Nr. �7 ♦ ZS. �ahrgaag Ausgabe M Nr. 34 Bezugspreis t W«ri«ung#-PreisIiste. Der.tSaewärls' mit der Sonn'og». bei lagt»Boll und gelt* und der Unter» Haltung»dellage»Heimweli" ericheint «achenlägllch zweimal. Sonntag#»n» Montag# einmal Telegramm> Adresse: �»»zwldematrat Oerltw». Morgen Ausgabe Vevlinev Vollrsbliatt ( 20 Pfennig) SlnzeigeupretS» 5)1# achtgewaliene SionpareMezest» kostet Z.— M., Tett.rungszuschlag 0°/» „ttlolae Slnzeigea" da# fett- gedruckte Wort l,— SR(zulässig zwei settgrdruckte Werte), ledes«elter# Wort«0 Plg. Stellengesuche und Schlalstellenaitzelgen da# erste Wort 65 Big,(ebee weitere Wort 40 Plg* Worte Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Zenerungszuschlag 50»/» ff antlüen- Anzeigen istr Abotineute» geile 2.— SR. polltische und geweri» schastllche Bereln#-Att, eigen 3,— SR die geile ohne Ausschlag, Anzeigen für die nächste Shitntne# müssen dl# S Ahe nachmittag# i» Kauptgeschäst. Berlin SW W. Linden» Probe Z. abgegeben werden. Debstnet »#n» Uhr srüh Md 5 Uhr abtubs. Zcntralorgfan der fozialdcmokrati fchen parte! Deutfchlandd Reüaktton und Expedition: SW öS, Ltndenstr. Z Aernsprecher: Amt Marthdlatz. Str. tSI VV— lSl v? Donnerstag# den 10. Februar Itt'�l vorwärtS'verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 thernsprecheri Amt Maritzplstz. Nr. tl7SZ-S4 Saper« gegen öas Reich. München. S. Februar. Heute abend wurde die folgende amtliche Verlautbarung ausgegeben. Die Verllaer Vefprechung der Siaats»«ad MnisterprSfidealev gab in vayera Veranlassung zu eiugehendea veratungrn sowohl im VNalsl errat wie im Schatze der Soalllionsparteien. Zm Mittelpunkt dieser Verhandlungen stand sür Vayera aaturgemätz die durch die Pariser Raten der alliierten Mächte ausgesprochene Forderung der eintwasfaung und tluslSsnng der Einwohnerwehren, deren Erhaltung sür Vayern nach wie vor nach der übereinstimmenden ilnschauong aller beteillgten Faktoren«lue Lebenssrag« be- denlet. Die bayerische Staatsregierung und die Soalilionsparteien haben die Mögllchkcit einer solchen Forderung der alliierten Mächte niemals antzer Acht gelassen, so»st fle auch ihren Standpunkt in dieser Frage prüften und b l, h e u t e stets unoeränder» sestgehalten haben, vei neuerlicher Prüfung aller einschlägigen«Sesichtspunkie and bisherigen vefprechnnge« ergab stch. datz dieser Stand» poakt. der ausschlletzllch durch die Sorge um den staatllchen Wiederausbau bestimmt wird, auch durch die neue Lage nicht umgestohen werden kann und datz dl« glricheu Gründe, die von Ansang an ihn notwendig mochte«, uugeschwächt weiterbestehen. Die Einheit de, Reiche» stand für alle veleillgtea dabei antzer Frage. Einem seporoliflischen Gedanken ist während der ganzen Verhandlungen auf keiner Seite auch nur einen Augen» bllck Raum gewährt worden. Vie endgülstge Fastung der an die Reichsregierung z» richtende» Rot« wird am voanerNagvormittag erfolge». Diese? bayerischen.Verlautbarung� ist zunächst zu ent- nehmen, datz man zwischen Bayern und dem Reich schon so weit gelangt ist,.Roten" untereinander auszutauschen. Das ist ein für die Reichseinheit vielversprechender Anfang. Im übrigen ist aus der Verlautbarung nicht zu erkennen, was Bayern nun eigentlich t u n wist, um die Reichseinheit zu er» halten, zu der sich die Kahr-Regierung wie immer mit den Lippen dekennt. Die sebr schätzenswerte Meinung der„beteiligten Faktoren" über die Notwendigkeit der Einwohnerwehren ist ebenso oft schon ausgesprochen wie durch gewichtige Stimmen aus Vayern selbst widerlegt worden. Die Meinungen der beinahe königlichen bayerischen Staatsregiening interessieren uns gar nicht, ihre Taten aber desto mehrl DerSchieüsfprucb in öenGemeinöebetrieben Gestern nachmittag trat der Echllchtungsausschutz Groß-BerNn zusammen, um erneut über die Forderungen der städlischen Arbeit» nehmer zu beraten. Wegen ber Wichtigkeit des Derhandlungsgegen- stände» erhielt die Spruchkammer insofern«ine ungewöhnlich« Be- setzung, al» die Verhandlungen von drei unparteiischen Borsitzenden geleitet wurden. yolenske vom verband der Gemeinde- und Etaatsarbeiter wie» namens der städtisben Arbeiterschaft darauf hin. daß nach der Ablehnung de» Verglcichsvorschloges durch den Magistrat die Ar» beiterschast ihre alten Forderungen al« Verhandlungsgrundlage aufstellt. Stadtrat Welse und Oberbürgermeister Boetz wiesen nochmals auf dle ungehener lchwirrige Loge der Stadt hin und be» tonten, daß dies« die durch dl« Bewilligung der Arbeiterforderungen entstehende Mehrbelastung nicht tragen könne. Sült. der al» Der- treter der Elektrizitätsarbeiter auftrat, betont« hingegen, datz verlin durchaus kreditfähig sei. da die Schuldenlast geringer sei al» sein Grundbesttz. Dle Kammer zog sich daraus zur Beratung zurück und fällt« den nachstehenden Schiedssprnch: Die Skodk verlla wird für verpflichtet erklärt, rückwirkend »om l. Rooember lSZ0 ab de» bei ihr beschäfllgten A r- beilern and Arbeiterinnen einen tSprozenligen I u s ch l a g auf den Grundlohn und den oo» ihr befchäfligten A n» gestellten einen t Sprozenttgen Zuschlag aas da, Grundgehalt zu gewähren. Die mlndererwerbvsählgen männllchen Arbeiter sollen Z M. pro Stunde, die mlndererwerbsfählgen Frauen 2,80 M. pro Stunde vom t. Rouember tSZ0 ab als Lehn erhallen. Die bereits auf die Zuschläge gezahlten Vorschüsse siad »»zurechnen. Ausgenommen»oa de» Zoschlägen sind nur die Zugeud- Nchen. Dies, sind jedoch nicht verpflichte«, die»ns die Zuschläge er» hatlenca vorschüste zorückzuzahlen. Die den in Söst»nd togi» beflndllchea Arbeitnehmern für Söst und Logt, abzuziehenden vcträgr find zwischen dem vlo» gistrolnadden vetrlebsräten unter Hinzuziehung der Organifatioaea zu vereinboren. E, wird den Parteien aufgegeben, bis zum t. März tSZl diejenigen vetriebe fefliustrllen. in denen Schwerarbelt geleistet wird. Den daselbst beschäsligten Arbeiter» ist vom t, vooember 1920 ab cla Z»schlag»«» Die deutsch« Regierung könnte nicht die Politik treiben, die sie in Uebereinstimmung mit der Reichstagsmehrheit für ricktig hält, wenn die bayerische Einwobnerwehr in der jetzt gesetzten letzten Frist nicht aufgelöst und entwaffnet würde. In diesem Fall müßte entweder eine Kahr-Escherich- Diktatur über ganz Deutschland errichtet werden, oder die deutsche Regierung müßte erklären, datz der Macht- und Verantwortungsbereich Deutschland» an den bayerischen SrenWfählen sein Ende findet. Soll diesen beiden Eventualitäten, die beide die Zer- trümmerung des Reiches bedeuten, aus dem Wege gegangen werden» dann mutz die bayerische Einwohnerwehr entwaffnet und aufgelöst werden. Die zu erwartende bayerische Rot« mutz in diesem Punkt deutlich La oder Rein sagen. Sagt sie Rein, dann ist das eben nicht mehr und nicht weniger als ein Kündigungsbrief an da» Deutsche Reich. Die Reaktion, die jetzt mit listigen Worten um die Gunst der preußischen Wähler wirbt, bewährt sich wieder einmal als das, was sie stets gewesen ist, als r e i ch s z e r st ö r e n d e Macht. Sie hat vor fünfzig Sahren die Gründung des Reiches bekämpft und sie hat das Reich in die Katastrophe de» Weltkriegs und in die Niederlage geführt. Wie durch ein Wunder— in Wirklichkeit aber nur durch die reichserhaltende Kraft der sozialdemokratischen Arbeiterschaft— gelang es zu verhindern, datz das Reich bei seinem tiefen Sturz in Stücke zersprang. Ueberall war«» die sozialdemokratische Arbeiter- schaft. die sich zur deutschen Cinheitsrepublik bekannte und all« Spaltungsbestrebungen niederschlug. Jetzt ober soll auch das letzte, das gerettet worden ist. die Reichseinheit, in Stücke gehen an der hartköpfigen und engstirnigen Politik des.Ordnungsstaates" Boyern. Heim hetzt. Di« Bayerisch« Landesbauernkommer hat in einer von ihrem Präsidenten Dr. e i m gezeichneten Entschlletzung gegen da» unerfüllbar« Pariser Diktat Stellung genommen und die Er- Wartung ausgesprochen, datz die deutsche Regierung nicht die deutsche Einheit dadurch stört, datz sie jenen Teil de» Pariser Diktat» erfüllt, der die Entwaffnung der bayerischen Selbstschutzvrgani- s a t i 0 n e n im Widerspruch mit den Bestimmungen de» versailler Vertrage» von un» oerlangt. Wenn eine deutsche Regierung sich dazu entschließen würde, die bayerische Einwohnerwehr zu opfern, so würde sie dadurch»in würdelose» Opfer bringen. 10 Pfennigen z» gewähren, foweil sie nicht berelt» einen solchen in ihrer Eigenschaft al» Schwerarbeiter erhalten haben. hinflchillch der Lohnbeihilfen und aller Vorschriften der Er- gänzungsbestimmungea, soweit sie nicht besonder» geändert sind, bleibt e« bei dem bisherigen Zustand. Die Elektrizität»- arbelter erhallen während der Dauer de» sechsten Lohntarise» die erhöhten Lohnzuschläge sür Rocht-«nd Sonntagsarbeitea in höhe von2SVe»z.Hzw. ZOpeoz. Für Elektrlzltätsarbeiter. die am t. März 1921 oder später ein» treten, gelten die regelmäßigen Anschläge»«» 8 Proz. bzw. 2S Proz. Diese, Abkomme« gM für unbestimmte Zell. Sündigung kann nur zum Schluß eine» Salendennonat» unter Einhaltung einer»ierwichlgeu Süudignagsfrtst er- folge«. gez. Dr. Veliu«, Dr. Aren» und Dr. Oppenheim. Nach London. die Abstimmung in Gberfchlesien. Verlängernng deS Einspruchsrechts. verll». 0. Februar.(WTB) Die Interalliierte Kom» Mission in Oppeln hat die Frist für Einsprüche gegen Ablch» nung der Eintragung in die Stimmlisten bi» zum 2 2. Februar abends 6 Uhr in Oberschi esten eingehend, verlängert. Es ist hiernach erforderlich, daß die Ortsgruppen der oereinigten verbände Heimat- treuer Obcrschlesier die letzten Einsprüche spätesten» am IS. Fe- b r u a r auf dem üblichen Wege zur Absendung bringen.— Wer nicht bereits eine von dem Paritätischen Ausschuß unterstempelte Mittel- lung über seine erfolgte Eintragung in die Stimmliste erhalten hat, mutz stch sofort bei seiner zuständigen Ortsgruppe melden und Ein- sprach erheben, desgleichen diesmigen, denen Ablehnungen oder bloße Empfangsbestätigungen zugegangen sind. WernichtEinspruch erhebt, verliert da, Stimmrecht. » versta. 9. Februar.(WTB.) Da neuerdings von verschiedenen Stellen im Reiche Ge.dsammlungen für die volksab- stlmmung in Oberschlesien veranstaltet werden, wird er- neut darauf hingewiesen, daß die einzige hierfür behördlich geneh- migte Sammlung die.Grenzspende für Oberschlesien", Berlin NW. 52, Schloß Bellevu«, ist. deren Landessammelstellen von den.Vereinigten verbänden heimattreuer Oberschlesier"«nd dem »Deutschen Schutzbund" geleitet werden. t Eine französische Kammer, die einer zum Sturz noch nicht reifen Regierung ein Vertrauensvotum erteilt, beugt sich damit nur der Notwendigkeit, die ihr durch die französische Methode des Parlamentarismus auferlegt ist. Ein Vertrauensvotum solcher Art ist keine eigentliche Berttauens k u nd g eb u n g. sondern weiter nichts als eine für beschränkte Zeit ertellte Vollmacht an die Regierung, im Namen de» Landes zu handeln. Lei solchen Gelegenheiten stimmen vlele Abgeord- nete mit.Ja", die im Grunde genommen Gegner der Re- gierung sind, und die ihr nur deshalb ein sogenanntes Der- trauensootum erteilen, weil sie die Gelegenheit nicht für günstig halten, sie zu stürzen. Vriand ist der Verontwortsiche des Pariser Ab» k o m m e n s. Nach der jubelnden Aufnahme, die dieses Ab- kommen in der gut eingespielten Pariser Presse gefunden hatte, hätte man eigentlich erwarten müssen, daß ihn die Kommer wie einen Sieger empfangen würde. Das ist aber bekanntlich nicht der Fall gewesen, vielmehr hat sich der fryn- zösische Ministerpräsident seiner Haut hart wehren müssen Segen diejenigen, die da fanden, das Poriser Abkommen biete ircnkmch immer noch nicht genug. Die Kritiker hatten recht, sie wußten nur nicht, wie sehr und warum sie recht hotten. Das Pariser Abkommen ist in der Tat nicht» weiter als ein vhantastisches Zahlenspiel, und kein Siegel und keine Unterschrift Deutschlands vermöchte diesem Dokument den Charakter aufzuprägen, den es nach Frankreich» Absicht doch jedenfalls haben soll, den eines sichern