Re.»t ♦ 5». y Ausgabe B Ut.il 9esat9ptH»t ■btMmit.aai- A.■wraatt»-« fw au&on», Mtou«a�ibn. PsH. Wiug: Monatlich 10.- SR, ijn. Zu. »»vungogedlldr. Umrt ftrrujbant) für »outfchlond ans DcOmtich 16» 32, fSi da» Sdrige 3lu,Iaad bei»glich einmal. I»»!t»llilag Zt.» M. Postt». pellungea nehmen an Oeiterreich, Ungarn Tlchecho-Slomalel. Düne» wart. Hellend. Luxemdurg, Schwede» »»d die Schwei».— Eingetragen t» die Peft-getwng»»Pret»I>ite. Der»vorwSrt«� mit der Senniag» terlnge.Boll und Zeit»«nd der Unten- haltungodetlag« �etmwelr' ericheint ,«chentdgltch zweimel. Sonntag» aal Montag, r....... Abend Ansgabe reiegramm.«dreiste �d»,tat»an,»rra» v ert»«�. berliner VolksblclN ( 20 Pfennigs Anzeigenpreis» Dt» achtgeipaltene Stonvareillezek« kostet 6.— M.. Tnierungszuschlag ,0°/». »Kleina Anzeigen- da» iett» gedruilt» Wo« l.- 51(julüfflg zwei srNgedruckte Worte), lebe» weiter» Wort 60 Big Slellengesuche und Schlafstellenanjetgen da« erste«ort 66 Big. lebe»»euere Wort 40 Pig. Sorte über Ii Buchstaben zählen für »«ei Worte. leuerungszufchlag Wft, ssamilien» Anzeigen istt Abonnenten gelle 2,— St. polilifch» und gewerb» schaktliche Beceiuo-Anzeigen I.— 38. die gelte ohne Aufschlag «nzeigen für die nächste lstumtner müssen bi» 6 Ah» nachmittag» t» Hauptgefchäft. Berlin SW 68. Linden» strafe S. abgegeben werben ivedssnet »oa 9 Uhr Irüh bi» i Uhr abend» �entralorgan der rozialdcmokratifcben Partei Deutfchlands Keüaktlon und Expedition: 6tO öS, Linöenstr. 3 gfernsprecher: Amt Mortiipl«?. Nr. llil SV— 16I S7 � Montag, den 7. Februar 19551 vorwärts»verlag G.m.b.H., SW öS, Sinöcnftr.Z Kernkprechrrt Am« kNoritzplatz. Nr. ll7Sa-Kt Mflöfung des L.G.e. Das preußische Sieaksminfflerlum hak. wie wir von auk unterrichteter Seite erfahren, in seiner letzten Sitzung beschlossen. das eandesStonomiekolleglum avszv- lösen, ebenso die Vreslauer Landwirtschaft»- t a m m e r wegen der bekannten Vorgänge am 27. Januar, wo der Vorsitzende der Kammer eine Huldigung für den früheren Kaiser darbrachte und die ofsizieven Vertreter der Re- gieruugausdem Saalgedräagt wurden. » Dieser Beschluß de» Etaatsministerium» ist durchaus zu begrüßen. Es ist an dieser Stelle wiederholt dargelegt wor- den, daß da» Landesötonomiekollegium lediglich eine Sinekure für adlige Agrarier ist und daß seit dem Bestehen der amtlichen Landwirtschaftsvertretungen kein Raum mehr da sein darf für die Ueberreste einer früheren hohenzollernschen Kabinett»- Politik. Die Auflösung der schlestschen Landwirtschaftskammer war die einzig mögliche Antwort der Regierung auf die u n g e- h e u e r l i ch e Provokation, die der Vorsitzende jener Kammer, der Junker v o n K l i tz i n g. und ihre Mitgsteder am 27. Januar vollbrachten. Damals feierte die Kammer ihr 2öjähriges Bestehen. Der Borsitzende hielt eine Ansprache, die in eine Verherrlichung Wilhelms ausklang, und die junker» lichen Mitglieder hörten sie stehend an. Die anwesenden Ber» treter der Regierung. Oberpräsident Bitter(Oppeln) und Re- gierungsprasident Iaenicke(Breslau) sowie Oberbürger- meister Wagner(Breslau) blieben bei der Monarchenhuldi- gung sitzen. Dafür wurden sie angerüpelt und unter Tumult aus dem Saale gedrängt. Klitzing schloß seine Rede mit dem Ruf:.Mit Gott für König und Vaterland!" Daß eine solche monarchistische Huldigung in einer amtlichen Körper- schaft der Republik nicht ungesühnt bleiben konnte, ist selbst- verständlich. Die Auflösung der Kammer ist nur die logische Folge der Provokation. Auf Grund des neuen Wahlge- setze» für die Landwirtschaftskammern wird demnächst die Neuwahl stattfinden Dann wird das einseitige Privileg der Großgrundbesitzer über Kleinbauern und Landarbeiter hoffen- llch für immer gebrochen werden. Proteste geyen öen Milliaröenwahnsmn. Am gestrigen Sonntag haben in Deutschland eine große Reihe von Protestkundgebungen gegen die Milliardensorde- rung der Entente stattgesunden. In Hamburg demonstrierten, wie bereit» gemeldet, die Mir- gerlichen Parteien, während die Kommunisten eine Gegendemon- stration veranstaltet hotten. Die bürgerNche Versammlung war von mehreren zehntausend, die kommunistische nur von mehreren tausend Personen besucht. Nach den Versammlungen kam es, wie uns ein eigener Bericht au» Hamburg meldet, zu mehrfachen Zusammen- pößen zwischen deutschnationalen und kommu- ni st Ischen Demonstranten, wobei die Sicherheitspolizei ein» schritt und sowohl schworz-weiß-rot» wie rot« Fahnen konfiszierte. verschiedentlich versuchten deutschnational» Gruppen, einzelne Kom- munisten zu oerprügeln. Doch ist e, zu ernsteren Zwischenfällen nicht gekommen. Unser« Genossen hatten sich von beiden Kundgebungen ferngehalten. Eine Mllnchener Kundgebung vor der Fekdherrnhalle mit einem Obersten als Redner verlies ganz in alldeutschem Stile. In Leipzig war e» dagegen die U.S.P.. die in einer Massen- Versammlung gegen die Ententesorderung Stellung nahm. Reichs- tagsabgeordneter Eeger bezeichnete die geforderte IZprozentige Abgabe von der deutschen Ausfuhr als die Erdrosselung de» deutschen Handel», wogegen die deutsche Arbeiterschaft ener- gisch Widerspruch erhebe. Eventuell müsse die internationale Ar- beiterschaft zurWaffedesBoykotts greifen, die sie schon ein- mal gegen Horthy-Ungarn angewandt Hab«. In der Diskussion wurde der Ruf noch Wiedervereinigung der deutschen Arbeiterschaft von mehreren Rednern erhoben. Einen sehr stürmischen Verlauf nahm dagegen die von den Un- abhängigen in Frankfurt a. M. einberufene Versammlung im Schumann-Throter. Kommunistische Eprengkolonnen stärken planmäßig da» Referat Dißmonn». e, wurden Feuerwerk»- kärper auf die Bühne geworfen und bllnd« Schüsse abgegeben. Die Oersammlung endete in Spektakel. In Dresden fanden mochwalle Kundgebungen sämtlicher Parteien statt. Die bürgerlichen wie die sozialdemokratischen Par- teien und die Gewerkschaftsoerbänd« hatten zu Massenversammlungen eingeladen, in denen die Redner auf» schärfsie gegen die maßlosen Forderungen, die eine Versklavung des deutschen Volke» bedeuten. protestierten und ihre Ablehnung forderten. In Nürnberg bildete sich nach einer bürgerlichen Protest. Versammlung ein vemonstration»zug von Alldeutschen, der vor da» Hotel marschierte, in dem eine belgische Abnahmekommission sich vor- übergehend aufhält. Ein Exzeß wurde dadurch verhindert, daß der Wirt eine schworz-weiß-rote Fahne heraushängte. Dagegen nahm eine von den bürgerlichen Parteien in vre- nie« einberufen« Protestverfammlllng einen geordneten Verlauf. Eine?welte Reöe Llopü Heor�es. Pari»,?. Februar. Wie die Agence Hava» au» London meldet, sagte Lloyd George in einer zweiten Rede In Vinning- ham. die der inneren Politik England, gewidmet war. der englisch« Handel befind« sich augenblicklich in einem Zustand des Niederganges, aber Großbritannien werde dies« Periode über- stehen, wie t* die Zeit