- werkschastlichen Unternehmen einen extremen politischen Anstrich zu geben, der unseres Erachtens nach der Enenbabncrsarbe nicht ged'ent hätte noch dienen kann. Wenn die V.K.P.D. wirklich die Eisenbahner-Kundgebung nicht beein- slussen wollte, dann wäre es für die Kommunisten sa ein leichtes gewesen, ihre nach uns aufgezogene Kundgebung an einem anderen Platze zu veranstalten, aber wir glauben auch sagen zu können: „Sp'egclberg, wir kennen dick'" In bezug aus von ruhigen Verlauf der Kundgebung wissen wir genau, Viß entgegen der zuerst anSgegebeneu Parole der V.K.P-D. die Eifeubahner-Kundgcbung durch Massen aus den Privatbetrieben zu verstärken, plötzlich anders verfügt wurde, um st» die angewandien demagogischen Kniffe zu verdecken. Daß die EnenbyTmer am Sonntag unbehelligt geblieben sind, ist eine Folg« der Haltung der Ortsverwaltung. Dadurch ist un- zweifelhaft eine?lk!ion vermieden worden, die der'Gesamteisen- bahner-Bewegung im. Reiche hätte schaden können. Wie die V-Ä.P.D. strikte Unierwerrung ihrer Anhänger fordert, müssen auch Gewerkschaftsmitglieder ihre Disziplin wahren, um im geeigneten Moment in Aktion»reten zu köbncn. Leider beweisen die Tat- fachen der letzten Feit, daß durch verschiedene Treibereien der Kommunistischen Partei iatsächlich ein»Keil in die Gewerkschaftsbewegung getrieven wird. Durch Keiltreibereien können niemals Einheiten geschaffen wer- den. Taten zur rechten Zeit sind besser als Phrasen zu jeder Zeit. Ferner ist es eine bewußte Lüge, wenn behauptet wird, die Ortsverwaltung wolle versuchen, die Annahme der Einigungsvor- schlüge den Mitgliedern zu empfehlen. Wie wir schon an anderer Stelle betont haben, sind wer einer Meinung, daß die Forderungen ungenügend und allzu' lehnen sind und haben diese unsere Ansicht dem Hauptvorstand des T.E.V. unverzüglich mit- geteilt. Ein Druck von feiten des Hauptvorstandes, soweit es sich uni die Ortsverwaltung handelt, hat nickt stattgefunden. Weiter auf die Schinipfercien der„Roten Fahne" einzugehen, halten wir unter unserer Würde. St!nnestaner in örüstel. Berlin, 10. Jannar.(WTB.) Im weiteren Verlauf der Sachverständigenkonferenj in Brüssel werden die Fragen der industriellen Organisation der deutschen Lieferungen eine besondere Bedeutung erlangen. Die Neichsregierung hat daher den alliierten und assoziierten Regierungen vorgeschlagen, daß nebe» den Herren Staatssekretär Bergmann, Reichsbankpräsident H a v e n st e i», pje vom Reichsverband der deutschen Industrie be- nannten Herren Generaldirektor Boegler und Kommerzienrat Peter Kloeckner als deutsche Delegierte bei den weiteren Ber- Handlungen teilnehmen. » Diese Erneirmmgen sind für sti? sortschreiieniie Rechtsschwenkung der deutschen Politik kennzeichnend: Nor einem halben Jabne war die ncu>iebil>dete Regierung Nestrenbach-Simons bei der Entsendimg von Sachverständigen nach Spa wenigstens noch bestrebt/ der deuffchnationalen rhenvisch.weftfälischen Schwerindustrie ein demokrati- sches Gegengewicht entgegeiizustellen.. Letzterem war es damals zu vevdanken, daß die Konferenz von Spa nicht mit der von Sthmes und seineu Leuten aeMMilchten Ruhr- beietzung endete. Jetzt aber braucht man sich nicht mehr zu genieren und entsendÄ nacki Brüssel, um im Namen des deutschen Volkes best'MMie Vorschläge zur Mudergutmachiistg und zirm Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu machen, den deutschnationalen Abgeordneten Dr. Voesiler und den ebenso deutschnationalcn Leiter des mit Stinnes eng liierten rheinischen Kloeckner- Konzern?-. Es scheint, als ob des Reichsminister? Dr. Simons Wiberstanb ZsÄH i g ke tt gegen Schvierinbustrie und Reaktion sich vollständig ver- slüchtiA hat. französische Milchbeschwerüe. Berlin, 10. Jannar.(WTB.) Die französische Bot- schaft bat im Auftrags der fvcmzösffchen Regierung beim Aus- wärtigen Amt darüber Beschwerde geführt, daß die städtischen Behörden in Mainz tie Zuteilung von Milch, wie sie mi die deutschen Einwohner erfolgt, an die dortige f r a n- z ö s i s ck e Zivilbevölkerung abgelehnt habe, weil die frcm- zösische Zivilbevölkerumg b.n den Milchverteilungei: der Bescrtzungs- bchörden berücksichtigt werde. Die frdngösische Regiermrg. die übrigens bestreitet, daß die franzönsche Zivillllevölkeriing durch die Beiatzungsbobörden Milch erbält,„da die Zulassung der Zivikbetiölkerung zu den militärffchen �enossemckafden nnbersagt sei", erblickt in der Weisung der städti. scheu Behörde» eine V erlhtzungdes Artikels277 des Ver- träges von Versailles, wonach die Angehörigen der alliierten und affoziierrcn Mächte in Deutschland stündigen Schutz genießen sollen. Der Schutz von Personen und des unmündigen Kindes umfasse offenbar auch dre Liefcrmig der zum Laben notwendigen Milch. Dieser Schutz obliege G?n deutschen Behörden, die ihn beim Fehlen besonderer Allmcchrnige» nicht auf die militärischen Stellen der alliierten Mächte abwälzen könnten. Da koin Abkommen ge- schlössen sei, durch das Deutschland in diesem Punkte von seiner allgemeinen Schntzpflichi entbunden weche, so müsse die französische Regierung verlang»'», daß die»stadt Mainz mit Woisung versehen werde, damit die dortige französiiche Zivilbevölkerung von der Stadt w dem gleichen Matze mit Mich vorsorgt werde, wie die deutsch« Zivilbevölkerung. f • Formell mag Frankreich hier im Rechte sein. Angesichts der Milchknappbeü und des Kinderelends in Deutschland bietet die?« Beschwerde aber nur einen willkommenen?lgi»ationsst»sf für unsere CZaiwinistcn. Um Zrankreichs Zukunft. Von I. Steine r-JuIlien. Die Situation der Arbeiterbewsgimg.in Frankreich ist natürlich nicht gestärkt worden durch die Spaltung aus dem Kongreß von Tours. Es ist heute beinahe müßig, zu untersuchen, ob diese Spaltung hätte vermieden werden können. Sicher ist jedoch, daß bis Tours eine tiefe Scheidung zwischen den Migliedern der Partei nicht vorhanden war. Wenn man von Paris absieht, kann man wolst sagen, daß es den Führern einige Mühe kosten wird, die zwei Lager ansein- anderzithaftiMt,. besonders aber den Komm n n i st'e n wird das sehr schwer werden. Ja. es ist nicht npwahrscheinlich, daß sich in der Kommunistischen Partei bald eine Reaktion geltend macht, wie sie unter Führung von S e r r a t i in der sozialistischen Partei Italiens zu lnwballsten ist. Tie fana- tischen Elemente der Komlnunistischen Partei, die sich um Loriot, Souwarin, Dunois und Roppoport gruppieren, wer- den jedenfalls versuchen, eine selbständige Kommiinistisclie Partei aufrechtzuerhalten,' d. h. eine Partei, die unabhängig von den bistorischen und politischen Bedingungen Frankreich? nach den Direktiven von Moskau marschiert. Es wird weient- lich von dem politischen Weitblick der Führer der sozialistischen Partei, von ihrem taktischen Geschick und populären Instinkt, vor allem aber von ihrem M u t abhängen, ob die sozialistische Partei binnen kurzem zu einer Partei der proletckrisckien Massen und zu.einer Fübrerin der öffentlichen Meinung wird. Zwei'Probleme sind es, die in Frankreich gegenwärtig eine klare Stellungnahme erfordern: die Wirtschafts- k r i s e und dir Außenpolitik. Wenn auch für den Rei- senden, der von Deutschland noch Frankreich kommt, die Wirt- schastlickre und soziale Struktur Frankreichs unvergleichlich besser fundiert ericheint als in Teutschland, wenn auch die Lebenslialtung der breiten Massen in Frankreich eine erheb- lich bessere ist als in Denffchland und im Verhältnis zur Vor- kriegszcit nur wenig schlechter geworden ist. so ist bei genaue- reru Zusehen nicht zu verkennen, daß Frankreich sich gegen- wärtig am Anfang einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Diese Wirffchaftskrise wurzelt in der fünfjährigen Zerstörung und teilt sich in einer Doppelkrisc: die Ueberteue- rungskrise, erzeugt durch den Warenmangel und die Finanzkrise, erzeugt durch die Ueberschuldiing des» Staates. Die Ucberieuerungskrise erzeugt den Unterkonsum, die Arbeitslosigkeit, mit allen'bekannten Nebenerscheinungen der Konjmnkturspekulation. Tie Finanzkrise äußert sich bis jetzt in der wachsenden Zahlungsunfähigkeit des französischen 'Staates, im Rückgang des Wechselkurses, in der anschwellen- den Steuerlast, die bisher bei weitem nicht ausreicht, um das finanzielle Gleichgewickst �des Staatshaiislmltes berz i- stellen. Man schiebt die Zahlungstermine immer wieder hin- aus und hilft sich vorläufig niit Anleihen mit steigendem Zinsfuß. Diese Politik, die von der fixen Idee, daß schließ- lich Deuffchland bezahlen wird, beherrscht ist, verschärft die Finanzkrise und treibt einer schier unvermeidlichen Kala- strophe zu. Und hier stoßen wir aiff das Problem der Wieder- g u tm a ch u n g e n. das bestimmt ist, Frankreich wieder auf- zuhelfen, das aber in Wirklichkeit die wirtschaftliche Situation.Frankreichs gefährdet. Könnte Deuffchland mit Gold bezahlen, dann wäre die Lösung ver- hältnismäßig einfach. Deuffchland wü/de an Frankreich jährlich z. B. zwei Milliarden in Gold zahlen, die Frankreich ermöglickien würden, seine auswärffgen Schulden abzutragen, seinen Wechselkurs zu heben und damit seine innere Wirt- schaftliche und finanzielle Krise zu überwinden. Aber Deutickv- land kann nur durch seine Arbeit, d. h. durch Waren be- zahlen. Damit tritt Deutschland jedoch als Wirtschaft- licher Konkurrent Frankreichs auf. Die Liefe- nmg der deutschen Handelsschiffe z. B. bat die frvuzösischen Wersten um die erwarteten Aufträge gebracht imd zum Feiern verurteilt. Wen» der Wiederausbau Nordfrankreichs nicht vom Fleck kommt, so liegt das vor ollem daran, daß die französischen Bauunternehmer sich die deu ff' che Konkurrenz iwm Leibe. halten wollen und in diesem Sinne ans die fron- zösische Regierung eimvirken. Aus einem Werke der V 5 l ke r- Versöhnung»droht der' Wieheraufbau zu einem Werke der V ö l k e r v ö r h e tz u n g zu werden. Die fron, zösische Regierung sucht deshalb einerseits den französischen Kapitalisten die-„wirtschaftliche Zu- fammenarbeit" zwischen Deutschland und Frankreich schmackhaft zu machen, ondereneits ist sie kremipfhaft bemüht. eine internationale Anleihe zustande zu bringen, anZ der die Wiedergutmachungen gezahlt werden sollen. Dos heißt, daß vornehmlich Nord- und Südamerika, England und die eng- lischen Dominien Vorschüsse leisten sollen auf Waren, die sie von Deuffchland kaufen werden, die aber nur insofern an Deuffchland fließen sollen, als es zum Ankauf der Nohmoteri- alien und der unbedingt notwendigen Lebensmittel erfordar- sich ist. während der Rest differ Vorschüsse auf das Wiedet- gutmachungskonlo kommt, somit Frankreich gestatten würde. t seine äußeren Schulden'»u aniortisieren. sctncn Wechselkurs zu wenMens rnnere WirtschastSlaHe durch die* deutsche Konkurrenz zu gefährden. Freilich würde auch diese Lösung dem deutschen Außen- Handel die Wiedererdberung seiner Positionen aus dem Welt- markt erleichtern. Wie man das Problem auch anfassen mag. man kommt immer wieder zu dem unerbittlichen Schluß, daß mit der Größe der Wiedergutmachungen, die Teutschland zu leisten har, auch die Bedrohung des französischen Wirtschasts- lebens steigt. Was Frankreich von Deutschland f-ordert, entzieht es seiner eigenen Wirt- schaft. Daher auch die Bestrebungen, Deutschland als Kolonie nach dem alten Kolonialsystem zu behandeln. Man versucht die Besetzung des linken Rheinufers zeitlich und räumlich aus- zudehnen, um so Deutschland zu zwingen, einen Teil der fran- zösischen Bevölkerung— die Besatzungsarmee mit ihrem Be- amtentroß— zu ernähren, ohne daß eine wirtschaftliche Be- drohung Frankreichs daraus erwächst. Am vollkommensten ist dieses System im Saargebiet ausgebildet durch die Besitz- ergreifung� der Kohlengruben.' Wie die Eingeborenen einer Kolonie für den europäischen Plantagenbesitzer, müssen die deutschen Bergarbeiter des SaargöbietS für Frankreich ar- betten.• 'Soweit es sich jedoch allein um die militärische Besetzung handelt, ist die wirtschaftliche Gefahr für Frank- reich nicht minder groß wie durch sachliche Wiedergutmachun- gen. Denn wenn diese wohl«in« Konkurrenz für die einzsl- mn Kapitalistengruppen bedeuten, so sind sie im Endeffekt doch eine Bereicherung Frankreichs. Die militärische Be- setziing entzieht der französischen Produktion jedoch Arbeits- kräste, ohne daß die französische Wirtschaft in ihrer Gesamt- >heit daraus irgendwelchen Nutzen zieht. Denn wenn z. B. die deutschen.Kohlensieserungen den französischen Kodden- Grubenbesitzern eine unangenehme Konkurrenz sind, so sind sie für die französische Industrie eine Lebensbedingung. Tie Ersetzung der franzosischen durch farbige Truppen ist nun vollends— von der kul u- rellen Seite der Frage ganz abgesehen— eine absolut zweck- lose Venchwendung. Man holt aus Algerien die dort nötigen Arbeitskräfte, erzeugt dadurch in ihrer.Heimat eine Hungers- not und zwingt die Deutschen, diese Afrikaner zu ernähren. Wenn Deutschland dadurch geschädigt wird, so hat doch weder Frankreich noch irgendein Franzose daraus irgendwelchen Nutzen. Aus dieser Situation-ergibt sich die Wirtschaftspolitik und die Außenpolitik für die sozialistische Partei. Bisher hat sie sich in einer etwas griesgrämigen Kritik der Regierungs- Politik und einer Verteidigung Sawjetrußlands gefallen. Eine eigene Politik hat sie nicht zu formulieren vermocht. Die in den vorstehenden Zeilen skizzierte wirtschaftliche'und außenpolitische Situation Frankreichs schreit aber geradezu nach einer selbständigen sozialistischen Politik, mit weit- blickenden und doch dem Masseninstinkt zugänglichen, ein- fachen Zielen. Freilich gehört dazu heute in Frankreich viÄ Mut, wie 1898,�nach Faschoda, viel Mut dazu gehört hat. di« Tronzösftch-englnche Verständigung zur Grundlage der Außen- Politik zu machen.# Ich glaube nicht, daß die Führer dielen Mut aufbringen werden. Hielt es doch z. B. L o n g u« t für nötig, als er von den Masten sprach, die hinter der deutschen Sozial- demokratie stehen, von deren„verbrecherischen Führern, den Scheidemann und Noske", zu reden! Wie soll man von so schwachmütigen Menschen, die bewußt ein« Unwahrheit wiederholen, um den Chauvinisten von links und von rechts eine Konzession zu machen, erwarten, daß sie den Mut auf- bringen werden, sich dem Strom der öffentlichen Meinung entgegenMverfen und für eine deut i ch- f ra n zö s i s ch e Au s s ö h n u n g einzutreten? Und doch liegt hier, und hier allein die Zukunft der sozialistischen Partei Frank- reichs, well hier allein die Zukunft Frankreichs liegt.