Nr. 56 ♦ 5S. yahr$ün$ Ausgabe fS Nr. 25 Vez»g»v?ei»« »frtftiaijtL 30,— A,«ffnotl M. fwt In* Sau», voran»»ah, dar. Poft, dezug: Monatlich w.— M. exkl. Zu. Prllung,geb01>r. Unter»reuzd-nd für Deutschland uud Oesterreich I«,50 9R, für das übrige Ausland bei täglich einmal, guüellung ii.bo M. Poftde» pellungea nehmen an Oesterreich, Ungarn Ttchrcho-SIowatet. Däne- ward Holland, Luxemburg, Schwede» und die Schwei».— Eingetragen tu die Post-zeilung».Prei»liste. Der.Borwiirts' mit der Sonntag» beilag» ,Bolt und Fetr- und der Unter- haUungsbeilage �>etmwelr' erichetnt «vcheiuiiglich zweimal. Sonntag» und Montag, einmal. Teiegrmnm- Adresse: �»»»loldcrnatrat v-eltu�. Abend-Ansgabe Devlillev Volksblstt (20pksnn>g) «»zriaenprriS» W»«chtgespalten» Nonpareillezell« listet Z,— M, Teuerungszuschlag■■W/*. .dlrlu* Anzeigen- da»> enge druckte Von l.- M szuiiisslg zwei fettgednickte Worte), jedes weitere Wort so Plg. Stellengesuche und vchlasstellenanzeigen da« erste Wart ®> Plg. jede« weitere Wort«0 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag 50%. ffamiliru-Anzeigen'ür Abonnenten geile 2,— M. politisch» und gewerl- fchastUche Ber»in»-An, eigen S,— M. die gelle ohne Aufschlag. »»zeige» fstr die nächste Nummer «llsten bi» 8 Ahr nachmittag, im Hauptgelchäst. Berlin EW S». Linden- Kräh« 3. abgegeben werden, cheijsfnet »n» Uhr früh dt, 5 Uhr abend» �entralorgan der rozialdcmohrati fchcn Partei Dcutfchlands Reöaklion und Expeöition: SW HS, Linöcnftr. Z Fernsprecher: ttwt Martqplatz, Str. 151 90—151'J7 vorwärts-verlag G.m.b.H., EW öS, Ltnöcnstr.Z Fernsprecher,«», Mvrthplatz, Str. 117SZ-54 Die Kammeröebo Part», 5. Sebrnat.(TB TS.) MnPerprSsiden« B rtanb wird heute sowohl im S e u a t als auch ln der Sammer über die Sonsereuz lu pari» eine Erklärung abgeben, die aus dem heute vor- mittag statlsindeudeu Kabinettsrat inhaltlich sestgesehl wird. hieraus werden tu der Kammer acht Zuterpellatioaeu über die auswärtige Politik beraten werden. 13 Redner(lud bisher angemeldet. Pari». S. Februar.(MTB.) Wie.Information' aus London gemeidet wird, wird Lloyd George am kommenden Sonn- abend in Buckingham zwei Reden halten, die erste im Stadt- Hause anläßlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger und später eine zweite Rede aus einem Bankett. Lloyd George werde über das Er- gebnis der Pariser Konferenz sprechen. Ernüchtervng. Paris. S. Februar.tm Schaffen. sondern auch seine Natur Gertrud Ji'olani nachzuweisen sich bemübt. Es berührt angenehm. daß von äußerlich biographischem Mateiial abgesehen wird, welches nur Füll'es, nicht Fülle wäre. Run ist aber das Buch nicht des- halb allein V7rdienstvoll. weil es auf den großen, vertöiilichen Wer» MoraeniternS mit begeistertem Dollen hindeiiiet. so»de>n auch darum, weil ja taiiächl'ch mit der Jsolanischen Siiffaffnug Bedeui- iameS aus der Nainr de» DichteiS erichlonen wird. Wenn dennoch diese Art Morgensterns Werk zu erhellen lehteS unanS- gesprochen läßt, so lirgt dies daran, weil mil gleich-IN Rechte auch etwa das Myktrkche zum Au'gang mer Beiiacklung reines Wesens genommen werden kann. Die Eiiiieitigkeii des AilS» blicks ist es alko nicht, die manches traewnidig macht, sondern die Willkür. All»» kehr bleibt bei diesem Eriasfen der nachhaliiae Ein» fl iß unberllckstchi'gi. den neben Nietzsche etwa Dostojewski und Hebbel auf Morgenstern geübt haben und zwar, was betont fei. nicht nur aui sein Denken, sondern ans sein Einatmen der Außen» wel>. Dennoch: eS enlstand ein Büchlein, da« namenilich denen empfohlen sei, die Morgenstern noch nicht genügend ans seine» Schöpiun. en selbst kennen. AnS dem Nachlaß beS D'ch»erZ er'chien bei»'«per in Müncheii unlängst noch ein Band Epigramme i»>d Sprüche, die der Eut- stebiingSieii»ach von 1013 bis ISM» zurückirichen. Das Biich eilt- bält haup>>gchl'ch Nachdeulliche». mehr Eitabrnna denn Gesehenes, »igleich ober bezeugt e». daß Moraenl ein einer der wenigen Deutschen war, die das Leben»m der Entwicklung wegen lrben die »rachlen. nicht im Gewordenen zu verharren, lv' der» die zu weiden wünschen. Wenn er einmal den Sprachwitz erfindet:„ein paar Zeiiungen. zwei Parttizungen-, so gibi di-S„,ch, nur ironiicheS Abmeffen der Stunde. eS äußert auch Abneigung gegen bai Schab onenbafl». Wer indes Morgenstern nahekommen will, fei vor allem zuerst und zuletzt auf keine Tagebuchblätterstuien bingrwielen. die A»s- einanderletzungen mit dem Leben, der Polink. der Kunst, der Nalur sind. Hans Sochaczewer. werden. Denn„das Rcichskabinett hätte noch erfolgreicher ge» arbeitet, wenn das preußische Kabinett in seiner jetzigen Zusanunen» setzung nicht am entgegengesetzten Strange gezogen hätte". Strcsemann macht es sich reichlich bequem— an den