41 ♦ 58. Jahrgang Ausgabe � Nr. 21 BeznliSpretS: «>-r«il1ähsl.M.— Mt.monatl��-M. frei ms bsus. vorou» zahlbar. Poa» dezug Monatlich 10,. MI.«$. So« ftellungsgebühr. Unter»reurband füe Dentlchlan? und Oesterreich lS�st Ml, für da» übrigl Ausland Del laglich «mmal. Anstellung 21.Sl> M. Vxstbe- ltellungen nehmen an Oesterrrlck� Ungarn, Tschecho-Slowalei, Dane» wart, Rolland,.uremdurg, Schweden und»te Schwel».— Eingetragen in die Dsst» �eiMnas-DreisIis». Der.Vorwärts� mit der Sonntag» betlage.Boll».fieit� ericheini Wochen- taglich zweimal Sonntags und Mo»- tag»-mmal Delegramm-Adrest» jfojialftemaCrat Berit«". Morgen Ausgabe Serliner Dolksbleitt -'-v (30 Pfennig� AnzetsenpreiS: Di» achtgeipalten« Rvn?arrille,eile tostet»,— M,Teuernng«z«s»I»gj0»� »Slaiae«»zeigen", da» lett- gedruckte Wort ly— 3L(MlllssiS Zw«> lettgedruckte Worteh-rde« weiter» Wort«0 Psg. Stellengesuche und Schlafstellen anzeigen da« erste Wort »d Pfg.. sede» weitere Wort«st Pfg Worte über lS Puchstaden zählen Mr >«,i Worte. Teuerungsznfchlag Sst°/» ssamillen-Anseigen iL? Abonnent«» geile 4— M, politische und ge- werischaftliche Verein»- Anzeigen Mi. die geile ohne Aufschlag. Anzeigen für die nächst» Nummer müssen bis» Ahr nachmittags im ldauvigefchlst. Berlin SB.1. Staden- Srahe 3. abgegeben werden. De öffnet »an» Uhr früh bis S Uhr abend». Zentralorgan der fozialdemokrati fchen parte» Deutfcblands Kcdoftlon und Expedition: EW. 68, Lrnüenstr. 3 " ernftirertier: Amt Mormvla«. Slr. IS»«v— as» S? m ßmnfip fordert /luftlarung. Aus Paris erhalten wir folgendes Telegramm: Ich grüße die mutig« Darlegung Eduard Dernsieins über die Beziehungen zwischen den Bolschewiki und dem kaiserlich deutscheu> Generalstab. Mit aller Energie unterstütze ich das verlangen nach einer unparteiische» Untersuchung und erkläre mich bereit, vor einem Organe dieser Untersuchung auszusagen. Ich schlage vor. diesem Or- gane internationalen Charakter zu geben. Alexander Serensky. Der Unterzeichner ist der Ministerpräsident der ersten allrussischen Republik. Bekanntlich verlangt auch eine kommu- nistische Anfrage im Reichstag Aufklärung und Gen. Eduard Bernstein hat die Bolschewiki eingeladen, ihm durch eine Klage Gelegenheit zum Beweis der von ihm aufgestellten Be- haupwngen zu geben. Wir dürfen wohl annehmen, daß A. Kerensky auch bereit sein würde, vor einem deutschen Ge-' richt auszusagen. Seine Anregung zielt wohl dahin, dem Beauftragten die Rechte eines Diplomaten einzuräumen. Eine Erklärung Bernsteins. In konnnunis ischen und nationalistischen Blättern wird die Behauptung aufgestellt, meine Angaben über die großen Summen, die Lenin und Genossen 1S17 für ihre Aktionen in Rußland aus Mitteln des kaiserlichen Deutschland empfangen haben, fußten lediglich auf den Veröffentlichungen der Ententeregierungen über l diese Frage bzw. den von dem Untersuchungsausschuß der Der-' einigten Staaten in Washington veröffentlichten angeblichen S7 Dokumenten über die deutschbolschewisiische Verschwörung(die sog. Sisson-Urkunden). Diese Unterstellung ist ganz und gar aus der Luft gegriffen. Die bezüglichen Veröffentlichungen der Ententepresse und des Washingtoner Informatlonsbureau» erschienen im Sommer 1918, wie ich aber schon in meinem ersten Artikel Lbdr diese» Eeldoer- höltnls gesagt habe, reichen meine Informationen über es auf Ende 1917 zurück, und ich füge hinzu, daß ich sie von Deutschen und obendrein sehr„national" gesinnten Deutschen hatte. Da ich aber damals nichts Genaues über die lzöhe der Summen erfuhr. beschränkte ich mch darauf, meine engeren politischen Freunde von dem mir Mitgeteilten in Kenntnis zu setzen, hielt es aber nicht für genügend, mit ihm an die Oeffentlichkeit zu gehen. Die Deröffeitt» lichungen der Ententedofumente haben mich nicht veranlassen können, mein Verhalten zu ändern. Ich habe die ganze Zeit des Krieges über den Grundsatz beobachtet, solche Anschuldigungen der Ententepresse, wenn ihre Richtigkeit nicht über allen Zweifel hin- aus festgestellt war, nicht meinerseits zum Gegenstand von Angriffen zu machen. Erst als ich in neuester Zeit wiederum von durchaus unverdächtigen und gutunterrichteten Deutschen das mir End« 1917 Mitgeteilte bestätigt erhielt und dazu erfuhr, um welche gewaltigen Summen es sich damals gehandelt Hot, habe ich es für mein« Pflicht gehalten, die Sache vor die Oeffentlichkeit, und zwar ins- besondere vor die sozialistische International« zu bringen. Der kommunistische Abgeordnete Düwell hat nun die Frag« an die Reichsregierung gerichtet, ob ihr mein Artikel zur Kenntnis gekommen ist und was sie zur Nachprüfung meiner Be- hauptungen zu tun gedenke. Das nötigt mich, zunächst einmal die Antwort der Regierung abzuwarten, ehe ich mich über die Be- Wertung dieses Vorgehen» äußere, das man von einem Kommunisten in solcher Sache zuletzt hätte erwarten sollen. Im Augenblick be. schränke ich mich auf die Erklärung, daß ich die Sache nicht zur Sprache gebracht habe, um sie wieder einschlafen oder auf ein falsches Geleise schieben-zu lassen. Die Frage muß viel be- stimmter, viel mehr gerade heraus formuliert werden. Ed. Bernstein. Gl e e. Unsere Militaristen gefallen sich in letzter Zeit darin, vor den Korrespondenten ausländischer Blätter mit ihrer Weisheit zu glänzen. So hat Herr E s ch e r i ch neuerdings einem amerika- Nischen Korrespondenten sein Herz ausgeschüttet, wobei er seine üblichen Redensarten über die Harmlosigkeit der Orgesch zum — wievielten?— Male wiederholte und die „eine ausgleichende Organisation in d e m o die Entwaffaungsfrage. Paris, 25. Zanuar. lTIl.) Die militärischen, Mariue- und aeronautischen Sachverständigen haben heute morgen unter dem Bor- sth des Marschalls F o ch in dem Bureau des franzSflschen General- slabs eine Sitzung abgehalten. Drei Berichte werden abgefaßt wer- den. ein militärischer, ein aeronautischer und ein Bericht über die Marine. Die drei Berichte werden dann in einen einzigen zu- sammengcsaht werden, der am Mittwoch der Konferenz unter- breitet werden soll. Paris. 25. Zanuar. Bach dem„llournol des Debats" spricht man wieder von Aorfaiis und von einer Gesamtsumme von 85 Mlllarden Goldmark ohn Zinsen.» Der Pariser Sonderberichterstatter der„Centtal News" will erfahren haben, daß in der heutigen Sitzung der militärischen Sach- verständigen beschlossen worden ist, von Deutschland die Aus» lieferung mehrerer tausend kleinkalibriger Kanonen, von 1/-- Millionen Gewehren und von Flugzeugmaterial zu oerlangen. Die Einwohnerwehren müssen innerhalb dreier Monate aufgelöst werden. Bei Nichtausführung dieser Bestimmungen würden die alliierten Truppen zur Besetzung des Ruhr» g e b i e t e s fchretten. Oesterreich. Paris. 25. Zanuar. lTU.) Die Bormittagsflhnng der So«- fereuz dauerte von 11 bis 7 Uhr. Auf der Tagesordnung stand die Beralunq über die ernste Lage in Ocsterrcich und die Maßnahmen. die ergriffen werden sollen, um Oesterreich sofort zo Hilfe zu kam- wen. Die Sonseren» hat eine Kommission eingesetzt, die nachmittag» zulammentrill. um solort über die nStlqen Maßnahmen ,u be- schließen, mlk denen Oesterreich zu Hilfe gekommen werde« soll. Man versichert, daß die Konferenz heute noch beschließen wird, Oesterreich mit Hilfe einer interalliierten Anleihe zu gestatten, seine finan- zlelle Lage wieder in Ordnung zu bringen. Der Kommission ge- hören an für Frankreich Minister Loucheur. für Englaad Sir Robert h o r v e, für lllalien G i a u n i» l. Pari». 25. Januar,(havas.) hinsichtlich der Unterstützung Oesterreichs wurde der Standpunkt vertreten, daß, um die Lage normal zu gestatten, es notwendig fei,«in vollständiges hllfsprogramm aufzustellen. Die Wiener Abteilung der Reparationskommisston hat einen allgemeinen Plan ausgearbeitet, aber auch die französische Regierung hat durch Sachverständige die Lag« prüfen lassen. Di« Frage sei so gestellt, daß man Oesterreich t Orgesch sogar als krattilyem(?) Sinne" verherrlichte. Herr Eschsrich mag nocb so oft das Bild der Orgcsch mit seinem Phrasenbrei überschmieren, in der Praxis kommt es doch immer wieder in unverfälscht reaktio- närem Glänze zum Vorschein. Wo Escherich redet, kann Ludendorff nicht schweigen. Er hat in seiner Villa zu seiner durch Arnold Rechberg ver- öifentlichten Denkschrift einem Schweizer Journalisten längere Mitteilungen gemacht. Herr Ludendorff predigt die Einig- keit Europas gegen den Bolschewismus, und er hat ja auch alles Recht dazu. Denn um die Einigkeit Europas hat sich Ludendorff von 1914 bis 1918 das denkbar größte Ver- dienst erworbenl Daß aber Ludendorff durchaus den Bolfche- wismus vernichten will, finden wir pervers. So grausam oarf doch ein V a t e r gegen sein eigenes Kind nicht vorgehen, namentlich wenn er, wie Ludenoorff, diesem Kind, als es noch in zartestem Alter war, foforgfamdieWegegeebnet hat. einerseits langfristige Kredite bewilligen müsse, daß ober auch andererseits Oesterreich Garantien liefern müsse hinsichtlich der Verwaltung seiner Finanzen und der Reorganisation der öffentlichen Dienste, namentlich des Verkehrswesen». Nach dem „Temps" muß man Oesterreich für das laufende Jahr«inen Kredit von 80 Millionen Dollar gewähren, wovon öv Millionen auf Lebensmittel und 20 Millionen auf Rohmaterialien entfallen. Im ganzen handele es sich für fünf Jahre um einen Kredit von 250 Millionen Dollar._ Kein Oberschlesienschacher! S a t t o w i tz, 25. Zanuar.(Vena.) Der„oberschiesische Wanderer" bringt einen eigenen Drahlberlchi au» Rotterdam, tu dem«» heißt: Zu den Kreisen der Ententediplomalie wurde gestern ein Ar- titel der Londoner»Daily Mail" viel besprochen, der solqeud« Stelle enthält:„Zn Paris mag man den Polen Ober- schleslen versprochen haben. Da« Bersprechen kann aber keineswegs eingelöst werden, wenn n nicht einen Stein au» dem Friedensverträge herausbrechen soll. Dem Frieden»verttag gemäß soll da» Selbstbefiimmungsrecht der vberschiesischen Be- völkerunq die Entscheidung bringen. Die Sicherheit der Stimmbcrechtiaung muß gewahrt bleiben, da» ist vertraglich» Pflicht der Alliierten. Denn einer unse- rer Verbündeten nicht iu der Lage ist. diese Sicherheit, sowie Ruhe und Ordnung während der Abstimmung zu gcwälirlcislen, danu müssen andere Staaten die Auesührunq dieser Aufgabe über- nehmen, nicht aber darf durch irgendeine Machenschast die Einlösung de» versprecheng erzwungen werden." ver.Oberschlesifche Wanderer" schreibt dazu:.Diese Eut- hüllungeu machen uns Vberschlesiern vieles erklärlich«" Bach einer weiteren Dena-Meldung sollen Engländer und Ztaliener die Grenzsperre gegen Polen durchführen. * Minister Dr. Simon» erinnert in einer durch MTB.»er» breiteten Aeußerung alle Oberschlesier daran, die am 3. Februar ablaufende Eintragungsfrist sa nicht zu versäumen. Noch einer Entscheidung von interalliierte? Seite verlieren Personen dadurch, daß sie bereits an der Abstimmung in Ost- preußen teilgenommen haben, nicht die Abstimmungsberechli- gung in Oberschlesien, wenn sie seit dem 1. Januar 1904 ohne Unter- brechung im Abstimmungsgebiet gewohnt haben. vorwärts-veriag G.m.b. h., SV). 68, Linöenstr. 3 NeruipreMer:«mt M-rivPlao. S!r. 117 88—51 iiiiiiiiiiiiiiiiii in rnpiii iiiiiiami—wwwiviiwiiiMiiiiiiiiivi Das teure Srot. wie wir zuverlässig erfahre», hat das Reichs mini- Zerium für Ernährung und Laudwirlfchosl flch entschlossen, für die nächste Ernte folgende Mindest- preise in Vorschlag zo bringen: Roggen 2050 Zst.(bis- heriger Höchstpreis 14Z0 M.). G e r st e und h a f e r 2050 TN. (bisher 1380 M.) und Weizen 2255 M.(bisher 1570 M.) je Tonne. Enksprechend dem bisher geübten Versahren sind die» Mindestpreise, die dem Landwirt für seine Erzeugnisse injedemFallezu gewähren find. Sollte sich eine weitere Erhöhung der Selbstkosten herausstellen, so werden die Preise wie im Vorjahr unmittelbar vor der Ernte erhöht und gelten dann als Höchstpreise. Der Vorschlag wird demnächst den Ernährnngsministern der Länder unterbreitet werden. Nichts kennzeichnet den Abstieg, den unsere Ernährungs» Wirtschaft seit ihrer vorzüglichen Leitung durch Hermes genommen hat, als die Tatsache, daß man sich jetzt genötigt sieht» den Mindestpreis für Getreide der nächsten Ernte gegen den jetzigen Höchstpreis ummehrals40Proz. herauf- zusetzen. Seit Wochen erklärte das Ernährungsmini- sterium der Oeffentlichkeit, daß eine Erhöhung des Brotpreises bis zur nächsten Ernte nicht in Frage komme. Indessen macht e» bereits Versprechungen an die Landwirte, die es vielleicht nie wird halten können. Denn es ist schon eine Leichtfertigkeit, die nicht gut über-. boten werden kann, in einer Zeit rückläufiger Welt- Marktpreise die inländischen Getreidepreise noch weiter in die Höhe zu treiben. Seit Anfang dieses Jahres bewegt sich die Valuta günstig für uns. Dazu kommt die Absatzkrife am Weltmarkt, die nicht nur die Preise, sondern auch die Frachtraten für ausländisches Getreide wesentlich sinken ließ. Ebenso müssen sich die Preise für industrielle Produkte den eisen anpassen. N diese Besserung ... WW st es erforderlich, i.. W...___________. Marktlage erst einmal die Entwickelung der allgei sinkenden Weltmarktpreisen anpassen. Nun kann man wohl der Ansicht sein, daß diese Besserung der Valuta nicht von Dauer ist: gleichwohl ist es erforderlich, in einer Zeit unsicherer meinen Preisoerhältnisse abzuwarten. So han delt jeder Kaufmann, der nur auf seinen Gewinn Rücksicht Mt nehmen hat. Für Herrn Hermes, der doch auch Minister für die Ernährung, nicht nur für die Agrarier sein sollte» scheint es diese Erwägungen nicht zu geben. Es ist aber undenkbar, daß die Preiserhöhung, die diesen Mindestpreisen entsprechen wird, den B r o t p r e i s nicht auch in die Höhe treibt. Schon die letzte Preisfestsetzung für Ee- treide hat ja gezeigt, daß es b?k den Mindestpreisen nicht bleibt, sondern dag man getrost mit bedeutend größeren Preis- erhöhungen rechnen kann. Damals machte man einen Mindestpreis von 1009 M. pro Tonne Roggen, der sich nach den Veränderungen der Indexziffern, auf denen sie sicy auf- bauten, auf 1399 M. hätte erhöhen müssen, der endgültige Preis lag aber noch um etwa 199 M. darüber. Dazu kamen dann noch, um eine Ernährungskotasirophe zu vermeiden, die Fruhdruschprämien. Auch sie haben das Gesamtbild der Er- nährung nicht beeinflussen tonnen. Und so blieb dem Minister Hermes, der eine Verbllligung der landwirt- schaftllchen Erzeugung durch Sozialisierung der Stickstoffindustrie für Überflüssig hält, nichts anderes übrig, als im Reichstag zu erklären, daß die enormen Fehl- mengen In der Äetteideablieferung durch Einfuhren ersetzt werden müßten. Der Minister erschöpft also die Tätig- keit seines großen Amtes in einer Ausgabe, die früher ebenso gut mm dem Elnfuhrkommissar versehen wurde! Rechnet man aber auch nur mit einer Erhöhung der? "''"preise auf die jetzt bekannten Zahlen, so ist schon das ein schwerer Schlag nicht nur gegen die Interessen der indu- r, so ist schon das ..._. nteresien der industriellen Arbeiterschaft, sondern auch gegen die Finanz- Politik des Reiches. An eine Erhöhung der Produktion durch Anreizpreise glaubt doch heute kein Mensch mehr. Also bedeutet diese Preisfestsetzung nichts anderes als eine weitere Entwertung des Geldes, die im letzten Ende wieder auf das Reich zurückfällt. Neue Lohnbewegungen, Gehaltsforderungen und Steigerungen der Warenpreise müssen kommen. Zwar wird das Reich, wenn die inländischen Getreidepreise mehr als die Hälft« der Weltmarktpreise betragen, seine Zuschüsse zur Verbllligung der Lebensmittel einschränken können. Aber was dadurch eingespart wird, muß doppelt und dreifach für erhöht« Löhne und Gehälter, Renten, Erwerbslosenfürsorge usw. aufgewendet werden und für die höheren Preise, die die Industrie für die Lieferungen an den Staat verlangt. Soll diese Schraube ohne Ende einmal angehalten wer- den, so ist ein Preisabbau erforderlich. Statt dessen trifft man heute die Vorbereitungen zu einer allgemeinen Preiserhöhung und dabei an einer Stelle, die gerade die minderbemittelte Bevölkerung am schwersten belastet. Gegen diese von amtlicher Stelle begünstigte Preis- tteiberei muß entschiedener Protest erhoben werden. Der erst kürzlich eingebrachte Antrag des Kalisynditates auf Erhöhung der Preise um 59 Proz. läßt daraus schließen, daß Industrie und Landwirtschaft hier miteinander im Bunde sind. Das zeigt, wohin der Kurs geht, wenn die Regierung den bürgerlichen Parteien allein überlassen bleibt. Die Wähler werden ain 20. Februar die Antwort darauf zu geben haben. Tie Berliner Handelskammer und Hermes. In dem Jahresbericht für 1920 schreibt die Handels- - t a m m e r zu Berlin: Eine durchgreifende Produktions st eigerung ist so t lange unmöglich, als nicht die Wertbemcffung der erzeugten Gegen- stände sich der Kaufkraft der Derbraucher anpaht. Zum mindesten »nützte Stetigkeit der Preise eintreten. Diese kann nicht erwartet werden, solange die Lebenshaltung sich ständig verteuert. In der gebundenen Ernährungswirtschaft drängten die unter den Wellmarktpreisen liegenden Inlandspreise nach oben. Die Frei- gäbe der Wirtschaft für einzelne Gebiete der inländischen ! Lebeneniittekoersorgung steigerte den Preisstand und trieb ' die Ausgabe» für den Lebensunkerhalt stark in die höhe, ohne datz abzusehen ist, wann und wo ein Stillstand eintritt. Die Folge ist und ni u ß Unterernährung und die Folge hiervon wiederum geschwachie Arbeitsleistung sein, wie sie sich allentholben geltend macht. Dieses Urteil