Nr. 61 ♦ 3$. Jahrgang Ausgabe II Nr. ZI Bezugspreis: Sltrtrtf üfitL 30,— M. monatl 10,— 3R. frei Ina Sau», ootau» jablbar. Posi» b»j«0: Monatlich 10,- M.. exkl Zu- ftclluugogebübr Unter Kteu»dand fiir Deutschland und Oesterreich IKL0 M,, für da» llbrsge Ausland bei tiiglich einmal. Zustellung 2l d0 Di. Postdr» siellungen nehmen an Orkerreich, Ungarn Tlchecho- Slowakei. Dane» mark Kolland, Luxemburg. Schweden und die Schweix.- Eingetragen t» die Post-Ieilung»-Prei»Iifte. Dqe„Borwärls� mit der Sonntag». betlage.Do» und Zeit' und der Unter- hallun»deilag« �»eimwell" erscheint vochentitglich zwetmal, Sonntag» und Montag« einmal Teleg'amm- Adresse: »Sazialdemokrat Berlin». Konntags-Ansgabe BcHinct OolksbleiN � 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Dir achtgespaltene Nonpareillezril« tastet 3,— M. Teiiernngszuschtag~OP/v, „Meine Anzeigen» da» jett» gedruckte Wort 1,— M,(zulässig zwei fettgedruckle Worte), jede» weiter« Wort 00 Dtg. 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In seiner aus Anlaß der Der- lelhunz des Ehrenbürgerrcchts in Birmingham gehaltenen Rede erklärte Lloyd George writcr, die Pariser Konserenz, die trotz ge> waltiger Fragen in einer Woche zur Uebcreinstimmung gelangt sei. sei sich bewußt gewesen, daß es unmöglich sei, Welthandel wiederherzustellen, bevor in Mitteleuropa normale Der» h ä l t n i s s e herrschten. Erste Vorbedingung dafür sei die Wieder- Herstellung eines wirklichen Friedens, der abhänge von der Respektie- rung der Friedensverträge. Deutschlands Militärmacht müsse i unwiederhcrstellbar abgebrochen werden, Deutschland habe bereits auszelicfert 31 000 Geschütze, 33 Millionen Granaten, 70000 Maschinengewehre, drei Millionen Gewehre.<11 Millionen Patronen. Deutschland habe aber noch immer z« viel Kriegsmaterial und Ztum.lonöhersielluugsmaschiaev und zu viel ausgebildete Maua. schasten. Lloyd George behandelte hierauf die schwierig« Frage. Deutsch- lend die Reparation zahlen zu lassen, ohne daß dabei dem Emp- fänger Schaden zugefügt werde, z. B, durch billige Waren. was Arbcitslcsigkcit zur Folge haben müßte und die Frage der Wechselturse. Lloyd George sagte, die Deutschland vorige Woche überreichte Rechnung sei auf die Erwägung der Schwierig» kcileu. mit teucn Dcui'chlaud zu tämpscu habe, gegründet. Die Rechnung sei aufgest.'ll! worden im Verhältnis zu Deulschland» Vohlfahrt. da Deutschland augrstchts feiner augenblicklichen Lage zuerst mir ein Minimum bezahlen kSuoe(!!). Simons, der«in außerordentlich aufrichtiger Staatsmann sei. beklage sich darüber, daß die Rechnung der Alliie-ten nicht vollständig sei. Lloyd George sagte, Deulschland länne die gesamte Rechnung habeu, die fertig vorliege, er rate jedoch zur Annahme der bereit» vorge- legten Rechnung Deutschland möge sich nicht durch augenblickliche Leidenschasien dazu verleiten lasten, die Torheiten von 1014 zu wiederholen. Deutschland sei noch nicht so besteuert, wie Frankreich und Großbritannien. Die Forderungen der ZNliierleu seien gerecht und müßten durchgesetzt werden. Wenn alternative Borschläg« unter. breitet werden würden, so würden sie ehrlich in Betracht gezogen werden. Aber der bloße Versuch, einer Zahlung zu entgehen, könne nicht geduldet werden. Nichts könne die Alliierten dazu verleiten. eine strenge Aktion zu unternehmen, als dos Gefühl, daß sie dem Deutschland von 10!4 gegenüberständen. London. 5. Februar(E.E.) Aus der Rede Lloyd Georges sind die folgenden Stellen besonders beachtenswert: Loyd George sprach über das Problem der Entwasfuuug veukschlauds, das die erste Bedingung für die Durchführung de» Dersailler Frieden» sei. Er stellte die Fortschritte fest, die seit dem Waffenstillstand auf dem Wege der Entwaffnung Deutschlands gemacht worden seien, besten Rüstungspolitik den Krieg herbeigeführt Hab«. Die Deutschen haben 31 000 Geschütze und 10 000 Minenwerser abgeliefert, die zer» stört worden sind. Sie haben 33 Millionen Geschosse, 70 000 Ma- schinengewehre, 3 Millionen Gewehre, 411 Millionen Patronen' aus- geliefert. Man kann sagen, daß Deutschland den größten Teil seiner Waffen abgeliefert hat. Immerhin verbleibt ihm noch ein Kriegs- Material, das zu zerstören ist. ferner irregulär« Formatio- n e n, die aufzulösen sind. Ohne Zweifel hat Deutschland eine Entschuldigung, weil es auf seinem Gebiete eine Art Revolution gibt. Wir wollen gewiste Zugeständnistc in dieser Einsicht machen. wollen aber nicht, daß Deutschland chunittrttausende von Menschen unter Waffen hält. Die Alliierten haben deshalb beschlossen, daß Deutschland sich den Bestimmungen des Dersailler Bertrage, hin- sichtlich der Entwaffnung zu fügen Hab». Insbesondere was die maschinellen Einrichlnngea zur Herstellung von Geschützen betrifft, weil wir von dieser Seite her keinerlei Nnzuträglichkeiten mehr ausgesetzt sein wollem Frankreich ist verwüstet worden und hat dos Recht zu sagen, daß es«ine ähnliche Gefahr nicht mehr laufen will. lieber die Entschädigunqstroge sagte Ll'iyv George. Bor den Wahlen im Jahre 1914 habe ich drei Grundsätze auigclt JH. nach denen die Entschädigung zu»rsoigen hätte: 1. baß Deittfchla.id die Entschädigung für den angerichtet».. Schade, zahlen muß. 2 daß man von einem Schuldner nur das ernoltea kann, nai er zu zahlen vermag. 3. daß die Art der Entschädigimg«zahlung-n ein Land». da, diese erhält, keinen größeren Nach'eil< lierlegr, als die Schäden darstellen, di« beseitigt werden müßten. Deutschland kann uns in Schleuderwaren bezahle»: ober was würde uns dies nützen? Dm gegenwäottg- Kurs der deutschen Währung verbietet diese Frage nich mch? Da« ist eine der größten Schwierigkeiten, vi« unsere Sachverständigen bei unserem Abkommen in Paris zu.äsen hatten Nachdem mir den Zahlungsmodus festgestellt hatt-n. überreichten wir Dcutichland die Rote. In Deutschland scheint Me'e zu mißsollen. Diele Note wurde entsprechend dem fortschrciiend.'ii w-r.lÄai'llchen Ausschwunge Deutschland, festgestellt. Wenn Deulichiand nicht reüssiert, wird es nicht zahlen können. Ist es erfolgreich, dann ioll es bezahlen Des- fyiih haben wir damit begonnen, ei» genügend niedrige« Minimum für die ersten Jahre festzusetzen. Ich nehme wahr, daß, als der Bericht über die Pariser Konserenz nach Berlin kam, er dort einen Enirüfiungssturm erregte. Ich mache alle notwendigen Reserven hinsichtlich der ersten Eindrücke, die die crsien telcgraphischen Mitteilungen abschwächen konnten. Aber ich lese den ersten Bericht über die Rede von Dr. Simon». Das ist ein Staatsmann, den ich als ernst zu kennen glaube und als entschlossen, seine Derpflichtungen durch- zuführen, falls er dies will. Wenn Dr. Simons falsche Eindrücke hat, so ist es leicht, diese zu verbessern. Er beklagt sich, nicht die ganze Rote erhalten zu haben. Sehr gut. Wenn er diese Rote haben will, so ist sie zur Absendung bereit und ich rate Dr. Simons, die in Paris aufgestellte Note anzunehmen. Deutschland möge sich der Dort« von dem Fetze» Papier erinnern und sich nicht zu einer Wiederholung der Tollhelten von 1914 verletten lassen. Deutschland kann zahlen, wenn es dies will. Es hat noch nicht Steuerlasten zu tragen, wie sie Groß- britannien und Frankreich gegenwärtig tragen. Lloyd George schloß mit der Versicherung, daß er einen all- gemeinen Frieden wünsche. Die Böller sind vom Kriege ermüdet. Es muß«in Friede für immer werden. Die Alliierten wollen kein« Zwangsmaßnahmen gegen Deutschland, wenn sie nicht fühlten, daß Deutschland, mit dem sie heut« zu tun haben, dasselbe Deutschland von ehedem ist, von den gleichen Ab- sichten beseelt, den Folgen de» von ihnen unterzeichneten Friedens- Vertrages zu entrinnen, und wenn sie nicht fühlten, daß Deutschland jetzt entschlossen Ist, dasselbe zu tun, was es mit den vor SO und 60 Jahren geschlossenen Verträgen getan hat, die Deutschland wie einen Papierfetzen zerriß. Verstimmung in der französischen Presie. ' Haag. 6. Februar lhN.) Der Poriser Korrespondent des .Nieuwe Rotterdamfche Eourant" drahtet, daß nach der Freude über die in Paris erzielten Erfolge bald eine Enttäuschung eingetreten sei. Es Hot sich herausgestellt, daß die Engländer diese Ergebnisse gar nicht ol» endgültig akzeptieren und daß die deutschen Delegierten noch London kommen werden, um ihre Mei- nung über die Pariser Beschlüsse zu äußern. Während man in Paris die Zahlen der Poriser Uebereinkunft als Mindestzahlen aus- faßt, fürchtet man. daß Lloyd George sie als h ö ch st z a h l e n de- trachten wird und daß die Deutschen es fertigbringen werden, sie etwas herunterzusetzen. In Paris will man das um jeden Preis verhindern. lieber das neue Kohlenabkommen hat sich bereits ein Mißverständnis zwischen London und Paris bemerkbar gemacht. Bekanntlich lief das Spa-Abkommen am 31. Januar ab und man hat in Paris eine neue Uebereinkunft entworfen. Man war der Meinung, daß Lloyd George dieser wichtigen Aenderung zustimmen werde, hinterher sagte Lloyd George aber, daß erst die L o n- doner Konferenz, die am 28. Februar zusammentritt, dar- über entscheiden solle. Man denkt dabei an den Einfluß der englischen Grubenbesitzer. Man ist serner ärgerlich darüber, daß Deutschland so unverhüllt mitgeteilt wurde, was es bei Nichterfüllung setner Derpflichtungen zu erwarten habe, und die» ist die Ursache, daß die öffentlich« Meinung zum größten Teil Driand gegenüber Tardieu unterstützt. Der.M a t i n", der ein entschiedener Feind Elcmencraas ist, Jucht heftig gegen dessen frühere Mitarbeiter los. Andere Blätter nehmen Tardieu in Schutz, meinen aber, baß die Zeit des Wartens vorüber sei.„® o u l o l s" schreibt: Würden wir besser daran sein, wenn wir mit Asquith oder Lord Robert Cecil verhandeln würden? Der Fehler des Versailler Vertrage, ist, daß di« Bereinigten Staaten ihn nicht ratifiziert haben. Reichs- und Lanöesmkmster einig. Serli», S Februar.(OlB.) Amtlich. Unier dem Vorsitz de» Reichskanzler» iond henle eine Besprechung der Staats- and Ministerpräsidenten mit dem Reichstabiaett über die durch die Rote vom 29. vorige» Movat» geschaffene polt ische Lage statt. Der Minister de» AuswSrvgc» gab einleitend ein« llebersicht über de» Znl alt und die Bedeuttmg der Entente- forderuvoen und über die Stellung und die»eiteren Absichte» des Reichskobtnett». Der Reichswirtschaftsminister ergänzte diese Aus- sühruvgen nach der wirtschaftlichen Seite. Der Retchsminister de» Innern legte die im Inland zu ergrelsenden Maßnahmen dar. SämMche Anwesende erklärten ihr graudsöhliche» Ein- Verständnis mit der Stellungnahme de» Reichstabiaett». wie sich diese ans der Relchsiagsrede des ZNinifters des Auswärtigen vom 1. Februar ergibt. Der Reichsminister de» Aenßeren nahm gestern Ge» legenhett. sich im Herrenhaus mit etwa 200 Vertretern der deutschen Gewerkschasten über die durch die Pariser Ve» schlüffe geschaffene Lage auszusprechen. Der Minister beantwortet« im Laufe der Aussprache eine Reih« von Fragen, die ihm ans der Versammlung vorgelegt worden. Auch hier ergab sich vollkommene Uebereinstimmung der Vertreter der Gewertschastea mit dem von der Regiernag eingenommenen Standpunkt. Die Reaktion ohne Wahlparole. Wie ein Zufall mag es scheinen, daß in dem Augenblick. wo der preußische Wahlkampf seinen Höhepunkt erreicht hat, die Aufmerksamkeit von den preußischen Dingen jäh abgelenkt wird auf die großen außenpolitischen Probleme der Reichspolitit. Die Reparationsforderung der Entente drängt alle anderen Fragen in den Hintergrund. Aber ganz zufällig ist die Erscheinung denn doch nicht, wenn man sich erinnert, daß gerade unsere„nationalen" Rechts- . Parteien in ihrer Sucht nach baldigen Neuwahlen jede außen- ' politische Rücklicht bei der Festsetzung des Wahltermins von sich gewiesen und z. B. die Wirkung des Wahlkampses auf dieoberschlesischeBolksabstimmungals ganz gleichgültig bezeichnet haben. Ihr Patriotismus ist immer noch von der Art, wie sie der � deutschnationale Abgeordnete v. Könitz repräsentierte, als � er am 21. Oktober 1919 in der Preußischen Landesversamm- ! lung mit Hinblick auf die ostpreußische Abstimmung sagte: Man kann nicht verlangen, daß alle Bewohner des Abstimmung�« gebietes für Preußen(Deutschland) stimmen werden, wenn sie wissen, sie kommen wieder in die Zwangswirtschaft.(Stenogramm Spalte 5424.) Und als Zwischenrufe diese wunderbore„nationale" Gc- sinnrnic� eines Deutschnationalen festnagelten, fuhr der edle Graf höhnisch fort:„Jeder macht's, so gut er kann! Außer- ist es niÄ)t meine Sache, das Nationalgefühl zu wecken. sondern die der Regierung." Dieser Mann ist heute Spitzenkandidat der Deutschnationalen in Ostpreußen. Aber wenn die außenpolitische Lage in mancher Hin- ficht von den preußischen Wahlen ablenkt, so lenkt sie doch auch in anderer Beziehung gerade darauf hin. Sie zwingt die Rechtsparteien, ihr lautes Wahlgeschrei, ihre eigentliche Wahlparole als heuchlerische Lüge bloßzustellen. Herr Dr. Helfferich, der über die deutsche Moralität(mit Aus- nähme des Falles van den Kerkhoff) wacht, hat diese Parole in dem Satze formuliert:„Es werde auch in Preußen ohne die Sozialdemokratie gehen und dann werde im Reiche die Stunde der Erlösung schlagen." Und wie er, so hat auch die Deutsche Volts- Partei es als ihr Ziel bezeichnet, durch diese Wahl die „Homogenität" zwischen der Regierung des Reiches und Preußens herzustellen. Was hier in der diplomatischen Sprache des seligen Bethmann oerkündet wird, das sagen Flugblätter und Agitationsreden drastischer: Erst einmal die Sozialdemokratie aus der preußischen Regierung heraus— und dann wird sich alles, alles wenden! Die reinbürgerlicheRegierung in Preußen, das war die Wahlparole der Reaktion. Unendliche Ler- heißungen wurden an dieses Ziel geknüpft. Für Zweifler. die den berechtigten Einwand wagten, daß die rein bürger- liche Regierung im Reiche bisber doch fo gar nichts ge- l e i st e t habe, hatte man die Ausrede zur Hmid, die Reichs- regierung sei eben durch die halbsozialistische Regierung Preußens daran gehindert worden, die allgemeine Glückselig- keit zu verwirklichen, obwohl es schwer fallen dürfte, für diese Behauptung den geringsten Beweis zu erbringen. Run aber hat die außenpolitische Situation mit einem Ruck die ganze Unwahrhaftigkeit und Verlogen- b e i t dieser Wahlparole aufgedeckt. Dieselben Leute, die Preußen nach Reichsmuster rein bürgerlich umgestalten wollen, tasten jetzt im Reich ängstlich nach der Hand der So» z i a l d e m o k r a t i e. Die„roten Kettensprenger" um Herrn Stresemann und Dr. Hcintze sehnen sich wieder nach„roten Ketten" zurück. Im Gefühl der eigenen Hilflosigkeit erhebt die Deutsche Volkspartei die„Verbreiterung der Regierung?- basis" zur Parole und umwirbt die Sozialdemokratie mit Liebesanträgen. So schön hatte man schon seine illustrierten Flugblätter für die Wahl vorbereitet mit der Negerschändung deutscher Frauen, dem deutschen Michel im Schraubstock der Entente usw.. um den Stimmzettel für die Deutsche Volks- partei als das einzige Auskunftsmittel gegen alle Brutalitäten und Erpreffungen der Entente zu empfehlen! Aber nun. wo die Sache kritisch wird, schreit die Deutsche Volkspartei nach Hilfe, und sozialdemokratische Mitregierung, die»r freilich verweigert wird, wäre ihr großer Torst. In welch lächerlichem Gegensatz zu dieser offiziellen Parteihaltung steht nun ein vertrauliches Rund- schreiben wie das folgende, das uns zufällig auf den Tisch flattert! Es trägt den offiziellen Kopf der Deutschen Volksportei, 3. Wahlkreis(Berlin-Teltow-Beeskow), ist datiert vom 28. Januar, geht im wesentlichen auf den Geld- bettel aus und ist unterzeichnet von dem Sekretär der Partei. >Korvettenkapitän a. D. Dette. In diesem Rund- j schreiben heißt es; Der Entente ist ohne Zweifel der Gedanke, die inneren Ange- legenheiten(Finanz Wirtschaft usw.) unseres Baterlandes in eigene Verwaltung zu nehmen, seit der Revolution nicht so fernliegend, wie das deutsch« Bolk größtenteils anzunehmen scheint. Bisher ist es gelungen, dieses Aeußerste fernzuhalten. Es ist aber gar keine Frag«X!) baß. wenn die Wahlen in Preußen, dem größten Bundesstaat, nicht eine Regierung brin- igen, die die Au-sicht auf Beseitigung der preußischen M 1 ß w i r t s ch a f t(l), dlese» schwersten chindernksse» fstr die Reichsregierung(I), und die Gewähr für die baldige Wiederkehr geordneter Zustände auch in Preu- ß en(!!) bietet, dag dann der Gedanke, seinerseits einzugreifen, den Fcindbund erneut beschäftigen wird. Solche Naivitäten im jetzigen Augenblick sind wohl nur zu verstehen aus der Seele eines frisch zum Politiker ovan- eierten Haudegens a D. Die offizielle Parteileitung der Deutschen Volkspartei wird in dem Augenblick, wo sie sich nach sozialdemokratischer Hilfe umsteht, über diesen Erguß ebensowenig erbaut sein, wie über den Schluß des Rund- schreibens, oer nach dem Appell an das Portemonnaie sagt: ... denn Parteien, die infolge Mangel» an vpferfreudigkeit seitens der Masse der Staatsbürger bei der Auswahl der Zkandi- baten auf dereu geldliche Leistungsfähigkeit sehen müssen, würden der Korruption verfalleu. Arme Deutsche Volksvartei. Gott schütze dich vor deinen Offizieren a. D., fetzigen Sekretären! Nicht anders liegt es mit den D e u t f ch n a t i o n a l e n. Vor wenigen Wochen hat Herr Hergt sein„Ordnungspro- gramm" feierlich abgeschworen und verbrannt. Er hat der Welt verkündet, daß die sozialdemokratischen Sünder ihre Un» verbesserlichkeit bewiesen hätten, weswegen er fortab ein Zu- sammengehen mit ihnen auf das entschiedenste ablehne.hn sinnlich verführt Er hat denn auch hie und da eine neue Aesthetik errichtet Wen g von alter Schule darin. Nennt man diese Segalsch« Aesthetik eine soziale. dann Hilst man sich nur mit einem Worte, um da» mächtig menschen» freundliche Herz de» Kunstdenter» zu bezeichnen. Er glaubt an etwa», was man im Leibnizischen Sinne als prädestinierte Har» moni« ouffosien könnte. Auch er leitet aus dem göttlichen Willen zum Weltplane nur etwa» Gute», etwas Au»geglicheiies, etwa» schön nach allen Seiten Erwogenes ab. Sehet, Gott bat Kamele und Kröten, Mammut»«nb Mistkäfer, Engel und Esel, Pilz« und Pferd« wischt. Brüderlich finden sich Deutschnationale und Kommn- nisten zusammen, um aufs neue das deutsche Proletariat in einen aussichtslosen Krieg zu führen. Die Regierung Kahr- Pöhner, die mit dem Ausnahmezustand regiert und jede Ge- wertschaftsversammlung unter polizeiliche Bewachung stellt, sieht dem Treiben freundlich zu. Wenigstens hört man nichts davon, daß sie in irgendeiner Weise gegen die neue Kriegshege Stellung genommen hätte. Wahrscheinlich vermutet sie, mtt ihrem Schweigen ein dem deutschen Volke wohlgefälliges Werk zu ttm. Aber was kein Eingreifen einer Ausnahmezustandsregie- rung erzielen könnte, das muß den Rationalbolschewisten von rechts und links um so deutlicher von der Mehrheit des beut- schen Volkes begreiflich gemacht werden: Wir haben genug an Blutopfern dem Kriegsmoloch darge- bracht und haben keine Sehnsucht nach neuen. Weder um dem deutschen Militarismus wieder in den Sattel zu helfen, noch um den rusiischen Bolschewismus in Deutschland Hausen zu lassen. Bei ollem Ernst und aller Entschiedenheit, mit der das deutsche Volk die Pariser Riesenforderungen ablehnt. will es doch nickt den Gedanken aufkommen lassen, daß es zu einem neuen Krieg dränge! Mögen die Kommunisten den Dentschnationalen und da- mit der monarchischen Reaktion in die Hand arbeiten, die Mehrheit des deutschen Volkes wird zeigen, daß es fest hält an der demokrattschen Rep"blik und an dem Gedanken des Rechtes, nicht der Gewalt! In Preußen besonders wird man schon in wenigen Tagen Gelegenbeit haben, den Kriegshetzern in bb'troter wie in sckwarz-weiß-roter Gewan- dung durch den Stimmzettel die Stimmung des Volkes be- greiflich zu machen. « Hamburg, 5, Februar.