— fius neuen Sriefen Hans v. Sülows. Hans K. Bulows tragisch lcucbtnde, geistreich geniale Gestalt, di« auf immer mit den Namen Liszt und Wagner verknüpft ist, hat nunmehr ibr würdiges biographisches Denkmal erhalten in dem soeben bei Rösl u. Tie. in München erscbienenen Werk des Pro- fessors Richard Graf du Moulin-Eckart. Ihm sind van allen Seiten die reichsten Aufschlüsse und Mitteilungen zuteil geworden, die in vielem ganz neues Licht über die Schicksale des Meisters verbreiten. Unter den Briefwechseln, die ihm ziitn erstenmal zugänglich ivaren, ragt besonders der mit der Familie B e ch st e i n hervor. Bechstein, der bekannte Klavierfabrikant, lieferte. Bülow seine Flügel; daher nannte er ihn seinen„B e f l ü g l e r"; aber über dsise praktische Beziehung hinaus ist er dem Künstler der aufopferndste und fein- fühligste Freund gewesen. Bechstein ist sein Bertrauter auch in jenem tragischsten Konflikt seines Lebens, da er di« geliebte und verehrte Frau freigeben muß, weil sie sick einem Größeren, Wagner, zu ligen gibt, der ihrer noch mehr bedarf. Damals fand Bülow Zuflucht bei Bechstein und schrieb von seiner Wohnung auS an Cosima jenen Brief, in dem er sie freigab, in dem er ihr die Kinder zusprach und»an ihr Abscbieo nahm— fürs Äben. Diese felstlose Verehrung des Paares klingt wie ein erhabener Unterton durch sein ganzes weiteres Leben. Von wie hoher Warte sind die Worte gesprochen, di« er im Mai 1871 an Hechstein richtet:„Welckes Gluck für diese ihrem ersten Mann gegenüber viel zu bedeutende Frau, von ihm getrennt zu sein und die erste, traurige Hälft« ihres Dasmns durch ein« zweite, bessere— was der Himmel gebe— korruueren zu können." Die letzte, seine höchsten Leistungen umfassende Lebensperiode steht- unter dem traurigen Zestben des„Verdienen L", daS er selbst groß schreibt. Er entschließt sich zu der Tournee durch Amerika und schreibt an Bechstein:„Weiß Gott, ich bedarf zur Ermunterung„rinn ins Vergnügen" der Zusammenraffung aller meiner väterlichen Gefühle. Ter Zweck, meinen Töcl.tern einmal eine bescheidene Mitgift zu. hmterlasien, soll das Mittel-- die öffentliche Klimperei— heiligen." Später schildert er ihm. welche Tortur er sich damit aufgeladen: ich die entsetzliche Sklaven- kette— nach dem 139. Konzert— gebrochen, fand ich mich selbst körperlich und geistig so sehr gebrochen, daß ich mich willenlos «-iner— leider ungenügenden— ärztlichen Behandlung iy mög- lichster Abgeschlossenheit überlassen mußt«.... S» ist so überaus unwahrscheinlich, daß wir uns persönlich je wieder begegnen di« vollständig« Nervenzerrüttung und Erschöpfung, der ich durch lleberarbeitung in einer Karriere verfallen bin, für Welche ich eigentlich ganz und gar nicht geschaffen war, stellt mir nur ein nn- heilbares Siechtum in Aussicht...'' Die Bedeutung des ReichswirtschaftSmoseum» für die«nge- stellten- und Arbeiterkreise. Die Umwälzungen nach dem Kriege kstchen die Angestellten und Arbeiter in weit höherem Maße zu Trägern der politischen Entwicklung gemacht, als sie«S vor dem Kriege waren. Da diesen BerufSschchten hiermit eine erhöhte VecklintN'ortung zufällt, so sind umfassende Kenntmsse und»ein großes Verständnis für die inneren-Zusammenhänge Unserer Der Kampf um Preußen.> Ter Kampf um Preußen, der am 20. Februar ausge- fochten wird, ist ein Kampf um Deutschland, ein Kampf um di« deutsch« Republik. Das wird von allen Seiten anerkannt.„.Haben wir Preußen, so haben wir alles!" sagte einmal Bebel, und genau so denken heute die Parteien der offen ausgesprochenen monarchistischen � Reaktion, die Deutschnational« und die Deutsche Volkspartei. Beide haben am letzten Sonntag Kundgebungen veranstaltet, mit denen sie den Wahlkampf eröffneten, beide Kundgebungen gleichen einander wie ein Ei dem andern, so daß man eisten Preis aussetzen könyte für denjenigen, der da noch einen Unterschied herausfinden kann. In diesem Wettlaus der reaktionären Demagogie werden zweifellos die Deutschen Volksparteiler dennoch zuletzt die Geschlagenen sein, denn sie haben sich im Reich mit der Mitverantwortung an der Regierung belastet. während die Deutschnationalen Fie Vorteile einer bedenken- freien Opposition genießen können. Darüber darf freilich kein Zweifel bestehen: jede Stimme, die für ein« dieser Par- teien abgegeben wirds wird eine offen« Kriegserklärung an die Republik sein. Die monarchistischen Parteien wissen lehr gut. daß sie ihr Ziel nur schrittweise erreichen können. Das nächste, was sie sich vorgenommen haben, ist dies: Die deutsche Republik und ihre Gliedstaaten, vor allem also Preußen, dürfen auf keinen Fall von Republikanern regiert sein. In einer Republik, die von zuverlässigen Monarchisten regiert wird, wird sich mit Zeit und Gelegenheit schon das weitere finden. Es ist kaum zu erwarten, daß die beiden bürgerlichen Mtttelparteien gegen die Rechte eine scharf republikanische Kampfstellung einnehmen werden. Die Schwäche, die Schmiegsamkcft nach allen Seiten hin, sitzt diesen Parteien seit jeher in den Gliedern. Und so ist es die S o z i a l de m o- kratische Partei, die beinahe allein die Last des Kampfes für die Republik zu tragen hat. Von der äußersten Linken hat sie keine Unterstützung zu erwarten, sie muß damit rechnen, daß ihr von jener Seite immer nur neu« Knüppel zwischen die Bein« geworfen werden. Die Sozialdemokratische Partei ist die einzig«, die ge- schlössen und an? innerster Ueberzeugung die gegenwärtig« Staatsform der demokratischen Republik bejaht. Sie ist die Trägerin der Zuversicht, daß das arbeitende Volk auf d'-iem Boden auch sein schwere?, durch die auswärtige Lage und den kommunistischen Unverstand hundertfach erschwertes Wirtschaft- liches Befreiungswerk vollenden wird. Voraussetzung dafür ist aber/ daß sich di« Mehrheit der Bevölkerung gewußt zu sozialistischen, ß. b. sozialdemokratischen Anschauungen bekennt. Daß man auf keinem Wege, auch r'sit auf dem der Gewali, einen Schritt weiterkommt, wenn die Gegner di« Mehrheft der Köpfe heberrschen, das haben auch die Unabhängigen all- gemach einzusehen begonnen. Die Entscheidung des Kampfes in Preußen hängt davon ab, mit Welcher Stärke die Ueberzeugun�Skraft von jedem Anhänger der einzelnen Parteien ausströmt. Sie wird nicht durch Presse-, Flugblatt- und Versammlungspropaganda, so wichtig auch diese sind, allein gewannen, sie wird zuletzt herbeigefiihrt durch die persönliche Einwirkung von Mann zu Mann, von Frau zu Frau im nachbarlichen Gespräch, in der Straßenbahn, vor allem im Betrieb. Hier gilt es ununterbrochen rätig zu sein, um zu verhindern, daß Preußen, zur Schande unftnes Volkes, abermals ein Hort der�R'- aktion wird, um zu beweisen, daß«iner freiheitlichen ,> sunben Ansinärtsentwickluug zu höhercn Formen der Wirt- schaft der Weg gebahnt wird. Tie Größe der Gefahr hat sich in den Kundgebungen der RechtSvarteien enthüllt. Sie kann in den überzeugten Kämpfern unserer Partei nur die äußersren Kräfte der Gegen- Wirkung anspornen. Denn wo es um Preußen geht, geht es um a t I e S! Volkswirtschaft Notwendige um diese Beranstvomtag auch ganz tragen zu tonnen. Daß das Wissen aus Viesen Gebieten vielfach einseitig und lückenhaft ist, ist bekannt und wird verständlich, wenn man bedenkt, wie schzvier:g di« systematische Aneigiuma solcher Kenntnisse ist. Die Grundlagen für die wirtschaftlichen Ansichten dieser Bolkskreise liefern in den meisten Fällen die wenig objettiv geschriebenen Artikel der Tagespresse. während die Anschauung und bannt daS Hauptmittel, sicv ein selbständiges Urteil über diese Fragen bilden zu können, fast vollständig fehlt; denn häufig kennt der Arbeiter oder der Angestellte nur den eigenem Betriebszweig, und wenn die Unternehmen, bei denen er angestellt ist, sehr groß sind, so sind auch dies« Kenntnisse est auf Einzelheiten beschränkt. Das ReichSwirtschastSmuseum in Leipzig bietet nun Gelegen- hrit, sich über sämtliche Fragen der modernen deutschen Wirtschaft. seien es nun solche landwirtschastlicher, seien sS solche industrieller Art, aufzuklären. Trotz der außerordenrltchen Größe bei bearbeiteten Stoffes ist es gelungen, di« Uebersichr voll zu wahren und trotzdem jeden /Wirtschaftszweig bis in�dte Einzelheiten dem De- sschttgenden anschaulich zu machen. Sämtliche Anordnungen und Erklärungen sind gemeinverständlich, der ganze Aufbau ist so klar gehalten, daß auch dem wen'«? Vorgebildeten die wirtschaftlichen Zusammenhänge sowie das Jneitrandergreisen der einzelnen Faktoren vnferer Volkswirtschaft vor Augen geführt werden. Gerade unseren Arbeitern, die von Hause aus vielfach einen guten Blick für die Praxis mitbringen, ist hier Gelegenheit geboten, sich durch Attschauung auch über solche Wirtschastszweig« Aufklärung zu vor- schafien, die ihnen persönlich unbekannt sino, aber im Augenblick im Mitelpunkr des wirisckaftlichen Interesses stehen.— Wohl jeder, der die Sammlungen beiichiigt hat, wird von einem Gefühl des Stolzes auf das wirtschaftliche Können deS deutschen Volkes erfüllt sein. Jeden wird das Bewußtsein durchdringen, daß ein Volk, das solche Leistungen vollbracht, mcht zum Untergange be- stimmt sein kann, sondern daß der Wiederaufbau unseres Vater- landcs nur eine Frage des Willens und der Arbeit ist, auch wenn» die äußeren Umstände noch so drückenh, auf.unserer Wirtschaft lasten. Probleme deS Wiener BurgtheaterS. Den neuen Direktor der Wiener Burg stellt Dr. D. F. Bach den Lesern der Wiener„Ar- beiterzeitung" vor:. W i l d g a n S. ein Wiener von Geburt, ist heute 40 Jahre alt. Ursprünglich z�c richterlichen Laufbabn erkoren, sprang er. seiner Poetennaiur folgend, bald auS. Wie so viele andere, hat auch er entscheidende Förderung Engelbert Pernerstorfer zu danken, der ihn auch eine Zeitlana al« Theater- kritiker be« der.Arbeiter- Zeitung" beichäfiigte, schließlich sein erstes Stück„In Ewigkeit. Amen" in der Volksbühne auf- führen ließ. WildaanS bat schöbe Gedichte in mehreren Samm- lungen veröffentlicht und bisher drei Dramen aufgeführt.„Armut". „Liebe" und irae", von denen da« erste auch dos beste ist. Sein vor kurzer Zeit in Druck erschienener.Kaiu" ist vom Burgtheater angenommen." Der bisherige Direktor Albert Heine wird als Schauspieler und Regisseur weiter tätig sein, als Gastregisseur ist Rein- Hardt, wie eS heißt, für je zwei Monate im Fahr gewonnen. Wird und kann er da« nachholen, was Wien, hinter der Entwicklung zurückbleibend, verabsäumte? Bach meint:»In Wahrheit ist dir Eni- Silvesterpatrioten. TuS Lübeck wird uns geschrieben: Haimckrieger und Kriegsgswinnler ha�en in der Sttoestmoacht im ersten Hotel unserer Stadt ein H. arstück aufgeführt, das Deutschlands Ansehen im der Welt wieder gewalaig„heben" wird. Nachdom flott gezecht worden war, wurde„Teutschland üb«: alles" gespielt, das Stück wurde im Anschluß an einen Tanz wiederholt, und es wurde sogar nach dieser Melodie weiter gelanzt. Da fiel es einigen anzehviterien Patrioten«in, den zu Gaste weilenden Konsul von Peru, der niederländischer Staats» bürger ist, aufzufordern, noch einmal aufzustehen und-dem deutschen Lande die Ehre zu erweisen". Der 65jährige Herr lehnt» dies mit Rücksicht auf die Stimmung und die Art der „Ehrung" durch die Tänzer ab. Auch andere Gäste bckeiben sitzen. Der Konsul wurde hieraus aufgefordert, sofort aufzustehen. Von hinten wurde er mit Flüssigkeit begossen und schließlich am Kragen und Äertnel hochge zogen. Auch der zu Hilse eilende Sohn wurde geschlagen. Erst als ein Herr daraus aufmerksam machte, daß der Angegriffene Ausländer sei, ließ man den Konsul frei. Der Konsul verließ kurz darauf das Lokal, wurde aber mt Vorraum noch einmal zur Rede gestallt. Man versuchte ihm zu beweisen, daß auch in England und Dänemark jeder Deutsche bei der Nationalhymne auf- ftähen müsse. Em« Belehrung seitens deS Konsuls, daß man in den angezogenen Ländern unter diesen Umständen keine Nationalhymne singe, die eittsr Profanierung gleich. komm«, war i« den Wind geschlagen. Man packte den Konsul auf» neu« an der Brust. Man fiel jetzt über den Konsul her, vis ihn schließlich«ine Dame befreite. Der Konsul hat dem nieder- ländischen Konsul in Lübeck den Fall zur Weiterverfol- g u n g übergeben. Die ersten Kriegsverbrecher. Leipzig, 10. Januar.