Nr. 69 ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe tk Nr.ZS Bezugspreis z Vierkljilhrl. M,-» M.. monatl. 10,— R. frei ins Saus, voraus zahlbar. Pofl» bezug: Monatlich 10,— M., ejfl Zu- ftellungsgedllhr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich l6L0 M, für das übrige Ausland bei täglich einmal. Zustellung 21.50 M. Poftbe- siellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tichechv- Elawalet. Diwe» mar!. Holland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz.- Eingetragen in die Post-Zeilungs-Preisitste. Der»Vorwärts" mit der Sonntags» . b-Uage»Volt und Feit" und der Unter» Haltungsbeilage»Heimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags"»b Montags tiamaL Telegramm. Adresse: »Sojialftemottal SrrJtn". Morgen Ansgabe Verlinev Volksblatt (30 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonparrillezeile kostet Z.— M.. Teueruugszuschlag „ftleine Anzeigen" das fett» gedruckte Wort I,— M. szulässig poei fettgedruckte Worte), sedes weiter» Wort 80 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenanzetgen da» erste Wort SS Pfg.. sede» weitere Wort«0 Pfg. Worte über lS Buchstade» zählen für zwei Worte. Teuerungszuschlag S0°/» Familien-Anzeigen für Abonnenten Zell» 2,— M.. politische und gewerd» lchaftliche Vereins-Anzeigen M> die geile ohne Ausschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bi» S Ahr nachmittag» in, Hauptgeschäft. Berlin EW 68, Linien» stratze 3. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. Zcntrutorgnn der fozialdcmokratt fehen Partei Dcutfchlands Neöaktion und Expedition: SM 6$, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morihplaq, Rr. iSI Sv— ISZST vorwarts-verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Moriqplah. sslr. 11753-54 Kohr erklärt weiter... WTB. veröffentlicht in später Stunde folgende amt- liche bayerische Verlautbarung: Die mehrtägigen Beratungen der bayerische» Staatsregierung und der Soalltiousparteieu haben mit der Zustimmung aller de- teiligteu Faktoren zu der a« die Belchsregieruug z» richtenden Erkläruug der bayerischeu Slaatsregieruug heute abeud ihren Abschluß gefunden. Slaatsregieruug uud Koalition». Parteien haben der Bedeutung uud Schwere de» Augeubllcks tu jeder Weise Rechnung getrageu. Wenn trohdem da» Er- gebniz der mehrtägigen Beratungen, die in erfreullcher Einmütigkeit geführt und auch von der Riehrheit der Dresse ia daukeuswerter Geschlossenheit unterstützt wurden, deu bisherige« Stand» punkt der bayerischen Staatsregieruug festhält, so beweist die» erneut aller Welt, daß da» bayerische Volk uud seine Regierung in der Erhaltung de» uueukbehrUcheu Selbstschutzes auch heute noch eine Debeusfrag« erbUckt. Die bayerisch« Staatsregieruug hat demzufolge vou Ansang au deu Standpunkt vertreten, daß die Reichsregleruag. ebenso wie sie die uugeheuerücheu ReparaNoussorderungeu ablehnte, auch dem unmöglichen Eutwaffuuugsdiklat nicht zustimme» dürfe, die beide elv zusammenhängendes Ganze bilde». Sle verkennt jedoch uichl, daß der Reichs- regieruug dl« letzte Eutjcheiduug uud die Ver- aulwortuug für ihre alleufallflgeu Maßnahme» zufällt.' Die bayerisch« Staatsregientug und die K sali t> anspart ei e» haben stch tu ihren Beralungeu und Eutfchließuageu ausschließlich vou oalerläudischeu Zuterefleu leiten lasse». Es mar das Bestreben der bayerischen Staatsregieruug, die Dosittou der Reichsregierung gegenüber dem gefchlosteneu Willen der alliierte» Mächte z» stärken. Zu diesem Geist und ia dieser Absicht flud vou ihr all« Berhaud» laugen gepslogen worden. wenn nicht überall unter Zurückstellung olle» Treuuende» mit der gleichen Sachlichkeit und Zurückhaltung die strittige Frage de- handelt worden ist, so ist das bedauerllch. da es viel zur Verschärfung beigetragen hat. * Die bayerische Regierung scheint sich neuerdings als eine Art von delphischer Priesterin etabliert zu haben, die auf dem Dreifuß sitzend, dunkle Orakelsprüche von sich gibt. Ein Vergleich, der freilich wie seder hinkt, da die Priesterin Zweifel- los ein Griechisch gesprochen haben wird, das besser war als das Deutsch der bayerischen Staatsregierung. Fast gewinnt man den Eindruck, als ob diese hilflosen Politiker ihre Gegner durch Humor versöhnen wollten, indem sie ein solches wortoerdrehendes Gestammel von sich geben. Die Frag« bleibt:„Wird nun entwaffnet oder nicht!" Auf der einen Seite ist die Einwohnerwehr„lebensnotwendig", auf der anderen Seite trägt aber die Reichsregierung die Derant- wortung für ihr«„allenfallsigen Maßnahmen". Die Reichs» regierung wird hoffentlich die Verantwortung für die„allen- fallfigen Maßnahmen" zu tragen missen, wie lange aber noch das bayerische Volk sich vor der Welt von einer solchen Regie- rung blamieren lassen will. jUHi auf einem anderen Blatt. Eine neue Kohlennote. Am 7. Februar hat die deutsche Kriegslastenkommisston der Reparationskommisston über die Frage der deutschen Kohlenliefe- rungen die folgende Note übergeben: Nach den bei den bisherigen Lieferungen gemachten Erfahrungen und der erheblichen Berschärfung des Februarproqramms, ist nicht damit zu rechnen, daß seine Durchführung möglich sein wird. Es wird hierzu auf die am 29. Januar überaebene Denkschrift ver» wiesen/ Dort ist eingehend dargelegt, daß die Frage der weiteren deutschen KoKenliefminaen auf Grund des Friedensvertrages hin» sichttich der Mengen wie des Preises und der Transportwege einer grundsätzliche» Neuregelung bedarf. Die deutsche Regierung hat den drinaenden Wunsch, diese Liese- rungen dauernd so zu aestalten, daß Meinungsverschiedenheiten nach Möglichkeit ausaeschlossen und eine geregelt? Erledigung etwa vorkommender Streitfragen ermöglicht wird. Der augenblickliche Zustand ist der. daß von Deutschland ständig Lieserungsmengen ver- langt worden sind, welch« über da» Deutschland mögliche Maß hinausginge», weshalb Deutschland auch nicht für die ausfällig« Menge verant- wortlich gemocht werden kann. Die Abrechnung über die Gesamt- lieferunoen sst völlig in«»vgewifle geraten. Auch hinsichtlich der Onalitäte» werden an Deutichland dauernd steiaend« höhere Anforderungen"estellt. Ander-rseits haben sich die Alliierten wiederholt über die Beschaisenheit beschwert, ohne daß bisher ein Weg ae- funden werden konnte, zu einem Einvernehmen zu gelangen. In der Vreisfrage ist es bisher noch nicht gelungen, eine Einigkeit über die.iiöhe des Deutichland für die Lieferungen auf dem Wasserwege zustehenden Rohpreises zu erzielen. Ja, es sind nicht einmal die- jeni-en Lieferungen abgerechnet, die Deutschland auf Grund des Waflenllillllnndes im Aussauich gegen Minett« auf Grund des fo. gönnten Luxemburgischen Abkommen, an Frankreich gemacht hat. In der Transports rag« bedürfen die mannigfachsten Meinungsverschiedenheiten unbedingt baldiger Klärung. Es muü auch bei dieser Gelegenheit darauf hin» gewiesen werden, daß ein Bezug von Kohle über deutsche Seehäfeu wesentfich zur Erleichterung und Erhöhung der Gesamtlieferungen Deuttchlands beitragen könnte. Auch bei den Berhondlungen in Poris, die bis in den Dezember hinein stattgefunden hoben, wurde beiderseits davon ausgegangen, daß über ein endgültiges Lieier- Programm neue Besprechungen erforderlich sein würden. Di« deutlche Regierung bittet, sobald die Durchvrüfunq der am 29. Januar überreichten Denkschrift erfolgt ist. einen Zeitpunkt für den Beginn dieser Besprechungen anzuberaumen. Der Inhalt dieser Rot«, ebenso wie die kürzlich im Auszug veröffentlichte Denkschrift, ergeben zur Genüg«, daß der gegen» wärtige Zustand hinsichtlich der Kohlenlieferungen der Abänderung dringend bedarf._ Die Gelmer Srwnös. Paris. 10- Februar. lWTB.) Bei der gestrigen Abstimmung der Sammer haben sich 102 Abgeordnete an der Abstimmung nicht beteiligt. 27 waren beurlaubt. Gegen die Vertrauenstages. ordnung stimmten geschlossen die Sozialdemokraten und die Kommunisten, ferner 16 Mttglieder der Partei Lragol, 7 Ro- dikalsozi-Nsten. 9 Lintsrepublikaner. 6 Rechtsstehend«. 6«bgeord» «et«, die keiner Partei angehören. S Mttglieder der demokratischen Linken. 1 Sozialist und zwei republikanische Mitglied« d« r-publl» tausche» und sozialistischen Atrien, 36 Milliaröen Sefatzungstoftenl Pari», 10. Februar.(V.A) ver.Walin' meldet: Der französische Oberste Kriegsrai unter dem vorfitz von Marschall Pötaia, hat beschlossen, bei der britischen Regierung eine Er» höhung der brttischea V es a hnng« iruppen zu beantragen, um die französischen Truppenteile im Rheinland in einigen Abschnitten ablösen zu könne». Nach.Daily News" betrage» die bi« Ende September 1920 erwachsenen Besatzungskosten 35.9 Milliarden Papiermark. Dies« Summe war der deutschen Regierung bereit« bekannt. Die Höhe rührt in erster Linie daher, daß die Zahl der BrsatzungStruppen über die Erfordernisse eiuer friedlichen Okkupation weit hinausgeht. Hinzu kommt die Höhe der Gehälter. So erhält z. B. in der französischen BesatzungSormee ein Unterleutnant, unverheiratet, 10800 Fr.-»» 47 196 M. , verheiratet,, 12 000,— 52 440., Leutnant unverheiratet... 13 200. 57 684, , verheiratet... 15 600, 68 172, Hauptmann, unverheiratet.. 16 800,---- 73 416„ „ verheiratet... 18 000,«= 81 282, Major, unverheiratet.... 24000.----- 104870, fUmrechnung nach dem Kur« vom 3. Januar 192i). Unter Berücksichtigung der jüngst beschlossenen erhöhten Teuerung«- zulage bezieht ein deutscher Beamter der Gruppe XllI(Ministerial- rat. Oberst usw.) im Höchsttalle 45 900 M., also weniger al« ein unverheirateter französischer Unterleuinant. Der deutsche Reich«- kanzler erhält mil 110 500 M. nur 5620 M. mehr als ein französischer unverheirateter Major. Sozialüemokratische Vorschlagsliste für den Wahlkreis Stadt Berlin. 1. Paul Hirsch. StaatSminister a. D., Charlottenburg. 2. Hermann cüdemana, Finanzminister(fr. Ingenieurs, Wilmersdorf. 3. Gustav Heller. Mechaniker. Berlin. 4. Gertrud hauua, GeivertschaflSangestellte, Pankow. S. Erich kuttuer, Redakteur. Tempelhof. 6. Heinrich Bohlt«. Rektor, Berlin. 7. Sarl Lauer. Bürgermeister. Berlin. 8. Fritz Matern. Siadnekielär. Zehlendorf. 9. Dr. Bruno EhajeS. Prof.. Arzt. Schöneberg. 10. Ha»» Fraucke. Pastor. Verlin. II. Adolf Blum, Rektor. Cbarlottenburg. 12. Richard Rüruberg. Gewerkschafrsangestellier. Berldr. 13. August Gebert, GewerkschaftSangestelller. Charlotteuburg. 14. Gertrud Zucker, Srädt. Beamtin, Charlotteuburg. 