f!r. ZH ❖ 38. Jahrgang flusgabe A Nr. 20 Bezugspreis: V»rteI|äl)rL30�-aHt„monfltlJ0,— aJtt, fiei ms Saus, voraus.ahldar. Poft- benug Mvnatlxti 10,- 351 L. nü.->u- flellungsciebüht. Unter«icu»banb tut ®eutfd)lanb und Oefterretcb 1630 M!» für Dos übrig t Ausland bei täglich tinmaU Sufteüunc 21,50 Vattae- lieOungcn nehmen an Oeflcrreidv Ungarn, Sfchcdjv'Slomatei, Daue- mari. Holland,.utemburg. �äitveben und st» Echwent.—«binaetraaen m die Po 5!» euunag, Pre�slislk. Der.Vorwärts� mit der Sonntags- bcilage»Volt u. erscheint trodieu- täglich zweitna! Sonntage und Man- tags-mtnal. Tel egrautm-Adrelie jSojial&emofnol Berlin". Morgen Ausgabe c D Bciiiitcr Volksblstt AnzeilienpretS: Die achtgeioaitenr 91onparetr>teit« loftet3,— M., Seuvrun<(3julchlogo0% »kleine Anzeigen" das tett- aedruSte Wort I.— M.(julätfig zwei lettgedruckte Worte),-edee weitere Wori 60 Vtg. Stellengesuche une Schlatstellenanzeigen das erste Wort 65 Psg. tedes weitere Wort 40 Pfg Worte über 15 Buchstaben zählen tür iwei Worte. Teuerunqszuschlag 50»,». ?amilien-Anzetgen Mr Abonnenten geile t,— 2JI, politilche und ge- weriichastliche Pereins- Anzeigen 3.— Mb die geile ohne Aufschiag. Anzeigen tür die n a chst e Nunttne: müssen bis S Ahr nack mittags im Sanvtgelchätt, Berlin EW i, Sinben- ftratze 3, abgegeben werden. Geöffnet mm g Uhr trLH bis 5 Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcmokratifcben Parte» Deutfcblands Neöaktion und Expedition: EW. 68, Lindensir. 3 aernivreciier. älmt Moriuvlau. Nr. 15190—15197 Dienstag, den!Ä5. Januar I9e51 vorwärts-verlag G.m.b. h., EW. 68, Lindenstr. Z aternivrecher: Amt Morivpla». Nr.»17 55—51 Entwaffnungsöebatte in Paris. Der erste Konferenztag. Parts, 24. Januar.(TU.) Die erste Sitzung der interalliierten Sonseren? hat morgens 11 Uhr begonnen. 2ts waren zugegen� für Frankreich D r i a n d, unterstützt oon Berthelot, für England �loyd George und Lord Eurzon. sür Italien Gras Sforza, Graf Bonin-Longaro und Marquis Tcstelli, für Belgien Außenminister Ü a s p a r. für Japan Baron I s h i. Jede Delegation hat zwei Sekretäre. Die Sachverftnädigen fallen erst bei der Besprechung von Fragen eingeführt werden, sür die ihre Meinung eingeholt wird. Nach einigen Begrüßungsworten Briand« wird ein Bericht über den Inhalt der Tagesordnung verlesen. Man beschlieht, als erste Frage diejenige zu besprechen, die die Einberufung der Konferenz veranlahi hak. die Frage der Entwaffnung. Die Sachverständigen werden eingeführt und zwar sür Frankreich B a r k h o u und Marschall Fach, begleitet von den Generalen W e y g a n d und Zl o l l e l, für England Marschall M i i s o u und General B i n g h a m, für Bclgiea General M a g l i n f e. für Italien General M a r i o t t i. Marschall Fach verlas eine Zusammenfassung der Feststellungen des Berichts des Derfa'.ller Mill- lärkomilees vom 30. Dezember 1920. Er schilderte sodann die gegenwärtige Lage Deutschlands bezüglich der Enkwassnung und der EsfeLwbestände. Die Debatte wurde nachmittags fortgesetzt. Der„Tcmps" glaubt zu wissen, dah nach Erledigung der Ent- waffnuugsfrage die Frage der deutschen Sohlenlieferuu- gen zur Behandlung kommen werde. Dann werde vielleicht die Orienkfrage erledigt und erst nachher das Reparationsprob'em. Wahrscheinlich werde die Konserenz bis Ende dieser Woche dauern. Paris, 24. Januar, sfjavas.) Marschall Fach hat in dem Bericht, den er am 30. Dezember namens des interalliierten mili- lärischen Ausschusses von Versailles eniattete und in der heutigen Barmittaassitzunq der Pariser Konferenz zusammensahse, in neun einzeln aufqeführten Punkten Feststellungen über von der deutschen Regierung angeblich noch nicht erfüllte Forderungen gemacht. Tifferenzeu? Paris, 24. Januar. lEE.) In der heutigen Dormitkagsitzung ergab sich, wie in Konseren, kreisen verlautet, eine Kontroverse zwischen den Genera en Rollet und Rinabam über die Stärke der deutschen Trtzvpenbestände. Der italienische General Marietti griff vermittelnd in die Debatte ein mit der Erklärung, dah es heute weniger wichtiger fei, nach einigen Waffen und Geschützen in Deutschland zu suchen, als die Entwaffnung Deutschlands in grohem Maßstäbe durchzuführen. Die Rachmittagssihong wird zu einem endgültigen Beschluß der Alliierten führen. Die genauen Er- gebnisse können zur Stunde noch nicht mitgeteilt werden, doch darf man mit Sicherheit annehmen, daß die Auflösung der Einwohnerwehren beschlossen werden wird. Ferner dürsien Slras maßnahmen politischer wie auch militärischer Natur in Aussicht genommen werden. Gutachter Bergmann. Paris, 24. Januar.(SE.) halbamtlich verlautet: Es sei möglich, daß die englische Abordnung in Paris den Plan in Aussicht nimmt, sich der Anwesenheit des Staatssekretärs Bergmann in Paris zu bedienen, um ihn einzuladen, eine gulachtiliche Er- klürung über die Zahlungsfähigkeit und die Lieferungen Deutsch- lands abzugeben. Ja k e i n e m Falle würde aber Bergmann an den Verhandlungen persönlich teilnehmen. Ein besiimmler Beschluß in dieser Richtung wurde noch nicht gesaht. Paris, 24. Januar.(WTB.) Der„Temps" sagt, entgegen anderslautenden Berichten habe die englische Delegation keinen vor- schlag gemacht oder Vorbereitungen getroffen, die daraus abzieleu. im Lause der Beratungen der jetzt taaenden Pariser Konserenz Mit- glieder oder Vertreter der deutschen Regierung zuzulassen. Es sei aber möglich, das, es in der Zukunft für notwendiq geHallen werde, eine Begegnung zwischen Mitgliedern der alliierten und der deutschen Regierung herbeizuführen, um Deutschland die Löningen zur Kenntnis z u bringen, über die sich die Alliierten in bezug aus die Entschädigungsfrage geeinigt hätten. Simons zur Außenpolitik. In der Fortsetzung der Debatte über den haushaltplan des Aus» wärtigen Amts, der Montag im Hauptausschuh des Reichstags Gegenstand der Tagesordnung war, ergriff nach vorangegangener Debatte Reichsminister Dr. Simons das Wort: Die hohe Zahl der Beamten im Auswärtigen Amt ist auf die Mehrarbeit, die der Friedensvertrag mit sich bringt, zurückzuführen. Der Frage der mittleren Beamten und ihrer Uebernahme in den höheren Dienst wird besondere Aufmerksamkeit zugewendet. Die mittleren Beamten sind das Skelett des auswärtigen Dienstes. Leider bedeutet das Besoldungsgesetz für sie einen Rückichritt. Die Zusammenlegung der Botschaft in Paris und der F r i e- densdelegation ebenbort ist in Aussicht genommen. Die nötigen Schritte sind eingeleitet, der Abbau der Friedensdelegutian wird in den nächsten Tagen erfolgen. Der Vertrag zwischen WTB. und h a v a s wird in der Spezlal» debatte behandelt�vcrden. Jeder Beamte, der es nicht über sick» bringt, der heutigen Verfassung zu dienen, muh seinen Abschied nehmen, gleichgültig, wie im einzelnen seine politische Auffassung ist, muß doch von den Beamten de» auswärtigen Dienstes verlangt werden, daß sie in Reden und Handlungen das Ansehen des Deutschen Reiches in seiner jetzigen Form nicht schädigen oder herabsetzen. Die Frage der Kulturpolitik im Ausland wird mit besonderer Sorgfalt verfolgt. Der Minister wendet sich dann der Reparationsfrage zu. Er gibt einen ileberblick über die bisherigen Verhandlungen und die Gründe, die für ein Eingehen auf den Vor- schlag einer"Festsetzung van Annuitäten für S Jahre maßgebend gewesen sind. Er betont, daß wir uns auf die Festsetzung der G e- s a m t s ch u l d s u m m e, die Deutschland nach dem Friedensvertrag bis zum 1. Mai d. I. erwarten darf, nur oerpflichten können, wenn wir uns vorher mit den Gegnern über die Erleichterungen der uns auferlegten Last verständigt haben, über die wir in Brüssel zu verhandeln begannen. Kommt es nicht zu einer Verständigung über die bekannten Voraussetzungen unserer Leistungsfähigkeit und über die Methode der Leistungen, so muß es bei der Festsetzung der G e s a m t s ch u l d zum 1. Mai sein Bewenden haben, da die deutsche Regierung ein unbilliges Diktai eiuer unerfüllbaren verpslichlung vorziehen würde. Auf der anderen Seite darf die Regierung nicht versäumen, was der Zusammenarbeit mit den bisherigen Gegnern zur gemeinsamen Wiederherstellung der europäischen Finanz- und Wirtschaftskraft dienen kann. Sie muß ebenso wie ihre Gegner sich durchdringen lassen van dem Bewußtsen der Jntcressensolidarität. Selbstbestimmungsrecht in Praxis! London. 24. Janvar.(hollandsch Nleuwsbureau.) Me der „Observer" mitteilt, spiel» die österreichisch eiF rage aus der Zusammenkunst des Obersteu Rates mit die erste Rolle. Das Blatt schre bt: Weuu Oeslerreich unkergeht, wird die Tschechoslowakei und vermutlich auch Jugoslawien folgen. W i e n ist der einzige Platz sür eine Verrechnungsstelle im Südosten. Wenn der Vorschlag Sir William Goodes hinsichtlich einer alliierten Anleihe von Sll Mill'onen Pstmd Sterling nicht angenommen werden kann, muh ein anderer Rettungsweg gesucht werden. Es.st aber unwahrscheinlich, daß der Plan nicht angenommen wird, da Frankreich. Italien und Amerika geneigt sind, khn zu unkcrstühen und Anteile auf sich zu nehmeu. Die Kontrolle und die Perwallung Oesterreichs würde vermutlich mitübernommen werden. Aber das österreichische Volk könnte Wunderbares unker der Kontrolle der Alliierten erreichen, wenn es nur die Sicherheit hat, dah es wirtschaftlich unterstützt wird. London, 24. Januar.(WTB.) Nach einer Meldung aus Konstankinopcl hat die türkische Regierung ein Abkommen unlec- zeichnei, wodurch alle Ausgaben in Zukunft der Jnkernalio- nalen Finanzkontrolle unterstellt werden. Die Verwaltung der„Dekte Publique" stellte sofort 400 009 türkische Pfund gegen Sicherheit eines Golddepots bei der Otkomanischen Bank zur Verfügung._ Griechensiasko in Kleinasien. Köln, 24. Januar.(.Köln. Zkg.-) Nach der Radio-Agentur sollen die Truppen von Mustapha Kemal Pascha dem grie- chi scheu Heer bei Eskischehir eine schwere Niederlage beigebracht haben. Man spricht von 2000 Toten und Verwundeten. Nach der „Ehicago Tribüne" sollen 3000 Flüchtllnge bereits in Konstantinopel angekommen sein. Nach einer Metdung der„Information" beginne der Sieg Mustapha Kemal Paschas trotz der strengen Zensur der Engläuder auf die ösienlliche Meinung in Konstantinopel einen großen E'.nslnh auszuüben. Reisende aus Athen allerdings versicherten. in Athen wisse man nicht, was sich in Anatollen abspiele._ Deutschland und Sowjet-Nußland. Auf der Durchreise nach Moskau teilte Wigdor Kopp dem Rigaer Vertreter der„Dena" mit, dah die Frage der sormclleu Anerkennung einer russischen handelsdelegakivu in Deutschland befriedigend gelöst sei. Er bezeichnete die Aussichten für die deutsch-rustzschen Handelsbeziehungen als überaus vielversprechend, da die deutschen Industriellen, die vor dem Kriege zumeist für den rusiischen Markt gearbeitet hätten, bemüht seien, zu ernsthasten geschäftlichen Ab- machungen mit Rußland zu gelangen. Da Kopps Ankunft in Moskau mit Krasiins Rückkehr aus London zusammenfalle, dürfe man annehmen, daß die Frage der Handelsbeziehungen Rußlands zu den westeuropäischen Ländern überall' in ihrer vollen Tragweite mehr und mehr erkannt werde, ganz besonders in Deutschland, über desien kommerzielle Möglichkeiten er in Moskau Vorzug. liches berichten könne. Angesichts der anhaltend guten Beziehungen zwischen Lettland und Ruhland würden Libau und Riga im russisch-deukscheu Transitverkehr immer wichtiger, in demselben Maße steige auch die Bedeutung der lettischen Eisenbahnen. hinsichtlich des Kriegsgefangenaustausches erklärte Kopp, daß demnächst die Transporte über Lettland einsetzen würden, da Rußland rollendes Material zur Verfügung gestellt habe. Die jetzigen Verhandlungen in Riga hätten nur noch technische Einzel- Helten zu ordnen. « Noch Meldung des finnischen Blattes„Suomen Socialdemo- kraati" ist der Präsident der russischen Friedensdelegation in Vor- pat Kerschentssofs zum Sowjetvertreter in S t o ck h o l m er- nannt worden. Kaltes Slut! Von Karl Okonsky- Kattowih. Die Schreckensnachrichten aus Oberschlefien häufen sich in letzter Zeit in bedenklicher Weise. Nicht jeder Meldung ist an- zusehen, wie weit Sensationslust und politische Absicht etwa eine Aufbauschung herbeigeführt hat. Deshalb sind auch ernst- hafte-Blätter oft genötigt, Meldungen wiederzugeben, die sich in Oberschlesien schließlich als böse Tendenznachrichten dar- stellen. Die Ausführungen des Genossen Okonsky warnen vor nationalistischen Uebertreibungen gerade im Interesse der ober- schlesischen deutschen Arbeiter. Die letzten deutschen Noten über Oberschlesien und die sich daran knüpfenden Presseäußerungen haben in Deutschland eine nervöse Stimmung erzeugt. Allgemein scheint die Auffassung durchzudringen, daß die Interalliierte Kommission nicht für die nötige Ruhe und Ordnung in Ober- s ch l e s i e n während der Abstimmung einstehen könne. Es wäre bedauerlich, wenn sich die Abstimmungsberechtigten im Reiche deswegen zurückhalten ließen, ihre Pflicht zu tun. Tatsächlich ist von einer Beunruhigung in dem Umfange, wie die Roten fürchten lassen, durchaus nichts zu merken. Im Gegenteil scheinen die Maßnahmen der Interalliierten Kom- Mission die Ruhe vor und während der Abstimmung unbedingt zu verbürgen. Jedenfalls ist aus ihren bisherigen Verordnun- gen zu ersehen, daß es ihr ernst ist mit dieser Pflicht. Es wäre auch sehr sonderbar, wenn sie hier nachlässig sein würde. Die Augen der ganzen Well sind augenblicklich auf Oberschlesien gerichtet. Jeder Mißgriff der gegenwärtigen Regierung wird peinlich beobachtet. Dem Botschafterrat kann wahrhaftig nichts daran siegen, die Abstimmung irgendwie stören zu lassen. Man kann also mit Sicherheit annehmen, daß die Entente ihren ganzen Einfluß aufbieten wird, um unliebsame Störungen für die nächsten Monate von Oberschlesien fernzuhalten. Vielleicht wäre es doch angebracht, wenn man«m amtlicher Stelle etwas mehr kühles Blut zeigen würde. Gewiß überschreiten die Kriminalfälle m Oberschlesien in der letzten Zeit bei weitem den Durchschnitt des Reiches: aber das ist doch die typische Erscheinung in Industriezentren. Keines- falls ist es aber angängig, jeden einzelnen Kriminalfall zu einer politischen Handlung zu stempeln. Damit ist uns sehr wenig gedient. Zieht man aber die einfachen Verbrechen ab, dann bleiben herzlich wenig Delikte übrig, die man als rein politische bewerten kann. Und auch diese wenigen sind zum weitaus größten Teile nicht zurückzuführen auf den positischen Fanatismus der Polen oder der Deutschen. Man wird nicht fehl gehen, wenn man sie als wohlüberlegte Arbest bezahlten Subjekte ansieht, denen es vollständig gleichgültig ist, ob sie eine polnische oder eine deutsche Mark in&e Hand gedrückt bekommen. Leider hat die auf beiden Selten mit ungeheuer». lichen Mitteln betriebene Agitation eine Korruption go- schaffen, die in der Welt ihresgleichen sucht. Wie schon oben betont, kann man der festen Ueberzeugung sein, daß die Interalliierte Kommission mit diesen Auswüchsen des Verbrechertums fertig wird und die Ruhe und Ordnung sicherstellt. Es wird ihr dies um so leichter, weil ihr ja doch nicht nur die Gewerkschaften beider Rationali- täten, sondern auch die politischen