Nr. 25 ♦ �ahrgattg 3S. Ausgabe A Nr. 12 Bezugspreis t tl ertelfäirLSO,— MCmonolUO,— TOI frei ins sau», voraus zahlbar. Polt- dezug. Monatlich IS,- M!» ei�kl. ftu» stellungszedühr. Unter Kreuzband fllr Deutschland und Oesterreich 16,JO M!. für da» übrig« Ausland bei täglich rimnal. fluftellung ZUN M.«golibe» stellungen nedmen an Oesterreich llnzarn, Tschecho-Elowakei, Dane- . tnart. Solland, ruremdurg, Echiveden und die Schweiz.— Eingetragen m die Post- �eitungs-Preisliste. Der.Vorwärts' mit der Sonntags» billage.Doli u. Zeit' erscheint Wochen- taglich zweimal Eonmag» unb Moo- tag»»ininab Telegramm-Adreste «Sozlaldemolrat Vor»,-. Morgen-Ansgabe Derlinev Volksblstt Anzeig«pre, jedes weitere Wo« SO Pfg. Stellengesuche und Echlafstellenanzeigen da« erste Wo« 85 Psg. jede» weitere Wo« 4V Psg Won« über 15 Buchstaben zählen für ,wei Motte. Teuerungszulchlag 50»/> ffamilien-An, eigen filr Abonnenten geile 2,— M. oolitijche und ge- wertschastllche Berein»- Anzeigen 3,— MI. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächst« Nummer müsten bi, S Ahr nachmittag» im Sauotgeschäft. Berlin EM.3, Linden- ftrahe 3, abgegeben werden. Deöffnet von S Uhr früh di» 5 Uhr abend». Zentralorgan der fozialckmokrati fchcn partd Dcutfchlands Neüaktion und Expedition: Elv. SS, Lindenstr. Z ivernivrecher: Amt Mortvpla«, Nr.»»100—»ä1S7 Vonvärts-Verlag G.m.b. tz., SW. öS» Lindenstr. Z Fernsprecher: Amt Morinplan. Nr. 117 33— 54 Schlußsitzung des Preußenhauses. Die verfassunggebende Preußische Landesversammlung bat ihre Arbeit beendet, und zugleich setzt der Kampf um den ersten verfassungsmäßigen Landtag der Nepublik Preußen mit voller Schärfe ein. Die SozialdemokratischePartei geht in diesen Kampf in voller Erkenntnis seiner Schwere, ober auch mit vollem Äertrauen in die Einsicht des werktätigen Volkes und seine gesunde Urteilskraft, die der lärmenden Pro- paganda ihrer Gegner rechts und links widerstehen wird. Die Preußische Landesversammlung hat ebensowenig eine sozialdemokratische Mehrheit besessen, wie die vor ihr"heim- gegangene Deutsche Nationalversammlung. Auch hier mußte die Sozialdemokratische Partei mit jenen bürgerlichen Par- teiens die sich auf den Boden der Rcpubl.it gestellt hatten, gemeinsame Arbeit leisten, wenn sie das Schicksal des deutschen und preußischen Volkes nicht in die Hände der äußersten Reaktion legen wollte. Bis zuletzt hat sie in der Preußi- fchen Landesverfammlung zwar nicht alleinentscheidenden, aber doch starken Einfluß ausgeübt, und der ganze Wahl- kämpf dreht sich einzig und allein um die Frage, ob sie diesen Einfluß erweitern, behalten oder verlieren soll. Alle Anstren- gungen der Monarchisten sind darauf gerichtet, die Sozial- demokratie aus ibrer starken preußischen Stellung hinauszu- werfen und auch hier nach neubayerifchem System zu regieren. Ein weiterer Ruck auch des Reichskurses nach rechts wäre da- von die unausbleibliche Folge. Daraus ergäbe sich des weitern: Gefährdung der republi- kanischen Verfassung und eine Kette schwerer innerer Erschüttc- rungen, Vorherrschast der großkapitalistischen und großagrarischen Interessen über die Interessen der schaffenden und verbrauchenden Massen der Bevölkerung, wachsende Lebensmittelteuerung, Lohnstillstand, Bedrohung aller sozialpolitischen Errungenschaften, verschärfter Klassen- Hochmut der siegreichen, herrschenden Klassen gegenüber den geschlagenen, beberrschten. Es liegt in der Hand der arbeiten- den Massen der Bevölkerung, diesen furchtbaren Rückschlag zu vermeiden, sie kann ihn vermeiden, indem sie, ohne auf die Locktöne von links und rechts zu hören, sozialdemokratisch wählt. Jede Stimme, die r e ch t s von der Sozialdemokratie fällt, ist ein Gewinn für die äußerste Rechte. Die Deutsche Volks- Partei ist von den Deutschnationalen nicht zu unterscheiden, Zentrum und Demokratie sind unsichere Kantonisten, ihre künf- tige Stellungnahme ist aufs höchste ungewiß. Jede Stimme für die Sozialdemokratie ist ein Stein in dem Damm, der Preußen und Deutschland vor der reaktionären Hochflut schützt. Jede Stimme rechts von der Sozialdemokratie ist ein Schuß gegen diesen Damm. � Jede Stimme, die links von der Sozialdemokratie fällt, ist ein G e w i n n f ü r d i e ä u h e r st e R e ch t e. In diesem Wahlkamps geht es nicht um die Statistik, sondern um die Macht. Wer unabhängig oder kommunistisch wählt, erreicht damit, daß die Wahlziffer der unabhängigen oder kommunisti- schen Partei um eins steigt. Sonst erreicht er gar nichts als eine Schwächung der Sozialdemokratischen Partei und damit � eine Stärkung der Reaktion. Es ist ganz gut zu begreifen, daß nicht jeder Arbeiter mit allem, was Sozialdemokraten getan, geredet und geschrieben haben, einverstanden ist, daß er die ungeheuren Schwierig- keinen des Durchsetzens nicht kennt und mit dem Erreichten un- zufrieden ist. Aber wenn er deswegen davonläuft und, statt seine Kraft mit auf den entscheidenden Punkt zu konzentrieren. irgendeiner Zerfplitterungsgruppe seine Stsinme gibt, dann handelt er als ein politischer Selbstmörder. Jeder Arbeiter weiß heute, welchen Fluch die Zersplitte- rung über die Arbeiterbewegung gebracht hat. Aber jeder ruft den anderen zu, sie sollten sich nur seiner Gruppe oder seinem Grüppchen anschließen, dann sei ja die Einigkeit da. Auf diese Weife wird die Einigkeit nie Zustandekommen.. Sie wird nur Zustandekommen, wenn die Arbeiter ihre gesammelte Kraft auf den Punkt werfen, auf den es ankommt. Jetzt aber kommt es darauf an, der immer übermütiger werdenden Reaktion einen Dämpfer aufzusetzen, und das kann nur dadurch ge- ichehen, daß jeder Mann und jede Frau sozial- demokratischwählt. Reden in Versammlungen, Artikel-in Zeitungen, Flugblätter, die ins Haus getragen werden, bringen allein nicht die Entscheidung. Es kommt auf den Grad der Aktivität an, die jeder einzelne Parteianhänger für seine Partei entwickelt. Nur leidenschaftliche Hingabe an die Sache, für die man kämpft, kann den Sieg gewinnen. Könnten die Massen des werktätigen Volkes keine Leidenschaft aufbringen, wo es gilt. die Republikzu retten und chrem Aufstieg zu höheren Farmen der menschlichen Gesellschaft den Weg zu bahnen, so hätten sie fürdcr kein Recht, sich über ihr Schicksal zu beklagen. Sie hätten es dann selbst so gewollt! Keine Macht der Welt kann das Elend der Nachkriegszeit Mit einem Schlage beseitigen. Die Rechtsparteien die Teuerungszulagen» Berlin, 14! llanuar.(BJXB.) Amtlich. Das Kabinett beriet heute abend über die Erhöhung der Teuerungszuschläge für die Beamten und A r b e l l e r des Reiches, nachdem im Laufe des Tages Besprechungen mit Vertretern der Spihenorganisaiionen der Beamten und Arbeiter beim Reichskanzler stattgefunden hakten. An den Besprechungen nahmen auch Vertreter der Regierungsparteien teil. Man einigle sich schließlich auf folgende Regelung, für die auch die Zustimmung des Reichstages zu erwarten ist. Für die Reichsbeamteu sollen die Teuerungszuschtäge zum Grundgehalt im Ortszufchlag erhöhl werden: in Ortsklasse A 70 Proz. ,» ,, B 07 ,, „„ C 65 ,, „ ,, r> oo„ ff � E 5o ff Für die Relchsarbeiler sollen die Teuerungszufchläge für die Stunde erhöht werden; Ortsklasse A 0,60 Mk. B 0,50„ C 0,40„ D 0,30„ E 0,20„ Die entsprechende Sesehesoorlage wird den geschgebenden Körperschaften sofort zugehen. können es nicht, eine von ihnen sitzt seit sieben Monaten in der Reichsregierung, und ist seitdem etwas besser geworden? Die Kommuni st en können es nicht, sie herrschen seit mehr als drei Iahren in Rußland, und sie haben in dieser Zeit nur eine Fratze des Sozialismus geliefert, das Elend des Volkes ins Unerträgliche gesteigert. Nur schrittweise kann es vorwärts gehen, und für diese schrittweise Vorwärtsentwicklung fordern wir Sozialdemokraten freien Raum. Für sie kämpfen wir gegen die bewußten Nückwärtser von rechts und ihre unbe- wußten verblendeten Bundesgenosien von links. Es ist der Fluch der Menschheit, daß sie so oft im Unver- nünftigen die stärksten Leidenschaften entwickelt, in den Selbst- zerfleischungen des Völkerkriegs, des Bürgerkriegs, des Bruderkriegs unter Klassengenossen. Die Massen des arbeitenden Volkes müssen ihre politische Reife beweisen, indem sie zeigen, daß man auch für das Vernünftige mit Leidenschaft kämpfen kann. Die Kraft, die sich die Sozialdemokratische Partei in ollen Stürmen der Zeit be- wahrt hat, und die sie im Laufe der letzten Monate durch ihren organisatorischen Fortschritt noch weiter ausbauen konnte, ist ein wahres Monument für den klaren nüchternen Verstand, aber auch für den hingebungsvollen Idealismus des deutschen werktätigen Volkes. Daß sie sich am 20. Februar glänzend be- währe, das muß nun an jedem Tage der erste und der letzte Gedanke jedes echten Sozialdemokraten sein! «* ♦ Indem wir auf das gestrige Abendblatt verweisen, gebest wir hier den weiteren Bericht über die Schlußsitzung: In namentlicher Abstimmung kamen Freitag nachmitla« wieder durch die sozialistische Obstruktion die Ausschußantruge z u -Fall, welche verlangen, daß die Lehrerseminare in höhere Lehr- anstaltcn umgewandelt werden, daß keine Aufnahmen in die unter- ; sten Klassen der Vorschulen stattfinden sollen, daß die Verordnungen � über die Weiterbeschästigung verbeirateter Lehrerinnen vorläufig ! außer Kraft zu setzen seien, und' daß die Seminare künftig auf paritätische� Grundlage gestellt werden sollen. Der Rest der Aus- , jchußanträge zum Elementarunterrichtswesen und zu den höheren Lehranstalten wird in einfacher Abstimmung angenommen. In der achten Sitzung des Tages wird dann das Gesetz zur Feststellung des Staatshaushaltes für ! 1S20 in zweiter Lesung angenommen. Bei der dritten Beratung des Staatshaushalts- planes spricht zunächst Abg. Heilmann(Sog.): Auf das lebhafteste bedauern wir, daß die preußischen Wahlen abgehalten werden, bevor über das Schicksal Oberschlesiens entschieden ist Aber die Rechte hat leider in der Sucht, einige Mandate zu erobern, das Interesse Deutschlands vergessen. (Unruhe und Zurufe rechts.) Uns ist jedes vberschlesijche Dorf wichtiger als Dutzende von Mandaten. (Sehr wahr! links.) Pflicht wäre es, statt sich gegenseitig in Wahl- kämpfen aufzureiben, alle Deutschen zu einer einheitlichen Front zusammenzufallen. Sie(nach rechts) tragen die historische Berant- wortung dafür, daß statt dessen die Abstimmung kurz nach den Preußenwahlen fällt. Sie rechnen eben schon mit Ihrem Einzug in die preußischen Ministerien.(Lachen rechts.) Herr Graes- Änklam, wenn Sie wünschen, kann ich Ihnen den künftigen Land- wtrtschastsminister nachher privatim nennen, d. h. den, den Sie in Aussicht genommen haben.(Hört! hört! Große Heiterkeit.) Wir haben nichts getan, die Arbeiten dieses Hauses zu verzögern, wohl aber die Herren H e r g t und Leidig, die sich schon vor einem Jahre prin- zipiell gegen jede Verkürzung der Redezeit im Bunde mit/ Adolf Hofsmann festgelegt hoben. Die Rechte hält es jeden- falls für die Abstimmung nützlich, wenn die sozialistischen Minister in Preußen verschwänden. Ebenso denken die Herren von ganz links. Preußen und Deutschland wären schon längst verloren, wenn nicht in den letzten Iahren seine ärmsten Söhne sich als feine stärkste Stütze erwiesen hätten. Dagegen macht ein großer Teil der oberschleflschen Magnaten für Polen Propaganda, ein weiterer großer Teil bereitet sich vor, im Falle eines polnischen Sieges mit den neuen polnischen Herren gut aus- zukommen. Graf Kanitz hat ja seinerzeit das Verbleiben des Masurenlandes bei Deutschland von der Aufhebung der Zwangswirtschaft abhängig machen wollen.(Hört! hört! links.) Die Reichseinigung vom 18. Januar 1871 war das Ergebnis des vielgepriesenen Aufstiegs der Hohenzollern. Lecher haben die hohenzollern nur hausmachlspolilik getrieben. Dem Großen Kurfürsten ist es zu verdanken, daß Strahburg an Frankreich fiel.