Wertobjekt». Auf Lustschlösser gibt es keine Hypotheken, ein Plan aber, der Deutschlano für 42 Jahre vorschreibt, was es in iedem Jahr zu bezahlen hat, ist und bleibt eben nur ein Lustschloß. Die deutsche Regierung hat mittlerweile die Einladung nach London angenommen unter der Voraussetzung, daß dort auch die deutschen Gegenvorschläge zur Erörterung gelangen würden, und unsere rechts- und linksbolschewistische Presse erhebt deswegen in brüderlicher Eintracht ein großes Geschrei über einen.Kanossagang". Dabei gibt es keinen Menschen, der verftändigerweise aus der bisherigen Haltung der deutschen Regierung hätte herauslesen können, sie beab» sichtige, die Einladung nach London abzulehnen. Hätte etwa» dergleichen aus der Rede Dr. Simons herausgeklungen, so wäre die sozialdemokratische Erklärung, die die Anbahnung von Verhandlungen fordert, jedenfalls anders ausgefallen. In den Londoner Verhandlungen wird zunächst festzu» stellen sein, daß«in einmal geschlossener Friedensvertrag nur aus zwei Arten abgeändert werden kann: entweder durch Krieg oder durch ein freiwillige, Abkommen zwischen den Parteien, die den Frieden miteinander geschlossen haben. Die Pariser Kammerdebatte hat schätzenswertes Material zur Erhärtung der— an sich ja ehrlicherweise gar nicht bestreitbaren— Tatsach« geliefert, daß das Pariser Ab- kommen eine sehr erhebliche Abänderung des Vertrages von Versailles darstellt. Diese Abänderung könnte Deutsch» land nur mit dem Schwerte aufgezwungen werden, da es seine freiwillige Zustimmung zu ihr niemals geben wird. Wir würden dann durch ein kriegsähnliches Stadium hindurch — der blutige Komps verbietet sich durch die Schwäche Deutschlands von selbst— zu einem neuen Frieden kommen. Wird die Entente das Odium auf sich nehmen, den Ver- trag von Versailles, ihr eigenes Werk, als emen.Fetzen Papier" zu behandeln und Deutschland mit Gewalt einen ab» geänderten Vertrag aufzuzwingen? Das wird sie höchstens dann tun. wenn ihre Staatsmänner ganz ungewöhnlich dumm sind. Sind sie das aber nicht, dann werden sie ein- sehen, daß dies nicht der Weg ist. Deutschland zur Wiedergut- machung leistungsfähiger und leistungswilliger zu machen. Heute sehen die toranzosen mit Betrübnis, daß es zwar ver- fchiedene Leute gibt, die den Vertrag von Versailles loben. aber keinen einzigen Menschen, der auf ihn etwas borgt. Ein gewaltsam revidierter Vertrag würde ober ein noch viel weniger kreditfähiges Papier sein. Wollen die Alliierten den einzig gangbaren Weg zur Ab- änderung des Friedensvertrages gehen, nämlich den de» freiwilligen Abkommens, dann ist es nichts mit den 42 heute schon zu bestimmenden Jahresraten und nichts mit der 12prozentigen Ausfuhrabgabe, denn auf diese Ding« wird sich Deutschland niemals einlassen. Dann bleibt ihnen nur die Wahl, sich auf den Bertrag von Versailles zurückzu- ziehen oder mit Deutschland über eine zu vereinbarende Ab- änderung zu verhandeln. Die französische Presse möchte die deutschen Gegen- vorschlüge, die jetzt im Auswärtigen Amt ausgearbeitet werden, mit einer Handbewegung abtun. Und zweifellos, wie immer diese Gegenvorschläge aussehen werden, man wird sie drüben nach dem Grundsatz behandeln, daß man die Danaer fürchten müsse, auch wenn sie Geschenke bringen. Jeder deutsche Gegenvorschlag, er möge wie immer geartet sein, wird zu- nächst in Paris mit Hohn und Entrüstung aufgenommen werden. Aber von seiner inneren Solidität wird es abhängen, ob er sich nicht eines Tages doch durchsetzt. Eines Tagcs— denn wir haben Zeit, müssen sie habenl Anzunehmen, daß die Wiedergutmachungsfrage in London ihre endgültige Lö?unz finden könnte, wäre voreMger Optimismus. Die größere Wahrscheinlichkeit spricht dafür, dag es zu einem Diktat kommen wird, das zu erlassen die Alliierten berechtigt sind, wenn es den Bedingungen des Friedensvertrages entspricht. Die deutsche Politik kann danach nur darauf gerichtet sesn, entweder setzt schon ein vernünftiges Abkommen zu er- zielen oder' aber die Alliierten auf ihr eigenes Mach» werk von Versailles, von dem sie mit allen Mitteln loszu- kommen oersuchen, festzunageln Deutschland wird darunter leiden, aber Frankreich wird dabei nicht auf seine Rechnung kommen. Es ist ein harter Weg, den Deutschland zu gehen hat, aber es ist der einzige, um die Entente zu Verhandlungen über eine vernünftige Revision reif zu machen. Die Besserwisser von ganz rechts und sjanz links möchten wir unter Leisertelassung aller grundsatzlichen Probleme einfach vor die praktische Frage stellen, ob sie mit ihrem Ge- misch von Orgesch und Roter Armee— Mampe mit Petroleum— den Mochtkampf gegen die Entente auf- nehmen wollen. Wollen sie das nicht, so mögen sie in München miteinander Fasching feiern, aber von den Lebens- fragen des Lölkes die Finger lassen! Arbeitslose Sergleute auch in Zrantreich! Wir wiesen in unserer Mittwoch-Morgenausgab« auf die schier unglaubliche Tatsache hin, daß in einer Zeit von inter- nationalem Kohlenmangel und im Lugenblick, wo sich Frank- reich anschickt, das Lieferungsabkommen von Spa zu verschärfen, 60 000 Bergarbeiter in Wales arbeitslos sind. Jetzt stellt sich aber die womöglich noch unerhörtere Tatsache heraus, daß auch in Frankreich selb st Berg- orbeiter auf die Straße gesetzt werden! Aus einem Artikel des Pariser Gewerkschaftsorgans„Peuple" vom 3. Februar. der die Ueberschrift trägt:.�haben wir zuviel Kohlen?" entnehmen wir folgende merkwürdige Einzel- Helten über die Arbeitslosigkeit in den mittel- und südfranzö- fischen Kohlenrevieren: „In Doyet, in Commrntry, in Momricq arbeiten die Bergleute seit dem 8. Januar mir drei Tage in der Doch«: diese drei Zechen beschäftigen insgesamt fünf- bis sechshundert Ar- beiter; in B e z e n e t. wo dreihundert Bergleute beschäftigt waren. wird ocllslZnd'.g gefeiert: in Single,(Puy-fce-Dome) ebenso; in Bosmoreau(Creuse), ist die Hälfte der Arbeikerschasi rnklassen; in L a n g e a c(haute-Loire) wurde sieb'.tg Arbeitern gekündigt." Der Verfasser des Artikels, A. G o m o t, ein Führer des franzäsifchen Bergarbeiterverbandes, erzählt nun. daß er bei einer Aussprache mit den höchsten Beamten der staatlichen Bergverwaltung über die bedauernswerte Lage dieser Ar- beitslosen und ihrer Familien zu hören bekam, daß „man sich nicht allzu sehr beunruhigen dürfe. Die Siruation, die einerseits durch eine beträchtliche Einfuhr von Sohle. andererseits durch einen geringeren verbrauch der Aabrikea verursacht sei, würde nur von kurzer Dauer sein. Im großen und ganzen würde die Arbeit in den Bergwerten bald wieder ihren normalen Lauf nehmen, mit Ausnahme jedoch von gewissen Revieren in Mittel-Frankreich, deren Sohl« minder- w e r t i g fei." Die Verrücktheit der Zustände, die tn Europa unter dem Kommando der französischen Regierung, d. h. der französischen Schwerindustrie, herrschen, kann gar nicht greller beleuchtet werden, als durch diele Tatsachen: denn die„b e t r ä ch t l i ch e K o h l e n e i n f u h r", die zur Entlassung von französischen Bergleuten führt, ist natürlich nichts anderes als die von Deutschland so dringend für die Beschäftigung der«ige- nen Industrie benötigte Ruhrkohle, die wir nach dem Diktat von Spa gratis abliefern müssen. Unsere Berg- arbeiter müssen Ueberschichten unter jämmerlichen Er- nährungsverhältnissen leisten: in Deutschlands Industrie- städten gibt es infolge der Kohlentnappheit Hundert» „Katzeusthritt/ So heißt der allerneueste Tanz. Eat-Stepl Hahnentritt, Krebs- tanz. Flohhupf— natürlich englisch gespuckt— können inoroe» Mode und damit.gesellschaftsfähig"— wie wenig dos freilich sagen will!— sein. Die Mode, wär' sie noch so dumm, sie find« doch ihr Publikum I Der Katzenschritt ist ein Deinausschlagen noch link« und recht». vor und hinten, ein hüpfendes Austreten, l-ßehst« weg, du Aas!') Das Springen geschieht nach dünnster Melodie mit zwei miauenden Nebengeräuschen. Der Maikater ist Caruso dagegen. Immerhin mag auch dieser.Tanz" auf der Bühne dieselbe Be- rechtigung haben wie z. B. die Produttion der Hand- oder Kopf- standkünstler im Variete. Wenige können'» wirklich, und dt« sollen es zu ihrem Vergnügen oder Verdienst machen, wenn'» geht.— Aber, Herr Senfgurkenfabrikant Odolflasche und Frau Isabella Kürbissohn, müssen Sie.Katzenschrttt" tun? Und Ragtime, Jazz, Three-Step. One- und Two-Step und Fox-Trott? Zur Berscheusa. lierung Ihrer sowieso wenig klassischen Figurenl Herr Odolslasche, Ihre Beine sind einfach immer außer sich. Ihre Armstauden geruhen sich ständig zu verschlingen wie der über- füllte Zwölffingerdarm. Ihr Senfgurtenfabrikontenhaupt atmet Zentnerlast aus. Sie haben ja nicht die scheußlichsten Waden. Frau Isabella, aber Ihr Geschiebe hat etwas Gasmotorenhastes, Ihr Gehupfe ist ein- fach hennenartig. Ihr Gefühl in Ehren, gnädige Frau. Sie halten da- alles— an Ihnen!— für schmissig, nicht wahr? Auch du. mvndscheinbekl eckerter Apoll, huldigst dem.»aßen- schritt"? Ach, die Gottin will's, die teure? Rimm deine Leierstelzen in acht, Freund, denn allzu zerbrechlich find steife Sängertnochen! Nun sah ich wenigsten» eine Laterne tanzen tn dieser Nacht, mein Freund... Tanzender Geflügelhof! Berühmter Maler, können Sie auch zweibeiniges Hausg«ier malen? Setzen Si- allen kleinen und großen Viechern Menschen- köpfe auf und schreiben Sie darunter. Ballsaison 1 SS 1.— Scherz beiseite. Man lügt fich in den.modernen" Tänzen An- mut, Grazie und Temperament nur vor. Auf Gegenseitigkeit. Keiner traut fich zu sagen, wie blöd dos alles ist, weil er sonst albern gescholten wird.<»De« Kaiser» neu« Kleider.") Der Two-Step.Lieschen, lomm in die Diele, wo es Koke», Kakrs zum Kaffee gibt,— wo die blauen Leuglein klappern"— jawohl tloppern, ist besonder» beliebt. So etwa» tanzt man ernst. Lachen wir nicht über den Popolcheischeiuouo.Tanz der Fruerländcr. er ist zumindest so mudenschönl Rur natürlicher und — verzeihlicher. tau sende von Arbeitslosen und Millionen von kurz- arbeitern; Deutschland darf keine Kohle nach dem neutralen Ausland ausführen, wofür es dillig« Lebensmittel erhalten würde, sondern es muß fein wichtigstes Austauschprodukt ohne wirtschaflliche Gegenleistungen Frankreich überlassen: und jetzt soll sogar das Diktat von Spa verschärft werden. wieder einmal soll in London Foch mit seinem Säbel rosse n. eine Erhöhung der deutschen Kohlenlieserungen, eine Ver- schlimmerung der Sklavenarbeit der deutschen Bergleute.r« zwingen! Unterdessen aber werden sowohl in England wie auch in Frankreich Bergarbeiter zu Tausenden entlassen! Ja, Front- reich ist jetzt sogar in der Lage, dank der deutschen Qualität»- kohle, die es umsonst bekommt, Zechen, deren Erzeugnisse als „minderwertig" bezeichnet werden, einfach zu schlieheu. eingehen zu lassen!_ fluch fn Preußen Srüöerjchast! Da» Mnnlbener Beispiel be« großen VeriöhnungtNunke« und der gemeinichafiliiben nationalen Trunkenbeit von Kommunisten und Alldeutschen scheint in Berlin Schule zu machen. Die .Deutsche Zeitung", da»»nrrm-beulschvöltiiche Blatt, veröffentlicht mit großem Behagen die biingen«»»»übru.igen der.Roien Fahne" über den.Canossagang" der druilchen Negierung. womit die An- nabme der Einladung nach London gemeint ist. In dem Ariilel wild die Regierung verhöhnt, weil sie zu Kreuze qe- krochen sei, weil sie den Ernenlesorderungen völlig ratio» gegenüberstehe. und schließlich heißt c»: Wahrlich, noch nie bat die deutsche Bourgeoisie. deren Ge'chichie Verrat an Verrat an den Interessen der Nation tineinonderi eiht io raich. so erbärmlich, sonn- widerruflich Bankrott gemach». Da die.Deutsche Zeitung" da» alle« ohne ein Dort be» Dider- sprach» abdruckt, so kann das Zitat nur al» Zeichen der lleber- einstimmung gedeu'« werden. Will e» Max Mauren- b rech er abwechslungshalber einmal in Natioualbolsche- wismu» veisuchen?