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Zum Protest gegen die Forderungen der Entente haben in Hamburg der Bürgerrat sowie sämtliche bürgerlich.polittschen Parteien und einige andere bürgerlich« Organisationen«in« öffentlich« De» monstration zu Sonntag oorin'ttag auf östentlichem Platz«in- berufen. Al» Erwiderung daraus hat die VJt.P.D. da» Proletariat aufgefordert, ein« Gegendemonstration auf emem anderen Platz zu veranstalten. Di« Sozialdemokratische Partei hat die Ar» beiter aufgefordert, beiden Demanstratiatwn fern zu bleiben. Dielleicht besinnt sich die Hamburger K.P.D. doch noch eines andern und demonstriert nach dem Münchener Vorbild, über da» wir oben berichten, mit den Deutschnationaien gemeinschaftlich?! Streik in üer Konfektionsbrancbe. Nürnberg, S. Februar. Nachdem die Verhandlungen betressend Schaffung eines ReichstaUfes für die Herren» und Knaben» konfektion gescheüert sind, hoben sich die Mitglieder durch Ur» abstimmung mit 90 Proz. für den Streik entschieden. Der Barstand und der Beirat de» Dekleidung-arbeiterverbande» und alle übrigen beteiligten Organisationen haben«instimmig dem Streit zu- gestimmt Dieser beginnt an allen Orten am 7. Februar in den Betrieben der Mitglieder des Arbeitgeberverbandes der Herren» und KnabenNeiderfabritatton Deutschlands. der Vorkämpfer ües Ernährunffswuchers. ■ Bei einer Aussprach« mit Interessenten im Sitzungssaal der Hamburger Handelskammer ertlö.te Ernährungsminister Dr. Her» m«s, daß er grundsätzlich Gegner aller Zwangswirt- schastsmaßnahmen sei. Er erklärte sich serner be eit, über die Einzelfragen in Sandersitzungen mit den Dertretern der«in» zelnen Interessentengrupxen zu beraten. Di« Interessenten waren Herrn Hermes immer wichtiger als die Konsumenten. Neue Stevern? Zu Pressemeldungen über die bevorstehende Vorlage von neuen Steuern«rkiört WTB., daß die Reichsregierung hierüber einen Beschluß noch nicht gefaßt hat.— Di« Me!» dung von einer Aufhebung der Landessinanzämter wird in aller Farm dementiert. erschaffen. Keines hat besonderen Rang vor dem anderen, keines darf solchen besonderen Rang fordern. Gleichwertig ssnd alle, sie gehören gleichwertig in den Kosma», in sein« Ordnung und nicht zerbröckelte Ewigkeit Segal formuliert dieses Gesetz der„Gleichwertigkeit", da» er. beschwingt van seiner großen Menschenliebe, entdeckt zu haben meint Sein inneres Leben, seine starke ReligiasstSt, sie sind ger chtet durch Seinen Grundgedanken der„Gleichwertigkeit". Wer derart sittlich >enkt, scheut sich auch nicht, revolutianär die alten Kunstgewahn» Helten, die man Kunstgesetze nennt, beiseite zu legen. Kleine» und Großes soll es kaum für den Acsthetiker geben, da es W chtige» und Unwichtige» auch nicht für den Moralisten geben darf. Kinder, die noch keine Kunstfckule durchgemacht haben, malen oft nach der Methodik einer solchen Gleichwertigkeit Segal. der Freund solcher naiven Kinderphantaste, denkt aber, daß die Kunssschule nach tlassi- scher Lehrweise die frische E nbildung beengt und verarmen läßt Der Maler, der zugleich ein Moralist und Soziologe sein soll, ja der Künstler überhaupt, der sich um jeden Prel» der Gilde der gütigen Welt» und Menschenfteunoe anschließen muß, darf sich durch Pcrspck- tive nicht einschüchtern lassen und auch nicht durch eine andere Sklaverei der Uebcrlleferung, er darf n cht auf seine Macht ver- zichten, ein Ebenbürtiger des' Gottschöpfer» zu sein, und Kleines und Großes, Wichtige» und Nichtige» gleichwertig darzustellen, auf daß e» sichtbar, hörbar und ander» erkennbar werde und den Geist des Zkunstfreunde» gewinne mit der immer gleichmäßigen, ml der nie» war» verminderten inneren Beteiligung und äußeren Formbedeut- jamkeit w. h. Das Große Schausplelhav» spielt ein französisches Passionsspiel. da» Wilhelm Schmidtbonn mit großer Innigkeit in deutsche Verse übertragen hat. Alle Maschinerie de» Riesenhaufe» wird auf» geboten, damit die Ereignisse des Leiden» Christi bunt und laut an den Zulchapern vorüberziehen, aber es zeigt sich, daß die Naivität de» Paflionsfpiele« nicht vereinbar ist mit der Kompliziert- helt des modernen Riesentheaters. Darum wurde diese» Spiel, das <00 Jahre all ist, nur sehr frostig aufgenommen. Man glaubte, daß man zu einer ErHebuna und starken Erbauung kommen würde, man kam aber nur zu Kulissen und dem Zauber der Drehbühne. Ueber das Ganze und über die Grundsätzlichkeit de» Problems, das bei solchem Theater zu erkennen ist soll noch gesprochen werden. M. H. ?lm nnchllrn VolkSbiibnrnkiinzert lLonntaa. 13. f�ebr.. v-nnl»',, ■Mg Ubr, im Tbeatrr am Bülo'vplatz»,»erden leiten gebSrle Tei le von Mozart zur Auiführung gelangen. Mitivirtende: Mitglieder der TtaaiSoper Vorträge und Rezitationen. Kon''antln H m a n» k y au« fifllt am M tlwoib. fi. Februar. abk„«d 1*1, Ubr. in der KiiuilauSitelliin� „Der ktnim'. Potsdamer Btr. ISt», einen Poriraq mit Lichtbildern übe" »Die neue Kunlt ln«oivjel.Ruhla»d-.—«m 3. Februar, abends 8 Uhr. in b(r Berliner Sezeiiion, SturmriUiuamm 23i: t»rot?« te n-Aden d iMhr.ona Hanna HLch und Raoul Hau»maiin.— Pom 7. bi« ig fz e b r u a r im Schiller» Saal: Heitere Buich-Abende mit Ltchldildern. Au«- fübrende: Smil Kübne und Helene Lachmandii. schaut.—«eorq.givier Urft Mittwoch, den S. Februar, adend»'/,S Ubr. in der Bochbandlung Albrecht Blau Aussicht stellt— wie sich dieser letzte Blutstropsen Deutsch- jlands qualitätsmäßig zufan menfctzen sollte, habe ich bereits be- richtet—. sieht Ludendorff bereits wieder vertrauensvoll in die Zukunft, ja, er behauptet, nun wieder hoffnungsfreudig sein zu können. Und Grund und Mittel für diesen sanguinischen Stimmungsumschwung? Er glaubt in diesem Augenblick, wo alles schon halb über dem Abgrund hängt, mit Stimmungsmache etwas erreichen zu können..Diese(schlechte) Stimmung ist aus der Heimat ins Heer gekommen, und ich bin mir wohlbewußt, daß setzt umgekehrt die Stimmung, die die Urlauber noch der Heimat bringen, recht schlecht ist." Aus dieser Theorie der gegenseitigen Erdolchung heraus hat er mich gefragt, ob sich dennoch die Stim- ' mung der Massen heben lasse, und er hat van den Möglichkeiten, | aus denen sich auch nur die leises!« erfolgreiche Abwehrhandlung \ errechnen läßt, so wenig Ahnung, daß er behauptet, wir seien fein ' heraus, wenn die Armee über die nächsten vier Wochen stimmungs- mäßig hinwegkommt. Solcher Blindheit gegenüber, die mit keinen Tatsachen rechnet und sich auf keine Kenntnisse stützen kann, gibt e» kein Mittel, es sei denn, daß die Ereignisse selbst die Richtigstellung übernahmen. Das taten sie in der unzweideutigsten Weise, knapp 14 Tage, nach- ! dem ich das Wort.hoffnungssroh" zum letztenmal au» Ludeudars,'? Mund gehört hoste. Insgesamt also in Preußen: 483 000 Mann Erfahrungsgemäß könne er dazu 100 000 Mann rechnen aus Bayern, Sachsen und Würstemberg. Ludendorff war froh, ad er diese Ziffern hörte, er hätte zweifellos noch weitere Hundert- taufende i» den aussichtckofen Kampf getrieben. Selbstverständlich wandt« ich mich auf da» allerentschiedenfte gegen die Pläne Ludendorffs. Don außen gekommen« Anregungen, das Volk aufzurufen(Levie en«nas«e), fanden im Kabinett auch nicht die geringste Gegenlieb«, jeder sah die Unstnnigkest solcher Dorschläge ein. • Ich muß hier dem Ablauf der Ereignisse noch einmal zurück- und vorgreifen. Am 30. September 1918 war der Zusammen- bruch Bulgarien, unter dem Titel eines Waffenstillstandes erfolgt. Am 2. Oktober erklärt Ludendorff dem Befehlsemp- fänger des Auswärtigen Amts im Großen Hauptquartier. Herrn von Lersner, unser Waffen stillstandsangebot müsse sofort von Bern nach Washington weitergehen. 43 Stunden könne dl« Armee nicht noch warten. Am 9. Oktober war e» in Gegenwart Ludeistorffs der Oberst Hey« van der OHL., der erklärte,.Schritt zum Frieden, noch mehr zum waffeusilllsiond ist unbedingt not- wendig. Truppe hat keine Ruhe mehr". Am 17. Oktober war es Ludendorff selbst, der bestätigte, daß die Truppe keine Stoßkraft mehr hätte, der aber trotz allem Lorangegangenen auf» neue um Re- fernen bittet. Ll» General Scheuch ein letztes Aufgebot von K00 000 Sittliche Fürsorge. Bon Helene Schmitz. Wobt auf keinem Gebiete der Fürsorge- nnd Pfleger,'che« Tätigkeit hat der vormalige Berliner Magistrat sich größere UnterlaflungSiünden zuiwulden kommen lassen, als auf dem der Für'vrge für stuiich gesährdele Frauen und Mädckien. Er hat dies« Fürsorge stets den privaten und christlichen Bereinen sowie der Sittenpolizei überlasten. Daß die Fürsorge in den Händen dieser Körperschatten eine recht unzulängliche war und naturgemäß bei nur beschränkten Mitteln sein mußte, wurde von Praiiiker« auf diesem Gebiete stets erkannt. Die öffentlich reglementierte, nicht minder die geheime Prostitution nimmt ungeheure Dimensionen an. Die sittliche Verwahrlosung der heranwochsenden weiblichen Jugend, vom noch schulpflichtigen Alter anfangend, hat erschreckend zuge« uommen. Es ist wohl die vornehmste Pflicht de? jetzigen Magistrats, der Schaffung eines PilegeamteS für sittlich gefährdete. Frauen und Mädcben und mit ihm eng verbunden einem großzügigen GeschlechtS'rankenhaus die Wege zu ebnen. Die GeschlechlStrankcn- abteilung im städtischen Obdach wird ja doch längst nicht mehr den Bedürfn'.ffen einer Großstadt gerecht. Der Gedanke eines städtischen PflegeamtcS ist nicht neu:>n mehreren größeren Städten Deutschlands besteht ein solche« schon seit einer Reihe von Jahren. Bereit« am 15. Mai 1919 wurde in der Berliner Stadtverordnetenversammlung von allen Parteren einem auf Errichtung eine« Pflegeamte« hinzielenden Antrage zugestimmt imd einer gemischten Deputation, bestehend au« Stadtverordneten und Sachverständigen unter Borsitz de» Medizinalral« Dr. Weber, zur vorbereitenden Bearbeitung überwiesen. Schon bei den ersten Beratungen zeigt« e« sich, baß di« Polizeiparagraphen de« preußischen Gesetzes hindernd im Wege standen. Ein erforderliche« enges Zusammenarbeiten der Sittenpolizei mit dem städtischen Pflegeamt würde dauernd Kompe- tenzstreitigkeiten im Gefolge haben. Ein Dringlichkeitsantrag de« Magistrats an die Landesversammlung die Polizeiparagraphen so zu ändern, daß die Sittenpolizei abgezweigt und der Gesundheit«- Polizei beim Medizinalamt angegliedert werben könnte, fand bei der Landesversammlung und auch beim Ministerium de» Innern leine Gegenliebe. Man einigte sich jetzt in der gemischten Deputation auf einer anderen Grundlage. Bei der Sittenabteilung de» Polizei- Präsidium« besteht schon längere Zeit eine Fürsorgestelle des Ber- liner Frauenbunde». Diese nimmt die eingelieferten Frauen und Mädchen in ihre Obhut und leitet sie weiter, Nach Nückipracke der Deputation mu den Leitern der Sitten- Polizei und dem Leiter der Fürsorgestelle kam man überein. de» Magistrat zu ersuchen, vorläufig diese Fürsorg« st eilen in st.ä d t i s ch e Regte zu übernehmen und auszubauen. Am 3. Juni v. I. wurde dieser Antrag von der Stadlverordnetenver- sammlung zum Beschluß erhoben und dem Magistrat zur schnellste» Ausführung übergeben. Seitdem find wieder acht Monate ver- gangen und immer noch hat der Magistrat diesen Beschluß nicht durchgeführt. Immer noch läßt man den Berliner Frauenbund beim Polizeipräsidium werlerwursteln. Ich frag«, wie lang« noch« > K Ö N I G S T R.* S P A N D A U E R S T R. '': a**.•''-fa'.''.7.-.V u-W». � f."' 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Lehndorff) Motu.: JeKaicrtnü Iwanoona OiensL: Jekaterioa Ivanawoa Mittwoch, neu einstudiert: Der Vater Drama von August Strlndhcrg (Lucic Hötiich, Ladw. Hanau, Frieda Richard, fiuttar Botz, Erast Derr.bnrg, Eva Brock, Rudoll Jünger.) Dono.: Jekaterina iwniwwna Freitag; Der Vater Sonrah. Jekaterina ivaaowna Sonn:.: J-.Ua:crlna twanewaa Montag; Der Vater KomSdienhaos 3 Uhr; Der Herr Minister Die Sache m. Lola mit Max Pallenbcrg Jos. Dora a. CL, Ort. Wagner, Picha, Maske!, Stieda, Klper Berliner Theater 3 Uhr; Der letzte Walzar VeOUhr: Die spanische Nachilgall Oocrcti« von L e o F a 1 1 mit FritzixVlassary Huna Wttsjmann, Em my Ktorm,.tnJfuc Brandt, Retnhold Pasch, Olga Engl Bosidgiiz- Theater Heut« s Lhr. halbe Preise: IM« i>fuii<11 n r.wticb J',, Uhr: Itch Wiüilsraieres Färter zlansl Amatddt Samt rock, loelle, Korfi, Olto, FalKensftinMamelokVallentln TrSanon-Theater Heute 4 Uhr, halbe Preise: Kammrrninalk Tl Das Wandermittel Kitiie Haack, Julius Falken- Meln, Pub) Morgan, Kurt van Hölleadorlf, Luise Wertk- meister, Alfred Utase Donnerst, 10. Febr.,abds.7 U; Zum ersten Male: Die<>)eM«'llnchatt4len AbbO Chatcannenf Traglhomödie v. Ed, Stucken. .'Aitwirkende: leapflidliie Konstantin, Hlka firüBing. Herrn. Vallentin, JoL f»Ikenstefn, Edgar Eicha, Kens Brvckmattn, Wllh. Bandow usw. kleines Theater Unter den Linden 4A Täglich Uhr: CananoTa« Mohn Lustspiel von Rudolf Lotnar. Engen Borg, Madv Cbrisiiins. Bans Albers, Heinr. Schroth. Morgen u. folg. Tage 8 Uhr; Casanovas Sohn Blhthner- Orchester Ulsowstr. 7h, Bifithntrsaal. �vL. Konzert Dirigent: 5. Merrovlti. t0}. Katmefv lamhlaad(VioL) Volksbühne ZV,: Kithelten von Hcilbronn 7 Uhr: Das Postamt und Die KomSdlc der Irrungen Mtg 7: Kabale nad Liebe Lessing-Tluater 3 Uhr; Frau warrtns Gewerbe il? Ein idealer fiatte Montag 7'/, Uhr: Flamme (Käthe Dorsch) Dienstag unl Mittwoch 71/,; F.in Idealer Gatte (Durieux. Götz, Loos) Donnerstag Tt/s U.: Flamm« Freitag bis Montaa 7",: Ein Idealer Gatt« Deotsclies K&nstier-Theater 3 Uhr; Pysmallon AilabendJich 7'/, Uhr: DleScheidnngsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg. Sonnabend.1 Uhr: ÄÄ ntziintz Centrai-Theater 3V' Uhr: Heimat [[■Die Postraelsterln IhentsrhcaTSfler« hon. »v. u.: TannhSnser ITrletlr.- Willi eins ae.Th ■/(SUhr Hotell die Tänzerin KL Seltannplclhnns J1/] uhr. Reigen Kanaiaelie Oper Uhr■ Der Biberpelz 7v.u. DerTerjaflsteidolar Wall ner-Tls enter SV, Uhr; Eine Ballnadil MHnen-Ballfest i :........... msssve�evew� vttaNstalitl MB b« Sreilag, j Penssonsansialt her Genossen- | rtT' l»w» 3n den Gesamt«| an X. a 4 M r rounten otv j Angehöngen zugunsten ihrer Penfionsfonds n» 7 Lhr Vromenadenfonzeri I'/z!lh? SattVeglnn 2 Orchester(Leitung: Musttdirefior Heinrich Oippel u. Otto Bermbach) ßinirititCfaritn � Saalloae 100.— W., SaNih onninneronen m Zuschlag fflr den platz. Oft SinlrifWfarien Verden mir ans Snmd vvrfteriger«nzeichnuntz tn die auSliegenden Osten abgegeben.— Meldungen: Dam Maniaa» den 7. Zetruar ab, im Sureau der penfionlattfiatt der S. v. D. ZL. Dtrlia SD.»S,«harloiteostrase M,■ 1 Sttppt, in der Zeit»an --- ♦— j ätze,»der ft�riftlich unter Angabe der Ziamen'd» Daltdesvchet. VaS ArbeitsTomitee X Wilhelm vlegelmann/ Vnmo Köhler � Gustav wickelt/ Hermann Vallentin/ s y / Albert Nutz» er/ Andels Lettinger Sari Dallauer/ Han« Wahmann ApoUolhesler! ,?>/, Direktion: James«lein. V/, f Oos graöa Aosstattoagestficfc In 4 BNdern| Kadame Subarrg's Siehesieben 1 mit der weltberühmten{ Saharet f als Gräfin Dubarry. 1 Daher 1(0 Mitwirkende I— Sanntag i'l, das 1 vollst. Stück mit SabareL— Jeder Etwtchsene I Kind frei!— Vorvtrk ab 10 L'hr ununterbroch. Rose-Theater ru: Deserteure MU Heile 2 forslellf pen TTTÜT | Kleine Preise I Kindel Hilfte |7.15üj Reines(vlechiniiniDini Rauchen gestattet I Theater amRattbnserTor Kottbuscr Str.» Tigl Vi, und Senatag nachm. atfbr Elite- >Zum Schlut; Sanger Hut: Der Eriegsieviiiler. Vorher: Der Geiger ron Lcpo U.: Polles Caprice Am Oranienburger Tor Täglich'/� Uhr; Pfeffer und Salz Der schlaue Theophil Der Doppelgänger Telephon: Noroen 86S0 Casino-Theater 0,ws .athrlnger Str. 37. Tigl.%« Oer ncn. Schlager I Der ncn. Schlager I Der Großfürst Ein lustige« Stück zu* dem Berliner Laoen In 3 Akten. Berliner Homor! BerL Typen! sonnt» ZV� Eine tldele Ehe. rPolsdtis.r Str. 72. Ho.khak. B9lrw«tr. 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Februar, T-, IL, im Konzertsaal, Fazanenstr. 1 Voraufführung zum III. Konzert I. Die erate Wilpurgizazcht.... Felix Mendelssohn 2. Acts und Gslathca...... O. Fr. Händel - Soli: Eva Küucher-Welll, Fr! Ruth Arndt, Herren Kammersänger Uly Schmidt u. Prot. Alb. Fischer Dirigent: Herr Prot. SIEGFRIED OCHS Karten zur Vorauffübrnng bai Ed. Bäte d G. Bock, Letp ziger und Tauenlzienstrate.