Miß» erfolgen der Regierung H c r m e»- H» i n z e soll die preußische Regierung die Schuld tragen, wobei es Stresemann wohlweislich unterläßt, auch nur ein- eiiizige Tatsache onzusühren, wann, wie und wo die preußische Regierung„am entgegengesetzten Strang" gezogen heil Den„G l e t ch k l a n g' zwischen dem Reich und Preußen wcllcn auch wir, ober anders rum wie Stresemann, Links-Schwenkung statt Ncchts-Schwenkungl Der 20. Fe» bruar wird'» erweisen. Die Demokraten aber kann man bei ihrem eifrigen Liebe»» werben daran erinnern, daß sie es waren, die schleunigst au» der Regierung verschwanden, als es galt, den Friedensvertrag von Versailles zu unterschreiben. Damals entzogen sie sich weislich der Verantwortlichkeit. Heute aber muten sie der Sozialdemokratie zu, ihnen die Barde trogen zu Hessen, damit man "nachher, wenn's irgendwie fchics geht, rufen kann: die böse Sozial» dcmrkratie ist an allem schuld! Sie huldigen dem alten Satz des Spotwogels:„Entweder ton- sequent oder inkonsequent— aber immer mal so und mal so!" flibicL Herr Oberst Ntcolai hat an zwei Abfuhren im„Vorwärts" nicht genug. Er greift in der„Mitteldeutschen Zeitung" noch einmal zur Feder. Um die entscheidende Frage drückt er sich rntt einer Rede, wendung herum, die für die sterrstnniz« Heuchelei dieses Presse- kneblcrs von Ludendorffs Gnaden typisch fft. Wir lassen ihm selber da» Wort: Der„Borwärts" wagt die Behaupbmg, �er sei nicht wegen irgendwclcher zersetzenden Prcpaganda vom Feldbuchhandel aus- geschlossen werden, sondere well er„mit Leidenschaft und Energie die wahnwitzige Annexionspolitik der Ludcnderff-Elique b-tämpf» habe". Er weicht hier auf das Gebisk der Krlegszicle aus. au- das Ich ihm nicht folge, weil es außerhalb meines eigenen Dienstbereich» lag. Das weiß ich aber und vertrete ich deshalb auch. daß dos Verbot des„Vorwärts" von den Kommandobehörden wegen nichts anderem als wegen seines für die Lampskraft der Truppen schädlichen Einflusses«rfelzt«. Herr Nicolot bezeichnet setzt als„außerhalb seine» Dienst- bereichcs siegend", was doch wie jeder Kundige weiß, der eigen t» liche Zweck seiner dienstlichen Tätigkeit war. Auf nichts anderes hat seine dienstlich» Tatrgke.t gezielt, als die L u d s n d o r f f f ch« Annexionspropaganda nach Kräften zu unterstützen nnö den Kampf ffZ,-Inen V-rständizungsfrieden zu unterdrücken. Wenn aber Herr Nicolai nach wie vor auf dem„für die Kampf» traft der Truppen schädlichen Einfluß' des„Vorwärts" herumreitet. der in WirMchkeit nur in der Phantasie einiger bornierter Generiff- stäbler b: standen hat. so antworten wir diesem famosen Leiter de» „vaterländischen Aufklärungsunterrichts" mit den Wor» ten, die der große Dichter Wossgang Goethe vor etwa ISO Jahren an einen anderen Talmi-Aufklörer adressiert hat, der zu» fällig auch auf den Namen Nicolai hörte,— es war der Buch» Händler Nicola, in Versin. Die Derse lauten mit einer Seinen zftt- gemäßen Variation: „Mag jene? dünkelhafte Manu Uns als gefährlich preisen: Der Plump-, der nicht schwlnnnen kann, Er will's dem Wasser verweisen. Was schiert uns der alldeutsche Bann Ludendorffpfaffenwesen! Und wer uns nicht verstehen kann, Der lern« besser resenl » Die.Krei'z-Ze'tung" schleppt sich noch einmal mit ihrem„De- iveismatcrial" für die Dolchstoßleaende. Es lahnt sich nicht einmal darauf zu spucken. Ein paar gefälschte, au, dem Zusammen» hang gerissene Z'tate. dutzendmal widerlegte» Zeug, Latrinen, gerächte von der Front, und— damit die armselig« Gemeinheit voll werde,— die feindliche Propaganda der Eozialdemokra- tie in die Schuhe geschoben! Die Verlogenheit und Dürftigkeit diese» sogenannten..Materials", nn dem doch zwei Jahre lang mit Dienen- fleiß gesammelt worden ist, ist im Grunde die beste Wider» l e g u n g der Dolchstoßlegende._ Die Grippe, Schillers Toteskeim? Schiller litt jahrelang und bis zu seinem Tode an schweren Lrustkrämvfen, über die er auch in seinen Briefen an Goethe wiederholt klagt. Die Ursache dieser Krämpfe und onschließenS daran auch seiner Todeskrankheit scheint nun nach neueren Forschungen im„Archiv für phystkalffche und diätetische Therapie" nichts anderes als eine— allerding» schwere Grippe gewesen zu sein, dft der Dichter im Jahre 1782. al» er von seiner zweiten heimlichen Mannheimer Reise lzur Aufführung seiner„Räuber") nach Stuttgart zurückkehrte, mit- brachte, als er nicht nur schwer verstimmt, wie sein Jugendfreund Andreas Streicher erzählt, sondern auch recht trank in Stutt- gart /intras. Streicher schildert die Krankheit in folgenden Worten: „Diese Krankheit, welche durch ganz Europa wanderte, bestand in einem außcrorkentlich heftigen Schnupfen und Katarrh, den man russische Krippe oder Jnflrenza