_ Grgesch ka Lerlin bewaffnet l Zu der Nachricht über einen.Waffensund in Westend" teilt da« Polizeipräsidium mit: Im Zusammenhang mit den Ermittelungeu über da» Bostel- mannsche Nmwebr-Rcg'mem botie da» Polizeipräsidium Ende No- vember v. J. auch den vewei» für da« Bereden einer Berliner Escherich-Organisation. de» logenannt-n.Berliner Heimatverbande»". erbracht. Nähere« über Aufbau und Wiiliomkeit die>rr Escherich-Orgonisoiion und mibeionder« über ihre etwaige Bewaffnung ließ sich damal« nicht feststellen. Ei- Mittelungen der letzten Taoe hoben nun ergeben, daß der Berliner Heimalverbond lal ächüch über Waffe» versägt. Es wurden am v. d. M>». in der Frantenallee zn Westend etwa 45 Aloschioengewehre. 40 000 Schuß Muuivou sowie einige Sarabiurr polizeilich beschlagnahmt. Roch den paltzei- lichen Feststellungen sind diese Waffen von einem der Gründer und Leiter de« Berliner Heimaiverbende», dem GerichtSaffessor Dr. HanS Joachim Hehl, Charlottenburg, Berliner Str. 40, zusammen mit mehreren anderen Angehörigen de» Heimotverbande» nach Westend verbracht worden. Die Ermittelungen über die Herkunii der Waffen sind noch nicht abgeschlossen. Hehl und G-nossen haben sich nach der Verordnung de» Neich»p:äsidenten vom 30. Mai 1020 iowie nach§ lS de» ReichsemwaffiiunkSgesetzeS vom 7. August lS20 strafbar gemacht. Hehl selbst ist flüchtig: Fahndungsmaßnahmen gegen ihn find im Gange._ Sommunlstifcho Daffenfabrlk tn Turin? Der„Matw" meldet aus Turin, paß die Polizei daselbst eine Wafsensabrit entdeckt habe, die Waffen für die kommunistischen Organlfa» t i o n« n herstellt». Eine Anzahl Maschinengewehre wurde beschlag. nahmt und die Führer der Organisation verhaftet. .Mucki aus Kentucky, liebes Schnucki, wie tanzt Du süß! Keiner hat so wie Du, lieber, kleiner Mucki, Zucki, zwei linke Fützi" So der Schlagertext eines ebenso.schönen" One-Step. Da» sind unsere.Gesellschaftstänze", Kultur- modell 1021. mnäe in Germany unter amerikanischer Fiogge. Und.unsere gebildete,.bessere" Gesellschaft" tanzt diese Tanz. lcrikatur, tanzt sie den Schieberschweinchen und Schieberjüngllngen nach, läßt Kuns jauche Parfüm werden, Entartung Mode. Das.Paar au» der Bar" fingt in einem unbewachten, hellen Augenblick: .Ost", so sprach mein Dater, „es kommt stets der Kater nach dem besten Schmaus. Wenn die Rocht auch zuckersüß ist. denk dran, daß der Morgen mie» ist. Geh nach Hau» und schlaf Dich au»!" Gut« Rächt,.fiatzenschrltt" und Konsorten! Sepp. Der MZkllardcnwahaflnn in rechnerischer Deleuchwaa. Daß die Summe von S38 Milliarden Goldwuik, welche die Feind« von uns fordern wollen, eine enorm hohe ist, wird jedem veutWhen ohne weitere» klar sein. Die wenigsten aber weroen imstande sein, sich davon eine auch nur annähernd richtige Darstellung zü machen, und so werden sie In unserer Zeit, in der wir gewohnt sind, im Staats- Haushalt mit Milliarden zu r.chnen, geneigt sein, sehr bald darüber zur Tagesordnung überzugehen. Es dürft« daher wünschenswert sein, sich diese Summe einma» genauer anzusehen Eine Minute hat 80 S künden, eine Stunde 3S00. ein Tag schon 86 400 und ein Jahr 3536 000 Sekunden. Gewiß ein« große Zahl. und doch gehören ubcr 7540 Jahre dazu, um einen Zeitraum von 238 Milliarden Sekunden zu durchlaufen— Nach dem Börsenbericht vom 2. Februar d. I. wurde ein Goldstück von 20 M. gleich 243 Papiermork gewertet Wenn man also jede Sekunde ununter» brocken Tag und Nacht eine Goldmorl oder 12 Popicrmarl aufzählte. würve man 7540 Jahre br mchen, um unsere Milliarden chulji zu be- zahlen. Das ist aber ein Zeitraum, bis zu dem die älie te Geschichte Ehina- nicht und die Aegypten, nicht zurückreicht, al o etn Zeit- räum, den unser Menschergeschlecht in historischen Zeiten überhaupt noch nicht durchlaufen hm.— Nun will aber die Entente dies« hohe Summe von un» schon in 42 Jahren bezahlt haben, da» ist in rund dem 180. Teile der Zeil. Es müßten also jede Sekunde un- unterbrochen ziemlich 180 Goldmmt oder genau 2154 Papier- mark oder täglich 188105800 Popiermark gezahlt wer- den. Aertellte man diese Schuld gleichmäßig auf jeden Einwohner Deutschland», so käme, da unser Deik 80 Millionen zählt, auf jeden, gleichviel, ob er arbeitsfähig oder Greis oder Säugling ist. täglich 3,10 M. oder 1131 M. jährlich. Run will uns freilich die wohl» wer bat öas Geld verjuxt? In einer deulicknalionalen Venammlung. die unlängst in den Aanimniälrn stantond, bctiauerie der Deuiicknalionole P o st o r Koch den Hingang der a.u>mi£>schra Sparsamkeit. Der König Friedrich Wilhelm I.(repicri- von 1714— l74ll> bobe 6 Millioneu Taler erspar!, w'e'roh wäre die sonalistiiche Stadlgemelnde Berlin» wen» sie Heine diese 6 Millroven iaiet bäuel Wir müssen dem Postor Koch erllären, daß die seit einigen Monaien best»he»de Gemeinde Gioß-Bcrlin w>rll:ch nicht» hatür kann, wenn die 6 Millionen Taler dcS Königs Friedrich WilbelmS I. nicht mehr vorhanden stnd. Sie sind ncmlich gleich im erste« Schlesticken Kiieg seines SoKnrS und Nachfolgers Friedrich? II. (1740— I7S6) draiifgegangen. Allerdings hat auch Friedrich tn einer ipäleien RegieiunpSpcriode wieder Geld gesommcit. ober fein Nachfolger. Friedrich Wilhelm Ii.(l-86— 1797>, hat in wüsten Croie« mit seinen Huren und Mätressen nick» nur die Hinterlostenichost seiner beiden Vorgänger verpraßt, sondern der.liebe dicke Wilhelm", wie»h» seine Weiber nannten, bat in zehnjähriger NegierungSzeit noch obenorein 27 Allllionrn Taler Schulden gemacht. Dieser siuen« lose Bcrschwender aus dem Thron hat alio mehr a l S da« V i e r s a ch e dessen v e r f u b e l t. na« kein Großvater erspart hatte. Daran ist da» Berlin von heute schuldlos! Schließlich inöchirn wir auch bem-rlen. daß un« von einer per» lönlichen Spar'amleit Wilhelms d e S Letzten auch nicht das mindeste bekannt ist. Sicher ist, daß dieser Mann, der zuietzl jährlich 20 Millionen Goldmorl an« Staatseinkünslev. and dazu noch mehrere Aiillionen an» Prioaleinkünsto, bezog, mit dieser immer bin doch rcchl ansehnlichen Jahretrenle niemals aas kam, sondern ständig Schulden mochte, worüber nambasi« Berti» er Baulhäujer leicht da« Nähere mitteilen löuninr. Der ßall von priesüorff. In der Angelegenheit des«ntlasserren Polizeimoj«» v. Priesdorfs verössentlicheu die PPN. eine längere Darftellunz, der wir folgende» entnehmen: Es ist höchst kennzeichnend, daß gegen dieselben Blätter, die seinerzeit den Feldzug gegen Ministerialrat Dr. Ahegg unmittelbar nach seiner Berufung eröffnet und lürzlich die unrichtigen Mitteilun- gen über eine.Nachtsitzung" im Ministerium des Innern gebracht haben, nämlich die.Berliner Morgenpop" und die Rechtspresse, jetzt gegen die Entlassung von Priesdorsss leidenschaftlich auftreten. Die.Berllner Morgenpost" hat sich von Herrn v. Priesdorff in verschiedener Hinsicht falsch untereichien lassen. Bereits vor dem Kündigungsschreiben sind mehrfache Beschwerden zur Kenntnis von Priesdorsss gebracht worden. Was die Stellung der Polizeibeamtcnschast zur Streitsrage betrifft, so hat Mini» stenalrat Dr. A b e g g. wie altenmäßig nachweisbar und van sämt- lichen Vertretern der Polizeibeanuenverbände zu bezeugen ist, vom ersten Tage ab unablässig gegen jede Teteilizung am Streit auf das Entschiedenste Front gemacht. Eine andere Darstellung karr» Herr v. Prie-dorss selbst nicht gegeben haben oder sie wäre bewußt unwahr. Die Berufung eines Fachmannes war deshalb so dringend, weil bis dahin, d. h. Mitte August, trotz Verlauf von nahezu zwei Monaten seit der Ententencte von Bculogn« nicht das geringste von Herr« v. Priesovrfi hinsichtlich der unbedingt erforderlichen Neuordnung des Polizeiwesen» geschehen war. Die Allfwandsenlschäblgnng des preußischen iMalflerpräsidraken. Genosse Olio Braun veisiehl belannilick die Armier eine» Minister- Präsidenten uns Lau s ivin i wa't- mini ite r« aleichzeuig. Dadurch er- 'van der vreußiicke Staat ein Ministeraebalt. denn Braun bezieht als Landwirlscvastemlmiter nur eine Äuf«andSen:rckäd>gung von UOoO Mark. Wir« er ein Konkervativer. so würde die deutsch- nationale Brest« sagen:.Seht dieien edlen Mann, er op'err sich für das Sraatswohl auk!" Da es fich um erneu Sozialdemokraten tiandelt. sckreü sie über die doppelte«u'wandsentichSdiauna. obwohl dies» den au» der.guten alten Zeit" stammende« Lestimmunge» entspricht. wollende Entente dies.' L�st in den ersten Iahren etwa« erleichtern. dafür muß aber in den letzten 35 Iahren um so mehr, nämlich jähr- lich S Milliarden in Gold oder 72 Milliarden in Papier gezahlt werden. Es würden dann auf den Sopf der Bevölkerung jährlich 1200 TL fallen. Ein Latcr mit Frau und 4 Kindern hätte also. wenn die Last gleichmäßig pro Kopf verteilt würde, jährlich 7200 M allein für die Entente aufzubringen. Oer Boche über alles! Sehr bezeichnend für den Gemütszustand der Franzosen ist folgender Witz, den der..Figaro" bringt: „Wir bewundern allzu sehr die Ausländer. Auf der Station Lamarck der Nord-Süd-Untergrundbah« steht ein Automat mit Schokoladentäfelchen. Er funktioniert nicht. Ein« kleine Takel zeigt an: Der Apparat ist außer Betrieb., Ein Reisende? der sich auf dem Bahnsteig« langweilte, hat mit Dleist'lt folgende Worte hinzugefügt: C- sitzt ein Boche darin. Ein anderer Reisender ist hinzugekommen und hat. von ironi- schen Absichten erfüllt, seinen Bleistist genommen und folgende philo- soph!H,«n Stoßseufzer hinzugefügt: Wenn ein Bocye darin wäre, würde er funktionieren. Da schau einer. Der mag da« q-ichrieben haben? Das zeugt doch von einer schlimmen Geistesverfassung." KTieater. Schiller».tzlungfra» von Orlean«", die seil vielen tzabren In Leilin nicht aniaetährl Iii, wird Im Deutschen Zeeater vsrdc'eitet. Regie führt Kurlbeiin ffiartrn. Die Titelrolle wiid von Hel-n« Tdimlg oeiplelt. Die architeilonilche und szenische weftallung übernahm Bruno Taue Kon'.erte der StaatSoPrr. Die Intendanz der StaatSoder w'rd tn?l»»iüvranq ibrer vol.'slün, lichen Bestrebungen lortlauiend Konzcrle zu erniStzigten Pressen oernn'allen Da dr» Ovi'ühru« lelb't au«,«riinden de« Repeitossc« tür Abhaltung det Konzerte nicht in Frage kommen kann. iss da« Große Zchausv>elban« für zinrüchst vier T-rge gemietet worden. Do««rite dieser Konzerte sitidct Sonntag. 27. Februar vor- mi lag« Vl Ubr, flcilt Der Vor versau! der Sintrii'.Sfnrten(Presse von 4 b!S A) Ä.) beginnt an den Kassen de« Großen Schaufpielchcufc«, de« tznvassdcndank» und Sertdeim«, Sonntag. 13. d. ÜKU. Dir Große Bolksoprr Bertl» veranstaltet w der Brauerei König- statt. Schhnbaisser Tor. ein« Reihe van O'chesterlonzeri«» rall d.nt tvillebner-Orldester. t. Konzert am 15. d. Ml», unter Le lung von Dr. Fritz SitedrY und unter MiUvirluug«llep. Kirchners(Staat«- op«.) Hochschnlnachrickten. Tierarzt Dr. Wilhelm Rüller. stZndsgrr Miaibeiter am tznititut iCt Schiff- und Tropevtrankhelten in Hamburg und Privatbozent an der bonigen llnwerütit. tft zum orden lichen Bio- sessor Nteb- stuhl für Allgemeine Balhologi« ttnd Balbologiiche Lnaia nie) an der Tierärztlichen Hochschule in«er Ii» ernannt worden. Eine Sl»> stellung hollündiicker Architektur in Deusschland wird der NuSftkllurrg holländischer modellier Malerei und Bilddauerel. d!» von Benin au« jetzt durch die gronen deutschen Städte wandelt, m nächst er Zeil folgen. Vellage, der Schöpjer der Börse voo Amsterdam, hat sich da» für eingesetzt. Der Svnftdtiiotriker Mar Dvorak ist in»le«. wo er ke« 1905 an der Nniverfttät lehrte. 4« tziabre all, gestorben Er hat al« Foi icher wie al« llebeer— er war ellt Schiller de» hervorragenden Franz Wielhoff— fich ausgezeichnet, Nr. S7�ZS. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Vonnerstag, 10. JedruarlchZI GroßGerün flus einer polizeiftube. In Charlottknburg ist ein ZOjShriger junger Mann namens D. von einer Polizeiwache in einem Zustand heimgekehrt, der das Entsetzen seiner Angehörigen erregte. D. war ganz er- schöpft, so daß er sich sofort niederlegen mußte, und eine Besichti- gung ergab, daß er am linken Ohr eine blutige Wunde hatte und auf dem Gesäß mit blutunterlaufenen Striemen bedeckt war. Seinen Eltern erzählte er. daß er von Beamten der Sicherheitspolizei in ihrer Kaserne an der Schloßstraße geschlagen worden sei. Er habe, um Mitternacht mit zwei Freunden heimkehrend, in der Lohmeyerstraße einen Mann bemerkt, der mit einer Frau eine tätliche Auseinandersetzung hatte. Als er diesem zurief:„Schämen Sie sich, eine wehrlose Frau zu schlagen!" sei der Mann schwankend über den Damm gekommen, und nun erst habe man gesehen, daß er in grüner Uniform war. Der Sicherheitspolizist, als der er jetzt auftrat, habe ihn gepackt mit den Worten:„Was erlauben Sie sich zu mir zu sagen?! Kommen Sie sofort zur Wache mit!" Auf D.'s Bemerkung:„Sie sind ja betrunken. Zeigen Sie mal Ihren Ausweis!" habe der Beamte anscheinend nach seinen Papieren ge- sucht und dann plötzlich einen Gegenstand hervorgeholt, mit dem er, einen Schlag führend, D. am Ohr verletzte. In der Notwehr habe D. ihm einen Stoß versetzt, so daß der Beamte in seiner Trunkenheit hingefallen sei. Am Boden liegend habe er einen Revolver, den die jungen Leute jetzt in seiner Hand bemerkten, ab- gedrückt, doch habe die Waffe versagt. Ein dann von ihnen herbei- geholler anderer Sicherheitspolizeibeamter habe nach Rücksprache mit dem Kollegen sie aufgefordert, zur Wache mitzukommen. D. sei schon unterwegs gestoßen und getreten worden, auf der Wache aber habe man nach Derhör und Entlastung der Freunde ihn da- behalten, ihn in ein nach dem Hof gelegenes Zimmer geführt und ein Protokoll ausgesetzt. Ein Beamter habe ihn danach beschimpfe „Du Strolch. Du Lump. Du Verbrecher. Du lügst!" Plötzlich seien 8—8 Beamte herbeigestürzt, man habe ihn über 'den Tisch gezogen, ihm die Oberkleider vom Leibe geristen und dann anscheinend mit Gummiknüppeln auf ihn eingehauen, bis er besinnungslos wurde. Als er wieder zu sich kam. sei er mit Master begasten gewesen. Man for- derte ihn aus. jetzt das Protokoll zu unterschreiben, als er aber Vor» lefung verlangte, sei wieder auf ihn eingehauen worden, bis er das Protokoll ungelesen unterschrieben habe. Er sei dann von Beamten verhöhnt worden, man habe Ihn stramm stehen lasten und die Er- klärung verlangt, daß er vor jedem PoNzeibeamten stramm stehen und den Hut ziehen wolle. Als er die Frage, ob er Soldat gewesen sei, bejahte, höhnt« man. er sei wohl bei Scheidemann Soldat gewesen. Die Verhöhnungen und Beschimpfungen seien fortgesetzt worden, man habe ihn gefragt, ob er seinen Eltern sagen werde, daß er aus der Wache geschlagen worden sei oder daß er die Verletzungen auf der Straße erNtten habe, und noch bei der Entlastung habe man ihm einen Fußtrit' gegeben. Die Mutter lies noch In derselben Nacht sofort zur Wache und verlangte Feststellung der Beamten, wurde aber abgewiesen. Am anderen Morgen, wo sie in Begleitung eines älteren Sohnes wiederkam, hatte sie denselben Mißerfolg. Ein am Vormittag ge- holler Arzt beicheinigte folgendes:.fitrr D. wurde heute von mir in der elterlichen Wohnung untersucht. Pattent war betttägerig und verspürte bei Bewegung starke Schmerzen.� Die Untersuchung ergab mehrere Hautabschürfungen und Blutergüste unter die Haut in der Gegend der Lendenwirbelsäule, zahlreiche Mut- unterlaufene Stellen auf beiden Gesäßhälften, die mit einem stumpfen Instrument ausgeführt scheinen, weiterhin eine glatt- rondige Quetschwunde an der linken Ohrmuschel". Dieses Attest ist wichtig für die Beantwortung der Frage, ob D. sich seine Derletzun- gen in einer nächtlichen Straßenprüqelei geholt haben könnte. Das Polizeipräsidium, dem bereits Anzeige erstattet ist, wird vielleicht diese Annahme in Erwägung ziehen, aber dann nicht ohne Berücksichtigung des Attestes urteilen wollen. Mit dem Polizei- Präsidium werden olle anständigen Polizeibeamten wünschen, daß durch schleunigste Untersuchung die dringend nötige Auf» klärung der Affäre herbeigeführt wird. ldeffentl. Wählerversammlungen Donnerstag, den 10. Februar, abends 7y2 Uhr: Pask»'»- Restaurant.Lum fturförftcn', Berliner Str. 102. Referent Robert Srcuer:„Zusammenbruch oder Wiederausbau". Freilag. den 11. Februar, abends 7 Uhr: 3. frei«(Wedding): Schulaula de» Lessing-Gymnastums, Pankstr. 13. Referent Robert Fcndel.— Schulaula der Gemeindeschule, Wattstr. 16. Referent Franz Nrllger.— Echulaula, Nristianiastraste. Referent Eustao Weide. Stral-N! Alte Taverne, Alt-Stralau 26. Referent Willi, Sierina, M. d. L. Lteglitz! Realschule, Florastraße, Ecke Stubcnrauchplaß. Referent Robert Breuer. Schönebera: Hohenzollern-Gymnasium, B-lziger Str. 48/S2. Referent Rudolf Wissell, M. d. R. Gesfentliche Jrauenversammlung: Brttz: Echulaula, Bllrgerstraße. Referenttn Martha Kopp«. Freitag, den 11. Februar, abends Uhr: Angestellte in Hanüel und Industrie: RusUer-Säle, Ratser-Wilhelm-Str. 31. Referent Finanzminister Lttbeinann: „Die Landtagswahlen und die Angestellten in Kandel und Industrie". öeamte und Angestellte der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden ond der Sipo: BerN»! Schnlaula, Manteuffelstr. 7. Referent Oberpostfetretilr Mar Eronefeld. Schwargendorf! Aula des Soethe-Lnzeums, Epaadauer Str. 10/li. Referent Dr. Caffau, Referent im Reichswirtsckaftsministerium. Schineberg! Aul- bcs Kohenzollern.Snmnastums, Martin-Luther-Str. 22. Refe- reuten Reichsminister a. D. Rudolf Wissest und Rcgierungsrai Soslar. Fetedeaan: Rathaus(Bllrg-rsaal), Lautcrpla». Referent Ministerialrat Sandrock. Tagesordnung:„Die Bedentun« der Landtagswahl«» f»r dt« Beamten und Angestellren". vie Erneuerung der Straßenbahn. Abschluß der Veratungeu. Der Ausschuß zur Prüfung der Wirtschaftlichkett der Straßen» bahn beendete heute seine Beratungen. Er beschloß, folgend« Bor» schlägt den Frakttonen bzw. der Stadtverordnetenversammlung zu unterbreiten: 1. Der Mogistret wird ersucht, baldigst die Bordereitungen für die Einsetzung einer endgültigen Direktion zu treffen. 2. Angestellte und Arbeiter sind systematisch zum Wirtschaft» lichen Denken zu erziehen, da durch rationellere Arbeitsmethoden Ersparnisse zu erzielen sind. Z. Die Hauptwerk st ätte in der U f e r st r a ße ist drin» gend verbesierungsbedürstig: das Materiallager ist nach tauf» männischen Grundsätzen zu oerwalten. 4. Der Tarifvertrag mit den Arbeiterorganisationen vom 1. Juni 1920 bedarf einer gründlichen Revision, insbesondere die Ab» sätze 9(Zahlung der Wochenleiertoge), 11 nannten wurden bereits vor längerer Zeit auf Beranlasiung der Berkehrsdeputalion mit der kaufmännischen, bzw. technischen Reorganisation der Straßenbahn beauftragt. Die Gsthafen- Diebstähle. Diretkor und Betriebsrat fristlos entlassen. Der Magistrat beschäftigte sich gestern mit den Zuständen auf dem Ostbafen. Trotzdem die Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist, lag ein so schweres Material gegen den Direktor und den Betriebsrat vor. daß der Magistrat deren sofortige Eni« l a s s u n g beschloß. Di» Untersuchung wird mit Hilfe der Staatsanwaltschaft fortgeführt. Die Leitung des Osthofen» bis zur Einstellung eines neuen Direktors oder der Bildung einer Direktion übernimmt Stadtrat Schöning. Die Wahlen zum Bezirksamt IV. In der gestrigen Versammlung des Bezirksamts TV(Prenzlauer Tor) fand die Wahl der Bezirksamtsmitglieder statt. Das Ergebnis war folgendes: zum 1. Bürgermeister Redakteur Paul John(U.) mit 52 Stimmen, zum st-lloertretenden Bürgermeister Gewerkschasts- sekretär Karl Bauer(S.P.D.) mit 58 Stimmen. Zu besoldeten Stadttäten: Joses T i l l i ch(U.S.P„ 49 Stimmen). Techniker Eugen R o s e m a n n(U.S.P.. 48 Sttmmen), Redakteur Hans Weber vom„Vorwärts"(S.P.D., 52 Stimmen), Töpfer Paul G e r i ck e (K.. 38 Stimmen). Bauingenieur Fr. Schneider(D.M.. 50 Stirn» wen). Bei der folgenden Wahl der 8 unbesoldeten Stadträte wurde die Dorschlogsliste Hofsmann gegen die Liste Buchwitz gewähtt. Auf der Liste Hoffmann standen: Gastwirt Willi H v f f m a n n(U.S.P), Gewerkschafter Adolf Gürn«(K). Stadttat Alex Fröhlich (S.PD.), S ch m« h l(Kam.), Oberstadtsekretär H. Braun,(D.R.) und Lehrer Adolf F l i e t h(D.). berliner Räuber auf Reifen. Bewaffnete Räuberbanden treiben in steigendem Maße wieder ihr Unweien in der näheren und ferneren Umgebung Berlin» Wahrscheinlich gehen alle diese Raubzüge von Berlin aus und werden von gewerbsmäßigen Verbrechern planmäßig unternommen. In Klein'Reschen drangen abend» um 8',, Uhr vier Männer in da« Kontor der«nhaltinischen Kohlen» werke ein. in dem sich noch drei Buchhalter befanden. Sie gaben stch für Kriminalbeamte au« und nöligien die Buchhalter, sich in ein Nebenzimmer zu begeben, wo sie. an Stühle gebunden. mit Revolvern in Schach gehalten wurden. Inzwischen verschafften sich die Räuber aus der Wohnung des Kassierers die Schlüsirl zum Geldschrank, öffneten diesen und entnahmen daraus 2 l 8 9 9 5 M. Lobngelder in verschiedenen Scheinen. Bei dem Uebertall waren im ganzen 10 bis 12 Personen beleiligt. Die meisten hielten vor dem Kontor und vor dem Hausflur Wache und können deshalb nicht be'chrieben werden. D»e Räuber sin> wahrscheinlich mit e«nem Kraftwagen von Berlin au« aui Beute ausgeiabren und mit dem Wagen auch nach Berlin zurückgelehrt. Eine Frau au« der Nachbarschaft des Kontors hat geieben, wie ein Auto nach der Grube Marie II zu fuhr. Es trug die Nummer 27 287. Das ist eine sehr ungewöhnliche Nummer. Entweder hat stch die Frau geirrt oder die Räuber haben absichtlich dieie falsche Nummer oewäblt. Für die Wiederberbeischaffling des geraubten Geldes baben die Anhalter Koblenwerke in Senfienberg eine Belohnung von 20 000 M. ausgesetzt. Ra»richten nimmt Kriminalkomm'ssar Werneburg. der Leiter des Raubdeze-naiS.>m Zimmer«0 de« Polirr'yeästd'iims eniaenen Schweres Vlut. 84] Roman von)uhar>i Aha. Das Kind war unruhig, weinte den ganzen Tag und nahm die Brust nicht Den ganzen Taa hörte man vom Hose her Fahren, Rufen und Schellengeklingel. Die Pferde wieherten auf, die Hunde bellten. Um keinen Preis wollte Marja etwas davon wissen. Es wurde idr kein Essen gebracht. und sie fragte auch nicht danach. Als sie nach Einbruch der Dunkelheit einmal hinausging, sah sie alles erleuchtet. Teer- 'ockeln im Schnee rinas um das Gehöft vnd an den Ecken. Man hörte Gesang. Musik und Tanz. Das Kind hotte sich bernhiat und schlief. Marja drückte sich in ibrem bochgezoaencn Pelz auf die Bank. Aber je mebr � e versuchte nichts zu hören. desto mehr hörte sie. je mehr sie versuchte nichts zu denken. desto mehr dachte sie. Morgen geben sie schon wieder weg... kommen erst im Sommer zurück... Es ist doch gut. daß auch die arme Anja ihren Anteil erhalten hat Do haben sie jetzt Stoff zum Reden... wer das alles mag anhören können. Es w'-rde ihr in der Kehle trocken. Sie statte sich nicht M,r Wasser geiorgt. Sie gina hinaus, begab sich oul i�en Hai na"f z"m Br-nnen und füllte ttr Gefäß Plötzlich erwa ite üe Re'gier und der Trotz in ihr. Ich � m'r in, denn ich bin ia eingeladen, ich gc'e in die'en A tags- Neidern, donn fleht er. dann kann cr mii) h feden. wie il) {Fn— der Köuigsfostn sein altes L-ebtten. Ich trete mitten ans der Diele vor ihn hin...„hier bin ich.. kennst du A"f dem F�'r drängten sich Le'tte 0"S und ein. R�rsa wäre schon zurückgewichen, wenn sie gekonnt statte Doch mußte sie vor den Andrängenden in den Flur schhipf-nv An stie Wand aetzrückt. schab sie sich so-.>ormätts. daß sie unter die Tür gelangte, von wo sie in die Stube leben tonnte. Dort stand Scherneitta allein aus der Diele, alle anderen w einem Krci» um istn herum. Er ranzte»m ein tz'nqes Mä�'«ng Schwarbe von dem Kienipan abstet. Der Lö'-m i-g vorüber 1 wie eine Haggfwotte und nerstanq r'l>ero Eile?