(Großer Lärm rechts.) Er hatte den fran- zösischen König schon vorher wissen lasten, daß er gegen eine Be- setzung nichts einzuwenden hätte. Den geistvollen Spötter und Gotteslästerer Friedrich II. reklamieren Sie(nach rechts) als preußi- schen Typus Ihrer Art! 5)aben Sie so wenig Vertrauen zu Ihren Eigenschaften, daß Sie sich mit so gänzlich fremden Federn schmücken müssen? Auch auf Kant berufen Sie sich mit Unrecht, sein „Traktat vom ewigen Frieden" ist doch wohl nicht deutschnational! Mit Eisen und Blut ist das Reich gegründet, nicht durch parlamentarische Beschlüsse, durch Eisen und Blut ist es auch zugrunde gegangen. Daß die Deutschen Elsaß-Lothringens das Deutsche Reich niemals lieben ge- lernt haben, das, und nicht die Niederlage, beweist den nationalen und moralischen Bankerott der Hohenzollern. Nur ein freies Volk kennt wahre Vaterlandsliebe. Wenn Sie wirklich deutsch empfinden, dann sorgen Sie vor allem dafür, daß die innere, die staatliche Freiheit uns erhalten bleibt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nicht die deutsche Demokratie hat die Niedeilage zu verantworten. Wir haben Deutschland gerettet, indem wir den letzten möglichen Augenblick zum Frieden er- wischten. Kein gewissenhafter Staatsmann opfert sein Volt nutz- los, und völlig aussichtslos wäre die Fortsetzung des Krieges ge- wclen. Daß am 9. November nicht einer von Ihrer Seite sich ge- opfert hat— dos läßt mich über das ganze nachträgliche Schwatzen von dem hcrikichen Kaisertum mit Verachtung hinwegseben. Im Kriege haben wir bis zum letzten Augenblick unsere Pflicht getan, was in einer schwachen Stunde der deutschnationale Kollege Nippel selbst hier zugegeben hat. Nicht aus Nachgiebigkeit gegen die Arbeiter, sondern mit dem schweren' Opfer der Parkeieinheit sind wir in die Bresche gesprungen. Nicht die Unabhängigen haben die Revolution gemacht. Wohl weiß ich, daß eitle Schwätzer bei den Unabhängigen sich dessen rühmen, die da glauben, eine Rc- volution könne man machen. Aber die Revolution war eine un- vermeidliche Folge der Niederlage. Noch im Juni 1918 hat die Obeistte Heeresleitung festgestellt, daß die Stimmung der Truppen ausgezeichnet sei. Und nach der Revolution haben mir dann Republik und Demokratie ans den Wirren des Bürger- krieges gerettet. Wer hat das alles geleistet, wenn nicht diese K o a- lition? Nicht unfähige Krippenreiter haben wir an die Spitze gestellt, sondern Männer, die uns durch das Ricsenelend hindurch- gerettet haben. � Daran wird uns kein Aussall der Wahlen irre- machen, wir würden von der Entscheidung eines mißleiteten und verhitzten Voiles immer wieder an die bessere Einsicht appellieren. Im Reiche ist ja inzwischen die sozialdemokralische.Mißwirtschaft" abgelöst von den„begabten" Aachministern der Deutschen Volkspartei. Was dabei heraus kam, war ein Gemisch von Unfähigkeit und Sorrupüon. Hat in Deutschland der sozialdemokratische Außen- minister Adolf K ö st e r sich jemals solche Entgleisungen ge- leistet, wie Herr Sun. ns oder der Botschm cr Slhamer, der den Franzosen treuherzig versicherte, wir würden sie sobald nicht überfallen? Wie gefallm Ihnen diese bürgerlichen Fach- minister? Der merkwürdigste ist aber doch Herr Hermes. Der hat persönlich eine große Kaffeeschiebung seines Untergebenen Dr. Fürst entdeckt und rückgängig gemacht, es aber nicht für nötig ge- halten, Herrn Fürst aus seinem Amte zu entfernen!(Leb- hastes Hört! hört! links.) Die Leiter der Reichsfettstelle find zurück- getreten, weil Minister Hermes durch seine Wirtschaftspolitik das Reich um Milliarden geschädigt hol. Und das sind keine Sozialisten, sondern Geheimräte vom alten System! Die Herren Stinnes- Thyssen lassen für ihre Arbeiter Lebensmittel auskaufen aus dem Goldmarkfonds durch eine Gesellschaft, an der sie finanziell beteiligt sind. Das ist bürgerliche Ernährungswirtschastl______.-—.. Mr aber bekennen uns zu unseren Männern tnll Skolz! Minister Brauns Verdienste um die Versorgung der Land- wirrschaft mit Düngemitteln haben sich Anerkennung er- zwungen. Dieser„Minister gegen die Landwirtschaft" hat erreicht, daß in den letzten zwei Jahren kein gröhercr Landarbeiterstreik stattfand. Wir bekennen uns zu Severin g, der recht daran tat, trotz des Wutgeheuls der Reaktion gegen den angeblichen Selbst- schütz der O r g e s ch vorzugehen. Im Rechtsstaat hat niemand sich selbst zu schützen! Wir bekennen uns zu Haenisch, der manch- mal weich und nachgiebig gewesen ist, aber ganz in unserem Sinne durch weitgehendes Verständnis für alle religiösen Empfindungen einen neuen Kulturkampf vermieden hat, zu L ü d e m a n n, der für Sparsamkeit und gerechte Steuerverteilung eingetreten ist und dessen Bemühungen leider durch Ihre Steuerobstruktion vereitelt worden sind. Wir treten in den Wahlkampf um zu kämpfen für die Freiheit, für die Republik. Wir wehren uns gegen die Brandschatz ung des deut- schen Volkes durch seine alten Fürsten. Fragen Sie nur die Wähler, ob sie Wilhelm dem Zweiten seine unzähligen Milliarden nach Holland nachschicken wollenl Für welches S y st e m kämpfen eigentlich die Deutsch- nationalen? Im Ansang erklärten sie sich vorbehaltlos auf den Boden des parlamentarischen Systems stellen zu wollen, jetzt .schreien sie über Bankerott des Parlamentarismus! Die Rechte selbst hat die unwürdigen parlamentarischen Komödien der letzten Zeit verschuldet. In den Reiben der Deutschnationalen sitzen heute noch mehr als ein Dutzend Anhänger des Dreiklassenwahlrechts. Wir bleiben gute Deutsche, halten aber jeden für verrückt, der an einen neuen Krieg denkt. Nationalbewu sit müssen wir sein und gleichzeitig international verträglich. Des- halb freuen wir uns unserer guten Stellung in der Zweiten Internationale, die durch die englische Arbeitervartei eine wirkliche Macht ist, die einzige, die uns positiv n-d wirk- fam gegen die Bsdrückun«-n der ausländischen Chauvinisten, gegen die unerträglichen Lasten des Versailler Friedens helfen kann. Sagen Sie uns einen anderen Weg, daß das deutsche Volk zugleich national bewußt und international verträglich'st. Wollen Sie denn den neuen Krieg? Oder was wissen Sic sonst, um den Ver- sailler Frieden abzumildern? lSehr wahr! bei den Sozwldemo- kraten.) Im Innern müssen wir billiges Bröl für die Armen behalten, aber durch Aufhebung der Zwangswirtschaft wird das nicht erreicht. Die Pläne des Ministers Braun zur H e b u n g der landwirtschaftlichen Produktion sind von der Rechten vereitelt. Der unerhörte Wucherpreis von 23 M. für einen Zentner Kartoffeln, sagte Herr o. d. Ölten vor einem Jahre, ist bei freier Wirtschaft unmöglich lLebhaftes Hört! hört! links. Unruhe rechts.), und wie steht es heute? Unser Klassenkamps bedeutet nicht, wie bei den K o m m u n i st e n, den Bürgerkrieg. (Zuruf rechts.) Nehmen Sie, Herr v. d. Osten, Adolf Hosfmann als Kommunisten denn wirklich ernst? Darf ich Ihnen den Kommu- nisten zeigen, wie er ist? Hier ist ein Erlaß der preußischen Re- gierung vom-t. Januar 1919, der am Schluß lautet: „Die 5ierren Fachminister werden ersucht, an sie heran- tretende Lohnforderungen in voller Würdigung der jetzigen Be- dürfnisse der Arbeiterschaft, aber auch sorgfältig daraufhin zu prüfen, ob nicht durch Bewilligung den in Frage kommenden Be- trieben L a st e n auferlegt werden, die sie nicht tragen können, ohne zu erliegen, und die somit die gesamte Finanzgebarung des Staates gefährden. 3n diesem Falle sind die Forderungen zurückzuweisen." Unterschrieben: Adolf hosfmann. R o s e n f e l d und die übri- gen Dolksbeauftrqgten.(Heiterkeit.) Ich habe oft den Eindruck, daß die Kommunisten für ihre brauchbaren Agitationsreden von den Dcutfchnationalen bezahlt würden.(Heiterkeit.) Wenn die Moskauer Geldquelle versiegt, so ist diese Bewegung auch erledigt. Zwischen Sozialismus und Kommunismus gibt es in der Taktik keinerlei Gemeinsamkeit. Wir kämpfen weiter für Gerechtigkeit! Unsere bisherige Justiz war eine Karikatur davon. Ich halte auch heute noch die Mar- brger studentischen Zeitfreiwilligen für Mörder(Beifall links), trotz des Kasseler Freispruchs. Wir werden nicht eher ruhen, als bis die Schöffen und Geschworenen aus der freien Volkswahl hervorgehen. Der Antrag auf A u t�o n o m i e der Provinzen ist zuerst von den Abgeordneten Linz und Moldenhauer, die den Rechtsparteien angehören, gestellt worden. Jetzt behauptet man dort, wir wären es, die Preußen zerschlagen wollen. Wir wollen vielmehr Preu- hen einheitlich erhalten, um es einheitlich, wenn die Stunde Der Naler. Von Jakob Altmeier. Der Malerl Ihrer gibt es Tausende. Stümper, Talente und Genie». Eines oder einer davon ist einer meiner Bekannten. Und was ich hier erzähle, ist eine von den tausend gleichbleibenden G-ichichten, die die Menschen nicht sehen, weil sie ins Kino müssen, wo Sherlock Holmes vom 42. Stock in� die Untergrundbahn springt. Was soll ich sagen? Ein Maler I Den Kopf voll Ideen. Tie Augen brennen ihm von den Bildern, die ihm im Kopf, im Herz, in der Seele sitzen, mit denen er Menschen erschüttern, rrschrehsen will. Vielleicht würde cS ihm gelingen. Vielleicht würde die Kritik über meinen Bekannten die Achsel zucken, über ihn und seine Bilder- Vorläufig ist weder das eine noch daß andere zu sürckten. Mein Maler hat leine Farben, hat kein Stück Leinwand. Hätte er nur ein Stück Brot! Daran mangelt es eben. An Brot und an Leinwand! Der .Kinostar Kammersänger Bohnen läßt bei einer Eistausführung von der Bühne herunter seinen Direktor dem gerührten Publikum ver- künden: daß der Hauptdarsteller zugunsten der notleidenden Kinder auf die üblichen Blumenspenden verzichtet. Mein Nachbar aber stößt mich an und sagt: Herr Bohnen hat gestern einen Ikraft» wagen für zweihunderttausend Mark gekauft! Der Maler aber hat keine zweihundert, keine zwanzig, keine zwei für Farbe oder Prot. Daran denkt er. Und ich denke daran, wie der Maler bei mir zwei Mark lieh, als wir auf der Straße einen Kriegsbeschädigten liegen saben und wie meinem Bekannten die Tränen über die Backen liefen, als er dem bittenden Krüppel die zwei Mark in den Hut warf. Eine Stunde später laßen wir in einem Lokal, wo cm halbbesoffeiies, dicke? Menschenschwein den Kellner iraklierte und dennoch mit Bück- lingen bedient wurde, weil das Schwein vier Flaschen Seit soff. volle Gläser umwarf und zweihundert Mark Trinkgeld ab. Weil der Maler keine Farbe bat. zeichnet er mir Tusche. Mode- bilder, Heimatstrachten. Er libris I Mit diesen läu't er. tagelang, wochenlang. Treppauf, treppab! Ein Bekannter schickt ihn wohl- wollend zum andern. Modebilder I Er wartet vor der Tür der Modeschriftstellerm Die ist so geschäftig wie die Zeilschrist, die sie bedient. O. diese Ekiteschrift:.Die neue Wintermode ist scheinbar recht einfach ge- worden. Alle Linien sind vereinfacht, breile Ausladungen der- schwinden mehr und mehr und der Körper wird wieder als Ganzes behandelt. Jedenfalls kommen die plastischen Formen wieder-ur Geltung und der Reiz einer schönen Gestalt kann sich heut unter vielerlei neuen Hüllen offenbaren. Tre neuen Jacken sind meist. im Schluß ein wenig geschweift, mantelartig gearbeitet rnid der hohe jrragen wie der weile Bermel sind auch ihnen eigen. Pelze brämcn Kragen und Bermel und bilden auch oft noch Leiotzstreifcn, obwohl Pelz zu den erlesensten Kostbarkeiten der Mode gehört. Weiß doch 1 kommt, in das Reich zu überführen. Gemelnsiun und Gemelnwlrk. > fchaft ist unsere Parole, und die Gelder von Ststrnes werden uns so wenig wie die Gelder von Moskau den Mut rauben, weiter zu kämpfe?' für Demokratie und Sozialismus zum Besten des Volks.(Andauernder lebhafter Beifall b. d. Soz.) Abg. Gräf-Anklam(Dnat. Vp.): Tie Mehrheirssozialisten wollen Preußen noch einige Jahrzehnte ausrechterhairen bis zur Errichtung des deutschen Einheitsstaates. Dafür ist das deutsche Volk nicht zu haben, denn das hieße die deutsche E i n h e i t z e r st ö r e n(? I) Preußen hat durch seine geschichtlichen Verdienste das moralische Recht auf die Führerschaft in Deutschland. Abg. Dominicus(Dem.): Arn letzten Tage der verfaffunggeben- den preußischen Landesversammlung nehmen die Vertreter aus den abgetrennten Gebieten vor, uns Abschied. Die Hoffnung auf Wiedergewinnung dieser Gebiete vereint uns mit den scheidenden Kolleqen. Abg. Gronowski(Z): Ich wundere mich, daß der Abgeordnete Heilmann, als er der Reichsregierung Unfähigkeit und Korruption vorwarf, riicht zur Ordnung gerufen wurde.