Parteien in- dieser sehr notwendigen Verwaltungsarbeit zur Seite stehen. Die A r b e i t e r Oberschlesiens haben es bald begriffen, daß in diesem gesetzlosen Zustande s i e die Leidtragenden sind. Schon vor Wochen traten ihre Vertreter aller Richtungen und Par- teien in Kattowitz zusammen, um bei der Interalliierten Kom-- Mission geeignete Maßnahmen zur Herstellung der Sicherheit zu fordern. Diesem Wunsche der Arbeiter ist rasch entsprochen worden. Die Arbeiter Oberschlesiens können beruhigt feststellen. daß seit einiger Zeit der behördliche Apparat und die militäri- scheu Machtmittel energisch angewandt werden. Das hat. die erfreuliche Wirkung, daß die kriminellen Vergehen abgenommen haben. Daß polnische Stoßtrupps vorhanden sind, muß nach den uns zugegangenen Informationen als sicher angenommen werden. Das polnische Plebiszitkommissariat scheint für die Unterhallung dieser halb militärischen Organisationen große Geldmittel aufzuwenden. Die Interalliierte Kommission wird sich gerade dieser Einrichtung besonders liebevoll annehmen müssen. Schwerlich werden die polnischen Banden versuchen. die Abstimmung zu stören. Herr Korfanty ist ein viel zu ge- rissener Fuchs, als daß er sich diese Blöße gäbe. Aber zweifel- los bilden die polnischen Stoßtrupps eine große Gefahr für das Industriegebiet, ohne daß sie tätig eingreifen, wirken sie schon durch ihr Dasein niederdrückend auf die deutschfreundliche. Bevölkerung. Solange sie also geduldet werden, kann von einer unbeeinflußten Abstimmung.nicht die Rede sein. Aber wenn die Polen sündigen, so ist dies für die Deut- schen noch lange kein Grund, das gleiche zu tun. Und leider liegen bedenkliche Anzeichen vor, daß unverantwortliche Per- sonen die Absicht haben, den polnischen Stoßtrupps eine ähn- sich geartete deutsche Einrichtung entgegenzustellen. Dagegen muß sich die Arbeiterschaft Oberschlesiens ganz entschieden ver- wahren. Diese nationalistisch gedrillten, bewaffneten Banden sind ihr am gefährlichsten, ob sie nun aus polnischem oder aus deutschem Lager stammen, ob sie Stoßtrupp oder Selbstschutz heiße»». Wir sind fest davon überzeugt, daß keine maßgebMde Person in Deutschland mit diesen Dingen etwas zu tun hat, aber es muß unbedingt gefordert werden, daß die Förderung solcher Bestrebungen im Reiche als V er b r e ch e n verfolgt wird. Dazu gehört allerdings auch die Zuwendung von Geldern für diese Zwecke, und darin ist der oberschlesische Großgrundbesitz nicht ganz unschuldig. Es ist bekannt, daß der Baron Rudolf o. Falkenhausen 8810 M. für den„Selbstschutz" gespendet hat. Der Graf v. Franken-Sierstorpf auf Frenzdors stiftete 7350 M. für diesen edlen Zweck und der Freiherr v. Friedenthak-Falkenhausen 11 050 M. Jeder dieser Groß- grundbesitzer opferte für den Hektar 10 M. Die Großgrund- bcsitzer des besetzten Oberschlesiens haben, sich mit einer etwas geringeren Summe begnügt.. Abgesehen davon, daß die Gesetzmäßigkeit eines solchen Selbstschutzes doch höchst fragwürdiger Art ist, kann man ruhig annehmen, daß er sich im Ernstfalle besonders gegen die Ar- beiter richten wird. Dabei wird er keinen Unterschied machen zwischen polnischen und deutschen Proletariern. Ebensowenig wie der polnische Selbstschutz einen Unterschied zwischen deut- schen und polnischen Arbeitern macht. Wir haben also als Sozialisten berechtigte Gründe, die für die Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit verantwortlichen Stellen zu war- nen, besonders die Reichsbehörden. Es wäre bedauerlich, wenn sie nur ständig wie hypnotisiert nach Kongreßpolen hinüber- starrten und dabei die Vorgänge an der eigenen oberschlesischen Grenze außer acht ließen. Gewiß hat die Interalliierte Kom- Mission die Verantwortung für Ruhe und Ordnung in Ober- schlesien, ober die Reichsbehörtien haben die Pflicht, ihr diese Aufgabe nicht unnötig zu erschweren. Soll die A b st i m- m u n g friedlich und gerecht verlaufen, dann darf man auch im Reiche nichts dulden, was sie gefährdet. Wir sind fest davon überzeugt, daß sie günstig für uns Deutsche aus- fallen wird. Aber die Abstimmung ist nicht die Abgrenzung, und es ist dringend notwendig, daß unser moralisches Recht in Paris so gewaltig ins Gewicht fällt, daß man es dort nicht wagt, auchnurelnenTeil Ooerschlefiens vom Reiche ab- zutrennen. O Deutsche Beschwerde. In einem Telegramm an Le Rond beschwert sich Dr. Urbanek darüber, daß die amtliche Auslegung der Abstimmungsvorschriften durch den„Karrios du Plehiscite" von den polnischen Mitgliedern der Abstimmungsbehör- den nicht anerkannt wird, weil sie vom deutschen Ab- stimmungsbureau weitergeleitet werden. Beispiele dieser Sabotage werden angeführt. Urbanek fordert amtliche Bekanntgabe dieser Auslegungen an alle Behörden. Die harmlosen und die Zürchterlichen. Ein Spiel mit vertauschte« Rolle«. Die„Rote Fahne" ist sehr ungehasten darüber, daß der „Vorwärts" ihren Hereinfall mit dem angeblichen Rund- schreiben der Escherich, Ludendorff und Reventlow nicht mitgemacht hat. Wir können aber nur wiederholen, daß jeder, der Berhästnisse und Menschen einiger- maßen kennt, von vornherein davon überzeugt sein mußte, daß den Genannten die Dummheit, ein derartiges Schriftstück zu unterzeichnen, nicht zuzutrauen ist. Leider sind die Führer der deutschen Reaktion nicht so ungeschickt, sich auf solche Weise zu kompromittieren, derlei Kindereien überlassen sie den Kommunisten, die denn auch auf diesem Gebiet alles Erdenk- lichs leisten. Die Orgefchleute erklären jeden Tag, daß sie die friedlich- sten Leute von der Welt seien, daß sie gar nichts anderes wollten, als die Verfassung und die Ordnung schützen, sie bieten alle Schlauheit auf, um die Oeffentlichkeit für sich zu gewinnen und den Behörden das Zugreifen zu erschweren. Was hm inzwischen die Kommunisten? Ein paar dumme Jungen mit einem Oberleutnant d. R. an der Spitze haben auf dem Papier eine großartige„Rote Armee" fürWestdeutschland /lrbeitsunterricht tmd Staatsbürgerkunde Von Dr. Erich Witt«. Nach Artikel 143 der Reichsverfassung sollen Staatsbürgerkunde und Arbeitsunterricht Lehrfächer der Schulen sein. Gemeint ist hier die körperliche Arbeit.� Es soll eine Art Abc der Technik gelehrt und geübt werden, mit dem Gebrauch der notwendigsten Arbeitsgeräte, des Spatens, des 5)obels, des Hammers soll der Schüler vertraut werden. Aber der Arbeitsunterricht ist nicht nur ein Lehrfach, sondern er hat auch die Bedeutung einer Lehrmethode. Wenn zum Beispiel ein Strauck in der Botanik nicht nur den Schülern gezeigt und erklärt wird, sondern wenn sie ihn auch in einen Garten pflanzen, pflegen und begießen müssen, so zeigen sie ein lebhafteres Interesse für ihn und können daher in derselben Zeit weit mehr über ihn lernen. Denn sie gebrauchen nicht nur Auge und Ohr, sondern auch die Hände und die anderen Gliedmaßen. Aus dem- selben Grunde hat man in Physik und Chemie Schülerübungen ein- geführt. Wenn ich im stemdsprachlichen Unterricht die Zeitwörter „gehen, laufen, aufstehen, sich setzen, öffnen, schließen, reiben, legen" durchnehme, so prägen sich die Schüler wegen des größeren Inter- «sses die französischen Vokabeln weit schneller ein, wenn ich sie die Tätigkeit gleichzeitig ausüben laste(Oeffnet die Bücher! Legt die Bücher auf den Tisch! Steht aus! Setzt euch! usw.). Ebenso kann man aus dieser Verbindung des Lernens mit gleichzeitiger Tätigkeit, also aus dem Arbeitsunterricht als Methode, in der Staatsbürger- künde Rügen ziehen. Menn eine Klasse diejenigen Schüler, welche ein Klassenomt erhalten sollen, selbst wählt, zum Bestpiel durch Ab- gäbe von Stimmzetteln, so wird sie ein weit größeres Intereste dem Unterricht entgegenbringen, wenn der Lehrer die verschiedenen Arten des Wahlrechts erklärt. Wenn die Schüler, die ein Klassen- amt bekleiden, gezwungen werden, dieses in dem Falle niederzulegen, wo sie nicht mehr das Vertrauen der Mitschüler haben, so werden sie weit leichter begreifen, was eine parlamentarische Regierungsform ist. Wenn zun, Beispiel in den oberen Klasten von den Schülern ein kleiner Schülergerichtshof gewählt ist, der in bestimmten Fällen über diejenigen, die sich etwas haben zuschulden kommen lassen, eine Strafe verhängt, so werden die Schüler dem Lehrer' ein weit größeres Interesse entgegenbringen, wenn er da» Gerichtswesen behandelt: ja, sie werden ihn vielleicht selbst darum bitten, die» durchzunehmen. Kerschensteiner berichtet in dem Buche„Staats- bürgerliche Erziehung der deutschen Jugend"(S. 72 u. 73). daß in München in einer Fortbildungsschule ein« Klasse auf Gegenseitigkeit begründet worden ist, in die ied«r Schüler wöchentlich einen Pfennig zu zahlen hatte Das eingejammelte Geld diente zur Unterstützung von Mitschülern in Fällen unverschuldeter Not. Es ist wohl ganz klar, daß diese Schüler allmählich wißbegierig sein werden, etwas über das Versicherungswesen zu erfahren. In meiner Schrift„Eelbstregierung und Selbstver- woltung der Schüler(3 M., Verlag Julius Beltz-Langen- fayu) habe ich die verschiedenen Arte» derselben targelegt(Schul- geschassen und geniale Pläne zur militärischen Eroberung Deutschlands ausgeheckt, find aber natürlich, noch ehe sie zur Ausführung kamen, der Polizei ins Garn gelaufen. Die„Rote Fahne, die nicht zugeben will, wie lächerlich solche Kinder- geschichten sind, schreibt nun dazu: Daß wir Kommunisten die Räterepublik erkämpfen wollen und daß wir nicht glauben, mit dem Stimmzettel die b e- wafsnete Bourgeoisie über den Haufen zu werfen, um das auszumitteln, braucht Herr von Seeckt keinen Finger zu krümmen. Das kann er jeden Tag in 30 kommunistischen Zeitungen lesen. Das kann er jeden Tag auf einem Dutzend Parlamentstribünen hören, wenn er es noch nicht weiß. Nachdem dann das Vorhandensein„konkreter Vorberei- hingen" geleugnet worden, fährt die„Note Fahne" gleich wieder fort zu renommieren, die Regierung werde„von der Arbeiterschaft im offenen Kampfe" gestürzt werden. Natürlich ist die deutschnationale„Deutsche Zeitung" über diese „Aufrichtigkeiten" sehr erfreut, das ist ja für sie wie auf Bestellung gearbeitet, und auch die„Volkszeitung" schreibt von den„G e st ä n d n i s s e n" der„Roten Fahne". Während also die einen wirklich rüsten und sich als die harmlosesten Leute von der Welt geben, versuchen die andern ihre wirkliche Harmlosigkeit zu verbergen, indem sie in die Welt hinaus- brüllen, sie rüsteten„zum offenen Kampf". Die einen sind Wölfe im Schafpelz, die andern Schafe im Wolfspelz. Das Ganze aber ist nicht Klassenkampf, sondern höchstens eine Parodie auf ihn, bedauernswert die Proletarier, die das noch immer m-hi erkennen!_ Kommunistische Erstndung. Das Berliner Kommunistenorgan, die„Rote Fahne", bemüht sich eifrig, durch Wiedergabe von verdrehten und entstellten Ver- sammlungsberichten aus dem Reich den indifferenten Anhang glauben zu machen, daß die übergroße Mehrheit der Arbeiter in der Tat„für die proletarische Einheitsfront" nach kommunistischem Muster im Sinne des offenen Briefes der V.K.P.D. zu haben sei. In welcher Weise diese Stimmungsmache betrieben wird, lehrt ein Bericht aus Jena. Dort soll ein offizieller Vertreter der©.P.S. die sozialdemokratische Partei bureaukratie stark angegriffen und aufgefordert haben, gegen die Stellung der„zentralen Körperschaften Front zu machen". Unter anderem sagt der Bericht auch, daß sich die ganze Versammlung, die von 1800 S.P.D.-Leuten besucht gewesen sein soll, auf den Boden des Offenen Briefes der VK.P.D. stellte. Es entspricht bekanntlich der Taktik der B.K.P.D., auch durch Schwindel die Welt zu revolutionieren. Diese Methode ist all- bekannt. Auch in der Jenaer Meldung liegt blanke Erfindung vor. Tatsächlich haben sowohl die Vertreter unserer Partei als auch die der U.S.P., soweit sie überhaupt der gemeinschaftlichen Bersamm- lung beiwohnten, scharf gegen die Kampfesweise und die Taktik der V.K.P.D. Stellung genommen. Was die„Annohme" der Resolution anbelangt, die von der„Roten Fahne" freudestrahlend gemeldet wurde, so ist sie mit Leninscher„List und Schlauheit" vor- getäuscht worden. Die Versammlung io Jena dauerte bis nachts 1 Uhr. Als sich bei der vorgeschrittenen Zeit die Versammlungsteil- nchmer anschickten, das Lokal zu verlosten und sich bereits von den Stühlen erhoben hatten, ersuchte der Versammlungsleiter, daß sich diejenigen, die sich für eine Resolution des Offenen Briefes der VK.P.D. erklären wollten,„von den Plätzen erheben" möchten. Da der größte Teil der Versammelten schon„stand", so konstatierte der Leiter der Versammlung die„Annahme" der Resolution. Daß diese Art der Abstimmung eine„Annahme" ergeben mußte, leuchtet jedem ein. der nicht das erstemal eine Versammlung besucht hat. Aber trotz dieser vorgetäuschten Annahme denkt unsere Jenaer Parteigenvstenschast nicht daran, sich auch nur im geringsten vor den bankerotten Parteikarren der V.K.P.D. zu spannen. Die„Rote Fahne" spricht übrigen» von 3000 Teilnehmern jener Versammlung, wovon 1800 S.P.D. gewesen wären. Das Lokal faßt aber mir 1600 Personen! gemeinde, Klassengemeinde, jklassenämter, Schülerausschüsse, Schüler- vereine usw.)) Auf breiter Grundlage aufgebaut sind diese Organisationen an manchen Schulen Nordamerikas, so daß man dort von einer S ch o o l City(Sckulstadt) spricht. Es bildet jede Klasse einen Bezirk(eine Provinz) des Staates. Sie wählt mehrere Vertreter, meist zwei, ins Schulparlament, die Verfassung- und. gesetzgebende Versammlung. Auch besteht an solchen Schulen ein oberster Ge- richtshof von Lehrern und Schülern, der Vergehen gegen die Ord- nung ahndet, und eine oberste Berwaltungsbehörde, die sich aus einem Schatzmeister, einem Gouverneur, einem Sekretär und mehreren anderen Beamten zusammensetzt. � Wilhelm Daldeyer f. Mit Wilhelm Waldeyer ist einer der größten Anatomen, einer der hervorragendsten Gelehrten und einer der anregendsten und geistvollsten Lehrer aus dem Leben geschieden. Am 6. Ottober 1836 in Hehken(Braunschweig) geboren, studierte er 1856— 1858 zuerst Mathematik und Naturwissenschaften und wandte sich dann der Medizin zu, bei deren Studium oer Einfluß des be- rühmten Göttinger Anatomen Henle maßgebend für feine weitere Entwicklung wurde. Bereits seine Promottonsschrift über„die Ge- lenke de» Schlüsselbeins" zeigte feine Art, Probleme In großen Worten zu behandeln. Er beschrankt« sich hier nicht nur auf die rein anatomische Frage, sondern ging auch auf die physiologische Seite des Problems ein. 1864 und 1865 setzte er seine physiologi- schen Studien fort und habilitierte sich in Breslau für Anatomie und Phnsiologie. Weiterhin beschäftigte er sich eingehend auch mit patho- logischen Fragen und erhielt als Einunddreißigjähriger den Lehr- stuhl für patliologifche Anatomie in Breslau. Seine bedeutsamen Forschungen über den Krebs und über das Zentralnervensystem bilden sein« Hauptarbeit auf dem Gebiets der Pathologie. Er hat in den Arbeiten über das Zentralnervensystem die Neuronen-Theorie aufgestellt, wonach das„Neuron'� die physiologische und histologische Nerveneinheit sei, eine Lehre, die— wenn auch einseitig— unser Wisten und Verstehen der Nervenfunktion beträchtlich gefördert hat. 1872 wurde Waldeyer als Direktor an das Straßburger Anatomische Institut berufen, von wo er noch elfjähriger Tätigkeit 1883 als Ordi- narius nach Berlin kam. Hier wirkte er bis 1916 unermüdlich als Forscher und Lehrer. Besonders hervorragend waren seine Bor- lesungen über topographische Anatomie, die er besonders durch sein großes zeichnerisches Talent noch zu beleben wußte. Die Kenntniste, die er hierdurch besonders den werdenden Chirurgen vermittelte, verstand er durch unvergleichliche Demonstrationen zu oertiefen, von denen hauptsächlich die über Einqeweidebrüche Berühmtkeit erlang- ten. Aus der Unzahl seiner wissenschaftlichen Arbeiten können hier nur hervorgehoben werden seine Untersuchungen über den Eierstock. die Zähne, die Laae der Beckenorgane. die Arbeiten über den Bau des Gehirns und Rückenmarkes.