— Zur Aufführung am 14. Februar sind samt ich« Karten verdrillen Persönliches Auftreten Bruno Kastner id. Wüst John GottOWt 3er unsichtbare Mensch FUmsehan rrunf f Uhrnnc Klatsch FllmtragAdte m« Akten. In den Hauptrollen; Kftte Dorsch. Carl de Vogt. Kazzen.rdtfonng 3'., Ukr Qrö�tc Sdian-Kombination Berlins Chausseestr«he 25, am Stettiner Bahnhot. Täglich nh 7 Uhr und Sonniags ah 4\i, Uhr! Das phänomenale Febniaf-Prcnramm 1 Lm- ms«. Prad Ramend Otto Cttrn WHIy Marlens Oixas May beorge Jaster Erteil ciroui Fr ta, Frou| CeKrad Hlnxer Marga cholg Oaula Ott Rivas und Täte m Iren Ardersen n I® 2. 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Februar 1921 aus Air«npfebkn un« zur prompten und gewisser, hasten Lirteuang ab Lagerpla» und suf Hau» Für jtcntralhelzungs- u. �darmwarrcranlagcn findet die Neueintragung bis I S.März statt l —-i Samniche Soneu Sd.melg.ots.| Eastoi», Sletnlodlen«cileit», ftoU l u. 2>rf, II CuolUat, Ras om Soort{ Sdjrocdtcr 5 Glürli)ner »efitunbtt 1854 KoMengroßliaRdlund x*.-.«br. iw BabnpliOehontorinahienstr.lLiSlafferplatzStralan.tuntiflitfin,« cngrei- � Uner � Gegriindat IB94. Aeueinfragungen in die 25 bis 50 Prozent� � herabgesetzt ÜWÜ11WÜ.UIM KiUlii-iifidie Ii 15, 65 M. Ksstöme 65. 150, 250 H. 11 Neos Fnilljaln-Modeo Paletot« U 473. nSO.TSüR Äitfa[iiaD-MÄ«9üM. i Mfintol U 4äO,«00, 830»1. ■Costüna, Covertc jet-Paleto», äportiachan Imprägn. Selclenmäntel. Lodcrmenrei. H. teyn, lanö'iisfii st m 59. »«r« M iri FCb'«"?* n Prachtvolle Butte kurzer Zeil nur.... JUerbest44. m» erhalten Sie durch mein tolle, feste Tipr. 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Paulsträstc 20g 2. itiui Nordhofen, Fcnubriicke, Ecke Äcideftr. gut prompten Vett»'«timg gannr Häuiei steklei, wir Sa nmei-stuif denliiien gur Vet-ugung jniBSMEj �Z8. Jahrgang 2. Heilage öes vorwärts Sonntag, H. Zebrusr GroßGerlln 25 Schieber unö 2 Kilo kokam. Cr» treffendes Zeitbild im Gerichtssaal. Gegenstand 2 Kilo verschobenes Kokain. 23 Angeklagte, darunter Bureaubeamte, ein Leutnant und ein Soldat der Reichswehr, mehrere Polizeibcamte, ein Syndikus und Dr juris, ein Zahnarzt, ein Friseur, eine Dentistin,«in Schlosserlehrling und K a u f l e u t e aller Art. Das Ganze gewährte einen Einblick in das Gewerbe der Schie- ber und zeigte, wie Schieber, die gar nicht mit einander in Vcrbin- dung stehen, sofort an, Platze sind, wenn sich das Gerächt verbreitet, daß irgendwo etwas zu verschieben ist. Es handelte sich um die nach allen Regeln der Kunst inszenierte Verschiebung von 2 Kilo Kokain, wobei verschiedentlich mich nach kleine betrügerische Tricks in Anwendung gebracht worden sind. Der Angeklagte Kaufmann Heinrich Kirsche halte erfahren, daß ein Soldat bei der Reichswehr Kokain besitze und hat sich sodann mit dem Hilfspolizcibeamten M e i n k e und dem Bahnstcigwächter am Zoologischen Garten Kabelt in Verbindung gesetzt, um ihm das Kokain abzunehmen. Als Kirsche mit dem Lerkäufer, mit dem er verhandelt hatte, auf die Straße trat, wurde dieser von Meinke i-nd Kabelt angehalten und das Kokain von Polizciwegen für beschlagnahmt erklärt. Man brachte den Mann, einen gewissen Maschinist geben«, auch nach dem Polizeipräsidium, wo Meinke eine falsche Meldung machte und schließlich es so einzurichten wußte, daß gebens sein Kokain los wurde. In einem andern Falle hatte ein früherer Offizier, der noch im Besitze von Kokain sich besand, im Eofe Iosty gesprächsweise davon einem an seinem Tisch sitzenden unbekannten Herrn, der als„Baron* angeredet wurde, erzählt und dieser erklärt« sich bereit, es zu erwerben. Als Derkaufsvermittler trat dann ew gewisier Stodola in die Erscheinung, der das Kokain einem der Angeklagten, der es angeblich für einen ihm befreundeten Inder haben wollte, anbot. Er lieferte auch dos Kokain, es stellte sich aber heraus, daß es Bohnenmehl mit Salpeter war. Der Erwerber bestellt«, um den St. sicher zu machen, noch ein zweites Quantum und erwartete ihn mtt handfestem Beistand am Ambrcsius- platz, wo sie ihn dingfest mochten. So ist die Strafsache dann ins Rollen gekommen. Don den Angeklagten wurden IS verurteilt, die mehr oder weniger an den Schiebungen beteiligt waren. Unter anderem erhielt der Hilfspolizeibeamte Meinte 9 Monat« Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Kobelt dieselbe Strafe, Kirsche 6 Monate Gefängnis, der Syndikus B o l d t 4 Monate Gefängnis und 1000 M. Geldstraf«. Die übrigen erhielten teils Gefängnisstrafen von kurzer Dauer, teils Geldstrafen, die sich in den Grenzen zwischen 1000 und 3000 M. hielten. Stodola. der den wilden Mann markierte, mit brennender Zigarette in den Gerichtssaol kam und auch Bonbons verteilte, soll auf Antrag des R.-A. Dr. Eifenstaedt zur Beobachtung seines Geisteszustandes einer Anstatt überwiesen werden. Eine An- geklagte wurde freigesprochen, gegen drei andere das Verfahren ab- getrennt.- �■■-—...... vie Zukunft See Straßenbahn. Der Straßenbahnausschuß der Stadtverordnetenverfammlung setzt« gestern die gutachtliche Anhörung der Sachverständigen fort. Es erstatteten noch Bericht: Oberingenieur Hermann, der gegenwärtige Leiter des Betriebswesens, der insbesondere die Gleis- crneuerungsarbeiten und den Umbau der Houptwerkstatt besprach, der zur Verbesserung des kaufmännischen Betriebes berufene Herr Lüttke, Obcrverkehrsinfpcktor Krause und Berkehrsinspektor von Meczynski. Aon demokratischer Seite wurde im Anschluß an dle Gutachten der Herren Dr. Wussow und Giese die EntPolitisierung des Unter- nehmen» gefordert. Eine höhere Wirtschaftlichkeit werde sich nur erzielen lassen durch eine andere Form des kommunalisierten Unternehmens. Anders werde man das zur Erneuerung der Strotzenbahnanlagen erforderliche Kapital von 400 bis 300 Millionen nicht bekommen können. Während von unabhängiger und kommu- nistifcher Seite mit Entschiedenheit der Vorschlag abgelehnt wurde, den rein städtischen Betrieb der Straßenbahn zu„entkommunali- sieren*, wurde von einem Vertreter der S.P.D.-Fraktion erklärt, oaß dann, wenn die Stadl der Straßenbahn keine genügenden Kre- dtte verschaffen könne, die Umwandlung des Unternehmens der Not gehorchend in ein gemischt-wirtfchaftliches Unternehmen unter Beteiligung des Priontkppitals in Erwägung gezogen werden müsse, gm übrigen müsse aber die Tariferhöhung auf 1 M. sofort durchgeführt werden, sonst wiederhol« man die Fehler des Vorjahres, wo die Tariferhöhungen stets den wocbfenden Aufgaben nachgehinkt Heffentl. wählerversammlungen heuke, Sonnkag, vormittags 10 Uhr: Konkordia-Fesijäle. Andreasstr. 64. Thema:„Zusammenbruch oder Wiederaufbau und die preußischen Landtagswahlen*. Refe- rentsn. Staatssekretär Heinrich Schulz, M.d.R., und Reichs- tagsabgeordnele Klara Bohm-Schuch.— Landtagswähler erscheint in Massen! Morgen, Montag, abends 7 Uhr: Schulkheiß-Ansschank, Hasenheihe 22— 31(frühere Unionsbrauerei). Thema:„Zusammenbruch oder Wiederaufbau und die preußischen Landtagswahlen*. Referent: Preußischer Minister des Innern Severing. Sozlclbemokrakischer Wahloercin Bohnsdorf. Schulaula. Togesvrd- nung:„Die bevorstehende Landtagswahl*. Re- ferent: Genosse Rudolf Wissel!. Seamte, Angestellte unö Hilfskräfte öer Staöt Serlin. Morgen, Montag, den 7. Februar, nachmittags Z Uhr: BürgerZaal des Berliner Rathmsscs. Tagesordnung: Die Bedeutung der Landtagswahlen für die Beamten und Angestellten. Re- ferenten: Stadtrot Koblenzer und Stadto. R. Hermann. öeamte unö Angestellte öer Reichs-, Staats- unö Gemeinöebehörüen. Dienstag, den 8. Februar, abends 7� Uhr: Germania- Säle. Chausssestr. 110(Weißer Saal). Tagesordnung: Die Bedeutung der Lcndtagswahlen für die Beamtenschaft. Re- ferent: Legationsrat Dr. Z e ch l i n. Ferner abend» 7i/z Uhr: Lukher-Lyzeum, Tempelhofer Ufer 2. Tagesordnung: Die Bedeu. tung der Landtagswahlen für die Beamtenschast. Referent: Dr. C a s s a u. »■'..vki-;:..vaKsreaMi seien. Don anderer sozialdemokratischer Seite wurde dagegen in dem Sinne gesprochen, daß die Straßenbahn in städtischem Besitz bleiben müsse. Der Kredit müsse von der Stadt beschafft werden. Die in der allgemeinen Aussprache behandelten grundsätzlichen Fragen einer Umwandlung des Unternehmens und einer sofortigen Tariferhöhung auf 1 M., gegebenenfalls einer weiteren Tariferhöh, ung auf 1,30 M., soll zunächst mit den Fraktionen besprochen werden, damit bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses, die am Mittwoch stattfindet, einige Klarheit hierüber gewonnen wird. Die Ausschuß- Mitglieder sollen bis dahin auch auf' Grund der Sachverständigengutachten bie Hauptpunkte der Beratungen zusammenstellen und feste Dorschläge an die Stadtverordnetenversammlung entwerfen. » Die Siraßenbohvdirektion nicht mehr beurlaubt. Der Magistrat beschloß in gestriger Sitzung, die Beurlaubung der Straßenbahn- direktion aufzuheben. Wegen ihrer Ansprüche und wetteren Beschäftigung schweben Verhandlungen.— Ferner wurde beschlossen, den Bezirksverordneten und Vezirksralsmitglie- dern freie Straßenbahnfahrt zu bewilligen. Die Kosten. werden von der Kämmereirerwaltung übernommen. Raubmorü-Gestänönls. Der aufgeklärte„Fall Beelitz-. Wie rasch der Entschluß zu einem Verbrechen gesaßt und durch das unvorsichtige Verhalten des Opfers fast programmäßig ausge- führt wird, zeigte die gestrige Vernehmung der beiden Täter, die die Ermordung der Hausbesitzerin Beelitz, Kottbufer Str. 15, auf dem Gewissen haben. Die Vernehmungen haben zunächst dazu ge- führt, daß der 30 Jahre alte aus Niederbrunn im Kreise Hagenau gebürtige Kaufmann Ludwig Limbacher ein umfassende» Geständnis ablegte, während der 28 Jahre alte Kaufmann Fritz B a.k e entschieden in Abrede pellt, cm dem Verbrechen beteiligt ge- w«sen zu sein. Limbacher gibt cm, daß ber Plan zur Ermordung des Fräulein Beelitz von Bake ausgegangen fei. Als er diesem mitgeteilt hätte, Trnß er Beziehungen mit der Hausbesitzerin angeknüpft habe, habe er gleich gesagt, daß diese Verbindung ausgenützt werden müsse. Er habe Pake auch den Brief gezeigt, in dem er, Limbacher, von dem alten Fräulein eingeladen worden fei. Bake habe ihm darauf ge- sagt, daß er sich ebenfalls einfinden werde. Beide sollten dann die Hausbesitzerin überfallen. Er, Limbach, sei von Fräulein Beelig im Hausflur empfangen worden, und oben habe er dann, zum Zeichen, daß er mit ihr allein in der Wohnung fei, sich mit einer brennenden Zigarette an das F e n st e r g e st e l l t. Nun fei Bake heraufgekommen und habe verlangt, mit feinem Geschäftsfreund Limbacher, der sich als Ingenieur Heinz Bücking dem Fräulein Beelitz genähert hatte, Rücksprache zu nehmen. Bake wurde auch eingelassen, und wäl?rend er mit der Hausbesitzerin auf dem Sofa gesessen habe, habe Bake gegenüber auf einem Stuhl am Tische ge- sessen. Sie hätten dann über irgendwelche vorgespiegette Geschäfte gesprochen und endlich habe Bake Fräulein Beelitz gebeten, daß sie ihm auf dem Klavier etwas vorspiele. Fräulein Beelitz habe sich zuerst gesträubt, dann aber doch seinem Wunsche gewill- fahrt. Bake sei dann von hinten an sie herangetreten und habe ihr plötzlich einen Knebel inden Mund ge st eckt. Dann habe er ihr mtt Stricken die Hände gefesselt, und sie aus dem Bor- derzimmer nach dem hinteren Schlafzimmer geschleift. Dort habe er sie aufs Bett gelegt und, damit sie den Knebel nicht lösen konnte, noch ein Tuch über den Mund gebunden. Limbacher will nun d-u Absicht gehabt haben, davonzugehen, doch habe ihn Bake zurückgehal- ten und aufgefordert, alles nach Geld und Schmucksachen zu durchsuchen. Bale selbst habe sich dann auch beteiligt und sie hätten alles zu sichgesieckt, was sie gefunden hätten. Als er, Limdacher, dann gesehen habe, daß Fräulein Beelitz regungslos dalag, habe ihr Bake noch die Augen geöffnet und gesagt, sie lebe noch. Er habe dann später, als er durch die Zeitungen erfahren habe, daß Fräulein Beelitz t o t gewesen sei, schwer gelitten. Bake leugnet jede Beteiligung an dem Verbrechen. Er gibt nur zu, den Namen Blum auf die Rückseite der Anzeige, die er im Auftrage des Limbacher in der Potsdamer Straße aufgegeben habe, geschrieben zu haben. Mtt Fräulein Beelitz will er nie zusammen- getroffen sein. WarenvcrsorgungSst-Le Teutscher Gewerkschaften. Mit Unterstützung deS Reiches aus Mitteln der produktiven Er- werbSlosenfürforge hol der Allaemeine Deut, che Gewerkschansbund zu'ammen mit allen übrigen Gewertschattsrichtungeu eine Waren- veriorgungSttelle errichtet, die den Zweck hat. die Arbeiter und An- gestellten mit billiger Ober- und U n t e r k l e i.d u n g zu versehen. Der weitere Zwcck dieser Einrchiung ist. durch Ausschaltung jeglicher Spekulaiion inid des IlniernebmergewinneS eine Senkung der Preiie kür Ober- und Unterkleidung, für die in Arbeiter- und Angestellienkreifen ein großer Bedarf vordanden ist, herbeigusührcir. Bedingung ist seibsiveiständlich. daß alle Waren. die zum Verkau? getangeu, zu tarismäßigcn Löbncn hergestellt werden. Außer der Preissenkung hat das Unternehme» auch den Zweck, durch Steigerung des Umsatzes van neuem Arbeitsge legen- heil für die Arbciier.� Arbeiteriuncu und Angestellten in der Teriil« und Bekleidungsindustrie zu schaffen. Erreicht kann dieser Zweck aber. nur werden, wenn alle Arbeiter. Arbe'ierrnncu und Angesicllle ihren Bedarf an Kleidern. Wäsche,. ArbeiiSkleidimg. Schubware» inm der Warenveriorgungsstelle, die unter der Kontrolle der GeWerk-' schaff steht, decken. Zunächst sind folgende Verla ufD st eilen eingerichtet, die am Montag, den 7. Februar, eröffnet werden: l. Zimmerstr. LS, 2. Cbciuffecstr. 63. 3. AEG.-Konsumverein, Chaiitästr: 3. 4. Ehemiiche Industrie aus Aktien, Müllerstr. 170 71, 5. Richard Klinger, Tempel- bok. Saarbrirgstraße, 0. Reichsdruckerei, Orauienstr. 91. 7. Sebastian- straffe 37/38, Ouergebäude, 8. Warenhaus der Kansumienoffenichast Berlins»nd Umgegend, Brunnenstr. 180, S. do., Zieinickendorfer Straffe 21. An alle organisierten Arbeitnehmer wird das dringende Er« suchen gerichtet, nicht nur selbst ihren Bedarf in dieien Ve: kauf«» stellen zu decken, sondern auch rn ihren Bekanntenkreisen iür dieic Einrichtung eine umfassende Propaganda z» mache». Zum Kauf berechtigt sind Mitglieder der Gewerischa'ten, die sich durch ihr Mitgliedsbuch legitimieren können. Tchrida in Berlin. Man schreibt UNS: Einen genialen Sireich, k essen sich die seligen Schildbürger nicht zu schämen brauchten, tonn!« man am Schweres Blut. 51] Roman 00a Zohcm! Aha. „Marja ist nicht gern gegangen,- sagte Iuha, nachdem er daheim angelangt war, plötzlich vor seiner Mutter stehen- bleibend.„Sag nichts, mach den Mund nicht auf. Wenn du was sagst, dann—* „So. also nicht/ „Neinr „Dann ist's ja gut/ ..Ia. gut.'s ist gut.- „Hat dir das der Propst gesogt? „3a." An den folgenden Tagen war Jutta noch rleißiaer als sonst. Er fuhr den Schuppen auf dem Hof voll Heu. spaltete Holz und hackte-inen großen Haufen Nadelzwerge für den Kuhstall. An einem Morgen, als die Mutter aufstand, war Iuha verschwunden, und die Alte konnte aus der Schneeschuh- spur nicht erkennen, in welcher Richtung er davongefahren war. 11. Marja sitzt auf der Bank der Badestube, an einem Strumpf strickend und mit dem Fuß die Hängewiege in Be- wegung erhaltend. Hinter der Wand knirscht der Schnee, es geht jemand an der Luke vorüber, die Tür öffnet sich, und «ine wohlgenährte alte Frau schiebt sich herein. „Geh doch ins Haus und iß. Marja. Ich werde dem Kind solange wiegen." Marja erwidert nichts. „Dort bei den anderen ist es gemütlicher zu essen." „Sch möchte mir mein Essen lieber hierher holen." „Na, es kann dir ja auch gebracht werden, Anja bringt «». solltest aber jetzt doch kommen. Weshalb kommst du nicht?-... „5ch Hab« es ja schon gesagt. „Bist immer noch stolz u>rd böse. Aber verbittre dir doch das Herz nicht so. meine Liebe. Da wird auch deine Milch bitter, und dein Kind weint/' „Davon weint es nicht/ JM« gmye Nacht hört man es wimmern.- „Es wird nach seinem Vater weinen, wenn es weint." „Es wird nicht lange mehr weinen, Schemeikla kommt bald." „Möchte er nie kommen!" „Ohne Grund schiltst du ihn, ohne Grund trotzest du uns mit deinem Haß. Hättest du nicht einem anderen gehört, hätten ' wir längst eine Schwiegertochter aus dir gemacht." „Was redet ihr immer davon. Ich habe nie eure Schmie- gcrtochter werden wollen." „Weshalb bist du dann mit ihm davongegangen?" „Es war töricht genug." „Und auch sonst hättest du nicht zu uns gepaßt. Sieh mal, aus einer großen Sippe muß die fein, die als Wirtin zu � Schemeikka gebracht wird. Sie muß als Mädchen aus einem Gehöft genommen oder ihrem Vater für schweres Geld ab- � gekauft werden. Aus einer angesehenen Sippe muß die sein. darf nicht sein voin Wasser ausgeworfen, vom Strom herbei- getragen, vom Strand geraubt. Ei, meine Beste. Übermaßen reich muß sie sein. Er gehött selbst zu einer großen Sippe, von Vaters Seite, von der Mutter her. Wir sind die Ersten in Karelien, im Kriege wie im Handel berühmt. Als sein Vater starb, sagte er:„Laß den Sohn keine Geringe heiraten." Und jung muß Schemeikkas Liebste sein. Wenn du auch sonst ge- taugt hättest, du wärest schon zu alt für seine Frou. Hast schon Falten auf der Stirn, und um den Mund bist du sehr verbittert. Davon wetßt du selbst nichts, man sieht es noch nicht in der Quelle." „Ich habe nicht danach geschaut." „Dann weißt du noch weniger davon." „Wöre mir auch gleichviel, wenn ich es sähe." „Wirst noch älter, da du dem Kind stillst. Nein, die Schemeikkas machen sich nichts aus Alten, müsien immer Junge und immer Neue haben— so muhte es auch bei seinem Vater sein." „Und das scheint euch ganz recht?- „Sein Vater hat in den drei ersten Iahren keine andere angerührt. Ich mar jung und schön, war sechzehn, als er mich in einen Schlitten schwang. Sommermädchen nahm er sich erst, als ich Kinder stillte, und er mochte sie auch nehmen— ich kam nicht zu kurz dabei." j „Nicht doch, beste Wirtin!" J „Ich habe ihn ja nicht immer gebraucht. Gab ihn gern denen, die keinen Mann hatten. Dann war er auch gegen mich freundlicher und zärtlicher. Wäre ich gewesen wie du gegen Schemeikka, dann hätte er mich verlassen wie Schemeikka dich. hätte mich nicht von vorn und nicht von hinten angesehen. Aber da ich ihn gehen ließ,, wie er wollte, hielt er mich wert,. hat sie nie zu mir an den Tisch gebracht. Und sie bemühten sich auch gar nicht darum, begnügten sich damit in der Ecke am Herd aus ihren eigenen Näpfchen zu essen. Ein Sommermädchen muß sich mit-dem begnügen, was ihm gegeben wird und w-e es ihm gegeben wird. Es ist ja eine Leibeigene, manchmal im Krieg erbeutet. Manch einer gibt ihnen auch schlechteres Essen, aber ich habe ihnen früher immer dasselbe gegeben, was wir selbst hatten, und gebe es ibnen noch heute. Aber dazu maulst du nur. Hast kein gutes Wort zum Dank. Wer weiß, wie es gegangen wäre, wenn wir dich in der Fischer- Hütte hätten weiter grollen lassen. Sind die schwedischen Wei- ber wohl alle so? Geh jetzt essen, Liebste, ehe dort alles kalt wird. Wenn du ißt und fröhlich bist, wird auch dein Junge dick werden.