Nr. 254. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 31. Oktober 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Abonnements- Einladung. Wir ersuchen alle unsere Freunde und Genossen, nach Kräften für die Erweiterung unseres Abonnentenkreises thätig zu sein. Die Zeiten sind so bewegt, so schwankend ist die nächste Butunft, so nothwendig die Theilnahme eines Jeden an den Kämpfen der Gegenwart, daß es mehr als je Pflicht der Genossen ist, für politische Aufklärung zu sorgen, und das Parteiorgan in immer weiteren Kreisen zu verbreiten. Der Parteitag. Ter diesjährige Parteitag der deutschen Sozialdemo: fratie ist nach achttägiger Dauer geschlossen und das Urtheil der gegnerischen Presse liegt uns vor. Der Parteitag ist genau so verlaufen und das Urtheil unserer Gegner genau so ausgefallen, wie wir es erwartet hatten. Der Parteitag hat seine Tagesordnung vollständig erledigt und die Aufgaben und Fragen, vor die er sich gestellt sah, in einer Weise gelöst, die bei den Parteigenossen auf Es ist das im wahrsten Sinne des Worts eine Partei- Bustimmung rechnen kann und den Interessen der Partei pflicht, die erfüllt werden muß im Interesse der Partei. gewiß förderlich war. Die Streitigkeiten", an die von Die Hauptstärke einer Partei liegt in ihrer Preffe unseren Gegnern so große Hoffnungen geknüpft worden je mehr Leser ein Blatt hat, desto größere Macht hat es, waren, verdunsteten in der freien, rückhaltlosen Kritik, und und je größer die Macht der Parteipreffe, desto größer die statt zu der uns stereotyp prophezeiten„ Spaltung", führten Macht der Partei. sie zu gefestigterem Einheitsgefühl. Wer dem Parteiorgan neue Leser zuführt, stärkt die Partei. Mit dem 1. November eröffnen wir ein neues Monats. Abonnement auf den " " die vorjährige Resolution bezüglich der Maifeier angenommen ward, zeigt sich so recht anschaulich die Disziplin und das Solidaritätsgefühl unserer Genossen. Noch vor zwei Jahren war die Zahl derer sehr groß, welche aus Zweckmäßigkeitsgründen die Maifeier statt am 1. Mai am ersten Sonntag des Mai wünschten; und heute besteht gar keine abweichende Meinung mehr. Die Debatten über die Agrarfrage haben ihren Zweck in der Hauptsache erfüllt. Der Parteitag ist kein Gelehrten fongreß, der irgend eine Frage theoretisch zu erschöpfen hat. Hätten wir das Thema durchsprechen wollen, bis jeder sein letztes Wort gesprochen, wir hätten so viel Wochen gebraucht, als wir Tage zur Verfügung hatten. Und daß neues Material zu Tage gefördert, neue Gesichtspunkte eröffnet würden, das war bei Behandlung einer seit Jahren so vielbehandelten Frage nicht zu verlangen. Aber das so Der bayerische Zwischenfall", der den Untergang der überquellend reiche Material wurde in seinen verschiedenen Partei, zum Mindesten den unheilbaren Bruch zwischen der Theilen beleuchtet, die Bedeutung und Nothwendigkeit der Berliner Führerschaft und den süddeutschen Rebellen" be- Agitation auf dem Lande scharf betont, die Nothwendigkeit deuten sollte, wurde durch den Takt und gesunden Sinn der des eingehendsten Studiumis der ländlichen Zustände und Kongreßmajorität so gründlich aus der Welt geschafft, daß der individualistischen, den Eigenthümlichkeiten der örtlichen Vorwärts" Berliner Volksblatt acht ein Tröpschen von Bitterniß hüben und brüben Verhältnisse anzupassenden Agitation bargelegt, und der mit der illustrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, sowie ur fere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mart 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen fämmtliche Postanstalten Abonnements für die Monate November und Dezember zum Preise von 2,20 Mark entgegen.( Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919.) Roman's In den nächsten Tagen beginnen wir mit dem Abdruck des Am Exil von Georges Renard, dem Verfasser des zuerst in deutscher Sprache von uns Sommer 1893 veröffentlichten Roman's -GO im Die Bekehrung André Savenay's, der eine so günstige Ausnahme gefunden hat. Auch diese Uebertragung ist aus der Feder unserer als Uebersegerin bewährten Genofiju Marie Kunert. Den in Aussicht gestellten Roman, welcher die Ereignisse der Märzrevolution, und namentlich der Boltserhebung in Berlin behandelt, werden wir, um die Aktualität und das Interesse zu erhöhen, erst im nächsten Frühjahr, also gewiffer maßen zu den Gedenktagen der vorgeführten Ereignisse veröffentlichen eine Anordnung, die sicherlich die Billigung unserer Leser finden wird. Die Redaktion und Expedition des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Feuilleton. 26 4 -Jn Sachen der Trusts und Unternehmerkartelle präs zisirte der Parteitag die Stellung der Sozialdemokratie klar und verständlich. zurückgeblieben ist. Der Parteitag verweigerte feine 8u Thätigkeit der Partei auf diesem Gebiete eine Richtschnur stimmung zu dem Votum für das Gesammtbudget, und er und ein praktisches Ziel vorbereitender Arbeit angewiesen. lehnte es auch ab, einen Tadel auszusprechen. Hätte es sich Dem proletarischen Charakter der Bewegung auf dem Lande um einen Kampf zwischen Geguern gehandelt, so wäre das hätte vielleicht mehr Aufmerksamkeit geschenft werden sollen. freilich ein„ lahmes Ergebniß"," ein Ausgang wie das Horn- Der Landarbeiter ist für uns mindestens von gleicher berger Schießen" gewesen. Aber es war eine Diskussion Wichtigkeit wie der Bauer. Indeß diese Lücke wäre sicher unter Genossen und Brüdern, und da war dieser Aus- ausgefüllt worden, wenn der Schluß der Debatte nicht nach gang der denkbar beste. Was zu sagen war, ist gesagt wenigen Stunden hätte erfolgen müssen, so daß außer den worden, und es ist nicht umsonst gesagt worden. Referenten und Antragstellern fast Niemand mehr zum Der„ Fall Bock" die Differenz wegen des Burger Worte tam. Echuhmacherstreits welche Mücke die Geguer zu einem Elephanten aufgeschwindelt hatten, erschien dem Parteitag und den zunächst Betheiligten so winzig, daß er mit feinem Worte erwähnt ward. Der" Badische Zaut" endete in einer Aussöhnung der Entzweiten, nachdem der Parteitag den Urhebern des Zwistes den Standpunkt flar gemacht hatte so klar, daß jedes Mißverstehen aus geschlossen ist. Und auch die Frage der Gehälter", von der die Gegner eine so reiche Ausbeute erhofft hatten, ist ruhig zum Abschluß gebracht worden. Wer die diesjährigen Debatten über diese Frage mit denen des Berliner Kongresses- vor zwei Jahren vergleicht, wird einen erheblichen Unterschied finden, und Vortheil des Frankfurter Parteitages. Und daß dies eine zwar ganz zum Frage ist, zu deren richtiger Auffassung der unter den kargsten, fleinlichsten Geldverhältnissen lebende Arbeiter einer tüchtigen Portion von Unabhängigkeit und Idealismus bedarf, das haben wir bereits früher, noch während der Verhandlungen des Parteitages, hervorgehoben. In der Einstimmigkeit, mit der, nach kurzer Debatte, Man hat in Parteikreisen gesagt man sieht, wir verschweigen nichts-, das geistige Niveau des Frankfurter Parteitages fei niedriger gewesen, als das seiner Vorgänger. Das ist unseres Erachtens nur zum Schein richtig, und der Schein ist wohl dadurch entstanden, daß der Frankfurter Parteitag ausschließlich praktischen Fragen und Aufgaben gewidmet war. Auf dem Parteitag selbst herrschte allgemeine Befriedi gung über den Verlauf, und aus der Parteipresse ist zu mitglieder getheilt wird. ersehen, daß diese Befriedigung von der Masse der ParteiDesto unzufriedener sind die Gegner, deren Hoffnungen wieder einmal zu Nichte geworden sind. Mit den hämischen Bemerkungen, die an die Debatten geknüpft wurden, haben wir uns, so weit sie es verdienten, schon beschäftigt. Der Aerger und die Gehässigkeit unserer Gegner ist uns weder etwas Unvon Ihnen zu waschen. Warum warten Sie denn noch? Warum tödten Sie mich nicht auf der Stelle?" Erinnerungen eines Kommunarden. machte denn auch in dem Maße gute Geschäfte, daß er nach Man wird Ihre Rechnung im Park Monceau ausAus dem Französischen von Jakob Audorf. Zum Kriegsgericht. " jede Kontrolle ihm gegenüber undenkbar. So war es möglich, daß solche Menschen als unersättliche Blutegel sich mehr noch als früher unter dem Kaiserreiche aus dem Weil wir unsern feinen Stadttheil nicht mit dem Staatssäckel mästen konnten. Dieser, von welchem die Rede, Blute eines solchen Bauditen wie Sie beflecken wollen. Besiegung der Kommune im ftande war, ein Banthaus zu gleichen!" begründen, er, der vor der Belagerung von Paris ein ganz Ich wurde einem Korporal und vier Leuten von der bescheidener Kommis war, der sich mit einer geringen Wache übergeben. Man zwang mich im bloßen Kopfe Ich erwartete nichts Anderes, als daß mein nobler Pension durchschlug. unter den stechenden Sonnenstrahlen zu gehen und ich beBruder mich in meinem Gefängnisse aufsuchen würde, um Nun," redete er mich in hämischem Tone an, finden merkte, daß man absichtlich die bedeutenderen Straßen fich an meiner traurigen Lage zu weiden. Doch hatte er Sie nicht, daß die Rollen etwas gewechselt sind? Es sind vermied und den Weg sich durch enge und krumme Gassen wohl nicht Muth genug dazu und beauftragte deshalb damit taum vierzehn Tage, da haben Sie mich keines Blickes gesuchte. einen pensionirten Zahlmeister der Armee, welcher in meinem würdigt, wenn Sie an mir vorübergingen. Jetzt aber geht" In der Mairie denken sie, wir sollen mit diesem da Arrondissement wohnte. Dieser Maun war, wie ich seitdem es hoffentlich mit Ihnen zu Ende." durch ganz Paris marschiren", meinte der Unteroffizier, erfahren habe, von der Versailler Regierung mit Geld Es mag sein, daß ich oft meine Augen mit Etel ab und uns müde laufen in all diesen Straßen, wo man ausgerüstet, um unter den Föderirten einige Tausend Pro- gewendet habe von Leuten Ihrer Sorte," erwiderte ich weder Weg noch Steg weiß. Wir werden es so machen wie selyten zu machen. Wenn man bedenkt, daß jedenfalls in ihm. Unsere Milde und Nachsicht wird uns schlecht be- mit dem Andern." den verschiedenen Stadttheilen von Paris ähnliche Judi zahlt. Die, welchen wir gestern noch das Leben schenkten, viduen mit demselben Auftrage bedacht waren, so kann tödten uns heute. Im übrigen habe ich mir nichts vorzuman ungefähr berechnen, mit welch' enormen Gummen die werfen." Retter der Gesellschaft" das Land belasteten. Denn" Welche Frechheit! Wie, Sie haben sich nichts vorzunoch nie haben die Erhalter der Ordnung" ihre Taschen werfen? Erinnern Sie sich nicht mehr, daß, als ich eines zu gunsten anderer geleert; im Gegentheil! So erging es Tages in dieser selbigen Mairie Sie begrüßte, Sie meinen auch mit diesem alten kaiserlichen Zahlmeister, der auf Gruß nicht erwiderten?"( Wortgetreu.) alle Fälle als ausgeleruter Mann in seinem Fache Ich mußte troß meiner Lage lächeln und bei mir die Gelegenheit gut zu benutzen verstand. Da man denken, ob die Leute im Grunde nicht mehr dumm als von ihm teine Quittungen über verausgabte Gelder schlecht seien. " verlangen konnte, weil derartige schriftliche Beweiss" Ach," erwiderte ich, ja ich erinnere mich jetzt dieses stücke die Empfänger, welche mit beiden Händen zu schrecklichen Verbrechens! Nur der Tod kann dasselbe sühnen griffen, aufs ergste hätten kompromittiren können, so war und all mein Blut wird kaum im stande sein, diesen Schimpf In diesem Augenblick begegneten wir einem Trupp Gefangener, geführt von einer Abtheilung Soldaten, welche von einem Offizier befehligt wurden, dessen Bekanntschaft ich während der ersten Belagerung machte. Der Offizier schrat, als er mich erblickte, zusammen. Da jedoch ein strenger Befehl den Militärs jede Unterhaltung mit den gefangenen Parisern verbot, that der Lieutenant. als ob er mich nicht kenne. Er mußte aber wohl die Gefahr erkennen, welcher ich unter der Bewachung dieser fünf Mann lief, und er wendete sich an den Korporal: Wohin führt Ihr den Mann?" Zum Part Monceau." " Das ist unnüt; wenn Ihr hingeht, wird man Euch gewohntes noch etwas unangenehmes. Wir wollen wurde, den Echluß ziehen, daß nun endlich ein mittelparteis so etwas von einem preußischen Minister tes Junern höre, dann uns blos mit ein paar Sätzen gegen eine Behauptung liches Regiment unter Sammlung aller Liberalen und sage ich: aller Liberalen und sage ich:„ Das Avancement muß umgefehrt wenden, die von einer protegirend freundlich thuenden Konservativen unter Abweisung aller Extreme nach links und werden." Wie man sieht, hat seitdem Graf Eulenburg nichts Seite uns an den Kopf geworfen wird. Die Frankfurter rechts im Anzuge sei. Sie werden sich wohl auf beiden gelernt, die Antwort des Abg. Echröder aber vergessen. Beitung" hat entdeckt, daß die" Mauserung" unserer Partei Seiten irren; denn heutzutage ist nichts beständig bei uns burg erhalten eine indirekte Bestätigung in einer VerherrDiese Ausführungen eines Gegners des Grafen Eulens in Frankfurt große Fortschritte gemacht hat, und daß wir als der Wechsel. ganz nahe daran sind, eine„ radikale Reformpartei" zu lichung seiner tiefen staatsmännischen Weisheit, die ihm ein werden. Der neueste Kanzlerwechsel wird im Ausland weit befreundetes Blatt, das Stöcker'sche Volt" zu theil werden Die beiden Thatsachen, aus denen das bürgerlich- demo- schärfer und weit richtiger beurtheilt als im Inland, wo läßt in den Worten: die altrömischen Majestätsbeleidigungs Geseze eine direkte Tratische Blatt diesen Echluß zieht, sind: ,, Graf Eulenburg, einmal davon überzeugt, daß der Kaiser 1. daß der Parteitag für die Gehälter der Partei- Au- Meinungsaussprache unmöglich machen. Eeit es bekannt eine energische Durchführung seiner in der Königsberger lichen Arbeitslöhne angenommen hat, und : gestellten einen anderen Maßstab als den der gewöhn den Rücktritt des Herrn v. Caprivi bewirkt haben, ist das schiedenheit auf den Plan und zeigte sich entschlossen, die 2. daß es nicht zum Bruch mit der praktischen" Politik Urtheil noch verschärft; und z. B. die englische Presse sucht weitestgehenden Maßnahmen mit allem Nachdruck zu vertreten. Die Abänderung des Reichstagswahlgesetes sollte der Bayern gekommen ist. nach ähnlichen Vorgängen nicht mehr in Rußland, sondern nöthigenfalls durch einen Att der Bundes. Wir haben der Frankfurter Zeitung" schon vor dem in der Türkei. Dort waren derartige, auf rein persönliche fürsten durchgesetzt werden." Parteitag gesagt, daß unsere Partei allezeit eine„ praktische" Ursachen zurückzuführende Personenwechsel früher im Schwang Durch diese Jubelhymne wird Graf Eulenburg ärger gewesen ist, daß in den übrigen Landtagen und im Reichs- Reformen - das heißt bis vor etwa 65 Jahren. Seit den damaligen noch kompromittirt als durch die gegnerischen Enthüllungen. tage von unseren Genoffen ebenso wenig Utopisterei ge- Reformen sind auch in der Türkei solche Ueberraschungen So, wie er da geschildert wird, verhält sich der hösische trieben wird, wie im bayerischen Landtag, und daß die an- nicht mehr in der Mode, Machtaubeter: Sobald er Wind davon kriegt, daß der geblich neue Taktik Vollmar's von der Partei bereits allge Der Pariser Temps" hält beiläufig den Rücktritt Herrscher einer Zwangspolitik zuneigt, übertrumpft er sofort mein adoptirt war, che Vollmar in die Partei eintrat. Caprivi's nicht für endgiltig. Ta scheint das französische alle Konkurrenten durch die Anpreisung einer Politik, die Wer sich hiervon überzeugen will, braucht blos die Ver- Blatt uns doch den Charakter des vorigen deutschen Reichs auf nichts geringeres als den Staatsstreich hinaushandlungen des Leipziger Hochverraths- Prozesses zu lesen. fanzlers zu unterschäßen. Daß diesem der glatte Parkett kommt. Und der Mann ist„ huldvollst" entlassen Wenn es bei dieser und jener Gelegenheit zu Differenzen boden des Hofs, auf dem er zu balanciren hatte, nicht worden! Wenn er wieder auf der Schaubühne erscheint, betreffs der Taktik gekommen ist, so galt dies nur einzelnen behagte, das war schon lange aus Bemerkungen, die er im weiß man, was die Glocke geschlagen hat. foufreten praktischen Fragen. Wäre eine prinzipielle Differenz Reichstag machte, zu ersehen und noch mehr... Marschall von Biberstein, der Staatssekretär der vorhanden gewesen, so würde es auf dem Erfurter, Mehr Licht über die Eulenburgerei verbreitet eine auswärtigen Angelegenheiten, ist zum preußischen Staats spätestens auf dem Berliner Parteitag zum Bruch und zu Korrespondenz der„ Kölnischen Volkszeitung" aus Berlin. minister ernannt worden. Wie müssen die altkonservativen einer reinlichen Scheidung gekommen sein. Unsere Gegner, Danach bestätigt es sich nicht nur, daß die Vorstellung der Nurpreußen den Kopf schütteln über einen bayerischen -und namentlich auch die Frankfurter Zeitung" find Deputation des Bundes der Landwirthe beim Kaiser durch Ministerpräsidenten und einen badensischen Staatsminister zwar auf das Eifrigfie bemüht, einen prinzipiellen Gegen den Grafen Eulenburg gegen Caprivi ausgenutzt wurde, Preußens. satz fünstlich zu schaffen, und die" Bayern" zu Sonder- es wird sogar mit aller Bestimmtheit versichert, daß der bündlern zu stempeln, allein mit diesen Bemühungen, deren preußische Ministerpräsident den markantesten Satz des Schrift: Vervollständigung Ihrer in Nr. 252 des Vorwärts" ge= Aus Elfaß Lothringen wird uns geschrieben: Zur Zweck doch gar zu durchsichtig ist, haben die biederen Klug stückes:„ Eine straffe Gesetzgebung wird in der Hand brachten Notiz über Herrn v. Köller sei noch kurz bemerkt, meier kein Glück, und ihr einziger Erfolg ist: sie werden einer energischen Exekutive heute noch im stande sein, die daß gerade unter dem Unterstaatssekretariat dieses Herrn von uns ausgelacht. Wir brauchen keine Belehrung dar- Bewegung, soweit sie staatsgefährlich und verbrecherisch ist die Sozialdemokratie in den Reichslanden ihre überraschend über, wer unser Freund und wer unser Feind ist. und Deutschlands Ehre befleckt, kurzerhand zu unterschnelle Ausbreitung fand. Wir würden es lebhaft bedauern, brücken"- eigenhändig eingeflickt habe. Das ultramontane Herrn v. Köller, der ein Meister in der Handhabung unserer Blatt schreibt in Begründung seiner Behauptung: Das Argument, das die Frankfurter Beitung" aus der Stellung des diesjährigen Parteitages zu der Gehälter frage schöpft, zerstören wir durch die Erwähnung der einfachen Thatsache, daß die Partei niemals einen andern Standpunkt gehabt, und daß schon der Gothaer Parteitag im Jahr 1877 genau dieselben Debatten gehabt hat, wie soeben der Frankfurter Parteitag. Eaßes Der Inhalt des Cakes steht auch in einem auffallenden reaktionären französischen Gesetze war, zu verlieren. Die Gegensatz zu der bisherigen Haltung des offiziellen Organs rücksichtslose Verfolgung, die uns das Köller'sche Regime des Bundes der Landwirthe. Bisher hat Ichteres fich hat zutheil werden lassen, war unsere beste Bundesgenoffin, gegen die Umsturzgesetzgebung völlig ablehnend verhalten, mit unter der die reichsländische Sozialdemokratie wuchs und ber ganz naheliegenden Begründung, daß eine Umsturzgesetz gedieh. Nur wenn Herr v. Köller berufen würde, eine Daß die Verhandlungen durchweg sachlich und in par- gebung gegebenen Falls auch gegen seine Agitation verwandt gleiche Wirksamkeit für ganz Deutschland zu entfalten, Daß die Verhandlungen durchweg sachlich und in par- werden könne, wie sie bislang auch der Bund der Landwirthe könnten wir seinen Verlust einigermaßen verschmerzen. lamentarischer Ordnung geführt wurden, ist so selbst betrieben habe. In einer Audienz, welche der Vorsitzende des verständlich, daß wir nicht dabei zu verweilen brauchen. Bundes der Landwirthe, Herr v. Blöt, wegen Zulassung der Reichstags Erfahwahlen. Bei der ReichstagsUnd es wurde tüchtig gearbeitet. Für die meisten der ostpreußischen Deputation zum Kaiser vorher bei dem Minister Ersazwahl im Wahlkreise Osterburg- Stendal wurde Theilnehmer reichte der Normalarbeitstag nicht aus präsidenten Graf Eulenburg hatte, fam die Rede auf diese bis Amtsrichter Himburg( deutschkonservativ) gewählt. Nach amtwobei wir an die rege agitatorische Thätigkeit, die herige offizielle Haltung des Bundes der Landwirthe. Graf licher Feststellung wurden insgesammt 15 063 giltige Stimmen diesmal besser geregelt war, als auf irgend einem der Gulenburg fand dieselbe unverständlich, da gar fein Gedanke abgegeben. Davon entfielen auf Amtsrichter Himburg- Osterfrüheren Parteitage, gar nicht denken. Eröffnet und geschlossen wurde der letzte Parteitag beseitigen wolle, sei es doch richtiger, für eine Umsturzgefeß