('-• M--io die Luke offnett, mar es lchc'n Tag Der Kol mar leer die Schlitten und Männer nerlchw"nden. die llNettier minkt-n dort denen, die im vollen Galopp über das Ei» stoben, mit ttren Tüchern nach. ' Er war gegangen! Er war nickt gekommen, um sie zu leben, nicht einmal, um lein eigenes Kind zu sehen. Sie ritz die Kleider ab. die sie sich"nd idrem Kinde angezogen hatte, und stopste sie in das Bündel zurück. Cr will von dir. der Bater von seinem Kinde nicht ein» mal so niel wissen, daß er dich bätte leben und auf den Arm nehmen mögen! Und me'netwsgen. mem-�megen! D'' bast eine M'ttter, armes Ding... hast eine Mutter... komm der! Maria dreHe sich balb lachend, halb weinend aus der Df-se nitt»-fni Kind auf dem Arm. es küssend und an die Brust drückend. Man börte jemand naben. Marja griff nach dem Besen »nd begann den Fußboden zu kebren. Es war die alte Wirtin, die kam. In ibrem Gesicht war nicht der einschmeichelnde Ausdruck wie früher. (Forts, folgt.) 35 3otre ZelkvngsimsfrSgkrin. Sine grao, die Ja5r,ednt« den f-dweren Lrru» t>es geillingsous>»aae»« au�getübr«. gehört den Seltenheiten Tie«V Jahre alle Witwe Frau Gallee. Christ- durqer Str. 47 bei Harorl wohnhait kann am ll. Februar ibr VäjäbrlgeS JubilS im als Zeitungsbotenirau leiern. Sin iteier de« »VoriväriS', oer iein'Slail irii Jahren durch die Privaiipedition Gei'chw. Hermann, kleine Nurstr. 7. bezieht, teilt uns mit, das;«> bisher de».VorwäriS' durch die Jubilarin au'S prompiene erhalten habe. Eine treue Älte'ei sie. die nun berert« ein Meni.chenalter in Liebe»»v strengem Pflichibewusitsein ihrem sbweren Beruf ob-iege. Menschen wie die Jubilann bilden ruhende Pole in der Ei- fcheinuiigen Flucht. Sie verdienten es, wenn ihnen ein sorgenloier Lebensabend bereitet würde. Gaflwlrtsgehilfen und candtagswablen. Mit diesem Thema beichä'tigt sich am Frenag, den 11. d. Mts., nacht« 12 Uhr. in HaverlandS Fein' ölen. Neue Friediichstr. 35. Eck« Rochstr.,«ine vom Berband der GastlvirlSgehilfen einberufene Bei'ammlung. Lichthtldervortrag für Jugendliche in Neukölln. Da« ftädtifche Jugendamt. Abt. Jilgendt'slege, nimmt wieder die Veranstallunqen iür die älteie Tugend aus. Montau, den>4. Februar, 7'/. Uhr. in der Aula der St atichule, Voddinbrnhe, tsichtbildervortiag de« IlreiSjuaendPflegerS Blume: „Mit dem Wfli'dcrllnbe dinch die Matt". Weiter willen mit die Miisil- abteilnnaen des ilibciter-VandtlbundeS.Natuiirellnde' und der.Neu- töllner Sporlvereiniaililg'. Eintiiltelarten zum Preise von 50 Pt. sind im Sialbaii«. Ziiumcr'226 und an der Kasse zu haben. Rächst» Beranslallung »Mozait-Adeud''. Milchbrliefrrung. Am 11. und 12. d®!t«. werden die'/«•Stier. flroiiltnlailen voll beliescit, dir'/.«Liter.Kraiilenlartcn eihalten an beiden Togen, ur'/« teile» FlmttnUch. Die übrige Velieserung bleibt wie bisher. Ter ZIrbeiisansschuft der demokraiilche» und sozial lftischen tkliernbeiräie au den höheren Schuten Grotz-Berli»« veraniiallet am Freitag, dei lt. Februar, adeiids 7 Uhr in der Aula d«S WildelmS-Gym» naiiu»«, Bellevucstr. 15. seine erste isserttiche Versammlung, in der Pros Oeitreich� über.Forlichiitt und Rückichritl in den Aternbeiraten" lprechen n ird. Der Arbeitsausschu'! lädt alle Elicrubciräte, Erjatzmitgtleder und Lnlcressenlen zu der Beranstallung ein. Zilmschau. Der Graf von Caglloskro. Mormnrhau». Unter den mancherlei Pruntsilmen Ist dieser sicherlich der best«. und dos sicherlich nicht bloß des szenischen Aufwands wegen, wofür man eigens die Märchenpracht des Schönbrunner Schlosses benutzte, sondern hauptsächlich deshalb, weil die vollendete Regie Schünzel» die Massen ebenso in den unvergleichlichen Rahmen dieser Szenen spannte, wie er bei den Einzelszenen die Kunst der Darsteller jedes» mal fein gegen den Duft und Glanz der Rokokoorchitektur abzustim- men wußte Es hätte gewiß nicht oer unnötigen Reklame für diesen Film bedurft— Hilde W ö r n e r selbst ist im Fild geschmackvoller als bei den Anpreisungen für ihre Kunst—, um ihm bei seiner Erst- oufführung schon di? Gunst des Publikums zu sichern. Das Auge kann in zahlreichen Bildern von großer Schönheit schwelgen, be» wundert ebenso die Linien edler Pferde aus einem ehemals kaiser- lichen Marstall, wie r» sich versenken kann in die Pracht von Ge» wandern, die mit einec unheimlichen Braoour das müde Leben einer sterbenden Kultur spukhaft aus die Leinwand bannen. Was man von der R gie Schünzels sagen muß: st« ist Iienial, das kann man bei scharfem Urteil von seiner Kunst als Dar» teller nicht behaupten. Ist es nur das jetzt schon allzu schwammig gewordene Gesicht, welches neuerdings nicht mehr jene feinsten Regungen hervorzaubert die eine Menschenseele durchzucken können — wie wundervoll war Schünzel stet» ein Deuter verruchten und verkommenen Menschentums!— oder läßt sich der Künstler n«u«r> Vings gehen, weil er weiß, daß ihm und seinem Ramen der Sieg ohnehin gewiß ist? Auch Konrad Leid! bot schon Bessere« als in diesem Film. Man denk» nur an das ganz verinnerlichte Spiel seiner Hände in dem Film»Der Gang in die Nacht': aber das lag wohl in erster Linie daran, daß Leibi überhaupt seine Eigenheit hier nicht recht entfalten konnte. Doch es sollte einem Künstler vom Range Deidts nicht passieren, daß er bei der Darstellung eine» Menschen von einigen guten vierzig Jahren plötzlich da» glatte Ge» sicht eines guten Jungen zeigt. Von Hilde Wörner Ist das Wesent- lichste gesagt, wenn man hervorhebt, daß sie ihre Rokokokleidchen mit aller Grazie trug und eben gerade so nichtssagend niedlich war, wie es so ein Topps von fleischigem Rokokofürsten— übrigens von Götz ganz fcmos dargestellt— oerlangen durfte. Dagegen war es wieder eitel Freude, dem Spiel Anita B e l b e r s. der bis ins Innerste dringenden Beseelung ihre» Gesichts, dem herrlichen Spiel ihres schmiegsamen Körp-rs zuzusehen. Wie sie Abwehr und Angst, Verzweiflung und liebende Hingabe des W�es gibt, macht ihr heute auf dem Film kaum eine andere nach. Rennen wir noch Hugo Werner-Kahle» derben, kraftstrotzenden Diener Sebastian und Hann! Weiße» katzengcschmeldige» Kommerzöfchen, so haben wir alles, was diesem Film zum Siege verhelfen mußt«. Da» Publi» kum beklatschte mit Recht in erster Linie einige Aufnahmen des Schönbrunner Schlosses und gegen dos Ende die geniale Aufnahme einer Flucht durch fünf Stockwerke, dl« jeden bisherigen Trick dieser Art weit hinter sich lieh._ Groß-Serliner parteinackrichten. heule, Donnerstag, den 10. Februar: t,«dt. Die Parieifunttionir» und Helfer«erden ersucht, Material zur Landtagawahl dei keiseri, Linienstr. IM(zigarrenzeschäst), in Smpfang zu nehmen. (8. Abt. /Halens»). 7 Uhr Im Zeichensaal der i. Temetndeschul«, Joachim- ffrledrich.Str. 35/36, Mitgliederversammlung. Referent Pfarrer Bieter: ,.R«U- gion und®o|loIiemu»*. Zungsazialisten.«rnppe RraflBni 7'A Uhr im Jugendheim. Rogaistr. M, Dortragsadend.— Gruppe Siepia»; 7 Uhr im Jugendheim, Stfenstr. 8, vor- trag:„Die Iniernalidna!« vom Beginn de»«riege» vi» heute".—»enpp« »empcthcs: 7V4 Uhr bei Buse, Werder», Set««aiser-Wilhelm-Siratze. Barirag über„Hngiene".- Gruppe ä»m«b«rf! 7ii Uhr im Landhau, Neunzig, Reue Bismarckstr.<2. Mitaliederveriammlung.— Genpp« Friedrich»h»ge»: 8 Uhr bei Schatz, Frtedrichftr. 8t.»artrag über„Grundsiitze der Wirtschastepalitit". Werbeausschuh sazialdematratischee Palizetdeamte» Geob Derlin». Abend» «an 7— 0 Uhr In Haperland» Feiisitten, Neu, Friedrichstr. SS, Zlugb!attau»gade für die Wahlversammlung am 14. d. SR. Morgen, Freilag. den ll. Februar: ». ttrel« sPantow). 7M Uhr bei Sngel. Rühlenstr. s». rnichttge Sitzung der Slternbeirai« und der E.P.D.-Lehrer. lce. Abt. t«aumschulen«eg). 7 Uhr bei Hätz. Baumschulenstr. 72. Sitzung sämtlicher Funktionare. Zunxsoziatistcn. 7� Uhr In der Semeindeschule, Puibuser Str. 6/9, Vortrag über„Religionskuliur der Neuzeit». Reserent Adolf Harndt. Arbeitagemelnschasi sazZaldematraiische, Slternbeiräte der 12.»erwaltung»- deziri». Der«.«ortragsabend de» Senaüen Dr. Krisch« über die„Entstehung der Religionen" findet abend» 8 Uhr im Tesangsaal der Realschule. Am Stuben- rauchplatz, statt. WLrtsiHcrft Sein Abbau der Milchbewiclschaftung. Da» Reicheministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilt mit: In weiten Kreisen der Oessentlichkeit wird immer wieder die Meinung oerbreitet, daß ein Abbau der Zwangswirtschaft für Milch im kommenden Frühjahr— es wird sogar vielfach als bestimmter Zeitpunkt der 1. Mai genannt— geplant sei. Diese Annahme ist irrig. Die Vorschriften für die Bewirtschaftung der Milch können, wie wiederholt ausdrücklich erklärt worden ist, bei der gegenwärtigen Lage der Milchverforzung nicht entbehrt werden. Um dem steigenden Bedürfnis nach Milch gerecht zu werden, wird nachträglich daraus hingewirkt, unter grundsätzlicher Aufrecht- erhaltung der gegenwärtigen Bewirtschaftungsvorschriften, insbe. sondere der bestehenden Lieferungsbeziehungen im Wege der Lieferungsverträge mehr Milch für die milchnotleidende Bevölkerung zu beschaffen. Für Butter gist das gleiche, da Milch und Butter organisch zusammengehören und eine abweichende Regelung der Butterwlrt- schasl die notwendige Frischmilchoersorgung der Kinder und Kranken ernstlich gefährden würde._ Die Velriebsrale im Ansflchlsral. Au« dem jetzt vorliegenden Getevtillwuif des Re>tli«4trl>ei>v»liiusteiium« über die Necble bei Betriebsräte im Auisichlsrat teilt der Hansabund mit. daß de» Betriebst älen darin in der Tat sämtlickie R e cd« e von ÄuisictilsralSmitgliedern ziieilannt werden. In einen AiirsiNitsrat. der au« 6 oder mehr Mtial ebern besteht, tollen 2 Mn- glieder de« Betricberals emiaudt werden, in allen anderen Fällen l Mitglied de« Betriebsrats. Z» den.gleicben Reckiien lind Pflichten" der üdiigen zu einem Ausnwtsral gebörenden Perionen und deS ein AussichlSralSmandat ausübenden BetriebSraismilgliedes gebören beionder» die Formvorichrtilen des§ 244 H A B., ferner da» Recbt der U e b e r>v a ch u n g v e r G e i rb ä f t S s ü b r u n q. die Ein» sicblnadme in die vückter, endlich die Airaivorichrisien T>t durch den Ge>ellicba>l«verlrag erweiterten Rechte und Pflichten aelie» nach dem Entimirf auch siir die Vertreter der Arbritnebmer» schart. Bei einem Wabitörper. in dem Arbeiter und Angestellte vertreten sind, kann die MinderbeitSgiuppe mit Stimmenmehrbeu oder Siimmengletchheii die Enliendung eine« Bertrelei« beichließen. Die ersten Wahlen iür dir.BeiriebSralS» Auisicklsräte' sollen S Monate na» Inkrafttreten de« GeietzcS eingeleitet werden. Der Haniabund agitiert lebbait da iür. daß Diese Bestimmung zugunsten der Unleinehmer abgeändert werde. Für eine südwefldeulsche Mrischaflsprovinz. In einer vom badijchen Minister de» Inner» cinbelU'ene» Tagimg der B e r> r e t e r von 49 wirtichafilichen Berbönden in Baden, sowie der dadiiche» Mitglieder de» Reichstage« und R e> ch S w i r t i ch a f t s- rate« wurde. ie Frage der Bildung eines B e z i r l S w i r t i ch a l l s« rare« bebandetr. Die überwieariide Mebrbrit sprach sich daiür an«, daß. fall? da« Reich die Schaffung von nur zedn b>« zwo s Wirtichaiispiovin/en beabsichligi, die Bildung eine« überstaatlichen I üb ive st deutschen WirtschaftSbezirke«. bestehend au» Baden, Wüilieinberg und der Pial, unter eventl Hinzuzrebuiig von Tüddessen,>ii die Wege geleitet werde.' Die Bildung einer iüd- deutschen Wiitsck.rfiSproviiit m» Fiankinrt a. M. ol« Zentrale wurde dagegen elnstinunig abgelebnt. Ei» Vlrbe>iSa»»sch»ß, in dem die 'ämllicken wirtschaftlichen Berbände Baden« vertreten sein würden, wird unter dem Vorsitz eine« RegierungSvertreler« die Frage weiter behandeln. Die Enlschelduag über die iiohlenpreiserhZhung. die v?m Großen Ausichuß de« Reichslohlenraie« und vom Reichtloblen» verband brschlosien war. aber von der Relchsrepirrung beanstandet wurde, wird— wie alle Entfcheidnngen so peinlicher Ar«— erst nach den Preußenwahlen fallen. Die Bollversammlung de« Reichslodlenraie«. vor der die Regierung erneut Stellung nehmen soll, fiildet am 24. Februar statt. Die neuen Schrollprels«. In den nächsten Tagen wird im �sieichsanzeiger' die„Verordnung über die Festsetzung der Höchst- preise für Schrott- und Gußbruch' veröffentlicht werden, die der Reichswirtschastsminister auf Grund der Verordnung zur Regelung der Eisenwirtschaft nach Anhörung des Eisenwirtschastsbunde» erlassen hat. Tie neue Verordnung enthält nochnichtdleeigent» lichen Höchstpreis», sondern bestimmt lediglich