— Ach, er ist ia wach! Sn—suh! Hat ja ganz die Augen seines Vaters! Su— sich!— Baba! baba! Komm zur Großmutter! Ja. du wirst schon auch noch den Ranzen auf den Rücken nehmen!" Maria warf sich auf die Bank und brach in unaufhalt- sames, verzweifeltes Weinen aus. „Na, da, wieder! Nicht doch! Was ist denn los? Sag, fehlt dir etwas? Ich kann das Getue nicht mit ansehen. Was bist du denn hierher gekommen, wo du sogar gern gegangen sein sollst? Ach. die Unglückliche, wie sie weint! Na, das 'ehlte... ich kann's nicht mehr hören. Dann bleib in Gottes Namen wo du bist, ich schicke dir durch Anja, was du brauchst." Die Alte eilte weg, Marja beruhigte sich nach und nach, gab ihrem Kinde die Brust und begann es zu wiegen. So war slfo auch fein Vater gewesen, dachte sie. Ob wohl auch aus ihrem Sohn solch einer werden würde? Und sie be- schloß: — Nimmermehr!— Und auch seines Vaters Knecht soll dieser Junge nicht werden! Dafür werde ich schon sorgen, daß das nicht geschieht. Mac es mir ergehen, wie es will, mag ich sonst wohin geraten, hier bleiben wir nicht. tForts. folgt.) S>innab»nd vor einer Zivilkammer des VintSgeriibieS Berlm-Mite eobachl n. Vor dem würdigen Herrn Riciner und seinem Geiichis- »reiber wurde die Klage eines Berliner HouSdesitzers gegen einen iemer Mieter verbandelr. ES bandelie liä» um erne Restsckuld von 1 20 M. d. b. von zweimal SS Pf. zu wenig bezablrer Miete für zwei Monate. Ter Kläger war verlreieu durch einen Nechrsanwal», der Beklagte durck einen Ä n g e st e l l I e n eines MiererbiindeS. Narürlich konnte man sich nicht einig werden, ob die Forder>i»fl rou l.2S M. ru Recht bestünde oder nicht. Beichlutz de» Gerichts: Beim M>eieiiiigungsami ist ein P otokollaiisziig rinzufordern. aus dem sich eraibt. ms doch in einer frühsten Bervandlung vor dem Ämr der Frieden mielpreis fest- geletzt ist Und da sage noch einer, das; wir nicht im Gelde'chwimmen! Um l.2S Di. zu erdalieil. st iden ,um mindesten zwei Termine sta t die beiden Berlreier der Pirie en. em ÄintSrichler und sein GerichtSichreiber,. traten zweimal in Fiinklion. Zweimal werden die Parteien zur Verbandlung geladen. Pottokoslen jeder Lasung z veimal 1,S0 M. Antzerdem ichrsibl der Gcr ch-ssiener einen viktenboge» a» daß Misieinigtiiigsamt, Portolosten 4S Pf., das Miele», igunasanit ebenso an das öiericht. und zum Schl»tz sendet der Rechtsanwalt e?ne Rechnung, die bundertinal so gros; in als das ganze Streitobjekt ausmacht. Aber Recht mutz doch Reckt bleiben! Laudaufeuthakt für»tadtkrnder. Unter der Leitung seines Dorststenden. des Reichswirtschaft»- Ministers Dr. Scholz veranstaltete kürzlich der Verein �Landaufenthalt für Stadtkinder" im Saal des Reichswirtschafts- Ministeriums seine jährliche Ausschußsitzung. Nach Erledigung einiger die Ergänzungswahl zum Ausschuh und zum Verstand be- t'-effenden Angelegenheiten erstattete der Geschäftsführer des Vereins, Gerichtsaflelfor Grneneberg, den Ber cht über das Gesamtergeb- nis der vorsährigen Inla'-d- und Aus'andu-terbringung und die Bor- bereitzmg für das neue Jahr. Aus dem Bericht sei hervorgehoben: Auch im abgelauienen Jahre waren erhebliche Schwierigkeiten !"l überwinden, vor allem behinderte der Kapp-Putsch und seine Kolgen die Werbetätigkeit zunächst erheblich. Die indessen bald wie- der eint-etende Festigung der innerpolitischen Lage und andere Um« stände beoünstigtcn die weiter« Arbeit, so daß allein in Preußen etwa SSM) erhrlungebedürftige Kinder aus das Land entsandt wer- den konnten. Es bedeutet die Zahl ein Mehr gegen das Jahr ISIS von etwa 20000. In den anderen Freistaaten ist das Ergebnis zum Teil ebenfalls günstiger gewesen. Man wird nach Abschluß der Statistik die Gesamtzahl der im Reick untergebrachten Stadt- kinder mit etwa 1ZS000 beziffern können. In Baden wurde durch das dcrtige Arbeltsministrruim der frühere Truppenübungsplatz auf dem Heubcri sür die Küid-runterbringunq nutzbar gemacht und zeit, weise 2000 Kinder gleichzeitig dort beherbergt und oerpflegt. Für die notleidenden Kinder des oberschlefischen Abstim« mungsgebiets brachte der Verein im Harz In den Monaten Juni-Oktober eine Sonderaktion zur Durchführung. Die Aussichten für da, neue Jahr lind nicht ungünstig. Die durch die»Volkssamm- lung für das notleidende Kind" in die weitesten Kreise unseres Vol- ke» getragene Aufklärung über die immer noch bestehende fi-rchtbare Rot, die Weitergewährung der Prämie zugunsten der ländlichen Wehlsahrtspfiege imd dl? ausopfernde Werbung der Vertrauens- Personen von Stadt und Land, insbesondere der Lehrer und Pfarrer, werden auch im neuen Jahre den Erfolg sichern. Auch die Untrrbrjngu rg im A u s l 0 n d hat sick günstiger qe- staltet ol» 1Sl9. Es wurden insgesamt etwa-10 ODO deutsche Kinder nach den am Kriege nicht beteiligt gewesenen Nachbarländern ge- bracht. Es bedeutet dos ein Mehr von amiähernd 8000 gegenüber dem Jahr« 1910. Es karren insgesamt fast 20 000 Kinder nach der Schweiz, etwa 11 000 nach Holland, 4500 nach Dänemark, etwa aleichwiel nach Schweden, rund 1200 nach Norwegen und 500 nach Finnland.___ Die juristische Sprechstunde findet Montag, den 7. Fe- bruar, van S—S Uhr statt, nicht von 3— 6. Die EakschSdigllUgsbehorde zur Festsetzung der Entschädigungen für die auf Grund der Artikel 100, 192 und 202 de» Friedensver- trage» zu enteignenden Gegenstände ist für Berlin nunmehr bei dem Berliner Polizeipräsidenten gebildet worden. Die Anträge auf Festsetzung von Entschädigungen sind daher an den Pokizeipröfidente» in Berlin zu ricWen. Der Exerzierplatz au der Sberswalder Straße ist in Größe von 8 Hektar vom Reichsvermögensamt Moabit gegen Zahlung einer iährlichen Lnerkenmmgsgebühr von 10 Pf. je Quadratmeter=: 8000 Mark zur Einrichtung eines Ambulatoriums für tuber- kulöse Kinder und als Spielplatz für Schulen und Der» «ine vom Magistrat gepachtet worden. Der Pachtvertrag ist am IS. Juli 1920 in Kraft getreten. Das Pachtverhältnis besteht auf vier Jahre unkündbar. Der Magistrat hat der Stadtverordneten- Versammlung entsprechende Vorlage gemacht. Sescheiterler kommunistischer Spretiguagsversuch einer Wähler- nersammlnng. Unsere Genossen in Tempelhof veranstalteten kürzlich eine öffentliche Wählerversammlung für die bevorstehenden Wahlen. Der Referent, Reickstagsabgeordneter Genosse Giebel, mies auf die Gefahr bin. die für die gesamte Arbeitnehmerwelt ent- steht, wenn bei der Wahl am 20. Februar eine reaktionär« Mehr- heit in die Landesver�mmlunq einzieht. Die Preußenpolitik hat im i-ewissen Grad« Einfluß auf die Innen- und Außenpolitik des Reiches. Die fortschrittsfeindliche Macht läßt sich ohne Rücksicht auf Parteien international zusammenschließen, Handels- und Indu�'ne- t«.vital ist nur durch d!« einmütig« Solidarität� der ganzen Arbeit- nebmerwelt zu brechen. Im Prinzip harmonieren wir auch mit unseren linksstehenden Volksgenossen, nur die Taktik trennt uns. Die K 0 m m u n i e n versuchten durch gruppenweise laut« Unter- Haltung und Zwifchenrut« den Rebner zu stören. In der Diskus- sign sprachen fast nur sie. Ihre Ausführungen waren alte abge. dro'chen-» Viralen des Mostau-D'ktats. Genosse Giebel rechnet« in feinem Schlußwort gründlich mit ihnen ab. An der Ueberzeugungs. krakt seiner Worte scheiterten all« Versuche der Kommunisten, die Versornmlung noch zum Schluß zu svrengen. Das Vergebliche ihrer Bemühungen einsehend, verließen die Kommunisten den Saal. Elnkragvnaen ln die kommunale Sohlenkundenliste de» Mrk- P'-fft.-rntt«, Reinickendorf w?rden on jedem Tage bis einschließlich den 10. Februar In ollen amtlichen Kleinoerkaul-stellen de? Genninde Berkin-Relnickendorf geoen Dor'egun-, der Kohlenko'ten entgegen- genommen. Der Betriebsrat des Wirt'ckoftsam's bittet die Ein- woboerfchast ibn in dem Bestreben, die Kable durch den kommunalen meniostens In ihrem vertrieb möolichst restlos zu erfassen. durch»ah'r-iches Eintragen totkräftiq zu unterstützen. D'e durch die nstitstch-n Funktionäre zur Eintroaung in d!« kommunalen Kunden» listen Verpfll-bieten werden gebeten, auch in den genannten V«r- kovksstellen ihre E'ntraaunq in die kommunale Kundenlist« gegen Borle-mna ihrer Koh'enkarte zu bewirken. Brotkarte»Vor'splotz«.— Milchfir'Hefrrnna: Hrnte nrb Süontaa. den 7. Pebtimr. werden die>/,. und'/.«Liter-Kranken'a'ten»oll b-beirrt. T'« tibi in« Belieferung ble'bt wie dt?Vr.— fleisch: p!n der ??»»« vom 7. bis 1R. Fedruar qe'angen auf?l schnitt 84 der Krotz-Berlin-r llebensm'ttelkart« L.V) Mramw Büchsentleltch oder.nner kanische �veckwaren oder gefrorenes Hammelfleisch oder sriicheS Rind- pciich»nr ÜluSoabe. Tie hrnt'Ott?avas.?ors die vom NeichSanS- schilt; der SrieosbeschSdiatenfllrsorae eb,-eiichtel ist und«eck ftHdren ,'ner gronen d'nzadl von lunoenkrank'"«riegebeschädieten Heilimg drsn-t fit w»eiadr. dem deutschen Polle verloren zu geben, lllnsolg» de« Ti-s«tande««n'erer Paluta und M'ierer»roftlosen wlrttcho'tlichen Laa, »eblt e« an Mstteln, den Betrieb des»nrbause« anfrkcht ,n erbqlten. Nm diese«Jr trn» so außerordentlich wortvoll« Heilstätte dem deutschen Bolig »0«ichern. wird am Sonntao. den 1*. Februar mittag« JJ U6c im wa- Prlatz am steo iiu.iursten de« Krieae? lurdaus-S Tavo» ewe Qobl- tStsgk»»tSvgri-?!luna veranflaltet. zu der Ludwig Fulda ewen Prolog rrrfcH bat. Für ha« Programm bat u. a. die Deullg Film«. m. b. H. den maßen vwterstimtfilm:.Das«under des Schneeschuh»' zur Bei- fitznug gestellt. Dem gleichen Zweck sind zw«? vom Fugeuddm? für Kri-oSbeschädigse E. P. oeranftaltete GesangSauisütirungcn durch Knaben- und Mädchcnchöre vcr- Ichiedener höhercr Schulen sArotz-Berlms aeivi'msl. bei denen die Herren Pianiit Kurt Schubert,"cüter an der Hochichule sür Muük. Prosessor Karl K 1 1 n g l e r und Fridolin K l i n g! e r ibie gütige Mitwirkung zu- gesagt b den. Die Slufiübningen finden Donnerstag, den>0. und Donners- tag. den 17. Februar, von 4—6 Uhr, in der Philharmonie statt. Korten zu 10, 8. 6 und 3 M. find bei Bote u. Bock, bei Veltheim und in der BiSwarck-Realichule, Berlin X. St/RhcinSderger Str. 5, zu haben. Vezirksbildungsausschuk». Heute nachmiltar 3 Uhr im Bernhard. Rose-Tbeater, Große Frgnliurter Str. 132,.Die Fabnenneibe' sEiitans- sührnnot. Beginn der Berioiung 2 Uhr nachmittag« Eintrittskarten ein- ichließlich kleideiablage und TdeaterZettel 3.30 M. find zu haben bei O-kar Winkelmann. Meweler Str. 5l 4 Tr. Paul Bch Bevmefir. 25 1 Dr., Wildelra Lübke, Borbagener Str. 16. bei den Kontrolleuren im Torraum des Tbeatei«.— wonntag, den 27. Fedruar, vorm'ltagS 11 Uhr in der .Reuen Welt', Hasenbeide 108— Iii, �Zuiiiae Miifit', Orchester, Gc'a-g, Tanz. Mitwirkende: Frau Steffi Hartmann. Ballettmeilterin des Deulichen OvernhauicS Frau Gertrud Wolt, Gelang. Mufitaliichs Leitung: Dr. Ernst Fokl. das Blüldner-Orchester. Karten zum Preise von 3 M. bei allen Nb- >e!lungSko!fierern. den Porfitzenden der BüdiingSauSichüfie, in der Buch- Handlung Vorwärts. Lirdeniir. 2. im Zigarrengeichäfl Harsch. Vugclufcr 15, »nd im Bureau des BezirtSbildungSauSichusseS, Lindenltr. 3, 2. Hos 4 Tr. Geöffnet von S— 4. Donnerstag von 9- l und 4—7 Uhr. Im Zovlogtschen Garten find ein Paar Weiß�chwanz-GnuS einge- troffen und im Anlilopenbaus untergebracht. Sie stellen in den jetzigen schweren Zeiten gänzlich daniedertiegenden T!erbandel4 ein seltenes Er- einni«, adrr einen ertreulichen Beweis tasür dar. daß man auch ,m Zoo an .Zwfhau' denkt. Die lllnichastung war natürlich nur durch Tau'ch mit einem avSiändisit en Tic> parkt elitzer Ulygiich. da unter dem.meerbe- herrschenden Aibmn- Tiere aus Äfrcka seit Kriegsende kaum berüberge- temwcn find. Das Weißschwanz-Knu lebt in Südafrika nnr noch in ge- ickützlen Reiten bei einigen Groggnlndbefftzern des KavlandcS.— Der Sin» tritt an diesem ersten Februar-Sonntag lostet nur t,5v M. wäbrend des ganzen TngeS und ohne Rilersuntcrichied j ebenso sür daS Aquarium, das bis 7 Uhr abend» geöffnet tit. Dr. Bruno Wille hält Tonnerstag. 10. Februar, abends 7'/, Ubr. im Großen Saal. Neues Rathaus, Schöueberg, einen Bortrag über»Der Tod und waS dann'(SiptaiS) 7 ffljr tot ftaiferfiof, Grünstraße, Sreisvertreterverstanov- luvz. 18. Kreis iWeiscnsee) 7 Ilhr bei Samve, Lichieutirger Str. 8, DLxeweiu« Funttionäeveessmmlung.. 20. iiuia(Aeinutentuuf) 6H Uhr in der 4. Gemetnbeschule. Reinickendorf. Ost, am Bahnhof Schünhulz, HausoUernplatz, Sitzung fCrntltdjct Elternbeirme und Kandidaten des Kreises, z. u. 4. Abt. Tis Uhr bei zuckert, Steinmetzstr. 38a, Versammlung sämtliche! Sczidsflchtet. 8. Abt. 7 Uhr bei Sckiul!. Mariendarfer Straff«, Funktionärs, tzunz. lZ. Abt. 7V, Uhr bei Schwarz, Blaukenfelde- Srr. ß, Funinonärstzung. 38. Abt. TÜ lihr bei Altmanzi, Rqckeste.», FunktionLsitzunz. 2S. Abt. 7 Übe bei Burg, Pernzl-uer Allee 188, 3«. Abt. 7 Uh- bei Grünau, Stahlheimer Slr. 30, Funktionärfftzmiz. 32. Abi. 7 Uhr abends bei Geahn. Wrlastr. 5, Ätzung sämtlicher Bezirk». führor. 33. Abt. 7 llbr bei Gillwald, Putbuser Str. 24, Funktionärsttzunz. 34. Abt. 7 Uhr bei Obligo, Stralsmrder Str. 14. Sitzung der Funktionilr« und Betriebsvertrauensle'ite. zz. Abt. 7 Uhr bei Kriiger, Hussttenstr. 34, Funktinnärsttzung. 37. Abt. 8 Uhr bei Schreiber, Perleberger Str. 82, Funttwnärsltzung. 42. Abt. 7 Uhr bei Behrens, Tegeler Str. 22, Sitzung der Funttionäre und Betriebsrertrauenslente. 4t. Abu 7 Uhr bei Keifin, Pank ffr. 80, Bezirks sffbrerkonferenz. 45. Abt. 7 Uhr bei Pose, Koloniestr. 15. Fnirktionarfftzuag. 48. Abt. 7 Uhr bei Sielass, Reinickendorfer Str., Cef» Schulstr., Sitzung de» Borstand-S und der Be-irksfuhrer. 48. Abt. 7>4 Uhr bei Lcwandowski, Seestr. 114. Sitzung der Funktidnär« und Betriebsrertrauensleute. 35. Abt.(Charlottenbarg) I«. Gruppe sitz Uhr bei Bohne, Schloßstraffe, Zahl abend. 81. Abt. sFeiedenon) 714 Uhr in der Lnisenschllle, Eofflerstratze, Frauen- leseabend. toi. Abt.») 7 Uhr bei Oeitinaer, Slsenstr. 101, Funktionärsttzung. 18 i. Abt. sRIederschönewetde) 714 Uhr in ber schule(sieichensaall Berliner Straffe 81,„Die Freuen und die Landtoxswablen". Ref. Genoffe fiendel. 114.— 11». Abt. s Lichte obergi 7 Uhr bei«urkawski, Pfarrstr.-4, auattionSr- Abt.(Pankow) 7 Uhr im.türkischen Zelt", Breite Straffe, FunkttonSr- sitzung. 188. Abt.(SteinIckendorf'Ost). Die Bibliolhek befindet sich setzt bei dem Ge- nossen Lindstedt, Residenzstr. 120/121. Dl- Ausgabe der Bücher«folgt®i« bisher durch den Genossen Dolf. jeden Sonntag vormittag von 10 bis 12 Uhr. Eltern, deren Kinder die 235. Gemcindeschnle besuchen, werden eingeladen zu der Elttrnversemmlung abends 714 Ubr in der Schule, Litauer Str. 18. Vortrag Über l. Arbeitsschule- Verufsw-bl. Z. Diskussion. 8. Verschiedenes. Weileansschuff soiialdrmokratilcher Poli-eib'amten Sroff-Serlin,. 7 Uhr in Ha-erland- Fepsälen, Reue Friedrichstr. 35. im Luisen-Saal. MiigNederver- �Achtung. S.P.D..FraMo» d«e«SG.-Prnnnenstraffe? Die Mig- Sitzung fällt diese Woche aus.— Der Obmann. Achtung. S.P.D..Wtl-u-an«schuü de»«GS.-tl»ni«n,! Di« fällige Sitzung fällt diese Woche au».— Der Vorsttzenbe. llebermorgen. Dienstag, den 8. Februar: » n. II. Abt. Besichtigung de, Peffalozzi-Stifte-, Karl-Schrater-Straff«. Treffnunkt der Genossinnen 214 Uhr Kottbuser Tor. 27. Abt. 7 Uhr bei Dobroblaw, Swinemünb« S!t. 11, Sitzung der Funktio- ' näre und Betriebsvertrauensteute....... 38. Abt. 714 Uhr bei Kijhter, TIeckstr. 24. Mitgliederversammlung.„Sie ' Landtagswahlen". Ref. Häusler.. 55. Abt.(Gharlvttenbnrg) 8. Gruppe 714 Uhr b« Schwache, Krumme Str. 4. Zohsschenh�. f8lf;8n(6ers� Achtung! sighlabenb finde! In ber Schloßbranerel. Hauptsir. 123/124. kleiner Saal, und bei Händel. Borbergstr. 11. statt am Witt- rooch. den 8. nedruar..~ 121. Abt.(flaeljhvist) 714 Uhr tat Lokal von Hut, Tr-vckow.Alle«, RU- gNederversammlung. Ilebuttgsstunden der S.P.D.-Ehöre. Abfragen find zu richten an K. Schulz, Gharlatienburg. Kinhsir. 38. Montag. T-, lliit: A-beitergesangvereiN„Ginigkeit-Buchholz bei ilcnni-i. Passwalker Str. 58.— Soz. Männerchor r i e d r i ck-Hain bei Rohn-dorf, Petershurger Str. 88.— Frouenchor„Frohsinn. GH- r l o t t« n-. b» r g: Fugendheim. Rosinensir. 4.— Fraueuchor T e m p e l h o f<8— l0> im ' Sängerheim,«g.ser.Wilhelm.. Ecke Werber Straffe.-- Tienetag. 8 Ubr: So,. •-BJänneichcr Ha llesches Tor in bei Aula der 1l Reolschnss. Baeckhstr 9110. Sänocrchor S.V.D.- P- n k v w<8-l0) bei G.wU Mühlensir. ez.— i.Laemonie". W e i ff e n s e e(8 Lhrl. Pisioriu,-. Gcke RöNesleaße- Donnern tag. Freier Sängrrchgr»Reinickendorf bei Lindstedt. Resid«t»ffraffe. Gcke Grüner Weg.— So.,. Männerchor Mariendor fs8— 10i, bci Riendors, ! Ghausseesir. 10.— Freitag. 7>4 Ubr: So,. Männerchor Prenzlauer � 1 o r. Bötzow-Braucrei, Pren-lauer Allee.— MinnerGor.Harmonie»GH a r. ilottenburg. Aula der Siemens-Oberrealschule, Schlvffste. 27.- Lieder. ! sreunde Borsigwalde- Wittenau- Tegel bei Iaschwoktz. Neue SrnNffr. 5.— Männerchor Tempelhof(8— lo) im Sängerheim, Kaiser- Wilhelm.. Gcke Werder Straffe._ Vorträge. Verekne unü Ver�ammsun�eNa Strich»bnnd d«, Kriegsbeschäblgtrn,«rirgsteilnrhmer und»binterdliedenen. Bezirk Starben 8: Montag, den 7. Februar, abend, 148 Uhr. Besirksrerkamw» lung im Patzenhofer, Gh-usseestr. 84.— Die Rettnogigelellsch-ft ter«osser- soortoereine von Berlin und Umgegend G. P. Ivdet Ihr« Mllglieder»u ber am Montag, den 28. Februar, 714 Uhr. Im SIestaurailt Beloedere an ber fiannowttz- brücke ffattfindenden Zahrrsversammlnng ein.— Arbeiter.Soinarite-bund. De» ziick L'chkenberg. Montag, den 7. Februar, abend» 7 llhr, findet die Prüfung der MitgNebrr in der Sanskrankenpflege statt. Prstfungolokal Plekrnhagen. Lichtenberg. Scharrnweberstr. 