Nr. 45 ♦ 3$. Jahrgang Ausgabe A Nr. 23 BezunSvretS: S«WltäferLSO,— aK ,monoti.lO�-äRl fre- ins onus voraus ahlbat. Poii- oriuq Monatlich ia- MU. rrfl. Hu 'tcUunqsqtbUhi. UmecHctuibanb ni: Seutichlanr anb Otfttrttich 16�0 M.» 'üt oas adrig, üuslonf o« ivalich «mmaL SuHfllunr 2150 arllunatn nssrntn in Oeiterrelch, Un.iacr, Tschscho-Elowalei, San». mar oüanv. u tmuucc, atn anb He Sdioea.— imartroom tu Dir Pvki- ei ninas Vre sllfte ?e«.Pormans� mit ort Sonniaa» bcilagr.Boll a.3nr* fr'difin' wnmrn- 'bflutr latrima Honn>aa< und Montags anma. Morgen-Ansgabe Tchraromm-iSbrsOe .»«llalboniotra, vor, in» berliner Polhi�lilatt ( 38 Pfennig� NnzeigenpretS: 5h* achtge, palten* SionparrMesell« todrtS.— i);.. T*u erungsiiu Ich lag 50«/, «Kleine Anzeigen- das i»tt- „»oruchtr War! L,~ 38.(jnlalfip zwei ettgebruckte Kart*), ede« weitere Bor«0 Big. EteLenyeluche und S-blaMellenanzeinen das erst» Wort S Big. ebes weitere Wort«Big Sorte ilber 15 Buchstaben»üblen für »tt Wort*. Trueninasinlchlaa 50°-« ?amil>en-Aiue!>,en wr Abonnenten Zelle 2.— M. polltlich« und ge- weriichaitliche Vereins> Anietgen i.— 381 dl» Heil* ohne Aufschlag. L lue, gen tt» d» nbcbfte Aummer aiulle» bis S Ahr nad mittags 1» öanotqtfdiStt, Verlin-ZW i linden- ilratz» S. abgegeben werden. Sebslnel oon» Udr»üb bis ö Uhr abends. Tentralorgan cter IbzialäernokratUcken Partei Dcutfchlands Neüaktion und Expedition: SW. öS. Lindenstr. Z rrnivrectier.«mi Mortnulnn.■Ht. t*>IUO— 15197 1 Freitag, den �8. Januar 19*41 vonvärlS'verlag G.m.d. h.» EW. öS, �indenstr.3 Kernivreeder: Ami Morinvla«. Nr. 117 5.1— 51 Tfthechoslowatifthe Außenpolitik. Reüe Dr. Senesch'. Prag. 27. Januar.o. etnoi Slilnb. n,», D» l!inj,|i«n,-in»-n-lSnb»«sn S,nn,i» ob»---------------------..-------........... punft ein, der den Beziehungen zwischen Jugoslawien, Rumänien«jnes magyarischen Aristokraten scheint weder aktuell, noch gut' diese Beachtung auch darum, well sie von den geistigen Kräften, und der tschechostowakischen Republik entspreche. i möglich. Aus der Entschließung der Votschasterkonferenz vom 2. Fe* die auf der Rechten wirken, ein ungleich klareres und unge- Tsta TOötf» nnvfb Worr« Ct. M�sstiO U mon A*sfs4 X«C. s:- A U �; r A A t j._'..cht____ Obrsv k. dynastie und den Adel bekommen. Man kann diese beiden füglich als den eigentlichen Kern der Ehrgemeinschoft bezeichnen, die bis zum Waffenstillstandsangebot im Herbst 1918 über das gewichtigste Machtmittel de» Staates, die preußische Armee, verfügte, und. gestützt aas diese Macht, in allen wichtigen Fragen der Laßeren und der inneren Politik Preußen» und des Reiches faktisch den Ausschlag gab. Gegen den willen de» König» und de» Adel» von Preußen tonnt« in Preußen und im Reich« bi» zum herbst 1918 nicht» Wesentliche» durchgesetzt werden. Jedes Wort dieses konservativen Geständnisses ist ein Keulenschlag auf die verlogene deutschnationale Partei- agitation. Hier wird in dem wissenschaftlichen Organ des Kon- scrvativismus von einem seiner Theoretiker offen zugegeben, daß der König und der Adel von Preußen ftir alles, was bis zum Herbst 1918 geschehen ist, die volle Verantwortung zu tragen haben. Das gilt für die ganze innere und äußere Politik einschließlich des Wafsenstillstandsangebots, zu dem die Reichsregierung von der Obersten Heeres lei- t u ij g gedrängt worden ist. Dr. Oettli führt dann in seiner historischen Analogie des Seußischen Staates weiter aus: Die„engere Ehrgemein- ast" habe zwar nicht durchweg aus Adligen bestanden, ihre bürgerlichen Mitglieder hätten aber vorwiegend dem R s° serve-Offizierskorps angehört. Das konservative Bürgertum habe dann den weiteren Kreis der Ehr- gemeinfchast gebildet, und dann geht es in„Kreisen" noch tiefer zum Kleinbürgertum, dieses wurde der Ehr- gemeinfchast durch das Unteroffizier«kvrps zugewandt: Der Unteroffizier war ein unentbehrlicher Bermittler der preußischen Geister zwischen der engeren Ehrgemeinschaft und dem waffentragenden Volt», da» durch die harte Schule de» preußischen Heeresdienste» ging und in ihr, od es wollt» oder nicht, einen Tropfen spezifisch preußischen Ehrgefühl« eingeimpft bekam. Man muß zugeben, daß kaum jemals noch ein klareres Bild des Preußen vor dem 9. November gezeichnet worden ist. König und Adel haben Ehre von Haus aus, das Bürger- wm kann sie unter Wahrung einer gewissen Distanz erwerben. dem gemeinen Volk wird sie mit dem Korporalstock eingebläut. I Wie war ober das Verhältnis dieses vollendetsten oller Kasten- staaten zur g e i st i g e n Kultur? Darüber sagt. Dr. Oettli: Gegen alle» Ornament im Leben hatte man ein leises Mißtrauen, von Kunst und Wissenschaft, soweit sie sich nicht unmittelbar in den Dienst des Staates stellen ließen oder doch die Erziehung der Staats- bürger förderten, hielt man nicht allzu viel, neigte aber ihren Vertretern gegenüber, wie jede wahre Aristokratie, zur Toleranz:„Es muß auch solch« Käuze geben." Das also war die Einschätzung, die der freie Gelehrte und Künstler im alten Preußen-Deutschland erfuhr. Wie ganz anders war da die Stellung des Kavallerieoffiziers: Wenn ich nicht irre, hat einmal ein preußischer König sich dahin geäußert, ein guter preußischer Savallerleofsi ier sei zu jedem hohen Amt in Verwaltung und Diplomatie geeignet— vielleicht auch wurde ihm diese Aeußerung nur von seinen politischen Gegnern in den Mund gelegt, um in ihr die RückstLndigkeit des preußischen Regiments zu kennzeichnen. Dabei sagt der Satz die schllchte Wahrheit. Aber, merkwürdig, selbst ihr Bewunderer, Dr. Dettli, kami sich gegenüber dieser vollkommensten Kaste eine gewisse Ironie «/l nicht ganz verkneifen. Denn obwohl er die kirchlich gläubigen Offiziere, die sich in ihrer..Gotteskindschast- geborgen fühlen. weit über die ungläubigen stellt, führt er über jene doch aus: Viele oon diesen Gotieskindern stellten den lieben Gott schleunigst nieder zur Disposition, sobald die Gefahr vorüber war— es waren große Säufer, Rauhbeine und andere Sünder darunter. Andere, die im gefahrlosen Älltag aus ihrer Frömmigkeit kein chehl machten, waren hinwiederum in Gefahr nicht imstande, die Gegenwart ihres Gottes zu erleben und suchten sich darum mit un- ziemlicher hast einer materiellen Deckung zu versichern, als sein? Hand sie ihnen bot. So über das herrliche Offizierskorps einer seiner Ver- herrlicher. Wie mag wohl für diese Helden das„Gebet vor der Schlacht" gelautet'haben?(Aber natürlich hat es auch andere gegeben, das oerkennt kein gerecht Denkender.) Die„engere Ehrengemeinschaft" verbunden mit kirchlicher Frömmigkeit war also auch nach dem Geständnis dieses kon- fervativen Theoretikers nicht allenthalben geeignet, voll- kommene Menschen zu erzeugen. Aber über solche Bedenken setzt sich sein reaktionärßr Dogmatismus teicht hinweg. Für ihn war das alte Preußen trotz alledem das vollkommenste Staatswesen, und was.zurückgeblieben, ist ihm eine ent- götterte Welt. So kommt er zum Schluß dazu, in diese Klage auszubrechen: Seit der Revolution Hirt man kaum von Duellen, und es ist unbegreiflich(allerdings: Red. d. V.), daß die Reichsregierung noch nicht daran gegangen ist, die rechtliche A u s n a h m e st e l- lung des Duells zu beseitigen. Sie würde kaum auf ernsten Widerstand stohen, denn die stolze Ehrgemeinschaft, die hier der Rechtsgemeinschaft, dem allgemeinen Staate zum Trotz, ihren eigenen Strafvollzug durchsetzte stHöre, Heinze! Red. d. V.) hat aufgehört zu sein. Wo sollte sie abch bleiben heute? Für Ehre und Ehr- gemeinschasten ist kein Raum in der wahrhaft demokratischen Re- publik!•' Hier fühlt man sich versucht, dem allzu aufrichtigen Ber- fasser durch die einzigen Argumente, die er auf diesem Gebiet gelten läßt, nämlich die handgreiflichen, begreiflich zu machen, daß es nicht erlaubt ist, uns„gemeinem Volk" so ein- fach Ehre und Ehrgefühl abzusprechen. Aber man lasse ihn lieber laufen in Anerkennung seines Verdienstes, uns so klar gezeigt zu haben, welcher Art die Zustände waren, denen wir entronnen find. Wer den Aufsatz dieses Dr. Oettli liest, der weiß, warum Deutschland den Krieg verlieren mußte und warum der S. November notwendig war. warum die Welt dieses System haßte und warum ein Volk, das zu seinem eigenen E h r b e w u ß t s e i n erwacht war, es nicht länger ertrug. Wer aber zurück will in die Zeit, in der nur Könige. Adlige, Offiziere und Korpsstudenten„Ehre" hatten, das ge- Meine Volk aber nur gerade soviel davon, wie ihm durch die llnteroffiziere„vermittelt" wurde— der gehe am 2l). Februar htn und wähle deutschnationol! Richter und Sozialdemokratie. ' In einer Zuschrift an bürgerliche Blätter wendet sich der „Preußische Richterverein" mit großer Heftigkeit gegen den sozialdemokratischen Wahlaufruf, der die gegenwärtigen Justizzustönde als einen„Höhst auf das Rechtsempfinden des Volkes" und als einen„Schandfleck Preußens" bezeichnet hatte. Das find gewiß scharfe Worte, aber sie entsprangen einem tiefen Rechtsempfinden, das fichbdurch die heUtigo Füstizprafris verletzt fühlt, darum ist Nut scharfen Antworten dieser Streit nicht zu erledigem Die»Richter sind Richter ist eigener Sache, wenn sie erklären:' s Der deutsche Richterstaub weiß sich von jeder Befangenheit gegenüber irgendwelchen Kreisen der Bevölkerung frei, und er kennt nur gleiches Recht für a l l e. f Wer gegen die Gesetze verstößt, wird gleichmäßig abgeurteilt, welchem Stande er auch an- gehört. Der deutsche Richter tus Unabhängig von rechts und von links, von oben und von unten, gleichgültig, wer gerade oben sitzt, seine Pflicht und spricht Recht ohne'Ansehen der Person. i Ein expressionistisch angekleisterter Raum. Die Lampen sind auf Stimmung gestellr. Rötliches Dämmerlicht. Ein fauchender eiserner Ose» bereitet Gemütlichkeit vor. Roch sind keine Gäste da. Jetzt öffnet sich die Tür von der Straße her, und eine hager? Ge- stall tritt ein, den Schlapphut tief ins Gesicht gedrückt, den Kragen des schäbigen Mantels hochgeklappt,' Fröstelnd reibt er sich die Hände und begibt sich zum Ofen. Darauf hängt er Hut und Mantel an einen Haken. Seine tief in den Höhlen liegenden Augen blicken mit müder Erwartung ins Leere. Obwohl es das Gesicht eines Jünglings ist, haben Leid und Entbchismg es ausgemeißelt und alt gemacht. Ein junges Mädchen, ebenfalls in ärnilicher Kleidung. kommt als Nächste, begrüßt den Jüngling, hängt den vom Regen durchnäßten Kragen auf und fetzt sich Abwartend nieder, Madonna aus dem Höllenrachen Verlins, von vielem Wissen leidvoll verklärt, ein junge« Ding, das nur lächeln, nicht lachen kann. Und eine dritte Erscheinung, ein« kohlschwarze Assyrerin, bleich, mit dürstenden Lippen, offenbar oon allen Fiebern des Perlangens geschüttelt, naht und bleibt vor den beiden anderen stehen� al» erwarte sie Bewunde- rung über ihren phantastischen Aufputz,' womit sie ihre Armut in Echönhett zu oerwandeln gedachte. Schließlich hängt auch sie ihren Krönungsmantel aus rotem Portierenstoff beiseite. Die Hausangehörigen sind versammest. Jetzt kommen die Gäste. Man hört schon oon draußen ihr Lachen'und Lärmen. Herren und Damen in Pelzen schieben sich herein. Em süßes Parfüm löst sich von üppigen Frauenschultern. Neue Gäste treten ein. Man begrüßt sich. Man kennt einander. Hahaha, das gürd hoffentlich die weite Reife vom Westen lohnen. Scheint ja ein verrückter Betrieb zu sein. Künstlerspelunke. Zigeunerwirtschaft.. Die blassen Künstler mit ihren zerquälten Gesichtern werden wie sellsame Tiere aus der Menagerie gemustert.<,, Man begibt sich in ein oberes Stockpoerk, wo die Borstellung beginnt. In der Garderobe hängen die ktzstbaren Pelze einträchtig neben den nassen Regenmänteln. Ein Seal flkstert empört zu einem Biber?