über die Ernährungspolitik Hermes s.Konn von uns Wort für Wort unterschrieben werden. Der attackierte JinanZminifter. Die Bemühungen der bürgerlichen Parteien, den Reichs- finanzminister dreitzuschlagen für eine Abschwächung des Reichs notopfers, haben zu einem Teilerfolg ge- führt, tinter dein Druck der aus allen bürgerlichen Parteien gebildeten Mehrheit des Steuerausschusses gab Finanzministcr Dr. W i r t h die Erklärung ab, daß er im Vervrdnungswege die Frist für die Annahme von selb st gezeichneter .Kriegsanleihe zur Zahlung des Reichsnotopfers ver- , längern will bis nach Ablauf eines Monats nach Zustellung , des vorläufigen Steuerbescheids. Die Berlängerung bis nach Ablauf eines Monats nach Zustellung des e n d g ü l- l igen Steuerbescheids, die gefordert wurde, lehnt er ab. Helfferich kündigte ihm dafür neue Fehde an. Daß bis Ende : 3918 gekaufte Kriegsanleihe wie selb st gezeichnete ! zu behandeln sei, wie Helffmch mit Zustimmung der Regie- ' rungspärteien forderte, lehnte Dr. Wirth ab, er erklärte aber, | im Einzelfall besondere Härten mildern zu wollen. Ablehnend s verhielt sich Dr. Wirth auch gegenüber dem Perlangen seines .Parteigenossen Herold, geschenkte Kriegsanleihe ebenso � wie geerbte in Zahlimg zu nehmen. Wie in den früheren \ Ausschußsitzungen, so stand auch jetzt wieder nur die Sozial- � demotralie hinter dem Minister, sie bedauerte aber die Zuge- j ständnisse, die er zu machen sich genötigt gesehen. Genosse ■ Keil zeigte an dem Beispiel der Firma D a i m l e r, die heute noch wegen einer Kriegssteuerforderung von 14 Millionen aus den» Jahre 1917 Beschwerde führt, wie lange sich die Zu- stellung des endgültigen Steuerbescheids hinziehen könne. Die erweiterte Inzahlungnahme von Kriegsanleihe, so führte unser Redner weiter aus, führe zur Verminderung des Notopferertrags, zur Tilgung der Kriegsanleiheschuld und zur Per- mehnmg der schwebenden Schuld. Auch in der Frage der Bewertung landwirt- . schaftlicher Grundstücke mußte Dr. Girth der Mehr- heit entgegenkommen. Er erklärte sich bereit, bei der endgül- tigen Veranlagung in die Ertragsberechnung, der die Mehrheit die Jahre 1909— 1918 zugrundelegcn wollte, während das Reichsfmauzministerium die Jahre 1914— 1919 gewählt hotte, . noch die Friedensjohre 1012 und 191.8 vorneanzusetzen. Mit her Ausscheidung des Jahres 1919' könne er sich aber nicht einverstanden erklären. Die Steuerpftichkigen, die infolge der Geldentwertung 90 Proz. ihres Vermögens verloren haben, würden einst Rechenschaft von denen verlangen, die im Besitz ihrer realen Werte verblieben seien.. Er könne nicht weiter gehen, so sehr ihn auch der Ausschuß attackiere. Die Vertreter der Rechtsparteien und des Zentrums setzten Wille unö Tat. Konzert- Umschau. .Unsere modernste Musik leidet an Maßlosigkeit. Und diese wird -am End« der Tod der hyperstenisch gewordenen.Kunst sein." Das schrieb im Jahre 1878 der newitz nicht unbegabte AmbroS, der den Triumph Wagnerscher MiWk mit Abscheu, den leisen Aufstieg Bruckners mit dem Groll des gottverlasieneu Propheten erlebte. Wa» würde er zur Matzlosigleit heutiger Musik sagen? Eine Krise ist unverkennbar ein Kampf der ästhetischen und der Formbegriffe, wie er in einem Jahrhundert nicht war; und auch ein Sich-Reiben der Sympathien, ein Verlästern der Gewohvdeiten, ein Verwandeln von Ohr und Hirn. ES gibt eine einfache Methode, heute Kunst- »oerke mitzzuverstehen: man macht Halt bei einem HeroL, nennen loir ihn Bach, den uaerichöpslich modernen Musikanten, nennen wir ihn Wagner.' Slrautz. Brahm-?. So entledigt man sich der Moral, die der Nur-Grnietzende ja nickt zu haben braucht, betrügt sich um Stunden des Mitzbebagcii» und fälscht Geschichte, die man überhört. Der Chronist läßt jede» Ton, den er nicht kennt, an fein Gewissen klopfeu, er will nicht eingestellt sein auf den Geist von Mozarts Melodie, auf den Stil der Oratorien des XU. Jahrbunderrs, auf .Tristan�-Chromatik, auf Siegers Orgel-Konterpunli. Er will gern uus den Vorurteilen der„Ä-chule" heraus, will feine eigene Liebe verbergen, will aus dem Leben lind Streben des Künstlers heraus ein Mäh iür die Leistung suchen, will glühend bekennen: da ist Einer, der feine Sprache in Musik fand. Was ist Musik, wenn nicht Liebe t Waö ist Kritik, wenn nicht freudiges, mannhaftes Bejahen der Liebe? In dieser immer schärferen.Krise der Musikgeschichte ist un- lengbar die Rückkehr zur Schönheit allen Schlags eine ebenso er- guickende Labung des Gemüts, wie das versuchte Einleben in die «eroöie Matziosigkeir der Modernen eine siuchibare Aufpeitschung d:S Geistes ist. Schönberg, Debussy, Busoni und Schreler selbst sind Männer, an denen Gegnerschaft stolz machen kann, wie Mit- gehen. Aber bringt Euch, uns alle nicht ein BrahmS-Abend der ilr-Musikerin O lieg in, die nebenbei eine phänomenale Altistin und eine halbe Sopranistin ist, dein Erleben des Kunstlieds ganz nahe'£ lieber die Grenzen des Abends und de-Z Raumes senkt sich das Erinnern lief inZ Herz. Und in wem zittern nicht die Kinder- totenlieder MahlerS durch die Seele, selbst wenn eine noch nicht ganz freie und starke Stimme, w,e die ZegerS' de Behl ihrem irauernden MeloS nachsinnt! Wie scheu ist dieser Liedermeister und. wie genial-matzvoll im kleinen Wer! I Recht der Jugend ist Neberschäumen, auch Vordrängen, wenn es nicht anders geht. Aber ein Wille mutz schon durchllingen. wenn der prunkvolle.eigene' Kompositionsabend neben dem Familienrelpelt bestehen soll. Und ein Melodiker soll nicht aus spielerischer Laune aus seinem kleinen Nahmen herauSlreten und futuristisch die Backen blasen. Der stark begabte HanS Windisch tut das, ohne daß man diesem Zwang unbedingt glauben könnte. Er denkt zu viel im Lied, daS singen will— die Leute sind gefährlich. Und immer am begabtesten. loenii sie zurückfallen in die kluge Deklamation, den geschlosienen Einfall, die Ehrfurcht vor dem Gelang. Welch undankbare Auf- gäbe für die innerlich tvarm beteiligie Else Pannwitz! Ein neueS Streichquintett(G-iurS von Artur Sauer ist" hoch- achtbare Epigonenarbeit«ine? ernste« Manne«, der mit dem die Attackienmg des Ministers fort und erkstkrten sich sehr u n- zufrieden mit seinem Zugeständnis. Die sozialdemokrati- schen Redner Keil und Simon- Schwaben wiesen auf die wirtschaftliche Ueberlegenheit der Landwirtschaft gegenüber den anderen Ständen hin und deckten den Widerspruch auf, i daß die Agrarier die Kriegsjahre einmal infolge der hohen Be- ! triebskosten als ertrag lose Jahre bezeichnen, dann aber die- selben Jahre wieder als über normal aus der Durchschnitts» 1 derechnung ausschließen, wollen! Die Waffen der Reichswehr. Die Sozialdemokratische Fraktion des Reichstag« bat zum Etat des ReichSwehrmiuisteriumS folgenden Antrag Müller und Genossen eingebracht:' „Der Reichstag wolle beschließen, den Reich« wehrminifler zu ersuchen, mit größter Beschleunigung dem Reichstag ein genaues Verzeichnis der in den einzelnen Garnisonen vorhandenen Waffcnbe stände der Reichswehr und der Reichsmarine vorzulegen. Das geforderte Verzeichnis soll ferner einen genauen Nachweis über Zahl und Art der Waffen« und MumtionSlager enthalten, die den einzelnen Truppenteilen etatsmäßig zustehen.' Kappiften unö MSröer. Zu dieser Notiz in Nr. 24 de«.Vorwärts' teilt an« die Presse» stelle des Reichswehrministeriums mit, daß die Schießerei in der Silvesternacht auf der Insel Borkum durch die z i v i l e n G e- richte weiter untersucht werde und daß das RcichSwchrntinisterium dem Ergebnis dieser Untersuchung nicht durch Stellungnahme vor- greifen dürfe. Zu dem Vorfall vom 11. November(Gründung einer OrtS- gruppe des Verbände« nalionalgesinnter Soldaten mit Kaiserhoch usw.) teilt dieselbe Stelle mit. daß der Vorgang damals eingehend untersucht worden ist und. soweit tatsächliche Verfehlungen vorgekommen find, Bestrafungen und Verwarnungen erfolgt sind.— Immerhin würde interessieren, welche Ver- fehlungen denn nun das ReichSwehrministerium festgestellt und welche Bestraflmgen es für angemessen erachtet hat. Zu so allgemein theoretischen Bebanpiungen deS Reichswehrministeriums hgben wir kein rechtes Zutrauen. Vielleicht interessiert sich das ReichSwehrministerium bei dieser Gelegenheit auch für folgendes: Am Soldatenheim des Truppenlagers Wünsdorf bei Zoffen prangen zurzeit Plakate. in denen.aus Anlaß de« GeburtsiageS unseres geliebten Kaisers' zu einem Lichtbild-Vortrag eingeladen wird, der in achtzig Lichtbildern Momente aus dem Leben Wilhelm» zeigen soll. Der Vortrag findet im Soldatenheim selber statt. Ist ein Soldatenheim der Ort für monarchistische Propaganda? Daperifche tzelöenjünglinge. M. Geldstrafe für einen Mordversuch. Am Dienstagvarmittag begann am Amtsgericht Freising der Prozeß gegen den 2S Jahre alten Studenten Karl AdolfSchuster von München und den 21 Jahre alten Privatstudierendea Hermann Bert hold von Weilheim wegen je eines Vergehens der gefährlichen Körperverletzung und der Be- d r o h u n g. Die beiden sind, wie bereits bekannt, auf einer Auto- fahrt zu einem angeblichen Waffeulager in Mirshof in der Nähe von Freisinz über den ehemaligen Reichswehrfolbaten vobner im Auto hergefallen und hatten ihn schwer mißhandelt. Nach Dobners Aussage lag ein regulärer Mordversuch vor. Die bayerische Justiz war aber von Anfang an geneigt, nur die Echutzbehauptungen der Angeklagten für Wahrheit anzu- sehen, während sie den Angaben des Ueberfallenen keinen Glauben schenkte. So wurde aus der Sache, die wohl vor das Schwur- g« r i ch t gehört hätte, eine Schöffengerichts-Bagatellsache. Da» Verfahren nahm den vorschriftsmäßigen Verlauf. Wie ein Tele- gramm des WTB. aus Freising nieldet, erhielten die beiden Helden- Geigenspiel vertraut ist und der die BrahmSlchen Streich- guintette in ihrer instrumentalen Gewandung fleißig studiert bat. Ein sehr gewandter Sckireiber; aber er müht sich in Durchführungen an Themen ab, die keine sind. Alfred v. Arbter kommt aus Wien und steht im Lichtkreis der Wiener Klassiker als Sonnenstäubchen. Sein Streichquartett n-moU ist geschmackvoll und klar, ohne jede Verwegenheit und Außergewöhnlichkeit geschrieben, die Lieder in Goldschniitmanier und müder Monotonie. Artur Lo«wen st ein, Dirigent mit schwarz wallendem Busch und Komponist, führt uns ein»slavischeS Stück' vor, das von Slaven- tum. von einprägsamer Rhythmik und egoistiichem MeloS gar nickt» hat und dessen Einzelstimmen mit wahrer Wollust in moderner, übelklingender Harmonie unteraeben. Vorher ein vp. 14 nach einem„Poem'.Eisriede' von Björnson. Nach dem Orchesterein- druck handelt eS sich um eine Elegie ans einen Toten; daraus er« klärt sich vielleicht die Schläfrigkeit der Erfindung, die in den Kirch- hofstuben recht banal ausfällt, nicht aber die Undurchsichtigkeit. Dicke, Massivität deS Satzes, die jede mögliche Feinheit erstickt. Ein Profil hat auch Loewensiein nicht, doch findet er sich als Diri- gent mit ieinen eigenen Arbeiten geschickt ab. Ein anderer Dirigent. Theodor Müngersdorf, steht allem Posierenden fern, bestrickt durch Sachlichkeit und eine heutzutage schon ungewöhnliche Ruhe und Ueberlegenheit. Seine Programme meiden die Sensation und zeugen von Geschmack; das letzt« brachte Smetana und Dvorak, in der Milte Mendelssohn lvon Lambinon beherzt gegeigt). Die Suche nach solistischen Talenten ist in einer Stadt wie Berlin mit seinem hysterischen Kunftgehabe besonders erschwert. So freut es doppelt, in einem abieiligen Konzertzimmerchen Marie Zweig und ihr Klavierspiel kennen zu lernen. Eine starke Be- gabung zweifellos, und em»nusikalisch geladenes Blut. Ohne Scheu vor dem Publikum musiziert sie in sich hinein, das Zeichnerisch- Lineare fester und liebevoller betonend(Bach) al» den Klang und die Verzierung. Alles frisch und herzwarm.— ein Zweig am Pianistenstamm, der Früchte tragen wird. Auch Richard Byk ist begabt. Er sollte nur die Kraft seine» Anschlags nickt allzu üppig werden lassen; die schwachbrüstigen. aber kniffligen Sztnnanowski'- Variationen op. 10 gelangen virtuos. Zwei singende?>»li»ge seien bei ihrem ersten Schritt aus» Podium gegrüßt.» Carmen d. Scheele, unsicher im freien Einsatz, erst beim 4. und ö Lied richtig eingesungen und auch dann noch viel tremolierend, wird sie bei guten Vortrag«- Nuancen der Schulfestigkeit ihrer hübschen Stimme noch ein Jahr Sorgfalt angedeihen lasten müflen. Und Elia Jacobs, prachtrolle Bühnengestalt, beute noch mehr Augen- als Ohrenweide. Die kleine, sympathische Sopranftimme fitzt noch nickt ganz locker. Erreaung hindert rhie Enisaliung. Vortrag. Phranerung, fraulickeS Versnnkensein(Schumann) und ein gelegent- lickeS Sich-Äuiraffen zu reiner und tragiShiger Sangeshöhe lassen von ihrem Talent Gutes und Bestes in Zukunft erwarten. __ Dr. Kurt Singe». Der Kunstwerk der neuen Reichsbanknoten. Den neu ausg«gebe- neu Reichsbantnoten widmet der Reichskunstwart Dr. Redslob folgende Betrachtung: Geldscheine haben ihren eigenen Stil. Sie müsien aus ganz bestimmten Anforderungen heraus entstehen und nur die Erfüllung dieser sachlichen Gesichtspunkte kann die Grundlage der künstlerischen Gestaltung geben. Die FAschrmgstechnik hat so zuge- jüngstnge wegen KSrperverketzung s« 150 HL, wegen Bedrohung je 100 AL Geldstrafe, wobei ihnen mildernde Umstände zugebilligt wurden. Der Hauptbelastungszeuge Dobner aber wurde wegen Verdacht des fahrlässigen Falscheides in Haft genommen.— Orgesch genießt in Bayern eben— im Gegensatz zu Abgeordneten— Immunität! Ein neuer Narloh-Prozeß. Di« Erschießung der Matrosen in der Französischen Straße soll nun noch einmal in einem gegen den verantwortlichen Redakteur der„Freiheit', W i e l e p p, anstehenden Prozeß aufge- rollt werden, der wegen Beleidigung des Staatskommiffars für die öffentliche Sicherheit Dr. W e i s m a n n und des Staatsanwalt- schaftsrats Z u m b r o i ch angeklagt ist. Der zur Anklage gestellte Artikel der„Freiheit' hatte den Vorwurf gegen die beiden als Nebenkläger zugelaffenen Beamren erhoben, daß sie an dem Mord- befell gegen die Matrosen beteiligt gewesen seien und nachher u n- richtige Protokolle über den Tatbestand aufgenommen und die richtigen Protokolle unterdrückt hätten. Als Zeugen sollen ver- nommen werden Oberleutnant M a r l o h, Oberleutnant Weh- meier, Oberst Reinhard, Hauptmann von Kessel u. o. Insbesondere will der Angeklagte unter Beweis stellen, daß der Nebenkläger Zumdroich den im Ledebour-Prozeß wiederholt ge- nannten Zeugen Roland, als dieser aus Ladung des Gerichts ver- nommen werden sollte, veranlaßt habe, daß er sich unsichtbar machen solle, da er unter keinen Umständen vernommen werden düri«. Die Nebenkkäger weisen diese Behauptungen ol3_ gänzlich abwegig zurück. Der Angeklagte wird von den Rechtsanwälten Dr. Siegst. Weinberg und Dr. B ö n h e i m verteidigt, die Neben- kläger werden von Justizrat Wronker vertreten. Hauptverhand- lungstermln ist auf den 5. Februar vor der 8. Strafkammer des Landgerichts I anberaumt._ Neuwahlen in Mecklenburg. Schwerin. 25. Januar.(WTB.) Der Landtag nahm heute einstimmig einen Antrag an, nach welchem die Wahlperiode des Landtags am 15. März 1921 beendet sein soll. Der Landtag beschloß, daß die Reuwahlen zum Landtag und die erstmalige Wahl der Amtsversteter gleichzeitig am Sonntag, den lä. März 1921, stattfindet. Nachdem die reaktionäre Minderheitsregiernng gestürzt war, ober.auch das neue sozialistische Ministerium Stelling eine sichere parlamentarische Mehrheit nicht erlangen konnte, war die Selbstaustösung des Parlaments und die Anberaumung von Neil- wählen der einzig verbleibende Weg. Dos mecklenburgische Volk Hot nun selbst die Entscheidung. Hofsenllich hat es aus den letzten Wirrnissen gelernt, die letzten Endes nur eine Folge der Parteispaltung waren! Telephonlose Schieber nnd Schleichhändler. Das bayerische Der- kehrsininisterium hat angeordnet, daß allen Personen, die wegen Preistreiberei und Schleichhandels verurteitt worden sind, auf An- trag der Landcswucherobwehrstelle für die von dieser bestimmten Zeitdauer die Fernsprechanschlüsse zu entziehen oder etwa beantragte Anschlüsse zu verweigerii sind. Von dieser Bestimmung ist in zahl- reichen Fällen Gebrauch gemacht worden und es hat sich gezeigt. daß diese Maßnahmen von den wegen Preistreiberei, Schleich- Handels und Schieberei Bestraften viel schwerer empfunden wird, well ihnen ein Hauptmittel des Geschäftsverkehrs genommen wird. Daß nicht nur Privaitelephonanschlüsse, sondern auch solche in öffent- lichen Lokalen von der Maßregel betroffen werden können, ist selbst- verständlich. Rur immer frech verleumdet! Da man mit Scheidemann so ziemlich am Rande ist, obne das Heißersehnte erreicht zu haben, geht es jetzt an unsere Wiener Genossen. Da wird in der„Rechtspresse' die längst widerlegte und gebrandmarkte, also bewußte Verleum- d u n g aufgewärmt, daß Gen. S e i tz den riesigen„HeinrichKiof' in Wien erworben und Ben. Renner zu seiner„Villa am Senime- ring" noch ein einträgliches Gut in Vorarlberg gekauft habe. Es ge- iiügt, diese Gemeinheit niedriger zu hängen. Daß sie gegen die Führer der deutschösterreichischen Arbeiter verübt wird in den Tagen, wo die Entente die Anschlußbewegung erdrosseln will, ist das be- sonders Deutschnationale daran! nommen. daß der Schuß vermehrt werden muh. Es kommt künst- lerisch nicht darauf an, von einem einzelnen Künstler einmalig ein schönes Stück zu bekommen, sondern etwas wie den Anfang einer Tradition zu schafseu. Der von Ha dank entworfene neue Hundert-Mark-Schein bedeutet ein« strcug-sachliche Arbeit, die. aus der Ausgabe heraus folgerichtig und bestimmt entwickelt ist. Als Grundlage der Technik dient das Arbeiten mit Guillochen. Der ganze Schein ist also um- spönnen mit einer maschinell hergestellten Ornamentik, die ein mehr- farbiges Netz über das Papier spannt.