(WTJ5.) Ter zweite Strafsenat deS Reichsgerichts, der mit der Aburteilung der sogenannten. Kriegs- Verbrecher betraut jst. beschäftigte sich heute mit den drei erste» Fällen dieser Art, und zwar handelte es sich nicht um aus der Auslieferungsliste stehende Personen, sondern um solche, deren Straftaten zur Kenntnis des Reichsgerichts gelangt und von diesem nach dem Gesetz vom 5. Dezember 1913 zu erledigen sind. Angc-, klagt waren der Zimmermann Dieftich Lottmann auS der Gegend von Emden, der Schlosser Paul N i e g e l aus Berlftt und der Schiffer Paul Sangerhauser auS Mariettwerder(Bez. Potsdam). Die Angeklagten waren im Oktober 1918 als Pioniere in das belgische Städtchen Edingen in der Nähe von Lille eingezogen. Am Abend des 30. Oktober hatten sie eine Anzahl von Lokalen besucht und waren schließlich gegen 12 Uhr gewaltsam yt eine Wirtschast eingedrungen. Nachdem Lottmann den aus seinem Schlafzimmer heruntergeholten Wirt mft einem entsicherten Revolver und Niegel ihn mit einem Seiten- gewehr bedroht hatten, so daß er auf die Straß« flüchten mutzte, gingen all« drei Angeklagten nach dem ersten Stock, erbrachen und durchwühlten mehrere Behältnisse und stahlen eine größere Geldsumm«, ein« Anzahl Wertsachen und warfen Wäsche und Kleider im Zimmer umher. DuVch einen Hauptmann und mehrere hinzugekommene deutsche Soldaten wurden die Angeklagten Lost» mann und Ntegel sofort nach der Tai festgenommen. BeweiSausnahm« fuhrt« dazu, daß Lottmann zu fünf und Ntegel zu vier Jahre« Zuchthaus und DanMrhauser zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden. Gegen Lottmann und Niegel wurde außerdem auf Ehrderletst für die Dauer von zehn Jahre» erkannt. Das Reichsgericht hat also sehr prompt gearbeitet. ES handelt sich in diesem Falle um Arbeiter. Bon den angeschuldigten Offizieren wird man ja nun auch bald etwa» hören. Weitere Beihilfeu für die Kriegsbeschädigte«. Der HauptauS. schuß der LandeSversaytmltmg nahm in seiner Sonntagssitzung den Gesetzentwurf über weitere Beihilfen zu KriegSwohlfahrtsaus- gaben der Gemeinden und Gcmeindovsrbände an mit einer Eni- schließung, auf die Reichsregierung dahin einzuwirken, daß den dtkrch den Krieg besonders schwer Geschädiaien auch weiterhin Er- leichterungen und Beihilfen gewährt würden. Wicklung schon über ibn hinausgegangen. Reinhardt hat Berlin verlassen, weil leine Zeit' nun doch vorüber ist. Es ist die Zeit der Großstadt als kapitalistisches Zentrum, die Zeit de« imperialtsti- ichen Welthandels, dem auch die Kunst mehr oder minder werlvolle Ware ist. Sie mußte so eingerichtet werden, daß sie überall gangbar war, also Sensation, und sie mußte Riesenkormat« erlangen, um sich zu rentieren. Der oberste Regisseur diese» Theater» der Welt, welche al« künstlerisches SlboS kein anderes besitzt al» di« „Ethik des Kap taliSmu«", ist eben dieser Max Reinhardt." Die Problem« deS Theaters sind heute nicht durch einzelne Per« sonen zu lösen. Der materielle Unterbau ist neu zu fundieren, das Tbeater ist geiellichaftlich neu einzustellen. In Wien so gut wie bei uns, Bach formuliert seine Forderungen: „Durch eine Steuer muß jedem Staatsbürger möglich fein, das Theater zu besuchen. Zahlen wir heule alle iür daS Theater der Reichen, so sollten in Wahrheit die Reichen für daS Thealer aller zahlen. Die Kunst mutz nach ibrer gesellschaftlichen Notwendigkeit, mcht nach ihrem kapitalistischen Erträgnis gewertet werden." Prof. Leim» Erdman« ft. Der Professor für Philosophie an der Berliner UniversilSt Benno Erdmann ist im 70. Lebensjahre in Lichterfelde gestorben. Sein Name ist mit der Wiedererneuerung des KantianiSmuS eng verbunden. Mit einer Arbeit über Kants Lehrer Knutzen begann er. Al« Herausgeber, Kommentator, Dar- steller KaNtS hat er sich mannigfach verdient gemacht. Nach seinem Eintritt in die Akademie wirkte er an deren großer Kant« Ausgabe mit. Von seinen eigenen Atbeiien wird besonders die Logik geschätzt, die freilich ein Torso geblieben ist. Kuustchrouil. Paul Klee hat einen Ruf an das tum Walter KropiuS geleitete Staatliche Bauhaus angenommen. Der München« Künstler wird nach Weimar übersiedeln, wo Feininger Ilten und ander« Führer jüngster Kunst aus dem Bauhause einen Mittel?nnkt modernen Kunstschaffens zu machen beginuen,— Eine Ausstellung Alt-China- Orchideen-Kaktee» wird Ende Januar im Hohenzollerr.-Kunst- gewerbehaus eröffnet. vortiäge. Im Wissenschaftlichen Verein spricht Mittwoch Georgen- strafe, 8 Uhr, Herr Pislwg über„Ziele der modernen Musik. Der Ukraiaisch« Chor veranstaltet sente nächsten Konzerte zugnnst» der armen Kinder in Schöneberg am IS. Januar, 7 Uhr, Chamisso-Schul«, Barbarossaplatz Z, am LS. Januar, Hohen zollern-Schule. Kelziger Str. SS. Literarische Mittwochabende veranstaltet der Leon-Hirsch-Berlag jeden Mittwoch 7% Uhr im Scala-Klublaal, Lutherstr. 22—21, um neues Schrifttum, neu« Kunst und Musik ttt weiteren Kreisen bekannt zumachen. Der Berel» Berliner Bühnenleiter ist durch Bcschluf«wer General- Versammlung umWwandelt worden w einen„Bezilksverband Grof-Derli« deS deutschen Bühnenvereins". Zu« erlken Vorsitzenden wurde gewählt Dir. Haller.(Nollendorf-Theater), zum zweiten Dir. Beese(Theater des Westens), zu Beisitzern Felix Holländer(Deutsches Theater) und Dr. Martin Zickel(Central-Theater). Im Arbeitsausschuß ist die Freie Volks- bühne durch Nest vertreten. Philosophisch« Ptelsaufgaber stellt die neugegründet«„Bereinigung der der Freunde und Förderer des Posiüdistischen Idealismus":' 1. Di« Roll« der Fiktionen w der Erlenntnischeorte von Friedrich Nietzsche". Preis 3000 M. S.„Das Verhältnis der Einsteinschcn Relatwitätslehre zur Vhilasophie der Gegenwart mit besonderer Rücksicht auf die Philosophie deS AlS-Ob". Preis 3000 M. Näheres vom Schriftleiter der„Annalen dar Philosohie" Dr. R. Schmidt, Leipzig, Fichleslrage 13. Kr.15�ZS.Fahrgasg Seilsge öes Vorwärts vlettstag, 11. �anaar1»21 Groß'�erlw Zum Raubmord in der Krausnickstraße. Der zweite Mörder verhaftet. Der Raubmord an dem Kaufmann Moritz Hnischke in der Krallsnickitratze 2ö ift durch die umfajfenden Ztachforfchungcn der Kriminalpolizei restlos aufgeklärt worden. Sie tat die beiden Täter, den Urheber und die Mitwisser, insgesamt ö Personen, hinter'Schloß und Riegel gebracht. Bekanntlich war der einzige Anhaltspunkt für die Ermittlungen der Täter der am Tatort gefundene Hut, dessen Einlage aus einem hlcitungsblertt bestand, auf dem der Nam<> Bache stand. Die Kam- missare des Mordbereitschastsdienstes Kunze und Werneburg mit - ihren Beamten forschten zunächst nach allen Personen dieses Na- mens und stießen auf«inen fungen Mann, der seine Handschrift wiedererkannte. Dieser halte nun zunächst dafür, wie das von ibrn beschriebene Zeitungsblatt an den Tatort kommen konnte. keine Erklärung, entsann sich aber schließlich doch, daß er seinen ' Namen unter anderem auch im August v. I. bei einem Bekann- teu, dem Cheniffeur Erich Bläß, in dessen elterlicher Wohnung in der Ävnsianzer Straße auf ein Zeitnngsblatt geschrieben hatte. Wertere Weststellungen ergebend ann bald, daß- Bläß der Eigen- tum« des am Tatort gefundenen HuiAs war. Er war auf wenige Tage von Gelsenkirchen, wo er als Bergmann arbeitete, nach Berlin gekommen und konnte kurz vor seiner Rückfahrt dorthin hier vcr- haftet werden. Gestern endlich, als die KMmissare» ihn in die Enge getrieben hatten, bequemte er sich zu einem Gesländnis, daß ou dem Mord auch ein Mödeltransporteur Wendrodt beteiligt ge- Wesen sei. Nachdqm Bloß das Gefiändnis abgelegt hatte, subr fi rirnina lkom misiar Werneburg m,t ihm in einem Aulomäbil nach der Düsseldorfer Straße, um dort zunächn nach dem Kraftivogen- k'�rer Oguschewski zu suchen,'den Bläß nur.unter dem Namen „Christof" kannte. Man fand auch schließlich seine Wohnung und er wurde aus dcni Bett heraus-verbqstet. Er gab an, daß zwar Bruchmann an ihn herangetreten sei, er aber abgelehnt und ihn au.Wendrodt verwiesen habe. Nun ging es auf die Suche nach ihm. Er wurde in der Augsburger Straße ermittelt, als er neben ciitem Möbelwagen stand und festgenommen. Bei seiner Vre- neomung, die gestern nachmiriag stattfand, gestand er auch ein, an dem Raubmord beteiligt gewesen zu sein. Auf die Frage d« Kommissare, ob er sich über das Los des geknebelten und gefesselten „. nrnes keine Gedanken gemacht habe und ob er nicht damit ge- rechnet babe, daß dieser sein Leben einbüßen müsse, erwiderte er: „.rae habe ich mir wähl gedacht, aber das ging nun einmal nicht anders." Uebergangsverkehr ans der«traftenbahn. Vom lS.cJanuar ab werden für den Verkehr zwischen Berlin und den Strecken der früheren Heiligenseeer Straßenbahn, Köpe« Nicker Straßenbahn sowie der Linie III der früheren Berliner Ost« babnen(in Fricdrilbsfclde) Uebergavgsfahrslbein« zu dem Einheits- prciie von t.SO.M. ausgegeben. Diele Fahrscheine berechtige� zur Fahrt zp-ilchen Berlin und den Strecken der genannten, jetzt wir der Berliner Straßenbahn vereinigten Bahnen. Der Heber- gang auf die anschließende Bahn wird erfolgen imPerkehr Solschen Berlin und Köpenick in Köpenick. Linden-. Ecke Bahnhosstraße, zwischen Berlin und Johannisthal in FriedrichSlelde an der Kirche, zwischen Berlin und Heiligensee»Tegelorl in Tegel��chloßstraße- Drohender Streik bei der Hochbahn? Mit den neuen Lohnforderungen beschältigte sich eine von elwa 2000 Perionen besuchie Versammlung des Personals der Hoch« und Untergrundbahn. Nach einen, Re'erat Rothmanns über die neue Grotzorganrialion„Deutscher Ler- tehrSbund" wurde der Beitritt zu diesem Bund beschlossen. Tann wurde über die mit den Arbeitgebern gepflogenen Verband- lungcn Berich! erstattet. Aus diesem ging hervor, daß die Direk- i on bereit ist, dem Personal ohne Unterschied-t 0 P s. Zulage tür jede Stunde zu bewilligen. Das sei als unzureichend von den Vertretern des Personals einmütig ab- gelehnt worden. Man babe eine Ausbesserung im Rahmen der von den städtischen Arbeitern gestellten Forderungen verlangt. Nach längerer Aussprache, an der sich auch Per- treter der„Afa", tes Transportarbeiterverbandes und bei 'Metallarbeiterverbandes beteiligten, wurde das Angebot der Direl- tion von der Versammlung abgelehnt und eine Entschließung einstimmig angenommen, mit der Direktion sofort, über die ein- gereichlen Forderungen in V e r h a n d l u n g e n zu treten und— falls bis i! ach st en Mittwoch noch nicht damit begonnen sein sollte, eine sofortige Urabstimmug über die Arbeits- niederleg u ng einzuleiten. Der Zeitpunkt der Niederlegung soll von den Organisationen und der Verhandlung-kommissioii be- stimmt werden. An den eingereichten Forderungen soll die Kam- Mission festhalten. Konferenz üer Staüt- uns Sezirksverorüneten heute Dienstag, den 1 1. Januar, abends 7 Uhr. im Bürgersaal des Berliner Rathanses Tagesordnung: l. Die Besetzung der Bezirksämter. 2. Dos Gemeinbesteuerrecht und die Steuervorlagen des Magistrats. gy Die Mitglieder des Bezirksvorstandes iSfü' EGT find zu dieser Konferenz eingeladen."NE; Der Treforembruch bei üer Dkbsüener Sank. Mit Sprengkapseln, elektrischer Bohrmaschine und scharfen, metallösenden Säuren hatte eine Diebesbande gearbeitet, gegen die gestern die Strafkammer des Landgerichts I zu verhandeln hatte- Wegen schweren Diebstahls bzw. Beihilfe, Hehlere« und Begünsti- guug waren angellagt, der vielfach, darunter auch schon mit Zucht- Haus vorbestrafte Installateur August Mendt, der Schneids»' Eduard Przewesnik, der Arbeiter Wilhelm Schulz, der Ingenieur Richard K l i n n e r, der Elektrotechniker Hermann K ü ck e l h a b n und der Schankwirt Paul Becker. Dem An- geklagten Mendt war von dem bei der Filiale der Dresdener Bank in der Landsberger Straße 100 beschäftigt gewesenen Bureauburschen erzählt worden, daß die bei der Bank eingehenden hohen Werte sehr schlecht verwahrt würden. Hierauf baute W. den Plan auf, einen gewaltsamen Einbruch in die Tresor- räume der Bank unter Zithilfenahme aller modernen Errungen- schaften der Technik zu verüben. Klinner besorgte, wie die An- klage behauptet, mehrere Sprengkapseln und Zündschnüre, mit denen eine dreiviertel Meter starke Betonwand gesprengt werden sollie- Ta diese Methode wohl doch etwas zu geräuschvoll geworden wäre, versuchte man es mit der Anwendung ätzender Säuren, und als auch dies mißlang, kaufte Mendt in Ge- meinschaft mit Kuckelhahn eine Gesteinsbohrmaschiile mit elek- rrischcm Antrieb. In der Nacht zum 9. August vorigen Jahres gegen 3 Uhr wurde diese Bohrmaschine an die in dem Keller befindliche elektrische Leitung angeschlossen und die Ver- brecher bohrten den ganzen Sonnlag über ohne Umelbrechung die Belonwand an. bis eszhnen Momag ftüh gelang, die letzten Hindernisse zu beseitigen und in die sogenannte Silberkammer des Tresors einzudringen. Hier packten sie auf dem Tisch liegende Banknoten und Schmucksachen im Gesamtwerte von über lMillion Mark in einen mitgebrachten Kofier und verschwanden ungesehen. — Ter Krimlnalpolizei gelang es, die Tätcr nach einiger Zeit zu fassen, so daß die Bank den größten Teil des Geldes zurückerhalten konnte.— Die gestrige Verhandlung kam nicht zustande, da der Vor- sitzende. Lastdgerichtsdirektor Gerstel plötzlich erkrankte, so daß die Verhandlung einer Vertagung anheimfiel. Tie unzulängliche Ttraftenrciuigung. Vom Nachrichtenamt des Magistrats wird berichtet: Es ist in der letzten Zeit vielfach darüber geklagt worden, daß die Straßen der Stadt nicht genügend gepeinigt seien, namentlich betraf das die Sonn und� Feiertage. Nack den! bestehenden Tarifverträge�, ist die regelmäßige Sonntagsarbeil in ocr Verwaltung der Straßen- rvlnigung ausgeschloffcn. Jedocki sind;u den 33 Depots auch am Sonntag Wachen� vorlwnden, die verpflichtet sind, die Gullhs zu reinigen unq sonstige eintretende Schwierrgkeiten zu beheben. Es fit weiter Vorsorge getroffen, daß bei Schneefall oder Glatteis die Sonxitagsarbeit(Straßenreinigung) in größerem Umfange einzu- treten hqt. Der Nerwaltungsrat hat in'einer heutigen Sitzung beschlossen, auch bei plötzlichem Witterlingsumschlag oder wenn größere Niederschläge eintreten, auch an Tonntagen einen um- fangreichen Dienst einzurichten. Auf der anderen Seite dari das Berliner'Bürgertum nicht außer acht lassen, daß die finanziellen Nöte der Stadt zu größter Sparsamkeit zwingend Zwei Kriegsmillionäre in Haft. Unter Bezugnahme auf obige Meldung in der Sonntagnummer des„Vorwärts"«ballen wir vom Sohn des darin benannten Dr. Eurl Pariser noch folgende Zuschrift„Als Sobn des Herrn Dr. Paris« möchte ich im Interesse unseres guten Romens zur Kenntnis bringen, daß die Firma erst mir Herrn M. Cohen in Verbindung getreten ist, als Herr Dr. P. aus der Geschäflsleitung und aus dem Verbände der Firma ousgerreten war. Da? Saua- lorium war int April des Jahres 1920 in die Hände«ineS Ham» burger Konsortiums übergeganaen,»velches es im Herbst an ein zweites Konsorrium, dem auch Herr C. angehörte, weiterverkonsle. Da uns Herr C. als unfairer Geschäftsmann bekannt war. hätte Herr Dr. P. niemals»eine Einwilligung gegeben, mit diesem Herrn in Geichäftsverbindung � zu treten." Eine neue städtische Volksbücherei soll arii IS. Januar im Hause Grunewaldstratzc 6/7 eröffnet werden und werktäglich von 12— 6 Uhr der Benutzung zugänglich sein. Vom Kampf«m die Erwerbslosenunterstiitiung. In der gestern abend(in Nr. 14) veröffentlichten Mahnung eine� Angestellten der Neuköllner Erwerbslosentüriorge an die Erwerbslosen ist infolge Aussallens einer Zeile eine S i n n e n t st e I l u'n g mitstanden. Es muß heißen:„Wir können es wohl begreifen, wenn Verzweifelte in Ekstase geraten, können es aber nicht begreifen, daß man uns mit haßerfüllt« Grobheit entgegenkommt uns, die wir.doch völlig un- schuldig an den traurigen Zuständen sind usw." Der Preis des Essens ans der städtischen Voltsspeisunz ist auf L.üst Mark sür die ganze Portion und 1,25 M. für die halbe Portion fesigeiem worden. Die Erhöhung tritt vom 17. Januar ab in Kraft. Minder- bemittelte sowie bcdürstige Kriegsbeschädigte und Kriegsbinterbliebene können has Essen zum bisherigen Preise von 1,30 für die ganze Portion und st, 65 M. für die halbe Portion gegen besondere Ausweiskarte weiter- beziehen. Für die Minderbemittelten werden die Karten bei den znstän- digen Bezirksvorslebern, iür die Kriegshinterbliebenein bei den zuständigen Bezirksvorsitzenden der Kriegshinterbllebenenfürsorge, ausgegeben. Kriegs- beschädigte haben sich zur Erlangung der Ausweistorten schriftlich an die Abteilung des Magistrots für Kriegsbeschädigtenftirsorge, Poststr. 