Schneider Hinze( Sozialdemokrat) 2140 Stimmen. Bei der wirthe anzuwenden. Er gab zu verstehen: wenn man Caprivi fammersekretär Fischbeck( freis. Volkspartei) 4587, auf der fünfte seit dem Fall des Sozialistengesezes Worte des Vertrauens in den Sieg der deutschen Sozial- fich bewegen, bafür zu sorgen, daß der erwähnte Say Wahl im Jahre 1893 wurden 2989 sozialdemokratische gebung ins Beug zu gehen. Daraushin ließ Herr v. Plöz demokratie, die gehobenen Hauptes ihren Feinden entgegen in die vorbereitete Adresse aufgenommen werde. Bu Stimmen abgegeben. geht und die Gewißheit hat, sie allesammt zu überwinden. Die Parteitage find die Heerschau unserer Partei. Die Heerschau in Frankfurt hat uns mit freudigem Stolz er füllt. Das Heer ist kampftüchtig und kampffroh. - durch Romme was wolle, wir sind vorbereitet. Hoch die internationale revolutionäre Sozialdemokratie! Dolitische Leberlicht. einer vernünftigen Umarbeitung der Adresse war feine Jm 2. Anhalter Wahlkreis findet heute für den zum Beit mehr; man hing also einfach jenen Sab am ordentlichen Professor ernannten Abg. Friedberg eine Schlusse an, ohne ihn in irgend eine organische Verbindung mit Ersahwahl statt. Das Resultat der Wahl, soweit es bis dem Vorhergehenden zu bringen. Dieser Saß ist mit seiner wahrhaft lapidaren Lösung der sozialen Frage würdig, den 11 Uhr bekannt geworden ist, findet sich unter Depeschen. Leichenstein des Grafen Eulenburg zu zieren. Niemand bedauert den Abgang dieses Ministers; wenn man aber jenen Sah liest, Vaterland" in amüsanter Weise den Text. Die ZentrumsTen Katholikenkongreffen lieft Sigl's Bayerische fann man sich nur freuen, daß ein solcher Mann nicht Gelegenmit dem Maul". Nur heit fand, feine Staatskunst frei walten zu lassen. Von den Er- helden seien nur tapfer fahrungen mit dem alten Sozialistengesetz weiß jener Satz nichts; lärmende laute Proklamationen, aber feine nugbare KleinMan muß bei den von sozialen Reformen redet er auch nicht; er glaubt, die sozialarbeit brächten sie zu Stande: Was für eine Politik uns die nächste Zukunft demokratische Bewegung mit reinen Polizeimaßregeln unter Katholikenkongressen immer an den sel denken, der in der Löwenhaut entsetzlich brüllte und die erschreckten Hasen bringen wird, könnte bei der Unbeständigkeit unseres poli- brücken" zu können, und dazu noch kurzer Hand"! Dieser Satz erinnert an eine Rede, die wenn ich nicht und Rehe dem versteckten Löwen zutrieb, der aber tischen Wetters auch ein diplomatischer Falb nicht prophezeien. irre im Jahre 1890- der frühere Minister v. Putttamer fein lautes Gebrüll erhob." Dennoch halten es natürlich die Kannegießer der bürger- in Stolpe hielt: man müsse der Sozialdemokratie mit„ Gewehren lichen Blätter für angebracht, sich in luftigen Spekulationen und Kanonen" zu Leibe gehen. Er erinnert aber auch an eine Zur Börsenreform. Die kommissarischen Berathungen über die Politik des Ministeriums Hohenlohe- Köller zu er- Rede, die Graf Eulenburg selbst einft als Minister des über die Börsenreform nehmen schnellen Fortgang. Wie der gehen. Da geräth denn das Luftschloß bald junkerlich. Innern im Reichstag hielt, in welcher er die Sozialdemokratie Börsen- Courier" erfährt, besteht die Absicht, die Ueberfeudal, bald bürgerlich- modern je nach dem Standpunkt der daran erinnerte, daß der Säbel sticht und die Flinte schießt".wachung der Börsen durch Regierungs. Kom der Berlin, den 30. Oktober. Spekulanten. Die Konservativen, die„ Kreuzzeitung" voran, folgendermaßen:„ Wenn in einer Unterhaltung beim Thee solche missarien einzuführen und gleichzeitig auf den Fonds- wie erklären nur mit einem streng konservativ- klerikalen Regime Ansichten über die Unterdrückung der Sozialdemokratie mir von auf den Produktenbörsen Ehrengerichte einzusezen, zufrieden sein zu können, während die Nationalliberalen einem jungen. Kadetten geäußert würden, dann würde ich ihm die die Befugniß haben sollen, das geschäftliche Verhalten aus der Thatsache, daß Fürst Hohenlohe dereinst zu den freundlich auf die Schulter klopfen und ihm sagen: Brav, mein der Börsenbesucher etwaigen Anzeigen gegenüber zu prüfen Altliberalen, Herr v. Köller zu den Konservativen gerechnet Sohn, du wirst es noch zum General bringen. Wenn ich aber und eventuell disziplinarisch zu ahnden. Für die Zulassung von dort zum Industriepalaste schicken. Da geht nur gleich dort hin." " Ich kenne Paris nicht und weiß nicht, wo das ist." Da schließt Euch uns an, wir marschiren nach den Elyseischen Feldern und Ihr könnt nur mit uns gehen." Der Korporal gehorchte grollend und ich befand mich inmitten einer Anzahl von ungefähr hundert Föderirten. Unterwegs begegneten wir einem General mit seiner Suite. Derselbe richtete die Frage an den Difizier, woher die Gefangenen fämen. Zum Theil vom Montmartre, zum Theil aus dem 9. und 4. Arrondissement," war die Antwort. Führt sie nach dem Chatelet", befahl der General. Wir zogen über den von der Sonne durchglühten Platz de la Concorde und den Quais bis zum Chatelet. Einige Verwundete konnten nicht mehr folgen. Einer blieb unterwegs liegen. Rechts wurden die besser gekleideten, die Interessanten" Wenn man die doppelte Probe der Schulter und der placirt, diejenigen, welche man nicht als gewöhnliche Hände bestanden hatte, mußte man einige Fragen beants Bauern auf dem Schachbrette des menschlichen Lebens an- worten. Wenn man dieselben zögernd oder in einer Weise, sah. Auch ich gehörte zu dieser Kategorie. die als unpassend erachtet wurde, beantwortete, war man Wir gelangten nur langsam vorwärts und ich sah verurtheilt. Ueberdies waren Polizeispione und Agenten von dieselbe Treppe, welche wir hinanstiegen, eine große Bahl allen Stadttheilen anwesend, welche die bezeichneten, welche meiner unglücklichen Kameraden herabkommen, welche ihr als besonders gefährlich angesehen wurden. Die Zahl derTodesurtheil schon empfangen hatten und auf den Hof jenigen, welche einer sofortigen Verurtheilung entgingen, Viele der Kaserne Lobau geführt wurden. von war gering. Indem ich die Gesichter derjenigen betrachtete, ihnen, welche muthig im Rampse gestanden hatten, welche den Gerichtshof bildeten, bemerkte ich niemand, den sahen schon aus wie Leichen. Einige hatten noch den ich je gekannt oder auch nur schon gesehen hatte. Muth und die Kraft uns zuzurufen: Lebt wohl, Brüder! Der Tag neigte sich zu Ende und es war vorauss Wir gehen in den Tod, aber die Republik ist unsterblich! zusehen, daß mein Urtheil nicht vor dem Abend gesprochen Es lebe die Kommune!" wurde. Ich wartete mehrere Stunden, welche mir eine Ewigfeit zu sein schienen, in peinlicher Unruhe. Endlich gegen 8 Uhr eröffneten die Richter die Sigung, welche unter: brochen worden war, wieder. Verhör und Urtheil Endlich betraten auch wir das Foyer. Vor Ausbruch Bei dem Theater des Chatelet angelangt, führte man des Krieges war ich mehrere Male dagewesen, um der ersten uns durch den Eingang, durch welchen sonst die Künstler Ausführung eines neuen Stückes beizuwohnen. Welche Ver- Ich überließ mich einen Augenblick einer thörichten hineingelangen, in das Gebäude. Ein breiter, düsterer Roränderung! Ehemals stritten sich hier die glänzendsten Be- Hoffnung. Als an mich die Reihe fam vorzutreten, bestand ridor führte in die unteren Räume des Theaters. rühmtheiten der Kunst und Literatur um das Lächeln und ich die Untersuchung ganz vortheilhaft. Meine Schulter Nach und nach, je nach dem Raum in den anderen Theilen die freundlichen Blicke schöner Frauen. Noch widerhallte war nicht roth, aus dem Grunde, weil ich keine Flinte zu des Hauses wurde, schob man uns weiter und an unseren in meinem Dhr der Beifall der Gallerien und des Parterres tragen gehabt hatte. Meine Hände waren weiß und zeigten Platz traten wieder neue Gefangene. Es war gleichsam bei den energischen Stellen des Stückes:„ Die Weißen und keine Spur von Pulver. Ich hatte aus Versehen eins von wie eine wachsende Fluth und die Menschenwogen stiegen die Blauen" von Alexander Dumas, welche der Dichter Sylvia's Taschentüchern eingesteckt, deffen Parfüm die immer höher und erfüllten die Bühne und nach und nach dem Saint- Just in den Mund legt. Welch' schreckliches Agenten überraschte und auf einen Augenblick den Verdacht Man hielt es der Mühe den weiten halbrunden Zuschauerraum. Ein dichter Kreis Erwachen! gegen mich zweifelhaft machte. von Wachen schloß uns ein. An dem einen Ende des Saales hatte man einen mit werth, wenigstens einige Fragen an mich zu richten. Wir mußten so während mehrerer Stunden dastehen, einem grünen Tuch bedeckten Tisch placirt, um welchen die" Ihr Name?" ohne daß es irgend wie möglich gewesen wäre, sich Offiziere als Richter, den Säbel zwischen den Beinen, saßen. niederzusehen oder auch nur anzulehnen. Eine erstickende Das ganze Gerichtsverfahren bestand fast nur in einer Fest Size herrschte und ein unerträglicher Geruch beraubte uns ftellung der betreffenden Persönlichkeit. Athem und Gedanken. Wenn mich Jemand in diesem Augenblick hätte tödten wollen, ich wäre ihm dankbar gewesen. " Jacques Meylan." Beschäftigung?" Bublizist." Wenn ein Föderirter vor das Tribunal trat, so zogen" Haben Sie theilgenommen an der Bildung von Banden, ihn die Polizisten die Kleider ab und der kleinste rothe welche die Form der Regierung ändern wollten?" Fleck an der rechten Schulter war genügend, um zu" Ich habe mich am vierten September in die Liste Wir athmeten ein wenig im Treppenhause auf, wo beweisen, daß der Angeklagte ein Gewehr abgeschossen habe. der Nationalgarde eintragen und einem Bataillon eins mir eine erste vorläufige Untersuchung zu bestehen hatten. Eine Handbewegung des Vorsitzenden entschied dar- reihen lassen zur Vertheidigung der Republik gegen die Man fing an, unsere Taschen zu durchsuchen. Wenige von über, die Vorgeführten der langen Reihe der Verurtheilten Breußen." den Gefangenen hatten Geld bei sich; das meinge wurde oder der Zweifelhaften" beizugefellen. Die Letteren wur" Sie find Republikaner und waren in der Nationalmir genommen. Man theilte uns in zwei Klaffen, um die den, anstatt sofort erschossen zu werden, nach Versailles garde?" Treppen rechts und links zum Foyer hinaufzusteigen. transportirt. " Ja." von Emissionen sollen einheitliche Bestimniungen unter den durch das geltende Gesetz bereits bestehenden Hastungen getroffen werden. Wer von diesen Maßregeln die„Ethisirung" der Börse hofft, der kennt die Verhältnisse nicht. In Oester- reich, wo der Börsenschwindel in gleichem Grade blüht, wie bei uns, existirtcn schon vor dem fürchterlichen Börsenkrach vom Mai 1373 die Regierungskommissarien und die Ehren- gcrichte, sie haben aber die Börsenspieler nur Vertrauens- selig gemacht und keinen Schwindel verhindert.— Die Handelskammern sind die reinsten Vertreterinnen der Bourgcoisiuterefsen, so hat sich die Handelskammer von Münster i. W. gegen die Ausdehnung der Un- fallversicherung aus das Handelsgewerbe ausgesprochen. Außerdem will diese Kammer in Gemein- schast mit ihrer Wiesbadener Kollegin beim deutschen Handelstage vorstellig werden, daß gegen die Bestimmung des preußischen Kommunalabgaben-Gesetzcs Front gemacht werde, welche die in der Gemeinde domizilirten Personen hinsichtlich ihres gesammten innerhalb und außerhalb des preußischen Staatsgebiets gewonnenen Einkommens der Ge- meinde-Einkommensteuer unterwirft.— Bismarck'sches. Ein polnisches Blatt, der„Czas", schrieb anläßlich der letzten Polcnfresscreien des Ex-Kanzlcrs Nr. I, dieser habe nicht immer die Polen so grimmig ge- haßt, im Jahre 1864 habe er dem seither verstorbenen Fürsten Ladislaus Czartoryski die Bildung eines unabhängigen Polen unter gewissen Bedingungen, die aber abgelehnt worden seien, angeboten. Tie„Magdeburger Zeitung"— vcrmuthlich Hans Blum— erklärte dies für falsch, während die„Hamburger Nachrichten" sich hartnäckig ausschweigen. Der„Czas" hält nun seine Behauptungen vollständig ausrecht. Er meint: Fürst Bismarck kenne den Inhalt des Fürst CzartorySIi'schen Schreibens vom 24. Februar 1664 sehr gut. Fürst Bismarck habe durch eine halbamtliche Mittelsperson mit dem Fürsten Czar- toryski Verhandlungen eingeleitet und von ihm verlangt, er möge selbst„annehnibare, vernünftige" Bedingungen formuliren. Gleich- zeitig versprach er eine„allgemeine Amnestie und weitgehende Konzejstonen, die der König von Preußen mit seinem Ehren- rvorle garantirt habe". Schließlich sprach er„von einigen Wcjwrdschaften, die man den Polen überlasten könnte, damii sie sich dort in der Selbstverwaltung versuchen". Fürst Ezartoryski beeilte sich nicht allzu sehr mit der Antwort. Als Bismarck fortwährend drängle und bis zum 8. März die definitive Aulwort verlangle, habe ihm Fürst Czartoryski mit dem Schieiben vom 24. Februar 1864 ablehnend ge- antwortet, weil er Bismarck nicht traute.„Tiefe Antwort, sagt der„Czas", die derselbe wörllich mitlheilt, war unangenehm, da sie den Nagel auf den Kops getroffen hat. Aus dieser Episode geht hervor, daß— Bismarck, der damals mit dem befreundeten Rußland Hand in Hand ging, damals nicht allein den .Feind"(d. i. die Polen) zu vernichten, sondern auch den „Freund"(Rußland) hinters Licht zu führen be- absichtigte." Daß Bismarck damals mit den Polen zu mogeln ver- suchte, ist richtig. Das wissen wir. Es wird überhaupt wohl keine Frage geben, in der er nicht doppeltes und mehr als doppeltes Spiel gespielt hat. Ter französische Kaiser Napoleon kann ein Liebchen davon singen, und auch der österreichische Kaiser. Der einzige„Feind", gegen den Bis- marck mit seiner„genialen" Politik des Doppelspiels ganz erfolglos opcrirte, und bei dem er sich nur Fußtritte und Niederlagen holte, war die Sozialdemokratie.— Zur Kamernnschaude. Die Zeitungen melden über- . einstimmend, daß gegen das Aufsehen erregende Urtheil des Potsdamer Disziplinarhofs Berufungs an den Reichs- > Disziplinarhof zu Leipzig, der obersten Behörde in Tis- ziplinarangelegcnheiten eingelegt würde.— Eine„Wahlrechts Nesorm" wird auch in dem fach sen-weimaris che n Ländchcn geplant. Der Entwurf liegt bereits im Ministerium fertig vor. Soviel bis jetzt darüber in die Oeffentlichkeit gedrungen ist, ist die seit Jahren erhobene Forderung der Einführung des direkten Wahlrechts für die weimarischen Staatsbürger unberücksich- tigt geblieben. Es bleibt alles in der Hauptsache beim Alten. Die Aenderungen bestehen darin, daß die vier größten Städte allein in allgemeinen Wahlen je einen Ab- geordneten wählen, während sie bisher mit den Dörfern wählten. Die Fähigkeit, direkt zu wählen, wird an ein „Führten Sie ein Kommando?" „Ich wurde während der ersten Belagerung zum Offizier erwählt und bin weder abgesetzt noch entlasten worden." „Warum sind Sie in Paris geblieben, anstatt nach Versailles zu gehen?" Ich habe von niemandem dazu einen Befehl erhalten. Die Regierung hat nach dem 18. März Paris verlassen, ohne uns ihren Willen irgendwie zu erkennen zu geben. Ueberdies waren die Wahlen zu der Kommune von der Re- gicrung in Versailles autorisirt. Ich habe an die Gesetz- Mäßigkeit dieser Körperschaft geglaubt und dadurch, daß ich in Paris blieb, angenommen, am besten der Republik zu dienen." „Haben Sie die Waffen gegen die Regierung geführt?' „Ich habe nie gegen die Republik gekämpft." In diesem Augenblick erschien der Polizist, welcher mich verhaftet hatte. Er war ganz außer Athem und befürchtete wahrscheinlich, zu spät zu kommen. Wahrscheinlich hatte ihn mein Bruder, dem bekannt geworden war, wohin man mich geführt, in aller Eile hergeschickt. _„Ich habe diesen Mann arretirt," sprach er vortretend, „infolge eines regelrecht ausgefertigten VerHaftbefehles. Der Angeklagte ist ein Kommunard und einer der gefährlichsten Sozialisten." „Er hat ein vollständiges Geständniß abgelegt, die Sache ist beendet", erwiderte der Oberst, welcher als Präsident fnngirte. „Wird es noch für diesen Abend sein? wandte sich ein Kapitän, der eine Abtheilung Soldaten führte, an den Obersten. „Nein," war die Antwort.„Die Leute wüsten sich ausruhen. Er wird morgen früh erschossen." „Bin ich denn schon verurtheilt?" wagte ich einzu- wenden. „Er besitzt noch die Frechheit, zu fragen!" „Ich habe mich nicht vertheidigen können, und es ist das doch ein Recht, welches man jedem Angeklagten ein- räumt. Man verweigert dasselbe nicht einmal den schlimm- sten Verbrechern. Wird mir denn nicht einmal mein Urtheil vorgelesen?"(Fortsetzung folgt.) jährliches Einkommen von M. 4000(bisher nur 3000 M.) gebunden. Die Grundeigenthümer mit 4000 M. jährlicher Rente wählen nicht mehr zusammen vier Abgeordnete, son- dern die Grundeigenthümer jedes Verwaltungsbezirks wählen je einen Abgeordneten. Diese Aenderungen würden eine kleine Vermehrung der Zahl der Abgeordneten herbei- führen. Hier soll also auch nicht vorwärts, sondern rückwärts revidirt werden.— Junker und Bauer. Heute sind die Junker noch die parlamentarischen Vertreter der Bauernschaft, obgleich die kühle Ueberlcgnng den Bauern sagen müßte, daß der sie auskaufende Großgrundbesitzer nie ihre, sondern blos seine Interessen vertreten-wird. Doch auch bei den Bauern be- ginnt es zu tagen, sie beginnen einzusehen, daß sie ihre Interessen selbst zu vertreten haben. Ueber ein Zeichen schroffsten Gegensatzes zwischen Junker und Bauer giebt die folgende Depesche aus Amberg(Ober- pfalz) Aufschluß: Wie der biesigen„Volkszeituug" aus Wiesau gemeldet wird, herrschte seit Kurzem in der benachbarten Gemeinde Fuchsmühl, welche einen Prozeß gegen den Freiherrn v. Zoller wegen ihrer Waldrechte angestrengt, jedoch verloren hatle, weilgehende Er- rcgung, die dahin ausartete, daß zweihundert mit Aexlen und Sägen bewaffnete Leute in die Waldungen des Herrn v. Zoller eindrangen, dieselben verwüsteten und viel Holz wegschleppten. Da die Gendarmerie zur Unterdrückung des Exzesses nicht aus- reichte, wurde telegraphisch Militär requirirt, welches heute, 50 Mann stark, in Wiesau eintraf. Die„Amberger Volkszeitung" meldet weiter aus Wiesau, daß das requirirte Militär heute Vormittag im Fuchsmühler Walde eintraf und die den Wald verwüstenden Bauern vertrieb. Zwei der letzteren sind infolge erhaltener Bayonettwunden ge- storben. Lübeck für den Elbe- Trabe-Kanal. Die Lübecker Bürgerschaft genehmigte die Einsetzung einer geheimen Kommission zur Berathung des Antrages auf Aufnahme einer Anleihe im Betrage von 10 Millionen Mark für den Elbe-Trave-Kanal.— Zur Sprachenfrage in Jstricn liegt die folgende telegraphische Meldung aus Trieft vor: Die Situation in Rovigno gestaltet sich immer drohender. In Parenzo hielt die Gemeindevertretung eine stürmische Ver- sammlung ab, in welcher ein Protest gegen die zweisprachigen Straßentafeln entworfen wurde. Der Podesta von Pirano ver- langt die Entfernung des Militärs, weil die Anwesenheit des- selben die Bevölkerung im höchsten Grade beunruhige.— Die Sozialdemokratie und die Bauern. Nach der Ucberzcugung aller staatserhaltenden Klugschwätzer wollen bekanntlich die Bauern vom Sozialismus nichts wissen. Nun, hier der Beweis. Auf Seite 135 des von Hugo H. Hitschmann herausgegebenen Buches:„Die Land- und Forstwirthschaft in Oesterreich- Ungarn im Jahre 1893" heißt es:„Eine neue Gefahr, welche in gleichem Maße, wie in Böhmen, vielleicht noch in keinem Lande der Land- wirthschaft droht, bildet das Ucberhandnehmen der Sozial- demokratie in den von der Industrie durchsetzten Land- bezirken auch bei der bäuerlichen Bevölkerung. In mehreren nördlichen und nordwestlichen Bezirken sind sozialistische Redner in landwirthschaftlichen Versammlungen ständige Erscheinungen, und sozialistische Kandidaten beginnen den bäuerlichen Abgeordneten ihre Mandate streitig zu machen..." Ter betreffende Referent ist durchaus nicht sozialistisch an- gekränkelt— er fordert sogar Ausnahmegesetze gegen die Ausbreitung der Sozialdemokratie auf dem Lande—, er heißt Karl Maria Hergel und ist der Generalsekretär der deutschen Sektion des Landes-Kulturrathes für das König- reich Böhmen.— Zur konfessionellen Gesetzgebung in Ungarn. Der vereinigte Dreier-Ausschuß des Magnatenhauses nahm ferner den Gesetzentwurf betreffend die Rezeption der Juden unverändert an.— Aus Ungarn wird uns geschrieben: Bismarck macht Schule! Die Schlappe, welche er mit seiner Politik erlitten hat, schreckt seine Nachahmer nicht zurück! Was für Deutschland im kleinen die Polensrage war, das ist für Ungarn im großen die rumänische. Der von Bismarck eingeschlagene Weg zur Germanisirung der Polen schien den Ungarn gar nicht übel, und sie bewilligten«inst- weilen 3 Millionen Gulden zur Errichtung ungarischer Kolonien unter den Rumänen.