60. flus aller Welt. Wieder ein Bergmannsunglück. Huf der Schachtanloge 1—3 der Zeche„Moni Eenis' In Hern« ging ein Pfeller zu Bruch. Der Steiger Paul Stahl und vier Berg- taute wurden verschüttet. Die Rettungsarbeiten sind sofort auf- genommen worden, doch ist von den Derschütteten tein Lebenszeichen zu vernehmen. Es ist anzunehmen, daß alle tödlich verwundet sind...._ Eisenbahnzusammenstofi bei Wien. Einer Wiener ZeittingSkorreipondenz zufolge stießen gestern früh in Felix darf bei Wien an der Südbahn zwei Züge zuiammen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Esgabmehrere Tote und viele Schwerverletzte. Haut Mitteilung der Südbahadlrckklou sind bei dem Eisenbahn- oaglück bel Felixdorf s ü o s R ei s e nd e g etö l e t, 10 schwer und eine größere Anzahl leicht verletzt worden. Spanische Fremdenlegion. Dem Deutschen LuSlond-Jnstitut. Sluiigart, ging eine vom spanischen Konsul als eckt betläiigte Werbckarle zu. die aus der Votderieite vor einem nordmaroltanischen Slädlebild emen Feld- grauen und die Jnichnft„Tercio de Extranjeros" zeigt. Tarunter ergebt in ipannchem Text ein« Äustordetung an alle diejenigen, die den Waffendienst und seinen Ruhm sowie da« Leben im Feite Ueben, sich in die Listen der Fremdenlegion einziitiaoen. Ter Text der Rückseite, in mehr als manpelhoitcm Deuiick verfaßt, macht bekannt, daß für Su'nahme in die Legion kräftige und gesunde Männer im Alter von 18— 4v Jabren in Betracht kommen. Schöne Uniform und gute Beipfleaung sowie Möglichtatt der Besölderung zum Oistiier werden zugenchert. Die ipaniichen Koniulate rn Deutschland geben Auskunst, dürfen aber die Anwerbungsverlräge selbst nich, ausfertigen. Reffebeihilfen zur ipaniichen Grenze werden nickt gewähr». Die ipaniiche Regierung nimmt sich der künftigen Legionäre«st an, nachdem sie ipann'chen Boden betreten haben. Wenn b'eraus auch hervorgeht, daß die spanische Regier, mg sich, entgegen den f r n n z ö> i i ch e n Praltiken. größerer Zurückhaltung befleißigt, kann doch nicht eindringlich genug gewarnt werden. in die Legion einzutreten. Aller Voraussicht nach wird diese Haupt» iackktch rm Kcimpf gegen die verschlagenen Marokkaner verwandt. Der Dienst wird also kaum leichter als bei der sranzöflschen Legion werden. (sirohseuer ln einem München er Zndustrtagebäude. In M ü n» chen brach gestern nach in der Dreimühlenstraß« m einem Industrie- gebäude. in dem verschieden« Großbetrieb« untergebracht sind,«in Großfeuer aus. dem zwei Stockwerke mit einer großen Menge Vorräte zum Opfer sielen. Die Feuerwehr bekämpfte den Brand mit über 20 Schiauchlagen. Der Schaden ist sehr groß. Schneexegen in Men. Der seit Freitag in Wien andauernd« Schneeregen Hof in den Straßen Wiens bedeutende Verkehrs st ökUNgen Herporgerufen. Eine Folge des Un- wetters sind zahtreiche Telephon- und Telegraphenjwrimoen, da die Drähte infolge der an ihnen hastenden Schneemosien rissen. Ai'-H zahlreiche Unfälle sind zu oerzeichnen. Hc. 61 ♦ 38. Jahrgang A. Heitage öes Vorwärts Sonntag, H. Jebruar Wirtschaft Der Stanü öer Mark. NaH den Scküvankunqen, die die Bekanntgabe d»r Pariser Be- schlüsse iür die Kauikraft der Mark im Gerolire hatte, ist in den letzten Tagen der vergangenen Woche an der Berliner Börse wieder eine orwisse Stetigkeit im Stand der Mark eingetreten. Der Dollar kosiet« rund 68 M. Im Vergleich g» kiüberei, Kurien, ins- besondere dem� VorkrieaSumrechnnngskurs und dem ungünstigsten Stand des VorsghrS, zahlte man an der Berliner Börse nach den amtlichen No-ierungen kür je: Zortrieq». UnqUnst. g UtttTfltjU.' tute 100' CÜ. Gnlden t70— 100 Schweiz.Fr. 1 Dollar... 100 österr. Kr. ab ,estempelt 100 ischech. Kr. SO.— 4,20 85— 85.- Sfnnb 1920 4200— 1800— 103,25 30,50 104— 39. San. l. Febr. 1921 2322 65 1133 85 74,42 17.03 81,77 1035.55 019,65 56.04 16.08 77,65 9247.75 1071.40 66,93 16 98 79.90 5 Febr. 2132 85 1006,95 62,"0 1548 77,52 »u« der Tabelle gebt hervor, day die hoben Valuten gegenüber dem letzten höchsten Stand vom l. Februar wieder etwas billiger geworden ünd. wenn auch die Beisernna nicht diirchg, eisend ist und die günstigen Kurie vom Ende des letzten Monais nickt erreicht sind. Offenbar ist daS Angebot fremder v.abliinaSmitiel in Deutschland wieder etwas arötzer und die denikche Mark an den ausländischen Börsenplätzen aeringer geworden. Die günstigere Beurteilung der deutschen WirtschasiSlage, die darin tum Ausdruck kommt, fft wohl eme ffolae des einmütigen AustretenS des deutschen Volke? gegen die Beschlüsse von Pars und der Hoffauna, die man in den beteiligten ssinan, kreisen auk einen Einspruch Amerika? gegen diese, den amerikanischen Abiatzintereffen und de» deul'chen Produktionsinterenen gleich nachteiliaen Vorschläge setzt. Ein Bild von den Schwankungen der Mark an den au?- lündischen Börsenplätzen gibt folgende Uebersicht: Man zahlte für 100 M. in amllt.l. 1.2 2.2. New York. 161 1,52 161 Zürich.. 10.40 9,30 9,90 Obwohl also am Freitag die Mark im Ausland e'was niedriger bewertet wi« de als an den Vortagen, waren die Preise für sremde Zahlungsmittel in Berlin leicht gebessert. 8.2. t 60 10,05 4.2. 1.58 Dollar 9,85 Franc? höhere kohlenpreise? Wie wir kürzlich meldeten find im Reichskohlenverband und im Großen Ausschuß des Reichskohlenrats neue Preiserhöhun- gen für Kohle angenommen, aber von der Regierung aus Grün- den des öffentlichen Wohles beanstandet worden. Die große Mehrheit, welche sich in dem Selbftverwaltungskörper der Kohlen- Wirtschaft für die Anträge der Syndikate ergab, erklärt sich vor allem aus der Totsache, daß eine vom Reichswirtschoftsminisierium und dem Reichskohlenverband vorgenommene Selbsttostennachprü- fung ergeben hatte, der Kohlenbergbau arbeite mit Unterbilanz. Man hatte in die Telbfikostennachprüfung sogar die ertragreichen Nebenprodukte des Kohlenbergbaus einbezogen, einen Abschrei- krnnassatz von 15 M. je Tonne geförderte Kohle für den erheblich verteuerten Ersatz der Einrichtungen eingesetzt, und wer zu dem Ergebnis gekommen, daß die heutigen Preise um rund 12 M. hinter den Selbstkosten zurückbleiben Schon hieraus ist ersichtlich, daß die Unterbilanz eben nur unter Berücksichtigung erhöhter Abschreibun- gen zustande kam Selbst wenn diese Gestehungskostenrechnung stimmt, fft die Frage, ob das Interesse der verbrauchenden Indu'.nen und der Endverbraucher eine weitere Kohlenpreiscrhöhung zuläßt. Gerade die D e r a r b e i t e r, die nicht selbst Kohlenwerke besitzen, sind in Gefahr, von den steigenden Kohlenpreisen und der Unmöglichkeit, die Preise der eigenen Produkte nach Belieben zu erhöhen, erdrückt zu werden. Die gegenwärtige Absatz' ockung oerbietet eben vielen Unternehmungen, die Preispolitik in der bisherigen Weise weiter zu treiben. Daß ein Preisabbau notwendig ist und daß dieser am Urprodukt beginnen muß, ist ja heute nicht mehr ollein die Erkenntnis derjenigen Leute, die man wegen ihres einseitigen„Per- braucherstandpunktcs* gern verlo' erte; er fft vielmehr auch von einer kapitalistischen Interessenvertretung wie der Berliner Handels- kaminer mit Nachdruck vertreten worden. Darum sollte man sich vor jeder Entscheidung über die Kohlenpreise erst einmal fragen, ob eine Erhöhung nicht durch andere Mittel zu vermeiden ist. Ein solches Mittel ist ja seinerzeit mit der g e m e i n w i r t s ch a f t- liehen Kapitalbildung vorgeschlagen worden. Es war für die Unterncbmer sehr unbequem, weil es der Allgemeinheit einen wachsenden Anteil am Besitz i�er Kohlengruben gab. Aber es war immerhin ein Weg, den man bisher nicht einmal zu beschreiten oer- sucht hat. Daß er dem Prioatkapital unbequem fft, wäre für die Arbeitervcrtreter im Reichskohlenrat noch immer kein Grund, ihn nicht ihrerseits vorzuschlagen und so erneut die Unternehmer vor die Frage zu stellen, ob die Rot wirklich so groß ist, daß man auch gemeinwirffchaftliche Mittel zur Abhilfe in Anspruch nimmt. Denn die Rechnung, auch die des Reichswirffchaftsministeriums, hat ein Loch. Wer glaubt im Ernst daran, daß die Stinnes- Zechen, die zu den notorisch schlechten des Ruhrkohlengebietes ge- hören, mit Unterdilanz arbeiten?— Soeben ist eine neue Fusion in der Montanindustrie im Gange, Die Rheinischen Stahl- werke stehen im Begriff, die A r e n b e r g s ch e A.° G. für Berg- bau und Hüttenbetrieb— allerdings ein feit jeher sehr ertragreiches Unternehmen— aufzusaugen. Ohne Rücksicht auf Unterbilanz, Bcrbraucherpolitik oder Weltkrise soll den Arenberg-Aktionären für volle 19 Jahre eine Dividende von 20 Prozent ga- r a n t i e r t werden! Hier liegt der Schlüssel zu der Situation. Die Kohlenbergwerke rentieren sich zu einem guten Teil nicht mehr so sehr aus dem Bergbau und seinen Nebenprodukten, sondern aus ihrer Verbindung mit den Verorbeitern. Diesen ge. mischten Betrieben noch besondere Gewinne durch Kohlenpreiserhö- Hungen zuzubilligen, dazu liegt keine Beranlastung vor. Allerdings Ist die Ablehnung der Kohlenpreiser» h ö h u n g gerade unter diesem Gesichtspunkte ein starker Anreiz zu weiterer Vertrustung. Darüber muß man sich klar sein. Es ist aber eine unbe" reitbare Tatsache, daß die Bertrustungs- tendenz auch bei gängiger Preisbildung für Kohle— und nach dem einhelligen Urtell der Sozialisierungskommission sind im worigen Jahre im Kohlenbergbau große Gewinne erzielt worden—, der gegenwärtigen Wirtschaft innewohnt. Daher wird man zu einer Ablehnung der Kohlenpreiserhöhung kommen. Den Gefahren der privatkopitalif ischen Vertrustung ist nur durch die Sozialisierung der Kohle, die durch das Verfügungsrecht der Allge» meinhett über die Bodenschätze die gerechte Verteilung kon- trolliert, zu begegnen. Ob diese Erwägungen für die Reichsregierung maßgebend waren, ist sehr fraglich. Sonst hätte sie nicht die innerhalb des Kabinetts bestehende Meinungsverschiedenheit in dieser Frage der schwcrindustriellen Presse mitgeteilt, mit dem Erfolg, daß sie— vielleicht erst nach den Preußenwahlen— vor dem oer- «inigten Ansturm der Interessenten im Plenum des Reichskohlcn» rats zurückweichen und dann doch die Preise erhöhen wird. Saar- stakt Rnhrkohke. Die Verhandlungen, die dieser Ta'e zwischen Vertretern der französischen und der deutschen Re- gierunq wegen Lieferung von Saarkohle nach Süd- d e u t s ch l a n d argen Austausch von Ruhrkohle b Berlin geführt wurden, sind ergebnislos verlaufen. Mit Rücksicht auf die Abfuhrstockung der auf den Saararuben geförderten Kohlen war die französische Reaierung an Deuffchland herangetreten und Hatte d e Liefcruna von Saarkohle angeboten, falls Deuffchland eine ent- sprechende Menne der ihr au Oualität übebenenen R"hrkohlen liefern würde. Die deutsche Regierung ist on sich bereit. Saarkohle kausweise zu übernehmen, muß es aber bei dem eigenen Mangel an hochwertiger Kohle ablehnen, dasür Ruhrkohlen zu liefern. Die SrndHerurg der Karl ofselstärkesabrikali on. Am 27. Ja- nuar 1991 ist die K a r t o f s e l o ä r k e- S y n d i k n t G. m. b. H. in das Handclsregi' er des Amtsnerichts Berün-Mitte ei'n?trn->en worden. Das Stammkapital der Gesellschakt beträgt 7 000 000 M. Der Geselllibaftsvertrag fft zunächst aus die Zelt bis zum 31. August 1925 obneschloffen. Der Vertran verlängert sich aber um weitere 5 Lahre, wenn er nicht durch Beschluß einer Dreiviarte'-Mehrheit aller Gesellschafter zum 31. Auguü 1925 gekündigt wird. Der Zweck der Gesellschaft iff der Einkauf und die Verteilung der für die Stärkefahrikation erforderlichen Grundstoffe linsb-landere Kartoffeln, Kartoffel' ärke in feuchtem und getrocknetem Z fftand) und die Verwertung der aus diesen Grundstoffen her�este'sten Er- zeugniffe für gemeinschaftliche Rechnung. Unter Stürkeiabrikaffan wird ver' anden die Her' ellung von Kartoffelstärke, Kartoffelmehl, Dextrin, Traubenzucker, Sirup, Stärkezucker. Couleur, lislicke St'r'e. In der gußerobentlichen Generalversammlung der Kartaffel' ärke- Syndikat G. m. b. H. vom 20. Januar 1921 wurde eine Craänzung der Satzungen beschlosstn, die eine Erweiterung des Tatigkeits- gebietes des Syndikats auf andere Gebiete der Stärkeiabrikatlon und auf die Einfuhr und den Handel mit Stärke- f a f r i k a t e n jedweder Art und Herkunft bezweckt. Friedrich Krupp— Gewerkschaft Helene und Amalie. Die Verhandlungen über eine Betriebs- und Interessen- gemelnschaft zwischen diesen be'den Firmen sind zum Ab- schluh gelangt. Der Vertrag läuft zunächst auf 40 Jahre Reue Kavitalvcrdoppelvnq bei Daimler. Die VornKihmg der Daimler Motoren-Gesellschaft Hot besch'ossm. zur Ab- deckungn der Bankschulden und Be'chcffuna weiterer Belriebsmit'el j auf einer außerordentlichen Generalversammlung e'nen Antrag auf �Erhöhung des Grundkapitals von bisher 100 Millionen Mark auf einen Betrag bis zu 200 Millionen Mark vorzulegen. Damit rückt die Daim'er-Geiellschast zu den größten Jndustreunter- nehmungen Deutschlands auf. Ullstein A.-G. Das Verlagshaus Ullstein, bis dar eine offene Hon- delsgesellichast, hat sich in eine Familienaktiengesellschaft mit 20 Millionen Mark Aktienkapital verwandelt: die Aktien, die sich in den Händen ihrer Gründer befinden, werden nicht a-benveit begeben. So ist auch vorläufig keine Ueberfrcmdungzgefahr vor- Händen. Andernfalls könnten die— Pariser Devisenkurie ins Unermeßliche steigen. Russische LckcmoffvaustrLge sür Dkutschland. Eine omilick? Moskauer Meldung besag!. daß ein Konzern van tfini d e u i s cd e n Wer k e n eine Lieieruvg von bnndeit Lato- motiven für Sowjet Rußland übernommen babe. Für eie Lieierun i iit eine kurie Frffi vorm iebe. irsa 3S33BBBSBBSS Warnung für alle Glcisertragende Der bekannt» Augenarzt Professor Dr. Pollack, Berlin, warnt in der Morgenausgabe des»Berliner Zazeblattes* vom 7. Januar 1921 ausdrücklich, jene oplnchen Geschälte auszusuchen, weiche gufriedenheit und Ersatz bei allen Reparaturen versprechen. Er schreibt wö'tlich:»Nur ichade, daß gerade die Gläser, die Horn- und Schiidpatteiie, die ja doch fast das einzige Zerbrechliche und Wertvolle im Kneirer oder in der Brille sind, von allen Reparciturversprechen aus- genommen werden! Da» fft also ungefähr so. als wenn der Verkäufer eines Messer» gratts alle Reparaturen verspräche, nur nicht am Gr. ff und an der Klinge!" Der dekannte Rechtsgelehrte Geh. Just izratSugenFreu den- t h a l führt in einem Artikel des»Berliner Tageblattes' vom 8. September 1920 au«:»Die Erfahrung lehrt, daß, je udringlicher ein Unternehmen sich als Vertrauens- würdig anpreist, um so mehr der Verdacht gerechtfertigt ist. daß es auf die Täuschung de» Publikums ausgeht.' Auch wir hallen es der Allgemeinheit gegenüber für unsere Pflicht, das Publikum aufzuklären, welcher Mißbrauch mit seiner Leichtgläubigkeit durch an- scheinend verlockende Angebote getrieben wird. Daß heute noch viel weniger als früher etwa, umsonst ,tiit und daß»ichtS verschenkt werden kann, muß sich jeder denkende Mensch selbst sagen. Schütz' die Augen- Trau� rn'chi Jedem. Roch bedenklicher sind Angebote wie-»Garantie auf Zu frieden- h e r t' und»Augengläser auf 14 Tage zur Prob e'. Hier wird der Laie, weicher weder die Güte noch die Richtigkeit der Augenzläier zu bern teilen veriiiaz, zum Richter darüber bestellt, ob Augengläier gut und passend für ihn sind. Jeder unabhängige Facharzt und Fachmann wird dieses Lo.liitittel nur für Unfug und unter Umständen von schlimmen Folgen für das Pnb ikum erklären! Häufig find nämlich gerade.bequeme' Alizengläser falsch und werden richtige Augenglä er anfänglich as unbequem empfunden l Augengläser bester Qualität tosten nur das 6- bis 7 fache der Friedenspreise, können also nicht billiger werden, solange Kohlen und Löhne thrrn hohen Preis behalten! Nicht billig und schlecht, nein: gut und preiswert ist unsere Parole, dadurch»mterscheiden wir un»— zum Vorteil unserer Kundschaft— von Geschäftsleuten, welche auch aus der trostlosesten geschäftlichen Lage— leider— Kapital zu schlagen suchen. Aufstieg»der Abstieg? Darum handelt es sich. Der Deutsche verzichtet darauf, auf das Niveau»dillig und schlecht' von anno dazumal wieder herabgedrückt zu werden. Vereinigte Berliner Optiker ffi. V. 9ktpEinsponung Die altbewährten guten Qualitäten zu billigen Preisen Seidenstoffe Seidcntofi setwa«, schmiegsame Ware.. M. 35." Paillette schwars, schöne weiche Qualität, M.39." Mcssaline schwarz, glänzende» Gewebe, M. 39'* Diamantseide schwarz, maMgiatmnd.. M. 42," China-Krepp schwarz gute Qual, doppcitd. bi 75." Kessaline schwarz, schwere Q.:al, doppe tb M. 85 guten Wollene Kleiderstoffe Wollkrepp schwarz, gute Quali.St, 85 cm........... M 39�* Kammgarn-Cheviot schwarz, reine Wolle. 90 cm breit, M 56.8 Granit feingeköpertes Gewebe, 90 cm breit,........... M. 89." Wollpoplin schwaiz, leichter Rips, 90 cm brett M. 7 6.-- Lindener Körcrvc vet schwarz, ss cm bre«....... m. 85.- Scidene Bänder schwars, weiß und fai big in allen Breiten und Preislage« Für Prfifungsklelder Cheviot in marineblau o and. 