15. Karl Weiner. Arbeiter, Berlin. Wer diese Liste wählen will, gibt folgenden Stimmzettel ab: Deutschnationaler parteikrach. Es war bereits bekannt, daß für das Ausscheiden des Herrn Reinhold W u l l e aus der Leitung der„Deutschen Zeitusta" und seine Ersetzung durch Max Maurenbrechec ernste Mißhelligkeiten im Lager der Deutschnationalen Partei den Anlaß gegeben hatten. Jetzt geht uns ein vertrauliches Schreiben zu, das auf die Vorgänge hinter den Kulissen der Deutschnationalen Partei und Presse ein helles Licht wirft. Die„Neudeutsche Verlags- und Treuhandgesellschaft". deren Aufsichtsratsvorsitzender der bekannte alldeutsche Justiz» rat El aß ist und in deren Verlag die„Deutsche Zeitung� erscheint, hatte in einem geheimen Rundschreiben die Gründe entwickelt, die zum Ausscheiden Wulles aus der Redaktion ge» führt hatten. Gegen dieses Rundschreiben, das er selber eine „Schmähschrift" nennt, wendet sich nun Wulle in der uns zugegangenen Entgegnung. Herr Wulle meint in bezug auf die genannte.Schmäh» schrift", daß sie„selbstverständlich ungeteilten Beifall b« sämtlichen Juden und Judengenossen finden werde", und daß ihre Wirkung„für die national« Sache geradezu verheerend" sein müßte. Die „nationale Sache" wird aber, wie man noch sehen wird, auch durch die Gegenschrift des Herrn Wulle nichts gewinnen, denn wenn man ihr glauben kann, herrschen in der Deutschnatio« nalen Pattei Zustände, die wahrlich auf alles andere schließen lassen als darauf, daß man es hier mit einer Gesellschaft von Vorkämpfern für deutsche Treue und deutsche Ehre zu ttm habe. Wulle erhebt gegen Elaß den Vorwurf unerträglicher Herrschsucht und übelster Intrige. So habe dieser die Grün» dung des.Deutschvölkischen Arbeiterings bekämpft", weil er keine von ihm unabhängige nationale Organisation neben sich ertragen könne. Elaß habe sich mit der Uebernahme eines Reichstagsmandats durch Wulle einverstanden erklärt und ihm gewünscht, daß sein Mandat der Zeitung zum Segen gereichen möge, nachher aber habe er ihm aus der Mandatsübernah-me einen Strick gedreht. Auch feine Vorgänger Sonntag» Beckmann usw. seien in ahnlicher Weise an die Lust ge- setzt worden, nachdem man ihnen für 6 Wochen oder 3 Monate chr Gehalt gezahlt habe. Er selber habe sich durch Abschluß eines längeren Vertrages vor einem ähnlichen Schicksal ge- sichert, aber jetzt mache man ihm das zum Vorwurf und scheine der Meinung zu sein, man brauche Verträge nicht zu halten. Gegen diese Auffassung vom Recht der Treue droht Wulle mit den Gerichten, die darüber anderer Meinung seien. Ueber die Vorgänge bei seiner Entlassung teilt Wulle folgendes mit: Zum Weihuochtsfest hat mir Herr Elaß noch in-einem«igen» händig geschriebenen Brief die herzlich st«n Wünsche ausge- sprachen zugleich mit der Bitte, am Montag, den 27. Dezember, vor- wesentliche Punkt« mit ihm zu besprechen. Am 27. Dezember, vor- mittags II Uhr, wurde mir mitgeteilt, ich könne gehen. Di« Wirkung dieser Mitteilung wird sich jeder vorstellen können, der mich kennt. Ich bin, wie ich Herrn Elaß geschrieben habe, einfach über- t ö l p e l t worden, erklärte mich bereit, zwei Verlautbarungen auszw- nehmen und in Freundschaft da» Haus zu verlassen. Am nächste» und an den folgenden Tagen erfuhr ich, daß Herr Elaß meine Entlassung seit Wochen bis ins klein st e oorbe- reitet h a t te. Mtt Herrn Maurenbrecher war man bereits End« November einig geworden. Man hat mich bis zum letzten Tage in dem Glauben gelassen, daß ich mtt der Zettung, wie ich es hoffte, verbunden bleiben würde. Dementsprechend habe ich meine Arbeit und alles andere eingerichtet. Ich frage jeden unparteiischen Menschen, wer illoyal gehandelt hat, der Verlag, der seit Wochen meine Entlassung vorbereitete, ohne mir ein Wort zu sagen, mich am 27. Dezember überfällt und von mir in der Bestürzung Ver- sprechungen herausholt, um die eigene nicht haltbare moralische Position zu decken, oder ich, der unter dem nieder- schmetternden Eindruck der nun sich mit jedem Tage häufenden Mit- teilungen wohl kaum in Freundschaft von diesem Aussichtsrat scheiden konnte. Ich habe in meinem Abschiedsartilel ganz gewiß der in mir hochquellenden Pitterkett Ausdruck gegeben. Damit war der Fall für mich erledigt Am 31. Dezember mittags teilte mir Herr Fritz mit. ich hätte meine Wohnung zu räume». Man wolle mir bis zum 1. April aber Zeit lassen Ich habe gor keine Dienstwohnung. sondern, wie aus dem Mietsvertrag hervorgeht, ein« Privat» wohnung. Dielleicht wird jeder ruhig urteilend« Mensch die Empfin» düngen, d!« mich angesichts dieses Schreibens erfüllten, verstehen. Ich Hobe am Nachmittag diesen meinen Empfindungen in meine» Abschiedsworten von der Cchriftleitung Ausdruck gegeben. Herr v. Schilling, der fein« Existenz bei der Zeitung mir verdankt, wie übrigens die Herren v. Heimburg, v. Roeder und Luttermöller ebenfalls, war so charaktervoll, hinter meinem Rücken eine Niederschrift anzufertigen von dem, wa» ich gesagt hatte, und sie dem Aufsichtsrat zu unterbretten. Im übrigen sieht Herr Wulle. dem es an Selbstvertrauen nicht fehlt, die Ursache seines Mißgeschicks darin, zu sehr Persönlichkeit gewesen zu sein. Cr schließt seine Streit- schrift mtt den Worten: Den Borwurf der Illoyalität, den mir der Aufsichtsrat gemacht hat. soll ein Schiedsgericht euijcheide». Ach beschreite d» mit dm einzig gangbarm Weg. den �err Tlaß im Interesse der nationalen Sache von sich aus hätte einschlagen müssen. Ich habe nicht die Absicht, die schmutzige Wäschellionen Mark. Eingegangen sind im ganzen Reich lohne Aacben und Ober- und Niederichlesienj bis September 1920 492 Millionen Mark, bis 8t. Dezember 1990 schätzungsweise 072 Millionen Mark und 1921 795 Millionen Mark. Z u i ch u tz erhielten im Ruhraebiet 560V Wohnungen, davon 1150 feriige. 8898 im Bau. 550 nolb nicht angefangene. Au« Werkmitteln wurden im Ruhrrevier 8765 Wodmmgen gebaut, von denen 1848 Wohnungen bereits bezogen und bis 1. April 1921 bezugsfertig sind.____ Kuchenbackverbot-Erfatz. Im Reichsrat wird das Sugmdwohlfahrtsgesetz. das in der nächsten Woche von den Ausschüssen beraten werden sollte, zu- gunsten de, Eismbahnetats noch zurückgestellt werden. Zur Durch- führung der Iugendwohlfahrtspslege sind ungefähr 50 Millionen Mark in Aussicht genommen. Zwischen Preußen und dem Reich ist allerdings die Finanzsroge noch nicht geregelt. Der Reichsrat genehmigte ein« neue Verordnung wer dt« Bereitung von Suchen. Diese Verordnung bestimmt, daß zur Herstellung von Kuchen und Tortm zum gewerblichen Verkauf Mehl aus Brotgetreide nur bis zu 30 Proz. verwendet werdm darf. Außerdem wird be- stimmt, daß zur Bereitung von Kuchen und Torten, die gewerblich o e r k a u f t werden. Butter. Butterschmalz, frische Milch oder Sahne nicht verwendet werden dürfen. Femer bleibt es dabei, daß die Herstellung von Schlagsahne gegen Entgelt verboten ist. Die Strafen wegen Uebertretunz der Verordnung sind Gefängnis bis zu einem Jahr und Geidstrase bis 60 000 M. Außerdem können die Betriebe geschlossen werden. Der Reichstag hat ein Kuchmbackverbot verlangt— diese Verordnung ist für die Katzi Landsient« aus der gleichen Gesinnung heraus den Weg zur Sozial- demokrati« fanden, tonnte er ihnen wohl folgen. In seinen„Dich- hingen", vor allem in der Sammlung„Fromm und Frei", hat er seinem Bekenntnis zum freien Menschmtum formvollendeten Aus- druck verliehm. Hier könnten für ihr« Weihestunden fromme Ungläubige schön gefaßte» Gut finden. Der klassisch« von llnan. Der portugiesische Sänger dAndrade, der in Berlin einem Schloganfo'i erlegen ist, wird in unserer Er» innenmg als die künstlerische Verkörperung des Mozanschen Don Juans fortleben, wie ihn Sleoogt» Pinsel in dem bekannten Bilde festgehaltm bat. Wenn d'Andrade-Don Juan im weißm Prunk- gewand mit dem Sektgia» in der Hand an die Rampe trat und mit dem trotzigen Uebennut sieggewohnter Unwiderstehlichkett da» Cbampagnerlied mit wirbelnder Schnelligkeit sang, so klang au» jeder Note der sengende Atem des ilebestollen Dämon». Die heiße Glutwelle südlichen Feuers, die die gesangvkünstlerische und musikdramatische Ausgestaltung d'Andrades durchpulst«, vereinte sich mit einem hinreißenden Bühnentemperament, das die Mittel der reali- ftischen EharakterWit klug auszunutzen wußte, ohne dock dabei je die Grenzm der Schönheiislinie zu überschreiten. Mit diesen Eigen- schasten ausgeftettet, Hot d'A ndrade über ein Mmfchenalter als Gast der deutschen Opernbühne die Tradition der klassischm italieniichm Oper lebmdig erhaltm und in den Baritonpartien de» italienischen Repertoire», vor allem aber als Figaro in Rossinis„Barbier" und in der Titelrolle von Verdis„Rigoletto", lebensprühende Figurm aus die Bühne gestellt, Figuren, die un» Geist und Wesen der romanischen Opernschöpfung erst so reckss verstehen ließen. Der Sang an Nell'wann hollweg. Die„Basler National- zeitung" veröffentlicht folgenden„Nachenf", dm Wilhelm II. in Akrostichonform feinem früheren Kanzler Bethmann Hollweg ge- widmet hat. In Berliner Kreisen, die zum ehemaligen Kaiserhause noch Beziehungen unterhalten, soll er abschrisllich von Hand zu Hand gehen: Meinem treu ergebenen Bethmann Hollweg. Bekanntest selbst in Deutschland» Schicksalsstunde: Es bricht mein Bnu. ein Kartenhaus, zusammen. Tränenden Aug'» entfuhr es Deinem Mund«, chast nicht gesäumt. Dich selber zu verdammen. Mutlos standst Du in dieses Deltbrands Flamme» Am Steuer, ohne Kraft und Zieleskunde. Nie gab es eine gräß're Unglückszeit. Nie trug ein klein'rer Mann das Kanzlerkleid. Heillose Drachensoat hat Du uns hinterlassen, O.— daß ich nünmer Dich berufen hätte! Lieb'dienernd oben, unten klebend wie'ne Klette, Ließ ich Dich mehren dieses Unheils Kette. Was Du berührtest, was Du möcht'st erfassen— Es schlug Dir fehl und kehrte sich zum Bösen. Grounvoll seh' ich da» Wirrsal jetzt ssch lösen. Wilhelm, Doorn 1g?1. Schwind» Warkburgfresken. an die hier an feinem 50. Todes- tage erinnert wurde, sind gefährdet, man hofft sie durch eine Hei. zungsanlag« erhatten zu können. Indes weiß man noch nicht, wer dt« Kosten tragen soll. Denn es ist immer noch nicht entschieden, wem hie Wartburg gehört, Sotschaster§rassatis RmtsantrM. Bei der Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens an den Reichspräsidenten führte der italienische Botschafter Alfreds Frassati u. a. aus: In dieser schicksaisvvllen Stund« verlangen die europäischen Böller vor allem, sich dem ftiedlichen Werte de« Wiederaufbaus widmen zu können; denn nur der Wiederaufbau aus der granitnen Grundlage der Arbeit, der Verbrüderung und der Gerechtigkeit unter den Dölkem kann die ersehnten politischen und sozialen Verhält- nisse vorbereiten und schaffen, welch« jeden Konflikt in Zukunft un- möglich machen. Da» deutsche und da» italienisch« Boll müssen in Sehnsucht nach Frieden und menschlicher Solidarität Hand in Hand gehen. Ich werde mein möglichstes tun, damit dies« Gemeinsamkeit der Gefühle in einer fruchtbaren und harmonischen Entwicklung unserer Beziehungen ihren Ausdruck findet. Dann werden, wie zu hoffen ifi, unsere beiden Völker ihre Fähigkeiten frei entwickeln und ihre Interessen verfolgen können, und zwar nicht nur zu ihrem eigenen Vorteil, sondern zum Heil der ganzen Menschheit. In dieser Hoffnssng spreche ich Ihnen, Herr Präsident, für ein glückliche» Gedeihen des deutschen volles meine besten Wünsche aus. Der Reichspräsident sagte in seiner Antwort: von den Wünschen für das Gedeihen des deutschen Dolkes nehme ich mit verbindlichstem Dank Kenntnis und versichere, daß die Bestrebungen und Gesinnungen, die Sie sich zur Richtschnur unseres künftigen Zusammenarbeiten» gemacht haben, durchaus auch meinen Anschauungen und Wünschen entsprechen. Angesichts der beispiellos schwierigen Lage, mit der alle Länder der Welt heute zu recknen haben, ist das gebieterische Erfordernis der Stunde der feste Wille und Entschluß der Nationen, in friedlicher und v-r- irauensooller Zusammenarbeit an das Werk des wirtschaftlichen Wiederaufbaus heranzutreten und nicht nur die eigenen Znkereffen im Auge zu haben, sondern auch diejenigen der anderen Völker ver- ständnisvoll zu berücksichfigen. Die deutsche Regierung und deutsche Volk sind sich einig in dieser Erkenntnis und in dem Ve- streben, sie zu bestätigen, und müßten deshalb ein gleiches Verholten auch von den anderen Völkern und ihren Regierungen erwarten dürfen. Cure Erzellenz dürfen bei Verfolgung der hohen Ziele, die Sie sich gedeckt haben, auf meine und der deutschen Regierung tat- k.