t».21 Jahrgang Ausgabe A Nr. 11 vezuaSvretS: SreWtfilJcLSO,— 2rit,monatU0�9Rl fm ttu Haus, voraus zahlbar. Post» bentz Mvnatli» 10,- M!. ttfL go- ftellungsqeoüdr. Unter Umijbanb fiii Deutschland und Oesterreich 15�0 M!. für da» übrige Ausland oet laglich einmal. SafleUnno 2L50 i". Bastde. stellungen nehtnen an Oesterreich Ungarn, Tscheche-Slowaiei, Dane- mar!, äollano..aremdurg, Schweden llud die Schwei».— irinaetraaeu tu die Dost- rimnqs-Dretsliste. De,.Dorwätts� mii der Sonntag» Vellage»Boll u. Seit* ericheini wochen- laglich»weimai Sonniage und Man- tags-inma>. Morgen-Ansgake (ZV Pfennigs Tel egramw-Adreffe �5o,laldemotr»> Osrllu» berliner Volksbleltt Zentralorgan der rozialdemokratircben parte» Deutfdilands Anzeigenpreis: Die achigeipallene NonuareMezell« tostetZ.— Teuerungszuschlag 50%, kleine Anzeigen-, das(ett- gedruckte Morl t— M.(zulässig zwei iettgedriickte Worte), sedes weitere Worl KV Psg. Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste Worl 65 Big.>edes weitere Wort 40 Psg Worte llder 15 Buchstaben zählen für iwet Worte. Teuerungszuschlag 50°/», ffamilien-Anzeigen Mr Abonnenten gelle 2,— M„ politische und ge- werischaftliche Vereins- Anzeigen Z,— Ml. die gelle ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis s Ahr nachmittags im Sauptgeschäst, Berlin SW i. Linden- stratze S, abgegeben werden. ffieBffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Redaktion und Expedition: SW. SS, �indenstr. 5 »ernivreeber,«mt Mortnvla«, Nr.»'.1»0— I.'i»»? /luflöfung öer lt.H.T. Paris. 13. Januar.(Havas.) Das Strafgericht hat in dem gegen den C.G.T.(Allgemeiner Gcwcrkschafts- bnnd) eingeleiteten Prozeh das Urteil gefällt. Jon- haux, Laurent. Lapierre. Tumonjin und C a l- v a p r a ch wurden solidarisch zu 109 Frauken Geld- st r a f e und der Tragung der K o ft e n verurteilt. Tas Gericht hat die Auflösung der C.G.T. ausgesprochen. » Die Vorgeschichte dieses Prozesses führt in die Maitage des vorigen Jahres zurück, als die Leitung der C.G.T. in den gegen ihren Willen von kommunistischen Wirr- köpfen entfachten Eisenbahnerstreik eingriff und sich nach außer hin mit der von vornherein ausuch sioien Bewegung für solidarisch erklärte, in der Hoffnung, einen möglichst glimpflichen Rückzug zu ermöglichen. Obwohl der Regie« rilng Millerand diese Sachlage wohl beka.liit war, ging sie in ibrein reaktionären Uebereifer so weit, die Näuine des Ge- wcrk'chostsbundes polizeilich zu schließen und seine Leitung gerichtlich verfolgen zu lassen. Tas nunmehr verkündete Urteil wird in ganz Frank. reich Sensation erregen und die französische Arbeiterklasse aufs tiefste verbittern, wenn es auch praktisch wenig zu bedeuten hat: die C.G.T. wird sich eben jederzeit unter irgendeinem anderen Namen von neuem bilbm können. Es ist natürlich nur ein Zufall, daß dieser reaktionäre Gerichts- beschkuß zeitlich mit den» Ausbruch jener Kabinettskrise zu- sammenfällt, die eine womöglich noch strirkere reaktionäre Welle auslösen dürste. In dieser Zeit aber, in der sich der Arbeiterbewegung bessere Agitations- und Aktionsmöglich- lichkeitcn als je zuvor bieten, wird die französische Bour- gcoisie weiter mit dem Proletariat umspringen können, wie es ihr beliebt, denn die französische Arbeiterklasse ist g ä n z- l i ch machtlos, dank der Charakterlosigkeit chrcr p o l i- tischen Führer, die so lange den Bolschewiki und den deut- scheu Ungbhängigen nochgelgufen sind, bis sie das Schicksal ereilt bat: zerrisien und gespalten werden die französischen Arbeiter in dieser entscheidenden Periode der politischen Ent- Wicklung ihres Landes zähneknirschend, aber ohnmächtig die Ereignisse über sich ergehen lassen müssen. Man hat eben so lange papageiartig von der Diktatur des Proletariats ge- sprochen, bis man die volle Wucht der Diktatur der Bourgeoisie zu fühlen bekommen hat. Hoffentlich trägt aber dieses Gerichisurtcil dazu bei, den französischen Arbeitern die Augen' über die ver'hängnisvollen Folgen der Moskauer Weifungen und Methoden zu öffnen. Die französtstbe Kabinettskrise. Regierung Päret aussichtsreich. In später Wendstunde wird über die Empfänge MiKerands durch MTB. folgende» Meldung aus Paris verbrettet: Präsident Misi�rand hat im Laufe des hsutigon Vormittags außer dem Präfideniten Raoul Päret. mtt dem er sich über die Mrnisterk«s« unterhielt(ist nicht möglich!), die Führer der verschie. denen Grupven des Senats empfangen. Er sprach mit Me» line, de Selbes, Touron und Doumergue, dem Bor- sifienden der demokrattschen Linken, der drm Präsidenten, dem .Temps" zufolge, erklärte, er halte Raoul Peret für die geeignetste Persönlichkeit, das neue Minq'teriium zu bilden. Im Laufe des Nachm�ittags hat Millerand V r V ia n i und Arago (einen Führer des nationalen Blocks) empfangen. Nach dem .TeurpS" wird er sich ferner mit H e r r i 0 t und B r i a n d über d« Mingterkri/fe unterhalten und am Abend noch den Senatspräsi- deuten Leon Bourgeois empfangen. Das Blatt glaubt nicht, daß Präsident Msileraud vor mrn'-n bnrmittmg Peret zu sich be- rufen werde, dem er die Kaibincttsbilduuy anzuvertrauen gedenke. » Die liberale englische Presse bedauert den Sturz von Leygues.„W e st m i n st e r Gazette" befürchtet, daß die frati- zösische Mtn-isterkrtse umvcrmeidlch zur Vertagung der Pg- riser Konferenz führen werde, deren V/rzägerung schon jetzt c-ine der Hauptursachen der Wirtschaftskrise in Europa gewesen sei. Die Veränderungen in der Zusammcnfetzuug des obersten Rates seien ebenfalls unvorteilhaft.„D a i l h N e w s" schreibt, es sei bedauerlich, daß die von Lehgueö gegenüber dem VersaiNer Vertrag und seiner vernunftgemäßen Durchführung eingenommene Haltung einen der Hauptgründe seines Sturzes gebildet zu haben schein«. Polens Rüstungen. Deutsche Note an die Entente.' Eine deutsche Note macht die Entente ans die polnische» Rüstungen an der preußischen und»berschlesischen Grenze auf- merksam und enthält in 33 Anlagen und einer Anzahl Photo- graphien überreiches Material über Wesen und Tätigkeit der ge- Heimen polnischen Militärorganisation in Oberschleste« P.O.W.. die immer weiter ausgebaut wird. Die Rote sagt: Die deutsch« Regierung hält sich für verpflichtet, erneut auf die Gefahren hinzuweise», di« dem Frieden in Oberschlesien von dieser Seite drohen. Sie tut dies im jetzigen Augenbiitk, um mit Hilfe der alliierten Regierungen wenn möglich noch den Aus- bruch eines erneuten Anfstaudcs im Absttmmungs- gebiet zu verhindern, der nach allen vorliegenden Nachrichte« für Mitte des Monats Januar geplant zu sein scheint. Sie hält eS für ihre Pflicht, in letzter Stunde vor Taten zu warnen, die eine dem Friedensverträge entsprechende Abstimmungver« hindern und erneutes namenloses Unglück über das bereits über alles Maß vom polnischen Terror gequälte Land bringe» würden. ES ist an der Zeit, dem Terror zu stenceu und unter allen Umständen zu verhindern, daß er durch«och flimmere», de» Bürgerkrieg, ersetzt werde. Enüiich Grenzsperr«! Kattowitz, 13. Januar.(DA.) Wte wir a»S zuverlässiger Quelle erfahren, beabsichtigt die interalliierte Kommission, in den nächsten Tagen bereits umfangreiche Maßnahmen zur Sverrung der polnischen Grenze ,« treffen. Es werden nur»och einige besonders bezeichnete Ueber- gange, die unter strenger Paßkontrolle stehen, freigelassen werden. An allen übrigen Stolle» der polnischen Grenze wird daS Ueber« schreiten mtt den schärfste» Mittel» bekämpft«»erden. Abstimmung am RS. März? ..JJtst." aus Berlin hört, ist in Paris für die idAD�chlesien der 13. März in Aussicht ge- zentrativnslager? Kattowitz, 18. �sanUvr.(P.PN.) Gelegentlich einer Besprechung zwischen �oberschlssifchen Gemeindevorstehern und Bürg r» meistern und dem Kreislopirolleur in Kattowitz über die Beseiti» gung der Unsicherheit i» iöberschlefie» wurde der Borschlag gemacht, ausländische Elemevte, die sich nicht durch vollgültige Ausweispapiere legitimieren können, in»in Lager zu stecken. Der Kontrolleur sagte eine tvA�svÄllende Prüfung der Angelegenheit zu uud gab bekannt, daß wahrjcheinlich j» Auvaberg cm Kon- tknirattonSlager erri Wie die Abstimmung nommen. Deutsche Kundgebung in Gleimist. Gleiwitz, 13. Januar.(DA.) Die Abreise des ausge- w i e s e n e n Lehrers H a r t m a n n, des Vorsitzenden des Be- zirkSlehrerrates und der Glciwitzer Beamtenschaft, gestaltete sich zu einer überwältigenden Kundgebung für das Deutschtum. An der Wohnung und am Bahnhof hatten sich viele hundert Gleiwitzer Bürger aller Kreise eingefunden. Von der Freitreppe des Bahnhofs wurden Reden gehalten und Hartmann selbst sprach noch in längeren Ausführungen über die Zukunft OberschlesienS.■j.I ; in-* Königsh mit der>' tchen ungü Grube scher l> nn Faav_ Volksabstimmung die oberschlefischen gesprengt werden ivüröen. An- m Warschau neue Belege für diese verlangt, um damit m der Welt eine neue sattsam bekannten Greuelpropaganda hervorzurufen. s polnische Plebiszitkommi-ssaaiat heute r.ne infame Täuschung produziert und dem Präsidium des Ministerrats in Warschau einen gefälschten Brief des kom- missärischen Oberpräsidenten in Oberschlesien, Geh. Jnstizrat B i t t a, an den deutschen Plcbiszitkommisjar Dr. Urbane! in Kattotvitz unterbreitet. In diesem Brief erteilt Bitta seine„Z u- st i m m u n g" zu dem„Plan" Dr. llrbaneks, die oberschlefischen Gruben in genanntem Falle in die Luft zu sprengen. Der ge- fälschte Brief aus einer gar nicht bestehenden Gehcimkanzlei Bittas in Berlin schließt mit dem die.Fälschung und die deutsche Sprachkcnntnis des Fälscher? beweisenden Satz:„Betreffend Per- nichtung der Kohlengruben verbunden mit Menschenopfern ist un- barmherzig, jedoch aber nicht zu vermeiden, denn in dem jetzigen gesunden Zustande darf unser Oberschlesien niemals an Polen fallen." Der»Schwarze Adler" ist in der Lage, die Faksimile des Krrfanty-Schreibers an das Präsidium des Ministerrats wie deS gefälschten Briefes zu veröffentlichen. Die S-M.-Golöprämie. Das Pariser.„Journal" behauptet, die dcutsthe Regierung mache Schwierigkeiten in der KohlentteferungLsrage.» Das Blatt fvagt. ob Deutschland für seine Kohlenlieferungen den Weltmarkt- preis und ob es insbesondere auch die 5- M.- Goldprämie wieder fordern»erde. Was die zweite Frage betrifft, ist zu sagen, daß die 5-M.-Goldprämie eingeführt worden ist im eigenen Interesse derjenigen, die die Kohlenlieferungen erhalten,' und aus der Erkenntnis heraus, daß si« notwendig sei, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Bergarbeiter durch Rahrungs-| mittelzuschüsse aufrechtzuerhokten. Durch Verringerung der Prämie würden die Alliierten einen.Schritt zurücknehmen, den j sie in Erkenntnis ihrer eigenen Interessen getan haben.* vorwärts-verlag G.m.b. h., SW. öS, Linöenstr. 3 Fernsprecher: Am» Moritzpla«, Nr. 117 53—51 Bin dunkles Kapitel. � Von Ed. Bernstein. Moskau triumphiert. Auch in Frankreich ist die Spal- ftmg der sozialistischen Partei vollzogene Tatsache. In welcher Auffassrntg über die mternastonalc Lage die französischem Mchrhestssozialisten für den Anschluß an Moskau gestimmt haben, wird blitzartig durch folgenden Satz aus der Jubel- notiz, mit der die„Hu-manitö" voin 30. Tezembor das Ab- stimmungsresultat begrüßt, beleuchtete Die Zweite Internationale war schon lange tot, gestorben seit dem 4. August tstll— vier Tage nach Jauites.... Aber sie ge- hörte leider zu jenen Toten, die man totschlagen muß. Der Kon-- gretz von Tours hat sie sozusagen unheilbar totge« schlagen. Dies im Angesicht der Tatsache, daß die Zweite Jnter- nationale mindestens viermal soviel orgauisierte Arbeiter umschließt als die Moskauer, könnte erHestern, wenn die Per- btendung, von der es Zeugnis ablegt, nicht ein so ernstes Kapitel in der sozialistischen Bewegung unserer Tage wäre. Wir haben mit einer geistigen Erkrankung zu tun, die in allen Ländern ihre Opfer fordert. Diese Berstopf-nng der Gehirne mit übertriebenen Bor» stellungen von der Allniacht der Gewast, dos ist das eigentliche Werk der von Moskau ausgehenden Propaganda. Wie viel llnhetl sie schon augerichtet hat, wie viel Wecklos vergösse» nes Arbeiterbiut onf ihre Rechnung kommt, dafür haben uns die jüngsten Vorgänge in der Tschechoslowakei wieder ein Bei» spiel geliefert. Es ist aber nicht dies das Kapitel, das uns heute beichäsiigen soll. Das unheilvolle Spiel, Las Moskau in der sozialistischen Bewegung aller Länder treibt, nötigt uns, auf ein Kapitel zurückzukommen, das womöglich noch schwärzer ist als jenes. Man weiß oder vielmehr, man hat erfahren, lvetche Rolle in der internationalen Aktion Moskaus das Geld spielt. Denn das Wenigste davon dringt in die Oeffentlichöeit. alber die seinvrzeit von der sozialistischen Regierung Oesterreichs darüber an das Licht gebrachten Tatsachen genügen, die Methode erkennen zu lassen, nach der Moskau arbeitet. Es war ein erschütternder Notschrei, den die Wiener Regierung damals ausstieß, als sie die Summen bekannt gab, die Moskau an seine Agenten in Oesterreich gesandt hatte, um eine sozio- listische Regierung zu stürzen, die nicht nach seinem Geschmack war. Welche Beträge es Moskau sich— nein, die Finanzen des Landes hat kosten lassen, um Deutschland mittels Anstiftung von Aufstand eine Regierungsform aufzuzwingen» von der es sicher war, daß die erdrückende Mehrheit deS deut- scheu Volkes sie nickst wollte und daß der Versuch der gewalt- samen Durchführung das furchtbarste Elend über das Land bringen werde, ist vorläuifig fein Geheininis. Wenn nian sich aber der Aufstände im Ruhrgebiet, in Mitteldeutschland, in Bayern usw. erinnert, bei deren Anstiftung Bolschewisten die Hand im Spiele hatten, dann wird man die Aöschitzulig auf etliche Millionen nicht für. übertrieben.halten,.aichnlü"!