dos Wert- Verhältnis von Kernschrott und Maschinengußbruch zu den übrigen Schrott- bzw. Gußbruchsorten für den Fall, daß die Lage de» Schrottmartle» e» erforderlich macht, zur Sicherung der Versorgung der eisenerzeugenden und-verarbeitenden Industrie mit diesen Roh- stosfen die SchroU- und Gußbruchpreije auf eine bestimmte Höhe zu beschränken. Die Verschmelzung der R. Wals iL S. mit der Maschinen- fabelt Buckau wurde von der Ke»eralveria>nmlung dieser derben Unter irehmnngen emst>mmig beschlossen. Die schwedischen Aufträge der Eleklrolndustrle. Im Mitteilung«- blatt de« S>e»ien»lonikrn wird über die ndwediichen Aufträge der «iemenSgruppe und der A.E.G. folgende« miiaeteili: Bei einer Aii«s>dreibling der ickwedilchen StaalSbahnveiwaliung Sommer 1920 erbielien die S.S.W, zusammen mit der A.E.G. einen Auftrag aus Lieieiung der elelirischen Ausrüstung von ll Güterzug-Lokomotiven im Werte von eiwa d0 Millionen Mark. Die Lokomotiven sind Dopvel-Lokomotiven der Bauail 1— E-s- E— l. d. h. jede der beiden kurz getuvpellen Hälften besitzt 3 Triebwagen und eine Lau'achse. Die Lotomoiiven gebören zu den stärlstcn in Europa gebauten. Sie haben Erzzüge von rund 200» Tonnen Gewicht zu befördern, ihre größte Ziigkrasl beträgt rund 28 000 Kilogramm, die 4 Moloren haben zusammen eine Stundenleistung von 2132 Kilowatt. vir Rückgang de» eugNschen Außenhandel». All« englischen Blätter befassen sich mit dem Niedergang de« englischen A u ß« n b a n d e l«. der in den amilichen, vom Handelsblatt so- eben veröffentlichlen Ziffern zum«»«druck kommt. Die Einfuhr betrug im Januar 117 050 783 Pid. Slerling, verglichen mil Januar 1920 eine Abnahme von 06 292 205 Pfd. Sterling, also um ein Drittel, die Au«fuhr 92 750094 Pio. Slerlinq, verglichen mil Januar>920 eine Abnahme von 13 123 315 Pfd. Iierling, als» um ein Siebentel: die W ederauSiuhr belrug 9955119 Pfd. Sterling. da« sind 15 509 153 Pkd. Sierling weniger als im Januar 1920. Die gesaml« K o b l e n a u s f„ h x im Januar beirng nur 1 700100 loniien gegen 3 358 572 Tonnen im J.riiriar>920. Der Wert der ausgeiührten Kohlen betrug 5 550 708 Pfd. Sterling gegen 11542127 Pid. Sierling im Januar 1920. Ter Koblenexpori nach Frankreich ist ans 191 ö9S Tonnen im Werte von 708 294 Pfd. Sterling zurückgeganae». während er rm Januar lS20 457 008 Tonnen im Werte von' 1007 032 Pfd. Sterling beirng. Soziales. Stempelsteuerzuschläge. Der preußische Presiedienst schreibt: Am 1. Februar traten die von der Preußischen Verfassunggebenden Landesversammlung in ihrer letzten Sitzung beschlossenen Aenderungen des preußischen Stempel st euergesetzes in Kraft. Unter einstweiliger Zurückstellung einer grundlegenden Neugestaltung des preußischen Stempelsteuerrechts ist die allgemeine Erhebung prozentualer Zuschläge zu den Steuersätzen des geltenden Stempeltarifs vor« geschrieben, und zwar soweit die Höhe des im Einzelfall zu er- hebenden Stempelbetraqs nicht nach dem Werte des Gegenstandes zu berechnen ist, in Höhe von 300 v. H, im übrigen in Höhe von 100 o. H. Eine Ausnahme gilt für Pacht- und Mietverträge über inländische, nicht der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung dienende Grundstücke. Gebäude und Räume und über inländische, den unbeweglichen Sachen gleichgeachtete Rechte, deren Versteuerung auch fernerhin nach den geltenden Tarifsätzen ohne Zuschläge erfolgt. Gleichzeitig tritt«ine Aenderung der geltenden Besreiungs- Vorschriften insofern ein, als Urkunden über Gegenstände, deren Wert nach Geld geschätzt werden kann, in Zukunft von der Stempel- steuer befreit sind, wenn dieser Wert 300 M.(bisher 150 M.) nicht übersteigt und Arbeits- und Dienstverträge stempelfrei bleiben, wenn der Iahresbetrag der Gegenleistung 15 000 M.(bisher 1500 M.j nicht übersteigt Das Gesetz, dessen Ausführung dem Finanzminister obliegt, gilt für die Zeit vom 1. Februar 1921 bis zum 31. März 1922._ ?ugenüveranftaltunyen. Berel» Arbeiter. Jugend Seotz-BerU». Stfteiotioi; NW. 40, Ja den Zellen 23. Donnerstag, den 10. Februar, abends i/>S Uhr: Zeniraljugendbeim. Lindenfte. 8, 2. Hos links, 8 Tr.. Lcseabend. Otto Rffige: „Erziehung zum Sozialismus.— vahnsdsis: Jugendheim, Scimann, Riedel- liratzc, Vortrag:„Eine Reis« nach dem Orient'.— EharloUeuburg: Jugend- heim, Rosinenstr. 4, Vortrag:„Loudiagswahl und Arbeiterjugend".— Se/nnd- brnnne»! Jugendheim, Schule Eotcnburgcr Sir. 2, MSdchcnabend mil Vortrag: „Die Gefahren der Grotzstadijuqend".— Lichtenberg: Jugendheim, Mliggel. sirahc>9. Mödchenabend.— Reneuhaoe»! Jugendheim, Schule Nicdcrheiic». siratze, Miigliederversammlung.— Osten /Stralauee Viertel)! Iugcndhelin, Schule Naglcrstr. 8, Vortrag:„Das Weimar der Arbeiierjugend".— Rclnicken- bort-West: Lakai. Eichbarnftr. m. Vortrag:„Romantik der Landstraße". Schonhanser Borstabi l: Jugendheim, Schule Sonnenburger Str. 20. Diskusston»- abend:„Der Friedensperiraq von Versailles".— S�änhanler Vorstadt O: Jugendheim. Lokal Rüper. Stargarder Str. 18, Vortrag:„Moses oder Dar- min?"— kreis Tiergarte»! kretsdelegierienpersammlung dei Tillmper, Flensburger Sir. 3, 7 Uhr. • Sonntag, ke« 18. ffebnui, abend« 8 Uhr, Lichiiilderpoetrag. llnlosten- deitrag 1 M.__ vortrZAe. Vereine und Ver5c»mmstm-, Uhr. IN der Aula de» Lesstna-Gnmnastums. Pankstratze, Uebunassiunde.— Rcichspereinigung ehemaliger keieosgrsangene?. Gruppe R. 2. Versammlung Im„Veralina-Saal', Schönhauser Allee 28, 8 Uhr. /tos aller Welt. Der Revolver als ArAumenl. Das Literatenkaffee„Eafä Ten- traf in Wien war der Schauplatz einer aufregenden Szene. De? auch In Berlin bekannte sunge Wiener Schriftsteller Anton Kuh wurde Im Kreis« von Literaten und Schriftstellern von feiten eines Anhänger» de» Herausgeber» der„Fackel'. Karl Kraus, mit einem Revolver attackiert. Die Waffe wurde dem jungen Enthusiasten noch im letzten Augenblick, eh« ein Unheil geschehen konnte, aus der Hand geschlagen und der Mann aus dem Kaffeehaus hinausgedrängt. An- laß zu der Tat des Anhängers von Karl Kraus bot ein in einem Wiener Morgenblatt erschienener Auszug au» dem neuen Buch von Anton Kuh.„Juden und Deutsche', in welchem Kuh Karl Kraus als einen Hysteriker bezeichnete. Schlafkrankheit. In London wurden in der Woche vom 15. bis zum 22. Januar amtlich 21 FälleoonSchlafkrankhelt fest- gestellt.— Nach einer Havasmeldung aus Chalöns-fur- , S a o n e ist ein fünfzehnjähriges Mädchen seit neun Tagen von der Schlafkrantheit befallen. Die Kranke wird mit i Milch und Eiern genährt.— Es liegt nahe, daß Westeuropa die ScMastankheit dem Negrrmrport verdankt Auch im essaß-lolhriu- qischen Industriegebiet ist die Schlafkrankheit ausgetreten, vorerst nur leichtere Fälle, doch auch schon einige Todesfälle: so verstarb eine Zfljährige Frau nach acht Tagen fast ununterbrochenen Schlafens. Ein Seedampfer aestohlen. Diebe hatten sich im Bosporus des Dampfers Alembar bemächtigt und waren mit ihm nach dem Schwarzen Meer geflohen. Ein französische» Ausklä- r u n g» s ch i s f entdeckte den gestohlenen Dampfer. Ein fran- zösischer Osiiz er und vier Seeleute schifften sich auf dem wieder- gefundenen Dampfer ein, um ihn nach Konstantinopel zurückzuführen. Sie wurden jedoch auf der Fahrt von der Besatzung ü b e r w ä l- t i g t. und da» Schiff lief in H e r a c l e a ein. Die Nationalisten in Heraclea wollten die französischen Seeleute als Gefangene be- halten. Infolge der Entsendung eine» Kriegssch sses entschlossen st« sich jedoch schließlich, die Seeleute freizugeben. Da» Schicksal des Dampfers Alembar wird später geregelt werden. Exterritorial für Bazillen? Anläßlich de» Zwischenfalls mit der russischen Delegation, die sich weigerte, sich der Ouaran- täne in Terijoli zu unterwerfen, wird stnnischcrselts darauf hin- gewlesen, daß dt» Jmmunitä» für Diplomaten, auf welche die Russen sich berufen, im fraglichen Fall nicht anwendbar ist, da laut gelten- der völkerrechtlicher Praxi» keir.e Ausahmen von sanitären Bestimmungen gestattet sind, eine Ansicht, die hervorragende Autori- täten, u. a. der Engländer Satow, geäußert haben. Sport. Roedgruppe de, 4. Bezirk, am Sonntag in L a n t-> l» Turnboll, Sendlili. (hafte, nadjmi tt o(h 2 Uhr. Nachdem äteffp-.inlt Im Varadieogarlen, M üblen» ftraße.- Frei« Tarne.schast Schäncderg.V.'clio(Mitgl. d. u. Sp.-B.). Sonntag: steftDnnk. aller£fi*tetv � Verkauf kommt■„—--""wzmm AUSSCHLIESSLICH QUALITÄTSWARE cfutc StwdksisM aiif den. ßisfaeriffen Preis/ «/e�e ktuye Hausfrau _ wäscht mit Rfc� JsfJf Bezlrluvtroand Berlin S.P.D.- SZ BbL natural. ?m 6ennabrnfe bfn 5 Februar. verstarb der Genosse toäreasollilbörg Srvnilialer Str. ZS. «r gehörte der Partei ununterbrochen seit dem Jahre fflOZ an 173 17 Ehr, seinem«»denken! Eonnvrstag. de» ZV. Kedruar, abends 7«Ihr. in der VStzow-Vraueret, Prenzlauer Allee SZÄ: >>>-»»>.> JPV> SCHEIDEMANN Steint WäfJLevfmtJKlAt PREIS 30 mark Vfertao fflr loriaMtwroehgft Berlin S.W6S L solid. Ans Ohrg.dauerhafte Bauart, bestes Material Wieder In»einer rllbmllch»' (Sgfyfn bekannt. Qualii. Uberall erhält! Weger Prel« ML I.OO. 1.70, I.BO._ SpeziaI>BehandIung für alle Qeschlechtskrankhelteo nach langjährig bewährtem Verfahren. Berltn W SOO, Potsdamer Str. 123 B. 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Könlggrätzer Str. >',8 Jekaterina Uhr: Iwanowna (Lucle Höflich, Paul Bildt, Dernburg. PiöckI, Schlegel. Römer, Marba. Lehudorft) Freitag: Der Vater (Lucle liöllich, Ludw. Hanau) Sonnab.; Jekaterina iwanowna Sonnt.: Jekaterina Iwanowna KomOdienhaus u! Die Sache m. Lola mit Max Pallenberg Sonnabend, zum ersten Male: Das weiße Lämmchen Schwank von Hanns Sallmaon mit Max Pallenberg Leonhard Haskel t Emmy Sturm/ Heinz Slleda/ Olga Engl/ bra Brock/ Fr.Lehndonf Sonnt, nachm.: Herr Minister Berliner Theater '/jSUhr; Die spanische Nachtigall Operette von Leo Fall mit PrltziMassary Hans Wassmann, Emmj Sturm. Julius Brandt, Rclnhold Pasch, Olga Engl Stg. nachm.: Der letzte Walzer Residenz- Theater Täullch Tl, Uhr: Lady WiDdenneres Fäeiier Harsl Arnstfidt Sandrock, Korff, II aase, Sciifncmcna, Senler Sonntag 4 Uhr, halbe preise: DfeTreptylln_ IrTanou-Theater Heute 7>fz, rnm ersten Male: DleCett« llachaftdea Abbe Cbafeanneaf Scha ispiel von Ed. Stucken. teoi/oidlne Konstantia, Ika Grlinlng, Käthe Haack. Luise Wcrckmeister. Hansl Burg, Herrn. Vallentin, Jul. Falken- Stein, Adolf Edgar Llcho, Paul Morgan, Hans Brockmann, Wilhelm Bandow, Emil Mamelok, Franz Weber Theater am Bülowplatz. iacli Damaskus �i,3- Lesslng-Tlieater ti/, uhr. Flamme (Dorsch. Hartmann, Klein- Rogge, Walther.) Freitag bis Montag TV,: Ein Idealer Gatte (Durieux, Götz, Loos) Deutsches Könstler-Ttieater Allabendlich 7'/, Uhr; DleScheidungsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg Sonnabend 3 Uhr: "fiSÄV Fltzlifltz Rose-Theater FkUi Deserteure flontml-Theater L?!5Die Postmeisterin Uentuchea Opern linns v.; Die Walküre irrledr.Wlllielmat.Th uhr Sotieit die Tänzerin Kl. Sebanaplelhaaa /v.uhr Reigen Komlnehe Oper Tv.u.BaroneBchen* bnat.pielhnua l'h Uhr: Arnold Rleck In Die schwebende Jungfrau ffletrupoi-Theater u. Hollandweibchen Meaca Operettontheat. "/.u.. Yu-Shi tanzt Keaea Tolknfhoater vhv. Karii Masdaieoa Sehfller-Theat. Chart. /*/, u.. Helden Thalia-Theater ?v. Uhr Mascottchen Th jtoi M o i 1 ea d o rfi» la ta 3>/« Uhr: Die Walküre uhr Wenn Liebe eraulit Theater de. Wr.ten* tv, uhr: ScliwsiceiiliocIizeK Shd. ZV, Urrr Gäoseiiesel Th.i.d.Kommandaiiienstr. "/.u. Der verjüngte üdolar Wallner-Thor.ter üf? Der Geiger von logaBü ApoUo-IBeaferl Vit Direktion: James Klein. 7>/, f Das groBs Ausstattungsstück*la 4 Bildern{ Kadame Subarry's üiebeslebenl mit der weltberühmten{ Saharet als Gräfin Dubarry. [ Ueber ISO Mltwtrkeadsl— Sonntag ZV, das I vollst. Stück mit Saharet.