der napolevnischen Krieg« überstanden habe. England habe e« mtt unvermeidlichen Schwierigkeiten zu tun. wie st« immer auf»inen großen Krieg folgten Ein Regierung». Wechsel würde die Lage nicht ändern. Man könne die erschöpften Kräfte Europa, nicht mit den verbrauchten Mitteln der alten libe- ralen Politik wiedergewinnen. Der Niedergang de» Handels habe sich mit erschreckender Plötzlichkeit gezeigt. Alle Völker der Welt kitten darunter. Man könne nicht mehr auf den Wechsel- tur» zählen, der fortgesetzten Schwankungen unterworfen sei und stabilisiert werden müsse. Lloyd George erklärte ferner, er glaub«. Deutschland mache kein« Anstrengungen, um zu«in«? derartigen Stabilisierung zu ge- langen. Deutschland sei eine starke und mächkige Ration. E» müsse bezahle», wenn seine Mark aar einen Penny wert sei. dann müsse man st« für«tuen penuy berechnen. Wenn er demnächst Reich»- minister Simon» in London sehen werde, werde er ihm bemerken. daß Deutschland kein« wirklichen Anstrengungen mache, um zu be- zahlen. England habe schlimmere Stunden erlebt, und e» sei ihrer Herr geworden. E» werde den gegenwärtigen Schmie» rigkeiten mit derselben Tattrast gegenübertreten. E» könne st« de- kämpfen, wenn die Einigkeit unter allen Engländern fondesteh«. Nach einer weiteren Hava,meldung sagt« Lloyd George noch. er glaube, daß die deutsche Mark ein wenig tiefer stehe, als es sein dürste. Wenn erst die Entschädigungssumme festgesetzt sei. werde di« Mark etwa» weniger schlecht stehen., Briand will feftbleiben. Pars». 7. Februar. tWTV.) Nach dem.Matln" soll Minister- Präsident Briand erklärt haben, er werde nicht»inen Milli» metrr von der Stellung abweichen, di» er in der Re- parationsfrage eingenommen Hab«..Matin" fügt hinzu, die Deut- schen müßten wissen, daß die französische Regierung bei dem Ab- kommen von Pari» di» an die äußerst« Grenze de» E n t- gegenkommen« gegangen sei. Aehnlich wi« an da» englische, richtet sich Briand setzt auch an da» amerikanische Volk mit einem Aufruf, in dem er um Unterstützung in der Wiedergutmachungsfrage bittet. Frankreich und polen. Part», 7. Februar.(WTB.) Sonnabend abend Ist im Namen >der französischen und der polnischen Regierung oor der | Abreise Pilsudski» folgende gemeinsam« Erklärung durch Hava, oerbreitet worden: Die Regierungen von Frankreich und Polen haben, gleichmäßig besorgt um ihre eigene Sicherheit und um die Sicherstellung de» Frieden» von Europa, abermals die Gemeinsamkeit der Interessen, die die beiden befreundeten Länder vereint, an- i erkannt. Sie sind übereingekommen, ihren Willen kundzugeben, ihre Anstrengungen zu oereinen und zu diesem Zweck für die ver» teidigung ihrer höheren Interessen in enger Fühlung mit- �einander zu bleiben. Da» offiziöse.Petit Parisien" schreibt, die gemeinsame Er- klärung der französischen und polnischen Regierung bedeute Aufrecht- ! erhalrung der ausgezeichneten freundschaftlichen Beziehungen und gegenseitig» Unterstützung. Sie sei jedoch nicht al» ein sor- melier Vertrag auszulegen. Da» Blatt bestätigt, daß Verhandlungen über Wirtschaft- gliche Fragen sortgesetzt würden, die jedenfall» zu einem H a n- delsvertrag führen würden, ähnlich demjenigen, der jüngst mit der Ijchecho-Slowakei unterzeichnet worden sei. • .Chicago Tribüne' meldet, der Hauptzweck der Reise PissudsN» sei gewesen, di« Absttmmung in Oberschlesien zugunsten Polens zu beeinflussen und gleichzeitig in dieser Frage einen Druck auf England auszuüben Sollte da, wirtlich der Fall fein, so darf man Pilsudskye Mission al» gescheitert ansehen, da ein fester Lertrag nicht zustandegetommen ist. Al, Grund hierfür sühn .Chicago Tribüne" an. Froi-kreich wünsch» erst da» Ergebnis der Abstimmung und die neuen Grenzen Polens zu kennen. bevor e» sich zum Abschluß einer militärischen Allianz bereit findet. die Kommum'stenverhastun»en in Paris. Pari», 7. Februar.(WTV.) Der Generalsekretär der.Humanite" D u n o I» sowie der Syndikalistensühre? Gresselhue» werden beschuldigt, Geld au» Moskau empfangen zu hoben, um bolsche- wistische Propaganda in Frankreich zu betreiben. Dunois wurde verhaftet, Greffelhue» einstweilen in Fr?!heit gelassen. .Humanite" meldet, daß 13 000 Soldaten der Arme« Wränget in die Fremdenlegion«ingetreten seien, und ver» langt darüber Auskunst von Briand. Vie Einheitsfront. M» Herr Hergt zum erstenmal geftagt wurde, wie er über die Verbreiterung der Regirrungsbasis nach rechts und links dächte, antwortete er erschrocken, das würde seiner Partei 4 Millionen Wähler kosten. Herr Hergt bemerkte aber bald— oder wenn nicht er. merkten es die andern—, daß er mit diesem Ausspruch die zweitgrößte Dummheit seines Lebens gesagt hatte, eine fast ebenso große wie mit seinem unsterb- lichen Wort über das ganz ungefährliche amerikanische Heer. Der Führer einer Partei, der mit dem Munde das Baterland über alles stellt, hatte sich in der ersten Ueberraschung als ein Wahlmathematiker dritten Ranges entpuppt, als ein Mann, der nicht in Kontinenten, sondern in Mandaten denkt, und darum sind seitdem viele Worte daran verschwendet und ist viel Tinte darüber vergossen worden, diesen ersten peinlichen Eindruck zu verwischen, Run hat dieser politisch« Führer mit der durchgehenden Zunge selber in Stettin das Wort in dieser Sache genommen, und es ist nicht uninteressant, feine Einrenkungsversuche zu beobachten. Er erklärte, daß er sich sowohl dem Grafen Westarp wie den Abgg. Becker und Rießer gegenüber sofort für die Herstellung einer Einheitsfront ausgesprochen, nur die Modalitäten seien der Kernpunkt der Meinungsoerschie» denheiten gewesen. Herr Hergt oersäumte aber nicht, seinen gespannten Hörern mitzuteilen,«» könne sich dabei nur um eine Einheitsfront der beiden Rechtspar. teien handeln, mit der Sozialdemokratie lehne die Deutschnationale Partei ein Pak- t i e r e n ab. Wir sind sehr glücklich, mit Herrn Hergt darüber einig zu sein, daß ein Paktieren zwischen Deutschnationalen und So- zialdemokraten in keiner Weise in Betracht kommt. Wir freuen uns aber auch, durch feine Rede bestätigt zu finden, was wir schon neulich als unsere Ueberzeugung aussprachen, daß es den unentwegten Rechtsern nur darauf ankommt, eine Ein- heitssront der bürgerlichen Parteien unter ihrer Führung gegen die Sozialdemokratie. gegen die Republik, den sozialen Fortschritt und eine vernünf- tige Außenpolitik herzustellen. Das kam sehr klar in der Stetttner Rede des Herrn Hergt zum Ausdruck, in der es u. a. heißt, daß es sich zunächst um eine„mehr formale Ein- heitssront" nach außen handle, daß es aber dann„nach unserer Auffassung" zu einer wirklichen Koalition auch im Innern kommen müsse. Sind damit die„Unstimmigkeiten" im deutschnationalen Lager beseitigt? Das scheint doch nicht ganz der Fall zu sein, denn am selben Tage, an dem Herr Hergt in Stettin zur Sammlung gegen die Sozialdemokratie aufrief,«rNärte Graf Westarp in der.