— Der Patriotismus dient natürlich als Vorwand für diese Maßregel; aber wie sehr das gute Ge- schüft die ungarischen Kapitalisten in diesem Kampfe beseelt, das beweist die Thalsache, daß mehrere ungarische Kapitalisten sich zusammeugethan haben, um eine Bank zu begründen, deren Zweck der Einkauf rumänischer Güter und deren Bevölkerung mit ungarischen Arbeitern sein soll. Der billige rumänische Boden— billig durch die jetzt tobende Krists, billig durch die Rechtlosigkeit, m der sich seine Besitzer befinden— und der noch billigere ungarische Arbeiter, das wird„a nettes G'schäft". Jedoch könnte den Ungarn die Erfüllung dieser Pläne auch schlecht bekommen; denn die schon zum Theil sozialistischen ungarischen Bauern, die man an der Nase doch nicht erkennen kann, werden gewiß ihren Prozentsatz zu den Kolonisten liefern, und vermengen sie sich mit den sehr freiheitlich veranlagten rumänisch- siebenbürgischen Bauern, so könnten sie nach nicht langer Zeit ihre„Wohlthäter" vielleicht zu ihren Feinden „stempeln".— Ein Erfolg der französischen Sozialisten im Kampfe gegen die Korruption war die fast einstimmige Annahme des Antrages Jarires in der Angelegenheit Favette, des ehemaligen Kabinetschess des Handels- Ministeriums(siehe Depeschen unserer letzten Nummer). Die Orduuugsorgane, die durch den Kampf gegen die Korruption sich selbst bedroht fühlen, entrüsten sich darüber, daß die Kammer noch so viel Schamgefühl besaß, den Antrag Jaures nicht niederzustimmen. Eine Pariser Depesche meldet hierüber: Die Blätter beschuldigen die Regierung, sich bei den Debatten in der gestrigen Kammersitzung betreffs der Anklagen gegen den Ministerialdirektor Favette schwach gezeigt zu haben und durch die Annahme der von dem Sozialistensührer Jauräs beantragten Tagesordnung das Autoritätsprinztp geschwächt zu haben.— Eine in später Abendstunde eingetroffene Depesche aus Paris meldet: „Im Heuligen Ministerrathe wurde ein von dem Handels- minister Lourties vorgelegtes Dekret unterzeichnet, durch welches Favetle seiner Stellung als Direktor im Handelsministerium ent- hoben wird. Der Justizminister Gusrin theilte mit, daß die Akten in der Sache Favetle der Staatsanwaltschaft übergeben seien." Aus Belgien. Aus Gent wird dem Wolff'schen Bureau unterm 30. Oktober telegraphirt: Gestern Abend entstand vor dem katholischen Bereinsbause ein hefliger Zusammenstoß zwischen einem Zuge onlisozii. cher Arbeiter und einem Zuge Sozialisten. Die Polizei war w?S, so daß Gendarmerie einschreiten mußte; sie war genöthigt, von der Waffe Gebrauch zu machen. Mehrere Personen wurden ver- wundet. Die Ordnung ist vollständig wieder hergestellt. Aus Möns wird dem„Herold Bureau" gemeldet: Trotzdem die Verhandlungen gegen Dösuisseaux bis nach der Kammersession verschoben waren, verlangt der Angeklagte jetzt, daß das Schwurgericht an dem ursprünglich festgesetzten Tage seinen Spruch, fälle.— Zum Wahlsieg unserer belgischen Bruderpartei wird uns von einem deutschen Parteigenossen aus Gent geschrieben: Tie Wahlschlacht ist geschlagen. Auch hier, in diesem erz» katholischen Lande, wo bisher der Klerus die unumschränkte Herrschaft hatte, triumphirt die Sozialdemokratie. Trotz des elenden Dreiklassen-Wahlsystems, das freilich recht günstig sich von dem preußischen unterscheidet, halten 23 Sozialisten und 5 Progressisten ihren Einzug ins Parlament; ein Erfolg, über den selbst die hiesigen Genossen erstaunt sind. Die belgische Arbeiterschaft hat die treffendste Antwort auf die verleumderischen und heuchlerischen Angriffe gegen die„revolutionäre Jnter- nationale" ertheilt. Das Zetergeschrei der„Orönungsparteicn" gegen die„Gotteslästerer" und„Vaterlandslosen" hat also schlechten Anklang gesunden. Die gemeine Kampfesweise der Gegner erinnerte mich sofort an die deutschen Septennatsivahlen von Anno 1837 in meinem„theuren" Vaterlande. Das Pfaffen- thum mit seinen Agitatoren und Helfershelfern in Kirche, Schule und Beichtstuhl, welches sich unseren Genossen mit seinem ganzen Hasse entgegenwarf, hat nicht verhindern können, daß eine Masse seiner frommen, geduldigen Schäfchen sich von der Heerde los- gelöst und seine Gefolgschaft den Leithammeln des Katholizismus versagt hat. Unsere Genossen, an der Spitze der bewährte Genosse Anseele, entfalteten eine rührige Thätigkeit, in allen Distrikten, wo es nur irgend möglich war, wurden Volksversammlungen abgehalten, und die bisher am Ruder gewesenen Parteien einer gehörigen Kritik unterworfen. An den Tagen der Wahl war die ganze Bürgerwehr aufgeboten, sie konnte aber nicht in „Thätigkeit" treten und mußte mit ihren Bajonetten und Revolvern wieder abziehen. Nur im„Voruit" dem Zentrallokal der Genossen herrschte fröhliches Leben, eine Masse Volk war zusammengeströmt, das Lokal ertönte von de» Klängen der Marseillaise, auch das rothe internationale Banner war gehißt, — was in meinem Vaterland der„Ordnung" halber natürlich nicht gestaltet ist—, und wehte lustig hoch im Winde. So groß der Erfolg ist, so werden wir darum nicht aus unseren Lorbeeren ausruhen, sondern uns rüsten zu neuem Kampf, bis der Sieg, die Erlösung des Proletariats aus der Knechtschaft des Kapitals errungen ist und so ist nach wie vor, hier wie in allen Landen, noch die Parole: Auf denn zum Kampfe, durch Kamps zum Sieg! In England mühen sich Liberale und Konservative um die Wette ab, die Gunst der Arbeiter zu gewinnen, um das Anwachsen der sozialistischen Arbeiterparteien zu ver- hüten. Zu dem Zweck nahmen bald diese, bald jene Politiker der beiden streitenden bürgerlichen Parteigruppen sozialistische Forderungen in ihr Programm auf. Der liberale Unionist Chamberlain hatte vor kurzem einen solchen Schachzug gemacht; jetzt übertrumpft ihn Asquith, der Minister des Innern in Gladstone's Kabinet, einer der jüngeren Radikalen, die zu weitgehenden Zugeständnissen an die Ar- beitcr bereit sind. In T a y p o r t sprach er am Donnerstag über die Stellungnahme der Regierung und der Liberalen zum Sozialismus und zu den Bestre« bungen der von ihnen ins Parlament entsandten„Ar« beiter abgeordneten". Der Staat, sagte Asquith, habe die Pflicht, als Brotherr anderen Dienstherren mit bezug auf Arbeitsstunden, Lohn und Behandlung der Arbeiter durch menschenfreundliche und takt- volle Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Arbeiter mit gutem Beispiel voranzugehen. Nach dieser Richtung hin sei in den ver« gaugenen zwei Jahren vieles angestrebt und verbessert worden. Ferner müßten die Fabrikgesetze nicht nur strenger zur Anwen« dung gebracht, sondern auch in ihrem Wortlaute strenger ab« gefaßt werden. Hinsichtlich der Arbeitstage habe der Staat ein vollkommenes Recht, nicht nur die Stunden für Weiber und Kinder, sondern auch für erwachsene Männer nach Bedürfniß ab- zukürzen. Wie die Dienstzeit der Bahnarbeiler bereits beschränkt worden sei, so werde es auch sein Bestreben sein, in gewissen ge- sährlichen und ungesunden Gewerbszweigen zu gunsten der Ar« beiter Vorkehrungen und Verfügungen zu treffen. Wie Cham« berlain so wendet auch Asquith seine Theilnahme den über Ge« bühr angestrengten Ladendienern und Ladenmädchen zu. Zum Schluß verfehlte Herr Asquith natürlich nicht, die Arbeiter zn ermahnen, sich ia nicht von den sozialistischen Agitatoren umgarnen zu lassen. Sobald sie eigene Arbeiter« kandidaten aufstellen würden, könne das nur den Konser- vativen zu gute kommen. Da wird Herr Asquith hoffent« lich tauben Ohren gepredigt haben.— Bestrafung eines Soldatenschinders in Italien. Aus Venedig wird telegraphirt: Das Appellationsgericht bestätigte das erste richterliche Ur« theil, nach welchem der Lieutenant Blanc wegen Mißhandlung des Soldaten Evangelista zu siebenmonatlicher Gesängnißstrafe und einer Entschädigung von 2060 Franks verurtheilt worden ist. In Deutschland ist uns ein ähnliches Urtheil mit Ent« schädigung des Mißhandelten nicht bekannt geworden.—) Das Leben des Zaren wird wohl nur noch nach Stunden gezählt werden können. Eine Petersburger De« pefche meldet: Das heute Vormittag 11 Uhr ausgegebene Bulletin lautet: Im Zustande des Kaisers ist eine wesentliche Ver- schlechter ung eingetreten. Das B l u t s p e i e n, welches gestern Abend anfing, hat sich bei anhaltendem Husten Nachts vergrößert; es zeigte sich eine beschränkte Entzündung d e r l i n k e n L u n g e. Der Zustand ist gefährlich.— Die christliche Kultur, die das„zivilisirte" Europa nach Afrika trägt, scheint all über einen Leist geschlagen zu sein. Ueber den„Kongostaat", dieses vielgerühmle Pro- bukt christlich- internationaler Staatskunst, wird dem(be- kanntlich offiziösen)„Hamburger Korrespondent' geschrieben: Brüssel, 26. Oktober. Dem Kongostaat stehen arge Ver- drießtichkeiten bevor. Schon früher halte man den Kongostaal angeschuldigt, Sklavenhandel unter der Fahne der Zivili- sation zu treiben und auch die Kongobeamten angeklagt, einen nichts weniger als moralischen Lebenswandel in Afrika zu führen. Die kongostaatliche Presse hatte diese An« klagen als miderechtigt und übertrieben bezeichnet, aber nunmehr trill der apostolische Vikar am Ubangi, Mgr. Anguard, mit einer Anklageschrilt gegen den Kongostaal hervor, welche mit Recht das größte Aussehen hervorruft. Es wird dargelegt, daß der Kongostaat einen vollständigen Sklavenhandel be- treibt, daß viele seiner A n g e st e l l t en das schamloseste Leben führen. Unter dem Deckmantel der Zivilisation und der Humanität betreibt der Staat selbst den Negerhandel, steckt mit Gewalt die Neger in die Armee, und die sich nicht willig fügenden Schwarzen müssen an der Kette arbeiten. Offiziere stecken mit arabischen Neger» Händlern unter einer Decke, um sich Elfenbein und Sklaven zu verschaffen. Die Karawanenstraße des Unterkongo ist schon seil Jahresfrist durch die Erhebung der Eingeborenen gesperrt, weil gewisse Kongobeamte nicht nur dt» Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Stadttheilen stattfindenden Werkstatt- und Geschäftsbelegirten Biel weiberei im Großen betreiben, sondern auch Wegen Vergehens gegen das preußische Vereinsgefeh Sigungen aufmerkſam: im Norden bei Gleinert, Müllerstr. 7a, nicht zu schildern de schmähliche Mißbräuche begehen. Der Staat liefert amtlich den Weißen waren drei Vorstandsmitglieder der Filiale des Zentralvereins und Augustin, Kastanien- Allee 11; im Often bei Wilke, Andreas. Negerinnen, erklärt aber alle finder für Staats- der Fabrifarbeiter u. f. 1. Teutschlands vom Altona er straße 26; im Südosten bei Jablonsky, Naunynftr. 37; und am eigenthum. Schon dieser Auszug wirft ein helles Schlaglicht Schöffengericht zu je 40 M. Geldstrafe verurtheilt, wogegen sie Be- Donnerstag, den 1. November, Abends 8½½2 Uhr, bei Trittelwig, auf die tongostaatliche Mißwirthschaft. Die katholischen Blätter rufung eingelegt haben. Es handelt sich darum, daß die Angeklagten Faldensteinstr. 7. sprechen sich mit größter Entrüstung aus, weisen jede Gemein- eine öffentliche Versammlung arrangirt haben, in der öffentliche AnDie Agitationstommission schaft Belgiens mit diesen Infamien zurück und verlangen von gelegenheiten erörtert worden sein sollen. Die Angeklagten bes der Schneider und Schneiderinnen. den Kammern, teine Bewilligung für den Kongo auszusprechen, haupten, daß die betreffende Versammlung eine Vereins- Verbevor nicht eine strenge Untersuchung die wahre Lage flar- fammlung nicht gewesen sei. Das Landgericht ist anderer macht bekannt, daß von 1. November d. J. bis Ende Februar Der Vorstand des Verbandes deutscher Buchbinder gestellt hat. Meinung. Die erkannte Strafe wird aber auf 20 M. er 11. F. Mitglieder, welche eine mindestens 13. bis 26wöchent Also vom Negerhandel ganz zu schweigen die mäßigt. richtige Schweinewirthschaft" und Karnickelwirthschaft" Wegen Beleidigung der„ Reichstreuen" war der Redakteur liche Mitgliedsdauer nachweisen und dafür ihre Beiträge entrichtet haben, pro Kilometer 1/4 Pfennig erhalten, solche mit mit freier und freiester Liebe"! Und die Kinder der„ Voigtländ. Volts- 3tg.", Genoffe Künzel, vom Fallen- 26wöchentlicher und noch längerer Mitgliedsdauer und Beitragssteiner Gericht zu zwei Monaten Zusatzstrafe verurtheilt worden. Staatseigenthum! Und diese Greuel verübt von Anhängern Troßdem in dem Artikel keinerlei Namen genannt waren und leistung 2½ Pfennig pro Kilometer ausbezahlt bekommen. Mitder heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung. Man sieht, trobem, daß Künzel nur Angriffe gegen die Partei und seine glieder von im Gegenseitigkeitsverhältniß ſtehenden Vereinen, wie recht wir haben, wenn wir sagen, daß unsere für Person damit abzuwehren suchte, wurde weder der§ 193 ibm welche sich durch die grüne Reise- Legitimationstarte als WhitOrdnung, Sitte und Religion" kämpfenden Feinde nur in zugebilligt, noch wurde seine Gegenklage angenommen. glieder solcher Vereine ausweisen, erhalten bei mindestens den Spiegel sehen, wenn sie der Sozialdemokratie Revision wurde vom Reichsgericht verworfen. 13wöchentlicher Mitgliedschaft pro Kilometer 1/4 Pfennig. allen möglichen Schmut anlügen. Die Herren geben ihrem eigenen Bild nur eine falsche Benennung. Parteinachrichten. " = Der Seidenweberstreik in Bielefeld dauert fort; der Kampf steht augenblicklich still, weder die Streifenden, noch die Unternehmer geben nach. Streitbrecher von auswärts haben sich noch nicht gefunden, dagegen hatten drei Mädchen die Arbeit wieder aufgenommen, die Eine jedoch hat bereits wieder aufgehört. Versammlungen. Die Der allerneueste Kurs ist in Elberfeld bereits zur Anwendung gekommen. Wie die Elberfelder Freie Preffe" mittheilt, hat die dortige Polizei vier Personen ausgewiesen. Die Arbeiter Tausch und dessen Frau, Petrack und Fürtner hatten sich beim Polizei- Inspektor einzufinden, wo ihnen eröffnet wurde, daß sie innerhalb drei Wochen den Bundesstaat Preußen zu verlassen haben. Mit Ausnahme der Frau Warnung für Streifbrecher! Die Glasarbeiter, welche Von der Agitation. Bierzehn Bersammlungen Tausch sind alle drei Desterreicher. Die Ausweisung ist erfolgt den Streifenden in Oldenburg in den Rücken gefallen waren, fanden an letzten Sonntage im Kreise Offenbach statt, in auf grund der Geschesbestimmung, wonach Ausländer, die und anfänglich einen hohen Lohn erhielten, mußten sich nun, wie denen Delegirte des sozialdemokratischen Parteitages in Frank läftig gefallen sind" ausgewiesen werden können. Das lästig Der Fachgenosse" mittheilt, einen nicht unerheblichen Theil furt über„ Die Sozialdemokratie und ihre Gegner" sprachen. gefallen besteht darin, daß dieselben öffentlich die kapitalistische Gesell- ihres Lohnes abziehen lassen. Alle waren gut, ja zum Theil außerordentlich besucht und schaftsordnung bekämpft haben. Tausch, Petrack und Fürtner bekannten brechern genau, wie den Nicht- Gentlemen", man liebt wohl den Es geht eben den Herren Streif nahmen einen glänzenden Verlauf. Nur in Heusenstamm und sich als Anarchisten und gehörten deren Organisation an. Frau Berrath, aber nicht den Verräther und Verräther an der Sace Isenburg kam es zu Auseinandersetzungen mit den überwachenden Tausch, welche Reichsangehörige ist, ersuchte um Aufschub der der Arbeit, an sich selbst, sind eben die Streikbrecher auch. Beamten.. In Mainz sprach am gleichen Tage der Genosse Ausweisung, bis ihr Mann anderswo eine Existenz gefunden Bebel in der Stadthalle vor etwa 5000 Personen. Auch er habe. Sie motivirte dieses Ersuchen damit, daß sie sich während hatte sich das sehr zeitgemäße" Thema gewählt; seine Aus dieser Zeit selbst ernähren könnte. Doch man bekundete ihr, daß führungen wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. auch sie sich politisch thätig gezeigt und somit lästig gefallen, und Genosse v. Wächter referirte ebenfalls am Sonntag, den da ihr Mann Desterreicher sei, habe sie gleichfalls die deutsche 28. 5. M. in Köln in einer von ca. 2000 Personen besuchten Reichsangehörigkeit verloren. Also fort damit, hinaus in die Berlin) erörterte man in der legten Monatsversammlung die Im Zentralverband Deutscher Brauer( Zweigverein Versammlung. Fremde! -Beschlagnahmt wurde in Gelsenkirchen die Zweckmäßigkeit einer Aussprache mit den deutschen Kollegen himDie Wahlagitation im 2. anhaltischen Wahlkreise am legten Sonnabend zur Ausgabe gelangte Nummer der sichtlich der Wirkungen des Boykotts. Der Vorsitzende Hilpert wurde in letter Stunde von unsern Genossen noch recht lebhaft Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter- Zeitung", und zwar, wie erinnerte daran, daß der für August d. J. geplante Delegirtentag betrieben; am letzten Sonntag unternahmen 70 Genossen von es heißt, auf telegraphische Requisition aus Berlin. Borgefunden so lange verschoben sei, bis die Arbeitsverhältnisse in Berlin als geregelt zu betrachten sind. Da jedoch dieser Zeitpunkt gegens Dessau aus eine Agitationstour nach dem Göthener wurden 16 Exemplare. wärtig noch nicht annähernd zu bestimmen sei, empfehle es sich, Kreise. Daffelbe geschah von den Halberstädter, Quedlinburger, eine Sigung des Zentralvorstandes in Hannover stattfinden zu Ascherslebener und Staßfurter Genossen nach dem Bernburger. bezw. Ballenstedter Kreise. Die Aufnahme der Flugblatt- Verlaffen, wo die schwebenden Fragen geregelt werden könnten. Das Resultat der Debatte war, daß man den genannten Vorschlag breiter war im Großen und Ganzen eine äußerst freundliche. unterstützte und zum Beschluß erhob; auf Antrag Richter Nur einige wenige Gegner vergaßen ihre Bildung" und„ gute Erziehung" soweit, daß sie sich zu den gemeinsten Grobheiten bezirk 2 a chen im Jahre 1893. Dem Jahresbericht des königl. geben, dahingehend: 1. Den allgemeinen Delegirtentag unter allen Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter im Regierungs: wurden dem Berliner Vertreter Anträge mit auf den Weg gegegenüber unseren Genossen verstiegen. Heute, Dienstag, ist die Gewerberathes entnehmen wir folgendes: Im Regierungs- Umständen im nächsten Frühjahr in Berlin abzuhalten und die Kosten Wahl und werden unfere Leser mit diesen Zeilen zugleich auch bezirk Aachen betrug 1898 die Zahl der in 560 gewerblichen An dafür auf die Lokaltassen zu übernehmen. 2. Durch Umfrage in den das vorläufige Resultat durch das mittlerweile eingetroffene lagen beschäftigten jugendlichen Arbeiter 3901( 2228 männliche, verschiedenen Arten eine Arbeitslosenstatistik aufzustellen und Telegramm erfahren. 1678 weibliche; dazu wurden 12 Kinder beschäftigt( 3 männliche, 3. Vorkehrungen zu treffen, um die Berliner Ausgesperrten nach 9. weibliche). Eine Vergleichung diefer Zahlen mit denen des Möglichkeit in Arbeit zu bringen. Städte, welche Delegirte auf Parteiliteratur. Ueber den Mannheimer Hoch- Vorjahres ergiebt, daß die Zahl der jugendlichen Arbeiter eigene Roften entfenden wollen, sollen ersucht werden, sich in verraths Prozeß ist eine Broschüre erschienen, die von 104 zugenommen, die der Kinder um 36 ab: Hannover vertreten zu lassen. In anbetracht der gegenwärtigen der Expedition der Mannheimer Boltsstimme" für 20 Pfennig genommen hat. Die Zunahme der jugendlichen Arbeiter fritischen Zeit beschloß man, die Neuwahl des Vorstandes bis zu beziehen ist. ist im Weseutlichen auf den besseren Geschäftsgang in auf weiteres zu verschieben; es soll jedoch in Kürze eine Generalden Spinnereien zurückzuführen. Die Zahl der Arbeiterinnen versammlung einberufen werden, welcher der Kaffenbericht vor über 16 Jahre betrug im Berichtsjahre 14 718 gegen 14 802 im gelegt werden wird. Hilpert nahm Veranlassung, ausdrücklich Vorjahre, fodaß die Zunahme 416 oder 2,9 pet. beträgt. Auch zu betonen, daß die Sache der Ausgesperrten durchaus nicht unhier ist der Zuwachs hauptsächlich dem flotten Geschäftsgange günstig steht; die pessimistischen Anwandlungen, welche sich hier in den Spinnereien zuzuschreiben. 