nannte, und der so schnell an» steckend wor, daß der Verfasser dieses(also Streicher), als er Schiller einige Stunden noch dessen Ankunft umarmt hatte, nach wenige« Minuten schon von Fieberschauern erfaßt wurde, die so stark waren, daß er sogleich nach Hopse eilen mußte." Do diese Erkrankung den Grund zu Schiller» späteren Brust- krämvfen gelegt hatte, so tonn man wohl mit Recht annehmen, daß die Gripp? auch den Todesieim i« den ohnehin sehr schwächlichen Körper des Dichters gepflanzt hat. Alle sinnst. Das Museum der Gipsabgüsse noch antiken Skulpturen ist von setzt ab auch Sonntags unent- aeltlich von 10— 1 Uhr geöff.'ct. Der Zugang befindet sich in der Dcrothecnstroße, Wcftflügel, erste. Portal, zurzeit sind größere Der- Lnderungen im Gange. Im Olympiasaale kann dank dem Entgegen» kommen der Leitung der Etaatsmuseen nun auch die große Gruvp« de» O' aiebels des Zeustempels dem Westncbel gegenüber ihren Plan finden. Vor allem aber hat die Ueberführung der bisher nach im Souterrain magazinierten Abgüsse der hellen! st i- schon und der römischen Kunst scwie der P o r t r a t« a a l e r i e in die nun ferstg gesellten Säle im Zwickelbau noch der Akademie zu begonnen. Noch Im Laufe des Cammer» werden diese Räum? allgemein zugänglich aemacht werden können. Damit wird dann die nanze, aus den staatlichen Museen abgegebene Sammlung in allen ihren Teilen voll' ändiq und um eine Aneahl wertvoller Stücke vermehrt, in einheitlicher Aufstellung wieder vereinigt sein. Vncc'nls neue Einakier.Der Man'«!». ,?chn>«ver Annestea» und .Manni Sitiic2. Näl»> bw'M wie Enirourl« und Madcll« bi« znm l>. ftebiuar den kin-elneii OilSouSschüsien zur Piuiuiili vorgelclit sein müssen. Die NclckSitZlleve deS O r t S a u«» ' ch ii l i e S Berlin iü d!« UnteinichlSansiali de« KimlinewerbemulenmS, dIW it. Prin,.AlbrcchI.Ti,.». Die EniwuriS» und Modellmefle wbt be- lannilich den dcul'chen und öilerreichNchen ltünlllern Geleaenbett, für all« auf der i.'f'PJiflfi' Welte vertreicnen lunlie.eiveiblichea ÄrdeUeo geeignet« Modelle beu jzabrilautcl, gebüqreusrel ooizujüyicu. de? �uskbuß für fiuswarti?es. Der Reichstags-Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten trat Dannerstag vormittag zu einer längeren, str-ng vertraulichen Besprechung zusammen, an der der !tagenmimster Dr. Simons teilnahm. Verhafteter N?'!chftre!?-tzetzer. Zwcibrilckcn. 8. Februar.(WTB.) Wegen öffentlicher Auf. reizung zum Wiver stand gegen die Staatsgewalt wurde der Landesoorflhcnde der firien Bauernschaft, Hamm, auf Der- anlassung der Staatsanwaltschaft festgenommen und tn das Untersuchungsgefängnis Zweiürücken eingeliefert.— Es handelt sich um einen Führer jenes Milchstreik», bei dem die Milch tu die Straßengräben geschüttet wird. �rdelterproteft gegen die Nlarburger. Hassel, 3. Februar.(Egener Drahtbericht de».Vorwärts'.) Als heute eine Abordnung der Marburger Studenten den Vei.'icb in der Lokomotivfabrit der Firma Henschel u. Sohn studienhalber besichtigen wollte, erklärten 25 Arbeiter, dos nicht dulden zu wollen und stellten den Betrieb ein. Di« Stu- deuten mußten die Fabrik verlassen, worauf der Betrieb in vollem Umfange wieder aufgenommen wurde. VsrftbVunüene K?rthoff-fiktea. Im Hauplausschuß des Reichstage» erklärte vor Eintritt in die Tagesordnung der Reichsfinanzminifter Dr. wirlh: Schon zweimal bin ich vom Hauptausschuß aufgesordert worden, über Steuersachen von politischen Persönlichkeiten Auskunst zu geben. Das erstemal verlangte der Abg. Mumm(Dnat. Dp.) Aus- kunst über die Steuerangeiegenheiten Erzberger» und sent verlangt der deutschnanonale Aba. Schultz(Bremberg) von mir, ich soll die sogenannte Ehrenerklärung, die das Finanzamt Vohwinkel dem Abg. van den Kerkhosf über seine Creueranaelegenyeit erteilt hatte, dmich eine deutliche Erklärung oor dem Hauptaüsichuh schützen und gutheißen. Es ist felbstveritänkilich ausgeschlossen, daß der Finanz- minister übtr die Bermögensverhälinisse irgendeine» Sleuerpflich» tigen Auskunft erteilen kann. Ich verweise auf Z 10 der Abgaben. ordn.ung. Noch unmöglicher ist e» aber, ohne lssnreichende Prüfung der Akten die Erklärung de» Finanzamtes Vohwinkel amtlich zu decken. Deshalb mußte ich auch da» Ansinnen des Abg. Schultz (Vromberg) ablehnen. Inzwischen Hab« ich mir noch Durchsicht der Akten folgendes Bild von der Angeiegcnbrit gemacht. In einem eingehenden Bericht des Loudesfinanzamt-s Düsseldorf wird ausgeführt, daß sich trotz mancherlei Unstimmigkeiten die Absicht der Steusr» Hinterziehung nicht nachweisen lasse. Di- Erklärung des k inanzomtes Vohwinkel bestätigt dem 2lbg. van den Aerkhoff. daß dem Finon,zamt nach Durchjicki alle» zur Verfügung stehenden Materials die Lnscht'ldigungen nicht als