5. zu wenden. Tie Milchbeliesernug. Die Krankenkarten werden in der Zeit vom 11.— 14. Januar wie folg! beliefert: Am 11. erhalten die ll-Liter-Kranken- karten ü Liter Frischmilch. Am 12. toerden die'--Liter-Karten nur mit v«- Liter Frischmilch beliefert. Am 18. lind 14. erhalten die ft>-Li»er- Krankenkarten ts Liter Frischmilch. Als Ersatz für die Kürzung der '.b-Liter-K arten am Ist. und 12. Januar wird am 14. eine Bumse nuge- -pckerte Kondensvollmilch zum Preise von SPS M. ausgegeben. Die �-Liter-Krankenkarten werden ivie folgt beliefert: Am II. fällt die Be- liefernng aus, am 12. wird Ii Liter verabfolgt, am 18. fällt die Beliefe- rimg aus, am 14. wird M. Liter verabsalgl. Als Ersatz für die Nickt- belieferung der t4-Liter-Krankenkarten am st., 11. und 18. Januar er. wird am 18. Januar eine Büchse gezuckerte Jnlandsmagermilch zum Preise von 8,10 M. verausgabt. Tie angegebene. Belieferung bezieht sich«cht auf die sei« dem l. Oft»- ber 1820 zu Berlin neu hinzugekommenen Gemeinden. Kirche und Sozialismus. Ueber diese.» Thema findet heute abend ein DiSkusfionsabeud des Wahlvereins Friedenau 7'- Uhr in der Luiienschnle, Goßlerstr. 15, statt. Das Referat hat Gen. Pastor D e b n übernommen/ dos Korreferat Genossin Fran Bobm-Schuch. Eingeführte Gäste will. kommen. Straßenbohnen 66, 6g imd 0. Neukölln. Eine öffentliche Wählerve«sa»lmlung dos Bundes religiöser S o z i a l i st e n, 3. Bezirk( Martin-L utster-Kst rcbe), findet am heunflen Dienstag abends 8 Uhr im Jdealkasino. Weichselstraße 8, statt. Tagesordnung: Vorbereitung zur bevor- stehenden Krrchenwahl. Alle Genossen, die noch der Landeskirche angehören, werden ersucht zu erscheinen. Eine Aktentasche mit Beitragsmarken und Mitgliedsbücher» de» B u ck- binder-Verbandes ist einem Bezirkskassierer im'Stadtbabnzug zwischen Potsdamer Platz und Weifensee abbandengekommen. Der ehrlswe Finder wird gebeten, dieselbe im Bureau des Buchbinder-Berbniides, Engel- nser 15 II, Zimmer 39, abzugeben, da der Verlierer efiatzpslichtig ist. Marionetten-Theater des Jvgendawt« Neukölln. Vom Mittwoch, den 12., bis Sonnabend, den 22. Januar, gelangt da» Austatumgsmorchen „Der gestiefelte Koter" zur Ausführimg. Ansang 8 Vi Ulir. Eintrittskarten zum Preise von 75 Ps. sind im Rathau». Zimmer 226, z» habe». Die Borstellungen finden bis 15. Januar in der Aula der Albrewt-Dlhev- Oberrealschule, Emscrstr. 137, ab 17. Januar in der Aula de? Lhzemvs, Berliner Str. ist, statt.* 8! Schweres Blut. Roman von Juhani Aho. „Jetzt ist deine Liebste., wie ste sein muß!" „Zo gewiß, ja.. lind Jtisxi summte und lachte, drebte sich hin und her, luachle ein paar Schritte, hielt an, summte aber gleich wieder vor sich hin. Und 3chemci.fka stimmte in demselben Tone mit, Auge in Auge mit Marsa darüber lachend. „Nun fehlt noch eine Spange."» „Gib auch eine Spange her, gib auch eine Spange, wenn du eine hast!" stimmte Istha bei. „Ich habe ja schon eine Spange," fache Marsa. „Eine aus Messing— ja?" fragte Schemeikka. „Mnnst du etwa eine goldene?" „Messing mag zum Linnen passen. Seide mußt mit Gold du fassen.", „Gold?" barmte Marsa- Iuha sah, daß es sie danach verlangte. Einmal veksanche doch auch Marja nach etwas! Und wenn es den Preis eines Pferdes' kostete, sie soll hatzen. was sie sich wünscht. ..Zeig dein« Spangen, zeig!" Wieder taucht Schemeikka die Hand in den Ranzen, hebt ein Bündel bervo'r, das rn seidenen Stoff eingeschlagen, mit vielen Bändern verknotet ist, öffnet es, löst es mit den langen, geschickten, schlanken Fingern auseinander, indem er die Litzchi mit den Lwp?n sammelt.— in seinen.Händen enthüllt sich ein Kästchen voller Dinge, die in immer feinere Seide gewickelt sind, van vielerlei Gestalt, von vielerlei Größe, die legt er aus den Tisch in einen.Hausen, packt sie wieder weg— silbern schimmern, golden glänzen sie— eins läßt er schließlich zurück. wickelt es auseinander, zwischen Damnen und Zeigefinger hängt ihm eine Bmstfpange von goldener Farbe, mit leuch- tenden Perlen, mit einer, Kette auf beiden Seiten— was Marja. alles, den Atem anhaltend/betrachtet. „So, die wird passen!" „Nein, nein! so etwas nehme ich nicht!" „Nrmm's nur— nimrn's n*rl" „Was für ein gräfliches Gold mag da? kosten?" „Laß eS kosten, was vs will!" sagte Iuha. „Du wirst doch nicht?" ich werdet"- Und Inda lief in demselben Augenblick hinaus und über den Hof nach seinem Speicher. „Zeig doch," sagte Marja und ergriff die Spange und versuchte sie unter ihrem-Halse anzubringen. „Komm, laß sie mich festmachen," sagte Schemeikka. „Weshalb dich?" „TaS ist so Sitte bei uns: wer etwa? gibt, der steckt es an." „Gibst du sie fnir etwa?" „Kannst ja warten, wie sie der Alte amkeckt— wenn du meinst, daß er es besser kann." „Nein, das nicht— aber ich nehme doch von einem Wild- fremden nichts geschenkt," sagte Marja, wie in Angst. „Von einem Wildfremden?— meinst wohl, von einem deine? eigenen Stammes?" „Was weiß ich, welchen Stammes ich bin!" „Aber ich weiß es und— sehe es." „Was stehst du denn?" ,�Ich sehe, was ich sehe"— und etwas zurücktretend maß Schemeikka sie vom Kopf bis zu den Füßen—„eine fchörre Tanne aus Karelien, eine Tanne mit stolzer Krone, wenn sie noch mit einer Blume gefchmückt wird." Schon befestigte Schemeikka. seine Spange an Marfas Briifi, schob die linke Hand unter dos Tuch und lüftete es. stach die Nadel mit der anderen.Hand von oben durch und von unten wieder bervor und ließ sie einschnappen— longsam ging es, aber schön wurde es, an den Schultern drehte er sie um, strich ihr über den Rücken' zog wieder glatt, weil es etwas schief geraten war. Marsa rnbte wie mft dem Rücken an seiner Brust/ hätte sich gern an ihn gedrückt, tat es aber nicht— ihre- Prüft Hob sich, ihre Augen flammten vor Entzücken, Schüchternheit, Behagen und Scham. „Jetzt, ist es gut— setzt wird sie sitzen." Schemeikka drehte sie wieder um, entfernte sich, näherte sich imd machte einig« Schritte um sie herum, indem er Juhas Bevicanngen nachahmte: .Setzt ist die Liebste, wie sie sein muß— so ist's— so ist's! gewiß— za gewiß!" und er summte dazu wie vorhin Iuha, und Marja brach rn ein schallendes Gelächter aus. und Schemeikka fiel ein. Plötzlich, schnell wie eine Katze, hatte Schemeikka mit beiden Händen Mgrfas Geb nk« n-faßt. „Es ist noch eine andere Tiitr in unserem Lande." siii eine Sure?" Marja will ihm mutig ins Aug« sehen und sieht ihn trotzig, ohne Furcht, ohne Wanken, aber mit aesvannten Zügen und auch mit heiß brennender Stirn an. „Was für eine �oitte?" Schemeikkas Gesicht war ihr so nahe, daß es ihr dunkel vor den Augen wurde. „Für die Brantspange erhält der Bräutigam einen Kuß zum Lohn." .�Er kommt!" «ie flüsterte es. Man hörte Iuha kommen, zwei Schritte, der eine schwerer als der andere, auf dein knarrenden Fuß- boden des Flures. Schemeikka ließ Marja lös, schob sie mit raschem Schwung gegen die Tür auf Jnba zu. „Jetzt ist die Liebste, wie sie sein muß? Da ist sie in Seide und Gold! Sieb, ist sie nicht schmuck so?" „Das ist sie, das ist sie— gewiß, ja gewiß." Genau, wie ihn Schemeikka vorhin nachgemacht hatte!— er tat ein paar Schritte, drehte sich herum. Und Marja und Schemeikka brachen darüber zusammen in«in neues Gelächter aus, gerade wie vorhin. Jnba aber warf— ein wenig prahlerisch— ein«.Handvoll-Silbergeld auf den Tisch. „Das ist sür das Tuch und die Spange. Ich frage nicht nach dem Preis— nimm, was es kosten mag." Schemeikka nahm das kleinste Geldstück, warf es in die Höbe, knipste mit den Fingern, sing es ans und ließ«s in die Tasche gleiten. „Weshalb nimmst du nur das?" „Das ist auch schon zuviel." „Warum schenkst du mir denn aber etwas?" „Damit du mir ein Gegengeschenk machen kannst." „Wenn«r dos aber schon getan hat!" entfuhr es Marja. „Was denn?— ach so!" Sollte er es wirklich erraten haben— dos Vorhaben der Teerbrenner, und wollte sich so ans feinfühlige Weise erkennt- lich zeigen? Das ist ein reckster Kerl, ein braver Mann! Und Julia hatte nicht oft einen Gast mit so warmem Herzen zu Tisch gebeten wie jetzt Schemeikka zu der harrenden Mahl- zeit, zu der Marja. mit dem schmucken Tuch um die Schultern und der leuchtenden Spange ans der Brust und mit einem n- fri'Nmet, Lächeln ans den Lippen, von der Stube in den Vor- rat-sl iich.'!' i'.ak im- der, VwratK-vr-ckvr in d'" Sftib« mlend, immer neue gut« Sachen herbeitrug.(Forts, folgt.) t Sah, Smusf Set«irtfchastskltrsvs&Ba �hacaAticu*' tm bot va»d«tShochsch»K, Bttlio findet fetne Fortsetzuno am Mittwoch, den 15. Januar, 7 Uhr, mit„•,- �. einem Bortrog, den Wert Zrölich, Geschäflsführer des Dentsch-Lrq«« matyauonrax«. tinischen Kentralderbandes über„den Einfuhrhandel,, öffentliche Arbeiten und Eleltrizitätswirtschafl". ..«rfte. H. Zorich, Si«as»i»K». I. Hanteeott,»Srsech««.. 9仫ag» norfträ�e.— 11*. Am.(gudUnSetg). Haadarbeitssaal de, CZeilien-Lnzenrn,. ßilmfihau. Ein tragisches FUuifptel«Die Xateuinfcl' wurde ttnä von der Decla im U. T. Nollenöorsplatz beschert. Es sollte etwas ganz Neues ge- geben welden, alle Zpannung ging daraushtn i man Iah enttäusch»— wieder das liebliche. Die»arderobe und Annenausstatlung lireng«vressionisiisch und gut, lobenswert auch die Photographie und Ausnahme, jedoch bei dem Gipfel der Sache, der Toteninsel selbst, die pus suturiftische« Meeren hätte tauchen müssen, sah man fackUn! Der Inhalt des Jilms ist eine recht und schlechte Dartante des Motivs der Gejchivisteriiebe, mit dem beruhigende» Schiust, dag die Verwandtschaft nicht vorhanden sei, und darum.,. Den eigenttichen Eisolg halte der Film duich leine Darsteller i Die Inseressante LtlDagooer, tbr Partner Waller I a n« e n immer aus guter Höhe. Und in tleineren Rollen Bernhard Götzle, Mathilde Sussin und Olga Wojan, die olle ihr Bestes gaben. „Geschwister varelli", eine Zirlusgeschichte, die Leben und Lieben eine» Artisttngeschwisterpaares mit etlichen dramatischen Zuspixungen etwas sentimenlaier Art behandelt, beherrscht zurzeit das Programm des Mozarts aale S. Die gan-.e Sacke ist recht bewegt und abwechslunas- reich, vollzieht sich zwischen XLarderobe mid Manege und endet lwi« die meisten Zirkusgeschtchteii) mit ewem Sturz anZ der Ziriustupvel. Man soll an dergleichen Dinge keinen zu strengen Maststab legen, besonders wenn üe in so guter Manier von Echel Orrs, Theodor Loos, Ferdinand von Alten und Klein-Rhodeu dargestellt werden. Schauburg.„Präsident Barrad a*. von uns gelegentlich der Preflevorsühruna bereits besprochen, erlebte seine Uransführimg und er- Seite de» Beifall des hier immer dankbaren Publikums.— Ferner rollt« ir Film„Die Töchter des Eichmeisters� von Joseph Delmont über die Leinwand. Biel ist darüber nicht zu sogen. Einige Menschen- linder, die sich lieben, finden nach ziemlich unnötige»„Duldereien" ihr Ehegluck. „Der Dammkopfih Die Besucher des T�auenhienpalastes wur- de» bei der Erstauffuhruni-•'" Bei> t" aller verwanistschastlicher Intrigen seine Liebe zu den Menschen' nicht bei* ueren will. Unter der geschickten Regie Lupu Pick«— hervorgehoben seien die„langen Gesichter ver Verwandten—» ernteie der Film große» und nicht unverdienten Beifall. Äett Richard-Osw-ld-Lichtspiele» läuft mtlcr der Regie Adolf Gärt- »nt.„bistortsch f-geinde Film„Napoleon tt** � l?1■-® 0" lann eme solche Menge stofflichen Mate. " bmeinpressen. Die Redolufions. und«ampfszcnen tonnen auch mit emer klnnen Anzahl Statisten eine imposante Wirkung S$'r"si�en- Ludolf Leitniver und Ellen Richter gaben sich mit ihrem Spiel«cht große Muhe; dennoch wurde der Film sehr kühl aufgeuommen. Grsß-Serliner parteinachrtchte»». Heilte, Dienstag, deu 11. Januar: » tckharlottenbilrg). izj Uhr Abteilungoersam-nlun-»«i«rland 0..Wahlen". L-ferent Kenoss««vliedt.- 121. Abt.(NarlshoeN. Arth, Treskowallee, Scke Nraufenstroße. " Referent Senosie Altmeier.— lAU Adt.(Rte»ee-«ch»n- „Die volttische Soge.....»»WWWWWWW�. bausen). 7>,h Uhr tm Lokal Wilhelmshof.— tzz. Abt.«ch>. 7ih Uhr hei IJUIUUUA, Hauvtsu . E.. m Kahlabend im«Sei t J f chaftohan« Peierehagen.Zredersdors. 8 Uhr gemeinsamer Zahlabend bei Madel in Peters- Hagen.— Nowawe«. TA Uhr in den Deutsche« Fsstsälen(kleiner Saal. Sin. aang Friedrichstraß«),„Die politische Lage und die kommenden Wahlen." Re> smnt Genosse Möhns.— Zeuthen. Ordentliche Generalversammlung im Lokal dea Genossen Zameiiat. Beauitenversammlusg. TA Ubr bei Bafchin. und die Polizei.' US. Abt.(Adler ebofs. Grüne Und blan« Polizei. Vi Skdanstr. 3/4.„Sic Wi-tschastslage. die Landtagswabl«» Referent Arthur«ldinus._. Mus See Partei. Der Bezirksparteitag»es Bezirks linker Niederrhein, der am L. Januar in Krefeld tagte, nahm nach einem Referat de« Ge- nossen Schluchtmann über:„Die politische Lage" folgende Kandidatenaufsiellung für die Landtagswahlen vor: Schluchtmann. Lewerentz, Brandt. Müller. Frau Müller, S-le. Fräulein Strattnann. Rüland, Rotgang, Gaulle. 20000 neue Mitglieder m 14 Tage«. Die..Werbewoche" Hai Oesterreichs in 14 Tagen der sozialdemoiratischen Partei 20 000 neu« Mitglieder gebracht. Die Lorg schahlichen Ina. Di, 0 l«s.«tt..lÄSventckZ. 7 Uhr abend, ,.rr,„<-ich�Vrg)"-7�H/'ÄDf-d..rS� «no-rpromenad-. Referent.senosse H. Eöng«/- Zungst.»i� � Birlbag P«? Baranowski.— 114. Knoorpromenadc. Referent Genosse— Z»n 1$ llhr bei Schlenkwich, Simplonstr. 42.« Kot �.Referent Genosse Lchudarih. Gruppe St UM.rLltu»gsabZck? s''***»°!'»°Wirh-lm.Str-h,-.chle. Sef. 2®i>ra«»e Mittwoch, de» 12. Aaunar, abends 7 Uhr: Mitglleüeroersammlungen. i. 87(88.„Politische Lage." Referent Alfred «omlnandantenstr. 88. Referent Genosse lsabe. l. Abt. 87(88. Arndt-Realschi die Wellhcrr' »om Bezirkstag.— S. Abt. amerikaniflde Kampf um Pastenhofer Brauerei, 7. Abt. Blücher. Genosse Batzlke.— » Äb7*XX.Si7£l?'tS �ssnoi-gewahlen." Referent Genosse Hexfchold.— SSÄ5» s-Ä-z» �anti.-iz._Abt. Glici -ndtaaswahl." Referent Kar Sngelnfer IS.' KAigl Landi werter,___ Bruns.— 17. SchnUuIa, Sörongemt. 128.— Referent Pastor Wasserto-str. ö«„Wichtig. Kragen für die ��..7- � HeMixtfchaftshau», Saal 1, Referent Franz .Die kommenden •f™' V.— i».«bt. 2. Hand. #tfÄ- i-.--.