9690 oder 65 pt. aller er und dort zeigen, seien nur auf mangelhafte Information zurückwachsenen Arbeiterinnen entfallen auf die Textilindustrie, und zuführen, die Organisation werde über diese schwere Seit un zwar auf Spinnereien und Webereien. Ueber die Arbeiter im gefährdet hinwegkommen. allgemeinen wird berichtet, daß der Wechsel unter den Arbeitern sehr gering war. Ausstände kamen nur ganz vereinzelt vor. Einiges Interesse beanspruchte wegen seiner größeren Ausdehnung ein in einer Aachener Tuchfabrik ausgebrochener Ausstand, der seine Ursache in einem Lohnstreit hatte. Es währte fast vier Wochen, bis eine Einigung zu Stande tam. Da die Geschäftslage in dem hervorragendsten Industriezweige des Bezirksder Textilindustriebefriedigend war, so fehlte es den Arbeitern im allgemeinen nicht an Beschäftigung; auch die Löhne blieben auf den bisherigen Säßen. = Das Resultat der Danziger Gewerbegerichts- Wahlen ist nunmehr vollständig bekannt. Es entfielen Stimmen auf die einzelnen Bezirke: 1. Bezirk fozialdemokratische Liste 318, Gegner 96 Stimmen. 2. " 3. " 4. " " " " " 113, 145, 112, 78 " " " 125 55 " Es entfielen somit auf die sozialdemokratische Lifte 384 Stimmen mehr als auf die Liste der vereinigten Gegner. Neu gewonnen wurde der 3. Bezirk, während die anderen schon früher von Sozialdemokraten besetzt waren. * Soziale Uebersicht. Depeschen. ( Privat Telegramm des Vorwärts".) Bernburg, 30. Oftober.( Endresultat 10 Uhr.) Bei der Grfazwahl im 2. anhaltischen Wahlkreise erhielten Schulze 9195 Friedberg 10 052, Fischer 2642, Baumbach 2120 Stimmen. ( Wolff's Telegraphen Bureau,) man Zur Bekämpfung der Sozialdemokratie in Sachsen. Unter diesem Titel rubriziren unfere fächsischen Parteiblätter jeden Tag die Verfolgungen, Maßregelungen zc., deren die Partei von den Behörden ausgesezt ist. Wir sind natürlich schon wegen Mangel an Raum nicht in der Lage, alle diese Notizen vollinhaltlich wieder zu geben und beschränken uns deshalb in Wie sich die Mühlenbesitzer die Verbesserung der Lage Berlin, 30. Oftober. Gutem Vernehmen nach ist der Fürst der Regel auf furze Registrirung der Vorfälle. Hier und da der Müllergesellen denken. In Meißen tamen letzte Woche zu Hohenlohe- Langenburg zum Statthalter von Elsaß- Lothringen jedoch ist es doch angebracht, von dieser Gepflogenheit abzuweichen 170 fächsische Mühlenbesitzer zusammen; sie haben beschloffen, der ernannt. und die immer üppiger treibenden Polizeiblüthen unseren Lesern Reichsregierung eine Marimalarbeitszeit von 16 Stunden zu Budapest, 30. Oktober. Der Erklärung Franz Kossuths, in vollem Umfang vor Augen zu führen, um diesen zu voller empfehlen. Ihre Bescheidenheit hatte damit ihre Grenze durch daß er die Loyalität gegenüber der Krone bewahren und die Würdigung zu verhelfen. Das halten wir auch bei nachfolgendem aus noch nicht erreicht, fie verlangen Ueberstunden nur an 20, politischen Theorien seines Vaters nicht befolgen wolle, sondern Bericht für angebracht, welcher der Sächs. Arbeiter Beitung" 50, fogar 100 bis 200 Tagen. Eine Sonntagsruhe für Gefellen die bestehenden Rechtszustände als Grundlage anerkennen werde, aus Glauchau zugeht:" Nichts geht über unsere fächsische und Lehrlinge wird an 33 Sonntagen mit je 18 bis wird vielfach die Bedeutung beigemessen, Franz Kussuth werde Polizeipraxis. Täglich treibt sie neue und wunderbarere Blüthen. 24 Stunden für durchführbar gehalten. Die Ruhesonntage auf die fünftige Haltung der äußersten Linten umgestaltend und Gesetze scheinen für sie nicht zu bestehen. Wenigstens ergiebt sich sind nur der 3 ahl nach zu bestimmen, nicht der Reihen reformirend wirken. das aus Folgendem: Hier sollte am 24. Oktober eine öffentliche folge nach. An den hohen Festen fönnte den Gesellen Paris, 30. Oftober. Deputirtenkammer. Der Präsident Bauhandwerker- Versammlung stattfinden, zu welcher der Kollege und Lehrlingen eine 48 stündige Ruhezeit gewährt werden( Aus- verlas eine Mittheilung des Kriegsministers, daß der soziaHähslich aus Dresden als Referent ausersehen war. Der Einnahme bei Frost zu Weihnachten). Eine einheitliche Regelung liftische Deputirte Mirman, welcher sein Lehramt verlafien berufer meldete die Versammlung rechtzeitig an, und da diesmal der Arbeitszeit sollte überhaupt nicht möglich zu sein, da z. B. hat, vom 1. November dieses Jahres ab seiner militärischen der Einberufer die Anmeldung eigenhändig geschrieben hatte, in den meisten Fällen eine 18 stündige Arbeitszeit in kleineren Dienstpflicht genügen muß.( Lebhafte Proteftrufe auf der so erwartete man, daß die Versammlung nicht verboten Betrieben bis zu zwei Arbeitern weniger anstrengend sei, als äußersten Linken.) Linken.) Der Ministerpräsident Dupuy wies würde. Man sollte jedoch bald eines Anderen belehrt werden. cine 12stündige in größeren Betrieben bis zu 10 und mehr Ar- die Unmöglichkeit nach, militärischen Dienst zu thun und zugleich In lehter Stunde schickte man einen Schuhmann nach dem beitern. feinem Abgeordneten Mandat nachzukommen. Mehrere Reduer Arbeitsplatz(!) des Einberufers, um denselben sofort nach dem Eine Weltausstellung für Hotel und Reisewesen von der äußersten Linken traten für die entgegengesetzte Ansicht Rathhaus zu holen. Diese Art der Vorladung sollte für den ist für das Jahr 1895 in Amsterdam geplant. Aus Frantein. Der Kriegsminister unterſtützte die Ausführungen Dupuy's und fagte, wenn man die Armee von Einberuser verhängnißvoll werden, denn der Herr Baumeister der Politik unberührt laffen wolle, war am Bauplatz anwesend und frug den Schutzmann, was der reich, Belgien und Italien sind schon zahlreiche Beso könne auch feine Arbeiter auf dem Rathhaus solle. Der Schuhmann gab Ausstellungen auf Raum im Ausstellungsgebäude eingelaufen, auch tunst und die Folge war- sofortige Entlassung des Einberufers in England haben sich Komitees gebildet, nur Deutsch und noch eines Kollegen. Und was war nun das Verlangen der land hat sich bisher passiv verhalten. Behörde, das indirekt einige Arbeiter außer Lohn und Brot Modernes Banerulegen. In Krain hat nach dem Be brachte? Es wurde dem Einberufer mitgetheilt, daß die Verricht eines dortigen Sachverständigen die Qualitätsverbesserung fammlung zu spät angemeldet sei, man habe keine Beit gehabt, des Mindviehes in den letzten 20 Jahren ungefähr 50 pet. be sich nach dem Referenten zu erkundigen, man wüßte nicht, was tragen. Dagegen ist die Quantität, besonders in den Alpendas eigentlich für ein Mann sei. Nun hatte aber der Ein- bezirken bedeutend zurückgegangen. Als Gründe werden anberufer die Versammlung 48 Stunden zuvor angemeldet, und gegeben: unrichtige Regulirung der Alpenweide auf den ehedas Vereinsgesetz verlangt nur 24 Stunden, somit war naligen Dominicalbesitzen; Zusammenkauf von großen Lati das Vorgehen der Behörde ungesehlich. Mo fieht fundien zu Jagdzwecken, zu welchem Behufe die Bauern durch im Vereinsgefeß, daß der Redner in der unerlaubte Machinationen gezwungen, beziv. überredet werden; Anmeldung angegeben werden muß, damit sich die Behörde nach der große Vorzug, welcher der Jagd gegenüber der Landwirth demselben erkundigen fann? Nirgeuds! Deshalb ist das Ver- fchaft gegeben wird( d. i. von den Behörden). Aus allen diesen fahren der Polizei noch viel weniger gerechtfertigt. Damit war's Gründen ist binnen eines Dezenniums z. B. der Viehstand nur aber noch nicht genug. Am 25. Oftober meldete der Kollege in einem einzigen, d. i. im Radmannsdorfer Gerichtsbezirke um Hähslich in Gemeinschaft mit einem Ortsangehörigen wiederum 3000 Stück Großvieh gefallen. Leider wollen die maßgebenden eine Versammlung für den 26. Oftober an, aber auch diese Faktoren die schweren Folgen dieses Treibens nicht einsehen, wurde verboten mit der Begründung, daß Kollege Hähslich im welches den Ruin vieler hundert Bauerngüter im Verdacht stehe, zu Gefeßesübertretungen geneigt zu machen. So, Gefolge haben wird." So der bürgerliche Fachmann. jetzt waren die Glauchauer Bauhandwerker endgiltig vor solchen Wir haben seinen Worten nichts hinzuzufügen. gefährlichen Versammlungen bewahrt. Jedenfalls wirkt dieses Borgehen der Behörde besser, als zehn Versammlungen, denn die Bauhandwerker fühlten sich durch dieses Vorgehen der Behörde so in ihrem Rechte beschränkt, daß dieselben auf den Bauten, wo man sie aufsuchte, erklärten, daß sie nun erst recht zur Organi fation halten würden. Denn G Gewerkschaftliches. Achtung, Metalldrücker! Die gesammten Metalldrücker ( außer einem) der Firma Ludart, Ritterstraße, haben Die diesjährigen Leipziger Stadtverordneten- Wahlen wegen Differenzen mit ihrem Arbeitgeber heute die Arbeit niedersollen im Dezember stattfinden und zwar, wie bereits mitgetheilt, gelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. nach dem neuen reaktionären Wahlsystem. An der Genehmigung des neuen Wahlgesetes seitens des Ministeriums wird nicht im geringsten gezweifelt, man erwartet dieselbe schon im Laufe dieser Woche. Auch wir zweifeln feinen Augenblick, daß das sächsische Ministerium den Umstura" des früheren Wahlgefeßes gut heißen wird. Der Vorstand des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Deputirten in dieselbe einführen. Darauf wurde die Diskussion geschlossen. Mehrere Tagesordnungen wurden eingebracht. Die von Gotteron beantragte Tagesordnung, welche das Vertrauen zu den Erflärungen der Regierung ausspricht, wurde mit 307 gegen 215 Stimmen angenommen.( Heftige Protestrufe auf der äußersten Linfen.) Die Sigung wurde darauf geschlossen. London, 30. Oktober. Den„ Times" wird aus Yokohama vom 29. d. M. gemeldet, eine dritte, 24 000 Mann starke Armee werde in Hiroshima versammelt. Yokohama, 30. Oftober.( Meldung des Reuter'schen Bureaus".) Die zweite japanische Armee landete oberhalb der Talienbai und rückt gegen Port Arthur vor. Die chinesische Armee in Kinchow, Port Arthur und Talienbai beträgt 13 000 Mann, worunter fich 4000 Refruten befinden. Die zweite japanische Division ist von Sendaia an der Ostküste von Niphon abgegangen. Unter den Truppen und der Bevölkerung herrscht großer Enthusiasmus. ( Depeschen- Burean Herold.). Lemberg, 30. Ottober. Es verlautet, daß im Auftrage des Fürstbischofs Kopp gegen den Pfarrer Bardziora in Teschen, welcher die polnische Jugend zur Ausstellung nach Lemberg führte und für die Errichtung eines polnischen Gymnasiums in Schlesien Propaganda machte, die Disziplinaruntersuchung eingeleitet worden ist. Der Fürstbischof soll geäußert haben, er werde der polnischen Geistlichkeit seiner Diözöse die Lust zu politischen Wühlereien vertreiben. Haag, 30. Dttbr. Die gesammte Presse nimmt mit Genugthuung Notiz von einem Urtheil des Kriegsgerichts, das einen fahnenflüchtigen Soldaten zu einem Monat Gefängniß ver urtheilt hat. Brüffel, 30. Oftober. Heute Nachmittag traten im Volts hause 33 sozialistische Kammer- Abgeordnete zusammen. Nach einAn die Schneider und Schneiderinnen! Auf grund gehenden, oft stürmischen Berathungen wurde der Beschluß geber in legter Zeit viel erörterten Ereignisse in unserem Gewerbe, faßt, daß die Sozialisten bei den bevorstehenden Ernennungen von vorzugsweise der verschiedenen Konfektionsfirmen, machen wir 26 Senatoren durch die Provinzialräthe alles aufbieten sollen, nochmals auf die am 31. Oktober, Abends 81/2 Uhr, in allen um einige Sozialisten in den Senat zu bringen. Verantwortlicher Nedakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Sterzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 254. Mittwoch, den 31. Oktober 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, beren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes turzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins fonnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massens maßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Jutereffe nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, lottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Branhans, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Ring u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Nathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. der Die Boykott- Kommission. " ' 4 dargelegt wurde, aus welchen Gründen das Scheer'sche Lokal Jeine Berringerung eingetreten. Ja, es scheint, als ob uns 189 boykottirt werden müsse. Das Landgericht II Berlin, das zu eine noch weitere Verringerung bringen soll. Aus den bis Friedrich Reichentron, Char- erst mit diesen Dingen befaßt wurde, hatte einen Theil der An- August 1894 vorliegenden vorläufigen Monatsübersichten des flagen an das Schöffengericht zu Köpenick verwiesen, Statistischen Amts" ergiebt sich, daß von Januar bis August 1894 und dieses verurtheilte Feller wegen beiden ersten etwa 33 150 Kinder geboren wurden, während 1893 in demselben Bergehen zu 20 Mark, ferner wegen Des Wider Zeitraum 34 514 geboren worden sind. Auch diese Zahlen standes gegen die Staatsgewalt zu 30 Mart Geldstrafe; der können durch nachträgliche Meldungen nicht mehr viel geändert Amtsanwalt hatte zusammen 14 Tage Gefängniß beantragt. werden, und daß die Differenz zwischen 1893 und 1894 durch Hierauf lud dann die Strafkammer des Landgerichts II Berlin die Geburten der letzten 4 Monate noch ausgeglichen werden Feller zu einer Verhandlung, in welcher er sich auf die zwei tönnte, ist ausgeschlossen. Man könnte sich versucht fühlen, Anklagen verantworten sollte: a) als Redakteur des Flugblattes das 1892 eingetretene neue Sinken der Geburtenziffer haupt den Gastwirth May Scheer beleidigt zu haben, und zwar durch sächlich aus dem 1891 eingetretenen Sinken der Zahl der Che Schriftenverbreitung; b) Platate, welche einen anderen Inhalt schließungen zu erklären( vgl. den Artikel in Nr. 250). Aber die baben, als die im§ 6 Abs. 2 des Preßgesetzes genannten, am Geburtenziffer wird noch durch verschiedene andere Umstände 15. Juli angeheftet zu haben. Der Termin fand dieser wesentlich beeinflußt, nicht blos durch die Eheschließungen, Tage in Berlin statt. Da der Angeklagte aber er sondern auch durch die Ehelösungen( Scheidung oder Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Franklärte, daß er wegen der zweiten Sache schon in Köpenick Tod), durch das Ueberwiegen bestimmter Altersklassen der Regel verurtheilt worden sei, so beschloß das Gericht, die Akten darunter den Verheiratheten oder bestimmter, in über einzufordern und die ganze Verhandlung einstweilen zu ver- mit starter Nachkommenschaft gesegneter" Berufsgruppen, tagen. Der Antrag des Staatsannalts, in die Verhandlung der durch Zahl und Altersaufbau der unverheiratheten gebärfähigen Beleidigungsanktlage einzutreten, wurde abgelehnt. Frauen, durch das Ueberwiegen bestimmter, durch eine größere Zahl unehelicher Geburten hervortretender Berufsgruppen unter Den unverheiratheten Frauen u. s. w. Wenn die Zahl der Geborenen in Berlin von 1876-90 fiel, obwohl die Zahl der Ghe= schließungen von 1879-90 stieg, so deutet das darauf hin, daß noch andere einflußreiche Ursachen für das Sinken der Geburten3iffer vorgelegen haben müssen, darunter gewiß nicht als unwichtigste die wachsende Abneigung gegen eine zu zahlreiche Nachkommenschaft. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernac, Mühlenstraße 49a. Christliches Bier. Der Berliner Arbeiter unterscheidet im allgemeinen zwischen boykottfreiem und boykottirtem Bier. Ersteres schmeckt ihm meist vorzüglich, weil daran nicht die Schuld der Maßregelung hunderter ehrenhafter Brauer klebt; das boykottirte Bier überläßt er den Indifferenten und denen zur Erquidung, die in grenzenloser Berbohrtheit meinen, den heutigen Zustand wirthschaftlicher Ungerechtigkeit bis in alle Nieder- Ewigkeit hinein aufrecht erhalten zu müssen. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. lage Marthen, Bellermannstr. 6. Tokales. Die Sprechstunde des Rechtsanwalts wird jetzt wieder Mittags von 12 bis 1 Uhr abgehalten. anregen. " " Was hat die Betriebswerkstätten. Als die organisirten Schneider Zu den erwähnten beiden Biersorten aber hat sich, wie wir erst dieser Tage in Erfahrung bringen fonnten, ein neues Fabrikat Berlins in die Agitation für Einrichtung von Betriebswerkstätten gefellt, das wir, da es in einem christlichen Institut, näm- eintraten, da war es der„ Confectionär", dieses Unternehmerlich in der unter Oberhoheit eines Grafen Bückler stehenden organ der Konfektionsbranche, welches sich mit Händen und christlichen Herberge zur Heimath in der Müller- Füßen gegen diese Forderung sträubte und die Versicherung abStraße 6 hergestellt wird, christliches Bier nennen wollen. gab, daß die Unternehmer diese Forderung niemals erfüllen Dieses Bier hat einen Vorzug und einen Nachtheil. Sein Vorzug würden. Als Gründe für diese Weigerung wurden die Kosten, ist, daß es seinen Urhebern ein mächtiges Stück Geld einbringt, die mancherlei Scheerereien anläßlich der Arbeiterversicherungs Hier wird kein Ringbier ausgeschänkt." Findige Ge- und der Nachtheil besteht darin, daß es zu große Anforderungen gesetze 2c. und noch manches Andere angeführt und die Hausschäftsleute wissen aus Alem ihren Nußen zu ziehen; warum im höchsten Maße vortheilhaft für die gelobt und gepriesen. Jeßt, nachdem nicht auch aus dem von bürgerlicher Seite so sehr verwünschten an die Glaubensfestigkeit des Trinters stellt. Nämlich nur ein induſtrie als nur wenige Monate in's Land gegangen sind, bringt Bierboykott? Bon einem Parteigenossen wurde uns gestern ein ganz pofitiv- gläubiges Gemüth kann das Zeug, das ihm in der Unternehmer Blakat auf die Redaktion gebracht, das er für baare 15 Pf. in zehn Pfennig vorgesetzt wird, noch für ein Gebräu aus Hopfen eine größere Anzahl Firmen der Mäntelfonfektion fich entchristlichen Herberge zur Heimath als Braunbier, die Flasche zu derselbe Confectioanär" die erstaunliche Nachricht, daß der Buchdruckerei von Lehmann in der Münzstraße 29 und Malz halten. getauft hatte. Das Plakat enthält, aut hübschem rothem Papier Das Braunbier, das man den Wermsten der Armen, die schlossen habe, eigene Werkstätten einzurichten. gedruckt die von der Berliner Arbeiterschaft gern gelesenen fein Geld mehr für eine Flasche Lagerbier übrig haben, in der Unternehmer zu dieser auffälligen Sinnesänderung veranlaßt? Worte, Hier wird ein Ringbier ausgeschänkt" und christlichen Herberge zur Heimath zum Trinken vorsetzt, wird auf Ein gewichtiger Grund muß es schon gewesen sein! Ist das steht jedermann aus dem Bolte der Biermogler, der seine folgende Weise hergestellt: Unternehmerthum aus purer Humanität“ und aus Liebe zu 15 Pfennig dafür anlegen will, gegen Baarzahlung zur Ver- Der Hausvater bezieht aus einer hiesigen Brauerei 33 Liter den Arbeitern zu dem Entschlusse gelangt, eigene Werkstätten einzufügung. Braun- oder Jungbier zum Preise von etwa 3 M. Zu diesem richten? Es wäre dies eine Annahme, die von vornherein wenig AnDiese bescheidene Leistung aus dem Bereiche der schwarzen Bier in Originalfassung werden 7 Pfund Zucker zum Preise von spruch auf Wahrscheinlichkeit erheben dürfte. Daß eine derartige Ge= Kunst wird die Arbeiterschaft zu verdoppelter Wachsamteit etwa 2 M., Pfd. Kouleur zum Preise von vielleicht 1 M. und-- 120 fühlsbufelei auch keineswegs die Triebfeder zu dem befremdenden Liter Wasser gethan, das zum Engrospreise direkt aus der Berliner Entschlusse der größeren Anzahl Konfektionsfirmen" ist, geht aus Sie wird nur den Plakaten Werth beilegen, die auf Karton Wasserleitung bezogen wird. Diese Suppe also, deren Herstellungs- den weiteren Darlegungen des Confektionär" hervor, die des Confettionar" enthüllt sehr aufgezogen sind und außer der Unterschrift Die Boykott fosten sich auf etwa 6 m. stellen, wird in gut 200 Flaschen von Räthsels Lösung bringen. Der Es ist zient tommission" auch den Stempel der letzteren tragen. Wirthe, etwa 3/4 Liter Rauminhalt gefüllt und hierauf den p. p. Gästen, offenherzig das Geheimniß, indem er meint: die nur Plakate mit der einfachen Aufschrift: Hier wird fein die sich nichts besseres leisten können, als Braunbier, die Flasche lich sicher anzunehmen, daß im nächsten Frühjahr Kragen in Hin gbier ausgefchänkt" in ihrem Lokal aufgehängt haben, wollen zu zehn Pfennig, fredenzt. großen Mengen gehen" werden. Diese lassen sich in eigenen ihre Gäste durch Biermogeleien hintergehen. Man hüte Wir wollen mit der Herbergsverwaltung nicht weiter darüber Werkstätten leicht, bequem und jedenfalls billiger zuschneiden rechten, ob es noch christlich ist, wenn man den Wermsten der und fertigstellen, als dies außer dem Hause in den ArbeitsDer Bierboykott hat Staatsanwaltschaft und Polizei auch Armen eine Waare mit über 200 pet. Aufschlag verkauft; viel stuben der Schneidermeister geschieht. Einzelne Firmen, die bereits in diesem Winter Golfe- Capes in Hause zuschneiden ließen, gegen unseren Genossen Feller in Röpenick in Bewegung leicht erörtert das, Volk" einmal diese