(Lärm bei den Soz.) Ein RcglerungsveÄretcr: Den Vertrcterir der Bergarbei- terverbände ist Gelegenheit zur Einsicht in die Abrechnungen über den Einkauf von Lebensmitteln seitens der Bergwerksbesitzer gegeben worden. In der Angelegenheit Fürst wird die Erklärung des Reichsmmisters durchaus aufrechterhalten. Der Einkauf aus- ländifchen Getreides erfolgt durch den deutschen Handel. Abg. Dr. Leidig(D. Vp.): Herr Heilmänn kann nicht leugnen, daß die Koalition nicht nach einem festen Programm ge- arbeitet hat. An der wirklich positiven Arbeit, die geleistet worden ist, haben wir großen Anteil.(Lachen links.) Auf nationalem Gebiet sind Dinge geschehen, die unterbleiben mußten. Was sagt der Minister Seoering z. B. zu den skandalösen Haussuchungen gegen eine angebliche Orgesch in Arnsberg? Minister des Innern Scvering: Die Vorwürfe der Abgg. Graes und-Leidig stehen in krassem Widerspruch zu der Anerkennung, die Herr Leidig der Verwaltung im Hauptausschuß gezollt hat. Als ich sagte, es seien 42 sozialistische Beamte neu ernannt worden, meinte er, daß sei doch noch gar nicht so schlimm! Die Deutsche Volkspartci sollte in ihrer Agitation etwas sachlicher sein. Allzu scharfen Radi- kalismus kann man:nir gewiß nicht zum Vorwurf inachen.(Zuruf des Abg. Leidig: Mir genügt's!) Wenn ich unter den Beamten eine Auslese hätte treffen müssen, so hätte ich wahrscheinlich v i e l mehr von den Anhängern der Rechtsparteien wegen Unfähigkeit ausscheiden müssen, als von den sozial- i demokratischen. Ich betrachte es als meine Aufgabe, der arbeiten- den Bevölkerung zu zeigen, daß sie jetzt nicht mehr vom Zugang zu den Verwaltungsposten ausgeschaltet ist. Gegeii die Art von O r g e s ch, wie in Arnsberg, die sich polizeiliche Befugnisse anmaßte. mußte ich vorgehen, und werde es immer tun. Die Rechts putsche würden in der Agitation nicht eine solche Rolle spielen, wenn nicht so nervös darüber geschrieben und gesprochen würde. Es gibt eben bei den Rcchtsbolfchewisten so gut wie bei den Kommunisten Leute, die sich für große Strategen halten und viel freie Zeit haben.(Heiterkeit und Zustimmung bei den Soz.) Die Staatsregierung ist bester als ihr Ruf bei den Deutschnatio- nalen, das wird man später auf allen Seiten eingestehen. Wenn die Deutsche Dolkspartei, wie es doch wahrscheinlich ist, später Nei- gungen bekommen wird, eine Koalitionsregierung zu bilden, dann soll sie nicht jetzt alle politischen Fensterscheiben einschlagen.(Bei- fall links.) Abg. Dr. Cohn(U. Soz.): Die Koalitionspolitik ist im Kapp-Putsch elend zusammengebrochen, sie ist auf das Verlust-, konto der Revolution zu buchen. Es ist höchst bedauerlich, daß nicht einmal so notwendige' Gesetze, wie das G r u n d st e u e r- g e s e tz und das H e b a in m e n g c f e tz erledigt wurden. Die Justiz ist in ihrer ganzen schinachvollen Rückständigkcit erhalten ge- blieben. Der militaristische Geist muß in Preußen verschwinden, das Volt muß einsehen, haß jeder Krieg eine Barbarei und«in Unglück ist. Diese pazifistisch« Auffassung trennt uns auch von den Kommunisten, welche nur die Ludendorffsche Kriegs-Jdeologie mit anderem Vorzeichen übernoinmen haben. Für diese Auffassung ist die ganze Welt nur ein Schachbrett und ein militärisches Aufmarschgebiet. Aus den traurigen Notwendigkeiten des russischen Kommunisinus ist bei ihnen die Aufsassung geworden, als sei der Krieg nötig, um den Kommunismus in der Welt zu ver- breiten. Aber ohne Wellfrleden gibt es keinen Sozialismus und ohne Sozialismtis keinen Weltfrieden. Wir wollen die Wirffchaft durch den notwendigen sozialistislben Willen auf internationaler Grundlage wieder aufbauen.'(Beifall bei den U. Soz.) heut schon jede Ratte, jedes Kaninchen, jede Katze, was ihr Fell wert ist." Es leben die Ratten! Der Maler aber steht eine Viertelstunde klopfenden Herzen« vor der Tür der Schriftstellerin der„Eleganten Welt', und darf endlich eintreten. Die Dame pudert sich gerade, wiegt sich vor einem hoben Spiegel, dreht sich nach fünf Minuten hoheittvoll.um und bietet dreißig, jawohl dreißig Mark für eine Modeskizze, wozu der Zeichner«in Dutzend Modelle in den ver» «schiedensten Geschäiten ansehen muß. Heimatstrachten! Der Maler rennt mit seinen Bildern, mit seinem Hunger und mit den brennenden Ideen im Kopf von Redaktion zu Redaktion. Nach langem Warten:„Kommen Sie bitte morgen. Herr 3£ ist verreist.' Ein andere? Mol:„Bedaure sehr.' Ein zweites Mal genau so. und zum dritten und vierten. Andere nehmen die Bilder,' versprechen zu piüfen, lasten sich nach vierzehn Tagen mahnen, verlegen die Stizzen und schicken sie nach vier Wochen zurück. E» libris! Der Herr Direktor bestellt.„Ganz recht. Wie ich gesagt habe.' Erster Entwurf!„Nein, so nicht!' Zweiter Eni- wprfl„Sehr gut! Ihre Adresie?' Nach einiger Zeit wagt der Maler wegen Gels nnzullopfen.„Der Herr Direkror kommt erst in acht Tagen zurück.' Jnzwisckiei, feiert er Weihnachten. Der Maler möchte nach Hauke. Nach Thüringen. Und hungert und stierr in Berlin! Und ichreibr seiner Mutter, wie gut es ihm ginge und schickt ihr eine Zeichnung al« Geschenk. Einen Hinterhof zwischen Berliner MietS» kascrnen. Tiefer Schacht, Sonne über den Dockern, unten liefe Schatten. Kälte. Sehnsucht. Vor den Kellereingängen steht eine Drehorgel, ein Stelzfuß dreht am Kosten... Der Maler weint mit der jZrgel, weil er in Thüringen sein möchte, weil er keine Farben hat, weil die Kinder im Hinterhof verkrüppeln. Und schneidet buntes Papier und klebt es über kleine Streichholzschachteln, damit da» Zimmer wohnlich wird. Und hat den Kopf voll Ideen, was er malen tonnte. Vielleicht ists ei» Talent, vielleicht ein Stümper. Ich weiß es nicht. Eins ist er jedoch: ein Mensch! Vielleicht wird er sich dennoch durchringen, vielleicht wird er nächstens Einbrecher. Einer vo« Zehntausendenl Es leben die Natten I �_ Die Tragödie der llrlauke 2(—(E— 3— 0— M. Als ein Anbeter des Lautes,„der die Erde, noch einmal dem Anfange entrollt', hat ein„Neutöner" namens Jan von Mehan ein Drama verfaßt, „Weltgericht, die Tragödie der Urlaute A— E— I— O— U". auf das Emil Lind in der„Freien Deutschen Bühne" hinweist. Der zweite Akt stellt eine Gerichtsszcne dar und beginnt mll der Bühnen- oniveisung:„Vor Heller giftgrüner Wand stehen fünf hochlchnige Sitze in den Farben der Vokaldörte." Dann heißt es weiter:„Die Bärtigen, setzt Richter, nehmen ihre Sitze ein. Der weiße Richter ergreist eine Glocke und schellt. Drei blaue Schutz» Abg. Adoff Hossmann(Komm.): In diesem Hause wird es nie tagen, solange die bürgerliche Gesellschaft die Macht in der Hand hat. Der vom Abg. Cohn gewünschte Zusommenschluß wird nicht Ki der Internationale 2M, sondern nur im Zeichen der 3. Inter- nationale erfolgen. Die Fürsorge für die Sparsamkeit, die Herr Graes jetzt an den Tag legt, hat er während des Krieges nicht bewiesen. Man macht sich kein Gewissen daraus, den Hohen- zollern einfach die Millionen nachzujchmcißen. Die Raubritter und Verbrecher, von denen Herr Graes sprach, die kann er m seinen eigenen Reihen finden. Wenn Herr Gronowski mit den fünfzigjährigen. Ruhmestaten der Zcntrumspartei prahlt, so muß ich ihm jagen, daß doch nur die Leute, denen oerboten ist, alle Ver- sammlungen zu besuchen und andere Zeitungen zu lesen, noch an ihm hängen. Nach Severing scheinen die Sozialdemokraten bereit zu sein, mit der Deutschen Volkspartei eine Koalition einzugehen. (Gelächter b. d. Soz.) Die Verbrecher, die sich vom Morde Lieb- knechts und der Luxemburg bis zu dem Flensburgs?: Blutbad ausgetobt haben, sind heute noch ohne Strafe. Fordern Sie(nach rechts) nicht durch Terror heraus, daß wir mit rusiischen Mitteln kommen müflen. Solange man mit Maschinengewehren gegen uns vor- geht, haben wir keinen Grund, zur Humanität aufzurufen. Minister Severing: Da ich im Kapp-Putsch schwierigere Stellungen zu ver- teidigen hatte als Herr Hoffmann, so weih ich, was dem Arbeiter frommt. Die wlrkschafkllchen ZNachkmlltel der Arbeiler sind wirksamer als Schwert und Säbel. Durch wirtschaftliche Machtmittel ist der Kapp-Putsch nieder- geworfen, während die Gewaltpolitik der Arbeiter im Ruhr- reoier die Truppenkonzentrotloi? unvermeidlich nach sich zog. Herr Hoffmann hat seine Rede zu früh gehalten: im Reichstag wäre sie eher am Platze gewesen. Der Erlaß zur Verfolgung der komm.» nistischen Hetzer ist ja vom R e i ch s minister des Innern ausge- gangen und nicht von Preußen.(Zuruf. des Abg. Hoffmann: Vcn Ihnen in Erinnerung gebracht!) Diese Behauptung können Sie nicht beweisen, Herr Hoffmann! Bei den Ausführungen des Herrn Hojf- mann über die sogenannte„Entwaffnungskomödie" wurde mir die Geistesverwandtschaft zwischen der ä u ß e r st e n Rech- t e n und der äußer st en Linken wieder so recht klar. Die Presie beider Parteien hat die Entwaffnungsaktion in Wesisalen und Rheinland als eine Komödie hingestellt und der Reichsregic- rung wegen der Art ihres Borgehens die schwersten Vorwürfe gemacht. Verlassen Sie(nach links) sich darauf, daß die Behörden bei der Entwaffnung ebenso gründlich wie unpar- teiisch verfahren! Auch in Zukunft werden wir in Preußen ohne eine Koalitionsregierung nicht auskommen; von den Gruppen der äußersten Linken hängt es nicht zuletzt ab, wie diese K o a- lition aussehen wird. Wenn die Linke sich systematisch aus- schließt, darf sie es den anderen Arbeiterparteien nicht oerwehren, sich solche Bundesgenossen zu suchen, die für Aufrcchkcrhalluag der Oemokralie und der Republik geeignet erscheinen. Damit schließt die Aussprache. Es folgen persönliche Bemer- kungen. Abg. RIppel(Dnat. Dp.): Ich Halle Herrn Heillnann tat- sächlich nicht für einen revolutionären Tatmen'chcn, sondern für einen Nutznießer der Revolution. Abg. Heilinann(Soz.):'Herr Kollege Cohn hat mich getadelt wegen meiner Bemerkung, die kommunistische Agitation mache mir den Eindruck, als sei sie von den Deutschnationalen bezahlt. Ich habe diese Bemerkung aus der„Freiheit" entnommen. Gegen Herrn Hoffmann stelle ich fest, daß ich Herrn S k l a r z nur ober- flächlich kenne und niemals«inen Pfennig von ihm be- kommen habe. Herrn Rippcl sage ich, daß man inich während des Krieges nicht einen Calonfozialisien genannt hat, da ich lai/w- long im Felde gestanden habe, sondern einen So z i a l i m p e r i a- listen, und daß ich stolz darauf bin, das deutsche Interesse niemals aus den Augen verloren zu hoben. In der Abstimmung werden die einzelnen Haushalte mit geringfügigen Acnderungen gegen die Stimmen der Kommunisten und Unabhängigen angenommen. In der Gesamtabstimmung wird das Etatgesetz gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten angenommen. Bon den Anträgen werden angenommen ein Antrag aller Par- teien auf Bekämpfung der Ünsittlichkeit im Plakat- wesen und auf Einführung eines Konzessionszwanges für öffentliche Lichtspieltheater, serner auf baldige ä r z t- liche Versorgung der Bevölkerung und auf Eni- Ziehung der Roggen- und Gerstebclieferung für Schnapsbrennereien und Bierbrauereien. Ange- leute schleppen von rechts ein junges Weib in Ketten vor de:? Altar. Einer trägt die Leiche eines Neugeborenen und legt sie auf den Altar. Das junge Weib schreit und jammert in kurzen, quiekenden, offenen Lauten: ui— ue— ieu— ie— iö— io! Laute aus dem Publikum kurz und unterdrückt: u u...' au ou...l ei eil Der Weißbörtige klingelt, Ruhe tritt ein. Der Grau- bärtige erhebt sich und reckt eine Hand und Zeigefinger hoch und tönt drohendes grausiges: u--! Das Publikum stimmt ein mit tiefdumpfem murmelndem: u--! Von links kommt und betritt die Stufen oer Staatsanwalt, in Schwarz, mit Glatze. 5)ornbrille, Federhalter hinterm Ohr und Aktenmappe, und beginnt in kurzen, krächzenden, tippenden Lauten: i ä iä iö iiä iia ua ue uuo uue ui ui... Das Weib schluchzt: ueu neu ie—! Der Blaubärtige erhebt sich, reckt die Hand und Finger und tönt verdammendes: o--! Da, Weib bricht in die Kniee und schluchzt dumpfes: io— iu—! Das Publikum ergeht sich in schadenfrohem, sitlllch entrüstetem: o— o(offen)— a(tief).