/ Nr. 17» ZS. Jahrgang Ausgabe M Nr.?4 BezuftSvretS: L«Il«ili!!>rl.Zc>,—— 3H, fttt m» SSflua. oorou» zahlbar. Poft- demz M»nailich!<>,- Mi. erki.?»- ftlilungszedtthr. UnlecKrnudand tili Dvaichlan!! ll»d Oefterteub 16�0 äR!» füt oos iiiirige Au«Ilnid bei idalich einmal. Kutteauno 2130 M. Toftbe. Rellnnaen nehmen an Oefletreidk Uaiatr, Tschecho-TIawaiei, Dirne« mart, öollanb.-ucembnra, Sihmeben und»ie ednneU.— Stnaettaaen m hie Vaii-'eininpe-Deeielifte. Der.Vorwärts� mö der eonntag» beüa je.V»U n. Seit' endjeint modien. täglich zweimal Somuaj« und Man- wg»»mmal. Telegramms! dreffe «Soziuldeuioirai Lerlin-. Morgen-Ansgabe Derlinev NolksblAtt �ZSPksnnig� AAzeiffenpre»»: Va stHgetpaltene SianperefCezcile ioflftÄ.— M. Eeuenmg-sziri chlcj 50% «Sleiet« dtnzelgm", da» irN» gedruckte War:\s~ Tl. Isnlfilftg zwei lettgedruckte Sötte), tehes weitere Wort 60 Pfg. SteDengelndie und Schlasstellenangetgen da« erde Dlart <3 Dfg. ledr, welter» Wort»d Ptg Worte über 13 Suchsiaden zkhlen Uir zwei Worte. Tenerungsznichlaa 50», � TamMen-Anzeige» fBt Abonnenten Feile 2,— M. pslitifche und ee» «erischaftliche Verein»-Anteigen 6,— Mi. die Friie ohne Aufschlag. Anzeigen für Ott et o tbit e Nummer Brilffen Vit a Ahr nack mittag» im Hauntgeschitt, Perlin SW, 6, Linden» Pratze 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr rill) di» i Ahr abend». Zentralorgan der foztaldcmokrati Fcbcn Partei Dcutfchlands Neöaktion unü Expedition; EW. OS, Änöenste. Z iternivreltter! Amt Mortnvlat», Nr.»SlSV— lSl»7 DienStag, den I#. Januar 1921 Vonvorts-Verlag G.m.b. k>.. SW. H§, Linöenstr. Z Krrnsprrckirr: Amt Mortttplan, Nr. 117 SZ—.31 Auf zu öen Preußenwahlen! vle Verfassunggeberide Preußische Laudesversammlung hak ihre Arbeiten beendet. Am 2». Iebruar wird der erste ordentliche Preußische Landtag neu gewählt, und gleichzeitig finden die ueueu Wahlen zu den Provtnziallandtageu und den Kreistagen statt. Die Sozialdemokratie tritt mit dem festen und klaren Bewußtsein vor die Wähler und Wählerinnen, in der Landesversawmlnug ihre volle Schuldigkeit für die breiten Masse« des arbeitenden Volkes, Handarbeiter, Angestellte und Beamte, getan zu haben, und darf hosfea. daß ihre Bemühungen und Leistungen die Anerkennung der Wählerschaft finden werden. Die Sozialdemokratie hat es nicht vermocht, in den zwei Jahren des Bestehens der Preußischen Landesversaw.mluug die ungeheuren Verwüstungen de» Krieges an volkstraft und Voltswohlstand wieder guizumachen. Keine Partei Deutschland», keine Macht der weit wäre dazu imstande gewesen, wer wollte noch aus die dümmste aller oberflächlichen Redensarten hereinsollen:.früher war es bessert" und sich deshalb den Portelen in die Arme werfen, welche das Rad der Entwicklung zurückdrehen wollen? Sic vergessen, daß die alle Monarchie und der alte Mllltarismv» uns tu den schreck- ltchen Weltkrieg hineingeführt haben und daß sie ganz allein die Verantwortung für die eulsehliche Niederlage kragen, die Deutschland wehrlos gemacht hat und di« gegenwärtigen Minister der Rechten im Relche genau so zwingt, die schlimmsten Demütigungen vom Bunde der Sieger hinzunehmen, wie da» die sozialdemokratischen Minister tun muhten. Kein Mensch mit fünf gesunden Sinnen kann in Deutschland an einen neuen wasfeagang denken. Nur mit den Mitteln der Vernunft und des Rechte» kann Deutschland allmählich seine inlcrnationale Stellung wiedergewinnen. Keine andere Partei hat so gute Aussichten, den furchtbaren Druck de» Versalller Ariedens auf da» deutsche Volk allmählich zu erleichtern, wie die Sozialdemokratie mit ihrem ungebrochenen starten Gefühl für die deutsche Arbeit und die deutsche Kultur und zugleich ihren inlernationalen Beziehungen. Rur ein freie», republikanische» Deutschland kann In allen seinen Bürgern Liebe zur Heimat stärken und über unsere Grenze« hinan» Freunde gewinnen. Die sozialdemokrokische Fraktion der Preußi» scheu Landesversammlung und die von ihr bestellten Minister haben ihre ganze Kraft daran geseht. die demokratische Freiheil zu erhalten. Sie haben die verbrecherischen Putsche von recht» und link» gegen die junge Freiheit bekämpft und niedergeschlagen. Sie haben verhindert, daß in Preußen— wie etwa in Bayern— die blutige Komödie einer kurzfristigen Räterepublik ausgeführt wurde, um als- bald in die schwärzeste Reaktion umzuschlagen. Sie haben in der ersten Reihe de» Kamps» gegen die Kappisten und Lüttwitze gestanden und haben sie zu Boden gerungen. vi» zur Revolulioa bestand in Preußen da» alle Drelklasten- Wahlrecht, da» vier Fünftel de» Volkes in die dritte Klaffe der Mäh er pferchte und dadurch entrechtete und entehrte. In den beiden Rechtsportelen der Landesversammlung saßen weit über ein vuhend Abgeordnete, di« bi, zur Revolution zah an dem DreiNassenwahlrecht festgehalten und der Forderung der breiten Maffen ans postttsche Glelchdc rechst» gnng Hohn gesprochen hatten. Auch seht noch hallen Rechtspartelen grundsählich an der wahlungleichheit fest. Sie forderten bei einer preußischen Versaffungsbcratung eine Erste Kammer, bei der «die Zahl der Vertreter nicht nach der mechanischen Zahl, sondern «ach der Ledeulung der einzelneu Berufe für da» Ganze abgestuft" wäre. Die Sozialdemokratie allein schükzk zuverlässig und stark das gleiche Recht für alle. Die neuen Wahlen voll'iehen sich unter dem freiesten Wahlrecht, dem gleichen, geheimen, direkten Verhältniswahlrecht für Männer und Frauen. Zu derselben Welse werden die Pro- vluzlallandtage und Kreistage gewählt, deren Befugnisse durch die erweiterte Selbstverwaltung in Zukunft weit größer sein werden als bisher..Dos freie wahlrech« ist da, Zeichen, lu dem w i r siegen!" Die Sozialdemokraste hat auch den Frauen die polikifche Gleichberechtigung gegeben. Widerwillig und zähneknirschend haben sich Rechtsparteien und Zentrum damit abfinden müffen. wie sie innerlich zu den Frauenrechten stehen, zeigt die Tatsache, daß sie noch in der Landes» Versammlung der Zulassnug der Frauen zum Richter- und f Anwolksberuf mithöhnischenundherabsehendenwor» jten widersprochen und sie verhindert haben. Mit brutaler Rücksichtslosigkeit haben sie durch Dbstrukiiou die Verabschiedung des Hebammen- gesehes vereiiclk. da, allen armen Müttern Geburtshilfe und den Hebammen ein be- scheidene» Mindestmaß wirtschaftlicher Existenzmöglichkeit sichern < sollte. Di« Sozialdemokratie tritt in diesen wahltampf getreu Ihren alten Grundsätzen für di« folgenden Hauptforderungen ein: Die Sozialdemokratie will die Freiheit. An erster Stelle steht ihr die S t ch e r u n g d e r R« p n b i i t. Die Sozialdemokratie verwirft jeden Terror und jede GewalttäNgkeit, komme sie von rechts oder Unk». Die Sozialdemokratie bekämpft die Lrandschatzung des preußischen Volke» durch seinen früheren nach holloud geflüchteten König. Die bürgcrstchcn Parteien waren gewillt und entschlossen, den hohcnzollera ihr angebliche» Privateigentum in einer höhe herauszugeben, deren Fest- stellung sie gewaltsam verhlnderken, die ober eine Milliarde weit übersteigt. Die Sozialdemokratie hat diesen vergleich nicht nur bekämpft, sondern ihre Arbeit in der Landesversammlung hat ihn auch zu Fall gebracht. Jehl liegt die Entscheidung bei den Wählern. Leg« sich seder Mann und jede Frau au» dem Volke am 20. Februar die Frage vor: wollt Ihr Wilhelm«ine Milliarde nach Holland nochschicken? wer da» verhin- der« will, stimme sozloldemokrastsch! Die Sozialdemokratie will den Frieden. Sie betämpst di« gewissenlosen chauvinistischen Hetzereien, die angesichts der gegenwärtigen Lage Deutschland» heute noch frivoler sind als vor dem Wellkrieg. Allein die Sozialdemokratie war imstande, dem deutschen Volke überhaupt aus dem Wellkrieg herauszuhelfen und ihm den Frieden wiederzugeben. Der Friede mußte nach der vollkommenen militärischen Riederlage hart, brutal, mörderisch sein. Rur durch den Frieden wird der Friede verbessert werden. Die Sozialdemokratie will Brot schaffen. Sie bekämpft mit aller Entschiedenheit den agrarischen Wucher, der sich in der Preußischen Lantesverfammlong in den, grotesken Satze des Zentramsabgeordneten Küster» offenbarte:»wir müffen dem deutschen Volke den Luxus de, billigen Brotes abgewöhnen," Die Aufhebung der Z w a a g» w l r t s ch a f t hat die landwirtschaftliche Produktion nicht gesteigert, die ErnShrnngvverhältniffe für die breiten Maffen nicht verbessert, Wucher und Schleichhandel nicht überwunden, di« Ehr- lichkeit in Handel und Wandel nicht wiedergebracht. Wohl aber hat die Wirtschaft der bürgerlichen Partelen die Preise aller Lebensmittel, die auf dem Wellmarkt unanf- hörlich sinken, in Deutschland fortNraernd auf maßlose höhe getrieben und dadurch Arbeitern. Angestellten und Beamten nahezu die Existenzmöglichkeit abgeschnitten. Die Sozialdemokratie will die Ordnung. Die Ordnung ohne Vorrechte und Vorbehalte. Sie venvirfi die Bewaffnung der Kommunisten genau mii derselben Bestimmtheit wie di- Bewaffnung der Sappistcn, die Orgefch und die Selbstschutz- verbände. In einem geordneten Staat hat fich niemand selbst zn schützen. Dasfenlragen darf nur der. der von der demokratisch gewählten Regierung dazu bestellt ist. Die Sozialdemokratie will die Gerechtigkeit. Die gegenwärtige preußische Justiz ist ein Hohn aus da» Rechtsempfinden de» Volke». Reakfionäre Mörder werden freige- sprachen, reaktionäre Ehrabschneider mit lächerlichen Geldstrafen belegt, jedes Verbrechen gegen die Arbeiter gut geheißen. Die Justiz ist durch die reaktionäre Gesinnung zahlreicher Richter und ihre Uuabsehbarkcit zum ärgsten Schandfleck Preußens geworden, wir fordern wirkliche Volksgerichte und als ersten Schritt zu ihrer ver- wirkllchuag freie Wahl der Schöffen und Geschworenen durch das ganze Volk. Dte Sozialdemokratie will auch die soziale Gerechfigkeil. Rur Gemelnflnn kann da» verarmte Preußenlind retten. Alle bürgerllchen Parteien predigen, die Wirtschast könne sich nur er- holen durch die Entfesselung des Egoismus. Dieses Recht auf brutalen Eigennutz gesteheu fle freilich nur den K a p i t a- listen und Großgrundbesitzern zu: den Arbeitern, An- gestellten und Beamten wollen sie durch Schlichtungsorduungen�und . Streikverbote die Geltendmachung ihrer Zatereffen verwehren. wehe dem Land«, wen» einmal Bergarbeiter. Eisenbahner und Landarbeiter das Recht auf„gefunden" Egoismus auch für fich geltend machen wollten! Rur Gemeiusiun und GemeimoirtsiKaft kann das Elend überwinden nnd allen Menschen cm menschenwürdiges Dasein eröffnen. Die preußische Sozialdemokratie hat stets dahin gewirkt. Preußen e l n h e i t l l ch in der einen unteilbaren deutschen Repnbllt ausgehen zn lasten. Jetzt schreit dte gesamte Reaktion: Preußen in Gefahr! In der Landesversammlung Hot der Führer der Deutschen Volksparlei ausdrücklich festgestellt, daß dte Sozialdemokratie und die soziatdemokrattschen Mmster in der Bekämpfung von Absonde- rnugs- und LoslSsongsbestrednngen Ihre volle Schuldigkeit getan haben. vi« sozialdemokratischen Minister in Preußen hoben keine Mißwirtschaft getrieben, sondern ernste und gole Ar- bell für das Volk geleistet. Der Minifierpräfldent nnd Landwirt- schaslsmlnifler Otto Braun wird von der ReaMon erbittert be- kämpft: er sei Minister gegen die Landwirtschaft nnd für dl« Landarbeiter. Minister gegen die Landwirtschaft ist Vrann nicht gewesen. Veotschnafionale and volksparteistche Abgeordnete haben in der Landesversammlung selbst anerkennen müffen, daß er für die Siedlang and für die Hebung der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere durch Versorgung mit Düngemilletn, Mustergültige» geleistet hat. Aber Minister für die Landarbeiker ist Braun allerdings gewesen, und selbst die radikalen Schreier aus der äußersten Linken haben feine Leistungen achtungsvoll aner- kennen müssen.— Unser Innenminister Genoffe Seoering hat keine Futterkrippcnpolitlk getrieben oder geduldet; aber er hat da» Monopol der Junker in der preußischen Verwaltung gebrochen, er ist der Bewaffnung der Agrarier entgegengetreten und hat die Republik gegen alle ihr« Feind« verleidigt.— Unser Kultusminister Genosse haeaisch hat innerhalb der engen Gren- zen des Relchsrechts und der elenden Finanzlag« dte Forderungen der Lehrer erfüllt, die geistliche Schnlanfflcht beseitigt, Lehrer- und Elternräle geschaffen, Volk» Hochschalen, Arbeiteraka- demien, volkswirtschaftliche� Mittelschulen und gewerkschaftliche Hochschalkurse in» Leben gerufen. Unter sorgfältigster Schonung aller religiösen Empfindungen hat er den Eltern die volle Freiheit gegeben, über die religiöse Erziehung ihrer Kinder auch In der Schal« selbst zn bestimmen.— Unser Finanzminister Lüde manu hat mit Unterstützung der Fraktion alle Sorgsalt aufgewendet, Preußen» Finanzen in Ordnung zn halten. Aber die bürgerlichen Partelen haben sämMche Steucrvorlagen sabotiert und abgelehnt. Die Steuerscheu der Reichen hat bisher in Preußen trw«- phiert. wer fle brechen will, stimme sozialdemokratisch! Da» unmittelbare Ziel der gesamtrn Reaktion im Wahlkampf ist die Beseitigung der sozialdemokrafischea Minister in Preußen. Der Einfluß der Arbeiter, Angestellten und Beamten ans die Re- gierung soll vernichtet, da» Jnaker- und Znrlstrnmono- pol in der Verwaltung wieder hergestellt, die alte Knechtschaft der Beamten erneuert und alle Last des Staates auf di« breiten arbei- teaden Masten gewälzt werden. Im Reiche hat die Reaktion da» Ziel erreicht. Seht hin, ob fie auch narelaeiazlgeslhrerversprechen wahrgemacht hat! hat ffe den Druck der Steger vermindert. dte Lebenshaltung verbessert, der Wohnungsnot abgeholfen, die Geldentwertnng beendet and das Drucken von Papiergeld eingestellt? hat sie die Fehlbeträge der Staatsverwaltungen vermin- derl? Von allem da» gerade Gegenteil! Fallt nicht wieder wie am ö. Zunl auf die lügnerischen Versprechungen von reaktionären und radikalen Phantasten hereint haltet fest an der Ueberzeugung. daß nur planmäßige, demokratische und sozialistische Arbeit de» Volkes Schicksal glücklicher zu gestosteu vermag. So spannt denn gegenüber dem wütenden Ansturm der Gegner im wahlkampfc alle Kraft an! Jede Stimme, die nicht abgegeben wird, kvmmt der Reaktion zugute. Zu des Volke» Hand liegt sein Schicksal. Zeigt Euch relf zur rechten Ausnutzung Eurer großen, demokrast. scheu Rechte. Mit allem Kampsesmut und alter opferwlltlgkeik vorwärts für unsere allen, ewig jungen nnd ewlg schönen Ziele der vollen politischen und wirtschaftlichen Befreiung der ganzen Mensch- heit! Vorwärts zv neuen Siegen für dl« Sozialdemokratlel Oer Vorstand der sozialüemotratistben Partei Oeutsthlanös. Die sozialdemokratische Fraktion der preußischen Landesversammlung. den Klippen entgegen! Unter Den 116 Abgeordneten, die am legten Mittwoch sür die Vertagung der Interpellationen, also für die Regie- rung ücpg'tes stimmten, befand sich— A r i st i d e!