subtile Frage. gesetzt. Feller hatte in der Nacht zum 15. Juli ein schweres Wohl aber halten wir es für eine Pflicht der Gesund haben mit dieser Einrichtung sehr gute Erfahrungen gemacht Verbrechen begangen. Gehüllt in unheimliches Dunkel war er heitspolizei, auf die in der christlichen Herberge zur und ihre Leistungsfähigkeit bedeutend erhöht. Das ist der Grund, dahingeschlichen, um gegen friedsam- stille Menschen, die staats- Seimath betriebene Bierfabrikation einmal ein Auge zu werfen. warum andere Firmen folgen müssen; sie sind dazu gezwungen, und monarchentreu den Schlaf des Gerechten im Königreich Schwerlich dürfte das chriftliche Getränk vor ihr bestehen. in eigenen Werkstätten arbeiten zu lassen, um alle Vortheile bei unheimliches Preußen schliefen, Verderben der Fabrikation wahrnehmen zu können. Es machen sich aber speien. zu Aber wie so häufig, wachte aus diesmal das Auge Die Zahl der Geborenen ist in Berlin nach Angabe des auch noch andere Gründe geltend, welche die Fabrikation be Des Gesetzes, und zwei tapfere Männer, die in„ Statistischen Jahrbuchs" im Jahre 1892 von neuem gesunken, stimmter Massenartikel in eigenen Werkstätten vortheilhaft er. Köpenick in Ehren als Nachtwächter grau geworden von 53 496 in 1891 auf 52 455 in 1892. Vergleicht man sie mit scheinen lassen. Wer über einen Arbeiterstamm bestimmen fann, waren, faßten den Bösewicht dabei ab, wie er Bettel der mittleren Bevölkerung, so ergiebt sich, daß die Geborenen der stets zu seiner Verfügung steht, braucht nicht vor der Saison an die Mauern tlebte, auf denen zum Boykott des Saal- 1891: 33,46, 1892: 32,03 Promille der Bevölkerung ausmachten. große Läger aufertigen lassen, sondern kann sich die Waaren, die er gebraucht, in der Saison leichter in eigenen Werkstätten verweigerers Scheer aufgefordert wurde. Diese in stiller Sternen- Bon 1876-90 war der Promillesat ununterbrochen gefallen, von er von Schneidermeistern, die für nacht vollführte That hatte zunächst die übliche Sistirung und 47,17 in 1876 auf 32,98 in 1890. Der 1891 eingetretenen Er- anschaffen, als wenn darauf einen ganzen Rattenkönig von Anklagen zur Folge. Feller höhung auf 33,46 ist 1892, wie man sieht, ein neuer Abfall gefolgt, mehrere Geschäfte arbeiten, abhängig ist. Es werden dadurch soll sich vergangen haben: 1. Wegen Verstoßes gegen die der so stark war, daß selbst die absolute Bahl troy Bunahme auch theilweise die großen Lokalitäten, welche man für Polizeiverordnung, laut welcher in Köpenick bei einer Strafe von der Bevölkerung nicht unbeträchtlich zurückging. Ob nun die Gr- Aufbewahrung der enormen Lagervorräthe vor der Saison 5 M. Plakate nur an Anschlagfäulen angeklebt werden dürfen. höhung von 1891 oder aber der neue Abfall von 1892 nur vorüber- braucht, unnöthig. Zwei Firmen, welche den Betrieb in eigenen 2. Wegen Zuwiderhandelns gegen das Preßgesetz, begangen durch gehend war, diese Frage ist durch das bereits vom„ Statistischen Wertstätten einrichteten, haben ihre bisher innegehabten sehr Nichtuennung von Drucker und Verleger auf den erwähnten Amt der Stadt Berlin" an anderer Stelle veröffentlichte vor großen Geschäftsräume gefündigt, um kleinere zu nehmen. Sie Betteln. 3. Wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, an- läufige Ergebniß von 1893, das durch Nachmeldungen nicht mehr erzielen auch hierdurch Ersparnisse, die mit ins Gewicht fallen." geblich begangen durch Widersetzlichkeit bei der Ver wesentlich geändert werden dürfte, in ungünstigem Sinne ent- Diese Darlegungen lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen 51 213 Kinder geboren, übrig. Sie machen ersichtlich, daß es der krasseste Egoismus ist, haftung. 4. Wegen Beleidigung des Restaurateurs Scheer. schieden worden. 1893 wurden nur Diese Beleidigungen sollten in einem von dem Angeklagten 30,65 Promille der mittleren Bevölkerung. Es ist also 1893 welcher die Unternehmer veranlaßt, eigene Betriebswerkstätten verantwortlich gezeichneten Flugblatt enthalten sein, in welchem wiederum nicht nur verhältnißmäßig, sondern auch absolut einzurichten. Was vorher für unmöglich erklärt wurde, es wird sich vor solchen Betrügern. = sofort möglich, sobald für die Unternehmer ein Bor- fortan in eigener Verwahrung bis zum Aufgebotstermine be- bin, gerieth unter die Räder und erlitt bedeutende Ver theil herausschaut, sobald ihr Profit gesichert ist. Und halten könne. Jeht sind wiederum 587 Fundgegenstände, die aus legungen an den Oberschenkeln. An der Ecke der Großen dies scheint hier in bohem Maße der Fall zu sein. der Zeit vom 3. Mai 1893 bis 18. Juni 1894 stammen und von Frankfurter- und Lebuserstraße wurde ein schwerhöriger Arbeiter Die Einrichtung der Betriebswerkstätten geschieht nicht, um den den Berlierern nicht reklamirt worden sind, vom polizeilichen durch einen Geschäftswagen überfahren und am Knie erheblich Wünschen der Arbeiter zu genügen, sondern im eigenen egoistisch en, Fundbureau dem Vereine zurückgegeben worden behufs Einleitung perlegt. Beim Abspringen vom Borderraum eines in der Fahrt tapitalistischen Interesse. Sache der Arbeiter und Arbeiterinnen des gerichtlichen Aufgebotsverfahrens. befindlichen Pferdebahn Wagens fiel ein etwa 30 Jahre alter der Konfektion wird es daher sein, die Betriebswerkstätten der Mann hin, wurde überfahren und am Unterschenkel sehr schwer Unternehmer sich nach Möglichkeit nutzbar zu machen and dazu wirth Maschte, Marienburgerstraße, feit Freitag verschwunden. Unter Hinterlassung bedeutender Schulden ist der Gast verletzt. In der Nacht zum 30. d. M. ftürzte sich ein Buhälter gehört vor allem Anschluß an die gewerkschaftliche Organisation. aus der im ersten Stock eines Hauses der Stralsunderstraße bemorde, welcher am vorgeftrigen Tage die 16jährige M. Echüler, Mädchens auf den Hof hinab und erlitt schwere Verlegungen Verrathene Liebe war die Veranlassung zu dem Selbst- legenen Wohnung eines unter fittenpolizeilicher Aufsicht stehenden Frankfurter Allee 192 in Schlafstelle wohnhaft, in den Tod ge am Kopfe. Am 29. d. M. Mittags brach in der Wohnung trieben. Das junge Mädchen war in einer Luxuspapierfabrik eines Arbeiters, in der Christburgerstraße, Feuer aus, das ein Arbeiter&. kennen und lieben gelernt hatte. Das Verhältniß scheinend durch Spielen mit Streichhölzern verursacht hat. Das beschäftigt, woselbst sie den ebendaselbst angestellten 21jährigen allein in der Wohnung zurückgebliebener vierjähriger Knabe an zwischen Beiden dauerte etwa zwei Monate, dann wandte der Kind erstickte in dem entstandenen Qualm. Außerdem fanden Bräutigam seine Zuneigung einer Kollegin des jungen Mädchens noch zwei kleine Brände statt. zu, einen Verrath, den sich die Sch. derartig zu Herzen nahm, daß sie den Tod suchte und durch Erhängen in ihrer Schlaftammer fand. tönnte. Gerichts- Beitung. Einen bemerkenswerthen Kommentar zu der in den Die Hirsch Duncker'schen leben noch. Sie verbreiten jetzt in beträchtlichen Quantitäten Flugblätter, in denen die deutschen Arbeiter aller Berufe" aufgefordert werden, den immer noch harmonisirenden Gewerkvereinen ein wenig neues Leben ein= zuhauchen. In heutiger Zeit, wo die Arbeiter, die noch an das Märchen von der Hirsch- Duncker'schen Harmonie glauben, mit der Laterne zu suchen sind, dürften kaum Gimpel auf den Leim gehen. Die Einführung des Zehupfennig Tarifs auf der Pferdebahn würde selbst dann keinen namhaften Ausfall an Einnahmen zur Folge haben, wenn die endliche Bewilligung Eine jener bekannten Maffenfistirungen, wie sie häufig diefer alten und berechtigten Forderung den Verkehr nicht in den sogenannten Kaffeeklappen vorgenommen werden, erfolgte steigern würde. Bei der„ Großen Berliner Pferdebahn- Gesell- am Dienstag Morgen 8 Uhr in dem Lofal von Dahmer in der weitesten Kreiſen herrschenden Scheu, mit der Polizeigewalt in schaft" ist die Durchschnitts- Einnahme für jede beförderte Person Rofenthalerstraße. Fast hundert Personen wurden unter großem irgendwelche Berührung zu kommen, lieferte die Verhandlung vor in den zwei Jahrzehnten, welche diese Gesellschaft jetzt besteht, Auflauf nach der Wache in der Linienstraße gebracht; etwa dem Schöffengericht am Landgericht I. welche am 30. Ottober infolge fortschreitender Verbilligung der Fachpreise und wohl fiebzig der Siflirten beförderte man gegen 11 Uhr im Grünen gegen den Invaliden Pohl geführt wurde. Ein altes, ver auch infolge allmäliger Gewöhnung an Benutzung der Pferdebahn Wagen nach dem Alexanderplatz. Wie geschrieben wird, will die kruppeltes Männchen betrat den Anklageraum und sollte sich und sie ist heute bereits so niedrig, daß sie von dem runden thum strenge Maßnahmen treffen. Schade, daß diese Energie selbst für ganz furze Strecken, ziemlich ununterbrochen gesunken, Polizei gegen das in dauerndem Konflikt mit ihr liegende Louis- verantworten wegen Beleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, verförpert in diesem Falle in der Person eines Betrag von 10 Pfennig wirklich nicht mehr weit entfernt ist. ebenso wenig gegen die Zuhälterschaft, wie gegen die Prostitution robusten Schuhmanns oder vielmehr mehrerer Schuhlente, Die Gesellschaft vereinnahmte in den 21 Jahren von 1873-93 überhaupt nützt. denen der Greis zu nahe getreten war. Als Zeugen fungirten pro Person in Pfennigen: 158/10, 146, 10, 1388/10, 133/10, 141/10, fünf Beamte in Uniform und ein Armenarzt, Dr. Belke. 136/10, 131/10, 129/10, 128/10, 126/10, 125/10, 123/10, 122/10, 121/10, 12, im Kopfe wurde in der Nacht vom 28. zum 29. d. M. gegen 12 6. mit dem Angeklagten an einem Sonnabend Abend im Mai, Die Sicherheit in Berlins Umgebung. Mit Stichwunden An der Ecke der Wiener- und Lausitzerstraße stand der Tischler 117/10, 116/10, 116/10, 115/10, 113/10, 115/10. Hierbei sind allerdings Uhr in der Wilmersdorferstr. zu Charlottenburg eine Frau auf als, wie der Zeuge S. unter seinem Eide versicherte, der die Abonnements mitgerechnet, ohne die die Einnahme pro Person doch noch etwas höher ausfallen, aber dafür auch die gefunden. Diefelbe gas an, Katharina Wodywoda zu heißen und Schuhmann König ihn gestoßen, und, da doch selbstverständlich Gesammtzahl der beförderten Personen und die Gesammt- Ein- Grünstraße 15 hierselbst zu wohnen. Sie will auf der Straße der Arbeiter eine weitere Erklärung verlangte, die Beiden zur nahme sinken würde. Weit über 10 Pfennig hinaus geht die zur neuen Kaserne am Spandauerberg von einem ihr unbekannten Wache fiftirte. Nach Angabe des Schuhmanns ſoll Poh: ge= Einnahme pro Person faſt nur auf Pichen ginen, get it Manne überfallen und mit einem Meffer bearbeitet worden sein. schimpft und geschrien haben: Die Bolizei könne ihm... ſonſt außerhalb des Weichbildes enden, 3. 2. 1892 auf den Linien Ueber den Thäter fehlt jede Spur. was thun. Das nahm der Beamte auf seinen Eid; der einzige nach Nieder- Schönhausen 134/10, nach Tegel 135/10, nach Eine erschütternde Szene spielte sich am Sonntag Bor Beuge S. erklärt, davon absolut nichts gehört zu haben, troyMariendorf 12%/ 10, nach Treptow 123/10 Pfennig. Dagegen mittag um 11/2 Uhr am Urbanhafen ab. Der Arbeiter Otto dem er sich in unmittelbarer Nähe befunden. Die beiden folgten wurden auf vielen Linien im Innern der Stadi Rüdiger sah in dem Kanal eine Leiche treiben und brachte sie willig zur Wache, da sie angeblich die Passage gehemmt hatten, noch nicht 11, ja auf einigen noch nicht 10 5/10 Pf. pro Person an das Land. Er erkannte in dem todten Mann seinen 38 Jahre Hier auf dem 70. Polizeirevier spielten sich Szenen ab, die eingenommen. Der Ausfall an Einnahmen wäre also noch un- alten Bruder Hermann aus Müchsdorf bei Krossen, der an der Tagespresse unter der Rubrik: Abenteuer auf der Polizeibedeutender, wenn der 10 Pf.- Tarif wenigstens auf den innerhalb einem Brahm am Urbanhafen beschäftigt war. Die polizeilichen wache 2c. schon mehrfach behandelt wurden. des Weichbildes endenden Linien eingeführt würde, ganz abgesehen Grmittelungen haben ergeben, daß Hermann Rüdiger noch am Ohne weitere Formalitäten sperrte man den S., nachdem davon, daß die mit Sicherheit zu erwartende Steigerung des Nachmittage vorher an seiner Arbeitsstelle gesehen worden ist. er jede gewünschte Auskunft über seine Person Verkehrs den Ausfall decken und die Einnahmen noch erhöhen Da teine Gründe vorliegen, die für einen Selbstmord sprechen, gegeben hatte, in eine dunkle Belle und entließ ihn von dort würde. Schaden hätten davon wohl nur die Schaffner, die einen so fann nur angenommen werden, daß er infolge eines Fehl nach etwa dreiviertel Stunden. Dem amtirenden Richter erschien Theil der Trinkgelder, auf die sie bei ihrem geringen Gehalt tritts in das Wasser gefallen und ertrunken ist. das selbst nicht recht verständlich und er erkundigte sich angelegentlich, leider angewiesen sind, den 15 Pf.- Billets verdanken. Vielleicht ob eine solche Behandlung der Siftirten allgemein üblich sei, ist das mit einer der Gründe, aus denen sich die Gesellschaft so klugen Frauen", die sich des Verbrechens gegen das feimende stätigt wurde. Die Feststellung der Persönlichkeit bei Pohl Ueber zahlreiche Verhaftungen von Hebammen und was von den Beamten unter Hinweis auf ihre Instruktion be gegen den 10 Pf.- Tarif sträubt; denn voraussichtlich würde ihr eben schuldig gemacht haben sollen, wird berichtet. Achtzehn machte Schwierigkeiten- der 6ljährige Mann ist hochgradig dann bald so energisch auf den Leib gerückt werden, daß sie sich solcher Damen, von denen sechs staatlich geprüfte Hebammen und taub- und da er sich, wie er dem Gerichtshofe versicherte, der Pflicht, die Gehälter aufzubessern, nicht länger entziehen die übrigen sogenannte fluge Frauen find, follen gegenwärtig in von den Beamten gebänfelt glaubte, wurde er etwas laut, And der Charitee erhalten wir folgende Buschrist, die weiter aus, da ebenfalls die Frauen und Mädchen, welche sich Belle noch die Füße feffelten. So lautete die Darstellung der Untersuchungshaft ſizen. Das Verfahren dehnt sich aber immer worauf ihm dieselben erst Handschellen anlegten und später in der roir, da sie die Stellung der Arbeiterschaft zu den bekannten an die schlimmen Heilkünstlerinnen gewendet haben, verhaftet Beamten; bemerkt muß werden, daß sich auf der Polizeiwache an Misständen nicht weiter berührt, zu veröffentlichen keinen An- werden; diese klientinnen sollen, zum Theil sehr angesehenen" dem fraglichen Abend weder Lieutenant noch Wachtmeister be= stand nehmen: An der Königlichen Charitee find im Interesse des Familien angehörend, hohe Summen für die ihnen gewordene fand, und die entsprechenden Befehle von einem Schuhmann, der Silfe" bezahlt haben. Unterrichts auch für die beiden medizinischen Universitätskliniken Wachtmeisterdienste that, ertheilt wurden. Der Angeklagte trat jetzt Politliniten( Ambulatorien) eingerichtet worden, in Schon wieder ist ein Proletarierkiud, das unbeauf- feiner Schwerhörigkeit wegen, dicht an den Richtertisch heran welchen bei innerlichen Krankheiten unentgeltlich ärztlicher Rath fichtigt in der elterlichen Wohnung bleiben mußte, elend zu Tode und erzählte mit vor Erregung zitternder Stimme, daß er mehreren Beamten ertheilt und denjenigen Patienten, welche ihre Bedürftigkeit durch gekommen. Am Montag Mittag hatte die Frau des in der von gepackt und eine behördliche Bescheinigung nachweisen, freie Arznet aus der Christburgerstr. 20 wohnenden Arbeiters Nitlas ihrem Mann Brutalfe geschlagen worden sei. Mit den Charitee- Apotheke verabfolgt wird. Nun Hund wirst Du wohl genug Beide Polikliniken werden Essen nach der Arbeitsstätte gebracht und den fünfjährigen Sohn Worten: abgehalten in dem Geschäftshause des Instituts für In Paul nothgedrungen allein in der im Hinterhause drei Treppen haben! habe man ihn, zusammen geschnürt, auf Sein Geschrei hat sein fektionskrankheiten gegenüber dem Hauptportal der alten Charitee hoch belegenen Wohnung zurückgelassen. Gegen 1 Uhr wurden den Fußboden geworfen. und zwar: a) die Poliklinik der 1. medizinischen Klinik unter die Hausbewohner auf aus der N.'schen Behausung hervor Leidensgefährte S. gehört, der ihm jedoch, da er selber ein Als ihm nach einer Leitung des Geh. Raths Leyden resp. seines Vertreters Dringenden Rauch alarmirt; die sofort herbeigerufene Feuerwehr gesperrt war, nicht zu Hilfe eilen konnte. durch den Stabs Arzt Dr. Thiele: Dienstags, fand einen Theil der Wohnung in Flammen stehend. Es brannten Stunde ungefähr die Fesseln wieder abgenommen seien, bemerkte Donnerstags und Sonnabend3 von 1/211 bis 12 Uhr, einzelne Möbelstücke, Betten und Dielen, doch konnte der Brand der Angeklagte weiter, babe er einen Arzt verlangt. Es wurde b) die Poliklinik der II. medizinischen Klinik unter Leitung des schnell gelöscht werden. Dagegen wurde der Knabe au- Herr Dr. Belfe von der Sanitätswache geholt, der aber nichts" Geh. Raths Gerhardt durch den Oberarzt Dr. Weintraub gekleidet im Bette liegend todt aufgefunden; nach ärztlichem Be- feststellen konnte und so blieb Pohl die ganze Nacht in der Belle. Montags, Mittwochs und Freitags von 1/9 bis fund ist das Ableben des Kleinen durch Erstickung erfolgt. Die Am anderen Morgen erschien ein anderer Arzt, Dr. Engel, wel 10 Uhr. Der Beginn ist auf Montag, den 5. November, fest- Entstehung des Feuers dürfte wohl darauf zurückzuführen sein, cher den schleunigen Transport des Kranken(!) nach seiner gesetzt. Außerdem finden in der Charitee, wie schon bisher, im daß der Kleine mit Streichhölzern gespielt hat. Wohnung verfügte; Pohl wurde, da er nicht gehen konnte, von Wintersemester noch folgende Polikliniken statt: c) für Nerven Es ist doch prächtig eingerichtet in der besten der Welten, zwei Personen in die vor der Thür haltende Broschte getragen. frankheiten unter Leitung des Geh. Raths Jolly durch den Ober- daß der Arbeiter sein Mittagessen in Schmutz und Staub der Der Angeklagte betonte, daß er sich mehrere Wochen lang ärzte arzt Dr. Lähr Montags, Mittwochs und Freitags von 10 bis Arbeitsstätte hinunterschlucken muß, während sein Kind, der Be- lich behandeln lassen mußte; ein Attest Dr. Badet's, was der Ber11 Uhr; d) für Kinderkrankheiten unter Leitung des Geh. Raths aufsichtigung bar, auf die schrecklichfie Weise zu Tode kommt. theidiger dem Gerichtshof zur Kenntnißnahme überreicht, führt die VerHeubner durch die Oberärzte Dr. Hauser und Dr. Keiler an Wie lieblich entfaltet sich doch unter der Fuchtel des Kapitalismus legungen speziell auf, die Pohl von seinem nächtlichen Aufenthalt jedem Wochentage von 12 bis 1 Uhr; e) für Hautkrankheiten das Familienleben im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte. in der Polizeiwache davongetragen. unter Leitung des Professors Dr. Schweninger durch den OberUeber die Zeugenaussagen der Polizeibeamten ist nicht viel zu Gellende Hilferufe riefen in der Nacht zum Dienstag Be- berichten. Der eine und der andere Schußmann hat" Befehle auss arzt Dr. Eisenberg Dienstags und Freitags von 12 bis 1 Uhr. wohner der Köpnickerstraße an die Fenster ihrer Wohnungen. geführt" und ein anderer Beamter hat Befehle ertheilt"; der letztere Die Wiederholung der Vorträge der Herren Profeffor Das Geschrei ging von einer Frau aus, die den Hinzueilenden bielt, um den Angeklagten zu beruhigen, dessen Fesselung nöthig", Dr. P. Ehrlich und Oberarzt Dr. A. Wassermann über Ge- Personen mittheilte, daß sie von einem jungen Mann ohne Ver- denn winnung, Werthbestimmung und Verwerthung des Diphtherie- anlaffung angefallen und blutig geschlagen worden sei. In Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt eine Beleidigung und der verkrüppelte, schwache Greis war zu renitent! Heilferums wird am Freitag, den 2. November, Abends 71/2 Uhr, Gemeinschaft mit Zivilpersonen nahm ein Schuhmann die Ver- Widerstand gegen die Staatsgewalt für erwiesen; wenn es dem in der Charitee und zwar in dem Hörsaale des Instituts für folgung des entflohenen Thäters auf, ermittelte ihn in einem be- Bohl schlecht ergangen fei, trage er felber die Schuld daran. Die Infektionskrankheiten gegenüber dem Hauptportale der alten nachbarten Wirthshause und führte ihn nach der Wache ab. Charitee, stattfinden. Beamten hätten nur nach ihrer Instruktion gehandelt. Wie Im Anschluß an diese Vorträge werden in demselben Lokale Todt aufgefunden wurde am Dienstag Morgen der Portier sollten sie sonst die Ordnung aufrecht erhalten!"... Dem ärzt am Sonntag, den 4. November, Mittage 12 Uhr, die Herren Weber, der das Haus Rosenthalerstr. 