— jnöern.,j;s6iiW tustf _DTlüfi gÄuNg� die soeben bei Payot in Paris nnt oineni Vorivort von A. Merrheim erschienen ist. Und War ist es nickst so sehr die sehr lefcn'swerh? Schrift selbst, als das Vorivort des Ge- rossen Merrheim, das lster in Frage konmnt. Merrheim, von Beruf Mechaniker, und vor dem Kriege einer derjenigen Sozialisten Frankreichs, die ihr Bestes taten, die französifck« Gewerkschaftsbewegung auf eine solide Grundlage zu stellen, gehörte im Kriege zu jener Gruppe französischer Sozialisten, die schon frühzeitig süb mit dein Problem einer internatio- nafen Aktion zur Beendigung des Krieges beschäftigten. Mit dem gleichgesi unten Bourderon war er Teilnehmer an der iun September 1913 in Ziminerwald. Kanton Bern, zusamnien- getretenen Konferenz, an der auch Mitglieder der damaligen Oppositton der deutschen Sozialdemokratie vertreten»xiren. Ebenso eine Anzahl russischer Sozialisten, darunter U l i a n o f f- Le n i n. Sowohl in einer Vorbelp rochung in Bern, wie auf der Konferenz selbst, forderte Lenin schon d a ni a I s, daß die Konferenz erstens die Dritte Jrtternationvfe konstituieren und zweitens einen Aufruf zum sofortigen Generalstreik der Massen und der Soldaten gegen den Krieg erlassen solle. Vergebens setzte ihm Merrheim schon bei der Vorbesprechung in der nahezu acht Stunden währenden Diskussion auseinander, daß ein solcher Aufrrrf im damaligen Zeitpunkt mehr als zwecklos, direkt zweckwidrig sein wurde. Lenin imd feine Freunde ließen sich nicht überzeugen. Die Szene wiederholte sich auf der Konferenz in /der Kommission, I reiche die zu be- schließende Resolutton mitarbeiten sollte, und führte da zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen Georg Ledebour und Lenin. Wie Merrheim bekämpfte Lodebonr die Forderung Lenins als zweckmidrig und wies nach, daß sie denjenigen Teilwchniern an der Konferenz, die in ihr Land zurückzuketrven hatten, nutzlose Selbst-, anfopferung zumuile. Lenin zeigte, während der ganzen Sitzung, mit nachlässiger, gettngjchätziger Miene auf ermmr Sofa ausgestveckt, für feilten der Gegenernkncind? Verstänimis. Wiederholt schlug er vielmehr in seinen Antworten einen der- letzenden, sarkastischen Ton an, und ohne die Dazwischenkunst des rus'stsch- rumänischen Sozialisten Rakowski wäre die Konferenz resultatlos ausÄnandergegamgen, da weder die deutschen noch die französischen Teilnehmer gewillt waren, sich dem walmwitzig-en Verlangen Lenins zu fügen. Es kani eine vermittelnde Resolution zustande, gegen die aber Lenin sowohl in der Kommission wie aus der Konferenz selbst stimmte. Aus dem RedÄrrell Ledebour-Lenin hebt Merrheinl her» vor, daß ersterer dem letzteren aus eine der spöttischen Bs- merkungsn geantwortet habe, er verlange von ihni nicht, daß er nach Rußland zurückkehre und dort im Sinne seiner Reso- lution austrete, denn das bedeute den sicheren Tod durch Er- schießen; was aber Lenin von ihm verlange, sei eine solche Selbstpreisgabe, wenn er, Lodebour. es nicht so wie jener mache und ruhig in der Schweiz bleibe. Lenin verblieb in der Tat in der Schweiz und kehrte mit seinen Freunden erst nach Rußland zurück, als die Revo- I u t i o n s ch o n d a w a r. Es ist bekannt und erst in aller- neuester Zeit-von General Hofs mann wieder erwähnt worden, daß es die kaiserlich deutsche Regierung war, die aus Veranlassung der deutschen Heeresleitung Lenin und Genossen i m verschlossenen Salon- wagen durch Deutschland befördern ließ, damit sie in Rußland ihre Agitation betreiben könnten. Man wird oarüber verschiedener Meinung sein können, ob es sich für Sozialisten ziemte, von solcher Seite eine solche Gefälligfeit anzunehmen. Mit dem Vorgang verbindet sich jedoch ein zweiter, der noch der Aufklärung bedarf. Vock selten der Entente' ist behauptet worden und wird noch behauptet, daß Lenin und Genossen damals vom kaiserlichen Deutschland große Summen Geldes zuge- .wendet worden seien, dcmtit sie ibre zersetzende Agi- tation in Rußland um so wirksamer betreiben könnten. Leu in und Genossen haben vom kaiserlichen Deutschland in der Tat große Summen erhalten. Ich erfuhr davon schon Ende Dezember 1917. Durch einen Freund ließ ich bei einer Persönlichkeit nachfragen, die infolge ihrer Beziehungen zu amtlichen Stellen unterrichtet sein mußte, und erhielt eine bestätigende Antwort. Nur erfuhr ich nicht, wie groß die Summen waren und wer der oder die Vermittler waren. Jetzt habe ich von ernst ztl nehmender Seite erfahren,'daß es sich um Summen von fast unglaublicher Höhe, sicher um mehr alssill Millionen Gold mark gehandelt l>at, also um so große Summen, daß Lenin und Genossen im- möglich im Zweifel darüber gewesen sein konnten, aus welchen Quellen sie ihnen zuflössen. Die Sache ist daher für die Be- urteilung ihrer politischen Moral von nicht geringem Jnter- esse. Sie hat aber auch für die Beurteilung der Methoden der kaiserlichen Politik ihre sehr ernste Seite. Darüber in einem'besonderen Artikel. Ich weiß natürlich, was sich vom Standpunkt der militärischen Erfolgspolitik für die Finanzierung der bolschewistischen Aktion vorbringen läßt. Der Militär, der mir gegenüber zuerst die Sache erwähnte, fügte hinzu, ein hervorragendes Mitglied des Parlaments der verbündeten Macht, mit'der er dienstlich zu tim hatte, habe ihm gesagt, sie sei„ein Meisterstück Deutschlands". Es ist rn der Tat nicht ans Konto von Lenin und Genossen zu setzen, wenn es schließlich anders kam. Eines der Ergebnisse ihrer Aktion war Brest-Litowsk, und wie übermütig die deutsche .Heeresleitung dort auftrat, wird ja Wohl Trotzki und Radek noch in Erinnerung sein. General Hoffmann, der dort mit ihnen unterhandelte, hatte sie in doppelter Hinsicht inderHand und ließ sie das sehr spüren.' Für die internationale Sozialdemokratie ist vor allem unter dem. Gesichtspunkt der politischen Moral der Arbeiter- Parteien Auskläriung über dieses dunkle Kapitel geboten. Wenn ich recht unterrichtet bin, soll Lenin aus die An- schnldigungen der Entente seinerzeit geantwortet haben, woher er sein Geld nehme, sei ferne Sache. Unbefummer! um die Absichten der Geldgeber, habe er die ihm zugeflossenen Gelder für die sozialistische Re- volntion verwendet, und das genüge. Daß er so gehandelt hat, soll nicht bestritten werden. Aber das allein erledigt die Sache nicht. Rift solcher Begründung läßt sich jede politische Abenteurern unsauberster Art rechtfertigen. Wo würde die sozialistische Internationale hinsteuern, wenn sie solche politische Maximen als zulässig duldete?. Da würde schließlich von Treu und Glauben unter Sozialisten überhaupt nicht mehr die Rede sein. Und tatsächlich haben Lenin und Genosten ihr Möglichstes dazu beigetragen, das Vertrauen, das bisher Sozialisten auch bei größter Mei- nungsverschiedenheit ineinander setzten, zu zerstören. Ihre Geldwirtschaft in der Internationale hat mit der Wirtschaft des Bisinarckschen Reptilienfonds nur zu große Aehnlichkeit. Und komme man nicht mit dem Hinweis ans den Erfolg. In bezug auf Krieg und Frieden hat das Verhalten der Bolsche- wisten im Jahre 1917 den Krieg nicht der? ürzt, son- dern zu seiner Verlängerung beigetragen. Freilich hat es sie in Rußland an die Regierung gebracht. Aber bis jetzt nicht zum.Heil für das russische Volk. Das Wenige an Reform, was sie verwirklicht haben, wiegt federleicht im Verhältnis zu dem Meer von Unheil, das unter ihrer Herrschast in Rußland angerichtet worden ist. Und wo sonst ihr Einfluß auf die Zu- stände eines Landes eingewirkt hat, war das Ergebnis das gleiche, wenn nicht noch schlimmer. Auf die sozialistische Internationale hat er wie Meltau gewirkt. Der Jubel, he Zweite Internationale„totgeschlagen" zu haben, ist vor allem Zeichen der politischen Verranntheft, welche die bolschewistische Doktrin ihren Gläubigen einprägt/ Lenin und Genossen Hoben lediglich das erreicht, daß die Internationale gespalten ist— wie man aus Merrheims Bericht ersieht, schon 1915 das Streben Lenins— und dadurch für jede große Aktion, die das einheitliche Austreten der Arbeiterschaft erheischt, ihrer Wirkungskraft beraubt ist. Auch im Hinblick aus das, was die Internationale war und heute sein könnte, ist-zu fordern, daß in das Dunkel des Vorganges von 1917 gründlich hin- eingeleuchtet werde._ fiuf puttkamers Spuren. Die„Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht ein Schrei- ben, das der Reichsminister des Innen:, Koch, an den Reichsjustizminister und in Abschrift zur Kenntnis- nähme an den preußischen Minister des Innern geschickt hat. Herr Koch beschwert sich darüber, daß gegen Reden und Flugblätter für einen gewaltsamen Umsturz d»r Versastung und zur Errichtung der Räterepublik von staatsanwaltschaftlicher Seite zu wenig eingeschritten werde. Wörtlich sagt er: Ich habe daher Veranlassung genommen, die LandeSregierun- qsn zu ersuchen, die nachgeordneten Polizeibehörden anzuweisen, derartige Fälle von Hochverratsversuch bei der Staatsanwaltschaft znr Anzeige zn bringen. Ich bitte aber auch die Justizverwaltung zu veranlassen, daß sie die ibnen nachgeordneten Staatsanwaltschas- ten anweist, auch von Amts weoen nachdrücklicher als dies in der letzten Zeit geschehen zu sein scheint, gegen alle Hochverräters- scheu Bestrebungen vorzugehen. Diese Anfputschung der reaktionären Justiz ist wirklich das, was uns am meiste:: gefehlt hat. Von mangelndem Eifer der Staatsanwaltschaft haben wir bisher nichts wahrnehmen können, wohl aber von einem sehr bedenklichen Uebereiser. Wir erinnern uns an die lächerliche und mißglückte Anklage gegen den verantwortlichen Redakteur der „Freiheft" wegen des Abdrucks der Walter Stöckerschen Ar- tikel für die Tritte Internationale. Wünscht Herr Koch noch mehr solche Justizblamagen? _ Auf der anderen Sefte müssen wir fragen: Warum der- mißt Herr Koch nur Anklagen gegen links? Sollte es Herrn Koch entgangen sein, daß z. B. erst vor wenigen T�geu der Antisemit Rudolf Lebius öffentlich ausgefordert hat, die Mitglieder einer pazifistischen Ver» einigung totzuschießen, darunter den weltbe« rühmten Professor Einstein?! Kanüiöatur Sülow? Die schon einmal aufgestellte, dann aber wieder demen» tierte Behauptung, daß die Deutsche Volks Partei den Fürsten Bülow für die Wahl des Reichspräsi» deuten vorzuschlagen beabsichtige, taucht von neuem auf. Die Meldung' gewinnt dadurch an Bedeutung, daß sie von einem Herrn Stinnes nahestehenden Korrespondenzbureau bestätigt wird, das allerdings Hinzufügt, daß die vorzeitige Ver- öffentlichung nicht im Interesse der Kandidatur Bülow gelegen sei. Die Deutsche Volkspartei sollte doch derartige Scher z e mit einem verbrauchten Mann unterlassen. Selbst die Faschingszeit entschuldigt diesen Vorschlag nicht. Sitte, bitte! Aus dem Verleumdersumpf. Die„Fulbaer Zeitung" bringt folgende Erklärung: »Die von meinem Verieidiger in dem gegen mich angütrengten Strafverfahren angestellten Ermittlungen Haben die Haltlosigkeit der mir über das Perhalten des Herr« Reichspräsi de«» ten zugetragenen Gerüchte ergeben. Ich bedanke lebhaft, diese. Aeußerung getan gu haben und widerrufe sie hiermit aus- drücklich mit der Bitte um Zurücknahme des gegen mich Erhobenen Strafantrags. Buttlar(Rsön), den 17. Dezember 1920. gez. Ernst Haatz." Die alte Geschichte. Wird einer der großmäuligen Ver- leumder bei den Ohren genommen, dann sinkt er jämmerlich in die Knie und bittet händeringend um Zurücknahme des Strasantragesl_ �gitationsschwinüel gencktsnotoristh? In einem Sklarz-Prozeß gegen den Redakteur Josef Buchhorn kam das Gericht zur Freisprechung des Slifgetlagicn. Der Gegenstand der Klage selber hat Ivenig Interesse, Um so mehr dagegen ein Satz aus der Urteilsbegründung. Das Ge- richt führte nämlich zur Begründung seines Freispruchs aus:.Die Tatsache, daß ein Einfluß der Gebrüder Sklarz auf die damalige Regierung(gemeint ist die erste Koalitions- rcgierung nach der Revolution) bestanden hätte, sei gerichtsoota- rtsch." Dieses Gericht hat sich also nicht gescheut, einen deutsch- nationalen AgitationS schwinde! für eine gerichtS« nowrische Tatsacke zu erklären. Darin liegt zum mindesten eine ungeheure Leichtfertigkeit. Wir bezweifeln, daß die betreffenden Richter für ihre Behauptung eine andere Jnforma- ttonsguelle hatten als die Lektüre rechtsstehender TageSzei» tungen. Wir wollen ihnen zugute halten, daß sie den dort ge- druckten Schwindel ehrlich für bare Münze genommen habeiu Aber ein wirklich objektives Gericht darf nur Dinge für ge- vichtsnotorisch erklären, die in der allgemeinen Oefsentlichkeit un» bestritten sind. Sonst könnte demnächst jede einseitige Be- b a u p t u n g einer politischen Partei von Richtern, die zufällig dieser Partei angehören, zur.gerichtsnotorischen Tatsache" ge- stempelt werden. Damit würden gerade die Dinge, die erst ls» wiesen werde« sollen, der Beweisaufnahme entrückt. Wenn im vorliegenden Fall das Gericht derartige Behauptun» gen gegen eine Regierung schleudert, ohne ei« einziges Mitglied dieser Regierung, ohne überhaupt eine einzige Person zeugeneidlich zu vernehmen, so mißbraucht es die richterliche Autorität znr poli- tischen Berunglimpfung in der Oefsentlichkeit tätiger Männer. Cine unwahrsihemliche Geschichte. Oben, ganz oben in der Zirkuskuppel stand ein Mann. Sechs Stockwerle hoch. Mit dem festen Willen, in die gähnende Tiefe zu springen. Zehntausend Gesichter starrten hoch. Frauen blieb der Atem weg. Männer fletschten die Zähne. Einer spielte mit seinem Tod. Neckte ihn, versuchte ihn, höhnte ihn. Man erinnerte sich, daß der da oben noch vor Augenblicken unten in der Manege stand. Gesund, mit geraden Knochen und ' ellen Augen, lind erzählte, welche Gefühle ihn bei seinem Tode»- sprung— ohne Netz, sechs Stockwerk hoch hinunter— betvegtxn. Ee spiele mit dem Tode, um zn leben. Euch, sagte er, ist'S nur WWWen Augenblick lang eine Sensation, ein Nervenkitzel. Ich lebe, weil iht das Bedürfnis habt, einen Augenblick die Möglichkeit meines Todes zu durchlosten. Mit Schauergefühlen über dem Rücken. .Schrecklich das Gerede," sagte einer..Springen soll er!" Dann hatte der Mann seiner Frau, die ernst unten, stand, heftig die Hand gedrückt. Irgendwo spürte man Tränen aufsteigen. Ein dicker Herr meinte, eS wäre im Grunde genommen eine schamlose Sache. Nun wgr der Mann hochgezogen, stand oben aus einem schmalen Brett, maß die Entfernung und zielte nach einem ein- fachen Holzgerüst, da? den Sprung aufsangen und mildern sollte. Er setzte ein paarmal an. Menschen, die sonst ihr Herz nicht fühlen, hotten es in der Brust laut. Dann sprang er los. ... schlug auf... rollte in den Sand.,. und blieb . liegen... hatie das Genick gebrochen. - Zehntausend standen auf und schrien durcheinander. Ein Mensch, der im ZirluS zufällig anwesend war. sagte zu seinem Nachbar: .Nun haben wir ibn ermordet." Der sah ihn verständnislos an. Man las im Blick: Sie sind verrückt. Der Mensch aber fand nachts keine Ruhe. Er ging anderen Tages zur Polizei und bezichtigte sich des Mordes. Man verhörte ihn und lachte ibn aus. Der Mensch verzweifelte an allem. Dachte: Er ist doch bloß gesprungen und gestorben, weil ich da war. Und die anderen. Also bin ich mit schuldig. Ich jedenfalls. Da niemand ihn richten wollte, richtet« er sich selbst. Schrieb auf einen Zettel: „Der Mord eines Menschen hat mich zehn Mark und mein Leben gelostet. Blut um Blut." Die Verwand:eu metttteu: Sc war schon immer nicht ganz «lchtjg. Internationale Tanzrevur. Berlin wird zusehends Weltstadt des Tanzes. Die Nationen scheinen sich danach zu drängen, ihre Tänzerinnen nach Berlin zu entsenden. Bei den Valutaschwachep versteht man es: für die Russen, Polen und die ehemals österreichischen Länder sind wir immer noch eine Att Goldland. Aber was lockt die andern? Gibt man aus rniser Geschmackurteil soviel im Ausland; oder dient die Uederlegenheit der Valuta nur dazu, um billig aufs Podium und in die Ktttik zu kommen? Seien wir höflich, zählen wir die Völker auf, aber nennen wir nicht die Namen derer, die nur die Jnternationalität des Dilettantismus repräsentieren. Es war also in den letzten Wochen Tanzkunst zu sehen aus: Amettka. Dänemark, Holland, Norwegen, Schweden, Oesterreich, Polen, Rußland, Spanien, Persien. Der Tanz bedient sich(neben der Musik), des internationalsten Ausdrucksmittels..Dank diesem Esperanto des rhhchmisch dewqjM« iKÄpers konnten wir sie all« Wo der Tanz aus dem V,'weilen noch ausgesprochen national; im ganzen aber oerrschi t�r übernationale Kunsttanz. Das alie Ballett war völlig international und es lebt immer noch. Gerda Heim(früher Warffhan.