— Der Weißbörtige erhebt sich, ergreist die Kinderleiche, hebt sie empor, legt sie wieder auf den Altar, durchbohrt das Weib mit fürchterlichem Blick und zerbricht einen Stab. Sämtliche Bärtige erheben sich und sprechen nacheinander ihr verdammendes: der Rotbärtige: a—!, der Gelbbärtige: e—!, der Weiß- bärtige: i— 1, der Blaubärtige: o— I, der Graubärtige: u— I Di« Menge murmelt dumpf nach: u--- i Das Weib ist unter dem Urteil völlig zusammengebrochen." In diesem Stil verläuft da, ganze Drama. Tbcater. In der V o l k S b ü b n« wird vom DlenSIag an Eugen Eijenlohr mit Friedrich Kayßler als ,B a li e n st e i n' abwechseln. Ter„Nclgrn'dall. Aul der Ma-Kev-Redoule der Mitglieder de» Teiltick cn Sf-cctrS(5. Febr. Choyes SckaiiipieldauS) wird e iie Parodie des.Reigens' aulgeiübrl. SubUriöüovSIiile liegt vom 19. in den Kainmcr- spiclcn au!. Preis der Plätze 75 vi» 300 M. Tramcn der Nonn« Nodwitbn— sie schrieb üc vor t000 Jadrcn im Kloller EanderSheim zur Erbauung der Frommen— werden im Lyzeum-Klub zu neuem Leben erweckt. ES find eiuSläuser drS römischen Drama« mit christlicher Tendenz, srei und iveitlich, wo eS sein muß— aber iivmcr im Dienste des Klaubens. Tie durchaus gelungene Bustührung wird Sonntag zum Besten der Kinderhilse wiederholt. Knnstettvrrbmigen der Stadt Berlin. Zum erstenmal aus der Iurhsreien Kunstschau Berlin(920 hat die Städtische kunild-vulatwn eine Reibe von Erwerbungen gemacht. Erworben wurden Werke von Eva Berncckcr. Walter Bullert, Tony Farwick. Ilse Jungbeim, Gertrud Mein- bold, Jobanna Metzner, HanS Michael. on, Moritz Palhe, Hermann Sand- kühl, v. Zglinicki. Einen ltterarilchen Bierulk veranstaltet die.Rote F a b n e- Sie bringt im Feuilleton auS drei Beillner Zeitungen ersundene Beiickl« über den Ncberlritt Anatole FranccS zum Kommunismus. Der angeblich aus dein„BorlvärtS' übernommene hat zum Motiv: greisenhaslen Blöd- stnn. Da die Gläubigen der.Noten Fahne' keine anderen Zestungen iescn dürsen. lulisscn sie der Ansicht sein, daß die Berichte echt smd, und daS ist offenbar auch der Zweck der Hebung. WecS mrrkckt teun, warum Harry Wal den sich in Wien mit einer PIrlole deichofi? Nein, man weis- nicht. CS loll nur ein- ganz lieht« Pistoir gewoen sei», und der Künstler rann schon wieder ausirrlcn. Und Seidioracn ka. i. auch»ich!, aber T üu vrer zustände. Also ein netter •üii.'.ilUr, der aulnahmsweise nicht im Theater, jondern bei ausgehobenea Retlamrjötzen in der Presse gespielt wird. Nr.2Z>ZS.�ahrgakg Seilage ües Vorwärts Sonnabend, 15. �amiar1H21 GroßSerün G. m. b. f>. Neukölln. Ein Vorgang von größerer Bedeutung spielt sich momentan in dem von der Stadtgemeinde Neulölln errichteten kommuna« lisierten Baubetriebe ab, welcher unter dem Namen Neu- köllner Stadtbaugesellschaft m. b. H. bekannt ist. Der Betrieb verfügt über eine moderne Tischlerei, Zimmerei, Klemp- nerei, Malerei usw. und führte bisher die von der Stadt ver- gebenen baulichen Arbeiten aus. In den Baumaterialien find Millionen investiert, und da der Betrieb sich prächtig ent- wickelte, war es der Stolz derjenigen, auf deren Konto ein erheb- licher Teil der Förderung des Betriebes zu setzen war. Momentan durchlebt dieser soziale Betrieb die erste Krise. Die größten Bauprojekte sind fertiggestellt, für andere find momentan keine Mittel flüssig zu machen, die begonnene Siedlung am Damm- weg darf auf Anordnung Berlins in ihrem weiteren Umfange wegen Mangel an Mitteln nicht fortgesetzt werden; d i e A r- beiten gehen daher zur Neige. Der krampfhafte Wer- such der Geschäftsleitung— durch Beteiligung an Submissionen Arbeit hereinzuschaffen, ist bisher nicht von dem erwünschten Er- folg gekrönt gewesen. Ein kommunaler Betrieb muß nicht nur besser, sondern auch billiger arbeiten, als ein privater, wenn er auf nennenswerte Aufträge rechnen will. Trotzdem kann das Unternehmen heute bereits die Konkurrenz mit erstklassigen Privat- betrieben aufnehmen. Um nun aber die Betriebskosten nicht ins Unerträgliche zu steigern, das Leben dieses mit bieler Mühe ge« schaffenen sozialen Betriebes selbst in Gefahr zu bringen, beschloß die Geschäftsleitung in Gemeinschaft mit dem Aufsichtsrat— letzterer setzt sich aus Vertretern der ehemaligen Stadtverordneten- Versammlung zusammen— eine Einschränkung des Betriebes vor- zunehmen und einen bestimmten Prozentsatz Arbeiter zu entlasten. Dieser Beschluß wurde schweren Herzens gefaßt, weil niemand e« ohne weiteres mit seinem Gcwisten vereinbaren kann, die Arbeits- lofigkeit zu vergrößern. Die hierauf von der Geschäftsleitung getroffenen Anordnungen wurden von der Belegschaft nicht befolgt, weil nach deren Auffassung noch die Möglichkeit der Aufrechterhaltung des Betriebes im bisherigen Umfange gegeben sei. Bon der Geschäftsleitung wird letzteres bestritten und betont, daß eine Weiterbeschäftigung der Arbeiter in voller Zahl mit so erheblichen Unkosten verbunden wäre, daß die Gesellschaft ruiniert würde. Damit wäre der Gedanke der kommunalen Regie nicht allein für Groß-Berlin, sondern für ganz Deutschland aufs schmerste geschädigt. Momentan schwebt diese Angelegenheit beim SchlichtungSauSschuß. Wir haben in Kürze die Situation dargelegt, um die Arbeiter- fchaft in ihrer Gesamtheit auf den Ernst dieseö Falles aufmerksam zu machen. ES wäre an sich ein Armutszeugnis Groß-BerlinS, wenn eS nicht einmal so viel Aufträge haben sollte, um dieses soziale Unter- nehmen am Leben zu erhalten. Andererseits erwarten wir aber auch von der Arbeiterschaft, daß sie durch ein verkehrte? Per» halten nicht dazu beiträgt, das Leben des sozialen Unternehmens zum größten Schaden der gesamten Arbeiterbewegung in Frage z» stellen. An dieser Schöpfung ist nicht allein die in ihr beschäftigte Ar- beiteischaft, sondern die gesamte sozialistische Arbeiter- t l a s s e iutcressiert._ Notstanüsarbeiten im Straßenreiaigungsbetrleb. Zur Verminderung der Arbeitslosigkeit find auch im Straßen- reinigungsbetrieb Notstandsarbeiten aufgenommen, für die der De- mobilmachungskommistar Mittel der produktiven Er» werbslosenfürsorge der Stadtgemeinde in Aussicht gestellt hat. Die Stadtverordnetenversammlung hat bereits für IS elektrische Vorspannungen mit dreißig elektrischen Batterien und deren Einbau in fünfzehn hierfür umzubauende Sprengwagen 1Z20CK/,) Mark bewilligt. Nunmehr sollen folgende Arbeiten vergeben wer- den: Schaffung von Unterkunstsräumen für elektrische Wagen, Ein- richtung vier großer elektrischer Ladestationen und einer kleinen Station, bauliche Einrichtungen für Unterbringung dieser elek- irischen' Wagen, Untertunstshäuschen und Wohlfahrtseinrichtungen hygienischer Art. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversamm- lung eine entsprechende Vorlage auf Bewilligung von 1 6 3 9 50 0 Mark zugehen lassen. An unsere Abonnenten! Unsere gestrige Abendausgabe konnte wegen verspäteter Herstellung zu einem großen Teile den Abonnenten nicht zugeführt werden. Die Ursachen der Verspätung lagen in Differenzen des technischen Personals unserer Druckerei mit deren Leitung. Unsere Abonnenten erhalten die gestrige Abendausgabe, soweit sie nicht zugesteht wurde, mit dieser Nummer. Verlag des„Vorwärts". Sroßfeuer öurch Munitionsexplosion. Wegen eines durch eine Munitionsexplosion verursachten Groß- feuers wurde am Freitagmittag um 12 Uhr die Berliner Feuerwehr nach der Alten Jakobstr. 106, gegenüber dem städtischen Waisenhaus alarmiert. Der Brand kam im rechten Seitenflügel aus noch unbekannter Ursache in dem im ersten Geschoß befindlichen Lagerraum aus, wo Vorräte an Munition und Handfeuer- waffen, besonders Revoloerpatronen, lagerten. Ueber dem massiven, ganz neuen Lagerraum befindet sich ein Lager- räum der Reichsdrucke r.ei, in dem Mllionenwerte an Reichskastenscheinea aufbewahrt werden. Feuerwehrmann Lichtenfels, der sich auf einem. Revisionsgang zum Prüfen der Feuermelder befand, be- merkte die Gefahr und meldete sofort:„Mittelfeuer". Brand- direktor Reichel war unverzüglich zur Stelle und mit ihm etwa 30 Fahrzeuge. Dom Hofe aus, der mit Glasscherben bedeckt war, sowie über die Treppen wurde energisch vorgegangen, obwohl noch immer Explosionen erfolgten. Aus dem Hofe war fast keine Scheibe ganz. Zum Glück hat der Brand kein Opfer an Menschenleben gefordert. Dank der massiven Bauart des Gebäudes haben sich alle Personen— etwa 30— ohne Ausnahme in Sicherheit brin- gen können. Nur einige sind leicht verletzt, oder haben durch die Einwirkungen des Schreckens gelitten. Der gesamte Verkehr durch die Alte Jatobstraße mußte von der Oranien- bis zur Komman- dantenstraße eingestellt werden. Weitere Kohlenfreigaben. Vom 15. Januar ob werden für das Gebiet des früheren Kohlenoerbandes Groß-Berlin zur Belieferung neu freigegeben: Auf„Kohlenbezugsschein für Zentralheizungs- und Warmwasterbe- reitungsanlagen" für Geschäftsräume der Reichs-, Staats-, Ge- meinde- und Kirchenbehörden, der Berufsgenostenschaften und Kran- kenkassen sowie der Räume von gemeinnützigen Sveiseanstalten und Hospizen, weitere 10 Proz., insgesamt also 60 Proz. der im Be- zugschein festgesetzten Menge: für öffentliche und private Schulen weitere 20 Proz., insgesamt also 80 Proz. der im Bezugschein fest- gesetzten Menge; für Krankenhäuser, Unfallstationen usw. weitere 20 Proz., insgesamt also 80 Proz. der im Bezugschein festgesetzten Menge. Für Kirchen, Kapellen und Synagogen erfolgt keine neue Freigabe, für alle übrigen Verbraucher weitere 10 Proz., insgesamt also 60 Proz. der im Bezugschein festgesetzten Menge. Aus„Kohlenbezugschein für Osenbranh"(rosa Bezugschein) für die im§59 der Verordnurg. des Kohlenverbandes Groß-Berlin vom 6. März 1919 genannten Verbraucher weitere 20 Proz., ins- gesamt also 80 Proz. der im Bezugschein festgesetzten Menge. Für Kirchen, Kapellen und Synagogen erfolgt keine neue Freigabe. Kircheneinbrecher an See Arbeit. Pelrikirche und Kloster Chorin beslohlen. Die Kicheneinbrecher sind wieder in reger Tätigkeit. In Berlin drangen sie in der gestrigen Nacht in die Petrikirche an der Gertraudtenstraße und in die Kirch« der evangelisch-luthe- rischen Gemeinde in der Usedomstr. 18 ein. An beiden Stellen stahlen sie Kirchengeräte, Altardecken usw., mit denen sie unerkannt entkamen. Auch die Kapelle des vielbesuchten Klosters E h o r i n wurde von Kirchenräübern heimgesucht. Diese bohrten dort mit einem starten Zcntrumsbohrer ein schmales Loch in eine Türfüllung, durch, die ein junger Mensch in die Kapelle einstieg und dort olles zusammenraffte, was er finden tonnte. Die Beute steckte er dann zwei Männern, die draußen standen, zu. Während sie dabei waren, die Geräte, Becken usw. auf dem Kloster- Hof zu verpacken, wurden sie von einem Landjäger über- r a s ch t und ließen den größten Teil der Beute im Stich. Die Kirchenräuber entkamen mit einem kleinen Test der Beute, Abend- mahlkelche usw. Unterdessen hatte auch der junge Bursche die Kapelle wieder verlassen und war davongelaufen. Erst später entdeckte man die Oeffnung. In der Kirche zu Karow bei Potsdam stahlen Einbrecher Altarleuchter, Taufbecken usw. Glück muh der Spieler haben. Die eigenartige Rechtsprechung des Reichsgerichts in bezug auf gewerbsmäßiges Glücksspiel und Kollektivdelikte hat den Fabrikan- ten Saarmann vor schwerer Bestrafung gerettet. Er war von dem Schöffengericht Schöneberg auf Grund des neuen Spielgesetzes zu 2 Iahren Gefängnis, 50000 M. Geldstrafe und Ehr- vertust verurteilt, auch sofort in Haft genommen worden. Gegen die Verhaftung wurde vom Rechtsanwalt Dr. Julius Meyer I bei der Strafkammer Beschwerde eingelegt mit der Begründung, daß der Angeklagte kurz vorher vom Schöffengericht Charlottenburg mit 400 M. Geldstrafe wegen Glücksspiel auf der Rennbahn bestraft worden sei und mithin, da das gewerbsmäßige Glücksspiel ein K o l l e k t i v de l i k t sei, alle vor diesem Urteil liegenden Glücksspieloergehen mit abgeurteilt seien. Die 4. Strafkammer des Landgerichts II sah sich nicht fn der Loge, von der ständigen Rechts- theorie des Reichsgerichts über das gewerbsmäßige Glücksspiel ab- zugehen. Unter Einstellung des Verfahrens und Auf- Hebung des Haftbefehls wurde die sofortige Entlassung de» Verurteilten aus der Haft angeordnet. Verurteilung eines Käseschiebers. Zu insgesamt 186000 M. Geldstrafe und 1 Monat Gefängnis wurde der Kaufmann Otto Milde aus Eichwalde von der 3. Strafkammer des Landgerichts II verurteilt. Die auf Schleichhandel, Höchstpreisüberschreitung usw. lautende Anklage hatte gestern zuerst das Wuchersondergericht des Land- aerichts I beschäftigt. Da es der Angeklagte aber vorzog, den Schauplatz seiner Tätigkeit nach Danzig zu verlegen, mußte die Sache an das ordentliche Gericht abgegeben werden. Wie die Ver- Handlung ergab, hatte der Angeklagte Wilde, der Inhaber einer Käsegroßhandlung ist, überall auf dem Lande Käse unter Ueber- schreitung der Höchstpreise aufgekauft. Welchen Umfang dieses Ge- schüft gehabt haben mußte, ging daraus hervor, daß zuletzt 107 Zentner beschlagnahmt werden konnten.