ß r i a n ö. Nichts kennzeichnet besser den Kompromißcharakter der neuen Regierung, als dieses kleine, auch von der französischen Presse nicht beachtete Detaib Es zeigt namentlich, daß man in Lay- gues weniger eine bestimmte Politik, als eine bestimmte Person treffen wollte, und daß man mit der Person Briands einverstanden ist. obgleich er die Politik Leygues billigte und vermutlich in ihren großen Linien fortsetzen wird. Wäre dies nicht der Fall, dann wäre sogleich nach der Er- ncnnung Briands durch den Präsidenten der Republik der Rus nach verfassungswidriger Mißachtung des Volkswtllens ertönt. Immerhin, bei allem Ansehen, das Briand in fast allen Lagern des Parlaments befitzt, und bei allen Konzessionen, die er den einzelnen Gruppen und Strömungen bereits in der Wahl feiner Mitarbeiter gemacht hat, wird es der ganzen routinierten Geschicklichkeit der„Sirene", wie man Briand wegen der zauberhaften Wirkung seiner wunderbar tiefen und schmiegsamen Stimme getauft hat, bedürfen, um sich längere Zeit zu halten. Der ehrgeizige PoincarH dürste feine planmäßige Ausschaltung iticht so leicht verschmerzen, und er wird als Außenstehender in der Kulisse gefährliche Intrigen spinnen können Aus der anderen Seite aber bleibt eine kompakte Masse von Soziali st isch-Rahikalen unter Fuhrung von H e r r i o t, die zwar inj allgemeinen Briand nahesteht .und einer besonnenen Friedenspolitik zuneigt, in gewissen Fragen aber sich ganz unnachgiebig zeigt, und es deshalb abgelehnt hat, Persönlichkeiten aus ihrer Mitte in das neue Minnterium� zu entsenden: Das gilt vor allem für die Frage der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehun- gen zum B a t i k a n. Briand, der einst den Bruch mit Rom ausführte, hat selbst, wenn auch mit gewissen Reserven, für die Wiederaufnahme gestimmt und feine sämtlichen fetzi- gen Ministerkollegen, wie in einem Pariser Telegramm aus- drücklich hervorgehoben wurde, ebenfalls. Doch zeigt sich im Senat ein wachsender Widerstand gegen diese Annähe- rungspolitik an den Päpstlichen Stuhl— der zuständige Se- natsausschuß hat noch kürzlich gegen den Antrag Leygues diesen Gegenstand von seiner Tagesordnung abgefetzt—, und es wäre durchaus möglich, daß Briand nach einigen Wochen darüber stolperte. Pariser Telegramme vom Montag nachmittag behaup- ten, auch in den Reihen der„Demokratischen Bereinigung", dem Kernstück des„Nationalen Blocks", fei man mit Briand bereits unzufrieden, weil man bei der Verteilung der Minister- Portefeuilles zu kurz gekommen sei. Und doch scheint es uns, als ob der neue Ministerpräsident es an Konzessionen an die nationalistische Kammermehrheit nicht hat fehlen lassen: B a r t h o u, als Kriegsminister, soll eine Art Lefövre-Erfatz sein und wir können uns in Sachen der Abrüstung auf drohende Noten gefaßt machen. Aus diesem Gebiete müssen wir in der Tat mit einem noch schärferen Kurs als bisher rechnen. Die deutsche Regierung wird gut tun, ihre Politik aus diese Möglichkeit einzustellen und eine Wieder- holung derjenigen Fehler zu oermeiden, die sie in der Frage der Selbstschutzorganisationen in den letzten Wochen bereits begangen hat. Es steht heutzutage für das gesamte deutsche � Volk wahrhaftig mehr auf dem Spiele, als das Prestige der Leute um Escherich und Kohr. Wer mitten in den schicksalsschweren Verhandlungen in Brüssel und Paris, in denen über die Wiedergut- machungsfumme entschieden wird, unnötige Waffen in die Die Siegestrunkenen. frübithr 1871. Vorüber Ift der harte Strauß, Der welfche Drache Hecjt bezwungen, Qnd ßismarch-Sicgfried kehrt nach Bau» Mit reinem Sehatz der IHibctungen; Stolz blickt auf ihrer Kinder Schar Germania, die Be!denmuttcr; Stolz blickt da» Denkervolk sogar Huf Dötlinger, den Hfterluther. Ihr wähnt euch einig, vjeil die peft Der Knechtschaft sieh verallgemeinert, Well täglich noch der kleine ßeft Lebcnd'ger Seelen sich verkleinert; Ihr wähnt euch einig, weil ein Mann Darf Ober Krieg und frieden schalten Qnd euch zur Schlachtbank führen kann Mit der parol' s das Maul gehalten. Heb, Einheit ift ein teerer Schall, Wenn sie nicht Einheit ift im Outen, Wenn ihr korinthi che» Metall Qna mahnt an Mord und Städtcgtutcn; Heh, Einheit ist ein tSncnd Erz, Wenn sie nur pochend auf Kanonen Zu reden weiß an unser Berz— Und klingt e» andere von den Chronen? Einheit des Rechtes ilt kein Schild, Oer uns bewahrt vor Unterdrückung; Mur wo als Reckt das Reckte gilt, Wird He zum Segen, zur Beglückung. Nur diele war's, die wir erstrebt, Die Einheit, die man auf den(Samen Der f reiheit aus der Caufe bebt 5 Dock eure stammt vom Ccufel s Hmen! __ Georg H e t w e gh. Der?S. Januar 1$71. Don K. Serif). Stade. Wie viele andere Fragen, so spatlei auch die Stellung zum tS. oenuor das deutsche Volk. Der Monat des Sedanfieges und des Endes des französischen Kaisertums bringt die Anfänge zur Cr- richtung der preußisch-deutschen Kaiserwürde: die Ausweitung des Norddeutschen Bundes durch Anschluß der süddeutschen Staaten. Seit Ende September 1870 verhandelt Baden, schließt sich Anfang Dktober endgültig an. Der Anschluß Jessens und Württembergs folgt im November: er mußte den Bayerns befördern, dessen sich Bismarck bereits am 23. November vergewissert hatte. Am 27. No- oember schreibt er feinen Brief an den tranken bayerischen König. Der König von Bayern sollte an Wilhelm I. schreibe». Der Eni- wurf dieses Schreibens war von Bismarck gleich beigefügt. Der König sollte darin„argumentieren", daß die„Conzessionen Bayerns schicklicher Weise nur einem deutschen Kaiser» nicht einem König von Preußen gemacht werden könnten". Mit unwesentlichen Aende- rungen schrieb Ludwig ad; der Brief traf am S. Dezember in Der. Hände der Nationalisten aus der Gegenseite spielt, versündigt sich am deutschen Volke. Der andere schwarze Punkt im Ministerium Briand heißt L 0 u ch e u r. wenn auch gewisse geschäftsgierige Kreise, auch in Deutschland, in diesem Manne ganz im Gegenteil einen Lichtblick sehen wollen. Die von ihnen gerühmte Vor» Urteilslosigkeit des neuen Ministers für die befreiten Gebiete soll uns nicht vergessen lassen, daß er der Mann war, der nach Spa Sturm gegen den zu nachgiebigen Millerand lies. Deutich-sranzösische Zusammenarbeit ist auch unser Wunsch und unser Ziel: es fragt sich nur, in welcher Form sie vor sich geht. Soll sie nur einigen wenigen Großunternehmern dies- und jenseits der deutschen Grenze frommen, unter dem Motto„Is boche zraiera", dann müssen wir diese Art von „Annäherung" entschieden ablehnen und wissen uns hierin mit den Sozialisten und Gewerkschaftlern Frankreichs voll- kommen eins. Indessen, zu übetriebenem Pessimismus ist noch kein Anlaß. Vielleicht wird gerade Briand derjenige Staats- mann sein, der endlich den kapitalen Fehler der bisherigen französischen Regierungen Deutschland gegenüber erkennen und vermeiden wird: vielleicht wird er trotz des teilweise reaktionären Anstriches seines Kabinetts jene vom„Temps" anempfohlene Politik verfolgen, die die Stärkung der republikanischen Parteien in Deutschland und nicht ihre Schwächung zur Folge hat. Wir wollen bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß in der Kammersitzung vom 18. Mai 1920 Briand mit einer Achtung von der deutschen Gene» r a l st r e i k b e w e g u n g zum Sturze der Kapp-Rebellen sprach, die daraus schließen läßt, daß ihm das Verständnis für die ideellen und materiellen Kräfte, die in der deutschen Arbeiterklasse vorhanden sind, nicht fehlt. Er sagte damals, gegen den Royalisten Leon Daudet scharf polemisierend, nach dem stenographischen Sitzungsbericht u. a. folgendes: „Dieses unwiderstehliche Mittel, Herr Daudet, ist soeben in einem Nachbarland angewandt worden.... de Magallcm(Royalist): Das ist nicht die Frage. Briand: Doch, mein cherrl ... in einem Nachbarlande, wo einige Söldner gehossl haften, an der Splhe einer Armee Areiheilskeime ja jetlrcfcn.(Beifall auf der äußersten Linken und auf einem Teil der Linken. Lärm rechts.) Leon Daudet(Royalist): Oho! Paul Boneout(Sozialist): Wir werden vielleicht eines Tages gezwungen sein, das gleiche gegen Sie(sich an die Rechte wendend) zu unternehmen. Briand: Es hat sich eine Regierung gefunden, um an die Arbeiterorganisationen zu appellieren, welche, indem sie ihre Slreikkräfie In den Dienst der SssenMchen Freiheiten stellten, es erreichten, daß die Diktatoren sich gezwungen sahen, ihre Pläne fallen zu lassen." Die deutschen Freiheitskeime werden aber durch eine militaristische Gewaltpolitik der Sieger, wie sie sicherlich Poincare, vielleicht aber auch Barthou vorschwebt, indirekt ebensosehr bedroht, wie durch die reaktionären Parteien in Deutschland. Wenn Aristide Briand, der stets ein kluger Kops war, auch dies begreift und seine Politik Deutschland gegenüber danach einstellt, dann ist es im Interesse der sried- lichen Genesung Europas zu wünschen, daß er olle Klippen in der Kammer und im Senat siegreich überwindet. »» 0 Regierungserklärung heute nachmittag. In einem gestern vormittag abgehaltenen Ministerrat wurden die Unter st aatssekretäre ernannt, darunter der elfässifche Radikale Dr. Frey, ferner wurde die Regierungserklärung ent- warfen, die am heutigen Vormittag endgültig festgelegt und bereits am Nachmittag in der Kammer und im Senat verlesen wird. sailles ein. Luitpold überreichte Wilhelm 1. die Gedanken seines Kanzlers tn der Abschrift eines Königs. Di« königliche Abschrift wirkt«: ihr und der„schlaflosen Wockie" stvlnsteivs bezeugt Bismarck ein„erhebliches" Verdienst um den Abschluß der„nationalen" Emi- gung, bezeichnend für deren Tiefe. Der Norddeutsche Reichstag beschloß am S. Dezember die Der- fassungsänderung nur rcdaftitrneller Art:„Bundesprässdium" und „Bund" werden in der Lerfassungsurkunde durch„Kaiser" und „Reich" ersetzt. Am 10. Dezember wird vom Reichstag„allerunter- tänigst und treugehorsamst" eine Adresse an den König beschlossen, die am 18. Dezember derselbe Eduard Simson überbrachte, der 1819 Wilhelms Bruder, Friedrich Wilhelm IV., die Kaiserkrone des Frankfurter Parlaments überbrachte. 4 Stimmen Mehrheit waren ihr dürftiger Schmuck. Ader nicht deswegen hatte Friedricb Wilhelm gedankt.„Das Parlament hat kein« Krone zu vergeben. Eine Kaiserkrone kann nur auf dem Schlachtfeld errungen werden." So hatte Friedrich Wilhelm gesprochen, so handelte man 1870/71. Der 18 Januar 1871 war nicht der Tag einer großen, politischen Tat. Versuche, ihn zu einer solchen zu erheben, blieben in den An- sängen stecken. Schon die Titelfrage schied die Meinungen. Der Riß drohte sich zu erweitern, wenn das Problem eines deutschen Einheitsstaates überhaupt erörtert wurde.„Kaiser von Deutschlands schien territoriale Ansprüche einzuschließen.„König der Deut- scheu." hatte man dem Kronprinzen von Preußen eingeblasen, und er war naiv genug zu glauben, daß die Könige von Bayern, Württemberg und Sachsen sich zu Herzögen degradieren ließen. Der Titel blieb also strittig. Der Großherzog von Baden, der das Hoch ausbringen sollte, wußte daher nicht, ob er den„Deutschen Kaiser" oder den„Kaiser von Deutschland" leben lassen durste, umging ge- schickt die Schwierigkeit und ließ einfach„Kaiser" Wilhelm doch leben. Wilhelm I. war also besiegt in demselben Augenblick, als man ihn hoch leben ließ. Den Titel„Kaiser von Deutschland" hatte er nicht durchsetzen können. Das fühlte er. ging daher noch der Feierlichkeit an Bismarck vorüber, um den Generalen hinter Bis« marck die Hand zu bieten. Im Spiegelsaal von Versailles drängten sich die Fürsten, Generale, Offiziere. Weit hinten an den Wänden staadca einfache Soldaten bei ihren Regimentsabordnungen vom Schlachtfeld: Der Anteil des Volkes, das auf dem Schlachtfeld die Krone hatte erringen müssen. „Auf den einmütigen Ruf der deutschen Fürsten und freien Städte hin" war die Kaiserwürde angenommen worden. Die Pro- klamation vom 18. Januar 1871 war„an das Volk" gerichtet. Vom Volk war darin aber keine Rede. Der Armeebefehl vom selben Tage spricht auch von der Zustimmung aller deutschen Völker: dos stimmt nicht: denn Boyerns Volk, soweit es im Landtag überhaupt oertreten war, stimmte erst am 21. Januar 1871 der Annahme der Kaiserkrone zu. Staatsrechtlich war die Sache am 9. Dezember 1870 niit der Verfassungsänderung im Reichstag erledigt. Der 18 Januar bildete nur die dynastisch- militärische Nachfeier. Eigenartiges Zu- sammentreffcn! Man halte nebeneinander den 9. Dezember und eindn anderen gewaltigeren 9.. den 9. November 1918. Der 18. Januar sollte durch Fürstenpomp verdecken, was politisch unaelöst geblieben war: die mangelhoste„Lösung" der deutschen Frage in klein- deutschem Sinne. Dynastische Rücksichten konnten nur eine klein- deutsche Lösung zulassen. Die deutsche Frage war dadurch nicht gelöst. Die deutschen Oesterreicher konnten sich mit dem 18 Januar nicht befreunden, der sie au» einer Gemeinichmt ausschloß, zn der sie als Deutsche gehörten, Die pariser Konferenz am 24. Januar. Paris, 17. Januar,(havas.) Aus London wird gemeldet: Das Reukersche Bureau wurde amtlich davon in Kenntnis gcsehf, daß Lloyd George der Zusammenkunst der alliierten Ministerpräsidenten beiwohnen wr, die In Paris am 24. Januar stattfinden wird. Gestern antwortete die französische Regierung, daß sie einwillige, daß die Zusammenkunft am 24. Januar staltsinde. Sie wird höchstwahrscheinlich drei oder vier Tage dauern. Es ist niit sicher, daß der italienische und der belgische Ministerpräsident aus ihr vertreten sein werden. Aus alle Fälle wurde beschlossen, daß die Mini sierdesAeußern Italiens und Belgieus, Gras Sforza und Jaspar daran keilnehmen. Frankreichs Vertreter. Barts, 17. Januar.(WTB.) Nach einer Meldung des„Jn- fransigeant" werden an den bevorstehenden Besprechunzen des Obersten Rates für Frankreich Briand. toucheur, Doumer und Berkhelok keilnehmen. Maffetimorü in Gberfchlesien. M y s l a w I h, 17. Januar. Am Sounlag nachmittag erschle- nen bei dem Zlcischermeister kasinsti in Sarlsjegen bei Birkeutal IS bis 20 Banditen. Sie umstellten die Besitzung. Sechs davon drangen in die Wohnung des kasinsti ein. Mit Handgranaten und Armeepislolen richteten die Banditen in der Wohnung große Berwüfwngen an. kasinski wurde erschossen. Ein Beamter der Apol, namens Ogorek, der mit anderen Beamten zn Hilfe geeilt war, wurde ebenfalls erschossen, des weiteren drei Iloilpersonen, serner eine sjraa. Mutier von sechs Kindern. Drei Zioiiislen wurden so schwer verietzi, daß sie wohl schwerlich mit dem Leben davonkommen dürsten. Die Regierung hat 15 000 M. Belohnung für die Ergreifung der Täter aus- gesetzt. Deutsche Proteste. Deutschland hat erstens gegen die Ausweisung Gothcins beim Interalliierten Piebizittommissariat Einspruch erhoben. Ferner hat die Reichsregierung sowohl in Warschau wie auch bei der Bot- schaftertonferenz in Paris dagegen protestiert, daß die polnssche Regierung diejenigen Abstimmungsberechtigten, di« in Neupolen (Posen, Westpreußen) wohnen und verdächtig sind, für Deutsch« l a n d stimmen zu wollen, an der Ausreise verhindert, was im Widerspruch zum Veriailler Bertrag steht, wonach sowohl Deutschland wie Polen gehalten sind, den Abstimmungsberechtigten die Ausübung ihres Wahlrechts zu gewährleisten. Spaltung in Norwegen. Christiania, 17. Januar.etz, Brunnen- straße 28, g. Revier 6 dl(krüber 18), Monbiiouplav 10. 