„Es ist doch-eigentlich ein Skandal, daß mau keinen Unterschied zwischen uns und deNen da macht."», Oben spricht b*r Dichter. Nein, er weint, er wehklagt, er donnert, er klagt an, er zerschmettert. Seine Brust ist ein- Felsen, aus dem Ströme von Leid hervorbrausen. Es scheint, als ob die Natur selbst in Ausruhr geriete, wenn er durch sie sein« Schritte lenkt. Dann wieder- kann er fromm sein wie ein Kind. Blumen blühen unter seinen Füßen. Die Erde ist ein'verzauberter Garten. Die Madonna singt zur Laute. Rührende Kinderlieder. Ein- fäliig, süß, voll träumerischer Romantik. Die Assyrierin enthüllt die Raserei ihrer liebetrunkenen Seele, Nackt, ohne Scham, im Bewußtsein, ihres von der Natur verliehenen Recht», verkündet sie die Schrmikenlofigkeit ihres Begehrens. Der Es tut uns leid, sagen zu müssen, daß es außerhalb des Richterstandes wenige Menschen in Deutschland gibt, die das glauben. Die T a t s a ch e n. die eben wieder in der Justiz- debatte des Reichstags zu Wort gekommen sind— wir ver- weisen nur auf die ausgezeichnete Rede unseres Parteigenossen, des Kieler Rechtslehrers Prof. Radbruch—, reden eine zu deutliche Sprache. Wenn dann die Zuschrift des Richtervereins davor warnt, dieUnabsetzbarkeitderRichterzube- seitigen, so betritt sie damit ein offenes Diskufsionsgebiet. Nie- man will die Rückkehr zur Kabinettsjustiz in irgendeiner Form, es kann sich nur darum handeln, neue Garantien für die Unparteilichkeit der Gerichte zu schaffen, nachdem die Un- absetzbarkeit als solche versagt hat. Die Richter würden besser tun, an bitter notwendigen Reformen mitzuarbeiten, statt die Sturnpe der Kritik, den Aufschrei der gequälten Kreatur, mit einem neuen Unfehlbarkeitsdogma zurückzuweisen. Sie find ganz friedlich l Ztz den WTB.-Enthüllungen über die„Rote Armee in Westdeutschland".schreibt von dort. W. H. Lombartz der „Roten Fahne": Der'Zweck des ganzen Manövers ist natürlich nur der, eine Progromstimmung gegen die Kommunisten zu er- zeugen. Nach berühmten Mustern, wie sie vor jeder Wahl- bewegung zu finden sind, eine Bolschewistenhetze zu inszenieren, um so der durch die von Tag zu Tag steigenden Ber- elendung der großen Massen erzeugte Radikalisierung der Arbeller- schaft entgegenzuwirken. Leider gibt es in Deutschland noch immer selbst unter der Arbeiterschaft einen größeren Teil derjenigen, die nicht alle werden. W. H. Lombartz vergißt nur hinzuzufügen, daß das Beste zu dieser„Bolschewistenhetze" durch die kindischen Renommiste- reien der„Roten Fahne" getan worden ist. In diesem Sinne können wir sein Bedauern über diejenigen, die nicht alle werden, nur teilen._ die„rote' Reichswehr. Am-20. Dezember 1920 brachte die„Deutsche Zeitung" unter der Ucberschrift:„Was sogt Herr-Seoering dazu?" eine ihr von„zu- verlässtget Seite" zugegangene Meldung folgenden Inhalts: Am 22. November Hütten von 8 bis 3 Uhr nachmittags in den Forsten an iHr Bahnlinie Ruhland— Mückenberg rote K a m p f o r g o n i» s ati o n e n mit scharfer Munit'on geübt. Den Zeugen, zwei Volks- schullehrern, die mit ihren Klassen einen Ausflug machten, seim die Kugeln um die Ohren geflogen. Beide Herren, die gedient und im Felde gestanden hätten, hätten deutlich 5 Maschinengewehre sowie Handgranatendetonotionen unterschieden. Der Bericht fuhr dann wörtlich fort: „Von einem ebenfalls flüchtenden Walharbeiter erfuhren die beiden, daß es eine Uebung roterKampförganifationen aus dem. Freistaat Sachsen gewesen wäre. Vermutlich aus Furcht vor k o m m n n i st l fch e m Terror ist eine sofortige Anzeige bei den zuständigen Behörden unterlassen worden.— Ferner haben die Kommunisten an der Nordgrenze des Kreises Hoyerswerda zwischen Lautg und Mückenberg eine Funken st ation letzt schon im Betrieb. Auf der gleichen Strecke unterhalten st« emen Brieftaubendienst In der letzten Oktoderwoche wurden 80 fliegende Brieftauben ermittelt." Wir können nun der„Deutschen Zeitung" mitteilen, was „Herr Severing dazu sagt". Die amtlichen Ermittlungen habet» das Folgende ergehen: Riciff am 22. November, sondern am 9. November haben dte bekden inzwischen erwittelkeN Llchf« einen gemeiyfchast- lichen Spaziergäng ö h üe ihre Schulklassen unternommen.' Unter- wegs hörten sie an einer Bahnüberführung den Schall von zwei Maschinengewehren aus- westlicher Richtung. Sie setzten ihren Spaziergang ruhig fort und erltatteten auch nach ihrer Rückkehr in Ruhlond, da sie die Sache für belanglos hielten, keine Anzeige. Später erzählten sie einem Kollegen gesprächsweise davon, der e» einem Herrn v. Manteuffel, dem Organisator des Schutzver- bandes verfassungstreuer Schlesier im Kreise Hayerswerda, weiter- gab. Einwandfrei festgestellt ist nun, daß die von den Lehrern ge- hörten Schüsse aus ein Uebungsschießen der— Reichswehr auf Reichtum ihres Gefühls läßt sie die Preisgab« ihrer Seele ver- gessen. Eben waren Biber und Seal im Begriff in wachsender Em- pörung über die ordinäre Nachbarschaft außer sich zu geraten, als ein Herr und eine Dame die Treppe herabkamen und sie aus ihrer peinlichen Lage befreiten. Als gehorsame Diener gehorchten sie schweigend den Winken ihrer Herrschast Der Herr sprach zur Dame:„Diese Künstler verstehen sich an uns zu rächen. Sie zeigen uns unsere Armut. Findest du nicht auch, Mariott?" Die Dame zuckt? die Schultern und antwortete:„Wir wollen noch in ein anderes Lokal gehen, wv wir mehr unter uns find. Ich finde es unverschämt und unappetttlich, anderen Leuten s»m« Seelen- bloßen zu zeigen. Es ist,' al» ob einer seine Hühneraugen und Krampfadern herzeigte." Der Herr lachte. Der vornehme Mantel aber legte sich bei diesen Worten zärtlich um seine Herrin. Knax. Geometrie und Erfahrung. Die Akademie der Wissenschaften beging Donnerstag den Jahrestag ihrer Sttstung. Prof. Albert Einstein hiell den Festv orttag über„Geometrie und Erfahrung". Einleitend warf er die Frage auf, wie es möglich ist, daß die Mathematik, die doch ein oon aller Erfahrung unabhängige» Pro- bukt des menschlichen Denkens ist, auf Gegenstände der WirNichkeit so oorttefflich-passe, und wie denn die menschliche Vernunft ohne Erfahrung durch bloßes Denken Eigenschaften der Wirklichkeit er- gründe. Hierauf sei zu antworten: Insofern sich die Sätze der Mathe- motik auf die Wirklichkeit beziehen, find sie nicht sicher, und insofern sie sicher sind, beziehen sie sich nicht aus die Wirklichkeit Die volle Klarheit über diese Sachlage sei«Ger wohl erst durch die Richtung in der Mathematik Besitz der Allgemeinheit geworden, die unter dem Namen Axiomatik bekannt ist. Der von der Ariomatit erzielte Fortschritt besteht darin, daß durch sie daP Lvgisch-Formale vom sachlichen und anschaulichen Gehalt sauber gettennt werde. Nur das Lvgisch-Formale bildet den Gegenstand der Mathematik, nicht aber der mit dem Logisch-Formalen verknüpfte anschauliche oder sonstige Inhalt Die Axiome sind freie Schöpfungen des menschlichen Geistes, und alle anderen geometrischen Sätze sind logische Folgerungen aus den Axiomen. Die Axiome definieren erst die Gegenstände, von denen die Geomettie handelt Der Dorttagend« ging dann des näheren auf den Begriff der axiomotischen Geometrie und ihre Bedeutung ein, deren Aussagen im wesentlichen auf Slbleitung aus der Erfahrung, nicht aber nur auf logischen Beschlüssen beruhen. Die so ergänzte Geometrie de- zeichnet er als praktische Geomettie, der er besondere Bedeutung beilegt, weil es ohne sie unmöglich gewesen wäre, die Relattvitäts- theorie aufzustellen. Schließlich gelangt er zur Untersuchung der Frage, ob die Welt räumlich endlich ser oder nicht Diese Frage sei im Sinne ver praktischen Geometrie durchaus sttznvoll, und er halte es nicht für ausgeschlossen, daß diese Frage in abseh- barer Zell oon der Astronomie beantwortet werden wird. Für die Hypothese von der Endlichkeit der Welt könne ein theoretischer Grund geltend gemacht werde». dem Truppenübungsplatz Königsbrück im Freistaat Sachsen zu- rückzuführen war, das am 9. November von 9— 3 Uhr stattgefunden hat. Die Angaben über die F u n k e n st a t i o n und den Brief- taubendienst hatte Herr v. Manteuffel von einem Rittmeister Freiherrn v. R. erhalten. Die Ermittlungen haben ein völlig n e g a- tives Ergebnis gehabt auch haben die befragten, sämtlichen Schichten der Bevölkerung angehörenden Leute von Brieftauben nichts gesehen. Man sieht, daß die dürftigsten„Tatsachen" der„Deutschen Zeitung" genügen, um ihren Lesern vor„roten Kampforgani- sationen" graulich zu machen. Die Reichswehr aber wird höchst überrascht sein, in einem Blatt plötzlich als kommunistisch ver- feucht denunziert zu werden, das bislang«in c friger Helfer aller reaktionären Strömungen war, die in der Reichswehr zusammen- laufen. Erhöhuna der Kollestgelder! Der amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Die Frage der Erhöhung der Kolleggelder beschäftigt dif beteiligten Kreil? und sie hat namentlich in der Studenten schaft einen lebhaften Widerspruch hervorgerufen. Im Interesse der Aufklärung über die ganzen Vorgänge sei festgestellt, daß ein Beschluß über die Erhöhung der Kolleggclder überhaupt noch gar nicht vorliegt Im Iohre 1920 ist eine Erhöhung oon 5 auf 8 M. durchgeführt worden. Wie geringfügig sie ist, zeigt sich schon bei der Erwägung, daß ein Satz von 8 M. für die Semesterstunde, d. h. 16 M. für die Jahres- wockenftunde, bei einer durchschnittlichen Vorlesüngszahl von 37 Wochenstunden im Jahre, eine Vergütungoon nur zirka 4 0 Pf. für die Einzelsrunde ausmacht. Dabei ist zu beachten, da-;, abgesehen von der allgemeinen Geldentwertung, der Uni versitötsunterricht sich für den Staat noch ganz besonders verteuert hat. Bei den Universitäten kommen ia nicht nur die Kosten d?» allgemeinen Lehrbetriebs in Betracht, sondern darüber hinaus noch die außerordentlich hohen Unkosten für die �La b o r a t o ri e n, V e r s u ch s s ä l e, für die Botanischen Garten, die k l i n> schen Anstalten usw. Es soll keineswegs verkannt werden, daß mit der Erhöhung der Kolleggeldcr«ine Erschwerung der wirtjchafllickzen Lage der Stu- denten verknüpft ist. Aber diese Belastung trifft die Studenten wegen ihrer sehr verschieden g-artcten Wirtschaftslage ganz v e r- schieden stark. Es geht jedenfalls'nicht an, die Kolleggelder allgemein niedrig zu halten, um dem weniger leistungssähig-n. Teil der Studentenschast zu helfen. Es liegt kein Anlaß vor, die Leistungsfähigen mit angemessenen Kolleggcldsätzen zu verschonen, vielmehr müssen angemessene Sätze bezahlt werden, um daraus dir Mittel zu entnehmen für die Entlastung der materiell weniger Leistungsfähigen. Ob und inwieweit außerdem durch Aenderung des Stipendieuwesens odcr der S t u n d u n g s o o r s ch r i f r e n die neue Belastung gemildert werden kann, darüber werden noch Verhandlungen stattzufinden haben._ Agrarische Provokation. Der„Bossischen Zeitung" wird aus Wreslau gemeldet: Am Donnerstag. vormittag wollte die schlesische Landwirt- schaftskam m e r Im Breslauer Landeshause anläßlich ihres 2S jährigen Jubiläums eine Vollversammlung abhalten. Auf einer. besonderen Ballustrade wohnten ihr Berttcter der städtischen und Regierungsbehörden bei. In seiner Rede wandte sich der Vorsitzende, Geheimer Regierungsrat Klitzing, insbesondere gegen die«eue Steuergesetzgebung, und kam dann auf den E x t a i s e r zu sprechen. Das gesamte Haus erhob sich hierbei, auch ein Teil der anwesenden Regierungsräte, dagegen blieben der Brcs- lauer Oberbürgermeister Dr. Wagner, der Regierungs- p r'äfiid ett t Jaenlcke-'uNd- der�komtnissarifche v b er p rä s.i d en-'t für SbeeschiesieN, Bttta. s itz« m Daraüs ertönten stürmische„Raus"-. Rufe, Iaenick« tlnd'Wggner'wlirdm zum Verlassen des Saales ge- zwungen. Bitta stand nicht auf, blieb aber im Saale. Später, er- klärte Klitzing, der seine Rede mit dem Rufe:„Mit Gott für König � und Baterland" geendet hatte, sich bereit, über den ihm vorgewob"- nen Bruch des Gastrechts in der Versammlung eine eutschuldigeube Erklärung abzugeben, was er dann auch tat. Darauf verl eßen die Regierungsvertreter mit Bitta und dem inzwischen hinzugekommenen niederschlesischen Oberpräsidenten Zimmer, der ursprünglich auf der Versammlung die Red« halten sollte, gemeinsam das Landeshaus. Prof. Theodor Schiemann. dessen Tod hier bereit» mitgeteilt wurde, ist in der Oeffentlichkeit mehr durch seine journalistische denn seine geschichtsforschende Tätigkeit bekannt geworden. Seine Artikel in der„Kreuzzeitung" waren trotz der guten Kenntnis, die er als geborener Balte von Rußland hatte, nicht dazu angetan, der Ver- ständigung mit Rußland zu dienen. Als Lehrer der Berliner UiK- verfität und Leiter des osteuropäischen Seminars hat Schiemann manches zur besseren Kenntnis des Ostens beigetragen. Von seinen Schriften ist die große Geschichte Rußlands, Polens und Livlands und die Geschichte Rußlands unter Nikolaus 1. hervorzuheben. Seines Landsmannes Vi Hehn Schriften gab er heraus. „Kampfgas" ist weiter die Losung. Man schreibt uns: Neben dem Unterseeboot-Krieg ist es der deutschen Kriegführung besonders verübelt worden, daß sie die Kampfgase in großem Maßstabe an- gewendet hat. Die englisch« Propaganda hat nicht zum wenigsten diese„Unmenschlichkeit" benutzt, um den Deutschen vor der Welt die Rolle von Hunnen zuzuteilen. Es ist merkwürdig, wie wenig die Kulturvölker ttotz der langen englischen Geschichte den englischen Cant kennen. Man braucht nichts weiter zu tun, als die amtlichen englischen„Hunnenproklamationen" mit einer Mitteilung in dem bekannten ärztlichen Blatt„Lancet" zu vergleichen. Danach betteibt das englische Kriegsmlnisterium im größten Umfange die Weiter- entwicklung der Anwendung von Kampfgasen zu offensiven und defensiven Zwecken und errichtet an der Universität Birmingham eine besonder» Abteilung, in der die Heer- und Flottenärzte die Technik bei der Anwendung des Kampfgases erlernen sollen. Der „Lancet" ist wenigsten», was zu seiner Ehre gesagt werden muß, auf seinem Standpunkt stehen geblieben und warnt die englischen Aerzte vor einer bedingungslosen Unterstützung dieser Bestrebungen. Aber die englischen Militärärzte werden zu diesem Dienst komman- diert werden, und die Verwahrung des„Lancet" nird eine plato. nische bleiben. Im nächsten Kriege würde England die Kampfgase im größten Maßstab anwenden____ Musik. Das Vlll. Konzert der Volksbühne(30. Jan.,'.