Nr. 30 ❖ ZS. Jahrgang flusgabe B Rr.15 Bezugspreis: »:tttel(5f)rl 30,-3!!. monatUfl.-UH. frei ms Saus, roraus mhlbar. Pati- oemgi Mona!IiS> lv.- M!.«?N.5u- ftellungsgedütic. Unrer i�reuzdand fbr Deutschland und Oesterreich 16,50 31!. für das übrige Ausland bei liiglich «inmaU SuileUunc 2L30 M. Voiide. iiellungeu neamen an Oesterreicki Ungarn, Tschecha- Slowakei, Dane» inar!, Holland, auremdurg. Schweden und die Schweiz.— Einaetrageu in die Posl-�eiiungs- Preisliste. Der.Vorwärts� mir der Srmmaq» deilaze.Bali u. Zsit� ericheinl wachen- täglich zwelmai. Sonntags und Man- tags einmal. Telegramm-Adrestei »Zoztaldaiuotrat Berlin». Abend- Ausgabe Verli»lev VolKsblettt (sopkennig� AnzeigeuprciS: Die achryelpaliene ÄonvarriUezei!» koste 13.— M. Teuerirngszulchlag SO»/, »Uleln» itnze>gen-i das'eit» gedruckte Wori 1,— AI. IfUlitfig zwei fettgedruckte Warlei, iedes weiter» ILori 60 Pfg. Stellengesuche und Sch!a»ste!!tuanz?>aen das erne Wort 63 Arg» ied«s weitere Wori 40 Tig Worte über 13 Suchstaben zäblen für •wei Warle. Teuerunaszuichlao SO»/» staenilies-Antejgin für Abonnenten Zeile 2,— Di. a»ljti!che und ge» wertichaftlicki» Aersins- An-eigen 3.— Mk. die Zeile ahne Aufschlag. Anzeigen für die n ü chst e Nummer «üffen bis 5 Ahr nach mittags nn Sauvrgefchäft. Derlin SW. Z. Linden- ltretze 3, abgegeben werde«.(BeBffnei snc> lldr früh bis ö Uhr abends. Zentralorgan der rozlaldeTnokratifcben partet Deutfchlands Neöaktion und Expedition: GW.«8, Lindengr. Z Nernivrerkier: Amt Morttidlatz. Nr. IZISO— IZI«? Mittwoch, den IN. Januar 1NÄ1 vorwärts-verlag G.m.b. H., SM. HS. Lindenstr. 5 Fernsprecher: Amt Btarivvlat», Nr. II? ZZ— 54 pirfthbüchsen der Gegenrevolution. lieber umfangreiche Waffenschiebungen in E r- f u r t wurde vor kurzem berichtet. Es handelte sich dabei nicht »ur um Verschiebung von Militärwasfen und-teilen aus Be- standen der Reichstreuhandgesellschaft, sondern auch um W a s fen b e st e ll u n g c n, die in großem Maßstäbe an Thüringer Waftensabriken vergeben wurden. Aus Erfurt erhallen wir nun zu der Angelegenheit weitere sehr interessante Einzelheiten: Der verhaftete Waffenmeister Keil machte bei seiner Ver- nehmung folgende Angaben: Durch den Fahrradhändler Arnold, Meyfarthstraße in Erfurt, lernte er vor etwa neun Monaten den Hauptmann v. Frankenberger kennen. Frankenberger beauftragte den Keil mit der Beschaffung von 200 Pirschbüchsen und IZSOOll Patronen mit Stahlmantelgeschossen. Die Bestellung wurde bald darauf auf MV Gewehre erhöht. Mit der Herstellung wurde die Waffenfabrik Kirch- n e r in Zella(Thüringen) beauftragt. Frankenberger erzählte dem Keil von„k o m m u n i st i- st i s ch e n A u f st a n d s p l ä n e n" in Thüringen, von wel- chen er durch Spitzel Kenntnis erhalten habe. Zur Abwehr des geplanten Aufstandes sollten die„Pirfchbüchsen" dienen. Bon der bestellten Munition waren 9V VVV Patronen durcti die Finna Gustav Genschow u. Co. in Durlach inzwischen bereits geliefert und bei der Firma Haupt- Erfurt,.Johannesstr. 159, gelagert worden. Abgefaßt wurde Kell beim Abschlliß des Schieber- Geschäftes mit der Reichstreu handgesell- sch a s t, die für Frankenberger 25 VVV Gewehrteile und 100 000 Patronen lieferte. Hauptmann Frankenberger wohnte in Erfurt, Pension Manne, Burgstr. 8. Als die Festnahmen und Untersuchun- gcn begannen,' ist der tapfere Hauptmann ausgerissen und ver- sucht»,"seine in der Eile vergessenen Papiere durch die Frau eines Gesinnungsgenossen, des Hauptmamis Hirz, Nonnen- rainstraße 70, aus seiner Wohnung verschwinden zu lassen. Aus den vorgefundenen Papieren geht hervor, daß Frankenberger in Verbindung mit dem Kaufmann Graul- Erfurt, Straßburger Str. 92, stand, welcher von Franken- berger mit der Beschaffung von folgenden militärischen Aus- rüstvngsgegenständen beauftragt wurde: 5000 Militär- kochgeschirre, 5000 Brotbeutel, 2000 Feld- flaschen, 15 große Feldküchen, 1 komplefte Groß- ft nkenstation, 100 000 Meter Fcldkabel(beim Eingreifen der Behörden bereits geliefert), 15 komplette Femsprechstationen, 5 Blinkgeräte, 3 Sanitätswagen, Sanitätsmaterial für 3000 Mann, 4 Fernsprechvermittlungsschränke usw. Für jeden ein- zelnen Posten waren Decknamen vereinbart. Hauptmann v. Frankenberger war bis zum Herbst 1920 in der Sipo von Sachsen. Unter seinen beschlagnahmten Pa- pieren befanden sich Verteilungspläne für die Waffen. Unter„Verteiler a* sind folgende Namen ange- führt: Hauptmann A n g e r- Erfurt, DaGergswog 1, Fabri- kant Bahn-Erfurt, Goethestr. 39, Major Breithaupt- Hochheim, Cyriakstr. 24, Gärtnereibesitzer G e k a l l a- Hoch- heim, Gutsbesitzer C? i n i tz- Trebra(Nordhauscn), Lehrer E n i k e- Weißensee, v. F a l'k e n h a g e n- Bornhagen, Guts- bcsitzer Grase- Walschleben, Kreiswegemeister Hammes- Weißenborn-Lüderode. Rittergutsbesitzer v. Haustein- Heiligenstadt, v. Marschall- Bollstedt, Kreisrat Mayer- Worbis, Major P r i g g e- Saalfeld, Rittergutsbesitzer Römer- Bliedungen, v. S e e s b a ch- Cammerhorst, v. S t r o» tz- Naumburg, Burgstr. 40, Technische Not- Hilfe- Erfurt, Lehrer W a l d h e l m- Schwerstedt. Rechts- onwalt W e r n i ck- Eisenach. Major W o g n e r- Erfurt, Herderstr. 28, Z i e g e n f u ß- Dingelstedt, Rittergutsbesitzer v. Goldacker- Weberstedt, Freiherr v. Wanaenheim- Erfurt, Lossiusstr. 1, Oberamtmann Lorenz- Weißenbarn, Rittergutspächter B a l z e r- Silkerode. Baron. Freiherr v. Winnigerode- Silkerode, Landwirt W a u e l- Holungen, Ingenieur Wenk- Großengottern, Kaufmann Hack- Erfurt, Landwirt Banfe- Zützenbach(Südharz). Hauptmann v. Frankenberger ist für den Staats- anmalt selbstverständlich unauffindbar; wahr- scheinlich hat er längst das für Leute seines Schlages ge- lobte Land der Escheriche erreicht. Immerhin zeigt das Bei- spiel der Thüringer Waffenschiebung, daß die Rechts- b o l s ch e w i st e n sich zu helfen wissen, selbst wenn die von der Entente geforderte Abgabe der M i l i t ä r w a f f o n auch von den Orgeschorgonen durchgeführt werden muß. Sie be- waftnen sich eben mit„Pirschbüchsen", wozu die Kriegs- und Revolutionsgewinnler die dem Reiche unterschlagenen Steuern in reichlicher Fülle zur Verfügung stellen. Merkwürdig ist aber auch, daß die„radikalen" A r b e i- ter der Thüringer Waffenfabriken, die unter der„revolutio- nären" Führung der Gothaer Kommunisten stehen, die Kon- trollrechte, die ihnen das Betriebsrätegesetz gibt, nicht ein- mal dann auszunützen verstehen, wenn es gilt, die Fabri- kotion von Waffen zu verhüten, die gegen sie selbst losgehen sollen: Die Schreier unter den Kommunisten wissen doch sonst immer Wunderdinge zu erzählen, die durch eine„reva- lu'ionäre" Betriebskontrolle zu erzielen feien.