7. Revier 7 M(früher 14), Kaiser-Wilhelm-Sir. 43, 8. Revier 8 dl(früher IE, Prenzlauer Str. 48, 9. Revier ö dl(früher 20), MorsiliuSstr. 18, 10. Revier 10 dl(früher 22), Holzmarlstr. 12. 11. Revier 11 dl lsrüher 27). Annenstr. 22. 12. Revier 12 dl(früher 40), Komman- dantenstr. 87, und 18. Revier 13 dl(früher 38), Schützenstr. 68. Gleichzeitig sind die Meldestellen 6, Albrechtstr. 22. 22, Mar- siliusstr. IV, uitd 40. Schützenstr, 68, nach ihren Revieren 8 dl (stüber 6), Elsasser Str, 22. 10 dl(früher 22V Holzmarktstr. 12, und 12 31(früher 40), Kommandainenstr, 87, zurückverlegt worden. Tie Kriminalpolizei sür die früheren Polizeireviere 26 und 20 bleibt wegen Raumschwierigkeiten bis auf weiteres in der Michael- tirchwache, Michaelkirchplatz 24, untergebracht. Tie Moritat in der Schaubude. Wegen öffentlicher Beleidigung hatte sich die Schaubuden- besitzerin ZarenSty vor dem Schöffengericht Berlin-Tempel» Hof zu vcrantwoneit. Belaunilich erregte seinerzeit der Tod der Kinder des Oberwachtmeister« Hecklau, die in einer Tonne auf dem Boden des Hauses in der Rene» Friedrich- straße, wo die Familie Hccklau wohnte, tot ausaefundeu worden wäre», ungewöhnliches Aussehen und ollgemeine Terlnabme. Das gegen Frau Hccklau eingeleitete ErmiltliingSverfabren gab keinerlei Anhalt für enie Schuld der Frau, so daß das Verfahre» gegen sie eingestellt weiden mußte. Dagegen bemächtigte sich die Angeklagte Eerenekt? dreier Kindenragödie. In ihrer Schaubude auf einem � Rummelplay in Neukölln wurden allabendlich unier dem üblichen Tamtam Wockefiauren und Bilder vom Mosten« mörder Schumann und ein R i e s e n b i l d unter dem Titel:„Die grausige Mordtat in der Neuen Fiiedrtchstraße oder: Wie eine Mutler ihre beiden Kinder in etner Tonne ums Leben bringt", mit grausigen Erläuterungen dem verehrten Rnnimelplatz-Publitum vor- geiührt. Diese rüde Ausbeutung eines io bedauerlichen Unglücks- falles hat zur Erbebung der öffenilichen Anklage geiührt, der sich Oberwachtmeister Hecklau als Nebenkläger anichloß. Das Gcr'ckt verurteilte die Angeklagte zu 500 M. Geldstrafe und 1000 M. Buße und sprach dem Nebenkläger die PublilationSbefugniö zu. Jür Sozialisterung öes Wohnungswesens. Di« Ortsgruppe Neukölln des Mieterverbondes Groß-Bersin hielt am Sonntag ihre Generalversammlung ab. Der groß« Saal von°Kli>em in der Hasenheide war dicht gefüllt. Den Geschäftsbericht gab der 1. Vorsitzende Fi etzner. Er verwies daraus, daß vor einem Jahr die Organisierung der Mieter in Neukölln begann, und schon am 1, Juli 1020 betrug die Mitgliederzahl 17 000. fieut ist sie auf 34 000 gestiegen. Nur schwer gelang es der Leitung des damaligen Mietcrbnndes, Vertreter in die Mieteinigungsämter. de« heute eigentlich Mieffteigerungsärntcr geworden seien, binemzu- bringen. Es müsse darauf hingearbeitet werden, daß die Beisitzer- Posten zu den Mietemigungsämts'.n nicht ohne unsere Hilf« von den Fraktionen besetzt werden. Auch die juristischen Vorsitzenden müssen verschwinden. Unser nächstes Ziel muß lein, den Haus- wirten, die hier in Neukölln einen Fonds von 80000 Mk. zu unserer Bekämpfung gesammelt haben, entgegenzuwirken. Diese Hauswirte versuchen jetzt, die Klausel aus weitere Erhöhung der Mieten in alle Verträge auszunehmen. Leider hat ein Teil der Mieter solche Verträge unterschrieben. Diejenigen, welche sich weigern, nunmehr dies« Verträge zu erfüllen, laufen Gefahr, von d«n Gerichten ver- urteilt z» werden. In der Geschäftsstelle lagern schon über 1200 Prozesse wegen solchen und ähnlichen Fällen. Viel zu ost werde den Forderungen der Hauswirte nachgegeben: so sei festgestellt war- den daß neuerdings wieder Mieter die Treppenreinigung übernommen haben. Im allgemeinen haben die Mieterräte gut gearbeitet, auch mit der Geschästsstelle. Da«ine der Neuköllner Schulen zur Perfügung stehe, werde ein Aufklärungskursu» stattfinden, an dem möglichst oll« Funktionäre teilnehmen sollten. Die Kraft der Organisation dürfe nicht verzettelt werden durch Der- tretungen vor Gerichten. Alle Kraft müsie verwandt werden zur Erreichung des Hauptziels der Mieterbeweaung, nämlich: die So» zialisierung des Grund und Bosens und des Woh- nungswesens. Der Kassenbericht und eine Reib« von An- trägen sollen in einer am 6. Februar im ielben Lokal stattfindenden Generalversammlung erledigt werden. Die Wahl des neuen Vorstande» soll gleichfalls auf der Tagung am 6. Februar erfolgen. Für diele Wahl wurden durch Annahm« entsprechender Anträge folgende Grundsätze festgelegt. Jeder Kan- didat zum Vorstand muß mindestens ein holbes Jahr Mitglied fein und einer politischen Partei angehören: weicher Partei, bleibt seiner eigenen Entscheidung vorbehalten. Verschärst wurde dieser Anirag allerdings durch einen andern, gleichfalls angenommenen, der dahin geht, daß jeder Kandidat sein politisches Glaubensbe- kenntnss abzulegen hat. Auf Antrag des bisherigen Vorstandes, der mitteilte, daß der gegenwärtige Vermögensbestand 8000 Mk. nicht übersteige, weil für Rechtsschutz geradezu horrende Summen verausgabt wurden, be. schloß die Versammlung die Erhöhung des Eintrittsgeldes von 1 Mk. auf 2 Mk., die Erhöhung des Monatsb«i!rages von 80 Pf. auf 1,50 Mk. ab 1. Februar und einen für den Januar zu erhebenden Extrobeitrag von 1 Mk. Dafür soll den Arbeitslosen nach drei- manatiger Arbeitslosigkeit der Beitrag erlassen werden. Ein gemeingefährliches Gauncrpaar» welche« mebrer« Monate hindurch der Schrecken der Hotels und Penstonote gewesen ist, wurde gestern von der 5. Strafkammer de» LandgerrcklS III auf einige Zeit unschädlich gemacht. Wegen Bandendiebstahls bzw. EiiibruÄdiehstahls in einer ganzen Reibe von Fällen waren der Sludenr Rudolf B r ü ck m a n n und der Kaufmann Richard Harth angeklag». Brückmann spielte die Rolle emes„LeuinaniS und Rittergnisbesitzer« Heller", oder eine» „RegieriiiigsasiesiorS Lasker". während sich Harih mit der be- icheidenen Rolle de«„Piivaifekretärs" begnügte Beide stiegen in Schweres Bluk. 14] Roman von Zuhani Aha. ..Echemeikka?" „Schemeikka, der Sohn des Schemeikka!" rief die Alle. „Des Mörders deines Vaters! Der deinen kleinen Bruder verbrannt hat! Dem sein Sohn hat sich hier von dir be- schützen lassen, desien Vater deinen Vater an die Wand spietzte und danach das Kind aus der Wiege in den brennenden Ofen schmiß. Das hat er getan, und dessen Sippe schützt hier dein Weib, das zu derselben Art gehören mag, ja gewiß gehört!" „Woher wißt ihr, daß es Schemeikkas Sohn gewesen ist?" «Sie hat es mir eben, als sie ging, höhnend zugerufen." „Wer weint und jammert denn da?" fragte Juha, plötz- lich aufhorchend. Man hörte den Lärm von laufenden Schritten und ein immer näher kommendes Weinen und Jammern. „Ist es Marja, die da weint?" Juha eilte hinaus. Die Weinende war nicht Marja. fon- dern Kaifa, die ächzend vor der Treppe niedersank, die Hände gegen das Herz drückend, ohne ein Wort hervorzubringen. „Was hast du?" „Laust an die Schnelle und helft!" „Ist Marja ins Wasier gegangen?" brüllte Juha. „Der karelische Mann— der— der hat unsere Frau— mitgenommen." „Wie hat er sie mitgenommen? Wo?"' „Eben, eben-- gerade— ich hab's gesehen—" ..Was hast du gesehen?" „Er riß sie in sein Boot." Mehr vermochte das Mädchen nicht zu erklären, sie schwenkte die Hand und brach wieder in Tränen aus. Juha eilte an die Stromschnelle, in die Bucht, wo die karelischen Männer angelegt hatten und wo nach dem Abzug der anderen gestern Schemeikkas Boot zurückgeblieben war. Das war weg. Er eilte weiter hinunter auf die Landzunge, von wo man den Unterlauf der Schnelle überblicken konnte. Es war nichts zu sehen als die weißen Wellenkämme gegen die schwarze Wolke, und ew Lachs schnellte sich im Stillwafser bei dem Anfang des Gefälles empor. Es ist umsonst! Er rannte aber doch vorwärts, so schnell er auf dem geröll- bedeckte» Ufer konnte, fiel, stand auf und gelangte um das Stillwaner herum in den Winkel einer Bucht. Da am Rande wuchs Gras, dos war zertreten, und junger Laubwald, in dem mit Händen Blätter abgestreift worden waren. Dort lag ein Tuch, Marjas Tuch, dort ein Halbschuh, ihr Schuh. Juha begreift nur so viel, daß er Hilfe holen muß. um nachzusetzen... ihr nach, so weit, bis er sie einholt, sei es bis ans Ende der Well, sei es bis unter die Erde, wohinab die Stromschnelle wie in den schwarzen Schlund der Unter- well zu stürzen schien. Die Mutter, Kalsa und zwei von den Teerbrennern standen auf dem Hos, als Juha kam. „Ihr wißt, was geschehen ist," sagte er zu den Männem, keuchend, kaum vernehmbar, von dem Laufen außer Atem. —„Er hat sie geraubt, der schlechte Kerl. Da ist ihr Tuch." „Was ist darin?" „Ein Schuh— ich habe beides am Ufer gefunden.— Der hätte ertränkt werden müssen." „Du hast's ja selbst verhindert. Hättest uns machen lassen sollen." „Hätte ich'? getan." Juha saß eine Weile schweigend da. „Wollt ihr mir helfen, Männer, obwohl ich euch nicht geholfen habe? Wir setzen ihm nach, vielleicht holen wir ihn noch ein?" „Den holen wir nicht mehr ein. da er einmal auf den Schnellen ist. Der Rasakoski ist eine Meile lang, und noch ehe wir aufbrechen könnten, ist er unten, und da teilen sich die Wasser nach drei Seiten, und niemand weiß, welchen Weg er gegangen ist." „Wir verfolgen ihn, bis wir ihn haben, meinetwegen bis in sein Land." „So ein Zug muß mit stärkeren Kräften gemacht werden." Juha sah selbst ein, daß er mit diesen Männern, auch wenn sie gegangen Witten, nichts hätte ausrichten können. Die Männer redeten wie von irgendeiner gleichgülligen Sache. „Man sollte meinen, es müßte nicht leicht gewesen sein. einen so großen Menschen mit Gewalt ins Boot zu kriegen." „Ach was," sagte der andere.„Wo er sie einmal im Boot hatte— und weshalb hätte er sie nicht hineintragen können— und das Boot in den Strudel gestoßen war, da hat einer gerade Lust hinauszuspringen. Hat sie glücklich erwischt und behätt sie. Hoben sie auch früher behalten. Und der ist nicht allein dabei. Die anderen warten dort aus ihn. obwohl sie taten, als zögen sie voraus." Die Magd kam, immer noch schluchzend, aus dem Haus und wollte in den Pferch geben. „Wie ist es denn eigentlich zugegangen?" fragte Juha. „Ich weiß nicht, ach. ich kann es nicht..." „War es in der Bucht, wo er sie gepackt hat?" „Da war mit einemmal ein Boot... ich habe nicht gesehen, wie es gekommen ist, obgleich ich da war." „Wo warst du?" „Wie ich da war und die Gefäße ausspülte, sab ich die Frau kommen... und dann warf er sie in das Boot und sprang nach... und Marja fiel rücklings in das Boot und stürzte mit der Schürze vor dem Gesicht hin, weiter weiß ich nichts.. „Das hast du gesehen?" .La." Juha stand auf und ging in seinen Speicher. „Bist du sicher, daß er sie mit Gewatt fortgeschleppt hat?" fragte die alte Wirtin. „Ach, daß so etwas geschehen mußte!" weinte das Mädchen. Die Alte sah, wie Juha in seinem Speicher ellig feine Sonntagskleider anzog. „Willst du irgendwohin?" -La. „Wohin?" .Lch lasse das Kirchspiel aufbieten." „Darum wird sich wohl das Kirchspiel nicht ausbieten lassen." Juha lief schon nach dem Strande, stieß dag Boot ab und begann nach Süden zu rudern. (Forts, folgt.) / Ken Jokers und kn den ekegonten Penflonaien dr-Z Westens ad und verschwanden schon nach zwei Tagen. Die Inhaber, w?« auch die Gäste mutzten dann die unangenehme Entdeckung machen, datz ihnen eine grotze Anzahl gerade der wertvollslen Sachen abhanden ge- kommen waren. Die beiden Gauner erbeuleten Perserteppiche, alte Porzellane. Bronzen, Lelgemälde. Brillantringe, Gobelins im Gelamiwerte von zirka 800 lillv Mark, daneben noch größere Geldbeträge. Das Gericht erkannie gegen Brückmann aiif 8 Jahr Gefängnis, gegen Harth aus l Jahr 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von t Monaten Untersuchungshaft. Kein Zteuermahnzettel, sondern öffentliche Aufforderung. sfllr den Bereich der neuen Stadtgemeinde Berlin bat der Magistrat angeordnet, datz bei allen laufend zu entrichtenden Steuern an Stell« der Mahnung durch Mahnzeitel die ößentliche Aufforderung zur Zahlung erfolgt. Wud dieser Aufforderung nicht ssolge geleistet, so wird ohne weitere Erinnerung zur zwangsweisen Bei> treibung geschritten, Da die Kasfen-Eiiirichtungen in den zur neuen Stadtgemeinde Berlin zusammengeschlossenen Gemeinden noch iitchr überall einheit- lick gestaltet stud, kann das Verfahren noch nicht rn allen Geineinden gleicdiuätzig angewendet werden. In den Gemeinden, in denen die Mahnung hiüher durch Mahnzeltet erfolgte, wird d,e Einführung der öfienilichen Mabiiung durch die örtlichen Bekanntmachungen der Steuerbehörde bekanntgegeben werden. Für den Bereich der alte» Stadtgemeinde Berlin wird die öffentliche Mahnung sogleich zur Anwendung kommen. Prüfungen hochbegabter Schüler. ES finden demnächst zwei Prüfungen für hochbegabte Schüler und Schülerinnen statt, und zwar») eine künstlerilch« uno d)«ine techmsche Prüfung zeichnerisch oder handfertig bochbegabter Schule- rinnen aller Schulen, auch der höheren Lehranstalten, die Ostern 1921 eie Schule verlasse» und vor der Berufswahl sieben. Die lecvnische Prü'una soll Swüler und in besonderen Fällen auch Schülerinnen umfasicn. die neben gnter Intelligenz besondere An- laqen ,u qnalifiuerter Handarbeit aufweite» und sich dem Metall- gewerbe und verwandte» Gebieten widmen wollen. ES ist ge« stallet, an beiden Brniunaen. der künstlerischen und technischen, teil- zunehmen. Geiuche um Zulaffung zU genannten Prüfungen sind umgehend durch den Rektor b>w. Direktor der einzelnen An- stalten dem Siädti'chen Jugendpflegeamt Berlin. Neue Friedrich- straße 7gd 30. zu übermitteln. � Der Verlcnmdnngskampf gegen Panlsen. Die„Deutsche Tageszeitung" stellt in einem Bericht vom Sonn- abend, den 13. Januar, die Behauptung aui, die Hamburger Bürgerschaft habe den neuen Berliner Oberstaotschulrat Wil- Helm Paulsen für eine leitend« Stelle in Hamburg als nicht geeignet erachtet, für Berlin solle er nun gut genug sein. Diese Behauptung ist, wix ein Telegramm unseres Hamburger Korrespondenten meldet', glatt erfunden. Die