<>12 Uhr, Volksbühne) ist I. S. Bach gewidmet Mitwirkende Carl Flcsch, Emil Prill, Georg L. Walter, Wilhelm Scholz. Tie �»sephs-Legend«" von Rich. Strauh wird in ber Staatsoper unter des Kombonisten Leituno am 4. Februar ihre deutsche Uraufsührlrng erleben. Die Potivbar spielt Tilla Durieux, den Joseph Heinrich Kröllcr. Zlussische» Gastspiel tu Berlin? Ein Teil des Moskauer Künstler- tbeaterS unter Leitung von Katschalow, das sich in Sofia gesammelt hatte und auacublicklich in Agram gastiert, wird voraussichtlich im Mai ein Gastspiel in Perlin veranstalten. Gregoroviuö-Feier. Die von der„Deutsch-Jtalienischen Vereinigung" zur Feier des 100. Geburtstages von Ferdinand Gre- gorovius veranstaltete Festsihung, in der Pros P. Kobr die Gedenkrede hält, sindet am Sonntag, den 30., mittags 12 Uhr, Sommerstrage statt Verstaatlichung des Leipziger Konservatoriums? Tie Stadt Leipzig bcabstchtigt die Vcrstaaüichung des Leipziger Konservatoriums für Musck zu beantragen, wenn nicht eure yiel höhere Unterstützung gewährt wird. Teutkrhe und tschechische Künstler haben wieder ihre Werte in 9|J r a g gemeinsam ausgestellt. Die„Bohentia" schreibt dazu:.Die Veraniialtung der tschechischen und deutschen iiüniller, die in bewutzter Zusammenarbeit«tuSslelle». ist ein tunstierisches Ereignis oon groster Le» nr.45* 38. Jahrgang 2. Beilage öes vorwärts 5rettag�28. Januar 1421 .......,......_J kommenSen Sonntag AugblattverbrKltUNK. stehenden Fron Luise' S i m n n und deren jetzigem Geliebten, 42 Jahre alten Arbeiter Friedrich Schäfer. Memeler Str. Zg. mit einem Holzscheit und einer Relbekeule erschlagen woreen. Die Täter sind beide flüchtig und werden zurzeit noch gesucht. Schädel wurde van seiner früheren Geliebten, der Frau Si|pon, von der er in Unfrieden geschieden war. mit großem chofv per. folgt Sie hatte ihm schon wiederholt Austritte gemacht urr erschien gestern plötzl ch in der Wohnung der Frau Winkler im Peller- Geffentl. Mählerversammlungen GroßSerlw Die Stoötverorünetenwahlen ungültig. Entscheidung des Bezirksausschusses. Der Dezirtsausschusi Berlin hat gestern unter dem Vorsitz des Präsidenten Tull nach mehrstündiger Verhandlung in der Verwaltungsstreitklage der Deutschen Dolkspartei gegen die Gültig- keit der gesamten Berliner Stadtverordnetenwahlen und der Bezirks- vsrordncienwahlen in de« Altberliner Wahlkreisen 1— 6 folgende Entscheidung gefällt: Die Klage wird abgewiesen, soweit sie auf die Ungültigkeitserklärung der Wahlen zu den Vezirksversammluageu gerichtet ist: im übrigen werden die Wahlen zur Slodtver- vrdueleuversammluug für ungültig erklärt Die Kosten des Verfahrens werden den Klägern zu«in Zchnkel. der Veklogken(der Skadkverorduelenoersammlungj zu neun Zehntel auferlegt und der Wert des Streikgegenstoudes ans 5000 DL festgesetzt Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld, der Vertreter der be- klagten Stadtrerordnetenversammlung. wird gegen dieses Urteil Berufung beim Oberoerwaltungsgericht«inlegen. Erst dort wird endgültig über diese bedeusiingsvolle Frage ent, schieden werden. Aus dem Gang der Verhandlungen geben wir folgendes wieder:, Die Deutsch« Dolkspartei wurde durch die Stadtverordneten von Cynern und chuettchen, die Stadtverordnetenversammlung durch Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenield vertreten, lieber den Tatbestand SÄ!?. Z SÄaÄTÄ WW.'S 1 � � Berlin waren, wie seinerzeit berichtet, bei der Gemeindewahl am"ner R« i b e k e u l« auf«schahel em. wabreiL Freitag, den 2S. Januar:____ ,,____, 121 Abkellvng! Biesdorf- Süd, 8 Uhr abends. Köpenicker Srasie:' ständigen forlgesetzt werden. Oeffentliche Wählerversammlung. Thema:.Die wirtschaiAiche und die politische Lage und die LaNdtagswahlen�. Referent: Genosse Daranowskt desien Erhöhung die Stadt Berlin selbst dl>N größten Widerstand geleistet Hab«. Vom Generaldirektor Dr. Wnlsow wurde ferner u. a. darauf hinzewiesen, daß die Belastung der.«iraßenbahu mit jähr- lichen Berkehrsobgoben in Jfjohe von Ä DJliflicncu Mark in Fortfall toNlmen müßte. Aon den Herren Schiff'imd Pforr, die zur ein- gehenden Untersuchung und zu Vorschlägen wegen der Verbesserung des Betriebes der Straßenbahn herangezogen worden, waren, wurde die Notwendigkeit betont, die Material fenverwaltung und den Werkstättenbetrieb usw. zu raorganiiieren. Nur durch straffere technische und kaufmännische Organisationen ließen sich noch Erfparnisie von Belang und Erträge erzielen. Die Tarif. erhöhungen seien indes trotzdem nich�t zu umgehe n.i. Di« Beratungen, die. Siadtbanrot Dr. Adler tleitete und denen Stadt, käinmerer Boetz mit Stadtverordneten, dem Vorsitzenden Smdto. Frank u. a. be' wohnten, sollen unter Hfnzuziehung nein Sachver- Souniag. den Z0. Januar: 141. AbkÄluna: Rofenlhal-Vorf. Restaurant Bruselerg am Bahnhof. Referent: Arthur Häeßler. Ver neue Sahahof Krieürichstraße. Der Umbau des Bahnhofs Friedrichfucaße macht in der nächsten Zeit die Verlegung des bisherigen prooijnrifchsn Eingangs zu den Fahrkartenausgaben des Fernverkehrs notwendig, die in einem der westlichen Bogen des Bahnhofs verlegt v erden müssen, um Nunmehr ,die bevorflehenöen LanStagswahlea". 'bisher einen- Restaurationsbetrieb j S eh a l j e r h a l l e uick» in einen 2Y. Juni 1920 4081 Stimmzettel der Deutschen Boiksoprtei für un. gültig erklärt worden, weil sie Namen von Kandidaten derselben Bartei aus verschiedenen Berliner Bezirken enthielten. Dies« Stimmen wurden nachträglich von der Stodwerordnetenversamm- luna für gültig erklärt und das Wablergebnis dementsprechend ge. ändert Infolgedessen erhie-t die Deutsche Dolkspartei auf der Stadt- liste ein Mandat mehr, während die U.S.P.D. eins verlor. Auch im Derwaltungsberirk Tiergarten gewann dadurch die Deutsch« Bollspartei einen Sitz, während dort die Demokraten«inen ein- büßten. » Zum Urteil lößt sich vorläufig noch nichts sagen, da dl« schrist- lich« Begründung erst abgewartet werden muß. gedensall« ist das Manöver der Rechtsparteien, die erst, bei der Stadtocrordnetenoer- fommlung die Gültigkeitserklärung der zzi unrecht als ungültig be- zeichneten Stimmen verlangt und durchgefetzt haben und nachher auf die. ihren Anträgen gemäß erfolgte Gültigkeitserklärung die Klage auf die Ungültigkeitserklärung der Stadtvsrordnetenwahlen stützen, ols recht eigentümlich zn bezeichnen. Sollte es bei dem Urteil ver- , bleiben, so wird uns das ols Partei gewiß angenehm fein, da wir unsere konsequente Politik in einem neuen Wahlkampf vertreten werden. Zu bemerken wäre noch, daß der neugewählte Magistrat auch weiter zu Recht besteht und durch die Ungültigleitsertlärung der Wahlen nicht berührt wird, also auch nicht aufgelöst werden kann._ Totschlag aus Eifersucht. Cm oenes Kapitalverbrechen rief gestern abend die Mord- kommifflon der Berliner Kriminalpolizei nach der Friedrichs» selber Str. 52. Dort ist der 56 Jahre alte Arbeiter Paul Schädel von seiner früheren Geliebten, der unter Sittenkontrolle stc der- Friedrichstraße, der beherbergte, wird in eine inen aenniinsameu Zugang zum Stadtbahnsteig und zu der im Bau befir/izlichen städtischen Unter« ________ gru-ndbohn Nord-Süd umgewazWelt Auf der WestseUe der ± r t» r v_:,- n.., Friedrichstraße wird auf der nördlicher?'Bahnhofsseite ctg weiterer gef�ß des Harsses Friedochsselder Sw. 52. wo sich<5ch»el auf- Zugang zur Siadtbabn geschaffen. Ebenso wird hier auch der uj 1 1 Ii- Begleitung befand sich chr setzig«' Geliebter.' Her Ar- Haupteingang für die beiden Fernbah'lsteige angelegt werden. Di« nh' be'ter«chafer. Beide brachen m der Wintterschen Wohnung«inen! ursprüngliche Halle mit U-b erdach/ung der b«den Eisenbahn- >r. Z tre i t vom Zaune Ws Frau WinAer die«wntcnden �w Tur steige wird wieder erstehen, während Iber Stadtbahnsteig ein neues i binavsdranat«. leüt« kick d'.eier auf b-m Kellerllur kort. Ttnr*(Atirn Hallendach für sich erhält. Andererfsts wird zwischen den beiden alten Bahnsteigen und dem neuen llsahnsteig ein« Höhendifferenz von 7S Zentinietern bestehen, die nur durch Einbau neuer Eisen- tonstruktioncn ausgeglichen werden Kirnte. Die Eisenbahnverwoltuing hofft Hol gleichbleibenden Arbeitslei' stungen die Fertigstellung der NorUspite bis etwa zum Spät- f o m m e r durchzuführen und den ntzpecn Zugang zum Stadlbahn- steig im Herbst in Betrieb nehmen zu können. ---- Die Wasfensuche wurde gestern üff P a n k o w nnd R e i n i ck e n � d o r s- O st, fortgesetzt. Es wurden diesmal einzelne Straßenzügs einer genauen Durchsuchung uuterzonen, und zwar in Pankow die Schulze-, Brehme- und Florastraß� in Reinlckendars-Ost: Wille-. ! Albert-Freitag- und Teile der Proflinzstraße, sowie die Pankower | Allee.\ Seinen 60. Geburtstag begeht«y heutigen Tage der den Partei« genossen des ehemaligen 2. Berliner Reichstagswohlkreisen wohl« Frau Simon ein Holzscheit aus dem Holzkasten der Frai» Winkler nahm und ihren frühere« Geliebten damit bearbeitete. Beide schlugen so heftin auf Schädel ein. daß dieser besinnungslos zusammenbrach. und flüchteten dann. Die Leiche des Erschlagenen wurde befchlag- nahmt und dem SchauHause überwiesen. Da» Ende einer Liebe. Ter' allzu locker sitzend« Revolver eines jungen Bulgaren führt« gesieru im Westen zu dem blutigen Ausgang einer Eifer- fuchtsfzene. In der Trendelenburgstraß« 16 erschoß der 20 Jahr« alte Student Arnrando Rofanoff aus Rustichuck seine Geliebte, die 16 Jahr« alte Tochter Martha der Witwe S ch e- mi tzki und tötete sich dann selbst Der sunge Bnlgarp glaubte. daß das sunge Mäch«: ihm nicht treu sei. Die Eifersucht versetzte ihn so in Aufregung, daß er mit einem Browning bewaffnet, feine junge Geliebte in der Wobnung der Mutter aufsuchte, wo er nach! bekannte Genosse F r i tz Z i n k e. sler Jubilar gehört mit zu denen. kurzem WortweSiel die Waffe zog und mehrere Schüsie abgab. Eine Kugel traf die Tochter und tötete sie auf der Stelle. Beim Anblick der Leiche richtete Rofanoff den Revolver gegen sich selbst und erlag einer Kugel in die Schläfe. Das Sorgeakiuü Straßenbahn. Mit der Frag« der Wirtschafifichkeit und Rentabilität der Der- liner Straßenbahnen beschäftigte sich gestern ein Ausschuß, der zur Prüfung vom Magistrat beauftragt worden war. Als S o ch- oer ständig« waren u. a. hinzuaezogen worden: Aeneraldirektor Dr. Wussow. Prof. Dr.