ötagfioa�Ien.* Referent Bernhard ulaula, Vohenlohestr. 10. Rek«r-n>~ s-dle�.'- 28.®»: �®tt-**.■"Di» Sandtagewahl." Referent Senoss« e�Slthm»« Ii1'«ch-whauser Str. W 24. Referent Dr. Striemer.-— tu.«5t Wichman«, Weißenburstet Str. I. Referent Dr. Lob- Land tagowah�" � � taann,— 27. Abt Gchnlaulai Rnppiner"Str. Ii. wnt Erich KntMer.- Ä.«bt Schulanla. Schönhauf-r'w:«°'lS8?.' dt«ula,—-" ---- ließer Str. 7.„Die Schulaula, Sonnen- st-rnng."' Referent Sinske.— M. wählen." Referent Huqo Poetzsch. r Ju?bt S»ulaula,'Schönsli° wirtschaftliche Rot." Referent Genosse Knie?-- A. Abt."' durger Etr.-� 20.„Die Landta, J---- Echulaula,< Berbtndung «chulaula,!______ feiner,_ 85.«bt «ettofssn BahmeSchuch,— 37.«bt Artushof. Berleberaer Str. Referent Dr. Loh. ««. Refe- ,.__—___, Do�iaii Senefelder Str. 8.„Sandta !l«n." Referent Die Land- nroggenee«arase. � 0».»or. IN. Galoanistr. lS,„Die Land- lbt.(aherlotteebmg). TH Ubr -Ecke,„Die kommenden Land» tagewahlen. Referenti» G-nosfin Eye, M. d. 8.- 38. Abt Frank, Brücken- «s ä»"'S ssfiÄt- ä echufoula. De fielet Str. 20.„Dl« Landtagswahl." Referent Genosse Lepdre.— �Ä�tr. 82.„Die Landtagswohlen." Referent«enoff» «chulaula Prinzenalle« 8.„Preußische Dersossung." Re- » D- Springer.— 45. Abt. Echulaula, ühristianiastr. 8«-8«.„Dre Land- tagswahl. Referentid Gertrud Hanna.— 4«. Abt. Schulaula. Plantaaen- straße lS/17.„Di« Landiagswahlen." Referent«illo Graeoer.— 47. Att echulaula, Lütachet öStt. 17/Ä„Die Sandta-lswahl" Referent Genosse «eide.—«8.«bt Schulaula, Sfenerstr. 6/8."'"'-■- Lcgien und die Gewer?. ,-r, Schlost.Aässno, stalserin-Augusta.Mee,«che Taumggeti�'G?«a�e.«t�Ab? (Eharlottenburgf. 7/, Uhr im Lokal Birnbaum. taaswahlen." Referent Eenoss« Fendel.- 65.«bt, dei Jakob. Bismarck., Ecke Sesenheimer.Straßen tagswahlen. Referent Genn"-----—— im Rest, Goethepark. rent Dr. Ralkmann. 14. und 18. Gruppe... straße 2. Referent Eenpss, Wagt burgisch» Str. 76.„Die Adftiwung d«r Hohrnzollern." Referent Abg. Kaller. Bordereitungsarbetten zur Landtagswahl.— 7«.«bt(«iliueeetorfl. 7U Uhr bei Pieper,«aste-uer. und»aVeinjfch«-Gtraße».Sck«. Di« oltee»uaäienäL k«ten nuttringett.— 72.«bt(ffitiiecteborf). B«. A Aöhlabend Ed Kaulor. Äsfe w. Vi Uhr Mitgliederversammlung in der Echulaula,(l-u-iastr.«."inf£u Friedenau, Hauptstr. 85.„Die Sozialdemokratie einst und i-»t," ztekerent Genosse Petersdorff. Bericht»om Bezirkstag.— W,«5t(Lankwilil.«ib. glieberverfaimnluns bei Lehmann,»aiser-Wildelm-Ätraß« zi..Zandtag». wählen." 87.«bt(ReukiMn). Bezirreversammlungen. 70. Dez.- RuSk, Hermann., Ecke Seinestraße; 8«. und SS, Bez.! Lehmann, Bodesir. lg- 87 Be,: Ganzmann, Iouasstr. 80; 88. Bez.: Route, Warthefte. 10; Ä. Bett Rerlich. Siegfried str. 48; Sil. und VI. Bez.: Srüger, Smser, Ecke Reistestraße.—, 18t«bt irreptow). 7 Uhr Gemeinsamer flahlabend in der Echule Wildenbrnchstrast«.— l«.«bt(«Wetehof). 7>4 Uhr Mi tgliederpersammlung in der Schulaula Bt». marckstr. 5«.„Aufbau der politischen Orgauisatlon und die kommenden Land- tapswahlen." Referent Senoss« Bendeler.— 11«. Abt. sGrünan). Vi Uhr veffentlich« Wiihierversammlung bei Buchholz, Friedrichstr. 27,„Die � .- jKtKl ing bei Buchholz, Friedrichstr. 27,„Dt, pokitilche Lage, die Landtaq-wahlen und die Stellung der Beamten," R-ierent Dr, Sech. ltn.— 115.«bt(LIchtenbeeg). Silk, Dder-, Ecke Seichselstraste. E'öder. Iuna straße!S. retemeyer. Äronpriilzenstr. 18. Krume, Giirtelstr. 17. U8. Wirtfchast Ar Wirtschaftslage. ige bei der L 0? tv e Zl.-G. sind auch so« ihrer Wirt- ________ besehen von weiitrrgender Bedeutung. Der Sireitfall nahm bekanntlich seinen Nusgang davon, dast die Kurz- arbeiter einem Astispruch aus erhöhte Beschäftigung geltend macht««. obwoA die Werk« der Gesellschaft berertst erweislich auf Lager g« arbeitet hatten, die Kurzarbeirer ginge« auch an den Tchpi, -ftc ihnen keine Bsfchäfngung zugewiefsn wurde, in die Bc triebe und schließt ick kam es dann zu den Berbawdlungen» die mit einer Stillegung de? Werkes endigten. Wenn nun von kommuni- stischer Serie mit dem Gedmiken gespielt wind, die Werke zu besetzen, so fragt man sich, welcher wirtschaftliche Zweck mit einer derartigen Maßnahme erreicht werden könnte. Es ist ja schliesilick d« Loewe A.-G. nickt allein, die in der letzten Zeit unter der Absatzstockung gelitten hat. DaS schreiende MitzverhältniU zwischen Kaufkraft der Bevölke- rung und Warenpreisen, das schon Mitte vorigen JahreS Anlaß zu langen Debatten im Reichswirtschastsrnt gegeben, hat. be- steht heut« noch und wirkt auf den Jnlandsabsatz der Industrie hemmend ein. Damals hatte der ReichSwirtschafisrat m einer Reihe von Vorschlägen die Forderung ausgestellt, die produktive ErverbSlosenfürsorge auszubauen und daneben vi« Reibe von SoziolrsierungSmahnahmen vorgeschlagen, von denen— dank der Uneinigkeit det Proletariat»— bisher noch keine erfolgt ist. Die schon damals geforderte Angleichung der Warenpreise an die Kauf- kraft hat nur auf vereinzelten Gebieten und auch hier nur in verhaltnismästi« geringem Umfange stattgefunden, so daß van einer Berbilligung wenig zu spüren ist. Hat doch auck kürzlich erst die Berliner LanbelSkammer den Preisabbau für industrielle Erzeugnisse,«ginnend beim Rohstoff, gefordert und ebenso wie seinerzeit der ReichÄmrtschaftSrat Vi« Vermehrung- der Güter. erzeuffiing all Ziel der BrckduktionSpolitik hingestellt. Während im Fnland der Absatz stockt, eröffnen sich der deutschen »«»fuhr noch graste Möglichkeiten dackurck. dost e« durch seine Valuta und durch die im Verhältnis zu anderen Ländern niedri» gen Arbeitslöhne konkurrenzfähiger ist als die meisten valutastarke« Staaten, die jetzt schon von der' Weltwirtschaft auf daS schfvcrst« betroffen find. SuSgchend von Japan» hatte sich Plötzlich, nachdem man lange aus einen erhöhte« Warenbedarf der Welt gerechnet hat«, ein Warenüberschust gezeigt, der zu Preisstürzen und umfangreiche» ProduktivnSeinschränlun.zen geführt hat. Di« Arbeitslosigkeit griff um sich Deutschland ist von difien Evschei- wungen eben wegen ssiner verhalt», iSmästig geringen Erzeugungskosten noch nicht im gleichen Umfange betroffen worden. Im Gegen- teil: die valutastarken Länder klagen über die Schleuderpreise für deutsche Waren am Weltmarkt und ftseffen Gegenmastnahm-n durch Einfuhrverbote und Einfuhrzölle, obwohl durch die deutsch« Austen- Handelskontrolle dem schärfste« Mistbrquch de» Valutaunierschiede» bereits seit langem enr-ze�engowirkt' wird. Dabei lästt es sich natür- lich nicht vermeiden, dast einzelne Industriezweige, die sich zu stark auf hohe Weltmarktpreise eingestellt haben, auck jetzt schon von den Krisenerscheinungen am Weltmacht in Mitleüxnschast gezogen werden. Man kann nun wirklich nicht singen, das, durch die Arbeits- kämpf« und besonder« nicht durch willkürliche Eingriffe in die Pro- duktion, wie sie die Besetzung von Betrieben wäre, die inländische Kauftraft oder die Kauflust für deutsche Waren am Auslandsmarkt in irgendeiner Weis« gefördert wird. Es gehört der ganze Fana- ttSmuS der Räteutopisten dazu, von einer Fabrikkontrolle oder gar von einer Erschütterung der ganzen Rechtslage durch Burschmanöver irgendeine Wirkung auf den Warenabsatz zu er- warten. Mit der Ware aber, die aus Safter liegt ist« die, mn über- Haupt vom Lager zu komm«,, verschenkt oder verschleudert wird, kann ouch der verwegenste Kommunist keinen Loh« bezahlen. Worauf es also ankommt, ist, durch eine geeignet.'. Preis- und ProduktionSpolitik die AuftragSbeschaffuna für die Industrie im ganzen und für daS einzeln« Werk im besonderen zu ermöglichen. Dazu gehört allerdings positive Mitarbeit an der WirtschaftSgesetzgebung und Verwaltung, die von denen nicht er- wartet� werden kann, vi« im verblendeten FanrtiZmuS die radikale Umwälzung des Wittschnftsshstems kür möglich hakten. Die Sparkasse« im«oveuiber. Di« deutsche Dparkassenfiatistik weist im November 1920 wieder ein« Zunahme der Ein- lagen um 250 Millionen Mark auf. Diese erstreckt sich nicht ckuf alle Sparkassen, vielmehr sind bei einzelnen größere Abhebungen erfolgt, währettd sich an anderen die Einlage« stark vermehrt haben. Bötsenruhetage. Vom Börsenvorstand sind für den Monat stanuar die Mittwoch« am 12., 13. und 26. als B ö r s« n- feiertage bestimmt worden; an diesen Tagen findet nur De- vifen-, Metall- und Produktenverkehr statt. Neuorganisation im Teztileinzelhandrl. Eine Neuorganisation de», gesamten Textileinzelhandels auf breitester Grundlage ist he- Üblossen. Die Zentrakorgonisatstzn der Fachverbände de» Textil. einzelhandÄs soll gemeinsam mit den teßständigen Ort»verbänden zu fcitsm Spttzanverband, dem Feutraldund der Fach, und Ortsverbände des Textileinzelhandels, ausgebaut werden. Gericktszeitung. dke Einbrecher Strauß vor Gericht. Die Ein. und Ausbrecher Gebrüder Emil und Erich Stravß, deren Straftaten sie gewissermaßen zu„Berühmtheiten in der Per- brecherwelt gemacht haben, werden in der am Montag beginnenden SchwurgerichtStagung de» Landgericht« lll unter Vorfitz de« Land- gerichtsoirektorS Sngelmann abgeurteilt werden. Sie stehen unter der Anklage de» Mordes und de» schweren Diebstahl», mit ihnen haben sich die Gel-ebte des Emil Strauß, Arbeiterin Anna Behrendt, der Händler Kurt Hermann, der Kellner Llfted' (Lichte uberai. MWer. WühMch.',Ccke H-lteistreße. Bronnee. W-kcrftn 18�- EnderS und die Schneiderin Luise Lehman» geb. Aschenbach ia CM.»ichie�«ck. P-w-d-ck. Hauptstr. W.- 118. AM. I wegen Beihilfe zu veramwort«. Die beide» Bruder Strauß habe« ! am st. 1s. ISIS i« der Gutneafiraße SS de« Krlmisakwachlmelsier Erdmann niedergeschossen und versucht, den Kriminastvachtmeister 1 Treichel zu töten. Emil Strauß, der ältere von beide«, ist mehr» mals zu Zuchthausstrafen verurteilt worden, entwich s. Zt. m kühner Weise aus dem Polizeipräsidium, wurde wieder ergriffen und zu einer Gesamistrafe von 13 Jahren Zucht baus herurteilt. Sein Bru» der Erich, der auch schon mehrfach dorbestrast ist, im Gefängnis ab» sichtlich unverdauliche Gegenstände verschluckt hat. deshalb operiert werden mußte und mehrere Monate in der Irrenanstalt Eberswalde zugebracht hat, ist an ven Einbrechorfahrten seines Bruders beteiligt gewesen, und mit diesem zu 13 Jahren Zuchthaus verurteilt war- den. Emtl Strauß brach in der Nacht zum 0. Juli 1919 aus cker Strafanstalt Naugard, wo auch Erich Strauß seine Strafe verbüß«, au» und hielt sich seitdem in Berlin verborgen. Er hat dann den Plan, verfolgt, seinen Bruder aus der Strafanstalt zu befreien und diesen Plan am 27. Niwember 1919 in überaus kecker Weise mit Hilsz von Strickleitern und Dietrichen ausführen tonnen.. Beide Bruder hielten sich unter dem Namen Emil und Erich Vogel bei der Geliebten des Emil Str. in der Guineastvaße 81 auf, machten sich aber balo durch groß« Geldausgaben verdächtig. Sie hatten im Verein mit anderen. Komvlicen inzwischen u. a. den großen Ein- bruckSdieKsiahl bei der Äonfekiionshrma Treiel in der Niederwall- straße begangen, bei denen ihnen für zirka 4O0 000 M. Seidenstoffe zur Beule gefallen waren. Als der Kriminalwachtmeister Erd- mann mit vier anderen Beamten sich in die Wohnung der Lngeklag- ten Frau Behrendt begab, um dort Feststellungen über die»Gr- brüder Vogel zu machen, wurde dort gerade eine Geburtstagsfeier abgehalten; eS kam zu einer Schießerei, die von EmU� Strauß da- mir cingelenet wurde, daß er mit einer Pistole aus nächster Näbie der Reihe nach auf die Beamten schoß. Zuerst wurde Erdmann, schwer verwundet, niedergestteckt. der Kriminalbeamte Krumpholz erhielt«inen Schuß in» Auge, so daß er diese? verlor, die übrigen wurden weniger schwer verletzt. Erdmann ist am nächsten Tag ver- storben. Auch Erich Strauß hat auf die Beamten mit einem Re- dolver geschossen; nn ganzen sind von den Gebrüder» Strauß i) bi» 30 Schüsse abgegeben worden. Als die Beamten kampfunfaln,! gemacht worden wäre«, ragten die beiden Brüder alle» in der Wob- nung versteikie Pansifrgeld zusammen und verließe« durch das Bodenfenster über die Dächer unbemerkt da« SauS. Sie fanden mit Hilf« des Hermann und des Ender« Unterschlupf bei der An- geklagten Lehmann. Dort sind sie festgenommen worden. Tie Verhandlung wird am 20. d. MtS. und an den folgende« Tagen stamm den. Da es sich bei den beiden Hauptangeklagte» um äußrsi gefährlich« Verbrecher handelt, die jede Gelegenbit zur Flucht auö- zunutzen verstehen, werden die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen._ Schieberprozeh Popp u.