stiMaltig erscheinen. Allerdings erläfeint mir das Dorqehen de» Finonzcmtes Vohwinkel als voreilig, denn dos Finanzamt war ohne Kenntnis der ganzen Sache zu einer solchen Erklärung nicht berufen. Es schwebt nämlich gegen den Abgeordneten van den Kerkhoft noch ein zweites Derfoyren wegen Beihilf« der Steuerhintsr- ziebung. Allerdings lege ich Wert auf die Erklärung, daß sich bisher Belüftendes nicht ergeben hat. Doch bin ich augenblicklich noch nic�t In der Lage, in alle Einzelheiten der Sache hineinzusteigen. Die Nochvrüiung der Sieuerakten hat ergeben, daß Akten auf unbeqreff. liche Deife verschwanden sind. Es sind Gehambücher abhrndm ge- kämmen, drren Durchsicht die Prüfung der Steuerangelegenheit er- hsblich erleichtert bätte. Weiter« Schwierigkeiten der llnrerfuchung liegen darin, daß Abg. von den Kerkhosf sich weigert, eine Reihe von Auskünften zu gebeN, die zur Klarstellung der Tatfache» unbedingt nöllz sind. Die ttotlaqe im Saugewerbe. Der Volkswirtschoftsausschuß de» Reichstages be- fchäftigte sich Donnerstag u. a. mit einer Eingab« um schleunigste Abhilfe der Notlage Im Baugewerbe, wobei sich dm Berichterstatter Abg. Svllmana(Soz.) gegen die Höhersetzung der Wohnungemiete wandte. Abg. Hammer(Dnat. Bp.) wandte da- Segen ein, daß durch ein vorliegendes Not-usetz zur Erhebung einer Aetsfteucr die Bautätigkeit in stärkerem Maße zur Behebung der Wohnungsnot einsetzen würde. Aber die furchtbare Notlage des größten Teiles der Hausbesitzer erfordere, daß den Hausbesitzern schleunigst geholfen werde, damit sie wieder die lange vernachlässig. ten Reparaturen vornehmen lassen könnten, und daß ihnen auch ein entsprechender Lohn verbleibe für ihre Mühewaltung und für das übernommene Risiko.— Ein Vertreter der Sozialdemokratie wandte sich scharf gegen die Vnuhandwerksmeister, namentlich die Maler, die keine Erwerbslosen einstellen wollen und zwar im Einverständnis mit den Hausbesitzern. Di« Eingabe wurde als Material überwiesen.__ Litauen und Volen. London, 5, Februar. Wie das Reuterfche Bureau meldet, find die Verhandlungen zwischen Polen und Litauen über die Frage von Wilna abgebrochen worden, well die Litauer fürchteten, daß die Anwesenheit der Truppen des Generals Zelizowski in Wilna einen ungünstigen Einfluß auf die vom Völker- bund vorgeschlagene Abstimmung curüben würde. Nach einer Meldung der Lkt. Telegr.-Agenwr will die litauische Regierung die Volksabstimmung unter folgenden Hauptbsdingungen unterstützen: Entfernung Zeligowskis und der polnischen Truppen aus dem Abstimmungsgebiet. Ein« neutral« Der- w a l t u n g in der Abst mmungszone durch unparteiische, nichtintcr- eisierte Staalen. Bürgschaft von feiten Polen», daß Z-lizowskii Abe.eterer nccb der Bolksabstimmung nicht wiederholt wird. Tie litauische Regierung erklärt weiter, sie fei Ihrer Pflicht nach. gekommen, mit der S o w j e t r« g i e r u n g über die Aufnahme einer internationalen Truppenabteilung in Litauen zu verhandeln. Da die Dcrhanblunaen ergebnislos verlaufen s« en könne die lltauische Regierung eine interalliierte Truppenab- t e i l u n g in Litauen nicht aufnehmen. Eine weitere Meldung der L.t. Telcar.-Agentur bezeichnet es als notwendig, daß Polen von der Somfelreg ernng die Zustimmung einHoll, Völkerbund». truppen in das Abstimmungsgebiet einzuführen. Die englistb en Änabhänykgen gegen Moskau Lonbc«, 8. Februar.(TU.) Von den sieben Sektionen der Intependent L a b o ur Party, der größten engiischen sozio. liftifchen Organ i'ation. haben sich bis jetzt fünf Sektionen über die Frage des An'chlusses an Moskau ausge'prochen. Da» Gesamt- resuitat d:r fünf Sektionen ergibt 272 St'mm-n gegen den An» schloß und 130 Stimmen für den Anschluß an Markau. Das Resultat der noch ausstehenden zwei Sektionen kann an dem Gesamt» resullat nichts mehr ändern. Aommnnilkenmiswe'songea ln Frankreich. Di« französisch« Re- gierung hat Mittwoch abend fünf Kommunisten ousge- w l e s e n, die über Deutschland nach Rußland zurückgeschickt werden. GroßGerlm Z)r!nH Leieürich Wilhelm als Seigenspieler. Für den Dahlsäiah der Deutschnationalen. Daß einerseits die deutschnationalen Parteien den Wert des Geldes in der Wahlkampfpropaganda r chtig erkannt haben und andercrlciis die aufgeflogenen Pctentaten mit ihrem Anhang sich nach dem Grundsatz, eine Hand wäscht die andere, gaiz in den Dienst der Hakenkreuziräger stellen, beweist wohl nichts schlagender, als eine Einladung der Leutschnatlonalen Bolkspartei: Bezirk Berlin- Westen, die uns im Or ginal vorliegt und folgenden Wortlaut hat: Deutschnationale Bolkspartei: Bezirk Berlin» Weste n. Berlin W., den 1. Februar 1921. Euer Hochwohlgeboren! Seine Königliche 5ioheit Prinz Friedrich Wil- Helm von