«1884 wurde Waldeyer in die Aka- demie der Wissenschaften aufgenommen und war bis zuletzt ihr stän- diqer Sekretär. Waldeyer, der Patriarch der deutschen medizini- schen Wissenschaft, wurde im Ausland wie bei uns geehrt als eine der markantesten Persönlichkeiten. Im Kreise der Gelehrten ver- dankt er seine überragend« Stellung nicht nur seinem ungewöhnlichen universellen Wissen, sondern auch feinem vornehmen Menschentum. H. H. wirth auf dem Rückzug. Der Steuerausschuß des Reichstages oerhandelte am Montag zunächst über den Entwurf eines Rayon st euergesetzes, das den unverdienten Wertzuwachs von Festungsgelände erfassen will, brach aber die Beratung ab, um den Fraktionen Gelegenheit zu geben, sich mit den aufgeworfenen Fragen zu befassen.— Bei der Weiterberatung des R e i ch s n o t o p f e r g e s e tz e s gab der Reichsfinanzmini st er hinsichtlich der Annahme von selbst- gezeichneten Kriegsanleihen eine entgegenkommende Erklärung ab. Danach sollen bis zu einem Monat nach Zustellung des vorläufigen Steuerbescheides die nachweislich selbstgezeichneten Stücke Kriegs- anleihe zum Nennwert in Zahlung genommen werden.— Abg. fielt(Soz.): Die Erklärungen ves Ministers gehen viel zu weit. Sie bedeuten eine Einschränkung des Reichsnotopfers zuungunsten der anderen Steuerzahler. Wir machen einen Abbau der Besitz- steuern nicht mit.— Der Minister verwies auf 8 49 des Reichs- notopfergesetzes, der ihm erlaube, Härten des Gesetzes zu beseitigen. — Abg. Herold(Z.) bittet, daß auch diejenige Kriegsanleihe in Zah- lung gegeben werden kann, die als Schenkung an Familien- Mitglieder abgegeben worden ist.— Abg. Dr. helffecich(Dnat. Vp.) begrüßt das Entgegenkommen des Ministers und erwartet, daß dieses Entgegenkommen auch noch in anderen Punkten betätigt werde. Vogel nicht amnestiert! Gegen die Entscheidung der 3. Strafkammer des Landgerichts II, die die Amnestierung des Oberleutnants Bogel aussprach, hatte der Anklagevertreter Beschwerde beim Strafsenat des Kammergerichts, als der letzten Instanz, erhoben. Der Strafsenat des Kammergerichts hat sich nun am Freitag voriger Woche mit dieser Beschwerde beschäftigt und ihr nach eingehender Beratung Folge gegeben. Da die Entscheidung des Strafsenats des Kammergerichts eine endgültige ist, bleibt das gegen Ober- leutnant Bogel ausgesprochene Urteil des Feldkriegsgerichts der Gardekaoallerieichützendivision bestehen. Im Anschluß an die Amnestierunz Oberlt. Bogels wuroe von Rechtsanwalt Dr. Weinberg an das zuständige Landgericht eine Eingabe gerichtet, in der auf Grund einer inzwischen verösfcnt- lichten Aussage des Hauptangeklagten im Luxemburg-Lieb- knecht-Prozeß, des Husaren Otto Runge, um die Wieder. aufnähme des Strafverfahrens ersucht worden ist. Otto Runge schildert in dieser Aussage genau die Vorgänge, die der Er- Mordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts vorangingen und erhebt nicht nur schwere Beschuldigungen gegen die früheren An- geklagten im Liebknecht-Luxemburg-Prozeß, sondern auch gegen den damals die Untersuchung führenden Kriegsgerichtsrat Jörns. Runge ist inzwischen bereits wegen der in seinem Protokoll ent- haltenen Angaben vernommen worden und hielt bei seiner Bernehmung seine Beschuldigungen aufrecht. Die Ermitllungen, wie weit seine Angaben richtig sind, haben bereits begonnen. Ob sie zu einer Wiederaufnahme des Strafverfahrens führen werden, läßt sich zurzeit noch nicht sagen. Ein Nachspiel der Märzkämpfe. Das Schwurgericht des Landgerichts I verhandelte an zwei Sitzungstagen die AnNage gegen den Vizefeldwebel Mechaniker Max Markus, der des Totschlages in zwei Fällen, des Betruges und der Unterschlagung beschuldigt war. Die Strafsache hat schon mehrmals großes Aufsehen erregt durch die Tatsache, daß der Angeklagte als Militärgefangener seinerzeit in der Untersuchungshast vollständig vergessen worden war, sowie durch die Veröffentlichung der Borgänge, die der jetzigen An klag« zu Grunde liegen, in der„Freiheit". Das Verfahren war Ursprung- lich wegen sechsfachen Mordes eröffnet worden, es wurde aber wegen nicht ausreichenden Berdachts eingestellt und der Angeklagte insoweit auker Verfolgung gesetzt. Dagegen wurde ihm die vorsätzliche, nicht mit Ueberlegung begangene Tötung zweier Personen zur Last gelegt. Es handelt sich um Opfer der Märzunruhen, die am 12. März 1919 von dem Angeklagten erschossen worden sind. Der Angeklagte trat im März 1919 beim Freikorps L ü tz o w ein. Unter seiner Führung wurden 25- Mann der Schwadron zur Bussen-Malinee im Schauspielhaus. Die vierte Mittagsver- anstaltung im Rahmen der„Stimmen der Völker" führte nach Rußland. Leiter auf diesem Gang ins weite Land der slavischen Seele war Reinhold von Walter: eine seltsame Mischung von Schreibtischmenschen, Religiösem und Revolutionär. Seine Art. Aphoristisches, eng aneinander gereiht, aus dem Manuskript abzu- lesen, ist kaum der rechte Weg, in ein neues Gebiet einzuführen. Daß der Ablesende trotzdem geradezu Andacht bei den Zuhörern fand, ist der starken Ergriffenheit und Geistigkeit seiner Aussagen und Urteile zu danken. Die Hörer lernten am lebendigen Beispiel, daß man der slavischen Seele nur religiös nahen kann. Man hätte gern einen Sprecher nach ihm gesehen, der die grausame Dialektik des„Großinquisitors" von Dostojewski sicherer nachgestaltet hätte als Otto S o m m e r st o r f f, der in hohler Pathetik alten Hof- theaterstils versandete. Auch E r n st Legal, bei allem technischen Können, ist nicht der Mann, Kosakisches unsentimental zu sprechen, und die Blocksche Ballade„Die Zwölf" hat man in„Schall und Rauch" auch besser gehört. Bleibt Elsa Wagner, die Puschkin, Turgenjew, Gogol und Tolstoi las und mit ihrer frischen und zum. Teil recht humorigen Art die große Plastik dieser Geister eindrucks- voll erstehen ließ. Russische Bolkslieder, von Paula Mansfeldt' mit sehr schöner Stimme und einem Chor in der Ursprache ge- sungen, schlössen mit der ganzen Schwermut des Slaven den inter- essanten Aormtttag. O..E. H. Technischer Humbug. Die geheimnisvolle Erfindung eines In- oenieurs v. Unruh, die ungeheure Kräfte durch Atomspaltung frei gemacht haben sollte, kpukt seit einiger Zeit durch einen Teil der Presse, der inehr auf sensalionelle Unterhaltung der Leser durch Wundcrgesckichten denn auf Gewissenhaftigkeit aus ist. J®ir haben kürzlich bereits Stellung dazu genommen und vor dieser Spekulation gewarnt. Wie das Reichsministerium des Innern mitteilt, ist der Kraftsrzeuzer in der Physikalisch-Technischen Reichsonstalt untersucht und Herrn v. Unruh mehrmals Gelegenheit gegeben worden, den Apparat vorzuführen. Es ist ihm oder dabei niemals gelungen, auch nur eine Andeutung der behaupteten Elektrizitätserzeugung nochzu- weisen. Da Unruh die Angelegenheit bereits durch Monate h'n- geschleppt hatte, ehe er sich zur Vorführung des Apparates einstellte, lehnte die Reichsanstalt es ab, sich auf weitere Vorführungen«in- zulassen. In der Anordnung des Apparates ist nicht das geringste zu erkennen, was auf eine Atomspaltung hindeutet. Es ist von dem Erfinder auch gar nicht versucht worden, der Physikalisch-Techn. schen Reichsanstalt eine solche Erklärung zu geben. Es kann nur dringend davor gewarnt werden, irgendwelche Hoffnungen an den Krafterzeuger des Ingenieurs o. Unruh zu knüpfen._• Musik. Am Mittwoch gibt die kiammermnsil-Dercmigmig der Staat»- oder in der Singat.'dcmie ibr letzles Wintertonzert.(Weber» Trio, Schubert» Ollelt und Gülzow» tzeidetdyll) Prof. Heinrich Morf. ein bervovragender Trfoo-cher der romanischen Sprachen und Literaturen, der auch längere Zeit in Berlin lehrte, ist in der Schwei» im Alter von 66 Iahren geitorben. Verleumdung sran»öfiicher Kollegen verdrängte ihn au» leiner internationalen w�sseiischaitlichen Tätigkeit Gedenkfeier für Wilhelm Förster. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Fricdensgeiellschait veranstaltet am Mittwoch, den SS. Januar, 7'/, Uhr, im Festlaaie der Geiellichajt der Freunde, Potsdamer Itr. 9, eine. Erdentjeter jür ihre» verdorbenen Ehrenoorptzevte» Geheim rat Wilhelm Für jler. Nr. 39 ♦ Z8. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Dienstag, 25. Januar 192? Seht öie Wählerlisten ein! HroßScrlw Sürgerrat unü Wohnungsluxussteuer. Der Bürgerrat Grob-Berlin— ein reaktionäres Gebilde— hat zu dem Entwurf einer WohnungSlurussteuer Stellung genommen und in einer Entschließung zum Ausdruck gebracht, daß der Entwurf einer gründlichen Durcharbeitung nicht standhalte. Er fei geeignet, die wirtschaftlichen Jnteresien des Mittelstandes aus das schwerste zu schädigen und rufe insbesondere starke Be» denken hinsichtlich der Volksgesundheit wach. Eine solche Entschließung kennzeichnet den Geist, welcher im Bürgerrat obwaltet. Wenn ein alleinstehendes Ehepaat über drei Zimmer verfügen darf, ohne von der Steuer betroffen zu werden. so ist das vom Standpunkt der Boltsgei'undheit bedenklich. Wenn aber Million Familien mit zahlreichen Kindern sich in Groß- Berlin mit einer aus Stube und Küche bestehenden Wohnung bc« gnügen müssen, so icheint das der Bürgerrat ganz in der Ordnung zu finden. Die wirtschaftlichen Jnteresien des Mittelstandes werden durch den Eirtwurf wahrlich nicht gefährdet, wohl aber sollen den Wohnungslöwen, welche über die furchtbare Wohnungsnot ihrer BolkSgenosien mit Gleichgültigkeit hinwegsehen, von ihm empfind- lich getroffen werden. Zum Morü an Sem?nSer. Die auf Anschuldigung der Ehefrau des Ermordeten verhafteten beiden Männer, der Krastwagensührer Arnold und der Dreher Körwin blieben auch gestern dabei, bis zu ihrer Verhaftung überhaupt nichts von dem Verbrechen gewußt zu haben. Sie wurden einem Mieter des Hauses gegenübergestellt, der in der Nacht vorher gegeu 12 Uhr zwei verdächtige Männer auf dem Hofe des Grund« stücks Leibnizstr. 21 gesehen hatte. Dieser glaubt die Verhafteten wiederzuerkennen, kann sich aber wegen der herrschenden Dunkelheit mit seiner Angabe nicht festlegen. Frau Eingh sogt aus. daß sie um dieselbe Zeit auch Geräusch wahrgenommen hätte und, da sie im Zimmer ihres Mannes schlief, aufgestanden sei und Licht ge- macht habe. ES wird angenommen, daß die beiden auS diesem Grunde von ihrem Vorhaben abgelasien haben. Eine Zeugin be- kündet, daß Arnold, der sonst schlecht aus die Frauen zu sprechen war. zu ihr gesagt hatte, daß er jetzt in Hildegard Singh eine Frau gesunden habe, die ihm geialle. Leider sei sie noch nicht geschieden und er wolle sie. da er sie wahnsinnig liebe, von ihrem M-ume hefteten._ Zur Frage her Bestätigmrg PaulfenS. Eine Korrespondenz weiß zu berichten, daß der Antrag auf Be- ftätigung des neugewählten Oberstadlschulrats Wilhelm Baulien erst gestern beim Lberpräsidium eingegangen fei. Die Verzögerung fei dadurch entstanden, daß die erforderlichen Personalien über den Gewählten erst eingeholt werden mußten. Es dürste daher noch einige Zeit verstreichen, bis vom Oberpräsidenten über die Bestäti« gung Paulsens ein Ent'cheid einläuft. Hoffentlich erhält Berlin nun bald seinen Oberstadtschulrat trotz des Geschreis derjenigen Kreiie, die sich mit der Wahl eines Sozialdemokraten nun mal nicht abfinden können. Der Konflikt mit üe« Neuköllner Notstanösarbeitern. Bekanntlich wurde den Neuköllner NotstondSarbeitern, die bei der Verlängerung der Nordsüdbobn und auf dem Jndustriegelände beschäftigt sind, vor einigen Wochen durch den Magistrat ge- kündigt. Da trotz der Kündigung die Arbeiter nickt zum Ver- lasten der Arbeitsstätte zu bewegen waren, soll der Berliner Ma- gistrat, wie wir einer Korrespondenz entnehmen, jetzt den Beschluß gesaßt haben, durch die Organe der Polizei das widerrechtliche Be- treten der ArbeiiSstälteu verhindern zu lassen. Der Polizeipräsident hat flch daraufhin sofort mit dem Betriebsrat 1>er beteiligten Arbeiterschaft in Verbindung gesetzt und ihn aufgefordert, dahin zu wirken, daß die widerrechtlich betretenen Baustellen von den Arbeitern sretwillig geräumt werden. Sollte die Mahnung erfolglos bleiben und die Arbeiterschaft auch am Dienstag in die Arbeitsstätten eindringen, io würde der Polizeipräsident die nachgesuchte Unterstützung gewähren. Wir möchten den Wunsch aussprechen, daß die Arbeiterschaft sich den Anoidnungen des Magistrats fügt, ohne es erst auf eine Machtprobe ankommen zu lassen. Pflicht der Regierung sollte es in erster Linie sein, iür die Bereitstellung der erforderlichen Mittel zu sorgen, damit den Beschäftigungslosen Arbeitsgelegenheit gegeben wird. Gessentl. Vählerversammlungen am heuligen Dienstag, abends 7 Uhr: Wilmersdorf. Schulanla der Hindenburgschule am Seepark. Referent: Finanzminister Lüdemann. Schöncberg. Uhlandschule. Colonnenstr. 22/23. Referent: Willi Ramöbrock. Tempelhof. Aula des Realgymnasiums, Kaiserin-Augusta-Straße. Referent: Rektor Blum. Morgen. Mittwoch, 26. Januar, abend». 7 Ahr: Schöneberg-Friedenau. Burgersaal des Rathauses zu Friedenau. Referent: Reichsernährungsminister a. D. Robert Schmidt. Steglitz. Schnlfaal des Paulsen- Realghmnasiums. Referentin: Landtagsabgeordnete Gertrud Hanna.— Die Frauen find' besonders eingeladen. Geffentl. Zrauenversammlungen am heutiKen Dienstag, abends 7 Ahr: Charlottenburg. BolkShauS, Rosiuenstr. 4. Ref.: Lehrerin A n l o n i e P f ü l f, M. d. R. Morgen. Miktwoch, 2S. Januar, abends 7 Ahr: Pimkow. Schlosistr. 2 bei Pätzold. Referent: Redakteur Erich Kuttner. ftarlshorst bei Huth, Treskow-Allee 68. Referentin: Minna Todcnhagen. Ntederfchöneweide. Schulaula Berliner Str. ZI. Referentin: Martha Hoppe. Monatskarte« der Berliner Straßenbahnen. Für den Bereich der vormaligen Berliner elektrischen Straßen- bahnen werden am 2S. und 31. Januar und 1. und 2. Februar d. Js. in der Zeit von 8 bis 6 Uhr in den Zeilkarrennebenstellen Hollmann- straße 33 und Wollankstr. IIS an Stelle der bisherigen Monats- karten solche nach dem Muster der vormaligen Großen Berliner Straßenbahn mit Monatswertmarken ausgegeben. Vom Monat März ab werden diese Zweig st elten nickt mehr offen gehalten. Die weiterhin erforderlichen Werrmarkcn sind auf allen Betriebsbahnhöfen der Berliner Straßenbahn, bei der Haupt- ansgabestelle Berlin W. 9, Leipziger Platz 14, und in den durch Aushang in den Wagen bekanntgegebenen Verkaufsstellen(9l Werthein, G. m. b. H., A. Jandorf u. Co.. Kaufhaus des Westens. Warenhaus H. Joseph u. Co.. Neukölln, Berliner Str. 51—55, Warenhaus Wrlh. Stein, N., Chausieestr. 