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Wer Oberschlesien nicht aus eigener Anschauung kennt, macht sich über die sprachlichen Verhältnisse dieser Landschaft leicht grund» falsche Vorstellungen. Täglich kann man es erleben, daß Besucher Oberschlesiens ihrer Verwunderung Ausdruck geben, ohne Kenntnis des Polnischen sechst auf dem Lande auszukommen. Dank der Arbeit der oberschlesischen Volksschule spricht aber dort jedes polnische Kind fließend deutsch, manches so, daß nur ein genauer Kenner Unter- schiede gegen die Sprach« rein deutscher Kinder heraushört. Darin steht Oberschlesien in auifälligem Gegensaß zu den östlichen Nachbar- ländern, dem früheren Russisch-Polen und Galizien, wo es bis zu KV Proz. Analphabeten gibt. Der Muttersprache nach, so berichtet Karl Kaisia in dem soeben erschienenen, prächtig ausgestatteten Werk �)b«rsch>esien, ein Land deutscher Kultur"(Heimatverlag Oberschlesien-Gleiwitz), wiegt frellich das Polnische vor. Aber die deutsche Minderheit ist im Regierungs- bezirk Oppeln recht berrächtlich. Nach der Volkszählung von 1910 betrug bei einer Gesamtbevölkerung von 2297 981 die Zahl der Deutschen 884 94S. also ein starkes Drittel. Di« Städte sind durchweg überwiegend deutsch, aber auch in den ländlichen Bezirken wird die polnische lieberzahl fach nirgends so groß, daß man von rein polni- schen Gegenden sprechen könnte. Nur zwei Kreise des Bezirks, Lubliniß und Plcß, haben mehr als 80 Proz. polnisch sprechende Ein» wohner. Das oberkchlesisch« Polnisch wird nun vielfach als Wasser- polnisch bezeichnet, wogegen von den polnischen Führern Ein» spruch erhoben wird. Wie steht es damit? Es trifft zunächst nicht zu. daß diese Bezeichnung dem politischen Kampf der letzten Jahr- zehnte entstammt. Sie ist schon vor 290 Iahren bezeugt. Das pol» nifche Dolksidiom Oberschlesiens weist auf Schritt und Trift starte Abweichungen auf gegen das Hochpolnische, die mitunter zu drolli- gen Verwechselungen Anlaß geben. Ein besonders hervorstehender Zug des oberschlesischen Polnisch ist sein« Wortormut. Es beschränkt sich im wesentlichen auf die Worte und Formen des Alltagsvertehrs. Die Well der geistigen Begriffe fehlt ihm, wie jeder Mundart, ursprünglich ganz und dringt aus dem kirchlichen Leben und in neuerer Zeit aus Presse und Schrifttum nur ganz langsam ein. Der Sprachschatz erweitert sich jedoch keineswegs nur nach der schristpolnischen Seite hin. Wahllos »osrden die Worte und Wendungen genommen, woher sie auch stammen, und deutsche Worte fügen sich der Mundart ebenso leicht cin wie hochpolnrich«. Und damit kommen wir aus das Hauptmerk» mal des oberschlesischen Polnisch, seine stark« Durchsetzung mit deut- schen Bestandteilen, die im Industriebezirk zu einem völligen Durch- «inander wird, bei dem man häufig nicht weiß, ob es Deutsch oder Polnisch ist. Bei Eisenbahnschaiwern und Droschkenkutschern kann man dieses Sprachgemisch besonder» häufig hören, wenn sie unter sich sind. In der polnischen Schrift.Di« polnische Sprache der Ober- schlesier" finden sich folgende er götzlichen Blüten des Wasserpolnisch: Mos junge se schlecht auffiruje, ant s« sztyfli nie wixowal.(Mein Junge führt sich schlecht auf.«r hat sich nicht einmal die Stiesel ge- wichst.) Ten tuch fest tojer za cwas taller fünf bim.(Tos Tuch ist teuer für zwei Taler fünf Böhm söv Pf.j.) Nim die drunga, hau die tobyla, zebq best« ciagla.(Nimm die Stange, hau die Stute, daß sie bester zieht.) Das deutsche Wort ist ins oberschlesische Polnisch so stark«inge- drungen, daß selbst so vielgebrauchte Begriffe, wie Kragen, Tinte, Schrank und Tasse, mit ihrer polnischen Bezeichnung fast völlig unbekannt sind. Man sagt dafür ganz allgemein tragel, tinta, szrant und szolka(von Schale). Das Wasserpolnisch hat berells eine umfangreiche Literatur ge- zeitigt. Erst übersetzte man zur Erheiterung deutsche Gedichte in diese Mundart. Am bekanntesten ist ,ten Bürgschaft" od pono Schiller«, worin es z. B. heißt: „Te miasto od chrono befreiowac," »To baudziefz, pieronie, na kreuzu berenowas." Die polnischen Führer haben früher diese Entarchng ihrer Sprache eiftig bekämpft, in neuerer Zeit ober benützen sie das Idiom zu politischen Zwecken. Fast jede polnische Zeitung Oberschlesiens hat jetzt ihre humoristische Ecke, in der ein biederer Oberschlesier in seiner heimischen Mundart auftritt. Abe�auch das Deutsche ist in Oberschlesien vom Einfluß der pol. nischen Sprach« nicht unberührt geblieben. Schon in der Sprach« der gebürtigen deutschen Familien finden sich auch in hohergebildeten Kreisen Spuren: es schleichen sich unvermerkt Polonismen ein, z. B. »es regnet was einmal da mehr. Vollends der einfache Mann von polnischer Herkunst spricht häufig ein sehr unbeholfenes Deutsch, das in komischer Verzerung gleichfalls schon Literatur geworden ist. Zu «rinnern ist da besonders an die Schnurren von Kondziolka. die in einer größeren Zahl von Heften vorliegen und«in« gewist« Berühmt- hell erlangt haben, besonders durch ihre drolligen Vierzeiler, die oft zitiert werden, wie man sonst Vers« von Wilhelm Busch zitiert. Hier ein Beispiel: Der Bruderliebe. Wie der Kater auf die Mäuser ieber Dächer, iebrr Häuser, so schieicht sich der Antek hm zu dem Hau» von Schwägerin. Auch dies« Sprach« wird nicht nur um der komischen Wirkung willen angewandt, sondern in jüngster Zeit auch im politischen Kampf als Ausdrucksform des biederen Oberfchlesters, der von Polen nichts wissen will. Auf deutscher Seit« wird die Verwendung der Sprache«rschie- den beurteilt: sie kann leicht als Verhöhnung des Oberschlesier? auf- gefaßt werden, der sich ehrlich bemüht, deutsch zu sprechen. In dieser Form ist sie wohl nicht geeignet, jemals Dialekt zu werden. Die zukünftig« oberschlesische Sprachentwilllung wird ganz von der politischer, Lage abhängen. Ein« ruhige Entwicklung wäre der oberschlesischen Volkssprache am besten gesichert, wenn Oberschlesien ein« weitgehende Selbstverwaltung im AnsiHuß an Deutschland erhielle._ Gerichtszeitung. Degen Mißbrauch» der DieastgewaU und Unterschlagung wurde vor der 3. Strafkammer des Landgerichts II Berlin.Moabit gegen den früheren Bahnhofsvorsteher Vater vom Bahnhof Spindlerefeld verhandelt. Der Derteidiger, Herr Justizrat Schulz, beantragt« zu-, nächst Vertagung, um Zeugen zu laden, welche die politisch« Beein» flussung der Belastungszeugen bekunden sollten, da der Angeklagte der Deutschnationalen Partei angehöre. Der Antrag wurde aber dann wegen Mangels solcher zurückgezogen und in die Verhandlung eingetreten. Die Bemühungen des Vorsitzenden, den Angeklagten unter Hinweis aus das erdrückende Beweismaterial zu einem Ge- sländnis zu bewegen, waren vergeblich. Der Staatsanwalt bean- tragt« 7 Monate Gefängnis, wobei er hervorhob, daß von politischer Beeinflustung der Zeugen keine Spur vorhanden sei. Das Urteil lautete auf vier Monate Gefängnis. Erwähnt sei hierbei: Bater hafte während des Kapp-Putsches bei dem Einmarsch der Truppen den Ortsgruppenleller des Gewert- ' fchaftsbundes Deutscher Eisenbahnbeamten und Obmann des Orts« beamtenrats. Gen. Förstermann, wegen kommunistischer Umtriebe denunziert, so daß seine Verhaftung erfolgt«: F. wurde aber nach vierstündiger Hast wegen Mangels jeglicher Beweise entlassen. ?ugenüveranftaltunyen. «mt*«rb-tt-rj-g-v»•taft-Bctlte.»«.«, Z» de» S-tte» 9. heute uachmiklag: Hof I. 8 Te., 6 Uhr,„Heiter, Rezitatw- Zugendhew, Schul« Adolfstr. ZS Treff«» .,.....-■— Hönow um 8 Uhr. Slbmarftfi oom Suflfub. heim 2. lU)tu—«ö-inswusterhousr»! Zuzendhewi«Befanflefanl Schule tt-rl- von mit straße 4, Mitgllederv-rfammlung.— Lichtcnderg- Zugenhheim Parl-ue IN. Besuch der Abt-ilun» Muhlsborf. Treffpunkt 1 Uhr Vkf. Etr-l-u.Rmnmci-. bürg fSiorm-luhr). Da, Helm bleibt geschlossen.-»««>,«eddin», Aula Eotenburger Str. 2,« Uhr, Bunter Abend. ZNonkag, den 7. Februar, i�S Uhr: Auniluft Jugendheim Schul« Roonsiratze. Mitgliederoersammlung.— I«ha»»i»thal: Zugendheim Johanne». Werner-Stroße. Mitgliederoer, ammlung. Konsumgenossenschast Berlin und Umgegend E. G. m. b. H. Warenhaus I: Brunnenstraße 183-190* Warenhaus II: Reinickendorfer Straße 21 Weiße Woche! \.y/ Auf vielseitiges Verlangen u. in Anbetracht des starken Andranges wird unsere Weiße Woche um 8 Tage verlängert Der Verkauf wird daher bis zum Sonnabend» den 12. Februar, fortgesetzt/ Nur Qualitätsware bei billigsten Preisen B9- Außergewöhnlich billiges Angebot-va f7~i2" Febfüa"! in fertiger Herren- und Knaben-Kleidung[7�71�7] iferrcn-Sacco-iliizllgc Dunkel melierter Cheviot..... 345.- Mittelfarbig gemusterter Buxkin 490.- Bräünl.gemustreinwoll. Cheviot 675.- iicrrcülioscn, gcstrcm Dauerhafte Gladb. 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Der Verkäufer gab sich die gräfite iftiiöe, und ich war zufrieden, ganz besonders mit den guten Punktorik-Gläfern. Nach einiger Zeit aber wollte der Kneifer nicht mebr gut fitzen; ich bog daran herum; aber es wurde nicht bester. Nachdem ich mich zwei Jahre bat an geärgert batte, konnte ich auch nicht mehr gut damit sehe». Nun gino ick in Ihr Hauptgefchäst am Lpiitelmarlt und forderte wütend einen neuen Kneifer aus Grund d?r Garantie, Der GeschSstSfShrer entwaffnete mich sofort, indem er sagte: .selbstverständlich erhalten Sie einen neuen Kneifer.' Nachdem er mir diesen ohne Nachzahlung ausgehändigt hatte, bat er mich, ihn doch alle Monate einmal zu betuchen, um mir meinen Kneifer richten zu losten. Selbst sollte ich nicht mehr daran biegen. Nun, ich bin etwas nervös und spiele oft mit meinem Kneifer, ohne es zu de» merken: deshalb habe ich den Rat befolgt und bt» seit etwa einem halben Iahte alle drei bis vier Wochen bei Ihnen gewesen. Seitdem wei� ich erst, wa» die Ruhnke-Garamie wert ist; denn ich bin jetzt wirklich ganz zufrieden mit meinen Augengläsern. Aber nun ist meine Garantiezeit erloschen; also, bitte, richten Sie mir meine Gläser; ich will es gern bezahlen,' Wir richteten den Knetier aber ohne Bezahlung. Der Herr sagte darauf:.Da» habe ich nicht anders erwartet; aber Sie haben «s dennoch nicht umsonst getan; denn ich habe Optiler Ruhnle überall warm empfohlen, wo von Augengläsern die Red« war.' Wir richten an jeden Sugeuglasträger. auch wenn er noch nicht im Besitz der Ruhnle-Garantie ist. die Bitte:.Machen Sie es ebenso!' Wir wollen gern lostenlos Ihre Kneifer und Brillen in gutem Zustand« erhalten, indem wir sie fachkundig richten zu korrektem Sitz, lockere Schranben und Vläter befestigen, Stege und Aosinngen sZrckern und ZßnvHeS, Sie sollen fich so ebenfalls mmZtkg« Kosten nnd Aerger ersparen. Sie werden fich dafür gern unser fieundltch erinnern, wenn St« neue Augengläser benöligen. 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SorfteAang; d-lQUhr-»rmittazo.ö-Sllhr nachmillng, GewerTchostsbewegung (Siehe auch Hauptblatt.) Funktionäre und Vertrauensleute aller Gemeindebetriebe Groh-Berlins. Montag 6 IX&r in ÄiiemS fteftiälen, Berlin. Hasenheide� 13/13: Funktionär-Berscimmiung. Zunnl haben nur Funklionäre der uine- zeichneten Organisationen unter Vorzeigung ihres AusweiieS tliid Mitgliedsbuches. Verband der Gemeinde» und Staaisarbeiier, Teut'cher Transportarbeiler-Verbaiid, Deuit'cher Meiallarbeiter-Ber- band. Bei band der Maschinisten und Heizer. Verband der Gärtner- und Gälineieiaibeiter, Zentraiveiband der Angestellten. Entlassung ans politischen Gründen. Au der bereits gemeldeten En lassung von vier Angestellten der .Hamburger Zentrale der Großeinkaufsgefellsckiaft Deutscher Konsumvereine m. b. H. teilt diese meiter mit:»Die Bemühungen der Betreffenden, aus dielcr Angelegenheit eine politische Maßregelung zu machen, werden von den kommunistischeil Zeitungen kräftig unter- stützt. Die„Hamburger Bolkszeitmig brachte im Verfolg dieser De- strebungen eine Notiz n.it nicht nur nach jeder Ntchtung hin un- wahren, sondern auch ehrenrührigen Anschuldigungen gegen die Ge- schäftsführer der Großeinkaufsgesellschaft. insbesondere gegen Herrn Robert Aßmann. In der betreffenden Notiz wird behauptet, daß für die erhobenen Anschuldigungen Zeugen„sektionswdse" beigebracht werden könnten. Sowohl gegen die„Hamburger Volkszei- tung" als auch gegen andere kominunistische Blätter, die die betref- sende Notiz abgedruckt haben, ist ein Strasoerfahren eingeleitet wor- acn, von besten Ergebnis wir unsere Leser unterrichten werden. Wer hinter dem betreffenden Artikel steht, ist nicht schwer zu erraten: jedenfalls wird das gerichtliche Verfahren die Möglichkeit bieten, diese Herren aus dem Dunkel der Anonymität an das helle Tageslicht treten zu lasten. Tie Verwaltungen und Betriebsräte der Genosten- schaften, die von den vier entlassenen Angestellten eifrig bearbeitet werden, zu ihren Gunsteu zu intervenieren, werden gut tun, zunächst das Ergebnis der Gcrichtsrerhandlung abzuwarten. Von einer poli- tischen Maßregelung durch die Großkinkaufsgescllschast— das sei hier nochmals verstchprt— kann durchaus keine Rede sein. Unter dem Personal der Gesellschaft sind alle Strömungen der Arbeiterbe- wegung vertreten und bekämpfen sich gegenseitig aufs eisrigste. Es ist der Leitung der Gesellschaft noch niemals eingefallen, und das wird auch in Zukunft nicht geschehen, sich in diesen Streit der Mei- uungen unter ihrem Personal einzumischen." Lobnfordernngen in der oberschlesischen Bergwerks- and Hüttenindustrie. Die oberschlestsch« Arbeitsgemeinschaft der Berg- und Hütten- arbciter und die ihr nahestehenden Angestelltenorganisationen stellen neue Lohnforderungen auf Grund der im November vorgenomme- nen Kohlenpreiserhöhung. Diese Erhöhung war auf Antrag der Industrie und der interalliierten Kommission genehmigt worden. Sine Eingabe der Arbeiterorganisationen um Nachprüfung des von der Industrie vorgelegten Materials und auf Erhöhung der Löhne wurde abgelehnt. Tie Arbeiterorganisationen haben nun ein schreiben an die interalliierte Kommission gerichtet, in dem sie tcststellen, daß aus ihre Eingabe nicht einmal eine Ant- w o r t erfolgt sei und die Arbeitnehmerschaft das als eine bei- tpicllos dastehende Nichtachtung ansehen müsse. Gleichzeitig wird oer interalliierten Kommission die Stellung einer am 30. Januar abgehaltenen Arbeiterkonferenz zu den Lohnforderungen der Ar- bestnehmerschaft übermittelt und weiter ist an den Arbeitgeberver» band der oberschlesischen Bergwerks- und Hüttenindustrie von den- selben Organisationen der Antrag gerichtet worden, die gegenwärtl- gen Löhne und Gehälter in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterschaft und der wesentlichen Lohndisferenzen zu den anderen Jndustricrevieren um 30 Proz. heraufzusetzen und in Per- Handlungen darüber einzutreten. Achkung, Drechsler! Die Wabl der Delegierten zur General- beriamniiuilg fiildel für die Dre-bslerbranche Montag von 4>/, bis TV» Uhr nur Blumeiistr. 84 bei Pilsecker statt. All« Kollegen wüsten zur Wahl ersckeinen. Alle Namen, die vor dem Namen Maier auf dem Stimmzettel stehen, sind zu streiiben. da dieie von kommnnistischer Seite vorgeschlagen sind. Die Namen der Kollegen der Amsterdamer R�chiung beginnen mit dem Namen Maier. Die Drechslerbranche hat 12 Delegierte zu wählen._ „Der streikende Adolar". In unserer Nr. 37 gaben wir eine aus bürgerlichen Blättern übernommene Meldung über einen im Theater in der Kommandanten st rohe auszebrochenen Mustkerstreik unter Vorbehalt besonders in bezug auf seine Eni- st e h u n g wieder. In einer Zuschrift teilt un» nunmehr der Deutsche Musikerverband die Gründe mit, die zum Streik führten. Daraus geht hervor, daß keine Forderung nach soforti- g e r Auszahlung einer Zulage von 300 Mark vorlag. Bereits am 16. November des vergangenen Jahres begannen die Berhandlungen der Theotermustker, zu denen auch die des Theaters in der Komm» ondantenstrahe gehören, über eine Teuerungszulage. Das End- ergebnis dieser Verhandlungen wor ein Spruch des zustän« d i g e n T a r i f a u s s ch u s s e s, der den Musikern eine Teuerungs- Zulage von 800 Mark pro Monat zusprach. Dem Theater in der liammandantenstrahe wurde das Recht eingeräumt, beim Tarifaus- schuß den Nachweis zu bringen, daß es nicht in der Lage ist, die Mehrbelastung zu tragen. Der Nachweis ist bisher nicht gelungen, so daß der Tarifausschuß am 29. Januar dahin ent- schied, daß auch das Theater in der Kowmandantenstraße die Teue- rungszulage in Höhe von 300 Mari zu zahlen hat. Da sich die Di- rektion aber trotz alledem beharrlich weigerte, ihrer Zah» lungspflicht nachzukommen, hat das Orchester am 2. Fe- bruar die Arbeit eingestellt. Die Aufnahme in die Kurse der Dekriebsräkeschule und der Ve- ginn derselben wird jedem einzelnen schriftlich mitgeteilt. Der Anfang einiger Kurse wird sich noch verzögern, da bisher noch nicht alle Anmeldeformulare eingegangen sind. Wer also im Laufe der nächsten Woche noch keine Nachricht über seine Aufnahme hat, kann damit rechnen, daß ihm diese Nachricht zwar etwas später, aber bestimmt zugeht. Die Freigewerkschaflliche Betriebsrätezentrale für den Wirischcftsbezirk Eroß-Berlin ersucht nochmals darum, daß olle, die sich noch>m Besitze von Anmeldeformularen befinden, die- selben so schnell wie möglich an das Bureau der Betriebsrätsschule, Berlin SO. 16, Engelufer 13, 2. Hof 1 Treppe, einzusenden. Bchwog, S.P.D.-M»?»! Freitag, den 11. Februar im Lokal Äsfiliiitat, i Skalitzcr Str. 51(52, vlichtiae Versammlung.— Sifon. Deutschre Tr-nsvortacbc'ter. Verband. Handelshilfsarbeiter und»arbeite»! rinnen aus allen Betrieben der Hut-, Mlltzen. und Pelzmarenbranche. Dien». tag. den S. Februar 1921, abends Shi llhr, im Lakai Karl Witte, Paststr. 29, Eruvaenversammlung. verband der Saitlee, Tapeziere,«ud Partefeultler. Dienstag, den Ii. Fe- bruar. abend» 7 Uhr Deneralversammlung im Eewerkschaftshaus, Cngclitfcr' (E roher Saal). tzentralxerbaub der Angestellt:». FunktionSrversammlung fltr die Druvpe i Metall Mittwoch, den 9. Februar, abends geschrieben, daß„der streisauiichutz Dramburg die iliäuinung der Wohnung in Aussicht gestellt hat und er ihn heute nochmals um Beschie inigung ersuche", aber geholfen hat eS bi» heute noch nicht. Wie lange soll der KriegSinvalde noch warten? Soziales. Nebenverdienst und Erwerbslosenunterstützung. Der preußische Minister für V o l k S w o b l f a b r t hat sich in einem neuen Erlaß wie folgt über die Berücksichtigung der Ein- nahmen der teilweise Erwerbslosen bei Feststellung der Unter stützungen geäußert: „Die Frage, nach welchen Grundsätzen ein V e r d i e n st a u S Gelegenheitsarbeit des zu unierstützenden Erwerbslosen und ein Arbeitsverdienst der zuschlagsberechtigten Familienange- hörigen für die Beurteilung der Bedürftigkeit in Anrechnung zu bringen ist. begegnet vielfach Schwierigkeiten. Eine e i n b e i t l i ch e Regelung der Frag« ist mit Rücksicht auf die verschiedenartigen ArbeitSverbältnisse in den einzelnen LandeSieilen nicht möglich, zumal vielerorts ein den jeweiligen örtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisten angepaßtes Anrechnungsverfahren sich im Laufe der Zeit herausgebildet und bewährt hat. Inwieweit Unter- st ü tz u n g e n und Rentenbezüge in Betracht zu ziehen sind, ist durch Z 12 der Reichsverordnung über ErwerbSlosenkürsorge vom 20. Januar 1020 lReichs-Gesetzblatt S. 08) in Verbindung mit Artikel I Ziffer 6 der Verordnung vom 6. Mai 1920 iReichs-Gesetz- blatt S. 871) und Artikel I Ziffer 4 der Verordnung vom 11. August 1920 iReichs-Gesetzblatt S. 1374) ausdrücklich geregelt. Für die Berücksichtigung eines Verdienstes aus GelegenheitS- arbeit ist dagegen ein Spielraum gegeben. Als Richtlinie muß aber gelten, daß zu einem gewisien Teil der Verdienst aus Gelegenheitsarbeit des Erwerbslosen unv ebenko der Arbeitsverdienst der zuschlagsberechtigten Familienangehörigen dem Erwerbslosen und seiner Familie neben der Unterstützung zugute kommen. Dies ist notwendig zur Schaffung eine» ArbeitSanreizeS sowohl wie zur Deckung de« durch die Arbeiisvetrichlung entstehenden wandeS an Kleidern, Lebensmitteln und Fahrgeld. Es wird daher nach dem bei der Erwerbslosenfürkorge Groß- Berlin geltenden Verkabren etwa davon ausgegangen werden können, daß das durch Arbeit erzielte Einkommen des Erwerb«- loien und seiner an sich zuschlagsberechtigten Angehörigen nach Ab- rechnung eine« Steueranterls von 16 v- H. nur mit 6 0 v. bei besonderer Bedürftigkeit des Erwerbslosen und ferner bei ichwieriger Wirtschaftslage des arbeitenden Zuschlagsberechtigten oder bei besten besonderer Belastung mit BcrukSunkosten nur mit SO V. H. in Anrechnuug zu bringen ist. Eine schwierige WiitschaftS« läge des arbeitenden Zuschlagsberechtigten wild in der Regel namentlich bei Ehefrauen als vorliegend anzuseben sein. Ein» kommen auS Kapitalvermögen ist in ganzer Höhe in Ansatz zu bringen."