Nr. 52 ♦ 38. Jahrgang Ausgabe L Nr. 2b BezngSvretS: V?rteIILHruZ0,— J)!u.monatl.lO,— 3Rt. frei ins Saus, voraus ahlbar. Polt- deMg Monatlich llZ,- Ml. exkt. Au» ftellungsgeoühr. Unier»treu, band für Deutlchlanb und Oelterreich 16�0 M!> für das übrige Ausland bei täglich einnial. Sufteduno 2L50 Poltoe« ltellungen nehmen an Oesterreich Ungarn, Tfchecho» Slowakei, Däne» tnart, Solland,.uremdurg, Schweden und die Schwei».— Singetraaen w die Post'-ritungs-PreisIiste. Der.Vorwärts� mit der Sonntag» bcilage.Volk u. Zeit� ericheml wochen- täglich jweiinal Sonntags und Mau» tag»-inmad Zelegramm-Adreffei jSejlolfiemofcal Berlin" Abend Ausgabe Devlinev VolKe»l»lelN � 2Spk«nnig) AnzeifteuvrriS: Die achtaewalten, NonvorelUe»e> lostetZ.— M.TeuerungStuichlagdli«/, »Kleine stt!i,«>grn" das eil zedruchle War: L— M.-raiiiilig zwe eltgedruikte fione) eöe» weiter- Uor 60 Ptg. Stellengeiuwe an öchla>stellenan»eigen ras erste Wor iö Pig.. edes weitere Wort 40 Pfo Sorte über tä Buchstaden eählen ffi wei Worte. Teuertinnstuichlaa iannIien-Anteaen(fit Abonnenten Seile 2,— 3R, ooliti'che un£.;e- ioertichallliche Vereins• An- eigen 3.— Mi. die Seile ohne Au sich lag Lnzeigen istr die n a chst e?!ummei munen bis S Ahr nach mittag« Mi vauntgeichSit. SBerliu SW i, Linden- 'ttoge 3, abgegeben werden.(Seötfnr von 9 Übt itüh bis 5 Uhr abends Zentralorgan der rozlaldcmokratifcbcn Partei Dcutfchlands Neöaktion und Expedition: SA). 68. Lindenstr. 3 ?;erufprecher: Stmt Morinpla«, Rr. 15190—15197 Dienstag, den 1. Februar 19551 vorrvärts-verlog H. m.b.H., SW. 68, Lindenstr.3 Zrernivre-etier! Amt ivtorinpia«, Sir. el7 5Z— 51 .......■" l l'!'«» W»»»»!» l...l..„l.»»»»»»W»>»W Deutfthlanö lehnt ab. London, 1. Februar.„Daily Expreß" meldet aus Verliru die deutsche Regierung hosse, trohdem sie die Lage für sehr ernst ansehe, immer noch, daß die technische Erörterung der Finanzsachverständigen in Brüssel eine neue Grundlage für die Kon- ferenz schassen werde und daß dort vernünftigere Bedingungen sestgeseht werden können. Andererseits werde die deutsche Regierung den Alliierten erklären, daß die neuen Bedingungen dem Bersailler Bertrag und den von den Alliierten bei der Unterzeichnung des Vertrags gegebenen Bersprchungen zuwiderlaufen. Zm Gegensah zu einem Im Reichstag verbreiteten Gerücht beabsichtigt das deutsche Kabinett eineswegs zurückzutreten, sondern oersuche eine Lösung der Schwierigkeifen zu finden. Es werde sich jedoch den Bedingungen der Pariser Konferenz nicht unterwerfen. es sei denn, daß diese vollkommen abgeändert werden. Ministerrat in Paris. Paris, l. Februar. MTB.) Die Minister und Unter- ftaatssekretäre trafen gestern abend zu einem Kabinetts- r a t unter dem Borsilz von B r i a n d zusammen und beschäftigten sich zunächst mit. inneren Angelegenheiten. Briand berichtete sodann über die Arbeilen der Pariser Konferenz und betonte ins- besondere das gute Einvernehmen zwischen allen Alliierten. Brüssel, 1. Februar.(HR.) Die alliierten Sachverständigen werden am nächsten Montag in Brüssel zusammentreten. Sie haben vom Obersten Rat den Austrag erhalten, ihren Bericht bis 20. Februar fertig, ustellen, damit der Oberste Rat, der am 21. Februar wieder in London zusammentritt, noch rechtzeitig Kenntn's davon nehmen kann, bevor die Zusammenkunft mit den deutschen Vertretern am 2S. Februar stattfindet. Stimmen der Vernunft. London, 1. Februar.(WTB.) Im Mittelpunkt des Jnterestes steht die von Deutschland geforderte Reparation, insbesondere die Frage der Haltung Deutschlands. Die Urtelle der Prefle gehen, der politischen Richtung der Blätter entsprechend, weit aus- einander.' Während„Manchester Guardian",„Westminster Ga- zette" und„Star" die Beschlüsse der Alliierten in der Reparations- frage zum Teil scharf verurteilen, stimmen„Evening Standard", „Globe",„Pall Mall Gazette" und„Evening News" den Beschlüssen der Pariser Konferenz zu. Ueber die Haltung Deutschlands herrscht Unsicherheit. Die Mehrzahl der Urteile ist jedoch auf das Wort „Deutschland wird zahlen" abgestimmt. In einem langen Artikel führt K e y n e s im„Manchester Guardian" aus, daß eine Erfüllung der Bedingungen nicht möglich ist, und kommt zu dem Schluß, daß daher die Pariser Bor- schlüge nicht ernst gemeint sein könnten. Er schreibt, es � sei nicht ganz klar, wie sich diese neuen Borschläge zu dem Friedens- vertrage oerhaltqn sollten. Anscheinend höben sie den Vertrag auf und führten Elemente ein. die der Friedensvertrag nicht vorgesehen habe uyd verlangten von Deutschland die Annahme eines neuen Vertrages. Keynes hält es für möglich, daß Lloyd George vielleicht hoffe, die Londoner Konferenz werde ihm eine Gelegenheit geben, zu erreichen, was vernünftig ist. „W e st m l n st e r Gazette" führt aus, die Politiker hätten wahrscheinlich nur an die Gegenwart gedacht und seien der Ansicht, nach uns die Sintflut! Der Pariser Berichterstatter der„Westminster Gazette" schreibt, die auf den Bericht der Sach- verständigen gegründete britische Ansicht auf der Konferenz sei dahin gegangen, daß wesentliche Reparationen nur geleistet werden können, wenn der Ausfuhrhandel Deutschlands ent- wickelt wird und Deutschland seine Waren abgenommen werden. Die jetzt beschlosienen Entschädigungen stünden jedoch dazu in einem vollkommenen Widerspruch. In den amtlichen britischen Kreisen habe man sich vollständig Rechenschaft darüber abgelegt, daß es schwierig sein werde, die deutsche Ausfuhr auch nur zwei Jahre zu kontrollieren, da die Frage dabei aufkommen müsse, welche Rolle die Reutralen und welche Rolle Amerika dabei spielen werde Amerikas Haltung. London, 1. Februar.„Daily Expreß" meldet aus Washington, daß die amtlichen amerikanischen Kreise nicht besonders begeistert über das Reparationsprogramm der Alliierten sind. Sie meinen, es sei Deutschlands Sache, zu sagen, ob der Plan Erfolg haben könne. Es ist nicht bekannt, ob die Vereinigten Staaten eine Erklärung veröffentlichen werden, in der die Punkte des Abkommens aufgezählt werden, die für undurchführbar oder für anfechtbar ge- halten werden. Es wird darauf hingewiesen, daß die in Paris ge- troffenen Entscheidungen von vitaler Bedeutung für die amerikanischen Handelsbeziehungen nicht nur zu Deutschland, sondern auch zu den Alliierten sind.„Daily Telegraph" zufolge ist ein Teil der amerikanischen Presse der Ansicht, daß die Pariser Be- schlüsse wesentliche Zugeständnisse an den französischen Standpunkt bedeuten. Wilhelm, üer Zerschmettere?. Aus Bismarcks Erinnerungen. Hollandsch Nieuwsbureau setzt seine Veröffentlichungen aus dem 3. Bande von Bismarcks Erinnerungen fort, aus denen wir in der Morgenausgabe einen charakteristischen Brief des damaligen Kronprinzen über seinen Sohn, den späteren Wilhelm II. wiedergaben. Daß das Urteil des Vaters, der Sohn leide an Selbstüberschätzung, nicht falsch ist, b e w e i st Bismarck sofort in seinen weiteren Ausführungen, von denen„Holl. Nieuwsb." folgende Stellen wiedergibt: Bismarck beschäftigt sich weiter sehr eingehend'mit Stöcker und der im Jahre 1887 stattgefundenen Gründung der Stadtmisflonen, für die sich Prinz Wilhelm außerordentlich einsetzte. Es setzte sehr schnell eine Pressekampagne ein. die sich eingehend mit der Person Stöckers beschäftigte. Prinz Wilhelm wurde mitgeteilt, Bismarcks Sohn habe das Signal zu dieser Kampagne gegeben, und zwar durch mehrere Artikel in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitimg", die aber sowohl Bismarck als auch sein Sohn erst hinterher lasen. Prinz Wilhelm richtete einen Brief an Bismarck, worin er seine Tätigkeit für die Stadtmissionen sehr ausführlich verteidigt und sie als die vernünftigste Aktion gegen die Sozialdemo- traten schildert. Sehr charakteristisch ist der letzte Absatz seines Brieses. Er wünscht darin Bismarck ein glückliches neues Jahr: „Möge es Ihnen beschert sein, wie bisher für das Land /Ui sei es im Frieden, fei