70 71, Bureau deS Vereins junger Käuflerrte, C., Beulhsir. 20) erbätilich. Ferner wird in den Ausgabestellen Hollmannstraße 33 und Pankow, Wollankstr. 115, bei Lösung der Schüler monats- karten für Februar d. FS. jedem Karteninhaber ein Antrags» sormnlar für Erteilung einer Schülerkarte für das Kalender- fahr 1S21 behändigt werden. Diese Anträge müsien bis fpäiestenS 15. Februar d. Js. von den Eltern ausgefertigt, auf einem der Be- triebsbahnhöfe der Straßenbahn oder bei der Haupiausgabestelle, W., Leipziger Platz 14, abgegeben werden. Bei Kindern im Alter von über 14 Jahren muß bei Einreichung des Antrages der Schul- besuch nachgewiesen werden. Die neuen Schülerkarten nebst Wert- marken können vom 25. Februar ab auf dem Betriebsbahnhof, auf dem die Aushändigung gewünscht wird, in Empfang genommen werden. Die weiterhin erforderlichen Wertmarken sind ebenlalls in den oben genannten Ausgabestellen für Wertmarken der MonatS- karten erhältlich. 5ür ISOooo Mark Teppiche, Silbersachen usw. erbeuteten Ein- brecher in der Wohnung einer Frau M., Wrlbelmsaue 13l. Während die Wohnurrgsinhaberin im Sanatorium weilte, öffneten Diebe mit Nachschlüsseln die Räume und stahlen daraus 16 Perserteppiche, ge- zeichneles Tafelsilber, mehrere Porzellangruppen und eine große Anzahl Kleidungsstücke. Der Geiamtlvert der Beute beläuft sich auf 150 000 Mark. Der Tat verdächtig ist ein etwa 50 Jahre alter. großer, glattrasierter Mann, der sich für einen Kaufmann Heidevriem oder auch für einen Rechtsanwalt Bennek auszugeben pflegt. Er be- findet sich gewöhnlich in Begleitung einer Frauensperson, die jetzt neu eingeileidet ist. Belm Zlufspringen verunglückt. Der Unterwachtmeister von de? Schutzpolizei Erich Herrmann versuchte gestern nachmsttag auf der Kreuzung Scharnwebe: straße— Spandauer Weg in Reinickendorf auf einen in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen zu springen. Dabei kam er zu Fall, wurde mitgeschleift und erlitt Verletzungen im Gesicht und am linken Unterschenkel, sowie schwere Quetschungen des linken Fußes. Er fand im Krankenhaujc in der Scharnhorftstraße Ausnahme._ Nette Zuflänöe. Auf der Suche nach Dezirksamksräumen. In der ersten Sitzung der Bezirksversammlung 5(Friedrichs- Hain) gab Genosie Wildegans im Auftrage des B a u a u s» f ch u s s e s Bericht. Der Ausschuh hat Umschau nach geeigneten Lokalitäten für das Bezirksamt gehalten und dabei merkwürdige Entdeckungen gemacht. Im Ostbahnhof wurde festgestellt, daß das dem Eisenbahnfiskus gehörige schöne Ge- bände durch die Benutzung als Lagerhalle in unoerantwort- licher Weise ve-rschandelt und verhunzt wurde. In diesen Lagerhallen liegen große Mengen Lebensmittel, wie Mehl, Hülsenfrüchte usw., die wenig pfleglich behandelt werden und zum Teil verkommen. Die Mieter der Hallen, denen diese billig überlasten sind, fühlen sich hier sehr wohl. Die Zustände sind jedoch derart, daß die Mitglieder der Kommission den Eindruck gewannen, als ob hier eine äußerst günstige Gelegenheit für Schie. b u n g e n mit Lebensmitteln sei. An sich ist der Ostbahnhof durch- ous geeignet, durch entsprechende Um- und Aufbauten für das Be- zirksamt hergerichtet zu werden, doch wird die Auzfühnü'� dieses Projektes noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Durch ein. migen Beschluß wurde der Magistrat ersucht, die eingeleiteten Berhand« lungen wegen Mietung bzw. Erwerbs des Ost bahn. Hofs fortzusetzen. Außerdem wurde er ersucht, unter Mitwirkung von Vertretern des Bezirksamtes eine Untersuchung über die Derhältnisse bei der Lagerung von Leben s.» Mitteln anzustellen. Sehr anrüchige Zustände im wahrsten Sinne des Wortes wurden von der Kommission im Viehhof festgestellt. Hier sind riesige Hallen, die zu dem Spottpreise von 20 M. pro Quadratmeter an Private vermietet sind. In ihnen liegen ungeheure Mengen von Heringen, die in Fäulnis übergehen und weithin die Luft ver- pesten. Bei der Besichtigung des Biehhofes wurden die Komistions- Mitglieder durch das Berhalten des Direktors und seines Vertreters eigenartig berührt. Wenn sie nicht gewußt hallen, daß es sich um städtische Beamte handelt, hätten sie annehmen können, daß diese Herren Sachwalter der privaten Mieter sind, die deren Interessen gegenüber der Stadtverwaltung wahrzunehmen haben. Der Viehhof' kommt für das Bezirksamt nicht- in Betracht, die dort herrschenden foulen Zustände sollen aber, ebenso wie die cnf dem Viehhof, durch den Magistrat unter Mitwirkung von Vertretern der Bezirksversammlung einer strengen Unter- s u ch u n g unterzogen werden. .j____________________-________________ rindenes Körbchen voll, in der Brust die Ruhe des Glücks, c.if den Lippen sein Lächeln. 6. Schemeikka ist erwacht, hat sich das Tuch vom zoe au gerissen— wo bin ich? was ist geschehen?— Da fällt ihm alles ein... Bin ich wieder einmal unvernünftig gewesen? Habe ich wieder eine Torheit begangen? Daraus wird noch ein Krieg entstehen, eine Fehde entbrennen. Eine üble Geschichte. Was will ich mit eines Fremden Weib? Hätte ich sie in Ruhe ge- lassen! Was fange ich nun mit ihr an? Soll ich sie mit nach Hause schleppen— oder zurückschicken? Sie wird sich an mich klammern und heulen und weinen. Wenn sie einsähe, was für sie das Beste ist, bäte sie mich selber, sie ans Land zu rudern. Von dort würde sie sich schon am Ufer entlang heim- finden. Könnte sagen, sie habe nach den Kühen gesucht und sich verirrt, dann erführen sie nichts. Es hat dort niemand ge- sehen, wie wir davongefahren sind. Es hat mich doch keine umarmt wie diese, keine so zu Tode drücken wollen. Sie wußte nichts davon, daß sie früher einen Mann umarmt hat. Ich brächte es auch nicht übers Herz, sie jetzt schon gehen zu lassen. Aber besser wäre es doch, sie kehrte nach Hause zurück. Dort könnten wir uns im Herbst wieder haben und immer, wenn ich vorbei komme. Schemeikka hat sich erhaben und sich auf die Ruderbank gesetzt. Da bemerkt er das Laub, womit das Boot geschmückt isst Solch läppisches Zeug machen sie immer. Wäre wenig- stens zu essen da. Schemeikka ist hungrig, und während des Liegens sind ihm die Glieder abgestorben. Er blickt matt und überdrüssig vor sich und speit sauer in das Boot. Sie hat Feuer angemacht— wozu hat sie denn Feuer an- gemacht? Hier ist doch nichts zu kochen und zu braten. Etwa. damit es die Verfolger sehen? Die konnten einem jeden Augenblick auf den Fersen sein Waren vielleicht schon, wäh- rend er schlief vorbeigefahren und lauerten nun unterhalb der Schnelle. Er stand auf und trat das Feuer aus und schleuderte das angekohlte Holz mit dem Fuß ins Wasser. Ging wieder zu dem Boote, um seinen Eßranzen hervorzuholen, und riß dabei dos Laub vom Rand des Bootes ab. Fand den Ranzen und letzte sich auf einen Stein. In dem Ranzen zeigten sich an Speiseresten ein Brotranft und die Schwanzhälste eines ge- falzenen Fisches. (Forts, folgt.) Schweres Vlut. 20] Roman von Zuhani Ah». Es ist ihr wohl, warm und schön: sie schließt mitunter die Augen, um es besser zu fühlen. Es kommt ihr vor. als bebe sie vor Wärme, außen und innen, zum erstenmal in chrem Leben. Wo mag ich sein? Wie bin ich hierher gekommen?— Aber wo ich auch sein mag, wie es auch ist, wer der dort auch sei— wenn nur nichts mehr von dem ist, was früher war! Und das ist es nicht. Das ist wie losgetrennt, durchgebrochen. ich bin frei... nichts hält mich mehr. Es ist, als könnte nie in der Welt etwas anderes gewesen sein als das rindene Kästchen dort, worin die Fische kochen. die sie für Schemeikka gefangen hat. und diese Insel hier in der Schnelle. Was dort irgendwo ist. das geht sie nichts an. Sie werden wohl auf mich wettern und schmähen. Laß sie schmähen! Ich bin ihnen nichts schuldig. Ich habe ihnen meinen Unterhalt vielfältig bezahlt. Darf ich denn auch einmal auf der Welt neben meinem Liebsten wachen? Warten, daß er erwache? Wenn er sich recht ausschliefe. Wie schön war er auf der Schnelle, groß wie ein Geist an einem nebeligen Abend! Er kam und holte mich, wie durch die Luft brachte er mich hierher. Wohin er mich wohl von hier führen will? Wird er mich noch weiter mit- nehmen oder wird er mich hier lassen? Mag er wn, was er will! Wenn er mich auch hierläßt, wenn er auch wie ein Geist in der Luft zerrinnt! Ich klage nicht, und müßte ich jetzt gleich m die Schnelle springen. Schemeikka bewegte sich in seinem Boot, erwachte nicht. wandte sich nur auf die andere Seite. Aber vielleicht brauche ich gar nicht mebr in die Schnelle? Vielleicht ist es noch gar nicht zu Ende? Fängt vielleicht erst jetzt richtig an. Auf ihn habe ich immer gewartet, der kommen, der mich nehmen so�'te- und er kam sa. nahm mich ja. Wo ich auch bin, hier koche ich ihm jetzt— und wache neben ihm? Hier, in dem ganz Neuen und doch dem Alten so nahe, daß, wenn ich Feuer an jene Fichte legte, sie es dort sähen. Soll ich sie anzünden, damit er käme und die Aus» reißerin holte, seine„Liebste" zurückforderte? Möchte er kommen! möchte er es versuchen!„Sie ist nicht mehr die deine!" würde ihm Schemeikka.zurufen. Sie würden mit- «wand« kämpfe». Da» wäre doch seltsam anzusehen. Marja fühlte eine unbändige Freude in der Brust, als sie es sich vor- stellte. Schemeikka möchte dem armen Wicht nicht das Leben nehmen, er packte ihn nur am Arm und schwenkte den Schlotterbeinigen so, daß er in die Schnelle sauste. Er ginge unter, bald mit dem Rücken, bald mit dem Leibe— zappelte jetzt mit den Armen, jetzt mit den Beinen, an einem Fuß einen Schuh, der andere nackt— holterdipolter die Schnelle hinunter.— Aber laß ihn, was habe ich noch mit ihm zu schaffen... Marja hob das Kästchen mit der fertigen Fischsuppe vom Feuer, deckte es mit einem Zeugstück zu"und schlich on das Boot, wo Schemeikka schlief. Sein Gesicht, über das sie zum Schutz gegen die Mücken ein Leinentuch gebreitet hatte, sah sie nicht, aber sie sah die Brust, die breite, hohe und gewölbte, die sich lei�e hob und senkte: sah die schlanken Glieder— und hätte sie mit der Hand streicheln mögen, wenn sie nicht ge- fürchtet hätte, sie werde seinen Schlaf stören. Sie streichelte sie in Gedanken, von fern, mit eingebildeten Bewegungen. Ob ich nicht noch etwas Gutes für ihn finde, einen Lecker- bissen zu der Suppe, wenn er aufwacht? Sie entfernte sich tiefer in das Innere der Insel. Diese lag mitten in einer Stromschnelle, zwischen zwei gleich stark brausenden Armen. An den Ufern hin standen Birken und Erlen: in der Mitte war sie etwas höher, da lag ein Felsen, auf dem Felsen eine' Moorsenkung, die mit gelben Multbeeren besät war. Zwischen j den Blöcken war weiter unten Himbeergestrüpp. Während � Marja auf der Insel herumstreifte, fand sie auch noch ganz in der Nähe der Feuerstelle einen wilden Iohannisbeerbusch... ..Ob wohl hier je vor uns jemand gewesen ist? Hier hat er mich hergebracht. Wahrscheinlich ist er auch früher hier ge- wefen, da er wußte, daß man hier anlegen kann. Er hat mich an ein bekanntes Plätzchen gebracht! Aber daß er mich mit- genommen hat! Daß er mich mochte! Wer bin ich denn? Ein elternloses, namenloses Bettelmensch, das nur für den Alien, Halbverkrüppelten gut war. Bin ich auch etwas? Er sah mich zum erstenmal, gleich nahm ex mich. Sprach so, lockte so, wurde zornig, als er glaubte, daß mir nichts an ihm liege.! Gehöre ich nun nicht wie einem Königssohn, einem Weitbe- rühmten, dem Prächtigsten in Karelien! In ein mächtiges Gehöft wird er mich führen, mir eine gute Schwiegermutter geben." Während sie in den Beerenbüschen auf der Insel der Stromschnelle, zwischen den Felsen umherstreifte, wo das Tosen bisweilen gar nicht zu hören war, dann wieder wie hinter großen Waldern tönte« pflückte sie nach und nach ihr Neben anderen Prosskten, dk jedoch weniger geeignet find, hat die Kommission auch die alte Webe schule in der Markus- st r q h e besichtigt und diese Räume für das Bezirksamt durchaus geeignet gefunden Dieses Gebäude kann mit verhältnismäßig ge- ringen Mitteln ausgebaut merder. und dem Bezirksamt schon in kurzer Zeit ein vorläufiges Unterkommen bieten. An den Magi» strat wurde das Ersuchen gerichtet, die für den Ausbau der alten Websschule erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Auch hier wurde eine für die alte Stadtverwaltung nickst gerade rühmllche Feststellung gemacht. Die alte Webeschule mit einer nutz- baren Fläche von lgOil Quadratmetern steht seit zwei Iahren leer, während städtische Aemter für teures Geld Privaträume mieten und solche oft nur unter großen Schwierigkeiten auftreiben können. Dieser unglaubliche Zustand findet seine Erklärung in dem mangelhaften Zusammenarbeiten der verschiedenen Verwaltungs- zweige. Die alte Webcschule untersteht der Deputation für die Fach» und Fortbildungsschulen und diese wollte sich das Gebäude, unbe- kümmert um die Raumnot anderer Verwaltungsdeputationen, für etwa später eintretenden Bedarf reservieren! Die Redner der bürgerlichen Fraktion der Bezirksversammlung machten den vergeblichen Versuch, die festgestellte Schlamperei der neuen sozialistischen Siadtrerwaltung in die Schuhe zu schie- ben. Es handelt sich aber um alt« Sünden, denen nun, nachdem sie von den Sozialisten aufgedeckt wurden, energisch zu Leibe ge- gangen werden wird. Milchbelieferung. Am heutige» Dienstag erhalten die'/.-Siter. lrransenlarien keine Milch. Die'/�Liter-Kranicnkarten werden voll be< liescrt.— Am Miltivoch. den LL. Januar und Donnerstag, den 27 Jan»ar erdalten die'/<>!?i>er-Krankenrartsn>lt Liter Frischmilch. Die»/..Liter« Krankenkarten werden nur mit Liter Frischmilch bedient. Die übrige Bel,->eru»g bleibt wie bisher._ Der Wahlkampf auf dm Lanüe. Am Sonniag herrschte regeS Leben in den Landorte». Die Parteileitung deS Bezirks Groß-Berlin hatte eine große Anzahl Versammlungen mit Rednern beschickt, deren Darlegungen von den zahlreich Versammelten mit großem Beifall aufgenommen wurden. S» wird uns».18. aus Teltow berichtet, daß dort die Ver- sammlnng, in welcher Genosse Franz Krüger sprach, einen präch« tigen Beriauf nahm. In der Diskusston sprachen ein Unabhängiger und ein Kommunist. Während die Aussührnngen deS unabhängigen Redners sich in sachlichen Bahnen bewegten und daher von der Versammlung ruhig angehört wurden, gingen die Tiraden deS Kommunisten in dem sponlanen. Gelächter der Teilnehmer unter Der Referent schüttelte diesen Redner in seinem Schlußwort noch gehörig, ab. Einen gleichfalls glänzenden Verlauf nahm eine gut besuchte Versammlung der Sozialdemokratischen Partei in Groß- Beeren. wo Gsnosie Karl W e r m u t h sprach. Hier suchte ein unabhängiger Redner an der Tärigkeit der sozialdemokratischen Landtagsfrallion rm besonderen und der Sozialdemokralischen Partei im allgemeinen Kritik zu üben. Er kam jedoch an die falsche Adresse; der Referent wies dem Kritiker Schlag aus Schlag nach, daß er nicht einmal ge- nuaend informiert war. Der Verlauf der Versammlung verspricht unserer Partei die besten Aussichten. Berliner Adreßbuch 1921. Der Verlag des Berliner Adreß. buches hat den Hauseigentümern und Verwaltern die Hauslisten für den Jahrgang 1921 zur Verteilung an die Haushaltringsvorstände zu» gehen lassen. Es ist dringend geboten, daß die Houshaltungsvor- stände die Listen persönlich ausfüllen, weil nur dadurch die g e n a u e Schreibweise des Namens verbürgt wird, und weil nur. auf diese Weise die Wünsche der Eintragendon(Zusätze zur Berufs- oder Standesbezeichnung, Angabe der Sprechstunden, des Bank- und Postscheckkontos usw.) zuverlässig erfüllt werden können. Auch die- jenigen Gewerbetreibenden, denen eine besondere Clntragungskarte für ihr Gewerbe nickt zugestM ist. mögen auf sorgfältige Ausfüllung der eiiizclnrn Rubriken in der Hausliste achten, oa diese Angaben auch als Grundlage für die Aufnahme im Gewerbenachweis dienen. Die Abholung der Listen beginnt bereits am Mittwoch. 