-r Over! führte mit erstaunlicher Virtuosität Glanzstücke des Spitzenhnzes box. Die neuen Tendenzen des Tanzes verkörpert mit vollende! cm Ausdruck und feinstem Stilgefühl der Russe Jrail Gadescov. Wie hat er aber auch seinen wundervoll durchgebildete» Körper in der Ge- Walt; er federt und bebt, leisesten Regungen gehorchend. In ihm ist hohes Kunststreben und strenger, geistbeherrsckter Formwill«. Sein ägpptischer Tanz ist ohnegleichen. Holländische Tänze dürften uns kaum Ueberraschung bieten. Aber was dos spezifisch holländisch, was Florrie R o d r i g o uns vorführte? Gewiß, die Bauerntänze mögen echt sein, aber in dieser Derbheit gehören sie kaum in den Konzertsaal. Das Koboldhafte, Ausgelassene liegt der Tänzerin im Bluse. Persische Tänze— vielleicht waren es aber auch armenischs. jedenfalls aber orientalische— z«igte Armen O h a n i a n. Was daran echt war, ist schwer zu sagen. Aber neben allem Urwüchsigen, das darin nach- klang aus Tausend und einer Nacht, prägte sich deutlich die indivi- duelle Note aus. Ein höchst schmiegsamer, morbider Körper führt eigenartige gleitend« Bewegungen aus. Der Tanz des Ottents birgt noch viele Reize, von denen uns die üblichen Bauchtänzcttnnen und die schlechten Imitationen nichts gegeben haben. Armen Qhanian hat uns eine neue Welt des Tanzes schauen lassen. Mi—?. Die Thraterorganisation der Zukunft. Unter dem Titel:.Die Theaterorganisation der Zukunft. Volksbühnenbewegung und Theatersozialisierung" gibt der Verband der deutschen Volksbühnen- verein« eine Schrift heraus, in der lein Generaisekrerär Doktor Nestriepke Wesen und Bedeutung der Volksbühnenorganisationen er- örtert, so insbesondere ihren verfasiungSmäßipen Ausbau, die Ausgestaltung ihres Verwoltungsapparales u'w. eingebend behandelt. um anschließend die Möglichkeiten eines Zusammenwirkens zwischen ihnen und Kommunen zu untersuchen. Ein Ueberblick über die bisherige Entwicklung der Volksbühnenbewegung und eine An- leitung für die Gründung von neuen VolkSbühnenvereinen bilden den Abschluß. Die 48 Seiten starke Schrift verdient von allen, die an einem Reuaufbau unsere« Theaters interessiert sind, besonders auch von denen, die sich in den Gemeindeverwaltungen mit dem ÄeaterLu besqfie» Habe«, Leltzseu�u werden. Sie jst Legen Ein- sendung von 3 M. erhältlich durch das Generalsekretariat deS Verbandes der deutschen VollSbühnenvereine, Berlin C 26. DaS erste deutsche Eisenwerk. Am 27. Dezember konnte die deutsche Technik ein leltenes Jubiläum begehen; es waren nämlich 600 Jabre vergangen, seit der Vertrag zur Erbauung des ersten mechanischen Eisenwerkes in Teutschland abgeschlossen wurde. Man nannte die Anlag« damals Eisenmühlen, später Hammer- mühlen oder Hammerwerke. Die Zisterzienser des Kloster» Dobrilugk an der Strecke Dresden— Berlin verpachteten am 27. De- zember 1320 zu Wahrenbrück an drei Männer eine Mühle, um dott .Eisen zu bearbeiten". Jene Zeit, die mit der Einführung der Feuerwaffen in Deutschland zusammenfällt, hatte nur eine ganz geringe Industrie, die über das handwerkliche nur dort hinan» kam, wo es sich entweder um die Beschaffung von Kriegsmaterial, oder um die Herstellung kirchlicher Geräte Handel«. Selbst die Getreidemühlen mit Wasserkraft waren nicht allgemein verbreitet; denn jeder Ackerbürger mahlte nach Möglichkeit seinen Tages- oder Wochenbedarf im eigenen Haute auf einer kleinen Handmühle. So war eS ein gewagtes Unternehmen, daß die drei Männer Peter, Arnold und Heinrich damals eine Wafferkraft ankauften, um einen Reckhammer zur Bearbeitung schwerer Eisenstücke zu erbauen. 'Theater. Im Deutschen Theater wird unter Leiwng von Max Rein, ...dt�Zchlllers.Kabale und Liebe" in einer Neueinsmdierung von stJknflk. Da! erste diesjährige Sonntag-MittagS-Konzert deS S ch i kl e r» TheaterS Charlotten bürg bringt am IS. Januar auSlchlietzltch Werke von JotnnneS Brahms.— Sonntag, den lS..?>/, Uhr. findet im BI ü t h n e r-S a ah'ein Schumaim-Abend statt.— Der W il m er S- darf er Männe.chor hü d. D.A. s-.B.) gibt Conntag, den G, in der Obcrrealfchule In der tzwdrnburgüratze unter Leitung felneS Cbor- meifters Hickcndorff ein ttonzeri zum Besten der uolleidenden Kinder. Hervorragende Solisten wi.lcu uuL Harry Walde«, einst der Liedling der jungen Dame« i« L-rlin. machte in Wien eine» SeibfUnordcerjuch, angttüich au» nrmozlelleu Schwierigkeiten. Ein Berlaine-Denkmal in Metz. Freende nnd Verehrer de» Dichters Paul Verlaine, des Erneuerers der jranzöli'chcn Lyrik, wollen ihm in ieiner Vaterstadt Metz ein.seines Ruhmes und Ewrie J rvurdigeS" Denkmal errichten. Ein Institut fiir jnrbeitsnntersuchung in Moskau. Beim Mos- kaner Institut für daS Studium des Gehirns winde elne rwteilung eingerichtet, um die Maximalarbeitsleistung eines AipeiterS jeslzuitellen, die er zu leisten vermag, ohne an seiner Gesundheit Zch.rden zu leisen. Daneben ivuide eine Klinik jür«erussirantheiten und eine vchchotcchniiche Ab- teilung eingerichtet— lauter Dinge, die wir tn Deul chlauo lange haben. Di« groß« Gest«. Sie sind unverbcsserkich. vi« französischen Gelehrten. Sie spielen ruhig weiter Krieg. Die srarnös. Pathologen haben anläßlich der Einberufung eines internationalen pÄhologeiikvngressez nach Row erklärt, daß sie mit Vertretern der deutsch«« Wissenschast jede Zusammen- arbeit ablehnen, solange die deutschen M»i£«r nicht öffentlich jede Soli- darität mit der deutzchea Regierung und Hcsreeleitung von 1914 ve» leugneten. Ein mykenischer Tempel. Ausgrabungen in Sern(Provinz Eagliarh haben zu der Entdeckung eines vMtäudigen temvcl? aus der mykenisckie, Epoche geführt. Dieser Fund wird für die brhculsamste archäologische End deckung gehalten, die jeu ZrciWwtg Oes Borna Romamun in Italic» S» ninrnt tDDrußlt. tit '••"»7V*'••*'*/*'•*%***• fl" Hr. 21 �Z8. Jahrgang Seilage öes vorwärts Freitag, 14. Januar 142? paulsen zum Schulrat gewählt. Die Zusammensetzung der Bezirksämter,— Die Untergrundbahnarbeiten in Neukölln. Die Stadtverordnetenversammlung konnte gestern, ohne durch die Tribüne erheblich gestört zu werden, ihre Arbeiten fortseben. Sehr weit kam sie freilich wieder nicht. Es ist im Rathaus üblich geworden, viel Zeit mit Geschästsordnungsdebatten totzuschlagen und dadurch nur die Geschäfts u n ordnung noch zu steigern. Erledigt wurde die Sch ul rat Zw a hl. nachdem ein paar Verschleppung»- versuche der Bürgerlichen abgeschlagen worden waren. Die rechtsstehenden Fraktionen verließen enttäuscht den Saal, und es wurde dann mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Unabhängigen und Kommunisten der Hamburger Paulsen gewählt. Auch bei der aus dem Ausschuß zurückkämmenden Vorlag« über die Zusammensetzung der Bezirks- ä nit e r hätten die Demokraten gern die Beschlußfassung noch verschleppt. Daß ibr Redner über Stellenjägerei der sozia- listischen Mehrheit jammerte, bekam ihm übel. Unser Ge- nosse Frank und auch der Redner dep Unabhängigen ant- warteten ihm, daß dieser Vorwurf gerade gegen die Frei- sinnigen der früheren Berliner Stadtverwaltung erhoben wer- den mußte. Die Vorlage wurde schließlich einstimmig an- genommen. Zu dem, Kommunistenantrag wegen der Untergrundbahnarbeiten in Neukölln richtete die sozialdemokratische Fraktion an den Magistrat die Bitte um Auskunft, ob die Fortführung nicht möglich sei. Ter Stadtbaurat schilderte die Schwierigkeiten, die eine Fortführung in vollem Ilmfange unmöglich inachen. Es soll aber olles zur Beschaffung von Notstandsarbeiten getan werden, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sitzungsbericht. Der Zutritt zur Zuhörertribüne ist heute nur gegen Karlen geirattel, die den Fraltior.en nach ihrer Stärke vom Vorstand zugeteilt worden sind. Es wirb scharfe Kontrolle geführt. Die Tribüne ist gefüllt. Vorsteherstellverireier Schwarz eröffnet die Sitzung nach SV* Uhr mit der Mitteilung, daß u. a. ein D r ing l i ch k e i t s-- a n t r a g Wehl lll. Saz.) eingegangen ist, wonach Schulfeiern am 18. Januar, anläßlich der nO. Wiederkehr des Tages der Reichsgrün- dung verboten sind und llebertreter des VerborS zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Die Rechte Nimmt den Antrag mir lob» basten Aeußerungen des Unwillens auf und verneint die Dringlich- keit. so daß heute darüber nicht beraten werden kann.— Auch gegen eine dringliche Anfrage wegen der Unterbrechung der Bauten an der Nordsüdbahn in Neukölln ist Widerspruch Säbel(Kom.) legt zur Geschäftsordnung Protest gcgcu die Beschränkung der Oeffentlichkeit ein. Niemand habe da? Recht dazu; erst müsse die Versammlung einen Beschluß fassen, ehe jemand wagen darf, solche Maßnahme zu treffen. Ter Vorwurf, haß die Kommunisten es gewesen seien, Ki eine Frechheit und Unverschämtheit.— Für die„unqualifizier- bare" Aeußerung wird«r zur Ordnung gerufen und erhält für die Wiederholung des Ausdruckes einen zweiten Orb- nungSruf. Er sucht dann nachzuweisen, daß die Räumung der Tribüne durch den Vorsteher zu Unrecht angeordnet sei, spricht aber- mals von einem unerhörten Verleumdungsstldzug, wird mehrmals vom Vorsteber unt»brochew. beruft sich für seinen Protest auf die Geschäftsordnung, weist die Anregung des Vorstehers, die Sache in einem Antrag zu verfolgem, zurück und verweist auf die uner- hörten Verleumdungen und Verdächtigungen, die gegen die Kom- munisten von den„Schmiersinken der bürgerlichen Presse" verübt worden seien. Der Vorsteher schneidet ihm schließlich das Wort ob. D o v e(Dem.) rechtfertigt das Verhalten des Bureaus, es sei jede Willtür ausgeschlossen. Zur Festsetzung des Gehalts des Oberbürger- Meisters wird unter Ablehnung eines Antrages der.Koimnu- nisten, den Oberbürgermeister dem Bürgermeister im Gehalt gleich- zustellen, beschlossen, das Grundgehalt auf 47 000 M., den Orts- zuschlag aus S000 M. festzusetzen, wozu die Teuerungszuschläge kommen. Die Wohnung im Herrenhause zu Buch soll wegfallen. Die Ausschußvorschläge zum Antrag Wehl, betr. die Ein- st e l l u n g d�r K o hle 11 lieferungen an Bars, Dielen usw., gelangen zur Armahme, nachdem Helmke(Dem.) nochmals sehr nachdrücklich alle zuständigen Faktoren zur Unterdrückung der Lokale aufgerufen hat, die dem Schlemmerleben einer gewissen Schickt der Bevölkerung Vorschub leisten. Aus 6 Uhr ist die Wahl des Oberstadtschulraks angesetzt. Vom Zentrum wird beantragt, die Debatte über die Wahl nochmals zu eröffnen. Unter steigender Unruhe der Linken begründet Lichtenberg diesen Antrag. Es folgt eine sehr er- regte Auseinandersetzung, in der v. Evneru(D. Vp.> und v. Lindeiner(Dnat. Vp.) unter Hinweis auf die Protestbewe- guirg gegen Paulsen und aus die Notwendigkeit gründlicher Prü- fung des Protestmaterials dem Zentrum beipflichten, während Bruns(Soz.), Dr. L ö w c n st e i n lU. Soz.) und Adolf Hofs- mann(Kom.) den Antrag für unzulässig erklären. Auch der Vor- iteher erklärt den Antrag für unstatthaft. Ein setzt von der gleichen Seite eingebrachter VertagnngSarrtrag wird, während die Erregung und der Lärm in der Versammlung andauert, schließlich gegen die bürgerlichen Parteien abgelehnt. . Endlich kann der Namensaufruf vorgenommen werden. Die bürgerlichen Parteien, mit Ausnahme der Demokraten, der- lassen den Saal. Paulten-Hamburg wird mit US Stimmen zum Obcrstadtfchul- rat gewählt. 13 Stimmen entfallen auf de« bisherigen Stadtschul- rat Reimann; 2 Zettel sind weih. Nach der Wahl, wird aus den Antrag, betr. die Kohlenliefe- rungen, nochmals eingegangen. Gottfried Schulz(II. Soz.) weist auf den unerträglichen Mißstand hin., daß die Bars und Dielen mit Kohlen versorgt werden, während die Stadt Berlin 3 Badeaniialten noch bis heute nicht habe in Betrieb setzen können. Auf Antrag der Kmmnunisten wird hierauf die Vorlage betr. Erlaß eines Ortsgesctzcs über die Zusammensetzung der Bezirksämter und die Besoldung ihrer Mitglieder in Beratung genommen. Nach der Vorlage soll die Zahl der Mitglieder der Bezirks» ämter betragen: 17 im 14. Bezirk(10 besoldete. 7 unbesoldete), 1ö(8 besoldete. 7 unbesoldete) im 7., g.. 11. Bezirk. 13(7 und 6) in de« Bezirken 1 bis 6. sowie im 12. und 17. Bezirk. 11(7 und 4) im 8., 1ö., 19. und 20. Bezirk, 9 lo und 41 im 10., 13� 16., 18. Bezirk. Ter Ausschuß hat die Zabl der Mitglieder des 13. und 16. Be- zirks aus 11 erhöht; der Bezirk Zeblendorf soll 6 besoldete und 3 un- besoldete Mitglieder erhalten. Das Gehalt der Bezirksbürger- Meister soll 25 000 M. und Ortszulage 5000 Dd, da? ihrer Stell- Vertreter 22 000 und 5000 M.. das der Bezirksstadträt« 13200 bis 20 000 Mk. nebst 5000 M. Ortszulage und 2jährigen Alterszulagen von zweimal 2400 und zweimal 1000 M. betragen. Die ülommunisten beantragen, nur besoldete Bezirksbeamte anzustellen. Dr. Michaelis(Dem.): Das Gesetz spricht nur von sieben Mitgliedern eines Bezirksamts; wir verstehen nicht, warum der Magistrat durchweg darüber hinausgehen loill. Der Ausschuß ist noch nicht einmal damit zufrieden. Im ganzen kommen mehr als 300 bezahlte Bürgermeister und Stadträte bcraus. Allein auf das alte Berlin werden jetzt 14 Bürgermeister und 180 Stadträte losgelassen! Das war nicht die Absicht. Ein solcher Apparat ist ja gar nicht zu bezahlen. Das ist nichts als das Rennen nach der Futterkrippe(Unruhe), sowohl von links wie von rechts. Wir be- antragen, die Vorlage an den Ausschuß zurückzuverweisen. Dörr(Kom.): Es ist ein Schauspiel für Götter, einen Demokraten von der Jagd nach der Futterkrippe sprechen zu hören. Die Zentralisation, die wir jetzt erreicht haben, wird uns von der bisherigen unerträglichen Herrschast der Bureaukratie befreien. Für Zurückverweinmg ist auch ein Vertreter der Wirtsch. Vgg. Für die D. V. P erklärt v. E Y n e r n die Zustimmung zur Vor- läge und zu den Ausschußvorschlägen; es werde bei Zurückverwei- sung auch nichts anderes herauskommen. Frank(Soz.): Wenn wirklich durch, die Verstärkung de? Beamtenapparats die Macht der Bureaukratie verstärkt wird, so find daran nicht zum wenigsten die Demokratien schuld. Im Landtag haben sich gerade sie und die D. B, P. für die Dezew» tra lisch ton eingesetzt. Den Antrag der Kommunisieii lehnen wir ab. Freund(U. Soz.) sieht in dem Auftreten von Michaelis den Schlvanengesang der Demokraten. Das System Cassel sei eben unwiederboinglich vorbei; feine Spuren seien überall Sumpf, Stagnation, Korruption.