�kreuzzeitung" unsere Auffassung von dem innerpolitischen Zweck der„Einheitsfront" für ganz irrig. Graf Westarp findet zwar, daß wir in der Entwaffnungsfrage„ver- sagt" hätten, hat aber dann doch die Gewogenheit, mit herab- lassender Miene folgendes auszuführen: In der Betonung der Unannehwbarteit der Reparattvnsforde» rungen und in dem entschiedenen Protest gegen die durch die Rot« und durch da» Interview Lloyd George» angedrohten Sanktionen aber Hot die Sozialdemokratie im Reichstage an der Seite der dürgerl'chen Parteien ihren Mann gestanden. Die zusammensasse«>de Red« de, sozialdemokratischen Reichstog»prästdenten Lobe war würdig und fest.... Wer jetzt in Wahlversammlungen spricht, und dabei, wie e» ja gar nicht anders möglich ist, da» Pariser vittat und den Widerstand dagegen in den Vordergrund seiner Erörterungen stellt, wird es bald an sich selbst merken, daß so manche» Kampsmiltcl gegen die orderen Parteien, ja selbst gegen die sozialdemokratische Vorherrschast. da, er sich sonst zurecht gelegt hatte, nicht mehr recht anwendbar«scheiuen will. Die Worte de» Grafen Westarp sind gerode gut genug dazu, um in Versammlungen den durchschnittlichen deutsch- nationalen Verleumdern um die Ohren geschlagen zu werden. Im übrigen weisen wir aufs schärfste die Anmaßung zurück, die darin liegt, daß ein Führer der deutschnationalen Partei un» anderen in Fragen vaterländischer Gesinnung Zensuren austeilen will. Dazu sind diese Herrschaften, die durch ihre standesdünkelhaste. eigensüchtige und bornierte Politik da» deutsche Boll ins Elend gestürzt haben, zu ollerletzt berufen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft hat im Kampf iür die Rettung des deutschen Gesamt volkes die ungeheuersten Opfer gebracht. S i e war e» nicht, die Deutschland in einen aussichtslosen Krieg hineinstieß. S i e war es nicht, die durch ein herausforderndes Kraftprotzentum und durch Ablehnung jeder besonnenen Friedenspolitik di« Niederlage förmlich her- aufbeschwor. S i e hat sich auch an dem Krieg und an der Niederlage nicht bereichert, und s i e steht nicht als Wacht am Geldschrank, wo es gilt, dem Lande zu gewähren, was e, zum Leben braucht. Sie hat für Deutschland und das deutsche Volk vielmehr in dauerndem Kampfe gestanden gegen die Konservativen, die Volk und Land zugrunde lich» teten, bis diese schließlich es nickt mehr wagten, mit ihrem eige- nen Namen an die Oeffentlichkeit zu treten und sich schamhast i die«DeutschnaUonalen" nannten. Graf Westarp hätte wirklich Besseres zu ttin, als uns So- zialdemokraten mit hoheitsvoller Miene Zensuren auszuteilen. Er sehe sich lieber im eigenen Lager um. er wird dor' genug Dummheit und Eewissenlosigkeit finden, die zu bekämpsen— im richtigen Sinn dieses so ost schändlich miszbrauchtc» Wortes — wahrhaft vaterländische Psticht ist. Wenn die„D e u t�l ch e Tageszeitung" mit der„Freiheit" genieiniume Sache macht, um die deutschen Kundgebungen gegen die pariser Be- schlusse zu verhöhnen, wenn bayerische Deutichnatlonale sich mit den Kommunisten verbrüdern, um einen kindisch-aber- witzigen Kriegsrummel zu inszenieren, wenn Max Mauren- breche r in der„Deutschen Zeitung" orakelt, es sei Aufgabe Deutschlands und es gehöre sttzt wenig dazu, Frank- reich„in den Äbgnmd zu stoßen" und wenn er die französischen Kommunisten als Deutschlands größte Hoffnung preist, dann gibt es für einen deutschnationalen Führer, der noch eine Spur von Berantwortung-gefühl im Leibe hat, wahrlici) genug zu tun! Toller ist es noch nie in einer Partei drunter und drü- ber gegangen. Niederschmetternder hat sim noch nie die p o» litische Unreife eines Teils des deutschen Volkes manifestiert als in dem gegenwärtigen kopflosen Durcheinander- quirlen der devtschnationalen Meinungen und Richtungen. In der gegenwärtigen außenpolitischen Krise gibt es für das deutsche Volt keine schlimmere Gefahr als das Trüben jener Leute, die gar nichts gelernt und alles vergessen haben. Gegen diese Gefahr kämpfen wir Sozialdemokraten aus Liebe zu unserm Volk und Land, die wir nicht in überström-nden Phrasen, wohl aber durch opferreiche Taten bekundet haben. Was wir brauchen, das ist die Einheits.ront gegen Deutschlands i-'nere Verderber! Erst wenn( i e geschaffen ist, haben wir festen Loden unter den Füßen, öffnet sich ein Weg der Rettung! Seamte, merkt es l Eine unglaubliche Deschirnpfunz der Derline? Beamten leistet sich die Groß-Berllner Beilage der„T S g l. R u n d s ch a u". Eine gewisse Magda Trott aus M»droy, die von durt aus ganz genau steht, was In Berlin vorgeht, erzählt folzendc Geschichte: Eine Dome geht ln» Rathaus, um dort für sich und ihre Töchter die Wählerliste einzusehen. Sie stehen nicht darin, die Beamten aber verweigern Ihr jed» Äuskiärung und Hilfe, indem sie untereinander tuscheln, die Dame würde ja doch nicht link» wählen. Man gibt ihr den Trost auf den Weg, doß es auf lkre Stimme nicht ankäme! Da entschließt sich die eine Tcchter der Dame, sich als „Sozialdemokratin" zu maskieren(zerrissene Bluse, blaue Schürze usw.). sie verlangt kategorisch, die„Sozialdemokratische Liste" zu sehen, woraus alle Beamten tn Liebenswürdigkeit zer« fließen und sofort s.» wie ihre Mutter und Schwester in die Wählerliste eintragen. So werden in einer„humvristllchen" Geschichte die Verlmer städtischen Beamten ohne den Schatten eines Beweise» der unerhörtesten Parte llchkeit, ja sogar schwerer Amtsvergehen b«> zichtigt. Jeder, der mit Wahllachen wirtlich zu tun gehabt hat. weiß, daß eine derartige parteiliche Behandlung völlig ausge- schlössen ist. Die Beamten sollten sich diese nationalistisch« De. schlmpsung merker. und am 20. Februar mlt einem sozial- demokratischen Stimmzettel die Quittung daraus er» teilen._ Fürsorge für die Kriegsopfer. Zu der Erklärung des Zentralverbandes der Angestellten(siehe Sonntag-Morgenausgabe de»„Vorwärts") schreibt un» Reichstags- abgeordneter Genosse R. Meier au» Zwickau: „Auf Grund meines unter obiger Ueberschrift erschienenen Artikels find mir au» den Kreisen de» Zentralvirbande» der Ange- stellten und von Angestellten einzelner Lersorgungsämter mehrere Schreiben zugegangen, au» denen zu entnehmen ist. daß der Ab- satz 2 des Artikels in einigen Punkten völlig mißverstanden worden ist. Wenn die Bnefschrciber der Meinung Ausdruck geben, ich hätte gegen die Beamten und Angestellten der Dersorgungsümtcr pajflonsspie! im Großen Schauspielhaus. Richard Wagner wollt« eine Tragödie dichten, deren Held nicht in Schuld verwickelt werde. Tie alte Methode der Tragiker, einem Menschen irgendwelche Sünde auszuladen und die Verwicklungen zu zeigen, die hernach zur Bcstrafunz oder Erlösung de» Sündigen führen, mißfiel dem Grübelnden. Wäre e» nicht höher, wäre es nicht reiner, em Menschenkind, da» jedes