(Sie. Nach dreitägiger Verhandlung sprach das Landgericht Hamkmr? am Sonnabend das Urteil in dsm großen Schieber- und B(■ trugsprozeß gegen den Studenten Popp au« Bukarest, den Kaufmann Siegfried Mittler aus Wien, den früheren Dhealer- direkwr Hanno Hannoschek, den Kaufmann Heinrich Lieb- mann aus Wie» und den Kaufmann Otto Tegt mayer, die beschuldigt waren, durch betrügerische Handlungen die Einkaufs- zentrale in Berlin und andere Behörden und Personen um mehr als 800 000 M. geschädigt zu haben, während der Versuch, die Stadt Dresden um 6,3 Millionen Mark zu schädigen, miß- glückte. Ts handelte sich um den Verkauf von mehreren 100 000 Büchsen Pferdeflerschkonserven, die als Rindfleisch verkauft wurden. DaS Gericht verurteilte Popp zu 15 Monaten Gefängnis und 50 000 M. Geldstrafe. Mittler zu 2 Jahren Gefängnis und 50 000 M. Geldstrafe, Hannoschek zu drei Monaten Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe und Tegl meyer zu 1000 M. Geldstrafe. /Iul aller Welt.. Raubüberfall. Jnff Schladen sDraunschweig) drangen Sonnabend abend drei Bewaffnete in da« Haus des ZimmermeistetS P f a n»- fchmidt ein und zwangen mit vorgehaltenem Revolver dl« im Erdgeschoß anwesende Frau Pkannschmidt, den Geldsckrank zu öffnen. Drei im Erdgeschoß anwesende Angehörige de« Haushalts wurden von den Räubern in den Keller geschickt, dort bewacht und unter Drohungen gezwungen, sich einige Zeit ruhig zu Verhalten. Indessen wurde oben der Geldschrank ausgeraubt. Wie die.Braun- schweiger Landeszeitung" berichtet, fielen den Räubern 4 00 00 M. bares Geld sowie Schmucksachen in die Hände. Der Ueberfall ing so ruhig vonstatten, daß der im ersten Stock anwesende jimmermeister davon erst erfuhr als ihm seine Angehörigen na» Ibzug der Räuber Mitteilung machten. Die Räuber, die sich als Arbeitslose bezeichneten, find unerkannt entkommen. Beerdigung der Flensburger Opfer. Die Beerdigung der Opfer der kommunistischen Torheit ist ruhig verlgufe». Bei 10 Opfern folgten nur die Angehöriger., während in einem andere» Falle eine Gewerkschaft>n Starke von 1500 Mann mit Musik reilnahm. Außer einem Geistliche« sprach ein Sozialdemo kr at�ind ein Vertreter der U.S.P. Sonntag, früh 6 Uhr und bis in di< späten Abend stunde» hinein fanden in sämtlichen Straßen und Häusern Haussuchungen nach Waffe» und Munition statt. Das Ergebnis liegt jedoch noch nicht vor. I» der Fabrik verbrannt. Einem in einer Schokoladenfabrik i» Köln-Wülhei m ausgebnoHtnen Feuer ist ei» in dem Fabrikgebäude wohnend« Angestellten der Fabrik mit Frau und Kind zum Opfer gefalle». Eisenbahnunglück bei Aache«. Bei der Ausfahrt au» de» Hauptbahnhof entgleiste ein Wagen eines nach Belgien bestimmten Güterzuges. Die nachfolgenden 42 Wagen türmten sich fast alle hoch auf und wurde« zum großen Teil zertrümmert. Dem Unglück fielen 2 Menschen zum Opsen Außerdem wurde» einige Bahnwäxter schwer verletzt. Ei« Polizeibeamter erschossen. Auf dem Bckhtchof in Oldenburg hielt Hege» 4 Ubr morgens der Polizeioberwachtmeisier Siemezen drei elegant gekleidete Männer, die sich verdächtig mach- tat, an und verlangte von ihnen Ausweispapier«. Darauf schoß einer von ihnen dem Beamten eine Kugel in den Leib, worauf alle drei flüchteten. Einer von ihnei» wurde von einem Nachtpolizisten angeschossen und blieb liegen, die beiden anderen entkamen. Man glaubt, daß es sich um die Verbrecher handelt, die auf den nahen Gütern Gaarz und Weißenhau» eingebrochen harte«. Der schwer- verwundete Beamte ist gestorben.» vortrAae. Vereine unö Versammlungen. Der»«rlwer«ouderklu» Mrauftaltct am Seimlaa, 18. Zauu«. euie kmrft. hlstorisch« Fichrung unter Lettuua Dr. H. MuHaelson» durch dt« Rarieukirch». am Reu« Markt. Tlusfichrlich« Prograuiw, m« weit«»» Fithrung«!, koftenle, b«i der GeschistofteS« tu, tiut*, Berlin 118, SchSuklie».» Sa. C Die Teil. »ahm« VC» Göll«, ist»zu gekartet— verci» de»«ufealtmer pl Salix. ' wo« im BerN-er«ubhai», Ofemftr. 1«u-kunft erteilt _(, Wefmarischc Str. 8. Scanafeexd. de» 15. Zanuar, geier . 22. Stituaflefefle» t» de» Alhainbr-.«äl«n, W-kkuerthc-t-rsir. U. Gast» wÄ. lemmen. EliUrttt 8 M. � Di« Hclmatmauderor. Rittwsch, 12. Januar. 7 ich Uhr, t« L-rsaal d»i Frtedrich.Gmnnasiuui,, Mittenmald« Str. 85«?. Per. teoa ton Gutunitit: Alt-BerUxer Hamer, SaTutu Muxfeart mit Sprach. pidßSÄ# Cintüt S 3R*__ Sport. „Fuhball-Fmitmtleieu" nennt sich ein««ammluns von yußballkarlka- tnren, dl« der bekannt« Karikaturist F. vorlog herausgegeben hat J. Boxhammer, der seit Jahrzehnte« mit dem Leben und Treibe» aus den FußboUplätze» eng verwachse« tft, hat zu d«n Zeichnungen varlogl miinorvolle Veffe qeliesert, die das Ganze ig einen organischen Zusammen- Heng bringen. Bei den, Mangel an guten Bii �'Vre links von Echriktsti'cke und BertrSae find mitiuibrinaen A. F.» Fräse. 1. Fehlend«„Varwörls".Numm-rn sind erhältlich. 2 Zu. zendliederouch. Preis%— M. Buchhandlung Vorwärts.— A. R. Ä zg. I. Berdand der Lungen- und Tuberiuloseerirankten. Erster Borsifiender Lennlg. Berlin, Mcl-fstr. 3«. Z. Wir flirchten, daß Sie-u dem Kursus nicht zugelasien werden. Ader veriuchen Sie es! Siegfried 5.]_ Ein Patentanwalt ist eine Mittelsperson zwischen Erfinder und Patentamt, der gegen entsprechende Geblchre» alle erforderlichen Schritte Erlangung eines Patent« unternimmt.**■-'"— zur San ist jedoch nicht verpflichtet, bewirken. Die rteilung erfolgt aui die Dauer von ld Jahren. ~"*|.....' W-«.«.<. 1. Ja. st a, aber der Anspruch steigern sich von Jahr zu Jahr" Z. Erledigt durch 1. Ihr Vater außerstande ist, sich selbst zu unterhalten u bedienen, t Die Anmeldung ist bei« Paieniami SB Kl, 104 105, unter Beifügung von 20 SR. Anmeltunasgcbühr zu Die Gebühren ....-------------,— ,.„-------,------ 2. Ja, aber der Än�pr. auf den notdürftigen Unterhalt bleibt bestehen. Z. Die Armendirektion befaß: sich mit der Sache nur, wenn sich Ihr Bater an sie wegen Unterstützung wendet. — Milller M. 1. bis 8. Die Entscheidung des Mteteiniaungsamts ist maß. gebend. 4. Nein. 5. Ja. 5. Wahrscheinlich deshalb, weil Ihr Mietvertraa am 81. März abläuft.— Streitfrage. Die Reichsversicherung ist, soweit es sich um die Maßnahmen zu ihrer Durchführung handelt, sofort, d. h. im Juli 1911, in Kraft getreten..Die Vorschriften des 4. Buches find mit dem 1. Januar 1912 in Kraft getreten. Di« übrigen Vorschriften sind am 1. September 1912 bzw. 1. Januar 1913 bzw. 1914 in Kraft getreten.— K. R. 100. 1. Ihren Mädchen- namen. 2. Za, durch Ehelichkeitserklärung. Wende« Sie stch an«inen Notar. Die Bewilligung des Antrages auf Ehelichkeitserklärung ist aber reine Gnaden. fach«.— Z. S. 0. Setzen sie sich mit de« Regierungspräsidenten in Berdin- dung.—«. D. 28. Fordern Sie den Hauswirt unter Fristsetzung auf. den Mangel beseitige« zn lassen und erklären Sie ihm zugleich, daß Sie nach erfolg. losem Ablauf der Frist den Mangel selbst werden beseitigen lassen und die da- durch entstehenden Kosten von ihm einfordern werden. Sie kännen es zunächst auch mit dem Baupolizeiamt versuchen.— Streit 2. 1. Ja. Z. Ja. Die Forde. rungen werde» aber inzwischen verjährt sein.— K. R. 28. An den Gemeinde- Vorsteher bzw. Kricgsfürsorgestelle.— T. K. 100. Nein, da die Frist bereit« verstrichen ist.—£,$. 1805. Vom 1. Juli 1920 ab sind Sie von der Zahlung der Kirchensteuer befreit.— M. M. 100. Fall» der Scheck nicht eingcläst wird. müssen Sie ihn»inklagl sehr. zweifelhast. Es f< en.-Ob ein Strafantrag Aussicht auf Erfolg bietet, ist ammt auf die näheren Ilmstände an. flf UFF V&f&GM Elf nach beendete# rfnoenttzn. ytUes- unten Preisr. Berren-ülsler— m so«,«t«. 285 Herrcn-Mzfl߀..«.««». 245 Herren-Hosen.* tm tw. so. 65 Herren-Gammlmäntel 425 Herren-Wlnterloppen w« werS 150 Ifinöllnüs-Clstcr.. m.-s».„5. 200 Knaben-AnzlUe.. r im.»0. 85 Herren-Dnier&osen Herren-Dnlerhemden. r Herren-Schals Herren-Socken Herren-Socken �woUt.. k Knollen- WaKh-Anzfige �11 Hemdenlnchc lO* 32 56 16" 6M 30 19" HcrrenstoUc, 55 Nur (IncVerfcaulsstelle BaeeSohn Keine Filialen mehr ÜMI Chaussee-Straße 29-30 Nur Achtung, Arbeiterräte! Am Altt woch, 12. Fannot, vormittags 10»hr, eginnt der Berkauf ein«, Posten, von ca. 300 Raamm Ivfeni Uftfiol]. ca. 1 Meter lang, zum Preise ova >0 M pro Hanmm� auf dem Gelände der Stockschen sa iril in Iroplo«. hofsminnstr. 10 20. Der Posten anu im ganien oder auch meterweise erstanden werden Weddlnc. G in b. H., w 50. Geisberqftr. 41. Tel. 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Die Einlösung der Dividendenscheine 1919/20 erfolgt demnach für die Stamm- Aktien mit fll. 48.— und für die Hrioritäts-Stdmm-Akiien mit M. 180.— vom 10. d. M., ab bei der Dredner Bank in Berlin und Dresden und der Firma Gebr. Amhoid in Dresden 191/8 Neukölln, 8. Januar 1921. Berlin. Kindl Brauerei Aktiengesellschaft Der Vorstand 12000 Straußfedern au verkaufen, ca.>/, Meter lant Stück I M., 2 M., 3 M., S M.; ca. Vi Meter lang 5 M.. 10 M., IS M.. 25 M. Muster gegen Nachnahme. Hesse, Dresden, Sch�ffelstraße. SnYChtur�Auivcrkauf Für unsere GnOrill hGrBbSGSCtZtdl PPGlSQ sprechen diese Beispiele! Jünglings-(Einsegnungs-) Anzüge m. 195.- Knaben-Anzüge........ m. 29.- ws 75.- PABIICH&CO ICHULZE&CO ICMULZE& » Rosenthaler Straße 5> Ecke Linienstraße » Brückenstraße Ecke Kungestraße Autkiaremi. s Buch m. i Bildern überunsere hiltebring.Methodebei fückgratverkrümm., hoherSchuiteru.Hüfie (keine Berufsstörung) zu ber. gegen Einsendung von 3 Mark von Franz Menzel, Berlin W. 7, Magdeburger Str. 25. 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Die Besorgnisse, ob das Ergebnis der schon so ungeheuerlich beeinflußten Abstimmung in Oberschlesien nicht einfach durch einen polnischen Gewaltstreich vorweggenommen oder kassiert wer- den wird, finden neue Nahruirg durch folgende alarmierende Meldungen, die die.Dens" verbreiten und für die wir diesem Nachrichtenbureau die Verantwortung überlassen müssen. Der deutschen Regierung liegen.nach der„Tena" zuverlässige Nachrichten über weitgehende Lerstärkunge», der polnischen Grenzformationen und Heranziebung anderer polnischer Heeresforlnationen in be» drohlicher Nähe des oberschlesischen Abstimmungsgebiets vor. Während noch bis vor drei Monaten an der polnischen Westgrenze zwischen Oberschlesien und- der Ostsee im ganzen S700 Grenzwach- reiter waren, sind diese heute allein durch Formationen der P.O.W der geheimen polnischen Kampforganisation, auf 17 000 Mann ge bracht worden. In der Provinz Posen ist ferner«ine Reserve» Jnfanteriebrigad« zu drei Fnfanterieregimentern von der russischen Front- zusammengezogen worden, so daß hier mit Hinzurechnung der Marschformaiionen etwa 21000 Mann Infanterie zur Per- fügung stehen. Außerdem stehen dicht jenseits der oberschlestschea Grenze seit November zwtf von der litauischen und russischen Front abgezogene Divisionen; zwei Divisionen sind nach Posen und 1H Divistonen nach Westpreußen gelegt worden, so daß die Stärke der in den westlichen Gebieten stehenden polnischen Truppen ' bereus die Zahl von 100 000 Mann erreicht hat. Durch Hinzu» kommen weiterer drei Divisionen an der oberschlesischen Grenze und einer Division in Posen wird die polnische Armee in jenen Gebieten demnächst eine Kopfzahl von rund 170 000 Mann erlangen. Tie Dürgerwehren in Posen und Westpreußen. bestehen als militärische Hilfsformationen weiter. Von einer Demobilisierung ist so gul wie nichts zu spüren. ES sind lediglich einige Freiwilligsnjahrgänge, sowie die ganz alten und jüngsten Jahrgänge entlassen worden. Dieser Aussall ist aber inzwischen durch Neueinziehungen gedeckt worden. Der polnische Gesandte in Prag hat sich erfolglos bemüht, auf dieinderTschecho- s l o w a k« i über die polnischen Maßnabmen entstanden« erregte Siimmung beruhigend einzuwirken. Dazu kommen die in letzter aß Reichswehr weit über daS erlaubte Maß in Oberschlesien zu» iammengezogen werde, sind aus der Luft gegriffen und sollen nur die Aufmerksamkeit von den eigenen Plänen ablenke«. Die isnieraSiierte Kommission in Oppeln hat sich davon überzeugen können, daß di« Stärke der Reichswehr in Oberschlesien genau den Vorschriften entspricht. Die deutsche Regierung hat Veranlassung genommen, bei den Regierungen in London, Pari« und Rom auf die durch die Polen neugeschaffene Lage hinzuweisen. Sie hat auch ernem sie polnische Regierung auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die sich unweigerlich au» ihren militärischen Maßnähmen für Oberschlesien und, den gerogelten Gang der Abstimmung ergeben müssen. Für alle Lberschlrsier gilt aber nun erst recht: Rettet Euer Ge. wisse» durch intenswste Arbeit, ans dasi das Abstimmungsergebnis für das Verbleiben bei Deutschland, für die Bewahrung Eurer Heimat vor dem Lose des Verfall» und de� Hineinziehung i« Polen? Eroberungskriege ausfällt! Deutsches Bureau in Bromberg ausgeplündert. Vromberg, 10. Januar.(TU.) Als heute morgen die Bureau» räum« der Deutschen Vereinigung in Polen, die seit der letzten Oktobeowoche auf Anordnung der Staatepolizei geschlossen und versiegelt waren, nach ihrer endlichen Freigabe wieder ye- öffnet wurden, macht« man die Feststellung, daß inzwischen der größte Teil der Bureaueinrichtung, vor allem fünf wertvolle Schreibmaschinen verschwunden sind. Dänemark unö wir. Kopenhagen, 10. Jan.(MTB.) Nach hiesigen Blätiermeldun» gen hielt Ministerpräsident Neergaard in Sondern in einer von der Regierungspartei einberufenen politischen Dersamm- l.ing«in« Rede über die künftige dänische Politik in Nordschleswig. Er äußert« u. a., daß Dänemark keinen Zwang anwenden, sondern Verständnis, Rücksichtnahme und volle Gerechtigkeit allen denen erweisen wolle, die sich mit der deutschen NationOertnüpft fühlen und deutsche Kulwr zu pflegen wünschten. Voraussetzung für gute nachbarliche De- Ziehungen zu Deutschland sei, daß man auch deutscherseits Vertrag» lichkeit und Gerechtigkeit bezeuge gegenüber den vielen, die Däne- mark jenseits der Grenze mit Kummer zurücklassen mußte. Der Ministerpräsident teilte weiter mir,'daß die Ueberuahme Nord» 'chleSwigs Dänemark 200 biß 300 Millionen Kronen kosten werde. .Er erklarte schließlich, besonders für Tondern sorgen zu wollen, ha es durch die neue Grenze von seiisem natürlichen Hinterland« obgeirennt worden sei. Die Senatswahlen in Frankreich. Tie Ernruedung des französischen Senats hat an. seiner Zusammensetzung nichts viel geändert, indessen bedeutet die Wahl der meisten Minister, soweit sie kandidiert haben, eine Stärkung der Stellung der Regierung. Da ihr die Heber- Nationalisten nicht allzu grün sind, obgleich sie es doch wahr- lich uns gegenüber. an nichts fehlen läßt, kann man sagen, daß die Wahlen auch schlimmer hätten ausgehen können. Im übrigen werden di Senatoren von den Generalräten (Kreistagen) gewählt-und die Wahl erlaubt somit keine Schlüsse auf die Gesinnung des französischen Volkes. Es wurden gewählt 8 Konservative, 13 Republikaner, 43 So- zialistisch-Radikale und 11 sozialistische Republikaner. Da« Ergebnis von zwei Wahlen in"den Kolonien steht noib au«. Die Koiffer- vat'veu haben 5 Sitze verloren, die LinkS-Republikaner haben 2 Sitze gewonnen, die Republikaner ihren Besitzstand behauptet, die Sozialistisch.Radikalen verlieren 4 Sitze, die Sozialrepublikoner ge- wannen 7. .Sozialistisch' find die vorgenannten Parteien nicht im ge- ringsten. Die Sozialisten �Kommunisten) find sämtlich durchge- wo sie kandidiert hatten. v Die.H um o n i t.c" bemerkt zum Wahlausfall:„Die Se- «attwohlen ändern nicht viel an der politischen Loge. Sie wird dieselbe s«n, vi« sie Hestern war.' Severing über öie Preußenwahlen. Genosse S e v« r i n g, Minister des Innern, sprach am 8- d. M. m Bielefeld. Saal und Tribünen der.Zentralhalle" waren so überfüllt, daß di« drei Türen nach dem großen Platze geöffnet werden mußten, auf dem noch mehr Zubörer standen, als im Saal untergekommen waren. Severing führte u. a. aus: Die Wahlen zu den Provinziallandtagen sind berufen, dem Streit um das ungeteilte Preußen eine gewisse Wendung zu geben, gder, soweit meine persönliche Hoffnung in Frage kommt, diesen Streit zu schlichten. Die Pro- vinziallandtage sollen den Körper schaffen, der die R e i ch S r a t s- stimmen Preußen» umfassen soll und di« Mitglieder des