- Es müssen schon die von ihnen beschimpften demokratischen Organe der Republik auf die seltsame„Produktionssteigerung" in der Thüringer Waffenindustrie aufmerksam werden und die „radikalen" Betriebsräte mit der Nase darauf swßen. Den unfähigen Phrasenhelden und den nach dem Bürger- krieg lüsternen Orgeschiten wird gründlich das Handwerk ge- legt werden können, wenn alle Arbeiter und alle preußischen Frauen und Männer am 20. Februar den Stimmzettel der Sozialdemokratie in die Urne legen. Abrüstung unö Schieösgericht. Itew IJorf, 18. Januar,(hollandsch Meiiwsbureau.) Aus Mari-n wird gemeldet, datz Senator harding bald nach sei.rem Pmtscnkrilt die Mächte auffordern wird, Vertreter zu einer vermutlich in Washington stattfindenden Sanserenz zu entsenden. auf der die Einschränkung der Bewaffnung und die Gründung eines Schiedsgerichkshofes besprochen werden soll. Man erwartet, daß harding diese Pläne tn seiner Antritts» botschaft erwähnen wird. De? nordamcrikanische heeresstand ist aus über 175 000 Mann festgeseht. Gleich' eitig sind Anzeichen dafür vorhanden, daß auch Japan an eine Einschränkung der Bewaffnung denkt. Premierminister Okuma erklärte in einer Unterredung, die amerikanischen vor» schtäge bezüglich eines Marineabkommens zwischen Japan, t5r.glond und den Vereinigten Staaten feien ein beredter Beweis dafür, daß Amerika die Zlusgabkn für die nationale Verteidigung einzuschränken wünsche. Deshalb müsse man anerkennen, doß der Verschlag Amerikas be.wecke. zum Weltfrieden beizutragen. Japan könne den amerikanischen Plan aber nur in Erwägung ''eben, wenn eine Begelnpg zwischen Amerika und England zu» s'ande gekommen sct. Dos jopani'che Marineprogramm sei ohne sin schon auf das Mindestmaß für die nationale Verteidigung beschränkt. Außenminister Ushii erklärte einem Vertreter ter„Ikew Port World", daß Japan eine Aktion Amerikas für die Enlwassnnng be» grüßen würde. Dadurch würde es aus diesem Sonkurrenzkamps befreit werden, und es würde ihm möglich sein, eine friedliche Eni» Wicklung an-ubahnen. London, 19. Januar,(yollandsch JticmosbUrenn.) Die „Times" meldet, daß bei Zusammentritt des sapanifchen Parla» mcnts die Regierung sowohl im Obcrhause als auch im Unterhause über die Abrüstung interpelliert werden würde. Auch die Frage des ollgemeinen Wahlrechts werde in der nächsten Parla» menlssihimg eine große Rolle Wielen. Die pariser Konferenz. Loudon. t«. Zanua».(haoas durch WTB.) Reuter ersähet aus zuständiger Quelle, tt sei wahrscheinlich, daß auf der Pariser Aovfereoz auch and««« Fragen als die Entwaffnung Deutsch- iaabe, die Frage der Reparationen und der Vertrag von Stores in den ftteis der Beratunaeu gezogen würden. Es könnte sein, daß man sich auch mit der Gefahr beschäftigen werde, die durch einen Zusammenbruch Deutschösterreichs entstehen könnte. Abbruch üeutjch-belgifcher verhanülunzen? V rüstet, 19. Januar.(Hollandsch Nieuwsbureau.) Die beut- scheu Delegierten, die über den Rückkauf der in Belgien gelassenen Milliarden Mark verhandeln sollten, sind gestern nachmittag 5 Uhr abgereist, ohne daß vorher eine Entscheidung getrcffen wurde. Wie verlautet, sind die deutschen Vorschläge für Belgien u n a n- n e h m b a r.— Eine WTB.-Meldung am Dienstagabend hatte noch von günstigen Aussichten gesprochen. Der Krieg gegen Sinn-ßein. London, 19. Januar.(TA.) Englische Truppen haben einen großen Teil der Stadt Dublin besetzt. Die Einwohner der oberen Stockwerke erhielten 29 Minuten Zeit, um ihre Wohnungen zu verlassen. In den Fenstern wurden sofort Maschinenge- wehre untergebracht, die das ganze Stadtviertel beherrschen.— Auch die Stadt Cork wurde besetzt. Darauf haben sich in der Nacht schwere Straßenkäwpfe abgespielt. Es wurde aus den Fenstern auf die Truppen geschossen, die das Feuer mit Maschinen- gewehren erwiderten. Zahlreiche Soldaten und Schutzleute wurden verwundet. Die Zahl der getöteten„Sinn-Feiner" konnte nicht festgestellt werden, da die meisten Verwundeten und auch die Leichen versteckt worden sind. Unbequeme Diktatur. Riga, 19. Januar.(DA.) Der Konflikt zwischen dem Mos- kouer Sowjet und dem Sowjet in Kronstadt hat sich zugespitzt. Trotzki antwortete hem Kronstädter Rat, daß man sich in Moskau nicht von einem Schwärm Trunkenbolden deren Willen diktieren losten mag. Es wird nicht eher wieder Getreide nach � Kronstadt geschickt, bis ein»euer Sowjet gewählt ist, der Mostaus j Autorität anerkennt. Nichts erreicht? Don Konrad 5>aenisch. Jin Anschluß an das im Leitartikel des„Borwärts" vom 16. d. M. Dargelegte führe ich hier die knappe Anein- anderreihung von einigen immerhin nicht unwefenllichen Fortschritten in der preußischen Kulturpolitik zu Ende. Ganz besondere Aufmerksamkeit hat das Unterrichtsministerium der körperlichen Ertüchtigung der Schuljugend zugewendet, der Turnunterricht wird weit mehr als früher gepflegt, Abschlußprüfungen im Turnen sind zunächst versuchsweise an einer großen Reihe von Schulen eingeführt worden; wir haben allwöchentliche Spiclnach- mittage und allmonatliche volle Wandertage auf allen Schulen durchgeführt. Das stählt nicht nur Körper und Geist der Jugend, sondern' bringt auch Schüler und Lehrer einander manchmal viel näher als sonst monatelange gemeinsame Ar- bell in der geschlossenen Schulstube. In diesem Zusammen- hange darf auch die Gründung der dem Reich unterstehe iden 5)ochschule für Leibesübungen in Berlin genannt werden. Bon dem Gedanken, Schüler und Lehrer einander näher- zubringen, den Lehrer aus einem Vorgesetzten des Schülers zu seinem Freund, Führer und Berater zu machen, war auch die Einrichtung der S ch u l g c m c i n d e n auf den oberen Klassen unserer böberen Lehranstalten diktiert. Nach der Ueberwindung anfänglicher-großer Schwierigkeiten hat sich diese neue Einrichtung allmählich siegreich durchgesetzt und ich habe im letzten Jahre bei meinen vielen Schulbesuchen so- wohl von den Lehrern wie auch von den Schülern nur die besten Urteile über die Wirksamkeit der Schulgemeinde gehört. Die körperliche Z ü ch t i g u'n g in den Schulen ist durch Erlasse und dauernde Belehrung der Lehrerschaft auf ein Mindestmaß eingeschränkt worden. In absehbarer Zeit dürfte der Stock aus unseren Schulen vollständig verschwun- den sein. Was die vielnmstrittene Frage des Zölibats'der Lehrerinnen angeht, so wurde verfügt, daß die be- kannte Eheklausel künftig in keinen mit Lehrerinnen zu schließenden Vertrag mehr ausgenommen werden darf. Vier Lehrerinnen sind seit Ende 1918 ins Ministerium selbst berufen worden. Auf dem Wege der kollegialen Schulleitung sind wir ein paar tüchtige Schritte vorwärts gekommen. Schon seit dem Jahre 1919 ist das Rektorat seines allen autori- tären Charakters entkleidet worden. Mit versuchsweise zu- nächst in den Bezirken Wiesbaden, Hannover und Düsseldorf cingeführten neuen Dienstanweisungen sind wir auf diesem Wege noch weiter kräftig vorangeschritten. Bewähren sich, woran ich nicht zweifle, diese neuen Dienstanweisungen in der Praris, so sollen sie, sobald wie irgend möglich, a l l g e m e i n durchgeführt werden. Durch die Beseitigung des Obligo- torinms der Rektorprüfung und durch eine wesentliche Er- leichterung in der Gestaltung der zweiten Lehrerprüfung wurden für die Volksschullehrer die Aufstiegsmöglichkeiten stark gefördert. Durch die Einrichtung der Elternbeiräte ist eine innige Erziehungsgemeinschaft zwischen Schule und Haus an- gebahnt worden. Auch diese Einrichtung setzt sich ansang- lichen Schwierigkeiten zum Trotz nunmehr aus der ganzen Linie durch. Wenn die sozialistischen Arbeitereltern von ihr noch nicht überall den richtigen Gebrauch zu machen wußten, so ist das schließlich nicht die Schuld des Unterrichts- Ministeriums. In derselben Linie liegt die versuchsweise Einführung des Elternrechts, mit Zustimmung des Lehrers dem Unterricht beizuwohnen. Gewiß: es ist dies ein gewagter Versuch. Aber wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. Und ich bekenne mich gern zu dem Grundsatz, daß man gerade auch in kulturpolitischen Dingen den Mut zum E x p e r i- m e n t haben muß— selbst aus die Gefahr hip, daß sich ge-. legentlich einmal die eine oder die andere Neuerung nicht voll bewährt. Nieue Dienstanweisungen auch für die Lehr'er an höheren Schulen sind in Vorbereitung. Auch sie werden einen kräftigen Ruck nach vorwärts bedeuten. Neue