es durch den Krieg. Sollte das letztere der Fall sein, dann vergessen Sie nicht, daß bier eineHand und«in Schwert von einem Manne bereit 2 s. r: s. in s.c. ex*—:.. v:.4» Sa» fXi»- und der wahrend umsonst so hart gearbeitet hat. Am 2g. November 1887 richtete Wilhelm einen anderen Brief an Bismarck, jenen Brief, den er zu Lebzeiten seines Groß- vater« und Daters schrieb, damit er für den Fall, daß er plötzlich zur Regierung berufen würde, sofort den Bundesfürsten überreicht werden könne. Dieser Brief sollte bei allen p r e u- ßischen Gesandtschaften im Reiche rechtzeitig vorliegen und im ersten Augenblick den Bundesfürsten überreicht werden. Es heißt darin: „Es handelt sich darum, daß die Bundesfürsten parieren müssen, wenn ich sie erst von meinem Wesen und von meinen Anlagen Lberzeugt und sie ganz in der Hand habe, dann parieren sie d e st o lieber. Denn pariert muß werden, aber besser ist es, wenn es aus Vertrauen und Ueberzeugung geschieht als ge- zwungen." Auf beide Briefe antwortete Bismarck erst am v. Januar 1888 mit der Begründung, daß er nur handschriftlich antworten könne und durch Schmerzen und Schlaflosigkeit bisher verhindert gewesen sei. Er sagt, er müßte ein ganzes Buch schreiben, um den Brief richtig zu beantworten und gibt dem Prinzen den Rat, ihn u n- verzüglich zu verbrennen. Wenn ein solcher Entwurf vor- zeitig bekannt werden würde, dann würden nicht nur der Kaiser, sondern auch der Kronprinz peinlich betraffen werden und eine Geheimhaltung sei ja kaum zu erwarten. Sodann setzt Bismarck dem Prinzen auseinander, welches die Bedeutung der Bundesfürsten nach der deutschen Verfassung war und wie außerordenllich u n g ü n st i g ein solcher Brief auf die Bundesfürsten wirken müsse. Es heißt dann: „Denn den einzigen Schutz für die Monarchie erblicke ich in dem Königsgedanken, für die Demokratie helfen nur Soldaten. Dies alte Wort von 1818 bleibt wahr. Priester können dabei viel verderben, aber wenig helfen. Die Länder, in denen die 'Priester am frömmsten sind, sind die revolutionärsten und 18-18 standen im gläubigen Pommern alle Priester auf Seiten der Re- gierung, und doch hat Hinterpommern sozialistisch gewählt." Wilhelm hat diese Auseinandersetzung wohl übelgenommen. Er antwortete am 14. Januar 1888. In dem Schlußpossus seines Brieses heißt es:„Ueber eine Manifestation, wie es diejenige sein wird, wenn Stöcker offiziell von der Spitze der Stadtmisston verschwindet, denke ich, daß diese VerdSchtigunLen meiner Absichten meine Stellung ver- stärken müssen. Falls nicht, dann wehe denen, über die ich zu regiereu haben werde." Hierzu bemerkt Bismarck, daß hier bereits das prinzliche Wort bzw. der später« kaiserliche Ausspruch enthalten war:„Wer mir ent- gegentritt, den vernichte ich." Dieser Mensch, der schon in so jungen Iahren ausge- sprochenen Zäsarenwahnsinn zeigte, konnte dann 30 Jahre lang die Welt irre- und Deutschland ins Unglück führen. Das Unheil wäre vermieden oder doch vermindert worden, wenn als Gegengewicht gegen einen närrischen Potentaten eine wirkliche demokratische Ueberlieferung in Deutschland bestanden hätte. Aber nach Bismarck halfen gegen Demo- kraten nur Soldaten! Bis der Zusammenbruch kam, dessen Kosten jetzt das deutsche Volk bezahlen soll, während Wilhelm im trocknen sitzt! Das ungarische öeispiel. Von Alexander Szanlo. Die Deutschnationalen wollen uns bekanntlich herrlichen Zeiten entgegenführen. Nach ihrer Darstellung ist ja unsere wirtschaftliche Not, unsere Finanzmisere, die zahllosen Kalami» täten des öffentlichen Lebens, Geldentwertung und Massen- elend vor allem die Schuld der„Mißwirtschaft der Revolu- tionsregierungen", und es bedarf, wie die reaktionäre Presse nicht müde wird zu verkünden, der„starken Hand", des „Ordnungsstaates", um uns aus den Tiefen des Jammers wieder an die Sonnenseite des Lebens zu führen. Nun gibt es aber in Europa einen Staat, in dem jener Zustand, der den Deutschnationalen als Regierungsideal vor- schwebt, bereits zur Wirklichkeit geworden ist, wo die heilige Dreieinigkeit von Monarchismus, Militarismus und Anti? ist.. W..... Zustände einmal daraufhin anzusehen, ob sich die Lebens- Verhältnisse der breiten Bevölkerungsmassen auch nur um ein Jota gebessert haben, ob auch nur ein Teil jener Bersprechun- gen erfüllt ist, die die Reaktionäre aller besiegten und revo- lutionierten Staaten den zu ihrer Gefolgschaft gehörenden Schichten, des verelendeten Mittelstandes und kleinen Bürger» tums für den Fall ihres Sieges in Aussicht stellen. Nicht um eine Schildening des weißen Terrors handelt es sich hier, dessen Scheußlichkeiten unseren Lesern ja aus zahllosen Einzel- beispielen bereits zur Genüge bekannt sind, sondern um einen Einblick in das tägliche Leben der Bevölkerung, in die Zu- stände, unter denen sich der Existenzkampf der Bürger, der Arbeiter und der Beamten abspielt. Ungarn ist bekanntlich ein vorwiegend agrarischer Staat, der früher stets große Mengen von Lebensmitteln exportierte. Man sollte daher annehmen, daß auch jetzt die Regierungs- behörden in der Lage sein müßten, zum mindesten den Bedarf der eigenen Bevölkerung zu decken. Das ist aber nicht im ge- ringften der Fall. Durch die den Großagrariern zuliebe vor- genommene völlige Freigabe der Getreidewirtschaft ist es so weit gekommen, daß z. B. von den für die Verpflegung Buda- pests nötigen 3 Millionen Kilogramm bis Ende vorigen Jahres nur 250 000 abgeliefert waren, und in wenigen Wochen werden wir vor der Tatsache stehen, daß in einem typischen Agrarstaate, dessen Boden einer der fruchtbarsten in ganz Europa ist, die Bevölkerung der Hauptstadt von unmittelbarer Hungersnot betroffen ist. Schon heute beträgt in Budapest der Preis des weißen Mehls 42 Kronen, was dem Hundert- fachen des Vorkriegspreises entspricht. Ein 2-Kilogramm-Brot mit Maismehl kostet 30 Kronen. Der Preis des Ochsenfleisches ist von 2 Kronen auf 140 Kronen gestiegen, der des Schweine- fleische? von 1,92 auf 192 Kronen. Ein Ei, das früher 7 Heller kostete, ist heute unter 10 Kronen nicht zu haben. Die gleichen Teuerungserscheinungen haben wir bei Haushalwngsartikeln, Kleidungsstücken und anderen Bedarfsartikeln. Ein Quadrat- meter Holz kostet 165 Kronen, ein Paar Schuhe 1100 Kronen, ein Paar Strümpfe 160 Kronen, ein Wintermantel 4000 Kronen. Gegenüber der Vorkriegszeit ist überall eine Preis- steigerung um das 50- bis lOOfache, tellweise sogar noch mehr eingetreten. Was das praktisch bedeutet, kann man aber erst ersehen, wenn man bedenkt, daß hiermit keine genügende Steigerung der Löhne und Gehälter verbunden ist, da ja bei den äugen- blicklichen politischen Verhältnissen eine Lohnbewegung kaum möglich ist. Die Wochenlöhne der Arbeiter bewegen sich zwischen 300 und 500 Kronen, die Monatsgehälter der Be- amten betragen 1500 bis 3000 Kronen. Einer Preissteigerung der Kleider um teilweise 9000 Proz. steht also eine Erhöhung der Löhne um knapp 500 Proz. gegenüber. Vergleicht man die Einkommenziffern mit den angegebe- nen Preisen der Artikel des täglichen Bedarfs, so erscheint die Frage berechtigt, wie und wovon die Budapester Bevölkerung überhaupt existiert. Die Antwort lautet darauf, daß sie teils eben nicht existieren kann, teils in grenzenlosem, unbeschreib- lichem Elend dabinvegetiert. Während die besten Elemente des ungarischen Proletariats in Kerkerp und Jnternierungs- lagern verkommen versinkt der Rest der Arbeiterbevölkerung immer mehr im Sumpfe des Elends, des Lasters und des Verbrechens. Zunächst wandert alle bewegliche Habe ins Leih- amt. Nach amtlichen Angaben wurden allein in zwei Monaten 140 732 Kleidungsstücke im Werte von 12 Millionen und Wertgegenstände(zumeist Trauringe) im Werte von 9 Mil» lwnen versetzt. Ist diese Einnahmequelle einmal versiegt, so- versuchen die Aermsten durch Straßenhandel und Gelegen- heitsarbeit, wenn nicht aar durch Bettelei oder Schlimmeres ihr