äifige und verständnisvolle Mitwirkung rechnen. Indem ich der Hoffnung Ausdruck gebe, daß es Ihnen, gleich Ihrem Herrn Bor- gänaer. aefingen werde, die Beziehungen zwischen unseren Ländern zu fördern, heiße ich Eure Exzellenz im Namen des Deutschen Reichs willkommen. Am Schlüsse der Audienz unterhielt sich der Reichspräsident noch einige Zeit mit dem Botschafter und den Mitgliedern der italienischen Mission. Vergebliche Rüge. Rom. 10. Februar.(TU.) Die britische Botschaft hat bei der itafienischen Regierung gegen die Haltung einiger italienischer Zei- tungen Protest eingelegt, weil diese im verflossenen Jahre die Alliierten unter den nichtigsten vorwänden angegriffen hätten. Eng- land sei der Meinung, daß ein solches fortgesetzt feindliches und un- faires Verhalten zu beanstanden sei, besonders, weil die Alliierten oftmals angegriffen wurden, obwohl sie wirklich im Recht ge- wefen feien. Die italienische Regierung hat diesen Protest zur Kennt- nis genommen, aber hinzugefügt, daß es mit der Freiheit der Presse nicht zu vereinbaren[fei, sich in diese Dinge einzumischen. Selgiens Verzicht. Brüsset, 10. Februar.(MTB.) In einer Abhandlung llVe, die Nackrnchi betr. den verzicbt der belgi'cken Regierung out da? Reibt znr Belchlagnabme der Güter deutlcker Siaateangehöiiger s-t-reibt der„S oir", datz diese Maßnahme einer neuerlichen Entschließung der belgischen Regierung zu verdanken sei, die beschlossen habe, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland wieder anzulnüpfen. E» handele sich bei dieser Gelegenheit daium. die Interessen deS Antwerpen er Hafens zu wahren. Man begreife, datz die deutschen Exporteure und Reeder Bedenken hegten. Schiffe und Waren nach einem Hofen zu senden, in dem sie jeden Augenblick beschlagnahmt werden könnten. Die belgische Maßnahme sei im Einverständnis mit der französischen Regierung getroffen worden. Das beim Film verdient wird. Den Riesengagen, die bisher den Helden und Heldinnen der beliebten Leinwand gezahlt werden, soll, so verrät Egon Iocobsohn in der„Film-Hölle", nach einem Be- schluß der gesamten deutschen Filmindustrie durch die Festsetzung von Höchstgagen ein Ende gemacht werden. Die Darsteller sollen je nach ihrer Beliebtheit und Verwendung in Klassen eingeteilt werden. Man würde also Sterne erster Größe wie Emil Iannings oder Reinhold Schänzel in Klasse A einreihen, deren Höchstgage 2000 M. täglich betragen soll. Bisher erhielten Darsteller von dieser De- deutung 5000 M., Sterne zweiter Größe sollen höchstens 1500 M. täglich erholten usw. Diese Gaqenersparnisse sollen zur Erhöhung der e-tatistengagen und zur Verbilllgung der zu kostspielig arbeitenden Filmsabrikation dienen. Bisher verdiente«in berühmter Haupt- darfteller, wie etwa Kortner, Erna Morena, Anita Berber, durchschnittlich für den Aufnahmetag 2000 bis 3000 M. Ein Durchschnitts-• darfteller mit bekanntem Namen beansprucht täglich 1000 bis 1300 M. Da er etwa 16 Tage im Monat zu filmen pflegt, so hat er— außer der natürlich viel geringeren Evrechbühnengoge— ein Einkommen von 80000 M. im Monat. Ein Mime für größere Rossen, aber „ohne" Beliebtheit, muß sich mit einer Gage von 500 Mi. für acht Stunden begnüaen. Ein„Edelstotist" erhält täalich 75 bis 100 M. und muß trotz stets einwandfreiem Frack, Smoking usw. mit 1500 bl» 1K0V M. im Monat auskommen. Der gewöhnliche Komparse verdient 50 M. am Aufnahmetag. Der Aufnahmeoperateur, eine der für den Ausfall eine» Films wichtigsten Persönlichkeiten, ist nicht unter 1000 M. täglich zu en. panieren. Ein Künsilcr wie Sparkuhl bekommt für 8 Stunden 3000 M. Der Filmregisieur ist als Hauptvercmttvorttlcher natur- gemäß am höchsten bezahlt. Biete berühmte Regisseure erfteuen sich eine, Monatsgehalt» von 20 bis 30 000 M. Ernst Lubitich. zur- zeit der erfolgreichste deutsche Kinoregisseur, hat ein noch höheres Monatseinkommen. Dann gibt es natürlich auch sehr viele Re- gisseure, die mit einem Monatsfixum von 8000 bis 12 000 M. zu- frieden find. Der Autor beansprucht setzt etwa 10000 M. für ein filmfertta aearbeitete« Textbuch. Berühmte Filmautoren aber ver- langen 30 000 M., immer noch sehr wenig gegenüber den amerika- Nischen Honoraren Kün�lerische Ausstatter und Dekorateure werden mit 600 bis 1000 M. täofich entlohnt. Moler. Tischler. Schneiher und ändere Handwerker. Bühnenarbeiter, Atelierphotooraphen, Ent- Wickler und Kopierer beziehen im Monat durchschnittlich 1000 bis 1200 M. Die groß« Masse ist also auch hier, wie überall, schlecht gestellt. Zbeater. p-m SteotliGeu»tfiaijlfiie'Tfiflofe«ebt am t8. b.«. bi««leuklnstudlerung von Tboteiv-areS.Sturm" in S-cene Reaie: Dr. Ludwig Berger. Daraus folgt die Erslant'ükirung von Eruft Brrlachs .Di- erben Tedcmund!-. Regle: Lcovoid Jetmer. Kuuftakiendc. Siella Richard, Dorn Merlan,©alter Düble von der Boltebiilme nerarutallen am Sonnlag Im e�aimoniumlaal. Steglirer Sir einen R-zitatioiiSad-nd— Plullu« vom Scheidt vom Deiit'chen Odern. bau« veranstaltet Ssnntag?>/, Ufer tn der?tedlballe. Mo'terttr. einen Balladen-Zlbend.— Der zwette antt-mllttartftl'che, revoliitionzr« vortragSnachnuttag von Trnl, Friedrich finde, xonntaq nachmittag 8ss, Nhr im Veetboven. Saal fiatt.(DIchtimgen von Danton, ffreiligratb, Heme. Tolltet, Mühsam). Da» ssrei« Bolteqvartett fingt DollSlteder. Kunftführnng. Kailer-Friedrich-Mnlrinn führt am Sonntag nur Dr. v-nge. Die Führung durch die Kunit de« J«Iam fällt au». .Di*"llWir W �««Un. dteKomöbie Nr. SH ♦ ZS.Iahrgaag Heilage ües vorwärts Freitag, 11. Februar 1921 Die Wohnungsluxussteuer besthlosten. Einführung des Oberbürgermeisters. Die Stadtverordnetenversammlung be-' grüßte gestern den neuen Oberbürgermeister B ö ß. der ourck den Oberpräsidenten Dr. Maier in sein Amt eingeführt wurde. Demonstrativ hielten die bei der Ober- bürgermeisterwahl in der Minderheit gebliebenen Unabhän- gigen und Kommunisten sich dem Einführungsakt fern, nicht nur ihre Stadtverordneten, sondern auch ihre Vertreter im Magistrat. Auch der aus dem Oberbürgermeisterhimmel ge- stürzte Stadtverordnetenvorsteher Dr. Weyl(U. Soz.) glänzte selbstverständlich durch Abwesenheit und überließ die Bewill- kommnung des neuen Oberbürgermeisters dem Vorsteherstell- Vertreter Bruns(Soz.). Die Einführungsreden waren auf den Ernst dieser Zeit gestimmt. Bei der zum zweitenmal aus dem Ausschuß zurück-' kommenden Vorlage über die Wohnungsluxus st euer kam es nur noch zu einem Abzugsgeplänkel ihrer Gegner. Sie wurde von Sozialdemokraten. Unabhängigen und Kommu- nisten angenommen gegen die Gesamtheit aller bürger- liehen Fraktionen. Ein von den Kommunisten beantragtes Mißtrauensvotum gegen Böß, der in den Beratungen des Steuerousschufses sich ihre Ungnade zugezogen hatte, wurde selbst von den Unabhängigen abgelehnt.� Später gaben die Unabhängigen hierzu außerhalb der Tages- ordnung unter Duldung des Vorstehers Dr. Weyl noch eine Erklärung ab. die ihre unentwegte Abneigung gegen Ober- bürgermeister Böß betonte. Für den unentbehrlichen Krakeel wurde bei der Vorlage über den Ankauf der Druckerei Nauck u. Hartmann gesorgt. Der Deutschnation als Koch zeterte über Bankrott-; Wirtschaft der Stadt, um Stimmung für die Landtaaswahlen i zu machen. Genosse Brückner wies diesen Versuch, die Folgen des Krieges den Sozialisten aufs Konto zu fetzen, nachdrücklich zurück. Sitzungsbericht. Um Beginn der heutigen, um 5X Uhr angesetzten Sitzung erfolgt die feierliche Einführ ungdesOberbürgermei st ers Bötz durch den Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg. Während die Zuhörertribüne überfüllt ist, sind im Saale die Sitze der Unabhängigen und Kommunisten mit ganz ver- einzelten Ausnahmen leer geblieben; auch sonst läßt die Fre» quenz zu wünschen übrig.— Den Borsitz führt Bruns. Oberprästdent Dr. M a i e r richtet an den inzwischen in den Saal geleiteten Oberbürgermeister ein« Ansprache, die in dem Ausdruck der Hoffnung gipfelt, dotz die Leitung der Geschäfte des neuen Gemein- wefens durch einen so bewährten Beamten dem Wiederaufbau zugute: kommen und er damit sich nicht nur den Dank der Stadt Berlin. iondern auch den. de, ganzen Landes verdienen wird; der Unter- 1 ftützung der Staatsregierung und besonders der kommunalen Auf- sichtsbehörde dürfe er sich versichert halten. Der Oberbürgermeister gibt in seiner Erwiderung seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß. während sonst auf Schritt und Tritt eine Einengung der Selbstver- waltung zu beobachten ist. jetzt an der Spitze der Aufsichtsbehörde' ein aus der Selbstverwaltung hervorgegangener! Mann steht, der auch fernerhin dem neuen Gemeinwesen helfend und fördernd zur Seite stehen wird. In diesem Sinne verpflichte er sich, auf der Grundlage der Bersassung und der Gesetze gewissen- Haft seines Amtes zu walten. Stadwerordnelenvorfteherstelloertreter Bruns begrüßt dar- auf namens der Berfammlung das neue Stodwberhaupt. In schwerer Zeit sei nach Wennuth, der in den Kriegsjahren großes ge. leistet Hab«, Her? Böß in das Amt berufen worden. Wie ein drücken- der Alp liege die Auswirkung des Berfailler Vertrags auf dem deut- schen Bolle; am schwersten würde durch den Niedergang von In« dustrie und Handel Berlins werktätige Bevölkerung zu leiden haben. Das Gespenst der Arbeitslosigkeit gehe um, immer drückender und unerträglicher werde die Teuerung. Unter der Unterernährung habe am allermeisten die heranwachsende Generation, die Jugend, gelitten. Diesen argen Nöten der Jugend habe der bisherige Kümmerer nach besten Kräften abzuhelfen gesucht; als Oberbürgermeister werde er hoffentlich auch weiter feine tatkräftige Fürsorge der Not der Jugend angedeihen lassen. Dazu trete die Sorge für die Kriegsbeschädigten und für die Hinterbliebenen der Gefallenen, dazu der zunehmende Wohnungsmangel. Im Auftrag« der Versammlung entbietet Bruns dem neuen Oberhaupt der Biermillionenstadt den Ausdruck aufrichklgeu Vertrauens und heißt ihn herzlich willkommen.