Geschichtslehrbücher sind, zunächst- für die Geschichte des 19. Jahrhunderts, von bewährten Fachleuten ausgearbeitet werden und sollen so bald wie möglich allgemein eingestihrt werden. Gern würde ich des Näheren auch noch über die grund- legenden Reformen auf dem Gebiete des Theaterwesens und der volkstümlichen Musikpflege berichten Aber der Raum erlaubt es nicht. Deshalb nur soviel: Die Bearbeitung dieser wichtigen Gebiete liegt im Ministeriuni ' in den Händen besonders tüchtiger Sozialisten. Her vorragende Bühnenleiter sind an die Spitze der staatlichen . Theater berufen worden(Schillings und Ießner in Berlin H�MMnn in Wiesbaden!). Pfitzners wurde nach Berlin ge 'zögenjAie Hochschule für Musik wurde von Grund aus reor (ganifierf(Schreier, Busoni!). Mit den Freien Volks- biihnen wurde ein Verhältnis ständigen und engen Zu« sammenarbeitens hergestellt. Auch aus dem Gebiet der bildenden Äunst wird tüchtige Refonnarbeit geleistet: Männer'modernen Geistes sind in Berlin uno Im Lande zur Mitarbeit herangezogen worden. Für das so überaus bedeutungsvolle V o l k s h o ch- s ch u l w e s e n wurde im Ministerium ein eigenes Referat eingerichtet, in dem neben anderen tüchtigen Kräften gleich- falls ein sehr bewährter Sozialist tätig ist. Was an zukunfts» trächtiger Arbeit auf dem Gebiete des Bolkshochschulwesens im einzelnen geleistet worden ist, das auch nur anzudeuten, fehlt hier leider der Raum. Schließlich erinnere ich an die umfasienden Arbeiten zu einer einheitlichen deutschen Hochschulreform, in denen wir mitten drin stehen. Insbesondere soll das B e- rufungswesen auf andere Grundlage gestellt und von allen lokalen Klüngeleinslüssen, die sich gelegentlich bemerk- bar machen, befreit werden, die Stellung der Extraordi- nar ien und der Privatdozenten wird gehoben. Gewiß ist es richtig, daß die große Mehrzahl unserer Hoch- schullehrer sich innerlich noch nicht mit der neuen Ordnung der Dinge ausgesöhnt hat. Aber auch hier hat das letzte Lahr infolge zäher und geduldiger Arbeit doch eine mefent- liche Besserung gebracht. S o z i a l i st e n sind, soweit sie fachlich ihren bürgerlichen Kollegen ebenbürtig waren, in nicht unbeträchtlicher Anzahl zu Hochschullehrern berufen worden. Allein aus den beiden mir unter- stehenden Berliner Hochschulen, der Universität und der Technischen Hochschule, nenne ich die zu Profesioren ernannten organisierten Parteigenossen Heinrich Cunow, Pa>l Lensch, August Müller, Dr. Grotjahn, Dr. Conrad Schmidt und Dr. Chajes. Vielleicht ist es noch der eine oder der an- dere mehr, der mir im Augenblick nicht einfällt. Dazu kom- men yoch einige unabhängige oder den Unabhängigen nahe- stehende Hochschullehrer. Mit der zum 1. April in Kraft tretenden Altersgrenze wird die Möglichkeit geboten, sowohl den Hochschulen wie auch der eigentlichen Schulver- waltung noch weit mehr als bisher frisches Blut zuzuführen Der katastrophalen Notlage der deutschen Wissenschaft und ihrer Diener wurde vom Minister die ernsteste Aufmerksamkeit geschenkt. Mit Unterstützung des Reiches wurde die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft gegründet— eine Notgemeinschaft der deutschen Kunst ist in Vorbereitung. Ein neues Studentenrecht ist geschaffen worden. das zum ersten Male die Studentenschaft als solche in den Gesamtorganismus der Hochschule eingliedert und ihr ein weitgehendes Mitbestimmungsrecht gibt. Bon den Studie- renden aller Richtungen wurde der damit erzielte große Fortschritt freudig anerkannt. Der Aussöhnung zwischen den proletarischen Kopfarbeitern(das sind heute zum großen Teil unsere Studenten!) und den proletarischen Handar» b e i t e r n hat in diesen zwei Jahren die ganz besondere Auf« merksamkeit des Unterrichtsministeriums gegolten. Gerade diese Arbeit hat zwar mancherlei Enttäuschungen gebracht, ist schließlich aber doch nicht ganz ohne Erfolg geblieben. Ich habe mich neuerdings bei den Besuchen mehrerer Hochschulen davon zu meiner Freude selbst überzeugen können. In der Linie dieser Politik der Verständigung zwischen Hand- und Kopfarbeitern liegt auch mein bekannter Brief an den Vorsitzenden der deutschen Studenten- s ch a f t. in dem ich gewisse sehr schroffe Wendungen über die Marburger Zeitfreiwilligen, die ich im Sommer gebraucht hatte, zurücknehme. Ich weiß und verstehe, daß dieser Brief in den Reihen der Parteigenossen viel Befremden erregt hat. Ich bitte darum, zum Schluß auch darüber noch ein ganz offenes Wort sagen zu dürfen: Wie ich a l s M e n s ch u n d Sozialist über das Furchtbare denke, das sich im Früh- jahrsnebel des verflossenen Jahres zwischen Mechterstedt und Bad Thal abgespielt hat. wie ich als Mensch und Sozialist auch über den Kasseler Freispruch denke, steht nicht zur De- »Totentanz� auf öer Zwergenbühne. Für das winzige Theater der„Tribüne', das keine breitspurigen Kulissen verträgt, hat Max Pechstein eine sinnbildliche Bühne ent- warfen, die zur Stätte der Strindbergschen Tanzqualen dienr Wenn der Vorhang an den sichtbaren Schnüren auftollt, steht e n Panzer- türm vor den Augen, der bis in die Saaldecke hinaufreicht. Da das Metall des Turmes sehr riesig ist, erdrückt der Turm den Raum und er wird zur Rache wiederum von dem Räume zerquetscht. Daun öffnen sich mühsam die eisernen Gewebetüren, und es ist, als wenn sich ein schwervergittertes Gefängnis austut. dessen Menschen bald ihre Martern zeigen werden. Bei Reinhardt ist der Wohnraum des Festungskapitäns ausaedehnt und luftig, er ist in der„Tribüne" eng. und er duftet nach Muffigkell. Die Türen, die Wände, die Möbel stützen sich. Die Menschen in dieser Gefängniszelle müssen sich auch mll Heft okeit rr�eh tun, sobald sie aufeinanderrennen. Wirklich, die Hiobsstimmung der Strindbergschen Tragödie wird auf der Zwergenbühne stärker zusomniengebaut als in der Bühnenhalle. Es ergeben sich von selbst Regieeinfälle, die den Be- obachter überraschen. Der Gatte und die Gattin, diese begeisterten Eelbstqualer, werden schon durch den Raum> zusammengebunden. Er- heben sie sich nun einige Schr lle, um der Erregung Lust zu schaffen, so müssen sie hintereinander hersagen, indem eines an das andere geklebt bleibt. Die bildliche Brücke zwischen ihnen bricht niemals ab. Was ihr Inneres zusammenkettet,— es erscheint stärker auf der Zwergenbühne. Das Kändekrampfen des Ohnmächtigen, der durch Wunder vom Tode wied»r aufersteht, w rd nicht vom Räume verschluckt. Das Zucken um Mundwinkel, Falten in der Stirv, die ganze Gestikulation der Gezeichneten gewinnt eine Schärfe, als wenn alles unter das Mikroskop gerückt wäre. Die Zwergenbühne ist hier einmal gerechtfertigt. Die Zirkusriesenbühne hat diese Rechtferti- gung niemals noch erwiesen. Albert Steinrück spielt den Festungskommandanten nicht tierisch kühl, n cht so zerstörend und weniger berserkernd als Paul Wegener. Es leben in ihm ein Wahnsinn, ein Leid, ein« Bosheit-und«in Hiobsbrüdertum, das trotz aller Tobsucht noch von einiger Milde verklärt wird. Die Mittel de? Bildlichen werden n'cht so wild ver- schwendet wie bei Wegener. Der Saufer, der im„Deutschen Theater" das Gerät seiner TrunksuMt abschwört, zerschmettert eine ganz« Batterie von Flaschen und Glölern. Nur die ein«, den aelährlichen Dunst entsendende Whnsknflasche, wird in der„Tribüne" zer- schmettert. Auch das ist Andeutungstheater. Die Einbilduna des Menschen braucht doch nur einen geringen Stoss durch die Sache, wenn die lebenMae Menschenkraft ausreicht. Für diese Erkenntnis lieferte der„Tribünen'-Abend wichtige