sittliche Recht fordern darf, nur durch des Daseins gefährlich« Kräfte zu zerstören? Wäre es nicht mehr mit einer Anerkennung von Gottes ungeheurer Allmacht vereinbar, den Menschen ohne kriminalistische Belastung an den Tod zu leiten? Und Wagner wars Worte für ein Trauerspiel Christi hin. Die Theorie der Tragödie, die ihn plagte, ist verlockend. Sie entspricht einem Gefühl, da» die Möglichkeit einer magischen Schuld im großen Menschen überhaupt verwirft. Gut und Lose gäbe es da überhaupt nicht, c» gab« nur die Wahrheit, daß ein Mensch in Schicksale hineingestellt sei, die er zu überwinden hat. Gegen die Rächermoral wehr! sich die Moral der Wissenden, die de» Himmels Blindheit und Laune verleumden, mag der Himmel auch längst entgöttert sein und eine? sehr irdischen Erde außerordentlich ähneln. Wagner schrieb I»m Christu»spiel nicht. Die Frommen des Mittelalters dichreten aber diese» Leidensipiei in den europäischen Ländern vielfältig. Sie nannten es auch die Passion, eben da» Leidensspiei. D. h. Jesu», der Mensch, der allmählich zum Kreuzes- tode gelangt, wehrt sich nicht. Cr bietet sich geduldig allen Streichen dar. Er ist ohn- Schuld. Er wird gemartert, ohne Verfehlung be- gangen zu haben. Die Frommen de» Mittelalters freuten sich an dieser Diutschau. Sie erfüllten die Schau cfl mit abschreckender Wahrhaftigkeit und Grausamkeit. Sie verbrämten und milderten auch mit ausgelassener Komik oder peinlicher Schweinerei, was ein verstocktes Christengewissen durchschütteln sollt«. In zwei Ichrhun- derten blieb Zeit, für diese Passionsstücke«inen Sprouistil herauszubilden. der die Greuel beseitigt«, der den llnsiat der Passionsschreiber säuberte und den Zuschauer wirklich ergriff. Im Passionsspiel d«r fronzöstschen Brüder Greban spürt man diese Säuberung. Wilhelm Echmidtbonn. die diele» FraazSüsch verdeutschre. ist sehr zu loben. Er formt gläubig, ausopsermd. oow. Warte beglückt. Trotzdem.— Im Tempel der Roruc. aufgeführt vor den Tau- senden, die Erbauung suchen, klänge da» Spiel mit seiner eintönigen Weichheit vielleicht manchmal auf. Vielleicht auch zu den Nicht- frommen, die gern das Gotteshaus meiden. Denn Musik ist in den Versen des Spiel» Schmidtb mn» Verzückung. Lobpreisen der Qual und Untertänigkeit vor der Marterung halfen. Er wollte doch kein Theaterstück wiederbeleben. Er wollte nicht die Volkstümlichkeit Oberammergaus übertreffen. Sein Ziel war Vertiefung, Derflachung bestimmt nicht. Die allzu derbe, die allzu liebe Dirklichk-it dämpfen 'schlechthin Vorwürfe erhoben, so ist diese Auffassung durchaus falsch. Es konnte mir gar nichi einfallen, gegen die gewerkschasrlich orgcmisicrten Ange'»Uten und Beamten allgemein Vorwürfe zu er- heben Mcine Kritik richtet sich in er er Linie gegen die die Äcr- forgnngsämter teilenden Warnten, die sich meisl aus den Kreisen der ehemaligen Offiziere rekrutieren und die doch auch zu den De- amten gehören. Ich habe ausdrücklich geschrieben: Ein Teil der Angestellten und Beamten Hot an der schnellen Durchführung des RVG. kein Interesse und habe hinzugefügl, daß die Reibungen Zwilchen den verschiedenen Gruppen diese» Beamienkörpers bekamil sind und daß darunter dir Arbeitslei ung der Wrlorgungs- ämter nicht gefördert werde. Daraus kann unier keinen Umständen ein Vorwurf allgemeiner Art herausgelesen werden: der Vorwurf richtet sich gegen den Teil der Angesieliten und Beamten, die an den vorhandenen wenig rrireulichen ZusiSnden nicht ganz schuldlos sind. Die Tatsache selbst kann nicht bestritten werden. Die mir zur Verfügung stehenden Unterlagen werde ich, sobald ich wieder nach Berlin komme, dem Zenttaiocrbond der Angestellten zugänglich machen, der sich, wie ich au» einzelnen Schreiben entnehme, für Abstellung etwaiger Mißstände einsetzen wird und schon eingesetzt hat. Wenn ich ferner aus den Zuschriften sestlle'len kann, daß ge- rade der Zenmolverband der Angebellten an der möglichst schnellen Durchführung des RVG gleich uns Interessiert ist. so freue ich mich darüber und hoff», daß e» mit Hilfe de» Zentralverbande» und der verbände der Kriegsbeschädigten gelingen möge, in allen Dersor- gungsämt-rn recht bald Verhältnisse zu schaffen, die die Gewähr bieten, daß die armen Kriegeapser nicht darunter leiden." Wir denken, daß nach dieser Aussprache von beiden Seiten die Erörterung der Frage im.vorwärts" geschlossen werdcn kann. Ein»besorgter" Vater. Aukwsminister Haenisch war jüngst in Königsberg und hotte dort u. a. die Lehrerschaft nach der Etadtholle berufen, um mit ihnen über Ausbildung», und Besoldungsfragen zu sprechen. Da ohne Lehrer kein Unterricht stattfinden kann, fiel er an jenem Tag« aus Ein gewisser L. hat sich nun gedrängt ge- sehen, dem Kultusminister die schriftlich« Aufforderung zu senden. ihm den Betrag von iü M.„für«ickgangrnen bezahlten Schulunter- richt zu erstatten".(Der Herr hat fünf Schulkinder.) Wenn binnen vier Wochen die Angelegenheit nicht erledigt sei, werde er„gegebenen- falls" den Rechtsweg beschreiten. Sclbstverständ'ich ist dieser Brief eine» um die Ausbildung femer Jungen vorbildlich besorgten Vater» nicht nur an den Munster Hoeni'ch, sondern auch an die„Körngsderger Allgemeine Zeitung" gesch ckt worden, von wo er m ch den Weg in die„Tägliche Rund- schau" genommen hat. Die Veröffentlichung war ja wohl auch der Zweck der Uebung. Ha« der besorgte Herr L. oder ein anderer seiner Gesinnungsgenossen jemals revoltiert, wenn unter Wilhelm II. aus äußerlichen Anlässen(nicht au» dienstlichem Interesse) der Schulunterricht ausfiel? Und wie ost ist er z. B. während de» Krieg»» ouszefasien, so daß weite Kreise von berecht g- ter Sorge um Bildung und Erziehung unsere» Nachwuchses erfüllt waren. Aber damals hat dieser„besorgte" Vater und mit ihm die „besorgte" Rechtspresse nicht das mindeste einzuwenden gehadti Ernährunasnot un) Lanöverscbwenöunp. Im„Marker" lefen wir folgend« zutreffenden Ausführungen: „Bei Groß-Köris liegt ein Gut Wilhelminenhof, den Mehnerlchen Erben gehörig. Es ist zirka.TOS Morgen groß und für lOSl) M.