Preußen Halle die Güte, der unterzeichneten Parteistelle für Montag, den 7. Februar,? Uhr nach- mittags, in der Singakademie ein Viplinkonzert (Begleitung Prof. Schumann) zuzusagen, dessen Gesamtertrag zum Besten des Wahlichatzes der Partei verwendet werden soll. Mit Rücksicht auf das Interesse, dos Ew. 5iochwohlgeboren bislang allen Angelegenheiten der Partei zugewendet haben, erlaubt sich die Ge- fchäftsstelle, Ew. Hochwohlgeboren besonders hierauf Anzuweisen. Eintrittskarten cid ich! Steuer stehen zu S M.. 11,30 M.. 21L0 M.. 33,60 M. wochentäalich von 2— 5 Uhr in der Geschäftsstelle gegen Ausweis der Mitgliedschaft zur Verfügung. In vorzüglicher Hochachtung Deutschnationale Dolkspartei Berlin-Westen. Daß ein Hohenzollern-Prinz seine musikalisch« Kunst in den Dienst einer Partei stellt, deren ganze» Streben auf den Sturz der republikanischen und Wiedereinsührung der monarchistischen Staat»- form gerichtet ist, kennzeichnet d'e gegenwärtige politische Situation besonders. Wenn ein Prinz sich fein Brot mit Geigenspiel ver- dienen würde, könnte niemand etwas dagegen einwenden. So aber ist Friedrich Wilhelm in der glücklichen Lage, sich außerordentlich gut ohne jede Betätigung aus den Geldern zu erHollen, die fein« glorreichen Ahnen bis alz« ihres.einnehmenden Wesens' zu- fammengefcharrt haben. Der Lanötagswahlkampf. Für dw Prendcwer Vorkladl hatten unsere Genossen zum Mitt- woch«ine öffentliche Wöhlerversammlung nach der Schulanlo in der Weißenburgrr Straße einberufen, die out besucht war. Genosse Heinrich Ströbel referierte über„Die Hohenzollernlegende". Da zurzeit wieder eine starke nationalistisch« Welle durch Deutschland geht, worin ssch auch monarchihische Bestrebungen gellend machen, nahm Redner die berüchtigt« Hohenzollernlegend« und ihren eigentlichen Urheber, Wilhelm den Deserteur, unter die kritische Lupe. Dafür halte er wertvolles geichichtliches Material in dem Buch von Max Maurenbrecher, dem früheren Sozialisten und fetzigen Deutsch. nallonalen. Unbarmherzig zerpflückte er dos Märchen vom sozialen Königtum der Hahenzollern. Das wahre Gesicht Wilhelme des Letzten zeigte er unter anderem in dem lirahlenden Lichte seiner freuen versttcoepen Worte, durch die Wilhelm die Ahnen und sich selbst verherrlicht«. Luch der verhäniqnisvollen Rolle, die ver letzte Hohenzoller bei der Entstehung des Wcllkrteges gespielt hat, gedachte der Redner. Allerdings wäre es falsch, zu sagen, Deutichlond trage allein die Schuld om Krieg«. Alle Staaten, auch die Engländer und Franzosen, trügen ihren Anteil an der Zuspitzung der Situation. Aber daß der Krieg in jenem kritischen Moment ausbrach, daran trage Wilhelm II. ein ganz besonders voll gerüttelt und geschüttelt Maß von Schuld. Deshalb sei es geradezu unverfroren, wenn jetzt Leute kommen und rufen: Wir sind für die Monorchie uiid wollen sie wieder aufrichten. Namentlich die Sozialdemokratie muß alles tun. baß der unerhört unsinnige Gedanke, den Hahenzollern noch 100 Millionen nachzuwerfen, nicht zur Tat wird. Der Vortrag fand stürmischen Beifall. An der Diskussion beteilirten sich nur Parteigenossen, die die Anwesenden zu lebhafter Agitation für die Landtags- wählen onfeuerten und sich damit auch besonders an die Frauen wandten. Ströbel betonte in seinem Schlußwort: Wenn wir ebensoviel Energie und Lebendigkeit aufbringen wie unsere Gegner, dann brauchen wir für den Ausfall der Wahlen nicht bange zu fem. (Lebhafte Zu�immung.) Im Dlkkoria-E arten zu Trepkow sprach gestern vor einer über- füllten Versammlung der Genosse Johanne» Haß, Treptow. In einem groß angelegten Referat ließ derselbe die Ereignisse der letzten zwei Jahre Revue passieren. Don wieberholten Beifalls- stürmen begleitet entwgrf er ein wohlqelungenes Bild der politischen Lei"«. Er schilderte dabei auch die Schwierigkeiten, die unsere Ge- .nassen in der preußischen Regierung bei der Durchführung auch der bescheidensten Reformen zu überwinden hatten, Schwierigkeiten, die ei-mgl durch die geschlossene Front der bürgerlichen Parteien der Sozioldemokraten gegenüber gegeben waren, zum Teil auch in der unheilvollen Zr-solittcrunq der Arbeiterschaft ihre Ursache haben. Wie überall, so machten ssch auch hier einige Hungen' arke Versammlungsteilnehmer bemerkbar, die ihre Zwischenrufe usw. an den Mann zu bringen versuchten. Aeußerst unangenehm überrascht waren diese jedoch, daß hierfür absolut kein Resonanzboden vorhanden war. Jeder Zwischenruf wurde sofort aufgegriffen und in gebührender Weift ob-'efcrtigt. Stürmischer Beifall lohnt« den Genossen Haß am Schlüsse seines Vortrages In der nun folgenden Diskussion nahmen drei Kommunisten beider Schattierungen das Wort. Ihre Ausführungen bestanden