40 verwaltete. Da die lichen Attest sprach der Herr Amtsanwalt teine Bedeutung zu Ehrlich und Waffermann, sowie die Herren Sanitätsrath Todesursache nicht aufgeklärt ist und man nur weiß, daß Weber und hielt bei Berücksichtigung des mildernden Umstandes, daß der Dr. Boer, Oberarzt Dr. Beck und Oberarzt Dr. Koffel bereit noch um fünf Uhr Morgens einem Hausbewohner die Thür Angeklagte sehr schwerhörig und ein alter Mann sei, 35 M. oder Jein, über besondere Fragen der Serumtherapie Auskunft zu geöffnet hatte, so wurde die Leiche nach dem Schauhause gebracht. eine Woche Haft für angemessen. In feinem Plaidoyer hob der geben, und lettere durch Demonstrationen, auch an Kranken, zu Vertheidiger, Dr. Oppenheimer, hervor, daß die seinerseits vorgeschlagenen Zeugen, die Aerzte Dr. Engel, Dr. Morris und Dr. Zadet nicht geladen seien; er bestritt im ferneren den Bes amten das Recht, in dieser Weise mit Leuten, die schlimmstenfalls Der eine kleine Uebertretung begangen hätten, zu verfahren. Gerichtshof hielt den Angeklagten Pohl der öffentlichen Beleidigung für schuldig, und füßte sich hierbei auf das Zeugniß des Schuhmanns; mit 10 M. resp. zwei Tagen Haft sei das Vergehen zu fühnen. Widerstand gegen die Staatsgewalt, d. h. bewußtes Zuwiderhandeln gegen die Organe der Exekutivgewalt, habe man nicht angenommen, da der Angeklagte infolge feines Körperzustandes im Zweifel fein konnte, ob die Beamten ihre Funktionen nicht überschritten hätten. erläutern. = " Karten werden weder für den Freitag, noch für den Sonntag ausgegeben. Der Eintritt steht, soweit die Pläge " Witterungsübersicht vom 30. Oftober 1894. reichen, Jedem frei; doch können Damen nicht zugelassen werden. Stationen. Die Dahomey- Damen im Passage- Panoptikum werden = immer anzüglicher. Sie wollen demnächst eine Sklavenjago getreu nach dem Leben aufführen, um dem deutschen Publikum zu zeigen, daß im wilden Afrika der Werth des Menschen immer Swinemünde. noch höher eingeschäßt wird, als unter der Herrlichkeit tapitalisti- Hamburg. scher Zivilisation Deutschlands. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung 199 Windstärke 0011| A( Stala 1-12) Wetter heiter Temperatur 50 G. 4° R.) 产品 4 755 G bedeckt 8 755 WSW . Berlin 758 SW • Wiesbaden. München 761 SW halb bedeckt bedeckt bedeckt 8 10 11 766 SM 7 766 Still 764 Still halb bedeckt wolkenlos -22 755 GD] 3 752 23 2 • Regen heiter 11 1 762 ESM 4 bedeckt 13 Petersburg Cort. Ein Ulfbruder hat anläßlich der Uebersiedelung des Grafen Caprivi fast alle bedeutende Möbeltransport- Geschäfte Bien ganz böse gefoppt. Das Möbeltransport- Geschäft von Meyer in Haparanda der Dorotheenstraße erhielt eine Postkarte des Inhalts, das Ge schäft möge am Freitag um 6 Uhr zwei gepolsterte Möbelwagen zum Reichstanzlerpalais senden, um Möbel, Koffer 2c. zum Lager Aberdeen zu nehmen. Unterzeichnet war die Karte mit Ebm., was auf den Paris Adjutanten des bisherigen Reichskanzlers schließen ließ. Als die Firma zur festgesetzten Stunde mit den Wagen auffuhr, fand Wetter Prognose für Mittwoch, den 31. Oktober 1894. fich nach und nach eine große Anzahl von Möbelwagen von Ziemlich warmes, vorwiegend trübes, regnerisches Wetter, anderen Firmen ein, die die gleiche Aufforderung erhalten hatten. mit mäßigen bis frischen südwestlichen Winden. Die Karten wurden von den Dienern eingefordert und dem Major Ebmeyer übergeben, welcher die Polizei benachrichtigte, um die Ermittelung des Urhebers herbeizuführen. 0 aufs Wenn das zutrifft, womit der Amtsanwalt seine Rede ein leitete, daß derartige Fälle dugendfach vorkommen, so er öffnet sich damit eine sehr angenehme Perspektive für alle Staatsbürger, die wegen einer beliebigen geringfügigen Ursache ihre Persönlichkeit auf einer Polizeiwache feststellen lassen müssen. Der Tischler S. z. B. ist gänzlich unschuldig längere Zeit in der Belle behalten, denn wenn man ihm eine Uebertretung hätte nachweisen können, wäre das Strafmandat jedenfalls nicht ausgeblieben; zu dem Fall Bohl aber braucht man in der That feinen Kommentar zu schreiben. Polizeichemiker Dr. Bein. Der Prozeß gegen die KaufBerliner Wetterbureau. leute Thomas und Genossen wegen betrügerischen Berkaufs von Polizeibericht. Am 29. d3. Mts. Morgens wurde ein Gichtketten wurde gestern vor der neunten Straffammer des Arbeiter im Retortenhause der städtischen Gasanstalt in der Landgerichts I fortgesetzt, nachdem die Verhandlung am Sonn Die Fernsprech- Vermittelungsanstalt II( Moabit), welche Müllerstraße erhängt vorgefunden. Auf dem Lehrter Güter- abend Abend 7 Uhr vertagt worden war. Bekanntlich hatte der bisher dem Stadtfernfprechamt 3 unterstellt war, wird vom bahnhof fiel Nachmittags ein Kutscher beim Besteigen feines in Gerichtschemiker Dr. Bein behauptet, daß das Attest, aus welchem 1. November ab in ein selbständiges, nicht etatsmäßiges Stadt der Fahrt befindlichen, schwer beladenen Kohlenwagens herab, die Angeklagten ihren guten Glauben herleiten wollten, gefälscht fernſprechamt mit der Bezeichnung ,, Stadtfernsprechamt 2( Moabit)" gerieth unter die Räder und erlitt so schwere Verlegungen, daß sein müsse, er habe es in der vorliegenden Fassung nicht ausumgewandelt. er auf dem Wege nach dem Krankenhause starb. Auf dem gestellt und vor allen Dingen nicht die Ausdrücke Heilketten" Es bleibt beim Alten. Abschläglich beschieden ist ein Ge- Grundstück Leipzigerstr. 85 wurde ein mit dem Abtragen eines und Heilzwecke" hineingesetzt. Die heutige Verhandlung begann such des Vorstandes des Vereins Berliner Droschtenkutscher an Gewölbes beschäftigter Arbeiter durch nachstürzendes Mauerwerk mit der Vernehmung des Schreib- Sachverständigen, Sekretärs Altdas Polizeipräsidium, welches zum Ziele hatte, daß der Vorstand am Kopfe und an der Brust verlegt. Abends wurde ein Ar- richter, welcher inzwischen das fragliche Attest einer Prüfung die in Droschken gefundenen, in dem eigenen Fundbureau des beiter an der Ecke der Großen Frankfurter. und Krautstraße unterzogen hat. Bevor der Sachverständige zur Abgabe seines Bereins abgegebenen Gegenstände, welche er bisher an das durch einen Mörtelwagen überfahren und an beiden Unterschenkeln Gutachtens schritt, ftellte der Vertheidiger den Antrag, den Zengen polizeiliche Fundbureau abliefern mußte, von wo sie nach einer verlegt. In der Prenzlauer Allee fiel ein Kutscher beim Ab- Dr. Bein noch einmal darüber zu befragen, welche Worte anstatt gewissen Frist wieder an das Vereins- Fundbureau zurückkehren, steigen von seinem in der Fahrt befindlichen Arbeitswagen der von ihm als gefälscht bezeichneten ursprünglich im Texte ges " Der Landgerichts- Direktor Röseler, welcher die dritte den AnUn Strafkammer des Landgerichs I leitet, wird am 1. Januar t. J. fortiten find zu rigten an B. Gent, Adalbertftraße 95. Mittwony: " Heilzwecke" geschrieben. fraglichen aus der Strafabtheilung ausscheiden und eine Zivilkammer über- sumoristischer Rauchtlub, Görligerfiraße 42 bei Bicht. der Sachverständige ist aber der Ansicht, daß Deb- Ver gerichts- Direktors Röseler durch mehrere Straffacheng Bein über = Ge Verein Touristentlub Fahne, 29 bei Salomon. Geselliger Verein Alpenrose, Brizerstraße 22 bei Graf. Brivaitheater- Gesellschaft Rometta, Pücklerstr. 2 bet Müller.( Außerdem standen hätten. Mit Bestimmtheit blieb Dr. Bein dabei, daß nachgewiesen sei, daß sie die in der Reklame aufgestellten Be-[ bet Troppens. Männer- Gesangverein Geduld, Gesundbrunnen, Buttfeine Unterschrift gefälscht sei, die übrigen durchstrichenen Worte hauptungen über die Heilkraft der Ketten wider besseres Wissen mannstraße 17 bei Mothes. Gefangverein Fretheitstlänge II fönne er als von ihm herrührend Chorineriir. 55 bet Hobect. Männer- Gefangverein Palme, Welten in der Mart, bei Zemlin. Männer- Gefangverein Georginia, Reichenbergerstreiten, bagegen habe eren weder feſtſtellen noch be- aufgestellt haben. weder die Worte Elektrische straße 24 bet Tauschte.- Myrthe, Annenstr. 9 bei Albert Bros. Heilkette" noch Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bus Irag des Bertheidigers mußte Dr. Bein Geselliger Berein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 35 bei Wolff. Worte schnell niederschreiben. Der Schreibsachverständige befundete, daß es sehr schwer sei, festzustellen, ob die nehmen. In die breitere Deffentlichkeit ist der Name des Land- felliger Verein Brüderlichkeit Georgentirchstraße Nr. 65 bet Spät. änderungen und die Zwischensähe von Dr. Bein deren Erledigung ihm oblag. Zunächst wat gelaat beter Bauten fdm eng et Unnenftr. 16 bet Gprenberg. betorit, Naunynfir. 86 bet Bubeil abends 8 Uhr.- Gefelliger Verein der Fall Soffnung, Lebusersiraße Nr. 5 bei Nemis( alle vierzehn Tage). zweierlei Handſchriften zu verfügen scheine und mit ſeiner Schrift Bolke, nachdem diese Sache durch das Reichsgericht an beaterberei roletariat, Mannfir. 83 bet stöbn. BergnügungsIn dem„ Seifen- gerein, 21 mor II Brinzen- Allee 10 vielfach spiele. Die Schrift in dem Atteste habe eine große Ver- die erste Instanz zurückgewiesen war. ee 10 bet Bergemann. wandtschaft mit der Schrift des Zeugen; er halte es nicht für Gerichtstoften, verursacht hat, hatte Landgericht3- Direttor Arbeiter- Bitber- Berein& inigtett, Manteuffelſtr. 9 bet nowadt, abends Prozeß und 10 000 Mark rett ett uns wohlergeben Neuenburgerſtr. 37 bei tegeberg. am Stopfe des Utteſtes und im Texte gemacht, und bie ausgeschlossen, daß der Zeuge Dr. Bein die Ergänzungen Röseler den Vorsitz. Für die Presse ist er dadurch von 8 Uhr, uebungsstunde.- Schafstopftlub Spar: Agnes, strutte, a bet Unterschrift geleistet hat. Die Unterschrift, die Bedeutung geworden, daß unter seiner objektiven Leitung die finger. unter der Reinschrift des Zeugnisses stehe, rühre nach seiner eßte Ausgabe des Gunmischlauch- Prozesses zur Aburtheilung geAnsicht von der Hand des Dr. Bein her, da dieselbe langte; während sein Kollege Brausewetter gegen die Redakteure ein ganz charakteristisches Zeichen trage, welches an der Unter- in dem bekannten Prozeß vom 8. Mai bis zu fünf Monaten Geschrift des Entwurfes fehle. Der Angeklagte Thomas bleibt fängniß aussprach, verurtheilte Röseler den aus derselben Andabei, daß er den Text des Zeugnisses zwar geschrieben, gelegenheit her* bekannten Anarchisten Pawlowitsch zu 14 Tagen Gefängniß. Dr. Bein aber die Aenderungen am Kopfe und im Texte vorDie jüdisch- deutsche Gesandtschaft" des Herrn Karl getlagte, habe dem Zeugen nahe gelegt, daß das Honorar von 500 M. zu hoch sei, Dr. B: sei aber bei dieser hiesigen Landgerichts I. Baasch ist bekanntlich für geiftestrant Forderung geblieben, er dann erklärt worden, seine Mitangeklagten wurden bis auf uf den Bernoch für Seilzwecke er dann 2C. machen leger der Paasch'schen Broschüre, Buchhändler Karl Minde, wolle. Das sei denn auch geschehen. Später, als das Zeugniß im März d. I. freigesprochen. Der Buchhändler Th. Fritsch ihn Dr. Bein zu sich be- in Leipzig, welcher gleichfalls beschuldigt wurde, Herrn Paasch schieden und ihm gefagt, daß die Sache wegen der Worte Beihilfe geleistet zu haben, war s. 3. erkrankt und deshalb und zu mußte die ihn werden. An Privatgenommen und seinen Namen unterzeichnet habe. Er, der te Paasch beschäftigte gestern noch einmal die vierte Straffammer Cotterietlub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siewert.- Mufit- Vergnügungs Die schiebungen indem er ſchon veröffentlicht gewesen ihm die G alle 14 Tage Conntags.) Theaterverein Nora, Admiralftr. 18 c bei Möhring.- Verein für volksthümliche Kunst, Andreasstraße 26 bei Wilte. tiger mufit- Dilettantenverein Münstermann, Sochfiraße 32 bet Wilfe. Theaterverein Freundschaft, Flottwellstrnße 5 bet Bartel. Brivat- beatergesellschaft 2iberté, wanieuffelftr. 98 bei Müller. Rauchflub Gutgesinnter Freunde, Georgenkirchftr. 65 bet Müller. Mufitverein Osiris, Mariannenftr. 31-32 bei Dobberstein. Bergnügungsverein Nord macht, Perlebergerstr. 28 bet Hermerschmidt.. Theatergesellschaft 3iel bewußt, Große Frantfurterstr. 1 bet Hermann. verein Andante, Mittwoch Abends 9 Uhr Uebungsstunde in Krüger's Restaurant, Fennſtr. 5. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwody. Sängergruppe des Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg. Uebungsstunde abends 9 Uhr, Restaurant D. Schulze, Friedrich Karistraße 34. PrivatTheatergesellschaft ei math lust, s uhr Stzung im Vereinslotal des Herrn Bülowstr. 70, Sigung und Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Lange. Theaterverein erres, Abends 9 Uhr, im Restaurant Krüger, Privat- Theater- Gesellschaft Philharmonie, Sigung mit Damen, Abends Norduhr, Seughofstr. 8 bei Behlendorf. Aufnahme neuer Mitglieder. Klub Lustig, Mittwoch, Abends Uhr, Sigung Fidelitas im Berliner und er habe bann dieſe Worte durchgestrichen. Auf Antrag geſtern zur Stelle und machte die früher von den Angeklagten in& ufti, fehen, sitting, signos 9 lbs, titans und war und Sonnabend Abend von 9-11 Uhr, Chorinerstr. 74. Touristenverein Freiheit Mittwoch, Abends 8% Uhr, Versammlung bei Buttte, Blumenftr. 54. Beuffelstr. 66. Musikdilettanten- Verein Preciosa Abends 8½ Uhr bei Geselliger Verein Unter uns, Sigung 8 Uhr bet Fischer, Geisler, Jenne und Tegelerfitraßen- Ecke, nebungsstunde, Aufnahmen. Schwimmverein Nord. Jeden Mittwoch Abend 7 Uhr Admiralgartenbad, Friedrichstraße, Uebungsstunde. Rauchtlub Grüne Quaste, Mittwoch Abends 9 Uhr, bei Gorn, Aleine Martusiir. 10. Rauchklub Granate, Forsterstr. 40 bet Zuguntte. Rauchklub Brüderlichkeit, abends von 9-11 Uhr, Wrangelstr. 84 bei Rebana.- Rauchtklub Artona, Abends 8 Uhr bei Herrn Brand, Reichenbergerstr. 122. Orientalischer Rauchklub, Abends 9 Uhr, Reichens bergerstraße 24 bet Tauschte. Rauchtlub Frisch gewagt, Abends 9 Uhr bei F. Rockendorf, Bosenerstr. 5. Rauchtlub Eiserne Pfeife, Mittwoch Io ch, Admiralfir. 83 im Restaurant Abends% 9 Uhr.- Rauchklub Meffa= und Sonnabend 9 Uhr bet Ernst Weinert, Adolfftr. 20.- Rauchtlub Nooch= Frankfurter Alle 90 bet D. Babel.- Rauchflub Ohne 8 wang, Wein bei H. Wuttte, Graudenzerstr. 2. Stat- Klub Treff. Frankfurter- Allee 90 des Staatsanwalts, der die Sache noch keineswegs für aufgeklärt vorgebrachten Bedenken gegen die örtliche Zuständigkeit des Berliner Turngenossenschaft. Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch erachtet, muß auch der Angeklagte Thomas eine Echristprobe ab- Gerichts nicht mehr geltend. Ihm wurde vorgeworfen, daß er Herrn Legen. Das Endgutachten des Echreibfachverständigen geht Paasch einen Drucker für seine Broschüre nachgewiesen, die dahin: Die Einschaltungen und Veränderungen am Kopfe des Birkulare zu derselben verwandt, die Druckbogen dem Buchbinder Attestes rühren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von der Hand Greffien zum Broschüren und Binden überschickt habe und daß des Angeklagten her. Es erscheine nicht ausgeschloffen, daß Dr. aus seiner Geschäftskasse auch das betr. Porto verauslagt worden Bein die Fähigkeit befize, zweierlei Handschriften zu schreiben sei. Der Angeklagte bestritt feine Schuld und behauptete, daß und daß die Einschaltungen, die Unterschrift u. 1. w. es sich hier um private Dienstleistungen einzelner feiner Anvon ihm herrühren. Positives fönne er nicht sagen, weil die gestellten handele, welche dieselben nach Geschäftsschluß vorihm gegebenen Unterlagen zu gering feien.- Gin An- genommen haben. Durch die Beweisaufnahme wurde diese Begestellter des Dr. Bein weiß sich nur zu erinnern, daß er im hauptung nicht widerlegt. Entgegen dem auf 4 Monate GeAuftrage des letzteren nach der Rückkehr des Dr. B. von der fängniß lautenden Antrage des Staatsanwalts erkannte der Reise wiederholt an Herrn Thomas die telegraphische Aufforde- Gerichtshof auf Freisprechung, In Gemäßheit des§ 42 Str. rung gerichtet habe, mit allen in seinen Händen befindlichen G.-B. sprach der Gerichtshof gleichzeitig die Unbrachten Schriftstücken von der Hand des Dr. B. zu ihm zu kommen. Er machung aller Exemplare der Broschüren und der betr. Platten habe auch wiederholt versprochen, zu kommen, es sei aber bei lund Formen aus. diesem Versprechen verblieben. Ein Komtorist des Angeklagten Thomas hat seiner Zeit nach dem( mit den Abänderungen und Zwischenschiebungen versehenen) Original die Reinschrift des Attestes auf der Schreibmaschine hergestellt. Er erkennt das ihm vorgelegte Exemplar wieder und ist nicht der Meinung, daß damals die Bezeich nung Polizei"-Chemiker schon ausgestrichen gewesen ist. Staatsanwalt beantragt die Vertagung, da ihm das Gutachten des Echreibfachverständigen viel zu unbeſtimmt erſcheint und er es binola do alolote abi nodoidind Versammlungen. 3 Landsmannschaft der Schleswig- Dolfieiner zu Berlin. Mittwoch, den 31. Oftober, Abends 8% Uhr, Busammenkunft der Schleswig- Holsteiner mit Damen im Bereinslokal des Landsmanns H. Saß, Margrafenstr. 102. nefti walicher pol, Tomitalit. 1§c, GiBung Gefelliger Verein Auna- Marie. Jeden Mittwoch, Abends a ühr, im Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Nord. fegestunde( spez. Arbeiterrecht). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Schule, Müllerftr. 179 a und Südost: Schule, waldemarfir. 14: deTheilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. straße 28 bei Späth. Rauchklub Die Dampfenden, Langeftr. 24 bet Jeratsch. Rauchflub Sumatra S.D., Restauration Ohlendorf, Lieg nigerstraße 40. jeden Mittwoch Abends 8 Uhr. Humoristischer Rauchtlub, Mittwoch Abends 9 Uhr bet Bicht, Görligerstr. 42.- Rauch flub Virginia. Jeden Mittwoch Abend ühr bei Schnieber, Admiralstraße 21. A. W. Sie thun am besten, ein wechselseitiges Testament errichten. Georg 106. Gefängnißstraße bis 5 Jahren. Sti Veholt. 1. Ohne Bezeichnung der Nummer nicht heraus. zufinden; das Statut giebt Auskunft darüber, wie und wann die Mitgliedschaft erworben wird. 2. Die dortige Polizeiverordnung ist uns nicht bekannt. Greg. Die Pfändung wäre berechtigt: der sog. Leihvertrag ist als ein anfechtbares und dem Gläubiger gegenüber ungiltiges Rechtsgeschäft zu erachten. erfaktlage. 241. 1. Ja, 2. Verwaltungs- Streitverfahren. Schadens wäre aussichtslos. G. W. R. 45. Berlin. Am 23. Oktober hatte der Deutsche MetallDer arbeiter Verband( Filiale Zentrum) eine Wander- Ber Briefkalten der Redaktion. sammlung bei Möhring, Admiralstraße, einberufen, in der Frau Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Batt no br 1 ad einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bortrag Wir bei jeben, der ble Antwort ertheilt werben fou für erforderlich hält, auch bezüglich der Handschrift des Ange- über Aberglauben" hielt. Hierauf begründete der Kollege Die Sprechstunde für juristische Ungelegen tlagten Thomas eingehende Schriftproben anzustellen. Der gange in flater Weise ben von ihm eingebrachten Reorganis beiten with von 12 bis 1 Uhr abgehalten. Gerichtshof beschließt, die anwesenden Zeugen zu vernehmen. fations- Plan der Berliner Filialen. In der Diskussion sprachen Der Assistent des Dr. Bein weiß von den Unterhandlungen Gebauer und Schmidt dafür und Ha back dagegen. Die zu mit dem Angeklagten Thomas nichts, hat jedoch davon Angelegenheit wird sodann den Vertrauensmännern zur weiteren Kenntniß, daß verschiedene Personen, welche Atteste von Prüfung überwiesen. Zum Schluß bemerkt der Vorsitzende, daß Dr. Bein erbaten, von diefem mit Entschiedenheit abge die Bibliothets- und Leseabende jeden Freitag, Abends 8 Uhr, wiesen worden seien und dieser wiederholt gesagt habe, bei Böhm, Dresdenerstr. 57, stattfinden. daß er Atteste zu Reklamezwecken entschieden nicht gebe. Die Frage eines Beisigers, woher es denn komme, daß man so viele Atteste des Dr. B. in den Zeitungen lese, kann der Benge nicht beantworten. Der Staatsanwalt macht wiederholt darauf aufmerksam, daß Dr. Bein entschieden bestritten habe, 500 M. für das Gutachten gefordert zu haben; er habe nur zu gegeben, 200 m. verlangt zu haben. Gegen die Angemessenheit dieses Preises auch nur für die Untersuchung einer Rheumatis Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bet Friz Alma. Sie können Geschenke innerhalb 6 Monaten durch Gesundbrunnen, Abends 8½ Uhr, bei mus Kette hatte der als Zeuge lo vernommene Assistent teyte, Echwedterstraße 38. des Giet beit, abends 8 Uhr bei stramm, eine vom Gerichtsvollzieher zuzustellende Rücknahme- Erklärung Haferland, Bellermannstr. 87. Dr. Bein nichts einzuwenden. Der Zeuge Ritterstraße 123.