29. Januar, weshalb sofortiges Ausfüllen der List« angezeigt erscheint. Es empfiehlt sich ferner, Vorbestellungen auf das Adreßbuch in die da- für vorgesehene Spalte der Hausliste einzutragen, da mit Schluß des Vorbestelltermins— 31. Januar— der um 20 Mark höhere Laden- preis in Kraft tritt. Zilmsthau. Die«eblingsfrau des Maharadscha llll. Teil). Am v.T..Kurfürsten. d-mnn erlebte der S. Teil dieser zugkräftigen Orientfabel feine Erstauf- sührung. Warum et gerade diesen Titel fiihrl. war aus der Handlung bis zum Schlüsse nickt«rsicklltch. Maharadscha! Gunnar Tolnaes ist der bekannte„Ferscht mit den vielen schönen Kleidern,«leganier Figur und gutem Austreten. Er hat alle Eigenschaften— im Film natürlich— um von den Frauen des Filmorients geliebt und angehimmelt zu»Verden. Sein Bruder, dargestellt von Fritz Äortner(BerbrechemaMr). hätte fein« undankbare Rolle milder» können, wenn er sie nicht zu sehr ins Karikaturistiscke hinübergezogen hätte. Er wirkt oft statt absloncnd— lächerlich. Die Tänzerin. Aich Egcde Nissen, später Gattin de« Mafia. radscka. verkörperte den Typ des Kleinmädchenhasten. Es ist aber kaum anprnehmen, daß solch ein Maharadscha ständig von„kleinen Mädchen"' umgeben ist. sich noch dazu«in« dieses Typ« zur Gattin erkürt,»u«- gesprochen gut war die Sangt« der Erna M o r e n a, die aus irgendeinem Verhängnis nicht dt« Fr« de« Maharadscha werde» konnte. Dafj die letzte Szene durch allzu grese Sentimentalität die gewollte Wirkung nicht er- zielte, war nicht die Schuld Erna MorenaS. Der geschickten Regie Mar Macks sei eS hoch angerechnet, daß Geschmacklosigkeiten, die sich fast in oll«, orientalischen Film«»eigen, vermieden wurden. Ans jeden Fall ein Film, der die große Mass« interessiert und dankbar ausgenommen wurde. — Das vorangehende Lustlpiel mit?eo Peukert„Ein nächtlicher v e b e r f a l l" war wirklich lustig, was man durchau« nicht immer von Ftlml»stspielen behaupten kann. In der Schaubura am Potsdamer Platz gelang« tu dieser Woche «Der Gang in die Nacht', eine LiebeStragödi« in 5 Akten von Karl Maver £1�* sWtOtärt-»- VI.»~1_ f.iv.-.____1-_1____ ß «in zweiter sechsakiiger Film„Der Tummkopf', die wir beide vor einiger Zeit besprochen haben, zur Aufführnng. Außerdem fanden die orientali- schen Tanze v« Ruch und Hilde SNffel sowie der Sketch«Tie neue Firma' lebhasten Beifall. Hroß-Serliner parteinachrichtea. hsnte. Diensiag, den 28. Zanuar: 31.«dt, Achtung«onsumulitaNeder! 7 Uhr Wahl de- ck-milsenschastsmtte, der U. unk f>7. Vcriauf-ncll«, Cchulaula Schönfließer Str. 7. Mitgli-d-Kuch und»mme«arte Icnitimicrt. «.«bt.(«horlotienhetg). gahlavend bei Bohne. Eckiletzhe. Zi>. � Zungsrnialiste»(Srnope«ichtenb-rgl. 7H Uhr hei SchlenkA». Simvlan. stratzc 42, Vortrag Uber„Iunakoziallsten«»h Partei'. Referent Weimonn.— kSrupp« Zempelhef-Rariendorf.) Uhr hei Dufe, Werder, Eck««aiser. Wilhelm-Straß«, Dortrag über„Was ist Demokratie". «abewerl vbcrspree, S.P.D. N-chmittgg W Uhr findet im Luis-nhof. Luisen-, Eck««arlstrahe,«ine Besprechung aller Vertrauensleute und gandi- daten zum Betriebsrat der E.P.D. statt. Mitgliedsbücher der iSewerksckiaft und Partei sind mitzubringen. Es ist Pflicht eines jeden«ollege»,»n«rscheinen. Fortsetzung öer RutzlanS-vebatte. Auf der Tagesordnung der gestrigen Reichstagssitzung stand die Fortsetzung der Aussprache betr. Aufnahme der diplomatischen und wirtschafllichen Beziehungen zu Ruhland. Abg. v. Kemnitz(D. Bp.): Die schlechten Beziehungen zu Ruß. land, von denen Deutschlands ganzes Unglück herrührt, find schon durch die Kündigung des Ruckverlicherungsoertrages verschusdet worden. Aber das Rußland, mit dem man hätte zu- sammengehen müssen, existiert nicht mehr. Die Sühne für die Er- mordung unseres Gesandten ist ein Gebot der nationalen Ehr«. Abg. Gokhein(Dem.): Wir wünschen die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zu Rußland und der Bolschewismus an sich ist hierfür kein Hinderungsgrund. Doch müssen wir unbedingt verlangen, daß die russisch« Regierung sowie Ihr Gesandter sich der Einmischung in innerdeutsche Verhältnisse enthalten. Das Wort des Kollegen C r i s p i e n von der jetzigen chauvinistischen deutschen Politik gegen die Polen muß ich al« unerhört bezeichnen, gerade weil ich die chauvinistische Politik stets bekämpft habe. Abg. Klara Zetkin(Komm.): Wir sind immer für engste Soli- darität mit Sowjetrußland eingetreten. Aber die deutsche Politik steht unter dem Zeichen: E» wird fortgewurstelt. Die unabhängige Sozialdemokratie beging eine schwere Versäumnis, als sie während des polnisch-mssischen Krieges die Massen nicht zur aktiven Solidarität mit Sowjetrußland auszurufen wagte. DoruO konnte die Entente unter Bruch des Friedensvertrages Waffen und Munition durch Deutschland nach Polen schassen. Angeblich fürchtete man einen Krieg mit der Entente, aber wir wollen doch nicht gleich so pazifistische Ohnmachksanfälle bekommen. So stark war der Militarismus der Entente nicht, daß er Deutschland und Rußland zusammen hätte niederzwingen können. Die Unabhängigen haben, das Außenministcrium und die deutschnationale Politik unterstützend, erklärt, sie werden das deutsche Proletariat von den Illusionen über Sowjetrußland be- freien, und sie haben von neuem den Verleumdungen über Rußland Leben eingehaucht.(Zuruf des Abg. Ledebour: Müssen Sie unbedingt- gegen uns polemisieren?) Darüber entscheidet nicht 3hr kleines FrakNoasinkeress«, sondern mein Gewissen. Aus begreiflichen Gründen hat die deutsche Schwerindustrie, zur Verständigung mit der Entente hiilstrebend, die Aufnabme der Beziehungen bis jetzt zu verhindern gewußt. Aber die Notwendig« keit, einerseits Rohstoffe zu erhalten, und andererseits in Ruß- land ein Absatzgebiet für deutfche Produkte zu finden, drängt zur Wiederaufnahme der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Auch die wirtschaftlichen Verhäftmsse Rußlands laden zum Warenaustausch ein. Da» Elend in Kußland ist zwar groß, doch leistet die Regierung zur Abhilfe Riesiges. Nicht die deutschen Kapitalisten werden die Kosten von Versailles einlösen, sondern die deutsche und französische Bourgeoisie werden sie gemeinsam aus dem Volke herauspressen.(Beifall bei den Kam- munisten.) Abg. Breilscheld(11. Soz): Ich stelle siefi. daß die Bürgerlichen in ihrer großen Mehrheit prinzipiell mit unserem Vorschlag«in» verstanden sind. Nur die Deutschnationale Voltspartei sprach sich durchaus ablehnend aus. Di« Deutschnationoteu predigen doch sonst immer eine starke pofttiv« Auslandspolitik. Und jetzt läuft die Rede des Abgeordneten Neuhaus nur aus eine Politik des A b w a r t e ns hinaus. Nach der Rede des Herrn von Kemnitz verstehe ich wieder einmal, daß wir den Krieg verloren haben, wenn ein lolchsr Geist in unserem Auswärtigen Amt« geherrfcht hat. Durch diplomatische Beziehungen wird die Aastecknngsgeflchr des Bolschewismus weder vergrößert noch»erringert. Das jetzio« Elend des russischen Volt« leugnen wir nicht. Srtbst durch die optimistischen Aus. führungen der Kollegin Zetkin klang da« Eingeständnis, daß Rußland zurzeit wirtschaftlich schwer dsrnieder liegt.(Zuruf rechts: Diftmannl) Jawohl, Dittmonn hat völlig zutreffende Be- Wertungen über die russischen Zustände gemacht und Sie(noch rechts) haben sich darüber gefreut, denn das, was Ihnen an Ideen fehlt, nehmen S'e gern von unserer Sei!«. Dittmann hatte da» Recht und die Pflicht,«uch an der Sowjetregierung Kritik zu üben(Unruhe bei den Kommunisten.) Ich beneide die Bolschewisten nicht um solch« Ireunde. die ihnen kritiklos und kniefällig alles nach- beten. Aber das berührt die Frag« der wirtschaftlichen Beziehungen wenig, denn dies« Beziehungen würden die Möglichkeit bieten, in beiden Ländern die Verhältnisse zu bessern. Nach Frau Zetkin gibt es von den Unabhängigen bis zu denDeutschnationalen nur eine reaktionäre Mass«. Erst bei Dr. Leo! fängt der wahre Fortschritt an. Frau Zetkin verlangt von uns dktive Solidar i- t ä t mit Rußland. Dos ist ein« Agitationsphrose. die nur für Volksversammlungen geeignet ist. Di« Kommunisten geben immer dle großen Parolen aus, und wenn kein Mensch ihnen iolgh dann sollen wir schuld seln.(Sehr richtig! bei den Unabhängigen.— Lärm bei d-m Kommunisten.) Die Interessen de» russischen Voltes sind im tiefsten Grunde mit den unsnaen identisch, deshalb wollen wir den Wied-raufbau gemeinsam in Angrisi nehmen und nur so können wir hosten, die Folgen dieses unglücklichen Krieges ollmählich zu verwinden.(Lebhafter Beifall bei den Unabhängigen und Soz.— Zischen rechts.) Nach persönlichen Bemerkungen der Abgeordneten Helfferi (Dnot.), von Kemnitz(D. Vp.), G o t b e i n(Dem i B r« i t s ch e i d(U. Soz.) schließt die Aussprache. Der Jnstizetat. Es folgt die zweit« Beratung des Haushalt, des Reichs- j u sti zm i n i st e r i um«. Di« Aussprache wird verbunden mit einer kommunistischen Interpellation über den Amnestieerlaß. Abg. Remmele(Komm.): Der vmnestioerloß wird derart aus- geführt, daß er ein Skandal für die gesamte Recht- s p r e ch u n g geworden ist. Der Reichstag hat die van uns geforder« Amnestierung aller politischen Verbrecher abgelehnt und bevorzugt also die politischen Verbrecher von rechts. Während Gral A r c o, der den Ministerpräsidenten eines deutschen Bundesstaates, Kurt Ei s n e r, ermordet hat. monatelang auf freiem Fuß blieb und dann zu einer geringen Festungsstrase oerurteist wurde, wurde das erst dadurch ausgelöste Attentat auf Auer sehr streng de» straft und der Attentäter Lindner zu IL Iahren Zuchthaus ver. urteilt. Dos deutsche Gerichtswesen und die deutsche Justiz sind dreckig und schmutzig.(Zuruf rechts: UnerhSrt!— Präsident Bell ruft den Redner zur Ordnung.) Wir haben in dieser Beziehung kein B'att vor den Mund zu nehmen.(Zuruf rechts: Auch keine Scham!) Nein! Auch keine Scham, denn die deutsch« Justiz ist schamlos, und Ihre moralisch« Entrüstung steht auf demselben Vodvn«i« die schamlose Justiz.(Präsident Bell ruft den Redner das zweiiemol zur Ordnung und macht ihn auf die Folgen aus der Geschäftsordnung aufmerksam.) Hauptmann von K e s s e l, der Meineidige, Urkunden» fälscher, Aktendieb und Aufruter zum Morden, wurde amnestiert. Alle die verurteilten Teilnehmer der Konterrevolution werden wieder frei. In Bayern aber schmachten noch Taufend« Gefangene, die aus Anlaß der bayerischen Räterepublik einqekerkert wurden. Di« Verhandlungen Dr. Heims mit den Franzosen sind kein Hochverrat: Hochoerrat wird nur bei der Arbeiterklasse festgestellt.(Beifall bei den Kommunisten und Unabhängigen.)— Dos Haus vertagt sich auf D I e n s t a g 1 Uhr: Anfragen, Bericht de» Gefchäftsordnunosousschusses über die beantragten Verfahr«, aegen die Abgg. Düwell und Erzberger, Klein« Vorlage«, Iustizetat. Schluß 148 Uhr. Morgen, Mittwoch, den 20. Januar: Akt. 3*. Mitglieder, ersammlnnq bei Qipalrft). Shema:„Sopackemokrotie und Lai'.dtagpwalil'. 4. grei,»a. 8«b, 981, 982, 968, 964, 995, 960, 987»ei Baase. Durrierstr. 8: Bezirke 919. 931, 922. 924, 968, 936, 967, 958, 863, 969, 979 bei Rochhaus, StHUemannfll. 39. 39. Abt. 7Z4 Uhr Zahlabend bei«arl.«ickertstr. 99; Röper, Stargarder Strafte 18: Petick, Pappetallee 80; Hanich, Earnien�-olva�tr. a. 31. Abt. Zahlabend in den bekannten Lokalen. 32. Abt. 7 Ubr Eltern oerkarnmliinq, Schulrncka Grelkenhagener Skr. 88. Tagesordnung! 1. Die«eschlocktskrautheiteA und ihr« Bedeutung sttr unsere Kinder. Refereut! Frl. Dr. Benrcke. 2. Verschiedenes. Zahlabend bei Vlefsin, Staraarder Str. 3. 34. Abt. 7 Uhr Zahlabeub bei«akbbach. Slnetapkrch 1; Opitz, Peruaner Strafte 13: Srenlich, Garlenstr. 48. 23. Abt. 7 Uhr, 1. Gruppe: Mülle, vuslitensh. 16; 3. Gruppe: NrUger, Hufsitenstr. 84; 8.«Srupp«:««r>l, Gerichtstr. 19. 36. Abt. 7>,0 Uhr gahiabrnd in ben bekannten Lokale». 27. Abt. 7 Udr gahladend bei Schreib er, Perleberger Str. m. 48. Abt. 7 Uhr gahlabend bei Sachs», Lindower Str. 26; Schade,«Lvlrner Straft- 9: Giebel, Pantftr. 82. 42. Abt. 7 Uhr Zahlabend bei Behrens, Tegeler Str. Mz Lthnehmer, Triststr. 46. 44, gibt. 7 Uhr Zahlabend bei Serfts, Pankstr. 60; Schul, Ehpistirm!»., Ecke �"- 4�«fcL 7 Uhr Zahlaoend IM Post,»«tonieftr. Ifc Iaserr«, Schweb enftr. IIa. 49. Abt. 71b Uhr Zahlabend bei L«i»«,d»u>skl. Srefir. 194; Grunwald, rcruner Str. l»; Taube, MLIerstr. 62a. 46. Abt. kGchwerhorigeagrirppr). 7 Uhr Dersammlun» tn der SlMbftununen- I», Markusllr. 49, Hos 2 Trp. sink-. 57. Abt. lEh«rlMroburg>. hztz Uhr MitgNeberserftnnmlnng»«i Ahrend, Kameruner Str. 19: Taube, MLIerftr. 62». '"4........ Nantftr. 51. Referent: Ruar. 81. Abt. fFriedeua»). Di« Prblipthek beftndet sich jetzt im fteftourant MIHn, Lockerstr 8. BItcherattsaab« lehnt Freitag abend oan 6—8 Uhr durch den Genossen Liidewig.— Parteigenosse», di« verhkndert find, hl« Wühler» li«,«innlsehen, werden gebeten, ibr» Adressen umgehend an den Senoffen vndewig, Bornfir. 18, Surtenhaus, abzugeben. 33. Adt.(Lichterftlbe). VA Uhr ffrauenabenb. Oberrealschule Ring strafte, Eck« vinoenburgdamm. Referent: Fran Scheibenbnber. : 199. Abt. sRndaa). 8 Uhr Aitaliedcrnerfamollun» bei Fenner, Bismarck» j strafte 6». Zieferexten: Alttneie, und Scholz. 192. Abt.«Baamschnlenweg� 714 Uhr Mitgliederprrsammlung bei Srehard, ! Baunrschulenftr. 6. Referent: Jos. Arndt. ««Ittuooesnnen: ttugenogcrm Schure worrnvurgrr srr. z,«orrrag!„umrwrnrz- mus".— Oberschbneweid«: Zugendheim Laufenerstr. 2, B«rtrag:„Jugendfchutz und Zllgeildschutzfarderungen".— Rirten: Jugendheim Schule Putbuscr Straße ly- t, Vortrag:„Spiritismus'.— Schünebeeg: Jugendheim Roben».. Ecke HanPtstrafte, Tiskussionsabend:..MLdSjen und Durschen'.— SAdeut Jugendheim Schule Wilmas!!. 10, Diakussionaabendi �ind wir ein« stampf. Soelck- vortrage, vereine itttö Verfammlungea. Arbeiteesparttartel tzteinickeudnes. Vir etwas;, de» 96. Januar,>H8 Uhr, d» Restaurant Muster, Reinickenoars, Berliner Str. 29: Gsncrgloersammlung.-» Friedenabund der»lriezateilaehmcr. Die für heut«. Dienstog, den 25. Jaunar, 6 Uhr abends, in Keller, FestsÄrn iveißer Saal», Bergsir. 