(Große llnruhc bei den Demokraten.) Bürgermeister Ritter zieht die bisherige Zahl der Verwal- tungsbeamteg im Bereiche von Groß-Berlin zum Vergleich heran, um die Befürchtung des lleberwucherns der Bureaukratie und einer zu großen Kostspieligkeit der neuen Verwaltung zu zer- streuen. Die Versammlung wolle bedenken, daß die Durchführung der Neuordnung dringlich sei; sie solle die Vorlage heute er- ledigen. und gleichzeitig beschli-ßen, die Wahl der unbesoldeten Mitglieder nach dem Verhältniswahlsystem vollziehen zu lassen. Dave(Dem.) nimmt die alte Stadtvvrordnete»wcrsammlung gegen Freund in Schutz. Die Zurückverweisi.-ng und der Antrag der Kommunisten wer» den abgelehnt; die Vorlage gelangt in der Ausschußfassung zur Annahme. Ebenso wird der vom Magistrat vorgeschlagene Beschluß betr. de« Wahlmodus gefaßt. Zur Auffüllung der Betriebsmittel der Dar- lehnskassc für Beamte werden weitere 500 000 M. bewilligt. Die Vorlage wegen Erhöhung der Kur- u n d V e r- p f l e g u n g s k o st c n in den städtischen Krankenhäusern geht an einen Ausschuß, der sofort ernannt wifid. Hiernach wird der Zlntrog der Kommunisten betr. die Fort» fühwung der Arbeiten auf dem Nord-Südbahn- und dem Jndustriebahngelände gegen den Widerspruch der bürger» lichen Parteien vorgezogen. Nawrocki(Kom.): Der Magistrat hat sich unserm Beschluß vom 30. Dezember, die Arbeiten fortzuführen, nicht angeschlossen. Damit wind das Heer der ANbeitsloseu um weitere Hmiderte vergrößert und neues Elend geschaffen. Wir beantragen daher zu be» schließen:„Der Beschluß vom 30. Dezember wird aufrechterhalten und der Magistrot dringend beauftragt, den Beschlutz durchzu« führen. Die Arbeiterschaft Zkeuköllns hat bekanntlich trotz Magistrat und trotz Baurat Hahn die Arbeiten fortzufiihven beschlossen. Stellt nun der Magistvat die Arbeiten überhaupt ein. so drohen durch Ersaufen der Baugruben, durch Senkung von Häusern usw. die größten Gefahren. Die ArbsitÄräste müssen verdoppelt werden. um die Bahn desto rascher betriebsfähig zu macheu. Würde man die Fortsetzung der Arbeiten gewaltsam hindern, dann würde sich die gesamte Arbeiterschaft Berlins hinter die Neuköllner Genossen stellen. Heitmann(Soz.): Wir Häfen zu Beginn der heutigen Sitzung in derselben Frage eine Anfrage eingereicht. Wir wollen Auskunft, wie sich zu der Sache die Bcmdeputation gestellt hat und ob sich nicht die Magistratsverfügung rückgängig machen läßt. ES müssen alle Mittel aufgeboten werden, de« Bau zu förder» und die VerkebrShindernisse. die der Bau der Industriebahn ge- schaffen hat, so schnell als möglich zu befeftiigen. In Neukölln sollen 4000 Arbeiter entlassen warben sein; das hat äußerste Erregung hervorgerufen. John(11. Soz.): Was hier gefordert wird, liegt auch rm Interesse der GefamtbevAkerung. Der Bau der Nord-Südbahn ist von Anfang an ein Beweis fiir die Unzulänglichkeit der früheren Verwaltung; die Umgebung des Dahnhofs Fviedrichstruße sieht so skandalös aus, daß Berlin sich geradezu schämen muß. Di« Gefahr eines Tulmeteinbruchs an der Weidendmnmer Brücke ist nicht ausgeschlossen. Stadtbaurat Hahn: Nirgends sind in solchem Umfang« wie in Neukölln Notstand sarfe iten beschlossen und ausgeführt worden. Die Folge war eine forischnitende Erschöpfung der Arboitsmöglichkcit. Die Herabsetzung der Arb.'itSzett lehnten die Arbeiter ab; man hat sich dann auf Verschiebung der Maßnahme bis zum 29. Dezember geeinigt. Nun verlangten die 4200 Arbeiter anderweste Bcschäfti» gung. Die Nord-Südbahn hat bis jetzt 200 Millionen gekostet, ohne daß sie in Betrieb gefetzt werden konnte; der Bau wird noch 400 bis Iis Schweres vluk. Roma« von Zuhaut Aha. ..Und was soll ich dort?" Da kam die eindringliche, knappe, beengende Fragen „Und was tust du hier— in diesem erbärmlichen Land— eine wie du?" „Was ist denn an diesem Lande auszusetzen? Und ist es wohl anderswo besser?" „Schlecht sorgen sie hier für ihre Weiber. Bei uns wird ihnen nicht wie hier der Nacken durch ewige Arbeit gekrümmt, bei uns werden ihnen nicht die Augen im Rauch der Korn- darre geblendet, nicht das Gesickit auf der Schwende berußt, nicht der Rücken an der Handfühle gebrochen. Die jungen Frauen der Gehöfte sind hier wie die alten Leibeigenen bei uns. ihr Rücken krumm, ihre Augen triefend, ihre Brüste bangend, ihr Leib aufgetrieben, wie struppige Hunde im Sommer— du, Wirtin, bist merklvürdigerlveisc noch nicht so, aber bald werden sie auch aus dir eine solche machen. Bald wird das Rot von deinen Wangen schwinden, bald der Glanz in deinen Augen verlöschen." „Und wenn es auch hingeht— wer hat wohl Schaden davon?" „Du weißt schon, wer." .�tzst es denn dort wirklich besser?" „Dort? Die Männer schaffen, die Männer regen sich, holen das Korn fertig aus fremden Ländern— das Weih halten sie zu ihrer Freude, nicht als Leibeigene." „Was tun dann die Weiber?" „Nun, sie weben Stoffe, nähen, sticken ihre Sachen und lernen die Leibeigenen an. Im Sommer wenn sie es zu ihrer Unterhaltung wollen, fangen sie Fische, vtlücken Beeren. kochen Süßigkeiten. So bleiben sie immer jung, solange es die Jahre erlauben, rotManaig. drall, weich. Leicht ist ihr Fuß beim Tanz, hell sind ihre Stimmen, wenn sie an den Abenden singend beim Herde sitzen. Zärtlich und freundlich bleiben sie,— hier sind alle grob und stumm. Siehst du, so sorgt der karelische Mann für seine Liebste." „Sie scheinen ja dort ein gutes Leben zu laben," sagte Marja, ihre Näherei unuvendeud. „In Gold rauschen, in Seide knistern sie einher. Wir Koge« nicht de« langen Wnte« in ihren Betten. Mit einer Brust voll Liebe kehren wir jedes Frühjahr heim, spielen einen kurzen Sommer mit ihnen, lassen sie auf unseren: Knie sitzen." Schemeikka sprach dicht an ihrem Ohr. immer leiden- schaftlicher wurde sein Lied, wie dem Auerhahn bei der Balz. Immer kommt er etwas näher, Marja rückt jedesmal etwas ab, auf den Lippen ein künstliches Lächeln, die Augen fest auf der Näherei, der Finger heftig die Nadel führend. „Solltest einmal mit nach Karelien kommen, liebe Wirtin, da du aus Karelien stammst! Wir sind ja Nachbarn, von den Höhen der einen blinken die Feuer nach den Höhen der anderen hinüber. Einen Tag geht es durch Strom- schnellen,_ einen zweiten rudern wir über stille Wasser, zwifckltznhia wandern wir etwas über Heiden, und am dritten flitzen wir wieder durch strudelnde Wasser,— da dämmert schon dort unterhalb einer Stromstille meine Fft'cherhütte, und von da noch ein wenig weiter, so sind wir in meinem Dorf. Tort ist ein großes Dorf mitten in einem unberührten Bruchwald. Dort habe ich ein altes, reiches Gehöft. Auf Händen trügen sie dich da. das Findelkind aus ihrem Stamm, von Freude zu Freude führten sie dich, von Fest zu Fest, ließen von Tanz zu Tanz dich schweben. Ein« alte Mutter habe� ich, nt Übermaßen gut und freundlich, die würde dich wie ihre Tochter— in Seide und Scmimet kleiüen. Kmnm mit nach Karelien, lieb« Wirtin?" War dies Ernst oder Spaß? Die Stimme Ernst, aber unglaublicher Spaß, was er sagte. .Lonim auf einen Besuch, komm, um es dir anzusehen! Komm sofort! Mit mir!"' „Mit dir?" „Was tilst du hier, schöne, schmucke Frau? Wirst alt, welkst hin, wirst ebenso wie all die anderen. Wenn du hier noch etwas weiter lebst, werden deine Lippen das Lächeln verlernen. Deine Augen werden trübe, dein Haar verdorrt. deine Wongen sinken in Falten ein wie eine erfrorene Beer«. Den Nacken werden sie dir krümmen, den Rumpf verbiegen, durch viele Arbeit dir die zierlichen Füße schief drehen— die zierlichen Füße..." „Sprich nicht so etwas." Aber Schemeikka ftihr fort: „Und für wen? Für den.Kerl mit der runzeligen Stirn, den schläfrigen Augen, den groben Lippen, dem dünnen Bart, den? laiigen Rücken, den krummen Beinen.. „Sprich mir nichts mehr!"— Marja schrie es fast her- aus, wie um Hilfe rufend. „Der da die Nächte hindurch ächzt und krächzt— röchelt und hustet—." „O, o— nicht!" „Daß er sich nicht geschämt hat, sich einer wie dir anzu- bieten! Daß du bei einem solchen im Bette liegen mochtest?" „Ich liege nicht bei ihm im Bett!" rief Marja plötzlich wie in Wut, während ihr Auge in Haß und Verzweiflung aufblitzte, und sprang auf, fühlte zugleich Scham und setzte sich auf die untere Stufe. „Nicht? Wirklich nicht?" „Und wen geht es etwas an. wo ich liege, und wenn ich im Schweinekoben läge?" Sie wäre in Tränen ausgebrochen, wäre sie nicht auf- gestanden und gegangen. Was fragt der mich nur alles? Und wozu redet er dos zu mir? Und was hat er alles her- abzusetzen? Was kann Juba dazu, daß er so ist, wie er ist? Und wen geht es etwas an, wen ich geheiratet lwbe?— Weshalb kommt Iuha nicht endlich vorn Fischen?— Und waS höre ich denn auf fein Reden? Und trage feinen Schmuck? Sie wollte ihn abreißen, von sich werfen, als sie Iuha auf dem See kommen sah. Sie wandte sich um. eilte nach dem Strand, lief immer schneller. Aber er hatte ja die Wahrheit gesagt— die Wahrheit hatte er gesagt. So war der arme Iuha, genau so: langer Rücken, triefende Augen, krumme Beine, in seinem nasien Friesrock wie ein struppiger Hund. Aber je erbärmlicher er aussah, um so lieber wollte Marja zu ihm sein, um so mehr wollte sie ihm zeigen, wie sie sich über seinen Fang freute. Die Netze_ waren prall mit Laichbrachsen angefüllt, mit breiten, feisten, warzenköpfigen Burschen. Sie ergriff ein Netz und trug es zu dem Spanngestell. .„Laß doch, Marja, laß doch," warnte Iuha.„Mach dir dem seidenes Zeug nicht schmutzig— das kann ich ja mit Kaisa besorgen." Doch Marja nobm ihr Seidentuch ab und legte es von sich, zog sich Iuhas Rock um, den er eben abgestreift hatte, wollte ebenso struppig imd grau erscheinen wie Iuha. wollte es Schemeikka, der pfeifend auf dem£>of daherging, zeigen.. t>er sollte sich nur nichts einbilden! „Das ist aber ein Fang, fast wie in früheren Zeiten. Iuha!" ereiferte sie si� während sie an dem Netze hob. „Komm'doch und hilf, damit es nicht reißt." „Es reißt nicht, es reißt nicht!... warte, so," lachte Julia laut, und er hielt das Netz in der Mitte, indessen Marja es über das Gestell ausbreitete. Doris, folflü öoo Ärtrtcmat loften mid vts 1323 dauern.. 351t werden verglichen, mit HUfr von Stont und Reich die Bahn so schnell wie möglich fertigzustellen, vielleicht in 1)4 Fahren. Technisch ist das möglich. Aber ich kann nur solche Strecken in Angriff nehmen, wo die Finanzierung ge. sichert ist. Das Berliner Schnellbahnwosen muH auch im Interesse des Staates ausgebaut werden.(Redner wird andauernd von Zu rufen der Kommunisten unterbrochen.). Während Heitmann sich mit dieser Antwort für seht gU' frieden gibt, will ein Redner der Kommunisten sie nur zur Kenntnis nehmen, sieht aber keinen Anlaß, sich befriedigt zu erklären. Der Antrag Gäbel-Dörr wird schließlich gegen die U. Soz. und die Kommunisten abgelehnt. Dieses Ergebnis ruft auf der Tri- büne starke Erregung und entrüstet« Zurufe hervor. Vorsteher Bruns erklärt, da es%10 Uhr geworden sei, die Sitzung für ge- schlössen. berechtigtes berlinerijch. Man immer fachtemang, Herrschaften, wenn Ihr über die Berliner scheltet, denn Ihr tut ihnen meistens unrecht. Der Der» liner nämlich, trotz seiner ewigen Qual nrit dem mir und mich, trotz der Leichtigkeit, mit der er Akkusativ und Dativ jongliert, rit beileibe kein ungebildeter Mensch, er ist der Hüter eines Sprachveichtums. er spricht einen berechtigten Dialekt, der sogar wohlorganisiert ist. Zwar gibt eS Berliner, deren Großeltern schon in Berlin geboren sind, nur noch 11 Prozent in der Millionen- stadt und dennoch stirbt der waschechte Berliner nicht aus. Das bewies geschickt und ausführlich Dr. Hank B r e n d i ck e, der vor den Heimatwanderern im Frsedrichs-Gymnasium sprach. Er richtete freilich an seine geliebten Berliner die lebhafte Auf- iorderung, alle fremden Wörter rauszuschmeißen, damit der Dialekt in blütenweißer Reine strahle. Da mutz, in diesem Falle, zuerst den Franzosen die Fehde angesagt werden. Die Hugenotten und später allerlei Kriegsvolk schleppten diele Wörter in die deutsche Sprache, und nun hat der Berliner eine Unmenge Worte auf ie, die kein Franzose versteht und die auch nicht zum Ber- liner Dialekt gehören. Ferner hängt er unglaublich gern ein mang dran, selbstredend dort, wo es ganz bestimmt nicht hingehört. Dann machte er bei dem Hebräer unverantwortliche Anleihen. »Und so iS er pleite, hat'n Dalles mb Erklärt seinen besten Freund für meschugge." Jedoch schmückt er feine Sprache auch mit italienischen Verzierungen, deren Ursprung auf den einstmals starken Einfluß der iialienischear Oper zurückzuführen ist. Desgleichen spielen Worwerdvc Hungen eine Rolle, die von irgendwoher kommen, oft ganz ulkig, aber niemals berlinisch sind. Wie erfrischend jedoch die echte berlinische Mundart ist, das demonstrierte der Redner an borgetragenen Gedichten. Die Skeöelung Such. Mllliovcnerhöhungen der Baukosten. Di« lüLO eingetretenen übergroßen PreiSsteigerunigen auf dem Daumarkt treffen besonders schwer die z-chlreichen Siedlungsunter» nohmunyen der Gemeinden und Genossenschaften, welche schon 1313 begonnen worden sind. Nahe dem Schloßpark Buch entstand auf einem Gelände von 2,I7 Hektar eine Siedlung von 5 6 Häusern, davon 82 Reihenhäuser. 