_ Awangseinquarlienmg. Sektkame Ansichten über VolkSbygiene scheinen im Regierungsbezirk KöSlin zu herrschen. Dem lungenkranken ÄrisgSinvaliden Richard Mendt in Hirschberg. Kreis Dramburg, der mit seiner sünsköpfigen Familie ein kleines„Häuschen", be- stebend au« z w e r Stuben und einer Küche, bewohnte, wurde Ende Okiober 1919 eine Stube enieignet und ein Pantoffel- macher binemgesetzt, obgleich in der Nähe ein Besitzer wohnt, der über fünf große Wohnungen verfügt, von denen er zwei vor dem Kriege vemietele und zurzeit nur eine bewohnt. Ein anderer Besitzer ver'üat über drei yroße Zimmer. Alle Be- Sozjallsierung des Gefundheikstvesens. Der Derein sozialistischer Aerzt« wendet sich mit einer programmatischen Erklärung über die Sozialisierung des Heil- und Gesundheitswesens an die Oefsentlichkeit, in der es heißt: . Unter Sozialisierung des Heil- und Gesundheitswesens verstehen wir: Uebernahme des gesamten Heil- und Gesundheitswesens auf die eine Planmäßigkeit und Bedarfsdeckung allein gewährleistende Ge- sellschaft. Der praktische Gesundheitsdienst soll dabei durch Ge. meinschaftsarbeit des gesamten organisierten Fachpersonals unter Mitwirkung eines Bevölkerungsbeirates besorgt werden. Zur Erreichung dieses Zieles empfehlen wir: 1. Das öffentltche Geiundheitswesen ist möglichst auszubauen und besonders das Fürsorgewesen über das ganze Lans auszudehnen. 2. Auf dem Gebiete des Heilwesens ist das gesamte V e r s i ch e- rungswesen aus die ganze Bevölkerung auszudehnen und zu vereinheitlichen. Es ist dabei auf die Gemeinschaft(Staat, Kom- mune oder sonstige Selbstverwaltungskörpcr) zu übernehmen. Die Heilperionen werden dabei zu Organen der Gemeinschaft und sind planmäßig nach dem Be darf zu verteilen. Aus beiden Gebieten ist die weitestgehend« Mitwirkung der Bevölkerung zu ge- währleisten. 3. Die ganze Gesundheits- und Heilarbeit ist in immer um- fassendem Weise kollektiv zu gestalten durch weitere Ausbildung der Ambulatorien, Krankenhäuser, Fürsorgeanstaiten usw. Das öffentlich« Gesundheitswesen, besonders das Fürsorgewesen, ist in immer innigeren organischen Zusammenhang mit dem Heilwesen zu bringen._ Geschäftliche Mitteilungen. ®lr Firma ßcbr. Wolfs«. Rettet veranstaltet in der nächsten Woche, de- amnend Montag, den 7, Februar, einen grotzen Sonder-Raumunzsaerkauk, Wir vermeisen aus das Angebot der Firma im heutigen Inseratenteil, (Schlast des redaktionellen Teils.) Ausgleichende Gerechkigkeik auf politischem und sozialem Ge» biet ist eine Forderung� die— leider Gottes— noch immer ihrer Löiung harrt; ausgleichende R i ck, t i g st e l l u n g des Seh« Vermögens eine Forderung, die— Gott sei Dank— tatsächlich er» lüllt ist. und zwar durch den„Lohmann-Kneifer". Keine„Vergasung" der öffentlichen Meinung durch den blaue» Dunst narkotisch wirkender Inserate, sondern Beweise sür alle Welt durch die kristallklare Wahrheit der T.alsache an sich: Jedermann, sofern nur reif er. Trägt allein den„Lohniann-Kneifer". Nur zu baben(keine Filialen!): Berlin W, Potsdamer Str. 184». vrospeN II wtlttt gor» kostenfrei und nnorrdlndllch zugesandt. die deutsche Weinbrandmarke �IciblGttGTl sdjibenvovHUSt�J L, Erkdltung Erhältlich in dev� Apothehen und Drogerien H.von der-Angebate Tanzschuhe Halbschuhe Schnürstiefel Spangenschahe- schwsrt prima Satin oder Sammet, elegante AusiQhrunfl...... 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Und wieder sind wir es, die Omen diese neue Mode zu so außerordentlich niedrigen Preisen zugangig machen. Unka: Recht»; Entzückende» Kleid Hochelegantes Kleid m* gau TOTlOgllcher Trtkolteewarc. HerTorragend to Schnitt and Verarbeitung mit streng moderner Sticke- ret an Kragen nnd Manschetten. Das Kleid Ist nach Belleben nffen und geschlossen so tragen nnd hat einen M endend scbSnen Faltenrock. 295- �490- Die neueste polenagitatkon. Korfanty, der Leiter der polnischen Abstimmnngspropaganda in Oberschlesien, schreckt vor den gewagtesten Mitteln nicht zurück. Es ist schon mehrfach darauf hingewiesen worden, daß polnisch« Agitatoren mitten in der R« i chs h a u p t st a d t offen Pro- paganda treiben, um eine polnische Mehrheit bei der Abstimmung in Oberschlesien zu erzielen. Neuerdings hat sich Korfanty die„Polnische sozialistische Par- tei*(P.P.S.) zu Hilfe gerufen und läßt Flugblätter in deren Namen verteilen, die in Berlin aus Automobilen auf die Straße geworfen werden. Darin wird„im Jnteresie der Soli- darität des Proletariats' an die in Deutschland wohnenden Ober- schlesier appelliert, nicht erst zur Abstimmung nach Oberschlesten zu kommen, sonoern den dort Wohnenden die Abstimmung allein zu überlasten. Es heißt ganz offen: „Diejenigen Oberfchlesier, welche nach dem Westen ausgewan- dert sind, haben an dem ferneren Schicksal Ober- schlesiens kein Interesse und somit kein moralisches Recht zur Absstmmung!" Aus diesem Grunde fordert die P.P.S., daß die deutschen Ober- schlesier in ihrer neuen Heimat bleiben und Korfanty und Biniskie- wicz allein in Oberschlesten hausen lasten. Es ist eine ganz merk- würdige Vorstellung, die die P.PS.-Leute und ihr Korfanty von der Intelligenz der deutschen Oberfchlesier haben, wenn sie annehmen, daß diese an dem ferneren Geschick ihrer oberschlestschen Heimat kein Interesse hätten. Dabei weiß doch jedes Kind in Deutschland heute, daß Obcrschlesien nicht nur für Oberschlesten, sondern f ü r dos ganze deutsche Volk von ungeheurer Wichtigkeit ist. nicht wegen der Herren Korfanty und Diniskiewicz, sondern wegen der in Oberlchlesien gelegenen Kohlen- und Hüttenwerke, die für die deutsch« I n d u st r i e und damit für die Erfüllung des Friedensvertrages unentbehrlich find. Wer von den Oberfchlesiern, die in Deutschland wohnen, deshalb am Abstimmungstage die Neise scheut, versündigt sich nicht nur an seinen eigenen, sondern an den Interesten des ganzen deutschen Volkes, insbesondere an der deutschen Arbeiterklasse und dem Sozialismus, der in der deutschen Arbeiterschaft seinen stärksten Vorposten hatl Kürzlich nahmen wir Notiz von einer unglaublich klingenden Meldung, daß der früher« deutsch« Zentrumsobgeord- n e t e Graf Oppersdorf in Oberglogau«ine Versammlung ab- gehalten habe, in der er für den Anschluß auch der link» der Oder gelegenen Teile Oberschlesiens an Polen Propaganda gemacht habe. Auch der Vertreter der Thiele-Winklerlchen Verwaltung, ein früherer Negierungerat Schapper, und ein„höherer Beamter der Eisenbahn- direktion Kattowiß" sollten in ähnlicher Weise sich au»g«sprochen haben. Wir hielten die ganze Meldung zunächst für einen polnischen Schwindel, sind aber inzwischen eine» Desteren belehrt worden. Der frühere Zentrumsabgeordnet« Graf Oppersdorf, der mit einer Polin verheiratet und in Polen stark begütert ist, treibt tatsächlich diese polnische Propaganda und von dem Groß- grundbesitzer und Großindustriellen T h i e l e- W l n k l e r, der früher 0-05002 grata a m Hofe Wilhelms ll. war, wird das gleiche behauptet. Sie wollen ihre Desitzinteressen schuhen vor der Gefahr der S o z i a l i s i e r u n n. die sie in Deutschland mehr befürchten, als in dem Polen der P.P.S. In einer Zuschrift der Eisenbohndirektion Katto- miß an uns wird erlrenlicherweise energisch b e st r i t t» n, daß irgendeine Persönlichkeit au» der Eisenbahndirektion Kattowitz an der Op-icrodorfer Versammlung teilgenommen und sich im Sinne Oppersdorfs ausgesprochen hätte. Wir nehmen von dieser Berichti- gunq gern Notiz und würden uns freuen, wenn die ganz« Der- sammlung sich als polnischer Schwindel erwiesen hätte! Daß man in Deuts-bland selbst allerding» die notwendig« Distanz gek-wüber polnischen Wünschen manchmal nicht zu wahren weih, do'"r liefert ein Berliner Mor�enblatt einen neuen Beleg: Ll» dieser Tage der polnische Staotschef Pilsudski auf seiner Reise nach Poris durch Deutschland fahren mußte, wurden ihm auf dem Bahn- h"? Kottbus. wo der Sonderzug sich eine Viertelstunde aufhielt, von Bolen aus Berlin— unter ihnen ein zwölfjährige» Mädchen in Nationaltracht!— Huldigungen dargebracht. Unter den Demo'-strierenden befand sich auch ein Kottbufer Einwohner, namens Nowok. ein früherer deutscher Elsenbohnbeamter. Dieser hatte sich vom Auswärtigen Amt in Berlin einen besonderen Ausweis ocrlchafst, daß er berechtigt fei, den B a h n st e i g wäh- read des Aufenthalts des Sonderznges zu betreten. Er wird in d*m Ausweis ausdrücklich als„volnischer Staatsangehöriger' bezeichnet, während man ihn in Kottbus nur als preußischen Stoatsangehörigen kennt. Warum dos Auswärtige Amt der- artiee besondere Ausweise zum Betreten des Bahnsteiges gibt, ist H�t recht rerständlich, besonders, da es doch keineswegs zu den Obliegenheiten des Auswärtigen Amts gehört, Bahnsteigkar- ten auszugeben! E'n? schwarze Liste. Nicht sehr wohl scheinen sich die Polen in vberschlesien zu fühlen. Um am Tage der Abstimmung für sich ein günstige» Resul- tat herauszuschlagen, greifen sie zu Mitteln, die man im allgemeinen nicht anzuwenden pflegt, wenn man seiner Sache sicher ist. So ver- kffentlicht das Amtsblatt des polnischen Plebiszitkommjstor» Kor- fanty, der„Oresz-NDnik' seit einiger Zeit Listen von Personei. die in der deutschen Alstimmungspropoganda tätig sind und Agi> tation oder..Spi-mage' zugunsten Deutschlands treiben. Der Zweck derartiger Veröffentlichungen ist durchsichtig. Sie werden aber ebensowenig zum Ziele führen, wie die Machenschaften jener polni- schen Agenten, die in Niederschlesien umh�rzlehen, um deutsche Ausweisscheine für 80 Mark auszukaufen. E» muß wirNich sehr bedenklich um die polnische Sache stehen, wenn dem polnischen Plebiszittvmmissariat jede einzelne Stimme 80 Mark wert ist! 5Lrso?�e kur üke Kriegsopfer. Dom Zentralverband der Angestellten wird uns geschrieben. „In Nr. 54 de»„Vorwärts' erhebt Abgeordneter Richard Meier-Zwickau in einem Artikel unter obiger Uederfchrift ganz allgemein gehaltene Vorwürfe gegen die Angestellten bei den Der- serqungsbehörden. Im Namen dieser Angestellten, die in der Mehr- heit in unserem Verbände orm-iistert sind, erheben wir gegen die ganz allgemein gehaltenen Anschuldigungen schärfsten Wider- s p r u ch. Meier hätte, bevor er seine Delchuldigungen erhebt, auch den angegriffenen Teil darüber hören müssen. Don den behaupteten Mißständen ist uns nichts bekannt. Wir fordern deshalb zunächst, daß er angibt, wo„die geradezu skanda- lösen Zustände' herrschen, wo„nicht gearbeitet wird', wo„die An- gestellte» an der schnellen Durchführung des Gesetzes kein Interesse zeigen'. Meier hat sich anscheinend von Vertretern der Regierung «inseitig informieren losten und die aufgestellten Behauptungen in gutem Glauben ohne weitere» als richtig hingenommen. Die freinewerkschaftlichen Angestellten bei den Versorgunoebe- Hörden sind stet» bemüht gewesen, ihre oanz« Kraft in den Dienst der ihnen gestellten Aufgaben zu setzen. Sie führen um ihr Verbleiben bei den Versorg �ngsbehörden gegen die in großer Zahl dort untergebrachten Offiziere einen dauernden Kampf. Fast' ausnahmslos sind diese Offiziere mit dem Derwalwngswesen gar nicht oder so ungenügend vertraut, daß der Fraktionskolleze des Ab- geordneten Meiei, Abgeordneter Giebel, im Hauptausschuß des Reichstags die in der Tat vorhandenen Mängel in der Verwaltung der Versorgungsbehörden mit Recht auf diesen Umstand zurückführte. Die Verdächtigung der Angestellten ist deshalb nichts anderes als eine Ablenkungsmethode. Mit seinem Artikel hat Meier nur diesen Krei- sen in die Hände gearbeitet. Die von ihm an die Regierung ge- richtete Ausforderung, mit fester Hand zuzusasien, wird von den Vorgesetzten und der Regierung den Angestellten bei den Dersor- gungebehörden dauernd entgegengehalten werden. Mit seinem all- gemeinen Angriff Hot Meier dieser Angestelltengruppe einen schweren Schaden zugefügt Wir verlangen deshalb von dem Abgeordneten Meier, daß er uns Angaben macht, w o die von ihm gerügten Miß- stände bestehen, damit wir im einzelnen den Anschuldigungen nach- gehen können.' Soweit die Zuschrift des Zentralverbandes. Dir bemerken dazu, daß wir die behaupteten allgemeinen Angriffe in dem Aufsatz nicht gefunden haben. Der Verfafler sprach vielmehr immer von einem Teil der Beamten und Angestellten un» von R e i b u n- gen verschiedener Gruppen untereinander, die das Fortschreiten der Arbeit hindern. Im übrigen halten auch wir dafür, daß es zweck- mäßig ist, wenn Genosie Meier dem Wunsche des Zentralverbandes der Angestellten nachkommt und ihm die Einzelheiten, soweit er davon Kenntnis hat, mitteilt. Es geht auch so! Einen für Berliner Verhältnisse immerhin seltenen verlaus nahm die öffentliche Wählerversammlung, die unsere W e i g e n- s e e r Genossen am Freitag, den 4. Februar, veranstaltet hotten. Die Versammlung war vorwiegend vo:. Anhängern der S.P.D. besucht. erst nach Beginn erschien ein geschlosiener Trupp von Arbeitslosen unter Führung einiger K.A.P.Disten, die gegen das Versprechen, sich gesittet zu verhallen, auch Einlaß erhielten.(Unsere vorige ösfent- liche Versammlung in Weißensee war durch linksradikole Spreng- kolonnen in unbeschreiblicher Weise gestört worden.) Das Der- sprechen wurde gegeben und auch gehalten. Nach dem Referat des Genossen Kuttner, der n. a. ausführlich zeigte, wie in Rußland die Entwicklung nicht geradlinig zum Sozialismus, sondern kreisförmig vom inländischen Kapitalismus zum ausländischen Kapitalismus ge- gangen sei, sprachen zwei Redner der K.A.P.D..Ohne die sonst ge- wähnten Schimpfereien und Anpöbeleien suchten die beiden Redner in anerkennenswert sachlicher Weise sich mit dem Referenten auseinanderzusetzen, so daß dem zweiten Redner auf ausdrücklichen Wunsch des Referenten die Redezeit um mehr als eine halbe Stunde verlängert wurde. Der Referent erwiderte dann in seinem Schluß- wort. Er wies namentlich nach, daß die Kommunisten am Tage nach ihrem erhofften Sieg sich in einer vollständig unmöglichen Lag« de- finden würden, sie könnten weder den Vertrag von Dersaille» an«- kennen, noch ab« auch der Entente irgendwelchen Widerstand leisten. Da» Ende würde sein wie in Ungarn: nach ein paar Wochen Räte- Herrlichkeit erst Ententebesetzvng und dann von ihr hinterlassen« Horthy-Reaktion. Mit ihrer Parole der Wahlenthaltung ab« liefert die K.A.P.D. d« Reaktion kampflos Machtpositionen d« Arbeit«- schaft aus. Alle diese Auseinandersetzungen bewegten sich auf rein fach- lichem Boden und waren von beiden Seiten frei von irgend. welcher persönlichen Gehässigkeit. Di« Versammlung unterstrich das Schlußwort de» Referenten durch lebhaften Beifall. Allgemein ab« konnte man die Auffassung hören, daß es für die Arbeiterbewegung besser wäre, wenn immer in dies« Weis« dis- tutiert und sachlich mit den Waffen de» Geistes anstatt mit sinnlosen und öden Schimpfereien gefochten würde. Sem Schmerz. In einer öffentlichen Wählerversammlung des Norden» entlud sich unlängst der gewaltige Zorn des Stadtverordnetenvorsteher« Dr. Weyl(U.S.P.) über die Sozialdemokratie. Es zeigte sich, daß persönliche Verärgerung nicht den geringsten Grunh bildet, aus dem Herr Dr. Weyl so schlecht aus die Sczialdemolratie zu sprechen ist. Denn der Bedauerswerte jammerte: Wenn ein«he- maliger Sattlergehilfe Reichspräsident, ein Schriftsetzer Reich». kanzl«, ein Schneidergeselle Dürgermeister, ein Hausverwalter Poli- zeipräsident. ein Reisender in Spülklosetts Reichskanzl« werden kann, warum könne dann ein leibhaftiger Doktor nicht Ob«bürger- meist« werden?