Staatsrats, der die Geschicke Preußens in Zukunft mitzu bestimmen hak. Aber der künstige Landtag der Provinzen wird auch nach einem besonders zu erlassenden Gesetz Ausgaben bekommen, die den A b- sonderungsbestrebungen entgegenzutreten bestimmt sind, Dieser Tendenz trägt die ,* Provinzialautvnomie Rshnung. In Preußen ist biS jetzt die demokratifch-fsziali» stische Regierung unerschütterlich geblieben. Es be- ''cht der dringende Wunsch bei den Rechtsparteien durch die Vreußenwahl die demokratisch-sozialifnsche Regierung durch ein weiter nach rechts gerichtetes Kabinett zu ersetzen. Der Staatszusammenbruch im Npvember 1918 bat sicherlich vieles bei unK geändert, und diejenigen unserer Staatsbürger, die mit der beutigen Entwicklung unzufrieden sind und erklären, daß ja alles beim alten geblichen sei, die i g n o- riersn bartnäckig die Verfassung von Weimar und die Verfassung Preußens. Di« lapidaren Sätze, die au der Spitze der Reichs- und der Preußenverfassung stehen: Da» Deutsche Reich und Praußen sind Republiken, sind ftretstacten, das bringt sinnfällig die groß« Aenderung zum Ausdruck, die mit dem Zlovem- ber 1918 eingeleitet'wurde. Insofern haben die Kritiken recht: Wenn auch die Verfassung im Reich und Preußen anders ge- worden ist, der Inhalt ist in manchen Beziehungen der alte ge- blieben. Insofern hat das preußisch« Volk am 20, Februar ein dringendes Interesse daran, die Kräfte zu mobilisieren, die ge- eignet find. auch dem Inhalt ei» anderes Gepräge- zu geben. Dazu ist eine Reorganisation unserer Ver- w a I t u n g durchaus erforderlich? Was nützen alle schönen Ge- setze, was nützt eine gut« Legislative, wenn die Exekutive nichts taugt! Wenn gute Gesetze in der Ausführung sabotiert werden. Aber im Handumdrehen, durch ein Dekret läßt sich diese Reform nicht durchführen. ES wäre sehr leicht, mit einem Schlage alle Beamten der alten Schule zu«ntrernen—, aber es ist nicht so leicht, wenn man nicht den ganzen StaatSorganiSmuS zusammen« brechen lassen will. Dennoch drängt die Zeit dazu, daß an di» Stelle der Leute, die den neuen Geist nicht verstehen können oder wollen, Demokraten mit Rückgrat und offenem Blick gesetzt werben. Der Anfang dazu ist gemacht. Ob von nationaler oder von kommunistischer Ssite geschrien wird,— der Kurs, der im Interesse ter Wiedergeburt PveußenS, der Dsmoknoiie ge neuer.: werden muß, wird gesteuert nach vorwärts, ohne daß man nach rechts oder links. sieht.(Lebh. Beisall.t Zur Entlassung alter Beamter bedarf eS nur eine» Federstrich». Aber unser» Verwaltung ist ein so komplizierter Apparat. daß er ohne�die Rädchev. wie sie Oberpräsident, Regierungspräsident, Landräte usw. darstellen, einfach nicht funktioniert. Schwer ist die Wiederbesetzung dieser Stellen. Immerhin ist es besser, es fehlt einmal ein Rädchen, als daß falsche Räder da? große Triebrad in Bewegung setzen.(Sehr richtig!) Wir können keine Ver« schwörer m der Verwaltung gebrauchen, ganz gleich, ob rechts oder links gerichtete Radikale. Wir haben, weil der Teufel in der Not Fliegen frißt, recht oft Männer für die Besetzung von hervor- ragenden politischen Stellen nehmen müssen, die aus einem beruf» lichen Leben stammten, das nichts mit der DerwalwngStätiokeit zu tun hatre. Darüber das gvoße Entsetzen derer, die der Meinung waren, daß die Eigenschaften eines Regierungspräsidenten mit ber Muttermilch eingesogen würden, daß dafür aber nicht die Tatkraft«ineZ Bäckergesellen. eines Bierfahrer» oder Textilarbeiter» ausreichen. Es ist richtig. daß manche Weier Leute Lehrgeld zahlen mutzten. Wenn heut« die Beamten aus ihrem Beruf herausgerissen würden und sie Brote backen, einen geraden Strich feilen oder sich am Webstuhl nützlich machen sollten, sie würden als Stümper erscheinen. Und so sorg- fältig ist di« Auswahl des BeamtanerfatzeS denn doch erfolgt, daß wft die Garantie hatten, daß innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit auch diese Leute ihre Aufgabe erfüllen würden..Ja. sie leisten noch mehr! Wer da glaubt, aroße Volksbettzegungen, wie sie der militärisch« Zusammenbruch 1918 ausgelöst hat, mit Paragraphen au» de« Jahre« 1851»der 1739 begegnen zu können, der ist aus dem Holzweg«. So war«, aber unsere Beamten manchmal beschaffen. Darum ist es ein großes Glück, daß sie rechtzeitig«ntfernr worden sind. Ich sage da» nicht, um dem tüchtigen Beamtensttind des preußischen Staate» eiwas am Zeuge zu flicken, es gibt unter, ihnen, auch unter den .Deutschnationalen, Männer,' denen ich Die größte Hochachtung bezeuge, sondern nur, um den Hochmut der Deutschnarionalen zu dämpfen, die glauben, daß auf der andern Seite die Trotte� chßen. Die Reform der preußischen Verwaltung wird und kann'' nur fortgesetzr werden, wenn das Preußenpar latent eine Zu» sammenietzung erhält, die die Wiederkehr der alten Konlition, möglichst noch mit einem Ruck nach link», sicherstellt.— Zur Frage des sogenannte« Selbstschuve» führte Severing aus: Ich verurtelle jede Kriecherei vor der lT-TX"--"-"f~'■ ' Entente. Wir müssen uns- mit Händen und Füßen wehren gegen- Lasten, die dem Friedensvertrag widersprechen. Auf der anderen Seit« aber haben wir dafür zu sorgen, daß die Atmosphäre des Mißtrauens endlich schwindet. Wir erfüllen die Friedensbedingungen nicht, wenn jeder Bürger ein paar Handgranaten und Maschinengewehre oersteckt hält, wenn ein« politische Partei aus ihren Zusammenkünften vom baldigen Revanchekrieg spricht Deswegen haben wir eine Politik zu treiben, die uns die Verantwortung unseren eigenen Volksgenossen gegenüber leicht macht. Wenn ich mich gegen den sogenannten Selbstschutz erklär: habe, dann nicht nur allein aus dem Grunde, weil die Entente die Entwaffnung fordert, sondern um auch der Meft nung derer Rechnung zu tragen, die der Ansicht sind: politisch« Auseinandersetzungen führt man nicht mit Maschinengewehren und Handgranaten, sondern mit den Waffen des G e i st e S. Ich er- innere mich, daß wir ein Aroeiterlied viel gesungen haben: Nicht mit dem Rüstzeug der Barbaren, mit Mint und Speer nicht kämpfen wir. Sollen wir, waß wir als Unterdrückte empfunden haben, verleug. nen, wo wir in der Lage sind. dem Staatsrudcr die entschiedenste Wendung zu geben? Nein, das Ideal des einstigen Kampfes mutz im Herzen der Arbeiter, aller ehrlichen Demokraten lebendig bleiben.(Sehr richtig!) Wer an die Gewalt appelliert, hat kein Recht zur Klage, wenn die Gewalt ihn schließlich unterdrückt. Weyss die Rechtsradikalen sagen, daß wir wieder so stark werden müßten, daß man mit Waffengewalt andere unter» drücken kann, haben sie kein Reckt, über kommunistischen Terror zu zetern, und wenn die Kommunisten über Bluturteile und Militär» morde sich beschwert haben: sie haben kein Recht, solang« sie nicht auf di« Anwendung vo� Maschftengewatiren und Handgranaten vetjichten.(Parker Beifall.) Deswegen die Waffe« heraus und zum alten Eisen? Wenn man in Parlamenten, Press« und Volksversammlungen die Dinge so dargelegt hat, dann ist oft ein-' gewendet worden: Wir denken unS den Selbstschutz ander», wir wollen ja gar keine WafferlI Ich weiß nicht, ob man mit Papierknüppeln und Holzsäbeln politischen Terrors Herr wird. Mein Mißtrauen wäre weniger stark, wenn die Selbstschich- Organisationen am 13. März sich nicht samt und sonder» auf seiten der Kapp und Lüttwitz gestellt hätten. Die Arbeiterklasse hat also ein begreifliches Interesse daran, daß diese Perschwörerorgani- sationen aufgelöst werden. Ter Selbstschutz kann um deswillen nicht geduldet werden, weil er keinen Schutz gewährt, sondern die Gefahr blutiger Bürgerkriege heraufbeschwört. Ich bedaure lebhast, daß ««sere Justiz von der Umwälzung so unberührt geblieben ist. Die Rechtspflege ist verknöchert! Unsere Richter sind noch zu viel beeinflußt vom toten Buchstahen, lassen zu wenig verspüren von dem Recht �pos mit un» geboren ist. Eine Aenderung ist auch hier zw erreichen durch di« kommenden Wahlen. Di« Beamten wollen aber immer die Ge» wißheit haben, daß sie bei einem Regierung'Wechsel auf dem Poste« bleiben können. Geschähe das nicht, dann würden wir an den verschiedenen Stellen unseres Vaterlandes bald die verschiedensten Urteile haben, deswegen nicht: Schmeißt sie alle hinaus, sondern wir müssen di« Möglichkeit schaffen, allmählich Bresche zu legen auch in die Justizverwaltung. Der Anlauf ist ja schon genommen dadurch, daß die richterlichen Beamten mit dem 68. Fahre ausscheiden müssen. Schließlich sagte der Redner: Um die Pensionen durch den Ab- gang parlamentarischer Minister nicht in« Ungeheuerliche wachsen zu lassen, ist einzig vorgesehen worden, ein Uebergangsgeld für ein« gewiss« Zeit. 6— 9 Monate, den scheidenden Ministern zu gewähren. Ich hoffe, daß nun das Märchen von der lebensläng- lichen Pension verschwinden wird. Die Deutsche VolkSvartei, die nach den Reichsiagswahlen mit in die Regierung eingetreten ist. hat in Wahlaufrufen vor dem 6. Juni die Dinge so dargestellt, als ob mit ihrem Eintritt die wirt- schaftlichen und politischen Verhältnisse mit einem Zauberschlage sich ändern könnten. Wer hat es dahin gebrocht, daß wir da» Kohlen- abkommen erfüllen und den Hausbrand besser versorgen können als vordem? Herr Dr. Scholz oder sie sozialdemokratischen Berg- arbeiterführer? Wir haben in Preußen in Regierung und Volksvertretung eine Phalanx, die der Ueberflutung Teutschland» mit reaktionären Gruppen und Plänen im Wsge steht. Möge da» so bleiben, mögen nach dem 20. Februar die Garantien lebendiger sein, oaß Preußen der Hortder freiheitlichenBestrebungen in ganz Deutsch. land ist. Benützen Sie di« Zeit bis zum 20. Februar zu eiftiger Aufklärung. Weisen Sie auf den Kurs, der gesteuert wird und auf die zahlreichen Gefahren, die uns drohen. Selben wir nach S a ch- s e n! Es steht bei der Preußenwahl minoestens so diel auf dem Spiele, wie bei der Wahl am 6. Juni.-».Keine Wahlmüdigkeitl Mögen sich die Michel schlafen legen, die Bierphilifter, die Nörgler auf den Bierbänken; wir aber, die wir seit Jahrzehnten in Streit stehen, wollen immer wieder rufen: Heraus aus de« Höhle« am 20. Februar» au? den Arbeit»- und Wohnstätten? Der SO. Februar darf nicht verpaßt tverven durch Indifferenz und Gleichgültigkeit, nicht durch Wablmüdigteit. Aber es steht noch ein anderer Feind vor den Toren, die Zersplitterung. Eine Phalanx sollten wir bilden gegen alle Feinde, dann brauchten wir nicht bange zu sein Deutsch- nationale. Rechtsradikale, Nationalbolschewisten und VolkSparteiler, die lausen uns dann den Rang nicht ab, wenn e» utts gelingt, den großen Feind der Unvernunft zu besiegen. Dann haben wir gesiegt! Mit Einigkeit und Wachsamkeit haben wir früher die Schlachten geschlagen. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn nicht auch der SO. Fe.bruar ein solcher Siegestag sein sollte!(Stürmischer, langanhaltender Beifall.) �uslanösrunöschau. Der belgische Ministerrat stimmte einem Gesetzentwurf zu. der die L i q u i d a t i o n der in Belgien beschlagnahmten deutschen Güter vorsieht. Räch dem„Exchange-Telegrar" ist in Reval dar P.rivat- sekretär Sinowsews verhaftet worden- Er gab vor, sich mit seiner Frau nach England und Amerika begeben zu wollen, um dort als Schauspieler auszutreten. Die estnisch« Polizei der» mutete indes, daß es sich um bolschewistische Propagando handelt. — Da wird sa der neue Sowjervertret« in Reval, Litwinak, gleich was zum Protestieren habe«. Zum Prapagandachet der Mos- kauer International« ist der ehemalig« ftanzöfische Hauptmann JacgueS Sadoul ernannt. Bei den ersten Hochverratsprozessen gegen tschschofkowa- kischs Kommunisten wurden Strafen von 1— 4 Monaten schweren Kerkers verhängt.— Die Schwurgerichte find mit der Begründung eingestellt worden, daß sie zurzeit, infolge der Eni- rüstung über den Putschversuch, keine Gewähr für Unparteilichkeit geben., Der tschechoslowakische Staatspräsident Ma- s a r y k beabsichtigt, in unmittelbare Beziehungen zur Arbeiter- sckast zu treten med in zeitweiligen Konterenzen mit thr über aktuelle soziale, wirtschaftliche, kulturelle und allgemeine politische Fragen zn debattieren.. Er hat di« Gewerkschaften ersucht, ihm ein« List« der Arbeiter, welch« er von Zeit zn Zeit zn sich einladen würde, vorzulegen. der Streit bei Thpffen. Frankfurt-. 10. Januar.(.Franks. Ztg.".) Der Streik im Hamborn«: Bezirk ist langsam abgeflaut. Die August» Thyssen-Hütt« ist zwar noch geschlossen, doch hat die Zahl der Ar- beitswilligen beträchtlich zugenommen. Auf dem Werk der Thyssen- A.-G. für Bergbau- und Hüttenbetrieb wind noch gestreikt. Auf der Sieg- Hütte werden nur die Notstandsarbeiten ausgeführt. Die Versuche der Syndikalisten, die Arbeiter anderer Werk« zum Anschluß an den Streik zu bewegen, sind gescheitert. Auf de» Thhssen-Zechen sind di« Belegschaften wieder vollzählig angefahren. Reichskanzler Fehrenvach feiert heut« seinen 69. Geburtstag. Er ist der Chef einer Regierung, an deren Handlungen unser« Partei oft scharfe Kritik zu üben gezwungen ist, ober politische MeinungSverschtedenheiten haben das gute persönlich« Verhältnis zwischen ihiy und der Sozialdemokratischen Fraktion nicht zu trüben vermocht und doS Urteil über die Reinheit seines Wollens nicht geändert. Wir möchten, bescheiden wie wir sind, zu diesem Tage den Wunsch aussprechen, daß die Deutsche Republik wenigstens nie- mals von einem weniger demokratisch gesinnten Kanzler regiert werden möge! DaS Lattdesveuergesey. Der Hauptausschuß der D-mdeSver- sammlung hat die Durchbevatung de«. Landes steuetgesetzeS abge- brachen und einen Unterausschuß eingesetzt, der gemeinsam mit der Regierung ein knapp gehalten«» R o t a« s e tz entwerfen soll, die Regelung bleibt dem neuen Lauotag vorbehalten. OewerMastsbewsgung Der Konftikt bei üer Jirma �oewe. Von Karl Meiner. Mitglied des Betriebsrat-. Bei der Ludw. Loewe A.