lediglich ln der Wiederholung allbekannter Redensarten und kleiner Anwürfe, die z"m Teil schon Genosse Adolf E o h e n. der sich unsererseits an der Aussprache beteiligt«, wiederlegen konnte. In trefflicher Weise fertigte dann Genosse Haf in seinem Schluß- wert die Gegner ob, wo» wiederum langanbaltenden Beifall der Veriommlung auslöse. In dieser zweiten Wahlversammlung der S.P.D. zeigte es sich, daß man es nochgerade satt hat. bei dem � Ernft der politischen Situation sich von Phrajeuren nasführen zu lassen. Eiuen� imposanten»nd durchaus würdigen Verlauf nafim die tweiie Wäblerverianunluna in Mariendorf. Saal nnd Galeiie des Gymnasiums waren voll besetzt, viele mutzten si.N mn Sieh- plätzen begnügen. In eingeb-nder Weife bebandelie Genosse E d. B e, n st e> n. osimg'S vou Beiiall unterbrochen, die Siellnngngbme der iotta!d!.mokroiischen Vertreter im Reich?» und prenß'schen Landeivarloinenr, insbesondere seit der Revostition. DcS w« teren die Vedeuiiing der vrruHlchen LandtagSwablen nicht nur liir die Arbeiierichgft, sondern ouch für unsere gesam'e Reichspolitik, lewodl der inneren al» ouch der öntzeren. Gen. Bernstein schloß mit der Ansforderung, am Tage der Wahl durch sozialdemokratische Sttmrnabgal'e Bestand und AuSban der deutschen demokratischen Bundesrepublik zu sichern. Von den zahlreichen Geanern nadmen drei Kommiiiiisten da» Dort, mn in der«blichen Weise sich gegen BarIamentari>?muS nnd Sottaldernokraue werden. Gen. Bern- stein konnie diese Redner unter dem Verfall der Versammlung n. a damit ab'erligen. datz diele sich Wöbs ster» bei ihren AnSiübrnngen anl Mary»nd Eniel? berufen, in der Tat aber ihre Werke nicht gekren haben. Der Von'ivende schlotz die Versammlung mit der r'liifsorderiing. für die am?. s-ebrnar gleschkaüS IN her Aula des GyiiinosinmS siaitsindende öffeniliche Frauenversammlung, in der Geno'stn N y n e t sprechen wird, eine recht reg» Propaganda zu betreiben. Große Aufregumi rief ein durchgehendes Sch'ächtertuhrwerk am Baltenplatz hervor. Der Wogen wurde von dem Pferd so stark gegen den Sandkasten der Etcaßenreinigung geschleudert, daß der Kutscher und sein Bealeiter aus dem Wagen fielen und sehr schwere Ver.etzungen erluten. In besinnungsioiem Zustande wurden die Verletzten von der Feuerwehr nach dem Krondendg"» am F-'.-»>-!»«>», Hain gebrecht._ Der!Usrü an öer heilgehilfin. An der Mordstelle in Potsdam erschien noch gestern abend der Erste Staatsanwalt c Ketzinger, ferner war als Untersuchungsrichter Amtsgerichterat v. Cckardsberg erschienen. Eine Stunde vor der Ermordung hat Fräulein Beek einen Patienten zur Bestrahlung empfangen, der ihr einen Monteur zur Verlegung der Höhensonne- anlaze empfahl. Man hat ouch in der fraglichen Ze t einen jungen Mann mit einem kleinen Paket hinausgehen sehen. Das Taschentuch, mit dem Ire Ermordet: erdrosselt wurde, war mtt D. gezeichnet. Der letzte Patient wird aufgefordert, sich sofort zu melden. Die Obduktion der Leiche findet heute nachmittag um Uhr statt. Wie noch berichtet wird, werden von der Kriminalpolizei zur» zeit zwei Svuren verfolgt. Die eine weist aus rinen jungen Mann, der einem Zigarrenhändler in der Nähe des Tatortes aufgefallen ist. Dieser Mann, der dessen Geschäft kurz vor S Uhr abends aufsuchte, hatte frische Kratzwnnden auf der Stirn, der rechten Wange und dem lltasenbein. Er erschien dem Zigairenhändler sehr verstört und sagte ihm, daß er es e(ig habe, da er mit dem Zuge 6,22 Uhr noch nach Berlin fahren müsse. Dieser verdächtige Mann, der gesucht wird, ist etwa 20 bis 25 Jahre alt und etwa 1,78 Meter groß, von schlanker Figur, hat dunkelblondes Haar, ein schmales, blosses, bartloses Gesicht und trug ein dimkelblaiie? Jackett und einen hellgrauen weichen Hut. Die zweit« verdäcktiae Person ist«in Mann, der beobachtet worden ist, als er um 12 Uhr in das Haus Schwerdtfegerstraße 10 h nein« gegangen ist. Die Ermordete hatte kurz vorher einer Dame, die sie ausgesucht Halle, erzählt, daß zwischen 1 und 2 Uhr«in Monteur kommen werde, der den Höhensonneapparat aus dem Behandlung»- zimmer nach dem Arbeitszimmer umbauen werde. Es wird ver- mutet, daß dieser angebliche Monteur mit dem Täter identisch ist und sich dieser dem alten Fräulein nur in der Maske eines Man- teurs genähert hat. Der Mann, der gegen 12 H Uhr tn da» Haus gegangen ist. trug auch ein kleine« Patetchsn unter dem Arm. Er wird beschrieben a!» etwa 1.6-5 bis 1,70 Meter groß und trug ein« gra"e Mili.