12 Eckhäuser und 6 Doppelhäuser mit kleinen Stallaebäuden. Hierfür waren sewev- zeit den Baumarkipreisen entsprechend 2 660 000 M. zur Verfügung gestellt, wozu das Wohl sah rtSmintsterium 792 060 M. zuschoß. Bei Vorlage deS ersten Bauentiwurss harte die Dauverwaltung auf die FriedeiMvert-Baukosten rund 300 Proz. ausgeschlagen und war danrit zu einer Gcsamtbaukosiensumme von 640 000 M. Friedens- wert, d. h. 2 560 000 M. Kriegswert gelangt. Die starre Preis- jteigerung auf dem Bcnnmrvkt bat das WohlfahrtSministerium ver- anlaßt, seinen Zuschuß von 732060 M. bis zum' 20. September 1326 auf 2 625 000 M. zu erhöhen. Auch hat der WohnuingSverband eine wertere Erhchung feines Auschusses auf 3 808 000 M. in Aussicht gestellt. Die große Bauanlage ist im Rohbau wesentlich fertig. Nach dem zeitigen Stand der Preise werden die Gesamtkosten sich jetzt einschließlich für die sehr ausgedehnten Anlagen im Gelände und der Bauleitungskosten auf 7870213 Mark belaufen. Der Magistort hat demgemäß die Stadwerordnetenversanrmlung er- such', einverstanden zu sein mit der Gesamtlmukostenfumme von 7 870 213 M.. wovon 2 560 000 M. durch die städtischen Behörden bereits bervilligt worden sind und 3 082 770 M. als Zuschuß von dem WohlfahrtSministerium und der Erwerbslos ensürsorg« zurück- erstattet werden sollen. Au Wasser üurch öerlkn! Pläne für eine P e r s o n e n s ch i f f a h r t auf den Berliner Gewässern kamen in der gestrigen Sitzung des VerwaltungS- rat« für Häfen»nd Schiffahrt zur Sprache. Im Anschluß an die wenere Verpachmng von Bovtsanlagestellen und des GondelhasenS am Tiergarten wurde aus der Milte deS PerwaltungSraiS angeregt, den schon vor dem Kriege Wiederholl erörterten Plänen für die Emiicbtung eines Motorboot- Verkehrs oder von Dampfer Ii nie n auf den Berliner Gewässern, Spree und Landwehrkanal wieder näherzutreten. Es würde st-ii da unter Umständen für die Stadt Berlin eine neue Einnahmequelle eröffnen. Von sachverständiger Seite des Magistrats „wurde darauf hingewiesen, daß dieser Einrichtung bisher vor allem die allzuvielen Schleusen in den Berliner Gewässern entgegen- stünden. Unbedingt notwendig seien nur die Charlottenburger und die Mühlendammschleusen; die Treptower und Neuköllner Scdleusen könnte» infolge des geringen Niveauunterschiedes zwischen Spree und Landwehrkanal von 16 Zentimeter verschwinden. ES müßte aber die im Zusammenhang hiermit stehende, vom Staate be- triebene Frage der Errichtung von Staubecken im Gebiet der Oberipre« abgewartet worden. Die Frage soll werter ge» prüft und vom BerwaltungSrat für Häfen und Schiffahrt weiter verfolgt worden. Lotzkauf vou der Zwangseinquartierung. Der.Vorwärts' berichtete am 3. Januar über eine Verhandlung de» Siedlungs- und Wohnungsausschusses des ReichSwinschaslSraleS, Bei welcher die Frage veniilierl wurde, ob man die Möglichleit schaffen soll, die Zwangseinquartierung abwälzen zu können durch Zahlung einer größeren Summe, welche dann gemeinnützigen WohnungSbaugesellschasten zum Bau von neuen Wohnungen über- Wielen werden soll. Dam schreibt uns ein im WobnungSwelen täliger Parteigenosse: Echoa lange wollie ich diese» Borschlag selbst der Oeffentlich- keil unterbreiten. Ich hatte»dn für sehr zweckmäßig, gerade im Interesse der Wobnungsloien selbst. Die großen Wohnungen, welche tü, die Zwangseinquartierung in Frage kommen, find meist sehr lnruriös ausgestattet»nd kosten.demnach viel Miete. In der Reget ist Zentralheizung vorhanden. Auch die hohen Kosten hteriür mun der Z'vangseinquariierte anieilig mittragen. Ein« Küche fiir zwei Familien führt unter den beteiligten Frauen zu Mord und Toischlag. W rd eine zweite Küche eingerichtei und die Wohnung au.v sonst in zwei Teile getrennt, was technisch nicht immer so einfach ist, dann kostet das unverhältnismäßig viel Geld. daS die Steuer, ahler aufbringen müssen. Nach rnciner Etfahrung fühlt sich eine solche zwangssinquartierle Familie selten wohl, vielfach wird es sogar sehr schwer, einen Mieter für die teure und doch nicht ideale TeUwohmmg zu finden. Der größte Teil der wohnungslosen Geffmtliche Voltsversammlungen Landtagswahlen«nd Sozialdemokratie Heute, Freitag. 14. Januar, abeudS 7 Uhr: Berlin: Sewerkschaftiha«, Snatlnitz lt. Sophievsäle, Sophkostr. 17/18. ttörner-Rcalschille, Stegliz« Sie. 8». Aula, Nirchnee-Obereealschul«, Fsi-glistr. 8. Bockbrauerei, ckhausieeftr. 84. Schulaula, Eriintbale, Str. t. Bözow.Brouerel, Prcu, lauer Allee Zill. Schulaula, SchZnfließer Str. 7. Bömi?ck>e» Brauhau», Laub« berge» Allee 11/73. BrachtlSl» de» Osten», Frautfarter Alle« 48. Pab-nbofer Brauerei, Fidteiustr. Z/Z._ Drachenburg' Schlestfch« StraK«, a» lrept. Park. Bororte: Sldlersbof: Bällsteiuz Lustgarten, ueueu Alt-Sliemlcke: Aula der Straße 80/81. Britz- Becker, FcstsSle, Cd-uffeest». 87. ebarlattcubarg: Boll«ban,, Rosiueustr. 4. Friedenau: BSrgertaal de« Rathause«. griebrich»f«ld«: Aabrrland, Wilhelmstr. 88. Aaulsdart! Turuballe,«balfstr. 28. Norow: Bemal, Darfstr. 41. Bianearckstr. 82. Schul«,»tzpeuicker lUpeuick! Stadl-Theater.___ Lautwitz: Lebmaua« Fefisäle, Ralser-Bilhel». Straße 2» Z,. Lichtenberg: Zic/arw-Sljmnesium. Pariaue. „ Zaba-Realgymuafium, Markstr. 8, Lichlcuradc: Rohrmaun, Waldrestanraut, Hilbertstr. Lichterselb«! Vberrralschulc. Riugstr. 1. Wabl»borf: Anders. Babuhasstraßc. M-riendars: Gymnasium, staiserstraße. Marieuselde: Moldcnbauer. Berliner Str. 114. Zienkölln: Aul» de, Realgymuasium»,«aiser.ssrleb. rich-Strahe. Niederschtgbans e»: Schloß Schönbauscn. Lindenstraßc. Panlow: gnm iiuriürstrn, Berliner Str. l»2. Rabnsdors-Miible: Sch-ir. Für stenmalder. Ecke Seestr. Reinickendorf.Ost: TchLtz-»b°--. Rcfideuzftr. 1/2. R-i»ickend-rs.«-st! Hartman-, Brauern. Schar». SchSnebergl Kabrnzollernschul«, Belziger Str. 4S/ZiZ. Sie«eu»stadt: Marlaud(Scidetrugt. Spandau: Oderrealschule, Friedrich-, Ecke RaUkestr. Tegel: Strandschlaß, am Set. Treptom: Bittoria-arten. Am Treptawer Park. Wanasee: R«ich»adler, LZnigstr. 28. «eiß-us-e: Semeinbeturuba-lc, Plstorwsstraß«. »aidmaunswst:«rlt 0 ruh er stucheubecker). Bald. manustraß«. Wilmersdorf: Aula der Viktoria-Susse-Schutc, llhlaud-,«ck- Sasteiuer Straße. Wilm.rodorf: Aula der Goithc-Schule, Weftsälisch«, Ecke Miinst-lsche Straße. gehlendars: Saiserhas, Patedamer Str. stza. Referenten: Arthur«Ibiu»». Joses AN» maier, Friedrich Bartelo, M. d. L., Sustau Bauer, M. d. R., Dr Mar Beudincr, Fcrdiuaub Bender, M. d. R., Eduard Berustcia, M. d. R.. Robert Breuer, Friß Brolat, Eugen Brickuer, M. d. L.. Robert Fendel, Pfarrer Dr. Fraucke, Fritsch-Lirgnitz, M. d. L., Sustar Fuß. Assessor». Harnack, Jobonnc» Saß, Conrad Hacnisck, Arthur HSußler, Sustau Keller, M. d. L., Ernst Keilmau», W. d. L., Karl Hctzschold, Paul«irsch, Simon Natzeustcin, Dr.«all- maun. Franz«rüger, Erich«uttaer, Emil Lebmanu. Limbertz-Esse», M. d. L., Dr. Löwe, Dr. L»hmalla, Hermaua Lübrmaan, Willy Röbn», Dr. Restriepte, Richard Rvrnberg, Prof. S-str-ich, Dr. Ostrow-lq. Petrro.Hochdonn. M. d. L., Frau, Rirssiahl, Richter. Reumitnster, M. d. 8., Runge-Köln a. Rh., M. d. S* Willi Siering. M. d. L.. Franz Kteiaweg, Heinrich StrZbel. Daaiel Stückle-, M. d. R.. Heinrich Schul,. M. d. R., Alfred Tbama», Ernst Tost, H-dwig W-chenheim, Karl Wcrmuth. Hau- Boywood. Dr. Waller Zechli». Der Bezirksvorstand. F. A.: Th. Fischer. Familien würde viel glücklicher sein, an der Peripherie der Stadt ein ganz bescheidenes Häuschen von zwei Stuben und Küch? mit etwa? Garten zu bekommen. Ein solche« Häuschen läßt sick, im Großbetrieb einer SiedlungSgeselllchaft herstellen für 45— 50 000 M. in Doppelhaus- oder Reihenbausform mit Garten. Nach Ab- zug von 30 000 M. Zuschuß. den der von der ZwangS- cinquartierung bedrohte Inhaber einer Luxuswohnung zablt, bleibt ein rentierlicher und verzinslicher Wert von 15— 20 000 M. Die Familie hat also bei 4'/,% Kapitalzinsen. l'/a'Vo Tilgung und l% Unterhalt jährlich 1050 bis 1400 M. aufzubringen, ist glücklich im eigenen Heim und in der Lag«, ouS dem Garten noch einige Hundert Mark Nutzen herauszuholen. Nicht ganz zuletzt ist dabei der weitere Vorteil zu buchen: die Behörden sind die ungemein viel Scherereien und Aerger machende Zwangseinquartierung los. Magier im Künstlerhaus. Eine Reibe sehr tüchtiger Amateurzauberer hat sich zu einem »Magischen Zirkel' zusammengetan, der seinen Sitz tn Hamburg hat und in Berlin eine Ortsgruppe unterhält. Die Mit- glieder dieser Ortsgruppe, wie es scheint alle sehr tüchtige und formvollendete»Zauberer', hatten zu einem Magischen Kammer- kunstabend im KünstlerhauS ein größeres Publikum um sichrer- sammelt. Er fing an mit dem Prolog, gesprochen von einer schonen Dame, der etwas dunkel und geheimnisvoll auf allerlei Rätsel bin- wies, die sich nachher als sehr lieblich und graziös herausstellten. Dann begannen die Geheimnisse zu steigen. ES flogen und wirbelten die Karten durch die Luft, verschwanden und stiegen auf bündelweise zwischen den geschickten Fingern der Magier, waren überall da, wo man sie nicht erwartete, in Rocktaschen und Hüten, und eS erreichte der Zauber seinen Höbepunkt, als gar ein kleines Fräulein Talerstücke schnaubte. In den Händen eines flinken Herrn fügten sich ganz nnverfängliSe Ringe geheim- niSvoll ineinander ,u Ketten und seltsamen Figuren und eine magische Dame etablierte auf der Bübne eine ,o überraschend fix arbeitende Waschanstalt für die Taschentücher des Publikums, daß stiller Neid mit ihren Künsten wuchs.— Bei alledem soll besonders anerkannt werden, daß es sich um keine berufsmäßigen Zauberkünstler handelt, sondern um Leute, die tagsüber ihrem Beruf nachgehen und sich nur in Freistunden mit diesen unterhaltenden Dingen Beschäftigen, zu deren Ausführung dauernde Uebung gehört. Die Frage wäre aber aufzuwerfen, ob nicht die einzelnen Kräfte faszinierender wirkten, wen» sie nicht mit einem allzu kindlichen.SckmuS' umgeben würden. Kirchgängerstreik in der Heilstätte Belzig. Aus der Belziger� Heilstätte für Lungenkranke erhasten wir Kenntnis von einem Schreiben, daö der PatirntenauSichuß an einen Pastor in Belzig den Superintendenten Bree, gerichtet hat. Darin wivd ihm vorgeworfen, daß er in feiner Neujahrspredigt vor den Pattenten der Heilstätte k,rch- lich-rcligiöse Fragen mit solchen des politischen Partei! ampses verknüpft habe. Er habe nicht wie ein Seelsorger gesprocher, der„den einzelnen vermittelst der der Kirche innewohnenden Macht in seiner Trauer, in fernem Schmerz und in seinen Sorgen tröstet, ausrichtet und kräftigt', sondern habe„im Gewände eines Dieners Gottes als politischer Parteimann" gesprochen.„Sie haben", fährt das Schreiben fort,„eine Predigt gehalten, die geeignet war, die politischen Leidenschaften aufzu- wühlen und den Gläubigen unter den Patienten den Kirchenbesuch zu verleiden. Um in Zukunft den Patienten einen ungestörten Genuß des Gottesdieifftes gewährleisten zu können, fordern die Unterzeichneten, als die berufene Vertretung der Patienten, daß Sie fernerhin in der Heilstätte Belzig oor den Patienten nie wieder Ihr Seelsorgeamt ausüben. Sollten Sie«z trotzdem tun, sö wer- den die Pattenten zur Selbsthilfe greifen und geschossen der Kirche fernbleiben." Ein Kirchgängerstreik wäre nichts überraschend Neues. Längst haben weiteste Kreis« des Volkes gegenüber der Kirche zu dem Mittel deS Streiks gegriffen. Sie sind nicht nur den Gottesdiensten ferngeblieben, sondern überhaupt aus der Kirchengemeinschaft aus- geschieden. An der Bclziger Streikankündigung ist das Reizvolle nur die», daß mindestens aus dem Schreiben des Ausschusses keine antikirchlichc Gesinnung spricht. Der Ausschuß fordert im Namen der Pattenten für dies« die Gewährleistung ungestörten Genusses des Gottesdienstes. Nebenbei bemerkt: Der Herr Su» perintendeni ist kein„Roter". Wr hör«� daß er das Gegen- teil eines solchen sei._ Einziehung der SO-Mark-Scheine»»» 30. November IÄ18. Die Reichsbank ruft nunmehr durch öffentliche Bekanntmachung ibre 50-Mark»Roien mit dem Datum vom 80. 11. 1318 auf. Die Be- sitzer weiden aufgesordert. diese Noten bis zum 31. Januar 13 21 bei einer Dienststelle der Re chSbank in Zahlung zu geben oder qeaen andere gesetzliche Zahlungsmittel umzutauichen. Mit dem 31. Januar 1321 verliert die Note ihre Eigenschaft als gesey- l'ches Zahlungsmittel, was zur Folge hat. daß nach diesem Tage niemand mehr verpflichtet ist. die 5S-Mark-Noten vom 30. No- vember 1318 anzunehmen. Ein Amerikaner über MoSka«. Im Englische» SemT- nar der Ilnrversität, Dorath«« xistr. 6, spricht heute, 654 Uhr, nach dem Vortrag von S. Keller(England and Rnssra): Mi tri Schwartz(als Vertreter der amerikanischen Swzialiften sin Mai 1020 nach Moskau geschickt i. über:„DaS wahr« G ficht Rußlands". (Schwartz. der kein Deutsch spricht oder eS wenigstens nur unvoll- ständig beherrscht, wird sein« höchst merkwürdigen Erlebnisse und Bcobachtutiyen in emstündiger englischer Rede dartun. Er saft er möchte es ganz Berlin erzählen, waS er erlebt bat. Er refft Man- tag wieder ab. Sein Arbeiftr-Amerikemtsch ist echt, aber zu Anfang nicht ganz leicht verständlich.) Ter Leiter der«barlotienburger Schwerhörigenschule hält mit Ausnahme der Feiten an jedem Mitbvodj und Sonnabend van 12—1 Ubr in der städtischen Schwcrhöttgenichule, Spreestraße 22, eine pädagogische Sprechstunde ab, in welcher den»ngehöttge« von schwerhörigen, ertaubten «td toubjtmmn«« Salden»«nentgeltltch Rat mW AuSklmst erteilt wird. Ter SlbendkurmS zur Vorbereitung für die mittlere Reichs-, StaatS- und Kommnnalbeamtculaufbah» beginnt am Freitag, den 4. Februar, im Französischen Sihmnafmm, Berlin. Anmeldungen baben bis zum 25. Januar zu ersolgen. ArbeitSvlan und Bedingungen versendet die Geschäftsstelle. Berlin-Sieglitz. Lindensir. 38. Groß-Serlmer parteinachrkchtea. Heute, Freitag, den 14. Januar: 8. Abt. Die Eenossen nehmen an der Versammlung lm Patzenhofer, Fidicin» große 2/3, teil. Treffpunlt% Stunde vorher an der Krcuzbcrg- und Groß» deeren-Straßen-Ecke. 7. und lZ. Abt. Die Srnoffen nehmen«benfall» au der Bersammlunl im Votzenhofcr, Fribieinstr. 2/3, teil. Zungsozialisten. Dr-pp- Lichtenberg. 744 Uhr im Jugendheim Albrecht» groß- 14�: Vortrag Uber„5iarl Mary".— Sruype Rordeu. 744 Uhr in der Gemeindeschul« Puibuser Str. 6/9: Bortrag Uder„Sexuelle Fragen". Referent Genosse Schoene.— Gruppe Süden. 744 Uhr ich Saal der Zurrstilchen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Vortrag:„Ba« geht in Amerika vor". Referent May Grifsith, Vertreter der amerikanischen Eewertschasten. Wo Ortsgruppen sind eingeladen. Gäste willkommen. Btorssen, Sonnabend, de« 15. Jammr: Beeua». 744 tlhr Generatoersommlung im Etysiumsaal, neben dem Leben». mittclamt. Wichtige Tagesordnung, deshalb Erscheinen sämtlicher Mitglied« Pflicht. Beamte und Angestellt« der No-rm-nalb-hörde». 6/4 Uhr Vollnerfamnilung des Werbeausschussrs der S.P.D. im Hanse Breit- Str. 3Z. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Die neuen Richtlinien. 3. Landtagowahl. 4. Verschir- dencs. Erscheinen ist unbedingt erforderlich. Es findet Listenkontrolle statt. » Sofi-ld-m-tratilcher Ränucrchor, Krri» Prrnflauer Tor. Abends 7 tlhtz Mitgliftcrgcneralocrsammlung in der Bätzow-Breuierri, Prenzlauer All««. Jugenüveranftaltungen. Heute abend 1�.8 Uhr: Britz. Jugendheim: Schul« Ehausseestr. 132: Mädchcnabend.— Gesund. brunnen. Zugendhelm: Schule Gotenburger Str. 2. Vortrag:„Bedeutung de« Hakenkreuzes*— Mahlsdors. Jugendheim: Schul« Waldersecstraß«: Mit. gliederversammlung.— Moabit. Jugendheim: Schule Waldenserstr. 20: Bor. trog.— Reuköll». Jugendheim: Rogotstr. 53: Disknssionsabend über„Antisemitismus".— Riederschouhausen. Jugendheim: Schule Blankenbcrgrr Straße 69/70: Diskusstonsabend.— Rordoft-n. Jugendheim: Realschule Pasteur» straße: Diskussionsabend Uber>,Vol!swirtschast".— Osten sPetersburger Liertell. Jugendheim: Schule Straßmannstr. 6: Außerordentliche Mitgliederversamm- lung.— SchSneberg. Jugendheim: Ruhens-, Ecke Sauptftraßc: Bortrag über „Echochspirle".— Staaken. Jugendheim: Sartcnstadtschulc: Vorrrckg„Geschichte de» S-ndw-ri»".— Trrptow-Baumschulcuweg. Sugcuhheim: Elsenstr. 3: Mädchcnabend.