(Beifall.)' Der Oberbürgermeister spricht auch Bruns seinen Dank für den freundlichen Empfang aus und erklärt sich von der Ueber- zeugung durchdrungen. daßguteundvertrauensvolleBe- ziehungen zwischen der Stodtoerordnetenversammlung und dem Magistrai die Voraussetzung für ein gedeihliches Zusammenarbeiten sind. Er werde mit den Magtstratsmitgliedern und nicht zuletzt mit dem. unermüdlichen Bürgermeister Ritter aufs äußerste bemüht sein, einheitlich zusammenzuarbeiten und diese Vertrauens- vollen Beziehungen dauernd zu pflegen. Sich an die Versammlung wendend, führt er aus, daß die Einführung in fein Amt in einem Zeitpunkt stattfinde, wo sür frohe Erwartungen kein Raum sei. Hunger und Elend, Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot und andere Mühsal herrschten in unseren Mauern, die Krankenhäuser seien über- füllt, die Irrenhäuser hätten nickt genügend Raum, unsere Jugend schwebe in ihrem Bestände und in ihrer Gesundheit in höchster Ge» fahr, ungeheure organisatorische Aufgaben harrten der Lösung, die Ansprüche der Angestellten und Arbeiter bereiteten schwere Sorgen, die städtischen Finanzen seien trostlos. Mit Arbeitsamkeit and Sparsamkeit werde es. wenn man den Mut nicht verliere, gelingen, aller dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. Nur die eigene Kraft könne uns helfen.(Lebhafter Beifall.) Hierauf wird in die Tagesordnung eingetreten Und zunächst die Beratung über die Wohmingsluxussteuer fortgesetzt. Der Besprechung liegen die— bereits mitgeteilten— Befchlflffe des Ausschusses zugrunde, dem die Vorloge mtt den lS dazu gestellten Abänoerung-anttägen nochmals überwiesen war. In der allgemeinen Erörterung, an der tellnebmcn Jatzow(W.-Dg.), Freund(U. Soz.), Hallensleben(D. Vp.). Bender sDnat. Bp.). Dörr(Komm.). Bruns(Soz.) und Michaelis(Dem.), sowie der Magistratskommisiar Lang«, spricht sich Bruns für die Ausschußoorfchläge aus. Diese werden schließlich mit der Abweichung angenommen, daß in si 9 die vom Ausschüsse vorgeschlagene Einfügung.Steuerpflichtige, deren den Normalbedarf übersteigende Räume nachweislich kür Zweck« anderer Mieter zur gesonderten Miettmg sämtlich oder teilweise nicht geeignet sind, smd insoweit von der Steuer befreit", wieder beseitigt wird.— Zur Annahme gelangen auch die Entschließungen, wonach das Aufkommen aus der Steuer.lediglich für Zwecke der Wohiymgsfürsorge ver- wendet und bei der Reichcreoierung auf ein« Exweiterung.des Rechts der Gemeinde zur B«sck>'5'"''''Me. Zwangsein- und-ausguartierung hingewirkt werden fall.- von den Kommunisten aus Anlaß der Beratung dieser Steuer, a den jetzigen Oberbürgermeister b«° anttagte Alihkraucnsvowm wird abgelehnt; dafür stiimnen nur die Kommunisten.— Die Vorlage wegen Neber- nähme einer Garantie bis zu 39 Millionen Mark für ein Darlehen der.Gemeinnützigen Hochs c-fischereiae'-ellschalt Groh-Berlm. G. m. b. H. in Geestemünde", geht an einen Ausschuß. Die Vorlage wegen Ilebernahme des Anschlagwesens in eigenen Betrieb und wegen A n k a ufs der Druckerei von Nauck u. Hartmann soll nach einem Antrage Heimann lSoz.) an einen Ausschuß überwiesen werden. Von den Parteien der Rechten wird aber ein« ausgedehnte erste Lesung erzwungen, in der ihre Wortführer der Sozialisiernng wiederum ihr principiis obstal entgegenrusen und die Vorlag« nicht einmal einer Ausschußberatung für würdig halten. Auch Merten(Dem.) hat ollerschwerste Bedenken gegen eine Sozialisierung und beruft sich u. a. aus die ungünstigen Ergebnisse der Neuköllner städtischen Druckerei. Brückner Soz.), der sich im übrigen für einen Aus- schuh ausspricht, bezeichnet diese Information Mertens als irrtümlich. Sehr lebhaft und urwüchsig gestattet sich das Bild, als Koch(Dnat. Vp.) seine grundsätzliche Oppositionsstellung zur Sozialisierung mit längeren finanzpolttischen Bettachtungen motiviert und der Linken vorhält, daß ihre Politik der Stadt Berlin bereits ein Defizit von 1,6 Miillarden eingetragen hat. In einer.persönlichen Bemerkung" weist Brückner(Soz.) diesen Versuch zurück, die durch den Krieg verursachten Zustände den Sozialisten aufs Konto zu setzen. Der Antrag auf Ausschußberatung wird angenommen. Die Lustbarkeitssteuer- und die Grundsteuerordnung weichen für heute abgesetzt. Die Vorlage bett. Erhöhung der Straßen» bahntarise geht ohne Erörterung an«inen Ausschuß. Die Vorlagen wegen Ausdehnung der Bestimmungen über die Anrechnungsfähigteit von privater Tätigkett auf die Festangestellten und wegen Anrechnung von Gemeindedienstzeii auf das Besoldungsdienstalter der Magistratsmitglieder der neuen Stadtgemeind« werden demselben Ausschuh überwiesen, der über die Pensionsau- jprüche des Stadtrats Koblenzer berät. Kurz vor 9 Uhr geht von den Kommunisten ein Dringlichkeits» antrag ein, die Vorgänge am Osthofen sofort in einem Ausschuß zu besprechen. Koch widerspricht der Dringlichkeit.(Große Unruhe bei den Kommunisten.) Stolt(Kom.) bedauert diesen Widerspruch sehr. Die er- hoben«« Vorwürfe richteten sich an die falsche Adresse. Mielitz(U.S.): Die Kommunisten wissen offenbar gar nicht, daß gegen den Verwollungsrat eine Beschwerste gar nicht vorliegt. Koch stellt fest, daß der Stadttat S ch ü n i n g die Sache aufs objektivst« untersucht hat. Für den gegen Koch gerichteten Zuruf:.Sie lügen ja, das ist ja Ihr Beruf'." wird Nawrocki(Kom.) zur Ordnung gerufen. Die U. Soz. geben durch Mielitz eine Erklärung ab, daß sie ihrerseits in dem Verhallen des ftüheren Kämmerers, jetzigen Ober, bürgermeisters Böß bei der Wohnungsluxussteuer einen Grund zu einem Mißttauensvotum nicht erkennen können.— Dörr(Kom.) versucht nunmehr, jenes längst abgelehnte Mißtrauensvotum zu be- gründen: es macht sich jedoch in der Versammlung gegen dieses all« Ordnung auflösende Verfahren auf fast allen Seiten ein immer lebhafter sich manifestierender Widerspruch gellend, der schließlich dahin führt, daß sich die Verhandlung in einem allgemeinen Durch- einander auflöst. Schluß gegen Z-Slv Uhr._ Unter dem Lanüwehrkanal. Die Bauarbeiten an der Kreuzung der Nord— Südbahn mit dem Landwehrkanal sind in letzter Zell rüstig gefördert worden. Nach einer kurzen Sperrung des Kanals, während der die fertige Tunnel« decke als erster Teil der Bauausführung unter demselben hergestellt wurde, begonnen auf den beiden Tunnelrampen die Schachtarbellen, die jetzt so well beendet worden sind, daß mit dem Betonieren d e r T u n n e l s o h l e begonnen werden kann. Auf schräger Rampe führt ein« Feldbahngleisiahrt, die fast bis an die Teltower Sttäße reicht, hinab in die Baugrube, über die der Boden durch elekttifche Grubenlokomotiven aus der Baugrube herausgeschafft wird. Trotz der großen. Tiefe der Baugrube, deren tiefste Stelle noch etwa 12 Meter unter dem Wasserspiegel des Landwehrkanals liegt, hat es die Bauleitung verstanden, jede Gefahr für die an- liegenden Geschäftspaläste zu beseitigen und den Straßenverkehr der belebten Bellealliancesttaße gefahrlos über den tiefen'Abgrund zu führen. Unter dem Kanal selbst führt die breite Baugrube hindurch, die zu beiden Sellen von den bis zu 29 Meter langen eisernen Spundwänden begrenzt wird, und nur an wenigen Stellen er- inner» lallende Tropfen an das Wasser, das ungehindert über den Köpfen der Arbeiter feinen alten Wikg zieht. Schweres Blut. SS) Roman von Zahmst Aha. .Meine Kleider waren der reichen schwedischen Dame nsHt gut genug, waren ihr wohl zu unfein; es war wohl s i;?ner. in den eigenen Lumpen zum Vorschein zu kommen? Dann nehmen wir sie weg." .Ihr könnt sie mitnehmen," sagte MarZa. bemüht, es still und bescheiden zu sagen, und in der Hoffnung, daß die Aste gleich wieder wegginge. Aber diese war gekommen, um etwas zu sagen. „Sie sind fort... er ist jetzt fort.. Marja erwiderte nichts. .Und niemand weiß, wann er zurückkommt. Er bleibt lange aus seiner Reise, hat viel zu verkaufen, manchen Jahr- markt zu besuchen, in Moskau, in Nowgorod und wo er sonst sein mag. Mächtia waren die Lasten, groß die Beute, gut war es gegangen, billig erhandelt... das versteht er, ist ja ein Kaufmann, der Schemeikka. Wer weiß, was für ein stein- reiches russisches Mädchen er sich noch dorther mitbringt. Bring', habe>ch gesogt, bring einmal eins mit. das du sofort nach Izauje bringen kannst, laß es nicht mehr in deiner Fischer- „Was erzählt ihr mir davon... was geht mich das an?" „Na, was denn! Ist er denn gar hier gewesen?" ..Er hat sich nicht getraut. Hat sich geschämt. Und das ist gut. Wenn er gekommen wäre, yätte ich ihm hiermst eins gegeben." „Du, Leibeigene, deinen, Herrn mit dem Besen? Daß du dich nicht schämst, du Schwedcnmensch!" Die alte Wirtin erregte sich so, daß sie sich auf die Bant setzen und von da sprechen mußte: „Ich wollte dir's nicht sagen, aber setzt sage ich es, sage es, obwohl ich« nicht, aus Mitleid mit dir, sagen wollte. Geh doch einmal zu der, die du in Schweden geraubt hast, be- vor du wegfährst, sagte ich zu ibm. Geh einmal zu ihr und deinem Kind, du hast einen hübschen Jungen dort in der Badeswbe, sagte ich Ich habe sie ja schon gesehen, sagte er. Ihre Stirn ist voll Falten und ihr Haarboden welk, ihr Hals vertrocknet, ihr Leib aufgedunsen— so sagte er. Geh ober doch, sagte ich, sie ist doch nicht übel, da sie dort nach dir geweint hat..." „Das ist eine Lüge, ich habe nicht nach ihm geweint!... schrie Marja. .Sie wird dir schon wieder aufblühen," sagte ich. „Nie in meinem Leben werde ich dem...!" „Ich bin für dich eingetreten, aber wie es scheint, hätte ich das nicht tun sollen." .Laßt mich fort von hier!" rief Marja. .Fort— wohin?" „Gebt mir Schneeschuhe und einen Schlitten und laßt mich gehen!" .Wohin würdest du denn gehen?" .Dahin, woher ich gekommen bin?" „Mitten im Winter? Mit einem Kind von kaum einen Monat? Um im Walde im Schnee mit ihm zu oerhungern?" „Wenn wir auch verhungern." „Jetzt habe ich keine Lust mehr zuzuhören." sagte die Wirtin und stand gekränkt aus.„Du selbst magst gehen, wo- hin es dich zieht, aber den Jungen nimmst du nicht mit." „Der Junge gehört mir." .Der Junge gehört Schemeikka." „Der Mutter gehört das Kind, das der Vater nicht als sein eigen anerkennt. „Aber bei uns gehört das Kind in das Gehöft, wo es ge- boren ist. Und es ist anerkannt, da es hier aufgenommen ist. Solltest dich doch scyämen. Du bist eine. Erst wirft sie sich ihm an den Hals, verläßt ihren Mann und ihr Heim und alles und geht mst einem Fremden davon. Hier wird für sie gesorgt und getan, und sie würde geholten werdett wie der vornehmste Gast. Diese ist nur halsstarrig und wütend, will noch besucht und gelockt und umschmeichelt sein, wo sie nicht einmal soviel Anteil zeigt, daß sie zum Tanz der anderen reine Kleider anzöge. Da muß matt sich ja vor der ganzen West totschämen« daß man hier ein Mädchen Schemcikkas in Lumpen umhergehen läßt, daß man sie vielleicht gar durch Hunger zu Tode auält. Aber das willst du wohl auch. Liegst absichtlich hier in der Badestube, obschon auch anderswo Platz wäre. So? fort? damit es heißt, daß ein Mädchen Schemeiktas mit ihrem Kind aus dem Hause� gejagt worden ist. Schlag dir das nur aus dem Sinn! Sprich noch einmal von Schnee- schuhen und Schlitten, dann nehme ich dein Kind und setze dich hinter Schloß und Riegel." Marja zuckte zusammen, sie meinte es vielleicht ernst. Aber die alte Wirtin hatten ihre eigenen harten Worte schon gerührt. „Na, nimm? nicht übel," sprach sie, von der Tür zurück- kommend.