(eintausend Mark) nur aus l Jahr verpachtet. Dieser niedrige Preis rechtfertigt sich dadurch, daß dem Gute stg- lichcs lebendiges und totes Inventar fehlt. Es ist»in« einzige Kuh darauf. Die Löndereien liegen verödet und unbewirtfchaftct da. Schon feit mehreren Iahren wird das Land weder gedüngt noch bestellt, fo daß es völlig heruntergewirtschaftet und er- t r a g l o s ist. Der Pächter hat kein Interesse, da er immer nur auf ein Jahr pachten darf: damit das Gut, das zum Derkouf« steht, sederzeit verköufllch ist. Wie kann die Behörde bei unseren Ernährungsnö'en zusehen, daß SSV Margen Ackerland vor den Toren Berlins unbewirischaftet und brach liegen: wo doch ge- setzliche Bestimmungen erlassen sind, nach denen in solchen Fällen Zwangsbewirtschostung eintritt! schon die französischen Brüder. Es dämpft noch mehr die Sanstheit de» deutschen Dichters, der sich psaimobieren erquickt. Und nun wird alles wieder auf da» Ricscnschougerüste gezerrt. sogar zusammengestrichen für da» Theater, sogar zurechtgemacht für die Unsrommen auf dem'Sperrsitz. Pcssionsfpiel, dos vielleicht Realismus der ganz Naiven fein kann, wird plötzlich Maschinen- realismus für die ganz verwöhnten und Klugen. Die Bildkunst der Schlichtheit wird schließlich dcch nur aus der rührenden Gedrungen- heit und Starrheit zum zerfließenden Bewegungsbild verwandelt, das der Scheinwerfer mit de» Lichtmeister» Künsteleien überschüttet. Die Künstelei ist das Schädliche. Die Musik der Orgeln und der Soprane, hervorgeholt und zubereitet nach schlichter Kirchenharmonie, schließt nicht mehr die Augen de» Hörenden, der innerlich olle Passion erschaut und z'tiert. Eugen Klopfer ist Jesu». Die Geste der HeiliZkelt, die von Heiserkeit etwas gehemmte Schmeichelei der todfnrderndsn Rede, das bietet er aus. Die Ienscltigkcit läßt sich nicht erwerben, nicht von ihm, nicht von Lina Lossen, die Mario» Klagen weint. Einen Augenblick, da olle Kindelein um Lesum drängen, und da er das schmächtigst in die Arme nimmt, um es mit sich zu tragen, wandert die heilige Ergriffenheit durch den Raum. Bald zcrslattert das meiste Di« Maschinerie arbeitet, es schweigt die beseelend« Emp- findung. Max Hochdorf. Volkszählung l» 2ap«m. Di« neuessen Zeitungen aus Japan entha'ten genaue Angaben über da» Ergebnis der ersten nach moder- nen Grundsätzen vorgenommenen volkszöhluna vom 1. Oktober 1520. Danach Ijat das eigentliche Japan»in« Einwvlmerzahl von 55 961140 Seelen, wovon 28 042 995 männlich und 27 918145«eib- sich sind, und zwar in 11222 05? Hauchaiten. Di« Zählung hat demnach 2 126 187 Seelen wenixer ergeben als d'ejenig« von 1918, aber nichi weil die Bevöikeruna Japans in der Abnahme begriffen wäre(das Gegenteil ist der Fall), sondern weil die bisheri�n Zäh'ungen einfach die Famsiienreolster zur Grundlage nahmen, wo es leicht vorkommt, daß Toi« noch jahrelang a's lebend und Ehe- fraoen oder Adoptierte doppelt geführt werd«n. Die neueste Zählung ergibt für Japan fo'gend? 14 Großstädte mit über ICO 000 Einwohnern: Tokio(2 173 162), Osaka<1 252 972), Kode(608 628). Kioio <591 305). Ragosa(420 990), Iokohama(422 9421, Nagasaki(176 654), f iro'chim«(160 504), Hakodate(144 740), Kano awa(129 320), Sendai(118978), Oioru(108113). Sapporo(102571) und Kago- 'chima(102 396). Rechnet man die beiden nur durch die bekannt« Meerenge getrennten Städte Schimcnosetti und Modschi als statisti'ch« Einheit,(o ergiebt sich eine weitere Großstadt von 144 028 Ein- wohne-n. Besonders zu beachten ist die Häufung der E oßstädte um O'aka, dos mit Kobe und K>oto zu'ammen auf 2 452 OOS Seelen und damit dem Komplex Toklo-Jokohmna mit feinen 2 596104 See» len nahezu pleichkommt. Zu den 55,96 Millionen Einwohnern des eigentlichen Japan kommen nach der Zählung vom 1. Oktober 1920 ruf der Insel F o r m o I a 3 654 398, auf S a d) a l i n 105 765 Lvrien, während für Korea noch eine älter«, nicht aus«zaklcr »Parole doorn/ Ist dem Herrn Reichswehrmintster bekannt, daß durch einen Garnisonbesehl des Kieler Siationskommandv» vom 25. Januar(gez. Hermann) für den 27. Januar die Parole „Doorn" ausgegeben wurde, also am Geburtstage de» Exkaiser» sein Wohnsitz. Wa» gedenkt der Herr Reichswchrininister gegen der- arlize monarchistische Demonstrationen höherer Som- mandobehörde» der Reichswehr zu tun?— Wir begnügen un» mit einer Antwort durch die Tat! Deutle Arbeiter in Enalan). von der Deutschen Wohltätigkeits-GejeUschast in London er- halten wir eine längere Zuschrift, in der an der Hand von chorokte- ristischen und höchst betrübenden Beispielen davor gewarnt wird, nach England auszuwandern. In dieser Zuschrift heißt«» u. a.: „Es sind an» Fälle bekannt, wo zurückgekehrt« Deutsche ih i asten vor dem Kriege innegehabten Stellungen wieder erhielten, laiche aber nach einigen Woche» insolgeOpposition ihrer Arbeilsgenossen wieder aufgeben mußten. Infolgedessen sind diese Leute bald aller Mittel entblößt, ge- roten in größte Rot und verlangen von un» die Mittel zur Rückreil«, die wir in den wenigsten Fällen bewilligen können, da uns leider die Gelder für solche Zwecke durchau» fehlen.... E» ist genau wie früher, daß meisten» Unkenntni» und Dummheit die Leute au» ihren wenn auch kleinen, aber doch für ihren Lebensunterhalt immerhin genügenden Derhältnissen von Deutschland in das Ausland treibt, wo sie dann in die grötzt« Rot geraten. Warnen Sie daher auf da»entschieden st« vor der Auswanderung noch England, falls nicht sehr reichliche Mittel vorhanden sind, die für den Lebensunterhalt eine, halben llahres hier au»r«ichen." Diese Warnung ist um so notwendiger, al» die Zahl der A r- b e> t» l o s« n in England ungeheuer groß ist und noch täglich wächst und man den englischen Ardeitern nicht zumuten tonn, deutsche Ein- »anderer, deren Zustrom die Verhältnisse aus dem Arbeilsmarkt dort nur noch verschlimmern kann, mit besonderer Begeisterung aufzu- nehmen. Soweit sich aber Deutsche bereit» in England befinden, so erwarten wir bestimmt, daß die englifchen Gewerkschaften jeder northclifseartizen Hetz« entgegentreten, die da» ohnedies scgwrre Lo« unserer Leindes, und Klassengenossen nur noch unerträglich« machen würde._ 740 Kühe aus flmerlka. Der Dampfer„Wcst-Arrow" mit den amerikanischen Milchkühen an Bord Ist gestern abend in Bremerhaven eingetroffen. Do der Wasserstand der Weser die Weserfahrt erlaubt, ist der Dampfer slußaufwärt» gefahren und heute früh in Bremen eingetroffen, wo der Transport ausgeladen wird. E» handelt sich um rund 740 Kühe._ die amerikanische t>eeresve?mlnSerung. Pari», 7. Februar.(WTB) Nach hier vorliegenden Meldungen aus Washington hol das Reprösentantenbaus trotz de» Beta» des Präsidenten Wilson die Entschließung zugunsten der Herabsetzung de» Essektivbe stände» de» Heere» aus 175 00V Mann wiederum angenommen. llrfeli im Franksuri« Kommunisten prozeh- Der Prozeß vor dem Frankfurter Schwurgericht gegen die acht de» Landfrieden»- bruch», der Plünderung usw. beschuldigten Angeklagten, ging Sonn« abend nachmittag zu Eni«. Die Eclchworenen versagten»inem_ An- gerlo->ten mildernde Umstände und fprachen drei der Rädelsführer schuldig. Einer wurde freigefprochen. Da» Gericht verurteilte den ZOsährigen Fuhrmann Johann Heydt zu fünf Monaten, den lOjäh- rigen Valentin Hundler und den 2l)jährigcn Josef Weis zu sieben, den 28jährigen Wilhelm Steigerw�ld zu neun, den 20jöbrigen Emil Hermes und den SOjährigen Arbeiter Otto Rgbalezyk z» 18 M»> naten Gefängnis und den 89jährigen Fuhrmann Paul Müller ZU zwei Jahren und drei Monaten Zuchthau«. Taue nkuvdgebung in vöhmen. Die Bohemia berichtet«m« N» u t i t s ch e i n über eine Massenkundgebung deuticher Bauern gegen die n-'litärfchen Requisitionen im deuischon Gebiet. An der Kundgebung hätten ungefähr 10 000 Bauern teiige- nommen. Zählung beiuhcnde Zisser von 17 284 207 Einwohnern angegeben wird. D.S. japanischer Anzelgenstil. Während bei un« der Anzeigenteil der Zeitungen meist trocken, dürr und marktschreierisch ist, hält man im modernen Japan noch an der schwungvollen Woetkunst des alten Orient fest. Ein Deifplel dafür ist«ine Annonce, die kürzlich der Inhaber eine» Worenhaufe» in Tokio veröffentlicht«.