80, angesetzte öffentliche«ersemmluug. in«elcher Dr.»»ldfiein llber„Die BevöllcrungeverNält» Nisse Europas— ein kulturelle» Problem spricht, ftudet erst morgen, Mrtte woch, statu_ Bus aller Welt. bandst raßenmord. I» der So>ntab«idn«tcht ist ö«r Leyrer Fan st mann au» Ottenberg aus dem H«tmwc>« vom Lchrerver»t» in Negersdors, Kreis Lunzlau i» Schlesien, durch Schüsse getötet worden. Sämtliche Wertsachen sowie ein Fahrrad würbe» ihm geraubt Ein Ehepaar ermordet. In Neusttttfti worden die Eheleute Nowatk« mittags w ihr» Wohnung«rmord«!. Motiv»ad Täter sind unbekannt Zwei Mensche« darch«i» Flußzevg griäkct Zu Gar misch ereignete sich beim Abfing ein« Fliegers der Augsburg» Rumple» werke ein schwer» Unglück. Deni Flugzeug mißlang der glatte An» flug von dem schneebedeckten Boden. Ee fuhr in di» Schar der zahl- reichen Z u s ch a u e r und tötete die in Garmifch zu Besuch wellend« Gutsbesitzersgattin Zenste und den Hauomeifter Wilhelm Dorn. Schwer verletzt wurde ein Üj ähriger Knabe, leichter verletzt 12 andere Kinder. Das Flugzeug wurde schw«r beschädigt Räch Feststellungen der Gerichtskommission trifft den Flieger kein Verschuld«. Ermordung einer ganzen Familie. In Klütz an der Osts« wurde die Familie Dihring, Mann, Frau und Tochter, ermordet Es liegt Raubmord vor. Die DiHrings hatten die Filiale einer mecklenburgischen Bant Inventur-Ausverkauf Aus den großen Vorräten unseres Neservewgers haben wir unsere Läden nochmals in umfang- reicher Weife gefüllt. Oie Auswahl ist eine so bedeutende und die preise sind so fabelhaft billig, daß eine günstigere Gelegenheit zum Kauf von guten Schuhwaren nicht so bald wiederlehrt Llnfere Schaufenster zeigen klar und deutlich, wie billig wir find! ü kz Winter-Artikel und Damen« Tanzschuhe Extra billig Rest-Bestände und Gelegenheitsposten Extra billig iiiiniiMiiiiiiii 5n(»lßt eine» Txvloswn.unallicke,«» IonilZr vrrstarben in Ausübung ihre, M'-ed ümco Scgedain >aQi Küche SÄiM Jakob Walter Wir bebourrn«ulrichiig bm Heimgmia der so sZi> au, bcm Leben Geschiedenen und«erben ihr Anbenien in Gyren Holten. Deutsche Werke Akticngeseüschaft Werk Spandan. Abt. Marcbinentabrlk Die Direktion. 1 Spezialarzt Dr. med. Coleman' Friedricbatr. 91 92, II(Ecke Dorotbeenstrafte) 1 Haut., Harn- und 0.ictilcchtsleldcn, Sex. 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SS ----- breit.(Ute Qualität, das AA I« Nur elneVerkBufutellc Bcer�ohnea Wur Chausseestrafle 29-30 Nur Berliner Adreßbuch 1921 Die Auslieferung der Hauslisten für das Jahr i92i an die Hauseigentümer oder Verwalter zur Weitergade an die KaushaltungsvorstSude hat bereits de« gönnen. Die verehrlichen Aaushaltungsvorstänbe werden gebeten, die Haust isten für 1.921 genau und leserlich auszufüllen und fie fo schnell wie möglich der Hausverwaltmz zurückzugeben. Von dort werden sie abgeholt. Gewerbetreibende, denen eine besondere(kintragungslarte nicht übermittelt wurde, bitten wir, die Rubriken in der Hausliste genau auszufüllen, weil diese Angabm auch für die Aufnahme im Gewerbenachweis benutzt werden. Saushaltungsvorstände, die keine Dste erhalten haben, bitten wir, bel dm Hauseigentümern und Verwaltern danach zu fragen oder ihre Angaben ohne Verzug direkt an uns zu senden. Dle Abholung beginnt Mittwoch, den 26.Zanuar Da die Dewohner Äerlins dos größte Interesse haben, ein vollständiges und zuverlässiges Adreßbuch zu besitzen, bitten wir, die Hauslisien rechtzeitig auszufüllen. Vorbestellung: Wer das Adreßbuch zum Vorbesiellpreife erwerben will, muß dies in der hierfür bestimmten Spalte der Hausliste vermerken. Nach dem Ai.Zanuar ttitt der um ÄUt).-- höhere �Ladenpreis in Kraft. August Scherl Oeuffche Adreßbuch« Gefellschast m. b. H. Verlin 62863, Ztmmerflraße Sß—ii 12000 Slrauß- ledern aa verkaufen, ca. V, Meter lana, stück 1 M-, 2 M., 3 m., i MV; ca.'/, Meter lang S M., 10 M- IS M.. 25 M. Muster Nachnahme. gegen Hesse, Dresden, Scheffclstraße. MStflü©■ton, Grün er Weg 80 zahlt Tagespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zink etc. Soden MW srj'.tltn Cit durch die lieber- raom« meinet Vertrrlung bjm. Sertnnf meiner neu elnpefübrt UWl«'.WMlilvllskll Sebet Raucher und bafüt in ?rctge kämmende Seschöste Und Bdnebmer. 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Kiper Sonntag nachm.:„Sie" Berliner Theater t/ufiUHt; Die spanische Nachtigall Operette von Leo Fall mit PritziMassary Hans Waasmann, Ernm/ Sturm, Julius Brandt, RelnholdPaacb, Olga Enrl Stg. 3 Uhr: Der letzte Walzer, CentraJ-Theatei Alte Jahobstr. 30 V/y. Frau Bärbel(Operette) Oeutaehe. Opemhana 7 uhr: Oberon Prledr.-TViUielmat.Th »as uhr; Bobelt die Tänzerin ULI. HchaaMplelhautt TVjUhr: Reigen Komlache Oper Vau.: Baroneßchen Sarah linstspleiliAua T*/« Uhr: Arnoiii Rieck in Die schwebende Jiingfrau iHetropol-Tlieater u.: Holland Weibchen Weaea Operettentheat. v/au: Yu-Shi tanzt Kcuea Volkathcatttr 7Vj Uhr: BeantnarrbaisiLSonnBiifels HcUUler-Theat.CItarl, 7 uhr: Don Carlos VhallH-Theater »AUhr: Mascottchen Tli.sai\ ollen du rfplata v uhr; Wenn Liebe erwaebt Stg. 3'A; 3 alte Schachteln Theater de» Weatena u'f Derersten Liebe ooldieit Freitag zum ersten Male; üUehxvalbenhovhzelt Tb.l.d.Kommandan tm.itr. 7-A U- Der verjüngte Ädolar WallBer-Theater uv! Der Geiger von Lugano Besldenz- Thealer Täglich TU Uhr: Irady Winder» meres Fächer Anstidt, Sandrock, Toclle. knrft, Pool Otto, Mamelok Trianon-Theater 5 Das Wundermittel von Ludwig Fulda Käthe Haack, Julius Falken- stein, Paul Morgan, Kurt von Mtllendorfl, Luise Werck- Meister. Alfred Hanse Mittwoch 4 Uhr, k leine Preise; Hlruwolpetfr Admirals?alast v>2 Die roten Schabe Mcg, mj» FMrt z»«. MMda Volksbühne Theater am Blilowplatz. 7 uhr: Wallensleins Tod Lesslng-Theater 7'/, uhr. Flamme (Dorsch. Hartmann, Klein- Kogge, PröckL) Mittwoch 7 Uhr; Peer Cynt Donnerstag TU: Flamme Freitag 7 Uhr: Neueinstudiert Ein idealer Gatte Sonnabend und Sonntag 7"2; Kln Idealer Gatte Oeutsüiies Künstler-Tiieater Allabendlich T/t Uhr: DieScheidnngsreise mit Max Adalbert und Trude Hesterberg Sonnabend 3 Uhr: voÄ: Fitziifltz Kleines Theater Unter den Linden 44. Täglich 8 Uhr: CananoTaa Mohn Lustspiel von Rudolf Lothar. Eugen Burg, Marg. Chris, lans. Hans Albera, Hclor. Schroth. Morgen u. folg. Tage 8 Uhr: Casanovas Sohn Rose-Theater v/su- Johannisfener Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl."/,8 Trotz des grollen Erfolges Nur noch kurze Zeit D. Schlager aller Volksstücke Der Fehltritt einer Frau Sonniao 3'/� Eine fidele Ehe. Polles Caprice Am Oranienburger Tor Täglich Vrf Uhr: Pfeffer und Salz Der schlaue Theophil Der Doppelgänger Telephon: Norden 8650 Dir. James Klein I 71/j Ifiin nnotl 7V. 1 7 Tage m» i Leo Peukert I FILM mit dem fttblihum und die Qbrigeh i Januar-Sensationen| Sonnt, ä'/ajed. Erw. 1 Kind frei KSnigstadt-Theater Bahnhof Jannowltzbriicke Tägl, 7J0 Qala*Sfinger Im Ballaaal TANZ Schall und Ranch im 0 roten Schauspielhaus Dir. Hana v. Wolzogen. Telephon: Norden 8643. Konz.71/, U, Beginn 8'/, U. Oussy Holl. Paul Qraetz, Joachim Ringelnalz, Wolf Kfliantj, Gregor Ratoff, Josepha Bursteea, Annemarie Hase.C.K.Roelllnghoff Conf. Richard RIIlo. Am Flüg. MlschaSpolianski. Kapelle Leonldoff. Komödien Haus Sonnabend, den 29. Jannar,'/28 Uhr; Zum 100a Male Die Sache mit Lola Schwank von Rudolf Bernauer und Rudolph Schauzer mit Max Pallenberg �oscfine Dora a. G., Ortrud Wagner, Hermann Picha, Leonhard Haskel, Heinz Stieda, Herbert Kiper, Charlotte Ander. ITägl. 7", Mittwoch auch 1 3 D. nachmittags Das Märchenspiel Oretls| Traum.— H, Stosch- SarrasanlsZirk.-Prog. P H 1 L H A R M Ö N I E Sinfonie-Konzert des Phllharm. Orchester» Dirig Prof. R, Hagel unt gcf. Mitwirkung von Frau Prof. G. Chop-GroenevElt Ero ka Slnf.— Beelh.; Klav.- Konz. A-dür— Liszt. Anfang 8 Uhr. Eintritt 3 M. Kupfer Messing, Zinn nsw, QnecksilbEr, ZabngEblssE, Platin-, Gold-, SilbEFhruch, kauft Brannenstr. tt Beasseistr. 29 Fennstr. 48 Veidenweg 72. BleiUeZimt Altmetalle kauft zu höh. Pteisen Zinnschmelze Prlnzess.-Str.l7. Mnl 14620 Leste Woche Ballett Charell sowie der gro Be Varete-Splelplan Rauchen gestattet I Concorilia-Paliist-Tlieater 64 Anbreasstraße 64. 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KL 60;000:— Talonst.-Res.-KT. 139000'— Steuerriickl.-Kto, 800000:— Sich.-Hypoth.-Kt. 6000,— Div denden-Kfo.. 23010— Oblig.-Anl.-Kto.. 35000001— Obl.-Ani-Zins.-K. 48334150 Konto-Korr.-Kto. 14841057,54 Reingewinn.... 6l34r'5''43 139664979�0 Gewinn- u.Verl.-Recbnung, Ji 860000 2400000 I 1 1 1 1 1 137366 10941471:77 15995168 66 5615803:30 172830 80 3542333- 27 >9 664 979 80 AufKiarenoesBucii m. 50 Bildern über unsere hillebring.Methodebei RückgratverkrDmm� hoherSchulteru Hüfte (keine Berufsstörung) zu bez. gegen Einsendung von 3 Mark von Franz Menzel, Berlin W. 7, Magdeburger Str. 25. Für Buchrück- vahe 2 Mnrk zurück. Anzöge nach Maß v. M. 600 garantiert reinwollene Stoffe, mit Anprobe auf prima Roßhaar und Leinwand gearbeitet, liefert die WirtschaftsgenossenschaftBerl.Schneidermelster Fritz Stnlgies, GriinstraSe 23 am SpittelmatkL(Fernspr, Zentrum 3336) Paul Wiedenböft, RiUaße 124 am Oranienplatz.(Fernspr. MoritzpL 7845) Karl Deisler. LanijsbErgerStr.ll am Landsb. Platz.(Fernspr. 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MorltS Rosenthal Wäschefabrik Sttalauer Straße 44/45. 44® Teilnahme an der Bekämpfung der Märzunruhen nach Berlin ge» schickt und in der Andreasschule untergebracht. Nach seiner Be- hauptung�hatte er den Befehl erhalten, mit seinen Leuten die Lange Straße abzusperren. Am 12. März schritt er die Straße unter dem wiederholten Rufe:„Straße frei!"„Fenster zu!" auf und ab und soll nach der Behauptung einer Reihe von Belostungs- zeugen blindwütend auf einige Personen, die in der Straße sich aufhielten oder an den Fenstern ihrer Wohnung sich zeigten, g e- schössen und grundlos sechs Personen, darunter eine Zwölf. jährige Schülerin, erschossen haben. Vor drei Monaten gelang es dem Verteidiger, die Außerver- folgungssetzung des Angeklagten von der Anklage des Mordes in 4 Fällen zu erreichen, dagegen blieb die Anklage wegen Tötung des 72jährigen Fliesenlegers Karl Becker und der 12jährigen Schülerin Slovek bestehen. Gegen den Angeklagten und sein Verhatten am 12. März brachten eine Reihe Zeugen, namentlich auch Anverwandte der Er- schosienen, schwere Beschuldigungen vor, indem sie mit mehr oder weniger Bestimmtheit in Markus den Soldaten wieder- zuerkennen vermeinten, dem die tödlichen Schüsse zur Last zu legen seien. R.-A. Dr. A r o n führte nach Beendigung der um- fangreichen Beweisaufnahme u. a. aus: Die Handlungsweise des Angeklagten sei nur unter dem höheren Gesichtspunkte der Staate- « r h a l t u n g oder der Staatszerstörung zu betrachten. Wenn die Geschworenen ein Urteil gegen den Angeklagten fällen wollten, dann müßten sie sich vor Augen hallen, daß es sich damals darum handelte, die damalige Regierung einer gewalttätigen Minderheit auszuliefern. R.-A. Dr. Aron beantragte die Freisprechung sowohl von der Hauptanklage als auch von der nebensächlichen Anklage des Betruges und der Unterschlagung. In diesen Fällen handelte es sich darum, daß er einen ihm über- lassenen Dien st mantel nicht zurückgegeben hatte und nach seiner Entlassung unter dem Vorgeben, er sei Quartiermacher für' seine Schwadron, einen Gutsbesitzer in Staffelde, bei dem er früher in Quartier gelegen, aufgesucht und von dort ein Rad und einen Rucksack mitgenommen hatte. Die Geschworenen verneinten die Schuldfragen bezüglich der Tötung und gaben ihren Wahr- spruch nur auf schuldig der Unterschlagung ab. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu 5 Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Der An- geklagte wurde nach 20 Monate dauernder Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt._ Der öeutsche Pastor. Kürzlich fand vor dem Schöffengericht in Königsberg N.-M. die Verhandlung geoen den wegen Landesverrat angeklagten Ge- nosien Ratsherrn Köhler und«inen weiteren wegen schwerer und leichter Körperverletzung sowie wegen Sachbefchädigung angeklagten Genossen statt. Der Grund der Anklage war folgender: Am 21. Mai v. I. hielt die Deut'ckmational« Voltspartei in Königsberg N.-M. ein« Öffentliche Volksversammlung ab. Der Refe- rent des Abends, chochebrwürden Pastor Koch, Stadtverordneter in Berlin, hielt eine Hetzrede, in der die Regierunpsmänner als V« r< b recher und sonstige verobscheuenswürdiqe Subjekt« hingestellt wurden und besonders di« Arbeiterschaft als ein« vater. iandslose Clique beschimpft wurde. Durch diese Beschimpiun- aen gröbster Art gereizt, entstand ein heftiger Tumust in der Ver- sammlung. Der 2. Vorsitzende der Deutschen Vo/kspartei, der neben unserem Genossen Köhler saß, bat dielen, da er doch den größten Einstuß auf die Büraerschast habe, für Ruh« zu sorgen. Köhler bat zur Beruhigung der Anwesenden um das Wort, was ihm vom Leiter der Versammlung auch gestattet, jedoch vom Referenten abgs- lebnt wurde. Auf die nochmalig« höfliche Anfrag« des Genossen Köbler, snrechen zu dürfen, erwidert« ihm der Referent, von ver» brechern laste er sich nicht unterbrechen. Diese Wort« teilte Köhler der Versammlung mit. Durch Zwifchenrufe des Pastors Koch aufs neue gereizt, drängten 30— 40 Personen vor das Podium, und bei dem nun entstehenden Tumult wurden verschiedene Personen schwer verlebt; ein Arbeiter erhielt einen Messer st ich in den Kopf. Bei der Gerichtsverdandltmg konnte man seitens der Deutsch- nationalen die sonderbarsten Aeußerunaen boren. So wußte d«r leiter der Versamm'ung, Seminardirektor Beißenhirtz, mit Bestimmtheit, daß der Redner des Abends von Ver- brechern unter der Regierung und den Arbeiterführern nicht ge- svrochen hatte. Dogegen saat« ein anderer Zeuge, Studienrat Prof. M e w s, unter Eid aus. daß fragliche Aeußerung gefallen sei. Herr Koch selbst b« st r i t t selbstverständlich die ihm zur Lost ge'eyten Be- merkungen, vielmehr bab« er nur l!) gesagt, die derzeitige Regierung sei durch Verbrechen. Eidbruch, Verfassungsbruch und Betrug an ihre Stelle gelangt, einer solchen Regierung sei er keinen Gehorlam schuldig, und er werde auch wester diese Behauptungen aufstellen. Ein« Reib« von Angehörigen der Deutschen Dolkspartei machte Ausführungen, die«in« glatte Rechtferti- g u n g für die A n a e k l a g t e n enthielten. Trobdem hielt der Vertreter dor Anklage diese aufrecht und beantraote Bestrafung des Ge- nosfen Köhler. Er beantragte hierauf aeaen Köb'er ein« Geldstrafe von 500 M., gegen den anderen Angeklaaten 2 Monate und 13 Tage Gefängnis. Die Verteidiger wie>'en auf die zahllosen Wider- spräche in den Aussagen der deutschnationalen Zeua-n hin und beantragten Freisvrechung. Das Urteil gegen Köbler lautete auf 300 M. Geldstrafe, gegen den Mitangeklagten aus SO M. Geld- strafe. Dieser Fall erinnert stark an die M I l i t ä r s u st i z. die mcht den Offizier bestraft«, der einen Soldaten mißhandelt hatte, son- dern die oeaen den beschwerdeführenden Soldaten eine schwere Strafe verhänate. Wer war nun in diesem Biwh Kläger, wer Angeklagter? Es gibt noch Richter in Königsberg!... Preußen und die öeamtenräte. Cos Preußstche Sioatsministerium hak sich noch der„Cena" in seiner Mvnloossitzung mit der Frage der Beamtenräte befaßt. Die Ansicht des Staatsministeriums aeht dahin, daß nnbedinat daran festgehalten werden muß. daß bei den einzelnen Behörden Beamtenvertretnngen