— Jeder Eiwachsene I Kind freil— Vorv-r«. ab 10 Uhr ununterbroch. Folies Caprice Am Oranienburger Tor Täglich Vrf Ohr: Pfeffer und Salz Der schlaue Theophil Der Doppelgänger Telephon; Norden»650 Königstadt-Tbeater llahnhoi Jannowlizbrticke Tägl. 7J0 Gala-Säuger Im Ballsaal TANZ Schall nnd Ranch im GioBen Schauspielhaus Dir Hans v. Wolzogen Telephon: Norden 8643 Konz. 7>/, U, Beginn 8V, U. Das große Februar- Programm Die Hose"von Stambiil mit Mizzl Dclorm und Arnold Rleck KmKÄfM IHans Stosch-Sarrasnnl I I Sgl. 7", Sonnt, auch 3 Uhr I Sonntag letzt;Aufllihrung. I Oret'la Traum. Neue I A traktionen. Vorverkaui I Circuskasse ab 10 Uhr I ununterbrochen nnd Tietz I Admirals Palast tv. Die roten Schöbe Morg. 7V,: Die roten Schuhe !) Park-Restaurant I «Siidende* ! SOdring I»4| ! Tanz-übende! täglich { anßer Hontay j I Reines Varleta-Programm Rauchen| DehreostrakSe 54 Allabendlich 7V«ühr D.lustigeSpielpian Kleines Theater Unter den L.ncen 4A Täglich V� Uhr Canaiiovaa Mohn Lustspiel von Kudolf Lothar l ugen Burg, itady Chrisilans. Hans'Ibers, Helnr. Scärotlt. Morgen u lolg Tage S Uhr: Casanovas Sohn Casino-Theater lothringer Str. 37 Tägi.V«* Der W�O SoBlagcrl Der Großfürst Ein lustiges Stück aus dem Berliner Lehen in 3 Akten. Berliner Humor! Berl. Typen! Sonntag 3V» Bio« HM« Ebs. Theater am KottbuserTor Kottbuser Str. 6 Tägl 7V, u id Sonntag nachm. 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Dezember 1920 Jen hier mh- gedruckitn Brie/ mn unsere Mailerfirmz, �kh hebe mich überzeugt, dmss die künst eriichen Aufnehmen der Deutschen Grsmmouhon- Aktiengrsellschufi in Bezug s uf Klangfülle und Wiedergabe der SingsHrxme und Orchester- insrumenie Vollendetes leislcn" Oper/ Ojnre'.t«, Ucdcr r«drsov, Tin*« D«kl«matlonc»/ tolotitcftng«/ Onett«/ Cbdr« laatraa atalte I ✓ Ozzkeziez Grammophon-Spezlalliaus M Berttn nur W 8« PrtedrHkstraäc ISO Tüchtige für Kurzwaren Herrenartlkel Damenwäsche Weißwaren Stickereien sowie tüchtige sofort gesucht Meldungan: 12— 2 Uhr mittags 5—6 Uhr abends i Jandorf£ Co. Charlotlenburg Wiitnersdoner Str. 118/119 Kandier, ä I Ku»,b«ti tepper im) •* Zeilungsverl,©aufritritung, Lohn ttbrtSacit Bachar. Kachau, 43. iiaso 1 atzL Watt,«etafttaafii. S/tt. öeratungea öer Üeutjcken He?envorf918 wurden die Singe« stellie» zu nuyioien veinoustrattonen. Veriaminffiiigen en gros und '»deren Dingen aufge'otdert. Zur Main, wen»tbeu laut e« nie. Bei all dem Redeichwall wurde det Unietnedmer der loebenr« D, in«. Welch ichwere und baute Käwpte hat ee vom Fall de«G»and» gefetze» bi» zum AuSbtmb del, Weltkrieges mit dem Ilnietnebmetium gegeben. Jndesien, js schärfet die KawpfeSatten det Unternehmer wurden, desto dichter drängten sich die Llrl'eitnebmer in ihren Ge- werlschaiten zmammen. Ein kurzer Rückblick auf den Etuwicklungs« gang der Gewertschoffen zeigt, daß durch dies« hatten Kämpfe di« Witgliederzabl vom Jabre ILSl ,278000) nach Lösahriger Tätigkeit im Jahre lvl« die Zabl auf 2250 000 stieg. Vor dem Kriege gründeten die Unternehmer sogenannte.Wirt- ichafttiriedltche"-Vereinigungen und zahlten dazu ein anständig«» Draufgeld. Heute spart der Unternehmer Geld und die Gründer Arbe't. Betrachter man den Kampf der Mitglieder innerhalb einer Gewerkschaft tun die Verwaitungöposten und die elende Zerfplitte- rimgearbeit von Leuten, die vor dem Kriege in Gewerffchaft und Pariei unbeschriebene Bläner waren, dann bekommt man. wen« die Zer'törungSwut lo weiter geht,«tn Grauen vor d« Zukunft. Heute sind die B K.P.D. untereinander Freunde, und morgen, wenn der Spaliung«pi!, seine Arbeit getan bat, beschimpft man den Freund als Arbeftervmäter. prablt mit, einer Prinzipienfestigkeit. trotzdem man Meinung tmd Programm seit fcer Revolution bereit« drei- bi« viermal gewechselt bat. So war der Gang der U.S.P. gegen die S.P.D.. der.«.P.D. gegen die ll.S.P.D. und«.«.P.D. wiederum gegen die K.P.D. Im Hmbl'ck ans die om 20. Februar statifindenden Landtag«- wählen sei noch kurz auf die«tbeften der Sozioldemokranichen Pariei im Preußischen Landtag vetwieien. Roch dem Zusamm-n- brück gab sich Preußen eine demoitatische vetfostung. Da» alt, Dteiklastenwohlrechi war erledigt. E,n jeder Bürger bekam- da« Recht, seine Kinder vom ReligionSunlerticht zu befreien. Leider wird von dem Rechte in den radiial vigantsierten StodUeilen iehr wenig Gebrauch gemacht. Wtchtig und erfolgreich war die Tätigkeit der Sozialdemokratischen Partei auf dem Gebiete de» geiamtet» Schulweien«. Tri ander« der Initiative de« Genosten Sinzbeimsr -st der Plan auf Schaffung einer Lkadrmie der«rbtit zu verdanken. Er wurde vom iozialdemokianichen Kull'.idmiuister unterstützt und ge'ördert. Do« Verbot der privaten Eiellervetmittclung. dm Refonnierung der Gewetbeinipettion und de« Koalitionerechte« sind Produlte der rastlosen Arbeit derSozialdemotrotifche« Partei. Uno nickt zuletzt bildet die Betordnung über die Wirt« ickaftl'che Demobilmachung eine nickt zu tmtetsSätzende vafi« der Betriebsräte in«utübung ihrer Pflichten gegenüber dem Unter- nehmerkum. Angestellte in Hände! und Industrie! Der preußische Finon, minister Genosse Lüdemann, wird über all diese wicktigen Fragen am Freitag, den 11. gebrnar, abend« 7l/t Uhr, in den Musikeiiälen. Kaiser-Ttlhelm-Gtraß« 81, zu den Angestellten iprecken. Pflicht eine« jeden Sollegen ist e«. iu dieser Tetiammlung zu erscheinen. Jede gewerlickaitlich« und politische Müdigkeit muß überwunden werde». Trotz aller Phrafeura heißt e« für die Angestellten: Festhalten am Ziel, fest» halten an der Arbeit, wen» der Weg auch st«intg ist. Denn gerade die Angesteliten sclle» die TtSaex der Pl odukrion In der sozialistischen W riichaflSordnung jettt. Angestellte, hinein in Gewerkschaft und Partei! Jus eigene Nest! Di«„Deutsch« Dnlkspartei" hielt jüngst in der vuka. ffn-ftnft». Ztz, eine Wählerversammlung ob, deren Verlauf in oberer B#- Ziehung bemerkenswert ist. Ms nämlich die Einberufe? au, Zwffchen, rufen erkannt hatten, daß eine große Anzahl Soztatdemo- kraten in der Versammlung war. erschien plötzlich, offenda? von ihnen alarmiert, ein starkes Aufgebot Schutzpolizei im Saal«, das ober unverrichteter Sache wieder abziehen mußte, da absolut nichts für die Polizei zu tun war. denn unsere Genossen vcr» hielten sich mustergültig. Ohne die Versammlung zu stören, traten sie dem Referenten durch«in« Anzahl Dtskussiotwredu« in eindrucksvoller Weife entgegen. Run aber zu dem Referenten, vielmehr zu d e n Referenten. Es waren nämlich ursprünglich zwei Referenten vorgesehen. Der erst« war ein Geheimer Regietzinasrat Kranich, der fürchterlich übe? das„laadfremde Gesindel" Dr. Cohn, Hirsch usw. schimpfte. Darauf verzichtete plötzlich der zweite vorgesehene Referent auf« Watt, sein Name lautete zufällig— Dr. Kalif che rl Sollte dem Herrn durch die?lusführungen feines Vorredners etwa» schwül zu Mute geworden fein?I Zwcmgscnleihe ia polen. Barfchau. g. Februar. MTV.) Finanzmin'ister Steezkow- fki hat sich entschlossen, von dem Gesetz über di« Zwangsau- leih« Gebrauch zu machen und d«n V-zeminifter Rybarfki mit der Ausarbeitung einer diesbezüglichen Verfügung beauftrag:. Der Ent- wurf der Verfügung wurde dem Minister zur Begutachtung bereit» vorgelegt. Unabhängig von der Zwang so nie-he wird in weiterer Folge über den Entwurf der einmaligen Vermögensab» gab« beraten. Der Entschluß der polnischen Regierung ofienbatt da» Finanz» elend Polen» iu seiner ganzen Größe. Neben Rußland und dem in sein«? jetzigen Gestalt unmöglichen Rrnnpsstaat Oesterreich ist Polen das volutaschwächsteLaad Europas. Dementsprechend sind di« dortigen> Lebensbedingungen. Denn die polnischen Agi- tatoren in Oberschlesieu wieder versichern, di« polnisch« Regierung werde den deutschen Markkurz nicht antasten, auch wenn Oberschlesien an Polen solle, so ist das« inerte, ts ein glattes Eingeständnis dafür, daß Oberschlesieu Deutschland als wirtschaftlich« Rückendeckung gor nicht entbehren tonn, und anderer- scits eine reeht ungeschickte Wah'moche. Ein Staatsgedilde mft doppelter Währung wäre ein llnilum in der Weltgeschichte, dessen Tag« bald gezählt wären._ Die Golösenöung Vach§raukreich. Berlin, 9. Februar. iWTB.) Zu der von anderer Sette ge« brachten Mifteilnng, doß 24 Tonnen Gold von Deut im- lond noch Frankreich traniporiiett worden find, boren wir von zuständiger Seit« folgende«: Die Fackricht ist richtig. ES bandelt sich hierbei um zwei Kolddepot« berO«tt« padliqu, vttomsn« in Höhe von SO Millionen Mark Gold, die auf Grund de« FtiedenSvettrage« den alliierten Regierungen zu über« eignen waren. Die Uebeteignnng ist erfolgt, nachdem d'e Ootra qubliqno Ottoimcs ibr« Zustimmung erteilt hat. Der Goldbistand der Reich«bonk wird durch dt« Ueberjührung der beiden Gold« depot« nach Part» nicht vermindert. EewerMostsbewegung Schiedsspruch für die Berliner Holziudustrie. Seit November vorigen Jabre» sieht die Berliner Verwaltung de» Deuischen Holzarbeiiervervande« mit der örilichen Organisation der Berlrner Holzindustrie in Verhandlungen, zwecks A» s g r e i w s der jeweiligen Lobniäye. Als Forderung wurde erhoben, auf die bestehenden Tariflöhne 20 Proz. zu zahle». Di« wieder- bolien Verbandlungen mit der Ärbeitgeberorganisation uns beim EchlichtiingSauSschuk führten zu keinem Erfolg, da die Srbeu» gebet glaubten, dah nur daS A r b e i i« m i n i sl e r i r> m für die«« Frag« zuständig sei. Am 27. Januar traten die Parteien im ArbeilSministerium zusammen. ES tam zu den verschiedensten Vorschlägen des Vertreters der Regierung, die sich auf einer sehr niedrigen LasrS bewegten und als Endergebnis 7% Prozent für Arbeiter und Arbeilerinnen über 22 Jahre betragen sollten. Alle übrigen Viuppen sollten leer ausgeben. Dieses Ergebnis wurde von den Funktionären des Holzarbeiter» verbände» abgelehnt und die Entscheidung dem Arbeits- »ninisterium mitgeteilt, unter dem Hinweis, die Sache dem SchlichtungSauSschub nunmehr zu einer endgültigen Ent- schei.mng zu unterbreiten. Zum 7. Februar 1921 segle der SchlichiungSauSschu« erne Verhandlung fest, in welcher dann folgender Schiedsspruch gefällt wurde: Der Durchschnittslohn beträgt ab 1. Februar 1921 für: Facharbeiter über 22 Jahre.... S,7S N. , von 20—22 Jahre».. 6.45, ,. 18-20... 6,20, . 16-18... 6.85, Hilfsarbeiter über 22 Jahre.... 6,76, , von 20—22 Jahre».. 6.46, ., 18—20... 6,20. »» 16— 18 m,. 4,85# gacharbeiterirmen über 22 Jahre.... 4,75, » von 20—22 Jahr«».. 4,45, , 18-20,.. 4,16. . 16-13... 8,80, HilfSarbeiterinne» über 22 Jahre.... 8.70. , von 20—22 Jahre».. 8,45, .. 18—20,.. 8,16# » 16-18... 