-Ing. G'efe. Ing. Schiff, Oberingenieur Pforr. sowfe der Betrieherat der Großen Berliner Straßenbahn. welche die besten Jahre ihres Lebeqs in der Berliner Arbeitcrbewe- sping zugebracht haben. Nach dem: Fall des Sozialistengesetzes galt es, den zersprengten politischen Organisationen wieder neue iist* Hänger zuzuführen. Um einen engeren Zusammenschluß der tätigen. sich ganz der Parteiarbeit msdmenqm Genossen herbeizuführen, wiyfc., den unter dem hormlosen Namen ,, Leseklub'' noch besondere Bereiner gebildet, die die sogenannte„innereMreisbewegung" darstellten, Zink« war Mitbegründer des zu diesem Zwrcke im Jahrs 1889 1890 errichteten Leseklubs„Vereinte Kraft". Im 3«hre 1900 wurde er in die Agita- tionskommission der Provinz.Vrcfpdenburq gewöhst, welcher er bi» zu ihrer Auflösung im Jahre Iglh angehörte. Hier galt es Sonn- tags hinauszugehen, um die LanPbcvölkernng für den Sozialismus zv gewinnen. Gleichzeitig fungüirte er von 1903—1908 als Ab- leilungsleiter der 8. Abteilimg tiMden). Getragen durch das Ber- trauen der Genossen, wurde ihn:, die Parteifpedition Mauerstraße Die beiden ersten Sachverständigen stimmten darüber überein,! übertragen und nach deren AuffAunq trat er in den Borwortsbetrieb daß der derzeitig« ungünstige Zustand und die Lqze des Unter«! als Expedient ein. diesem Poste«kcht er noch heute vor. Von Beruf nehmens vor allem durch den zu lange b ei b e h a schließende dramatische Nebejgscichlichkeit. Der Film zeichnet glän-' zend äußere Umrisse, versagt aber im Psychologischen. Solch alter j Bärenhäurergencral klappt nicht ohne weiteres bei einer xbeliebigen schönen Larve zusammen, um, so weniger, da seine Liebe urplötzlich aus unerfüllter Rache entsteht. Trotzdem setzte I a n n i n g s aus diesen Unmöglichkeiten ein sehr stark wirkendes Bild zusammen. Die fabelhafte Maske des einäugmen Generals mit der breiten Narbe über der Stirn trug dos ihriAZ dazu bei. Die opferbereite spanische Circe stattet Hanna Rolph mit mühsam verhaltenem Tempera-� ment aus, besonders gut in du® Szenen, da sie den Liebesdienst des Generals mühsam duldet. Die,, beiden hallen das Spiel auf solcher Höhe, daß die übliche Filmerei.sich auch in den anderen Szenen gar l nicht entwickeln kann. Alles Bildhafte erstklassig. Der allzu rasche Szenenwechsel störte zuweilen. Nebenbei sei erwähnt, daß napoleo- 1 Nische Grenadiere kaum wie»ehemalige preußische Soldaten zur j Parade in den Krieg gezogen kein mögen. Auch bewegten sich die Offiziere damals kaum mit tieser äffisch- steifen Grandezza im Preußenstil._ .Satan Diktator, Tragödie ei»«» Fürstengeschlechte» in 6 Akten", ist ein von Edmund Linke beaHeiteter und in Szene gesetzter„Prunk- film betttelt, den die O r i e t» t- F i l ,n- G e s« l l s ch a f t heran»- gebracht hat. Wer. durch den TitiJ verleitet, aktuelle Anspielung erwartet hatte, sah sich der der ErstaufsiAruna in den Olympia- Licht- spielen. blatwerbreiwna vom Lokal 7. Gruppe. Für die 5. Grup teiliaer sämtlicher Genossen i 115. Abt. /Lichtenberg)" Bahnhof Landshnt in Flammen? Der Bahnhof von Landshut in NiederbahetN soll seit Donnerstag nackunittag in Flammen stehen. Nähere Einzelheiten waren nichk zu erfahren, da das Ferniprecbamt nickt in der Lage war, Ver» bindungen mit Landsbut zustande zu bringen und die Auskunft erteille, daß sämtliche Telephonverbindungen durch den Brand zer« stört seien._ Eisenbahnunglück bei Erfurt. Am 28. Januar nachmittag» stieß ein Personenzug nach Sangerhausen am Güterbahnhof Erfurt mit einem einfahrenden Güterzuge zusammen. Durch Eindrücken der Stirn eines Personenwagens wurden 14 Personen ver- letzt. Mehrere Wagen sind entgleist und beschädigt. Ursache ist das Ueberfahren des Halt zeigenden Blocksignals durch den Per» fonenzug. Die Strecke ist eingleisig. Die Verletzungen sind teils erheblich, aber nicht lebensgefährlich und bestehen hauptsächlich in Quetschungen und Brüchen der Gliedmaßen. Die Schwervedegten wurden sofort nach dem Krankenhaus Erfurt übergeführt. Sani» tätsmannschaften und Aerzte waren unmittelbar nach dem Unfall zur Stelle. Brautschleier für Graupen abzugeben. In einem Aussiger Blatt steht folgende Anzeige: Braukschleier. einmal gebraucht, 2 Meter lang, gesttckt, statt 160 um 130 Kronen. Nehme Graupen, Haferreis in Tausch. So weit sind wir gekommen! Einen Brautschleier leinmal ge- braucht) für ein Graupengericht. Bald wird für Graupen ein« Braut zu haben sein. Aus der Schweiz ausgesieferk wird der Deutsche Mutschler» der als Täter des Raubmordversuchs im Schnellzug Basel— Frankfurt gilt und sich nach Basel geflüchtet hat. Eiseubahuunglück iu England. Bei Abermule in Wale» sind heute zwei Züge zusammengestoßen. Sechzehn Per- sonen wurden getötet und zwei verletzt. Gesthästliche Mitteilunsen. Der«usoerkauf bei ben Kleiderwerkea Vaer Sohn, alleinige Derkoufs- stelle in der Ehousserstr. 29/10, sindet in dieser Woche sein-Ende. Näheres sich« Inserat. Sport. Freie Turnerschast SchZneberg-BerNn(Mitgl. d. A.-T. n. 6p.-®.). 6onn- abend: Turnratssitzinig Punkt 7 Uhr, Seydelstr. Z.— Sonntag: 1. Jugend- Abt., Schnitzclpartie nach Potsdam, Pfaueninftl, Wannfee. Abs. 7.55 Potsd. Hauptbabnhof.— Freier Bandcrbuu». Sonntag: Reudabelsberg, Jagdschloß Stern, Saarmund, Teuftlefte, Potsdam. Abs. 7.05 Bhs. Friedrichstr.— Heute abend 7V4 Uhr: Mitgliederversammlung bei Diele, Boycnstr. 19.— Tonristen, oerein„Die Natuisicuad«" /Ortsgruppe Köpenick). Sonntag: Märkisches Muftum. Trefsrn: Kölln. Fischmarkt, 10 Uhr. Rachmittag» anschließend 6 Uhr Heimabend im Zugendheim. «rbetler.Radfahrer.Bnn»„Solidarität" /Ortsgruppe Berlin). Touren für Sonntag, den so. Januar. Sämtlich« Abteilungen nach Johannisthal, Bota» Parkrestaurant /Bercinstour). Vit schlechtem Wetter per Bahn. Start lib Uhr an den bekannten Stellen. Daselbst Lichtbilder, Sächsische Schweiz, die Mark und anderes, sowie Brrlosung eine» Fahrrades. Eintritt 1 M. Erwerbslose freier Eintritt. Heute, Freitag, den 28. Januar, 7 Uhr, Zentralfahrwartsitzung. Rungestr. 7, bei Heinrich. Erschrinrn der Fahrwart« ist Pflicht. Auskiinft über Touren erteilt Otto Hankel, gentralsahrwart, Rriikölln, Licht«nrad«r Straße S1, Arbriter-Radsahrrr-Berrla„Sroß-Berlin". Sonntag, den»0. Januar, nachmittags Ith Uhr, Martendorf, Kurfürstenstraße(Feldschlößchen). Start: Marianncnplaß._ Ohne Verantwortung der Redaktion.), Sie Seilung der Aervenleiden durch die künstliche Mensonne. Bon F. Kort, Direktor bei künstlichen HöbensonncnibadeS„AktiS". Schon vor dem Krieg« konnte nyin von einem Zeitalter der Nervosität sprechen. Aas Hasten und Jagen nack Erwerb, das Sireben qack Vorwärts- kommen für sich und die Seinigen heüten die Nerven milgenomme», und ickon die kleinem Kinder waren durck Vererbung nervös. Durch die>Entb«brungen und Sorgen während des Krieges lind nack dem« selben hak sick aber begreiflicherweil« diese Krankheit noch viel weiter verbreitet. Wer dio Neurastbenie oder Nervenschwäche nicht kennt, wird leicht geneigt sein, die davon Betroffenen für Simularzten zu halten. Sie sehen verhältnismäßig wohl aus: und können oft noch nicht einmal über besondcAt Schmerzen klagen. Und dock sind e» die bedauarnswertesten Menkcken Jbr ganzer Lebensmut, ifire Lebens- freudiakeit ist dahin, ihr Ee nüi v rdüftert sich, trotz de« besten Willen« können sie sick kaum zur Aibeit aufraffen, der Scklaf flieht sie. sie sind unzufrieden mit sich und ihrer Umgebung, und der Frieden in den Familien wird osk dadurck gestört, besonder» wenn die gesunden Familiennritglieder kein Verständnis und keine Nachsicht für die Erlrankten haben. Aber auch bei dieser Krankheit bewährt sich die Wirkung der künstlichen Höhensonne aus» beste. Ick führe darüber nur die Worte eine« Pioniers der tünstlicke» Höhensonne, des Professor« Jeponnek von der Universitätsklinik in Gießen, an. Dieier schreibt:„Die Bestrahlungen wirken beruhigend. und die behandelten Personen erfreuen sick wieder— ohne olle narkoiiicken Mittel— eines gesunden und regelmäßigen ScklafeS. Die im Zusammenhang mit den nervösen Erscheinungen austretenden Sckmerz- emvfindungen verschwinden sehr bald. Ueberarbeilele »nd geistig Abgespannte fühlen sich noch wenigen Bestrahlungen im allgemeinen außerordentlich ge- kräsiigt. Da« Allgemeinbefinden, da» ganz« Au«- sehen der Patienten, daS Gesicht nimmt einen ganz anderen, sriicken Ausdruck an: das gedrückte verdüsterte Gemüt«erhellt sich; der Appetit wird auf da« günstigste boeinflußl." Du« habe hck selbst an vielen Hunderten von Personen, die in der von mir geleiteten Anstalt be- strahlt wurden, beobachten können. Schon nach wenigen Bestrahlemgen erklärten sie mir, daß sie sick wie neugeboren Nhlen und neuen Lebensmut und neue Arbeitskraft und Arbeitslust verspüren. Solche, die monatelang kaum schlafen konnten, schliefen zebn Stunden ununterbrochen; die Unruhe und das Angst- gekühl waien vollständig verschwunden. Auch bei sexueller Neurasthenie ist die künstliche Höhensonne äußerst wirkungsvoll. Ich kann mich hier über dieieS Thema nicht weiter auslasten, gebe aber in meine» Spnechstunden im künstlichen Höhen- sonnenbad„AkliS", Belle-Alliance-P la tz 6a(genau aus Adrefle achten), von tv bi» 1 und 4 bis 8 Uhr kostenlos Auskunft. Auch bei Neuralgie(Nerven schmerzen) bringt die lünstlicke Höbenionne meisten» schnelle Heilung, und in der Regel nur dann, wenn sie schon jähre- lang besteht, ist eine große Anzahl von Beftrablungen nötig. Die medizinische Wisienschnkt kennt über 40 Arten von Nervenschmerzen. Am bekanntesten und gefürchteisten sind die Kopf- und Gesichtsneuralgien, die gwischenrippenschmerzen und Jschia». Die BestrablungSart ist bei allen Nervenleiden genau der Persönlichkeit und dem Leiden anzupassen. Deshalb kann nur Erfolg haben, wer ausreichende praktisch« Elfahrung hat. Wer sich näher über die Wirkungen der künsi« licken Höbenionne unterrichten will, dem sei eine kleine Druckschrist Nr. 2 empfohlen, die daS künst« licke Höhensonnenbad. AkliS", Berlin. Belle-Alliance« Platz S», auf Verlangen in Groß-Berlin kostenfrei, nack auswänS gegen Einsendung von M. 1,— in Briefmarken versendet. Auch mündliche Auskunft erfolgt vollständig kostenlos in den Sprechstunden von 10 bis 1 und 4 bis 8. Die Bestrahlungen sind auch für wenioer Bemittelte erschwinglich, da eine Kur von IS Bestrahlungen in obiger Anstalt nur S0 M. lostet. Damit auch solche, die abend« lange arbeiten müssen, die Gelegenbeil zu Bestrahlungen mir künstlicher Höbenionne haben können, ist die Anstalt Dienstag» und Freitag» bi» v Uhr abend« geöffnet. Konsumgenossenschast Berlin und Umgegend E. G. m. b. H. Manufakturw arerttag er: Brunnenstraße 188-190* Warenhaus: Reinickendorfer Straße 21/ Pankstraße 89 -sXZZXs- n /Q) Weiße Woche! roh Beginn des Verkaufs: Sonnabend, den 29. Januar/ Schluß des Verkaufs: Sonnabend, den 5. Febmar Zn dieser Woche kommen Waren aller Art in nur guten Qualitäten zu den billigsten Preisen zum Verkauf Nr. 45 ♦ 34. Jahrgang 7. Heilage öes Vorwärts Ireitag, 28. Januar m? Jugenüwohlfahrt- Reichswehrministerium. 3n der gestrigen Reichstagssitzung erfolgte nach kurzer Dordebotte die Beratung der Interpellation über die Vorlage eines Reichs- jugendwohlfahrtsgesetze». die von den Frauen samt- licher Fraktionen, mit Ausnahme von Frau Zetkin(Komm.),«in- gebracht wurde. Abg. Frau Müller-Otfried(Dnat. Vp.): Wir verlangen baldigst die Vorlage eines Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes. Die staatl che Jugendfürsorge reicht zwar für die seelischen Bedürfnisse der Er- Ziehung nicht aus, ist aber um so notwendiger für die Erreichung sozialer Ziele. Reichsminister des Innern koch: D'e Reichsregierung legt Wert darauf, durch ein Reichsgesey der Vernachlässigung der Jugend entgegenzuarbeiten. Der Entwurf ist dem R e i ch s r a t bereits im Februar 1920 zugegangen, aber von ihm erst im Juli 1920 in Angriff genommen worden, weil die Vorarbeiten durch den Sapp-Putsch abgebrochen werden mußten. Der Reichsf nanzminister hat 50 Mil- lionen Mark als Neichszuschuß zur Verfügung gestellt. Preußen . fordert eine Erhöhung des Rachszuschusses. Der Gesetzentwurf dürfte in drei bis vier Wochen dem Reichstage zugehen. Abg. Frau Schröder(Soz.): Finanzminister und Reichsminister sollten sich darüber klar sein, daß, während sie sich streiten, die Kinder zugrunde gehen. Das einzig Erfreuliche in den Ausführungen des Minister» Koch war die Erklärung, daß das Ge- setz in der nächsten Zeit dem Reichstage zugehen wird. Wir haben in den letzten Wochen die große Aktion der Kinderhilfe im ganzen Reiche erlebt und finden es um so sonderbarer, daß man sich an den höchsten Stellen in dieser Zeit, statt zu handeln, noch über Kompetenz- und Finanzfragen streiten kann. Das Reich muß unbedingt die I n i t I a t i o e in die �and nehmen. Wenn für unsere Kinder von Reichs wegen 50 Millionen Mark ausgeworfen werden, so ist das verhältnismäßig eine sehr kleine Summe. Im Etat des Reichsininister-ums des Innern wurden für die T e ch- Nische Nothilfe 40 Millionen Mark eingestellt. Die Zu- nähme der rhachitischen Tuberkulose bedeutet eine schwere Ge- fährdung des ganzen Volkes. Das Reich muß alles tun, um den Neinen Hilfsorganisationen unter die Arme zu greifen. W r er- suchen die Reichsregierung dringend, den Gesetzentwurf in kürzester Zeit dem Reichstage vorzulegen.