AulklSrung. Obwohl ein Schatten auf dem beherrschten Birtuosentum der Frau.Durieux lag,— wo ist die Grenze zw'schen dem W-ib und der gefährllchen Bestie? Die Grenze verwischt sich. Das Schwierigste müßte geschehen, daß die Töne, daß auch die Klaoetöne und die Sieaestöne und die Zerknirichunystöne meinanderfchmelzem. D'e Älinsilerirr legte aber von Anfang an zuviel churibewachsarnftit in ihre Rolle und eine überhitzte Gelpanntheit, die dann keine Steige. rung mehr erlaubte. Das hohe virtuosentum oersagte in der Klein- hatte. Als Staatsminister und insbesondere als Mit- glied einer Koalitionsregierung muß ich mich mit der Tatsache abfinden, daß in zwei Instanzen, zuletzt von einem Schwurgericht, die Marburger Studenten von der Anklage des Mordes freigesprochen worden sind, und daß das zweite Urtell nunmehr rechtskräftig geworden ist. Dem Parlament lagen zwei Interpellationen der Rechten vor, die das Staatsministerium zu einer formellen Desavou- i e r u n g des Unterrichtsministers aufforderten. Dieser durchaus im Bereich der Möglichkeit liegenden Desavouierung hätte ich mich persönlich natürlich aussetzen können, ich mußte aber die politischen Folgen bedenken, die dar- aus entstehen konnten, vielleicht entstehen mußten, und die möglicherweise mitten im Wahlkampf zu einer auch für die Partei keineswegs erwünschten politischen Krisis ge- führt hätten. Aber ganz abgesehen von taktischen und politischen Rot- wendigkeiten: Ich mußte und muß mit der Tatsache rechnen, daß auch weite Studentenkreise, die an sich jede Gemeinschaft mit den Taten der Marburger Zeitfreiwilligen ablehnen, in meinen Aeußerungen über diese nun einmal— wenn auch völlig unberechtigterweise— eine schwere Kränkung der g e- samten deutscyrn Studenten sahen, und daß diese Aeuße- rungen, wie ich vielfach wahrzunehmen Gelegenheit hatte, der im Interesse von Land und Bolk unbedingt gebotenen Verständigung zwischen Hand- und Kopfarbeitern hindernd im Wege standen. Im Interesse der Sache, die höher steht als alles persönliche Prestige, war ich verpflichtet. dieses Hindernis unter allen Umständen aus dem Wege zu räumen, selbst auf die Gefahr hin, mich damit Mißdeutungen bei den eigenen Parteigenossen auszusetzen. Es schändet einen Mann nicht, wenn er Worte zurücknimmt, deren schädliche Wirkungen ihm offenbar geworden sind. Man verwechsele nicht sachliche Festigkeit und persönlichen Eigensinn. Dieser war in politischen Dingen noch nie ein guter Berater. Der Anbahnunq einer Versöhnung zwischen Hand- und Kopfarbeitern, der Anbahnung jenes Bünvniffes zwi- fchcn der Wissenschaft und den Arbeitern, von dem schon Ferdinand Lassalle das Heil der deutschen Zukunft erwartete, dient, um auch das schließlich noch zu sagen, nach- dem schon im Sommer 1519 die stark- demokratisch betonte neue Universität Köln und im Herbst 1929 die B e r- linerHochschulesürPolitikins Leben gerufen war. nicht zum wenigsten auch die Arbeiterakademie in Frankfurt, die wir dort am 8. dieses Monats aus der Taufe gehoben haben. Es ist mir ein Bedürfnis, zu sagen, daß das Hauptverdienst an dem Zustandekommen dieser Aka- demie keineswegs mir, sondern dem Genossen Lüdemann, un- serem Finanzminister, gebührt. Auf anderem Wege sollen ähnliche Ziele erreicht werden durch die Ausbildungs- k.urse für Arbeiter, die wir an der Universität Münster ins Leben gerufen haben, und um den Förde- rung sich vor allem der in der Hochschulabteilung meines Mi- nisteriums tätige Genosse Richard Woldt verdient macht. Alles in allem: so wenig ich mit dem Erreichten, von dem ich hier nur einiges Wenige herausgreifen konnte, zufrieden bin— gute Ansätze und Anfänge zu einer von neuem Geist getragenen und von neuem Wollen beseelten Kulturpolitik sind in diesen zwei Iahren in Preußen immer« hin gemacht worden. Das mögen unsere Genossen auch im W a h l k a m p f dem preußischen Volke immer von neuem vor Augen führen. Mögen die Wahlen so ausfallen, daß nach dem 29. Februar auf diesen Grundlagen mit frischem Mut und neuer Kraft weitergebaut werden kannl Rclchskonferen; der Sricgsbes6)Sdigkev. Zu unserem Bericht in der Morgenausgabe vom 18. Januar 1921 teilt der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen mit. daß es im letzten Absatz nicht heißen' muß, daß die Kriegselternrente gegenwärtig pro Jahr 1800 M. beträgt, sondern daß Elternrente erst dann gewährt wird, wenn die Kriegseltern weniger als 1509 M. steuerpstlchtiges Jahreseinkommen haben. Der Reichsbund verlangt eine erhebliche Heraufsetzung dieser Ein- kommensgrenze. arbeit. Bewältigt wurde nur einiges, wenn die reine Natur die Erfahrung der Schauspielerin durchbrach. Beinahe wie jugendlich Liebende reiben die Gatten, die sich auf dem Scheiterhaufen wiederfinden, die Köpfe aneinander. Cr den verwüsteten Säüferkopf gegen ihr Frauenhaupt, das noch vielerlei Anmut birgt. Auf der Zwergenbühne wurde diese karge Liebkosung ein Eindruck von nachhaltiger Sinnbildlichkeit. Für Kammer- und Sälesviele kann die Bühne nicht klein, nicht einfach genug sein, das meinte man in diesem Augenblick. Man setze den Schauspieler ab, der Sittenrichter und zugleich Opfer dieser Familientragödie ist. Der Künstler e ngt noch zu arg mit der Materie seines offenbar ungeschmeidigen Komödigntentums. _ Max H o ch d o r f. Doliklsche vielrednerei. Mit. der„Kunst der polit schen Rede", die in Deutschland bisher noch so wenig entwickelt ist, beschäftigt sich ein belehrendes und unterhaltendes Buch, das Gustav Herrmann in zwei Bänden der bei Dürr u. Weber in Leipzig erscheinenden Zellenbücherei herausgegeben hat. Dort erfahren wir auch allerlei über die Vorfahren unserer wortreichen Parlamentarier. Der erste politische Vielredner, über dessen Leistungen wir genauer unter- richtet sind, war wohl Cicero.„Seine Ansprachen," sagt Kerrmonn, „sind oft von endloser Länge, drehen sich im Kresse, knüpfen den Faden zwanzigmal am gleichen Punkte an. Gegen die durch ehernen Wurf wirkende Zusammenballung einer demosthenischen Rede er» innert die ciceronianische an den altrömischen Brief, in dem es heißt: ..Lieber Frsundl Da:d) heute keine Zeit habe, Dir einen kurzen Brief zu schreiben, so schreibe ich Dir einen la-'-en.". Zur geistigen Verdichtung, wie sie ein� knapper, schlagender Brief oder gesprochen: eine Rede verlangt, gehört neben der Kraft zur Sammlung— Zeit. Cicero hatte oft keine. Deshalb.sse cht" er bisweilen und gerät ins Uferlose." Die moderne parlamentarische Beredsamkeit und mit ihr als anscheinend notwendige Begleiterscheinung die Vielrednerei hat sich zuerst in England entwickelt. Die Redefte heit, die hier den Volksvertretern schon ftüh gewäbrt wurde, nennt Wentwdrth 1578 „die einzige fteillalbe für die Wunden des Gemeinwesens". Die Kunst der Rede, die im englischen Parlament im 17. und 18 Jahr- hundert so hoch ausgebildet ist, machte aber selbst die B elrednerei erträglich. E? gab keine oroße orctonsche Leistung der berühmten Redner Pitt, Chatam oder Fox, die nicht wenigsten, 6—8 Stnnden dauerte, und ein? der gefeiertsten Reden, die beispiellosen E.rsolq hatte, d'e Rede Sheridans gegen Hostings dauerte geschlagene vier Tage. Wahre Orgien feierte die politische Beredsamkeit während der ftanzösischen Revolution, und besonder» gefürchtet war-n die sttindenlanaen fteocetifchen Auseinanderfes-unaen, in denen Rob-s. pierre sprach. Von dem ersten deutschen Parlament im Jahre 1848 hat man qesont, daß es schließlich in ungeheuren R-d»menqen„ver- fandet" sei. Roch deutstchcr drückte sich der Fürst Lschnowski a"s. wenn er von dem Frankfurter Parlament erklärte-„Wir leiden an der Mauldiorrhöe und dem Antragskoster: jetzt hat sich auch noch das Jnterpellalionssieber eingestellt." Jedenfalls beweist'die Ge. schichte der posttilchen Redekunst, daß es nur genialen Persönlich- knien und hervorroaenden Rednern vergönnt ist, mit Erfolg lanqe Reden zu halten. Für den Durchjchnitteredner gilt das prächtige Noch kein �bftimmungsöatum! Oppeln. 