________ vortrage, vereine und Versammlungen. Rcichsbund der Nriegsdeschädigteu. Bezirk Zentrum. Motttag, de» 17. Januar, abends 7>4 llhr: Mitgliederverfammlung im Lokal„Hindcnbnrg", Berlin<5. 25, Hanlcstr. 4. Bezirk 3 Südost. Montag, den 17. Januar, 7>,, Uhr. Stalitzer Str. 126: Gc-eralverfammlunz.— Ardeiter»RadIahrer-Bu-d „Solidarität*. Ortsgruppe Berlin, 2. Abt. Sonntag, den 16. Januar, mittag» 1 llhr: Falkenhorst bei Grünau. Start: Fontanepromenade 18(Leuchtturm). Nächste Sitzung: 19. Januar.— Arbeiter-Radfahreroerci- Grotz-Berli». Son», tag, 16. Januar, nachm. 114 Uhr: Köpenick(Schweizergarten). Mittwoch, den 19. Januar: Gencralvcrsamuilung bei Matschens, Forsterstr. 9.— Frei» Lehrer- gewerkschast(Verband sozialistischer Lehrer!. Sonnabend, 7 Uhr, Arbcitssttzung im Sophiengymnastum, Weinmeisterstr. 15. Tagesordnung:„Berufsberatmig und Schulr*. Rescrent Dr. Liebenderg, Direktor de» Berliner Verusoamtrs. Ms aller Welt. Unverschämte„Arme". In der Höchster Stadtverordneten- Versammlung wurde mitgeteilt, daß Familien mit einem JahrcS» «inkommen von 36— 46000 Rk. Armenunter- stützung beziehen. Von unseren Genossen wurde angeregt- «ine Organisation zu schaffen, mit deren Hilfe eine gesonderte Be- 1 Handlung der ver schämte» und der unverschämte» Armen er- reicht werden soll. Razzia im Gerichtssaal. Donnerstag mittag besetzten Krimi. nalbeamte den Zuhörerraum einer Strafkammer in Frank- furt a. M., als ein Einbruch aus der Altstadt zur Verhandlung kommen sollte. Ein Teil der Zuhörer wollte flüchten, wurde jedoch daran gehindert. Der Erfolg der Razzia im Gericht�iaal war, daß mehr als 25 Männer«nd Frauen festgenommen wurden. Die einen konnten sich nicht ausweisen, die anderen suid steck» brieflich verfolgt. Banunglück. In Salzweg, Niedettbayern, stürzte eine Giebelmauer ein. Die beiden Zimmeomeister Strasser«ich Knon wurden als Leichen geborgen, während 12 weitere Arbeiter größtenteils schwer verletzt unter den Trümmern hervorgezogen wurden. Ein Mönch als Raubmörder. Unter ungeheurem Andrang eines sensationswütigen Publikums hat in Neapel ei.ie Schwur. gerichtsverhandlung gegen den Bruder C i a v o l i n o, eins» Mi- noritenmönch. stattgesunden. Der Andrang deS Publikums erklärt sich aus dem Leben �des Ordensbruders, das ein Neapolitaner Blatt in der Form einer Selbstbiographie veröffentlicht hatte. Der biedere Bruder pflegte seine Nächte in einem öffentlichen Hanse zp ver- bringen, wo er sich gelegentlich als Chonsonettensängerin produzierte und unanständige Tänze ausführte. Grad aus dem Bordell ging er dann die Messe lesen. Sein geistliches Gewand ichafft« ihm Eintritt in gcachicte Familien In einer verführte lr gleich» zeitig beide Töchter, in e ner anderen brachte er tre Braut c:-ii Divlomaftn in seine Gewali und«n'edttfte f» d n i!cI1ytftor'cn Perversitäten Trotz feines Luderleken I wurde er ttich aus dem Ol den ausge'chlosien W nn ei Geld bravch'c, rrb-* t e* es> in seinem Prior, oem Pater Grosso, vielleicht auf Evnnd falscher Vorspiegelungen, vielle'chi durch Drobungen. Aber eines tage« war ihm der Ertrag zu gering, so daß er auf den Gedanken kam. den Prior zu erwürgen, der nach seiner Ansicht 300 000 bis 400 00 Lire bei sich haben mußte. Der Mord verlief, wie der Mönch ihn geplant batte, aber der Diebstahl schlug fehl: der Prior hatte das Geld vor wenigen Tagen nach Rom gesenoet. Der Mö» der war voll geständig. Das Urtail lautete auf vierundzwaa- zig Jahre Zuchthaus.. Der Jnventur Urtfere Scftoufoifier beginnt morgen. wir die Prelle fefigcfetd höben Die Einäscherung des ner- stordencn Genossen August Schulz« s5Z. Abt.) find« heule nonn. OVj Uhr statt Spezialarzt i Syphilis, Harn-, Fraueti- Ieiäche,Beinl(ranke Behandig. schnell, sicher u schmerzI.inDr.Hoineyer & Co, konz. Lab. Blutunter- such. Fäden im Harn usw. EegenOb. iPanoptik Sur. 10-1. 5-8. Sonnt. 10-1. Te!lzahl.Scpar.Danienzim. Spezlal-Arzt Dr. med. Grdtering Haut-, Harn-, Geschlechtsleid. b.Männ. u.Frauen, Blutunters. lovalldenstral'e 3S, Ecke Chausseestr, Stett Bhf. Spr. wochentäglich 11-1, 1/�-l/,7. für Kupfer, Messing, Rotguß usw. spez. Zinn und Weißmetall erzielen Sie Adalbertstraße 4 „.Prinzenstraße 101. anerkannt beste Haarfarbe lirbt echt..nahirilch blond. bnun.xtnianacJQtrPnibellS 3i3chwarzloseSijboe i Berlin. Ok Flarksrafen5tr.2& IBk bwwi srhiinich. sämtliche Altmetalle sp. 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Herren und Damen mit entsprechender wissenschaftlicher Vor« bildung, die auf diesem Arbeitsgebiete schon eine längere Uebung und Eriahrung besitzen, werden ersucht, Ihre Bewerbung unter Beifügung des Lebenslaufes sowie der Zeugnisabschriften baldigst dem Unterzeichneten einzusenden. Persönlichkeiten, die bisher schon in gleicher leitender Stellung tätig gewesen sind, werden im allge-k ' 0 Vorzug erhalten. Als Besoldung ist die der Stndienräte in Aussicht genommen. Als Besoldung Ist die 1 191/4» Hagen i. Wcstf., den 4. Januar 1921. l>er OberbarKermetatep. Ons o. Tüchtige und Korsette sofort gesucht Meldungen: 12—2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends i. Jandorf& Co. 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Hoest„OetreldeJCaHee", PloadPakct imuneg sie u; ks KävsKSKu aentar Hoost■ DraiDonnGiiKaf f 66 1.1«»«i.stWwfAf.s-W'7 r Theater, lichtspiele etc. J iwrtivwvtrvwwrv�ogia«*"III*' H fl''"'"WITVF Opernhaus Ällgnon 7 Uhr Schauspielhaus (Außer Abonn.) Neu einstud. Torquato Tasso 7 Uhr Deutsches Theater 8 Uhr: Cäsar u. Kleopacra Sonnabd.& Cäsar u.Kleopatra kammerspiele TV.sUhr: Plorindo. Hierauf: Der Abenteurer and die Sängerin. Sbd. 71/#: Plorindo. Hierauf: Der Abenteurer und die SSnserin Kr. Schauspielhaus (Karlstraße) 7: Florian Ge) er(16. Ab. 3. A.) Sbd. 7: Flor. Geyer(auB.Abon.) Theater I. d. Pniggrätzer Str. Juhrf Saiome (Orska,'Hartau, Liechtenstein, Veidt, Dernburg.) Sonntag nachm.: Rauscli Komüdienhaus '/•8: Die Suche mit Lola mit Max Pallenberg. Josefine Dora a.G., Ortrud wagner, Picha. Haskel, Stieda, Kiper. Sonnt, nachm.: Herr Minister Berliner Theater 7 Uhr: Die spanische Nachtigall Operette von Leo Fall mit FritzIMassary Hans Wassmann, Emrny Sturm, Julius Brandt, Rcinhold Pasch, Olga Engl Sonnt, nachm: Leut. Walzer Volksbühne Theater am Bülowplats. 7 uhr: Wallensteins Tot! Lessing ■Tlieater ? uhr: Peer Qynt Sonnabend bis Montag 7,/j: Flamme Dentsclies Künstlep-Tlieater Allabendlich?>/, Uhr: DicScheidunpsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberj;. Sonnabend 3 Uhr: KS™, FitzliSilz Rose-Tbeater Schneider Wibbei Contrul-Theater vv,: Frau ßäPhel(Operette) Deutsches Opernhaus sv. uhr: Die Walküre Frledr.-VTilhrlniitt.Tii -/-uhr. Hoheit die Tänzerin Kleines Theater T1/. Uhr: Der Selige. Lotichens Geburtstag Kl. Sehausplclhan« 7 V.Uhr: ReigCO Kouftlsche Oper r;5 u.; EaFoneSctien Sarah LnstMitlelliniiH TU Uhr: Arnold Rleck in Die schwebende Jungfran Metpopol-Theatep u.: Holland weibchen Meaeii Oiieretteutheat. tv-o.: Yu-Shi tanzt Neaes Volkhtbeatcr 7V. Uhr: �3 SchIUer-Thi-at. Chnrl 7v.uhr Der Biberpelz Thslia-Theater Gastspiel Hansl Niese TU: Botschatterln Leni Th.am VoUendortylnta 7 uhr: Wenn Liehe erwacht Theater dee Weotens � Der ersten Liebe noltZeit Sbd. Z'/d Uhr: Günsellesel Th.i.d.KomniaRdantenstr« 7v.u.: Der verjüngte Äiiolar Wallnep-Thenter vl\ Der feiger ton Lugano Trianon-Theater Täglich 7*/; Uhr: Carl Clewing in Kammermusik Lustspiel von H. Ilgenstein H.Albers, LuiseWerckmeister. Sonnabend! U., Kleine Preise: Httnwel nnd Opetel. Besldenz- Theater Täoiich 7>/, Uhr: Ladjfffioilerffleres Fächer von Oskar Wilde. Arnstadt, Sandrock.Mamelok, Otto, Falkenstein, Toelle, Korlf Sonnabend 4, kleine Preise; A seh enbrttdel. Casino-Theater Lothringer Str. 37. Täg1.»/J8 D. Schlager aller Volksstücke Der Fehltritt einer Frau Vorher: Theaterliebe Oper. Sketch mit Vikt.Litielt. Sonniag 3V� Eine iidele Ehe, Volkstümliche Preise. 'il Foiies Caprice am Oranienburger Tor. Neun Monate a dato Die Reservedame Meine Tochter d. Herzogin m. Perd. 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Pr.! Allabendlich 7 ühp: Großes Schauspielhaus ?torian Geyer von Gerhart Hauptmann Regie: Carlheinz Martin €kmj3tiSäit ITägl. 7 U, Sonnt auch 3 U. I Hans Stoscb- Sarrasani's I Ziik.-Progr. Fig.Mensch.. I Eisbären, Löwen usw I OretlsTraum(Traumland) I Vorvcrk. Tietz u. Circusk.| Variete-Cafe Jiioritzplatz Oranleostraße 83 84 Täglich 8 Uhr: Eliie-Programm SCAlvÄ i— JisBeWelt-i A. Scholz. Hasenheide 114 Täglich Bayer.Blerfest Wnnderb.Alpcndekor. Anlang 6 Uhr. S Kapellen. 30 bayer. Mad'l Voranzeige: Dienstag, d 18. Jan.: Prämiierung der pikantesten Damenfrisur Jlheumaeiiin «arte.Swata� »st nicht nur schmerzstillend, sondern behebt die Rrankheitserfchelnungen bei Rheumatismus, Gicht, ZSchias, Gelenkrheumatismus. pelltan-Apothele,�eW�N.� �elefon�entrum��� Prospekte gratis., Ikglllingk Dukatengold OVO gestemp. 14 k. Gold 585 gestempelt 8 k. Gold 333 stets vorrätig am Lager Einkauf von Goldl! Silberl Brillanten Zahle die höchsten Preise MINOGA Crttnep Vk ejj<59 Telephon: Alex. 2430. 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I A fS I preußisthe K (Schluß aus der Abendausgabe.) Lwm Kultusetat führte Abg. T>. Rade lDem.) aus: Das Verhandlungsergebnis im Prozeß der Marburger Zeitfreiwilligen hat ergeben, daß von einem Morde nicht die Rede sein kann. Dies Re> fulrat wird zur Beruhigung der Stimmung unter der S t u- deuten schaft beitragen.(Rade ist Profegoc in Marburg. Red.) Die Volkshochschulbiwegung muß unterstützt werden. Mit dem Revanchegeist der studentischen Korporationen muß man nicht so scharf ms Gericht gehen, auch in den nationalistischen Studenten steckt ein guter Kern.(Beifall b. d. Dem.— Oho!. Rufe b. d. Soz.) Abg. Lauscher(Z.) erhebt Beschwerden über Benachteiligung der Katholiken sowohl in der Hochschul- als auch in der Volks- schulabteilunig. Minister Haenisch: Der Zeitpunkt zur Erörterung von Paritätsfragen scheint mir nicht gut gewählt, denn allen Wünschen aus Zentrumskreisen ist vom Ministerium weitgehend Rechnung getragen Die Rede Lauschers stand wohl mehr im Zeichen der kommenden Wahlen. (Heiterkeit, dann„Entrüstung" im Zentrum.) Sowohl die evan- gelische Bevölkerung als auch meine Partei haben mir in ver- schiedenen Fällen mein außerordentliches Entgegenkommen sehr verdacht. Ich oie Behauptung zurück, daß ich jemals ge- äußert hätte, im Bolkshochjchulwesen dürfe kein Katholik be- schäftigt weiden. Mehrmals haben Katholiken leitende Stellungen im höheren Schulwesen, die ich ihnen angeboten hatte, abge- lehnt. Das Zentrum hätte wirklich allen Anlaß, mit den Be- setzungen zufrieden zu sein, und sollte nicht über Imparität klagen. Gerade als Dissident kann ich vor dem Lande gegenüber dem katholischen Volksteil mit dem Gretchen im„Faust" feststillen: Ich habe kür euch soviel getan, daß mir zu tun fast nichts mehr übrig bleibt!(Große Bewegung und Heiterkeit.— Zischen bei den Unabhängigen und Kommunisten.) Abg. Oclze �fDnat. Vp.): Der Kultusminister steht der Psyche des deutschen«tudenten einseitig vom Standpunkt seiner Partei gegenüber. Die Motive der Studentenschaft sind, rein v a L e r l an o l s ch. Die Ursache der Beeinträchtigung der natio- nalen Gesinnung liegt in dem zersetzenden Geist, der durch die jüdischz Sludentenschaft hineingetragen wird.(Unruhe b. d. Soz.) Abg. Boclitz(D. Vp.i: Wir fordern, daß kein Beamter wegen Betätigung seiner politischen Gesinnung entlassen wird. Wir anerkennen die Cchloierigkeiten, mit �enen der Minister zu kämpfen hat. Der 18. Januar sollte auch in Preußen schulfrei sein. Wir hoffen, daß die Bearbeiwng des Zukunsts-Gcschichtslehrlmches nicht in die Hände eines Ausländers gelegt wind. Der Herr Minister scheint keine Vorstellung zu haben von der Unruhe, die durch seine zahlreichen Erlasse in die Schulen hineingetragen wird. (Beifall bei der D. Vp.) Minister Haenisch: Selbstverständlich wird über die Fragen des evangelischen und des katholischen Religionsunterrichts ohne Fühlnngnabino mit den betreffenden Kirchenbchörden keine endgültige Entscheidung ge» troffen. Vom Reich müssen die kulturpolitischen Richtlinien im großen festgelegt werdeck. aber eine stumpfsinnige Unisormierung darf nicht stattfindeu. Irgendwelche Maßregelungen wegen poli- tischer Betätigung bat während meiner Ämtszeit kein Beamter erfahren. Ich will die altpreußische Lex AronS nicht mit einer Lex Rorthe beantworten. Für die Beschuldigung, ich opferte die dsutschen kulturpolitischen Ideale parteipolitischen Interessen, ist Herr Boelitz den Beweis restlos schuldig geblieben. Weltliche Schulen haben w-ir gar nicht einaenichlet, deshalb kann von einer Verletzung der Reichs- Verfassung gar nicht die Rede sein. Da ich überzeugt bin, daß unser Aufstieg aus dem tiefe» Verfall nur von innen heraus durch die deutsche Seele erfolgen kann, würde ich einem Abbau der Hochschulen den schärfsten Widerstand entgegensetzen. Eine hermetische Abschließung der deutschen Wissenschaft gegen das Ausland halte ich im Gegensatz zu dem Abg. Oekze für verfehlt. Ich bin weder Philosemit noch Antrsem-it, aber gerade den Ostjuden verdankte die deutsche Re- g i e r u. n g vor und in dem Kriege wirtschaftlich sehr viel. Daß die Ausländer bei uns nicht ungebührlich bevorzugt werden, dafür ist gesorgt. Abg. Kleinspchn(ll. Soz.); An- dem alten Schulgeist hat sich grundsätzlich nichts geändert. Den guten Willen des Ministers erkennen wir au, aber ihm fehlt das Rückgrat. Er kann die Ausführung seiner Verordnungen nicht erzwingen. Abg. Adolf Hvffmann(Komm.): Den Dank des Zentrums hat der Kultusminister redlich verdient. Sein Ministerium hat nur die Firma geändert, um die Kundschaft zu täuschen, ist aber ganz das alte geblieben. Zentrum ist Trumpf.(Gelächter im Zentrum.) Der Minister ist der Gefangene des Zentrums.(Stürmisches Ge- lächter im Zentrum.) Staatsselretär Dr. Becker: B«i der studentischen Spitzelaffäre handelt es sich vermutlich um eine sogenannte Arbeitsgemeinschaft. Das Nähere muß die Untersuchung ergeben, jedenfalls hat die Universität selbst nichts damit zu tun. Es ist richtig, daß die Studentenschaft sich noch nicht so ganz auf den Bode» der Republik gestellt bat, aber der g u t e W i l l e ist v o r h a n d e n, wie die Studenten dem Minister erst kürzlich bezeugt haben. Abg. Hacks(Soz.): Die Streitpunkte mit der Kirche werden hassentlich bald durch Verträge aus der Welt geschafft. Nach unserer Ueberzeugung wird das laufende Jahrhundert einen Abbau der Gymuasiea bringen; sie eignen sich in ihrer gegenwärtigen Beschaffenheit mir noch für die Erziehung von Theologen und Altphilologen. Auch bei den übrigen höheren Lehranstalten gibt es noch viel zu reformieren. Die alte Dienstordnung an den höheren Schulen muß beseitigt werden. Die Konfcssionalität der Lehrer- s e m i n a r e ist eine Berletzuug der Rcichsverfassung. Die Anträge aus Herabsetzung des Schulgeldes unterstützen wir, ob- wohl sie nicht die letzte Lösung dieser Fragen bringen.