— Staatsanwaltschaftsrat G e n tz wies in seinem Plädoyer darauf hin, daß im Publikum und unter Geschäftsleuten die irrige Meinung verbreitet sei, daß der Handel mit Käse frei sei, wie zum Teil au« den gefor- derten exorbitant hohen Preisen hervorgehe. Tatsächlich bestehe aber«ine Höchstpreisverordnung vom November 1920. Mit Rücksicht auf den großen Umfang der Geschäfte de» An- geklagten beantragte der Anklagevertreter 3 Monate Gefängnis, 100 000 M. Geldstrafe, Einziehung des Ueberpreife» von 113 000 M. und der 23 000 M. Erlös aus dem beschlagnahmten Käse. Das Ge- richt erkante auf 1 Monat Gefängnis, 50000 M. Geld- st r a f e und Einziehung der 113000 bzw. 2 3 000 M. Dezemberfrequenz im Obdach. Die Belegung des nächtlichen Obdachs ist im Monat Dezember erheblich gestiegen. Es befanden sich im Obdach im ganzen De- zember 6 2 6 18 männliche und 3 9 5 3 weibliche Personen, zu» sammen 6 6 571. Der Vergleich mit dem Vorjahr ergibt, daß im Dezember 1919 nur 17 916 Männer und 798 Frauen, zusammen 13 714 Personen im nächtlichen Obdach Unterkunft suchten. Die Belegung ist also gegen das Vorjahr mehr als um da? Drei» fache gestiegen. Die höchste Besuchsziffer war der 21. Dezember mit 2336 Personen.__ Die Selbsthilfe des Hauswirts. In Nr. 13 haben wir mit dieser Ueberschrift die Mitteilung gebracht, daß in N en- B u ckow auf dem Grundstück Rudow er Str/,-Liter- Kranken� karten nur'/, Liier FrischmUch, die'/,-Liter»Krankenlarten werden voll be- tiefe: t. Am lS. Ianuai werden die'/,< und'/�-Liler-Kranke»karten voll beliesert. Am 17. Januar erhalten die'/�Liter-Krankenkartm Liter Frrlchmllch, die'/«-Liter-Kranlcniarten werden nicht bellefert. Die Brotkarte In der Woche vom 17. bis LS. Januar trägt daS Stichwort Potsdamer Platz. Die Akademie der BnchlachvtrltZndlgen eröffnet am 1. Februar ihre rorarooilcfungen im Hörsaal der Grünewald-Registrator-Co., wo ihr auch °S>skn iBormartshaus): Agitationslonserenz. Schema fampf". All- Ortsgruppen müssen oertreten feiti. 6 Uhr: ArbeiteausschuWxuna. Morgen, Sonntag, den IL. Januar: Mr rwr-niNagsaiei-varstan�st�g mit den �»«Sirk-oewrdnete» in Reu-ukendors. Tpariassengebitud«. Haupt- 33. Abi. fNeiLSI»). g Uhr vormittag, KunktiovS, Friedrich-Str. 88. Alle Parteifunktionöre und Betril stischen Sprechstunde, Lindenstr. 3 Unsere Arbeiten im Wahl «.«rot, Stadt. erscheinen. SartotheSarten und Han-listen find mitzubringen. bei geliert, Kaiser- stente müssen ?ugenüveranstaltungen. verein Arbeiteringend«roß-veell», Zugendsekretarlat RS.«, Zu de» Zelte»»3. «onoabend, de» 15. Januar, abend« H7 Uhr. im Zentr-liua-ndbeim. Lindenstr. 8: Mädchentonfere», mit äusserst wichtiger Tage,»rdnung. Sonntag, den IL. Januar, vormittag»: Getuaddeuoueni Jugendheim, Schule Sotenburger Str. Z: Besuch des Raturtundemuseums. Trci'puntt 3 Uhr Bhf. Gesundbrunuen. Eingang Bad- stratz«.— Roseuthäl««»eftadli PöllulunSvuuseuuwbesuq., e.csspuntt i|lö Uhr Mus aller Welt. LandfriedenSbruch. Aus Görlitz wird der.Franks. Ztg.' ge- meldet: In der Massenanklage wegen Landfriedensbruchs wurden 24 Angeklagte, die sich im April 19lS in Hoyerswerda bei den Lebensmilielunruhen zusammengerottet und den dortigen Landrat Dr. Hagenscheidt mißhandelt hatten, zuzweibiS neun Monaten Gefängnis verurteilt. Aufklärnug emrS schwere» Verbreche»». Der Bochumer Polizei ist es gelungen, den am 1. Juli 1920 im Hertener Walde an der Lehrerin Schumann au» Eickel verübten Mord aufzuklären. Als der Tat dringend verdächtig ist der auf der Zeche„Ewald" arbeitende Bergmann O w§ c a n y aus Horten verhaltet worden, der am Silvesternachmittag einen ganz ähnlichen Ueberfall in einem Wäldchen aus eine Frau ausführte. Bei einer Haussuchung fand man im Befitze Owscanys eine goldene Armbanduhr, die man seinerzeit bei der Leiche der Lehrerin Schumann vermißt halte. Lirchrnraub. In Altendorf(Westfalen) drangen drei Strolche mit schwarzen Masken in das katholische Pfarrhaus ein und raubten, indem sie den Pfarrer mit vorgehaltenem Revolver bedrohten, eine Monstranz, einen Meßkelch. 2000 M. bare« Geld und 19� Flaschen Meßwein. Bor Ausführung des Ueberfall» hatten die Räuber die Fernleitung d u rch g e f ch i t t e». um eine Benachrichtigung der Polizei unmöglich zu machen. Rautmord. Seit Ende Dezember tonrde in Oberzell im Kreise Schlüchtern der köjähr ige Tisch l er Iahe vermißt. Am letzten Montaa wurde seine Leiche au» einer tiefen Stelle eine? kleinen Nebenflusses der Kinzig mit einem schweren Stein um den Letb gebunden gefischt. Die Leiche, die nur mit einer Hose bekleidet war, wies mehrere von äußeren Einwirkungen herrührend« Kopf» Verletzungen auf. Auch fehlte eine größere Geldsumme, die der Vermißte bei sich führte. Unter dem verdacht de« Raubmordes wurden der 28 j ä h r i g e Sohn des Ermordeten und ein Arbeiter au» Weichersbach in Untersuchungshaft genommen. Amerikanische Milchkühe für Saarbrücken. Das amerikanische Hilfskomitee überwies der Stadt Saarbrücken zur besseren Ver sorgung der minderbemittelten Bevölkerung 38 Milchkühe. Der Kampf mit dem Wucher. In Wien wurde im Zusammen- hang mit den Maßnahmen gegen die PreiStreiber in den letzten Tagen bisher gegen 1000 Kaufleute ein Strafverfahren ein« geleitet. Infolgedessen wird nunmehr die Vorscdrift der Preis- kenntlichmackiung in den Schaufenstern im allgemeinen eingehalten. Vereinzelte Geschäftsleute beginnen auch mit ihren Preisen herunter- zugehen. Polen plündern deutsche Auswanderer. Als Mittwoch früh der deutsche Auswandererzug abgelassen werden sollte, fanden sich aus dem Bromberger Bahnsteig fragwürdige Leute ein, um die Reisenden regelrecht auszuplündern. Es wukden Wertsachen. Handtaschen, Tucher, Plaids, Geld und auch Personal- und Ausw�ndererpamere gestohlen. Es war ein Iamm-r, die Verzweiflung der armen Aus- geraubten mit ansehen zu müssen. Unruhe» in Argentinien. Nach Berichten der argentinischen Presse sind in Argentinien Unruhen gefährlichen Charakters aus- gebrochen. Bewaffnete Banden überfallen die Farmen und greifen elbst kleinere Militärposien an. Zum Schutze der Banken von Santa Cruz hat die Regierung milliäiische Verstärkungen entsandt. Der belgische Konsul verlangte vom Minister des Aeutzern Maßnahmen zum Schutze der Ausländer. Ein englisch-S Kr-iegSichiff ist nach Santa Cruz abgefahren, um die dort wohnenden Engländer zu schützen. Der Grund der Unruhen wird in anarchistischen Um- triebe« und in dir«eise dsr Banmwolltndustri« gesucht. Wirtschaft Tierhaltung und Menscheanahruug. Im Ausschuß des vorläufigen Reichswirtschaftsrates für Landwirtschaft und Ernährung äußerten sich die ge°- ladenen Sachverständigen über dos Verhältnis zwischen Tierhaltung und vegetabilischen Nahrungsmit- teln sowie die Möglichkeit einer Beeinflussung beider zugunsten un- serer Ernährungswirtschaft etwa folgendermaßen: Die Haltung von Rindern und Schafen hat das Maß dessen, was wir mit eigenen Funermiuein ziehen können, noch nicht überschritten. Bei einer verbesserten W i e s e n w i r t s ch as t (Drainage, Grassamenzucht) wäre auch noch eine Steigerung mög- sich, die be! der großen Düngekraft des Viehmistes unsere Dünge- Mittelwirtschaft ganz wesentlich untefflützen würde. Aus diesem Grunde ist auch eine Einschränkung der Rindoiehhaltung nicht tun- sich. Di« Schweinehaltung dagegen hat bereits wieder einen Stand erreicht, wie zu der Vorkriegszeit, wo wir jährlich allein drei Millionen Tonnen russische Gerste und eine Million Ton- nen Mais einführen konnten, die in her Hauptsache für die Schweine- mast verfüttert wurden. Wir sind heute ganz außerstande, solche Mengen einzuführen: der ausländische Futtermittelpreis liegt über dem inländischen Brotgetreidepreis, was dazu führt, das Brot- getreide verfüttert wird, zudem mit dem Flessch heule ein gutes Geschäft zu machen ist, mit dem Brotgetreide ober nicht. Das aber ist durchaus untunlich, da wir an Fleisch mehr als den Bedarf haben und eine Einschränkung möglich ist, während wir an Brot wirklich Mangel leiden. Ueber die Art der G e t r e i d e e r f a s s u n g gingen die An- sichten auseinander. Während Herr v. B a t o c k i für völlig frei« Wirtschaft bei einem Getreideeinfuhrmonopol der Regierung eintrat, sprach sich Kommerzienrat Rabdethge für ein Umlageoerfahren aus, das Groß- und Kleinbetrieben nach gleichmäßigem Prozentsatz auferlegt wird. In der Nachmittagssitzung fand dann eine Aussprache unter den Mitgliedern des Ausschusses statt, in der von den Sachverständigen des Hauses weitere Anregungen zur Lösung der Frage gegeben wurden. Lebhast aufgenommen wurde von Angehörigen aller Zft» teilungen der Vorschlag eines gestasselten Brotpreises für Bemittelte und Unbemittelte, obgleich natürlich darauf hingewiesen wurde, daß als bemittelt vermutlich nur etwa 8 Proz. der Bevölke- rung anzusehen wären Staatssekretär a. D. Dr. August Müller meinte, dag jede Regelung wirtschaftlicher Dinge eine geordnete Staatsverwaltung voraussetze. Heute habe gerade bei wirt- schaftlichen Eingriffen die Bevölkerung gar nicht mehr den guten Willen, die Gesetze zu erfüllen. Dem Staat fehl« zur Erzwingung die Macht. Damit müsse man rechnen, obgleich das deutsche Volk sicherlich im Kern zu ordnungsliebend fei, um diese Zustände auf die Dauer einreißen zu lassen. Ter Widerstand gegen den Preisabbau. Ötzlvohl gerade die Preisgestaltung in der Ersen- und Stahlindustrie- entscheidend für die Preisbildung satt aller übrigen Waren ist. wehrt man sich in diesem Gewerbezweig eirr» schieden gegen den Preisabbau. Die Preisherabsetzungen, die bis- ber durch den lkisenwirischafiSbund erfolgt sind, kamen bekanntlich tn der Hauptsache unter dem Druck der Arbeiter und Verbraucher zustande. Jetzt erhebt sich von interessierter Seite ein starker Widerstand gegen die Absicht des ReichSwirtschaftsmini- steriumS, den EisenwirifchaftSbund durch Erhöhung der Verbraucher« sätze vor den übermäßigen Preisforderungen der fchwerindustriellen Unternehmer zu schützen. Wie segensreich aber die bisherige gegen den Willen der Arbeitgeber geführte Preispolitik deS Eisen- wirtscdaftSbundes für den Beschäftigungsgrad der Industrie gewesen ist. zeigt eine Mitteilung, die offenbar von interessierter Seite der einer Reihe schwerindustrieller Zeitungen zugegangen ist. Wir ein- nehmen ihr folgende Sätze: Als die neuen Preise, die eine neu« erhebliche Ermäßigung gegen die früheren Sätze brachten, am 1. November vorigen Jahres festgesetzt worden sind, trat eine stärkere Nachfraga ein, der Handel wie der direkte Verbrauch deckten sich reichlich ein und den Werken wurde dadurch Arbeit reichlich 4 bfs 5 Monate auch in solchen Produkten gebracht, welche seit Mo- naten sehr schwach lagen. Jetzt ist die Marktlage wieder wesent- iich ruhiger, auch im Export, wo das Geschäft immer schwieriger wird. Unterbietungen an Form von Nachlässen auf die Preise des EisenwirtjichaftsbunHes sind vielfach an der Tages- ordnung. Natürlich wendet sich der intevessierte Einsender trotz der Unter» bietungen gegen die Zumutung, daß die Preis« noch weiter herabgesetzt werden sollen. Die Regelung de, Holzeinschlags. Nachdem die zwangsweise Regelung des Holzeinschlags von den Unterausfchüsien im Reichswirt- schaflsrat abgelehnt worden war, wurde vom Reichsrat ein Vor» schlag der Länder angenommen, die sich verpflichtet haben, bis Ende September 1921 6 Millionen Festmeter Grubenholz und 2 Milli- onen Festmeter langes Schwellenholz einzuschlagen. Diese werden auf die einzelnen Länder verteilt. DI« Kohlenkransporte au« dem Ruhrrevier, d!