tägliches Brot zu erlangen. Die Straßen der Hauptstadt sind überfüllt von abgemagerten, zerlumpten Elendsgestalten, die den vorübergehenden protzigen Schieberexistenzen ihre Ware— Streichhölzer, Zigaretten, Gebäck— zu verkaufen trachten oder ihre Dienste als Schuhputzer usw. anbieten. Die Polizei, die gegenüber den großen Wucherern beide Augen zu- drückt, geht gegen die Straßenhändler rigoros vor. und während in den�Hotels und Luxuswohnungen Weinorgien gefeiert werden, bilden Kriegsinvalide, Arbeitslose, Frauen» die das Gespenst des Hungers«mf die Straße getrieben hat, willkommenes Freiwild für Poliqistenstiefel und Kolbenstoße. Ueber die traurigsten Kapitel, die zugleich den letzten Akt in der Leidensgeschichte so mancher Proletarierfamilie bilden, über Verbrechen und Sterblichkeit, seien nur einige Dahlen angegeben: Laut Meldung der Oberhauptmannschaft sind im Monat November in Budapest rund 2l1lic><1 Verbrechen vor- gekommen, davon 88W schwere Verbrechen, 12 426 leichte Ver- brechen und 252 Mordversuche. Ueber die Beoölkenings- bewegung melden amtliche Angaben, daß in den ersten drei Monaten des Jahres 1920 die Zahl der Todesfälle die Ge- burtenziffer um 3483 überstieg. Während dieser Zeit starben in Budapest an Tuberkulose 2221, an Influenza 1665. an Kinderkrankheiten 1452 Versonen. Die Zahl der Selbstmorde stieg gegenüber früheren Jahren um das Achtfache. Fügen wir noch hinzu, daß die Spitäler und Krankenhäuser überfüllt sind, und daß es in der Hauptstadt 300 000 Wohnungslose gibt, so ist dieses Bild des Jammers zwar nicht komolett, aber doch wohl genügend ausgemalt, um das Leben oder besser gesagt, das Sterben der ungarischen Arbeiterklasse ad oculos zu demonstrieren. Die arbeitende Bevölkerung Deutschlands aber kann daraus entnehmen, welches Schicksal ihrer wartet, wenn Deutschland jemals das Unglück haben sollte, den„Ordnungs- staat" der Deutschnationalen unter der„starken Hand" eines Hohenzollern oder eines Regenten aus anderem Stamme auf- gerichtet zu sehen. Deutsche oder ungarische Reaktionäre, Hakenkreuzler oder Erwachende Ungarn, sie sind eines Sinnes, sind aus ein und dem elben Holze geschnitzt. Ihre hervorstechendste Charaktereigenschaft ist die Unfähigkeit zur produktiven Arbeit und zur Besserung der materiellen Lage des von ihnen„geführten" Volkes, ihr hauptsächlichstes Streben ist die völlige Versklavung und Verelendung der Arbeiterschaft zugunsten der schrankenlosen Herrschaft des Kapstals. Ruhig Slut! Wir haben schon in unserer heutigen Morgenausgabe ge- raten, die durch die Pariser Beschlüsse geschaffene Situation mit etwas mehr Ruhe zu betrachten, als dos bisher in einem Teil der Presse geschieht. Da in der Em- wafstlungsfrage Beschlüsse unsererseits nicht mehr gefaßt zu werden brauchen, die entscheidenden Beratungen über die Wiedergutmachung ober erst am letzten Tage dieses Monats beginnen, bleibt zur Ueberlegung Zeit genug, und man soll nicht so tun, als ob etwas verloren ginge, wenn man nicht jetzt Hals über Kopf weittragende Beschlüsse faßte. Darum hat es auch sehr wenig Sinn, von einer Regierung der„na- tionalen Einheitsfront" zu reden, die jetzt gebildet werden mütz�e, man weiß nicht recht wozu. Noch weniger klug ist der Rat, die Regierung solle einfach die Flinte ins Korn werben auf die Gefahr hin. daß dann überhaupt keine verfassungsmäßige Regierung mehr zustande käme. Die Re- gierung hat nach innen die allerbeste Situation, da sie in der entf-lieidenden Frage alle Parteien hinter sich hat, nach außen würde eine andere aus diesem Reichstag hervorgehende Regie- rung auch kaum eine bessere Position haben. Am wenigsten bestellt unter solchen Umständen für den Reichsminister Dr. Simons ein Grund, aus seinem Amte zu scheiden. So stellen sich die Dinge wenigstens für den Augenblick dar. Was später kommt, kann in dieser bewegten Zeit kein Mensch wissen. Aufgeregte Projettenmacherei ist auf alle Fälle vom Uebel._ K orfantps Drohungen. Dir haben jüngst eine Unterredung des Berliner Korre- spondenten von„Het Volk" mit K o r f a n t y wiedergegeben. worin der polnische Agitator kurzweg erklärte, Oberschlesien werde polnisch werden, gleichviel, wie die Abstimmung aus- falle. Noch deutlicher hat sich Korfanty dem Berliner Korre- spondenten des„Manchester Guardian" gegenüber ausge- sprachen. Diesem antwortete er auf die Frage, was werden würde, wenn die Abstimmung für Deutschland entscheide, ganz einfach:„Dann bricht d er Aufstand aus!" Die Minder- StimÜen des Lichts. stunden des Vichts flatterten auf und sprangen über die Rücken der Berge, vonunen eine Schroffe empor, duckten sich. Anlauf nehmend, über die Kimme und rannen Goldfluten ausschüttend be- waldete Halden herab talwärts, wo die Stadt aufglänzt« wie Edel- geftein in flammenden Farben. Auf dem See aber, auf dem Lust- lachten kreuzten, Dampfer und Ruderboote, auf dem See, der bunt war von dem Jubel der Badenden, überschlug sich das Licht, brach sich und spielte mit Silberkronen und Schaumgeflöck, mit hellgrünen Wellen und der tiefen Bläu« des Sees. Maron, der Bettler, faß auf dem Landungssteg und blinzelte träg in den flimmernden Tag. Gedanken fanden nicht bis zu ihm hin. Sein lichtloses Sein loscht« alle Lichter aus. Doch plötzlich riß es ihn hoch. Wind weht« vom Strand«in Wort an fein Ohr: „Warum soll ich nicht glücklich sein?" Wie Blitz dunkle Nacht erhellt, brannte es in die stumpfe Hingabe seiner Gedankenlosigkeit. Auf- brüllend taumelte er hoch, riß die Kleidersetzen vom Leib« und hinkte in hastigen Sätzen, mehr Faun denn Mensch, zum Strand hin, wo die Kapelle spielt«, wo Somwntörbe wie weiße Glockenblumen standen und Menschen bunt waren von Farbe« und Lustigkeit. Irren Auges umfaßt« der Bettleer die warmen Wellen, dl« an die goldgelben Sandkörner des Strandes schlugen. Rhythmus von wiegenden Wassern wogte in ihm, der nackt und hinkend einher. humpelte. UrHaft brüllte er langhin wie ein Tier in nebelnden Morgen, das unbestimmt Sehnsucht nach Fern« treibt, Leid, Qual und der unendliche Wille zum Leben. Einen Augenblick schien der Erdball zu bersten. Die Mustk setzt« aus. Das Summen der Stimmen verstummt«. Wie angewurzelt verharrte die Meng«. Aeltere Domen verhüllten das Anllitz. Junge Mädchen entflohen kreischend. Männer Ichwangen die Stöcke. Dann rief man den Strandwächter herbei und ließ den seltsamen Narren abführen.„Du bist wohl verrückt geworden?" fragte der Wächter. „Warum soll ich nicht glücklich fein?" knurrte verbissen der Bettler. Und später, in enger Zelle, wohin die Stunden des Lichts nicht kamen, heimtückisch lachend:„Warum soll Ich nicht glücklich sein?!" - Die Stunden des Lichts aber tanzten über den Strand und mit ihm die Menge.-Maree. Seltsame Lebensgemeinschaft. Im Tierreich finden sich alle ä glichen Arten von Lebensgemeinschaften zwischen zwei verschie- enen Tieren zu irgend einem, beiden Teilen nutzbringenden Zweck. Eine solche Svmbiose stellt z B. das Zusammenleben des Bitter- l i n g s, des kleinen Süßwasserfische«, mit der M a l« r m u s ch e l dar. wobei der Filch seine Eier durch den Atemspalt der Schale in das Innere der Muschel legt, wo sie während des ersten Entwick- lunnsft/'Nunis vor äusseren Gefahren sehr gut geschützt sind, während sich' die Larven der Muschel wiederum zwischen den Schuppen des hett will sich also der Mehrheit nicht fügen und das Land zum Anschluß an Polen zwingen, auch wenn es nicht will. Sehr ehrenvoll ist es für das Mitgsted des ehemaligen preußischen Herrenhauses. Grafen T i e l e- W i n k l e r. daß Korfanty im gleichen Gespräch von ihm erklärte:„Der ist d e r u n s e r e I" Lanüeslifte der Sozialdemokratische« Partei Teutschlands<2>.P.D.). L Braun. Otto, preuß. Londwirtschaftsminister. Berlin. S. Severin g. Karl, preuß. Minister des Innern, Berlin. 3. Le inert, Robert, Oberbürgermeister, Hannooer. 4. Hanna, Gertrud, Gewerkschaftsangestellte, Berlin-Pantow. 