19. Zanuor.(WTR.) vou inleralliierier Seite wird mitgeteilt, daß eine Verlängerung der Fristen, die im Abstim» muv.gsreglement vorgesehen siud, nicht zu erworicn ist. Das vor- lieg.-nde Absiimmuv.gzregeemeni sei unabänderlich. Ebenso ist llnzuiresfcnd. daß die Abstimmung am t Z. März siallfinden soll. Der Bolfchafterrai wird den Termin sesisetzen. Dieser werde von Oppeln aus bekanntgegeben, ehe die französische Presse ihn erhalte. Ein Tementi. Veulhen, 13. Januar.(MTB.) Zu der Zeitungsmeldung, daß zwischen dem französischen Oberkommando der Interalliierten Kom- Mission und der polnischen Heeresleitung ein O? e r a t i o n s p l a n für den Fall eines polnischen Einmarsches in Oberschiesien ausge- arbeitet sei, wird von interalliierter Seite erklärt, daß diese Nachricht völlig unrichtig sei: es seien Schritte eingeleitet, um den Ur- Heber dieser Nachricht zu ermittein. Die polnische Regierung bestreitet, daß sie an der Grenze Deutschlands Angriffstruppen konzentriere: es handle sich nur um die Zurückführung der Truppen än ihre Avrüstungsstationen. Die„ deutschen Eivzelangaben werden für unwahr erklärt. Deutschland wird beschuldigt. Unruhen in Oberschlesien an- zuzetteln, und es wird behauptet, die Ententekommission habe im September auf deutscher Seite 5974 Karabiner, 929 Revolver. 49 Maschinengewehre, 135 999 Patronen, 123 Handgranaten; und vieles andere beschlagnahmt. Interpellation im Reichstag. Folgende auch von unseren Genossen unterschriebene Jnter- pellation ist eingebracht worden: „Was gedenkt die Reichsregierung zu wn, um die Wiederher- stellung der öffentlichen Sicherheit in Oderschlesien herbei- zuführen, der durch die Ansammlung polnischer Truppen an der oberschlesischen Grenze geschaffenen Gefahr zu begegnen, und die in dem Abstimmungsreglement für Oberschlesien snthal- tene Benachteiligung der deutschen Stimmberechtigten zu befestigen c Das Blutbad von Carlssegen. MTB. meldet: Am Sonntag gegen S Uhr abends erschien in der Fleischerei von Pozvnska eine Bande von 25— 30 Mann. Fünf Mann drangen in das Haus und oerlangten von der Frau Wurst. Bor der Fleischerei wurde eine Hochzeitsfuhre angehalten und der Kutscher aufgefordert, den Naub aus der Fleischerei zu be- fördern. Als er dies verweigerte, wurde er auf dem Bock er- schössen. Währenddessen hielt in dem Hause der Banditenführer ver im Kreise von sechs Kindern stehenden Frau, die zudem einen Säugling aus dem Arme hielt, einen Revolver vor die Stirn und forderte Geld. Die Frau brachte es im Betrage von 2 9 9 9 9 Mnrk. Als sie rief, sie kenne den Banditen, wurde sie durch drei Schüsse erschossen. Ihr Mann holte drei Apo-Beamte und Zivil zu chilfe. Der Wachtmeister Ogorck, Vater von drei unmündigen Kindern, wurde erschossen, als er den Laden betrat. D o s s e l b e Schicksal ereilte den Grubenarbeiter Lelonck. Die Banditen eröffneten hierauf ein wahnsinniges Feuer aus Pistolen und mit Handgranaten, wobei noch vier Personen zum Teil schwer ver- letzt wurden. An dem Aufkommen von zwei Personen wird ge- zweifelt. Der Bräutigam erhiest einen Schuß durch den Hals und starb. Die Banditen sind trotz Verfolgung entkommen. Tie tägliche Schlacht. Kaklowih, 18. Januar.(MTB.) Gedern abend wurde in einem Gast hause in Bogutschütz ein Abstimmuygspolizist von Ge- findet entwaffnet. Als er sich mit anderen Beamten in das chaus eines Verbrechers in der Kaiserin-Augusta-Sttaße begab, wurde auf die Beamten handgranlen- und Pistolenfeuer eröffnet. Sie mußten den Platz räumen und erhielten Dersiärkungen, die das Haus umstellten. Hierauf sammelte sich eine große Menge von Zivilpersonen an und eröffnete ein regelrechtes, stundenlang an» dauerndes Feuer, bis abermals Verstärkung aus Kattowitz eintraf. Die beiderseitigen Verluste sind noch nicht bekannt. Gegenwärtig werden Haussuchungen vorgenommen. Helft unS! Von oberschlesischen Parteifreunden geht uns solgender Aus- ruf zu: Genossen! In wenigen Wochen werden über Obcrschlesten die Würfest fallen. Einfach und nüchtern gilt es zu prüfen, welchem Staate der Oberschlesier seine Stimme geben soll. Dem Ernst der Stunde Rechnung tragend, darf man die Fehler der alten Re- Lutherwort:„Tritt fest auf. mach'? Maul auf, hör bald auf!" Herr- Reden zu halten. Für den Durchschnittsredner gilt allgemein das Anleitung", die goldenen Regeln zusammen, die für jeden politischen Redner zu gelten haben: er warnt dabei vor den„Treppen- und Schachtelsätzen", die jede Wirkung vernichten, er fordert klare Disposition, kurze Zusammenfassung der Hauptgedanken. Die Stellung des Reichskunstwarks. Zu den Beratungen im jhauptaus'chuß des Reichstags, in denen, der deutschnalionole Abg. Schultz-Bromberg einen Vorstoß gegen den Reichslunstwart unternahm, wird uns geschrieben: Man weiß, daß die Stelle des Reicbskunstwarts seit ihrer Begründung auss heftigste befehdet wird. Da ist auf der einen Seite der Widerstand der Behörden selbst, denen nun hier jemand eingeordnet wurde, der so etwas wie das künst- lerisch« Gewissen der Reichsregierung sein soll. Und niemand bekommt gern Egwissensbiss«, besonders nicht die Geheimräte und anderen Bureauiraten. Gegen den ganzen, immer schwerfälliger werdenden Apparat eine künstlerische Angelegenheit durchzusetzen, erfordert eine Kraft, wie sie nur ein so temperamentvoller Mann wie der Reichs- tunstwart aufbringen mag. Nicht minder scharf ist aber die Opposition gegen ihn innerhalb der Äünstierschaft. Schon ris Kunst'chriftsteller und Hann als Museumsdirektor hat sich Redslob lebbast für die sungc Kunst eingesetzt, für den Ouolitätsgedanken des Werkbundes— Grund genug, daß nun die älteren Künstler gegen ihn anrennen. Früher hat immer die ganz« Künstlerschaft«Ine energische Berücksichtigung künstlerischer Ideen in der Reickisverwaltuna ge'ordert. Jetzt ist da nun e'ner, der so inigekeimröt'ich wie.möglich mit eine? Fülle von Ideen für die Künstler Betätigungsmög'ichkeiten oermitteit. Und da ist es den vielen wieder nickst recht, daß der Neichzknnstwort«inen persönlichen Ge'chmack bat. D e Künstlerschaft hätte allen Grund, sich hinter die Wertarbeits-Bestrebungen des Reichskunstwarts tatkräftig zu stellen. Die Wiederherstellung des inkernnlionalen wlssensckafMcßen Verkehrs zwischen den am Kriege beteiligten Böllern erhoifl der schwedische Forscher Montclius von der Hilfe der Neutroien. Sie sollen«inen Vertrauensmann w�hken„nd dann die Berbinduuoxn wiederherstellen. Mantel' us erklärt sich bereit, das Amt des Ver- mittler? zu übernehmen. Er sieht nach der„Umschau" der Zukunft optlmist sch entgegen._ TstckUnngen Nolegncr? CRrMlat'orpn iml> Steders werden am und SN. Januar abend? im Cbailoltcnburgcr Schillersaal(Bcömalckitrahe) zum Vortrag gelangen.. Einen Lebrgnng zum Kamp? gegen die Tck-nndliteratur ver- anbaltet vom 3. bi? 5. gebiuar im Enal 339 de? Berliner Stadlbanle? der Verband deulsche» Valtsbilduiigsvercinigungen; die Tcclnehmcrgcbühr betrau 25 M. Ein Aueftellnng don?iZdfte-»nd akriknnilckien Plastiken wird mit Beginn der tommei den Woche in der tLurliltichen Kuniihandlung(Pol?