(Beiiall.) Abg. Frau Dr. Maß(D. Vp.): Wir wollen ein Reichsjugend- wohlfahrtsgesetz» da» eine großzügige Organisation verbürgt, mit einem Jugendamt an der Spitz«. Es ist erfreulich, daß sich alle Frauen in diesem chause, so getrennt wir in wirtschaftlichen Fragen sind, zu diesem kulturellenWerte zusammengeschlossen haben. (Bravo I) Staatssekretär Schulz: Da» Kabinett hat sich ausdrücklich mit der Angelegenheit beschäftigt. Der Reichsm'nister des Innern hat Der- Handlungen in die Wege geleitet, die das Zustandekommen einer Verständigung der einzelnen Finanzresiorl» erwarten lasten. Der Reichsminister des Innern ist sich klar, daß die ausgeworfenen 50 Millionen für das große Fürsorgewerk nicht ausreichen-, sie sollen ledinlich ein Zuschuß zu den aanz er- heblichen Leistungen der Länder. Gemeinden und Fürsorge. anstolten sein. Abg. Löwensteiu(U. Goz.): Wir betrachten das Gesetz nur als Abschlagszahlung, denn man ksnn nicht ein einzelnes Ge- biet aus dem ganzen Zusammenhang dieser Fragen herauslösen und reformieren. Wir stellen an die Spitze der Erziehung S o l i d a r i- t S t und soziales Gemeinschaftsgefühl. Di« Fürsorge- erziehunq darf nicht den einzelnen herausheben aus der sozialen Gemeinschaft und ihn auf militärisch« Weise drillen: sonst bleibt es immer bei den bisherigen Mißerfolgen. Vielmehr muß gerade der Verwahrloste zu sozialem Gemeinschaftsgefühl erzogen werden. (Beifall b. d. U. So,.) Abg. Frau Zetkin lKomm.): In der kapitalistischen Gesellschasts- ordnung bedeutet der Besitz alles, der lebendige Mensch nichts. Das Kinderclend ist heute nicht nur unter den Proletariern, son- dern euch bei Kleinbürgern und Mittelbürgern entsetz. lich verbreitet. Der Staat, die Gesellschaft hat nicht nur das Recht, sondern auch d'e P f l i ch t zur Erziehung der Kinder. Wir werden uns bestreben, die Schandmale der kapitalistischen Ordnung aus dem Iugendfürsoraegefetz nach Möglichkeit zu entfernen. Darauf folgt die dritte Beratung des Entwurfes eines Gesetzes über den Erlaß von Verordnungen für die Zwecke der U e b e r- ganaswirtschaft.— Danach kann mit Zust mmung des R e i ch» r o t» und eines R e i ch s t a g s a u s f ch u s s e s die Re- gierunq die Maßnahmen anordnen, die ausschließlich die Regelung des lleberganges von der Krieaswirtschaft in die Friedenswirtschaft betreffen. Für Beschlüst« auf Einfübrunn oder Aufhebung von Be- wirtschaftungen bedarf es in diesem Ausschuß der Zustimmung von mwdestens zwei Dritteln der onwefenden Mitalieder. Abg. warmulh(Dnat. Dp.) beantragt, dem Ausschuß nicht die Defuanis zu geben, auch über die Aufhebung von Bewirtschaftungen zu entscheiden.— Di« Abgeordneten herz(U. Soz.) und Dr. herz- feld(Komm.) lehnen den Antrag ab. Vor der Abstimmung verlosten die Unabhängigen und Kam- munssten den Saal. ,nn bei der Gesamtabstlmmung ein« Zweidrittel- Mehrheit des Hauses zu verhindern.— Unter Ablehnung des deutsch- natia-olen Antrages w rd der Entwurf unverändert angenommen. Prästdent LSbe: Obwohl die Frage, ob das Gesetz ein ver- sastunasänderndes Ut. noch der Klärung bedarf, legt die Regierung auf seine Angohme keinen Wert, wenn nicht die v e r f a ssu n q s- mäßige Mehrheit dahinter steht. Die Gesamtabstimmung wird daher an einem anderen Tage stattfinden. Rcichswcksrministerium. Es folgt die zweite Lesung des Haushalts des R e i ch s w e h r- Ministeriums. Berichterstatter Abg. Stücklen(Soz.): Der vorliegende Milliardenetat dürfte wohl der größte Etat des Heeres und der Marine sein, der jemals einem Vorlam-nt vor- gelegen bat. Di« Rückführung des Heeres auf 100 000 M�nn ist zum 1. Januar durchgeführt worden. Zu bedauern ist, daß das Wehrgesetz noch nicht verabschiedet worden ist. das eigentlich die rechtliche Grundsage lür das neue Söldnerheer zu bilden hat. Der General st ab und die Kriegsakademie sind beseitigt. lediglich Wasfenschulen sind in ganz beschränktem Umfange gelassen worden. Große Garnisonen gibt es nicht mehr. Ueber die Stärke eines Bataillons hinaus geht keine Garnison. Di« Verhandlungen des Etats der Reichswehr erforderten dies- mal im Ausschuß sehr lange Zeit, weil eigentlich ein ganz neuer Etat aus den Vorlagen hergestellt werden mubt«. In der sehr regen Aussprache wurde von allen Seiten daraus hingewiesen, daß «in Söldnerheer finanziell für die Dauer kaum durchge- halten werden könnte. Ganz abgesehen davon, svrechen geaen «in Söldnerheer auch ein, ganze Reihe sehr ernste Gründe. Der Söldner muß.. � sozial ganz anders gestellt werden, als es b:i den au» der allgemeinen W-broflicht bervarge- g anginen Soldaten erforderlich war. Für den Söldner bildet seine Tätigkeit eigentlich den Lebensberuf. Allgemein ainq die An- sicht dabin, daß man den Angehörigen de? Reichswehr die Mag- lichkeit bieten müste, sich während ihrer Dienstzeit für eine künf- tlg« Verwendung vorzubilden. Zu lebhasten Auseinandersetzungen führte die Frage, ob das Wehrministerium nicht zu stark besetzt sei und insbesondere «wurde dabei verlangt, Abteilungen, die nicht unbedingt in der Zentrale sein müssen, wie das Waffen- und Munstionsbeschaffungs- amt, dort zu entfernen. Der Wehrminister sagte zu, daß die Frage der Organisationen des Wehrmimsteriums weiter geprüft werde und daß dann Abänderungsvorschläge gemacht werden sollen. Einen breiten Raum in den Beratungen nahm ferner die Frage ein, wie die Entpolilisierung des Heere» durchzuführen sei. Die Behauptung, daß dem Adel ein Bor- rang in der Reichswehr zugestanden worden sei, wurde entgegen- getreten mit der Feststellung, daß der Adel im Offizierskorps keines- wegs überwiege, daß aber Rücksicht genommen werden müßte auf die Front offiziere, die Jahre hindurch in vorder st er Linie gekämpft hoben, daß ferner berücksichtigt werden müßten die Offiziere, die aus der Kriegsgefangenschaft zurück- kamen. Bekam früher der Leutnant nur ein Taschengeld, so hat er heute Bezüge, die es ihm ermöglichen, von seinem Einkommen auch leben zu können. Aus diesem Grunde hat der Ausschuß auch Abstriche bei den Offizieren gemacht, und zwar sind gestrichen worden 2 Generale, 8 Generalmajore, 13 Obersten, 6 vberstleut- nants, 12 Majore, 9 Hauptleute, und die abgestrichenen höheren Offiziersstellen mußten dann, um die Zahl 4000 zu erreichen, bei den niedrigen Stellen wieder angesetzt werden. Sehr lebhast wurde die Frage erörtert, ob die 14 Generalleutnant« notwendig seien. Ein Antrag auf Verminderung der Generalleutnants um 4 wurde abgelehnt. Zu lebhaften Auseinandersetzungen gab das Verhallen einer Anzahl Offiziere aus Anlaß des K a p p- P u t j ch e s Beranlastung. Der Hauptausschuß hat sich auf die Entschließung geeinigt, daß die Weiterverwendunq eines Offiziers, der nicht auf dem Boden der Verfassung steht, u n z u l a s s i g ist. In der Frage der S e e l- sorge vertritt ein Teil des Ausschusses den Standpunkt, daß eine besondere militärische Seelsorge mit dem Artikel 41 der Derfastung in Widerspruch stehe. Die Mehrheit des Ausschusses trat nicht auf den Boden dieser Auffastung, so daß die Mittel für die Militärseelsorge in dem geforderten Umfang bewilligt wurdem Die große Anzahl Pferde, die für das 100 000 Mann starke Heer gefordert werden, führte zu einer lebhaften Aussprache. Das Reichswehrministerium erklärte, daß dw Kosten ein« herabminde- rung dadurch erfahren werden, daß die Pferde zu einem erheblichen Teil ausgeliehen werden sollen. Bei der Verpflegung konnten 75 Millionen Mark abgestrichen werden, weil es sich heraus- stellte, daß die abgestrichene Summe unter Voraussetzungen in den Etat eingesetzt wurde, die dann nicht eingetreten sind. Von den hohen Summen, die für Munition verlangt wurden, sind 65 Mlllone» Mark abgestrichen worden. Man war sich im Ausschuß darüber einig, daß mit der Entente Verhandlungen angeknüpft werden müssen, damit der Bedarf an Munition für die Reichswehr aus den vorhandenen Be- ständen entnommen werden tan»., um dadurch die enormen Aus- gaben zu verhüten, die sonst sich erforderlich machen werden. Die Gesamkkofleu betragen nach Abzug von 57 vlilllonea Mark Einnahmen rund 4M> Milliarden Mark. Auf die fortdauernden Aus» gaben für das 100 000 Mann starke Heer und für die 15 000 Mann starke Marine entfallen rund 3 Milliarden Mark. Der frühere Soldat kostete vor dem Kriege zährüch unter Einbeziehung der Verwaltungskosten 1200 M, der Angehörige der Reichswehr er- fordert einen Aufwand von 24 600 M. Selbst �»un man berechnet, daß die Mark vier Fünftel ihrer Kaufkraft: öüßt hat, kommt die Reichswehr erheblich teurer zu stehen als das frühere stehende Heer. Tie Frage, ob es möglich ist, 96 000 Leute zu finden, die bereit sind, sich zu einer 12jährigen Dienstzeit in der Reichswehr zu verpflichten, ist sehr wesentlich, denn der Zugang zur Reichswehr wird ganz erheblich v-rn der wirtschaftlichen Lage in Deutschland abhängen. Bei steigender Konjunktur ist damit zu rechnen, daß der Andrang schwächer wird und es dann nicht die vorzüglichsten Elemente sein werden, die zum Eintritt in die Reichswehr bereit sind. Im Ausschuß war man sich allgemein darüber klar, daß für Deutschland angestrebt werden muß, ein Milizheer aufzustellen inü einer ganz kurzen Dienstzeit und öfteren Wiederholungskursen. Durch ziffernmäßige Beschränkung der Waffen würden schließlich auch die Bedenken erschüttert werden, die von unseren früheren Gegnern gegen dieses System erhoben werden können. Abg. Schöpflln(Soz.): Ungeachtet der im Ausschuß vorgenommenen Abstriche bleiben nock, unserer Ueberzeuaung in dem Etat noch Ausgaben, die ohne Gefährdung wichtiger Interessen gestrichen werden können. Mit den Stellen von Stabsoffizieren ist sehr verschwende- r i s ch umgegangen, man hat sich in den Höheren Stellen eben gegenseitig versorat. Auch die Zahl der Pferde Ist zu hoch. Bei den Mannlcknften kommt aus jeden vierten Mann«n Unteroffizier. Den Offizieren wird jeder Wunsch nach einer bestimmten Garnison erfüllt, daher werden die Formotionen über- mäßig auseinondergerisien. Ueberall fehlt es im Etat an der so notwendigen Sparsamkeit. Dcwe�en wird an Kleinigkeiten Sparsamkeit demonstriert: Im Etot steht wörllich, daß der Reichs- wehrminister auf das Auto des Chefs der Heeresleitung angewiesen sei. Bei den guten Bozieh"»"»«» der beiden Zerren zu- einander ist nicht anzunehmen, daß der Chef der Heeresleitung dem Minister das Auto sperr t.(He terkeit.) Ein Ende muß gemocht werden mit der Burschenwirtschaft, gegen die wir uns immer"emendet haben. Die Militärmusiker dürfen bei ihrer guten Bezahlung den Zivilmusikcrn keine Konkurrenz mehr machen. Die O f f i z i e r e, d'e aus dem Unteroffizier stände hervoroeoangen sind, klagen darüber, daß ihre Stellung im Offizier- korps keine angenehme lei. Ich bitte, den Antrag unieres Freundes R a d b r u ch anzunehmen, der eine reichsgcsetzliche Neu- ordn'mg der Bestimmungen über den Waffengebrauch fordert. Bis jetzt ist mit dem Konstruieren von Fluchtverdacht Gefangenen aebenüber viel Mißbrauch aetr'eben worden. Ebenso fordert dieser Antrag ein Geletz zur Abänderung der Militär- qerich�sbnrkeit, we'ches die Rechte des G»richtsherrn be- feitiat. Ich bitte auch um Annahme des Antraaes Müll'r-Franken, welcher die Vorlegung eines genauen Verzeichnisses der Ma ff endest an de verfonat, die der Re'chswebr etatsmäßig zur Vsrfüaunq stehen Gefährlich und ganz im Sinne des alten Systems erscheint die Oraanisation der obersten Behör�-n der Reichsmehr, wonach der Chef der Heeresleitung zwar die M o ch t> aber nicht die Verantwortung hat. Herr Gehler hält sich für ep-n» starken Mann, der weiß, was er will und das auch durch- setzt. Für das schlimme Erbe des Krieges und des Zu- lamme"br-chs. Verwilderung und D szivlinlesiakeit, baben wir volles V-rltäridniz. Aber wenn man dos alles auch weithemla auslegt, bleibt doch immer noch vieles Bedenkliche. Gesinnungs» l�'nüffelei nerlangen wir nicht, aber die Verhöhnungen der R e p>1 b l i k. wie li» vielkack, nor'-ekommen sind, verbitten wir v"?. Das Organ dos de'tltt'en Osttziersbundes brsnqt am heutigen Ge- hrwistaae des Exkaisers einen im alten byzantinischen Geiste ge- halten«» Artikel, in dem es ibm die kiefempfundensten Glückwünsche der deutschen Osstziere zu Füßen legt. In Bayern, wo überhaupt seltsame Dinge vorgehen, läßt man die Offizier« und Soldaten, die sich im Kapp-Putsch als verfassungstreu erwiesen haben, dies jetzt entgelten. Es gehen unter den Regimentskommandeuren von General o Möhl unterzeichnete Rundschreiben herum, in denen nach der Gesinnung der Offiziere und Mannschaften gefragt wird. Auf der äußersten Linken sollte man e.nsehen, daß alle unbesonnenen Streiche nur den Offizieren mit Recht Anlaß geben, den Geist der Soldaten in ihrem Sinne zu beeinflussen. Das erste, was der Reichswehr- minister durchführte, war die neue Bekleidungsvor- s ch r i f t. Das wiederer'cheinen der Ackfelstücke und Orden ist eine kap'tulalion vor den Offizieren. Das Medererfcheinen dieses mili- lärifchen Firlefanzes ist eine Provokalion aller Kreise des deuifchen Volkes, die aus dem Boden der Republik und der Demokratie stehen. Auch die Vorgänge im Lock st edier Lager und der Pfeudo-Spartnkistenkampf von Wustrow, der nach Er- klärunqen des Regimentskommandeurs höheren Orts befohlen war- den ist, sind unerhörte Erscheinungen. Dem Reichswirtschaftsverband deutscher Berufssoldaten werden große Hindernisse berettet. Da- gegen konnte man für ein Verbot des Beitritts zum„Verbände national gesinnter Soldaten" keine Handhabe finden, weil„das Reichswehrgesetz noch nicht in Kraft getreten sei". W r Sozial- demokraten arbeiten gegen die morarchistilche Gefahr und werden nie aufhören, für die Erhaltung der Republik zu kämpfen. (Stürmischer Beifall b. d. Soz.) Abg. Ersing(Z.): Der Herr Reichswehrminister ist seiner Aus- gäbe voll und ganz oerecht geworden: er hat alles getan, um eine dem Volte dienliche Webrmacht zu schaffen.