„Ich sage ja nicht, daß er seinen Sohn nichj hätte aufsuchen sollen. Aber so sind die Schemeikkas, so war auch sein Vater. Es ist ja schmählich, daß er jeden Sommer eine neue haben muß. Jetzt fängt er schon an und bringt sie im Winter. Was mag das für eine gewesen sein— hast sie ja gesehen— mit der er die ganze Zelt tanzte, ohne sich um die anderen zu kümmern. Was mag das für eine gewesen sein, sie verstand kein Wort, eine Russin, Serafina oder so etwas. Bring sie hin. woher du sie gehost hast, habe ich gesagt, ich habe genug Aeraer und Sorge mit den früheren. Wie soll ich sie alle durchfüttern?— Nicht doch, kleine Marja, ich werde ja schon für dich und dein Kind Sorge tragen. Wart, wenn wir den Sommer erleben. Wärest mir recht, mehr als irgendeine von ihnen... obwohl auch Anja.. „Nicht doch, liebe Wirtin... ich kann ja nicht.. Sie waren beide ins Weinen gekommen. An einem knisternden kalten Morgen waren die Hunde wieder auf den See gerannt, wo sie jemanden kommen sahen, und waren mit diesem, kläffend und immer aufgeregter lärmend, bis an die Äadestube gelangt. Die Tür öffnete sich, wurde ober sogleich wieder zugedrückt. Das Kind war über das Unwesen erschrocken und hatte laut zu weinen begonnen. „Ach ein Kind... weine nicht, ich lasse die Hunde nicht heran," sprach eine Männerstimme hinter der Tür. Man hörte, wie er die Hunde wegscheuchte und zum Hof hinanging. Vom Hof aus wurden die Hunde angerufen, und sie verstummten sofort. Marja öffnete die Luke ein wenig. warf sie aber sogleich wieder zu. „Iuhal" Marja war auf die Bank gesipnken. einer Ohnmacht nahe... Er war dort gewesen, hattck die Tür geöffnet, hatte bier hereingeblickt. Er hatte das Schreien des Kindes ge- hört, hatte die Tür wieder zugedrückt, um es zu beruhigen, und war nicht hereingekommen... Weshalb ist er hier? Hört er sich nach mir um? Sucht er mich? Werden sie mich verraten? Wenn er hierher kommt? Dann schlägt er uns tot? MaHa sprang aus. riß das Kind aus der Wiege, um irgendwohin zu entfliehen, war schon draußen, stürzte aber zurück, warf das Kind wieder in die Wiege, um allein zu fliehen. Sie war wie gelähmt, wie erschöpft, ohne von der Stelle zu kommen, sank auf die Bank, ohne ein Glied rühren zu können. Nachdem ihr die Kräfte so weit zurückgekebrt waren, daß sie es vermochte, öffnete sie die Luke einen Spalt weit. Juha stand oben auf dem Hofe, um ihn herum eine Gruppe Weiber. Er schien eifrig zu fragen, und die Weiber schienen mit Handbewegungen zu antworten, als hätten sie gesagt: wir wissen gar nicht... hier ist niemand dergleichen ge- wesen... Jetzt kommt die alte Wirtin heraus und scheint chn aufzufordern, er solle eintreten. Juha zögert, stellt aber dann seine Schneeschuhe an die Wnad und geht hinein. (Forts, folgt.) Tagung See Schutzpolkzeibeamten. Im Lekirervereinsbaii» besonn 6ente vormitiao die?n<,„na des ersten Ber»retcr>aaes der LandeScirnppe Grob-Berlin de« Verbände« der Beamten der SKutzpalhei Prennen«� su der Delegiene der übriaen LondeSanivven�>owie de« Neichsverbande« der Beamten der EretutivNoli�ei Deiitslb'and« erschienen waren. Oberwachimeister Taplick, der erste Vorsitzende der LandeSarutwe Gron-Berlin be» tonte in seiner Bearützunasrede, dak der Verband in erster Linie die BeriilSorganisalion der Pols,eibeamten darstelle und erst in aweiter Linie wirtschaftliche?, wecke verkalaen könne. Die arnne Boliaei. so betonte der Nedner. bnbe seit ihrem Bestehen dem Staat unendliche Dienste geleistet. Leider werde sie noch immer in Ans- iilriina ihre» schweren Dienstes von den eiaenen Volksaenolsen be- schimpft. Die Beamtenschast der Schutzvoliaei müsse aber auch bei aller Berlicksichtiguna ihrer Pflicht eine Anerkennung ihrer Beamten« rechte verlangen. Sie müsse mitanaebört werden, wenn über ihre Bnqeleaenbeit entschieden werde. Die geplante Benifsvertretuna beim Ministerium des Innern könne nicht als geeignete Vertretuna angesehen werden. Die ariine Schutzvolirei wolle dem Staat treue und unbestechliche Beamten erriehen. sie sei keine? Partei dienstbar. sondern nur der Kslgemeinbest. Sie sei nicht Unterdrücker de« Volkes, sondern dessen H e l f e r und Schützer in der Not! Deshalb sei notwendig, da« BertraiienSverbaltn!« zwischen Bürger und Polizei wiederherzustellen. Der Redner ging dann aus die Haltung der Polizei in der letzten Beamtenbewegnng ein und be- tonte, das; die Schutzpolizei niemal« für sich da« Streik- recht in Anspruch genommen habe. Mit dieser Streik- paro'e mühte endlich Schluh gemacht werden. sSebbarier Be'fall.l Nach Begrühunasanlprachen der Vertreter der übriaen Polizei- »rganisationen wurde Leutnant M a i w a l d zum Versammlung«- leiter gewählt. Der Rest der bentigen Tagung wnrde dann mit der Besprechung interner Organisationsfragen ausgefüllt. die infolge der besieren Federung viel ruhiger laufen, was für die strapazierten Nerven und verkrüppelten Gliedmaßen der Kriegs- opfer nur von Vorteil sein kann. Streife im Scheunenviertel. 1S0 Personen sislierk. Den vielfachen Beschwerden au» Kreisen der Anwohner und Geschäftsleute in der übelberüchtigten Gegend an der Neuen Schön- hauser Strohe versuchte gestern die Kriminalpolizei wieder einmal durch eine Razzia unter der Schar der wilden Händler zu begegnen. Kriminal- und Schutzpolizeibeomt« sperrten die Alte und die Neue Schönhauser Straße und brachten nicht weniger als 15 0 Per- fönen nach der nahegelegenen Alexanderkaserne. Die Streife ging aus von der Abteilung W des Polizeipräsidiums, für die besonders der wilde Straßenhandel mit rationierten Lebensmitteln in Be- tracht kommt, liefert« aber auch anderen Abteilungen manchen Ge- suchten in die Hände. Von<0Angehaltenen wurde festgestellt, daß si« stch unangemeldet in Verlin aufhalten. Mancher von ihnen wurde von Polizeibehörden der Provinz bisher vergeblich gesucht. Drei gewerbsmäßige Pferdediebe wurden dem Sonder- derzernat der Kriminalpolizei zugeführt. Die bei der Streife im„C e n t r a l- P a r k" am Lahnhof Friedrichstraße Aufgegriffenen wurden im Laufe der Nacht und des' Vormittags noch weiter gesichtet. Auch unter ihnen befanden sich mehrere gesuchte Personen. Festgestellt wurden eine ganze Anzahl halbwüchsiger Mädchen, die ihren Eltern in der Pro- vinz entlaufen waren._ Nehmt Rücksicht auf die SchwerkriesisbeschSdigten. Von einem Schwerkriegsbeschäd:'ten geht uns folgende berech. tigte Beschwerde zu: Seit ungefähr K Monaten ist in den Zügen der Stadt-, Ring» und Vorortbahn ein halber Wagen 3. Klasse f ii r Kriegsbeschädigte reserviert und durch entsprechende Schilder kenntlich gemacht. Wie ich als Schwerkriegsbeschädigter fast jeden Tag, besonders morgens und spätnachmittags, beobachten kann, sind diese drei Abteile meistens von gesunden Leuten besetzt, so daß die Kriegsopfer gezwungen sind, sich in den anderen Wagen einen Stehplatz zu erkämpfen, was bei deren körper- lichen Gebrechen nicht immer nwglich und oft sogar ausgeschlossen ist. Ich bitte, in Ihrer geschätzten Zeitung das Berliner Publikum auf diesen Mißstand aufmerksam zu machen, damit die Krieg»- beschädigten— im besonderen die Schwerkriegsbeschädigten— auch von dem Entgegenkommen der Eisenbahnverwaltung etwas haben.> Im übrigen wären wohl alle Kriegsbeschädigten, und hauptsächlich i die Schwerkriegsbeschädigten, der Eisenbahnverwaltung sehr dank- bar, wenn sie für diese Abteile Wagen 2. Klasse nehmen würde, I Zur Vorbereitung für die oberschlefische Abstimmung. Die Interalliierte Kommission bat die Frist iür Eimvrucbe gegen Ablekmuna der Einlraaung in die Stimmlisten bis znm 21 Februar, abends 6 Uhr. verlängert.j Uhr bei Bade, Kaiserin-Augusta-Allre S2, Funktionärfitzunz._ Vortrage. Vereine und Ver�amminn�en. freie LehrergewertsiSaft. sBerband sozioliflischer Lehrer.) Sonnabend, abenss 7 Uhr, im Rathaus, gimmer 107, Arbeitssitzung. Tagcsordnunn:..Aus Oberstadtschulrot Paulsens Werkstatt". Referent Genosse tzenhen.(Jl'ernräte und andere Gäste willkommen.— Reichobnnd ber KrieasbelGödiaten. Bezirk Z lSOdost). mon»«, den 14. d. M., 7H Uhr, Skalitzer Str. 126. Sinterblirbrnen- Versammlung. Rrscrent Kamerad Stephan.— Schlefier-Verei»„Rübezabl", Shariottenburg. Bcrsammlung: Sonntag, den 18. Februar, 1 Uhr, Kaiser» Friebrich-Gtr. 68, bei Grimm. Ihre Hosen U/II sehen ja schön aus! Warum benützen Sie für Ihre Schuh« auch noch immer Wasserkrem, die von Regen und Schnee aufgelöst wird? Reine Terpentinölware müssen Sie nehmen; und diese Hecht: Dr. Gentner's Zckukputt Carl Gentner, Depot Berlin 8 4«, Luisennfer 40. Fernsprecher! Amt Morchplah usni. W? wiv. uvyMlcll)' Nigrin. der MerejgenossenWsl ..»erllll" etnyetraaene Genossonschaft m« beschräntrer Hastlm-, am 20. Februar, nammlttag« »Uhr, imKontor, llrbanstr 70a. Tagesordnung: L GeiGSflsbericht und Bericht de» Aufstchtsrats. Z. Distu Non. 167/26 s. Neuwahl de» Lorstande» und Auistchtsrat». 4. Beriäiicöcne«. Der Larstand. Gustav Trombk«. Nilhelm ginnemann. Spezialarzt f»vovilis, Haan-, brauen- lel J, schwache, Ut Inkrankt Uensndlg. schnell, sicher u sehmeril.inDr.Homeyer 4Ce. kone Lab. Blutunter- euch, räden im Harn usw. Frleiirietistr.81.pea4neop?ibk nr. UM,>-8. Sonnt, lü-l 7-0-0 hi bevor vam-nrim. eist über den > ttans leske r 1®cr etwas weil Atriegsgelanaenen (Internat. Regiment) wird um Angabe der Adresse gebeten Un Osten werden erstattet. ÜL Teata, Stolz: L Pommern, Sandberg 18'_ 94$ I�cldcn Sic? an Flechten, Hantausichlaa, .Haut! ucken. Piltein, Finnen, Schorf. Krätze etc.. dann ge. brauchen Sie IstSS�Tarrahe's NaNfeiso. Grtoia tiherrafchend. Stiut 6 M. Iu haben in den Drogerien: Wannok«, Weitzensee, Prenz- lauer Promenade. Bender, Charibg, Schillerst?., Rctp. Bln. SW, Katzduchstrotze, Beracr, Bln. R. Meger Etratzc, Nohtss», Siemen»«., ikonnend., Dr.■iioctoio, Echönebcrg, Buchhorn, Schvnederg. Genrral-Pertrieb: E. Kaiser, Berlin A 50, Würzburger Str 6. Ein «eilks mm von vollcommenster Reinheit de» Teints durch meine seit 86 Jahren derühmte „hautschölkur". da» einzige Mittel, weche» die Gesichte- derhaul erueucri und von den hartnäckigsten Haut. nnreinhetien iicher bei- eil Aerztliä, enipsohi.n M 80.—. Otto Reichel, Berlin 43 »«»- Gisenbahnstratze 4 1 Tresorlör teuer- und einbrachssicl-er, uebraucht oder neu. per bald zu kaufen«es cht. O-ferten unter T. Q. 21 9S4 an Rud. Moose, Berlin SW. 2h �2 O. 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SS Jägeratr 1 Ne•' Mellendorf er Str. 5n Potsdamer Str. I a Schon walder Str. 87 Steglitz Rheinstf. 42 Schlofistr, 85 Südende Sieglitzer Str.25 Tegel Berliner Str. 9 Treptow Baumschulenstr. 19/20 Weißensee Berliner Allee 242 Wilmersdorf Berliner Str 131. Nürnberger Str. 33/34 Olivaer Platz 2 Wezstr. 