Hamburger Bürgerschaft hat sich bis zur Stunde noch nicht damit zu beschäftigen gehavt. ob aulsen rn eine leitende Stelle berufen werden solle öder nicht. Paulsen wäre in Hamburg ganz fraglos bei Ernennung eines neuen Schulaufsichtsbeamten an diese Stelle berufen worden. Daß der Sozialdemokrat Karl Goetze, der jüngst Hamburger Schulrot ge- worden ist, und der Demokrat Fritz v. Borstel, der Schulinspektor geworden ist, Paulsen von der Oberschulbehörde vorgezogen sind, lag lediglich daran, daß man diese beiden um das Hamburger und de. Usch« Schulleben hochverdienten Männer, die vom alten Regime geflissentlich übergangen wurden, aus Gründen, die lediglich in den Hamburger Verhältnissen liegen, vor Paulsen befordern mußte. Aber schon bei der Wahl dieser beiden Männer hatte die Oberschulbehörde in Hamburg auch Paulsen für eine leitende Stelle im Hamburger Schuldienst für die allernächst« Zeit vorgesehen. • Der„Gemeinsame Arbeitsausschuß der demokrätischen und sozialistischen Elternbeiräte an höheren Schu'en Groß-Berllns" ver. wahrt sich in einer Entschließung nachdrücklich dagegen, daß«ine Vereinigung, die sich„Freie Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte" nennt und die schon öfter mit reaktionären Erklärungen an die Oeffentlichkeit trat, einen irreführenden Protest zur Wahl Pausiens zum Stadtfchulrat an die Zeitungen versendet. Die„Freie Ar« beitsgemeinschaft" sei nicht legitimiert, sich als die Vertretung der Estembeiröte an höheren Schulen aufzuspielen: sie schwimme, wie ihre gedruckten Richtlinien beweisen, völlig im Fahrwasier der Deutschnationalen Partei, und ihren monarchistischen, fortschritt- feindlichen, antisemitischen Charakter verberge sie kaum noch vor ihren Mitläufern. Der„Gemeinsame Arbeitsausschuh der demo- kratischen und sozialistischen Elternbeiräte" stellt sest, daß er sich diesem Protest gegen Paulsen nicht anschließt, der unbestreitbar Fach- mann ist, dem Religionsselndlichkett einfach unterstellt wird und desien parteipolitisch« Wohl die reaktionäre Arbeitsgemeinschaft be- kämpft, weil sie keinen deuffchnationalen Vertrauensmann ergab. lSasverqlfkunq eine» Liebespaar es. Der Bäcker Streigang und seine Geliebte, eine Frau Lina Krause, wurden gestern in ihrer ge- meinsamen Wohnung im Hause Neue Königstr. 18 besinnungslos aufgefunden. Wiederbelebungsversuche hatten nur noch bei S. Er folg. Frau Krause war bereits tot. Streigang fand im Kranken hause Am Friedrichshain Ausnahm«. Ob«in Unfall oder Lebens müdiakeit vorliegen, konnte bisher nicht ermittelt werden, da S. noch nicht vernehmungsfähig ist. Di« Milchbklleserrmg sindet vom heutigen Dienstag dis einschließlich Donnerstag, den 20. Januar, wie folgt statt: Am 18. Januar erhalten B�'Bto�'�enkarten keine Milch. Am 19, Januar nur V* Liter Frischmilch. Als Ersatz wird am 18, Januar eine Büchs« amerikanische Kondensvollmilch, ungezuckert, zum Preis« von 9.95 M. verausgabt. Am 29. Januar erhalten die li-Ltter-Krankenkart-n Liter Frischmilch. Am 18. und 19. Januar werden die ü-Liter-Kranienkarten voll bellefcri. Am 20 Januar erhalten sie»eine Milch. Als Ersatz wird am 20. Januar rückwirkend eine Büchse ausländische KondenSmaaermilch, gezuckert, zum Preise von 8,75 M. verausgabt. Die Ol. und OII-Kinderkarten werden «Vi schm?lch"� BelieserungSlist« I bedient, d. h. fie erhallen Don dm Anqestevkm der Viktoria geht uns folgende War- nung an die Bersicherten der Viktoria zu: Unwahr» Gerüchte veranlasien viele Versicherte zur vorzeitigen Auflösung ihrer Versicherungen. Tag für Tag finden An- stürm« auf die Kasten der Bolksversicherung statt. Den Schaden davon haben die Versicherten selbstl Denn bei vorzeitiger Auf- losung von Versicherungen kann naturgemäß nur ein Bruchteil des eingezahlten Geldes zurückgezahlt werden. Ueberdies hat das Geld, das die Versicherten heut« erhalten, doch ungefähr ein Zehntel der Kauskrast des Betrages, der in langen Jahren eingezahlt wurde. Der Wert der Versicherung liegt im Innehalten der vertragsgemäßen Bersicherungsdauer. Daß die Viktoria-Bersicherung' zohlungs. unfähig wird, ist allein schon durch die gesetzlich vorgeschrieben« Art. w* die D-rsicherungsgesellschaften ihre Gelder anlegen müssen, völlig au« geschlossen! Ein« tiesgreifende Folg« der zurzeit in großem Maßstab« vorgenommenen vorzeitigen Auflösungen von Versicherun- gen ist nicht allein, daß die Angestellten augenblicklich bis zur Er- schöpsung angestrengt werden. In Kürze wird vermutlich infolg« der geringer werdenden Berwaltungsarbeit ein großer Teil der An- gestellt«» wegen ArbsitsmangÄ auf der Straße liegen und da« ge- wattige Heer der Arbeitslosen vermehren. So hat keiner Nutzen ois der Kopitali-mus. der dm Gewinn einstreicht! Darum. Volks. versichert«, laßt eure Dersicherungm bestehen und nehmt die Be!- traaszohlung wieder aus. Alle Geschäftsstellen der Viktoria nehmen Zgblungen an: auch erteilen alle Angestellten der Viktoria bereitwilligst Auskunft. _ vi« Direktion der Skädstschm ElektrizlkBswerke hat b«n Wunsch geäußert, alsbald beurlaubt zu werden. Der Magistrat hat be- schloffen, diesem Wunsch Rechnung zu tragen. Vi« Versammlung des 12. Bezirk» hat nun auch die auf sSmt- sich« Bezirksversammlungen Berlins losgelassenen Anträge der K o mm u n i st e n hinter sich. Wie im allgemeinen im Verliner Westen die Parteikärnpse in milderen Formen ausgetragen werden, so ging auch die Beratung dieser Anträge bei sehr schwach besetzter Tribüne(Parteianhänger der Antragsteller waren überhaupt nicht vertreten) völlig leidenschaftslos und sachlich vor sich. Die verschie- denen Redner warm d«r Ansicht, daß die Bezirksversammlung zur B-eschlußfassung nicht zuständig sei, und deshalb wurden die Anträge abgelehnt. Borher wurde die Geschäftsordnung beraten und der vorgelegte Entwurf mit einigen Aenderungen angenommen. Ferner wurde der bisherige Wahlausschuß für dos neue Jahr wiedergewählt und als regelmäßiger Sitzungstag der Be zirksversammlung der Montag festgesetzt. Siedlungsbaukm auf dem Tempelhofer Feld«. Di« Gemein- nützige Tempelhoserseld-Heimstäiten-Gesellschast hat nunmehr den NO 009 Quadratmeter großen südlichen Teil des Tempelhofer Felder von der Gemeinde Berlin-Tempelhof erworben. Mit dem Bau der ersten Häuser wird im Frühjahr d. I. begonnen werden. Es wird der Versuch gemacht werden, neben den kleinen Einsomilienhäu�ern, die zuerst in Angriff genommen werden sollen, zur Steuerung der Wohnungsnot einige größere Einsamüienhäuser mit 6—7 Zimmern auf vorherige Bestellung herzustellen. Jedes Haus erhält einen etwa 300 Quadratmeter großen Ganen.(Siehe heutiges Inserat.) wandervvgm durch das alle Berlin sind mehr und mehr in Aufnahme gekommen. Auch bei Jugendlichen finden diese belehren- den Spaziergänoe durch die an Baudenkmälern keineswegs so arm« Altstadt vielen Beifall. Rechten Gewinn können sie aber nur brin- gen. wenn sie unter sachkundiger Führung veranstaltet werden. Dr. Hans Brendick«, Hauptschristwort des Vereins für die Geichichte Berlins und setzt sein Ehrenmitglied, hat seit etwa zehn Jahren durch solch« Veranstaltungen sich um die Verbreitung der Kenntnis des alten Berlin bemüht. Sein gedruckter„Führer auf der Wanderung durch Altberlin-Cöln"(Mittler u. Sohn, Berlin, ö M.) ist zum 70. Geburtstag des Verfassers tn 7. Austage erschienen. Er wird allen willkommen sein, die aus eigene Faust die stillen Winkel des alten Berlin durchstreifen wollen. Das 52 Seiten starke Hest, das mit 22 Abbildungen geschmückt ist, bringt in knopper Darstellung eine Fülle ortsgeschichtlicher und kunstgeschichtlicher Angaben. von einem Krankenauto totqesah''en. Der ISjährige Hermann Teil aus Reinickendorf wurde in der Diktoria-Allee nah« der Segens- kirchc von einem Krankenautomobil überfahren und schwer verletzt. Man brachte ihn nach dem Krankenbause in Reinickendorf, wo er aber unter den Händen der Aerzte starb. In dem WirtschattSknrsnS über„Argentimeit" an der Handelsboch. schule Berlin spricht am Mittwoch, den 1». Januar. Dr. Pfannenschmidi. jandwirtschas'.lichcr Sachverständiger tür Südamerika beim Generalkonsn- lat in Buenos-AireS über.Landwirtschaft, einschließlich des Handels mit landwiritchastlichen Produkten im allgemeinen: Doll- und Häutehandct". Beginn d«S Vortrags 7 Uhr abends. ßilmschau. „Die 13 a«S Stahl"(D e c l a- Lichtspiele, Unter den Linden) sind eine BerbrccheracsellschasI, wie sie der Filni liebt, die allerhand und noch einige» aus dem Gewisien haben. Daß ein Detektiv dazu gehört, die Ge- sellschast festzustellen und zu verhaften, daß es dabei durch Lpiumhöhlen, verlasiene Kellergänge, Gewölbe usw. geht, ist. gemesie» am heutigen Kriminalklische« der Filmkunst, selbstverständlich. Nlckt selbstverständlich ist verkörpert, kann nichts dafür. ES liegt an dem schon erwähnte» schlechten nnd verbrauchten Klischee. I» de» Mozartsaal-Sichtspielen kam ein von Dr. Willi Wölls ver- faßter SensationStilm„10 Milliarden Volt" zur Uraufsührung. Die Handlung gruvvier» sick, um die Idee, daß ein Ingenieur, nni dem immer geringer werdenden Kohlenvorrat der Erde zu begegnen, eine Er- sindung macht, den im Luftraum vorhandenen Stickstoff in Wärme zu ver- wandeln. Mit dieser Erfindung kreuzt er die Jnteresien des großen inter- nationalen KohlcntrusteS, desien Vorsitzender ctnen erbitterten Kampf um die Vernichtung der neuen Erfindung führt. Am sensationellsten erscheint UNS an diesem Film, wie sich im Kopse des VcrsasierS die Arbeiter- bewcgung darstellt. Die in dem Walsfschen Film auftretenden Arbeiter- masien haben kein höheres Ideal, als radikal alle Maschinen zu zerstören, um so vom Kapitalismus frei zu werden. Dieser naiven Aussasiung huldigten zwar Arbeiter der längst«ntschwunde- nen ersten Epoche der Arbeiterbewegung, beutzutage wisien aber die Ar- beiter mit den Maschinen etwas Besieres anzusaugen, als sie zu demolieren. In den Hauptrollen gaben Ellen Richter, Arthur Sonntag und Dr. Peter E t s« r dem Film Inhalt und Leben.— Sehr lobenswert war die Vorführung eines Naturfilms aus dem winterlichen Harz und die Verfilmung der Großfunkenstation Königswusterhausen. „El Oering«". In Verdugo"(Der Henker)> ftmdene U v a ch r o m- der Schauburg wurde das Filmdroma„El ezeigt in dem erstmalig die von Dr. Traube er- "arvenphotographi�e Anwendung fand. manche verdienstvolle schauspielerische Leistung, manch« tüchtige Tat der Regie. Und alles sindet durch prächtige LandschaftSbilder eine vortreffliche Unterstützung. Mit der Farbe selbst ist das aber solch« Sache. Man wird einzig und allein an kolorierte Ansichtspostkarten erinnert und sehr oft noch nicht einmal an gute. Sobald jedoch Bewcgung einsetzt, ist die Farben- frendigkeit vorbei. Das aber ist eine Unzulänglichkeit, die gach zu derb auffällt, denn die Bewegung ist das A und O des FilmS. Nun ,a. dieses war ein Versuch, nnd große Verbesierungen find nötig, damit die Hoff- nungen aus einen vollen Erfolg genährt werden. Wirt feha|t Die Mark steigt weiter. Tie Pcei-e für ausländische Zahlungsmittel gingen an der Berliner Börse mich gestern erheblich zurück. Ter Dollar war für 02.13 M. täusftch, ein KurS, wie er seit Oktober vorigen JabreS nicht meh/ erreicht worden war. Sehnlich gestaltete sich die Kursbewegung auch bei den übrigen s:emden Wechseln. ES losteien, verglichen mit dem Friedensumrechnungskurs und den letzten Notierungen: ' 3. Jan. Friedens- Ungllnst. umrrchn.- Lland kur» 100 kolk. Gulden 170.— 100 Schweiz.Fr. 80,— 1 Dollar.. 4,20 100 österr. Kr. abgestempelt 85.— 100 rfchech. Kr. 85,— 1020 4200,— 1600— 103,25 89,50 104— 1J. Jan. 15. Jan. 1921 17. Jan. 2322.65 2267,70 2202,75 2047,93 1183,85 1088,90 1043,95 975.— 74,42 68,18 66.68 62,43 17,03 14.73 11,73 11,43 81,77 61,45 81,02 80,53 Die anhaltende Besserung drs MarkkurseS ist daraus zurückzu« führen, daß die Länder mit hohem Valuiasiand, die außerordentlich unter den Absatzschwierigkeilen zu leiden haben, zu langfristigen Krediten an die deutichen Abnehmer geneigter sind als früher. Obwohl der Umiang der geplanten Kiediimaßnahmen noch nicht bekannt ist und man auch noch nicht weiß, in welchem Maße sie Deuischlmd zugute komme» werden, genügt diese Tatsache schon, um die Mark im Werte steigen zu lassen. ES laufen ja so große Mengen deutscher Markwert« im Ausland um, daß der geringste Anstoß genügt, um ihre ZahIungSkiaft im Susland stark zu ver- bessern oder zu verschlechtern. Einen katastrophalen Sturz hat die polnische Währung durchgemacht. 100 polniiche Mark lann man seit dem letzten Sonnabend mit?>/„ deutsche Mark lausen! Diezer Zusammenbruch der polnischen Währung, der die polnische Mark noch weit unter die österreichische Krone hat sinken lasten, wir» manchem Wankelmütigen vor der oberschlesii'chen Abstimmung die Augen öffnen, wie eS um Polens Fiiianzwirtschasl und um den Wert polnischer Versprechungen talsöchlich steht. Die Zenkralarbeiksgemeinschask zu den kartoffelpreisen. Der Vorstand der Z e n t r a l a r b e i t s g e m e i n s ch a s t be- schäitigte stch in seiner letzten Monatssitzung unter Vorsitz Peter Graßmanns mit der Preisgestaltung auf dem Kartosselinarkt. Von verschiedenen Seiten, besonders der Arbeitnehmer, ist darüber Klag« geführt worden, daß die seinerzeit mit den landwirischost- lichen Organisationen vereinbarten Kartoffelvreis« � in letzter Zeit vielfach nicht eingehalten worden seien, und der Einfluß der land- wirtschaftlichen Organisationsführer es nicht vermocht habe, solche Preisüberschreitungen zu verhindern. Nach eingehender Aussprache gelangte folgende Entschlle- ßung zur Annahme: Der am 13. Januar tagende Vorstand der Zentralarbeits- geme nschaft hat sich in eingebenden Verhandlungen mit der Frage der Kartosselpreise besaßt. Der Vorstand stellt an die deutsche Landwirtschaft das Verlangen, die Preise für ihr« Pro- dukte, insondeicheit für Kartoffeln, soweit herabzusetzen, wie dies mit Rücksicht aus die wirtchostlicheu Notwendigkeiten der landwirtschaftlichen Betriebsführung möglich ist. um d Ernährungsmöglichkeit der Arbeirer und Angestellten leichtern und zur Behebung der Rotlag« schen Bevölkerung das ihrige beizutragen.- ck Dem Zentrolvorstand lag serner der Entwurf einer V e r o r d- nung über die Leschäfffaung ausländischer Arbeiter zur Begut- achtung vor. Der sozialpolitische Ausschuß der Zentralarbeitsgemein- schast hatte sich bereits hiermit besaßt, indeffen ein Bedürfnis für den Erlaß der Dorordnung nicht anerkannt. Der Zentralvorstand schloß sich dieser Aufsaffung an.— Ferner beschäftigte sich der Zentraloorstand mit der vom Reichsarbeitsministerium ausgegange- nen Anregung der Festsetzung von Richtlinien für die Sitzungszeil der Betriebsräte. Der Vorschlag wurde als praktisch u n durch» s ü h r b a r bezeichnet.