5. R o f e n f e l d. Dr. Siegfried, Rechtsanwalt, Berlln-Schöneberg. 6. Beyer, Dr. med. Alfred, Regierungsrat, Charlottenburg. 7. W e g s ch e i d e r, Dr. Hildegard, Schulrätin, Berlin-Schöneberg. 8. Cuiiow, Heinrich, Unwersitätsprofessor, Berlin-Friedenau. 9. M a r o k e. Richard, Vorsitzender des Verbandes der Kriegs. beschädigten, Berlin. 10. Boges, Felix, staallicher Hilfsförster, Wallendors(Kr. Neiden- bürg). 11. W o l d t, Richard, Dozent, Elberfeld. 12. Haußherr, Otto, Berbandssekretär tm Zentralverband der Angestellten, Berlin-Mahlsdorf. 13. Kühler, Wllhelmine, Reserentin im Reichswirtschastsministe. rium, Berlin-Steglitz. 14. Feige, Hans, Magistratssekretär, Breslau. IS. Badt, Dr. Hermann, Ministerialrat, Berlin. 16. S u b k e, Hugo. Invalide, Berlin. 17. B e r n i e r, Wilhelm, Verbandssetretär un Londorbeiterver- band, Berlin. 18. Grein, Dr. Heinrich, Studienrat, Neunkirchen(Saar). 19. Stall, Karl, Bürgermeister, Lauenburg(Elbe). 20. B u ch h o l z, Robert, Lehrer. Wittenberge. 21. D r u ck e r. Dr. Alexander, Referent im Wohlfahrtsministerium und Zahnarzt, Charlottenburg. 22. Zucker, Gertrud, städtische Beamtin, Eharlottenburg. 23. S i e r i n g, Gustav, Kriminaloberwachtmeister, Düsseldorf. 24. Müller, Heinrich, Arbettersekretär, M.-Gladbach. Des Zentrums Gesicht. Die preußische Zentrumspartei geht jetzt mit ihrem Wohlauf» ruf an die Oeffentlichteit. Er ist uns dadurch beachtenswert, daß trotz eines Umfangs von fast zwei Zeitungsdruckseiten das Wort Republik darin nicht vorkommt. Es bleibt also dabei, was der Zentrumsvorsitzende des Rechtsausschusses sagte, daß dos Zentrum eine grundsätzlich republikanische Partei nicht ist. An anderer Stelle des Aufrufs wird gegen den„Absolutismus einer parlamentarischen Mehrheitsherrschaft" gepredigt. Da das Zentrum selbst in der Koalition gewesen ist und seine Koalitionspolitik mit aller Kraft verteidigt, so hätte es ihm besser angestanden, dieses sinnlose Schlagwort zu entkräften und zu zerstören, anstatt es sich selber anzueignen. Aber es scheint wohl, daß das Zentrum, wenn es auch noch von der„gewissenhaften Wahrung der Dolksrechte" redet, immer mehr von der demokrati- ,chen Grundauffassung abgleitet. Eine sehr eigentümliche Stellung nimmt der Aufruf zu den Lostrennungsbestrebungen von Preußen ein. Das Zen- trum leugnet nicht, sie gefördert zu haben, sondern es habe dafür gesorgt,„daß diese Bestrebungen sich nicht auf Abwege ver- irrten". Es rühmt sich, die Leiter der Abtrennungsbestrebungen gegen den„ungerechten Vorwurf des Landesverrats in Schutz ge- nommen" und darauf bestanden zu haben, daß„der legale Weg ihnen offengehallen werde". Natürlich betrachtet es das Zentrum als sein Verdienst, in kulturellen, Kirchen- und Schulfragen nach Kräften gebremst zu haben. In dieser Beziehung verdient folgender Satz Erwähnung: Eine Linksmehrheit im neuen Landtag würde die restlose Beseitigung des kirchlichen Einflusses auf die Schule, das Ende der konfessionellen Lehrerblldung und die äußer st e Erschwerung der Lebensbedin- gungen der konfessionellen Schule bedeuten. Bitterlings festsetzen, sich einige Wochen lang von seinen Säften nähren und ebenfalls gegen äußere Einflüsse sicheren Schutz finden, da sie nach einiger Zeit noch von einer besonderen schützenden Haut- faste überwachsen werden. Völlig rätselhaft ist aber der Zweck einer tierischen Lebensgemeinschaft, die man, wie Floericke berichtet, in der Donaubalta Rumäniens nicht selten beobachten kann. Unter den zahllosen Vögeln, die dieses landschaftlich schöne und für den Naturforscher hochinteressante Gebiet bevölkern, befindet sich auch die B r a n d e n t e, ein großer, farbenschöner Vogel, der die Ueber- gangsform von den Enten zu den Gänsen bildet. Gewöhnlich nistet die Brandente in Felsenhöhlen. Gelegentlich und sogar mit beson- derer Vorliebe wohn/n die Brandenten aber auch in Fuchsbauten, so daß in solchen Fällen Fuchs und Ente in einem Bau zusammen- hausen. Für den Fuchs wäre diese Einquartierung allerdings keine üble Sache, weil sowohl die Eier der Ente wie auch ihre zarten fetten Jungen ganz besondere Leckerbissen für ihn sind: doch die Ge- fahr eines Angriffs seitens des Fuchses scheint hier überhaupt nicht zu bestehen, da die Ente sonst dem Fuchsbau wohl weit aus dem Wege ginge, geschweige denn mit dem Todfeind gemeinsam in einer Höhle leben würde. Man steht hier vor einem Rätsel und kann nur annehmen, daß sich sür den Fuchs durch diese Symbiose irgend- welche größeren Vorteile ergeben. Der neue Simplonkunnel. Die Arbeiten an dem zweiten Tunnel durch den Simplon sind vollendet, und er soll im Sommer dem Verkehr übergeben werden. Man erwartet, daß der Handel zwischen den Häfen am Kanal und denen am Mittelländischen Meer dadurch einen starken Aufschwung nehmen wird. Der neue Tunnel wurde bereits zusammen mit dem ersten Tunnel angelegt, um die Luftzu- fuhr bei den Arbeiten zu erleichtern. Aber er ist jetzt erst aus einem bloßen Behelfsbau zu einem richtigen, für den Verkehr geeigneten Tunnel ausgebaut worden. Die Arbeiten an dem neuen Tunnel begannen Ende 1912. Die Kosten der neuen Anlage werden auf etwa 27 Millionen Mark geschätzt. Eine Dersuchsbühve in München. Do? Vorbild der Berliner Volksbühne, die eine Versuchsbühne eingerichtet Hat, findet Nach- folger. In München ist ein Verein der Donnerstagbühne gegründet norden. Der Verein bezweckt die Pflege der Schauspielkunst und des modernen Dramas. Er unterhält in Anlehnung an die Mün- chener Kammerspiele und das Schauspielhaus eine Versuchsbühne, die jeden Donnerstag Ausführungen von Dramen veranstaltet, die die Bühnen ans technischen Gründen nicht darstellen können. Als erste Veranstaltungen sind Uraufführungen von„Dem singenden Fisch" von Alfred Brust, vom..Votermord" von Arnolt Bronnen und der Tragödie„Die Verführung" von Paul Kornfeld geplant. Koozerk des Mannerchors„Harmonie". Dem erst ein Jahr be- stehenden Männerchor„Harmonie", der in der Hochschule am Sonntag konzertierte, kann man zu seiner Leitung und dem Er- folg beim Publikum herzlich gratulieren. Man braucht kaum die kurze Zeit seüies Bestandes oder die Tatsache, daß seine Mitglieder „einfache Arbeiter" sind, berücksichtigen, um den lebhajten Beifall nollouf verdient zu finden. Gewiß, der Tenor wird bei gewissen Solostellen seine noch etwas ängstliche Unfreiheit mit der Zeit ganz Natürlich wird auch das Gespenst de« neuen Kulturkampfes" aus der Versenkung beschworen Unnötig zu sagen, daß die Sozial» demokrati« sich mit dieser von B i s m a rck erfundenen Kampf- Methode nie befassen wird. Aber im übrigen sogt der Zentrums- aufruf deullich genug, warum die Arbeiterschaft eine eigene sozialdemokratische Mehrheit in Preußen erstreben muß._ Agrarischer KinöermorÜ. Pirmasens, 1. Februar.(WTB.) Der Milchstreik in der W e st- pfalz dauert in großem Umfang fort, obwohl einzelne Ge- meinden sich zur Weiterlieferung verpflichtet haben. Der Stadtrot von Pirmasens richtete ein Telegramm an die Kreisregierung zwecks energischen Vorgehens gegen die Streikenden. Don den Streikenden werden auf der Landstrahe die Milchsammler angehalten und die Milchkannen in Straßengräben entleert.(!!)