28 rTheater,LIchtspiele etc. ItHrifiiiiMi.............................. i............... Opernhaas Siegfried S Uhr Schanspielhaas Torquato Tasso 7 Uhr ßeatsches Theater 7 Uhr; Kabale und Liebe Sbd. 8 Uj Cdsar u. Klcopair« Kammerspiele 7'-3 U.; Der paihetUetae Hat SbiLT'/tU.: Er Ist an allem schuld. Der Spieler. Der Heiratsantrag. fir. Schauspielhaus (KarlatraSe) 8: Die Poasion.(AuB. Aboa) Sonnab.;'iestllscbaüsabeod Volksbühne Theater am BOlowplatr. 7 uhr: Wallensteios Tod Theatee 1. U. KBalggrätzer Str. 'wu.: Der Vater (Locle HSilich, Ludvr. Hanau, Frieda Richard, OnstaT Bon, Ernst Dernburü, Eva Brack, Rudolf junger.) Sonnab.; Jekaterfna Iwanowna Sonnt.: Jekaterioa Iwanowoa Kofflödlenhans � Die Sache m. Lola mit Max Pallenber; Sonnabend, zum ersten Male: Das weiße Lämmchen Schwank von Hanne SaUmann mit Max Pallenberg Leonhard Haskcl/ EmMr Storni/ Heim Stfeda, Olga Engl/ Eva Brock/ Fr.Lelindorfl Sonnt, nachm.: Herr Minister Berlluer Theater '/j8 Uhr: Die spanische Nachtigall mit PrltziMassary Ztg. nachm.; Oer letzte Walzer Residenz- Theater Tädlich 7«/, Uhr: Lch WiDdenneres Fäeher Haiul Arnstfidt Sand rock. Kon i, Haare, Schönemano, 5-«Irr Sonntag 4 Uhr, halbe Preise; Di« Freundin Trianon-Theater Tflgiich 8 Uhr: DleGeaeUhehstt d«« Abb« Cbateaunent Uvpoldfne Konstantin, ilka Orbnlng, KBthe Haack, Lnisc WcrckntciMcr, Hansl Burg, Herrn. Vallentln. Jul. Fnlkca- MaHh«dail Edgar Uefea lessing-Theater Haute bis Montag 7>/z Uhr: Ein idealer Gatte (Durieux, Götz, Loos) Oeotseiies KMep-Thealer Allabendlich 71/, Uhr: OieScheidungsreise mit Max Adalbert und Trade Hesterberg Sonnabend 3 Uhr: fSÄ fltzllfltz Central- Theater uiDiePostmeisteriu I�CUtsehe» Opcrnhnu« 7 uhr: Troubadour Vrledr. tVUheln.et.Th- 7'/aühr; Bolieit die Tänzerin KL Hchanspielhana ;■;= uhr. Reigen Komlaehe Oper 7'/, Uhr, zum 50. Male: Baroneßchen Lnstnpielhann '•/, Uhr: Arnold Rlcck in Die schwebende Jungfrau Uletropol-Thear.ep u.: Holland weibchen Sfeues OperettentheaL p/.u.: Yn-Shi tanzt Sfea«« Voibntheatcr 7V, Uhr: BedimiafehaisiLSeiuieiilels h»eiilUor-Theat. Charl* pf-v.; Der elmlentnanl Th»lla-The nter p/iUhr; Mascottchen ThjenVoliendorrplatr. ' uhr; Wenn Liebe erwjElrt Theater des Westen» 7>/.uhr: SeMbenboebzeit Sbd. Uhr: Gänsellegel ThaludsKommandantcnstr« y%ü.: Derieijiingte Adolar Wallner-Theater v!! Der Geiger m Lngano ApoHo-Thcalerl T1;. Direktion: J a m e s K I e i n. T1/, r Dos große Ausstattungnetück In 4 Bildern j Madame ihibarrg's Siebesleben! mit der weltberühmten| Saharet als Gräfin Dubarry. Ueber 180 Mitwirkende I— Sonntag 8V, das{ vollst. Stück mit Saharet.— Jeder Ei wachse ne Kind Ire! I— Vorverk. ab 10 Uhr ununterbroch.| Kleines Theater Unter den Linden 44. Täglich V,8 Uhr: insanovas Mohn Lustspiel von KudoM Lothar. Engen Burg, Madv Christians. Hans Albers, Heinr. Schrot h. Morgen u. folg. Tage 8 Uhr Casanovas Sohn Rose-Theater p/. uhr Johauaisf euer » i ( Passage-! Theater! | nufrrbenfitnhen 22/23{ SchaU und Ranch im Großen Schauspielhaus Dir. Hans v. Wolzogen. Telephon: Norden 8643. Konz, 7V, U.. Beginn 8'/, U Das groß« Pcbriur' Programm Die Kose ¥d Staisbiil mit Mlzzl Deform and Arnold Rleok M. Soliman.�� 2 ItraMpörungcn Sturm Spannenbt FNi in 5«Htn. In btc SiouptroHe: «ttfc 8», IIJo©riining. Sntlc HSfll». Hctimbtt Ecktet, Eugen Slüpfct Das Geheimnis der aiadiatorenwerka. Senfof tonellet glbmlmrtP' film in 2 ÄbteNmtgrn I von Ptml Roftlthayu 4 » L Teil: 8 i Im ßgNHe üerprsu! I Spielleitung und Haupt-. , barfteller Louis Ralf, f 64 Rnbttas straft 64 7 Uhr 7 Uhr Zilmschan: fl4«« Der Lichoshomdor Der«chwurzs Grsl _ Bühntnichou ÄSshüsrja. Migstadt-Tlieater Bahnhof Jannowitzbrllcke Tigl. 7.30 Gala>5 Enger Im Ballsaal TANZ Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tigl.1/� Der nenc Schlagerl Der Großfürst Ein lustiges Stück aus dem Berliner Leben in 3 Akten. Berliner Humor! Ben. Typen! Sonmag 3'/.; Eine fldele Ehe. GmarXwfili IHans Stosch-Sarrasanl I Tägl. T0», Sor.nL auch 3 Uhr I Sonntag letzt'.AulfBhrung. I Qret'ls Traum. Neu«( Aurakttonen. Vorverkaui I Clrcuskasse ab 10 Uhr 1 ununterbrochen und Tietz I Admirals?alast p/z Die roten Schuhe Morg.; Dritte u. letzte Redoute KMÄ ron Monlag, 14., bis Sonnabensl, 19. Februar. Vorverkauf: Freitag. 11, n. Sonnabend. 12. Febr. sämtliche Hosen sind bedeutend im Preise hera&gesstzt gröbtenlell» unter Anschaffungspreis. 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Die Funktionäre der städtische« Arbeiter und Ange- stellten für Annahme des Schiedsspruchs. Di« freigewerkschaftlich organisierten Funktionäre der Arbeiter und Angestellten sämtlicher Gemeindebetriebe Berlin« nahmen am Donnerstagabend in sehr stark besuchter Versammlung zu dem von uns mitgeteilten Schiedsspruch des Schlichtungsaus- schusses Groh-Berlin Stellung. Den Bericht über die Der, Handlung und Entscheidung erstattet« Varwig vom Transport- arbeiteroerbond. Namens der im Tarifkartell vereinigten sechs Der- bände empfahl er die Annahme des Schiedsspruchs(durch Urab> stimmungj. Er verwies darauf, daß der Schiedsspruch«ine Ver- besferung gegenüber dem Dorschtage des Magistrats bedeute: befon- ders liege sie darin, daß der Schiedsspruch im Gegensatz zum Magi- stratsoorfchlage auch den mehr als VOM Kollegen und Kolleginnen, die in den An st alten beschäftigt seien und Kost und Logis oder nur Kost erhielten, ebenfalls den Lohnzuschlag von IS Proz. ab 1. November zubillig». Auch känne sa das Abkommen, das für unbestimmte Zeit gelten solle, nach dem Schiedsspruch zum Ende jedes Monats vier Wochen vorher gekündigt werden. ch o ch s ch i l d vom Zentralverdand der Angestellten betont, mit Genugtuung, daß nach dem Schiedsspruch, der auch die Angestellten mit betrifft, die gleichmäßige Behandlung der Ange- stellten mit den Arbeitern feststeht. Domst steht auch fest, daß die Angestellten von den Arbeitern nicht mehr zu trennen sind, sondern mit ihnen eine Einheitsfront bilden. Für den Dorschlag, den Arbeitern und Angestellten sämtlicher städtischen Betriebe für die vorgeschlagene und dann auch von der Dersammlung beschlossene Urabstimmung zu empfehlen, dem Schiedsspruchzuzu st Immen, erklärten stch mit einer einzigen Ausnahme sämtliche Diskussionsredner, selbst Sült. Dieser schlug jedoch weiter vor, das Tarifkartell der Verbände zu beauftragen, alsbald einen neuen Lohntarif mit neuen Ergänzungsbestimmungen auszuarbeiten und dem Magistrat einzureichen. Dieser Antrag fand eine Mehrheit, nachdem vorher gegen nur vereinzelte Stimmen sol» gend« Resolution angenommen worden war: „Die Funktionäre haben Kenntnis genommen von dem Echieds- fpruch und stellen fest, daß er nur teilweise den durchaus berechtig» ten Forderungen Rechnung trägt. Wenn sie hieraus dennoch Ihrer Kollcgenschaft empfehlen, in einer Urabstimmung dem Schiedsspruch zuzustimmen, so hm sie das in dem Be- wußtsein, daß die Arbeitnehmer der Gesamtbevölkerung mit der An- nähme des Schiedsspruchs große Opfer bringen, nur um endlich die stit dem 1. November 1920 lausende Lohnbewegung zum Abschluß zu bringe».*_ örantkng über Paris unö London. Im Stockholmer»Socialdemokraten* vom S. Februar schreibt Genosse Hjalmar B r an ti n g u. a.: Die phantastisch« Vorführung einer Vielheit berechneter Schadenersatzmilliorden vor dem Publikum, womit die Pariser Konferenz vor einer Woche schloß, war zweifellos ganz geschickt arrangiert, um im ersten Augenblick die Kritik in den Siegerländern zurückzudrängen. Nach den f �ten Meldungen zu urteilen, soll da, erste Entzücken in der Pariser Press« jedoch schon im Rückgang sein. Man be, ginnt darüber nachzudenken, was das Dekret vriands und Lloyd Georges über die Lösung des Schadenersatzproblems für Kons«- quenzen in allen Richtungen entholten würde, falls wirklich der Der- such gemacht werden sollte, es zu verwirklichen. Und wenn man auch äußerlich die Fiktion aufrecht erhält, daß der Sieger allein bestimmt, kommt man doch, am allerwenigsten in wirtschaftlichen Dingen, darum herum, daß zu einem Lbkommen, das einen Wert haben soll, die Zustimmung zweier Parteien erforderlich ist. Man hat daher allen Grund anzunehmen, daß London am Ende dieses Monats zum Glück für den wirtschaftlichen Wieder- aufbau der Welt ein im großen Umfang verschiedenes Er- g.ebnis als in Pari» geben wird. Aber um da» zu erreichen, stnd erbittert« Uebertreibungen über das„Schändliche* durch Ausstellung so großer Schadenersatzbeträge nicht der richtige Weg, besonders nicht, wenn diese Ergießungen von feiten derer, die die Plünde- rungsfrieden in Brest-Litowsk und Bukarest durchaus in der Ordnung gefunden haben, herrühren.(Durchaus unsere An- ficht, aber, ohne die Schuld der deutschen Militaristen irgendwie ab» zuschwächen, muß man doch betonen, daß zwischen Brest-Litowsk und Bukarest einerseits und Versailles andererseits ein ganz ge- waltiger Unterschied besteht! Die Red.) Denn leider: es ist schon anzunehmen, daß der Schaden, den die deutsche Kriegsführung, in erster Linie die systematische Zer- st g r u n g Nordfrankreichs— diesem ewigen Schandfleck des wilhelminischen Militarismus(Sehr richtig! Di« Red.)— verursacht hat. ungefähr den Betrag erreicht, womit die leitenden Staatsmänner der Entente jetzt gerechnet haben.(? Ein grober Irrtum! Nach Keyne» beträgt der in Nordfrankreich angerichtet« Schaden keine 20 Milliarden. Die Red.) Und ebenso liegt eine unbedingte Ge- rechtigkeit in der tief beim französischen Volk wurzelnden Beirach- tungsweise, die verlangt, daß der gefährliche Nachbar im Osten, der sein Land nicht verwüstet und seine Arbeitszentren nicht in öde Ruinenhügel verwandelt gesehen hat. wirklich für den Ueberfall einen derartigen Schadenersatz leisten soll, daß er von Ihm wenigsten» in dieser Generation ebenso schwer empfunden wird wie die ge- waltigen Lasten vom französischen Volke, die es mit seinen Kriegs- schulden tragen mußt«, und die ja n i ch t in den Schadenersatz mit- einberechnet sind. Aber wie berechtigt eine solche Forderung auch sei, so darf man doch nie vergessen, daß doch hierbei das größte Recht zum größten Unrecht werden kann, wenn die Forderung jene Grenze über- s ch r e i t e t. bis zu der die Fähigkeit reicht. Zu zerstören ist leider in unserer menschlichen Welt so unvergleichlich leichter, als wieder- aufzubauen. Man spricht mit vollster Berechtigung von den un- ersetzlichen Werten, die der Krieg vernichtet hat. Es ist wahrfchein- lich, daß man auch bei denen, die in gewisiem Grade ersetzt werden können, sich damit beickeiden muß, daß dies nur keil weife ge- schehen kann. Denn auch die Kraft eines schadenersatzpflichtiger Volkes Ist nickt unerschöpflich. Und eine ganze Generation eines großen Volkes— oder wie jetzt in Frage steht, sogar darüber hinaus— in schwere Wirtschastshörigkeit unter Fremdlingen zu ver- setzen, ist gewiß nicht kür die kapitalistische Zivilisation unserer Zeit unbekannt, aber es enthält doch an und für sich ein unvergleichlich größeres Unglück als die Verkürzung auch voll berechtigter Forde- r.mgen und kann solche in seinen Folgen mit sich führen. Entgegen- kommen