(Gelächter links.) Um das Vertrauen zwischen Heer und Volk wieder herzustellen, darf die Reichswehr nicht einer Partei dienen, sondern nur dem ganzen Volke. Abg. v. Gallwitz(Dnat. Vp.): Das Krieasministerium selbst konnte sich nicht verkleinern, da die Arbeit auch bei einem kle nen Heer dieselbe Ist und die Umstellung viel Arbeit macht. Schövflins Aeußerungen über den 27. Januar werden diesenigen nicht beirren, die sich an diesem Tage besonderen Empfindungen h ngebem Das Haus vertagt sich auf Freitag 1 Uhr: Anfragen, Weiter- beratung.— Schluß%7 Uhr. Freie Sauwirtschaft s Von Dr. sur. L. Holz. Ebenso wie die Armut von der Povertee kommt, kommt die Wohnungsnot von dem Mangel an Wohnungen: dieser Mangel an Wohnungen wird am besten behoben durch den Neubau von Wohnungen. In diesen ebenso leicht verständ- lichen wie nichtssagenden„Gedankengängen" haben sich bis- her zu einem großen Teil die Betrachtungen über die Woh- nungsnot und deren Beseitigung bewegt. Die Schwierig- leiten begannen erst, als man dann weiter fragte, o o n w e m. wie und mit welchen Mitteln gebaut werden sollte. In die Diskussion über diese Fragen ist seit einiger Zeit eine neue Note hineingekommen. Fast gleichzeitig sind in der bürgerlichen Presse der verschiedensten Richtungen eine Reihe Artikel von„Sachverständigen", d. h. von Interessenten der Terraingesellschaften, Baugeschästen und Beleihungsinsti- tuten, erschienen, die Heilmittel gegen die Wohnungsnot und zur Belebung der Bautätigkeit empfehlen. So verschieden diese im einzelnen sind, im Endergebnis laufen sie auf eins hinaus: Befreit die Neubauten von den Fesseln der Höchstmietenverordnung, des Wohnungsamts und des Einigungsamts, und sofort wird die Neubautätigkeit einsetzen. Gegenüber dieser von de" verschiedensten Seiten zugleich ausgehenden Parole kann•:üh und nicht energisch genug auf das geradezu Berderi ieses Gedankenganges hingewiesen werden. Ellinger t in seiner Schrift über die „Sozialisierung des Baugewerbes"(vgl.„Vorwärts" Nr. 25) mit Recht darauf hin, daß bei freier Ba'stätigkeit die M i e t- preise um das 12- bis 15 fache steigen würden. Er scheint allerdings zu glauben, daß sich keine Mieter finden, die das bezahlen würden; das ist leider nicht richtig. Es gibt in den Großstädten eine ganze Menge Leute, die entweder ge- nügend verdienen, um solche Mieten zu zahlen, oder deren Wohnungsnot so groß ist, daß sie selbst un�er Beschneidung aller anderen Lebensnotwendigkeiten soviel Miete aufbringen, um wenigstens ein Dach übep dem Kopf zu baben. Haben aber die Hausbesitzer erst einmal d'irch solche„Beispiele" den Be- Hörden gezeigt, wie weit die Mieten in die Höhe gehen können. dann werden sie bei den Behörden ein offenes Ohr finden, wenn sie die Ungleichheit zwischen den Mieten in den neuen und den alten Häusern durch Steigerung der letzteren a"s- gleichen wollen. Sie werden bei den gegenwärtig maß- gebenden Stellen um so willigeres Gehör finden, als diese schon selbst mit dem Gedanken der freien Bauwirtschaff liebäugeln und den jetzigen Zustand der gebundenen Wirt- schaft als ein möglichst zu verkürzendes Uebergangsstadium ansehen. Das Arveitsministerium hat ja in feinem neuesten Entwurf des Reichsmietengesetzes bereits die Bestimmung aufgenommen, daß dieses Gesetz nicht gelten soll für Neu- bauten, die obne Zuschüsse errichtet sind. Und auch das preußische Wohlfahrtsministerium, bisher Befürworter der gebundenen Wirtschaft, betritt dieselbe abfchüPge Bahn, wenn es bei den Verhandlungen mit dem Berliner Magistrat wegen der Wohnluxus st euer dafür eintritt, daß nach dem 1. Januar 1917 fertiggestellte Neubauten von der Steuer be- freit werden. Das preußische Wohlfabrtsministerium sollte rechtzeitig diese Entwicklung bremsen. Wohin sie führt, konnte es an einem Symptom ganz deutlich sehen: Auf die Nachricht von der Bereitstellung von 490 Millionen Mark für Bauzwecke durch die Preußische Regierung reagierte die Börse mit der He-raufsetzungdesKursesvonTerrainaktien! Man sollte eigentlich, soweit es sich um Dinge h�nMt. die nicht gerade im Ueberfluß vorhanden sind, von b-m„steien Spiel der Kräste" genug haben und wissen, daß dann ffeies Spiel nur die Schieberund Wucherer ha'wn, während die Menge der Konsumenten immer nur die Ehre hat, die möglichst erhöhten Einsätze zu zahlen. Soll man wirklich erst warben, bis all das auf das Bauwesen losgelassen ist und dann Zustände eintreten, die nicht wieder gutzumachen sind? Die Frage stellen beißt, sie verneinen. Die Arbeit von Ellinger über die Sozio'isierung des Baugewerbes ist zu begrüßen, aber ihr fehlt das Fundament, nämlich eine gesetzliche Rege- l u n g. die die gesamte Bautätigkeit in die Hand des Reiches oder von diesem zu schaffender öffentsist-rechtlicher Einrlchchmgen legt. Sozialisierte Baubetriebe können nur dann wirklich ihr Ziel erreichen, wenn sie nicht im Die-ste privater Bauherren, sondern allein im Dienst der A'Wmein- heit stehen. Deshalb ist es unbedingt notwendig, alle jetzt vor- liegenden Gesetzentwürfe daraufbin anzusehen, ob sie nicht dieses Ziel erschweren, und sie bejahendenfalls obne weiteres abzulehnen. Darüber hinaus aber ist es notwendig, die ge- fetzliche Neuregelung der Bauwirtschast in sozialistischem Sinne zu beschleunigen. Um öie Wohnungsluxussteuer. Die Stadtverordnetenversammlung kam gestern endlich dazu, die im Ausschuß umgearbeitete Vorlage über die Wohnungsluxussteuer in zweiter Lesung zu beraten. Eine, lange Reihe von Abänderungsanträgen wurde noch dazu eingebracht, die meisten von der rechten Seite, einige von der linken Seite. Ein Versuch der bürgerlichen Fraktionen, unter Hinweis auf diese Anträgeflut die Beratung nochmals zu ver- schleppen, mißlang. Die Bürgerlichen erklärten, daß sie die Wohnungsluxussteuer nicht grundsätzlich ablehnen wollen, sie verlangten ober noch sehr viel mehr Milderungen, als die im Ausschuß beschlossenen. Die Debatte schien anfangs einen ruhiaen Verlauf nehmen zu wollen, aber bei der provo- zierenden Rede des Herrn v. Eynern lD. Vp.) gab es einen Sturm der Kommunisten. Die weitere Beratung mußte wegen vorgerückter Zeit vertagt werden. Sitzungsbericht. Der Vorschlag des Vorstehers, die Dienstag ausgegebene, aber noch nicht in den Händen der Mitglieder befindliche Magistrats- vorläge wegen weiterer Erhöhung der Straßenbahn- t a r i f e sofort dem Ausschuß für die Prüfung der Wirtschaftlichkeit b"s Straßenbahnbetriebes zu überweisen, findet bei den Demokraten Widerspruch; die Vorlage wird erst in der nächsten Sitzung beraten werden. Auch ein Dringlichkeitsantrag der U. Soz., der die Versammlung zum Protest gegen die vom Rdchsernädrurmsministerium geplante mebr als-tüprozentige Preiserhöhung für Brotgl-treide auffordert, wird auf der Neckten beanstandet: die Beratung kann erst nächsten � Donnerstag erfolgen. Stadtv Dr. C a s n a r i lD. Vi.) verlangt vom Magistrat Aus- kuntt, cb und wann die Anfrage der Fraktion vom 22. Dezember 1�20 wegen der Verhandlungen mit d-m Direktoren d"r städtischen W�rke beantwortet werden wird. Die Antwort des Bürgermeisters Ritter, der Magistrat werde in seiner nächsten Sitzung darüber befinden, befrrdigt ihn nicht; man müsse erfabrcn, was in der Verwaltung vorgehe Das bewilligte E�ld aus den St"»-rn vsw dürfe nickt in d"m un-rnründlichen Sum"! einer dilettantischen Mißwirtschaft bei den städtischen Werken o.'rschwinden.(Unrube.) Die Versammlung setzt die Beratung der Anträge der Wirt- schaftlichen Vereinigung betreffs die Zuckerlieferung an Kleinhändler und die l1eb"rweisung der zwangsbewlrtschafteten Lebensmittel an die stlünbändler fort. i n tz? lll. So».) erklärt ück gegen dm Anträ-". Pfeiffer(KottO: Die Kl"irb"tri"b' u"d der Kleinhandel fmd dem>'nt"r"ang gewecht, dafür sorgt das kapitalistische System. Die � Anträge Wincn wir ab. Von Schorfs(So'.) wird der Antrag wegen der Zuckerb-liefe- rung für überflüssig erklärt: mit dem zweiten Antrag sollten sich die - Antragsteller an die Bezirksvcrsammlungen wenden. Die Anträge - dienten lediglich agitatorischen Zwecken. Merten«Dem.) nimmt eifrig gegen den kommunistischen Redner die Partei der Kleinbändler und Klcingewerb-'trejbenden in Schutz, die nicht etwa bloß Gewinne einstreichen, sondern auch an ihrem Teil der Gesamtheit dienen wollen. Die Fraktion werde für die b"iden Anträge eintreten. Ein Vertreter der Deutschen Volks-artei emrsi blt ebenfalls die Annahme der Anträge, nickt im I-t-resie d"r G"schäftsleut?, sondern des Vublikums, das von der Zwangswirtschaft loskommen und sich die ihm zusagenden Geschäfte wieder aussuchen wolle. Drewitz lWirtsch. Vg., Bäckermeisters wendet sich erregt gegen -- diejenigen Ausführungen der R-dner der Linsten, die Sympathie für stonsumaenosienschoftlichen Betriebe und für die Kommunalmirt- ' schaft in Adlershof und Oberschöneweide bekundet haben.— Nach weiterer Debatte werden beide Anträge gegen die Stimmen der Bürgerlichen abgelehnt. Die Vorlage betreffs Abschluß eine« Vertrags zwischen Berlin Uivd dem Rheinisch-Westfälilchen Diakonissenverein in Kaiserswerth wegen Mietung des Magdalenenasyls in Brandenburg lHav'l) als Vehrlingsheim für das Iugendsürsorg-amt ab 1. Danuar 1021 auf 10 Lahre für jäbrlich 54 000 M. wird nach kurzer Erörterung genehmigt, nachdem ein Antrag der Kommunisten, vorher eine Besichtigung vorzunehmen, gefallen ist. Eine Reihe von Magistratsvorlaqen, darunter diejenige betreffs die Vermietung der Innenflächen in den Bedürfnis- a n st a l t e n zu Ankündigungszwecksn, sowie wegen Bewilligung von 2 400 000 M. für die Erweiterung des Stadtverordncten-Sitzumgs- saals im Berliner Naibaus, werden ohne Erörterung bewilligt. Der Antrag der Kommunisten, nunmehr ihre Dringlichkeit?- antrüge wegen Unterstützung der Erwerbslosen zu beraten, wird ab- gelehnt, dagegen auf �Antrag H e i m a n n(Soz.) beschlossen, die - Beratung dieser Anträge sofort pack Erledigung der Wohnungs- lurussteu»r vorzunehmen.— Ueber die D ohnungsluxussieuer referiert dann Stadtv L o h m a n n. Der Aussch-«ß hat auf die Beratung vier Sitzungen verwendet. Nach den Vorschlägen der Mehrheit soll die Steuer jährlich betragen- 500 M. für 1 Wohnraum über den Normalbcdarf, 1000 M. bei 2 Räumen, 2000 M. bei 3, 5000 M. bei 4. 