-Die künstlerische Gestaltung ist darauf angelegt, daß das Auge mit künstlerischen Mitteln ge- zwungen wird, unbewußt aus die entscheidenden Merkmale zu achten und die Echtheitsprüsunq aufs schnellste vorzunehmen. Der Kenner deutscher Kunst wird sich freuen, daß hier einmal das Gebot der leeren Allegorie und die Anleihe beim Altertum vermieden wurde. Das Motiv gab der Kopf des Bamberg«? Reiters, eines der groß- artigsten mittelalterlichen Kunstwerke.— Die Rückseite der Dank- note ist so ausgestaltet, daß das Auge unbewußt auf die Papier- saserung achtet. Das freie Oval und die Einbuchtung der Umran- dung zwingen dazu, den Faserstreifen als ein Merkmal der Echtheit zu prüfen. Der gleichzeitig erscheinende neue Zehn-Mark-Schein von Marcus B e h m« r folgt äbnlichen Gesetzen. Die neu« Fünfzig- Mork-Note ist dagegen noch ein alter Entwurf der bekannten Gattung, der seit Jahren fertig vorlag. Sie wird wegen des großen Bedarfs an neuen Scheinen dieses Wertes noch jetzt herausgebracht» weil die Neuherstelluug einer Kupfetstichnot« viele Monate in Anspruch nimmt. Verlin und Hermann Zausen. Hermann Jansen, einer unserer bahnbrchenden Führer im Städtebauwesen, droht Berlin verloren zu gehen. Er hat einen Ruf nach Dresden an die dortige Technische Hochschule bekommen. Es wäre bedauerlich, w>:nn«in Mann, der sich im Kamps gegen die Einslüsse der Spekulation auf die Stadt- boukunst bewöbrt hat. Berlin verließe in einer Zeit, da große und entscheidende Maßnohmen des Städtebaues zu erwarten sind. Pros. Jansen, der erst eben als Lehrer in die Charlottenburger Technische Hochschule eintrat, bat stets die soziale Seite des Bauens gebührend betont. Er hat die Wichtigkeit des Grundrisses für das hygienische Wohnen erkannt, die Prachtstraße- und die Fassadenbauerej ver- warfen und ist für eine ästhetisch schöne und wirtschaftlich nützliche Aufteilung des Bauterrains eingetreten. Er hat schließlich die Uebertrogung des Großstadtbaues auf die Vororte und ins Land hinein bekämpft und die Kleinhaussiedlung befürwortet. Unter dem alten Regime, da» Hand in Hand ging mit den Bodenspekulanten, war für einen solchen sozialen Baumeister kein Raum. Aber im neuen Berlin sollle schon ein Mann wie Jansen endlich Gelegenheit zur praktischen Durchführung seiner Pläne geben. StaatSoper. Hcnnonn Diedemann von der Wiener Staatsaper wird Donnerstag in„Bajazzi' als Tonio und Sonnabend in„Tiefland" als Sebastiano gastweise auftreten. Peter KrapotN». der Altmeister deS kommunistischen Anarchismus, ist in Moskau an Lungenentzündung erkrankt. Infolge seines hohen Alter- wird sein Zustand als sehr ernst bezeichnet. Krapvilin haue die letzten Jahre in Peiersburo und Moskau in unversöhnlicher Gegnerschaft zur Sowictregierung und m schwerer Not verbracht. Gegenwärtig läßt ihn die Eowietregierung von berverrao.'ndeu Spezialisten'behandeln und gilt tägliche Krankenbericht« am. Nr. 4t ♦SS.�ofytgoftg Seilage ües vorwärts Seht die Wählerlisten ein! GroßBerlw Ausweg aus üer Milchnot? Wir alle kennen zur Genüge die Milchknoppheit in Berlin. Vor dem Krieg kamen täglich VA Millionen Liter Milch hierher— jetzt dagegen beträgt die Zufuhr nicht mehr als 165 000 Liter pro Tag. Genau doppelt soviel, pro Tag 330 000 Liter, wären er- forderlich, wenn auch nur der von der Rcichsfettstelle den Berlinern als»Existenzminimum" zugebilligte Milchoerbrauch erreicht werden sollte. Höchstens in der Zeit von Mai bis Mitte August wird diese Milchmenge pro Tag nach Verlin geliefert, sonst aber bleibt die Zufuhr weit hinter dem gewiß bescheidenen»Existenzminimum" zurück, daß sogar an ihm für das ganze Jahr noch 12 Millionen Liter fehlen. Als Ersatz mußte bisher die kondensierte Milch dienen, die für ältere Kinder und für Kranke verteilt wird. Sie ist nur so teuer, daß sie sehr oft keine Abnehmer findet. Jetzt wird an Abhilfe auf anderem Wege gedacht, an Trockenmilch, die als Milchpuloer in großen Mengen aus Neuseeland eingeführt und bei uns durch ein besondere« Verfahren wieder in trinkbar« Milch verwandelt werden soll. Die nötigen Versuche sind von privater Seite angestellt worden, aber auf Deranlasiung der Reichsfettstelle und mit Unterstützung selten» de» Berliner Milchamtes. In der Meierei Bolle, deren Be- trieb schon seit längerer Zeit von der Stadt»beschlagnahmt" ist, hatten wir gestern Gelegenheit, uns die Gewinnung der Milch zeigen zu lasten und von ihr zu kosten. Da» Verfahren besteht in weiter nichts als einer Derrührung des Milchpulvers mit erhitztem Wasser, doch ermöglichen die dazu benutzten Apparate«ine so voll» kommen gleichmäßige Verteilung des Fett- und Käsegehaltes, wie sie von der Hauefrau selber in ihrem Milchtopf niemals zustand« gebracht werden könnt«. Die von uns gekostete Milch war gleich- wertig einer frischen Vollmilch und hatte einen an- genehmen Geschmack, der etwas an pasteurisierte Milch erinnerte. Es handelt sich nicht um ein Produkt, da» man als.Ersatz" be- zeichnen müßte, sondern um richtige Kuhmilch, in der nur da» durch Trocknung entzogene Wasser wiederersetzt worden ist. In Groß-Berlin haben jetzt 420 000 Personen die Berechtigung zum Bezug von Milch für Kranke, doch oft genug fehlt die Milch für sie. Mit Hilf« der au» Milchpulver gewonnenen Milch hofft man olle diese Kranken beliefern zu können, so daß die nach Berlin gelangend« frische Milch ganz den Säuglingen und Kleinkindern vorbehalten bliebe. Erwartet wird sogar, daß durch die Herstellung trinkbarer Milch au» Milchpuloer noch eine Belieferung aller Kinder bi« zu IL Jahren ermöglicht werden könnt«. Man rechnet mit regelmäßigen Zufuhren so großer Mengen Milchpulver, daß eine Stockung der Produktion dieser Milch nicht zu befürchten sei. Um öle Lustbarteitssteuer. Vorschläge der Iheaterdirekkoren und konzerlkünsller. Der Steuerausschuß der Stadtverordnetenversammlung hat gestern die erste Lesung der Lustbarkeitssteuer fortgesetzt, dann aber die Beratung der vorliegenden Ordnung abgebrochen und den Magistrat um Vorlage einer Steuerordnung auf Grund der Alt- Berliner Lustbarkeitssteuer ersucht. Von sozialdemokratischer Seite wurde darauf hingewiesen, daß vom Reich der Erlaß einer L u st b a r- keitssteuerordnung zu erwarten sei und daß es sich empfehle, die endgültige Entscheidung der Lustbarkeitssteuerfrage bi» dahin zu vertagen und sich inzwischen mit einem Provisorium zu behelfcn. Auch vom Magistrat wurde betont, daß die vorliegend« Steuerord- nung nur«in Interimistikum darstelle und zunächst nur«in« Verein- beitlichung und Ausdehnung der Alt-Berltner Steuerordnung auf Groß-Berlin bezwecke. Vom Ausschuß wurde dieser Gedanke aufgegriffen und be- antragt, die infolge der in Reich und Staat ungeklärten Frage der Bergnügungssteuer in der Luft schwebende neue Steuervorlage ganz- lich aufzuschieben und dafür die Alt-Berliner Steuerordnung vorn 6. Februar 1920 der Vereinheitlichung zugrunde zu legen. Der Aus- schuß beschloß demgemäß, den Magistrat zu ersuchen, zur nächsten Sitzung am Freitag eine neue Borlage auf Grund der alten Steuerordnung zu unterbreiten mit den vom Ausschuß gewünschten Aenderunggp und vom Magistrat selbst gewünschten technischen Erweiterungen, die sich in erster Reihe auf die Besteue- rung der Theater, Zirkusse und Automaten, auf eine bessere Bestim- Geffentl. Wählerversammlungen am heukigen Mkkwoch, abends 7 Uhr: Rudow. Lokal Fenner, Vismarckstr. 65. Referent: Jakob Altmaier. Morgen, Donnerstag, den 27. Januar, abends 7 Uhr: 2. kreis. Tiergarten. Anla der Oberrealschule, Waldenser Str. SO Reierent: Heinrich S t r ö b e l.— Aula der Schule am Slepbanplatz. Referent: Gustav Heller. Pankow.»Zum Kurkürsten", Berliner Str. 102. Referent: LegationS- rat Dr. Zechlin. Ulederschönhausen. Aula deS LhzeumS, Äaiser-Wilhelm-Str. 69. Reiereni: Robert Breuer. Rorslgwalde-Mtteoau. Lokal Fritz Schulze, Oranienburger Str. 89. Referent: Erich Kuttner. Rosenthal. Lokal Schneider, Hauptstr. 8. Referent: Friedrich Bartels. Spandan. Konkordia-Festsäle, Klosterstr. 13/lö. Referent: Kurt H e i n i g. Tbema in diesen Versammlungen: »Die Verdienste der hohenzoller« in und an Preußen". Vuckow. Lokal Schul,, Chausseestr. 9. Tbema:»Sozialdemokratie und Landtagsivahlen". Referent: Rektor Bose. mung des Begriffs„Kabaretts" und Freistellung der vom Staat und der Stadt unterstützten Theater beziehen. Die neu« vereinfacht« Steuerordnung soll dann beschleunigt beraten und mit beschränkter Frist, etwa höchstens ein Jahr, zur Annahme empfohlen werden. Zu Beginn der Sitzung hörte der Steuerausschuß in dreistün- diger Besprechung die Vertreter de« Verbandes der Ber- liner Bühnenleiter und des Verbandes der konzertle- renden Künstler Deutschlands. Es wurde die Frage der Be- steuerung des Besuches von Theatern und Konzerten«ingehend be» handelt und eine Reih« von Punkten und Vorschlägen besprochen. Der Möröer Singhs gesteht Sie Tat. Nach dem Geständnis seines Komplizen, des Drehers Körwin, hat auch der Kraftwagenführer Arnold die Tat ringe st an- den. Er gibt an, daß er nicht die Absicht gehabt habe, den Inder zu töten, sondern ihm nur, wie er mit seiner Gellebten, der Frau Singh, verabredet hatte,«inen tüchtigen Denkzettel zu geben. Die Berletzungen am Kopf rühren seiner Darstellung nach nicht von einem Schlag mit der Zange, sondern von kräftigen Faust- schlägen her. Wie er angibt, ist der Inder erwacht, als er sich über ihn gebeugt habe, und noch bevor er dazu gekommen fei, die Aetherbetäubung vorzunehmen. Singh habe ihm mit der einen Hand die Blendlaterne aus feiner Hand geschlagen und mit der anderen nach seiner Kehle gegriffen. Er habe dem Manne, der sich im Bette aufgerichtet hatte, einen Faustschlag auf den Kopf oersetzt, daß er zurückgefallen und regungslos liegengeblieben fei. Körwin hat auch das durch den Kampf der beiden Männer entstan- dene Geräusch im Schlafzimmer draußen wahrgenommen. Um so auffälliger ist es, daß in der Wohnung selbst von den ganzen Vor- gängen nichts gehört worden ist. F r a u S i n g h ist zweifellos Ohrenzeugin des Eindringens ihres Geliebten und des Verbrechens gewesen. Sie hatte sich erst kurz vorher im Schlafzimmer der Ellern Schweres Vlut. 2 1] Roman von ZuHanl«ho. Marsa stand nicht weit davon im Gebüsch und verfolgte Schemeikkas Tun mit den Augen... Sie wollte ihn zuerst überraschen, von hinten kommen, ihn mit den Armen um- schlingen. Aber plötzlich fuhr sie zusammen, als sie den Aus- druck in Schemeikkas Gesicht gewahrte. War er erzürnt? Weshalb war er erzürnt? Auf wen? Auf mich? Warum hat er das Laub weggerissen? Der Ausdruck in seinen Augen ist kalt, fast wild. Er hat Hunger! kam es sogleich wie Freude über Marsa. als sie sah, wie Schemeikka sich unzufrieden und mit saurer Miene über den Brotranft hermachte. Der Aermste hat ja Hunger! Der liebe Kerl nagt ja an einem trockenen Ranft und weiß nicht... er weiß nicht, daß ich eine Fischsuppe und im Schoß ein Körbchen mit Beeren für ihn habe. Und je mehr sich Schemeikkas Antlitz verfinsterte, desto munterer wurde Marja. »Schmeckt es nicht?" hörte es Schemeikka irgendwo in der Nähe auflachen. Zugleich bemerkte er Marja in dem Ge- büsch. Dem gereizten Auge erschien sie alt. häßlich, dickbäuchig. „Na, was lachst du denn?" Marja lachte noch herzlicher, indem sie an die freudige Ueberraschung dachte, die sie ihm bereiten würde.> „Ueber dein Esten lache ich, armer Mann. Hast du denn nichts als das..." � Schemeikka antwortete nicht, er kaut« wütend den Bisten im Munde und spie zugleich die eine Hälfte aus. »Hier wäre etwas, wenn es dir nicht zu gering scheint." knirte Marja von dem Steine her und hob das Kästchen mit der Suppe aus seinem Bersteck. »Was hast du da?" »Ein wenig gekochte Forellen hätte ich." »Wo hast du denn die der? »Laß dich das nicht kümmern, versuch nur, wie sie schmecken." Schemeikka nahm das Kästchen aus Marsas Hand, trank von der Suppe und schob sich mit dem Umrührhölzchen ein Stück Forelle in den Mund. »Die hast du denn aber die Forellen gekriegt?" »Ich fand in deinem Hut eine Angelleine, und«ine Rute habe ich mir dort am Ufer gebrochen." Schemeikka aß, gierig, schlürfend. Marja wartete, daß er sie auch aufforderte. Nicht, weil sie hungrig gewesen wäre. sondern nur, damit er sie aufgefordert hätte— wie Juha, der sie immer aufforderte, der nie gegessen hätte, solange der andere nickt aß. und wenn er selbst noch so hungrig gewesen wäre. Und immer noch hat er den kalten, fast zornigen Blick. Und weshalb hatte er das Laub vom Boot gerissen, obwohl es ihm nicht im Wege war? Will er mich vielleicht nicht weiter mitnehmen? Sie hörte Schemeikka aufstehen und stand selber auch aus, Als sie aber dann Schemeikka ansah, war er verändert. Er strick den Bart, auf dem Gesicht den zufriedenen Ausdruck des Satten. Sogleich glaubte Marja, daß sie sich geirrt habe. Cr war müde gewesen und hatte Hunger gehabt. Und sie war so gerührt, daß sie ihm um den Hals hätte fallen können. Doch sagte sie nur, ihm das Veerenkörbchen anbietend: »Hier wäre noch etwas.. »Haft du noch Beeren? Wann hast du die denn gepflückt?" »Während du schliefst." »Habe ich lange geschlafen?" »Ach nein, nur so lange, daß ich sie gut pflücken konnte." »Deine Beeren sind süß, und ausgezeichnet war auch deine Suppe." Schemeikka aß, während Maria das Körbchen vor ihn hinhiell. Und sie erschien ihm nicht lönger häßlich und ihr Körper nicht unförmlich, nachdem sie die Schürze herabge- lassen hatte. »Iß du auch... ich kann nicht alles." »Ich habe schon beim Pflücken gegessen. Wenn etwas übrig bleibt..." Marja bebte über den ganzen Leib, sie wollte etwa» sagen, brachte es aber nicht heraus— nahm ihre letzten Kräfte zusammen und sagte endlich: »... und wenn etwas übrig bleibt, kannst du es ja«in andermal brauchen. »Und du?" Schemeikka hatte den Arm um sie geschlungen. „Ich brauche ja nichts." „Nicht? Weshalb nicht?" „Ich habe von hier einen kürzeren Weg als du." Marja versuchte sich loszumachen. Aber chr zarter, weicher auf das Sofa gelegt und die Zeitung gelesen. Trotzdem behauptet sie nach wie vor, nichts von dem Verbrechen gehört zu haben. Der Prinz, öer nichts über Wohnungsnot gelesen... Prinz Friedrich Leopold(Vater) hat sich bald nach der Re- volution in Lugano in der Schweiz angekauft. Seine großen Be- sitzungen in Kleinglienicke sind zum Teil, da der Prinz auch Dienerschaft mitgenommen hat, unbewohnt. Das Jagdschloß, das allein über 65 Zimmer enthält, wird nur von der ge- schiedenen Prinzessin Margarete und der Dienerschaft bewohnt. Auch mehrere Beamtenwohnhäuser standen längere Zell leer, trotz- dem der Amtsoorsteher von Kleinglienicke in den Amtsblättern die Anmeldung leerstehender Wohnungen mehrfach- angeordnet hatte. Der Prinz reagierte nicht darauf und schließlich erstattete der Amts- Vorsteher Anzeige wegen Richtanmeldung leer- stehender Wohnungen. Der Prinz erhiell einen Straf- b e f e h l über 600 M.. auch wurde zur Beschlagnahme der leerstehenden Wohnungen geschritten. Der Prinz Friedrich Leo- pold ließ durch seinen Rechtsbeistand vor dem Potsdamer Schöffen» geeicht Einspruch erheben. Sein Verteidiger mochte geltend, daß der Prinz weder von den Verordnungen de» zuständigen Amts- Vorstehers noch von Verordnungen des Reichsmwister» für das Wohnungswesen„etwas gelesen" habe. Diese etwas sonder- baren Ausreden ließ das Schöffengericht gellen: der Prinz wurde freigesprochen und die Kosten der Staatskasse auferlegt. Der Freispruch erfolgte wegen entschuldbaren Irrtums. Wir wollen danach als sicher annehmen, daß das Potsdamer Schöffengericht auch jeden armen Teufel wegen„entschuldbaren Irrtums" freispricht, wenn er sich gegen eine Verfügung vergangen hat, über die er nie„etwas gelesen". Bei solcher Justiz wird sich das Leben in Potsdam für jeden unzweifelhaft paradiesisch gestalten. Ein Hoffmann-Keller. Ecke Französische und Charlottenstraße, mit dem Blick auf den Gendarmenmarkt, ein von den Stürmen vieler Jahre geschwärztes Haus. An der Stirnseite das nachgedunkelte Schild mit der verblaß- ten Goldschrist„Lutter und W e g n e r". Die Lokalberühmtheit ober ist der Keller, den man von der Charlottenstraße aus aist ausgetretenen, steil hinab führenden Stufen betritt. Nicht nur Berlln, sondern auch das etwas belesene Deutschland kennt diesen Keller, in dem es sich der alte E. T. A. H o f f m a n n je nach der Fülle seines Geldbeutels und nach der Güte der alten Rheinjahrgänge wohl fein ließ. Das dunkle Asyl der Weine und der weinliebenden Alt-Berllner ist noch genau so geschwärzt, verräuchert, wie e« zu Hoffmanns betulichen Zeiten war. Es stehen noch alle Tische dort. zerschnitten und zerkratzt und wenn man auch nicht nachforschen oll, ob sie wirklich aus der Zeit des sonderbaren Dichters stammen, o tragen sie doch dazu bei, dem Keller den Charakter als ganz ab- önderlichen zu verleihen. Man geht rechte und links und überall ind Winkel und jetzt hat man einen dieser'Winkel durchbrochen und ihn, der früher ein Lager alter Weine war. zu einem besonderen Raum, der dem Andenken Hoffmanns geweiht ist, umgestaltet. Mit einfachsten Mitteln hat der Architekt, Diplom-Ingenieur Max K u t t< ner, den