- Seine, Rirdorf Abends 8 Uhr, Prinz- Handieryfir. 60, zurückfordern und event. dann klagen. Dr. Bein bleibt auch angesichts des Gutachtens des Schreib- parterre. Ginigkeit, Abends 8 Uhr bei Zeige, Triftstraße 1. Alter Abonnent, Schulstraße. Für die vorehelichen Sachverständigen mit vollster Bestimmtheit dabei, daß es sich neumann, Basewalterfir. 3. Alle Kenderungen in Vereinstalender sind zu Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsitzender Adolf Kosten der Frau haftet der Mann nicht. hier um ein gefälschtes Attest handele. Er schreibe aller- richten an Fried. Kortum, Manteuffelſtr. 49, v. 2 r. Mittwoch. Uebungs dings bald mit lateinischen, bald mit deutschen Buchstaben, fehe tuner abenbé o for, Rufname von Mitgliedern. 8ted esire thetty, leistung wären erforderling, aber sofort, was er geschrieben. Norddeutsche Schleife, Schönleinstr. 6 den Zeugen Bein nicht zu vereidigen, weil er hinsichtlich der den Gemischter Chor), Rosenthalerfir. 67 bet angerein teretiufiwilligen Gerichtsbarkeit allwerttäglich statt. Der Gerichtshof beschloß, Andreasstr. 26, bet Wilte. bei Karg. Unverzagt 1, Manteuffelfiraße 9 bei Nowack. Freya I, Bernau. Hefemanu. In Berlin finden Aufnahmen auf der frei Gegenstand der Untersuchung bildenden That der Theilnahme Lichtenbergerstraße Nr. 21 bet Heise. verdächtig Der Staatsanwalt beantragt nochmals Adalbertstraße 21 bei Roll. Silaritas, Hochstraße 32.- Deutsche die Bertagung der er s T. 1. Der Gläubiger fann nicht gezwungen Vernehmung weiterer Zeugen, Ein- ft, stopnickerstraße 193 bet Foge. mit Abschlagszahlungen sich zu begnügen. 2. Der unterholung des Gutachtens eines zweiten Schreibsachverständigen ftraße 113 bet Lehmann. Gefangverein Arion III, Rirdorf, Herrmann- liegende Theil auch die Anwaltskosten des Gegners zu tragen. und chemische Untersuchung der Zinten, welche auf dem Attest und Heirfurthstraßen- Ecke, bei Weiß.-Freundestreue( gemisch. Chor), Der Gerichtshof beschließt, Friedrich fir, 44 bei Röllig.- Allegro, Wrangelfir. 141 bei 13. Schmidt. R. M. Gin Gendarm hat allerdings leider recht hohe Gr. Frankfurterstr. 138 bet Gold. Ginigteit 1( Hutmacher), Neue Schulz, Moabit. in die Erscheinung treten. Sie wollen mit dem betreffenden Rassenstatut in der Sprechstunde gelegentlich vorsprechen.. den Antrag des Staatsanwalts abzulehnen, da er die Freiheit 1, Bülowstraße 65 bet Stichter. Steinnelte, PaseVernehmung eines zweiten Schreibsachverständigen und weitere walterstraße 3 bei A. Neumann. Süd- Ost, Falckensteinstr. 7 bet Trittelwiz.iedes lust, Fürstenwalde an der Spree, Schloßfelleret. Zeugengebühren zu beanspruchen. Beweisaufnahme nicht für erforderlich hält. Der Sachmännerchor Nord: eft( früher lempner) Moabit, Embener- und Freter verständige Profeſſor Dr. Straßmann erklärt auf Befragen, Siemenstre de lechoneberg, Cyl, ie de Menſtraße 11 bei Feind. daß die Ketten die ihnen in der Reklame zugeschobenen Heil- othe Nette 1, Echöneberg, Golzfir. 43 bei klaufe. Appolonia, wirkungen nicht besigen und letztere wohl auf Einbildung der Patienten beruhen oder mit anderweitiger Besserung zufällig zusammen- ftraßen- Ecke bei Hilpert. Schneeg föckchen 2, Potsdam, Brandenburger trafen. Von einer Seite wurde neuerdings behauptet, daß bei kommunikation 16 bei Glaser.- Matengruß 3, Friedrichshagen, Rundtheil bei Berche.- Underbroffen, Lindowerstr. 26 bei Sachs.- FeldF. G. Nowawes. Wenn Sie Ihre genaue Adresse der nervösen Erscheinungen auch schon kleine minimale Ströme eine blume, Zübbenerfir. 30 bei Meyer.- Maiglöd chen 2, Reichenberger- Expedition aufgeben, wird ihnen die vollständige Lifte unter Heilwirkung ausüben, diese Ansicht stehe aber vereinzelt da. ftraße 10 bei Hoffmann. Felsenburg, Krautfr. 6 bei Rudolph. Rütli, Kreuzband zugesandt werden. Nach Schluß der Beweisaufnahme stellt der Staatsanwalt Friedenau im Kurhaus, Ring- und Rheinstraßen- Ecke. die Entscheidung anheim, der Vertheidiger beantragt die Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße= Gde bei Greinert- Soft nung 3, Brandenburg a. S., Kontordia", Wilhelmsdorferstraße. Freisprechung der sämmtlichen Angeklagten und verweist auf die zahl stedertafel eft end, Schöneberg, Kaiser- Friedrichstr. 6 bei Hentelmann. reichen Zeugen, welche die Heilkraft der Thomas'schen Gichtketten reiheitstänge 1. Staffchreiberfir. 20." Bum eichenen Stabe" bei Schöning. Arbeitergefangverein von Briz in 4 am eigenen Körper erprobt haben sollen; eventuell bittet der Be Ver bet Dorn. Geeger scher Männerchor, Landsberger Allee 156 bei Göbel. Kottbuser Harmonie, Forsierstr. 22 Tilgner. Glüh= Maiengruß 2, 1. Verjährung liegt nicht vor. 2. 5 Jahre Beitragss W. F. Ist zweifelhaft. Eiche 1, Große Frankfurterstraße 133 bei Gold. Männerchor Sub- werben, mit Abse Echo 1, Pantow, Wollant Freiheitsgruß, Gremmenerstr. 1 bei Lothringerfir. 41 bet J. Brüß. Mathies. Schneeglöden 1, Rigdorf, Hermann- und Karlsgarten 29, Vorwärts" 7, jenigen Bersonen, welche in Dr. med. Sperling unb aller berichten, ettbutte Garmon to botherly, as bei Retten anerkannt haben. Das Urtheil des Gerichtshofes lautet Charlottenburg, Wallfir. 64 bet Reichelt.- Dämmerlicht, Borndorfer fraße 17 bet Hoffmann. Edelweis 2, Potsdam, Brandenburger Rom auf Freisprechung der Angeklagten, da denselben nicht unitation 16 bei Glafer. Heimathtlänge, Röpenick, Rosenstr. 101 mundoAchtung! Achtung! en Große öffentliche Versammlung aller in der 390 = C. A., Moabit. Alter Abonnent. Ja. N. 50. 1. Einfache Schriftform genügt. 2. Ja. E. E. 100. Lohnarrest ist für Alimentenforderungen von Ehefrauen und ehelichen Kindern, nicht aber für Alimente un ehelicher Kinder zulässig. Tich. Wir glauben, die Agitationstommission ist selbständig genug, um zu wissen, welche Schritte für ihre Agitation noth wendig sind. Eine derartige Bevormundung können wir keiner Drganisation zukommen laffen, und Gie werben es begreiflich finden, wenn wir Ihr Eingesandt ablehnen. Wien Berlin. 1. Ja. 2. Wien. 3. Das Naturalisationsgesuch können Sie auf dem Polizeibureau Ihres Bezirks zu Protofoll geben: Aussicht auf Erfolg scheint jedoch nicht vorzuliegen. 77 Sachsen. Die Verpflichtung besteht leider. Orts- Krankenkaffe Tischler- Verein. Sonnabend, den 3. November 1894, in Sanssouci": Stiftungs- Felt. Stiftungs- Felt.( Stettiner Sänger.) Töpfer- Gewerbes Elektrizitäts- Werkstätte beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen zu Berlin.d heute, Mittwoch, den 31. Oktober er., Abends 8 Uhr, im ,, Kolberger Salon", Kolbergerstr. 23. SIFE Tages Ordnung: Generalversammlung 1. Vortrag des Genoffen Hoffmann über: Verkauf der Arbeiter für den Arbeitslohn auf seinen Geschmack. 2. Das Vergnügen der Gummiarbeiter in den Elektrizitätswerken und wie sich Herr Ulrich, Mitglied des Gesangvereins Syrene" dazu stellt? 3. Diskussion. am im 175/9 Die Arbeiter und Herrn Meister sind hierdurch besonders eingeladen. Zur Deckung der Untoften findet Tellersammlung statt, s Der Einberufer: Adolf Jahn, Pappel- Allee 104, Schöneberg. der Mitglieder ( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) Donnerstag, den 8. Novbr., Abends 71/2 Uhr, Lokale des Herrn Buske( früher Seefeld), Grenadierstraße 33. Zagesordnung: 1. Wahl der Delegirten: 30 Arbeitgeber und 60 Arbeitnehmer. 2. Berschiedene Rassenangelegenheiten. Eintritt zum Wahllokal haben nur wahlberechtigte Mitglieder der dies Donnerstag, den 1. November 1894, Abends 8 Uhr: feitigen Rasse; diese haben sich durch Große öffentl. Volks- Versammlung für Männer und Frauen im Lokale des Herrn Kehner, Grunewaldstr. 110. idi Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Parteitag zu Frankfurt a./m. 2. Dis. tuffion. 3. Wahl von Revisoren. 7296 Bur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. ***** Der Vertrauensmann. Pamuti olun sod das Quittungsbuch beim Eintritt in das Wahllokal zu legitimiren. Bu diesem Zweck werden die Arbeitgeber aufgefordert, den bei ihnen beschäftigten Rassenmitgliedern die Quittungsbücher auszuhändigen. 1740b Der Vorstand. Vereins- Abzeichen 2c. H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Stempel " Billets für Mitglieder à 20 Pfg., für Gäfte à 30 Pfg. find noch bei folgenden Herren zu haben: E. Löchel, Urbanftr. 65. Wulff, Brinzen ftraße 8. Litschke, Langestr. 99/100. Donner. Sorauerstr. 19. Knaak, Nostizstraße 16. Nächste Versammlung am 17. November. Ausschank der Brauerei Pichelsdorf. Fritz Zubeil 106 Lindenstr. 106 Der Vorstand. Ausschank der Brauerei Pichelsdorf. ( vis- à- vis der Neuenburgerstrasse) ( früher aunynstraße 86) empfiehlt den Parteigenossen, sowie allen Freunden und Bekannten nebft deren Familien sein neurenovirtes reunden und Bekannte Weiss- u. Bairisch- Bierlokal nebst schönem Naturgarten sowie Saal( ca. 300 Personen fassend) zu öffentlichen Versammlungen, für Vereine und Festlichkeiten. Su Mehrere Vereinszimmer mit Pianinos, 2 franz. Billards u. Regelbahnen. Mittagstisch fowie Speifen à la carte zu jeder Tageszeit zu soliden Preisen. Wiener Arbeiter- Beitung" und sonstige politische und Fachzeitungen liegen aus. Fernsprecher Amt IV. No. 1399. 2786 a guida ga od good in( diplom), 3 Für den Inhalt der Juierate über. nimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 31. Ottober. Opernhaus. Der kleine Haydn. Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. Faust. Lessing Theater. Die Kugel. Deutsches Theater. Die Weber Berliner Theater. Stüßen der Gesellschaft. Schiller Theater. Ein Fallissement. Neues Theater. Komödianten. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Ter Vogelhändler. Residenz- Theater.( Théâtre libre.) Soeur Philomène. La nuit Bergamasque. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Bellealliance- Theater. KönigKrause. Alexanderplay Theater. Ein Modell. Verbotene Liebe. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. O! diese Berliner! National- Theater. Die Weber. Reichshallentheater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Sensationell! Neu! Pusebach auf Korea. Neu! Geschwister Sarno. Mr. Chong und Neu! Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. Dem Bezirksführer des 604. Bezirks, Schornſteinfeger J. Krauſe, zu ſeinem Achtung! Chirurgische Branche. Achtung! heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch, det sämmtliche Schornsteine wackeln. straße roocht et fo! 737b Große öffentliche Versammlung Julius, komm fegen, in der Schul- aller in der chirurgischen Branche beschäft. Berufsgenossen am Mittwoch, den 31. Oktober 1894, Abends 8 Uhr, im Lokal von 3ubeil, Lindenstr. 106. Tages Ordnung: R. E. J. N. H. A. R. D. Unterstützungs- Verein Der 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Die Mißstände in unserer Branche spez. 5. Verschiedenes. 99/10 Kupferschmiede Deutschlds. beiber Firma Kettner. 4. Die Abrechnung des Streits von Papaje w 3fy. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes Kollegen, Der Vertrauensmann. zu erscheinen. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 28. d. M. ver fchied nach feſtigend. Reparaturen ſofort. Weniger ſchied nach langem Leiden unser lang Künstl. Zähne Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13 Wilhelm Hasche Passage- Panopticum.briges Mitglied 51 im 43. Lebensjahre an der Proletarierwilde Weiber rantbeit. Die Beerdigung findet ftatt aus Dahomey. am Mittwoch, 31. Oktober, Nachmittag Die Herenschankel, 4 Uhr, vom Krankenhause Bethanien alts. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Der Vorstand. 159/3 Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für das Winterhalbjahr neueste Illusion. und Kollegen zur Nachricht, daß der Montag Spezialitäten Circus Renz Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Carlstrasse. Hiermit allen Verwandten, Freunden Tischler und Parquetbodenleger Carl Stoll am 29. Oktober im Krankenhause Am Urban nach langem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 2. November, Nachm. 33/4 Uhr, Mittwoch, den 31. Oktober cr., vom Krankenhause Am Urban nach dem Abends 7/2 Uhr: Tjo Ni En. ( Beim Jahreswechsel in Peking). Vollständig neues Genre! Die Manege in 2 Minuten zur Bühne verwandelt. Mittwoch, den 31. Oktober, Abends Sensationelle Tänze, u. a. les grelots 8 Uhr: Ein Falliement. Donnerstag, den 1. November, Abends 8 Uhr: Der Meineidbaue:. Freitag, den 2. November, Abends 8 Uhr: Der Menonit. Sonnabend, 3. November, Nachmittags 3 Uhr: Schüler Vorstellung. Der Menonit. Abends 8 Uhr: Der Meineidbauer. Central- Theater Alte Jakobßraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. alten Luisenstädtischen Kirchhof in der Bergmannstraße statt. Rigdorf, den 30. Oftober 1894. J. A.: W. Müller. H. Leue. 744b Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meines Mannes sage ich vivants( Origin.) jeu des barbichons ( Original) 2c. allen Freunden und Bekannten, beson Außerdem: d. ostpr. Hengit Edinburgh bers dem Berliner Raucherbund, sowie Außerdem: d. ostpr. Hengst Edinburgh und Karoussel von 30 Pferden, vor den Meistern und Gesellen der Firma geführt v. Herrn R. Renz. Konkurrenz- Rosenow meinen herzlichsten Dank. Wwe. Hartwig, geb. Gräber. Schule, ger. von Frau Renz- Stark u Frl. Wally Renz. 1. Reitkünstlerinnen Fr. Mathilde und Amalie; d. Klowns Gebr. Villand etc. Donnerstag: Tjo Ni En. 1. Auftreten des phänomenalen Reiters Mr. Clack. Fr. Renz, Rommissionsrath. Armin- Hallen 730b Rohtabak. Grösste Auswahl. Billigste Preise. Formen, Bockfaçon, wieder vorräthig. Heinrich Franck, Brunnenkr. 185, • · Dienstag. Mittwoch Donnerstag Freitag. • 1894/95. Nord- Schule. Müllerstr. 179a. Nationalökonomie. Volksthümliche Medizin. Südost- Schule. Waldemarstr. 14. Nationalökonomie. Volksthümliche Medizin. . . Gesetzeskunde( spez. Arbeiterrecht). Gesezeskunde( spez. Arbeiterrecht). Geschichte( Sozialismus). Geschichte( neueste). Deutsch( Logik u.Rethorit) Deutsch( Logiku.Rethorit). Sonn- 12. u. 4. im Monat) Naturerkenntniß. abend 1. u. 3. im Monat) Diskutir- Uebungen. Naturerkenntniß. Diskutir- lebungen. Der Unterricht wird des Abends von 81/2 bis 1012 Uhr ertheilt. In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, in welchen wiffenschaftliche Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Die Theilnahme an dem Unterricht steht Jedem, auch nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrjächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer ( Damen und Herren) aufgenommen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld beträgt monatlich für jedes Unterrichtsfach 25 Pf.; für den SonnabendsUnterricht wird kein Entgelt erhoben. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Zahlstellen, deren se eine auch in jeder Schule errichtet ist. Die Zahlstellen sind folgende: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57. NO. Mamlok, Barnimstr. 42. Grube, Mariendorferstr. 10. NW. Windhorst, Junkerstr. 1. Vogtherr, Stephanftr. 29. 0. W. Tempel, Langeftr. 65. Werner, Bülowstr. 59. Kannen, Satten, Maße, Der Vorstand. Die Bibliothek ist allabendlich geöffnet und steht jedem Mitgliede Lampen, Rühlapparate, Buttermaschinen zur unentgeltlichen Benuzung zur Verfügung. Butterkneter, Drehrollen. Anna Bäders. Josefine Dora. Kommandantenstraße Nr. 20. Milchkübel, Giebe, Zafelwagen, 51/7 Zum 61. Male: O! diese Berliner! Säle und Vereinszimmer Große Posse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musik von Ful. Einödshofer. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. von 20-600 Personen. Bekanntmachung. Die Morgen und folgende Tage: 0, diese Ordentl. General- Versammlung Berliner! National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des fliegenden Serpentin- Ballets, arrangirt v. Balletmeister Géza Zinner. Vorher: der Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kanflente, Handelsleute und Apotheker Die Weber. findet statt am Schauspiel in 4 Aften von*** Regie: Mar Sain st. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Akten nach Blancke. Dekorationen von Müller und Schäfer. Lichtbilder v. Ludwig Richter. Flug und Fangevolution von Géza Zinner. Adolph Ernst- Theater Letzte Woche! W Charley's Tante. Schwant in 3 Aften v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe in einem Aft von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Mufit von Franz Roth. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonntag, den 4. November:: Zum 1. Male: Der kleine Herr. Schwant in 3 Atten v. Arthur Lauw. ( Novität.) Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase Mittwoch, den 7. Novbr., Abends 812 Uhr, in den Arminhallen, großer Saal, Rommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Neu- bezw. Ergänzungswahl von a) 5 Vorstandsmitgliedern der Kassen mitglieder, 2. Jordan, R. Markusstr. 28. Künstl. Zähne 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Reparat. Gesellschafts- Anzüge sofort. Theilzahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. in besten Stoffen u. größter Auswahl zu billigen aber festen Preisen empfiehlt Julius Lindenbaum, Große Frankfurterßraße 139. 1000 Modell- Regenmäntel! von 6-18 M., elegante WinterJaquets 7-15 9., Modell- Jaquets 10-18 M., Wattirte Räder mit Belzbesatz 8-20 M., elegante Golf- Capes 7-15 M. Ladenpreis das doppelte. Leipzigerstr. 91, I. Achtung! Bahnerfan, auch Theilzahl., wöchentl. 1 M., Guckel, Laufiger Pl. 2, Elsasserstraße 12. Siroh- und Filzhut- Fabrik von W. A. Peschke, Zügowftr. 30, am b) 3 Vorstandsmitgliedern der Arbeit Magdeburgerplay, empfiehlt zur bevorb) 3 Vorstandsmitgliedern der Arbeitstehenden Saison Filzhüte für Damen geber. Wahl der Kaffenrevisoren zur Prüfung der Rechnung des Jahres 1894. 3. Antrag des Borstandes auf Erhöhung der Kassenbeiträge. 4. Ermächtigung des Vorstandes: a) zur Abschließung eines Vertrages mit dem Verein der freigewählten Kaffenärzte, b) zum Beitritt zu einem Verbande gemäß§§ 46 ff. des K.-V.-G. NB. Sollte die Tagesordnung nicht erledigt werden, so werden die Verhandlungen am Freitag, den 16. Novbr., Abends 81/2 Uhr, in demselben Lokale fortgesetzt. 154/8 Nordstern- Brauerei. [ 6786 Den Herren Gastwirthen in Berlin und Umgegend empfehlen wir unser gut abgelagertes Lagerbier, hell und dunkel, sowie unser anerkannt 10131* vorzügliches Pilsener Bier. Wir sind nunmehr in der Lage, dauernd regelmäßig auch größere Quantitäten prompt liefern zu tönnen und bitten um Probe- Aufträge. Die Direktion. Telephon Amt III No. 493. Berlin N., Veteranenstr. No. 8. Karton- Arbeiterinnen! Die Fabrit von Cohn u. 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Hofmanus Festfäleu, Oranienft.180. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1894. -8. Regelung der Beitragssammlerstellen. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Es ist nothwendig, daß alle Mitglieder am Blaze sind. das kleinste Menschentin b. 234/4 Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. maschinen, alle Größen billig. Braun, Lothringerstr. 108. Bur 7366 Potsdamer Tonne Seidel 10 Pf. Seidel 5 Pf. Säle zu Versamml. u. Festlichkeit., auch Sonntags, Oranienstr. 180. Empfehle nach wie vor meinen fräftigen Frühstücks- Mittags- und Abendtisch. 9932 Ausschank vom Münch. Brauhaus, Grünauerstr. 25 sind noch sehr frd!. Wohn., 1 u. 2 Bimm., Rch., Korr. u. Zub. sofort od. später preiswerth zu verm. Möbl. Schlafstelle bei Behbe, Genthinerstraße 39. 726b KI. separate Stube oder Schlafstelle 190b Wrangelsfr. 140, v. 2 Tr. r. Möbl. Schlafstelle verm. Bürschel, Oranienftr. 187, Seitenfl. 1 Tr. 191m Möbl. Zimmer Lindenstr. 13, Erfurth. Möbl. 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E Der Gewerkverein christlicher Berglente Derlammlungen. Ich fage: Sie haben nicht nur ein von der Natur gegebenes| eines folchen Gebahrens hinzugefügt. Trogdem war auf Antrag Recht, Sie haben sogar die Pflicht behufs Wahrung der Staatsanwaltschaft gegen ihn ein amtsgerichtlicher StrafIhrer materiellen Interessen Vereinigungen zu bilden. befehl über 5 M. erlassen worden. Dagegen hatte der ReSie haben diese Pflicht als Mensch, als Familienvater datteur Berufung eingelegt, über die am Sonnabend vor dem für den Ober: Bergamisbezir! Dortmund ist, wie im Intereſſe Ihrer Gesundheit und Ihres Daseins. Schöffengericht eine kurze Verhandlung stattfand, die mit einer und Ihrer Gesundheit Freisprechung endete, weil der Angeklagte in seinem Zusage den wir bereits gestern mitgetheilt, am letzten Sonntag in Essen Im Interesse Ihres Daseins definitiv begründet worden. Wie beim ersten Kongreß, so hatte haben Sie die Pflicht, mit Rücksicht auf die Gesundheitsgefähr. Empfindungen des Patriotismus durchaus Genüge gethan hätte. lichkeit, die ein langes Arbeiten unter der Erde im Gefolge hat, Gegen die verwittwete Gräfin Reichenbach zu Breslau sich auch diesmal eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft ver- auf möglichste Abkürzung der Arbeitszeit hinzuwirken und ebenso verhandelte die Strafkammer zu Sagan ain 25. Oktober in nicht eint, um die Bergleute vor„ unüberlegten Schritten" zu bewahren. auch soweit thunlich eine Lohnaufbesserung zu erstreben.