und Großmut bei der Ausnutzung des Sieges sind Im- ponderabllien. auch im Verkehr der Völker, die bei richtiger An- wendung von weit größerem Wert fein können, als viele Millionen Goldmark. Die Frage ist nun Vicht mehr allein: wie weit Ist veulschlond ersatzpflichtig, sondern daneben enthält fle das noch Wichtigere und Schwerwiegendere: wieviel kann das deutsche Volk bezahlen, um das Uebel wieder gulzamochea, wozu es sich von feine« frühere« Herr« hat mißbrauche» lasse«? M alle Mitglieder des Metallarbeiterverbandes! werte Kollege« und Kolleginnen! Oester haben wir an euch die ernste Mahnung gerichtet: Wahret die Einheit und Geschlossenheil der Orgauisaliovl In gleicher Weise hat der erweiterte Beirat unseres Verbandes wiederholt an euch appeMert, getragen von der Erkenntnis, daß uur ein? ge- fchlosicne. einheitliche Kampfesfront die ArbeiterNosie instand setz!. die gegenwärtige schwere Zeit überwinden zu können. Die gegnerischen Organisationen(Christliche, Kirsch-Dunckersche. Unionisten, Gelbe u. a.) rannten bisher vergeblich gegen unsere Or- ganjsation an. Und ebensowenig vermocht« das organisierte Unter- nehmertum, die Wirtschaftskrise zum planvollen Vorstoß gegen die Arbeiterklasse benutzend, den kraftvollen Widerstand des Deutschen Metallarbeiter-Verbandee zu brechen. Alle Versuche unserer Feinde, die geschlossene Phalanx unserer Organisation zu sprengen, scheiterten. Doch was unseren Gegnern bisher nicht gelang, drohk nunmehr aus dem eigenea Lager! Unter der irreführenden Maske„der Gefchlosienheit und Ein- heitlichteit der Organisation des Deutschen Metallarbeiter-Aerbandes* beruft die„Fraktion der kommunistischen Metallarbeiter Berlins* zu Ende Februar d. I. eine „INetallarbeiter-Reichskonferenz*. Ms vorläufige Tagesordnung schlägt man vor:„Aussprache über Mittel zur Wahrung der Einheit des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes*. Glauben die Sinberufer«irklich, mit dieser.charm- los* klingenden Tagesordnung Kollegen im Lande düplerea zu können? Das soll und wird ihnen nicht gelingen. Worauf es den Einberufern in Wirklichkeit ankommt, läßt ja bereits der fulminante Aufruf zu dieser Reichskonferenz unschwer erkennen. Der Aufruf spricht von der bargfriedlichen Gewerkschaste- zentral«, von vurgsriedens. und Arbcitsgemeinschastspolitttern. Unterdrückung der Meinungsfreiheit, brutalem Hinauswurf der ge- wählten Vertrauensmänner der Mitgliedschaften aus ihren Aemtern, Unterbindung der Versammlungen und behauptet, Vorstand und Beirat wollen die Organisation spalten und leisteten der Bourgeoisie Bütteldienste zur Schwächung unserer Sampskrast. So reiht man ein« Verleumdung an die andere, so häuft man die Beschimpfungen gegen Vorstand und Beirat wider besseres Wissen! Die Verfasser des Aufrufes wissen, daß Vorstand und Beirat Burgfrieden und Arbeitsgemeinschaften ablehnen und für sie wie für die Gesamiorganisalion die Befchlllsie unsere» letzten Verbands- tage? maßgebend sind. Die kommunistische Fraktionsleitrmg der Metallarbeiter Berlins— hinter ihr verbirgt sich„schamhaft* die Reichslerlung der gleichen Fakultät!— weiß, daß in unserer Organisation die Meinungsfreiheit jedem verbandsmitglted gesichert ist. Sie wisien ebenso gut, daß Vorstand und Beirat als das höchste Gut der Metallarbester die Einheit ihrer Organisation betrachten und ledig- stch an» dem Grunde die Beschlüsse des erweiterten Beirats gefaßt werden mußten, um die Orgarstsatiou nicht durch das von Moskau diktierte Treiben zu einem Trümmerhaufen werden zu lasten. Die Cinberufer der.Fieichskonferenz* wissen ferner, daß nie- wand im Vorstand und erwetterten Verrat daran denkt, auch nur ein Mitglied au» unserm Verband auszuschließen, weil er Mikglied der Sommunisiischeu Partei oder Aohönger einer beslimmiru Well- anschauung wäre. Das ist in den Beratungen der letzten erweiterten Beiratssitzung von allen Seiten und mit der notwendigen Deutlich- keit zum Ausdruck gekommen. Di« Organisation kann jedoch einem planmäßigen, die Gewerkschaft zerstörenden Treiben nicht ruhig zu- sehen. Und lediglich gegen diejenigen, die dies« die Znleresteu des Verbandes aufs schwerste schädigende Zerstörungsarbett betreiben, richten sich die vom erweiterten Beirat gefaßten Beschlüsse. Sollen wir un» gegen die verlogene Behauptung des Aufrufs wenden:„Unser Gewerkschaftsoorstand weigert stch, den Kampf gegen das Kapital aufzunehmen?* Nein! Solche Unwahrheiten richten sich selbst. Ueber die Haltung und Beschlüste des Vorstandes und erweiterten Beirats informieren euch die in Nr. S und 0 der „Metallarbeiter-Zeitung* wiedergegebenen Verhandlungen der letzten erweiterten Veiratssitzung und es ist festzuhalten, daß selbst kommunisttsche Mikgsteder de» erweiterten Beirat» für die dort gefaßten veschlaste stimmten oder aber es ablehnten, da- gegen zu votieren und sich deshalb der Abstimmung«nihielten. Offen brachte u. a. ein kommunistisches Mitglied des erweiter- ten Beirats zum Ausdruck, daß auch er das vom Vorstand gekenn- �zeichnete und die Gewerkschaften zerstörende Treiben aufo schärfste oerurteile und nicht mitmachen könne. Wenn dies Urteil selbst von einsichtigen Mitgliedern der K.P.D. abgegeben werden mußte, da bedeutet es wirklich mehr al, offenen Hohn, wenn die Einberufer zur Reichskonferenz auffordern,„neben Kommunisten auch U.S.P.D.- oder S-P.D.-Kolleqsn zu entsenden*. Glaubt man wirklich, mit diesem durchsichtigen Manöver den Der- bandskollegen im Reiche weismachen zu können, daß auch ander« als kommunistische Drahtzieher hinter der„Reichskonferenz* steckten? Für so dumm sollte man unsere Kollegen nicht halten. Was man beabsichtigt ist Nor: Zunächst versucht man Mit- glleder unserer Organisation in der gekennzeichneten Weise auf- zuputschen und sie zur Beschickung dieser„Neichstonferenz" zu ver- anlaflen. Ist dann die Organisation gezwungen, gegen die da» Skalul gröblichst verletzenden und die Interessen de» Verbandes au?» schwerste schädigenden Personen vorzugehen, dann hofft man jene« Teil der Verbandskollegen, die sich durch die Manöver der Konferenz- einberufer u. a. täuschen ließen und die gegen die Beschlüsie de» Ver- bandstages verstoßend« und diese statukarisch unzulässige„Metall- arbeiter-Relchskonferenz* beschickten, zur„Solidarttüt* mst de» Drahtziehern dieser Reichskonferenz aufrufen zu können. So soll planmäßig der Keil in unsere Organisation hlneinge- trieben werden, so hofft man, einen Teil von Verbondsmitgliedern dorthin treiben zu können, wohin man sie haben will, und das b«>- deutet die Zerstörung unserer in jahrzehntelanger Arbeit und kämpfen ausgebauten Organijalion. Indem wir unsere Verbandskollegen im Reiche auf diese Pläne und Methoden aufmerksam machen, fordern wir sie gleichzeitig auf, jede Aufforderung zur Beschickung dieser„Metallarbeitcr-Reichs. konferenz* strikte abzulehnen. Allen Mitgliedern unseres Verbandes ist Gelegenheit gegeben, im Rahmen ihrer Organisation sachlich Stellung zu nehmen zu allen, da» Verbandsleben berührenden Fronen. Und diesem unverbrüchstchen Recht aller Mtgsteder steht die Pflicht der Organisationsleitung wie aller Funktionäre gegen- "'der, innerhalb der Organisation und an den durch da» Verbands- "fahrt vorgeschriebenen Stellen(die höchste und letzte Instanz ist die � Verbands-Generalversammlung) Rechenschaft für ihre Handlongen j abzulegen. So nur konnte sich die Organisation zu ihrer heutigen Stärke entwickeln und so wollen wir auch in Zukunft vorgehen und handeln. Weist jeden Versuch, euch von diesem geraden Weg abzudrängen, entschieden zurück! Letznk eine Beschickung dieser nach den Verbandskaqs- beMüssen und dem Statut unzulässigen..Metallarbeiter- Reichskonferenz* strikte ob! Halles hoch die Einheit und Geschlossenheit der Ge- werkschasten! Steht treu zu eurer 0rganisation! Die unterzeichnete« MilgNeder des Vorstande»: Brande», Alwin. D i h m a n n, Rod. Funk, Emil, holz- bau er. Aug. Hugger, Rich. Kurz, Gg. Reichel, Gg. Schäfer, Ernst. Schliestedt, Helnr. S ch w e n z l e, Iah. S t e t t e r, Math. Tost, Otto. W e n d l e r, Emil. Werner, Th. hier gehen die Schätzungen stark auseinander. Man erinnert sich, daß K e y n e s in seiner bekannten Kritik des Dcrsailler Friedens 2 Milliarden Pfund, also 40 Milliarden Goldmark ansetzt. Er be- zeichnet ausdrücklich 100 Milliarden, die man jetzt(?) ansetzt, als „außerhalb der Grenze einer veraünfligen Möglichkeit*. Dieser Schätzung sowie den jetzigen deutschen Beteuerungen, daß nicht« zum Bezahlen da sei. stellt Raphael-GeorgesLevyIn seinem Buch „La juste paix" die stolzen Schätzungen gegenüber, die Helffe, r i ch kurz vor dem Krieg über Deutschland» Nationalvermögen und Jahreseinkommen machte. Aber abgesehen davon, daß Deutschland nach dem Krieg weit ärmer ist, und daß e, da» rohstofs. und industriereiche Elsaß- Lothringen(und das Saargebietl und Westpreußenl und die Kolonien! und die Schiffe! und so weiter! Die Red.) verloren hat und möglicherweise auch Oberschlesien In Gefahr ist. so ist an- zunehmen, daß einfach mit derartigen Zifsem die Zahlungsfähigkeit an das Ausland nicht angegeben ist. Die Ausfuhr spielt hier ein» Hauptrolle. Sie erreichte 1913 einen Wert von 10 Milliarden Mark, wovon% Fertigfabrikate sind. Aber um diese hervorzu- bringen und ihre Menge wesentlich zu vermehren, um die Milliarden bezahlen zu können, die in Paris verlangt werden, müßte auch die Einfuhr von Rohstoffen erheblich vermehrt werden, und auch diese müßten mit fertigen Waren bezahlt werden. Man sieht da» auch bei der Berechnung, daß die Produktion in einem Jahrzehnt sich in Deutschland erheblich vermehrt hat, es nicht so leicht und rasch geht, au» dem Unterschied zwischen Rohstofseinfuhr und Fertigsabrikate- ausfuhr die 6 Milliarden herauszuholen, die man in Pari» als jährlichen Schabenersatz für 1932 big igtzz festgesetzt hat. Aber dies ist nur e i n e Teste des Problems. Welche unerhörte Konkurrenz, zunächst auf allen neutralen Märkten, aber bald auch aus solchen In Frankreich und England, würde dieser Zwang, die Vermehrung der deutschen Ausfuhr anzuspornen, nicht mit sich führen, während gleichzeitig die Kaufkraft des deutschen Marktes für die fertigen Waren der En:enteländer auf Null sänke. Und während gleichzeitig die gesteigerten Milliarden- Zahlungen eine treibhausmäßlge Ausfuhrindustrie erzwingen, legt die Bestimmung über den 12 prozentiqen Ausfuhrzoll eine Extra- steuer aus die deutschen Waren. Es besteht cbyr Aussicht, daß es in dieser Zwangslage am härtesten über den Lebensfnß der deutschen Arbeiterklasse hergehen wird eine Maßnahme also, die in ihren Folgen den sichtbarsten Lebensinteresien der internationalen Arbeiterklasse geradezu widerspricht. Kein Wynder, daß der frühere Außenminister, unser Parteifreund Hennann Müller in seiner Erklärung im Deutschen Reichstag gegen den Pariser Beschluß dies besonder» unterstrich und nicht am wenigsten von den Arbestern in den eigenen Ländern der Entente erwartete, baß sie