Raum ganz im Sinne jener Zeit ausgestaltet, die den alten Phantasten, Dichter und Weinkenner hervorbrachte. Paneel« umgeben die schmalen Wände. Wandbänke ziehen sich rundum und oberhalb sind unvergängliche Motive au» den Erzählunoen de» alten Dichters, der hier, gefanoen von den Blumen der Weine, feine besten Schöpfungen zur Welt brachte, durch den Slevogt-Schüler Dannemann festgehalten. Der junge Maler hat das in einer sehr feinen impressionistischen Manier gemacht, und so kann man jetzt, während in den Gläsern der Rheinwein lächell, all die bunten Dinge, die die Phantasie E. T. A. Hoffmanns beschäftigte, die Szenen au» den Elixieren des Teufels, den possierlichen Klein- Zaches, die entzückende Pupp« Olympia und vieles andere, was dem Dichter verworren und wild aus der Feder floß, an sich vorüber» ziehen lassen._ Die Jahrhundertfeier de» Verein» zur Beförderung de» tve- werbefleißes vereinigte zahlreiche Mitglieder des Vereins, feine und zugleich sehniger Körper hatte Schemeikkas Blut zum Wallen gebracht, und er ließ sie nicht. „Willst wohl gar nicht mitkommen?" Marja tonnte aus Schemeikkas Augen nicht herauslesen, welche Antwort er erwartete. Und auch Schemeikka selbst wußte nicht mehr, was er wollte.' Marja antwortete nicht. „Wohin willst du denn? Nach Haufe zurück?" „Dahin nie wieder!" rief Marja, sich von ihm losreißend. „Aber wohin denn?" „Einerlei, wohin! T)u setzest mich ans Land, vielleicht finde ich mich irgendwohin." Ein Weinen schnürte ihr die Brust zusammen, vermochte sich aber noch nicht durchzubrechen. „Hast du denn schon genug von der Fahrt mit mir?" fragte Schemeikka, einen vorwurfsvollen Ton annehmend. Marjas Züge strafften sich, es war darin ein Ausdruck wie im Antlitz eines Verzückten, eines der Gesichte schaut. „Mag meine Fahrt hier zu Ende sein, ich habe sa doch genossen, was ich mir mein Lebenlang gewünscht habe." Schemeikkas Auge loderte in Feuer, fein Blut brauste bis in die äußersten Spitzen der Adern. Viele Weiber hatte er ge- sehen und manchen Ausbruch ihrer Gefühle, aber niemals einen solchen Ausdruck, wie er ihn jetzt in Marjas Zügen sah. Man- ches hatte er Weiber sagen hören, aber nie das, was diese sagte und wie sie es sagte. Sie will nicht in ihr Heim zurückkebren, obwohl sie ein Heim hat! Geht eher davon, ohne zu wissen» wohin! Sie wird mir noch viel Freude machen. „Du kommst doch mit mir, Marja!" „Du willst es ja nicht!" „Ich will es." „Du willst es? Sag, Schemeikka, willst du es ganz wirk- lich?" flüsterte Marja, indem sie sich an seinen Hals hängte. »Ich nehme dich nicht mst Gewalt... aber wenn du gern kommst..." „Ich bin ja auch vorhin gern gekommen— oder glaubst du, du hättest mich mst Gewalt weggeschleppt?— Dul— Sag!" Da zog Schemeikka sie neben sich. Marja brach in Tränen aus über die Freude, daß sie nicht in die Stromschnelle zu springen brauchte— was sie getan hätte, wenn Schemeikka jetzt von ihr gegangen wäre. (Forts, folgt.) Gönner und Förderer in den Räumen des Preußischen Handeks- Ministeriums. Die Aussprache des stellvertretenden Vorsitzenden, Vaurat N c u h a u s, gab den Grundton, der durch die ganze Der- onstaltung hindurchklang: fester Wille zu stetiger Arbeit, in dem allein die Gewähr für den Wiederaufbau Deutschlands gegeben sei. In seinem Rückblick auf die Geschichte des Vereins hob der Vertreter der Preußischen Gewerbevcrwaltung, Staatssekretär Dönhoff, die wechselseitigen Beziehungen zwischen der Tätigkeit des Vereins und der Gewerbepölitik des preußischen Staates hervor, der von jeher im freien Spiel der Kräfte und der Selbstverantwortuna des einzelnen, in der sittlichen Hebung des Volkes Ziel und Zweck staat- lichen Gemeinlebens erblickt habe. Der Redner unterließ es dabei nicht, auf die Schattenseiten der großindustriellen E n t w i ck l u n g und des ungeheuren Fortschritts der Technik hin- sichtlich der sozialen Lage der Arbeiter hinzuweisen, und forderte als Grundbedingung für jede gedeihliche Weiterarbeit das Feschalten am Fundament der Weimarer Verfassung. Als Vertreter der Reichs- regierung sprocki sich Staatssekretär Giesberts gegen eine allzu mechanistische Auffasiung sozialer Probleme aus, und versprach sich alles Heil für die Zukunft von charaktervollen Führern, die aus einem inneren Drange heraus ihr Leben allein in den Dienst der Allge- meinheit stellen. Beim Festmahl im Hotel Esplanade bildete den Mittelpunkt die Rede des Handelsministers Fischbeck, der noch einmal die Verdienste des Vereins und dessen wertvolle Mitarbeit an der Tätigkeit des Ministeriums zusammenfaßte. Das Thealer Fol! es Caprice am Oranienburger Tor amüsiert durch drei possierliche Einakter. Besonders originell ist die Idee des ersten,„Doppelgänger", in dem das Doppelgängerspiel auf ganz lustige Weise, einmal so verändert wird, daß ein flinker Ehe- »pann, der einen Doppelgänger zu haben vorgibt, auf eine Imitation hereinfällt. Einen liebenden Polizeikommisiar. der wohl oder übel zu einem Einbrecher wird, weil man ihn mit der Frau eines an- dcrn überrascht, schildert„Der schlaue T h e o p h i l*. Das dritte Stück lein„Pfeffer und Salz" karikiert Szenen aus dem jüdi- schen Familienleben. An drastischer Komik übertrafen sich wieder die G r ü n e ck e r s, während Georg Erich Schmidt im Begriff ist, sich in ganz unerreichter Weise in den Stil einer eigenen, freien Kleinkunst hineinzuspielen. Else Brandt und R u d o l s i seien ferner anerkennend genannt. Zeugen gesucht, die die Messerstecherei am Sonntag nachmittag in der Involidenstrahe beobachtet haben. Auch die Dame, die meine» Klemmer nahm, wird gebeten, ihre Adresse anzugeben bei Regenstein, C. 19, Ccharrenstrahe 22, 2 Treppen. An der Volkshochschule Kroß-BerNn beginnen am Mittwoch, den LG. Jan., folgende Vortragsreihen: Prof. Nippoldt: Anleimng zu wisscnschaftlicheni Denken. Rcichstagsufcr 6, abds. 7 Uhr.— Prot. R ü h l: Die Grundlagen des deutschen Wirtschaftslebens. Gcorgcnstr. oilUS, abds. Ri Uhr.— Prof. L i e b e r t: Die Weltanschauung im Wandel der Zeiten. Neues Aulagebäude der Univ., abds. 7 Uhr.— Prof. Matschie: Nutztier mit Vorführungen. Jnvalidenstr. 43, abds. 7U! Uhr.— D r. I a e ck e l: Die phystkaltschen Grundlagen der clet- irischen Maschinen. Jnvalidenstr. 42, abds. 7tzz Uhr.— D r. M a- n o w s k y: Die Kunst Berlins und seiner Umgebung, ebenda abds. 7 Uhr. — Prof. Lampe: Wirtschaftsgeographie der auherdeutschen Länder Europas. Gleimstr. 49. abds. 7 Uhr.— D r. Stillich: Einführung in die Nationalökonomie, ebenda abds. 8 Uhr.— D r. K e s s e l e r: Sozialpädagogik. ebenda abds. 7 Uhr.— I. Schacht: Mathematik 4. Teil. Pasteurstr. 44/46, abds. 7 Uhr.— D r. F i n n: Die Grund- lagen der Chemie, ebenda abds. 7 Uhr.— C h. L e e t s ch: Die wir!- schaftliche Enwticklung des Deutschen Reiches 1870—1914, ebenda abds. 7 Uhr.— P. Burkhardt: Hausmusik, ebenda abds. 7 Uhr.— 91. Rohrberg: Die Logarithmen und der Rechenstab. Treptow, Neue Krugallee 5, abds. 7 Uhr.— Dr. I o k l: Ueber Musiktalent und Musik- ousübung, ebenda abds. 7V» Uhr.— W. Grabert: Meisterwerke der Erzählungskunst. Oberschöneweidc, Zeppelinstr. 11, abds. GM lüir.— Dr. Werner: Organ. Experimentalchemie. Neukölln, Kais.-Jriedr.-Str. 298, 7 Uhr.— Dr. Hirsch: Ueber die Entstehung u. Unterschied d. Geschlechter, Mrttcnwalder Str. 34/87, abds. 7H Uhr.— D r. L i p m a n u r Psycholo- aische Beobachtung in Haus und Schule, ebenda abds. IVj Uhr— D r. Oppemann: Der menschliche Körper im Mikroskop. Wilmers- dorf, Oberreolschule. abds. 8 Uhr.— Prof. Schünemann: Beet- - Hovens Symphonien. Uhlandstr. 91/92, abds. Klo Uhr.— Dr. Schnei- der 7 Die lyrische Dichtung nach Goethe, ebenda abds. Uhr.— L. Dreidholz: Die Gewinnung der technisch wichtigsten Metalle. Eharlottenburg, Hardenbergstr. 34, abds. 7 Uhr.— A. Stein: Die kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung Rußlands. Boddinstr. 34/38. «tuMkN. 7 Uhr. Die gewerkschaftlich-genossenschaftliche Versicherung.BolkS. fnrsorge« schreibt uns:.Die bekannten Maßnahmen der.Vitloria', die in den Kreisen der bei ihr Versicherten große Beunruhigung heroorgcrusen haben, veranlassen uns, daraus ausmertsam zu machen, daß die Rcchnungs» stelle 1 Berlin, Engelufer 18, werktäglich von 8—4 Ubr. Dienstags bis 7 Uhr und sonnabends- bis 1. Ubr geöffnet ist. Dorlselbst können alle Versicherten kostenlos sachgemäße Auskunft in ibren Versicherungsangelegen- Helten erhalten, damit sie nicht durch ooreiige Schritte Schaden erleiden." Achtung! Viktoria-Versicherte. Am Donnerstag, den 27. Januar, abends 7 Uhr, findet in den Hubertussälcn, Reinickendorf-Ost, Provinz- straße 97/99, am Bahnhof Schönholz, eine Versammlung der Viktoria- Versicherten statt, wo über die Vorgänge bei der Biktoriaversichenmg Auf. uarnng gegeben wird. Vorführungen von schSn-n Kleidern für die w Haus oder Beruf schassende Frau finden in nächster Zeit in den verschiedenen Stadtteilen von Groß-Berlin statt. Bei der Auswahl der Formen ist Wen ans Schlichtheit und Schönheit gelegt. Auskunft über Schnitte, Anleimng: kurfe und Anschaffungsmöglickkeiten wird an den Abenden erteilt.— Die nächsten Veransialtungen sind Sonnabend, 29. Jan.. 7 Ubr, im Werner-Siemens-Realgymnasium, Schönebo-a, Kiohenstausenstr. 47/48, und Montag, 8l. Jan., 7 Uhr, im Deutscyeii Frauenclub, W. 62, Kur- surstensir. 88. Ueber Berliner Humor in Wort und Lied spricht beute Dr. L« d e r e r, Aula Mittenwalder Straße 37. abends 8 Uhr. Reichsbund der Kriegibefchätssgten. Ortsgrupv« Steglitz, Mitt- woch, abends 8 Uhr, in der Oberrealschule, Elisenstraße, Versammlnng. Groß-Serliner Parteinachrichten. Heute, Mittwoch, den 26. Januar: 3. Abt. 7 Uhr ssunttionärsttzung bei Kracht, Lützowstr. 105. Wichtige 9t» sprechung zur Lanbtaqswahl. 3.-ud 4. Abt. T« Uhr Zahlodend im„N-tionolhof", Biilowstr. 37. S. Abt. 7 Uhr gahlabcnd in den bekannten Bezirkslokalen. 42. Abt. 7 Uhr gahlabend in deu bekannten Bezirtslokalcn. it. Abt. m Uhr Zahlabcnd in den bekannten Bezirkslokaleil. 28. Abt. 7>., Uhr zahlabend. Bezirke 237-239 bei«ltmann, Rqkestr. 2: 240-242 be, Bartels, Wörthee Sir. 19: 243» und 243d de! Becker, öchünhaufer Allee 273, Eecke Schwedter otrogc; 244 und 245 bei Meyer, Oderberger Str. 39. 47. Abt. 7 Uhr Zahlabend bei Diener, Buchftr. 8; Radzay, Brüsseler E trage 43; Senkel, Uirechter Str. 10. 102. Abt. kBaumschulenweg). Uhr Mitgliederversammlung bei Walz, csdienbachsir. 1. Tagesordnung:„Die politischen Parteien und dl« Landtags- wähl". Referent: Joseph Arndt. 10«. Abi.(Zohauni-that). 7Z6 Uhr Funktionärversammkung bei Gobin, 120. Abt.(Ar!edrich»seld«1. Die Wählerlisten liegen im Gemeindehaus, Wilhelmstr. 30, Ecke Echlohstrage, bis einschließlich Sonntag zur Einsichtnahme aus und zwar an den Wochentagen von 12—7 Uhr und am Sonntag von 10 bis 5 Uhr. Für diejenigen, die an der Einsichtnahme verhindert sind, haben sich zur Einsicht bereit erklärt: Genosse Salomon, Walderseeflr. 71, uud Genosse Obenaus, Berliner Str. 124. 131. Abt. tsiiedcrlchöubausen). 7% Uhr Mitgliederversammlung im Wil- Helmshof, siaiier. Wilhelm-Str. 64. Morgen, Donnerslag, de« 27. Januar: »arieufelde. TM Uhr Oeffcniliche Frauenversammluug, BerNner Str. 114, bei Moldenhauer. Reserentin: Genossin Todenhagen. Thema:„Land- tagswahlen, Sozialdemokratie unb die Frauen". ?ugenüveranftaltunyen. Verein Arbeiterjugend Sroß-Berli«, NW. 40, Z» de» sielte» 23. Heute, abends y26 Uhr: Ehaelattenbnrg: Jugendheim Rosiuensir. 4. Mädchcnabend.— Grunewald: Jugendheim Schul» Delbrückstr. 20, Diskussionsabend.— Kaulsbors: Zuaend- heim Schule Adolfstr. 25, Dortraa:„Wie ein Buch entsteht?"— Lichtenderg: Jugendheim Parkaue 10, Diskussionsabend:„Sind wir parteipolitisch?"— M«hl»d»rs: Jugendheim Schule Walderseestrahe, Vortrag:„Schiffsbrand auf hoher See".— Prenzlauer Dorsiadt: Jugendheim Schule Sencfelder Str. 6, Bortrag:„Die großen Utopisten".— Rosenthal: Jugendheim Schul« Kastanien- alle«, Bortrag:„Darwin und der Darwinismus".— Südpst(«ipeoickee vieetel): Jugendheim Schule Wruvgelstr. 128, Diskussiansabend.— Weddi»g: Jugendheim Schule Müller-, Ecke Trifftstraße. FreMgraty-Abond.— Westen: Zugendheim Bazlzewmtschul«, Kurfstrstenstr. 141» Bectrog:«SexucÄ» Hygiene", Im Reichstag fragte am Dienstag Abg. M e h r h o f(U. Soz.) wegen der Ermordung von Ar- beitern durch Reichswehrsoldaten im März 1929 in den Ortschaften Schallenburg und Tanzenhausen, Regierungsbezirk Erfurt, an.— Ein Regierungsvertreter erklärte, daß die Untersuchung im Gange sei. Die Strafverfolgung Crzbergers. Der Geschäftsordnungsausschuß beantragt, die Genehmigung zum Strasoerfahrrn des Abg. Dvkwell(Korn.) wegen politischer Straftaten zu versagen.(Angenommen.) Abg. Dr. kahl(D. Vp.) berichtet dann über den Fall Erz- b e r g e r(Z.). Die Strafkammer im Prozeß Erzberger-Helfferich hat als bewußt unwahr angenommen vier Behauptungen: 1. Die in einer Parteikonferenz aufgestellte Behauptung Erzbergers, der Reichskonzier habe ihm g-sagt, daß er auf die Durchführung der Steurvorloge keinen Wert mehr lege; 2. die im Juli 1919 in der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" un Auftrage Erzbergers aufgestellt« Behauptung, er habe die F7i e d e n s a t t i o n von 1917 erst nach Berständigung mit der Roi�'isregierung unternom- meni 3. eine Erklärung Erzbergers gegenübV Bethmam: Hollweg über den Zweck seiner Aktion im Auswärtigen Ausschuß am 12. Juli 1917: 4. verschiedene Behauptungen Erzbergers in Sachen der T i ef b a u a k ti e n-Gesellschaft Berger: S. endlich hat das Gericht die Erkllärungen Erzbergers über feine Beziehungen zu Thyssen als leichtfertig oder fahrlässig falsch angenommen. Ein- stimmig hat der Ausschuß beschlassen: Der Reichstag wolle beschließen, die Immunität auszuheben und die Genehmigung zur Strafverfolgung des Abg. Erzberger weacn Verletzung der Eidespflicht zu erteilen. Während die Erwägungen, die zu diesem Resultat führten, verschieden waren, herrschte Einstimmigkeit darüber, daß die Ausrechterhaltong der Immunität nicht schnblonenmätzig als Grundsatz angewendet werden dürfe, sondern daß man die Einzelfälle individuell beurteilen müsse: die Immunität sei nicht das persönliche Privileg einzelner Abgeordneter, sondern vielmehr ein zur Verfügung des Hauses stehendes kollektives Schußrecht. Der Zentrumsoertreter gab für scme Partei die Erklärung ab, daß sie für die Genehmigung der Strafverfolgung stimme, in der be- stimmten Erwartung, daß das. Verfahren unverzüglich auf- genommen und möglichst rasch durchgeführt werde. Abg. Dr. Geyer(Kam.): Ich habe in der Kommission dem Antrage zugestimmt in der Voraussetzung, daß es sich hier um ge- meine Bergehen handelt. Aber in der Kommission trat völlig zurück die Frage, wie diese Delikte entstanden seien. Die eigentliche Ursache der Strafverfolgung liegt in der infernalischen hetze der Reaktionäre gegen Erzberger. Diese Hetze hat sich der Presse und des Staatsanwalts bedient, sie hat sogar zu einem Attentat auf Erzberger geführt.(Lachen und Unruhe rechts.) Aus dieser Hetze sind die politischen Prozesse Erzbergers mit ihren ganzen Fol- gen entsprungen. Entscheidend für uns ist, daß es sich hier um rein politische Angelegenheiten handelt und daß man Erzberger als Abgeordneten ausschalten will. Wir stimmen daher gegen die Genehmigung der Strasverfolgung. Abg. Lcdebour(U. Soz.): Ich schließe mich diesen Ausführun- gen grundsätzlich an, da auch wir der Ueberzeugung sind, daß es sich um eine politische Hetze handelt, können wir der Strafverfolgung nicht zustimmen. Die Rechte konnte es Erzberger nicht oerzeihen, daß er einer der eifrigsten Förderer der Friedeusresolulion des Reichstags gewesen ist. Abg. Düringer(Deutschn.): Der Vorwurf, daß im Ausschuß die Frage nach den Ursachen und nach den Anlässen der Strafverfol- gung nicht geprüft worden sei, ist unberechtigt. Unserer Presse kann inan keine Hetze vorwerien, denn wenn man alles, was man von den Kommunisten täglich lesen mutz, ernst nehmen würde, dann müßte jeder von uns ein Attentat aus sich befürchten.(Stürmisches Gelächter auf der Linken.— Demonstrative Zustimmung rechts.) Die politische Seite der Sache scheidet für mich vollständig aus. Abg. Dr. Pseiffer(Z.): Unsere Stellungnahme bedeutet nicht, daß wir Erzberger fallen lassen. Er hat selbst den dringenden Wunsch auf gerichtliche Behandlung ausgesprochen, damit endlich mit dem Meineidsgerede aufgeräumt wird. Das liegt auch im Interesse der Wähler, der Parte» und des ganzen Reichstags.(Lebhafte Zustimmung.) Die Genehmigung zur Strafverfolgung wird gegen die Stimmen der Unabhängigen und äommuniffen erleilt. Die Genehmigung zur Durchführung einer Beleidigungsklage gegen den Abg. B r u h n(Deutschn.) wird oersagt. Ein weiterer Notetat wird dem Ausschuß überwiesen. Darauf wird die Beratung des Justiz et ats fortgesetzt. Reichsjustizminister Dr. Heinze: Dem Reichsjustizministerium steht die Verwaltung der unter- stellten Behörden zu, es muh bei den Geschäften aller Reichsmini- sterien rechtlichen Rat geben und die eigentliche Iustizgefetzgebung leiten. Unser Rechtsleben ist schwer erschüttert. Die Ueberproduttion an Gesetzen während des Krieges hat dazu beigetragen, dos Recht dem Volke zu entstemden. Gegen unser« Gerichte und Richter werden in der letzten Zeit die schärfsten Angriffe unternommen, die ganz unberechtigt sind. Im Falle Bogel und im Falle des Flensburger Polizeibeamten sind Verfahren eingeleitet worden. G gen den Oberleutnant M a r l o h liegt ein Urteil eines Kriegsgerichts vor, auf das wir keinen Einfluß haben. Die Marburger Studenten wurden von einem Schwurgericht freigesprochen. Zu einem Verfahren gegen Luden- dorsf wegen Beteiligung am Kapp-Putsch liegt dem R e i ch s g e- richt kein Material vor, das irgendwie zur Strasverfolgung genügen könnte. Weiterhin ist auf einen Erlaß des Ministers des Innern Bezug genommen worden, wonach die Berwaltung ihr Auge auf bolschewistische Bestrebungen zu richten hätte. Ich halte diesen Erlaß für absolut pflichtgemäß.