äiyose,«n dunkles Jackett und wahrscheinlich ein« blau« Schirmmütze._ Ueberschtvemmungen im Havelgebiet. Die Ueberschwemmungen im Havelgebiet ncdwen jetzt«inen immer größeren Umfang an. Dw Landstraße zwischen Golm, Eich« und Werder bildet«inen See. An einigen Stellen ragt nur der Bahndamm au» dem Wasser hervor. Der Zeern-See, d«ff«n User s«hr ttes liegen, ist übe getreten! ouch dir Ländereien an der Grub« Fal.'kenrade sind überschwemmt. Der Pegelstond an der St aM- meis�vei Marquord ist seit 8 Togen um 10 Zentimeter gestlegen. In Moorlake bei Potsdam hat man dl« Landungsstege entfernt, da das Wasser sich gerade in dieler Bucht s'hr cmosstant hat; auch bei Satrow ist die Havel im Steigen begrifssn, nur Caputh scheint tn diesem Jahr« keine Ueberschwemmungen befürchten zu brauche». Hefter Qbersck'lesien, Sand nnd Leate hielt am Dienstag Lehrer Otto Hoch, ein geboren» Ob-mschlesi». !n der Urania einen Vortrag mit 60 Lichtbildern. Den Polen ge» hörte das Laich nur von 933 bis 1108. unter den Piasten wurde«s von Deutschen besiedelt und deutsche Kultur erhielt sich in wechseln- der Höhe bis zur Desitzerarettung durch Friedrich den Großen, feit- dem ist eine aussteigende Linie bis in unsere Zeit zu vertolgen. Oberschlesiens Werte wurden in Bildern von Gruben- und Hütten- werken gezo'gt. Slödtebilder, Dörfer und Arbeiterkolomen wurden Bildern a'S Bolen gegenübergestellt, welcbe zeigten, was für«in« Zukunft Dberichlesien droht, wenn es an Polen ausgeliefert würde. Was das deutfche Reich mit Oberschlesien verliert, liegt in den weni. gen Worten: Kakle, Eisen. Zink, Holz und Kalk. D» Lichtbildervortrag wird am Freitag, den ä. Fe- bruar, abend» 8 Ubr, wiederholt. Rege Beteiligung ist erwünscht, damit möglichst viele Obertchlesie», Wert in Wort und Bild kennen lernen. Bei kommunallsierunq des Bestakknngswesens werden begreif- licherweise manch« Einzelinteressen verletzt, z. B. der Sargfabn- kanten, der Leichenfuhrunternehmer uiey aber höher steht dos Ge- samtinteresse. Neukölln bat das Bestattungswesm noch nicht so vollk'Sndig kommunalisiert, daß die Mitwirkung privat» Untex- nehmer aanz beseitigt wäre. Dennoch muß das Städtische Friedhofs- bureau ständig auf der Hut fein oor Gewerbetreibenden, die bei Bestattungen noch hintenrum ein Prokltchen machen möchten. Drt- ocue Sarglieferanten sind auch heute noch nicht ausgeschlossen, aber manche bestirat-m früher alles, was zur Bestattung gehörte, und das gebt jetzt allerdings nicht mehr. Oer SarnNeferan» kann z. B. nicht mehr, wie dos früher üblich war, die Grabsänaer besorgen. Gerade aus diesem Gebiet hat. weil da den Hinterbsiebenen mit» unter für sehr minderwertig« Leistungen die imvertchZmte''en Be» träne abgenommen wurden, die Kommunattsierung kräftig durch- gegriffen. Das Friedbaksburcau stellt acg«n Bezahlung ein eigene» Sängerguartett und läßt auf dem(SeinrtndefrtebM a"dere Sänger nur zn, m»nn dies« unentgeltlich sinaen. Für nötig hast e» beson, der« Borsschtsmaßregeln acacn etwaige Enschmuggelung von Gön- gern, die für die stlnierbliebencn.unentgeltlich' singen, ihr Hv» norar aber vem Sarglieterguten erhalten, der es dann aus den Sarapreio ausschlägt. Ein Ovser sa weit getriebenen Mißtrauen» wurde kürz'ich ein Arbeiter- Gesangverein Wieder» t asel B e r l i n- W e st', der aus dem Neuköllner Gemeindesried» hos am Mariendorker Wen einem langjährigen Mitgssede die leßt« Ehr« erweilen wa'tte. Selb"verstSndlich wird trotz Kommunasssse- runa eme la'che Ehrung erlaubt, weil jg kein on' ändiger Verein ssir si° Bezahlung annehmen nird. Die Witwe mußte aber, als fi« dem Friedhofsbureau die Absicht des Vereins meldet-, eine Be« scheiniqunq der Unentaelillchkeit b rinnen, und hinter« b-r wurde ouch eine eidesstattliche Berl'cherunq des Borsit-end-n und soaor Angab« der Namen aller Mitwirkenden ge» fordert. Wie wir erfahren, fall auch das den Bestimmungen»nt» lvrechcn, durch die man ermöalichen will, aenen die benannten Bei» innen nötiaenfast» wegen Unrichtigkeit einer eidesstattlichen Be?» sicherimn einschreiten zu können. In dem erwähnten F'll m"ßt« der B-rsii-ende, weil er nicht vorher missen konnte, welche Mitglieder zur Beerdiaung kommen würden, sich mit Angabe seines eigene« Namens verbürgen— und es wurden dann vom Friedhofsbureau keine Schwierigkeiten weiter gemacht. Das Hin und Her der Der- handlimaen bat nicht nur bei dem Derein große Entrü'ftjna her- porgerufen, sondern Ist auch von der Witwe sehr peinlich empfunden worden. Zn dem Artikel„Konflikt im Mieteinigungsamt Neukölln'(N. 52 des„Bonrärts") wird betont, daß om 1 Oktober 1921 die Mieten allaemrin den Zuschlag von 30 Proz. erhalte« dürfen. Es muß nicht heißen 1. Oktober 1321, sondern der Zuschlag soll«gezahlt werden vom 1. Oktober 1920. * Die Korsseßung der Genera'nersommluna des Tssiekerschutzver- banges G oß-Verssn(Ortraruvve Ncittäfn) findet am Sanntog, den 6. Februar, vormittags pünktlich 9 Uhr, in Kssems Fest'älen statt. Wir«rtuchen mstere Parteiaenossen, soweit sie Delegierte sind, unter allen Umständen zu er'cheinen und damit zu verhindern daß dort evtl. Ding« geschehen, die durchaus nicht im Interesse der Mieter liegen. Ter WeichSbnnd der Srieatzbesch-digte«. Krt-gStellneim«: nnb ttrie'crkilntcrblieb.men. Ortsgruppe Neukölln, tv.eichü�kixgx gonlflit«- flrahe 22, nernnfto tet am F-eita.t. den 4, ssebrnar. abend« 7 Ubr. 2 Tetttont- verlamn'lunaen. und»war für die Seklton der elevialiaen lli leasgefangeren im K-rl-k-arlen. Neiikölln,.