-G. arbeiteten seit vier Monaten an- näHernd S00 von 2800 Arbeitern verkürzt, zum Teil drei und vier 6-tiage in der Woche. Betroffen waren davon Kollegen aus der Metallgiefsere!. einzelne Abteilungen des Maschinenbaues uno der 'jtormaliensabril. Der Betriebsrat Verhandeire, dem Berlairgen der Kurzarbeiter Rechnnng tragend, schon vor Weihnachten mit der Direktion über Gewährung von Wirtschastsbei Hilfen für die Kurzarbeiter. Die Firma lehnte damals grundsätzlich jede Bewilligung von Wirischaftsbeihilsen ab. Sie bennlligre lediglich 12 000 M. zur Verteilung unter den Kindern der Kurzarbeiter. Diese Summe wurde dann auch unter Kontrolle des Betriebs- i.ates verteilt. Die Kinder der Kurzarbeiter erhielten 40—60 M. Bei dieser Verhandlung kündigte die Direktion für den 2. Januar die Herabsetzung der Kur�irbeit von 4 Tage auf 3 Tage und Ausdehnung auf weitere Abteilungen des 04 e sa m t b e t r i r b es an. Ein Antrag der Arbeiter, die Kurz- arbeit von 3 Tage auf 4 Tage zu erhöhen, wie im„Vorwärts"- Bericht vom Sonntag, den 9. d. M., mitgeteilt wird, ist nicht ge- stellt worden. In einer Betriebsversammlung am 4. Januar erstattete der Betriebsrat von den Verhandlungen mit der Direktion Bericht. Die '..rbeiterschaft, durch die weitere Ausdehnung und Herabsetzung der Kurzarbeit gereizt» verlangte die Einführung der Voll- arbeitszeit, da die Not der Kurzarbeiter sich /immer un- .nurägllcher gestaltet. Daraufhin verlangt« der Betriebsrat erneut Verhandlungen mit der Betriebsleitung, die auch von der Di- > sofort für Donnerstag 1 Uhr zugesagt und in Gegenwart von Organisationsvertretern aufgenommen wurden. Vor diesen Verhandlungen am Donnerstag vormittag 10 Uhr erschien der größte Teil der Belegschaft gegsn i�n Willen >eS Betriebsrates ans dem Hof, in der Annahme, die ' Verhandlungen könnten verschleppt werden. Diese überslüssige Demonstration.-zog sich bis 5 Uhr hin. Lei den Verhandlungen, die während dieser Zeit stattfanden, mußte die Direktion zugeben, :aß die Notlage der Kurzarbeiter eine sehr große ist. Sie er- -klärte sich schließlich bereit, die Kurzarbeit nicht unter vier Doge herabzusetzen und den schon seit Vionaten verkürzt Arbeitenden eine Wirtschastsbeihllfe zu gewähren. Bei en Metallformern müsse jedoch eine Kurzarbeit von 3 Tagen bei- .»halten bleiben, doch sollte den Formern, die binnen 3 Tagen frei- nllig ihre Entlastung nehmen, eine Entschädigung von 00 M. gewährt werden. Dieses lächerliche EntschädigungSange- ot war natürlich wieder nur geeignet, die begreifliche Erregung och mebc zu steigern. Freitag früh wurde der Arbeiterschaft,.die red er auf dem Hof versammelt war, das Resultat der VerHand- un-gen mitgeteilt. Unbefriedigt von dem Resultat kehrte die Ar- •eiterschaft an die Arbeit zurück. ' Sonnabend morgen trat die gesamte Arbeiterschaft, auch die Kurzarbeiter, die an diesem Tage dem Betrieb fern- leiben sollten, die Arbeit zur gewohnten Stunde an. Kurz wr Arbeitsschluß wurde dann von der Direktion dem Betriebsrat nd durch Anschlag der Arbeiterschaft die fristlose Ent- assung der gesamten Belegschaft mitgeteilt. Ms irund wurde die Unmöglichkeit der ordnungsmäßigen Aufrecht- � ehalwng des Betriebes angegeben. Sonntag und Montag fanden Betriebsversammlungen der isgefpcrrten Arbeiter statt, Montag wurde beschlossen, den De- -to bilmachungskomMissar anzurufen. Für die Arbeitet gilt diese Bewegung als ein rein Wirtschaft- cher Kamps. Hätte die Direktion bei einigem Weitblick sich schon ü den Verhandlungen vor Weihnachten zu dem am Donnerstag mmchten Zugeständnis bereit erklärt, wäre der.Kampf in seiner mtigen Schärfe wahrscheinlich vermieden worden. Durch die Betriebsschließung der Loewe A.-G. wurde auch der «trieb des„Topograph" wegen Strommangel geschlossen. Es itte nur der Weiterbeschäftigung einiger Heizer i dürft, um diesen Betrieb voll aufrecht.zu erhalten. *■.■« ♦ Zu begrüßen ist der am Montag gefaßte Beschluß, deü. De- v o�ilpiachungsiommiffar zur Beilegung deS Konfliktes anzurufen. : öffentlich gelingt es, auf diesem Wege eine die Arbeiterschaft des ■ derbes einigermaßen zufriedenstellende Einigung herbeizuführen. azlvischen versucht natürlich das Berliner Kommunistenblatt mit '■en Kräften, den wirtschaftlichen �Konflikt zu einem politischen atsch umzumünzen. Es faselt von der Besetzung des Betriebes .rch die Arbeiterschaft und ähnlichen phantastischen Plänen, die er geeignet wären, die Arbeiters ckaft, die. um ihre wirtschaftliche Gristenz ringt, in noch größeres Unheil zu stürzen. Daß derartige utopische Versuche gleich zu Beginn zusauunenbrechen und gegen die Arbeiterschaft ausschlagen, muß sich jeder halbwegs verständige Mensch selbst sagen. Und darum wird die gewerkschaftlich organi- sierte Arbeitersckaft die sehr radikal klingenden Forderungen, an deren Durchführbarkeit die kommunistischen Drahtzieher selbst nicht glauben, als oas werten, was sie sind: ein Köder, der hingeworfen wird, um die Arbeiter auf die eine oder andere Weise zu törichten Handlungen hinzureißen, deren Folgen dann neuen kommu- u ifti scheu Agitationsftoff geben. Vermehrung der Arbeitslosigkeit? Einer Zuschrift des Ausschusses der Gewerk schasts- ko m m i s s i o n Berlin und Umgebung entnehmen wir folgendes:« Man sollte es kaum für möglich halten, daß in einer Zeit, tu der die Arbeitslosigkeit einen ungeheuren Umfang ange- Suchürucker! Sonntag, den 16. Januar 1921, vormittags 10 Uhr, in den Kammersälen, Teltower, Ecke Belle-Alliance-Straße: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Zweite oder dritte Gewerkschafts- internationale. Referent: Kollege Hildenbrand-Stuttgart, württem- bergiicker Gesandter in Berlin. 2. Freie Aussprache. Ohne Mitgliedsbuch des V.d.D.B.u.Sch. kein Zutritt. Die Kommission. Blumenthal, Herrmann. nommen hat, und es an Wohnungen mangelt, bereits in Angriff genommene Bauten wieder eingestellt werden müssen. Das ist leider Tatsache geworden. Und zwar sollen, wie uüs aus den Kreisen der Bauarbeiter mitgeteilt wird, bei den von der früheren Stadt Neukölln in eigener Regie in Angriff genommenen Hoch- und Tiesbauten zirka 1000 Arbeiter entlassen wer- den. Von der Stadt B e r l i n ist erklärt worden, daß sie infolge der mißlichen finanziellen Lage der Stadt dazu gezwungen sei, Mittel zur Fortführung der Bauten herbeizuschaffen, sei unmög- lich. Aus diesem Anlaß baben wir vom Volkswohlfahrtsminister dringend gefordert, daß uns umgehend Gelegenheit zu V e r h a» d- l ungen gegeben wird, um der Stadt Berlin zu den erforderlichen Mitteln zu verhelfen. Wir wiesen auf die Gefahren hin, die ent- stehen können, wenn die Arbeitslosigkeit vcrmebrt wird. Weichen nicht so schnell wie möglich entscheidende Schritte getan, um diese Gefahren abzuwenden, dann lehnt die organisierte Arbeiterschaft jede Verantwortung für die Folgen ab. Tie Forderungen zur Linderung der Notlage der Arbeitslosen, die die Versammlung der Obleute und Vorsitzenden der Betriebsrats am 20. Dezember 1920 beschlossen bat, sind dem Magistrat»md der Reichsregierung unter- breitet worden. Der Magistrat hat sofort Stellung genommen und mit der Reichsregierung Verhandlungen zur Bereitstellung der Mittel angebahnt. Wir hatten die Reichsregierung ersucht, uns «Kelegenheit zu geben, durch mündliche Verhandlimgen die For- dcrungen der Arbeitslosen zu vertreten. Bis beute ist uns dies» Gelegenheil. noch nicht gegeben worden. Dafür ist uns mitgeteilt worden, daß die Forderungen dem preußischen Minister für Bolkswohl fahrt zur Erledigung überwiesen worden sind, da es sich um einer Berliner Angelegenbeit bandelt. Die Arbeitskraft des Volkes iit das kofibarste Gut, das der ganzen V ol k sg e sa m tb e i t erhallen bleiben muß, wenn nicht unabsehbarer Schaden entstehen soll. Wir fordern darum von den zuständigen Stellen, daß zu den Forderungen der Arbeitslosen nicht nur schnellstens Stellung genommen, sondern sie auch erfüllt werden. Tie Maschinisten nnd Bült. Wir erhalten folgende Zuschrift: In den Berichten der Presse über die Demonstration der Berliner Eisenbahner wurde unter anderem ausgeführt, daß der Führer der Eleltrizilätsarbetter. S ü l t, der an der Spitze einer Deputation der Berliner ElektrizitätS- arbeiter erschienen war. erklärte, falls die Eisenbahner in den Streik kreten, die Elektrizitätsarbeiter sofort ihre Betriebe verlassen, und in den Sympathiestreik eintreten werden. Er sei beauftragt, diesen Entschluß der EleklrizitätSarbeiter den Eisenbahnern mit- zuteilen. Die Geschäftsstelle Groß-Berlin des ZenlralverbandeS der Maschinisten und Heizer erklärt, daß dies nicht zutrifft und daß auch die Geschäftsstelle Groß-Berlin nicht weiß, welche Ver- fammlung den früheren Kollegen Sült beauftragte, oben- stehende Erklärung abzugeben. Er kann höchstens nur im Namen einer kleinen Gruppe der EleklrizitätSarbeiter, die der Kam- muuistischen Partei angehören, diese Erklärung abgegeben haben. Die Mehrzahl der Eleltrizitätsarbeirer haben ihn zu dieser Er- klärung unseres Wissens nicht ermächtigt. Die Ortsverwaltung des Zentralverbandes der Maschinisten und Heizer, Geschäftsstelle Groß-Berlin. Segen Sie kommnuPksthen vertreibe?. Aus Düsseldorf meldet ein Drahtbcricht: Gegen eine un- verantwortliche neue Streikhetze, die insbesondere von der K.P.D. ausgeht, nehmen die Geschäftsleitung des A l l g e- meinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, die Bergarbeiterverbände und der M e t a ll arbeiter- verband in einem Aufruf Stellung, nach dem die organi- sierten Arbeiter des Rheinlandes und Westfalens sich an keiner Aktion beteiligen sollen, die nicht ausdrücklich als solche der freien Gewerkschaften bezeichnet ist. Diesem Aufruf haben sich die L e i t u n g der U.S.P. für das Rheinland und der S.P.D., Rheinland, angeschlossen. Wahlen der Berliner Holzarbeiter. In der Streitfrage für und gegen Moskau haben sieb die Generalversammlungsdelegierten und Vertrauensleute gegen Moskau entschieden. Damit ist aber der Kamps um die politische Richtung im Holzarbeiterverbonde noch nicht beendet. Nun tobt der Meinungs- streit in den Mitgliederversammlungen der Bezirke und Bronchen und zum Schluß erfolgt eine Urabstimmung, in der gleichzeitig die neue Ortsverwaltung und auch die Delegierten zur Generalver- sammlung gewählt werden. Jede Partei wird zur Wahl der Ver- waltung ihre eigene Liste aufstellen. In der Wahlagitation sind die Kommunisten am eifrigsten. Sie machen alle Anstrengungen, um eine rein kommunistische Ortsverwaltung zusammenzubringen. Auch bei den Wahlen zur Generalveriammlung und den Branchen« und Bezirkskommissionen stellen sie die Parole„für Moskau" aun Es kann aber nicht gleichgültig mit angesehen werden, daß immer die radikalsten Schreier, die weiter nichts können, als eben nur Kritik üben, die alleinige Leitung des Verbandes in die Hände bekommen und die Beiträge zur Bekämpfung der Gewerkschaften verwenden. Die S.P.D.-Holiarbeiter nehmen dazu Stellung in einer Versammlung in den Mufikersälen, Kaiser-Wtlbelm-Srr. 32. heute, Dienstag, abends 7 Ilbr. Wir ersuchen alle Genosien und Anhänger der Gewerkschaftsbewegung vollzählig zu erscheinen. Versammlung der S.P.T.-Mitgliedcr des Bekleidungsarbeiter- Verbandes. Dieser Tage fand im„Englischen Hof" eine über Erwarten gut besuchte Versammlung der auf dem Boden der SPD. stehenden Mitglieder des Bekleidungsarbeitervcrbandes statt. E-» waren meistens langjährig Organ inerte, danrnter viele Frauen. die hier zusammengekommen waren, um sich über die Tätigkeit und die nächsten Aufgaben des Verbandes ruhig und sachlich aus- zusprechen, was in den Berliner Filialvcrsammlungen unter der Leitung des Rußlandsahrers und plötzlich zum Äammunismiis bekehrten Bevollmächtigten Schumacher seit zwei Jahren einfach n:'.- möglich geworden ist. Thierfelder vom Hauptvorstand gab zunächst einen Bc- richt von der letzten Belratsfitzung, die sich haiipOächlich mit den be- vorstehenden Lohnbewegungen und der kmnmuniftischen Zellenbil durig innerhalb der Gewerkschaften beiaßt hatte. Ter Redner besprach die einzelnen Beschlüsse des Beirats und widerlegte die vielen Verdrehungen, die Schumacher in der letzten Filialversammlung dem Mitgliedern aufgetischt hat. In der lebhaften, aber sachlichen Diskussion sprachen u. a. die Kollegen Schmidt. Schmoll, Kaschewski, F i a l a, S t a n i s ls a n S, Gründer und Krüger. Alle sprachen voll Empörung über die zersetzende und schädigertde Tätigkeit kommunistischer Wirrköpfc nnd der wider- wärtigen Taten: Schumachers und seiner terroristischen Gruppe; sie forderten und versprochen selbst, alles daran zu setzen, um an Stelle der parteipolitischen Hetzereien in den Versammlungen wieder eine geordnete, sachliche gewerkschaftliche Arbeit des Ver- bandet- herbeizufiibren. Im diesem Sinn« wurde dann noch die demnächst stattfindende Wabl der Ortsverwcrltung besprochen und die Kommission mit den weiteren Maßnahmen betraut. Und nun, Kolleginnep und Kollegen des Bekleidungsarbeiterve vbandes, die Ihr auf unserem Boden steht und nicht wollt, daßo unser Verband ein Tummelplatz politisch verhetzter Wirrköpse und Moskauer Lakaien werden soll, schließt Euch uns an! Mitteilungen sind zu richten und Auskünfte erteilt Kollege A. Kroll, Gitschiner Straße 16. Achtung, Bekleidungsarbeiter! Die auf dem Boden der S.P.D. stehenden Mitglieder unseres Verbandes werden dringend ersucht, zu der heute stattfindenden Generalversammlung in den Germania- sälen, Cbausseestr. 110, zu erscheinen. Mitgliedskarte oder-buch ist vorzuzeigen, ohne dieses kein Zutritt. Der Fraktionsvorstand. Verbaud dcr Vctnetei- anb MShlenarbüikr and»crawnbtft«erateg-. Nossen. Heute 6 Uhr Auucrgowöhnlichi ffienttoloetfammluna in Mckcr, Fest» fttlcn, Beberstraße 17. Tagesordnung: BeitragserhShung. Deutscher Hatarbeiterverband. Am Donnerstag, abends 5'-. Uhr, im Gr- werkschastshaus, Engelufer 15, Saal 5, Versammlung aber Strohhumährrinorn. «»gestellt« de, Berliner Zeitnagsgewerbe«. Mittwoch, 6 Uhr, in den Sophiensälen(großer Saal), Sophienstraße 17/18, Afa-Vcrscuumluag der An» gestellten der obigen Branche. «Nnmulatorenfebrik Obcrschäncweide. Mittwoch, oormittags u/z Uhr, findet die beschlossene Betriebsversammlung statt. Der Betriebsrat. B-rantw. für ben redakt. Teil: Dr. Serner Pciser, Tharlottenburg: für Smeigen: ZH. Glocke, Berlin. Verlag: LorwSrlS-Verlag G.m.b.H., Berlin. TruZ: P.:r. wärts-Buchdruckerei ll. BerlagSanttalt Paul Singer u. Co., Berlin, stindou/ir. 3. Hierzu t Beilage. ReMeMnöe andere Helegenheitsposten kommen in fast allen Abteilungen ganz enorm billig zum Verkauf >I!!IIi!!I!!iIII-I!!>IItiI!!IIiM!W 4 senen Kleiderstoff e extra billig Serie 1 Blusenstoffe apart« Streifen............... Kleiderstoffe doposltbreit................... Seidenfrott£ In proesem Farbsortiment..... 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