( Bravo.) öffentlicher Sigung. Die Anklage warf, nach der„ Germania" Etwa 300 Delegirte von evangelischen und katholischen Arbeiter& fönnte eingewendet werden, das Kohlensyndikat hat sich be- der Genannten fahrlässigen Meineid vor, welchen dieselbe bei bezw. Knappenvereinen waren anwesend. Dieſelben sollen 157 Ver- reits zu dem Zwecke gebildet, um eine materielle Besserstellung einer Vernehmung vor dem Amtsgericht geleistet haben sollte. eine mit 19 747 Mitgliedern hinter sich haben. Das große Wort aber der Kohlenindustrie, also auch die der Kohlenarbeiter zu schaffen. 14 Beugen waren geladen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft führten die Herren Paftoren und Kapläne, die Beamten der Berg Die Gründung des Kohlensyndikats ist zweifellos eine gesunde wurde beschloffen, die Deffentlichkeit auszuschließen. Die Verbehörden, Fabrifbefizer u. f. w. Nachdem der Vorsitzende die Verfammlung mit dem üblichen Hoch auf den Kaiser eröffnet, teeilte sich Idee. Allein einmal ist doch zu befürchten, daß das Kohlen- handlungen dauerten 4/2 Stunden und endeten mit der Verfyndikat durch eine Preissteigerung der Fabritate die Konfu urtheilung der Angeklagten zu sechs Wochen Gefängniß. Bekannt der Herr Berghauptmann Täglichsbeck, das Wort zu nehmen, menten schädigen könnte und andererseits ist es doch bedenklich, lich ist es gerade nach fatholisch- tonservativen Blättern die Sozialdamit sein Hiersein und sein Echweigen bei den Verhandlungen dem aus Unternehmern bestehenden Kohlensyndikat die Wahrung demokratie, welche der„ Meineidspest" Borschub leistet uns nicht etwa falsch gedeutet werde. Er sei der Einladung der materiellen Interessen zu überlassen. In England hat sich geachtet der Statistit, welche darlegt, daß gerade dort, wo die gefolgt, weil es zu den Pflichten seiner Stellung gehöre, sich über eine Vereinigung der Färberei- Industrie aus Arbeitgebern und Sozialdemokratie erfolgreich ihren segensreichen Einfluß ausübt, Die Bergarbeiter- Bewegung und über die Beziehungen der Berg Arbeitnehmern gebildet, die den Zweck hat, eine Erhöhung der am wenigften Meineide geleistet werden. arbeiter zu ihren Arbeitgebern zu informiren. Ich bitte Sie aber, Färbereiprodukte und damit gleichzeitig eine Aufbesserung der So fuhr der Redner fort, aus meiner Anwesenheit feinerlei Löhne zu bewirken. Eine ähnliche Vereinigung in Deutschland Echlüsse zu ziehen. Obwohl ich im Auftrage der töniglichen würde ich mit Freuden begrüßen. Ich bin der Meinung, eine Bergbehörde und der föniglichen Staatsregierung hier erschienen Preissteigerung von 5 pet. muß auch eine Lohnerhöhung zur Eine imposante öffentliche Versammlung der Musikbin, so beabsichtige ich nicht, mich an Ihren Debatten zu betheiligen. Sie wollen also aus meinem Echweigen nicht ein Folge haben.( Beifall) Meine Herren! Es ist doch nicht zu instrumenten- Arbeiter, die am 29. Oktober in Sanssouci tagte, Einverständniß mit den hier gehaltenen Reden oder sonst irgend Roblenrevier immer mehr Boden gewinnt.( Rufe: Sehr richtig!) füllte, berieth über die Frage: Wie stellen sich die Kollegen zum verkennen, daß die Sozialdemokratie auch im rheinisch- westfälischen und den großen Saal nebst Galerie bis auf den legten Plaz welche Beziehungen meiner vorgesetzten Behörde zu dem Kongreß wenn wir der Sozialdemokratie den Boden untergraben und die entnehmen.( Beifall.)- Das Schweigen des Herrn Berghaupt- Arbeiter dem Christenthum erhalten wollen, dann müssen wir in seinem Referate nachgewiesen hatte, wie nothwendig es ist, bevorstehenden Lohnkampf?" Nachdem Genosse Hoffmann manns war somit verdeutlicht genug. ponse die berechtigten Forderungen der Sozialdemokratie zu den unsrigen daß alle Arbeiter durch zeitigen Anschluß an ihre Organisation Es wurde sodann in die Statutenberathung eingetreten. daß alle Arbeiter durch zeitigen Anschluß an ihre Organisation Der§ 2 enthält die wesentlichsten Forderungen. G3 heißt machen. Das ist unsere Pflicht als Menschen und als Christen. theilnehmen an dem Kampf zur Verbesserung ihrer Lohn- und dort, daß der Verband die Hebung der moralischen und sozialen nehmern und Arbeitgebern, wir wollen unsere Mitglieder zur der Opportunität eines ähnlichen Vorgehen, wie es vor kurzem Wir erstreben ein friedliches Verhältniß zwischen den Arbeit Arbeitsverhältnisse, begann die rege Diskussion über die Frage Lage der Bergarbeiter auf christlicher und gefeßlicher Grundlage Arbeitsamkeit, Sparsamkeit und Nüchternheit erziehen, damit sie den Zapezirern beträchtliche Erfolge gebracht hat. Die zahl bezwecke und dies zu erreichen sucht durch: a) Die Herbeiführung eines gerechten Lohnes, welcher dem sich der allgemeinen Achtung auch der Arbeitgeber erfreuen. reichen Redner, welche das Wort nahmen, stimmten darin überWerthe der geleisteten Arbeit und der durch diese Arbeit be- Bir wollen aber auch auf gefeßlichem Wege dafür wirken, daß ein, daß die Konjunktur dafür jetzt, wo die großen Aufträge die Arbeiter einen den heutigen Lebensbedürfnissen entdingten Lebenshaltung entspricht. eingegangen seien und die Lieferungen bis zu Weihnachten fertig es möglich sein, den sprechenden auskömmlichen Lohn erhalten. Nur so wird gestellt werden müßten, eine günstige sei; fast überall von uns geschaffenen Gewerkverein würden Ueberstunden gemacht. Da sei es an der Zeit, gegen die schlechtesten Werkstellen vorzugehen. Seit Jahren hätten die 8u fräftigen und zu erhalten.( Lebhaftes Bravo.) Diese Rede verräth bei aller Gegnerschaft doch, daß der Sprechertleinen Fabrikanten, um den großen Schmugtonfurrenz bieten zu fich mit der wirthschaftlichen Lage des Boltes beschäftigte und daß tönnen, immerfort Abzüge gemacht, die fich die Kollegen nach er die Fühlung mit diesem noch nicht verloren hat. Wie ganz Lage der Dinge ruhig gefallen lassen mußten. Wie dann auch in anders nimmt sich hingegen das sozialistenwüthige Gebelfer des den besseren Wertstellen Reduzirungen erfolgten, wurde auf die allerchriftlichen Herrn Pastor Weber( M. Gladbach) aus, der Löhne der Konkurrenz hingewiesen. Eine Besprechung mit den also losdonnerte: Ich bin genöthigt, ausdrücklich zu betonen, Kollegen der schlechtesten Werkstellen zeitigte auch das Resultat, daß wir Evangelischen nun und nimmermehr und in keiner daß diese eine Aufbesserung ihrer Löhne für nöthig halten; in Weise mit den Sozialdemokraten zusammengehen können. Ich einigen Fabriken wurde jedoch an der Einigkeit der Kollegen die b) Die Einschränkung der Schichtdauer, soweit solche zum Echutze von Gesundheit, Leben und Familie geboten ist. c) Ein Mitbestimmungsrecht über die Verwendung der in die Zechen- Unterstüßungskassen fließenden Beiträge. d) Eine Vermehrung der Kontrollorgane zur Ueberwachung der Durchführung der bergpolizeilichen Vorschriften. Zu ersteren find thunlichst praktische, erfahrene Bergarbeiter zu verwenden. e) Eine zeitgemäße Reform des Knappschaftswesens. Im§ 4 werden als Mittel zur Erreichung dieses Zweckes genannt: = eine " in Lohnfragen und bei berechtigten Wünschen und Beschwerden, wir müssen die Sozialdemokratie mit aller Energie belämpfen gezweifelt, von denen die wenigsten organisirt find. Im Laufe denen Eingaben und Petitionen an die Werksverwaltungen, Berg von irgend einem Zusammengehen mit dieser Partei kann zu der Debatte nannte man ein Dugend Fabriken, in denen behörden, Regierung, Parlamente, belehrende und bildende Bor etwa 25 prozentige Aufbesserung der dort gezahlten träge auf dem Gebiete der Berggesetzgebung, des Bergbaues und feiner Zeit die Rede sein. Wir Evangelischen müſſen jede Ge- Hungerlöhne besonders dringend erforderlich sei. Daneben der Bestrebungen der Bergarbeiter in anderen Revieren und Ländern. meinschaft mit den Sozialdemokraten aufs entschiedenste zurück- soll in den übrigen Fabriken Aufrechterhaltung der Arbeitszeit, weisen.( Beifall.) d. h. Einstellung der Ueberarbeit, gefordert werden; dann können Nun, die guten Bergarbeiter werden nur zu bald an ihrem Ins gleiche Horn tutete der Generalsekretär des Hirsch die Kollegen, welche dort neu eingestellt werden müssen, nicht eigenen Leibe erfahren müssen, daß die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit eine Illusion, sie werden nur zu bald, christlich oder Duncker'schen Bergarbeiter- Gewerkvereins, der Bergarbeiter Streifbrecher in denjenigen der schlechteren Werkstätten werden, nicht, den Gegensatz der Interessen beider wirthschaftlicher Bersammlung von dem Herrn Vorsitzenden gegen mich gerichteten jedoch die Meinung, daß, wenn in einer Fabrik die gesammten Walter( Gelsenkirchen): Ich will auf die am Anfange der wo etwa eine Arbeitsniederlegung nothwendig wird. Es herrschte Gruppen herausfühlen und sie werden in die Reihen der Klassen- Versammlung Gruppen herausfühlen und sie werden in die Reihen der klassen Angriffe nicht weiter antworten, sondern nur im Namen des Kollegen einig sind, der Unternehmer die Forderung bewilligen bewußten Arbeiter abschwenken. Deswegen hat es auch keine Bedeutung, wenn im§ 8 gesagt wird, daß sich jeder Eintretende Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereins erklären, daß auch wir in den wird, da er jetzt nicht sämmtliche eingearbeitete Kollegen gehen als ein Gegner der sozialdemokratischen Grundsätze und Be- Sozialdemokraten unsere ärgsten Feinde erblicken und daß wir laffen kann. Freilich war man sich auch darüber klar, daß die ftrebungen bekenne. Die Nemter des Zentralverstandes sollen uns an den hier begründeten chriftlichen Gewerkverein anschließen auf diese Weise erreichbaren Erfolge nach Weihnachten wieder ebenso wenig, wie die des sogenannten Ehrenraths nach Fähig wollen.( Lebhafter Beifall.) Vorf. Brust: Ich freue mich über die verloren gehen, wenn die Kollegen sich teiner Organisation anteit, sondern nach Konfessionen vertheilt werden; dem Letzteren, foeben abgegebene Erklärung und bekenne, daß die Hirsch- Dunder schließen. Dies zu thun wurde daher den zahlreichen AnwesenJetzt gelte es, die günstige Beit der gewiffermaßen die Oberaufsicht ausübt, sollen auch schen Gewerkvereine meine vollsten Sympathien haben.( Beifall.) Es den dringend angerathen. evangelische und fatholische Geistliche und Laien angehören. wurden hierauf Bergarbeiter Brust( Altenessen) zum ersten, Berg- wahrzunehmen, die Aussichten auf Erfolg seien gute, schon das Trotz dieser Satzungen, die eine wunderbar naive Anschauung arbeiter Wahl( Wattenscheid) zum zweiten Vorsitzenden, Berg- bloße Bekanntwerden der Abficht, in eine Lohnbewegung einzutreten, Troß dieser Satzungen, die eine wunderbar naive Anschauung über die Aufgaben eines Gewerkvereins verrathen, scheint den arbeiter Noop( Gelsenkirchen) zum ersten, Bergarbeiter Röster habe verschiedene Fabrikanten veranlaßt, von selbst kleine Zulagen Herren, die die Statuten entworfen haben, doch die Thatsache möllner( Niemke), Walter( Schalle), Kleufens( Braubauerschaft), folcher Fälle wurden mitgetheilt. Einstimmig beschloß die Ver ( Frohnhausen) zum zweiten Schriftführer und die Bergarbeiter zu machen oder angekündigte Abzüge zurückzunehmen. Mehrere aufgebämmert zu sein, daß selbst ihre bescheidenen Forderungen den Unternehmern, sobald sie nur mit Nachdruck betont werden, Boßhoff( Essen), Höcker, Henning, W. Köster, Sückemann( Harpen), fammlung, in allen Wertstellen mit aller Energie für die Aufviel zu weit gehen, und daß es dann auch zu Maßregelungen Ullrich und Blum( Dortmund) und Berse und Berger( Bochum) rechterhaltung der Arbeitszeit einzutreten und jede ueberarbeit tommen werde; betonte doch Herr Brust, der Vorsitzende selbst, zu Beisigern gewählt. Aus der Zahl dieser soll der Kassirer zurückzuweisen. Mit großer Majorität wurde ferner folgende Resolution angenommen:" In Erwägung, daß die Löhne in eindaß er im Jahre 1889 als christlicher Bergarbeiter, trotzdem gewählt werden. Wir wiederholen, was wir schon früher betont, wir wissen, zelnen Fabriken von Jahr zu Jahr heruntergedrückt worden sind, er gegen den Streit agitirt habe, wie ein räudiger Hund" von der Zeche gejagt worden sei. Man hat deshalb im§ 24 Unter- daß dem schönen Traum der Harmonie ein baldiger Raben beschließt die Versammlung, in den schlechtesten Fabriken in den stügungen vorgesehen für solche Mitglieder, welche wegen ihres jammer folgen wird; weit entfernt den Verband zu fürchten als Lohnkampf einzutreten, um die Löhne auf die alte Höhe heraufGintretens für den Gewerkverein gemaßregelt werden sollten. Bollwert" gegen die Sozialdemokratie, heißen wir ihn will- zuschrauben, und eine Kommission von 12 Mitgliedern zu wählen, Die übrigen Paragraphen, es sind deren 27, enthalten wenig tommen als Vorschule für dieselbe. wesentliches. Nach Beendigung der Statutenberathung hielten die gefcheitelten und geschorenen Herren Protektoren des neugebackenen Verbandes eine Rede, wobei es sich wieder zeigte, daß der fatholische Kaplan bei weitem besser, als sein evangelischer Amts begriffen hat. Es war der Kaplan Dr. Oberdörfer, der sich folgendermaßen äußerte: " Gerichts- Beitung. welche die erforderlichen Maßnahmen zu treffen hat." Nachdem diese Kommission ernannt, ging die Versammlung mit einem Hoch auf die Lohnbewegung der Klavierarbeiter auseinander. Dermischtes. bruder, die soziale Frage und das Wesen der Sozialdemokratie Kutscher beschäftigt. Als G. eines Morgens auf den Hof fam, unentive von der Polizeiverwaltung durch folgendes an den Stückes Wo wird dem Arbeiter sein Recht? Der Droschken futscher G. war bei dem Fuhrherrn und Echmiedemeister 2. als Der Polizeikampf gegen Hauptmann's ,, Weber" geht weiter. In Hirschberg wurde die Aufführung des fand er einen anderen Kutscher das bisher von ihm gefahrene Gefährt waschend vor. Dies war für G. ein untrügliches Zeichen Theaterdirektor gerichtete Schreiben verboten:" Ew. Wohlgeboren Meine Herren! Ehe Sie zur Vorstandswahl übergehen, fehe dafür, daß er entlassen sei. Er packte demzufolge seine Sachen, Rede, die ich auf dem vorigen Kongreß gehalten, hat vielfache während welcher er arbeitslos nach seiner plötzlichen Entlassung Da dieses Schauspiel, welches u. a. auch das au freizende sog. ich mich veranlaßt, einige Worte an Sie zu richten. Meine ließ sich von L. seine Papiere geben und ging. Für die Zeit, fündigen auf dem heutigen Theaterzettel an, daß sich das Gerhart Hauptmannsche Schauspiel„ Die Weber" in Vorbereitung befindet. Anfeindungen und Mißdeutungen erfahren. Ich bin angefeindet war, es waren dies 11 Tage verlangte er von 2. eine begründende Gewerkverein einen Fonds schaffe, damit er unter bei dem er diesen Anspruch geltend machte, erklärte sich indessen Darstellung die Entwickelung und den Verlauf der aufworden, weil ich gesagt habe: es ist nothwendig, daß sich der zu Lohnentschädigung in Höhe von 38,50 M. Das Gewerbegericht, schlesische Weberlied" enthält, in ten benziöser, der AufUmständen im stande sei, die materiellen Intereffen seiner Mit für unzuständig, denn der Beklagte machte den Einwand, daß er ständischen Bewegung der Handweber des Eulengebirges in den glieder wahrzunehmen, und weil ich Sie davor gewarnt habe, als Schmiedemeister Mitglied der Schmiede- Innung sei, welche Ständischen Bewegung der Handweber des Eulengebirges in den Die Sozialdemokratie zu beschimpfen, da Zeiten kommen könnten, ein eigenes Schiedsgericht habe, vor welches gewerbliche Streitig brückt werden mußte, behandelt, so müssen wir von einer öffent vierziger Jahren, welche bekanntlich mit Waffengewalt unterin denen Sie genöthigt sein werden, mit den Sozialdemokraten feiten gehören. G. wandte sich nunmehr an das Innungs- lichen Aufführung des Schauspiels hierselbst eine Gefährdung gemeinschaftlich zu kämpfen. Ich betone ausdrücklich, daß ich Schiedsgericht. Dieses erklärte sich jedoch ebenfalls für unzu- der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit befürchten. Wir diese Aeußerungen vollständig aufrecht erhalte.( Beifall.) Meine ständig, da die Klage aus dem Fuhrbetriebe resultire. Der untersagen daher Ew. Wohlgeboren die beabsichtigte Aufführung Herren! Was thun die Arbeitgeber? Sind denn in den Unter Fuhrherrn- Innung gehört aber 2. nicht an. Wo wird nun dem dieses Schauspiels. Im Falle der Zuwiderhandlung gegen dieſes nehmerverbänden nicht Christen und Juden, Freifinnige und Arbeiter sein Recht? Verbot werden wir gegen Sie eine Ordnungsstrafe von 30 M., Ronfervative, fa sogar Deutsche und Ausländer? Und glaubt man vielleicht die Sozialdemokratie zu bekämpfen durch Beschimpfungen? Die Gerichtsverhandlung gegen den stud. jur. an deren Stelle im Falle Ihres Unvermögens eine Haftstrafe ben Durch wüftes Schimpfen ist noch niemals eine Idee aus der Welt Johannes Steinke wegen seines rohen Benehmens gegen von 3 Tagen tritt, feftſeßen." geschafft worden. Eine Idee wie die sozialdemokratische ist durch zwei Damen auf der Straße foll noch ein Nachspiel haben. Der soll gegen das Verbot der Beschwerdeweg beschritten werden. Beschimpfungen nicht zu widerlegen. Ich habe nicht gesagt, Sie akademische Senat der hiesigen Universität wird dem Vernehmen Gegen Fabrikanten, die durch Lohndrückerei und Arbeitszeitsollen sich mit den Sozialdemokraten zu einem Verbande vereini- nach sich mit der Angelegenheit beschäftigen. Zunächst wird der verlängerung der Aufreizung zum Klaffenhaß zehnfach ärger gen, das liegt mir vollständig fern. Aber ich bin der Meinung, junge Jurist" am schwarzen Brett vom Universitätsrichter auf Vorschub leisten, als dies durch die Weber" geschehen könnte, baß Beiten eintreten tönnten, wo sie genöthigt sein werden, mit gefordert, feine Wohnung im Amtszimmer anzugeben. Was hat die Polizei bisher noch keine Strafandrohungen bereit gehalten. Den Segen des Privatbetriebs in Dingen, die der den Sozialdemokraten gemeinschaftlich zu handeln. Und deshalb weiter mit dem gebildeten Rüpel geschieht, dürfte hoffentlich be leidenden Menschheit besonders zu gute kommen sollen, legt eine warnte ich Sie, die Sozialdemokratie zu bekämpfen. Und ich fannt werden.' dan fage: Sie haben ein Recht, fich zu vereinigen, um ihre materielle Die Stellung des groben Infngsparagraphen zu den Mittheilung der Münchener medizinischen Wochenschrift dar. Lage zu verbessern. Verzeihen Sie, wenn ich in dieser Ver- Empfindungen des Patriotismus wurde in einer Anklage wegen Sie berichtet, daß das Dyphtherie- Heilserum in dem unter Leitung fammlung einen Ausspruch des Papstes in Rom anführe. Der groben Unfugs dargethan, die gegen den verantwortlichen Re- Sir Joseph Listers stehenden British Institute of preventive Papst sagt in einer Enzyklika: Die Arbeiter haben das natür batteur des Lokal- Anzeigers" erhoben war, weil diefer bei der Medicine selbständig hergestellt und zum Selbstkostenpreise( Dofis liche Recht, sich zu vereinigen, um ihre materiellen Interessen Entlassung der franzöfifchen Offiziere aus der Festung in Glab 50 bis 70 Pf.) verkauft wird. In Deutschland stellt sich, dank wahrzunehmen, und der Staat hat die Verpflichtung, derartige die Nachricht gebracht hatte, daß das dortige Publikum die ent- der Herrlichkeit und Unantastbarkeit des Privatbetriebes, der Bereinigungen, wenn sie auf chriftlicher und gesetzlicher Grund- lassenen Offiziere begrüßt und mit Blumen beworfen hätte. Er Berkaufspreis auf 5 bis 10 m. Deutschland ist aber auch das lage geschaffen sind, anzuerkennen. Ich gehe aber noch weiter hatte jedoch der Mittheilung den Ausdruck starter Mißbilligung Land der Sozialreform. " Seitens der Theaterdirektion Höchst beachtenswerth! Liest man die vielversprechenden Ankündigungen schwindelhafter Ausverkaufs- Geschäfte der Garderoben- Branche, so könnte man wirklich glauben, daß die Waaren fast verschenkt werden. Demgegenüber muß sich wiederum jeder denkende Mensch sagen, daß wirklich gute und reelle Waaren noch immer Geld kosten. 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