2,80. Der Mindestlohn für alle Gruppe» ist um 10 Proz. «iedrrger. Der Schiedsspruch wurde einstimmig gefällt. BernerkenS- wert ist, da« die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmer an» den verschiedensten Serufen. die al» Beisitzer fungierten, einmütig zum Ausdruck brachten, daß die Entlohnung der Arbeiterschaft der Berliner Holz-Jirdustrie im Verhältnis zu allen übrigen Berufs» gruppen zu gering sei. Nach dieser Enscheidung waren die Berlin« Arbeitgeber etwas verschnupft und gebärdeien sich, wie man e« von ihnen im all- femeinen gewöhnt war. Ganz sonderbar berührt waren die Ber» rtzer im SchllchtnngSauSschub von diesem Austreten. ES erweckte den Anichein, als wenn sie.bisher in ihrer Tätigkeit mit solchen rigo, ose» Herren noch nichr» zu tun hallen. Der Scharfmacher Paeth brachte hier wieder zum Ausdruck, daß er sich unter leinen Umständen dieiem SchiedSipruch fügen würde, bemerkte hohiilächelnd. dag die Holzarbeiter ja eventuell st r e i k e n kölinten, und ergänzte seine Darlegungen dabin, daß die Möglichleit eine» Suerts vollständig ausgeschlossen sei. Susgabe ber organisierten Holzarbeiter wird eS sein, den hier gefällten Schiedsspruch rn die Tat um,»setzen. Welcher Mittel sie sich dazu bedienen, wird nicht Ausgabe der Berliner Scharfmachet, fonder» der Holzarbeiter Berlin» selbst sei». Der Streik in der Luxuspapierbranche. Vi, verbände der Fabrik-, Transport- und Eteindruckhilfs- arbeit«, sowie der verband der Buchbinder und Popierverordeiter stehen mit der Unternehmerorgcinisation, dem verband der pholo- graphischen Kunstdruckindustri« und den daran beteiligten chromolitho- raphischen Anstalten in einem Tarifoerhäitnis. Di« Entlohnung ist ,e aujjerst niedrigst«. Bis November 1920 war der H ö ch st f o tz für> mügklch. Unsere Forderung ging dahin,«ruf alle oben angeführten Hungerlöhne 80 M wöchentlich Zulage zu geben. Das erste verhandirmgsergebni» war zu minimal, so dah die Arbeiterschaft dasselbe ablehnte. Das zweite Lerhandiungsergebnis am 28. Januar ging dahin, den Männern im Höchstfälle 20 M., den unteren Gruppen derselben 10 M.. den geübten weiblichen Kräften durchweg 9 M. und den Jugendlichen 4 M. pro Woche zu bewilligen. Durch eine Abstimmung in den Betrieben wurde dieses Angebot mit überwältigend« Mehrheit abgelehnt. Um nichts unversucht zu lassen, wurde von Arbeitnehmerscite der Echlichtungsauzschub angerufen, der am letzten Sonnabend tagen sollte. Die Unter- nehmeroereinigimg erklärt«, vor Freitag, den 11. Februar, keine Zeit zur Verhandlung zu haben. Als jedoch am Montag der Beschluß gesasit wurde, nicht früher wieder in die Betriebe zurückzukehren, bis der Schiichtungsousschusi gesprochen und die Unternehmer den Schiedsspruch desstlden anerkannt hätten, hatten die Unternehmer mit einem Male schon früh« Zeit zu einer Verhandlung vor dem Schlich- tungsausschuß, die nunmehr am Mittwoch, den 9. Februar, statt- finden sollt«. Bericht über diese Verhandlung wird heute, vormittag 19 Uhr, in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18, gegeben, ln der alle de- teiligten Arbeitnehmer unbedingt erscheinen müssen. Sonntagsruhe im Bäckerei- und Konditoreigewerbe« Der amtliche Prnrsiiiche Pressedienst schreib!: In Kreisen der Bäckermeister und Konditoren wird vielfach an- genommen, das Verbot der SonntagSorbeit in Bäckereien und Kondlioreren<§6 der�verordnung vom 23. November 1918. Peichs- Gesetz-Blau®. 1829) fei aufgehoben. Diese» Verboi besteht jedoch nach wie vor. E» hat zwar seinerzeit der Plan bestanden, eine dreistündige LonnragSarbeit zur Herstellung leichtverderblicher Kondirorwaren zuzulasien. H'.erpegrn sind aber er- hebliche Bedenken gellend gemacht worden. Denn die Zulassung dieser SonntagSarbeit würde unvermeidlich zuUebertrerungen de» Kuchenbackverbote« lührm, da manch« Konditoreien versuchen würden, am Sonnlag neben den leichiverderblichen Waren auch andere herzustellen. Ueberhaupr wäre eS nicht angezeigt, durch eine Ausnahmebestimmung die sonntägliche Herstellung aerade solch« Waren zuzulasien. die.hauptsächlich nur vom wohlhabenden Publikum getauft werden. Da u»ter dresen Umständen mit einer Ankhebung de» bestehenden Verbote« einstweilen nicht zu rechnen ist, bat der preußische HandelSmini st er nunmehr die Regierungspräsidenten angewieien, für die Durch'übrung der Bestimmungen über die EonnlagSrnh« in Bäckereien und Konditoreien nachdrücklichst Sorge zu tragen. den sin Zenkrokverbcmh d« AngesteMe»»rgan ist erben Hcksenr sin mittleren Beamtendienst bei den Scheckämtern n»e erhoben worden. Wenn man schon die männlichen- Angestellten nicht behalten will. berührt es sonderbar, daß diejenigen Angestellten, die Militäran- wärter sind, weit« al» Angestellt« beschäftigt werden können! Diese Durchbrechung des vom Postminister aufgestellten Grundsatzes, daß Angestellte bei der Post überhaupt nicht verbleiben sollen, ge- stattet sich der Herr Postminist«. Trotz aller Ausführungen lann« nicht In Abrede stellen, daß lein Derhallen unsozial, auch keines» wtg» im Interesse der Postverwaltung geleger, ist. Verständnis für ferne Maßnahmen wird er jedenfalls nirgends finden. Die Drechsler gege« MoSka». Bei der Wahl der Delegierien zur Genera lversarnmlmrg der Holzarbeiter blieben die kommunisti'chen Kandivalen der Drech'ler» vrancke erheblich in der Minderheit. Diese» Resuliat zeitigre nach beendeier AliSrähIiing bei den MoStowiiern verdammt.länglich« Gesichter". Durch Allibieliing aller Mittel mar eS den Kommunisten gelungen, die Blanchenkomm ssion bei ber kürzlich sraltgeiundenen Neuwahl mit ihren Leuten zu beiegen, wenn eS ihnen auch nickt gelang, drei Geltreier der Ainsterdamer Siichiung, jahrzehntelange Funtlionär« de».Holzarbeiie»verbonde». abzuwüigen, trotz aller angewandien illegalen Mitiel. So ist da« Ergebnis der Delegierien» wählen auch als eine gründliche Absuhr der tommunislischen Branchen« kommissionsmiiglieder zu beweiien. Etttkassung der Hilfskräfte bei der Post. D« He« Postminister hat mit dem Bertret« des.Berliner Tageblatts" ein« Unterredung über die Entlassung der Hilfskräfte bei der Postverwaltunq gehabt und die getroffenen Maßnahmen zu rechtfertigen gesucht. Wenn man'» hört, so möchte es leidlich scheinen Auf den Inhalt des ersten Teil» sein« Erklärungen soll nicht«in- angen werden. Die Verhältnisse vei den Postscheckämtern stellen WWW sich denn doch etwas anders dar als« fie schildert. D« He« Postminister hat dem Verband der weiblichen Post- beamten die Zusage gemacht, daß den Frauen der Scheckamts-, Fern- fprech- und Telegraphendrenft zur Besetzung vorbehalten bleiben soll. Es ist die» nicht das Einräumen der nach der Berfoffung den Frauen Vleichb«echt'gung, sondern die Gewährung eine« Männer, auch für gelernie, wöchentlich 209 M.. für weiblich« geübte Kräfte 88 M.. 109 M. und 109 M. Einstellungslohn für Jugendlich« von 14 Iahren war 47 M., der bis zum Höchstsatz über 19 Jahre aus � 72 M stieg. Im November wurde eine kleine Lohnerhöhung von 19—15 M. bewilligt, an der ober zirka zwei Drittel der Arbeile, i rinnen nicht beteiligt waren. Vor dem Echlichtungsousichuß wurde üb« dies« Sachlage oerhandelt und ein Spruch gefällt, noch dem allen Beschäftigten etwas gegeben werden sollte. Der Demobil- machungskommissar lehnte die Verbindlichkeitscrklörung mit der Be- »ründung od, daß ein Taniobtommen getätigt sei, an dem beide Teil« unbedingt iesthalten müßten. Das fragliche Tarisadtommen hatte Geltung bis zum 31. Dezember 1929 und durch diesen Echieds- streit waren Derhand'ungen um Lohnzulagen«st End« Januar ar recht«, wenn dagegen sämtliche männlichen Angestellten ent. lassen werden fallen Man denke: Für die männlichen Pvstangestell- ten, sehr oft Familienvater. w«den jung«, kaum der Schul« ent- wachsen« weibliche Kräfte bei de« Scheckämtern eingestellt! Demgegenüber ist zu fragen: Läßt e» sich verantworten, daß man an- geblich besser prädestinierte jugendliche weibliche Personen einstellt und dafür mannlich? Angestellte, die bereits längere Zeit bei der Post beschäftigt sind, entläßt? Daß die männlichen Angestellten durch die mehr oder minh« monotone Beschäftigung abgestoßen werden und von selbst weggehen, gibt t« Postminister selbst zu. Weshalb wartet man diese Entwick- lung bei den noch vorhandenen Angestellten nicht ab. sondern entläßt ste jetzt in der Zeit der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage? Der Anspruch, als mittlere Postbeamte übernommen zu werden, ist von Die Wahl«, z« den Taftstnstanzen d« Dochdruck« zelsiglen folgendes Ergebnis: Als Gebilsimverireter für den Tariftreis VIII (Berlin) wurden gewählt Albert M a s s i n i mit 8036, Rudolf Alb recht mit 7819 und Mar Ebel mit L624 Stimmen. Zum Tcerifschiedsgericht wurden 19 808 Stimmen obaegeden. Davon ent- fielen auf List« 1(beginnend mit E ch l« i i l e r) 5934: Listi> 2 (Opposition) 4371 und Liste 3(Gelbe) 499 Stimmen.— Die gleiche St!mmen.rahl wurde für die Beisider zum Tarifamt aboeqeben. Liste 1(Braun) sieote mit 5818 Stimmen, während die Listen 2 und 3 4522 und 462 Stimmen aus sich vereinigten. Di«.vereinigte Opposition", die auf den Krücken der Gelben i« die Tarifinststutionen humpe'n wollte, hat sich wieder einmal arg verrechnet, und ihre Pläne sind an dem gefunden Sinn der über- großen Mehrzahl der B«lincr Buchdrucker gescheitert. Der Streit in d« D'uien- und SleiderkonfeMon wird bekanntlich von den Arbeitern und Arbeiterinnen gemeinsam mit de« Zwischenmeistern gegen die Fabritanten aeiührt. E» hondeü sich um die Erringung von Löhnen, die sowohl den Arbeitern wie den Zwischenmeistern ein ausreichende» Einkommen gewähren. In d« Hauptsache verlangen die Zwischenmeist« zu dem Stücklohntnrtf der A'-beitnebmer einen Zuschlag von 199 Prozent. Der Fabrikantenverband lehnt e» ab, den Zwischenmeistern einen be» stimmten Bredienft zu sichern,«klärt sich ober bereit, tn Erfüllung de» Schiedsspruches vom 13. Januar, mit den Zwifchenmeisterorgoni. fotionen und dem Dekleidnnqsarbeiterverband gemeinsam eine» Lohntartf für die Arbeitnehmer zu beroten In ein« am Montognachmitao Im Lehrervereinshause abgehoste» nen, von den ZwischenmeOterverbärrden einberufenen Lersarnrnlung wurde berichtet, daß der Streik In vollem Umfange emgeirtzr hat und einen guten Erfolg verspricht. An der Bewegung sind etwa 3999 Zwischenmeister und 23999 dl» 24999 v,be.itn ehmer beteiligt. Außer den Rednern der beteiligten Zwischenmeifterverbände sprach auch ein Bert-eter des Dek'eidung». arbeiterverdondes. der betonte, daß die Arbeitnehmer In voller Soli- darität m't den Zwisch«nmeist«n den Streik durchkämpfen werden. Eine Vertreterin des christlichen Gerverkverelns der Helmarbeit»- rinnen sab ebenfalls«ine Eolidaritätserklärung ob. Nach Schluß der Lersammlung gingen die Teilnehmer im Demonstrationszuge durch das Konfektionsviertel. Die Angestelltenkarlfoerlräge für die AfphgMnduftrie und Rir dl« Dagen- und Sarosieriebranche sind durch das Reichsorbeitsm miste» rium mit Wirkung od 1. Dezember 1929 für ollgemein verbindlich erklärt worden. All« Betriebe dieler Branchen sind»«pflichtet, ihre Anaestellten ab 1. Dezemb« 1920 nach diesen Tarifverträgen zu entlohnen. Eremplar« die'« Tarifvertrös« können gegen Erstaltung der Selbstkosten von der Gefchäftsstelle des Ortskartells des Afa- Bundes, SW. 61, Dellealllancestr. 7/10, bezogen werden. Achlunz. Sbuhmach«! Freitag 7 Uhr in den.Sophiensälen". Sovbien'tr. 17/18, gemsririam? Beriaminlung aller auf dem Bosen der Amsterdamer Internationale stehenden Mitglieder de» Eckub- macherverbande«. Mitgliedsbuch der Partei und der Gewerkschaft legitimiert. Vollzähliges Erscheinen nnbedmgt notwendig. BetriebSiekretariot S P D. »»w«?.«.».».-«Biet' Um tl. ffetnioe, rtcnfci 7 Vtzt, t» tatet Nofchinat, Stalitzer Sil. 51/S2, wichiiz« Berfommtung. Cifoir. »e»ttchee 9ol«teIter*ert*«b. JfreHoj. 5V4 Übt, Setfemmbtag der Da»«». fttohhutbeanche, Engelufer 14/15, Saat>. «erb«»»»er Bvchdi«»«»»»» P«plet»tt«t»«ltet. vi«««teeonenmnSn»»» fitzimg dir Duchdlndkebranch« find«! nlilit am 10.. sondern am 11. ffedruar. 8 Übt, im«Innnbrinet in b«t Alexandrinenstr-b- statt,«intri» nur durch Delcgirrtrntarte«. «f»-vttsk»rtrlt. btnqestrSt« der Dertltindustri»,(sSedereirn»nb chemische» lSasckianttalten: Freitag, 7 Ubr. Isf-Ntliche Versammlung in den Veriinet ttonzertsälen. Saal Max und«torltz. tiommandantenstr. 58/50. Taaroordnung: I. Nichts— als«naedot der Arbeitgeber und unsere weitere» Mahnabmen. 2. Diskussion und B-tchlukzfassnng. rran»p»r<«rbeitee»etb«nb. VIlnerotwaffetarbeilee, �rbeitrrinne» Dentscher rranopo-t-rdeiteenerbeen». VIlnerotwaffe und Ztiitsmer: Dente 7 Ubr in Wiike» ssestsiilen, Erbostianflr. 5»(an der?!«»-» Intobstrasie), Bronchrnrersommlung.—«ertrauenoleute au» den Buchbind«» reicn, Duchdrulkrre/e» und?eilungs>»«rlngsan0'>l!en: Freiiaa,>4» Uhr. bei Feutara, Mrlckilorsir. 15, Beetranen-mZnnersiiiung: Eiellnngnabm« zu» Tarif.— Kandelsbilksardester und»arbeltcrinnrn au» der ehirurgcnbranch«: Freitag, VA Uhr, bei Florian, tzlegelftr. 31, Gruppenversammlung. BetrieborSte Arn«»* 4 de? Meiovindnsteie. Hrut» 8 Uhr Grupvenuersamm- lung in der Schuloula am ttoppenplatz. Fraktionsvorstand. Deranim HK den redaki Teil Dr Werner Briler, Tborloltendnrg: tlir Unzeigen: rn Sioitc. UerliN. Verlag: VorwSrlg-Verlag vi m d H.. Verlin Druck: Vor- wb:lS»Vuck>''e" n Vani einaer» So->->-1«.,:imdr--ritr. 3. Hierzu ei»,.»c!t»ge»nd llnterbaliungsdciloge.Hewemelt". (Zrvzzer I.ebenzmittelmai'�t TU billigen Preisen, soweit Vorrat ßemBse, Obst Kommen Do— Weisskohl.......... Pt�TO� Möhren............. 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