„Uns«« Ber» käufer," heißt es hier,„sind so liebreich und freundlich, wie«in veter. der einen Gatten für feine Tochter sucht, der er kein« Mitgift geben kann. Zu allen Zeiten und bei jedem Wetter wird man Sie bei un» mit derselben Fr-ude begrüßen, wie-inen Sonnen. strahl der au» dunklen Molken bricht und die trüb» Natur mtt Helligkeit überglänzt." Ein anderer Kaufmann preist in demselben Blatte feinen Weinessig an und nennt ihn„saurer al» die Zunge der bösesten Schwiegermutter". Eine konsumgrnossenschast für Schrislstcllee. In der außerordentlichen Haupioerjammlung de» Schutzverbande» Deutscher Schrlfisteller ist ein Ausschuß zur zenossenschaftlicken Besorgung aller schriftstellerischen Bedarfsmittel eingesetzt worden. Einen großen Teil der Schriftstellerhonorare beansprucht heute dos tech- Nische Handwerkszeug. Diese Ausgaben können durch eine Konsum. genossenschest wesentlich herabgemindert werden. Es würde sich zunächst um den Engroseintauf von Popi«(Schreibmaschinen- und Schreibpapier. Kuverts), um die Errichtung eine» Abschristensekrs- teriot». um einen Journallesezirkel und eine Büchertausch. und Bücherverkoussselle handeln. Der Ausschuß hat die Verbindung mit Papiersirmcn und für die Lesorgung der Journale, mit dem Sortiment aufgenommen. Eine Sklnkbombennilacke vollführt««in hcchverehrsiches Pubst- kum im Münchener Schauspielhaus bei der siebenten Aufführung von Schnitzler,„Reigen". Bemerkenswert ist. daß die Initiative in diesem Falle von den„Damen" ausging. Es Ist wie immer bei ein« gewissen Serie von Klafchbafen: die Reaktion oerdrängt die Aktion durch Seusationen und Skandale. Der Schluß der heiteren Satire mar. daß die Direktion erklären ließ, sie werde das Stück vom Spielplan(chsetzen. Schutzleute schritten ein, die Demonstranten entfernten sich und da» lieb« München hat wieder seine Ruhe. Iii der Bolttbübne ist„Kavit&t Brasideunb« vekelning- von Semod kSow mit stiiebi ick Ha titzler als Sovttöit Sratzbound und Helene tzeddmer al» Lady Eicrly Aaynsscte In Batbereiiung. Regie> Ärgen F e b l i n g. Tie KefeBsckatt ttir BolkSbtldnng tlstweburger Str. ZI) vera«- flallet im stidaun"> nd S'ör.i«ine Reibe ooit Baeträaen„flu» der Zeit- Ii" d e Zeit- im in atzen idöi iaal des kiinli-eivcrbetmileuni« abend» 7'/, ltbr ES Ipiechen aw II. strbtuar übet E nllein» 6ejii(t«lelir« imd ihre Vidrulnra(Qr die Vellamchaiinng der Geaenwart Herr Prot� Dr. Pee oidi', am 18 ftebruar über Aitern und Verjüngung lmil vetück- fichliauna der ilebu Steiuachi) Vewatdozent Cr.®. ffi u l i) e r j; am 4. Mörz über den Untergang de?« endlande«(S o e n a l er) Herr Nnlvet sslötSpi osessor Dr Surangrr; am 15. Mörz über Die jüngst« deutjche Kunit Heir Dr. G n u Tobn-Ni-nei. Der erste und zweite der Vorträge oTnt« durch Lichlbüdcr verauschaullcht. Ke:n Diktat? London, 7. Februar., Metallarbeiter Watzlawczyk, Rektor L u- taschkowitz(D. Bp). Pohlmonn(Dem), Dr. Pfeiffer (S-). v. E ch o ch(D. Vp.). Laverenz einzelnen(Sruppen unter LaranFitt einer Musikkapelle gefchlosien in ihr« Bezirke ab. Morökameraüschafl. •Das Verbrechen an der Hauebesttzerin Deesttz. Rachd-m, wie gemeldet, einer d-r verhafleten Täter bei der Er- mordung der Hausbesitzerin Beelitz, der Kaufmann Ludwig bacher, bereits am Srnmabend nachmittag«in umfassendes Geständnis abgelegt hatte, wurde der vermutlich- Mittäter, der Kauf- mann Fritz Braake, gestern nochmai» eingehend vernommen. Aber trotz aller Vorhaltungen und des erdrückenden Belaftungs- Materials verdlieb Braak« dabei, daß er weder um die Tat wisf«, noch daran beteiligt xewe'en iei. Jetzt wurde ihm L�mbecher gegenübergestellt. LI» dieser in seiner Segenwart sein« Darstellung wiederholt«, sprang Braake wütend aus ihn zu und«r- hob die Faust, um ihn unter Echimpsworten nieder zu- schlagen. Nur mit Mühe konnte man ihn bändigen und oo« Tätlichkeiten abhalten. Jetzt sah Braake aber wohl«in. daß weiteres Leugnen zwecklos sei und gestand seine Anwesenheit bei d« r T a t e> n. D'e Lussührung. die Limbacher ihm allein zur Lest legt, will er mit diesem gemeinsam begangen haben. Demgegen. über bleibt Limboäxr dabei, daß Braak« allein den Mord ausge- führt habe. Cr will ihm nur geholfen hoben, die geknebelte und ge- fesselte Hausb-sitzerin. von der er noch nicht gewußt habe, daß si« tot sei. noch dem Hinterzimmer zu tragen. Die Durchsuchung aller Räum« und Behölmisie haben beide gemeinsam vorgenommen. Um die Hausbesitzerin zu fragen, wo sie ihr Geld aufbeioahr«, nahm ihr Braake den Knebel aus dem Munde. Erst fetzt sah er, w> er be» hauptet, daß dos Gebiß ti«s im Schlund« stak und daß Fräulein Beelitz erstickt war. Ein Mordgccüchl hotte gestern die Mordkommifston der Berliner Kriminalpolizei noch « p a n d a u gerufen. Dort wor ein oewifser D o b b e r jt e i n, der am Hohen Strinweg Is, Hinterhaus, 2 Treppen, wohnte, unter vcr» dächtigen llmständen tot aufnefunden. Die Annahme eines Der» breche s bat sich bei der Untersuchung der Leiche und der Ansn'-brne des Totbestandes jedoch nicht bestätigt Der Tote wor'''rker Alka» holiker und scheint nach den öisnenzen Feststellungen an Alkoholvergiftung gestorben zu sein. Zur genauen Feststellung der Todesursache wurde die Leiche belchlagnahmt und nach dem Schau» Hause gebracht— Ein weiteres Mrrdgerücht rief heut« morgen die Kriminalpolizei nach dem Hause am F a l k p l a tz 2. Dort fand man den 52 Fahr« alten Sott'er K I« i ß n e r. dar im dritten Stock d«i Dvrderhauses wohnte, tot auf dem Bär- ersteige liesen. Man vermutete, daß er einem Verbrechen zum Opfer gefallen sei. Di« Er» mittelunoen ergaben jedoch bald, daß Kleißner sich selbst das Leben genommen hatte, mdem er aus dem Fenster seiner Wohnung ge, sprungen war. Ewheltsfront gegen Sie Nesktwa. Am Sonntag hielten unsere Parteigenossen eine Wählerver- sommlung im Konkordiasaal in der Andreosstraße ob. Es waren auch eine Anzahl Kommunisten anwesend, die sich sehr ruhig aufführten, was nach manchen Erfahrungen der letzten Zeit immer» hin als ein Fortschritt zum Besjeren anzusehen ist— sondern beteiligten sich mit anerkennenswerter Sachlichkeit an der Diskussion. Referent war Genosie Heinrich Schulz. Er ging davon aus, daß di« reaktionären Mächte, die den Zusammenbruch Deutschland» verfchul, det haben, am Werk sind, um das alte System wieder aufzubauen, wo si« eine unheilvolle Herrfchaft über da» Boll ausübten. Der Redner betonte, daß es gegen die Reaktion nur eine Kampffront der Arbeiter gibt. Um der Reaktion einen Damm entgegenzufetz-n, muß durch die Wahl die Linke, besonders die Sozialdemotrotte ge» stärkt werden. Das alte zusammengebrochene Snstem. unter deyi unser Volk seit Jahrhunderten gelitten hat, darf nicht wieder aufleben. Wir wollen ein neues Deutschland der Freiheit und Demokratte auf» bauen. Dazu tränen wir bei, wenn wir am 20. Februar sozialdemo- kratisch wählen.