mit Befugniflen geschaffen werden, die etwa den Bestimmungen des vom Beichsministerium de» Innern dem R e i ch» r a t vorgelegten Gesehentwurses betr. Beamlenräte entsprechen. Die Frage, ob neben diesen Beamtenvertretungen noch besondere zentrale Beamtenvertretungen für den Umfang dos Reich» und der Länder geschaffen werden sollen, wird ebenso wie die Einzelheiten der Bestimmungen des Entwurfs bei der Durch» beratung des Reichsgefehentwurfes zu erörtern sein. Senakorwahl in Lübeck. Die Bürgerschaft wählte gestern den sozialdemokratischen Redakteur Otto Friedrich an Stelle des aus dem Senat geschiedenen Bürgermnsters Dr. Fehling mit 114 gegen 34 St mmen. die auf den bürgerlichen Kandidaten Oberbau- rat Hase fielen, zum Hauptamtlichen Senator. Mer weiß etwas??n der„Roten Fahne" werden die kommu» nistischen Landtagskandidaten B l i n s n e r und Wals aufgefordert, ihre Adressen sofort dem Sekretariat telephonisch zu übermitteln, andernfalls sie als Landtagskandidaten gestrichen werden. Die Notiz wirft ein nettes Licht auf die inninen Beziehungen zwischen Partei und Kandidaten in der K P.D. Wenn diese sich über die polltische Vergangenheit ihrer Kandidaten ebenso gut informiert wie über ihre Adresie, so kann ste später im Landtag hübsche Er- sahrungen machen. Der Streit um die Vismarck-Erinnernngen. Wie der„Dena" aus Stuttgart gedrahtet wird, soll in den Verhandlungen des Cotta- schen Verlage? mit den Bismarckschen Erben nunmehr eine Wen- düng tm Sinne einer bevorstehenden Einigung eingetreten sein. Wie verlautet, soll der dritte Band der Bismarckschen Erinnerungen bereit» Mitte M a i zur Ausgabe gelangen. Landtagswahlen in Lippe-Detmold. Bei den Landtagswahlen in Lippe-Delmold. die am Sonntag stattfanden, erhielten die Sozialdemokraten 2 öS SS(23 203), die Unabhängigen 2277(6735). die Kommunisten 3565(—) Stimmen. Für die Demokralen wurden 3450(8657), für die Deutsche Volkspartei 15 832(14 337), für die Deukschnakionalen 18 336(18 001) und für die Liste der Christlichen Gewerkschaften 4361 (—) Zettel abgegeben. Die eingeklammerten Ziffern enthalten das Ergebnis bei dem Reichstagswahlen. An Mandaten werden die Sozialdemokraten 8. die Unabhängigen 0. die Kommunisten 1, die Demokraten 2. die Volksparteiler 4, die Deutschnationaien 5 und die Christlichen Gewerkschaftler 1 erhalten. Ueber die Regierungsbildung ist zurzeit noch nichts bekannt. Der Stimmenzuwachs unserer Genossen um dreitausend Stimmen ist ein erfreulicher Beweis dafür, daß es für die Sozialdemokratie auch in Lippe-Detmold auf» wärts geht. Die Unabhängigen aber erlitten einen Verlust von mehr als 4500 Stimmen. Ein Mandat steht noch aus, bis die Ergebnisie der brief- lichen Mahl, die zum erstenmal in Deutschland durch Lippe ein- geführt ist, morgen bekanntgegeben werden. furchtbares Grubenunglück. Oetsnih. 24. Januar.(TU.) Auf dem F�iedensschacht der Gewerkschaft Deutschland wurden heute vormittag durch schlagende Wetter 38 Bergleute getötet, während 21 schwerverletzt ge- borgen werden konnten. Die weitere Belegschaft konnte gerettet werden. Die Arbeiten aus der ganzen Schachtanlage sind zunächst eingestellt worden. Kriegsgewinnler als Rittergutsbesitzer. Folgender Fall wird uns mitgeteilt: Im August 1919 kaufte ein ehemaliger Angestellter von Wert- heim namens Ahrendt das Rittergut Ä i e n o w im Kreise Kolberg. A. hatte im Kriege mit einem Sozius eine Fabrik zur Herstellung flüssiger Lust betrieben, seine Gewinne gingen in die Millionen, während das Anlagekapital nur wenige Tausend Mark betragen haben soll. Die erste Aufgabe als Rittergutbesitzer ersah der neue Landwirt darin, daß er sich das ebenfalls erworbene alte Adels- schloß in Sternin mit allem Komfort der Neuzeit ausbauen ließ. Dos Rittergut Kienow mußte fast täglich alle Gespanne für die Anfuhr der Baumaterialien zum Umbau des Schlosses in Sternin stellen. Die wiederholten Einsprüche des Gutsverwalters und der Arbeiter von Kienow beantwortete der Gutsherr mit der Zurechtweisung„ich bin der Herr und kann mit meinem Gute machen, was ich will", ümsolge der Verwendung der Gespanne zu Baufuhren für das Schloß konnte der Jnspektbr nur 30 Morgen Roggen au Stelle von 400 Morgen bestellen. 50 Morgen Weizen, die ebenfalls durch Gespannmangel nur oberflächlich bestellt werden konnten, ergaben einen Ertrag von genau 24 Zentnern. Durch die Inanspruchnahme der Gespann» zu Baufuhren tonnten auch für die Frühjahrebestellung im Herbst keine Arbeiten gemacht werden. Der Schlohherr von Sternin und Gutsherr von Kienow ließ sich fein Schloß mit allem Luxus ausstatten. Es arbeiteten daran gegen 30 Maurer und sonstige Handwerker vom August 1313 bis Juli 1320. Die Kosten sollen sich auf zirka 1 Million Mark belaufen. Im Gegensatz hierzu bewohnt der verheiratete Beamte in Kienow eine Wohnung im S t a l l g e b ä u d e. die ungesund und klein ist. Die Arbeiterwohnungen sind zum Teil schlechter als in Ruß- land. Für„seine Leute" hatte der„Gutsherr" kein Geld mehr, um ihnen menschenwürdige Wohnungen zu schaffen. Ja, im Frühjahr hatte er nicht einmal soviel Gew. um den erforderlichen künstlichen Dünger zu taufen, denn er ist wohl der Ansicht, daß das Getreide ohne ihn ebenso gut wächst. Aber ein Trost: Herr Ahrendt ist ein sehr frommer Mann, der täglich Gebetübungen anstellt. Wer nicht mitbetet, wird sehr bald entlassen. Freilich: würden nämlich alle Güter im Besitz von solchen frommen Buchstabenchristen sein, dann müßte das deutsche Volk sehr schnell verhungern. Völkerbund gegen Volksbetrug! Kowno, 24. Januar. Die Litauische Telegraohen-Agentur meldet: Der Vorsitzende de? Völkerbundskommission, Oberst Chardigny. gab dem litauischen Außenminister die offizielle Erklärung, daß der Völkerbund der polnischen Regierung einen P r o t e st gegen die Einberufung der„Wilnaer Nationalversammlung" übersandt und die E i n st e l l u n g der Sejmwahlen verlangt habe. Chardigny ver- sicherte, daß die WUnaer Versammlung nicht zusammentreten werde. Es handelt sich um eine„Volksvertretung", die dem Eroberer Zeligowski den Stifel küssen und— entsprechend ihrer Zusammensetzung—„freiwillig" den Anschluß an Polen proklamieren soll. Tokio, 24. Januar.(MTB.) In seiner letzten Rede hat sich der Minister des Aeußeren Graf U ch i d a folgendermaßen geäußert: Wenn wir zurzeit die Hoffnung auf Rußland aufgeben müssen, das sich noch in chaotischen Verhältn ssen befindet, so ist ernstlich zu hoffen, daß Deutschland, da seine Willigkeit zur Erfüllung der internationalen Verpflichtungen, insbesondere der im Friedens- vertrag enthaltenen, allgemein anerkannt wird, binnen kurzem in den Völkerbund aufgenommen werden kann. Zum Rbsiimmungsergebnis von Livorno. Ueber das endgültige Abstimmungsergebnis auf dem italienischen Parteitag zu Livorno, das bekanntlich zur Spal- tung zwischen„reinen" Kommunisten auf der einen und„ge- mäßigten" Kommunisten sowie dem Turatiflügel auf der ande- ren Seite führte, sei noch folgendes nachgetragen: Die gemäßigten Kommunisten unter Führung von S e r r a t i und d'Arragona siegten bekanntlich mit l)3 028 Stimmen gegen 58 783, die den reinen Kommunisten (Graziadei-Bombacci-Misiano) und 14 690, die den„Konzentrationisten"(Turati-Treves) zufielen. Es gab 981 Stimmenenthaltungen. Ebenso wie in Frankreich fand bereits während des Parteitages und erst recht nach der Spaltung eine Annäherung zwischen dem Ser- rati-Flügel, der etwa der Richtung Longuet gleich- kommt, und dem Turati-Flügel, der. soweit die Stellungnahme zum Bolschewismus in Betracht kommt, der Richtung Renaudel-Blum entspricht, statt. Zur Beurteilung der Stimmung im italienischen Prole- tariat je nach der geographischen Lage ist es interessant fest» zustellen, daß die reinen Kommunisten das Uebergewicht nur allein in der Lombardei besitzen, und zwar nur ein sehr geringes Uebergewicht gegenüber den Serratinancrn: 17 799 gegen 16 126, sowie 1863 für Turati bei 981 Stimmcnent- Haltungen. In P i e m o n t und in L i g u r i c n, d. h. in der Gegend von Turin und Genua, hatte wiederum die Serrati-Richtung«m kleines Uebergewicht: 20272 gegen 15 813 für die„Reinen" und nur 853 für den rechten Flügel. In Emilien(Mittel-Jtalien) war die Serrati-Mehrhett noch deutlicher: 20 720 gegen 11 010. In dieser Gegend zählt Turati seine meisten Anhänger(7128). In der Toskana, A e n e t i e n und in L a t i u m(Rom) ist ebenfalls ein starkes Uebergewicht der„Gemäßigten" festzustellen: 27 528 gegen 17 229 und 2023 für den rechten Flügel. Schließlich in S ü d- Italien oerfügen die„Reinen" über eine starke Minder- heit: 6772 gegen 10 311 und 2838 für die„Konzentrationisten" Was die einzelnen italienischen Großstädte anbelangt, so , hat M a i l a n d eine deutliche Mehrheit von über 2300 Stim- men für Serrati gegen die extremen Kommunisten ergeben, ebenso Rom und Genua. In Bologna halten sich die beiden Richtungen fast genau in der Wagschale, in M a n t u a verfügen die Moskauer über eine geringe Mehrheit, ebenfalls in Äenedig, in Florenz und vor allem in Turin. Das Scbwergewicht des italienischen Kommunismus hat sich seit der Rechtsschwenkung des„Avanti", bzw. dessen Chsiredak- teur Serrati auf Turin verlegt, wo jetzt die hauptsächliche Tageszeitung der italienischen Kommunisten„Adine Nuovo" erscheint. Der nicdcrgebrülltc Paul Levi. Wir erzählten bereits, daß die unabhängigen Delegierten D i t t m a n n und Rosenfeld in Livorno zwar erschienen waren, daß ihnen jedoch das Wort verweigert wurde. Aus den Be- richten der italienischen Blätter geht aber hervor, daß auch P a u t Levi beinahe dasselbe Mißgeschick widerfahren wäre. Als der Vorsitzende feine Anwesenheit mitteilte und ihm das Wort geben wollte, erhob sich ein ungeheurer Lärm. Der Vorsitzende hatte alle Mühe, den mißtrauischen Kongreßteilnehmern beizubrin- gen, daß Levi kein„Sozialverräter", sondern ein Kommunist sei. Aber die Kongressisten, die wohl seinen Namen niemals ge- hört hatten, glaubten es ihm nicht gleich, und es dauerte eme gute Weile, ehe der Vertreter der V.K.P.D. sich Gehör verschaffen konnte.... Lenins fünfzig Millionen. Der kommunistische Abgeordnete Düwelk hat an die Reichs» regierung folgende Anfrage gerichtet: Der Reichstagsabgeordnete Eduard Bernstein hat im„Dar» wärts" erklärt, Beweise dafür zu besitzen, daß die deutsche Reichs- regierung während des letzten Krieges die russischen Politiker Lenin, Trotzki und andere mit etwa 50 Millionen Marl unterstützt oder doch ihre Unterstt'itzung durch die deutschen Militärbehörden zugelassen habe. Ist der R e I ch s r e g i e» r ü n g diese Behauptung des Abgeordneten Bernstein bekannt? Was gedenkt die Reichsregierung zu tun, um durch Nachprüfung der Angaben des Abaeordneten Bernstein Licht in die von ihm bs» hauptete Korruptionsaffär« zu bringen? Eine russische Profestnote an Polen behandelt die standrechtlich« Hinrichtung von neun Rotgardisten deutscher Staatsangehörigkeit. Deutsch als Gerichbfprache in Elsaß-Lothringen zugelassen. Aus Antrag dos Eonseil Consnltati verfügte der Generalkommissar, daß in Zukunft die Plaidoyers der Anwälte außer in französischer Sprache auch in Hochdeutsch bzw. E l s ä s s e r° Deutsch geführt werden können, wenn die Beklagten es verlangen. Der Reichsverband der Deutschen Presse. Bezirksverband Ber- lin, veranstaltete am Sonntag aus Anlaß des lOjöhrigen Bestehens des Verbandes im Vollsitzungssaale des Reichstages eine Festsitzung. Der Reichsminister des Äeußern Dr. Simons und Chefredakteur Georg Bernhard' hielten die Festreden. Die Sozialdemokratie ist die Partei, die auf dem Baden der demokratischen Re- publik eine sozialistisch überzeugte Volks Mehrheit sammeln will, um mit ihrer Hilfe den Umbau der kapitalistischen Wirtschasts- ordnung zur sozialistischen herbeizuführen. Sie vertritt die Interessen aller mit Hirn und Hand schaffenden Menschen gegen die Interessen des Mammons, sie kämpft für eine neue Weltanschauung der brüderlichen Solidarität gegen den Egoismus der Nationen und Klasien. Das Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei ist bot „vorwärts". In ihrem Sinne wirkt er unermüdlich fiir die politische Aufklärung des arbeitenden Volkes, kämpft er für Volksfreiheit gegen die Wiederkehr des alten Herrentums, für Einigkeit gegen Zersplitterung und Spaltung. Wer da eingesehen hat, daß die Zer- splitterung das größte Unglück für die Arbetterbenegung ist, der muß fest zur Sozialdemokratie und zum„Vorwärts" stehen! Der„Vorwärts" unterrichtet sein« Leser und Leserinnen mindestens ebenso schnell und umfassend wie irgendein großes vür- gerlich-kapitalistisches Blatt über alle Ereignisse. Die illustrierte Beilage .Volk und Zeit" ergänzt die Berichterstattung durch lebendige Anschauung. Sorg- fältig ausgewählte Romane und eine neu eingeführte Textbcilage .Heimwelt" erweitern den reichhaltigen llnterhattungsstoff. Der„Vorwärts" ist und will sein das Dlatt der geistig und sozial allfstredenden Ar» bester, Angestellten, Beamten mrd besonders auch der Frauen. Jeder Monat bringt ihm Tausende neuer Leser. Wir sind daher überzeugt, daß auch S i e von dem folgenden Bestellzettel Gebrauch machen werden. Ich abonniere den„Vorwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeiloge„Volk und Zeit" und der llnterhaltungs- beilage.Heimwelt" in Groß-Verlin täglich zweimal frei ins Haus für 10 Mark für Februar. Außerhalb Groß-Berlins Wohnende wollen beim Postami ihre? Wohnortes bestellen. Name----- Wohnung:--- Straße Nr-- vorn- Hof— Quergeb.— Seitenfl.— Tr. links— rechts. bei___ GeweMhaftsbewegung Lohnbewegung im Bäckergewerbe. Im großen Saale des Böhmischen Brauhauses tagte am Sonn- tag, den 23. Januar, eine sehr stark besuchie, vom Zentralverband der Bäcker und Kondiroren einberufene Versammlung. Als Tages- ordnungspnnkt stand zur Debane: Soll der Tarif gekündigt werden und welche Forderungen stellen wir'k Der Referent Schumann, Vorsitzender der Berliner Zahlstelle, empkahl der Versammlung, den bereits zwei Jahre lautenden Taris zu kündigen. Auch die Lohn- frage zwingt nach Ansicht des Referenten zur Kündigung, da der jetzi bestehende Lohn, der seit Mai 1920 in Geltung ist, nicht mehr verhindern kann, daß die Beschäftigten völlig verelenden. 'Die Ausführungen der Diskussionsredner bewegten sich im Sinne des Referats. In der Abstimmung wurde die K n n d i- gung des Tarifes und den von der Verwaltung ausgestellten Forderungen zugestimmt. Angenommen wurde noch eine Resolution, in der die Bäcker die Gesanttarbeilerschaft darauf hinweisen, daß wahrscheinlich die Meister die Lohmorderungen benutzen werden. eine Verteuerung des Brotes zu erstreben, um da- durch ihren Unternebmerprofit zu erhöben. Die Gewerkschafts- kommission wird in der Resolution aufgefordert, sofort Maßnahmen für die Sicherstellung der Existenz der Gesamtarbeiterschaft zu treffen._ Ter Schiedsspruch für das Versicherungsgcwerbe. Der Arbertgcberverband deutscher Versicherungsunternehmungen Haldem Reichsarbeiisministerium gegenüber die Erklärung der A n «rahme des am 10./11. Januar ergangenen Teilschiedsspruches �chriftgerecht abgegeben, obwohl von einem großen Teil der Mit- glieder des Verbandes Bedenken gegen die Annahme geltend gemacht wurden. Dabei hat der Arbeitgeberverband ober gleichzeitig fest gestellt, daß aus dieser Annahmeerklärung keinerlei Schlußsolgerung für seine Stellungnahme zu dem am 28. dieses Monats zu erwarten� den zweiten Teilschiedsspruch gezogen werden dürfe. auf die Deleqiartensißung am Mittwoch, den 26. Januar, und dk« l Nicht nur der foztaliftrsche, selbst der bürgerkrch« Verbraucher wirb Branchenoersammlung am Donnerstag, den 27. Januar, die von allen sich herzlichst dafür bedanken, nach Aushebung der chochstmieten de» unbedingt besucht werden muß. Die Branchenleitung. i zehnfachen Mietpreis zu bezahlen. Das bisherige Versagen des pri» Lichteederg. Dieu-t-s, nachmittag» a Ahr. Streiwersammlung Im vaten Unternehmungsgeistes, die Wucherpreise am Baumaterialien. Eewerkschaftshau?, Engeluker 15....