10 000 M. bei 5 Räumen über den Normalbedarf, für jeden weiteren Wohnraum 5000 M. mehr. Unter„Normal- bedarf" ist die um 1 vermehrte Zahl der zum Hausstand des Woh- nungsinhabers gehörigen Personen verstanden. Räume mit mehr als 60 Quadratmetern Bodenflache gelten als 2 Wohnräume. Zu diesen Dorschlägen läuft eine außerordentliche Menge von Abänderungsanträgen ein. Aus den Reihen der bürgerlichen Par- teien wird deshalb angeregt, die Beratung zu vertagen bzw. die Vorlage dem Ausschuß zurückzugeben, v. Eynern(D. Bp.) hält sogar für gewiß, daß das Ministerium des Innern die neue, jedes Rechtsbodens entbehrende Steuer nicht genehmigen werde. Die Geschöftsordnuigsdebatte findet damit ihren Abschluß, daß alle diese Anträge abgelehnt werden und in die Beratung ein- getreten wird. van der Borght(Dtn.) Di« Steuer ist eine Wohnsteuer. gleichviel wie sie genannt wird. Der Entwurf des Reichsmietsteuer- gesetzes will den Gemeinden ein Recht, wie es hier vorweggenommen wird, erst geben; zurzeit erscheint diese Vorlage unzulässig. Trefsert(Z.): Einer Wohnungsluxussteuer würden wir gern zustimmen, aber hier handelt' es sich um eine Wohnungssteuer, die ganz schematisch gestastet ist, unsozial wirken muß und oll« sozialen und hygi-.vischen Gefahren vermehrt, denen das Wohnung"«'end die Bevölkerung ohnehin aussetzt. Es müßte doch auf die Größe der Wohnung, auf den Mietpreis, auf das Einkommen irgendwie Rücksicht genommen werden. So wie sie uns vorgeschlagen wird, lehnen wir die Steuer ab. Dr. Hertz(U. Soz.) polemisiert gegen van der Bo-rght, dessen Propbezeii'ng einer wei leren Verschärsunq der Wohnungsnot man 'efir skc-stisch geeenü''"rstchen müsse. Alle Mittel zur Linderung der Wohnungsnot müßten ergriffen werden, und dazu gehöre diese Steuerordnung, deren soziale Wirkung die finanzielle weit überbiete. D'e Beiugnis der Gemeinden zur Beschlagnahme überflü'siger Wohn- räume habe wktstch vielloch jetzt mache man von dem einznen noch übrig gebliebenen Mittel, dem Druck auf den Keldbentel, zum Zweck« der Gewinnung dic-er übeist üssioen Wohnräume Gebrauch. Roch dem Einkommen dürfe die Steuer nickt gestaltet werden: das verstoße aegen 6 23 des Kommunalabgabengesetzes. Die Fälle, wo Härten sich e'nstellen werden, dürsten äußerst gering sein. Die Steuer ent'vrech« in ibrer Auscestalwno ollen sozial"n Anforderungen. Den kommunistischen Antrag, die Steuer mit 800 Mark beginnen zu lasten und die weiteren Sätze zu verdoppeln, lehne er ab. stimm» dagegen für den Antrag Heimann, der unter "»-ivisten Borauesetzungen die kleinen Siedesungsbguten von der Steuer frei lasten will. Dr. Wen er fDem.f erklärt die Steuer für kulturell, hygieni'ch und sozial bedenk ich. indesten die Rücksicht auf die NoUvendigleit, dem lurchtbaren Wohnun"seiend Berlins zu steuern.� überwiese alle Bedenken. Die Steuer müsse aber so gestaltet sein, daß sie wenigstens Aussichk auf Genehmigung babe. Di« zuständigen Minister würden, wie man wisse, nur unter bestimmten Vorbedingungen die neu? Si.-uerordnima oenchmigen: sie forderlcn Schonung der kleinen Siedelungen und Neubauten, sowie Milderungen für Wolmunaen mit nickt mehr als 7 Zimmern. Van den Schicksalen der' betre''enden Anträge werde die Stellung der Fraktion»vr Borlaee abhängen. De" Ans'chuß hat zwei Entsck ießunaen ooraeschlogen, wonach l hie Esträge au? Nor St-uer ledio'ich für Zwecke der Wohnungs« lürforg«?>u verwenden und Neubauten nur zu fördern find, wenn die billigst derzustellenden Bauten aegen jede spekulative Verwertung "«sickert bleiben: 2. bei der R°-'chsvegierUng aus Erweiterung des Rechts der Gemeinde zur Wvhnungsb'schlagnahme. zur Zwänas- cinw'artierung und zur Zwangsausquarticrung hingewirkt wer- den soll.", Dörr(Komm.) gibt eine detaillierte Schilderung des Woh- nungselends taufender von kinderreichen Familien, die nur einen R"um oder S'ub« und KOck? als Bedausung haben. Dem neuen Oberbürgermeister Boeß müsse die Fraktion für sein Verhalten geqen- über dieser Steuer ihr Mißtrauen aussprechen. Der ersten Eni» lchliebuna stimm« sie zu, weil sie wissen wolle, wo das Geld au» den Steuern bleib«: auch die zweite Enssck'ießung akzeptiere sie, er- weiter« aber diele Fordrrunq durch den Antrag über die Derwen- dung der freiwerdenden Wohnungen unter entschiedener Mitwirkung der Wohnunasvchenden bestimmen zu lassen. Alles dieses seien aber nur Eventualanträge: prinzipiell forder« er die foforlige Beschlagnahme/ aller Wohnräume über den Normalbedarf. o. Eynern lD, Dp.) legt Verwahrung ein gegen vorwürfe. die von den Vorrednern und in Zwischenrufen gegen den früheren Monarchen gerichtet worden seien, l® roßer Lärm und Tumult bei den Kommunisten, die dem Redner länger« Zeit die Fortsetzung seirner Red« unmöglich machen.) Große Wohnungen könnten oljne die größten bv"i"ni'chen und sozialen Nachteile nicht für eine mehrfache Zahl von Bewohnern umgestaltet werden. Die Vorlage sei nickt ausgereift und nicht durchdacht, ihre juristische Grundlage durchaus unsicher. Di« zweite Entschli-eßiing bedeute die Negat'on jedes Rechtsschutzes und fei geradezu ein Attentat aus die Freibeit des Bürgers.(Lärm bei den Kommuntsten.) Hier wird um �HIO Ubr die Verhandlung abgebrochen._ Wirtschaft verband der kreis-, Stadl- und Getneindebaakea. Die Gründung eines deutschen Verbandes der Kreis», Stadt- und Gemeindebanken wurde am Donnerstag von einer im„Rheingold" in Berlin abgehaltenen Versammlung beschlossen, die von Vertretern der Kommunaloerbände aus allen Landesteilen zahlreich besucht war. Landrat Dr. Lohr vertrat als Referent die Forderung, daß die Kreis- und Sladtbanken Institu- tionen der Kreise und Städte sein müssen. Dem stehe ein Ministerial- erlaß aus dem Jahre 1917 entgegen, der die Kreis- und Stadt- danken auf die Form der Aktiengesellschaft oder der G. m. b. H. ver- weist. Diese Bestimmungen des Erlasses müßten beseitigt werden. Die Kreis- und Stadtbanken wollen mit den Sparkassen, die ja auch Institutionen der Kreise und Gemeinden sind, Hand in Hand arbeiten. Während dl« Sparkassen nur mit den Einlagen der kleinen Leute rechnen können, ziehen die Kreisbanken vorwiegend die umfangreicheren Cinlaaen von Großgrundbesitzern heran. Sie wollen dem Mittelstande Kredit eröffnen. Als Institutionen der Kreise und Städte würden die Banken mehr Vertrauen genießen und ihre Ausgabe, den Geldmarkt zu sozialisieren, besser erfüllen können, als wenn sie als Aktiengesellschaften oder G. m. b. H. ge- gründet würden. Ministerialrat Dr. Moll, der den preußischen Minister des Innern vertrat, erklärte, der Erlaß aus dem Jahre 1917 werde einer wohlwollenden Nachprüfung unterzogen werden. Zu diesem Zweck werde das Ministerium mit den Vertretern der Kreis- und Stadtbanken verhandeln, um ihre Wünsche entgegenzunehmen. Geheimrat v. B a h r f e l d sagte namens des preußischen Finanz.- Ministers die Förderung des Gedankens der Kreis- und Stadtbanken zu. Mehrere Redner machten Angaben über gute Erfolg« bestehen- der Kreis- und Stadtbanken. Die Verschmelzung mit dem Verband der Sparkossen wurde angeregt und betont, es komme darauf an, das öffentliche Kapital sozialen Interessen dienst- bar zu machen, während in den Großbanken das privat« Kapital in privatem Interesse zusammenfließe. Die Verbandsqrünvung wurde gegen eine kleine Minderheit be- schlössen und ein Vorstand gewählt, der die Satzungen zu beraten hat. Die deuksche Balula stellte sich nach den gestrigen Notierungen für fremd« Wechsel an der Berliner Börse wieder etwas günstiger dar, nachdem kurz porber ein qeringer Rückschlag«ingetreten war. Es kosteten 100 holländische Gullen 1 858.10 M. gegen vorgestern 1893,10 M.: 1 Dollar war für 55,44 M. gegen vorgestern 56,94 M. erhältlich. Eine gefchciterke Aoflon. Der beabsichtigte Zusammenschluß der Hirsch, Kupfer, und Messing-Werke A.-G. und des Hüttenwerks E. W. Kavser u. Co.. A.- G.. ist vorläufig ae- scheitert. Aus der Generalversammlung der Kavser-A.-G. machte sich näniOch«ine Opposition unter Führung des Reicksmimsters a. D. Dr. Bell oeltend, der allein iib«r ein knapves Viertel der Aktie» versii-fte, während«ine andere Firma, die 351 Stimmen vertrat, sich der Wstimmuna enthielt. Dadurch kam der Antrag der Ver- woltunq zu Fall, weil für die Beschlußfassung eine Dreiviertelw ör« beit erforderlich war. Dageoen wurden die Vorschläq«, die die Hirich, Kupfer- und Messina-Werke A.-G. zur Durchführung der Fullon acmacht hat. von der Generaloersammluug dieser Gesellschaft einstimmig genehmigt._ Die Sapitalertragsteuer. Nach der vorläufigen Vollzugsonweisung zum Kap'tal- ertraosteuergefetz find die Hypotheken» und sonstigen iDarleHnsschuldner sowie diejenigen Personen, die ver» I erbliche Renten auszuzohle� haben, verpflichtet, für Rech- ! nunq des Gläubigers 10 vom Hundert der Zinsen einzube» ! h a l t e n und binnen einem Monat nach der Zinszahlung an da» Finanzamt abzuführen. Sie haben dann die ihnen vom Finanzamt erteilte Quittung an den Gläubiaer zu übersenden. Da von feiten der Gläubiger nun vielfach darüber Klage geführt wird, daß die Schickdner ihrer Verpflichtung zur Uebersendunq der Quittung trotz Aufforderung nicht nachkämen, weist der Reichsfinanzminister dar- auf hin, daß die Finanzämter in der Lage sind, gegen Schuldner. die ihrer Verpflichtung zur Uebersendung der Quittung nicht nach- kommen, durch Feßsetzuna von Ordnungsstrafen bis zu 5 00 M. vorzugehen. Die Finanzämter werden aufgefordert, in derartigen Fällen auf Verlangen de» Gläubiger» gegen den säumigen Schuldner einzuschreiten. Schwedisch« Kapital bei Sarokll. In der Generalversammlung der Sarottl Schokoladen- und Kakao-Industrie Ak.tienaesellschaft Berlin wurde die vorgelegte Bilanz sowie die Festsetzung der Dividende auf 20 Proz. und des Bonus auf 20 Proz. einstimmig oenehmigt. Der stellvertretend« Vorsttzend«, Herr Dr. Ieidel», erklärte, daß nach nunmehr% Jahr mit der schwedische Gruppe eine Verständigung in der Weise erzielt worden sei, daß siebenHerrender schwedischen Gruppe i n d« n Aussichtsrat gewählt werden. Eine Ueberfremduna bestehe nicht. Die seinerzeit beschlossene Kapitalserhöhung durch Vorzugs» aktien mit mehrfachem Stimmrecht sei nunmehr hinfällig. Neben den Vertretern des schwedischen Kapitals fitzt in dem neuen Aulstchts- rat wieder der vielseitige Herr Dr. Gustav Stresemann, Führer der Deutschen Volkspartet. Filiale Berlin Di« Uewahl der Ort-verwaltung findet am smiittli». teil 29. Mm. in im Zeil m l Iis 7 Ar sinn. Gewählt wird in folgende» Lokalen: 0sl«a: kopernitusslr. 14 Mainzer Str. Ja Strabmannstr. 29 Vrenzlaner Alle« 43 Jvabmaanffc. 24b Gr«lssn»al0er Str. 3 Elifab-thstr. 30 Betgmannflr. Ol eaufiher Str. 82 Michaeln« chftr. 24a ftommandanlrnfft. 04 Seydelstr. 30 postpr. 29 Sophien slr. 8 x-nNtamerftr. 9 nnb Meilen: Zllexanbrineastr. 99 wicheemstr. 114 Ztorbosten: SSben: Sitvopen: 3«trtcam: SOa.-ve((iii 165/3 Mitglievsbach oder norden: Garten str. 3 Vrinzenallee 19 pasewolter Str. 1 0 rannen str. T9 Slolpische Str. 39 Vappeinllee 34 vinetaplah T Schwedter Sic 24 Itardwesten: Marienstr. 10 Innnstr. 27. impahenhofer Weihens-«: L-Hderstr 122, 1« prSIaten IlentSlin: gerlnannstr. 11 Ehnrlottend.: Nostnenstr. 3 wielnndflr. 4 Steglitz: Schlahitr.>23 SchSneberg: Steininehstr, 30» Berlin: Bctieidungsaml, Lehrter Str. 57, in der Kantine Der Fraktionsvorstand der S.P.D. Z. B.: Fritz Kroll. -starte, s0r Srinerdalose oder strnske Mitaiiedsonsineia mUbrtnge«». 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Hierdurch erkläre ich, dast ich Mr die Anschuldigung, der Angestellte des Deutschen Transporiardelter- Prrbandea, Herr Otto Rieb«, habe von Arbeitgevdrn Schmiergeld ae- nommen. teinerlei Beweise habe. Die Bezichisgung ist von mir wider beffere« Wiffen gemacht worden und nehme ich dieselbe milBedauernzurülk. E.Gerttg, NO 18, Hochstestr. 4L 21/15 Slestei besiät. die heils. Wirk, v> San.»Rat Dr. Strahls I d. Haut- 1 ausschU Flecblea,| Bein- und Krampfader- ccschwür., Frostschädn Hämorrhoiden. Orig. Dos. zu M, 6.25 u. 12—| Elefanten- Apotheke, Berlin SW.213, Leipzigerl Straße 74 DBntioffpla'zl (Or Kupfer, Metsing, RotpuS usw. spez Zinn und Weitt- melall erzielen Sie Adalbertstraße 4 u Prinzenstraße 10t. jT Stellenanpebötel| Slusea- Znsetaneiderinnen nur ganz gellbt»,«erlangen Blutueno»& Sofia sofort S.......... Poppelallee 78/7». aha, 4/16* S.P.D.-Stadtrat gesucht für Stobt in Mitteldeutschland. 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Frankfurter Str. Brunnenstrasse Kottbuser Damm WilmersdorferStr. TheatertUchtspiele etc.