- dame>sirahe I>3) gezeigt.' Zum Edrenmttglied der Bcitikchen Sesellschast sür sexuelle Psycholozle wurde Dr. Magnus Hiclckselo ernannt. Tie Nockefeller-Sltsluiig lAmerlkal widmete den Unweriltälen tu Wien. Innsbruck, Graz. Budapest und Prag zujammen 100 009 Dollar zugunsten der llinischen und Unioer silätsinstitute. gferungsfcrm nicht aufrollen. Es ist keine Zeit mehr zu streiten. Die AtT immungsrorfchriftcn sind und bleiben ein chohn für die Demokratie der Westmächte, in denen man eine Karenzzeit von IS Lahren für die aus dem Reich nach Oberschlesien zugezogenen Bewohner geschaffen hat, die an dem Aufstieg und an der heutigen Bedeutung Oberschlesiens mitgearbeitet haben. Groß ist der Rache- gcist des diktierenden Siegers, der einer hungernden Menschheit Europas die langersehnte Versöhnung bringen sollte. Eine ge- waltige Zahl geborener Oberschlesier hat die Heimat verlassen, um einen lohnenden Erwerb im Reiche zu finden. Brüder und Schwcstcrn haben sich fern von uns eine neue Heimat geschaffen. Die Statte jedoch, die ihn g'eboren hat, wird wohl keiner vergessen. Ter Ab' immungstag ist ein Merk'ein im Leben jedes Menschen, wenn es um seine eigene Zukunft und die der Seinen geht. Ober- schlesien, das frühere Stiefkind, ist jetzt zum Brennpunkt der alten Welt geworden. Da müssen die im Reiche wohnenden Oberjchlesier erkennen, welche Bedeutung die Heimat für sie hat. Ein Verlust bedeutet Einstellung und Zerfall von Industrien und Elend für diS arbeitenden Klassen. Tausende von Arbeitslosen werden hinzu- kommen und das Elend wird größer. Das im Zfuffteigen Begriffene und was bisher erreicht worden ist, wird vernichtet. Tie Verant- wortung der im Reiche wohnenden Oberschlesier wird darum doppelt groß für das Volksganze. Nicht ein Diktat von starren Paragraphen darf über ein Volksschicksal triumphieren und die schaffenden Ar- beiter in eine wenig vorgeschrittene Kultur zurückweisen. Darum, Oberschlesier im Reich, rü' et zur Fahrt in die alte Heimat, die Euch geboren hat! Man hat Euch zum Kampf gefordert. „Einer für alle, alle für einen." Ohne Opfer keinen Lohn, keinen Sieg. Die Heimat ruft, die ganze West schaut auf Euch. Treu sein heißt dem Unterdrückten helfen! Zu�thausurteil xeaen Lanüarbeiter. Aus Greifswald wird uns geschrieben: Anliiglich des letzten Landarb eiterstreiks in Vorpommern im Ro» vember vorigen Jahres kam es in D e r f e k o w zu einer Ausein. cndersetzung zwischen einer Streikpatrouille und dem Gutspächter G u d o p p. Diese Auseinandersetzung führt« zu Tätlichkeiten gegen Gudopp und Sohn, ohne für diese erhebliche Folgen nach sich zu ziehen. Am 12. Januar standen nun vier Landarbeiter vor dem Schwurgericht in Greifswald. Den Vorsitz führte der bekannte Landgerichtsdirektor P r ü tz m a n n. Auf der Geschworenenbank saßen außer einem einzigen Wtrtfchaftsstatthalter nur Angehörige der„besicren Stände", darunter ein Domänenpgchter, ein Guts- Pächter, ein Administrator und ein Hofbesitzer. Da» Urteil lautete gegen zwei der Angeklagten auf je 8 Monate Gefängnis, gegen die anderen beiden auf je ein Jahr Zuchthaus! Dieses unge- heuerliche Urteil, das natürlich angefochten werden wird, erregt in Vorpommern das größte Aufsehen, obgleich man nachgerade vom Landgericht Greifswald allerhand gewohnt lst. Ohne Zweifel wird sich die öffentliche Meinung mit diesem Urteil und seiner Vorgeschichte eingehend beschäftigen. Aeitimaen im Gefängnis. Aus einer Strafanstalt in Görlitz geht uns eine beachten»- werte Beschwerde zu, die ein krasies Schlaglicht auf die Strafvoll- streckung der bürgerlichen Gerichtsbarkeit w.rft. . Das Schreiben teilt zunächst mit, daß seitens der Staatsanwalt- schaft beabsichtigt wird, den Gefangenen in gemeinsamer Haft das Lesen von Zeitungen gänzlich zu entziehen und in Einzel- hast ihnen nur solche Zeitungen zu gestatten, die sestens der Direk- tion der Anstatt besonders vorbehalten werden. Das bedeutet natürlich, daß man versuchen wird, den Gefangenen die s o z i a l i- st i s ch e n Zeitungen zu entziehen und sie einseitig politisch zu be» einflussen. Hiergegen wenden sich die Gefangenen mit aller Ent- schiedenheit, jedoch besteht keine Aussicht, daß ihr Protest beim Staatsanwalt Erfolg haben oder überhaupt bis zu seinen Ohren dringen wird. Die beabsichtigte Zeitungszensur war seit der Revolution abgeschafft und um so mehr verbittert natürlich ihr« neuerliche Einführung. Wie uns In, dem Brief weiter mitgeteill wird, sind 14tSgige Arreststrafen bei Berdunkclung der Zell« als Disziplinarstrafen für kleine Vergehen an der Tagesordnung. Es wäre dringend z» wünschen, daß das Preußische Justiz. Ministerium in diese Vorgänge einmal gründlich hineinleuchten würde. Scblechte Arbeit. In unserer Dienstag-Morgenausgabe bezeichneten wir in einer Besprechung des neuen französischen Ministeriums den neuen Kriegsminister B a r t h o u als einen dunklen Punkt, als einen„Lefoore-Ersatz", von dem ein noch schärferer Kurs als bisher zu erwarten sei., Die„Rote Fahne" erklärt hierzu: „Der„Vorwärts" solidariflerk sich hier also offen mik der Orgesch, den Escherich und kahr(!), und die S. P.D.-Arbeiter wer- den daraus sehen, was von'dem in dem Wahlaufruf ihrer Partei versprochenen Kampfe gegen Reaktion zu hallen ist." Dabei hatten wir in Wirklichkest die Regierung ermahnt, nicht dieselben Fehler zu wiederholen, die sie in den letzten Wochen in der Behandlung der Entwafsnungsfrage begangen hatte. Wir schrieben dann wörtlich: „Es steht heutzutage für das gesamte deutsche Volk wahr. haftig mehr auf dem Spiele, als da» Prestige der Leute um Eschcrich und Kahr." Moskau hat zwar den Kommunisten aller Länder die Anwei- fung gegeben, bei der Bekämpfung ihrer Gegner auch die L i st und die Lüge anzuwenden, aber wir dachten, daß ein M i n d« st m o ß von Intelligenz dabei vorausgesetzt sei. Wir glauben aber nicht,' daß derartig stumpfsinnig« Behauptungen und durchsichtige Fälschungen im Sinne der Moskauer Geldgeber liegen. tDohmm-7Sn und Sieölunasfraaen. Der Hauptausscbuß des Reichstages setzt« Mittwoch die Be- ratung über den Etat de» R e i ch s a r b e"i t S m i n i st e r i u m s� fort. Die Debatte wendet sich zunächst Wohnungs- und Siedlungs- fragen zu, über die 2lbg. hoch(Soz.) referiert. Da es sich v elfach um schwierige Fachfragen handest, überweist der üauptausschuß eine Reihe von Anträgen beziigsich der Pochtschuhordnung dem Woh- nungsaussch ß.— Abg. Dr. Böhme(Dem.l: Die Reichsregierung möge dafür sorgen, daß in B r a u n s ch w e i g die Enteignung der kleinen Landwirte unter<08 Morgen, wie sie gegen die Best m- ngungen des Siedlungsgeletzes vorgenommen wird, eingestellt werde und die Domänen zur Siedlung herangezogen würden. Die Aus. führungebcstimmungcn in Preußen, welche die Pacht ohne Kauf- anwartschakt gleichberechtigt mst dem Erwerb zum Eigentum stellen und die Anliegersiedtung gegenüber der Neusiedlung m zweite Linie rücken, sind gesetzwidrig.— Abg. Slöckner fZ.): Der Kohlen- Mangel nimmt zu, nur der milde Winter Hot uns bisher vor einer Katastrophe behütete Di« un» in der Wiedergutmachung aufgebürdeten Losten können nur bei einer schnellen wesentlichen Erhöhung der Kohlenförderung geleistet werden. E» wäre ange». zeigt, den Aiiffchloa von 8 M. pro Tonne ouf 12 M. pro Tonne zu erhöhen— Abg. Mumm(Dnot. Pp.) polemisiert gegen die S'ed- lungspolitik des preußischen Landwirtschoftsminister» Braun. Di« vernneinigten Monarchlsten. Vor kurzem hat sich eine „Preußische Königspartei" ausgetan. Nun eristiert aber schon ein anderer monarchistischer Klub der ehemaligen Rückenbeuger mit dem schönen Namen„Bund der Aufrechten". Folge: In den Haaren liegen sich be de. Der„Bund der Aufrechten" erläßt gegen die Königspartei eins geharnlschte Erklärung, zwischen deren Zeilen zu lesen ist,.daß diese Königspartei nur ein Geschäftsunter- nehmen einiger betriebsamer Herren ist. Selbst die„Tägliche Rund- schau" kommt zu dem Schlub, daß d e sogenannte Königspartei nichts hinter sich hat.