(Beifall bei den Soz.) Abg. Dr. Gottschalk(Dem.): Wir sind unbedingt für die Bei- bchalbung der Religion als ordentliches Lehrfach an den Höheven Schulen. Nolwendig ist eine nationale Erziehung unserer Jugend. Abg. Dr. Thaer(D. Vp.): Wir finden es bedauerlich, daß sich ein preußischer Minister vergessen konnte, A�ußerungen über diz Marburger Studenten zu machen, wie sie heule gefallen sind. .(Widerspruch links.) Abg. Dr. Wetzl(U. Soz.): Herr Haenisch hat sich redlich be- müht, es allen Parteien recht zu macken. Bei der Rechten und beim Zentrum ist ihm das dank seiner persönlichen Liebenswürdig- keit auch gelungen, denn noch kein sozialistisches Mitglied der Re- gierung hat eine so milde Beurteilung bei seinem Etat entgegen- nehmen dürfen. Wenn am 20. Februar eine bürgerliche Mehr- heit zustande kommt, dann sind(zum Minister) Sie daran schuld. (Widerspruch bei der Rechten.) Sie haben als Minister dem Sozialismus keine guten Dienste geleistet. Abendsitzung. Roch unwesentlichen Bemerkungen der Mgg. Frau Stoffels (Z.) und I u d s(Dem.) ergreift das Wort Minister Haenisch: Für die Befreiung der Schulen von militärischer Ein- «juartierung wird Sorge getragen. Für alles, was das Mi- nisterium in der Angelegenheit des„Reigen" getan hat, über- nehme ich persönlich die Verantwortung, obwohl ich nicht mit allen Schritten einverstanden bin. Derartige Entscheidungen ge- hören vor ein ästhetisches und nicht vor ein jurlstisches Forum. Bei dem Abbau höherer Schulen, der in einigen Fällen notwendig ist, hüten wir uns vor jeder Ueberstürzung. Die Lichterfelder Kadettcnanstalt wird in eine Reformschule nach modernen Grundsätzen um- gewandelt. Der Leiter Dr. Karsen konnte bisher mit dem alten Schülermaterial keine besseren Resultate erzielen, zumal auch von außen eine maßlose uafionalisfische und antisemitische Agitation hineingetragen wurde. Der Erlaß deS Obcrkirchenrateö über eine eventuelle Trauerseier für die Kaiserin ist zurückgezogen. Die Kommunisten und Unabhängigen haben mir vorgeworfen, ich treibe reaktionäre Schulpolitik und sei ein Gefangener des Zentrums. was zu den Ausführungen des Abg. Lauscher in merkwürdigem Gegensatz steht.(Sehr richtig! im Zentrum.) Di« Ehe zwischen Zentrum und Demokratie war keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftsehe. Wenn von einer Schuld an dieser Schulpolitik überhaupt die Rede sein kann, so liegt sie bei den preußischen Wählern, die uns nicht zur Mehrheit verholftn haben. Schuld haben auch d i e Arbeiterführer, die die Einheit der sozialistischen Bewegung freventlich zerstört haben. Ich bin kein willenloser Sklave des Zentrums, aber ich muß Rücksicht nehmen auf den starken katholischen Volkste.il. Reichsversassung und Schul- kompromiß legen mir Schranken auf. Verkehrt ist es, zu sagen, es sei gar nichts erreicht worden. Ich erinnere nur so aus dem Stegreif an die Beseitigung der geistlichen Ortsschulaufsicht, Hebung der soziale» und materiellen Lage des Lehrerstandes, Gleich- stellung der Stadt- und Landlehrer und kollegiale Schulleitung. Das sind wenige Beispiele: es ist doch ein anständiges Stück nichtiger Arbeit geleistet und ich will nur hoffen, daß auf dieser Grundlage weitergearbeitet Iviri) zum Besten unseres Volke?.(Beifall link?.) Abg. Lukaffowi«(Dnat. Vp.): In Lankwitz wurde ein Lehrer wegen feiner politischen Gesinnung gematzregelr.(Hört, hört! rechts.— Minister Haenisch:„Nein, wegen seiner Beteiligung am Kapp-Putsch".)' Abg. Hollmann(D. Vp.) begründet einen Antrag, in den Schulen den Bersailler Friedensvertrag zur Vertei- lung zu bringen. Trotz des Minderheiis-SchutzvertrageS haben in Posen und Westpreußen von 240 000 deutschen Schulkindern 140 000 keine deutsche Schule. Mg. Frau Dr. Wrgscheider(Soz.): Wenn der Friedensvertrag geändert werden soll, dürfen die Schulkinder nicht mit dem Gift des Hasses geimpft werden. Wir lehnen daher den Antrag ab. Man ereifert nch heute über Volksschulklassen mit 60 Kindern, aber vor der Revolution'aß ein Fünftel der Schulkinder in unerträglich überfüllten Klassen. Hoffentlich hat der künftige Landtag für die Arbeiter- Akademie und die Grundschule«ine ofsene Hand! Die byzantinischen Auswüchse der jetzigen Lesebücher müssen be- seitigt werden. Dem Zentrum mag der Minister geben was er will, zufrieden wird es n i e sein.(Große Unruhe im Zentr.) Die Forderung des Zentrums nach dem Zölibat der Lehrerinnen widerspricht der Reichsverfassung. Die Lehrerinnen müssen mit den Ährern völlig gleiches Tätigkeusseld bekommen, denn sie haben große pädagogische Fähigkeiten. Für das Kirchenver- fassungSgesetz können wir nickt stimmen, wir fordern möglichst baldige Trennung von Staat und Kirche.(Lebhafter Beifall b. d. Soz.) Das Gesetz über die Kirchenverfassung wird gegen Rechte, Zentrum und die wenigen anwesenden Demokraten abgelehnt. Der Haushalt, des Kultusministeriums wird angenommen. Augsnom- men werden sozialdemokratische Anträge auf Schul- geld-Unterstützungen für dedürftige Familien, Errichtung kollegialer Schulleitung und hochschulmäßige Ausgestaltung. Abgelehnt wird ein Ausschuß-Antrag auf baldige Ver- abschiedung eines Reichsschulgesetzes und ein Antrag der Deutschen Volkspartei, den 18. Januar zum Schulfeiertag zu erklären. ES folgt der .Haushalt des Staatsmülistermms, verbunden mit der Beratung der Nachtragsetats. Abg. v. d. Osten(Dnat. Vp.): Di« Stellungnahme des Ministers im Flensburger Fall ist zu bedauern.(Leb- hafter Beifall rechts.) Abg Ludwig(U. Soz.): Mr fordern die Wahl der Führer durch die Soldaten und lehnen diese Organisation der Schutz- Polizei ab.' Abg. Menzel-Halle(Kom.l verbreitet sich ausführlich über alle vorgekommenen Fälle von Erschießung von Arbeitern durch Reichs- wehr und Polizei. Abg. Runge(Soz.): Wir stimmen dem Nachtragsetat zu. Es muß alles unterbleiben, was der Polizei einen m l l i t ä r i- schen Anstrich gibt. Zum Sckilutz ergreift der Abg. Nippel(Dnat. Vp.) das Wort. Um 12 Uhr nachts dauerte die Sitzung noch an. Reichskulturpolitik. Bei der Weiterberatung des Etats des Reichsministeriums des Innern im HapptauSschuß des Reichstags wird am Donnerstag zunächst der Betrag von einer halben Million Mark zur Förderung, der aus sittliche und gesundheitliche Hebung des Volkes gerichteten Bestrebungen genehmigt. Volkshochschulen. Staatssekretär Schulz: Mit den jetzt bestehenden städtische» Volkshochschulen ist die Frage noch nicht gelöst: sie ist nur eine Art der Volkshochschule. Das Beispiel der skandinavischen Volks- Hochschulen ist beachtenswert. Dr. Pachnicke(Dem.) wünscht, daß ein Plan zur Förderung des VolksbildungSwesens aufgestellt wivd. Abg. Dr. Runkel(D. Bp.> fordert die Bereitstellung größerer Summen für den kulturellen Ausbau des Volkes. Abg. Dr. Löwcnstcin(U. Soz.) ist darüber entrüstet, daß nur so geringe Summen für diese Zwecke bereitgestellt werden. Staatssekretär Schulz: Die große Tragik auf dem Gebiet der Rcichsichulpflege liegt darin, daß früher, als das Reich die Mittel besaß, es nicht die Kompetenz hatte, das Schulwesen von Reicks wegen zu fördern, es vielleicht auch gar nicht wollte. Und jetzt, wo der Wille vorhanden ist, fehlen ihm die Mittel Ich als Sehulreformer empfinde Persönlich diese Tragik ganz be- londers. So kann im nächsten Etatksahr für die Schaffung von Freistellen an höheren Schulanstalten vom Reich nur der lächerlich geringe Betrag von drei Millionen Mark ausgeworfen werden.— In der weiteren Aussprache betont Abg. Heckman»(Soz.): Bei den Ausgabeposten zur Förderung k>eS Schulwesen? handelt es sich um aufreizend bescheidene Summen. Die Kritik daran ist aber unberechtigt, da die finanzielle Not des Reichs uns dazu zwingt, uns nach der Decke zu strecken. Die Einsetzung eines ständigen Ausschusses für das Bildungs- Wesen wird e i n st i m m i g beschlossen. Der Ausschuß wendet sich dann der Besprechung der Auf- gaben des Reichskunstwarts zu.— Abg. Schultz-Bromoerg- In Preußen ist eine der Kunstwelt ganz unbekannte(?) Persönlichkeit zum Kunstwart ernannt mor- den. Nachforschungen haben ergeben, daß sie durch ihr Klavierspiel in einem Berliner Hause(!) in gewissen Kreisen bekanntgeworden sei.(Gemeint ist der Pianist Leo Kestenberg. D. Red.) Abg. Dr. Löwenstein(U. Soz.): Ter Leiter in Preußen ist allerdings Pianist, womit aber nicht gesagt ist, daß er aller künstle- rischen Qualitäten entbehrt. Reichskunstwart Tr. Nedslob:�Die Fülle neuer künstlerischer Aufgaben mutz jetzt in anderem Sinn« gelöst werden als früher. Von Anfang an müssen künstlerische Kräfte in schöpfe» rischem Sinne beteiligt werden. Es handelt sich nicht um Partei» politische Fragen, sondern um sachliche Aufgaben. Bei Banknoten, Marken und ähnlichen Aufgaben muß eine entwicklungs- sähige Tradition geschaffen und ein tünstlerisches und Handwerk- liches Können erreicht werden. Schulwesen. Abg. Mumm(Dtn.): In Preußen verfolgt Minister Haenisch die unpolitischen(II) deutschnationalen Jugend- bünde, aber in Sondershausen wird ein bolschewistisches Hetzblatt unter Leitung eines Unterprimaners von dem sozia- listischen Gesamtministerium geduldet. Reichsminister Koch: Die Schule darf nicht zum Tummelplatz polifischer Leidenschaften gemacht werden. Ueber den Fall Sonders. hausen denke ich wie der preußische Kultusminister, kann aber der Sondersbäuser Verwaltung nicht ohne weiteres in den Arm fallen. Eine Einheitlichkeit in dem Grundgedanken des Schulwesens muß natürlich erhalten bleiben. Gegen allzu rasche Reformen spricht sowohl der Wider st and der Länder, als auch die ungeheure Fi n a n z n o t. Das Vorschulgesetz wivd im April 1021 in Kraft treten, die Kosten sind unbeträchtlich Die finanziellen Bedenken gegen das Inge ndwohlfahrtsgesetz sind aufgegeben. Fünfzig Millionen Mark werden dafür bereitgestellt. Das Fort» d i l d u n g s s ch u l g e s e tz darf nicht länger aufgeschoben werden. Von einem Stillstand in der Schulpolitik kann man nicht sprechen. Buchgewerbe und Wissenschaft. Zu einer eingehenden Debatte kommt es über die Frage, ob man für das nächste EtatSjahr von den 20 Millionen Mark, Hie für die Not�gcmein schaft der deutschen Wissenschast angesetzt und, 6 Millionen Mark dem Reich zur besonderen Ver» fiigung für wissenschaftliche und künstlerische Zwecke vorbehalte» soll. Die Regierung ist heftig dagegen. Ein Antrag Pachnicke(Dem.) empfiehlt di« Erhöhung der für künstlerische und toissenschaftliche Zwecke vorgesehenen besonderen Etatskosten von 100 000 M. auf eine Million Mark für da» nächste Etatsjahr, ohne Antastung der Gesautlsumme für die Not» gemeinschaft der deutschen Wissenschast. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Burlage(Z.) und H o e tz s ch(Dtn.) nimmt der Hauptausschuß den AuSgÄeposte» von 20 Milliopen Mark zur Förderung der von der Notgelneinschaft der deutschen Wissenschast verfolgten Zwecke an. « Tagungßpläne des Reichstags. Wie lange der Reichstag fit seiner nächsten Tagung zwsammenbleübt, darüber wird erst am Tage des Zusammentritts, dem 19. Januar, der Aelwstvnaudschuß beschließen. Wahrschei-Mch wird Anfang Februar eine größere Pause in den Sitzungen eintreten, um den Abgeord- neten Gelegenfreit zu geben, ihre Parteien, im preußischen Wahlkamps zu uueerstützeu. Alle bestimmten Taten, angaben aber, die setz: von verschiedenen Nackrichtensiellen hievzu verbreitet werden, sind, wie wir von zuverlässiger Saite evsahrcm, voll» kommen verfrüht._ Levl-däumig, üie Opportunisten. Auf den„Offenen Brief" der Levi-Däumig>Zentrale and- wortet die K.A.P.D. in der„Komm. Arbeiterzeitung": Die Forderungen der V.K. P.D. sind opportunistisch, die Miitel, mit denen sie die Aktion durckiübren will, sind dagegen überhaupt nicht bezetckmet. Und dieses Sckweigen ist ein schlimmerer Oppor» tuniSwuS als alles andere. Dieses Schweigen ist diktiert von der Absicht der V.K.P.D., sich jeden möglichen Weg offenzuhalten— große Mafien unklarer Arbeiter anzulocken, und dann mit ihnen im Laufe der„Aktion" jede Rückwärtsbewegung mitmachen zu können. Wir wiederholen: eine solche Politik der Halbheit, der bewußten JllusionSzüchierei machen wir nicht mit. Mit den Gewerkschaften, den Sozialdemokraten und den Unabhängigen will sich die zielbewußte K.A.P.D. nur vor einem Revolutionstribunal zusammenfinden. um ihnen wegen„Sabotage der Revolution" den Prozeß zu machen. Um üas Surgenlanö. AuS Wien erhalten wir folgende wichtige Nachricht: Der bisherige ungarische Gesandte in Wien Dr. G t a tz ist nach Budapest berufen worden, um das Ministerium des Aeußeren zu übernehmen. Damit ist deutlich dargetan, daß die ungarische Regierung in der nächsten Zeit ihre ganze auswärtige Politik aus den Kampf um die Behauptung TeutschwestungarnS, da» nach dem Fnedensdikiat zu Deulschösterreich kommen muß. kon» zentrieren will. An die Vudapcstcr Blätier ist die Weisung er- gangen, nunmehr haupllächlich mit dem Argument aus die Eiiiente zu wirken, daß die Abtretung deS BurgenlandeS eine Stätkung Deutschlaads bedeuten würde, weil Deulschösterreich doch nur auf den Anschluß sinne. Man hofft, mit diesem Argument in Pari» Eindruck zu machen. Die Zuspitzung der Aktion gegen Deutschland ist somit sonnenklar: sie hindert, aber die ungarische Regierung durchaus nicht, hier in Berlin durch ihren Ge- sandten die rechts stehende Presse im ungarischen Sinne zu beeinflussen. Den Erfolg, daß sich die reaktionäre Presse in der westungarischen Flage offen auf die Seite Honhy- Ungarns gegen Deutschösterreich stellt, dürfte dieses Bemühen allerdings nicht haben, wohl aber kann man wahr- nehmen, daß sich gerade' diejenigen Blätter, die von nationa- listischen Phrasen am dicksten geschwollen sind, in dieser Flage einer gewissen Neutralität befleißigen. Es zeigt sich auch hier deutlich, daß die reaktionäre Solidarität der nationalen Gemeinschaft vorausgeht und daß sich dort, wo die Zntorcssen der schwarzblouen Anter- nationale im Vordergrund stehen, das unentwegte Deutschtum schüchtern zurückzieht. Für ein Stückchen Hoffnung auf Er- starken der europäischen Reaktwn verzichtet man gern auf einen deutschen Volksstamm�_ Massenaustritte au? der Landeskirche. In Kiel sind inS- gesamt 22 000 Personen allein in den 10 Wochen vor Neujahr aus der Landeskirche ausgetreten. Darunter befinden sich einige wenige Personen jüdischen Glaubens Und etwa 1 Proz. Katholuen. Der Rest gehörte der ovaitgelijch»lutherijchen Kirche cur. OewerMojwbewegung Zrieüe in öer Zigaretteninöuftrie. Di« Angestellten der Gro�-Bcrltner Ziyarettenrndu-stvi« war«, «st bos Firmen wegen Abschluß eines neuen Tarifvertrages in Differenzen geraten, die sich deshalb besonders schwierig ze- stattet hatten, weil im Verlauf der Tarifverbandlungen der Ar- beitgebervcrband sich auflöste. Inzwischen war vom Schlichtungsausschuß Groß-Berlin ein S ch i e d s s p r u ch gefällt worden, der aber mar zum Teil eine Erfüllung der Forderung der Angestellten bedeutete. Dennoch hatten die Angestellten diesen Schiedsspruch angenommen. Die Arbeitgeber dagegen hatten ihn abgelehnt. Die Angestellten, die seit vielen Wvchen auf feie Erledigung ihrer Tarifangelegenheit warteten, waren m ein- gelnen Fabriken in den Streik georeten. Donnerstag waren Vertreter beider Parteien zu neuen Ver- Handlungen zu-samimenge-treten, um die Möglichkeit eines Aus- gleichs zu erwägen. Dieser ist nach siebenstündigen VerHand- hingen erreich worden. Der am 5. Januar 1921 gefällte Schiedsspruch bleM in seinen wesenblichen Teilen b e st e h e n. Die An- gestallten im 19. und 29. Lebensjahr werden in die Gruppe der sogenannten.Jugendlichen" einrangiert, deren Sätze gegen- über dem Schedsspruch zum Teil noch erhöht wurden. Für die znletztgenamwen Altersstufen beträgt der Monatslohn 799 M. bzw. 899 M. Die eigentlich Gruppierung beginnt mit dem vollendeten 29. Lebensjahre, während der Schiedsspruch die Gruppierung schon vom vollendeten 13. Lebensjahr ab vorsah. Einen teilweisen Ausgleich hierfür bietet die Erhöhung der durch den Schiedsspruch festgesetzten monallichn Grundlöhne. Dies.' betragen in den 4 Gruppen jetzt 885. 