� Opernhaus Ritter Blaubart 7 Uhr Schanspielhans Torquato Tasso 7 Uhr Deutsches Theater S Uhr: CUar und Kleopalra 864 S; Cäsar und Kleopalra Kammerspiele IV] U.: Der pathetische Hat Sbd.T1/,: Plorlodo. Hieiaul: . Oer Abentcnrer und die Sfiagcrln fir. Schanspielhans (Karlstrale) 1: FIorlanQe ver(24 AbL 3.Ab.) Sb4 7: Flor, uexer(aul. Abon.) Theater I, d. KOniooratzer Str. 7 NU. Jekateiina '"iwanowna S.ucle HöHlch. Paul B ldt, ernburg, Piöckl, Römer, Schlegel. Marba, Ü«h dorfl) Sonntag nachm.: Sattach KomOdienhaus Tigbch'IS Uhr Dia Sache mitLala mit Max Palleabcrg lo«. Dora a. Q„ Ort Wagner. Picha. HasKel. St eda, Kiper Stg.nac..m.»Sie"(Omaner) Berliner Theater TZ gl'/jß U.: Die spanische Nachtigall Operette von Leo Fall mit Fritz! Massary Hans Wasamann. Brnrnv Sturm, Julius Brandt, RslnholdPaach, OlraBncI Stg. 3 Uhr: Oer leUte Walicr. Oentral-Th enter TVj; Frau Birbe!(Operette) Dentarhea Operahaaa 7 uhr: Fldelio Vrledr,- Wilhelm st,Th »äs uhr Hoheit die TSnzerlu Kl. Selianaptellinna 7»/, uhr Reigen Komlaelx- Oper t»/] u.: BaroiießebEü Sarah r.nHtapiclhaaa Th Uhr: Arnold Riech fn Die schwebende Jungiran JHetropol-Tlifati-r u.: Hollandweibchen Diene« Operecteutheat. v/,u.: Yo-Shi tanzt Neaea Volknthoater ,7V, uhr: Nora •eltlller-Theat. Charl. f/. uhr Der Biberpelz Tballn-Tlientvr tu uhr Mascottchen Tb JU» N o II en(I o rfp Int s i uhr Wenn üelie erwach! Theater den Weatenn 7 Uhr. tum I. Male: Schwalben hochzeit Sbd. 37, Unr: Qfiosellesel Tb,l,d.Kommandanienstr. 77, U. Wallner-Thenter � Der Beiger 1102 Lugano Volksbühne arBaro«pJ Zum ersten Male' 7 Uhr; Das Postamt und Dia Komödie der Irrungen Lessing-Tlieater 7 Uhr: Neuelnstudiert: Ein idealer Gatte Komödie in 4 Akten von Oskar Wilde Sonnabend und Sonntag 7/« Uhr Sanurock, KorH, Vallentln, Otto, Tocllc, Falkenstein,, Mamelok. Sonntag 4 Uhr, halbe Preise; Die Frenndln Trlanon-Theater 5 Das Wanöerraittel Kilbe Baach, Julius Falken- stein, Paul Morgan, Kurl von Mdllendorli, Luise Werck- metster. Allred Baase Sonntag 4 Uhr, halbe Preise: Der»oman einer Praa Kleines Theater Unter den Linuen 44. Täglich 8 Uhr: Cananovan Mohn Lustspiel von Pudolf Lothar. l ugen Burg, Mady Christians. Bans Albera, llefnr. Schrolh. Morgen u tolg Tage 8 Uhr: Casanovas Sohn Schall und Rauch im uiolen Schauspielhaus Dir. IT ans v. Wolzogen. Telephon: Norden 8641 Konz T/t U-, Beginn 87, U. Qussy Boll, Paul Graeiz. Joachim Ringelnatz, Wolf Ktllanl), Gregor Raioki, Josephe Bursleen, Anne- msric Base.C.K.Roelllnghoif Conl. Richard RillO. Am FlUg. MischaSpolianskl. �JCagebe�eonjdofl�� Rose-Theater Uraufführung I t;, u.: Deserteure Anfkläning Uber Madame Saharet im Apollo-Tbeaier VI« gesamt« deutsch« Press« verbreitet dt« sensationelle Nachricht, daS die weltberühmt« Saharet In Berlin eingetroffen sei. Dieser Nach« rieht wurden In Theaterkreisen starke Zweifel ent» gesengesetzt, weil man nicht glauben wollt«, daS ein« WellberUhmthell, wie die Saharet, die In Arne« rlka die höchsten Dollargagan besieht, xu einem kurzen Gastspiel nach Deutschland kommen würde. Die Direktion des Apollo-Theaters gibt nun dl« aldesslattllch« Aufklärung, daS ea sich wirklich um die„weltberühmte Saharet" handelt. Sie ist bereits in Berlin elngclreffen und nimmt an dan Proben teil.- Allerdings Ist es nicht die nach Hundertlausen- den zühler d« Gag«, die siaveraniaBi hat, diesas Oaalipiel absuschllaSen, sondern der Umstand, daß sie mit der großen Varlett-Ausstallungsschau „Maflame PMbarry's LleaesieDcn" weiche ab 1» Pebruar im Apollo-Theater zur Aufführung gelangt, und In dar sia dia TltelreHa spielt, nach dem beendeten Gastspiel eine eigen« Tournee durch ganz Amerika unteraehman will. „Madame Dubarry's Llebesloben" mit Ober 150 Mitwirkenden dürfte die größte Seniallen des deutschen Theaterlebens werden. dkf RerrcR'ülsier— m. sdo. 3?s. 285 Herrcn'/inzfi�t«»00. z-,. 24,. Y?5 Btrren-K03€n. m. na, 120. a». 65 Esrren-Gamra'raam. mTis,«»1, 3/5 Herren-Wiolerjoppcn ISO füitgms-Ulslcr.. h. zss. sis, 200 20« Knallen- Wasen- Anzflgc m" 30 liinsefjnimgis- Anzüge In b-au, schwarz und marenio. aus haltbaren Stoffen, nach den neuesten Modellen gearbeitet K* xuenoAk» iBiiilcfenPr ßs s, TßV »-Anseüg« rolhWAT» iLWcfcn, tmoklsS-, Seitr ow- U. FretU'ADZ JR. In den neuciten Faiion* mit Scldentplegel; 1» groiter AutwahL (lar Kottime teeitael. w„honen Farben- fiß L jTi(SkäSkc if£| Tür"ca i a W eV• i IAO an breit, goi»' Qual»«! daä Nur elneVerkaufsstelle aenSohn Keine Fdiaien mehr Nur ChausseestraBe 29-30 Nur CirowJSiiftf« Irägl. 7", Sonntag 3 Uhr.| Nur noch wenige Tage I FliegJAtnsehenXisbären. I Löwen.(Irct'ls Traum. I Vorverkauf Circuskxsie 1 aMPUhrununterbroc� Casino-Theater Letkiiager Str. 37. Tigl.»ÄS Nur noch 61» X Februar: Der Fehltritt einer Frao Freitag. 4. Fcbr, lum I. Mal«: Der GrofifUrat Berliner Poue In 3 Akten e!matdienst" weri e- Herrn Däumig Gelegenheit geben, sich zu der Darstellung der Reichs- zentral« für Heimatdienst zu äußern. Mit der Ausrede:„insbe- sondere hat Genosse Däumig mit shr nichts zu tun" ist gar nMs bewiesen. Wir haben in unserer �ersten Veröfs':ntsschung ausdrllck- lich mitgeteilt, daß sich die Redaktion des„Arbeiterrates"« i nvs Mittelmannes bedient habe. Kriegsgericht gegen Lanörat. Nettß, 27. Januar.e Liste erhielt 823— 791 Siimmen, die Liste der U S.P. 233— 166 Stimmen, während die kommui.istiiche Liste es out 199—137 Stimmen brachte. hwua, tvetricbsräte der Sozlalversuherung! Die für heute abend 8 Uhr lue Versammlung fällt wegen einer anderweitigen Versammlung des lverbaudea der Angesiellten aus. Reuer Versammlunastermill wird noch Streik abzustimmen. Nach der Stimmung der Anwesenden zu urteilen, wird kaum eine Stimme gegen den Streik iein und haben nun die Arbeitgeber zu entscheiden, ob sie gewillt sind, die Veraniwortung zu übelnehmen. Deutscher SekleiSungsarbeiterverbanS. Wir machen alle Mitglieder, die aus dem Boden praktischer Gewerkschaftsarbeit stehen, aus die am Sonnabend, den 29. d. 2IL, in der Zell von t--7 Uhr. stattfindenden llrwahl der Filialleitung aufmerksam. Kollegen und Kolleginnen, wer will, daß die Geschlossenheit der Organisation zum Wohle der Arbeiterschaft erhalten bleibt, wer will, daß das Selbfibestimmungsrecht der Mitglieder gewahrt bleibt und nicht von weltfremden russischen Diktatoren bestimmt wird, wer in der Leitung der Organisation Sitz und Stimme hat: wer weiter will, daß nur die Mitglieder der Organisation bestimmen, welche Taktik in der Organisation gelten soll und nicht damit einverstanden ist, daß nach dem Willen der Richtung Schumacher von organisatione- sremden russischen Terroristen die Angelegenheiten innerhalb unserer Organisation erledigt werden sollen, d�wähle am Sonnabend, den 29. d. M. die unveränderte Liste Lehmann. Fischer, Kölsch. Kollegen und Kolleginnen! Nach einem Beschluß der Ortsver- waltung und des Zentralwahlkomitees sind Streichungen auf den Loewe- Arbeiker. Die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Kolleginnen und Kollegen geben am Freitag und Sonnabend in der Zeit von 9 bis 2 Uhr im Lokal Sturz, Hutten- straße 9, Verbandsbücher ab. Deutscher Metallarbeiterverband. AckwUl angesetzt« ZentrLlverbandea der Angesiellten aus. Rener Versammlungstermin wi bekanntgegeben. Frcigewerkschastliche Betriedsrätezcntrale. Buchbinderverb-nd. Heute abend 7 Uhr findet in den Berliner Vereins- und Konzertsälen, Kommandantenstr. 5?, außerordentliche Generalversammlung statt. Wichtige Anträge, das Etatuten, und Unters.llßungswesen betreffend, bedingen das Erscheinen aller Delegierten zur Generalversammlung.— Die freigcwertschastliche Vetriebsrätczcntrale hat zu heute(Freitag) eine Betrieds- rätevers.'.mmlung des graphischen Gewerbes einberufen. Delegierte zur General. Versammlung, die gleichzeitig Betriebsräte sind, gehen in die G e n« r a l- Versammlung des Buchbinderverdande». Es findet später eine besondere Versammlung der Buchbinderbetriebs- r s t e statt, in welcher die Wahlen vorgenommen werden. Die Ortsverwaltung. Zentralverbaud der Angestellten. Heute. Berufsgenoffenschaften: abends 8 Uhr Bockbrauerei, Fidrcinstr. 2,?.— Brauereien: abends 7 Uhr Mustkerfäle, Kaiser-Wilhelm-Etr. ZI.— Metall: abend» 7 Uhr Versammlung der Delegierten der Facharuppe Metall, Eophien-Säle, Sophienstr. 17/18.— Berkehr: abend» 7fh Uhr Funktionärversammlung, Berbandslokal, Belle- Älliance-Etr. 7/10.— Provinzial- und-Temeindebchörbcn(Sektion Bureau- Hilfskräfte): abend» 7 Uhr Funktionärversammlung, Biktoria-Säle. Belle- Alliance-Str. 22._ ?ugenüveranftaltunyen. heute, den 25. Januar: Gefundbrunnen: Schule Gothenburger Str. 2, Diskusston:„Wandererleb- niste".— Moabit! Schule Waldenserfrr. 2«, Diskusstonsabend.— Renkölln: Rvgatstr. ZZ, Bortrag:„Alte und neue Kultur".— RordoN: Realschule Pasteur- straße,„Cchiller-Abcnd".— Reinickendori-Lft: Samuel Kaufmann, See», Eck« Aegierstraße.„Fritz Reuter".— Schönebera: Rubens-, Eck« Hauptstraße, Bor- trag mit Lichtbildern.— Staaten: Sartenschule, Bortrag:„Darwinismus". Sonntag, den 30. Zauuar: gentralfugendhelm, Lindensir. Z,„Adolf-Glasbrenner-Atend",„Alt- Berliner Humor". Bortragcuder: Gevoste Schauspieler Heinz Fuhrmann. vortrage. Vereine unü Ver�ommkun�en. Reich-bund der«rieg-bcfchädigte». Fontanestr. 22. Die Fortsetzung der am 7. Januar Ortsgruppe Neukölln, Geschäftsstelle: ..„.„ MX».. 7. Januar stattgcfmidenen General. Versammlung der obengcnanntcn Organisation findet am Montag, den»1. Ja- nuar,' W»—--- Xmf-MM- kölln, sozialistischer Lehrer.) Sonnabend, abend» 7 Uhr, G WWWWWW Garnisonkirchs.— Bund de« Konfesstosslosen. Ocsfentliche Versammlung Man. tag, den 81. Januar, abend-"fh Uhr. in Keller, FeNsälen. Berlin, Bcrastr. 8g. Thema:„Sozialdemokratie und Kirche. Ist Religion wirklich Privatsache?". Referent: P. P-tersdorf. Frei« Aussprach«. Eintritt so Pf.— githerverri» .Eintracht". Eonnobend, den 2«. Januar, abends 7>4 Uhr, Aula Kaiserin. «ugustn-Snmnastum, Eauerstr. 88(Nähe Knie), Stuhlkonzert, githerorchestcr und künstlerische Einzelvarträge. Dirigent: Beruh. Eeisrrt. Karten zu 2,50 M. am Eingang der Aula. Gäste herzlichst willkommen. Veraniw. für den redall. Teil' Dr. Werner Briler, Charloltenburg: Illr Anzeigen Th. Glocke. Berlin. Verlag: VorwärlÄ-Verla««.m.b.H.. Berlin Druck Vor. wärtS-Buchdruckeret u. Lerlagsaniialt Paul Z inner u. Co.. Berlin. Lind: Uir. 8 Hierzu 2 Beilagen. M'TsKr� WZ I? V ich t zulässig. All- Listen, auf denen Streichungen Mit den Wahlen wird sich noch eine Versammlung der S.P.D.-°d-r Aenderungen vorgenommen sind, müssen für unguis erklärt Holzarbeiter beschäftigen, die am Dienstag, den 1. Februar, abends werden. Alle Mitglieder werden dringend ersucht, ihr Wahlrecht 6M Uhr, in der Aula des Sophien-Gvmnasiums, Steinstr. 31— 34, auszuüben. Als Legitimation gilt Mitgliedsbuch oder-karte Für auch Durchgang Weinmeistcrstr. IS, 3. Hof, 2 Tr., stattfindet Drohender Streik im Butterkleinhandel. Vom Zeniraloerbaud der Aiigei'lellten wird uns geickirieben: Die An testellten im Butt rlieinbandel flehen iett mehreren W'lben in einer Lohnbewegung, da die Löhne mit den beutigen Berhältnisien nicht mehr im Einklang stehen. Die Berkäuicrinnen haben heuie noch eiiien Stundenlohn von 1,7S M. bis 1,90 M. und können mit dielen Löhnen nicht mehr auskommen. Am 26. Fanuar fand i-, den Prachisälen All-Berlin eine Ver'ammlnna der gesamten Kranke oder Erwerbslose, deren Mitgliedsbuch oder-karte bei der Ortsverwolwng hinterlegt ist, gilt der von der Ortsverwaltung aus- gestellte Auswels. Die Bekanntgabe der Wahllokale stehe im In- seratenteil der heutigen Nummer dieses Blattes. Der Fraktionsvorstand der S.P.D. I. A.: Fritz Kroll. S.P.D.-Erfolge im Metallarbeiterverband. Eine Niederlage der Linksradikalen brachte die Generalver- saminlung der Bremerhaven er Metallarbeiter. Bei der Reu- waht der Orksverwalinng wurden unsere Genossen mit üenerai- Vertreter lür üroß-Berun und Brandenburg: Ernst Boritz, Cliarlottenbnrs, Kaiserdamm 114. Telephon: Ami Wilhelm Nr. 4946 und 4947. Th. E. Huse& Söhne KSnlgsberg i. Pr., I Bei(in W 9, PurudeplaU 12, I.{ Potsdamer Str. 10—11, st, OegrQndct 1904 „Immobilien ♦ Hypotheken ♦ Finanzlernngen" Wstf :::: Von heilwirkendem Einfluss bei Gicht, Rheumatismus, Diabetes, Nieren-, Ji lasen- und Harnleiden, SOdbrCIHlGIl USW. u::::::?::::::::::::::::::: Brunnenschriften durch das FachingerZentralbüro, Berlin W 68, Wiiheimatr.ss ■Öcbisö�1 SH®1 d® 1 £'®I Inventur-Ausverkauf �..i nur noch Freitas u. Sonnabend enorm herabsesetzte Preise für unser berühmtes Fabrikat. Öfffi Friedrichatr. 65. 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