(Stürmischer Beifall.) Die zweite Referenttn, Genossin Bohm-Schuch, wandt« sich besonders an die Frauen und warnte sie, sich verlocken zu losten durch die von den rechtsstehenden Parteien betriebene Wahlpropaganda. Wenn die reaktionären Parteien an die Mach« kommen, so werden sie uns immer wieder in neue Kriege Hetzen. Wir Frauen aber wollen keinen Krieg. Daß er uns für alle Zetr fernbleibt, dafür bietet die Sozioldemokratte die sicherste Gewähr. Wenn in Preußen di- mon- orckiistfchen Parteien an die Herrschaft kommen, dann ist da» Weiter- bestellen der deutschen Republik nur noch«ine Frage der Zeit, und mit der republikanischen Derfosiung würden auch alle Errungen- schnkien der Revolution fallen. Wer Frieden und Freiheit,«er«in» bester« Zukunft will, der muß für die Sozialdemokratie eintreten. (Stürmischer Beifall.) Als erster Diskuiüonsredner sprach ein Kommunist. Er b«, -ntragte eine Resolution, die sich für Betätigung im Sinne de» ofte» nen Briefs der K.P.D.-Leitung ausspricht.— Dann kamen drei lazialdemokrat'.sche Redner zum Wort, von denen der eine vom Standpunkt oer Beamten, der andere im Sinn« der Jun-stoziallsten und der dritte vom Standpunkt der sozioldemokrattschen Lehrer die Zeitfra'-en beleuchtete. Der Kommunist Karl Schneidt fordert« die Einstellung des Bruderkompfes und die Bildung eiser Einheits- front aller Sozialisten zum Kampf gegen die Reaktion. 5? e l n r i ch Schulz sagte im Schlußwort, es ist ein erfreuliches Zeichen, daß die Kommunisten hier für die Einstellung de» Braderkamvfes vlä- Vierten. Auch wir betrachten den Kampf'eil rechts als imi-r« Hauptaufgabe, ober wir stellen kein verschwommene» Einheits« Programm auf. Trotz allem, was die sozialistischen Parteien trennt. nahen sie die Aufgabe, den oemeinsomen Feind vereint zu schlagen. Eine dauernde Vereinigung ist nur möglich, wenn Parteien, die sich von uns getrennt haben, zn Miseren alten fazialdemokrattschea Sru"dlgtzen zurückkehren.(Lebhafter Beifall.) Mit allen gegen drei Stimmen wurde die Resolutton des Kom» munisien abgelehnt und eine Refolution der Be�fammkungsl-üstmiz angenommen, wodurch sich die Perlammelten vernflichlen, den Wahl- kämpf im Sinne der Einheitsfront gegen die Reaktisn zu führe» und für die Sozialdemokratie zu stimmen. Er hat. Gott sei Tank, keine« Taris! Mit wie niedriger Entlohnimg heute noch manche Arbeitgeber ibr Personal abspeisen möchten, davon sei hier eine Probe mitgelelltt Aus eine Annonr« der„Berliner Morgeuvost" mel'et« sich bei der Firma R« h n u. Co., Kunstverlag. Ali-Moabit 104. für di« vn- kante Stelle einer Fakturi' in eine LI jährige Bewerberin. Nach» dem Ihr gesogt worden war, daß sie einen selbständigen Paste» haben würde, sorderte sie 050 M. Monatsgehalt. Der mit ihr ver» handelnde Herr war sehr erstaunt und erklärte, für diesen Posten betrag« dos Gehalt nur Z 0 0 M. p r o M s n a t. Ob si« denn nicht bei den Eltern wohne, fragte er: nur eine solche Dame kann« er einstellen. Sie mußte bekennen, daß ihre Eltern nicht imstande stnd. sie zu unterstützen. Aus ihre Frage:„Zahlen Sie denn nicht nach Tarif?" antwortet« er:„Gott sei Donk, ich habe keinen Tarif I" Di« Bewerberin tankte für die Stelle und empsadl sich. Wa» für Damen mögen das fein, die beute noch mit 800 2t zufrieden sind� Etwa solche, die von den Eltern erhalten werden und nur um ihr Taschengeld zu arbeiten brauchen? PrSmie» für den Tchvt? seltencrTiere. Auch im vergangenen Jahre bvben di«„Blätter für Raturschich und Heimatpsiege" in Berlin eine Reihe von Schonprämien für den Schutz seltener Tiere, insbesondere Vögel und Raubvögel, an Forstbeamte usw. zahlen tonnen. Die Schonpräm-en sind zum aröß- t-n Teil von Naturlrcunden gestiftet worden. Es wurden auf dies« Weis« u. e. die Erhaltung und das Hochkommen von Mandelkrähen, Kolkraben, Mäulebussarden, Baumfalken, Eteinkäuzchen. Eisvöneln, Wanderfalken, Wiedehopfen, Dachten, Rohrdommeln. Blauraken, Gabelweihen, schwarzen Störchen, Kranichen, einem Paar Seeadler« (mit zwei Jungen, die beide hochkamen) und Schreiadlern sichergestellt. Die durch Schonprämien ausgezeichneten Fcrftbcamten hoben di« Gewähr Übernammen, daß Anerbieten von Händlern, Sammlern uuh Schiehern bei ihnen auf taube Ohren stoßen. Bei einem vremdunglück erstickt ist gestern früh die<8 Jahr« alte Frau Henriette G i e r k e aus der Pastoriusstraße 10 zu Weißen. fee. Die Frau mar feit drei Johien bettlaarig. Gest'rn früh«oute st« auf einem Spirituskocher Kaffee aufwärmen. Hk�bei kH der Kocher über, und als nun die Flamme sich ausbreitet», versuckü« sie. mit dem Oberbett sie auszudrücken. Das Bett geriet sedoch in Brand, und die Frau erlitt schwere Verbrennungen und erstickt« biMoa in» Qualm._. GroA-Serliner partemackrichtea. Heule. Montag, de« 7. Februar- gesre«t>»rf.?>/. Ittir w> Sai nbof, Pal.Swner®tr. 49a, Sff-aiUch» Fr«»«». »« rt n tr"i I u r. a iP-fcrctitni eBciioifiR Tvd«n«'«qe». tOJ.«tri», itt-Sliiriiüt iZelieitS-rq.®i« SorHane»1twn« ftiedtt nUU hatft (sofctcn insrgen. Simstag,>-S Uhr. Sri Meyer w FaUrndery statt. Morgen, Dienstag, den 6. Aebrvar: «dt. m.«tetlarter«; Vi, Uhr. w der Aula de««ql-maMim,»-RnlimHti OetientllÄe ffraiienveisawmluns. Steferent: Reichstaxsabg. Fta» Si»r,ei Ar ei- StucinnjiSie.._. ». flssts. KeinlÄendort. 7 Übe im Vetittnife m»ittenaa«teiseertnfet. Versammlung«il» rlbnilunaei, miilsen ftatnrrna-mitz»rnreten lein. Sie«Birfo djrn.