— Die vom Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe beabsichtigt« Errichtung be'ondener Wirischaftsschu'en zur Heranbildung von Arbeitern und Angestellten für die berufsmäßige Verwaltung sozialer und wirtschasllicher An- aelegenheiten konnte schon aus finanziellen Gründen die Unter- stützung des Vorstandes nicht finden. damit die er- r- u t- Srsß-Serliner parteinachrlchtea. Parteigenossen! Der bevorstehende Ivohlkampf erfordert auherordenkliche Mittel, venuht unsere Sammellisten und sendet frelwillige Beitrage zum wahljonds an illcx Pagets. Lezirksverband Verlin S.P.D.. AD. 40, In den Zelten 23, oder auf Post- scheckkonto 4$ 743. heute. Dienstag, den lS. Januar: I. fttiß(H-ttesche, Xet). Sie Genossen werden ersuckil. sich e.n der affent- IiSen Wödlerversommlun» de» 14.«rciscä im Schiiltheiß-Au-sch-n?(Winter- garten). Lasenheide zu beteiligen. II. Att. 7 Ubr sehr wichtige Sitzung sämtlicher Funktionäre. 7».«bt. tSSssakberg) 7 Uhr erweiterte Vorstor.dositzung bei Groß, Seban- strotze 17, WiSitige Tag»»ordnunq. Znxgsozlaltftea. Gruppe Lichtenberg VA Uhr bei Schlenkrich, Simolori. strahe 42. Bortrag Wer I.„Sozialiomu, in Frankreich", Refereni Viktor Echisf: 2. Organiflerung der Wahlwanderungen.— Gruppe Temp-IH-t 71i Uhr bei Vuse. Ecke«erder- und«aiser-Bilhelm�Stratze. Dorrrag Wer 1...Di« fran- uw'che Revolution". 2. Organisierung der Wahlwanderungen. Sein Mirglied darf fehlen. Die noch nicht angegebenen«dreffen der« S i t a t i» n o I e i t e r sind zu r rf ehren beim Genaffen Mäbu«, Bezirksverband, In den Zelten 2?> sHansa 1444). Lichtenberg: EliernbeirSte der S.P.D. und U.S.P.D. äffcnfliche Bertamoi. lung im Reformgnmnasium Parkaue. Thema: Dr. Ldwenstei», „Die weltliche Schule". Aeferent Morgen, Mittwoch, den 19. Januar: — Abt. 7U Uhr wichtige AunktionSrnersommlung bei Steffen«. Lands» bergsr Mee 15«. Unbedingtes Erscheinen ist Pflicht. HO. Abt. sGrstuan) V.:j Ubr antzerordentliche Mitgliederversammlung bei Werner, stöpen-cker Str. Mb. Bortrag Uber die Sozialisierung-ftage. .*■(Lichtenberg) 7zj Uhr Funktionärkonferenz bei Schlenkrich, Simplonstr.«2. « »-«- A«. Fravenabend Mittwoch, den 1»., abend« 744 Uhr bei 1 7 Ühr in den Swsikersiilen, Naifer-A Taubstummen! Bezirk Persammlung am 21. Ian»er elm-Str. 31, Börsensaal. j ZMneralölqen»!mwng in veuffchland. Die Versuch«, aus Post- donien-Schiefer, der in Württemberg gefunden wird, Mineralöl zu gewinnen, haben bisher ein gutes Erx�bnis gezeitigt, so daß jetzt im größeren Umfange an die Erzeugung herangegangen werden soll. Bisher wurden die Versuche unternommen von den Iura-Oelschieserwerken A.-K.. die mit 16 Millionen Aktienkapital im Juni v. I. unter Beteiligung der Mineralöl-Rafsinerie Zeller und Gmelin in Göppingen, des Salzwerkes Heilbronn und des�Württcm- bergischen Staates gegründet worden waren. Zur Erhöhung der Ausbeutung ist die Gründung einer großen Aktiengesellschaft ge- plant unter Führung der Deutschen Petroleum A.-G., der Deutschen Bank und einiger ihr nahestehenden Gesellschasien. Zechenerwerb der Firma Krupp. Die Konzentrationsbeweaunq im Westen schreitet weiter fort. Zwischen der Friedrich-Krupp-Ä.-G. und dem Grubenvorstand der Gewerkschaft„Vereinigte Kon- st antin der Große" sind Verhandlungen zum Abschluß ge- kommen, die für eine lang« Reihe von Iahren«ine Interessen- und Betriebsgemeinsckxist vorsehen. Krupp erweitert damit«nisprechend seiner Leistungsfähigkeit in Roh- und Stabeiien seine Kohlengrundlage durch den Erwerb von Kohlenfeldern,!i« an den bisherigen Kruppschen Besitz der Zechen Hannover und Hannibal stoßen und so«inen erleichterten Abbau ermöglichen. Abschlüsse. Die Wanderer Fahrradwerke vormals Winklhofer u. Iaenicke A.-G. in Schönau bei Chemnitz schlagen aus einem Reingewinn, der trotz erheblicher Rücklagen noch fast dreimal so groß ist wie im Vorjahr. 35 Pro;, als Dividende vor. Diesen Prozentsatz hat das Werk mir einmal vorher, in dem fetten Kriegsjahr 1917/18 erreicht. Der Umsatz betrug das Zehnfache des Aktienkapitals.— 150 Proz. spenden die V e i t h- Werke Sand- b a ch in Form von Graiisaktien, Dividende und Bonus ihren Aktionären: es ist ein selbst in dieser Zeit skrupelloser Dividenden- schleuderet vereinzelter Fall, daß in einem Jahr das Cineinhalbfache des Aktienkapitals offen ausgeschüttet wird! Das Werk fabriziert Automobil-, Fahrradreifen und ähnliche Artikel.— Die Nürnberger Herkuleswerte A.-G. in Nürnberg erhöhen ihre Dividende von 16 auf den von ihr bisher nicht erreichten Satz von 20 Proz.— Die Franko nia A.-G. in Beierkeld i. Sa. bringen es in diesem Jahre auf 30 Droz. Ausschüttungen, gleichfalls den höchsten bisher von ihr erreichten Satz.— Dis Norodeutsckien Eis werke A.-E. in Berlin erhöhen ihre Dividende von 14 Proz. im Vorjahr auf 20 Proz. und verschenken dazu weitere 40 Proz. als Einzahlung auf neue Aktien, so daß ialsächlich ein Gewinn von 60 Proz. zur Ausschüttung kommt.— Die Vereinigte Eisen- Hütten und Maschinenbau A.-G. in Barmen verdoppelt ihre Auoschütiungen aus 30 Proz.(20 Proz. Dividende und 10 Proz. Bonus.) Geschästliche Mitteilungen. Die F>i»>>i sitae» Heb«, Eimrsi-estr. 20?0, während«es Ausverkstvf»".Ulr zeerf gofttzt. Auftrat. >st. wie ste mitteilt, M« P reffe Wir verweisen auf da» heutige die öergarbeiterkonferenz. Die Vertreter der Bergarbeiter, die seit Freitag in Verlin tagten, setzten am Montag ihre Beratung fort. Zunächst beschäftigte man sich mit der k o m m u n i st i s ch e n Bewegung innerhalb des Dcrbandes. Die ausgedehnte Aussprache ergab, daß dies« Bewegung schon seit langem nicht mehr die Be» d e u t u n g hat, die sie vor Iayresfrist einmal hatte, und daß ein großer Teil der Mitglieder, die sich der fyndikalistisch-kommunisti- schen Bewegung angeschlossen hatten, zur alten Gewerkschaft zurück- kehrten. Als Beweis hierfür wurde insbesondere der Verlaus einer von den Kommunisten für den 11. Januar in Essen einberufenen Betricbsrätekonferenz angeführt. Dort wurde zumal von Rednern, die aus Berlin erschienen waren, für den Streik Stim- mung gemacht. Diese Aufforderung erlebte st a r k e n Widerspruch, was zur Folge hatte, daß die Konferenz tumul- tiös verlief und ein großer Teil der Besucher bereits vor der Ab- stimmung das Lokal verließ. Der Streik wurde zwar mit Mehrheit angenommen, ober die Vorstellung, daß nur 53 Schachtanlagen von 300 vertreten waren, wirkte außerordentlich ernüchternd. Bemerkenswert ist noch, daß selbst die kommunistische„Freie Union" (Gelsenkirchen) gegen den Streik stimmte. Im Anschluß an diese Erörterung wiesen viele Redner darauf hin, daß sich der Verband auf gewerkschaftlich neutralem Boden halten müsse, aber darum mit noch größerer Schärfe Z e r» störungsbestrebungen entgegenzutreten habe. Die Verbandskonferenz teilte diese Auffassung einmütig und gab folgen- der Resolution ihre Zustimmung. „Die von politischen und wirtschaftlichen Reaktionären be- drohten Interessen der Arbeitcrtlasie können nur wirksam gestützt und gefördert werden durch einen engsten Zusammen- s 6) l u ß der Arbeiter. Wer diesen Zusammenschluß hindert und; stört, arbeitet für die Reaktionäre. Unser Verband ist nach seinem- Statut eine von allen politischen Parteien unabhängige Organiso- tivn. Sie fordert deshalb von keinem Mitglieds ein parteipoliti- sches Glaubensbekenntnis und bietet darum Raum für olle Be- rufsgenosien. Der Verband kann feine Aufgabe, die Interessen der Bergarbeiter zu wahren und zu fördern aber nur erfüllen, wenn alle Mitglieder aus freiem Entschluß stets gewerkschaftliche. Disziplin und kameradschaftliche Solidarität üben. Dagegen ver- j suchen die von Moekau kommandierten kommunistischen Zellen- bauer mit den verwerflichsten Mitteln das Gefüge der Gewerk« schuften zu sprengen. Die schlimmste Uneinigkeit und Spaltung soll systematisch herbeigcsührt werden. Auch der Frevel, jede wirtschaftliche Förderung der Arbeiter zu parteipolitischen kam- munistischen Aktionen zu gebrauchen, gehört zum moskowitischen Spaktungsprogramm. Wir fordern unsere Kameraden auf. überall mit Energie den bösartigen Spaltungsbestrebun- gen entgegenzutreten, da deren Ziel ist, die Berg- arbetter zu zersplittern und sie so widerstandslos dem Kapital auszuliefern. Wenn sich Verbandsmikglleder an der Bildung kommunistischer Keimzellen zur Sprengung unserer Organisation beteiligen sollten, so müssen diese Leuie rücksichtslos nach unserm Statut als Berbondsschädiger behandelt werden. Auch die Teilnahme unserer Betriebsräte an den von kommunistischen„Zellenbauern" unter irgendeinem Norwande errichteten Konferenzen und Besprechungen begünstigt die Zer- svlitterungsarbeit der Moskowiter und muß daher unter allen Umständen unterbleiben. In dem weiteren Verlauf der Konferenz wurde Stellung ge- nommen zur Lohn- und ErnShrungsfrage. Aus allen Bezirken meldeten die Vertreter eine zunehmende Steige- rung der Lebensmittelpreise Diese Erfahrung sei um so trauriger, da von der Regierung allzu häufig die Versicherung gegeben wurde, daß mit. dem Abbau. der Zwangswirtschaft ein Preisrückgang eintreten würde. Daß Lohnforderungen unausbleiblich seien, wenn kein Abbau der Lebensmittelpreise erfolgte, darüber herrschte Ueber- einstiinmung. Man wandte sich auch scharf gegen das Verfahren der Reichsregierung, die das für die Lebensmittel der Bergarbeiter bestimmte Geld aus dem Fünfgvldmarkfonds den Zechenbesitzer- orgonisationen überwiesen habe. Scharf wurde auch die Tatfache kritisiert, daß die Regierung zu der Verwaltung des Fünfgoldmark- fonds keine Arbeiter hinzugezogen habe. Es kam allgemein zum Ausdruck, daß der Einkauf und die Verteilung der Lebensmittel durch die Zechenverwaltungen dem Interesie der Bergarbeiter nicht entspreche. Es wurde verlangt, daß die konsumgenossen- schaftlichen Organisationen den Einkauf und die Der- tellung der Lebensmittel durchführen sollen. Nach dieser Richtung hin wurden von Genosicnschaftsvertretern praktische Vorschläge ge- macht, die mit der Konferenz durchberaten werden sollen. Zur Annahme gelangte dann folgende Resolution: „Die Konferenz protestiert energisch gegen die t« n d e n- z i ö s e Au fmachung der Lohnstatisttk aus dem Berg- bau. Bei dem Abschluß der Ueberschichtenabkommen herrschte allseitig darüber Uebereinstimmung. daß die Uebcrschichtenver- dienste außerordentliche Vergütungen für außerordentliche Leistungen darstellen, daß also die Entlohnung für die lieber- arbeit als ausreichend für die Bestreitung des Lebensmittelunier- Halts sein sollte. Darum hätten die lleberschichtenverdienste außer» halb der statistischen Verrechnung bei den Durchschnittslöhnen zu bleiben. Neuerdings werden trotzdem in den wertseitig gelieser- ten Unterlagen sür die amtliche Lohnstatistit die Ueberschichten- löhne und auch die wirtschaftliche Beihilfe mitverrechnet. In der Oeffentlichteit wird dadurch der falsche Eindruck einer reichlichen Entlohnung und dementsprechend guter wirt- schaftlicher Lage der Bergarbeiter erweckt. Tatsächlich ist diese Lage nicht vorhanden. Die Preise sür unsere cebensbedürfnisse sind wieder gestiegen, obgleich die Weltmarktpreise erheblich steten. Die Bergleute müssen neuerdings auch die ihnen mit Hilfe der hierfür bestimmten Fonds(FünfgoldmarkprSmie und Kohlenpreiszuschlag) gelieferten Nahrungsmittel erheb- llch teurer bezahlen. Außerdem sind diese Zulagen in jüngster Zeit gekürzt worden. Seit dem Abbau der Zwangswirtschaft sind die Preise n'cht, wie versprochen, gefallen, sondern weiter gestiegen. Unter diesen Umständen find neue Lohnforderungen nur zu begreiflich Die Konferenz fordert entschieden, daß die Bergarbeiterorganisationen an der Miloerwaltung der nur für die Verbesserung der Lebenshaltung der Bergarbeiter bestimmten Geldfonds beteistgt werden. Die Konferenz protesttert ferner gegen das bisherige Verfahren der Regierung, diese Gelder zum Einkauf der Lebensmittel für die Zechenbesitzerverbände zu überweisen und fordert, daß der Einkauf und die Verteilung dieser Lebensmittel den konsumgenossenschaftlichen Organi- sationen übertrogen werde." Nachdem die Konferenz noch die Vorbereitungen für die kom« wende Generalversammlung des Verbandes und neue Verwaltung«- maßnahmen beraten hatte, wurde die außerordentlich günstig ver- laufene Tagung geschlossen. ?ugenAveranftaltungen. »«ei» StBeitet.tzascab«»».««-li». SB.««. Z» H» Zelte» tf. Dienstag, den 18. Januar, abends i/2 8 Uhr: »tili: OtmeiiWetm«Aule Th-wsseetz». 132. Vortrag Lugendkchstz und -r-chr"..— Nl-derschSni-nte»: Jugendheim Schule Blanlenburger Str.«S/70. - s»rd»st»-- Sugendheim s-alschule Vasieurstrah«. Bortrag '.Das VottsUed".— Seiniilend-rl.Sst: Iugenddeim See.. Ecke Äegirstraße. Vor. trag„Fremdenlegion".— SchZneberg: Jugendheim Siubeno-, Site Sauptstrah«. Bortrag„Die Ärbeiterjugend".— Süd««- Jugendheim Schule Mlmoltr/ 10. Teilnahme am Vortragsabend der Abteilung Silbwe/i.— Südmeft: Zentral. jugendheim Ltndenftr. 9; Vortrag„Sexuell« Hygiene".— Tre»t»».?a»»»schule«. seg! Jugendheim LIsenltr. S. Bortrag„Das Hakenkreu, und fein« Beoeutung". Gsrichtszoitung. Verzweiflungstat einer jungen ZNuiter. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts III hatte sich gestern das Dienstmädchen Elisabeth Beetz zu verantworten. Die Angeklagte hatte am 14. Juli v. Is. einem Kinde das Leben gegeben und hatte in dem Säuglingsheim in Weißensee Aufnahme gesunden, wo sie gleichzeitig als Amme verwendet werden sollte. Da ste sich hierzu aus natürlichen Gründen nicht eignete, sollte sie wieder ent- lasten werden. Dies nahm sie sich offenbar so zu Herzen, daß sie den furchtbaren Plan faßte, ihr eigenes, gerade drei Wochen altes Kind umzubringen. Sie eignete sich heimlich eine dort herum- stehende izlafche Crcfol-Seifenlösung an und flößte dem armen kleinen Wesen ein geringes Quantum des Giftes ein. Die Tat wurde bald gemerkt, da das Kind dicke Brandwunden an den Lippen hatte: es war aber schon zu spät. Das Gift hatte in dem Kinder- körper schon seine verheerende Wirkung ausgeübt und der kleine „Heinz" verstarb.— Bor Gericht machte Iustizrat Dr. Kohnberg geltend, daß es sich um d>e Verzweiflungstat einer geistig etwas be- schränkten Person handele, welche fürchtete, mit ihrem Kinde ent- lasten� zu werden und den Kampf um das tägliche Brot aufnehmen zu müsten, dem ste sich nicht gewachsen fühlte.