« infolg« der Ver- kehrsstörungen im vorigen Monat Stockungen ausgesetzt waren, ver- liefen in der vorigen Woche infolge vorübergehend besserer Wagen- gestellung und besserer Wasserverhältniss« etwas günstiger. Di« Lager« bestände stiegen gleichwohl noch um 20 000 aus 903 475 Tonnen Sohle, Koks und Briketts. Der Reichs bankauswei» vom 7. Januar weist eine stark« Entlastung der Anlagekonren auf. Auch der Notenumlauf verminderte sich erheblich. An Banknoten flössen 828,6, an Darlchnskassenschelnen 196,7 Millionen Mark tn die Kassen der Reichsbank zurück, so daß noch für 79,8 Milliarden Mark papierene Zadlungsmittel gegen rund 80,8 Milliarden der Vorwoche Im Umlauf sind. Der Stand der Mark. Der leichte Rückschlag der Mark, den wie in unserer gestrigen Valutaübersicht verzeichneten, ist wieder einer Besserung gewichen. 1 Dollar, der vorgestern 69.68 M. kostete, war gestern für 67,80 M. erhältlich. 100 Holl. Gulden bezahlte man mit 2255.20 gegen vorgestern 2284,70 M. Die ClektrizitSis-Lieserungs-Gesevschas« in Berlin überließ, zunächst pachtweise, ibr Eiettrizilätswerk Bitter selb dem Elek- trizitätswerk Sachsen-Anhalt A.-G. in Halle. Anzahlungen auf Umsahsteuer. WTB. meldet: Anzahlungen auf noch nicht fällig gewordene Umsatzsteuer werden vom Tage der Einzahlung beim Umsatzsteueramte ab bis zum Ablauf des dritten Monats deS Steuerabschnütes, somit erstmalig bis 31. Vkärz 1921. vom Reich mit 5 v. H. verzinst. Tie Zinsvergütung ist darübcä hinculs auf 6 v. H. festgesetzt worden für Anzahlungen, die bis zum 31. Januar geleistet werden. Es liegt im Interesse der Steuer« Pflichtigen, von dieser weitgehenden Vergünstigung Gebrauch zu machen. Die Verordnung des Reichsminister» der Finanzen wirb in Heft 2 des RelchslteuerblatteS 1921 veröffentlicht.— Es handelt «h hier um die allgemeine Umsatzsteuer, die»ach dem neuen Umsatzsteuergesctz erst nach Jahresschluß veranlagt und noch wäler fällig wird. Da nun daS Reich bemüht ist, die geschuldete« Beträge recht bald hereinzubekommen, verzinst es das Geld, daS der Steuerzahler ihr schuldetk Dieser Zustand ist deshalv doppelt unerträglich,_ weil z. B. der Warenhändler die Beträge längst auf seine Preise ausgeschlagen bat und im Besitze der Steuer- 'umme ist, während das Reich, das ste benötigt, noch Prämien auf die Zahlung aussetzen muß. Herabsetzung der Eiseuprekse in England. In Sheffield ist wegen der'großen Anhäufung von Brennstoffen eine starte Herabsetzung der Eisen- und Stahlpreise«ingetreun. \ Der Konflikt bei Luöwig Loewe. Unter dem Vorsitz des Stadtrats Eimonsohn verhandelte am Freitag ein« Kammer des Schlichtungsatisschusses Groß» Berlin über den Konslikt bei der Firma Ludwig Loew«. Die Der- treter der Parteien trugen den bekannten Sachverhalt vor und beleuchteten ihn von ihren entgeaengesetzien Standpunkten. Die Der» tveter der Firma erklärten, die Schließung des Betriebes sei berechtigt, denn e» handle sich um einen wirtschaftlichen Kampf, der ausgebrochen sei wegen der Forderung, den Kurzarbeitern den vollen Wochenlohn zu zahlen. Demgegenüber betonten die Arbeitervertreter, die Schließung des Betriebes sei unberechtigt, weil sie durch die Firma verfügt sei, ohn« daß der Betriebsrat gehört wurde. Erst durch den Anschlag, der die Schließung bekannt gab. habe der Betriebsrat Kenntnis von der Schließung erhalten, die ihn sehr überrascht habe, weil er annehmen mußte, dt« BechaMungen über die Forderungen der Kurzarbeiter würden fortgesetzt werden und zu einer Verstän- dtgung führen, wie es bei früheren KonMkten der Fall gewesen fei. Nach mehrstündigen Verhandlungen regt« der Dorsitzsttde einen Vergleich an. Er richtete an den Obmann des Betriebsrats, Mehl- h o s e, hie Frage, ob er, falls durch einen Schiedsspruch die Wieder- aufnahm« des Betriebes entschieden werde, dafür garantieren könne, daß bi« Kurzarbeiter an den Tagen, wo sie nicht beschäftigt werden, nicht im Betriebe erscheinen.— M e h l h o s« antwortete, dafür iönn« er nicht garantieren. Die Vertreter der Firma stellten sich auf den Standpunkt, sie seien berechtigt gewesen, den Betrieb zu schließen und wenn sie ihn wieder eröffnen, dann seien sie nicht mehr an die Verordnung wegen der Kurzarbeiter gebunden. Sie würden dann nur noch Voll- arbeit er einstellen und könnten unter diesen Umständen nur etwa 80 Prozent der Belegschaft wieder einstellen. Direktor W a l l s ch m i d t erklärte, noch den bisherigen Erfahrungen laffe sich die Firma nicht mehr auf Kurzarbeit ein. Es würde fönst innner wieder zu Konflikten wegen der Kurzarbeiter kommen. Der kommunistische Einfluß im Betriede sei so stark, daß er über den Betriebsrat einfach hinweggehe. Der Vorsitzende sagte, er habe den Eindruck empfangen, daß die zufälligen Ereignisse am Freitag sVersammlung während der Arbeitszeit) von der Firma zum Anlaß genommen seien, um den Betrieb zu schließen, ohne daß» eine fach- liche Notwendigkeit dazu vorgelegen habe. Wenn die Firma — wie sie immer betonte— sich mit den Arbeitern verständigen wolle, dann müsse sie sich doch auch mit der Kurzarbeit abfinden. Nachdem der Schlichtungsausschuh von 10 bis 4 Uhr getagt hatte, verkündete der Vorsitzende folgende«insrimmig gefaßte Entschließung: Der Betriebsrat hälie, wenn eine Verständigung wegen der Zor- derungen der Kurzarbeiter nicht erzielt werden tonnte, eine Eni- scheidunqde, Schlichtnngsausschusse» über diese Streil- frag? herbeiführen müssen. Do das nicht geschehen ist. und da durch die Vorgänge im Betriebe die Ordnung schwer deeintröchtlat worden ist. konnte sich die Firma für berechtigt halten, den Be� trieb z v schließen. Ohne zu der Rechtsfrage Stellung zu neh- men. empfieblt der Schlichtungsansschnß der Firma, inncrdalb zweier Wochen den Betrieb wieder herzustellen unter den gleichen Vedinguagea.dievor der Schließung herrschten. Arbeiter, die sich schwerer Verstöße gegen die Ordnung de, Betriebes schuldlg gemacht haben, brauchen nicht wieder eingestellt werden. Heber Einzelstreiffälle. die sich hieraus er- geben, entscheidet der Schlichtungsausschuß. Bis Dienstag haben sich die Parteien über die Annohme des vergieichsoorfchlages zu er- klären. Versammlung der Ausgesperrte«. Der Vorschlag des Schiichtungsausschuffes wurde gestern abend einer Betriebsversammlung der Soeweschen Arbeiter unter. breitet, die ihn mit lebhaftem Widerspruch aufnahm. Der Dorschlag wurde besonders deshalb kritisiert, weil er von den Kurzarbeitern er- wartet, daß sie die Arbeit unter denselben Bedingungen wieder auf- nehmen sollen, wegen deren Verbesserung der Kamps ausgebrochen ist, und weit der Passus, wonach Arbeiter, die sich grober Verstöße schuldig gemacht haben, nicht wieder eingestellt werden btanthen, eine Handhabe zur Maßregelung der Kommuni st en biete. Es wurde aber nicht erwähnt, daß ja in jedem derartigen Falle der Schlichtungeausschuß angerufen werden kann.� von dem doch nicht zu erwarten ist, daß er eine Maßregelung aus rem politischen (Stünden billigen wird.— Mehrere Redner erklärten unter Zu- stimmung der Versammlung, sie könnten es nicht verstehen, daß die Arbeirnehmerbeisitzer im Schlichtungsausschuß(zwei Unabhätt- gige und ein Kommuni st) dem Vergleichsvorschlag zu- gestimmt haben. Es wurde beschlossen, diese Beisitzer in eine Be- tr ie b so e rs am m lu ng zu laden, wo sie sich verantworten sollen.— Auf Antrag des Kommunisten Neuntann von der entschlafenen Betriebsrätezentrale in der Münzstraße wurde die«Otts- Verwaltung des Metallatbciierverbandes beauftrazt, sich mit der Le° triebsrälezentrale und der Gewerkschaiiskommiision in Verbindung zu fetzen, um am Sonntag eine Konferenz der Obleute aus allen Industrien Groß-Berlins zu veranstalten, zu der auch die Vertreter der sozialistischen Parteien gelavtn werden sollen, es gelte alle Arbeiter und Angestellten aufzurufen zur Solidarität mit den Arbeitern von Loewe, Autogen, Neuköllner Notstands- arbeite tn usw. Am Montag vormittag soll sich wieder»ine Betriebsoersammlung im Moabiter Stadttheater mit der Angelegenheit beichäftigcn. fr f' Sriefkaften öer Reüaktlon. z. t. 88. SBenSon Sit sich an die Rtlchsfchitldtnvtrwaltllnz, Oranien- st?akc: wir btfifetn keine Ziehungsliste.— R. 31. 23. Wenden Sit fich an das Siedlungsamt der Stadt Ptrlin: nieUeiidt bekommen Sie jiueckdienlfche Hinweise von der Groß. Berliner ivpar- und Baugenossenschaft,».. m. b. H., Zögerst-. U. Porio beilegen.— R. P. M. Rranten- und Eterbeinsse von Rausleuten ans der Sampeiz. und Beleuchwngsbranche. Rendant Fr. Plischel. Boeödstr. 45. Rranken-UnterMtzungs- und Ererbekasse der Handwerker im Be» airke der Handweristulnmer Berlin. Rendant Franz. Haering, Pallazstr. 10.11. Rranten- und Sterbekasie der deutsche«! Maschinenbauer cssw. Rendant Albert Strudelt, Greiscwalder Str. 22!. Weitere Angaben: Adrcgduch Teil II, C. 145. — G. 38. Im Buchdandel nicht zu haben. Wenden Sie sich an eine Annoncen. Etnedilion; Rudels Masse, Sasenftiin u. Bogler, Dande u. Co.— Rael 1##. Zeitigstcns zum 1. Avril ISA. Eingabe an den Magistrat, Deputation für Schulwesen. Genaue Auskunft konnte de? Cchuldirektor geben. Die Zeit ist schwer, die Not ist groß! Wer hilft? 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Hieraul Der Abenteurer und die Sängerin. Sonntag>1,12: Tanzmalinee Valerie Kratina 21/, Uhr: Frühlings Emachen 7';i U.; Plorlndo. Hierauf: Der Abenteurer und die Sängerin Dr. Schauspielhaus (KarlstraSe) 7 U.; Florian flej er(AuB. Ab.' St2 z'/j: Danton(AuB. Abon. 7 Ohrt Florian Oeyer(AuB. A, Tbeater t. d. KOnlggratzer Str. Bäuhr;h Salome (Orska, Hanau, Branden, Veidt, Dernburg.) Sonntag nachm.: Rausch Kom&dlenhaus VjS: Die Sache mit Lola mit Max Pullenberg. Josefine üora a-Q, Ortrud Wagner, Plcha, Haskel, St eda, Kiper. Sonnt, nachm.- Herr Minister Berliner Theater 7 Uhr: Die spanlscbe Nachtigall Operette von Leo Fall mit FrltziMassary Hans Wassmann, Emmy Sturm, Julius Brandt, Reinhold Pasch, Ol ja Bn jl Sonnt, nachm; Letzt. Walzer Trianoa-Theater Täglich 7»/, Uhr: Carl Clewinj in Kammermusik Lustspiel voa H. Ilgenstein, H.Albers, LulseWerckmelstcr. Stg.l.h.Pr.; Roman einer Frau Residenz-Theater Heute nachm. 4 Uhr. kl. Pr.: Aachenbradol. Täslich 7,/fl Uhr: Lady WinileniiEPes Fächer Amstädt, Sand rock, Mamelok, Otto, FalkenstcinJoelle, Korlf Stg, 4, kalbe Pr.: Die Freundin Rose-Theater �ScWderlHel Casino-Theater Lothringer Sir. 37. Tägl.'/.s D. Schlager aller Volksstücke Der Fehltritt einer Frau Vorher: Thealerllebe Oper. Sketch mit VikcLittet Sonntag 3'te Eine(idele Ehe, Volkstümliche Preise. Admiralspalast Balld.Oesterreicber Morg. 3h,: Flirt In St. Moritz Tb,: Die roten Schuhe. Volksbühne Theater am Bülowolati. 7 uhr: Kabaleu.Liebe Lessing-Tlieatei Heute hls Montag 7'/, Uhr: Flamme> (Dorsch, Hartmann, Götz, Pröckl.) Deutsches RDnstler-Theater vo�ÄT Fitzlifitz Allabendlich 7'/, Uhr: DieScheidnnpsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg. Central-Theater TV,.- Fran HärbBl(Operette) Dentnehe» Opernhan« 7 Uhr: RlpOlettO Fpledr.-AVIIlielmsit.Tli Visuhr: Hoheit die Tänzerin Kleinen Theater 7«/, Uhr; Der Selige. Lotichens Geburtstag Kl. Srhatinblclhana TV. uhr: Reigen Komlae.he Oper vi,v.: Baroneßehen Sarah Tiimtüplelhiia« 7Vi Uhr; Arnold Rieck In Die«chwebende Jungfrau Xfotro pol-Theater u.: Holland Weibchen ÜTenes Opcrettenthcat, 7'/, u.: Yu-Shl tanzt Sfeaea Volksthoater 7'/. uhr: PerikiesYonTyrns Sehlller-Thent. Chnrl. 2 Uhr: Nathan der Weise 7i/, uhr Der ehem. Leutnant ThallA-TheRter 'uMaefMascottchen Th.ara Xollendorfplat» Zl/4 Uhr* Maskenball 7 uhr: Wenn Liehe erwacht Thenter de» Weatens 31/4 Uhr: GSnsellesel ui* Der ersten Liehe pld.Zeit Th.l.d.Kommandnntenstr. 