®lai>lBt»nrbnrtfn Und cerof.irfitrt>« erscheinen. Di»«r»!»»orstand,»>Il,N,S», taauu» eine Stunde ftlth-r ju eiuer wichtige» B-jprechun, iulommea. OewerMostsbewegung die Wahlen im tzolzarbeiterverbanö. Die an den letzten beiden Togen vorgenommene Neuwahl der Berliner Ortsverwaltung de» Deutschen Holzarbeiteroer- dondes hatte folgendes Ergebnis: Liste Springer-Lieste(ZZ�t.P.D.) 8586 Stimmen, Liste Freigang-Boeie(U.S.P.D.) 5783 Stimmen» Liste Sickfeld-Germroth(S.P D.) 5W7 Stimmen. Da keine der Parteien die absolute Mehrheit erreicht hat, wird eine Stichwahl zwischen der unabhängi- gen und der kommunistischen List« die endgültige Entscheidung bringen._ Ter Streik in der Herrenkonfektion. Heut« morgen hat der Streik in der Herrenkonfek« r i» n eingesetzt, nachdem am geslrigen Sonntag dazu die letzten Worte in einer öffentlichen Branchenversammlung aller in der Herrenkonfektion beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ge. sprachen worden waren. Eine so überfüllte Versammlung hat der große Saal der Brauerei Königstadl selten gesehen. Fischer de- hmte in seinem Referat die Einhelligkeit, die die Urab' im- munq für den Streik ergeben hat. nachdem olle versuche, mit dem Arbeitgeberverband einen neuen Reichstarif in angemessener Frist f istande zu bringen, vergeblich waren. E» gilt setzt, der S t u n- e n b e r e ch n u n g. als der zurzeit erreichbaren gerechtesten Ent- lohminnsform in der Herren konsektion, zum Siege zu verhelfen. va» Allergerechteste, auch in der Herrenkonfektion, würde allerdings die Errichtung von Betriebswerkstätten sein. Aber diese Frage lä�t sich nicht von heute auf mornen erledigen. Die Lang- mut der Arbeitnehmerschaft hat setzt ein Ende, vi» zum 2Z. April. dem vom Arbeitoeberverbond für den Reichstarif in Aussicht qe- stellten frübesten 7 ermin, kann man nicht warten, denn dann hei die eigentliche Saison Ihr E"de erreicht Im Nomen der Ortsver- woltuna, der Bronchenkommiision und der Betriebsräte hat Redner mitzuteilen, dah Montag früh(heute) der Streik beginnt.(Starker Beifall.) Der Kampf wird durchgeführt von den Schneidern und Schneiderinnen gemeinsam mit den Zuschnei- dern und Zuschneiderinnen. Der seit Jahrzehnten be- fteh-mde Wunsch, haß diese Clruppen zusommenoehören, und namentlich im Kampl zufommenoehSren, ist j-dt zur Wirklichkeit geworden. (Stürmisches Bravo!) MSo- dieser Block nl-mal» wieder ausein- anderreihen! Dieses einmütige Zusammenstehen wird seinen Ein- druck a>-f die Arbeitgeberichoft nicht verfehlen; es ist die beste De- währ kür den Sieo.(L-bhafter Beifall.) Die folgende Diskussion gab der Jompfesluls Ausdruck, die die verfammolten beseelte. Dann wurden die technischen Einzefheiten v*f Durcbsüdruno des Streik» bekanntoeqeben. Die Zcntralstreifleitung tagt bei Schulz in der Elisabethstr. 80. T vnb der Betriebsrat Ausser al» ftammralst, sowie da« Mt- gsied der u. s. p. Max Fahl. Neukölln, Jonasstratze 8Z. müssen wohl ein gerüttelt Matz Schuld daran mit haben, datz von ea. so � Arbeitnehmern ungefähr LS»brVerband«buchvertrauen«- voll in die Hände de» Ebef« legten Und dies« Seiden ' sind heute noch Setrieb«ral und heute noch Mitglieder der beiden .scher» revolutionären' Parteien! Der Streik der Buchdrucker in Saarbrücken erstreckt sich auf da» ganze Saargebiet. Wie verlautet, sind die Sonntag eingeleiteten Derhandlungen bisher ergebnislos verlaufen. Die Buchdrucker verlangen eine wöchentliche Zulaae von 80 Mark. Mit Ausnahme der Saarbrückener„B o l k s st i m m e' (unser Parteiorgan) erscheint keine Zeitung. „RefvlutlvnSre" Betriebsräte. Wie vorsickiig die Arbeiter in der Wahl ibrer direkten Jnteresien- verlreicr, der Betriebsräte, rein müssen, bew.nst'olgcnder unerbörte Fall vo r L i e b e d i e n e r e». die sich der Betriebsrat der Firma Wiivrlm Fangen. Darmhan�iung.(Brei'Swaldet Strafe« 221, zum Schaden der Selriebedelegichafr zuschulden tsmmen lieft: Der Finna Fantzen bekannr von dem Streik der Daimarbeiter im Dezember vorigen Iabre«, lag der volle Erfolg, den die Ar- beiter duich ihr« fest geschlosime Oiganiialion erzielt haben, der- matzen im Magen, dafe sie auf Rache iaim. T.rie glaubte sie am besten küolen zu können, indem sie dem Zenrralverband der Fleischer die Mitglieder abspenstig zu machen versuchte. Da ibr diele» bei den Arbeirern anscheinend»ich: gr- lang, mufete der Betriebsrat berbalten. Wenn nun die Kollegen geglaubt hatten, der BetriebSratSob- mann Erdniann Nutzer, wvdribaft Rodeiiberosrr. 30. bei Borchert. Wirde da» Ansinnen de» Herrn Jantzen im Jnlercsie seirier Organi« sation und der Kollegenschail e n l» ü it e l v o n s> ch w e i s e n. so baiten sie sich leb r aeläuscht. Wie e'n Jadas oerriet er seine Organisation, seine Gesinnung und alle Kollegen um dreißig Silberlinge..Es kam ein Mann au» Shreiland, führt ein Kamel am Haliterband.' In einer Betriebsversammlung. der der Heri Cbef geladen wurde, iü da« grov.« Werk bei ernem Glase vier, welche» der Herr Cbef grofemütig ipendierte, vollbracht worden. vor allen Dingen wuide der Betriebsrat zum Angestellren befördert. lMa» lag: ani Lebenszeit.) Dann machte man den andere» Arbeiinebmern die Lerwerflichkeit und Zwecklos igteit der Organ, igiton. welche im Vorjahre eine Lohnerböhung von über �>0 Vioi. erz'elr bar, klar »er«»«steltten.»ntte:»eai und Spktk-ose»: 7 Uhr S-Vim,»- »er'onimlung. MuhkenMe. goisn-WiIdllm-Str. Sl.- ftigar-tteninduiirl,: TV» Uhr ajitfllifderettfamcilnng. Stuft' etii<»l>rueq?r»unb flwafrieWeSeliülz. Vm jetBen hefbetrllb« an Paul, Llctchoa unb feudi FUcher. veerbistiiidl Bienefaa 8 F. be, nachm S1, Übt. auf Sem II. flitb tischen flriebb»>. Pia»!» Hölle. ITN.la VerkSuke Ureazilichiei ilaeia.ichie! SUhud,., o»> alle enbeceu PeieuNep W-«en voryerllrtler Salsen l»,i zu b* akgei egieo. ftaimenrrreoenb ipeieilliaen Petiien Ttaeo neu», kein«»er- fokaartu: LetMwue•oxicbiairt öre-ler- WT*' Betzswelfe». Vieler. Glücke, fleLe. sireiver«,»el- «aslerllraße IS. 4—8. 1486» yetigaraitur 389,-, Seal- mbuiei.«reu illchle.Zoöelfüchie. Akael« uchie viaufuchle. f*J ?co«ni berabfifiew Ziet»» urmfrnA, T. Herl beers t sllllche blaut 3« Ulla,«eferstr. tll 1.!«« CHijcUBgKt«, mixt) b* 373.00. iSsieuuilMU BftO.i» Aul- lageni llraken. Palenimairugen I«.'«. Watter. Siur�-rder- str*z« achlzed». t7M' Piano«. trchnifchr Mrrlhett, strotze<3. Mavier- »Uckera. 1»?»' 'tr4 grbtzle»«Ml'.al* i*u* für gebrauchte Piano*. itgel, Harmonium* Pechstrin. illthner unb a»ber» eriie fl'rmen. Elgene Serifiatt.;r«ie Lttierung. Abam. vlllnznr. IS Unter den Linben 17,18. tzlerltna-PIans«. neue«ule »efiilell» woblleile Selegen- heften»»ffbufeestr S 15«* Rabenstein. Piano*. 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Bsthn. vatabaeaerstmtz« 58.» ~'~i. chebetm. 6< laufmisteui chetztriw sträng Eguerl.»euliflln,«an*. lloieriir. t unb Grriinerstr. W, Ternfarecher, veutblln ilkS. fl.!ia»q Frbruar beg nnen Aierieiillbrea- Lebrgduge in Schonichrriben. sturzichr»,. Dia- ,ch>nenichrriden aus. Edenio de- ginne» An ang April Zabre»- iinb Haidia..rc«-!!e!irod„ge zur' Tusdiidunz litt da* Kontor.• «vgiilche» Unierrichl fui Siifanger unb florlgcichril !en». fomir ttutldit unb Iran chlijche Stunden erteilt S Sroient«. Ebaelvttendur« Siultonrferulafe». Sailen- If. Zange« Pianist nimmt Schüler an, bi» erafibaft Seeiboven-Sonaten studieren Wallen. Plllow, Ebarlotten- ! bürg. Wlelanbstr. Id. Srlba. «art. Sprechzeit 8—«. 717 fTTOmrrm «breaerNgeav«. Stebme die Beleidigung gegen Frau Krödte, Senter Sir. 8,»u- rück: ertlöre dieselbe siir ebrenbaft. Ernst Grstuke. Burgsdorfstratz« 2._ 717 Bertraueaavvlle flustumi. diatret», gewibendnlte Pedand- lung. Damen. Sonntag auch Frau Schmidt, irrztlich 04!»- gedilbel. 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