_ Ueberau sind berittene Milchstreikposten zu sehen. Mehr als fünfhundert Liter fehlen heilte wiederum in Kaiserslautern. Im Dezirk Zwei- brücken sind vorderpfälzisch« Gendarmen eingetroffen und auf die Landorte verteilt worden. Wird sich nun die rechtsstehende Presse, die in dem Ab- wehrstreik gegen den Kapp-Putsch ein„Derbrechen" sah, über diesen organisierten Kindermord entrüsten? Ach nein, es sind ja„natio- n a l e" Agrarier, welche die Milch in Straßengräben schütten! Verhöhnung öes Rechts. Bayerisches Kesseltreiben gegen den N.F B. Die Münchener Polizeidirektion hat gegen den Republikani- s ch e n S ch u tz b u n d. der sich im Herbst vorigen Jahres als Ersatz für den Republikanischen Führerbund bildete, ein Dersahren ein- geleitet und die Versammlungen und Veranstaltungen des Bundes verboten. In der Wohnung des ersten Vorsitzenden des Bundes, Hauptmann Schützinger und des Generalsekretärs S ch m a l i x wurden Haussuchungen abgehalten. Gegen beide ist Anzeige wegen Vergehens gegen die Verordnung des Reichspräsidenten vom 3. Mai 1920(Bildung verbotener MilitSrverbände) erstattet worden. Unser Münchener Parteiblatt, die„Post" berichtet, daß trotz ein- gehender Haussuchungen weder Waffen noch sonstiges Be- lastungsmaterial vorgefunden wurde. Der Bundespräsident Schmal x gab bei seiner Vernehmung zu Protokoll, daß er weder die Absicht noch die Möglichkeit gehabt habe, den Republl» konischen Schutzbund zu bewaffnen. Er suche sein Ziel, das in dem Schutz der Republik bestehe, einzig durch den Zusammen- schluß aller Republikaner zu erreichen. Er erhebt Ein- spruch dagegen, daß man in Bayern der Orgesch Bewegung s- f r e i h e i t gestatte, während man verfassungstreue repu- blikanische Organisationen verfolge und bespitzele. Schmalix war im Begriffe, nach Berlin zu reisen, um über den Zusammenschluß des Bundes mit dem Republikanischen Reichsbund zu verhandeln. Ties zu oerhindern, war der offenkundige Zweck des plötzlich eingeleiteten Verfahrens. » Mit diesem Verbot enthüllt sich die bayerische Reaktion in ihrer ganzen Schamlosigkeit, denn sie sucht nicht einmal mehr den Schein des Rechts zu wahren. Während die Einwohnerwehren, die wirklich der Verordnung des Reichspräsidenten zuwiderlaufen, am hellen lichten Tage ihre G e w e h r e auf der Straße spazieren führen, stürzt man sich auf eine unbewoisnete Propagandaorganisation, die mit dem Erlaß überhaupt nichts zu tun hat. Der Republikanische Führerbund hat in seinen' säintlichen Bundestagungen die Schaffung illegitimer Kampforganisationen strikte abgelehnt und es in, Gegenteil als seine Pflicht bezeichnet, nur Innerhalb der staalllch autorisierten Truppenverbände die Ausbreitung des republikanischen Geistes und der Verfassungskreue zu pflegen. Daraufhin hat man ihn in Bayern„aus Gründen der Disziplin" oerboten. Der später als Ersatz gegründete Schutzbund hat nun seine Satzungen in wesent- lichen Punkten denen der Organisation Escherich nach- gearbeitet, nur daß er im Gegensatz zu dieser scharf den republika- nilchen Charakter betont hat. Damit ist die Justiz unmittelbar vor die Frage gestellt worden, obstegleichesRechtfüralle üben wolle. Wenn nun die bayerische Polizei die Organisation Escherich oblegen. Lieder, wie das etwas langathmige, reichlich pathetische „Ich warte Dein" von Uthmann oder das neckische, aber kontra- punktisch gespickte„Der Käfer und die Blume" von Veit(ein prächtiges Stückchen!) werden dann in der Tongebung und Rein- heit noch feinkultioierter zutage gefordert werden. Aber vor allem anderen Hut ab! Max S ch a a r s ch m I d t hat seinen etwa 70 Mann starken Chor ausgezeichnet in der Hand. Die Textaussprache, die Atzen- 'ttiierung, die genaue Phrasierung, der wormbeseelte, auch funken- sprühende Vortrag, die Plastik des Aufbaus, die immer großzügig bleibt, sind heute schon vorbildlich. Ein echter, vollblütiger Musiker ist hier am Werke mit Männern, die wahrhaftig nicht öden Dilettan- tismus treiben. Trotz der strengen Linie, die überall durchgeführt wird, kommt aber auch das Gefühl nicht zu kurz, so daß die letzten humoristischen Lieder unwiderstehlich packten. Zur solistischen Ausschmückung waren Franz Reifinger und das Wagholter-Ouartett(beide vom Deutschen Opern- Haus) gewonnen worden. Jener entzückte mit seinem wuchtigen Bariton seine Zuhörer hauptsächlich in dem hochdramatischen„Drei Wanderer" von Hans Hermann und der lyrischen Ballade „Tom der Reimer" Meister Löwes. Dieses spielte Mendelssohns heute noch unvergängliches Streichquartett in Ls-Dur ganz pracht- voll. In dieser delikaten, tonschönen Darstellung wird Mendelssohn noch lange nicht verblassen. Wladyslaw W a g h a l t e r, der sich außerdem in Solostficken als glänzender Techniker bewährte, Arthur Jahn, Hans M a h l k e. Hans Kraus waren die Vortrefflichen, von denen ich außer ihrem wohlbekannten Primgeiger noch nicht einmal die Nomen kannte. Das dichtgedrängte Publikum hatte in der Tat ein erlesenes Sonntagsvergnllgen. Heinrich Maurer. Hermann Wldmer. der bekannte Berliner Maler, begebt beut« seinen Z0. Geburtstag. Sidmer ist nicht nur al» Künstler, londern auch als viel- seitiger ZInreger aus kunstgewerblichem und kunnerzieberikchem Gebiete anS- aezcichnet. Er ilt zurzeit erster Porlibender des OrtSoereinZ Lerlw der Allgemeinen Deutschen Kunftgeiioflenschafl. 9t« die Muncheucr Knuitgemcrbeschule ist Prof. Dr. Emil Pretoriu? als Lehrer für angewandte Graphik berufen worden. Der Maler und Radierer Ailli Geiger übernahm eine Raturklaile. Geigers Aachiolger in der Korrektur dcS Abendaktes wurde der Maler Walter T e u t i ch. Eine Kunstkonferenz. In München traten die Miniiteriakreierenten der deutschen Länder sür Kunstangclcgenhcitm zu einer Beiprcchung zu- lammen. Sie galt den Tagessi agen in der staatlichen Pflege der bildende» Künste. Ucbcreinslimmunz wurde besonders in der Angelegenheit der Kunlilchulrcform erzielt, die«. a. die Verschmelzung der Kunstakademle mit den Kunllgewerbeichulen vorsieht. Slnton ikStldganö hat am 1. Februar offiziell die Leitung de« Burg- thcateis übernommen. Else Laster- Tchnler Nest am Sonntag, den st. Februar, w de» Kammersvielcn aus unoelöffentlichten Werten, u. a. die«zödlung„Der Wunderrabbiner von Barcelona-. Im Lekstug-Mutenm sprilbt Donnerstag, den 3. Februar,■'1,9 llbr Dr. Karl Aver über»Knrd Laffwih als Lehrer der HumanitätSidre". Rezitation: Hedwig Vogeler. Gesänge: Frida Ziehten. Üm Flü-clr Richard Silleb.-so � unbeheMgt lSßt, gegen die republikanische Schutzorganisation aber vorgeht, so beweist sie damit, daß sie sich selber nicht mehr als Zustru- ment des Rechtes, sondern nur noch als Instrument politischer, reaktionärer Rlachtgelüsle betrachtet. Polizeibeamte und Sozialdemokratie. Am 25. Januar d. I. eröffneten auch die Polizeibeomten den Wahlkampf in einer machtvollen Mitgliederversammlung in Haber- lands Festsälen. Neue Friedrichstr. ZZ. Der 1. Vorsitzende des Werbe- ousschuffes der Polizeibcamtcn, Genosse A l b i n u s. wies in einem eingehenden Referat auf die Bedeutung der Landtagswahlen hin. Der außerordentlich gute Besuch der Versammlung, besonders von feiten der„Schupo" zeigte so recht, ein wie großes Interesse gerade unter diesen Polizeibeomten der Sozialismus findet und daß hier der Partei noch viele Anhänger und treue Mitstreiter gewonnen werden können. Alle anwesenden Genossen sind fest entschlossen, ihre ganze Zirast und freie Zeit dem Siege der S.P.D. zu widmen, waren sich aber auch darüber klar, daß die große Masse der Hand- und kopfarbeitenden Genossen sie in diesem Kampfe gegen die Reaktion auf das nachdrücklichste unterstützen müsse und daß auch die Aufhebung der Verfügung des Komman- deurs Kaupisch, die jede Aufklärung in den Kasernen verbietet, un- bedingt erreicht werden muß, soll nicht taffächlich die„Schupo" ein Werkzeug der Reaktion werden. Die Versammlung schloß mit der Bekundung des festen Willens, am 20. Februar nur der S.P.D. die Stimme zu geben. Am 14. Februar findet eine große öffentliche Versammlung der Polizeibeomten Groß-Berlins in Haberlands Fesisälen, Neue Friedrichstr. 