— Dem Wahrspruche der Geschworenen gemäß wurde die Angeklagte wegen T o t- schlage unter Zubilligung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten der Unter-- suchungshaft und Haftentlassung verurteilt. /tos aller Welt. Uli! einer Willion verschwunden ist ein Beamter, der von einem finanzeinehmer in Pa-'is beauftragt worden war, 1 417 000 ranken noch der Bant von Frankreich zu bringen. Man be- fürchtet, daß er einem U e b e r f a l l zum Opfer gefallen ist. Band. Die Buchhalterin einer Erfurter Bankfirma wurde von drei Männern am hellen Tage überfallen und ihrer Tasche mit einem Geldbetrage von 10000 M. beraubt. Die Täter entflohen nach der Tat. Harte Strafen für Schieber und Schleichhändler. Exemplarische Strafen wurden vom Gericht in Nördlingen über eine Reihe. von Schiebern und Schleichhändlern verhängt, die meist Getreide noch Württemberg verschoben hatten. Es erhielten: der verheiratete Händler Jakob Fischer von Oberdorf und sein Kollege I o- Hann Schied je e-n Jahr Gefängnis und je 10 000 M. Geldstrafe. Beide wurden sofort in Haft genominen. Der Fuhr- mann Friedrich Sauer von Oberdorf, der das Getreide noch Wüttemberq gefahren hatte, bekam sechs Monate Gefängnis und 5000 M Geldstrafe. Fünf Bauern von Birkhausen, die das Getreide geliefert hatten, erhielten Gefängnisstrafen von zwei bis vier Monaten Gefängnis, außerdem noch hohe Geld- strafen._ vortrLae. vereine und versammlunaen. «rni»»«im-tte-u-r d'utschcr Wcst?rcu«cy. Bezirk DNcn! DeynerStag. den A>. Januar, Uhr abends, Generalnersammlung, srllherr Errmania-Braurrei, Franifurter All-- 919.— St-n-gra?h-nv-r«in-«itoiz- Schrcy, Nardbczirk.. U-bnng-n für Damen und Herren Diensioa vcn?>h bis»Vi Uhr, 120. Ihr. meindeschule, Gartenstr. IM».— F-cirellgiöle K-mrlnd«, Ort»-.--«««u«. Donnerstag, den 20. Januar, 8 Uhr, im Lokal Bodung Milgliederuerfamm- lang. Tagesordnung: 1. Bortrag Herr Staub. 2. Bcreinsangetegenheiten. An- Meldung zur Jugendweihe in Buch.— Bund religiöser Sozialisten.»» i s- r- Wtlhelnt-GedächLniskirchen gemein de.(Stofee Bersammlung oller«irchenwiihler-m Mittwach, den Ig. Zanuar, ndends 8 Uhr in der Aula ZUtrnbsrger Str. 69, Hof!.„Wahrheit und Älarheit über die«ir»-n° wähl am Sonntag, den 29. Januar." B-dner: Iustizrat S-llensl-bca und Pfarrer«rächt lLazaruskiiche». Freie Aussprache.— W e st g r u? p e. Danners/ tag, den 20. Zanuar, abends Uhr, in Charloitenburg, L-ibnizstr. 79, Hof. Vortragsabend. Thema: Vergänglichkeit und Ewigkeit. Reierrnt: Pfarrer W. Aner. Diskusston. Freier Eintritt fiir jedermann.— 0rtsgruo?- Lichter. f e l v«. Freitag, den Ä: Januar, abends 8 Uhr, öffentlich« Bersomiulunn' im Aealgymnastum iDrakestraße, Eck- Weddiqenweg). Thema: Wie fleht der Mensch »»» beute zur Kirche? Referent: Senpife Dr. Aner. Danach Aussprache. :::: Von heilwirkendem Einfluss bei:::: Gicht, Rheumatismus, Diabetes, Nieren-, Blasen- und Harnleiden, Sodbrennen usw. Brunnenschriften durch das FachingerZentralb(Iro,BerlinW66,Wiihelmstr.S6 Mittwoch, den 19. Januar 1921 nachmtttaz« 5'/. Ilhr im„Vealfchco Hof-, Luckauer Str. l9t WMkM. SMlMlslMÄW. Tagesordnung- Die gegenwärtige tarifliche Lage. Zu dieser Versammlung sind die«eneralnetl-mmlung«. d-Irgierten. die Vertrauensleute und DruckcreUalsterer eingeladen. Oha« Lezi'imatioa teln«Inloil l 88,13- ver Norffand. ZU;hang bestimmt«.-5. fc'ebrnttr. Aachener Stebau-ßelskoiterie. m Beriiiier Mm. .Wtl M. ie 17 rebruar 75 000, Gewinn-Pian i. W.: 50 000. 100 000 m 35 000.» 60 000... 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Kaulmann Hermann Holz, stellvertretender Vorsitzender, «. Schriftsetzer Otto Schade, stellvertretender Schrhtslihrrr Oer vorffnnd g. Hrntoin. Vorsttzcnder Zrift Scaft. Schrtstfllhrer SisinAnn Altmetalle kauft ru holt. Pieisen Zinnschmelze Prsnrci'.-Str.l?. iMpl 1432(1 für Kupfer, Mcsslne, Rotpuß usw. spei Zinn und WeiS- metall erzielen Sie Adatbertstraße 4 Prinzenstraße 101. vilan» am 3«. Jnnt 1930. Kaffa-Konto........ Kautions-Konlo...... «rundstlicks-Kontv. StZtOt.tZ Adschreibung 2 Prvz. 12 880.09 Bau-Konto.... ij 900,63 Abschreidg-a.Z0Vr°z. 22860,&9 SeschSstsutenstlien-—— Konto..... l 217,81 Abschreibung.. �121881� Konto-Korrent-Konlv: Außenstiind«........ Fadrikations-Kvuto, Hol»... Meiall.. Dcrkzeug-Konto, M.tall... Raschinen-Könto.�o?».... .„ Metall... Betriebs-Material-Konto. Metall „ mm Hol»• Betriebs-Material-Lager- Konlo. Bai». Wertttall, Einr-Konie.. Kominisstons-Konlo..... Kanl!nen»Konlo...... Finn-Konlo........ Verlust.......... Jt im 680 680 582 23 500 242 481 202 330 38 614 50 151 46 282 120 259 219 008 138 953 53 209 87 834 1475 6204 3 529 «24 94 901 10 Elammanleil-Konlo chescha Isguthaben.... Stammantril-Konto Seschiistsguthaben der am 80. 6 ausgeschiedenen S envsten.. Reserveionds-Konto..... Konle-Ksrrent-Konto Forderung der A.E S. 629 06468 Sonst Kreditoren. �262jS9290� Spar-Einlogen-Konlo.... Darlelm s-Konio...... Hypolhelen-Konto...... Rllckstellungs-Sonts...,. Aujilärungs-Kont«..... Jf 88 941 74 671 5 013 891 757 3 855 242 153 450 000 209 562 30 1 965 407 22 1«65<07 Gewinn- nnh Verlnft-Rechnung für daS«ekchiktSjabr ISIS SV. 78872.45 44 047L1 Handlungsunk.-Konto bis November 1019 von, 1919 Lohn-Konto........ B-Ir-Unkosten-Konto.... stlnIen-Konl»....... Mieten-Konlo....... Darlehns-Ainfen-Kont«... SIenern-Konlo....... Srundstllck-Konlo 2 Pro». Abschreitung.». Bau-Konio girta 50 Pro». Abscheeidung. Ulenstlien- Konto Adichreldnnz....... Invenhtr.Ausglc ichs-Konto.. 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Die unterzeichnete Gesellschaft übernimm: u. a. auch die Errichtung e'ner beschrüntten Anzahl not: Einfamilienhäusern mit 5 bis? Räumen und einem reichlich 300 gm grogen Barten unmittelbar am Par!gürt-I an, Bestellung. Der.Preis eines solche» Hanses stellt sich ans IOOOOO bis löbiWO M., Sip Anzahlung deträgt 80000 SüL die sofort in dar ersolarn mrttzi Auch für diese größeren Häuser werden Kriegsdrsihadigie de- vorzugt Schattige Anmeldung an die unterzejainet« Gesell- schast, Dorsstr. 42 Die Pläne sind beim Bauami de» Bezirks XIII, Dorsstr. 17, tn der Zeit oon 8— lt Uhr vormittags einzusehen. Gemeinnützige Tempelhoferfeld-HeimstSttcn- Gesellschaft. wiesener. 32D örillgnten . trankt> Berliner Edelste!n-6es. m. b.». Friedrichstr.168. Nurl. Etage Spezi alarzt f. syphllls, Harn-, Frauen- Iei83ch«äche,Beinkrankc Behandig. schnell, sicher u schmerzl.lnDc.Homeyer &Co.konr. Lab. Blutimtcr- such, i-äden im Harn usw. FTieWstr.fiUÄk spr. 10-1,5-8. Sonnt. 10-1. TeiizPhi Separ.Dameniim. Zinn u. 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Klenpaira 7>/,: 0. deutschen ileir, Städter Mw. 7'/.: Plorlndo. Hierauf: Der Abenteurer und die Sänserta Dr. Schauspielhaus (Karlstraße) 7: Danton(Qescfil Vorstell.' Mw, 7: Flor.üeyer(iS.Ab. i.A.. Theater I,». KÜnipgratzer Str. Äh Salome (Orska, Hartau. Veldtl Sonntag nachm.: Rausch Komhdlenhans Täglich Uhr: Die Sache mitLola mit Max Pallcnberg Josefine Oora, Ort. Wagner, Ficha, Rehmer, Stieda, Kiper Sonnt, nachm.: Herr Minister Berliner Theater 7'/. Uhr: Die spanische Nachtigall Operette von Leo Fall mit FritzlMassary Hans Wassmnnn, Emmy Sturm, Julius Brandl, Reinhold Pasch, Olga Engl Oentral-The.ter 7'/,: Frau Eärbel(Operette) Dcatachea Opemhaae «»/.uhr: Siegfried Friddr.- Willi elmst.Th •/i« uhr Hoheit dleTänzerlD Kielnett Thenter Vh Uhr: Zweit rnss. dastsplel ..Dar Duft der SQnde- KL Seliaunptelhan. 7v»ühr; Reigen Komlaehe Oper rhv.: Baroneflcheu Sarah Lnatsplelhana 7»/, Uhr: Arnold Rlcck In Die schwebende Jungtran netropoi-Tlieatcr l.: Hollandweibchen lletien OperettentheaL w.ü.: Yn-ShI tanzt Ifenoo Volkstheater w. uhr: Pension SciHef MehUler-Theat. CUarl. 7% uhr Der Biberpelz ThaJla.Theater 'v.uhr- Mascottchen ThjCBHuUendurrplata ' Uhr.- Wenn Liebe erwaelit Theater de. Weetcn* Der ersten Liebe gold. Zeit Th.l.d.Kommandantsnstr. v/»u.: Der ferjüngte Adolar Wallner-Theater � Der Geiger voo Lugano Trianon-Theater Ti«lich 7',, Uhr: Corl Clewfog in Kammerinuslk Lustspiel von H. Ilgenstefti. Freitag, den 10. lanuar, 7 Uhr tum I. 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Der Reich Sp r ä si den l Sc,' auZ Anlax des heutigen Taaes folgende Kundgebung eriasfeii� Am 18. Januar sind fünfzig Jahre seit der Einigung der deutschen Stämme zu einem einheitlichen Staatsgebilde vergangen. Die Sehnsucht unserer Vorsahren, das Heise Verlangen weiter Schichten des Volkes in allen deutschen Gauen fanden hierdurch ihre späte Erfüllung, und diese Erfüllung blieb von Dauer. In allen schmerzlichen Verlusten, die uns jetzt durch Krieg und Frieden getroffen haben, ist uns— fast als einziges— das eine große Unglück erspart geblieben, daß die deutschen Länder wieder auS- einan dcrgefallen sind. Sie halten aneinander fest, darüber wollen wir uns freuen, wenn wir auch mit be* sonderer Trauer an diesem Tage zu allen deutschen Landes» teilen binüberblicken müssen, die gegen ihren Willen von ihrem stammverwandten Lande getrennt find, und auf das besonders schwer leidende Oesterreich, da? mit de« Herzen zu uns strebt, wie wir zu ihm. Unsere innere staatliche Einheit weiter zu erhallen und zu festigen, muß unser aller fester Wille sein, wenn uns auch politische und wirtschaftliche Anschauungen, mehr als gut ist, trennen. In einem find wir alle einig: Grenzen sollen unS nicht trennen. Tie Einheitlichkeit unseres deutschen Vater» landes ist für uns alle ein Stück unseres Glaubens, unserer Liebe und unserer Hoffnung. Ber Iii,. den 18. Januar 1821. Der Reichspräsident gez. Ebert. Der Reichskanzler gez. Fehrenbach. Zigarren unü Rübenfast. Tie DZafse» des Waldeuburger HeimatschutzeS. Vor einigen Tagen haben wir von der Entlarvung des Waldcnbiirqer Heimatschutzes Mitteilung gemacht und aus der Fülle der aufgefundenen Doklmwnte einige be- sonders belastende milgeteilt. Wir lassen weiter unten die Dokumente folgen. Der von unS schon bezeichnete Generalguartienneister M ü l l e r schrieb u. a. folgenden geheimnisvollen Brief an ein anderes Mit» glivd, den Lehrer Becker: Bad Salzlrrvnn. den 30. Dezemcher 1920. Sckhr geehrter Herr Becker! 1.?lm 5. Januar beginnen im hiesigen Kreise di- HmiS- suchungen nach Waffen zwennwirauchkeinerleiWaffen besitzen, so kann dir Mitteilung doch nichts schaden. In Frag« kommen nur Militärwaffen. 2. Bitte ich um MitteÄung, ob bis b. noch ein Fuhrwerk nach hier kommt; ich hätte noch einige Zigarre» uritzugäben. 3. Wünsche ich Ihnen und den anderen Herren ein frohes Neu- jahrsfest und verbleibe mit besten Grützen Ihr ergebener Müller. Bitte den Brief sofort zu vernichten. Die prompte Antwort darauf lmtde:: Sehr geehrter Herr Müller! Ich hoffe bis zum 3. Januar wegen den Zigarren einen, Wagen schicken zu können. Ich läute Porher an.(208.) Ihr« Neujahrswünsche erwidere ich bestens- Ergebenen Grutz! Becker. Was das für„schwere" Zigarren sind, zu deren Transport Fuhrwerk nötig ist, sieht ein Blinder. Der Zusammen- hang ist klar: Ter Landrat kündigt Haussuchungen nach Waffen an. Herr Müller, der selbstverständlich keine Waffen hat, läßt aus purer Angst seine Zigarren abholen, damit nicht etwa ein kurzsichliger Gendarm die Zigarren für spitze Ge- Wehrpatronen ansieht.— In derselben plumpen Deck- spräche sind folgende Notizendes HerrnMüller ge» halten, die sich unter den sorgfältig aufgehobenen Dokumenten des verhafteten Herrn Hoff fanden: Gutsbesitzer Weigelt in Adelsboch vis'ä-ris von Gutsbesitzer Keil an die Oeffeniliche rufen lassen, fragen, ob er zirka 10 Liter Nübensaft a 8 Mark abholen kann für Hauptmann W i s k i c e n y, Bad Salzbrunn. 1,80 Gebühren. 20. Dezember 1920. Der Gutsbesitzer Weigelt holt nicht nur Sirup ab, er liefert ihn auch. Das zeigt folgender Zettel: Gutsbesitzer Weigelt in Avelsbach anläuten, ob er 10 Liter Sirup zu 8 Mark abgeben kann. Mit Gelegenheitsfuhre reinbringen oder ob und wann mit eigenem Fuhrwerk abgeholt werden kann? Oeffentliche Avelsbach anmüdeul Es ist erstaunl-ich, daß muh für diesen Rübensaft immer gleich Fuhrwerk notwendig ist. Wer jedenfalls nicht so naiv i ist zu glauben, daß der Waldenburger Heimatschutz zu dem Zweck gegründet ist. um mit Zigarren und Rübensaft Handel zu treiben, der wiro sich das Nötige denken können. » Inzwischen hat auf Anweisung des Ministers Severlng die Breslouer Regierung in Waldenburg eingegriffen. Eine Durch- suchung mehrerer Ortschaften durch die Schutzpolizei hat statt- gefunden: 6 Führer der Kreisleitung des Heimatschutzverbandes verfassungstreuer Schlcsier sind festgenommen worden. Sie erklären durchgängig, mit militärischen Plänen nichts zu tun zu haben. Die Hauptbsfchuldigten, nämlich der Verfasser der militäri- sehen Erläuterungen, die wir veröffentlichten, Leutnant d. R. a. D. Müller, Geschäftsführer der Kreisleitung des Heimatschutzver- bandcs verfassungstreuer Schlcsier, sowie sein Stellvertreter, Leut- nant M a c i o n g a. sind nach berühmtem Muster v e r s ch w u n> den. Gegen den ersten hat der Staatsanwalt bei dem autzcrordent- lichen Gericht Haftbefehl beantragt. Sefchlußfassung üer Eisenbahner. Nachdem der Sechzehnerausschuß, in dem sämtliche Eisenbahner. verbände vertreten sind, in einem Aufruf an die deutschen Eisen- bahner mitgeteilt hat, daß die Vertreter der Spitzenverbände die Annahme der bei den letzten Verhandlungen zustand« gekommenen Vereinbarungen befürworten, sind nunmehr für Dienstag die« r- wetterten Vorstände der einzelnen Organisationen zur B«» fchlußfassung nach Berlin berufen worden. Wie wir er- fahren, besteht bei sämtlichen geschästsführenden Vorständen die Ab- ficht, die Bewegung zu beenden vnd den Teilerfolg lroh der vor- handenen Mängel den MUgliedern zur Annahme zu empfehlen. So- bald die Beschlüsse der erweiterten Vorstände vorliegen, geht ein gemeinsames Flugblatt der zur Eisenbahnerfront zu- sammengeschlossenen Verbände an alle Eisenbahner. Es wird darin der Verlauf der Bewegung ausführlich besprochen und darauf hin- gewiesen werden, daß zur Stunde«in günstigeres Resultat nicht zu erreichen sei. Da ein Streit unter den gemachten Zu- geständnissen als außerordentlich gefahrdrohend erscheinen muß. wird von der Anwendung des letzten gewerkschastlichen Mittels a b- geraten werden. das neue Getrelöefpftem. 23'« wir bereits meldeten, har in der Konferenz der Ernährnnas- nnriister zu Dresden Reichsminister Dr. Hermes erklärt, daß die bisherige Form der Getreidebewirtschaftung nicht beibehalten werden könne. Der überwiegende Teil der Konferenzteilnehmer schloß sich diesem Standpunkt an und brachte seine Stellung durch Annahme folgenden Antrages zum Ausdruck: Die öffentliche Bewirtschaftung des Brotgetreides, der Gerste und des Hafers aus der Ernte 1921 muß aufrechterhalten werden. Mit der Festsetzung der M i n d e st p r e i s e wird jedoch gleich- zeitig zum Ausdruck gebracht, daß das bisherige System der Be° wirtschaftung nicht fortgeführt werden kann. An Stelle des bisherigen Systems muß das Umlagesystem in erster Linie in Er- wägung gezogen werden, wobei die Einzelheiten noch näherer Re- gelung vorzubehalten sind. Für den Fall, daß dieses System ge- wählt wird, müssen Gemeinden und Kreise Träger der Lieferung werden und muß der Reichsgetreideordnung eine Bestimmung ein- gefügt werden, nach der durch Umlage zur Ablieferung geforderte, aber nicht zur Ablieferung gelangte Mengen im Verwaltungswege durch Barzahlung in Höhe des Uiehejachen des Höchstpreises, min- bestens des Weltmarktpreises verlangt werden kann. Danach sieht das neue System wie eine großzügige Bereiche- rung der Agrarier aus. Etatsberatung im ffauptausstbuß. Der Houptmlskchuß des Reichstags setzte am Montag die Be- ratung über den Etat des Reichsministeriums des In n e r n fort. Zum Titel über Landesvermessung tadelt Abg. Löwenstein(U. Soz.) das starke militärische Element in dem Personal der Landesaufnahme. Staatssekretär Lewald (Reichsminister des Innern): Zurzeit sind nur nach 17 ehemalige Offiziere, aber 218 Zivilbeamte befchäitigt. Abg. hoch(Soz.): Die ganz.' Privatindustrie baut sich auf den Karten des Landesoer. messungsamts auf. Bei diesem Posten darf nichts abgestrichen werden. 