7v,u.:DerYerjüngteAdolar Wallner-Theater Sf; Der Geiger von Lugano [f Polles Caprlce'ik am Oranienburger Tor. Neun Monate a dato Die Reaervcdatne Meine Tochter d, Herzogin m. Perd.Grfinccker, Rudolf Rudolll, Georg Erich Schmidt. Vorverk. 11—2 und ab 6 Uhr. Tel.: Norden S650. Schall und Ranch im GroBen Schauspielhaus Dir. Hans v, Wolzogen. Telephon: Norden 8643. Konz. 7V, Ü, Beginns1/, U. üuss» Holl, Paul Graetz. 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Don den einzelnen Versammlungen erhielten wir bisher nur von wenigen Stimmungsberichte, die wir hier folgen lassen: Die Versammlung in den„Sophiensälcn" war gut besucht. Einige Kommunisten persuchteu das Referat des Genossen K a tz e n st e i n durch andauernde Zwischenruse zu unterbrechen. Es gelang jedoch den, Versammlungsleiter, unterstützt durch einige Ge- noisen, sehr bald, die unliebsame» Ruhestörer zur Vernunft zu bringen. An der Diskussion beteiligten sich etwa 1y Redner, von denen die Hälfte unserer Partei angehörten, denen es ein leichtes war, die von den Kommunisten vorqebr»chten verworrenen An- sichten zu widerlegen, so daß der Referent in seinem Schlußwort leichte Arbeit hotte und die übergroße Mehrzahl der Versammlung ihm lebhaft zustimmte. Vöhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Der große Saal war gut gesüllt, der Verlauf in jeder Weise glänzend. Das Re- ferat des Genoffen K u t t n c r verlief unter stürmischem Beifall. Ein Kommunist fiel mit seinen hohlen Phrasen glatt ab. Groß« Aufmerksamkeit fanden dagegen ein älterer Genoffe sowie ein früherer U.S.P.-Funktionär, der seit Hall« zur S.P.D. zurückge- kehrt ist. als er seine Erfahrungen niit den Radikalinskis des linken Flügels drastisch aus versönlichcm Erlebnis schilderte. Der Verlauf der Versammlung berechtigt zu den besten Hoffnungen bei der Wahl. Vor überfüllter Versammlung sprach in der Vockbrauerei in der Chausseestraße Genosse Heller. Er wies auf die Wichtigkeit dieser Wahlen hin. Die Parteien, die jetzt im Reich die Regierung haben, die sogenannten Aufbauparteien, haben versagt. Es liegt an uns, daß wir am 20. Februar ein Preußenparlament wählen, ips in Derlm. das überwiegend von Sozialdemokraten besetzt ist. Di« Koolitions» regierung im Preußenparlament hat seit der Revolution sehr vieles geschaffen. Sie konnte allerdings nicht mehr leisten, weil die Unabhängigen versagt haben und nicht mit in die Regierung hineingegangen sind. In der Diskussion meldete sich zunächst ein Kommunist, dessen Ausführungen aber sofort von unserem Genossen Müller treffend widerlegt wurden. Des wci- teren meldete sich ein Kriegsverletzter, der davor waruie, auf die Straße zu gehen. Nach einen: kurzen, treffenden Schlußwort des Genosien Heller wurde die impolante Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratische Partei geschlossen. In der„Bergaue" in Lichtenberg referierte der Preußische Finanzminister Genosse H e r m a n n L ü d e m a n n. In durchaus sachlicher Weise legte er die Schwierigkeiten dar, unter denen unsere Genoffen in der Regierung arbeiteten. Besonders ging der Referent auf die finanziellen Schwierigkeiten ein, unter denen die Regierung zu leiden hatte. Das Referat wurde wiederholt von Kom- munisten, die in der Absicht zu stören gekommen waren, mit lärmenden unsachlichen Zwischenrufen unterbrochen, so daß sich der Redner nur mit Mühe Gehör schallen konnte. In der Dis- kussion kamen zwei Kommunisten zu Wort. Ihre unflätigen Schimpfereien cmfcflelien einen allgemeinen Tumult, so daß die Debatte geschloffen werden mußte. Einen guten Verlauf nahm die Versammlung in Friedrichs- felde, in der Genoffe F u ß in etwa einstündigen Ausführungen das Thema behandelte, die Genoffe W a l d m a n n in der Diskussion wesentlich ergänzte. Gegner meldeten sich trotz wiederholter Auf- forderung nicht zum Wort. Im„Viktoria. Garien" zu Treptow referierte der Genoffe Jakob A l t m a i« r vor einer gut besuchten Versammlung. Cr legte in großzügiger Weife die Bedeutung der Landtagswahlen dar. Das Referat fand außerordentlich beifällige Aufnahme. In der an» schließenden Diskussion versuchten zwei kommunistische Redner den sattsam bekannten Phrasenschwall anzubringen, fanden jedoch bei der Zuhörerschaft keine Gegenliebe. Der Referent fertigte in seinem Schlußwort die beiden Redner glänzend ab und fand den ungeteil- tcn Beifall der Versammlung. Die Treptower Genossen gehen frohen Mutes in den Wahlkampf. nommen wird auch etn Wrtrag der Sozialdemokraten, die Verwen- dung der Schüler für SammelzweSe zu verhindern.— Der Antrag der Deutschen Voltspartei, den IS. Januar zum Schulfeier. tag zu machen, kommt M namemlicher Abstimmung zu Fall, da infolge der Stnninenthaltung der sozialistischen Parteien Beschluß- Unfähigkeit eintritt. In der sofort anberaumten nächsten Sitzung des Tages be- antragt Abg. Dr. Cohn(U. Soz.), den Einspruch des Abg. Lichtenstein lU. Soz.) gegen den vormittags erhaltenen Ordnungsruf nun cnd- lich auf die Tagesordnung zu setzen, nachdem bereits mehr als sechs Sitzungen inzwischen staltgefunden haben. Auf Wunsch des Präsidenten Leinert wird die Abstimmung über den Einspruch zurückgestellt, bis das Stenogramm vorliegt. Die namentliche Abstimmung über den Antrag Dr. T h a e r (D. Vp.). an der Universität Göttingen eine Professur für resor- mierte Theologie einzurichten, ergibt die Beschlußunfähig- keit des Hauses, da nur l 19 Stimmen abgegeben sind. Der Vräsident beraumt die nächste Sitzung ans sofort an. Als erster Punkt wird der Einspruch des Abg. L i ch t e n st e i n lU. Soz.) gegen den ihm erteilten Ordnungsruf behandelt: Der Einspruch wird gegen die Stimmen der Unabhängigen verworfen. Auch die namentliche Abstimmung über den Antrag Hollm-ann(D. Vp.) bzw. Mittag(Dnat. Vp.), den Volkstateckismus über die Haupt- bestimmunoen des Friedensvertrages von Versailles möglichst bald jedem Schüler der Volks- und höheren Schulen einzuhändigen, er- gibt die Beschlußunfähiakeit mit 104 abgegebenen Stimmen. Der Präsident beraumt dis nächste Sitzung auf sofort an. Nach Er- öffnung der Sitzung hat das Wort Minister für Volkswohlfahrt Skegerwald: Ich werde dafür Sorge tragen, daß das Hebammengesetz de? neuen Londesversamrnlung so rechtzeitig zugeht, daß es noch zu dem in Aussicht genommenen Termin in Kraft treten kann. Bei der Nachprüfung des Stenogramms über die Ausführungen des Ge- Heimrats Krohne gegenüber den Angriffen des Abg. Dr. Weyl habe Ich festgestellt, daß einig« Wendungen allerdings besser unterblieben wären. Andererseits hat aber Dr. Weyl erold, der die Landesverfammlung eröffnet und bis zur Wahl des Präsidiums, bis zum Beginn Ihrer Arbeitsfähigkeit geleitet hat. (Beifall.)__ i die �demokraten� von Serlin. Der demokratische Bezirkspartettag hat am Frettog abend die Kandidatenliste für Berlin ausgestellt. Sie zeigt u. a. folgende Namen: Handelsminister F i f ch b e ck, Handwerkstcmmerpräsident Rahardt, Pfarrer Graue, Handelslehrerin Potlech. Die Bestrebungen, den Prof. P r e u ß von der Berliner Liste zu verdrängen, haben also Erfolg gehabt. Der„Koinmunalfreisinn" von ehedem triumphiert über die Republikaner vom Schlage eines Preutz. Dafür aber haben sie in dem früher f r e i k o n f e r- vativen Wgeordneten Rahardt einen würdigen demokratischen Ersatzmann. Nlinisterprastüent Stelling. Sozialdemokratisch-dcmokratische Koalition in Mecklenburg. Schwerin. 14. Zanuar(7VT2.). Bei der heukigen Wahl eines TUinIsterpräfidenten im Mecklenburg. Schweriafchen Landtage wurden 62 Stimmzettel, davon 3 vnbefchdebene. abgegeben, von den abgegebenen Stimmen fielen 31 der Sozialdemokraten und Demo- kraten auf den früheren mecklenburgischen Slaatsmluister de» Innern Stelling(Soz.) vnd 2S der Rechten auf den blsherlgeu Minister. Präsidenten Pcosesior Dr. Reincke-Bloch(Deutsche Volksparlei). Staatsminisler Stelling nahm die Mahl an. Die Mabl der übrigen vier MIlg'ieder des Miniskernms soll am nächsten Mittwoch, noch- mitlag 3 Uhr. statfinden.___ Konflikt wegen der Neichsgrünöungsfeier. �rauzöstsches Verbot.— Deutscher Einspruch. Berlin, 14. Zanuar.(MTB.) Nachdem der Reichs- kommiffar für die besehten rheintjck?cn Gebiete davon Kenntnis erhalten hatte, daß In der frauzöfischen Zone jede ösfeut. liche Feier des Gedenktage» der Retchsgrüudung am 16. Januar verboten fck. hat er mündlich and schriftlich bei der iuteraMierlea Rheiolandkommissicm hiergegen Einspruch er- hoben und darauf hingewiesen, daß das Bemühen vergeblich sein werde, den geistigen Zusammenhalt in vaterländischen Fragen zwischen besetztem und unbesetztem Gebiet zu unterbinden.> Kothein aus Oberschlesien ausgewiesen. Der demokratische Reichsschatzminister a. D. Gothein, dein durch die Interalliierte PlebiszUkommission verboten worden war, eine öffentliche Versammlung in Oppeln abzuhatten, ist nun- mehr au» Oberschlesien ausgewiesen worden. Kabinett peret-Srianö in Sicht. Pari». 14. Januar.(Tsteuropa.) Das neue französische Mlnisterinm kann als gebildet angesehen werden. Um i Ahr nach- mittags fand die Unterredung zwischen dem Kammerpräsidenlen Raoul Pöret und dem Präsidenten Miller and statt. Peret erklärte sich grundsätzlich bereit, das neue Kabinett zu bilden. Seine endgültige Antwort werde der Präsident der Repu- blik erst um 6 Ahr abends bekannt geben. Als künftige Mitarbeiter Pereks sind anzusehen: Für die Finanzen, nachdem poiucare die Acbernahme dieses Portefeuilles abgelehnt hatte. L such eur: für das Mnistcrium des Acußern A r i st i d c B r i a n d: für des Iustizminisierium Bonuevay. Der gegenwärtige Kriegsminister R a i b e r t i wird Krlegsmiuisler bleiben, ebenso der gegenwärtige Arbeilsmiuistcr Le Troquer sein Amt behalten. Havas meldet: Raoul p e r e l begab sich um 5% Ahr nach- mittags in» Elysee zu Millecand. Lelm Verlaffeu des Elyjees erklärte peret: Unter Heu gegenwärtigen verhältuiffeu will ich nur eiu großes Ministerium der nationalen Eioignug bilden. Dadurch ziehen sich die Besprechungen in die Länge, sie werden heul abend und morgen früh fortgesetzt werden. « Eine offiziöse Londoner Depesche erklärt, es sei möglich, daß die Interalliierte Konferenz wegen des Sturzes des Ministeriums Leygues vertagt werde. Volksentscheid über die Rekchsfarbenl Durch das offiziöse Wolff-Bureau wird folgende merkwürdige Nachricht verbreitet: Wie uns mitgeteilt wird, fall der Versuch gemacht werben, den Streit um die R e i ch s f a r b e n, der durch die Bestimmung der Verfassung offensichtlich noch nicht beigelegt ist, im Intereff« des mneren Friedens und der Geschlossenheit unseres Volkes endgültig aus der Welt zu schaffen. Zu diesem Zwecke hat die Deutsch« Bolksportei bei den anderen Regierungsparteien angeregt, die Entscheidung der Frage der Wiedereinführung der schwarz-weiß-roten Flagge durch Volksentscheid herbeizuführen. Die anderen Regierungeparteien werden zu dieser Anregung sofort nach dem Zusammentritt ihrer Fraktionen Stellung nehmen. Das Dorgchen der Deutschen Volkspartei ist nichts weiter, als eine ziemlich durchsichtige W a h l ma ch e. Man will das Zentrum und vor allem die Demokraten, in deren Reihen gor viele sitzen, die innerlich zu den schwarz-weiß-roten Po- trioten gehören, vor den nationolliberalen Karren spannen. An sich ist die Frage der Reichsfarben keine solche, daß sich das Volk darum besonders den Kopf zerbreche. Wenn. man in Weimar die bisherigen kaiserlichen Reichssarben durch die alten demokratischen ersetzte— die schon den deutschen Gedanken verkörperten, als es noch ein Ver- brechen gegen Preußen oder Sachsen oder Bayern oder Reuß- Greiz-Schleiz-Lobenstein war, sie zu tragen—. so geschah das in der ausgesprochenen Absicht, durch den Farbenwechsel anzu- deuten, daß das m i l i t a r i st i s ch e Deutschland erledigt und ein neues republikanisches im Entstehen be- griffen sei. Der Vorschlag der Deutschen Volksparlei an ihre Koali- tionsgenossen ist ein V o r st o ß gegen die Republik. Man will das monarchistische Banner wieder aufpflanzen in der Meinung, daß, wenn erst der Mantel wieder da sei, auch der Herzog folgen müsse. Rur hat ihre Rechnung ein Loch: Sie brauchen beim Volksentscheid nach Art. 76 der Versassung die Mehrheit aller Stimmberechtigten, um Erfolg zu haben. Sie vermuten doch nicht ernstlich, daß sie die um des bunten Tuches willen bekämen? Das Urteil von München. München, 14. Januar.