35, im Großen Saale statt, dort spricht Genosse Max Gronefeld über„Sozialdemokratie und Landtagswahlen". Mdeutsthe und Kriegsschuld. Im Sprachrohr des tollsten Alldeuffchtums, in der„Deutschen Zeitung", bespricht der Kappist Werner v. H e i m b u r g die„Urlüge" der deutschen Kriegsschuld und beruft sich hierbei auf die übrigens bekannten Veröffentlichungen von Sozialisten aus Ententeländern, wie dem Engländer Morel und dem Franzosen D e- martial. Wir sind der Meinung, daß im eigenen Interesse Deutschlands die Herren Deuffchnattonalen am besten täten, über das Thema der Kriegsschuld den Mund zu halten. Die Blutschuld der Alldeutschen steht jedenfalls fest und weder ein englischer, noch ein französischer, noch ein deutscher Sozialist hat jemals gegen die Lüge der alleinigen deutschen Kriegsschuld gekämpft, um etwa die deutschen Kriegsschuldigen reinzuwaschen. GroßGerMl Reaktionäre firbeit in den Bezirken. Do bleibk die Beskäklgung des Orksgesehes? Obwohl die Stadtverordnetenversammlung das Ortsgesetz über � die Zusammensetzung der Dezirksämter längst oerabschiedet hat, läßt j eine Bestätigung desselben durch den Oberpräsidenten immer noch auf sich warten. Letzterer ist, wie vor einigen Tagen berichtet wurde, l bis zum 6. Februar verreist, ergo kann das Ortsgesetz erst erledigt | werden, wenn der Herr Oberpräsident von seiner Reise zurückgekehrt > ist. Daß infolge dieser Verschleppung des Zustandekommens der Be- i zirksämter namentlich in den an das ehemalige Klein-Verlin an- , grenzenden Orten sich geradezu unhaltbare Zustände ergeben, ist für � jeden Kenne? der Verhältnisse klar. Die Bezirksvertretungen tagen ! und verhandeln, aber ihre Beschlüsse schweben in der Lust, da die j ausführenden Organe, eben die Bezirksämter, nicht wirken. Um so tätiger sind die Gemeindevorsteher, die immer noch ihres Amtes walten und, soweit sie dem Bürgertum entstammen, alles tun, selbst Bezirken mit sozialistischer Mehrheit, vor vollendete Tatsachen zu stellen. Diese bürgerlichen, reaktionären Gemeindevorsteher, zumal in Gemeinden ohne kollegialen Vorstand, führen nach dem Aushören der Gemeindevertretungen ein wahres Dunkelkommerregiment schlimmster Art. Von ihren Meinungen und Taben erfährt in dieser Zeit des Interregnums vor der Ausführung kein Ortsangehöriger das allergeringst«. Zwar bedürfen sie für ihre Maßnahmen der Zu- stimmung des Magistrats, aber dieser, mit Arbeiten überhäuft, ent- scheidet, ohne die Parteien zu hören und ohne genügende Kenntnis der örtlichen Verhältnisse. Es wird harte Kämpfe kosten, um Ent- scheidungen dieser Art, die ohne ihre Mitwirkung entstehen, in ihrem Sinne umzugestalten, ganz abgesehen von der Unzufriedenheit und den unnützen Kosten, welche notwendigerweise eine Folge dieser Der- Hältnisse sein werden. So ist es, um ein Dsispicl anzuführen, möglich gewestn, daß das von der Gutsverwaltung Frohnau bisher unterhalten« Lyzeum jetzt mit 7 Klassen mit Zustimmung des Magistrats dem Lyzeum zn Hennsdorf, dos unter Inanspruchnahme von Mitteln der Stadt und des Staates«rholden wird, angegliedert wurde, obwohl die starke Mehrheit der Bezivtsversammlung(20. Bezirk) die Auflösung der Erhöhung der Mehlration. LerUa. 1. Februar.(WTB.) Amtlich. Auf Anordnung des Reichsernährungsministers kommen ab 15. Februar d. I.— statt wie bisher 600 Gramm— 800 Gramm, aus Auslandsge, kreide im Inlande hergestelltes Weizenmehl pro Kopf und Monat neben der Brotkarte zur Verteilung. Der Kilogrammpreis für Kommunalverbände beträgt 7,5 0 Mark entsprechend den günstigeren Einkaufs- und Devisenpreisen. Dazu treten die Zuschläge für den Kleinhandel._ Die gestohlenen Steuerakten. Anläßlich der Behandlung des Etats des Rcichsfinanzminfste. rimns im Hauptausschuh des R e i rsts t a g e s schlug am Dienstag vor Eintritt in die Tagesordnung Dr. P a chn i ck e(Dem.) vor, von einer allgemeinen Finanzdebatte mit Rücksicht auf die un- geklärte Lage Abstand zu nehmen. Der Ausschuß beschloß dem- gemäß. In der Debatte wies Abg. Hoch(Soz.) darauf hin, daß die Betriebskrankenkassen der Rcichsbetriebe jetzt die Vorschüsse abzahlen müssen, die sie während der Kriegszeit erhallen haben. Reichsfinanzminister Dr. W i r t h erklärte sich bereit, in Einzel- fällen, wo besonders die Krankenkassen erhebliche Einbuße erleiden würden, eine Nachprüfung zu oeranlassen. Alsdann kam die Sieuerangelegenheik des Abg. Erzberges zur Sprache. Abg. Andre(Ztr.) beschwerte sich uder die Aleg- nähme der Stcuerrolle des Abgeordneten Erzberger, die bei der ZinanzbehSrde entwendet und zum Teil abgeschrieben und photo- graphiert sei. Reichsfinanzminister Dr. W i r t h erklärte, daß eine Aufklärung über den Attcndiebstahl im Falle Erzberger bisher nicht erfolgt sei. Dann kam es zu einer Debatte über den Fall Kerckhoff, wobei Abg. Helfferich(Dnat. Bp.) eine Ehren- erklärung für den Wgeordneten Kerckhoff abgab. hafteten auf der Stelle mehr als zwanzig Fälle noch, in denen er unter den Namen Christensen, Feuer, Hansen usw. Betrügereien verübt hatte. Mit einem russischen Offizier hatte Krüger nebenbei auf seine Art auch noch ein„Rubels, eschäst" gemacht. Der Offizier brachte 400 000 Kerenskirubel nach Berlin mit, um sie hier in beut- lches Geld umzusetzen. Er suchte einen Vermittler und kam zu seinem Pech ausgerechnet an Krüger, der sich ihm unter dem Nomen Christensen näherte. Vertrauensselig gab»r diesem die Tasche mit den Rubelscheinen und sah weder das Geld noch die Tasche wieder. Geffentl. Wähler- Versammlung Charlottenburg. Mittwoch, 2. Februar, abends TM Uhr, im Volkshaus, Rosinenstraße, große öffentliche Versammlung aller Seamten und Angestellten öer Reichs-, Staats- unö Gemeindebehörden. Tagesordnung: 1. Die Vedeutnng der Loadlagswahleu für die De- amteu und Angestellten. Referenten: Regierungsral G o ß l a r und Hermann Sranold. Pressechef des Oberprösidiums Hannover. 2. Freie Aussprache. Bei der großen Bedeutung, die der Ausfall der caudkagswahlen auch für die Beamten und Angestellten hak, ist es dringend nokwendig, daß jeder einzelne in der Versammlung erscheint. Der S.V-D.'lverbeausschuß der Beamten und Angestellten der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden. Der tveistenfeer Kommunistenprozeß« Am kommenden Donnerstag findet vor dem durch Verfügung des Reichspräsidenten errichteten Außerordentlichen Ge- r i ch t beim Reichswehrgruppenkommando l eine Derhandiung statt, welche sich noch einmal mtt den Vorgängen in Weißensee in den Tagen der Kopp-Regierung befassen wird. Bekanntlich hatte«ine kommunistlsche Organisation im Anschluß an den Kapp- Putsch versucht, sich in den Besitz von Waffen zu setzen, welche auf dem sogenannten Missionsgeländs lagerten und die der Weißenseer Einwohnerwehr gehörten. Zwei Posizeibeamte, welche die Kam- munisten bei der Waffenaushebung überraschten, kamen mtt den Mitgliedern der verbotenen Organisation in ein F e u e r g e fe ch t, in dessen Verlauf der eine Beamte getötet wurde. Vor dem Außer- ordentlichen Gericht hatte bereits vor einigen Monaten«ine 3er- Handlung stattgefunden, die sich gegen 24 Personen aus Weißen- see. richtete, die unter der Anklage standen, eine verbotene Organi» satian, eine Abteilung der Roten Armee gebildet zu haben. Da» mals murden van 24 Angeklagten sieben verurteilt. Es ge- lang in dem ersten Prozeß jedoch nicht, den eigentlichen Leiter der K. O. Weißens«« sestzustellen. Inzwischen haben nun die weiteren Nachforschungen zu der Verhaftung eines Mon- teurs Karl Ziegler geführt, dem zur Last gelegt wird, daß er in Weißensee die Bildung einer, gemäß Z 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 31. Mai 191S, verbotenen geheimen militari- scheu Organisation übernommen habe. Ziegler war bereits un- mittelbar nach dem Feuergefecht an der Missionslaube von der Polizei verhaftet worden, wurde jedoch auf Antrag eines Verteidigers wieder auf freien Fuß gesetzt. Ziegler entfloh imd hielt sich m Berlin verborgen. Erst unlängst gelang es ihn wieder zu ver- haften. Außer ihm wurden noch fünf Arbeiter aus Weißen. see festgenommen, welche der K. O. angehört haben sollen und gegen die sich der Verdacht richtet, an der Schießerei mit den beiden Be- amten der Sipo beteiligt gewesen zu sein. Die sechs Angeklogten werden van Iustizrat Broh und Iuftizrat V. Frankel ver- teidigt. Die Anklage oertritt Kriegsgerichtsrat a. D. Ramin. während die Verhandlung van Geheimrat Dr. Schmidt-Blant geleitet wird.