(Unruhe links.) Im Verfahren gegen den vom Landgericht amnestierten Hauptmann v. Kessel hat die Staatsanwallschaft Beschwerde beim Kammergericht gegen die Amnestierung erhoben und im Fall Vogel auf Grund von Ranges Geständnis Wiederaufnahme des Verfahren» beantragt. Gegen die„Slaalsbürgerzeitung". die zu Verbrechen aufgefordert haben soll, ist gleichfalls das Ermittlungsverfahren eingeleitet. Nattirlich kann ich nicht leugnen, daß hin und wieder Fehl- spräche vorkommen, aber ich muß es ablehnen, daß deshalb die gefanite Justiz verdammt wird. Unsere Rechtsprechung muß nach wie vor in der Hauptsache ars dem gelehrlen beamteten Richtertum beruhen, dabei sehe ich es natürlich gern, daß es mit den Laien- elementen in angemessener Weste verbunden-st. Die Iustizvcrwal- tung gedenkt gleichzeitig mit dem neuen Strafgesetzbuch ein Straf- vollzugsgesetz vorzulegen. Ein Gesetz über die Stellung der unehelichen Kinder ist in Vorbereitung: der Entwurf eines Gesetzes über die Betriebsbilanzen liegt bereits vor. Das gesamte Prozeßrecht und die Gerichtsverfassung müssen reformiert werden. Eine neue Strafprozeßordnung liegt beim Relchsrat, eine neue Zivilprozeßord- nung ist in Vorbereitung. Die Tätigkeit der Wuchergerichte ist bedeutend intensiver gewesen als man gewöhnlich glaubt. Das Amnestiegesetzt ist durchaus unparteiisch noch beiden Seiten hin gebandhabt worden. Mit der auswärtigen Politik ist die Justiz vor allem durch die Frage der Verfolgung der sogenannten Kriegsverbrecher in Borbindung getreten. Die Aburteilung der drei Arbeiter vor dem Reichsgericht war nur auf sachlich«, nicht auf politische ers und �uftizöebatte. Gründe zurückzuführen.(Unruhe links.) Sollte etwa dos Gericht das Verfahren gegen die bereits Abgeurteilten zurückstellen, um eine Aburteilung der Offiziere zu beschleunigen? Daß noch keine größere Zahl von Versahren zu End« geführt worden ist, liegt an den ungeheuren Schwierigkeiten, die der Erledigung im Wege stehen. Die Auslieserongsliste ist nicht so genau und umfassend, daß mit diesem Material dos Verfahren durchgeführt werden könnte. Es was deshalb nötig, in jedem einzelnen Falle an die Alliierten mit dem Ersuchen um Üeberlassung des Belastungsmaterials heran- zutreten. Solches Material ist nur in einigen Fällen bereits eingegangen. Unterdessen sind selbstverständlich alle zur Aus- klärung des Sachverhalts nötigen Schritte in Deutschland unter- nommen worden. Die Erwartung, daß nach Eingang des Be- lastungsmaterials aus dem Ausland in kürzester Zell entschieden werden könnte, ob die ösfenlliche Klage zu erheben sei, ist leider nicht-in Erfüllung gegangen. Einwendungen gegen die Angaben der ausländischen Zeugen, die sich aus der Auslassung des Beschul- digten oder aus den Bekundungen von Zeugen, die in �Deutschland vernommen sind, naturgemäß ergeben, finden keine Berücksichtigung. Nach dem Bericht des Oberreichsanwalts sind von Italien, Serbien und Rumänien solche Ersuchen überhaupt noch nicht erledigt worden, von Frankreich und Belgien nur ein Teil, von England in einem umfangreichen Druckfaszikel erledigt worden, bei dessen Uebermitt- lung der englische Generalstaatsanwalt jedoch erklärt«, daß die An- gaben nicht als erschöpfend angesehen werden sollen. Da» Material ist überdies nach den Bedingungen der deutschen Strafprozeßord- nung gar nicht zu verwerten. Das Auswärtige Amt hat daher ein neues Ersuchen an den englischen Generalstaatsanwalt gerichtet. Um allen diesen Schwierigkeiten zu begegnen, hat«» Anfang Januar die englische, belgische und französisch« Regierung ersucht, daß der Oberreichsanwalt ihnen über die Log« der Dinge Bericht erstatten darf. Die englische Regierung hat sich zur Eni- gegennahme dieses Besuchs bereitertlärt, und der Oberreichsanwalt wird in der nächsten Woche nach England fahren. Die deutsche Justiz hat alles getan, um der Gerechtigkeit zu genügen Wir können aber nicht jemand verurteilen, besten Schuld nicht aus- geklärt ist. An den Schwurgerichten sollen alle Bevölterungskreise nach Möglichkeit beteiligt werden. Wir müssen olle dafür sorgen, daß die Justiz auf der Höhe bleibt, auf der sie sich jetzt noch befindet. Abg. Radbruch(Soz.): Auf unsere Fragen über die fehlerhaft« Rechtsprechung hat der Reichsjustizminister zwei ständige Antworten: Schwebt das Der- fahren noch, so erklärt er, nicht eingreifen zu können, und ist ein Urteil gefällt, so behauptet er wieder, an einem richterlichen Urteil keine Kritik üben zu können. Ueber die Rechtsprechung geht eine tiefe Erbitterung durch das Volk: tiefstes Mißtrauen wird ihr entgegengebracht. Doch Rechtsprechung ohne Vertrauen ist ein Unding. Zwar über die Ziviljustiz sind Klagen aus unseren Kreisen selten, denn vor den ordentlichen Zivilgerichten spielen sich nur interne Dinge ab. Unsere Klagen richten sich in der Hauptsache gegen die Strafjustiz. Im Strosrlchter sehen die richterlichen Kreise nur einen Richter zweiter Güte und es ist ein Zeichen unserer Zeit, daß man dem Prozeß um Geld und Guk mehr vedeulung beimißl. als dem um Leben und Freiheit! Die Klagen gegen die Strafjustiz erstrecken sich auf fast alle Fälle, wo der Prozeß soziale und politische Dinge berührt. Die Strafen für politische Beleidigungen werden mit zweierlei R!aß bemessen. Während schwere Beleidigungen gegen den Reichspräsi- denten und gegen feine Gattin mit ganz geringer Geldstrafe bestrast werden, während die Unruhestifter gegen das Breslauer Konsulat mit einer Gefängnisstrafe von emem Monat bis zu einem Jahre bedacht werden, wobei noch das Gericht ihre B eg n a d i g u n g be- antragt«, wird die leichte Beleidigung eines Generals mit tausend Mark Geldstrafe geahndet, die Beleidigung eine» volksparteittchen Abgeordneten(Kahl, D. Vp.) und die an Heinrich XXXVIl. von Reuß mit höheren Gefängnis st rasen gesühnt. Die Wucher- und Preistreibereigesetze führen zu einem unglaublichen Unrechlsznstand. Der Fall Birndörfer und der Fall Rosenthal-Dresden sind Beispiel« hiersür. Man sollte doch endlich lernen, daß man mit Äbschreckungs- strafen solcher Zeiterscheinungen nicht Herr wird, sondern daß man angemessene Strafen braucht, die auch wirtlich in jedem Falle durchgeführt werden. Das Amnestiegesetz sollte ein« Eni- spannung der Lage bringen, brachte aber nur weitere Spannungen. Unserer Meinung».och erstreckt sich der Degrisf„Urheber und Führer" in diesem Erlaß nicht nur auf die höchsten Führer, son« dern auch auf die höhere n. Run kommt aber das Reichsgericht und amnesttert alle, die es in die Hände bekommt. Ueber die Amnestterung Lettow-Vorbecks, des Oberpräsidenten Lindenumn und des Admirals v. Levehow hat ssch wohl die Rechte selbst gewundert. Die Begründung des Reichsgerichts ist bezeichnenderweise ein« auffallend kurze und lakonische! Wir haben mit wachsender Be- sorgnis gesehen, daß ein ganze» Jahr hindnrch keine Kriegsverbrecher jnt Abnrteilnng kamen. Als das Ausland ungeduldig wurde, erfolgte im Januar ein« einzelne, ganz belanglose Lerurleilung. Der Fall Bogel ist durch das Kammergericht einer befriedigenden Lösung zugeführt worden. Hoffentlich wird dies auch beim Falle Kessel geschehen. Während politische Verbrecher von rechts, die im Mittelpunkt der Cr- eignisse standen, plötzlich keine Führer mehr sind, werden� ganz unbekannte und unbedeutende Leute von links zu„Führern" be- fördert und nicht amnestiert Es wird nichts übrig bleiben, als eine allgemeine und nollständige Amnestie zu erlassen, um die Folgen dieser einseitigen Handhabung aufzuheben. Macht es Ihnen(nach rechts) keinen Eindruck, wenn ich Ihnen die Liste all dieser ungesühnten Mordlaten vortrage? D e Morde an Liebknecht, Rosa Luxemburg.(Zurufe rechts: Was geht uns da» an?)— Ja, das geht Sie an: die Mörder von Iogisches, Dornbach, Landauer, die Starnberger Mörder, die Mörder der katholischen Ge- sellen in München, der„VorwLrts"parlamentäre, der 29 Matrosen in der Französischen Straße, der Lojewski und Genossen, Schott- länders in Breslau, Paosches, die Mörder Iohnkes>md der Soldat Esser in Osnabrück— sie alle sind nicht verurteilt. Waren das alles nur unglückliche Mißverständnisse? Können Sie(zur Rechten) irgendeine Gegenrechnunq ausmachen? Schuld an diesen Fällen trägt die endlich beseitigte IRtlitSr'nsflz: aber vieles hat die Zivil- justiz noch wieder gutzumachen. Wenn im Prozeß der Marbnrger Siudenlen die Freisprechung infolge Monoels an Beweisen stattsinden mußt«, was tagen Sie dann zu dem Artttel der„Deutschen Zeitung", der mit den Worten endigt:„hoffentlich werden dem Vaterland« die braven Alarbnrger Studenten auch serner so gute Dienste erweisen?" (Lebhafte Pfuirufe auf der ganzen Linken, große Unrube rechts.) Drei Lehren gibt uns der Marburger Fall: Wir müssen erstens neue Bestimmunaen über Wafiengebrauch fordern, zum zweiten müss?n die Angehörigen von unschuldig Getöteten in dem Berkahren als Nebenkläger zugelassen werden, und drittens bedarf die Zusammen- setzung der Geschworenen- und Schösiengerichte einer oründlichen Nachvrüiung. In all den ongesüGrten Fällen bat kein Arbeiter aus der Geschworen enbank gesessen! Wie bei den Kaufmanns- und Ge- werbegerichten, den einzigen, die das Vertrauen des Volkes ge- nießen, muß auch hier die Verhältniswahl durch kommunale Körper- schaften eingeführt werden. Ich habe bei diesen Anfingen gegen die Justiz jedes starke Wort vermieden,«eil ich Sie zwingen möchte, sich nicht uher Schlaqworte. sondern über Tatfnchen zu äußern. Die Justiz bedarf einer qründllchen Verjüngung.(Redner macht dann längere Ausführungen über die Reform der juristischen Vorbildung.) Das Volkswirtschaft- liche Studium muß mit dem juristischen zu einer Einheit verbunden werden. Den Juristen muß Gelegenheit gegeben werden, das öffentliche Leben kennen zu lernen, z. B. durch Arbeiten auf Ar- beiterfekretoriaien. Die Referendare wüsten eine Vergütung er- halten, trotz aZsr finanziellen Bedenken, um die juristische Laufbakm , allen Volkskreisen zugänglich zu machen. Auch die Zulassung der Frauen, die von der Reichsversassung garantiert ist, muß endlich durchgeführt werden. Auch dürfen die Lehrer nicht mehr von der Tätigkeit als Schöffen und Geschworene zurückgehalten werden. Das , Verständnis des Volkes für die Justiz wird am besten durch Unlerrichl in der Staatsbürgerkunde t in den Schulen gefördert. Der neue Strafgesetzentwurf bringt große Fortschritte; worum ist die Reform des Strafvollzuges im Reichsrat stecken geblieben? Das Militärstrafrecht ebenfo wie das Beamten- gesetz hat kein Recht aus Sonderexistenz mehr, sondern muß dem allgemeinen Gesetz eingegliedert werden. Strafrecht, Strafprozeß und Strafvollzug müssen einheitlich reformiert werden. Der Justiz- minister ist von ollen Beamten seines Ministeriums noch der fort- schnttlichste. Es gehört freilich zu einer wirklichen Reform auch ein Parlament, das nicht nur kritisiert und agitiert, sondern schöpfe- risch mitarbeitet. Nur aus solchem Zusammenarbeiten kann eine Justizreform kommen, zu der das Volk Vertrauen hat.(Leb- hafter Beifall links.) Abg. Dr. Bell(Z.): Das Erfinderrecht der Angestellten und Ar- beiter muß stärker geschützt werden. Es liegen zuverlässige Nach- richten vor, daß an dem französischen Polizeigericht in Landau ein französischer Offizier schwarzer Rasse als Beisitzer teilgenommen hat' und seit Verlegung dieses Gerichtes der Neger auch als Bei- sitzer des Berufungsgerichts tätig sein soll. Er soll erklärt haben, jede Gelegenheit zu benutzen, um Weihen seinen Spott und seine Verachtung fühlen zu lagen. Rsichsjustizministerium und Außenministerium müssen im Falle der Richtigkeit dieser Nachrichten bei der Entente die nötigen Schritte unternehmen. Beim Erlaß des Amncstiegesetzes ist als Grundsatz festgelegt, daß die Leiter des Zentral Unternehmens von der Straffreiheit ausgeschlosten wer- den, wonach sich das Reichsgericht auch gerichtet hat. Unsere Recht- sprechung kann mit der des ganzen Auslandes jeden Vergleich aus- halten.(Widerspruch links.) Wir können mit der Berufung gegen Strafkammerurteile nicht warten, bis die ganze Justiz umorganisiert ist. Zu den Laiengerichten sind unbedingt auch geeignete Leute aus den Arbciterkreisen heranzuziehen. Abg. Dr. Varkh(Dnak. Vp.): Abg. Radbruch hat wenig sachlich die schwersten Beleidigungen gegen unsere Richter ausgesprochen. Die Marburger Studenten haben nichts getan als ihre Pflicht. (Zurufe links: Unerhört!— giroße Unruhe.) Im Falle Eulen- bürg hat auch der frühere sozialistische Iustizminister Rosenfeld nichts unternommen. Gegen die Kommunisten haben sich sonst auch die sozialdemokratischen Minister des Armes der Justiz gern bedient. Unerhört ist es, wenn Minister Severing am 2. Dezember in Salzuflen sagte, daß das Verhalten der Justiz eine Schändung dieses Namens bedeute.(Pfuirufe rechts, große Unruhe links.) Nie haben es früher die Könige und Fürsten gewagt, sich so unverfroren in die Justiz einzumisckien.(Dr. Barth kennt die chohenzollerngeschichte schlecht! Red.) Der„Vorwärts" hat selbst zu einem Einschreiten der Regierung ausgefordert, wenn das Verhalten der Richter dem Geiste der neuen Zeit nicht entspreche.(Wir haben eine Reform der Justiz gefordert! Red.) Die Garantien für die Unabhängigkeit der Richter sind eben überall durchlöchert, auch die Besoldungsreform trägt viel dazu bei. Die bayerilchen Dolksgerichte sind verbesserte Schöffen- geeichte, die viel zur Gesundung Bayerns beigetragen haben.(Ge- lächter links.) Die Ueberlastung der Richter zwingt sie, mehr als acht Stunden zu arbeiten, auch Sonntagsarbeit ist keine Seltenheit. (Zuruf links: Nur in Kommunistenprozesten!) Die schriftliche Be- gründung der Strakurteile sollte als überflüssig abgeschafft werden. Die vielen Amnestieerlaste und persönlichen Begnadigungen haben das Rechtsgefühl des Volkes schwer erschüttert. Dem muß endlich chalt geboten werden. Die deutsche Justiz wird unbeirrt durch chaß und Gunst der Parteien mit gutem Gewissen weiter arbeiten, denn alle schmählichen Anqr-ffe reichen nicht an sie heran.(Lebhafter Beifall rechts, Lachen links.) Mittwoch 1 Uhr: Weiterberatunq, sozialdemokratischer Antrag auf Einbringung eines Reichswohlfahrtsgesetzes, Uebergangs- Wirtschaft. Schluß HG Uhr.'__ /lue aller Welt. vas Gelsniher Grubenunglück. Räch amtlicher Feststellung hat das Oelsniher Grubenunglück bisher bereits 52 T o te gefordert; bei zwei Schwerverlehlen ist es fraglich, ob sie noch gerettet werde» können. Da» personal und die Aerzke des Hospitals arbeiten seit SS Stunden u n u ut e r- brocheu mit Sauerstoffpumpeu. allein e» war ihnen trotz aller Anstrengungen nicht möglich, die durch Gasvergifknag Vetrosteoen am Leben zu erhalten. Für sämtliche Toten finde» eine gemeinsame Trauerfeier statt, welcher der Ministerpräsident V u ck beiwohnen wird. Die Ursache der Schlagweiterkatastrophe ist noch ni cht er« gründet. Besonders schwer betroffen wurde die Famlie Schnappauf. wo der 46 jährige Vater und der 26 jährige Sohn als Ovfer zu be- klagen sind, weiter die Familie Liebold, von der 2 Brüder im Alter von 26 und 22 Jahren getötet wurden. Die Sufräumung-i« arbeiten sind ziemlich beendet. Welche Kraft die Explosion besetzen bat. geht u. a. daraus hervor, daß die gefüllren Kohlen- wagen in den Gängen dickt an die Schacktwand gedrückt wurden. Starke Pfeiler wurden wie Streichhölzer geknickt. Im sächsischen Landtag gedachte Piäsidcnt Jrößdork de» Grubenunglücks, widmete den Toten und Verletzten herzlich« Wons des Mitgefühls und reille mit, daß der Landtag bei der Beerdigung der Opfer sich vertreten lassen werde. Anschließend drückte Minister« Präsident B u ck das Beileid der Regierung den Opfern des Gruben- Unglücks aus. Die Regierung hat den Hinterbliebenen eine große Summe zur ersten Hilfe überwieien. öekefkaften der Redaktion. 3e6« für den Brieflasien bestimmten Anfrage fitge man«inen Buchstaben und e> n e Nummer bei. Briefliche Auskunst wird nicht erteilt. Eitiae An. tragen trage man rn der Juristischen SPrechstund«, Lindcnstr. Z, I. Sof vor. terre links, u°r. Schriststücke und B-rtr»«« find mitzuinngen. Schriftliche Auskunft wird nicht erteilt. I- 9Im 6- Juni 1920 erhielten Stimmen: E.P.D. 9 614 456; 4 895 317; Komm. Part« 441 995; D.D.P. 2 205334; Zentr. 3 540 LR- Bnat Nu' 3 736 77«; D. Vp. 3 630 31«: Bayf. B.-Vd. 218*34;' K-yr. Vpjl A«'94l"sann' L..P 319100: andere kleine Parteien 204 63«. Abgeordnete in derselben Röchen.' zahl(zur Rationalperfammlung in Paranthefe): 113(1651, 31 1221. 2 t-~) 45(7*), 69(90), 66(42), 62(22), 4(-), 20(-), 4(-),-(7). Die Vergleichs si'Wn nicht zur Hand; Zu. und Abnahme aus der Zahl der Adgeordneten er sichtlich.— 0. 99. Auskunstsbureau der Heil-tirmee, Gertralldrenstr. 1—3 oder Aufruf m einer vielgelesenen amerikanischen Zeitung(New Porter Volks. zeitung, New Porter Staatszeitungs». «.«p. 21. 1. In jedem Bankgeschäft; käuflich in der Expedition des „Reichsanzeigers-'. 2. Nach jeder 3, ehung durch den„Rcichsanzeiacr". 