— Armer Wilhelm! Größ-JSerlm flu die fair onmeisier Mareczl,. welcher sich auf seiner Rülkreiic von Holland bestndel. wird den knizen Aiiientdo» iit Bei Im bei nten, um eine Ein-iiIton-Vorsielliing im Schochlpie! zu geben. Diele sindel imPIubbelm des Echochilubs„■gprinnfr". Enf4 Aiernnbei platz. Pasin e. Alexandrrllr. Sgisn.'am DonneiSIaa, SO. Januar,(tntt. Beginn um Ubr abends. Teiinobwe gm Spiel bat bis 7 Nhr zu erfolgen. Es irciden 25 Partien gespielt.— Gäste willkommen l Deut'ltiösterreich und Dentsltiböbmen. Der österreichifch-deiiüch« Pollsbund veranstaitci beute. Mittwoch, abends 7 Nbr. in Neukölln. Boddin- (trage 5(5/57, eine Peiiammlung, in der Preiiattachs Menossc Hugo Schulz über„Die Lage in Teiitichösterreich»nd den Anichiuß', D> N i s ch I e r über„Die deuychböhmische Frage" iprechcn werden. Eintritt frei. Sroß-Serliner parteinachrichten. Morgen, 20. Januar: Wadlkret» Webding, isämtitche Sltern und sozlallftilcken vehrer werden zu einer Sißrnrg am Donneretag, abend» 7 Uhr, bei iterftn. Panks! r. 80, eingeladen. Reierent Genosse Schlüter. Iohannl«tbal.?rauenabend abend» 7>/, Uhr im Waldkater, Kalser-Wilhelm» Strafe. Genosstn Schelbenbuber- Beruisberakung. Tempelhof. ffranenabond odend» TV, Uhr bei Büste, Kaiser-Wilhelm- Ecke Werd-r strotze. Ret. i Senoff» Biubm. ssrrebrlch»hagen. ffrauenabend abend» 7'/, Uhr bei Otto. Kirsch- Eckt WUHelM- stiotzt Genas stu Splledt: Die Frauen und der Soztalt»mu». OewerMoftsbewegung Einigung mit Neukölln. Der Streitfall der Direktion her Neuköllner Stadtbau- gesellschaft mit der Arbeiterschaft der Firma, der bekanntlich darin bestand, eine Einschränkung des Betriebes vorzunehmen und von den tausend dort beschäftigten Ardeitern etwa die Hälft« zu ent- lassen, hat in der gestrigen Sitzung des Schlichtungsausschusses von Groß. Berlin durch den Abschluß eines Vergleichs seine vorläufige Erledigung gefunden. Der Vergleich lautet: 1. Die beschwerdeführende Firma oerpflichtet sich, an sämtliche Arbeitnehmer bis einschließlich 19. Januar den Lohn für nor- male Arbeitszeit zu zahlen. 2. Die Parteien erklären sich damit einverstanden, daß vom 29. Januar ab. sämtliche Arbeitnehmer in den aus den 29. Januar folgenden drei Wochen mit verkürzter Arbeitszeit, und zwar 24 Stunden wöchentlich arbeiten. 3. Beschwerdeführer oerpflichtet sich, bis zum Ablauf dieser drei Wochen wegen Arbeitsmangel keine Entlassungen vorzunehmen. 4. Unter Hinzuziehung eines von den Parteien bis zum 22. Ja» nuar zu vereinbarenden Sachverständigen sind innerhalb des Betrie- bes sofort Verhandlung ein aufzunehmen über die R e u t a- bilität und Weiterführung des Betriebes. Falls die Parteien stch bis zum 22. Januar über den zu benennenden Sach- verständigen nicht einigen können, kann jede Partei den Demobil- machungskommissar um Benennung des Sachverständigen ersuchen. Die rujfischen Volksbeglücker. Zwei der hervorragendsten russischen Gewerkschaftler, die Leiter der Organisations- und Tarisabteilung des Allrussischen Zentralge- werkschaftsrats Kassior und 5) o l z m a n n sind infolge ihrer Differenzen mit der Majorität des Gewerkschaftsrats von ihren Posten zurückgetreten. Sie sind Anhänger des von Trotzki vertretenen Standpunkts, wonach die Gewerkschaften im proletari- schen Staat lediglich die Rolle von Organen und Schulen der Pro- duktion spielen, ihre Selbständigkeit aufgeben und.mit den entsprechenden Staatsorganen eng verwachsen! Herrn G r ä f f mutwilligerweise Schaden zufügen lassen will. Sollte ___________.,._.' Vi.»»»»Ii nm a w» /t nr*• i n StA Die Aufgabe« des Afa«B«itdeS. Mit diesem Thema veranstaltet das hiesig« Ortskartell des Afa» Bundes Freirag, den 21. d. M., abends 7 Uhr, im Schultheiß-Aus- schank, Hasenheide 29-31, eine Versammlung der in Afa-Berbänden organisierten Funktionäre, Betriebsräte, Angestelltenräte und Be- triebsobleute. Es soll hierbei auch auf die in der letzten Zeit in den Zeitungen behandelten besonderen Vorgänge innerhalb des Afa-Bundes eingegeangen werden. Die Lösung der Aufgaben des Afa-Bundes hängt natürlich völlig von der Festigung seiner Einzelverbände und von deren Verhältnis zueinander wie zur Zen- trale ab. Da am 22. Januar die große Vkrtreterkonferenz des Afa- Bundes hier in Berlin beginnt, werden die in dieser Versammlung zu fassenden Beschlüsse von besonderer Bedeutung auch für die Ent- scheidungen dieser Konferenz wie auch darüber hinaus für die Weiterarbeit des Afa-Bundes sein. Einzelmitglieder, die nicht Funk- tionäre sind, aber Interesse an dieser Versammlung haben, finden gegen Vorweis ihres Mitgliedsbuches gleichfalls Einlaß. Der Vor- stand des Afa-Bundes sowie alle Ortsverwaltungen der Afa-Ver- bände sind zu dieser Versammlung eingeladen worden, so daß diese Versammlung bestimmt zu einer Klärung mnerhalb der Afa-Mit- gliedschaften Groß-Berlins beitragen dürfte. Betriebsräte, Arbeiter- und Angestellten-Räte. Folgende Industriegruppen der Freigewerkschaftlichen Betriebs- rätezentrale haben ihre Versammlungen: Gruppe 8: Landwirtschast, Freitag, den 21. Januar, abends 7 Uhr, Gewerkschaftshaus, Saal 3. Gruppe 2: Bauindustrie, Mon- tag, den 24. Januar, abends 6 Uhr, Max- und Moritz-Saal, Kam- mandantenstr. 37. Gruppe 3: Bekleidungsindustrie, Montag, den 24. Januar, abends 9 Uhr, Blauer Saal, Kommandantenstr. 57. Zu- tritt nur mit Legitimationskarten der Freigewerkschaftlichen Be- triebsrätezentrale und Mitgliedsbuch der Gewerkschaft. Streik in der„Scafa". Wir berichteten schon über die Ent- lassung des Arbeiterrates, der Vertretung der Goftwirtsgehilfen in der„Scala". Als Antwort darauf legten die gastwirtschaftlichen An- gestellten am Sonnabend die Arbeit nieder. Sie werden so lange im Kampfe ausharren, bis ihre Forderung um Wied er ein- stellung der Entlassenen und tarifliche Bezahlung bewMgt sind. Am Montag haben sich die Musiker dem Streik angeschlossen. Es besteht die Möglichkeit, daß der Streik auch die übrigen Betriebe erfaßt. Es liegt in den Händen der Direktion des Gesamt-Scala-Unternehmens,� ob sie sich durch den Pächter müssen. Wie der„Ostexpreß" meldet, haben S i n o w j e w und Lenin gegen Trotzki entschieden Stellung genommen und den Standpunkt vertreten, daß die Gewerkschaften in der gegenwärtigen Uebergangsperiode, wo der Staat kein rein proletarischer, sondern noch ein Arbeiter- und Bauernstaat sei, ihre Unabhängigkeit dem Staate gegenüber wahren müssen, um die Interessen des Proletariats verteidigen zu können. Lenin hatte dabei Trotzki allerdings zu- gegeben, daß diese Aufgabe die Gewerkschaften an der Produktions- förderung hindern könne. Wie aus dem ausführlichen Bericht der „Iswestija" zu ersehen ist, hat der Streit der drei Sowjetführer s e h r scharfe F-o r m e n angenommen und gegenseitige Beschuldigung der Weltfremdhcit und Verkennung der marxisti- schen Theorie enthalten. Lenin bezeichnete das Auftreten Trotzkis als einen groben proletarischen Fehler und als eine Taktlosigkeit. Aus Sinowjews Worten geht hervor, daß in dieser Frage auch die Meinungen des Zentralkomitees der Kom- munistischen Partei stark geeeilt sind. die Direktion mit Gräff gemeinsame Sache machen, müßte sie die Folgen verantworten. Beendeter Kelluerstreik. Einer Meldung aus Prag zufolge ist der dortige Kellnerfireik nach dreitägiger Dauer beendet worden. Neichsbetriebe und Reichsschatzministerium. Das Reichsschatzministerium hat den reichseigenen Bskleidungs- ämtern nicht gestattet, die Beamten des Ministeriums mit Bekleidung und Schuhwerk zu beliefern, und baut, angeblich mangels Arbeits- Möglichkeit, die Betriebe ob. Dagegen findet das Ministerium keine i Terminhandels in ausländischen Zahlungsmitteln zusammen, an der V-rband der Steinsetzer»nd Beruf-genoffen. Die Aussprach- der Betriebs- röte und-odlrutc lowie der Vertrauensleute aller Branchen findet statt am Freitag abends 7 Uhr im Logcnrestaurant, Kl. Auguflftr. 