__ Der Fall hiller. Zu dem Beschluß des Eeschästsordnungsaus» schusses des bayerischen Landtages, den Rechtsanwall und Landtags» abgeordneten Dr. Hiller zur Strafverfolgung fteizugeben, veröffent. kichen dieser noch der„Franks. Ztg." sowie der Herr, auf dessen Anzeige offenbar dos Verfabren veranlaßt worden war. Ertlärun- aen. in denen sie die Affäre auf einen Irrtum zurückführen. Es doöe sich nicht um Mandatsgelder jjehandell, sondern um ein rein persönliches Privatgeschäft. Die Sache habe auf güttichem Wege ihre Erledigmig gefunden. privilegierten Frohnauer Schule forderte. Eine Volksschule gibt es in Frohnau nicht. Die Kleinsten der Kleinen müssen in die 2 bis 3 Kilometer entfernte Hcrmsdorfer Volksschule wandern. Daher be- schloß sehr vernünftig die Bezirksversammlnng, in Frohnau selbst eine Volksschule von 3 bis 4 Klassen zu schaffen, die auch wegen der günstigen Lage im Walde zugleich eine Erholungsschule für die schwächlichen und unterernährten Kinder des 20. Bezirks sein sollte. Der Hermsdorfer(stellvertr.) Gemeindevorsteher, der sattsam bekannte Dr. Bode rühmt sich nun, ein Jahr daran gearbeitet zu haben, um das Ziel, die genannte Schule für die Töchter der Besitzenden Frohe naus zu erhalten, tatsächlich zu erreichen. So blieb denn der von der Dezirksversammlung eingesetzten Kommission zur Bearbeitung der Schulangelegenheit nichts anderes übrig als die Selbsthilfe. Die drei je zu einer der sozialistischen Parteien ongehörigen Mitglieder der vierköpflgen Kommission lehnen es ab, mtt dem Dr. Bode, der gleichfalls der Kommission angehört, zusammen zu arbeiten. Dieser Vorgang zeigt als ein Schulbeispiel den Vertretern der sozialistischen Parteien im Magistrat und den Deputationen, was von ihre als unol, weisliche Pflicht anzusehen ist. Sie müssen ver- hindern, daß gerissene und mit bestechenden Umgangsformen ausge- stattet« Reaktionär« den unklaren und ungeklärten Zustmch der Gegenwart benutzen, um die so offensichtlich von den Rechtsparteien getriebenen Sabotage am neuen Beilin durch die Lahmlegung der Vezirksversommlungeu wirksam zu machen. Aber auch die Aussichts- behörde sollte erkennen, daß der gegenwärtige Zustand einen Auf- schub nicht mehr verträgt. Es ffi die größte Eile geboten. Großfener im Warenhaus tz. Detz. In der verflossenen Nacht brach im Warenhaus Tietz am Alexanderplatz Feuer aus. Der erste Alarm traf um 5'<- Uhr auf der Wache in der Wilhelmstraße ein. Sofort rückte der Löschzug 17 aus. Heller Feuerschein am dunklen Himmel verkündete schon von weitem den Brand und leitete den Zug direkt an die Brandstell« Am Köntgsgraben 1. Dort stand dos zweite Geschoß des Waren» Hauses in Flammen. Sämtliche Türen waren fest verschlossen, kein Schlüssel vorhanden. Feldwebel Wenzel ließ ohne Zögern eine Tür und ein Fenster mit Gewalt öffnen. Brandmeister Steiner eilte nach der Alexanderstraße, erwartete hier den 19. Löschzug, der eben» falls sehr schnell zur Stell« war und griff nun auch von dieser Seite mit allen Kräften an. Inzwischen war auf die Meldung von dem Warenhausbrand der Branddirektor Reichel mit zahlreichen Lösch» zügen ausgerückt, Das Feuer tonnte jetzt von mehreren Seiten unter Wasser genommen werden. Die Feuerwehr hatte es bald vollständig in der Gewall. Der Brand blieb auf das 2. Stockwerk beschränkt, obwohl schon Gardinen und Vorhänge in anderen brann- ten. Der Schaden ist nicht unbedeutend, da Gardinen, Teppiche, Bilder usw. in größeren Mengen verbrannt oder durch Wasser be- schädigt sind. Gegen 8 Uhr war das Feuer total gelöscht und konnte die Wehr wieder abrücken._ Seine allzu graste Dreistigkeit ist einem Schwindler verhängnisvoll geworden. In der letzt«, Zeit erhielten Familien, die noch Angehörige in russischer Kriegsgefangen. schaft haben, den Besuch eines Mannes, der ihnen vorspiegelt«, daß er als ehemaliger Gefangener einen Weg wisse, das traurige Los ihres Familienmitgliedes zu mildern. Der„Heller" erhiell in den meisten Fällen auch Geld, Lebensmittel und Kleidungsstücke für die Gefangenen, verwendete aber alles für sich�selbst. DI« Ermittlungen der Kriminalpolizei ergaben, daß dieser Schwindler ein Reifender Willi Krüger mar. Sie fand auch seine Wohnung, traf ihn aber nichi zu Heule, als sie ihn festnehmen wollte. Als Krüger von dem Besuch der Kriminalpolizei hörte, ging er ganz dreist noch dem Polizeipräsidium und erkundigte sich bei der betreffenden Dienststell«, was man eigentlich von ch» wolle. Die Beamte» wies«« dem Der- Konflikt im Mieteinignngsamt Neukölln! Beim Neuköllner M.E.A. sind sehr viele in letzter Zeit rnrn den Hauswirten gestellte Anträge auf Bewilligung von 30 Proz. Zuschlag zur Friedensmiete bzw. auf Er- höhung des angeblich zu bescheidenen Friedensmietrbettages noch unerledigt. Die Leitung des M.E.A. wollte den Zuschlag von 30 Proz. unter gewissen Bedingungen allgemein bewilligen, wodurch aber die Möglichkeit der Einzelorrhandlung«nterbnnden würde. Diese Angelegenheit, bei deren Regelung auf ein« geschlossene Stel- lungnahme aller Mieterbeisitzer zu rechnen war, wurde einem mff fünf Mieterbeisitzern, fünf Vermieterbeisitzern»nd dem Vorsitzenden bestehenden Elferausschuß überwiesen. Er faßte einen B e- s ch l u ß, der die übrigen Beisitzer vor eine vollendete Taffache stellte. Eine hierüber vom M.E.A. oeröffentliche Bekanntmachung teilt unter anderem folnendes mit. Das M.E.A. will zwar die vorläufig generell erteilten Zustimmungen zu den Kündigungen nicht bestäti- gen, sondern olle aetünd igten Verträge z» den alten Vedin- oungen bis 1. Oktober 1921 verlängern, aber von da ab soll die Miete allgemein den Zuschlag von 30 Proz. er» halten dürfen. 9 Proz. der Miete sollen für Reparaturen aus- gewendet werden, die nicht nur der Schönheit am und im Hause oder in den Wohnungen dienen. Als bloße Verschönerung gelten Streichen der Fußböden, der Türen, der Decken, der Innenseite von Fenstern, ferner Tapezieren von Zimmern. Ms notwendige Re- paratur wird nur das Ausweißen der Küchen genannt. Sind weniger als 9 Proz. aufgewendet, so soll den Mietern eine Kürzung um den Fehlbetrag erlaubt sein. Wo schon die 30 Proz. Zuschlag gezahlt werden, aber in Erwartung einer Zuschlagsteigerung schon wieder Kündigungsgenehmigung beantragt ist, soll die Zustimmung zurückgezogen"bzw. versagt werden. Hiernach wären, wie man uns aus dem Kresse der Mieterbei- sitzer schreibt, die 30 Proz. kampslos dewilligt. Bisher konnten in der Einzelverhandlung notwendige Reparaturen dem Vermieter unter Festsetzung eines Termin» auferlegt werden, jetzt ober bleibt den Mietern nur ein Beschwerderecht, mit dem nicht viel anzufangen sein wird. Nach dem Buchstaben der Vorschrift kann eine verwahrloste Wohnung tadellos in Ordnung fein, denn es sind ja nur Schönheitsfehler, wenn die Tapeten fehlen oder die Decken schwarz geräuchert sind. Daß gegen einen Mieter, der schon den zurzeit geltenden Höchstzuschlag zahll, dem Vermieter keine Kündi- gung genehmigt wird, ist kein Zugeständnis, fondern eine Selbst- Verständlichkeit. Die Leitung des M.E.A. hat mit Herbeiführung des Beschlusses auf ollgemeine Bewilligung der 30 Proz. ihre Befugnisse überschritten. Der Mieter hat das Recht, za fordern, daß die Parteien gehört werden und zwar in münd- licher Perhandlung. Dielen Rechtsgrundsatz hat man beiseite ge- schoben, aber die Mieterschaft und ihre Vertreter werden sich dos nicht gefallen lassen. Au> den Protest eines Mieterbeistgers ertKrte der Borsitzende des M.E.A. sich bereit, ein» Dollversammlung aller Beisitzer einzu- berufen. Die Mieterdeisitzer versammelten sich aber schon vorher, und in dieser Zusammenkunft wurde zur Sprache gebracht, daß der Elferausschuß zwar bei der Beratung, nicht aber bei dem Beschluß vollzählig gewesen sei. Zur beschlußfassenden Sitzung seien nur vier Beisitzer geladen worden und außer dem Vorsitzenden nuc drei Beisitzer(zwei