3. Ja. loder«.) A Deutsche Sterbekasse illr Personen beiderlei Geschlechts, Osselibach a. M., Vorsitzender Wich. Hinz, Be/rlin, Prinzenstr. 61. Die für Donnerstag, den 27. Januar angesetzte Vsrtvsuensmsnner-Verssmmlung müh infolge' der Gau.SeneraloersammIung aetiegk werden. Späterer Termin wird noch bekanntgegeben. Z04lb _______ Oer Vorstand. Nutzeisen jeder Art: Nnnd«, Mach-, Quadrat-«. Bandeisen, Gas-Siedc-Nohre, P-Trägeru.V-Eisen, �eldschmieden und Ambosse sofort ab Lager lieferbar Felix Kohls, BeriiU Dircksenstr. 12, Morinplatz. 12072. Ecke VoNatrestraße. Moritzpla« 12073. kioltsndrsnnkols»» stmir.>50.—, Xieiern p. stmlr. 135.— Irel Keiler, ofeniertig zerkleinert, liefert so ort z-n. WeiMMM. Baus Wilhelm w- im mmmmmmt DasarisliisppohleraiSlBstl�eV�r'je�rcÄJ?! in einer alten orientaiischen Bidliothek ist ein Dokument gefund.worde n. das ganz genau mitteilt, wer Jesi(S Christus war: ein Bundesbruder des Essäerbundes;\iner Art Freimaurervereinigung. Es ist der Bericht des Aeltesten diescsBundes inJerusalem an den Aeltesten in Alexandrien. Ein christiicherPriesterversuchte bei derEmdeckung das Dokument zu vernichten, da sich die ganzen mystischen Wundergeschichten auf einmal ganz natürlich erklären. Die Vernichtung gelang ihm aber nicht. Dieser Bericht Jst von Ferd. Schmidt ins Deutsche übersetzt. Kein Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand legenÄ Preis Mk. 6,50 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. W Gr. Bücherkaulog rratis. Albrecht Donath. Verlag, Lelt>rlg42 ritlanien» Juwelen Izanft auch groSc Posten KGUll zum höchsten Kurs, Amsterdamer Diamantenschleiferei fierr. 1-9'. 160 FrledrlckislraSe«60 Cmavis»! Ec- 3a,N sbe«eschlocht».. äg3S)S!9l''MrZf Sauf-, Horn-. Zrauenletdea. ncco. Schwäche. SypHiUo-Nurea. Dlufunfetfuiflungen, fpej.chron 6atnIciö.u.21usPüffe.CliIH-n�5lnfen-8cD0ifl. A..s?7eA"» Dir. O. Löser, Mllnzstr.9 Itatie Ztlexauderpleg. 9-1. 4-8, Smmtoae 9-1. Damen separat Wenn wir Sie sprechen könnten würden wir Sie sicher davon überzeugen, daß Sie durch uns bezo ene Anzug-, Patetot-, Hosen- Stoffe sowie Damentucbe unbedingt Vorteile haben. erlangen Sie sofort Muster, welche „ir franko an jedermann versenden LEhman!iÄÄ3my.Sprembergt.LSl Ibtes! z TuciitefsamUH'-t mll tlo, Fabrllut. zu kaufen gesucht Offerten mit Preis- und Systemangabe unter T. 17 an.di«. Hauptexpedition des„Vorwärts", LindenstraSe Z, erbeten Persii väscht «chnqeweifi, ersetzt Rasenbleiche, schont und erhält die Wäsche, spart Arbelt Seile u. Kohlen. Bestes und billigstes selbsttätiges I* Waschmittel Prei» Mk. 4.— de» Paket Benkel A Cle� Düsseldorf. I Der Weg zum Erfolg ist leicht zu finden, wenn man ohne Störungen arbeiten kann und nicht, an Kopfschmerzen oder Drücket» Flimmern vor den Augen IeideL"=7n den meisten Fällen hebt ein sorgfältig angechassies�lugengla�alfe diese�sefnverten' deshalb scheue niemand, der an diesen Erscheinungen leidet, die kleine Mühe, die Augen untersuchen zu Inveen ho! Optikermeister Max Trascb, Berlin SO, Dresdener Strasse Nr. 131(Kottboser Tor) Ihre Sehkraft wird gewissenhaft und vollständig kostenlos geprüft, Garantie für gut passende AugengElser Flache Gläser M.8.— pro Paar, gebogene(Punktoiik-Menisken)-Gläser M. 18.— pro Paar, Uoublü-Kncifer fiT 10— 1350 1850 Nickel-Kneifer M. 6,—. 8.—•■>■>•, na �Hützel an? Var oder Kredits ZU den billigsten prali-a U. laichtest»» Sedingunga».— Lieiere auch auswärts. Möbet-Groß Große Frankfurter Straße i Invalidenftr. 5, Eingang Ackerstr. Welcher Parteigenosse in Grotz-Berlin würde jungem kinderlosen Ehepaar l oder" leere Zimmer und ttlichendenutzuna ab. oaruttatau? Küchenbenutzung nur vor-»dar nach- wliiaae notwendig. Vobnunnsemt onoemeldet. StfL gu'chriltai erbeten unter W. 17 an die Hauptezpebttiou de« �Vorwärts', Andenstr. S Kriafsanlblbi wird zu>4*/••" Zahlung ganaamen 1 m peiziil w-b« Fesche Form auf Demassö gefüttert WM«MI w XrimmvrmSntvl... Söll l!i>Nkiei»!li>lM..185—650 Aslrsvksnmitntsl 376,526 8triolsz5— 6 Uhr. 30490 erst» Marken, zu soliden Preisen mit Garantie.* Bureaumödel und sämtlicher Bureaubedarf. mi mmmt C 19, Sabdatstrah« Z. Spezialarzt Dr. med. Wockenfaß Friüirichslr.125-0rar"en-� connt. 11— 1. 1 Tor. 11-L5-7 Syphilis, Harn-, Srouenltiben, Biutuntersuch. Schn«lle�ichere,schmerzl0seHeiIg. ohne Berussstärung. Teilzahlg.« viel«.An« Altmetalle kaust zu stob. Preisen Ziniwchmelze Prinzass.-Str.l 7., Mpl 146Z9 i Trotz Sturm und Reden sollten Sie zu uns kommen, es tonnt sidi! Die Restbesfände unseres Inventurverkaufs, verschiedene Gelcgenheitsposfcn und angestaubte Sdiaufcnstcrsachen kommen diese Wodie zu ganz außergewöhnlich billigen Preisen zum Verkauf; auf alle übrige Ware geben wir noch extra 10°/« Rabatt Sonnanend destimmt SMInS Besichtigen Sie die Auslagen unserer 4 Geschäfte Alexanderstr. 1 Z. Rosenflialer Str. 53. Landsberger Allee 143. NenKOnn, Bergstr. 31. Sonnaftend ftesMmmt Sdtlnft Kohnen � Joring GrShtss Spezlal- Gefchäfl für Volkskleidung aller Art Arbeits", Berufskleidung Herren- u. Knaben-Konfektion f H.»»»» m M■■«%«» Theater, Lichtspiele etc. j lnw.w.li...rrwacKgnnrmnmp....li.<....�nnnn«>Qaaaooooq«B Opernhaus Ritter Blaubart 7 Ohr_ Schansplelhaas Torquato Tasso 7 Uhr Deutsches Theater 8 Uhr: Cäsar und(Cleopatra Donn. 7: Kabale and Liebe Kammerspiele 71/|U.: Der pathetische Hut Don.?1/»: Flörindo. Hiöraufr Der Abenteurer und die Sängerin Kr. Schauspielhaus (Karlstraße) 7: FlorlanOeyer i22.Abt.,3.AbJ Do. 7: Fior.Ue,er(23.Abt.3.A.) Theater I. a. KOnisBratzer Str. Heute zum ersten Male Jekaterina Iwanowna Drama von Lconid Andrejew (Lucie Höflich. Paul Bildt, Uernburg, Pröckl, Römer Schlegel, Marba, Lehrrforft, Ab Donnerstag täglich; Jekaterina Iwanowna Sonntag nachm.: Hansell KomMienhaus '/{S: Die Sache mit Lola mit Max Pullenberg Jos. Dora a. G„ Ort. Wagner, Plcha, Behmer, Stieda. Kiper Sonntag nachm.:„Sie- Berliner Theater '/iSUhr; Die spanische Nachtigall Operette von Leo Fall mit FrltzlMassary Hau« Wasemann, Emmj Sturm. Julius Brandt, RcIntaoidPaeeb, Olju Engl Stg.3 Uhr: Der letzte Walzer. C'entrn t-Theuter 7 Vi: FrSD Bärbel(Operette) Ueutanhea Opern tinna vthr: Wilhelm Teil Vrledr. Wtlhelmxt.Tii -.-»Uhr. BoliElt die Tänzerin Kl. Mehua.plclhans vv, uhr; Reigen Koml.ehe Oper r;.u: ßaroneßeben Sarah La.t.plelhuaa 7'/i Uhr: Arnold Bleck(n Die schwebende Jungfrau Bietropol-ThoatcP u: Holland Weibchen Nene,»perett entbeut. 7v.u.{ Yu-Sh! tanzt SIene» V«Ikktheater 7«/, Uhf: Beauraarehaisn.SoiinenIels Mchill er-Theat. Chart. 7v,u.: Der ehem. Leulnanl Thalia-Theater 7v. uhr,- Mascottchen ffllt Hilde WSrner Th.nm.\ ollen dorrplnta 3V. Uhr: Der Bibliothekar v uhr: Wenn Liehe erwaehl Theater den Wentenn Derersien Liebe gollM Freitag zum ersten Male: Kehtt-al bcnhoeharlt Th.l.d.Kommandantenstr. 7 V. U. wallner- kesidenz- Theater Täglich rh Uhr: laiiyWiflilerDieres Fieber von Oskar wilde Arnslädi.Sand rock, korlt, Otto, Toellt, Falkenstein, Mamelok Sonntag 4 Uhr, halbe Preise: Die Ffenndln Trlanon-Theater uDas Wundermittel Käthe Haacfc, Julius Falken stein, Paul Morgan, Kurt von Möllendorfl, Luise Werek- meister, Alfred Nasse Sonntag 4 Uhr, halbe Preise: Der Roman einer Frau Kloines Theater Unter den Linden 44. Täglich 8 Uhr. Caaanova* Nohn Lustspiel von Rudolf Lothar. Eugen Burg, Mady Christians. Hans Albern. Helnr. Schroth. Morgen u. folg. Tage 8 Uhr: Casanovas Sohn • nu la uiu u(i an l c n s ii. Der verjüngte Adoiar Illncr-Theater Volksbühne Theater am Bülowplatz. Kabaleu.Liehe 7 Uhr: Lesslng-Theater 7 uhr: Peer Gynf Donnerstag 71',: Flamme Freitag 7 Uhr: Neueinstudiert Ein idealer Gatte Sonnabend und Sonntag 7Vz: JRfn Idealer Gatto Dentsches Künstler-Theater Allabendlich P/§ Uhr: DieScheldunpsreise fnit Max Adalbert und Trade Hesterberg Sonnabend.3 Uhr; vJSsSj; Fitziintz Rose-Theater 7". u- Johannisfeuer Caslno-Theater Lothringer Str. J7. Tägl.«/� Nur noch bis 3. Februar: Der Fehltritt einer Frau Freitag, 4. Febr., tum I. Malet Der GroSfUrat Berliner Posse in 3 Akten Sonmai; S'/f Eine tldele Eh«. Direkte Paisa ae-Gelesenheit I., n. und HI. Klasse ca. 10. Februar von Hambarg nach Pernambnco, Rio de Janeiro n. Santos Aug. Bollen Wm. Millsr's Nachfolger Nähere Auskunft ertellii HAMBURG 11 Admiratltätsstr. 38 ReichshaU.-Tiieater Abds. 7'/, v. u. Sonnt. nachm. 3 Uhr: Stettiner Sänger Nehm. halb. Pr.l -JteaeWelt— A. Scholz. Hasenhclde 114 Heute Mittwoch, 26. Jan. Bayer. Bierfest Gr, Schweineschlachten Anfang 6 Uhr 5 Kapellen SObayer.Mad'l Jet) Dienstag, Mittw- Donnerstag, Sonnab, Sonntag Polles Caprlce Am Oranienburger Tot Täglich Vt« Uhr: Pfeffer und Salz Der schlaue Theophil Der Doppelgänger Telephon: Norden 86S0 Kdmirals-Falast 'Die roten Schnhe Morg. 7b,; Die roten Schuhe Residenz Kasino Slnmenffc. 10 neben Residenz-Theater Tägi. dßtfifir.Rflll Sonntags �*7«Oglll für die ältere Jugend. Sonntag, ben 30. Januar; Bin Rosenfest in Nissa Rur Rundtänze «nfanq wochentags I, Sonntags 9 Uhr Cimt&ufdt ITSgl.?>-, Mittwoch auch I 3 D. nachmittags Das Märchenspiei Greils| Traum.— H. Storch- 1 SarraganlgZIrlCo-Proic.| PHILHARMONIE Mozart-Allend des Philharm. Orcheatefo Dirig Pro). R. Hagel unt. gef. Mitwirkung von Frau Valerie Doob(Qesang) Jupiter-Sinfonie Anfang 6 Uhr. Eimrltt 3 M. Letzte Woche Ballett Charell sowie der große Varete-Spielplan Rauchen sestatlctl IBKJNi Variete-Cafe jnoritzptatz OranlenotraBe SJ 34 Täglich 8 Uhr: Elite-Programm nofeel KOnigstadt-Theater Bahnhof JannowltzbrUcke Tägl. 7.30 Gala-Sänger Im Balloaal TANZ Theater am Hottbus. Tor Kottbuser Str. 6 TIgl. J'f, und Sonntag nachm. 3 Uhr Elite-S9nger Zum Schluß: „Tannhlnser" .(Parodie) Nachm.halb Preise Vor*. II I ,, u. 4 6. Speisezimmer/ Herrenzimmer Schlafzimmer/ Färb. Kleben Einzel-Möbel/ Polsterwaren i Besichtigung ohne Kauftvang eriefeitj B.FEDER Norden: Brnnnensiraiie 1 Oiten: Franklnrler Allee 350 Sflden: üntlbnier Damm 103 Weilen: ChariotieiiimrMOMmBtLl Auf Wunsch Zahlunf serlelchterung I Prozesse, a™. Beistand, mäßige Preise, Teil ng. Ehe-, Alimenten-, Straf ' 7 stehen, Steuern, Gnadengesuche. .*.Kr-z-------------..-v.... Landgerichtsrat Dr... AlezanderatraBe 48 Tietz)(9-7) Qlänt Erfolge! Beobäciitg. i r c h b a c h, Gesellschaft m.b.H. (am Alezanderplatz, gegenüber —';. Telz Köniest. 3593 Schall und Rauch im üioßen Schauspielhaus Dir. Hans v. Wolzogen. Telephon: Norden 8643. Konz. 7V, U, Beginn 81,, U. öussy Holl. Paul Oraeiz, Joachim Ringelnatz, Wolf KlltanlJ, Gregor Ratoti, Josepba Bursleen, Anne- •'Sr&fstlT'" ■MTasa,""'-, TK s l ich: 3 Tauberts Rieh. Frischbier HanSi Lindenau Curt Graf Georg Bauer Carl Geppert unu Tiliy Feiner vom Theater a. Hollen- dorfplatz Kapelle Oust. Gottsckalk Von weit und breit kommen die Paare an Richard Bonncek, um •ich zu verloben. Deutschlands größtes Spezial- Geschäft für Traurings. I Ring Dukat 0,900 gest. v. 143 M. 3n I. IV,, 0,900„ Stck. 303 M. 1. 2, 0,900„, 406 M. I, 0,385 gesL von 100 61t 210 M. je nach Gewicht I» 0�33 gest V. 38.50 bis 120 M. je nach Gewicht Alles fix und fertig tum Mitnehmen. Versand nscli außerhall). Riegenauswahl aller In d. Uhren- u. Juwelenbraaehe vorkommenden Waren, Stets Oetegenheilikäufe in Brllladteb. Diese Ringe Ornatnent Rose o. Mynhe sowie mit Inschrllt»Du bist mein",„Mit Willen dein Eigen" in 0,585 Gold von 240 M. an. Alle Weiten stets»orr, RICHARD BONNECK Hauptgeschäft t Berlin N, ScHSnhauser Allee 43 fMocn:>ahn; Darteiger Straße), Tel: Humb. 1344. Filiale: NO, Landsberger Allee 41, Ecke Petera, . burjer Straße. Tel.: Alex. 4390.» Telegtämm Adrette: Goldonkel, Berlin. Ankauf y. Gold n. Juwelen. Fahre,».vergütet Giro-Konto. TlieatereO.KisKeoi Gard/VerleiMist. Hleiic. Da««*- n. Heneu- n. Kln- derkostttw« zu Msskenblllen. Kos* tlimfesten und Film« Aufnahmen verleiht preiswert H.Graf, lierlin 99.37, SteinmctXstr. IL iranl« fanden, wenn alle» andere»ersagte. W nachweisbar noch Hilfe im Jtotnta- JnfHIut(Btjl- liche Leitung), BlUcherpl ah 3 (Hallefch. Tor), 10-1, 4 8. Sonnt. Ii— L Damen, Immer separat. Zeder Rranf, oerlanqe Vr. med. Ludwigs ÄufNärunasfchrlst für 2,60 M. in»»rfdjloffenent Ilm- schlage ohne Ttuchtud.— Au. gäbe de« Seibens erforderlich. Kinzelverhauf x Alaskafach»«, Kreuzfuchse, Pelzkragen von 100 M. M, Pelzmäntel, Herrea-Spertpelze S. Schlesinger Neue KOnigstr. 21 (OrddnnAQz«HaQA) hgiii Laden, II. Stoek Bitte genaa aet Firma B-fl aid Hagaaimmerti 21 icbisa! Korpulenz? Erkundigen Sie sieh Ober die Erfolge von Dr. Hoffbauers ä Entfettungs-Tabletten Keine Scfailddr&se Kein AblShraittel Ausführl. LIt gratis durch Elefanten-Apotheke, Berlin SW 213 Lelpal,er Str. 74 iDönhoffol l I ArtT 2(r. 719 Ktellenangedote\ Die«Norddeutsche Volks stimme" tu Bremerheren sucht zum sofortigen An- tiilt einen 186/20- LoKal-Berleliterstatter. Reflektiert wird auf eine tüchtige Krall. Bei Bewährung wird eventl. weitere Anstellung als Redakteur in Aussicht gestellt Die Anstellung erfolgt naeh den Bedingungen des Vereint Arbeilerpreste. Bewei bongen, aus denen die bisherige Tätigkeit hervorgehen muß, sind mit der Aulscärlfl.Bewerbung" bis zum 10. Pebruai 1921 an den Vorsitzenden der Preßkommlttlon. Richard Tronlcke, Geestemünde, Grünesir. 33, einzureichen. ftteiftiflett rebegnoonMen ßerren, Mt«tt Publikum umsugebeu verstehen, wirb von aller Berücherungs. z balUtr. 12 fl t. momeoie-Jaiiflire Süchtiger fe.bfldnbtgec Conlenrfärber für Echappeselbe In südbeut. schem Betrieb gesucht vsserten unter J. J. 13 220 an Radoll mos««, Berlin SW I» Simtiinono für Sägewerk als Oaratbellet gesucht, ver- traut mit Ausnutzung und Stapeln de« Holzes. Mann In gesetztem Aller, dem an dauetnder BeschUsligung liegt, reich« Dfierte ein unter(thirfre P. R. 630 an Rndals Masse »emhelmer Sttatz« 1._(M/5 Herrenwäsche»erlangt'm Sßclhrnbetf A dfuthmai Schäneberger Strotze 17a. ganiHDneo sofort ftsnebt, Meldungen 1 12-2 Uhr mittags oder 3-4 Uhr abends. AJandorfOcCo., Brunnenslrafle 19—21. Tfidhtlge ferkäuler und fflf Möbelstoffe Kleiderstoffe sofort gesucht Mßldungen: ll—a Uhr mittags 5—6 Uhr abends i. Jandorf t Co. Belle-Alliance-Straße 1/2. x Tüchtige ferkäurer für Möbelstoffe Gardinen Baumvollwaren sofort gesucht Meldungen: 5—7 Uhr abends i. Jandorf& Co. Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 118/119 Tüchtige für Korsetts Spitzen Stickereien Herrenartikel sofort gesucht Meldungen: 5— 7 Uhr abends. i. Jandorf& Co. Charlottenburg Wilmersdorfer Str. 118/119 für Möbelstoffe Kleiderstoffe Damenwäsche Damenkonfektion Blumen u. Federn sofort gesucht Meldungen: 12— 2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends i. Jandorf& Co. Belle-Alliance-StraBe 1/2. J Straßenhänöler für den„vorwärts* fitgen feste« Leh««ttk Vrazeul« für oBt Sladtt«»« werden sofort eingestellL Mtldungrn VON 3— 5 Uhr in der yauptexpeMon»e«.vorwärts', Llndenftroße Z, Laden. Nenstbewik! gegen Nuffenbopkott. Von der Auslandsvertretung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands(Menschewiki) geht uns folgende Er- klärung zu: Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands(Menschewiki) protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die Beschlüsse der Pa- riser Konferenz der Konstituantemitglieder vom 13. Januar d. I. Diese Beschlüsse stellen einen Versuch dar. aus die europäischen Regierungen zu dem Zwecke einzuwirken, um der Sowjetregierung den Abschluß von Friedensverträgen mit den westeuropäischen und den vom früheren Rußland losgetrennten Staaten zu erschweren und um zu oerhindern, daß mit diesen Staaten Handelsverträge abgeschlossen werden, die die Wieder- aufnähme von Handelsbeziehungen und das Her- anziehen von ausländischem Kapital zur Wiederher- stellung der russischen Volkswirtschaft ermöglichen sollen. Ein Erfolg derartiger Versuche würde eine weitere Verlänge- rung der gegenwärtigen unerträglich schweren Wirtschaftsverhält- nisse in Rußland zur Folg« haben mit allen sich daraus für das russische Volk ergebenden Leiden und Entbehrungen. Er würde die Vernichtung aller Hoffnungen des russischen Volkes auf Beendigung des permanenten Kriegszustandes und Eintreten einer Periode friedlichen wirtschaftlichen Aufbaues be- deuten. Er würde des weiteren eine äußerste Verschärfung des Zustandes von Mißtrauen und Verdächtigung mit sich bringen, der die Beziehungen zwischen dem russischen Volke und den von Rußland abgefallenen Völkern vergiftet, weil er das von diesen Völkern verwirklichte und von Rußland in Person der Sowjetregierung anerkannte Lostrennungsrecht in Frage stellen würde. Er würde schließlich— und das ist die Hauptsache— den Zustand sanktionieren und verewigen, demzufolge die euro» päischen Großmächte als die anerkannten politischen Vormünd-r des russischen Volkes anaesehen werden, die statt seiner auf Grund von Vorstellungen und Bittschriften verschiedener russischer Parteien zu entscheiden haben, ob diese oder jene in Rußland bestehende Re- gierung„gesetzlich" fei und ob die durch sie abgeschlossenen Ver- träge gesetzlich» Kraft genießen. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Ruß- lands bedauert, feststellen zu müssen, daß die in Rede stehenken Beschlüsse der Pariser Konferenz auf Grund einer politischen Der- einbarung zwischen angesehenen Mitgliedern der Sozialrevolutionären Partei(S.R.) und den Führern der K o n st i- tutionsdemokraten(K.D.) zustande gekommen sind, welch letzter« im Verlaufe der letzten S Jahre als der„Spiritus rector" aller Kreuzzüze wirkte, die unter materieller Unterstützung des inter- nationalen Imperialismus von der russischen Reaktion veranstaltet wurden. Die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands brand- markt mit Entrüstung diesen Versuch, jene Koalitionspolitik wieder zu beleben, die, wie im Jahre 1918, die Rechtssozialisten zu willen- losen Werkzeugen von Plänen macht, die von der russischen und europäischen Konterrevolution geschmiedet werden. In der lleberzeugung, daß die von bestimmten imperialistischen Gruppen Europas in die Feder diktierten Beschlüsse der Pariser Konferenz nicht den geringsten Einfluß auf die russische Politik der inrernationalen Arbeiterschaft ausüben werden und feine Energie im Kampf« für die bedingungslose Anerkennung von Sowjetrußland und die Wiederaufnahme von durch Der- träge geregelten Handelsbeziehungen mit ihm nicht im geringsten abmindern werden, erklärt die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Rußlands kategorisch, daß die erwähnten Beschlüsse der Pariser Konferenz in keiner Weise die gesellschaftliche Meinung in Rußland selbst widerspiegeln, welche allen Plänen durchaus feindlich gegen- übersteht, die unter dem Banner des Kampfes gegen den Bolfche- wismus, in der Wirklichkeit den russischen Volksmassen bloß eine weitere Verschärfung des Hungers und der wirsschaft- lichen Zerrüttung Mit sich bringen. Die Erklärung trägt die Unterschrift der Genossen R. Abramowitsch und L. M a r t o w. V der britisch-rusilsche tzanüel. London, SS. Januar.(MTB.) DaS Handelsamt veröffentlichte den Entwurf für das Handelsabkommen mit der russischen Räte- regierung. Die beiden wichtigsten Punkte beziehen sich auf die Ernennung britischer und russischer offizieller Agenten. die untch: anderen Privilegien Befreiung von Vcrhaftnng und Durchsuchung genießen, und auf die Garantie der britischen Regierung gegen die B e s ch l a g n a h m e deS russischen Geldes. Dem Abkommen ist hinzugefügt eine.Erklärung über die An- crlennung von Forderungen", in der beide Parteien bestimmen, daß alle Forderungen, die von irgend einer der Parleien oder ihren Bürgern gegen die andere Partei mit Bezug auf Besitz und Rechte oder auf Verpflichtungen eingegangen wurden, von den augenblicklichen oder früheren Regierungen beider'Länder und Parteien noch in einem neutralen allgemeinen Bertrage be- handelt werden sollen, der die wirtschaftlichen und politischen Be- Ziehungen beider Länder regelt. Deutschöfterreichs Dank. Dien. 25. Januar 1921.(WTB.) Der Präsident Weis- tirchner führte im Rationalrat aus: Der deutsche Reichspräsident hat in seinem Denkwvrt anläßlich des 18. Januar auch unser und unserer Leiden ge- dacht. Ich danke ihm von dieser Stelle für seine warmfühlenden Worte. Mit nie verlöschendem Dank sind wir der werktätigen Be- weise hilfsbereiter Gesinnung eingedenk, deren wir in schwerster wirt- schaftlicher Lage durch das Reich teilhaftig wurden. Die Vorbild- lichen Eigenschaften des Mutes, der Pflichttreue und der Arbeitsamkeit, wie sie dem gesamten deutschen Volke zu eigen sind, werden und müssen uns zum Ziel des Erfolges führen. Wir hoffen zuoersichtlich, daß die Zukunft dem Reich— und uns in Oesterreich— die Erfüllung unserer Herzenswünsche bringen wird. (Zustimmung.) In diesem Sinne bitte ich um die Ermächtigung, den Deittschen Reichstag und den Reichspräsidenten Ebert namens des österreichischen Nationalrates begrüßen zu dürfen."(Lebhafter Bei- fall und Händeklatschen.)_ warum öie Aburteilung Wilhelms unterblieb Die vom„Public Ledger" in Philadelphia allwöchentlich ver- anstalleten Borträge über das Entstehen des Friedens und die Rolle Amerikas brachten diese Woche eine interessante Vorlesung des ersten jurlsttschm Beirats der amerikanischen Friedensdcle- gation, James Brown Scott: Der Redner stellte fest, daß die Welt Holland zu unendlichem Dank verpflichtet fei, weil es die Auslieferung des Exkaisers wegen eines angeblich politischen Verbrechens verweigert habe, denn der Gedanke machte schaudern, was entstanden wäre, wenn die französischen und englischen Unterhändler ihren Wille», Wilhelm in die Hand zu bekommen, tatsächlich durchgesetzt hätten. Scott wies an Hand der Geschichte nach, daß monarchisches Martyrium immer nur den Erfolg habe, die betreffende Dynastie wieder auf den Thron zurückzubringen. Die Urheber des Friedensvertrages feien zwar darin einig gewesen, daß Deutschland und der Kaiser die Kriegsursache gewesen seien. Aber darüber bestanden große Meinungsverschiedenheiten unter ihnen, ob die Kriegserklärung ein Verbrechen darstelle oder nicht. In zahlreichen Sitzungen habe man darüber diskutiert, ob der Kaiser wegen eines solchen Ver- gehens abgeurteilt, vor allem in legaler Weife abgeurteilt werden könne. Jene Vertragsklausel, die feststellt, daß der Kaiser sich gegen die internationale Moral und die Heiligkeit der Verträge vergangen habe, ist, wie Scott enthüllte, nur eine Kompromiß-Formel. In der ersten, von Wilson herrührenden Fassung war von einem Verbrechen des Kaisers mit keinem Wort die Rede. Wilson war überhaupt �wider jedes Verfahren gegen den Kaiser. Zum Schluß seiner Ausführungen sagte Scott, daß die Alliierten es als eine Befreiung aus einer Verlegenheitssttuation emp- fanden, als sie die Bestrafung der auf der Auslieferungskiste stehen-. den Deusschen der deutschen Regierung selber überlassen konnten. wieüer ein Waffenlager entdeckt! Im Haus« des Führers der„Mittelstandspartei" Otto Katzen- berger in Pforzheim wurde in voriger Woche von der Kriminalpolizei ein geheimes Wasfenwger von 37 Handgran a- ten. 4000 Gewehren und eine große Kiste mit über 39 Karabinern beschlagnahmt. Katzenberger hatte bei verschi«. denen Gelegenheiten, in Sitzungen und Konferenzen, wiederHoll ge- droht, bei etwaigen Unruhen in der Stadt dem„Pöbel" den richtigen Empfang zu bereiten, was Verdacht erregte und zu Haussuchungen führte, die indessen ergebnislos blieben. Er hatte sein Waffenlager in einer geheimen Rssche eines dunklen Hausganges untergebracht, und erst den Nachforschungen des sozialistischen Stadtrats Speng- ler gelang es, dahinterzukommen. Es besteht in Pforzheim sogar der Verdacht, daß noch mehr solcher Waffenversteck« existieren, denn bei einer früheren Aushebung eines Waffenlagers in einem Schulgebäude wurden anscheinend nicht alle Waffen abgeliefert, und auch das jetzt entdeckte Waffen- lager war wohl aus diesem früheren Lager gefüllt. Katzenberger gefiel sich übrigens schon feit Ausbruch der Revolution als der Sprecher der äußersten Reaktion im Pforzheimer Rathaus und bei öffentlichen Deranstallungen. Richtlinien für üie fiufbaufchule. Aus dem Reichsministerium des Innern wird mitgetelt: Der Reichsschulausfchuß hat in einer Sondertagung in Weimar am 17. und 18. Oktober 1921 Richtlinien über dl? Aufbau- schule und die deutsche Oberschule beraten, die vom Reichsinini- sterium des Innern vorbereitet worden waren. Die Verhandlungen verfolgten den Zweck, eine einheitliche Grundlage für die praktische Verwirklichung dieser beiden Schularten, die grundsätzlich bereits in der letzten Gefamllagung des Reichsschulausschusses beschlossen worden war, zu finden. Das Ergebnis der Beratungen, die eine erfreuliche Uebereinstimmung der Ansichten und eine wesentliche Förderung der schwebenden Fragen zeittgten, wird nunmehr vor- gelegt werden, da das Reichsministerium des Innern und die Un- terrichtsverwaltungen der Länder in dieser für die Entwicklung des Schulwesens bedeutsamen Frage entscheidenden Wert auf die Mit- arbeit der Fachkreise legen. -• öefferftellungöecSchwerkriegsbeschaüigten. In der Dienstagsitzüng des ReickiStogSauSschuffes für die Kriegs- befchädigtenftoge erklärte mit Bezugnahme aui Eingaben und An- iräge nuf Berbesserung der Berforgung.Zgesetze für Kriegsbeschädigte ein Regierungsvertreter, die Regierung Hobe Maß- nahmen in AuSfickil genommen, um namentlich die Schwer- beschädigten besser zu stellen. Die RuhenSgrenze soll um etwa 2009 M. heraufgesetzt und auch die Elternrente erhöht werden. Zur Fürsorge für die Kinder der Kriegs- beschädigten sind bereits l99 Millionen Mark genehmigt. Die Teuerungszulage soll einer Revision unterzogen. Härten sollen auS- geglichen werden. Vom Zentrum, von den Sozialdemo- traten und von den Unabhängigen liegen Anträge auf Er- böhung der Rente und Heraufietzung der RuhenSgrenze vor. Die Erörterung darüber ist noch nicht abgeschlossen. Der Staaksgerichlshos. Der Ausschuß des Reichstages, dem dos Gesetz über den S t a a t S g e r i q t s h o f zur Lorberatung überwiesen ist, trat am Dienstag in die zweite Lesung ein. Die Parteien waren übereingekcmmen, zu den Grundlagen des R e- gierungsentwurfes zurückzukehren. Demgemäß wurde im § 1 beschlossen, daß der Staatsgerichtshof nicht beim Reichsoer- waltungsgericht, sondern beim Reichsgericht zu bilden ist. Der § 9, der die Zusammensetzung des Staatsgerichtshofes regelt, wurde durch die Annahme verschiedener Anträge so kompliziert, daß bei der Gesamtabstimmung über den ganze» Paragraphen sich nicht eine Stimme für den nach diesen Anträgen umgestalteten Paragraphen ergab(!). Der Ausschuß brach deshalb feine Ver- Handlungen vorläufig ab, um eine Verständigung über den Para- graphen zu erzielen. Betriebsbilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Der So- zialpolitifche Ausschuß des Reichstages beriet am Dienstag das Ge- fetz über Betriebsbilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, das eine Ergänzung zum Betriebsrätegesetz ist. Neben dem Gefetzent- wurf lagen dem Ausschuß gleichzeitig zwei Abänderung»- a n t r ä g e sbr, von denen der eine von den Mehrheits- sozialdemotraten, der andere als Kompromißantrag der büraerlichen Parteien eingebracht war. Beide Anträge sahen eine ausführliche Erläuterung der Betriebsbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung vor. Der Antrag Bender(Soz.) enthält eine Spezialisierung und Erläuterung des Umfanges der Betriebsbilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Aussprache wird son- gesetzt. Auswärtige Politik. Im Hauptausschuß de? Reichstages wurden die Beratungen über die auswärtige Politik fortgesetzt. Nach einer Rede des Abg. Dr. Hötfch(Dnak. Vp), der für die rühmlich bekonnte„starke" Auslandspolitik«in- trat, verlangte Genosse Bernstein eine Vereinfachung unseres diplomatischen Dienstes. Die innere Presse muß Rück- stcht nehmen auf unser Verhältnis zum Auslande. Redner be- sprach nach die Behandlung der Frage Eupen-Malmedy durch die deutsche Presse.— Abg. Schulz-Brombero(Dnat. Vp.) ersticht die Regierung dringend, für schleunige Ermoglichung der Option der aus Polen ausgewanderten Deusschen zu sorgen. In den mit Polen abzuschließenden Verträgen müssen die schärfsten Kautelen für ibre Erfüllung durch Polen getroffen werden. Die Postüberwachung soll nach unzähligen amtlichen Erklärungen nur bestimmt sein, Kapitalflucht zu verhindern. Au den vissen Be- weisen für ihre Verwendung zu anderen Zwecken kommt jetzt eine Haussuchung bei dem Berliner Iustizrot Victor F r ä n kl aus Grund eines Briefes noch Prag, der Angelegenheiten des Max Hölz be- triffk. Die Dresdner Staatsanwaltschaft wollte bei Fränkl die Korrespondenz mit Hölz beschlagnahmen— was übrigens auch ein schwerer Eingriff in die Anwallsrecht« ist. Dieser Mißbrauch der Postübenoachung ist«im ettnbtL Wivtfcfyafl: Znkernalionole Sohlenlage und Sozialksterung. Auf einer Versammlung des Zentralkomitees des Internationalen Bergarbeiterbundes in London wurde am Montag die allgemeine Kohlenlage in Europa nn Zusammenhang mit der Depression im Handel erörtert. Den Vorsitz fühlte Smillie. Vertreten waten England, Frankrcicb, Belgreir, Deutschland(durck Otto H u e und H u s e m a n v) und die T'cbeckio- ilowalci. Die vorgelegten Berichte über die Wirtschasislage in deit einzelnen Ländern zeigten, daß die Depression im Handel eine all- gemeine Erscheinung ist und daß an vielen Mittelpunkien Koblen- Vorräte angehäuft find. In Deutschland arbeiten die B/z Stunden Ueberschicht an zwei Tagen der Woche, inn den Bedingungen des Spa-AbkommenS nachziikommeii. ES wurden Berichte vorgelegt, in denen der Fortschritt in der SozialisierungSfrage in der Kohlenindustrie seit der Genfer Konferenz dargelegt wird. Nach Kenntnisnahme dieser Be- richte nahm das Komitee einstimmig eine Entschließung an, tn der erklärt wird, die Sozialisierung der Bergbauindustrie in jedem Lande sei von größter Bedeutung. Die Entschließung weist auf den energischen Widerstand hin, der von den Kapitalisten ganz Europas diesem Vorschlage entgegengesetzt werde, und fordert die Arbeiter auf, ihre Tätigkeit zu verdoppel», um die Ausbeutung der Bergwerke durch die Allgemeinbeit zu erreichen. Die Arbeiierklasie und die Gesamtheit werden outgesordert, bei ihren Regierungen aus die Annahme einer diesbezüglichen Gesetzgebung zu dringen. Zum Schluß fordert die Entschließung die Bergarbeiter der dem Bunde angeschlossenen Länder auf, keinerlei Abkommen mit den B e r g w e r k s b e s i tz e r n zutreffen, was inier-» nationale Aktionen verhindern könnte, um die allgemeinen En!- schließungen bezüglich der Soziolisierung zu vetwitklichen. Fahnenflüchtige Unternehmungen. Die Aktienmehrheit der Ver- einigten Königs- rntd Laurahütte A.-G. ist von mehreren tschechi- schen Konzernen ausgekauft worden, an deren Spitze der be- kannte sschechische Finanzmann W e i n m a n n sieht. Hierzu wird der TU. noch von besonderer Seite mitgeteilt,-„daß diese plötzliche Tschechisieruna eines der führenden deusschen Jndustriekonzerne, um so deprimierender wirkt, als gerade der bisherige Generaldirektor Geh. Rat H i l g e r, der sonst bei allen wirtschaftlichen Berhand- lungen Deutschlands mit der Entente als Vertreter deutscher Inier- essen hinzugezogen wird, an der Spitz« der Vereinigten Königs- und Laurahütte A.-Ä. steht." Roch deprimierender(um im Stile dieses weinerlichen Kommentars zu reden) aber wirkt es, daß anderen Meldungen zufolge diese„Ueberfremdung" erfolgt ist, weil man die Werke dem polnischen Einfluß bei einem etwaigen ungüns�i- gen Verlauf der Abstimmung entziehen wollte. Trifft das zu, so wäre es ein neuer Beweis dafür, wie leichten Kaufes die In- dustrie die deusschen Rechte preisgibt und sich zur k a p i t a l i st i- schen Internationale verflüchtigt Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch öberschlesische Meldungen, wonach die dortige Industrie mit französischen Bonksirmen in Verhandlungen steht, um von ihnen Kapital angeblich ohne Ueberfremdungsgesahr zu erhalten, War diese Desperadopolitik vor der Abstimmung nötig? Fleisch- und Wurstpreise. Man schreibt uns: Wenn sich in den letzten Wochen auch auf den Hauptviehmärtten ein kleiner Preis- rückgang bemerkbar gemacht hat, so kann von einem P r e i s r ü ck- gang für Fleisch und Wurst heute noch keine Rede sein. Trotz- dem in den Fleischerläden der Wsatz zu wünschen übrig läßt, auch hier und da sich Preisschwankungen bemerkbar machen, so sind denn doch die Preise immer noch so hoch, daß der größere Teil des beut- schen Volkes, und das seit sechs Iahren, auf den Genuß von Fstisch und Wurst zum Schaden seiner Gesundheit verzichten müh. Räch wie vor fahren die Händler ans dem Lande herum und über- bieten sich gegensettig. Die Forderungen der Landwirte werden infolgedessen stets überboten, die Zufuhren zu den Viehmärkten werden nicht größer und ein Preisabbau wird so verhindert. Reue Schiffahrtslinien. Wie der„F. Z." mitgeteilt wird, haben zwei der führenden Bremer Reedereien wieder«inen bedeutenden Schritt zur Wiederbelebung der deutschen Handels- i ch i f f a h r t getan, indem regelmäßig Privowerbindunoen mit deut- schen Dampfern zwischen Bremen und Svanien und zwischen Bremen und Finnland eingerichtet wurden. Die nach Spanien fahrende Linie fertigt Dampfer in regelmäßigen 19— lltägigen Abständen von Bremen aus ab, während der Verkehr noch Finnland zunächst drei- wöchentlich stattsindet. Im kommenden Frühjahr wird aber auch dieser Verkehr noch weiter ausgedehnt werden, sobald die finnischen Häfen wieder eisfrei sind. Der Zusammenschluß des Texssleinzelhandels. Vor einigen Tagen wurde mitgeteilt, daß am 24. Januar der„Zentralbund der Fach- und Ortsverbände des Textileinzelhandels" gegründet werden sollte. Entgegen den Bestrebungen der Versammlungseinberufer kam die Gründung des Verbandes nicht zustande, vielmehr erklärten die zahlreichen Vertreter der anwesenden Ortsverbände einmütig, sich dem„Reichsbund des Textileinzelhandels" unter gewissen Vorbehalten anzuschließen. Damit wäre eine fast rest- loser Zusammenschluß des deusschen Textileinzelhandels erreicht. Günstige Gelegenheit zum Bezüge von Motoren. Die deutsche Regierung ist von der Entente verpflichtet worden, die auf Grund frühe- rer Lieferoerträge mit der Admiralität fertiggestellten Diesel- motoren bis zum 31. März 1921 einer friedlichen Verwendung in der deusschen Industrie zuzuführen. Von die'en Motoren ist noch ein« größere Anzahl für den Bedarf der deusschen Wirtscbast käuflich zu haben. Die Preis« sind verhältnismäßig �1iie>rig. Alle Einz?!- Helten teilt die Reichstreuhand-Ge'ellichaft, A.-G.. Berlin, Abteilung Marin«, Behrenstr. 21/22, mit. Dort wird auch Auskunft über alle technischen Fragen der Verwendung der Dieselmotoren, u. a. auch durch Enssendung von Sachverständigen zur mündlichen Aufklärung erteilt. Bussische Sowiekaufträge nach Schweden. Die Sowjethandets- delegasson unterhandelte in den letzten Tagen mit den deusschen und deutschösterreichischen Filz- und Siebfabriken über Vergebung eines Mehnnlll'vnenaustrages in Sieben und Filzen für die russische Papierindustrie. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen teilt sie mit' Da es sich herausstellte, daß trotz der hohen Valuta die s ch w c- di schen Preise niedriger als die der deusschen und deutsch- österreichischen Fabriken waren, vergibt nunmehr die Sowjethandel?- delegation den Austrag an die schwedischen Fabriken.— Es wird Aufgabe der zuständigen Stellen sein, festzustellen, ob in der Tat übermäßige Preisforderungen der deusschen Industrie die VerHand- lungen zum Scheitern gebracht haben. Es liegt allerdings die An- nahm« nahe, daß die von der Absatzkrise schwer betroffene schwedische Industrie die Preise unterboten hat, um in jedem Fall d'e Aufträge zu erhatten. Sonst wäre es zum mindesten erstaunlich, daß man in Deutschland und Oesterreich gleichzeitig teurer produziert als in Schweden. Elektrische Licht- und Kraffanlagen Akl.-Ges.. Berlin."Der Ge» nerolversammlung wird, nachdem sie zwei Jahre long keine Dividenden gezahlt hat, die seit Bestehen der Gesellschaft höchste Dwidende von 19 Prozent vorgeschlagen. Außerdem wird die Erhöhung des Grundkapitals um 29 Millionen auf 69 Millionen Mark beantragt. Die Kapitalserhöhung soll dem Ausbau und der Erwei- terung der Beteiligungen an anderen Unternehmungen dienen. IM Proz. Ausschüttungen schlägt der Aufsichtsrat der M e ch o» nischen Weberei Sarau vorm. F. A. Martin u. Co. in Sorou vor. Neben einer Dividende von 29 Proz. sollen 1399 &äd Gratis attien Zll 1000 St. ausgegeben werden. GeVerMaftsbewegung Arbeitsaufnahme bei Lnöwig lloewe. Der BelriebSrat hat am Dienßtag vormittag wegen Wieder- aufnähme der Arbeit mit der Direktion verhandelt. Ohne zu dem Schiedsspruch Stellung zu nehmen� ist die Direktion bereit, eine freie Vereinbarung mit dvnr Betriebsrat zu treffen, dahin- gehend, dah der Betrieb sofort geöffnet und nach drei Tagen in vollem Umfange wieder hergestellt wird. Die Direktion macht aber die Oeffnung des Betriebes davon abhängig, daß der Vorsitzende des Betriebsrats, Mehlhose, der Betriebsrat S ta h ritz und F t e g e. der dem Betriebsrat nicht angehört, nicht wieder eingestellt werden. Die Wiedereinstellung von neun weiteren Arbeitern soll von einer Entscheidung des SchlichtungsousschusseS abhängig gemacht werden. Nach der Oeffnung des Betriebes treten dieselben Arbeitsverhältniffe in Kraft, die vor der Schließung bestandert. TaScheitzt, die Kurz« arbeiter werden drei Tage in der Woche beschäftigt. Am Dienstag nachmittag nahm eine Versammlung der Beleg« schafl Stellung zu dem Vorschlage der Direktion, dessen Annahme der Betriebsrat nach seinem mit 10 gegen 3 Stimmen gefaßten Beschluß empfahl. Der Betriebsrat verkennt nicht, daß die Ausschließung von drei Vertrauensmännern der Arbeiter eine sehr harte Friedensbedingung ist, deren Annahme den Arbeitern ungeheuer schwer fallen muß. Wenn er trotzdem die Annahme empfiehlt, so tut er das in der Erkenntnis, daß eine Fortsetzung des Kampfes nicht den Erfolg haben kann, daß die Gemaßregelten wieder eingestellt werden, daß er aber der Arbeiterschaft w e i t e r e n u tz l o f e Opfer bringen wird. Mehl Hose, der in der Montagsversammlung, die über den Schiedsspruch zu entscheiden hatte, sehr kleinlaut war, hatte am Dienstag die volle Kraft seiner Rede wiederge- funden und machte davon den ausgiebigsteq Gebrauch. Er bezeichnete den Vorschlag der Direktion als eine Provokation der Arbeiter und ihrer Organisation und sagte, wenn die Leitung des MetallaibeiterverbandeS nichts dagegen unternehme, dann könne er nicht länger Mitglied des Verbandes sein. Die Loeweschen Arbeiter sollten auS diesem Vorgang die Konsequenz ziehen und sich auf den Boden des V.K. P.D. stellen. Die Betriebsräte Wein er und Thalheim betonten, der Betriebsrat sei nach reiflicher Ueberlegung zu seinem Beschluß ge- kommen. Er könne es nicht verantworten, den Arbeitern einen Rat zu erteilen, der zwar ihrem Gefühl entgegenkommen, sie aber ver» urteilen würde, noch 8 b t S 14 Tage weiter zu hungern. ohne daß sie ihren Willen durchsetzen können.— Blumenihal trat namenS der Ortsverwaltung des Metall- arbeiterverbandeS für die Annahme des Direktionsvorchlazes ein und ver sicherte, daß die Organisation mit allen ihr zu Gebole stehenden Mitteln die Gemaßregelten schützen werde. Auch die Angelegenheit der Kollegen Mehlhose. Stahritz und Fiege werde vor den SchlichtungSauSschutz gebracht werden. Nachdem noch mehrere Redner für und gegen die Annahme des Direktionsvoischlages gesprochen hatten, forderte Mehlhose die Anwesenden auf, die Arbeit nicht aufzunehmen, sondern sich arbeitslos zu melden.— Fiege verwies darauf, daß eS in diesem Falle keine Arbeitslosenunterstützung gibt. Er forderte zur Aufnahme der Arbeit und zum Eintritt in die Betriebs- orgaUisation auf. In geheimer Abstimmung entschied sich die Versammlung mit 1020 gegen 620 Stimmen für die Aufnahme der Arbeit unter den von der Direktion gestellten Bedingungen. kommunistische Gewerkschaftsarbeit. Die Bezirksleitung Berlin des Deutschen Eisenbahneroerbandes schreibt uns: In der Nummer 33 der„Roten Fahne" prangt«in Artikel„Die Eisenbahner rechnen mit den Verrätern ab". Wo die Verräter an der Arbeiterschaft, speziell an den Eisenbahnern, sitzen, dürfte sedem Einsichtigen klar rverden bei Beachtung des folgenden: Die VJR.P.D., die sich mit äußerst auffälliger Liebe und Sorgfalt seit einiger Zeit der Eisenbahner annimmt, schreit inmmer mit dem bekannten großen Maul: was haben die Bonzen, die Arbeiterver- räter getan, die dringende Not der Eisenbahner abzuhelfen? Das, was geboten und bewilligt ist, kann keinem Helsen und schuld daran, daß so minimal« Bewilligungen zustande gekommen sind, ist natür- lich die Eewerkschoftsbureaukratie. Wie sieht es mit der Hilf« und der Sympathie der V.Ä.P.D. in Wirksichkekt ans? Mr erklären und haben Zeugen dazu, daß es der V.K.P.D. höchst unangenehm und gegen den Strich war, daß überhaupt eine Erhöhung der Löhne und Ge- hälter vor sich ging. Tätig« Mitglieder der VL.P.D. er. klärten, daß sie es sehr gern gesehen hätten, wenn die Regierung überhaupt nichts bewilligt hätte; dann wären die Masten nicht zu halten gewesen und die Geschichte konnte los gehen, natürlich im Sinne des allein seligmachenden Moskauer Diktats. Nun aber hat die Lohnerhöhung Beruhigung in weite Kreise gebracht und die schon so schön ausgemalte Aktion mußte ver- schoben werden. Und daß alle Hoffnungen der B.K.P.D. nur auf die Verkehrsarbeiter aufgebaut sind, beweist ja de? Ausspruch Brand« lers, daß der Eisenbahner st reik die Grundlage für die kommende Umwälzung sei. Damit und mit vielen anderen bekanten Taffachen ist klar bewiesen, daß die Eisenbahner nur als Stoßtrupp für die kommunistischen Ziele und deren Radaupolitik benutzt werden sollen. Und damit � vergleiche man die Ausführungen des einbildungsstarken kommunfftischen Redners G e s ch k e, man solle den Arbeiterführern mehr auf die Faust als auf den Mund sehen. Das sollte sich dieser anerkannt« Phrasendrescher Gaschke doch zu allererst beherzigen, denn er hat es .trotz aller seiner tönenden Worte bisher an einem Beweise seiner Intelligenz fehlen lassen. Wir bedauern bei all diesen Begebenheiten nur die Cisenbabner- kollegen, die so auf eine überaus wüste und verbrecherisch« Manier direkt der Eisenbahnverwaltung und somit der Reaktion hilflos in die Arme getrieben werden. Am Montag war es für die D K.P.D. ein großer Sieg, bei der sich so manch einer wieder den „Sowjefftern" verdient hat, für die Arbeiterbewegung war es wieder «in unauslöschlicher Schandfleck. Wenn die B.K.P.D. das als Gewerkschaftsarbeit und Klassenkampf betrachtet, wenn sie Versammlungen organisierter Kollegen systematisch sprengt und wenn sie Forderungen für die Eisenbahner durch ihre Stoßtrupps(deren Zusammensetzung ja satffam bekannt Ist) aufstellen läßt, so überlasten wir ihr neidlos diesen traurigen Ruhm. Wir aber wollen auf solche demagogische Art uns keine Anerkennung verdienen, weil jeder noch denkklare und ehrliche Gewerkschaftler es ablehnen muß, die Masten durch Phrasen zu berauschen und diele Arbeiterschaft in für sie nur verderblich« Puffche zn verwickeln. Wird uns von der leider durch d'e Zersplitterung der Arbeiterschaft mächtig werdenden Reaktion der Kaupf ausgezwungen, dann wird es sich zeigen, wer Kämpfer ist, zielbewußte und überlegt« Eewerkjchastler oder Maulhelden der V.Ä.P.D. Wer aber den Grundsatz hegt: Es müsten alle Mittel recht fein, dem ist nichts heilig. Es gilt auch bei einem Teil der V.K.P.D. der Spruch:„Verleumde kühn drauf los, es bleibt doch was von kleben!" Wir aber sagen: arbeitendes Volk erwache endlich aus deinem Schlaftaumel, um den wirklich rechten Weg zu erkennen! Streik in den städtischen Hospitälern. Vom Verband der Gemeinde« und Siaatsaibeirer wird uns aeffbneben: Das Personal de? Hospitals Buäj ist am Monrag in den Ausstand getreten. Veranlastung dazu aab der Leiter des Hospitals. Herr Oberinspektor Schell- Pfeffer. Seit Beginn seiner Tätigkeit im Hosvital bat es dieser merkwürdige Verwaltungsbeamte verstanden, mit einer nahezu sanatischen Berboriheit alle Rechte der Beschä'tigten zu ignorieren. Weder gesetzliche Bestimmungen galten kür ihn, noch war er Ver- nunstSgründen zugänglich; für ihn war ausschlaggebend der ihm anerzogene mil'iäiisch» Kommandoton. In einer Sitzung am 2l. Januar, an der neben dem Magistrats- Vertreter. Herrn Stadtrat Scholz, und Vertretern der Arbeiter und Angestellten auch Vertreter der Beamten anwelend waren, er- klärte Herr Schellpfeffer, bis zum Abschluß der gegen ihn schwebenden Untersuchung sich jeder Provokation gegenüber dem Personal zu enthalten. Aber nur drei Tage hielt dieses Ver- sprechen an. Am 24. Januar vormittags, alio zu einer Zeit, wo das Personal noch nicht an Streik dachte, bekommt Herr Schellpfeffer !�n blöden Einfall, den Betrieb du r ch Polizei schützen zulassen. Die>e Tatsache löste begreiflicherweile eine große Erregung unter den Beschäftigten au?, und in einer darauf folgenden Versammlung wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, die Arbeit niederzulegen. Die Beschäftigten der übrigen Hospitäler(Fröbel- und Palisaden st ratze) erklärten sich mit dem Vorgehen ihrer Kollegen in Buch solidarisch und»raten gleichfall» in den Ausstand. Die vorerwähnten Talsachen halten am Dienstag, den 2S. d. MtS..«ine Verhandlung im Hospital Buch zur Folge, an der Herr Stadtrat Scholz und Vertreter der Gewerkschaften teil- nahmen. Nach eingebender Aussprache, in der besonder« zum Ausdruck kam, daß der Inspektor Schellpfeffer als VerwaitungS- beamier auS all den vorerwähnten Gründen gänzlich ungeeignet ist. wurde seitens des Vertreters deS Verbandes der Ge- melnde- und Staatsarbeiter erklärt, daß der Schritt der Arbeiter- schaff als der einzig übrige anerkannt werden müffe und zum Zweck bat die Entfernung deSJnspektors auS dem Hospital. Herr Stadtrat Scholz gab die Erklärung ab. daß auch er die Haltung der Arbeiterichaft versieben könne und mit Rücksicht auf all die bisherigen Vorkommntffe gewillt ist, den Inspektor vom Dienst zu suspendieren. Entsprechend dieser Er- klärung wurde gehandelt und Inspektor Schellpfeffer dtt zn» MagistratSbefchluß vom Dienst entbunden. Die Beschäftigten haben auf Grund dessen die Notstandsarbeiteu i« den fraglichen Betrieben aufgenommen. Von dem Verhallen deS Magistrats wird es nunmehr ab- hängen, ob die Bewegung auf den bisherigen Umfang beschränlt bleibt, oder ob auch die Arbeiterschaft aller übrigen städtischen Betriebe wegen eines Mannes, der die Jntereffen der Arbeiter- schaft sowohl wie die der Allgemeinheit in schnödester Weise miß- braucht hat, in den Ausstand treten wird. Die Postbcamtenschaft und das Beamienrätegesetz. Am Sonntag, den 23. Januar, tagte in Berlin der außer- ordentliche Bezirkstag des Bezirksvereins Berlin deS Reichs- Verbandes Deutscher Po st- und Telegraphen- b e a m t e n. Der Bezirkstag war von mehr als 600 Delegierten besucht und nahm nach Erledigung innerer Organiiationsiragen Stellung zu dem Beamtenrätegesetz. Nachfolgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: Der Bezirkstag steht geschloffen hinter den Forderungen deS Verbandsdorstandes, des Deutschen BeamlenbundeS und des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes zur baldigen Verabschie- dung des Beamienrälege etzes. Sie können die der Beamtenschast in Art. 130 Abs. 3 der Veriaffung versprochenen Beamtenverlre« tungen nur in einem dem BelriebSräiegesey angelehnten Be- amtenrätegesey mit Schlichtung SauSschüssen er- blicken und lehnen mit aller Entschiedenheit die von den süddeutschen Beamten und den süddeutschen Regierungen geforderten Beamten- kammern ab._ Achtung, Steinsetzer! Da nach der Abspliiterung zur„Syndikalistischen Union" ver- sucht worden ist, uniere Zahlstellen an fia, zu bringen, wodurch bei den VerbandZlollegen Unklarheit herrscht, welche Zahlstellen kür ufts nun endgültig in Frage kommen, geben wir diele hiermn bekannt: Seeseld, Schulstraße 1l4' Sachse. Lindower Straße 26', Mann, Christianiastr. 7: Lirfflädt, Stargarder Straße 76',«kalt Bernauer Straße 14; Schulz, Kronprinzemtr. 47; Biebermann, Zorndorfer Straße 9; Hahn, Lintensir. 77; Bertich. Wiener Straße 38; Maaß, Bergmannstr. 97; Brückner, Reinickendorf, Provinzstr. 74; W'ltstruck. Weißeniee, LangbanSitr. 62; Thieme, Hermsdort, Bismarckstr. 42; Dietrich. Oranienburg, Mühlenstr. 17. Das Bureau ist Unechter Straße 15, IV. Autg. 2 Tr. bei Karl Hascheck. Unsere Monatsveriaminlung findet am Sonntag, den 6. Februar. vormittags'/z10 Uhr im Zentral-Kasino, Brunnenstr. 154, statt. Deutscher Transportarbcitrrverband. SettiandsfunlHonS«, Betriebsräte und Obmänner, beute abend, 7 Uhr, in der Berliner Boekbrauerei, Fidlcin. straße 213, allgemeine Funktionärv-rsammlung.— Sandelsarbeiter und-arbeite- rinnen aus allen Betrieben der Damen-, Mädäien- und Blusen-ltonfeltion. Donnerstag, den 27. Januar, nachmittags lbb Uhr, im Lokal von Wegener, Eeydelftr. SO, wichtige Gruppenversammlung— Branche: Ginlasgercr und ttassenboten, Bureaudiener usw. Donnerstag, den 27. Januar, abends W Uhr, bei MULcr, Gtraiauer Str. Sä, wichtige Branchenversammlung.— Chemische Branche. Gruppe: Verbandsstoffe. Gruppcnoersammlung Donnerstag, de» 27. Januar, 7 Uhr, in Wille» F-stsäien, Eebastianstr. SS. «llg-meiaer Verband der Deutsch«» Baulangestellten. Donnerstag, den 27. Januar, abends?zp Uhr. im Lehrervereinshaus, öffentliche Versammlung für alle in den Banken beschäftigten weiblichen Angestellten, sowie fitr die ver- heirateten Ävllegen und deren Frauen. Angestellte der Metallindustrie. Donnerstag, den 27. Januar, abend» szb Uhr, findet im„Äriegervercinshaus", Ghaufseestr. 94, eine Versammlung aller Angestellten der Berliner Metallindustrie statt. Fritz Schmidt vom Afa-Bund wird über da, Thema:„Was wird au» unserem Tarif?" referieren. Afa-Ortskartell Grog. Berlin. Verband der Buchbinder»nd Papierverarbelier. Donnerstag, den 27. Ja. nuar, nachmittags 4 Vi Uhr, im Dresdener Garten, Dresdener Str. 4S, Branchen» oerfammlung der in den Album-, Mappen-, Galanterie- und Holzrahmen. betrieben beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen.— Luruspapierbranckie: Betr. Chromo-, Steindruck- und Photobstriebe. Mittwoch, den 2K. Januar, nachmittags 5VH Uhr, in Haverland» Festsälen, Reue Friedrichstr. 35, Branchen- Versammlung. Verannv. für den redalt. Teil' Tr. Werner ipeiser, Charloltenbura. für Aazelgen: Tb. Glocke. Berlin. Verlag: vorwärls-Verlag G.m.b.H.. Berlin. Druck: Bor- wärtS-Buchdruckerel u. LerlagsanstaH Paul Singer u, Co.. Berlin. Lindi-iftt. 8. Hierzu 1 Beilage. Minzöl Tabletten sditiannvIImteTi. Erhältlich in den, Äpothehen und, Ihrogerien ff. von Gimborn-ArG. Emmevich a/RheiTi Besonders preiswertes Angebet in Wirtschaftsartikeln Scheuerbürsten.............. I90 275 Glanzbürsten...................... 285 Schrubber...................... 4" 675 Borstenbesen........................ 1650 Borstenhandfeger.............. 850 Zinkwannen nm-i............................. Waschbretter„n zmkewage.................. WaschwannenÄ?zbid.„........ 9500 Waschzober zmkbied,, m» tioiw-ä«,. 9500 4» 350 750 22« 1450 IS« 675 125oo 1300o Kaffeemühlen Hol*, mn wnlckdlcr Kwixl uns Trichter...... �.. 28�0 Wirtschaftswagen m.. 1.»-...................... 2750 3150 Brotschneidemaschinen mHRundm««,..... 6450 70°° Tafelwagen mit tiefer Meuingsdialc(10 kg).. 1 4500 Gasplätten vernlckvil. MII liloppe, 2 Eisen, 1 Erhitzer.........Qoenilur �9�0 Wannen verzink........................ 22« 25« 325o 3650 Emaille-Kaffeekannen««w,.... 12°° 1875 2250 Emaille-Milchtöpfe dekorier»........... 9°o 10°° 1050 Emaille-Teller«la.................................. I75 1» Brotbüchsen i-w 1«�.................. 32503500 Springformen........................... 650 975 Essbestecke........................... p«, 9751350 Kaffeelöffel �u„mm65pi. Esslöffel mLm 95� Bratenmesser„-.»»«h«mickdi.................. 1250 Küchenmesser...................... I75 350 Teeglashalter oi«.««*«9.................. 575 Tee-Eier Messing, vernicken.................... S50 975 T eebrüh löffei Messing, vernickelt................... 975 Speisezimmerkronen 7CA00 qa/y» Elektrische Stehlampen qcco elektrisch mil Seidenschlrni........................../ JW ZrvJlJ mit grünem Glasschirm..................................... ü�r�zim,,ierkronenl 1 OO00! 200°° 5*?le"S®ie"