2lll« Kündigungen sollten zurückgenommen werden.— Eine sozialdemokratische Entschließung fordert, den Karten- druck der Landesvermessung vorläufig nicht einzuschränken und dein nächsten Haushaltsplan eine Denkschrift über den Karten- druck der Landesvermessung beizufügen. Aussprache über die Technische Nokhllfe. Nach Mitteilungen ßes Abg. Schreiber(Z.) über den Organi- lationsplan der Technischen Nothilfe erklärt Simon(U.S.P.): Die Technische Nothilfe wird von den Arbeitern allgemein als Streik- brecherorganisation bezeichnet. Die Gewerkschaften sind der Ansicht, daß die Arbeiter den Schutz der lebenswichtigen Betriebe selbst über- nehmen würden. Dr. von Delbrück(Dnat. Vp.): Auch die ch r i st- lichen Gewerkschaften erkennen die Unentbehrlichkeit der Tech- Nischen Nochilfe an. Abg. Geißler(D. Vp.): Längst nicht alle Gewerkschaften stnd Gegner der Technischen Nothllfe. Reichsminister koch: Die Technisch« Nothilse ist keineswegs ein« Streikbrecherorganisation, fi« hat Menschenleben gerettet und Deutschland vor dem Zusammenbruch bewahrt. Die Technische Nothilse hat stch durchaus bewährt und überall sachgemäß eingegriffen. Wenn die Arbeiter die Betriebe verlassen, das A r- beitszeug ver st ecken und sogar die Beamten wegen man- gelnden Schutzes das Werk verlassen mußten, dann muhten natürlich ganz fremde Leute bei der Uebernahme hier und da einen Fehler machen. Vorläufig kann man die Technische Nothilfe noch nicht entbehren, denn die Gewerkschaften sind noch nicht �o organisiert, daß sie ihrerseits diese Ausgaben übernehmen konnten. Abg. Müller- Franken(Soz.): Meine Freunde sehnen den Tag herbei, an dem die Technische Rothilf« verschwinden kann. Wir werden zu dieser Frage noch Stellung nehmen. In den Gewerkschaftskreisen meiner Partei bestehen st ort« Bedenken gegen die jetzig« Organisation der Technischen Nothlfe. Das Ministerium des Innern sollte mit den großen gewerkschaftlichen Organisationen einen sloäns vivendi finden, für Fälle, in denen tatsächlich ein Notstand vorliegt. Es Ist nicht angängig, daß der R e i ch s w i r t- sch a f t s r a t sich M't dem Etat befaßt, weil dies dem Reichstag vorbehalten sein muß.— Nachdem noch Dr. Pachnlcke(Dem.), Dr. Fleischer(Z.) und Dr. von Delbrück(Dnat. Dp.) für die Tech- nisch« Nothilfe eingetreten sind, genehmigt der Hauptausschuh die Ausgaben für die Technische Nothilf« mit 28 Millionen Mark für Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen und 18 Millionen Mark zur Durchführung der Nothilfe.— Nunmehr fragt Dr. Schreiber(Z.) nach der Entwicklung der Anstalt für die Be- kämpsung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche. Nachdem Präsident Bunim ausführliche Auskunft erteilt hat. genehmigt der Hauptausfchuß für diese Zwecke eine halbe Mill on Mark.— Sämt- liche bürgerlichen Parteien bringen c nen Antrag ein auf baldige Errichtung ein« Denkmals in Berlin für die auf außereuropäischem Boden im Kamps gefallenen Deutschen. Abg. Müller-Franken(Soz.) widerspricht der Anregung, eine Kundgebung für die Kolonien zu veranstalten. Der Antrag über das Denkmol wird vom Hauptausschuß angenommen. Dr. Pachnicke(Dem.i: W r wünschen nicht, daß die Reichstags- wählen nochmals auf Grund eines vorläufigen Wahl- g e s e tz e s vorgenommen werden müssen, man muh die Arbelken am Wahlgeselz energisch betreiben. Vor den endgültigen Bestimmungen muß man sich m i t Preußen verständigen. Reichsminister koch: Das Gesetz über den Volksentscheid werden wir bald vorlegen können. Auch am Wahlgesetz wird längst gearbeitet. Die von mir erbetenen Gutachten der Parteien sollten bald erstattet werden, um das Wahlrecht in seinen Einzel- heiten danach zu pestalten. Für die Durchführung der Reichstagswahl genehmigt der Hauptausschuß 86 Millionen Mark Kosten.— Weiter werden dann genehmigt 5MiNionen Mark zur Fürsorge für die deutfchstämmtgen Auslandsflüchtlinge, insbesondere die Deutschbalten, wei- lere 400000 M. für armenrechtliche Unterstützung zurückgewanderter Deutscher. Ferner werden 400 Millionen Mark bewilligt für die durch inner« Unruhen innerhalb des Reichsgebiets verursachten Schäden. Nach Be- merkungen der Abgg. Dr. Fleischer(Z.) und Dr. Schreiber(Z.) g e- n e h m i g t der Hauptausschuß den Etat des Reichsministeriums de» Innern und beschließt Bertagung bis Dienstag. Sozialöemotratiscke Seamtenkonferenz. halle a. S„ 17. Januar.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Eine Beamtenkonferenzder S.P.D. für den Bezirtsverband Halle a. S. fand am Sonntag hier statt. Die Konferenz hatte den Zweck, Stellung zu nehmen zu den großen Fragen der Beamten- bewegung. Als besonderer Punkt wurde die Demokratisierung der Verwaltung auf die Tagesordnung gesetzt. Genosse Ruben-Berlin, Staatskommissar in Braunschwelg, hatte das einleitend« Referat übernommen. Cr forderte insbesondere die Beamten auf, gemein- sam mit dem Proletariat eine Kampffront zu bilden, nur dann wird es möglich sein, die reaktionären Bestrebungen in den Verwaltungen erfolgreich zu bekämpfen. Genosse Hörsing, Oberpräsident für die Provinz Sachsen, der ebenfalls anwesend war, rief die Beamten zu intensivste? Wahlarbeit aus und betonte insbesondere, nur durch die innige Solidantät mit der Handarbeiterschaft werde letzten Endes der Sieg errungen werden. Die Beamten müssen ebenfalls Apostel und Prediger des Soziali? mu-,»■g-v wird bald der Tag kommen, wo wir neben ein»?• v.ncK'vJv-Vn Dersassung auch eine demokratische Bcrwaltuuz habe,. Heber die vrganksierung der Beamten sprach Genosse Albinos« Berlin. Er beschäftigte sich insbesondere mit dem leider rech immer gr-sssterenden Beamtendünkel und nagelte die eigenartig« Beamten- sieiMdffchkeit der bürgerlichen Parteien fest. Die Konferenz nahm folgend« Resolutionen und Anträge an: 1. Zur Einheitsschule. Die Befestigurg der Republik luht auf der Demokratisierung der Verwaltung und des Gerichts- wefens. Ihr Ausbau ist mit allen Mitteln zu föro-'r!». Hi.rzu ge- hört auch die Einheitsschule. Deshalb fordert die sozialdri'.akratische Beamtenschaft des Regierungsbezirks Merseburg sofortige rcichs- und landesgesetzliche Maßnahmen zum Aufbau dieser Schulargani- sation. 2, Teuerungszuschlag. Die Bezirkskonfercnz hält un- bedingt an der Staffel u'Ng der Teuerungszuschssäge (Ausgleichszuschläge) fest und fordert den Beamtenvorstand auf, mit allen Mitteln diese Zuschüsse durchzudrücken. 3. Beamtenrätegesetz. Die Bezirkskonferenz fordert den Parteivorstand aus, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln die baldige Annahme des Beamtenrätegefetzes nach dem Entwurf des deutschen Beamtenbundes und des Allgemeinen Deut- schen Gewerkschaftsbundes zu ergänzen: das Mitbestimmungsrecht in allen Fragen, soweit dieselben nicht die direkten Funktionen der Be- Hördenvorstände berühren, müssen gesichert werden. Wie die Be- triebsräte den Sozialismus der Wirtschaft vorbereiten, so ist die Grundlage der Demokratisierung von unten herauf das Beamten- rätegesetz. Gesprengte StaötverorÜnetensitzung. halle a. S., 17. Januar.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Zu Beginn der heutigen Stadtoerordnetensttzung wurde vom Stadt- verordnetenvorsteher Dr. Keil(Dem.) die Mitteilung gemacht, daß «ine Arbeitslosendeputation bei ihm vorstellig geworden sei, die das Recht begehrte, der heutigen Sitzung im Saal beiwohnen zu können, um ihre Wünsche vorzubringen. Es wurde dies vom Borsteher mit dem Hinweis auf die Geschäfts ördnung abgelehnt. Daraufhin besetzten die Arbeitslosen die Zuhörergalerie. Die dann stattfindende Stadtverordnetensitzung wurde wiederholt durch lär- mende Zurufe seitens der Galerie unterbrochen. Die tommunisti- schen Stadtverordneten hielten lange Programmreden zu allen Punkten. Bei Beratung der Bereitstellung von Mitteln für Er- werbslosenzwecke kam es zu Radauszenen. Bon demokratischer Seite wurde der Vorsteher wiederholt ersucht, die Galerie räumen zu lassen, da sonst die gesamten Bürgerlichen den Saal verlassen wollten. Der Stadwerordnetenvorsteher sah sich nach ver- schiedenem gütlichen Zureden veranlaßt, die öffentlich« Sitzung zu vertagen. Unter wilden Zurufen, Drohungen und kommunistischen Brandreden jugendlicher Arbeiter verließen die Arbeitslosen die Galerie. - I Reichs tonferenz üer Kriegsbeschädigten. Im Reichstagsgebäude fand dieser Tage die Reichskonferenz des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten statt. Aus dem Geschäftsbericht des ersten Vorsitzenden Schümann ist hervorzuheben, daß der Reichsbund gegen das neue Versorgungsgesetz in den Tagen vom 8. bis 12. September eine groß« Protestaklion veranstaltet hat. Der Reichsbund verlangt vor allen Dingen, daß die Einkommens- grenze, von der an die Renten gekürzt werden können, von 8000 auf 12 000 M. erhöht wird, ferner fordert er Erhöhung der Teue- rungszulagen von 28 auf 80 Proz. Aus der Tätigkeit der Organisation ist zu berichten, daß sie von 122 Berujungsklagen vor dem Militärversorguugsgeruht 92 mit Erfolg durchgeführt hat, von 330 Rekursen vor dem Rcichs- versorgungsgericht 89 mit Erfolg. Die Zeitung„Der Reichsbund" erscheint jetzt in einer Auflage von 800 000. Die Finanzen sind durch die letzte Beitragserhöhung vollständig in Ordnung gebracht. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, in der die Bestrebungen, eine feste internationale Organisation der ehemaligen Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebenen herbeizu- führen, begrüßt werden. In der beim Internationalen Arbeitsamt in Genf bestehenden Abteilung für Kriegsbeschädigtenfragen er- blickt die Reichskonferenz eine Grundlage zu einem selbständigen Fürsorgeamt. In der Frage der Kriegshinterbliebenenfürsorge ändert« der Reichsbund seinen bisherigen Grundsatz dahin, d-.ß zwischen e»- werbsfähigen und erwerbsunfähigen Wi wen ein Unterschied nicht mehr gemacht werden soll. Der Beschluß erfolgte mit 31 gegen 23 Stimmen. Ferner wurde verlangt t?'.'gnfsetznvg der Kriegselternrente, die gegenwärtig nur 1800 M. pro Jahr beträgt._ �rme �Kreuz-Zeitung'"! Der monarchistisch-byzantisch«„Bund der Aufrechten" hat zu den Prcußenwahlen«ine Kundgebung erlassen, die mit den Worten schließt: Wir wollen den König von Preußen wiederhaben! Nie- mals werden wir die altpreußisch« Losung auf« geben: vorwärts mit Gott für König und Bater- land! Offenbar richtet sich der Schlußsatz gegen die„Kreuz- Zeitung", die am Tag« nach der Revolution die Worte„Mit Gott für König und Vaterland" vom Kopf ihrer Zeitung ä n g st- lich entfernte und gegen den Grälen Westarp, der als LeilortiNer des Blattes dies« Maßnahme guthieß und den Reichstag verteidigte. Selbst im monarchistischen Sinne werden sie sich nicht mehr zu den„Aufrechten" zählen tonnen. vom Exkronprinzen. Di« holländische Regierung hat sich nach einer D.A.-Meldung veranlaßt gesehen, die P o l i z e i o b t«> l u n g auf der Insel Wieringen, die bekanntlich der Wohnsitz des ehemaligen deutschen Kronprinzen ist, zu verstärken. Künftighin werden dem Ex- kronprinzen bei jedem Ausgang zwei Polizeiagenten auf dem Rode folgen.— Mit der„Riefenbelieblheit" des Exkronprinzen in Wieringen, von der die deutschnationalen Blätter fabeln, scheint es danach nicht so weit her zu sein. Die„Deutsche Wochenzeitung für die Niederlande" verösfent- licht ein Gespräch mit dem früheren Kronprinzen, worin dieser er- klärte, er würde gern nach Deutschland zurückkehren, um dort am Wiederaufbau seines ivaterlandes mitzuarbeiten: aber er seh« ein, daß es nicht geh«.„Die vielen Feinde." sagt« der Kronprinz,„die ich in Deutschland und im Auslande habe, würden in jeder Tot, die andere begehen und von der ich vielleicht überhaupt nichts weiß, mein Wert sehen. Daraus könnte iSeunruhigung ent- stehen, und das Vaterland braucht Ruhe, um sich wieder hinaufzu- arbeiten."— Auch dem Exkronprinzen wird es viel gesünder sein. Hufeisen statt K o m p l o t t e zu schmieden, mit denen er nachher „vielleicht" gar nichts zu tun hat. Freigesprochen, doch nicht sreigelasseni Zu dem Prozeß Dobner- Procher melden die Blätter, daß Dobner. der tschecho-slowaklscher Staatsangehäriger ist, v�aussschtlich i n S chutzhast bleiben dürft«. Bayerisch«„Rechts"zustönde! ver japanisch« Botschafter hiot, ist in Berlin eingetrofsen. GewerWmstsbeWegung Der Konflikt bei Luüwig Loewe. Die am Montagnachmittag abgehaltene Betriebsver- sammluug der Loewcschen Arbeiterschaft gab zunächst den Ar- beitnehmerbeisitzern des Schlichtungsausschusses Gelegenheit, sich wegen ihrer Zustimmung zu dem Lergleichsuorschloge zu recht- fertigen. Beisitzer Z i p p e l(Kommunist) gab in längerer Rede eine sehr sachliche Begründung seiner Haltung im Schlichtunqsuusschuft. Er sagte, man habe damit rechnen müssen, daß ein Schiedsspruch, der mit den Stimmen der A r b e i t g e b e r b e i s i tz e r und des unparteiischen Vorsitzenden gegen die Stimmen der Arbeiiin'imer- bcisitzer zustande gekommen wäre, für die Arbeiter wahrscheinlich u n g ü n st i g ausgefallen wäre. Deshalb sei der Vergleichs- Vorschlag gemacht worden, der nach langen Beratungen, bei denen die Arbeitnehmerbeisitzer soviel wie möglich für die Arbeiter zu erlangen bemüht waren, als Kompromiß zustande gekommen. Der Passus, wonach Arbeiter, die sich grober V e r- stoße schuldig gemacht haben, nicht wieder eingestellt zu werden brauchen, beziehe sich nur auf Gewalttätigkeiten. Durch den Vergleichsoorschlag werde die Entscheidung, ob der Konflikt durch einen Kampf durchgefochten oder durch Verständigung beendet wer- den solle, in die Hände der beteiligten Arbeiterschaft gelegt, die ja noch eigenem Ermessen für oder gegen den Vergleichsvorschlag stimmen könne. Der Schlichtungsausschuß habe nach sachlichen Gesichtspunkten zu entscheiden. Revolutionäre Kämpfe könnten im Schlichtungsausschuß nicht ausgefochten werden. Wer einen revolutionären Kampf führen wolle, der handle inkonsequent, wenn er den Schlichtungsausschuß anruft. Von diesem Standpunkt gesehen, sei es auch inkonsequent, wenn die Kommunisten Mitglieder ihrer Partei dazu oerurteilen, im Schlichtungsausschuß mitzuwirken. Im Schlichtungsausschuß könne keine kommunistische Politik getrieben werden.