— Wir erkennen an, daß Dr. Weyl aus dem Agitationshandbuch der D e u t f ch n a t i o n a l e n gut gelernt hat. Aber als unab- hängiger Sozialdemokrat dürfte« doch wissen, daß die von ihm beneideten Sottlcrgehilfen, Schriftsetzer, Reisenden in Spülklosetts usw. in ihre Aemter gelangt sind, weil sie neben ihrem ursprüng- lichen Beruf auch sonst noch etwas vorstellten. Was eben auf manchen„leibhastigen Doktor' nicht zutrifft.... Vie militärischen Krästeverhältnlsse 1914. �eststeNungen des Untersuchungsausschusses. Der 1. Unterausschuß des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, d« mit d« Aufklärung der Vorgänge, die zum Ausbruch>»s Weltkrieges geführt haben, be- auftragt iß, Hot sich in ein« Reihe von Sitzungen mit den m i l i» t ä r i s ch e n Kräfteverhältnissen, wie sie vor Beginn der großen Krise in Eurcpa be' anden haben, beschäftigt. E» sind au«» führliche Gutachten«' attet worden. Im besonderen hat Graf Montgeiasin zwei umfassenden Referaten, unt« Benutzung von zum Test neuem Aktrnmot«ial und der neuesten Militärstterotur d« Ententeländer, die militärischen Kräfteverhältnisse zur Darstel- lung gebracht. Danach bestand die Friedensstärke de» deutschen He«es im Somm« 1914 au» 761 000 Mann, de» österreichisch-ungarischen au» 478 000, de» französischen aus 794 000 und des russischen aus 1 445 000 Mann. Die Kräfteoerfchiebung des deutschen Heeres im Oktober belief sich auf 822000, des russischen Heeres im Winter auf 1 845 000 Mann, während Oesterreich-Ungorn nur eine geringe Erhöhung«fuhr und Frankreich gleichblieb. Di« planmäßige Kriegsstärke betrug 1914 für Deutschland 79, für Oesterreich- Ungarn 50, für Frankreich 69 und für Rußland 117)4 Divisionen: an militärisch ausgebildeten, im wehrhaften Atter stehenden Mann- schaften zählte Deutschland 4,87, Oesierreich-Ungarn 5,03, Frankreich 4,98 und Rußland 5,7 Millionen. Dies« Wontgelnsschen Tobelle sind Porolleltabcllen au» autori- tativ« englischer, französisch« und russisch« Quell» beigefügt, aus denen hervorgeht, daß Montgelas' Schätzungen sehr vorsichtig und keineswegs zugunsten Deutschlands abgewogen sind. Auf Grund der eingehenden Prüfung der militärischen Kräfteverhältnisse, bei der« auch die operativen Möglichkeiten berückfich- tigte, kommt der Ausschuß zu der Fest' ellung. daß die««bündeten Mächte Rußland und Frankreich den Mittelmächten mit militärisch« lleberlegenhelt gegenüb«standcn. Die Fragen, wie der deutsche Generalstab die mwtärische Gcsamtlag« im Jahr« 1914 beurteNte. und ob sich die politisch« Leitung über den militärischen Stand der Dinge genügend unterrichtete, so» wie insbesondere, ob die Regierung sich über die politische Auswir- kung des deutschen Operationsplanes hinreichend Rechenschast gab, hält der Ausschuß dagegen nicht für geklärt und beschließt diese Fragen zum Gegenstand ein« weiteren Prüfung zu machen. Weiter betrachtet der Ausschuß die bisherigen Ergebnisse sein« Arbeit als Teilergebnis und beabsichtigt, durch seine weiteren Beratungen eine vollständige Klärung der politischen Ge- samtlage herbeizuführen, wie sie sich bis zum Attentat von Serafewo entwickell hatte. Er wird sich deshalb nach der Reichstag»- pause mit den Ursachen der bis 1914 imm« mehr zunehmenden internationalen Spannungen beschäftigen. D« Arbeitsplan de» Ausschusies geht dahin, ichlirßlich dem Reichstag»ine Gesamt- a n s i ch t über die Entstehung des Weltkriege» und die dabei in Frage kommende Verantwortlichkeit vorlegen zu können. ßreifpruch im Kommuniftenprozeß. In dem Weißenseer Kommunistenprozeh wurde gestern nachmittag, nachdem der Vormittag mit den Reden der Ver- teidiger ausgefüllt war, das Urteil gesprochen. Das Ger cht kam zu einer Freisprechung mit Ausnahme des Angeklagten Arndt. In dem Urteil wird ausgesprochen, daß die Psychologie des Prozesses eine ganz besondere sei. Das Gericht hat keinen Zweifel, daß die hier aufgetretenen früh«en Mitangeklagten als Zeugen In ihr« Aussag« umgefallen sind. Zweifellos bestand da» Bestreben, auf Grund eine» ausdrück- lichen oder iWschweigenden Uebereinkommen» die Aussage io zu gestalten, daß sie sich nicht erinnern konnten, oder Gedächtnis- schwäche vortäuschten. Aber es ist doch nicht zu v«tennen, daß Tatzeugen fehlen und die Beweise nur solche zweiter Hand find. Der Zeuge Falk hat seine belastenden Aussagen widerrufen, er ist auch m t Vorsicht auszunehmen, denn« ist«ine problematische Natur und Psnchopath. Bei Zieal« kommt noch hinzu, daß« einen Alibibeweis angetreten Hot, der zwar etwas romanhaft klang, ab« da» Gericht kommt doch über die eidliche Aussage von drei Zeugen nicht hinweg. Ziegler wurde nicht freigesprochen, we l da» Gericht von seiner Unschuld überzeugt ist, sondern nur weil die Beweise unzureichend waren. Dasselbe gilt für die übrigen drei Angeklagten. Dagegen hat das Gericht beim Anqeklaoten Arndt für festgestellt erachtet, daß« an dem We'ßense« Unternehmen beteiligt war. Diese» Unternehmen war der Ausdruck eine» militärischen Vorgehens und der Ausdruck ein« militärischen Organisation. Die Existenz d« K.O.-Orgw'isntion ist diesmal auch gar nicht mehr ernstlich bestellten worden. Bei der Strafzumessung hat das Gericht berücksichtigt, daß Arndt bisher ein tadelloses Leben geführt hat, andererseits aber, daß da» Unternehmen kein harmloses, sondern im Gegenteil ein solches war, bei dem sogar ein Menschenleben zum Opi« ge- fallen ist. Da» Gericht hat den Angeklagten Arndt zu 8 Blonalen GefSngui» verurteilt._ Kommuniftenhetze in Zrankreick. Pari». 6. Februar.(WTB.) Nach einem Havasbcricht ist d« Geschäftsreisende Lrfred Mignot gestern v«haftet worden, der seit langem mit internationalen kommunistischen Kreisen in Verbindung steht und von Abramowitsch, einem der in Poris verhafteten Kom- munisten, unlängst«inen Scheck über zwanzigtausend Frone» erhalten haben soll. Dies soll die Ursache der Verhaftung sein. Mignot soll in letzter Zeit auch mit zahlreichen führend«. Mitgliedern d« K.P.v. in Briefwechsel gestanden haben, llea»«- morgen wurden zahlreiche Haussuchungen vorgenommen. Lu»' Nancy wird gemeldet, daß bei mehr«en ausländischen Stu» denten, die sich als Anhäng« des Bolschewismus betätigt yaben. Haussuchungen stattgefunden haben, ebenso in den Geschäftsräumen und der Druckerei einer extremistischen Zeitung. Es wurden dabei Aufrufe und Abhandlungen beschlagnahmt. Auch in der Umgebung von Nancy, wo extremistische Gruppen ihren Sitz haben, wurden von der Polizei Etreifzüge veranstaltet. Pari», 5 Februar.(iU) Die Polizei fetzte ihre Unietsuckningen in den Pariier Vauken fort, in denen dar- Gcld für die lommu- »istische Pr opaaanda deponiert worden war. Der Unteis»cblmgS- lichter ist im Besitze verickiedener Eckeck-, auf deren Borieigen eine amerikanische Bant in Paris an Pariser Kommunisten Gol s« summen a«Sge zahlt hat, die aus D e n i i ck l o n d eingeic» dt worden waren. Einundzwanzig neue Haftbefehle find erlnsien worden, vierzeln für Pai'S und sieben für die Pia- vi»,. In P.,riS sind gestern bereit» wieder le-bS Kommunisten Der- haftet worden. Zrankre'chs Z'nanzkrast. Pari», 5 Februar.(WTB.) Aus der gkstiigeii Rede des sran rösi» ilben Minislerprasidente» Biiand ist solzeiide Stelle hervorzuheben: Die Regierung weide sich bemühen, im Äueland so wenig wie möglich Anleihen zu ve» langen und iodiel wie möglich an» Frankreich selbst herauezuziehen iuche». Briand berechnet den Wert der Anleihen, die Frankreirv jährlich auibringen lönne, aus 12 6 1 6 16 Milliarden Franks. Die englische Wirtschaftskrise. London, 5. Februar. Der Uitteriuchun ldauS�chuß der Arbeiter- orgaiiisaiivneu zur Piüsuug der Koste» der L e b e n» ni i l l e l- Haltung ertlärie in seinem Berichi, daß mindesten«« Milli» arden Pfund Sierling zur Berbillicuiig der Lebenemiilel durch eine B e r m ö g e n« a b a a b e aulgedrachi weiden könnten. Permögen von weniger a!« 8000 P'and müßte» auegenomine« werden, während große Vermögen bis zu 50 Proz. herangezogen werden»»Üen. Der Bericht schlägt eine Abschaffung aller Steuern auf Leben« in itrri vor. Erkrankung de, Belch»p Ssidenten. ver Reichspräsident ist an einem Grippeanfall erkrankt: die für die nächsten Tage bei ihm anberaumten Bejprechungen und Empfänge mußten infolgedessen abgesagt werden. Trotz Lahr Org-sch und Defizit! Aus München meldet TU.: l.:n Finanzausschuß des Landtages macht««in Vertreter des Fwonz- Ministeriums die Mitteilung, daß der Staatshaushalt für 1921 einen erheblichen Fehlbetrag aufweisen wird, für den keine Deckung vorhanden ist. D« Prcnzlau« Waffenabsteferungsskaudal. Zu d« im„Bor- wärts' am 27. Oktober 1920 veröffentlichten Angelegenheit üb« Waffenschiebungen in Prcnzlau erfahren wir, daß nun endlich, nach vier Monaten, Termin auf den lt. Februar vor der Strofkamm« zu Prenzlau angesetzt Ist. In dem Prozeß dürften verschiedene Dinge aufgerollt werden, die für die Oeffentlichkeit Interesse haben. Dunst. Neuerdings erscheint in Danzig ein« polnische Arbeiter- Zeitung,„Robotnik Gdanski', völlig in polnisch nationalem Sinn« redigiert. Redakteur ist der Gewerkschaftler Dunst. Die Tendenz de- Blattes findet sogar bei dem Organ der Danzia« Unabhängigen. dem„Freien Volk', Wid«spruch, das olle polnischen Leser warnt. dies« Zeitung zu trauen. Sie wolle in den Köpfen ihrer Lei« die Illusion erwecken, al» ob die polnischen Arbeit« von den preußische« Kapitalisten ausgebeutet würden und treiben eine ganz unverhüllte > nationale Hetze. Gewerkschaftsbewegung Unter Existenzminimum. Di« Erp«bn>sse der amtilchen Lohnerhebun�en vom Februar ISA) kür di« Textil- und Bekleidungsindustrie geben nach einer Auschrist dos Bek'eidungsarbeiterverbandes in»er chiede Au»»oben für Beklel- d n n n enthalten ün� k'ebach doml» ocha-n-st her �"emeinf-eit ni-h» aedient. Neben da- iTeer-Funa hrt�n auch alle anderen Aus» ausser� st-ben-mit'el. Wohnunn. Heizung und Beleuchtung, ke'n- Berücksichtigung oekunden. "'der allem Zweife' ersahen steh' ah'r dach da Tassacke. daß auf d'- ��nvungszahlen ein fe�r ar-r-e Pro-entlah berechnet werden n" um die Höbe der nntwend'na-n A»?anban �ür ein« Durch» s.�-'.'snnin« sEriben'm!n'm"m>-u«nkana'N. Ea tonn u.ne«-�N e-p«"' v'erkö-k-nen Famil'e und n�-, 01«n.p, gvf f, i„ Ndormala" suchen einer Arbeite famjlie unb da? S'ot'ss'lche Amt der Stadt mv-hn-, �rechnet"'? B«wir ae�en m'ela�dessen n'cht kebk. r"-~i m- durchgänaia cn"rpi. auf b!« vom Statist!» f�-n Reichsamt s-s'''es>el''en Teuervnoszahlen �' e» e n, um für jede S'adt das Existenzminimum festzu- SV�m wir nun d!a frcl'ch-n D-T-�lftin'-ss-rw-ThT-nfte den Teue- r"n"-i»ab'en, lowie dem di'rch 80 P'oz. Aul'ch'ag«rm'ttelten E'istenzm'u'mum aeaenüber, lo �el�n�en wir z. B. für die genann- ten vier S'ädt« zu kelaendem E mstmis: �erulalch gefless» mprS"','przVm es müssen d i e sonstigen ""oben m't Berü'ckssch'''"'na s'n''en. Tcuerangsz-Sl-n Aarrin.. 618.— M. K�N.. 8aa_ B-fhorn. 8*0,— � Nürnberg. 547,—„ ffHPetijirtnint«™ 1166/0 M. 12�.60. 115F—, 984, CO. ©"pe- rrfinlf'-B-TM.nl fttrrmffljnelbtt®->m«nWn»Ihtt 1037,— TO. 812,— TO. 8°!,—,— 615,—.— 689,—. 466,—. praktische Sewerychastsarbeit in Köln. Di« von 600 Teilnehmern besuchte JabreS-Bertreterversamm- lnng de» Deutschen Metallarbeiter« Bei bände«, verwalinngdstelle Köln, nabm am S. Februar den Bericht der GeschästSleitung enl- geaen. Bei der Neuwahl der engeren Orteverwaltung wurden rroy stärssler kommunistischer Wühlereien die besoldeten Milgl'eder. beide Besollmächtigt« und die Kai'nerer gegen etwa 5 bis 6 Stimmen wiedergewählt. Gegenvorschläge wurden, obwohl vorhereiret, in Vr Bersammlung n'cht gemacht. Die Wahl der im Aibeitever- häitni» stehenden O> teverwaltunge Mitglieder erfolgte mit demselben Slimmeuverbältrii«. An die Stelle von drei eine Wiederwahl ab- lehnenden Kollegen der alten O tsvcrwalrnng tiaten auf gleichem gewerkschaftlichen Boden stehende andere Vertreter. Ein Antrag der engeren und erweiierien Orisverwaltung, da- bsttgehend, den Beschluß einer stöberen Generalversammluna auf- znbeben und da»«Hedem unabbängige. jetzt kommunistische Oigan .Soiialistische Republik� für Publikationen de» Verbände» nicht «zehr zu benutzen, wmde mit großer Mehrheit ange- nommen. Sin anderer Antrag, zw'ck-Z Stellungnahme zu den I bekannten fünf Stuttgarter Pnnkien»ine besondeie Generalver- ! sammliinq zu beiuten, wurde durch Uebergang zur Tage»- Ordnung erledig«. Dadurch gab die Generalvcr'ammlilng zu ! erkennen, daß fie stch rückbalielo» aus den Boden der Beschlüsse des A.D. G.B. und de» Vorstände» und Beiräte» de» Deutschen Metall- arbeiter-Verbande» stellte. Ganleiterkonkerenz be??entsts'en Landarbestenverbande?. In der Zeit vom 81. Januar bis 2. Februar tagte im Ler- bondshau» des Deusschen Landarbeiterverbandes eine Konferenz der Gauleiter des Verbandes. Die Konferenz beschäftigte sich eingehend mit der allgemeinen Loge de» Derbandes, die in Anbe- j trocht aller hindernden Um' ände als«ine günstige bezeichnet werden muß. Gegen die Organisationszersplitterer wandte sich die Konferenz mit einer einstimmig angenommenen Entschließung, die an ihrem Schluß sagt: .Tie Gouleitertonferenz fordert vom Berbandsoor"and, darauf zu achten, daß kein F'mktionär de» Derbandes gegen die Geschlossenheit der Gewerkschaftsbewegung han- delt. Alle diejenigen, die qe-wn diese Auffassung ihre Tätigkeit aus- üben und nach dem Diktat von Moskau die kommu- nistiiche Zersplitterungsorbeit unterstützen, stnd unter Beachtung der satzungsgemähen Bestimmungen aus dem Deusschen Landarbeiterverband zu entfernen/ Einen wesentlichen Teil der Beratung der Konferenz bildete die Frage der Torifpolitik und Lohnbewegung. E»> wurde vollkommene Ueberein' immung über die eingeschlagene Takssk in dieser Frage erzielt. Zum Schluß beschäftigte sich die Konferenz noch mit den bevorstehenden Wahlen zum neuen preußischen und mecklenburgischen Landtag. In Rücksicht der außerordentlichen Wichtigkeit dieser Wahlen gelangte ein« Cpsschließung zur Annohme, di« auf die Profitgier der Arbeitgeber und das Be' reben des Zentralverbande« der Landarbeiter, sie in dieser Ausbeuteriätlgkeit mindestens nicht zu behindern, hinweP. Eine Lenderung der teilweise noch überaus traurigen Arbeitsverhältnisse, die zu erhalten ssch die früheren Konservativen die orößte Mühe geben, könne nur durch den Deutschen Landarbeiteroerband mtt Unter'' ützung der Sozialisten im Parlament erreicht werden. Darum habe jeder Landarbeiter die Pflicht, am 20. Februar seine Stimm« einer sozialistischen Partei zu geben. Abschluß erneut abgebrochen worden. Der Zentral verband der Angestellten legt demgegenüber Wert auf folgend« Fest- stellung: Die Schuld liegt ausschließlich auf Seite des Arbeitgeber- Verbandes, der sich nicht dazu oerstehen mochte, den einstimmig gefällten Schiedsspruch bedingungslos anzunehmen, sondern wenig- stens noch an den protokollarischen Ergänzungen etwas abzuhandeln oersucht«. Der Schiedsspruch, der ohnehin nur das Minimum dessen brachte, was die Angestellten berechtigterweise forderten, ist nur dadurch zustondegekommen, daß an den Forderungen beider Parteien Abstriche gemacht wurden. Dos Verlangen des Arbeit- aeberverbandes würde den Eharakter des Schiedsspruchs als e'ne Berständlg'.mg auf mittlerer LPle völlig übe? den Haufen werfen. Don der Tatsache ausgehend, daß der Schiedsspruch einen einheitlichen Bau bildet, der keine Verschiebung verträgt, wenn nicht das ganze Gebäude zusammenstürzen soll, lehnte der Zentralverband bei einer Besprechung mit dem Arbe'tgeberverband am 3. d. TO. ein noch- maliaes Berhandeln über irgendwelche Punkte des Schiedsspruches grundsätzlich ob, und dieser Ansicht schlössen sich dann auch die anderen Angejtelltenverbänd» an. Gemäß der Anregung des Zen- tralverbandes ist nunmehr beim Reichsorbeitsministerium die Der» bindlichkeitserklärnnq der be ben Tel.schiedssprüche vom 10. November und 28. Januar von den beteiligten vier Anqestelltenver- bänden gemeinsam beantraat worden.— Nachdem der Zentralverband den Dircktionsangestelltentorif als nunmehr unter Dach qe» bracht ansehen kann, hat er den Arbeitqeberverband deusscher Ber- slcheriinqsunternehmunaen und den Arbeitaeberreichsoerband beut- scher Derstcherunuzvertrete? zu alsbaldinen D-rhandlungen über den Reichstarif für die Berwallungs- und Provisionsagentnrang-stellten aufgefmdert._ Achtung. Holzarbeltrr! Am Montaa, den 7. Februar finden die Wahlen ber Ver» treter zur Generalverkammlunq für die B-rwallnn»- st- lle Berlin de» Dentsiben Lioliarheiier-Verbande? statt. Durch »ie'e Wahlen soll die Nntei'a e kür ein gedeibliideS Arbenen zur Geueealve'sammliinq aekidaffen werden. Ge enüber der kkrupel- lostn A'itation der kommunistil!'»» Mitglieder, die durch da» Hinem-ra'en der voliiischen Keaensätze ied»«rnchtbare aewei-kickakt- lilbe Tön keit unmö'l'ch macken. eilt e». Vertreter in die General« ner'ammluna»» enisenden, die d>e pl'-n aewerlschastlichen Pnntip�en bochbalten und irrtreten. Die Wabl findet statt nack- mitiaa« von V/.j bis 7', Ndr in den im Mitteilungsblatt der Ber» waltung bekannigegebe-en WaM'pkal-n. (Siehe auch 2. Beilage.) «erantw tSr den redet! r-II tr Weener vrlter. edartottenbvra: tar Nn, einen- ?!, ftileite Berlin. Verla« VorwSrlS-Verlaa!S m b H. Berlin Dru.«-?ar- «Ärts-�näidnickerel n Vnnl n(En Cinbciftr. 3. Hierzu 4 Vellage«»ab„Dir DLhleri»�. rasch und sicher wirkend bei: Gicht Nbeuma Ischias Hexenschuß Nerven» und Kopffchmerzev Togal scheidet die Harnmure au« und aebl daher direlt zur Wu zel dr» Uebei». Nein« schädlichen?kebeiiwirkunprn. wird von vielrn Aerztrn und Klinikep empfohlen. In allen Äpotbekcn erhältlich." Hiernach können ro:r aerad? trs Gep enteil van dem konstatieren, was das Stciistischc Reichsamt feststellt.- Die Durch- schnittsv«rdienste stehen sehr wesentlich unter dem Eristenzminimum und können keineswegs als oünstig bezeichnet werden. Tie lverbandinnge« imBerficherun-Sgewerbe gescheitert? Unter dieser Stichmarke oerbreitet der Deutschnationale Hand- lungsgehilfenverbaiid in der ihm nahestehenden bürgerlichen Presse eine» Bericht, in dem es heißt, daß der Arbeitgebervcrband deusscher Nersichernngsunternehmrmgen für die Annahme des zweiten Te l- 2 ätrne 4 u. 7 M. mU TrledensUautssbuls 5 Jahre«chriftl. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen r. 30 Mk. an. Spez.; Zähne ohne Gaumen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Katvani, Öaaziger Stra.ls 1. schiedsspruchs vom 28. Januar zur Bedingung gemacht habe, daß zwei protokollarisch« Ergänzungen»m Reichstarifvertrag gestrichen werden. Da die Vertreter der Angestellten glaubten, sich hierauf nicht einlassen zu können, seien di« seit v er Wochen(richtig: acht Wochen. Di« Red.) schwebenden Verhandlungen kurz vor ihrem i• t �« "'S Kopfschmerz Bei # ÄHofapc�h*»kef Ofro�m m m ifrovan nie i» 2 5 ?-S r£ A. WERTHEIM Ver sand- Abteilung Berlin W. 9. Aull�cbotl Stoffmuster nur nach auswärts Kleiders und Seidenstoffe Kleiderstoff blau»grün kariert, � �785 färb. Durchzug, doppeltbr., Meter Xv-/ Kle 1 de rst O ff einfarbig, gestreift, � � 50 doppeltbreit................. Meter KrepPStoff reine Wolle, versdh. C' �TOO Frühjahrsfarben, doppeltbr., Meter»33 Baumrindenkrepp 1 050 Baumwolle, weiß, farbig,"Meter X�mt Weißer Mullstoff mit-1975 eingewebten Punkten....... Meter X�e Weißer Opalstoff 1Q50 doppeltbreit................. Meter X�) Weißer Voll-Voile 115 cm breit................ 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