-ndei.«den», 7>,, Übe. «�e»tt>,'»e H»s NosenttzTler Ktr. ll/i».— NtBitfenfoffen, nachm!N»g» 4 Uhr. geller, fleftflie gigpenlti«. •sab drr trAaifAtn«ngcstrlte» an»«raartea. Versammlungen am Freitag, adend» T1/, Ubr. Sberslbiinemeide i Reitanrant Hubert ti». Tdilonstraß», Stfe S?aIMtraftt. Neukölln■ Vilrgersitle, Bergsir. 147 Vot-dam-Nowawe» t Reit. lnnn Mllblenoark. Nene Babelsberger Gtrasie gentrum- Süden: A'ergndriner, Meranhrin»nI»r.Z7. Slböneberg: Sdersbos.Sbersktr. m Südost: Grünauer Marten. Grünauer Str. 14 Temveldok: Rum Kurfürst, Dorfiir. 72. Wristenlee: Spatrn- brllu, Berliner All-e 22. Funkttonilrversammlung chemische Industrie: Weiber Saal. Nordischer Hof, Znvalldenstr. 125. Sroft-Serline? parteinackrlchten. Morgen, Freitag, de» 4. Februar: Kreit 4 sBrenzlauer Zar), Z2.«dtrilunq: Abend» 7', Ilde. Schulania Gleim- strab«4S! vefrentliche B Sd loraersamm lang. Neserrnt: Genosse Kreustigrr. Botttam. Groß« Willilerversammlung. abend, ii Uhr, im Konzorihause. Neferent: Abgeordneter Genosse Breuer, früherer Pressechef der Reichsregiemnq. Freigabe der Einfuhr für Schmalz. Durch eine in den nächsten Tagen zur Beröffentlichlmg gelangende Verordnung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft wird mit Wir- kung vom 15. Februar 1921 ab die Einfuhr von Schweine- schmalz und Gänseschmalz gänzlich freigegeben werden Dom 15. Februar 1921 bedarf es einer Einfuhrbewilligung von Schmalz nicht mehr Die große landwirkfchassNche Woche, die«m der Deutschen Landwirt" lbaftsgesellschaft veranstaltet wird, findet in diesem Jahre vom 25. Februar bis 5. März statt. Es werden 79 Sitzungen abge» halten: am 2., 3. und 4. März sind 12 össentlich« Versammlungen norgesehen. in denen u. a. Vorträge über die intensive Wirt. schaftsweise, Düngungsversuch« und Diehhaflung gehalten werden. Norddeutsche Elswerte U.-G„ Berlin. Die Generaloerfamm» lung setzte die vioidende aus 29 Proz. fest. Von der Verwaltung wurde mitgeteilt, daß der Berkans des Grundstückes in Rummels- bürg, da» für das Unternehmen zwecklos sei, setzt vollzogen ist. Der Berkanfsprei» beträgt 1,3 Millionen Mark. Angesicht» der guten geldlichen Lage habe die Verwaltung ihre Obligationsschuld zur Rückzohlung gebracht. vle Steigerung der amerikanischen Petroleumgewinnunq. Die Petroleumproduktion der Bereinigten Staaten betrug im Jahre 1929 443 Millionen Faß gegen 377 Millionen im Jahre 1919.— Di« Drrschissungen von Petroleum der Mexican Eag!e Compnay b-qssferten sich im Monat Dezember 1929 aus 1 965 999 Faß geoe, 1975 999 Faß im Dezember 1919. Im letzten Halbjahre 1929 wurden 11959999 Faß gegen 6 678 999 Faß im gleichen Halbjahre 1919 exportiert. Veranrw tür den redatt. leti' Lr. Scrarr Vetter, Sbarlottenbura: iür Anreizen: ZA. Wiotfe, Berlin. Verlag: VorwSrtd.Verlag S. m. d. H.. Berlin. Tru ,k■ Vor- wärtS-BuGdeiiiterei a VerlaaSanktolt Vanl Singer v So Berlin ö>»d> iktt Z. tters'en Anzug-. Paletot-, Ulster-Stoffe. engl.„Homespun", eleg.„Neuheiten" Mir.»o.-, roo.-. 150.—. Zoo M. Na» iangiiidrlg» Verbindungen mit altdewiihrten Zabrilanten bürgen für preiawerte gut» Qualität eu Gegr. 1583. TlICtlsLager Gegr. 1593. 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Quantitäten auch frei Haus angeliefert| Gustav£et|Ue Hauptgeschäft Bergstrasse 78-79 OO ** X» e» A» "*.. 3- ■ U SR a:: 3«• •» r N Z CO Jeder Eisenbahner der aorwSrt, strebt und nackr dem Grundsatz: »Freie Bahn dem Tüchtigen" sich durch ein- schUlzige Fachliteratur sorldilden will liest z« Beroollkvmnmung reiner Bernigkenntniss« unser« tonturrenzlose Fachzettschrift Sie WllSDsMsAle Amtliches Organ de» Verbände« Tenticher Eiscnbahnfachschulen «nd techntfche Zritfchiift für alle Eisenbahner. Interessant» Artttel Lehrreiche Abhandlungen. An, dem Inhalt: Demokrattsterung im Eisen- bahnweie».— Die Enlwi-kiung her Siemen,- Werke.— Neuerungen im Slgnalmeien.— Lokomotia lessei mit Ueberhider.— Wasserstand,- anzeiger.- Elektrisch»« Schweißen in Eisen- dahnwerkftiitten— Der Lultdruch da« Boro- meter.— Die Verwendung oon stutzei eruen Lokcmoiiv-Feuerdüchsen.— Der Lokomoiiv- kessei.— Die Telegraphi».— Elelirisch« Schnelldahnen— und viele, andere mehr. 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