aus den Vermietern, einer aus �den Mietern) erschienen. Gerügt wurde, daß gegen diese u n v a r i tä t i sch e B e- setzung'der ein« Mieterbeisisier, Stadtverordneter Freund, nicht Einspruch erhoben habe. Die Misterbeisitzer wollen in einer noch- maligen Zusammenkunft darüber beschließen, ob Aushebung jenes Beschlusses gesordert und bei Ve r w e i g e- rung zur sofortigen Einstellung ihrer Tätigkeit geschritten werden soll. kielntierzachtaurslelluna. Die Kieitftiechüchterverleinigung des Verbandes der Sanbenkolonisten, Bezirk Westen II. Eharlottenburq. veranstaltete im Restaurant„Wilhelmshok' eine Ausstellung, die nicht nur rege Beteiligung, sondern auch berechtigten Veisall fand. Man merkte, daß die Laubenkolonisten mit Lust und Liebe, ja mit Aufopferung bei der Sache gewesen waren. Die Mühen waren aber von Erfolg gekrönt, Jede Abteilung hatte nicht nur einen guten Durchschnitt, sondern wies auch noch Prachtexemplare aus. So sah man schöne Puten in ihren munteren, leuchtenden Farben, jedoch auch weiße, die an und für sich seltener sind, aber gut herausgebracht waren. Ebenso konnte man sich über ■ Gänse und Enten, Tauben und Hühner freuen. Unter der letzten Gattung sah man u. a. Sammelstämme, die dem Anfänger die Auf- zucht ermöglichen, und auch solche, die von einer bestimmten Lieb- haberel Zeugnis ablegten. Viel bewundert wurden die Kaninchen, die kunterbunten Japaner jawohl wie die deuffchen Riefen. Einig» von diesen streckten sich ordentlich lang, als ob sie es bewußt ver-, anschaulichen wollten, daß sie der Stolz der Laubenkolonisten waren. Unter all den ausgestellten Tieren waren zohkreiche sunge, die den Rahmen erst ahnen ließen, in den sie hineinwachsen werden. „Kilm und«»lkäbtldung». Oestentöche Ber»nwi'!n»g der Sm- schirteven Schulrcsrnurr. Mittwoch, i. Februar, nachmtlla-r» 0" Uhr. den Kammerllchtldielen am Potsdamer Mab. Aospreche rtiM>a der Ar»iso»rtr->er de, 10. Arrif» im Pankow« ift 01110115, Brertestrahe. statt. Erscheinen»ine» jeden str»i»?ertt»ter« unbedingt«rsord?rlich. Morgen, Mittwoch, den 2. Februar: Neukölln, kille ZnnMonZre de« Mirter-Berdande» Sroß-Berlin, Setsgrupp» Neukölln, die auf dem Baden der S.P.D. stehen, tt-sscir stch Mittwoch abend 7-/, Uhr bei chenschel. Dodbmstr. ZZ. ,u wichtiger Besprechnna. vberschönewelde. Oeffeniliche Derlammiung abends 7llhr Aula Frischenstriche. Referenttn: Senchfia Bobm-Schuch. Frauen sind besonder, hierzu eingeladen. Un, rege Propaganda der Genossen wird gebeten. * llebungsstunden der S.pD.-Ehbr«. Ansrage» find zu richte« an lk. Schutz, Gharlottanburg, Kwchstr. ZZ. Montag. VA Uhr: Ardritergesangoerein„Ginigkeit"- B u ch h» I z des Sonnig. Pasewatrer Str. 5«.— So,. Mitnnerchor Fried rich»haiil der Rohnsdori, Petersburger Str. ZZ.— Francnchor..Frohsinn-Eharlottenburq: Iugendhcim, Rosmenstr. 4.— Frauepchor T c ol p e l h o k<8— IlN im Sängcrheim. Kaiser-Wilhelm., Ecke Werber Sliahc.— S>I-»»tag. 8 llbr: So*, , Männerchor Hallesches Tor in»er Aula ber II. Realschule. Boeckhstr. S/W. ;_ Sängerchor S.P.D.»Pankow 18-10} bei Engel. Miilflenilr. w.— ,„S Freier Siwaerchor, R« In' a e n d o r s bri itinbftedt. Relideii.istr-He. Ecke Srtinrc ststeo.— Freitag. 7-. Ui)t; Sc». Mitnnerchor Prenzlauer Tor. Böge«. Pro»««!. Prenzlauer Ällec.— Mcnnerchor„Harmonie"- E b a c I o I t« n b n r. Aula der Siemens-Oberr-alschule. Schloststr. 27.— Eoz. Männerchor M ar ien> darf<8—!0>. bei Niendorf,«lausseestrage.- Liedersreundr-B° r s l g w a I» r- Wittenau. T, gel bei Iaschtn»',. Rene Ernststr. 8.- Maa,«chor itWUpalhof (fr-10) in Sängerheiw, flaifwatthcloi-, Ecke«erdcrprohw GsVerMostsbewegung Zur Betriebsratswahl in der Reichsdruckerei. Durch unsere kurze Notiz über das Ergebnis der Betriebsrats- i�fDsset, ncucn 5 wähl in der Reichsdruckerei mit Ee zenüberstellung des Ergebnisses r � m t a'e m e r k I ck o der letzten Wahl am 6. Mai 1920 ist die U.S.P�D. vollständig aus � � e s r cy° fich zu einer Bsrufsgenossenschaft vereinigt. Ferner wurde in einer kürzlichen Sitzung des Beamtenoereins in Jerusalem beschlossen, einen Schlichtungsausschuß zu wählen. Den- selben Beschluß faßten auch die Beamten und Angestellten der jüdisch-amerikanischen Sanitätsinstitution„chadassah*. Es wurde beOrganisationen der kürzlich gegründeten ,,G e- ft.aller Arbeiter Palästinas" (Ichuth) anzuschließen. Bu»d der technische« Angeflellle» und Beamten. Ortzflrupp« Charlotten- dum>11. Die M'Natstjersammtimfl am Donnerstag, den 3. Februar, siiilt aus. Zur Generaloersammlung erfolgt besondere Einladung. Wirtschaft Zur Linderung der Bekleldungsnol. Der Reichsbund des Textil- Einzelhandels e. V. in Bertin hat unter dem Eindruck der Erklärung des Kommissars des Reichswirt- schaftsministeriums, Geh. Reg.-Rat Ministerialrat W ei(Hardt, daß er nicht den Antrag stellen werde, die staatliche Textil- notstandsversorgung über den 31. März d. I. hinaus zu v e r- längern, beschlossen, die soziale Fürsorge für den Bekleidungs- bedarf der Mindestbemittelten nunmehr zu einer Angelegenheit der dem Gleichgewicht geraten. Die„Freihe t" benötigt nahezu eine Spalte, um den„Rechenkünstler" des„Vorwärts" zu� erledigen. In ihrer bekannten demagogischen Manier glaubt die U.S.P.D.-Fraktion in der Reichsdruckcrei die Tatsachen auf den Kopf stellen zu können. Sollte ihr Gedächtnis so gelitten haben, daß sie nicht mehr we>ß, daß bei der Wahl am 6. Mai eine Stimmenabgabe erfolgt ist? Bei dieser Wahl hatte man sich dahin geeinigt, daß jede der drei sozialistischen Parteien ihre Kandidaten auf einer geme nsamen Liste vorschlug, von denen das Personal dann die tüchtigsten wählen sollte. Bei der' Stimmenabgabe(und wie soll denn sonst das Ergebnis zustande ge- kommen sein?) erhielt die U.S.P.D 14 Sitze, die S.P.D. 3 Sitze, die K.P.D. 1 Sitz(jetzige Wahl: U.S.P.D. 8 Sitze, S.P.D 7 Sitze. K.P.D. 4 Sitze). Mit Versprechen von Lohnerhöhungen und der un- wahren Behauptung, daß die S.P.D. dagegen sei, hatte man damals das an Zahl überwiegende Liilfspersonal geködert. Nach der Wahl bekam es die U.S.P.D. selbst mit der Zlngst zu tun. Man hatte näm- lich nicht, wie verabredet, nach der Tüchtigkeit der llandidaten ge- W o» wählt, sondern-- eben die Kandidaten der U.S.P.D. Im ersten Kaufmannschaft zu machen. Der Einzelhandel ist bereit, sich Augenblick war man bereit, der S.P�D. freiwillig einige Verzicht auf Gewinn und Verdienst an einer planmäßi» Sitze ein z u räum en. � t_a des die Wachler ober stutzig gemacht 3en gsersorgungsaltion zu beteiligen, die auf der Grund- hatte, half man sich damit, daß nach und nach ein U S.P.�.-Vertreter freier kaufmännischer Selbstvel waltung die gemeinnützige Auf- nach dem anderen zurück ir a t, und die Vertreter der Slß.D., jn sachkundigster Weise und in einfachster Form zu lösen be- die man, um überhaupt arbettsfah g zu fem. brauche, au ruckten, stimmt ist. Der gute Wille und die Kräfte des Einzelhandels So der wahre Sachverhalt Wenn am Schluß der„Freiheit-Notiz wichen aber nicht aus, das Werk zu vollenden. Auf einen vollen die Berichterstatter der U.s.P. gch noch einen besonderen„Witz � ist nur dann zu rechnen, wenn all« Stufen des Produktions- leisten, indem sie indirekt die Bürgerlichen ermuntern, eme eigene � Verteilungsprozesses, vom Spinner bis zum letzten gewerb- lichen Verkäufer, sich zu gemeinsamer Arbeit und zu gemeinsamem Opfer verbinden. Jetzt ist es Sache de Industrie, zu beweiien, daß sie an Einsicht in soziale Notwendigkeiten und soziale Pflichten nicht hinter dem Einzelhandel zurücksteht. Starke Steigerung der deutschen Salzausfuhr. Die Rutsche Salzausfuhr hat im Jahre 1920 eine weitere ganz erhebliche Steige- rung erfahren. Gegenüber einer Menge von S73 b/. b« «3« 2 C/3 be n. 3£ N 1 C! U o CL -C u "S Z iS« S N 4J � =•3 N'S« co � Keneintrapia � in die Briketthundenliste kür Privat and Gewerbe findet vom 1. bis 10. 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