(TU.) Noch dreitägiger Verhandlung verkündete heute abend das Schöffengericht München in dem Prv- zeh gegen Dobner und Pracher und Genossen weqen Verrats mili- tärifcher Geheimnisse das Urteil. Der Spitzel Pracher wurde zu einem Jahr Gefängnis, abzüglich zwei Monate Unter- fuchungshaft verurteitt. Der Angeklagte Lest wurde wegen Erpreffungsverfuchs zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Einräumung einer Gewöhrungsfrist wurde abgelehnt. Der Haft- beseht bleibt aüsrechterhalten. Dobner und zwei weitere Ange- klagte wurden srcigejprochen.(Siehe Abendblatt. Red.) EewerGhafisbewegung Die unbequemen Setriebsräte. Verleumdungen gegen die Betriebsräte der Straßenbahnen gehen in letzter Zeit durch die ganze bürgerliche Presse. Augen. blicklich wird der Betriebsrat der Berliner Straßenbahnen moralisch„hingerichtet". Es wird u. a. behauptet, daß 40 Betriebs- rate vorhanden sind, von denen keiner unter 1ö 000 M., also im ganzen jährlich 000 000 M., verdient und die alle von der Arbeit befreit sind, weil sie ständig über die Schaffung neuer„Aemter" beraten und„im Verband tätig sein müssen". Weiter heißt es wörtlich: Zu diesen Betriebsräten gesellen sich 200 Vertrauensmänner, Funktionäre, Obleute u- a., die wöchentlich während des Dienstes stundenlange Sitzungen abhalten, Sozialisierungskommlssionen, Wirtschaftsausschüsse gebildet haben, an Schiedsgerichten und anderen Veranstaltungen teilnehmen, den Betrieb„kontrollieren" und den Drang in sich verspüren, über Reformen in ihrem Jnter- esse, wie z. B. die schleunigste„Verjüngung der Direktion", Pläne und Anträge zu schmieden. Heute liegen die Dinge nach Ansicht maßgebender(? Red.) Personen und Sachverständigen so, daß von einer Verwaltung der Straßenbahn eigentlich nicht mehr ge- sprachen werden kann, wohl aber von einer Diktatur der Räte.... In Wahrheit ist die Wahl der Betriebsräte natürlich nach den gesetzlichen Vorschriften und dem Verfahren, wie es bei dem Berliner Magistrat üblich ist, vorgenommen worden. Daß die Räte der Straßenbahner Rechte haben, die über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen, haben sie einmal ihrer Organisation, dem Transportarbeiterverband, zu danken und dann der sozialen Ein- ficht des Berliner Magistrats, der besser als die Schleifsteindreher begriffen hat, daß das BetriebsrStegesetz nur ein Rahmengesetz ist, das Mindestrechte für die Arbeiter geschaffen hat. Selbstver- stündlich ist es eine Lüge, daß sämtliche Betriebsräte von der Arbeit befreit sind. Die gewissermaßen als Gesamtbetriebsrat amtierende Körperschaft besteht aus 30 Personen, von denen aber nur fünf von der Arbeit befreit sind. Daß das für eine Belegschaft von 22 000 Personen, die sich auf 2S Bahnhöfe, 18 Bahnmeistereien 3 Hochbauabteilungen, 6 Wachtstotionen der Oberleitungsbauabteilung und die Hauptwerkstatt mit 1400 Arbeitern verteilen, nicht zu viel ist, wird jeder begreifen, der nicht krasser Ignorant ist, um so mehr als diese Stationen durchweg außerhalb der Peripherie der großen Stadt liegen. Auf den einzelnen Bahnhöfen nimmt ein Obmann die Interessen der Arbeiter wahr. In den Frühstunden macht er Dienst und ist später Bahnhofsreseroe, d. h. tpuß ein- springen, wenn Not am Mann ist. Diese Reserve ist nicht extra für den Obmann geschaffen, sondern ist schon stets vorhanden gewesen. Die Hetze gegen die Betriebsräte läßt aber deutlich erkennen, wie unangenehm den Kapitaltsten und ihren journalistischen Söld- lingen selbst die bescheidenen Rechte des Betriebsrätegesetzes sind. Und das ist begreiflich, sehnen doch diese Herren wieder die Zeit herbei, in denen der Unternehmer unumschränkter Herr und Gebieter in seinem Betriebe war. Neue TeueruugSzulagen im Steindruckgewerbe. Die letzten im Steindruckgewerbe geführten Lohnverhandlungen konnten trotz der im Steindruckgewerbe niedrigen Löhne zu keinem Ergebnis geführt werden, weshalb der Verband der Lithographen, Steindrucker und verw. Berufe das Reichsarbeitsministerium um Fällung eines Schiedsspruches anrief.. Der dann am 10. Oktober 1920 gefällte Schiedsspruch brachte allen Verheirateten oder im Sinne der Erwerbslosenfürsorge einen eigenen Haushalt Führen- den eine wöchentliche Erhöhung des Lohnes von 13 M. mit der gleichzeitigen Bestimmung, daß dieser Schiedsspruch bei Annahme Wirkung bis zum 31. Dezember habe. Dieser Schiedsspruch wurde sowohl von der Arbeiter- wie von der Unternebmerorganisation anerkannt, und damit waren die Lohnverhältnisse bis zum 31. Dezember geregelt. Schon allein die durchaus unzureichende Lohnzulage des Schiedsspruches wäre ge- nügend Veranlassung gewesen, nach Ablauf der Gültigkeitsdauer neue Forderungen zu stellen. Aber aus allen Teilen des Reiches liefen beim Verbondsvorftand Lohnforderungen ein, die ob ihrer Unterschiedlichkeit die bisberige Praxis, den Unternehmern vor dem Stattfinden der Verbandlungen die Forderungen zu übermitteln, Abstand nehmen ließen, um der Verhandlunqskommission die Mög- lichkeir zur Aufstellung einer einheitlichen Forderung zu geben. In eingehender Aussprache und unter Beachtunq d->r Lage des Gewerbes wurde die Forderung einheitlich auf 3 0 M. Lohn- erhöhung in der Woche festgelegt und den Unternehmern in der am 9. Januar stattgefundenen Verhandlung unterbreitet. In rund 14stündigsr Auseinandersetzung, in der die verschiedensten Ab- Lnderungsanträge gestellt wurden, wurde um die Forderung der Gehilfen gerungen, um endlich auf folgender Basis den Weg zur Einiaung zu finden: Alle Gehilfen erholten ab 1. Januar 1921 eine weitere Teue- runaszulogc. Es sind zu zahlen an Gehilfen im Alter von 18 bis 24 Iahren 20 M.. über 24 Jahre 23 M. in der Woche. Bei Kurz- arbeit wird d>e?u!aqe anteilig berechnet. Seit dem 18. Oktober 1920 unter Protest oder Vorbehalt gewährte Zulagen werden an- gerechnet. Oertliche Verhandlunacn sind während der Dauer der Vereinbarung nicht gestattet. Die Vereinbarung gilt bis zum 31. März 1921. Sind mit diesem Abkommen die Wünsche der Gehilfenschaft auf Erhalt eines Existenzminimums auch noch nicht befriedigt, so ist doch wieder ein Schritt nach vorwärts getan worden, der um so höher anzuschlagen ist angesichts der Tatsache, daß von links- rheinischen Unternehmerkreisen mit oller Macht auf einen Lohn- abbau hingearbeitet worden ist. Tie Loßnbewesinng im mitteldeutschenBraunkoßlenrevier. Am Donnerstag fanden in Halle unter dem Vorsitz eines Vertreters de? Reichsarbeitsministeriums Verbandlungen statt, die nach einer Meldung der T.U. dazu führten, daß eine paritätisch zusammengesetzte zwölfgliedrige Kommission unverzüglich mit dem ReichSwirtschakisministerilim über die Mög- lichkeir einer KoblcnpreiSerböbuna verhandeln soll. Für den Fall einer Preiserböbimg soll anschließend die Möglichkeit einer Lohnerböhnng verbandelt werden. Aus dem NkichswirtschaitSministerium wird dazi» gemeldet. daß die Lohnverbandlungen einem in Berlin tagenden SchiedS- gericht übertragen worden sind, dessen Spruch spätestens heute erwartet werden kann. Gewisse Zugeständnisse sind seitens der Arbeitgeber bereits gemacht._ Die Viktoria vor dem Gewerbegericht. Ende Oktober 1920 hat die Viktoria ihre sämtlichen Einnehmer entlassen. Die SchlichtungSanSschüsse haben die ouSaesprochenen Kündigungen für unwirlsam erklärt und für den Fall der Nicht- Weiterbeschästigung die EnlschädigungSpflicht nach Z 87 BGB. ausgesprochen. Die Viktoria hatte bereits gegen einen Teil der Ein- nebmer beim hiesigen Gewerbegericht auf Feststellung, daß die Schiedssprüche zu Unrecht ergangen sind, geklagt. Diele Klag« ist abgewiesen, der Prozeß schwebt zurzeit beim Landgericht I zu Berlin. Einige Einnehmer haben nunmebr beim Berliner Ge- Werbegericht auf Zahlung der aus den Schiedssprüchen sich er« gebenden Summen geklagt. Die Viktoria bestritt, daß die den Ein- nehmern zugesprochenen Provisionen bei Berechnung der Ent- schädigungSsnmme gemäß Z 87 BRG. berücksichtigt werden könnten. Die Einnehmer hätten stets erklärt, die Provision ginge für Un- kosten und Entschädigungen für Unteragenten auf. Das Gewerbe« gericht bat in allen anstehenden Sachen zuungunsten der Viktoria erkannt und ausgeführt, daß bei Berechnung des JabreSarbeitSverdiensteS die Provisionssätze mit berücksichtigt werden müssen._ Achtung, S.P.D.'Arbeiterräte! Alle OrtSverwallungen der Freien Gewerkschasien stellen setzt die Legi timations karten deS Allgemeinen Deutschen GewerkichaftsbundeS aus. Wir ersuchen alle auf dem Boden der S.P.D. stehenden Arbeiterräte. sofort den Umtausch unserer bis- berigen Legitimationskarten bei ihren Organisationen vorzunehmen. Bis zu den in kurzer Zeit stattfindenden Wahlen zu der Betriebs- rätezentrale muß der Umtausch unbedingt vorgenommen sein. S.P.D.-BetriebSrätesekrelariat, In den Zelten 23. Achtung, Buchdrucker! Sonntag. bormittaaS 10 Uhr, findet in den Kammersälen. Teltower Straße, Ecke Bellealliancesiraße, eine Versammlung statt, wozu alle Kollegen eingeladen werden. Tagesordnuna: Zweite oder dritte Gewerkschaftsinternationale. Referent: Kollege�Hil« denbrand- Stuttgart, württembergischer Gesandter in Berlin. Legitimation Bezirkskarte. Die Kommission: Blumenthal. Hcrrmann. Achtung» Eisenbahner! Am Sonntag, den 10. Januar, vormittags 9�, Uhr, finden in folgenden Lokalen große Eifenbahner-Kundaebunaen statt mit an« schließender Demonstration. Abmarsch zur Demonstration um Punkt 11 Uhr von den Versammlungslokalen: Bockbrauerei, Fidicin« siraß« 2—8; Bötzow-Brauerei, Prenzlauer Allee 242: Brauerei Köniasiadt. Schönhauser Allee 10; Moabiter GesellschaltShanS, Diclelsstr. 24; Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147; Andreas- Festsäle, AndreaSstr. 21. Alle Eisenbahner, Beamte sowie Arbeiter, werden aufgefordert, zu diesen Versammlungen zu erscheinen. ReichSgcwerkschaft deutscher Eisenbahnbeamtcn und-anwärter, A. Krüll. Allgemeiner Eisenbahner-Verband, A. Spanner. Deutscher Eisenbahner-Veiband, P. Klibor. Schallplakkenarbciker! Die Gruppenversammlung findet um- ständehalber nicht am Montag, den 17. Januar 1921, sondern schon Sonnwg. den 10. Januar 1921, vormittags �10 Uhr, im„Prä- loten", Weißensee, Lehderstr. 112, statt. Die Gruppenleitung. Deutsch« Tr-l>-P»rt-riei«-r,eria»d, Sektion 5, InduNneorbeiter. Sonn- t°a. den lS. Iaklnar, vormittag« S« Uhr. in der Schulanla«Schiller-Liizemnl, BS.tgerstraße, Ecke Pankktrahe: Allgemeine Branchenverfammlung der An» binder. Kran, und fiohrstuhlfllhrer ou« ollen Betrieben der Berliner Metall- industri«.— L-lt-rgerll st Hauer. Sonntag, den l«. Januar, vor- mittag,» Uhr, bei Lievert, Lichtenberg, Schillerstr. 1Z: Wichtige Dollver- sammlung. 3-»tral»-k»a»d de,«»gestellte». ffiniNionZre. Bertrsuen,?eut»,«ngestell- tenr-ite der Sektion der Eveditionzangestollten, Rollkutscher und Bodenarbeiter: Heute abend, 6 Uhr, im Dewerkschaftshau,, Engelufer U/15, Saal 5, 1 Treppe. BeranN». für den redakt. Teil: Dr. Werner Belser, Thariottenburg: sür«steigen: Zh. Glocke. Berlin. Verlag: VorwärtK-Berlaa G. m. b. H.. Berlin. Druck: vor« wSrtS-Buchdruckerei li. LerlaeSanNalt Vau! Singer u. Co.. Berlin. Sindenfit. 8. »Irren 1 Beilage. SandiMin mit Hopf verloren! ..Seit 7 Jahren an Bandwurm leidend und nun schon K Mittel ersolglo» gebraucht, probierte ich ikgt Ihr Mittel und habe nach l'/t Stunden den Band- wurm mit Kaps verloren". So wurden bereit» Tausende durch Reichel» Bandwurm- mittel Medico befreit I 10 M., fiir Kinder 7,50 M. lAlters- angabe) OUo Reichel. Berli» 43, — SO, Eisenbahnstr. 4.- Möbel zu bedeutend herabgesetzten Preisen Bar piler TeHzahlnng bei kleinster An- u.Abzahl. BgLWohnengseinriehtg. Schlafzimmer, Wohnzim. Herrenzimmer, Spcssczim. 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