14. Berbandsbuch legitimiert. Senofleaschaft deutscher Bubaenangebirlger. Freitag, den 21. Januar, abends 8 Uhr, im„Wild-lmsbof". Anbalticr. 12: Versammlung des Ortsvcrdands derzeit nicht engagierter BilhnentLnstler der Genolsenschast Dcntschcr Bllhnenangehöriger. Alle ------- �—--- ikngägementslose. auch Äichtgenossenschaltler, sind wllltammen. Typograph Lange, Rostocker Str. Typograph. Betriebsversammlung am Donnerstag nachmittags 3 Uhr bei '~tr. W. Betriebsräte und Funktionäre eine Stunde früher. Wivtfsfyaft Die Einführung des Devisenterminhandels. Auf Einladung des Bö'rfenvorstandes Berlin traten Abgeordnete der Börsenvorstände aus Hamburg, Frankfurt, Köln und Mannheim heute hier wiederum zu einer Beratung der Frag« eines amtlichen Die Versorgung mit Oel als Heizmaterial. Für die Heizung von Schiffen, für Dieselmotoren usw. wird w letzter Zeit statt Kohle Oel alsHeizmaterial oerwendet. Nach Angaben des Leiters der größten englischen Oelgesellschaftcn über die zu erwartende Oelproduktion ist die Weltpro- duktion von Oel zu Heizzwecken gegenwärtig auf 19 Millionen Tonnen zu schätzen, die sich aber in einigen Iahren wenigstens auf 39 Millionen Tonnen erhöhen syll, wenn nur die bereits aufge- schlossenen Oelfelder in Betracht gezogen werden..Diese Menge ent- spricht bei Dieselmotoren dem Heizwert von 173 Millionen Tonnen Kohle/ Zum Erschließen der Oelfelder bedarf es mehr Zeit wie zu der von Kohlengruben; es müssen Leitungsrohre ange» legt, Raffinerien errichtet, Tanks erbaut werden usw. Die Ber- einigten Staaten von Amerika und Mexiko oersehen 39 bis 83 Proz. des Weltbedarfs. Die Jagd nach den Oelfeldern bildet ein sehr be- zeichnendes Kapitel des neuzeitlichen Imperialismus. England und Amerika stehen hier in einem scharfen Gegensatz. Berliner Maschinenbau A. G. vorm. C. Schwartzkopfs. Die außerordentliche Generalversammlung genehmigte die Ausgab« weiterer 12 Millionen Mark Stammaktien und 18 Millionen Mark Vorzugs- aktien mit einfachem Stimmrecht. Der Vorsitzende begründete die Beschaffung dieser Mittel mit dem außerordentlich steigenden Umsatz der Gesellschaft und der Notwendigkeit, stets Mittel für die Aufrechterhalwng der Leistungsfähigkeit der Werke bereit zu haben. Deutschlands Finanzelend. Die Bankrottwirtjchaf. H e l f f e r i ch s. Unter diesem Titel ist im Verlag der„Schwäbi- schen Tagwacht", Stuttgart, eine Broschüre des bekannten Steuer- Politikers unserer Partei, Genossen Wilhelm Keil, erschienen. Die Schrift, die zu dem billigen Preise von 1,89 M. erhälllich ist, ent- hält eine kurze, aber inhaltreiche Darstellung der finanziellen Lag« des Reichs in und noch dem Kriege, es schildert die Versuche, die traurige, geradezu wahnwitzige Kriegsfinanzwirffchaft durch Besitz- steuern wiedergutzumachen, und die Steuersabotage der Rechten. Genosse Keil stellt am Schluß die Forderung nach einer Revision des Vertrags von Versailles erneut in den Vordergrund. Die Schrift ist ein wertvolles Hilfsmittel für den, der sich kurz und treffend über die Finanzpolitik und ihre Grundsätze informieren will. Berbandswesen. Zp einer Interessengemeinschaft deutscher Lackfabriken mit dem Ziele einheitlicher Fest- setzung von Verkaufspreisen und Lieferungsbedingungen, gemein- famen Einkaufs von Rohstoffen u. a. hat sich der größte Teil der Fo- briken dieses Gewerbezweiges zusammengeschlossen.— Der V e r- band Westteutscher Dochpappenfabriken in Düsseldorf ist aufgelöst worden.— Sämtlich« Sockfabrikanten haben sich zu einer Wirtschaft- lichen Gemeinschaft unter dem Namen„Jnteressengc'mein- schaft Deutscher Sackfabrikanten" zusammengeschlossen. Bedenken, in den„Mitteilunaen des Reichsschatzministeriums vom 11. Januar 1921, Nr. 4" den Beamten den Bezug von Anzügen und Ulstern von der Volks-Bekleidungsgesellschaft, Gründung der Firma E. Lewin, Breslau, wärmsten? zu empfehlen und ein Musterlager der Gesellschaft im Zentralbureau des Rsichsfchatzministeriums zu unterhalten. Welches Interesse hat das Ministerium an dieser Firma und wie vereinbart sich seine Haltung den Reichsbetleidungsämtern gegenüber mit den Reichsinteressen. auch Vertreter des Rcichswirtschafts-, des Reichsfinanz, und des Preußischen Handelsministeriums sowie der Reichsbank teilnahmen. Man kam zu dem einmütigen Beschluß, diesen amtlichen Terminhandel für den 1. April d. I. in Aussicht zu nehmen und in kleinen Kommssssonen der beteiligten Börsenvorstände über die Bedingungen, unter welchen der Devisenterminhondel stattfinden soll und die Grundlagen einer hierfür zu errichtenden zentralen Liquidation?- kass« des näheren zu erörtern und sie möglichst für alle deutschen Börsen gleichmäßig festzusetzen, Ms aller Welt. Schweres Schiffsunglück. Der Kieler Schleppdampfer„Nordstern", mit zwei leere« Schuten von Rotterdam nach Kiel bestimmt, ist Montagnachmittag bei schwerem Südweststurm auf G roß-Bagelsand vor Cux- Häven gestrandet und total verloren gegangen. Mast und Schornstein ragen noch aus dem Wasser hervor. Hilfe konnte nicht gebracht werden, weil man an das Schiff nicht herankommen konnte. Bon der Besatzung des Schleppdampfers sind der Kapitän und vier Mann ertrunken, nur der 63 Jahre alte Koch, der sich über 18 Stunden am oberen' Teil des Schornsteins festgehalten hatte, ist gerettet und durch den Schlepper„Neuwerk" total erschöpft gelandet worden. Von den Schuten ist nur eine geborgen und ein- gebracht worden; über den Verbleib der anderen ist nichts b e- könnt....__ Eine Weltreise auf dem Fahrrad. Der Schweizer Maxim« Leuret, der Genf am 1. Januar 1914 verlassen hatte, um eine Reise um die Welt auf dem Fabrrade anzutreten, ist, wie DA. meldet, in Nizza eingetroffen. Er durchfuhr in 7 Jahren mit seinem Rade Deutschland, Rußland, Sibirien, Japan, Süd- amerika, die Antillen, Konada und die Vereinigten Saaten. Er legte täglich durchfckmittHch 39 englische Meilen zurück und per- brauchte auf seiner Fahrt 12 Räder. i L-rantw. für den redalt. Teil! Dr. Straft Btiltt, Charlottenburg: für Anzeigen: . Tb. Macke. Berlin. Verlag: Vorwärls-Lerlag G m. b. H.. Berlin. Druck: Vor- l wärts'Bucbdruckerei u. Verlaasanttalt Paul Sinaer u. Co.. Berlin Lindl iskr Z. �N2UgS,vlStSI' 30-50 0!0 Ermäßigung weiren vorgerückter Saison, aus Prima Stoffen(Ersatz für Maßarb.) verk. Leihhaus Prinzenstr.lO�. Keine Lombardw. Stammeln, Liepein, Atemnot und Angstgefühl vorm Sprechen beeeitlgt gründlich Dr. Schräders Spezealinstittif Berlin W, LIKzowstr. SO.�/Spr. 4-7. auß. Sonnabends u. Sonntage.) Stottern Bettwäsche billig. Krrßerer Polten anqestauvter Bezüge und Kissen. Garnitur 88—, Louisi- ana 183,—, Laken 38,—, Znleit» 143,—. 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