1159, 1419 und 1826 M. in den Anfangsstufen, hierzu treten jeweils 19 Berufsjahreszulagen von ver- schiede ner Höhe. Die Hauptfirmen der Brauch haben dieses Abkommen unter- zeichnet, chnso die Angestelltenorganisationen. Es ist zu erwarten. daß auch die übrigen Firmen zum Zwecke der endgültigen Beilegung der Differenzen dem Beispiel dsr Lage zu ergreifenden Maßnahme« rechtzeitig beschließen?u können. Die Arbeiter d«S Arsenals von W o o I w i ch erklärten, den Verfügungen der Regierung nachkommen zu wollen, wenn trotz der verminderten Arbeitszeit der Lohn auf der frühe- r e n Höhe bleibt._ Polen vor einem Eisenbahnerstreik? In der volmiwen Preise tauchen, nacb einer.Dena�-Meldung, in letzter Zeit neue Anzeichen für einen Eisenbabner streik in Polen out. So meldei aus Warschau der.Laiz Kurier", daß im Verband der Eisenbabnei Verbaiidlnngen stattfinden über das Borgehen des Vollzugsous>ch»s!es des Verbandes in der Frage der N> ch i e r k ü l l» n g der dem Verbände nach dem letzien Streik gegebenen Versprechungen. Die Eisenbabner behaupten, daß die Hülste die'er Zulagen nicht erfüll.! wurde, obwohl der letzte Termin zur Er'üllung aller Verpflichtungen am 1. Januar abgelauieu sei. Die Eisenbahner befürchten, daß die b e f r i st e t e n Ver- pflichtungen sich in fristlose Versprechungen um- wandeln könnten. Sie klagen serner darüber, daß die Regierung ieit September die ihnen zustehenden 2999 Waggons Ge- treibe nicht geliefert habe, daß in vielen Ortichafien die Ei'envabner vor den Feieriagen und auch jetzt tagelang weder Brot noch Druich noch D e p u i a> k o b l e n erhalten hätten. Alles dies erbittere die Eiienbahner. Tie Difserenzvii dem Betspiel ihrer Berufskollegen folgen werden. Durch AmK-hm« dieses Abkommens dürfte auch, wie es daS Protokoll vorsieht, der Teil streik beendet sein. Sloch eine feine finita. Eine wirklich vornehme Finna ist o e Verlagsbuchhandlung Montz Warschauer. Potsdamer Str. 89 s. Der Inhaber ve- lomnit es»erlig, einem v e i b c i r a l e i e» Mann in i t zwei Kindern eine Vergütung von 2 9 M. pro Arbeits- lag anzubieten. Dabei wird von ihm ausdiücklich verlang», daß die v-ifauiiite Zeit zu Lasten des Arbeiinehniers ltzchi uud das Engagemeni Verhältnis täglich gelöst weide!, kann. Falls der Bewerber mit dieien'an o en Bebmgl» gen einverslanden ist kann der Eintritt iogar io'ori erio- en. Wir machen unsere Äolle.ieniivaf! daraus aukmeiksam, daß auch dieie Firma unter den allgemein verbindlich ertiäns» Talitvrrirag des Buchhandel« fälli und daß jeder dori Beschäfligle«lispiuch am tarifmäßige Bezahlmig dat. Zentralvcrband der Angestellren. Sektion: Buchbaudel. Angestellten der Margarine- Industrie und des Margarinc-Grosthandels hatten, w'e un? vom Zenlralveiband der Angestellten geschrieben wird, im November v. I ihre Orgaliiiaiionen be.mmagt, niil den Arbeitgeber» wegen Abschluß eines Tarifvertrages zu verbandeln. Da bisher ein Arbeilgeberveivaiid dieser Branche nicht geboren wuide. winden die Herren Arbeiigeber vom Zeniralvei band per Angestell'en einzeln zu g e m e> n s a in e r Verhandlung einaeladen. Doch weder der ersten noch der»wetten Einladung Icistelen die Rrbehaeber Folge nnd bearün beten ibr Nitttericheinei' mit so fadenia einireii AuSirdei' daß die Angestellte» nunmehr de» Verband beaiifirogi haben,»"verzüglich den S ch l i ch t u» g s- a rr S i ch» ir anzarmen. Sollten'ie Heire» Arbeiigeber aiiti vor dem Schlichiun sausichuß solche Mätzchen machen so wird ihnen der Kampr der A n g e it e! l I e» rei e», daß diese v'cht mehi g will stud das abe..pairiarchalische" Beihälinis toiibe'iebeii z» lassen_ Ter österreichische Poststrcik. Wien. 18. Jgnu r iT'gener äraglberich! des.Vorwärts") Der Slreil ist nahezu vollnändig. Von den 39' Pvitämter W ms werden nur etwa 29 von din aniisoriolislischeii Aiigeit lll n in Belrirb gehalten,«nd die'? Aemrer sind von der.ißrontkärnv'er- verein'- ring" lOrnrieiel besetz! gurrt S Ire Wösten"ichi ein» greifen kön en Heut' ri sich ne!>!. erung endlich entschlösse» ans 4 Uhr nochwilra S Per van dl'»gen rn-u' y» und rür 9 Uhr abends war cin 9 a b> n e l i s r a» ei» rufe» Ein Kommunistcnstreich. In der»Dresdener Voikszeiiung" leim wir»olgende ergötzliche Ge>ck>chte: Weil die»Edcmniver Vollsslinime" die kolgeittchweren kommu- nistlichen Hrvereien in Flensburg scharf oerurleili und dabei au v den AuSdiuck»R e v o I u t l o n ä r e der G o i f e" gediauchi hotte, traten d»e bei der Allgemeinen Baugenosienichaft in Cvrm»itz beschäftigten kommliniiiisch gesinnten Bguarbeiiel in einen P i o l e st» streit. Sie iorderien zu Verhandlungen das Eiicheinen Jwei«I Redakteure, die nälürlich für.die ioiidcrbo.tze Erii- ädinig ablehnend dankten. Noch einigen Stünden mochten auch diese Kommunisten bei der Bauge»osse»'chafl das Unsinnige ihres Beginnens eingeieben haben; sie nahmen die Arbeil wieder aus. iorderien aber die Bezahlung der Slreilzeil aus der Kaise der Baugenossenschaft. Damit werden. sie offensichtlich ebenioivenig Glück haben wie mit ihrem unsinnigen Proieststreik überhaupt. Der Boifall zeigt aber, zu welchen Bindereten die Kommunisten fähig sind. Verschärfung des Leipziger Metallarbeiterstreiks. Die Loge im Streik der Leipziger Metallarbeiter hat nach den .PP.N." eine Verschärfung erfahren. Die Ausiperrung von 50 Proz. der in den Beirieben beschörtigten Arbeitnehmern soll nicht erst am 18. Januar, sondern s o i o r t vorgenommen werden. Die Kreisbaupimann'chait ist zurzeit bemüht. Verhandlungen zwischen den beiden Pai teien berbei zuführen. Die englischen Eisenbahner und die Arbeitslosenkrise. Aus London meldet die TU., daß der Vollzugsausschuß der englischen Eifenbahnerverbände eine Sitzung abhielt, um die Lage des Eifenbahnperfonals im Zusammenhang mit der A rlb e i t s I o se n k r i s e zu besprechen. Zur Diskussion standen die wichtigen Fragen der verkürzten Arbeitszeit und des verminderten Lohnes. Der Ausschuß kam zu der Ansicht, daß die Regierung gegenwärtig nicht das Recht habe, derartig einschneidende Matz- nahmen im Staatsbahnbetrieb einzuführen und daß sie zunächst de n Arbeitsvertrag kündigen müsse. Bis je�t sind nur Hilfsarbeiter von den Maßnahmen betroffen, wahrend das ständige Personal zu den alten Bedingungen arbeiten kann. Nur einige wenige Entlassungen seien verfügt worden. Da aber die Arbeitslosigkeit auch auf den Bahnbetrieb einwirken kann, wird der Vollzugsausschuß im Laufe dieser Tage eingehende Besprechungen abhalten, um die hei einem plötzlichen Umschwung Zum Konflikt bei Loewe u. Eo. nimmt heute der Schlich- tungsausschuß Stellung. Er wird ein: Entscheidung dar» über fällen, ob die Betriebs-! l reßvvg berechtigt war oder nicht. Nackmittags 3 Uhr findet in der Krone, Alt-M oabit 47-48, eine Betriebsversammlung zur Entgegennahme der Entichei- 'düng de? Schlichtungsausschuises statt. Wirtschaft Die Balotabewegung. Der Stand der deut-we» Marl Hai sich im Laufe des neuen JodrcS etwas g e b e i s e» t. Man zahlte am 3. Januar für einen Dollar 7t, 12. am 12. Januar dagegen nur 68.18 M. Aehulich war die Kursbewegung bei den übrigen fremde» Zahlungsmitielu. In nachstehender Tabelle vergleichen wir die Friedensumrechnungskinse mit dem tiefsten Stand, den die denische Mark gegenüber den fremden Werten im vorigen Jahre gehabt hat,»nd stellen ihnen die wichtigsten Notierungen diese» JadreS gegenüber. ES kosteten an der Berliner Börse: ""otons9� 3. Jan. 6. Fan. 13. Jan. 1920 1921 4200 2312.65 2805.15 2267,70 1800 1133,85 1109,85 1068,90 108,25 74,42 72,12 68,18 39,60 17,03 15,28 14,73 Frieden». parUill 100 Holl. Guld. 170 lOOSchweiz.Fr. 1 Dollar.. 199 österr. Kr. abgestempelt s 85 100 tsche». Kr. 80 4,20 13. Jan. 2284.70 69,68 13.68 104,— 81,77 81,45 81,77 81,77 AuS der Tabelle gebt hervor, daß die AuiwärtSbewegung der Mark gestern wieder einem leichte» Rückschlag gewichen ist— die fremden Wechsel waren wieder etwas teurer. Dieter Rückgang des MarkwerteS wird mit dem französischen KabmettSwechsel in Zusammenhang gebracht. Er hat aber das Gesamtbild nur wenig beeinflußt. Gegenüber den führenden Geldsorten der Kriegs- gewinnerstaalen. die in dem ersten Teil der Tabelle dargestellt sind, zeigt der zweite Teil die Entivicklung der Valutaichwachen Zahlungsmittel. Während die Tschechoslowakei ihren Kursstand in diesem Jahre noch einigermaßen hallen konnte, bewegt sich der Wechselkurs Deutschösterreichs, das unter dem Frieden von St. Germain zum Bettler geworden ist. weiter abwärts. Freigabe der Tabakeiufnbr? Der wirifchaftspolttifche Ausschuß des Reichswirt-- schaftSrates vernahm eine Anzahl von Sachverständigen. Ar» beitgsber und-nehmer, den Retchsbevollmächtiglsn der Außen» Handelsstelle und Mitglied des Vertrauensausschusses. Die Aufrechterhaltung der Zwangswirtschaft wurde als umnöglich bezeichnet, da sie vom illegitimen Handel tatsächlich läng st durchbrochen ist und nur noch eine schwere Belastung und Belästigung für den legitimen Handel davstelll. Die Kon- tingentierung hindere die Firmen, sich bei guter Konjunktur auf dem Weltmarkt eindecken zu können, so daß sie später an misum- bische Zwischenhändler Wucherpreise zahlen müßten. Auch seien die Firmen, die beinahe ausschließlich Auslandstabake verarbeiten. im Nachteil gegenüber denen, die inländischen verarbeiten, der völlig frei ist. Die Arbeitnehmer wiesen besonders darauf hin, daß bei Fortbestehen dieser durchlöcherten Zwangswirtschaft. Krisen ihrer Industrie unvermeidlich sein würden, die wieder viele tausend Arbeiter erwerbslos machen könnten. Von der Regierung wie von verschiedenen Mitgliedern wurde dagegen geltend gemacht, daß die Freigäbe der Einfuhr ihr Anschwellen zur Folge haben werde, wodurch nicht nur die Wirtschaft geschädigt werde, da Geld für eine ohne nennenswerten Ausfuhrgegenwert eingeführte Ware nach dem Ausland abfließe und die Valuta senke, sondern auch ein schlechter Eindruck draußen erweckt werden könne, da Tabake doch reine Luxustvare sei, während uns lebenswichtigere Dinge fehlen. Die Mehrheit des Ausschusses war indessen der Ansicht. da das Bedürfnis der deutschen Raucher so oder so befrie' igt werden würde, sei eine Bewirtschaftung, die nur den anständigen Handel beschränke, den illegitimen aber nicht erfassen könne, ganz unerwünscht. Bei freier Wirtschaft sei eher die Gewähr dafür gegeben, daß der legitime Handel den Hauptverkehr an sich ziehe und der Staat doch wenigstens Zoll und Steuer erhalte. DaS Gutachten wurde also dahingehend abgegeben, daß die freie Einfuhr von Rohtabak zuzulassen und die Beseitigung der Verarbeiter- koniingentierung und aller zwangswirtschaftlichen Organisationen der Tabakindujtrie einschließlich der Außenhandelsstelle v o r z u- nehmen sit._ Der Dividendcnsegen bei Banken. Die Barmer Creditbank schlägt ihren Altionären eine Dividende von 19 Proz. und dazu einen Bonus von 5 Proz., insgesamt also 16 Proz. gegen 9 Proz. im Vorjahr' vor. Außerdem soll das Kapital um 7 auf 14 Mil» lionen Mark erhöht werden, wobei die neuen Aktien zu einem Börsenkurs von 129 Proz. an die Aktionäre verschleudert werden sollen.— Tie bereits erwähnte Bayerische Diskonto- und Wechselbank A.-G. in Nürnberg bringt aus einem annähernd verdrei'achten Reingewinn 8 Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahr in Vorschlag. S».',!»l» Baliwirtschaft. Untei dieiem Tiiel eisä eint eine vom Verband Sozialer Bouoelriebe bcrausgeoebene, van Dr. sing. Marlin Wagner veramwoitlich redigierie Zemchrlft, deren erste Nummer nuiiin- hr voi liegt. Aus ihrem Inhalt sind besonders bemerkens- mal eme Abhandlung über de» Zementlrust. der die Preispolilit der Zemeittiiidustrie scdars lriiisieit. In der Nummer werden ierner Aufgaben zur Auslese geeigneter Betriebsletter gestellt, deren beste tzösunaen zu einer Te'ilnabme a» den beiondcrrn Aushildunge» kuizen für Boiiiebssühler unter Eistaiiung oller oder eines Teiles der«Osten berechti en. E'ektrizitäts A-G. vormals Schuckert u. Co.. Nürnberg. Für daS am 31. Ju!i 1929 abgelaufene Geschäftsjahr wird ein Rein- gewinn von 7.22 Millionen Mar! gegen 6S7 Millionen Mark im Vorjahr nachgewiesen, wovon öL8 Millionen Mark für Ziiweism» gen an den Unterstützungsfonds und aus die Tantieme entfallen. Für das Geschäftsjahr 1929, das nur die Monate August und Sep» teitiber umlaßt, wird ein Reingewinn von 1P4 Millionen Mark errechnet, von denen nach den Abzügen für Tantieme und für den UnterstützungSsondS 1,62 Millionen Mark verbleiben. Der Divi- dendenvorschlag entspricht 9 Prozent für das Geschäftsjahr 1919/29 und 19 Prozent für das ZwischengeschäftsjaHr, wenn man für daS letztere die Ausschüttung auf ein volles Jahr umrechnet. Die vor- jährige Ausschüttung betrug 8 Prozent. /tos öer Partei. Die Kandidatenliste für Hessen-Nassau wird von folgenden Ge- nossen geführt: Hauschilat, Wuhch, Lina Ege, Hasse, Grzesinski, Weber. Schreiber. Strunck. Kohl, König. Zteraniw für den redakt. Teil Dr. Werner veiter, Cbarlotlrnbura! tlir Anzeigen: Ib. M-ckr. Berlin. Lrilflg: Lorwürls-Lerlag®. m. i>. H.. Berlin. Druck: Bor» wäris-Buchdruckerei u. Brrlagsansmli.PauI Tinger u. Co.. Berlin. Llirde-rttr. s. Hier,» 1 BrUage. Ueneral- Vertreter lür Groß-Berlin und Brandenburg: Ernst Iloritx, Charlottenbnrg, Kaiserdamm 114. Telephon: Amt Wilhelm Nr. 4946 und 4947. Morgen Sonnabend beginnt unser Inventur- Ausverkauf Man beachte unsere Schaufenster- Auslagen !»!>!! KOH xmoH