„„, 1 markt bei planloser und teurer Produktion haben ja erst den Wunsch .Nd«.g t-aew... M,n-t°�nN S°nuar nachmittag- ch der S° z i a l i s i er u n g de- Baugew er b e s entstehen lassen. Dieses einzigen„Erfolges der privaten Initiative sollten sich 2 Uhr, in dcr„Ärone" ti-Moabit, Betriebsaersämmlung; hiernach findet eine Besprechung aller in der S.P.D. organisierten Arbeitnehmer bei Schmidt, Wiclef- straft?, statt. welche berechtigt find. Ansprüche bis---- bis zu diesem werden können. Kis Ortsvcrwältung. Streik der Biomalzarbeiter in Teltow. Die in der Biomalzfabrik von Gebr. Patermann in Teltow beschäftigten Arbeitnehmer sind in den Streik getreten. Zurzeit werden an Löhnen für Handwerker 180 M., Arbeiter 165 M. und Frauen 125 M. gezahlt. Ein am 23. November 1920 vor dem Schtichtungsausschliß gefällter Schieds'pruch ging dahin. zu den bestehenden Löhnen rückwirkend ab 5. November 1920 jedem Arbeitnehmer 40 Mark und den Frauen 2 5 Mark zuzulegen. Mit der Organisation zu verhandeln lehnte die Firma ob. Deshalb war der Arbeilerrat gezwungen, mehr- mals vorstellig zu werden. Die Firma erklärte sich bereit, a b 15. Dezember die Lohnerhöhung zu bezahlen. Die Arbeit- nehmer sollten sich aber verpflichten, unterschrifilich zu erklären, bis zum 31. Mai keine weiteren Lohnforderungen zu erheben. Einem mit der Organisation bestandenen Tarifvertrag hat die berresfende Firma ebenfalls schon seit Juni 1920 aufgekündigt. Versuche des Arbeiterrais sowie der Organisation, einen neuen Tarifverlrcg abzuschließen, wurden mit der Begründung seitens der Firma- abgewiesen, überhaupt nichts mehr mit der Organisation zu tun haben zu wollen. Wir möchten nun insbesondere die Teltow er Arbeiterschaft bitten die Streikenden, die sich auf eine längere Dauer des Kampfes eingestellt haben, zu unterstützen und jegliches Ar- beitsangebot seitens der Firma abzulehnen. Tagung der Deutschen Zyilmgewerkschaft. (Schluß.) Die Diskussion über den gestrigen Bortrag des Vereinssyndikus Dr. Gold bäum gestaltete sich zu einer sehr regen.. Sämtliche Redner gaben ihrer Meinung dahin Ausdruck, daß man dem Vor- tragenden darin beipflichten müsse, wenn dieser die Kommunali- fierung des Kinobetriebes als nicht im Interesse der Gewerkschaft liegend betrachte, denn sie sei weder aus sozialen noch aus wirt- schaftlichen Gründen zu erstreben. Bon Schnell- Hamburg wird der Antrag gestellt, die von dem Stuttgarter Ortsverein des Metallarbeiterverbandes ausgestellten 5 Forderungen auch für die Filmzewerkschaft anzunehmen. Der Antrag wird schließlich mit 30 gegen 7 Stimmen bei zwei Stimm- enthaltungen angenommen. Haß- Kiel beantragt, eine agitatorische Kraft für die Gewerk- schaft anzustellen, um neue Mitglieder und Bezirksgruppen zu ge- Winnen. Die Versammlung stimmt diesem Antrage zu. Es folgt nun die Wahl des Gewerkschastsrats mittels Stimm- zettel. Gewählt sind: Schnell- Hamburg, S ch m u tz e r- Danzig. Haß- Kiel, Wuttke, Ladewig, Dobritz, Preuß, Federmann, Warze cha und Bergemann- Berlin. Im Anschluß an unseren Bericht teilen wir noch mit, daß die neue Filmbörse sich im Konzerthaus„Colosseum", Beuthstraße, bc- findet. Schließung der Krakauer Zcitungsbekriebe. Infolge neuer For- derungen der Schriftsetzer, die die Erhöhung des Lohnes um 60 Prozent verlangen, haben die Krakauer Zeitungsverleger be- schlössen, ihre Betriebe am 1. Februar zu schließen. Buchbinderverband, kartonnaqenbranche. Die diesmaligen Reichstarifverhandlungen sind ergebnislos verlaufen. Der Reichs- larif hat mit dem 31. Januar sein Ende erreicht. Bis wir uns örtlich verständigt haben, sind in allen Betrieben Usberstunden zu ver- weigern. Am Dienstag, den 25. Januar, in der Zeit zwischen 5 und 7 Uhr, haben alle Betriebe einen Vertreter nach dem Bureau zu entsenden, um Material in Empfang zu nehmen. Wir verweisen » � �...., die Baumaterialrenhandler lieber nicht rühmen! der Buchbinder und Papicroerarbeiter. Duiemgen M-tglred-r,.. �.,,....,.,. st find. Weihnackitsunterststtzung zu beziehen» werden ersucht, ihre! Eine Wiederausbau-Ausstellung. Im Reichstagsgebaude hat die Interessenvertretung elsaß-lothringischer Gruben- und Hüttenwerke. Ta�e Auszahlungen der W°.hn°cht-unt°rstiitzung vorgen-mmeu � eine Anzahl der bekanntesten Montanunternehmungen umfaßt. eine„Ausstellung von PMederaufbaumaßnahmen" veranstaltet, die den Reichsbehörden, Reichstagsabgeordneten und sonst interessierte» Persönlichkeiten ein Bild von den Bestrebungen der Industrie geben soll, Ersatz für die in Elsaß-Lothringen durch den Friedensvertrag verlorenen Gruben und Hüttenwerke zu schaffen. Wer hier einen Ueberblick erwartet, was die Industrie aus freiem Antrieb geleistet hat, um die Produktion durch technische Mittel zu heben, wird sich enttäuscht sehen. Nur der T h y s s e n- Konzern, die Kammerich- Werke und die Gewerkschaft B i k t o r, Rauxel deuten durch einige bildliche Darstellungen an. daß auch durch Neuanlagen von Werke» Wirtschaft Gefahren des privatkapilalistischen Trustes. Bor einiger Zeit war in der Presse viel von dem sogenannten Diergardt-Abkommen die Rede, das S t i n n e s die Ausbreitung seiner Trustbestrebungen in die ostpreußische Zellstoff-_________ industrie hinein ermöglichte. Dieses Abkommen war auch Gegenstand für die Produktionssteigerung gearbeitet wird. Dagegen ist die Aus- von Erörterungen innerhalb der Sozialisierungskommisiion, noch stellung interessant zum Studium derSiedlunginIndustrie» ehe aus übertriebener Konzesiionsfreude die berühmte Berständi- � r e v i e r e n. Eine Reihe von verschiedenartigen Bautypenbildern gungskommisiion des Reichswirtschaftsrates mit der ehrenvollen Auf- und Bebauungsplänen wird hier gezeigt. Leider sind die Angaben gäbe ernannt nflirde, den Sozialismus aus der Sozialisierung hin- über den Umfang der Bautätigkeit, über die Zahl der hergestellte» wegzuverständigen. Diese Debatte gibt wertvolle Einzelheiten zu Häuser und ihre Kosten auch nur lückenhaft. fnJpnW'« mnr Inh�nrn�rf hn« ltafh NNÖ Inlandspreise für Kalisalze und Kalisalzfabrikat« auf den hofHmmttr Inhnf'neller xul 1' Februar 1921 zu vertagen. Die etwaige Preiserhöhung soll siinierem(Es handelte süh un� die erwähnte �eche Diergardt. Red.) d°nn bereits vom 24. Januar ab rückwirkend gelten. Dafür ließ er sich vom Reich das Zugeständnis machen, daß er als Gegenleistung ein Freiquantum vom Kohlensyndikat be- kommen sollte. Das wurde zugestanden. Um diesem Freiquantum eine besonders wirksame Wertung zu geben, taufte er Zellstoff- Unternehmungen, große Unternehmungen eines Landesteils, und Zur Derckschlandreife der englischen Parteiführer wird uns aus um überkorrekt zu sein, hatte er die Gnade, nicht nur seine Breslau gedrahtet: Auf die Nachricht von einer Deutschlandreis« eigenen, großen und entscheidenden Zellstoffwerke dieses be- � der Genossen Macdonald und Henderson hatten wir uns treffenden Landestells mit dem ihm zustehenden Quantum zu be- an die englische Arbeiterpartei gewandt, um einen der beiden Ge- liefern, sondern auch noch die kleinen Werke, die ihm nicht nassen für einen Vortrag in Breslau zu gewinnen. Aus der Ant- gehörten, mitzubeliefern, so daß er offenkundig ganz objektiv ver- � wort ist zu entnehmen, daß die Reise verschoben werden mußte. fuhr. Cr hatte nun in dem ganzen J2andesteilJbie ganze Zellstoff- Genosse Henderson wird durch die irische Frage und das Pro- blem der Arbeitslosigkeit gegenwärtig in London festgehalten, Ge- nasse Macdonalds Gesundheitszustand erlaubt ihm die Reif« Mus öer Partei. industrie beliefert, er war also der Vater des Vaterlandes. Seine fellst offbetriebe wurden nun immens rentabel, und die einen auch ein bißchen rentabler. Da nun seine Zellsioffabriken Millionen von Gewinnen gaben, hielt er es für richtig, für den während des Januar nicht. Die roie Woche des Bezirksverbandes Groß-Tbüringea im Absatz des Zellstoffes zu argen und kaufte we.terverarbe.tende � Dezember vorigen Jahres hatte den Erfolq. daß in sämtlichen Unter. Unternehmunqen, und da sich hierdurch der Absatz des Zellstoffes � �k«, 3395 neue Parteimitglieder und 1933 neue steigerte, multiplizierte sich der Gewinn. Aber ich werde muH Abonnenten für die Parteipresse gewonnen wurden. An der �"'r m1*!1 f m it. v~,. Qf„! Spitze steht der Bezirk Altenburg. Auch in den übrigen Be- Diese Worte sprach Wasther Rathenau der Präsident der A.E.G.! �rken könnt«, trotz der Arbeitslosigkeit, ein ähnliches Resultat zu Inzwischen ist Stinnes noq glucklicher Besitzer von zwei ostpreußi-... �_ sehen Transportunternehmungen geworden, die ihm die Verschiffung seiner Kohle auf eigenen Schiffen ermöglichen, und neuerdings nimmt er auch die ostpreußische Maschinengenossenschaft auf. So sehen in Wirklichkeit die Pseudosozialisierungsvor- schlüge von Stinnes aus, die den deutschen Kohlenbergbau Politik in Preußen" sprach Genosse Severins. Er betont«°°n uefert wissen wollen und die dnourch nicht gemlldert werden, oatz„nr nTT�tri in hii> 9�rmnrhmn fteufo müßten, die verzeichnen sein, wenn die maßgebenden Genossen di e Mas nahmen des Bezirksvorstandes richtig erfaßt und beachtet hätten. Aber trotzdem wollen wir zunächst mit dem Erfolg zufrieden sein. Eine Parteikonferenz für den Dahlkreis Wünster-Mnden- Schaumburo tagt« am 23. Januar in Bielefeld, lieber„Die man die Arbeiter an den riesigen Trustgewinnen durch Kleinaktien beteiligen und so zu Stützen dieses Systems machen möchte! neuem, daß vor allem in die Verwaltung Leute kommen müßten, die fähig und willens seien, di« Gesetze so auszuführen, wie es dem demokratischen Geist entipreche. Soll dieses Ziel erreicht wer- den, müßten wir all« Kräfte anspannen, um als die st ä r k st e P a r- tei aus dem Wahlkompf« Hervorzugebon. Für die Handhabung der preußisch-deutichen Justiz treffe dasselbe zu. Er habe noch nie so borniert« Menschen kennen gelernt, als in der Richterwelt. eine Abl�oraaniiation den Gefahr, die der Republik durch die S e l b st i ch u tz o r g a n t- ehlnWÄ1?®nn sätion droh«, sei noch sehr groß. Als Kandidaten äum preußischen Landtag für den Wahlkreis Münster. onfumge ell chaften V,.. �____ �___ n„uLu,.r* icakw.,- klagen des Großhandels. Der Zeniralverb-and des Deutschen Großhandels erklärt in seinem Jahresbericht, daß sich für das abgelaufene Geschäftsjahr die Stellung des Ha rdris zwischen Produzenten und Konsumenten verschlechtert habe. D i e Versuche der Industrie durch«ine Handel auszuschalten, nehmen zu; ys�pn" Minden wurden aufgestellt- Severing, Michel. Lutzenburq. Schlüter. Handelskontrolle der rücksichtslose Einfluß der Industrie durch die Meyer Doht. Lina Detbner, Bus� Schreck, Augus� Walter usw. Zusammensetzung der Außenhandelsavsschüsse gewährleistet ist. Im � v Parteispaltung in Deulschböhmen. Der Reichsausschuß der freien Wettbewerb waren die Versuche sowohl der Industrie wie deutschen Sozialdemokratie m der Tschechoslowakei hat nicht nur. der Konsumvereine zur Bedeutungslosigkeit verurteilt.(Das ist, bereits ssemeldet, die Reichenberger �Kommunisten aus der wenigstens mit BeZug auf die Konsumgenossenschaften, eine kühne Partei ausgeschlossen, sondern auch die Gründung einer sozialdems- und ungerechtfertigte Behauptung. Gerade die Preispolitik des Han- �ratischen Kreisorganlsation und emes Parteiblattes in Rcichetibercj dels in der Uebergangswirtschast bei beschlagnahmefreien Produkten beschlossen. Gegenuber der Anfechtung daß der Reichsausschuß hat den Konsumgenossenschaften, die sich auf Selbsthilfe aufbauen, riach dem Parteistatut kein Recht zu solchem Vorgehen habe, berief viele Mitglieder zugeführt, obwohl diese von der Zwangsbewirt- sich Genosse Cermak darauf, daß eben revolutionäre schaftung schwerer betroffen wurden als der Handel.) Dagegen bei 3 e i t e n seien. Dos lassen aber die Kommunisten, die das Prager der gegenwärtigen Zwangsbewirtschaftung war der Handel macht-..Pravo lidu geraubt hatten, naturlich nicht gelten, wenn es gegen los, der diktatorischen Gewalt der Industrie gegenüber, mußte P® 0eW- m Infolge ihrer Ausschließung aus der Partei Zahlungsbedingungen annehmen, die ihm unerfüllbar waren.— durch den Reichsausschuß erklaren die Kommumsten, daß der Par- Diese Feststellungen sind ein neuer Ansporn, die g e n o s s e n s ch a f t- teivorstand das Parteistatut zerrissen und sich selbst seiner Funktion liche Bedarfsdeckung, deren Erfolge hier vom Handel zu- beraubt habe: deshalb berufen s ie einen Parteitag einmit gegeben werden, weiter nach Kräften zu fördern. Unbegründeter Lärm. Der Verband vereinigter Vau- mater ialienhändler wandte sich auf seiner Hauptoersamm- lung in einer einstimmig angenommenen Resolution„entschieden" gegen eine Verschärfung der Bewirtschaftung von Baumaterialien, gegen das Höchstmietensystem und— gegen die Kohlen- bewirtschaftung! Die protestlustigen Baumaterialienhändler hoben offenbar ganz vergessen, daß die Entente von uns soviel Kohlen fordert, daß es ohne eine Bewirtschaftung nicht geht. Die Reso- lution sagt schließlich: Nur Heranziehung von Baustoffindustrie— Handel und Verbrauch—, d. h. Nutzbarmachung des privaten Unternehmungsgeistes und damit auch des Privatkapitals, seien in der Lage, dem Wohnungsmangel wirtsam zu begegnen.— dem Ziel-der Gründung einer Internationalen Kommunistischen Partei für die Tschechoslowakei. Nun hat aber der't s ch e ch i s ch e Linkenführer Dr. Schmeral im Parlament erklärt:„Dieser Staat ist unser Staat und wir wollen ihn nicht zerschlagen"— was eine böse Enttäuschung für die Reichenberger sein dürfte. Auch hat sich die tschechische Linke noch keineswegs offen für Moskau erklärt.— Infolge eines Mehrheitsoowms der Bezirkskonferenz Mährisch-Ostrau für die 21 Bedingungen hat Abg. Dr. Victor Haas fein Mandat niedergelegt. veranlw. für den redakt. Teil- Dr. Vertier Seifet. Cbarlrttenburg: ffir Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Berlaz: VorwärtS-Verlaq G..tn. 6 fe.. Berlin. Driuk: Vor- Wärts-Buchdrullcrei>- Berltnsnntfnlt Ponl Tinner n Co Berli.l. Cmbclftt. 1 Hierzu 3 Beilage» und„Die Wählerin*. Hierzu t Beilage. Inventur-Ausverkauf Wir bringen derartig billige Preise, drss man brechen WWi Irmen Steile die nur wir mit unserem Fabrikat bieten können« Fried richafr. 63 Tauenfxtenste. 16