— Die| Ausführungen des Redners wurden oft von mißbilligenden Zwischenrufen unterbrochen. Von den beiden der U.S.P. angehörenden Beisitzern erklärte G u t s ch e, daß sein Verholten im Schlichtungsausschuß durchaus gerechtfertigt sei.— Der dritte Beisitzer, Himmelfahrt. drückte sich weniger bestimmt aus und sagte, der Schlichtungsausschuß habe über den Vergleichsvorschlag gar nicht abgestimmt. Wenn es geschehen wäre, dann würde er gegen den Vorschlag gc- stimmt haben.— Günther, der als Berichterstatter der„Roten Fahne* und angeblich auch als Vertreter der V.K.P.D. anwesend war, sagte, seine Partei schäme sich, daß ihr Mitglied Zippel dem Vergle chsvorschlage zugestimmt habe.— Zippel verwahrte sich dagegen, daß durch eine solche öffentliche Kennzeichnung das Urteil vorweggenommen werde, was erst in einem Ausschlußverfahren gegen ihn gefällt werden könne. Bezüglich des weiteren Verhaltens der Arbeiter im Konflikt Vorteil willen verkaufte. Die inzwischen eingegangene„Jnter- nationale* und d»e„Rote Fahne* stürzten sich mit wüstem Geschimpfe auf unS und eriläricn, daß eS sich nur um einen R a ch e a i t handele, den man an Sibura begebe, weil er auf dem Boden der Dritten Internationale sieh«. Eine Versammlung der Steinsetzer hörte sich ein« Verteidigungsrede ihres Gauleiters an und erteilte ibm .empört von dieser niedrigen Handlungsweise*(natürlich des .Vorwärts*, d.Red.) ein Vertrauensvolum. Man kann sich daher unsere Ueberraschung vorstellen, als wir gestern obens in der .Roten Fahne* die Notiz fanden, die besagt, daß Sibura.nach eingehender Prüirwg durch das Schiedsgericht des dritten Ver- waliungSbezirkS* aus der Partei der Moskauer aus- geschlossen wurde. Verschämt fügt die.Rote Fahne* hinzu: .Den Grund zum Ausschluß geben die bekannten Vorgänge im Zleinietzerverband.* So ist also die Mär von dem Racheakt zusammengestürzt und die betrogenen BeibandSmiiglieder löiinen über die„niedrige Handlungsweise* eiiieS Mannes nachdenken, dem sie ihr Vertrauen schenkten und der doch nur das ist, was to viele angebliche.Fiibrer* find, nämlich ganz gefährliche Schädlinge und Ver- räter an der Arbeiterbewegung. Der Fall Sibura ist wieder eine der vielen Warnungen für die Ärbellerfchaft, nicht jedem Maulau'reißer blindlmgS z» folgen und ibr Vertrauen zu ichenken, sondern sie aui Herz und Nieren zu prüfen und eingedenk zu sein deS Wortes:.Sehl Euch Eure Führer an!* Der sterbende Postverband. Zu dem unier vorstehender Ueberschrift in der Abendausgabe vom 11. d. M. veröffentlichten Artikel wird uns aus parteigenösst- scheu Kreisen geschrieben Es ist das Verhängnis ver mittleren Poftbeamtenschaft, daß sie aus der Gewerkschaftsbewegung der deutschen Arbeiterschaft nichts gelernt hat. Zersplitterung der vorhandenen Kräfte durch Sonderorganisationen, Mangel an Solidaritätsgesühl, Partikularis- mus der kleinen und k!e>nsten Grüppchen hat es dahin kommen lassen, daß deute sogar die Beschlüsse des Reichstags zur Personal» reform von den zustandigen Ministerien sabotiert werden. Für diese Mißhandlungen durch die zuständigen RegierungS- stellen wird nun der P 0 st v e r b a n d verantwortlich gemacht, der angeblich die Interessen seiner Mitglieder nicht energisch genug wahrnehmen soll. Richtig ist, daß die Verbandsleitung sich nicht so radikal gebärdet hat, wie dieses von einzelnen Gruppen gewünscht wurde und bisher versucht hat, auf dem Verhandlungswege die Belange ihrer Mitglieder sicberzuftellen. Richtig ist auch, daß ein frischerer, neuzeitlicher Geist in der an alten Tra- ditionen hängenden Organisation dringend am Platze wäre. Diese Umstellung aber verhindert zu haben, ist allein die Schuld der Mitglieder selbst, die es bisher an der nötigen Aktivität und tatkräftigen Mitarbeit haben fehlen lassen. Den aufgespeicherten Unwillen in den Mitaliederkreisen haben sich nun p 0 l 1 t i s ch e Drahtzieher zunutze gemacht, die nach der Re- volution geschmiedete Einiglest der mittleren Postbeamten für ihre Zwecke' dienstbar zu machen und die alle Zersplitterung zum Nachteil aller herbeizuführen. Der Köder gemacht. Dessenungeachtet versucht man eS dennoch, de» Arbeiter» den Rdvers zur Unterschrift vorzulegen. Wir machen jene Leute— die da glaube», hierfür berufen zu sein— erneut darauf ausmelkiam, daß die Bestimmungen deS Tarifvertrages nicht nur auf dem Papier stehen, sondern daß ab- geschlossene für verbindlich erklärte Tarifverträge in allen Einzelheiten auch geholten werden müsien. Bauarbeiter Berlins, laßt Eucb nicht auf solche Weise Cur« Rechte beschneiden! gabtstelle Berlin der D. B. A. Zahlstelle Berlin des Zimmerervervaudt». Die Dcilergerüskbaoer nahmen in einer Vollversammlung Stellung zur Frage des T a r i s a b s ch l u s s e S. Einleitend führte M i x vom Deutschen Transportarbeiterverband aus, daß die bekannten Verhältnisse auf die Dauer unhaltbar feien. Er riet zum Abschluß eines Bertrage s, der frestich anders aussehen müsse als der Entwurf der Arbeitgeber. Große Heiterkest löste die Mitteilung aus, daß die Arbeitgeber den Tarif gleich auf 1l) Jahre abschließen wollen. In der Diskussion sprach sich der Branchenleiter Kollege Her« mann Walter im Prinzip gegen den Tarisabschluh aus, er will dem Abschluß aber keinen Widerstand entgegensetzen. Es wurde eine neunköpfige Kommission gewähll, welche möglichst bald einen Entwurf ausarbeiten soll, der die Wünsche der Kollegenschast berücksichtige. Den Tätigkeitsbericht vom vergangenen Jahre gab der Kolleg« L e n z n e r. Er forderte die Lxitergerüstbauer aus, nicht zu er- lahmen. Nicht Zerschlagen, sondern Vorwörtstreiben der Gewerkschaften im Klassenkampf möge die Parole für die Zukunft sein. � Ä, Bei der Neuwahl der Branchenleitung wurde Kol- lege A. Mix als Branchenberater einstimmig wiedergewähll. Zum Dranchenleiter wurde gewähll Kollege H. Walter, zu Beisitzern die Kollegen P. Bahder und H. G r S n e r t. zu Schriftführern die Kollegen H. Lenzner und H. Knorr. Bei Besprechung des Antrages der Arbeitslosen, welcher von jedem in Arbeit stehenden Kollegen mit einem Wochenoerdienst über 200 M. die Zahlung von 2,50 M. pro Woche verlangt, wurde zum Ausdruck gebracht, daß durch derartige Mistel die Lösung des Ar- beitslosenproblems nicht erfolgen könnte. Staat und Kommune ' lösten die Pflicht. Arbeit und damst Existenzmöglichkeit zu schaffe». uz diesem Umstände sei der Anstag abzulehnen. Heber den neue» Lohnkarif der städtischen Arbeller brachte die bürgerliche Presse eine Notiz, wonach der Magisstat den S ch i e d s- spruch des Einigungsamtes über den neuen Lohn» und Dsrgütungstarif nach den Beschlüssen der Großen Deputation an- genommen habe. Hierzu schreibt uns der Verband der Ge» meinde- und Staotsarbeiter. daß die Notiz von Anfang bis zu Ende erlogen ist und jeder tatsächlichen Unterlage entbehrt. Die Lohn- tarifverhandlungen der im Lohnkartell vereinigten Organisationen werden fortgesetzt und haben bls zur Stunde irgendwelches Er- gebnis nicht gezeitigt. DUferenzen bei R. Stock u. Ea., Marienfelde. Am Sonntag .,. Der Köder„Differenzierung von . otv■'"7r,T VVi ir. Militär- und Zivilanwärtern*, der seine Geburtsstätte im Reichs» wurde Mllts.lung gemacht von den stattgehabten Besprechungen der smanzministeeium hat. ist seitens des d-utschnationalen Stadtverord- Partei- und Gewerkschaftsverstetcr. welche bekanntlich die Führung neten Langula(eine anrüchige Persönlichtest aus der Kapvzsst) der Angelegenheit den Gewerkschaften überlassen haben. dazu verwendet worden, die Unzufriedenheit der Postmilttär- Durch einen gegen einzelne Stimmen gefaßten Beschluß erklärte anwärter zur Gründung einer Sonderorganisation die Versammlung, daß st« den von den Organisationen einqeschlage- auszunutzen. Die Tätigtest dieser Neugründung liegt darin, einen nen Weg. einen endgültigen Schiedsspruch des Schllchtungs- K?mpf gegen die alte Intsrelsenoerstetung zu führen, um sich lebens- ousfchusses herbeizuführen, billigt und das Ergebnis der am erha!�; die ZiAe sind bei beiden gemeinsam.! Mittwoch stattfindenden Konferenz abwarten wird. gntte Tä-»p nnn 6-i-Ir"«Üa � 0 Mitglieder mirrSe» /Mnn kVrffrtt-nr*«» fsöfefcfrtVf«** rttetTeft* fnrti Srtf» �' 3�*)� OClltß 000 StitQlIB JßlT, Ullb 03 tjt flItC3 Sprid)» „ J m � � wvrt, ßah die Sterbenden und Totgesagten in vielen Fällen ein die ganze Belegschaft einmütig hinter dem Betriebsrat und seinen -steht. in bczug auf die Bewegung zu fassenden Beschlüssen Gewerkschaftsfunktionäre! Mittwoch, den 19.. abends 6 Uhr, findet im Wintersaal der Unionbrauerei(jetzt Sckultheiß), Haienheide, eine Versammlung sämiliwer freipewcrkscktaiilicker VeriraiienSmänneroblrute der Be- triebe, der Vorsitzenden der Betriebsräte sowie der GewerkschafiS-, KominiisionS- uns Afa-OrtSkartellve,lreter statt. GewerkschaitSkommissionS- und Aia-Vertreter erbalten die Legi- timaiion zugesandt. Für die VertraiienSmännerobleute gilt die Legiiimalion der Organisation! für die Vorsitzenden der Betriebs- räte außer Mitgliedsbuch und sreigewerlswaftlicher Betriebsrats- Legitimation ein mit dem Fiimenstempel versehener Ausweis, daß sie BetriebSratsvorsitzend« sind. Erscheinen ist unbedingt erforderlich, da die Loewe-Ange« legenbeit. Kurzarbeiter und Arbeitslosen- fragen einer Lösungsmöglichkeit entgegengefübrt werden sollen. Ära GewertilbaftSkommission OrtSkartell Groß-Berlin. Berlins und Umgegend. FrelgcwerkiSastlick!« BestiebSräienenirale für den Wirtschastsbezirk Groß- Berlin. Und doch gestrauchelt! Ansang Dezember berickteten wir über die eigeniumlidi« Art und Weiie, in der der Gauleiter des Verbandes der Steinsetzer, Sibura. mit den Uniernehmern verbandclte. Wir überschrieben unseren Artikel:„Auf dem Wege nach Moskau ge- strauchelt.' Den Kommunisten gefiel es allerdings gar nicht, daß wir einen der Jbren an de» Pranger stellten, weil er in schäm- losester Wesse die Intercsien'kilikr Aibeiisblüder um eigenen zähes Leben haben. Jedenfalls ist der bevorstehende Zusammen� schluß der vier Großorganisationen der Post(höhere, mittlere, untere und weibliche Beamten) zu einer„R e i ch s g e w e r k s ch a f t* ein Markstein in der Gewerkschaftebewegung der Postbeamten und ein sichtbares Zeichen für das' erwachende Solidaritätsgesühl der über- großen Zahl der Postbeamten Die zersetzende Tätigtest der Sonder- organisationen wird an diesem Block zerschellen. Nicht nach rufst gen, das sollte genossen sein. die Parole, insbesondere die unserer Partei- Achtung, Bauarbeiter und Zimmerer!- Auf der Baustelle Siedlungsgesellschaft Linvenbos(Blanke Höllei wurden die�Aibenen Ende Dezember v. IS. angeblich wegen Geldkalam«täten restlos eingestellt. Alle ans dieser Bau- stelle beichäsligtcn Arbeiter, Handweiker und Beamte erbielten biS- der pro Tag eine L a u f st u n d e bezahlt. Die Wiederaufnahme der Arbeit soll nun davon abhängig gemacht werden, daß die Arbeiieischaft auf die bisher gezahlte Lansstiinde verzichtet. Um dies zu erieichen, wird den Neiiein,»stellenden«in Revers zur Unterichriil vorgelegt. Ein derartiges an die Bauarbeiter ne- richteies Verlangen ist unzulässig. Wir wenen ausdrücklich daraus bin. daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Bauarbeiter vertraglich geregelt stnd und es einer besonderen Nnierschrifl nicht bedarf. Hier kommt ß 4 Abi. S deS Tarisverirag« zur Anwendung. Dieser lautet: Wo bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen be- stehen, dürfe» sie während der VeriragSdauer nicht zuungunsten der Arbeitnehmer verändert werden. Neueingestellle er- halten dieselben Vergünstigungen. Es haben— im Beisein des Herrn Lassen— bereits Verhandlungen stattgefunden und haben wir aus die Bestimmungen des Tari'verirages aufmerksam dazu übergegangen sei, Bekanntmachungen ohne Gegenzeich- n u n g anzuschlagen und so die Unruhe in die Belegschaft hineinge- tragen habe. Die Direktion berufe sich auf den§ 69 des Betriebsrätegesetzes. Dann schilderti er eingehend die Diebstähle, welche zur Einführung eines Kontrollsystems geführt haben. An sich habe man nichts dagegen, aber es müsse für das gesamte Wert gelten, nicht nur für A r b e i t r r. In der DlStussion kam allgemein zum Ausdruck, daß die Metollindustrlellen sich jetzt einzelne Werke heraussuchen, um diese zu Einzelattionen zu ver- anlassen und nach Gründen suchen, um Werke zu schließen oder einen Teil der Belegschaft aufs Pflaster zu werfen. Es wurde ein« Resolution einstimmig angenommen, die den Arbeiterrat be- auftragt, erneut mit der Direktion im Beisein von Organi- sationsvertretern zu verhandeln, um die bestehenden Differenzen mit der Belegschaft zu beseitigen. Deutscher Transportarbeilerocrband. Betriebsräte, Arbeiter- räte und Betriebsobleute oller Branchen, die gewillt stnd, an den ersten freigewerkschaftlichen Räteschulkursen teil» zunehmen, müssen sich bis zum 22. Januar 1921 unter Vorlegung des Mitgliedsbuches im Verbandsbureau, Gewerkschaftshaus, Engel- ufer 14/15, Zimmer 33. 2 Tr„ täglich bis 7 Uhr abends persönlich melden. Alle Obengenannten, die noch keinen neuen Ausweis erhallen haben, können diesen jetzt in derselben Zoll in Empfang nehmen. Es wird im eigensten Interesse ersucht, von dem Ge- botenen regsten Gebrauch zu machen.— Die Bezirksverwallung. S.P.D.-Miigli-dtz! de» Zevtral»»bande, der Angestellte«._ßmit 7 Uhr Versammlung ti*"'*"—— EteUilngnahme Ersckicine» film! niibedwat erforderlich. Deutscher Tranevortarbeiterierband. sChemische Branche.) Bertraucns- Personen, Betriebsräte, Obleute, Delegierte zur örtlichen Generalversammlung usw. Mittwoch, 7 Uhr in WiNcs Festsälcn, Sebastianstr. SS, Funltionärversamm. lung.— Die Branchenleitung. Sriefkaften üer Neüaktion. tz. S. Zoe. Gute Lektüre finden Sie in den st üd tischen Bolk-büchereien Mld Lesehallen. Sur« Bücher in großer AirowqH finden Sie in der Aorwärts-Buch« Handlung, Lindenstr. 2. stet» vorrätig.— llL 6«. Beuden Sie sich a» ba» Sied- lungsamt der Stadt Berlin, Rathau,. Beronlw lstr deu redalt. Teil Dr. Werner Pette». llharlottrnbi'vg! sstr Stozelgen: Td Glocke. Berlin. Berlage BorwärtS-Berlag». m. I> Berlin Druck' Vit- wSrlS-Buchdruckerei u. VerloaSanltost Bmil Linaer u. Do.. Berlin Lind»' litr. ll. Hterzn l BrII»»e._ nach, beendetet? cJnoentczn. Beiren-Dlslcr. Berren-toizfige Herren-Bosen h seo, 379. 235 M 80«, 329. 245 M 110. 120, 80. 65 Herrcn-finmmimgal. �'419.429. 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