daiür«in- träten, die unannehmbaren Vorschläge nicht zur Wirtlichkelt werden zu laflen. Gleichzeitig wird der Zeitraum für de» Schadenersatz noch weiter ausgedehnt, al» früher die Rede war. Noch ungeborene Geschlechter Deutschlands solle« die Echuld ihrer Väter schwer bezahlen. Wie lange glaubt man, daß sich so etwa» aufrecht erhalten läßt— und glaubt man nicht daran, sind diese 6 bis 7 Milliarden jährlich in den 1950er und 1960er Jahren nur ein Schaugericht für die nationalistische Galerie; macht man sich nicht klar, wie etwas derartiges zur Verschärfung des Dolkshafse» bei den Be- siegten beitragen müsse zur Verteilung und Unüberbrückbarkeit der Kluft, die zum Unglück Europas und der ganzen Menschheit der Weltkrieg zwischen den beiden größten und führendsten Kultur- Völkern des Kontinents geöffnet hat! Und weiter: von Anfang an soll, wie jemand gesagt hat. der Schadenersatz in Deutschland aus den Bajonettspitzen gekost werden. Die Uebermacht des französischen Militarismus vom Atlantischen Ozean bis an Rußlands Grenze, das Aufschieben der allgemeinen Abrüstung in eine ungewiße Zukunft, die Hoffnung auf eine künftige Verständigung zwischen dem Westen und Mitteleuropa in Trümmer geschlagen— dies liegt auch In den un- glücklichen Bestimmungen, mit denen man unter dem Jubel einer kurzsichtigen Press« die Verwirklichung der an und für stch durchaus j richtigen gerechten Forderungen auf angemesienen Schadenersatz für 1 eine barbarisch«, vom Zwang des Krieges nicht gebotene Zer- störung erreichen will. Doch— noch sind wir nicht so weit. Der Poriser Beschluß wird von neuem erörtert werden. Diesmal mit denen, die ihn ausführen sollen und bereit» zu erkennen gegeben haben, daß sie nach Auffassung gerechte Gegenvorschläge vorlegen werden. Es ist höchlichst zu hoffen, daß diese van Anfang an bereits Deutsch- lands Pflicht berücksichtigen, einen großen Tribut für den Wieder- aufbau der verheerten Länder zu zahlen und dadurch das Mißtrauen zu entwaffnen, da, immer noch jede Annäherung erschwert,: daß Deutschland» Männer in ihrem innersten Innern diese Pflicht ver- leugnen und sich ihr nur zu entziehen suchen. Gberscklesiens Welthanüel. Wie wir vo» gnluntertickiieicr Seite erfahren, haben die fübtenden Perfönlichleiien de« obers-blesischen Winsdiaitelefie»» beschlosien.«ine Denkschrift ouSmarbeiien. die den Slnterl O 6 e r f cfi l e f i e n« am Weltmarkt mit statistischen Zahlen belegt nachweisen soll. In der Denkschrist wird bewiesen werden, daß die große Vedeuiung � Oberichlesien« für den Welnvarenverlebr von seinem Verbleiben beim Deutschen Reiche abhängig ist. Die Denlschritt soll unier anderem auch den sührenden Sraotkniännern aller Länder, die mit der oberschlesiichen Jubuslrie in Beziehung standen oder sieben, über» geben werden. Das amMche deutsche Schulblatl für Oberfchlefle». da» in Opveln erscheint, wurde oerboten. Dos polnische amtlich« Schulblatl darf weiter erscheinen. Denflchland» Vertretung in Athen besorgt als provisorischer Ge- schäftsträger der früher« Konsul Graf S P e«.— Deutscher General- tonjul in Montveal(Kanada) wird Herr Kempf. OeVerMastsbswegung Die französischen Gewerkschaften für /lmsieröanu Wie„Penple" mitteilt, hat der Nationalrat des?lllge- gemeinen Ärbeiterverbandes in einer Entschließung, die mit 88 gegen 24 Stimmen angenommen wurde, entschieden, die Frage des Austritts der C. G. T. aus der ge- werk schaftlichen Internationale von Am st er» dam nicht in Erwägung zu ziehen. Auch dem zu- künftigen Gewerkschaftskongreß soll der Anschluß an die ge- werschaftliche Internationale von Moskau nicht anempfohlen werden. Diese gewerkschaftliche Organisation mache den Versuch, die Bewegung den politischen Parteien Untertan zu machen, die sich der Dritten Internationale angeschlossen haben. Reichskonferenz des posi-, Telegraphen- und Lemfprechperfonals. Am K. Februar traten in Berlin S4 Delegierte zusammen» um den Aufbau der Organisation als Abteilung des Ver» kehrSbundeS vorzunehmen. In der Diskussion kam wieder und immer wieder der Wunsch nach der endgültigen Konstituierung des Deutschen BerkehrSbundes zum Ausdruck, der besonders unter den Beamten eine ungeheure AgitaiionSkraft hat. Nachdem der GelchäftSsührer des provisorischen Vorstandes des VertehrSbundeS, Kollege Brunner. der Vorsitzende des TransportarbeiterverbandeS. Kollege Schumann, und der Vorsitzende des EisenbahnerverbandeS. Kollege Scheffel, die ungeheuren Schwierigkeiten klargelegt hatten, die sich der schnellen Erledigung dieses von allen Rednern geieilten Verlangens im Augenblick noch entgegenstemmen, an« erkannte die Konserenz durch Annahme einer Resolution, daß die Verbände ihrer Pfl'cht genügt hätten, und daß es vorläufig bei der bisherigen Regelung bleiben müsse. Immerhin hat die Aussprache das Gute gehabt, daß manche Schwierigkeiten, die sich der Ilm- Wandlung der Arbeitsgemeinschaft in den selbständigen Verkehrs- bund noch entgegenstellen, überwunden find. Das Poftpersonal kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, bahnbrechend ge» wirkt zu haben. Die Idee der Einheitsorganisation marschiert und kein Mensch kann sie aufhalten. Die Massenentlassungen bei der Po st haben natur» gemäß großen Unmut erregt. Der Organisation lTranSport» arbeilerverbandl und dem Zentralbetriebsrat wurden vorgeworfen, daß sie den Entlassungen zugestimmt und dadurch ihre Pflicht gröblich verletzt hätten. In eingebender Beweisführung gelang je einem Vertreter der Körperschaften der Nachweis, daß kein Weg unbet'chritten blieb, der auch nur den Schimmer einer Hoffnung ließ, das Verhängnis von Tausenden von Kollegen abzuwenden. Der Kampf geht schon seit Juni IslS, jetzt blieben aber alle Einwendungen nutzlos, weil das Finanz- Ministerium kategortsch auf Einschränkung de« Postpersonals be» stand. Der Organisation gelang eS aber wenigstens, den zur Ent- lassung kommenden Kollegen eine Entschädigung zu retten. Der Entlassung selbst haben beide Körperschaften nicht zuge st iutmt, sondern scharf wider- sprachen. Rur dem Modus der Entlassung und der Art der Ent» schädigung mußten beide zustimmen, weil das Finanzministerium die Zahlung der Entschädigung von dieser Zustimmung abhängig machte. Die Konferenz setzte eine lediglich auS Bezirksbetriebs« räteu bestehende Kommission ein, die die Haltung beider Körperschaften prüfen sollte. Diese Kommission schlug der Konferenz eine mit 88 gegen S Stimmen angenommene Entschließung vor, die an- erkannte, daß beide Körperschaften ihre volle Pslichter« füllten und ihnen das Vertrauen aussprach. Die Be- triebsrät« werden aufgefordert, die ihnen zustehende« Rechte beiden »otwendig werdenden Entlastungen auszuüben. Nach je einem Referat des Kollegen Scherff-Effen über die Beamte nbesoldung und des Kollegen Kindinger» München über die Tarifverträge wurden alle zu diesen Punkten vorliegenden Anträge den sofort gewählten Lohn- und Beamtenkommitsionen überwiesen. Der Tarif wird gekündigt werden. Der Kollege V a l l e n t h i n-Berlin hielt dann einen Bortrag über die organisator-sche Zusammenfassung der Betriebsräte, indem er auf die besonderen Verhältniffe in den Poftbetrieben einging und ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Betriebsräten und Gewerkschaft empfahl. Nack kurzer Debatte wurde eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution angenommen. Aus der Wahl ging Kollege Bender als Abteilungsleiter, Kollege Va Ile n t hi n als Sekretär für Lohnempsängerangelegen- heilen, Kollege Schersf als Sekretär für Beamtenangelegenheiten hervor. Als unbesoldeter stellvertretender AbteilungSIetter wurde Kollege Will-Berlin gewählt. Die Betsitze? sollen in einer Ver- sammlung der Berliner Mitgliedschaft gewählt werden. Trotz der manchmal etwas stürmischen Debatte konnte der VerbandlungSleiier zum Schluß mit Recht konstotieren, daß der Wille zur Einigkeit doch über alle Differenzen gesiegt hotte. Der Umstand, daß hier zum ersten Male die Delegierten au» drei ver- schiedenen Organisationen zusammenkamen, die olle an dem hingen. was sie früher als gut erprobt hatten, erschwerte naturgemäß die Verständigung, ober der unbeugsame Wille, den Deutschen Verkehrs« bund zu scbaffen. besiegte alle Widerstände. Eine Empfehlung de«.Offenen Briefes' der K.P.D. fand«in« solche stürmische Gegenliebe, daß er sang- und klanglos unter den Tisch fiel, ohne daß der Antragsteller auf der Abstimmung bestand. Die Lohnbewegung in den Konditoreien. In der Lohnbewegung in den Konditoreien haben sich die Gegensätze durch das Verhalten der Arbeitgeber gewaltig zugespitzt. Die Herren wollen durchaus mit einer Gruppe, die nur einen kleinen Prozentsatz der Beschäftigten umfaßt, einen billigen Vergleich schließen, und zwar legen sie Gewicht darauf, daß dieser Vergleich vor dem SchltchtungSauSi'chuß zustande kommt. Zu den zum v. d. MiS. mit dem Zentralverband der Bäcker und Konditoren an- gesetzten Verhandlungen erschienen die Arbeitgeber nicht, sondern ließen durch ihren Syndikus erklären, daß sie jede Verband« lung ablehnten; aber zu der am 9. d. Mt«. angesetzten Ver- Handlung mit dem Gewerkverein der Bäcker und Konditoren waren sie vollzählig erschienen und erklärten sich bereit, zu verhandeln. Der SchlichtungSausschuß lehnte eine Verhandlung ab, da erst die VergleichSverbandlung mit dem Zentralverband geschehen sollte. Der SchltchttingSauSschuß wäre nicht m der Lage, evenwell zwei verschiedene Schiedssprüche in ein und derselben Sache zu fällen. Die Konditoreibefitzer sowie die Vertreter de» Gewerkverein« per- suchten tnit allen Mitteln den SchlichtungsauSschutz zu VerHand« lungen zu veranlasten. ES sollte also hier eine abgekartete Komödie aufgeführt werden und die Vertreter des Gewerkvereins gaben sich zu solchen Machinationen her. Konfekts onSarbeiterstreik in New Dork. Reuter meldet au» New Jork, daß SS 000 Arbeite« der KonfektionSbranche die Arbeit niedergelegt haben, nm die llnternebmer zu zwingen, die Abkommen über die Arbeitsbedingungen, die mit den Gewerkschaften getroffen wurden, zu befolgen. Di« Mehrheit der Streikenden find Frauen. Hie Generalversammlung des Zentralverband«» der Maschinisten und Heizer. Geschäftsstelle Groß-VerNn. nahm den Bericht der Der- waltung durch den Kollegen R« i n e f e l d entgegen. Es wurden in ganz kurzen Zügen die geschäftsmäßigen Angelegenheiten erledigt, Gessentl. Wählerversammlungen Sonnabend, de« 12. Februar: Schmöckwitz: im Lokal.Zum Storchnest', Wendenstraße. Referent: Joseph Mühlmann. Tegel: im Lokal.Schollenkrug', Freie Scholle. Sieserent: Jakob Lltmaier. de» ferneren wurden die einzelnen im Jahre 1920 stattgefimdenen Streiks gestreift. Bemerkenswert ist, daß der Zentralverband der Maschinisten und Heizer für sich als Industneorganisation die Gruppe der Krasterzeugunq und verteilenden Industrie in Anspruch nimmt, welche auch, laut Beschluß der Reichskonferenz der Betriebs- rät« als 16. Gruppe daselbst dem Ausschuß überwiesen wurde, wo diese Angelegenheit noch näher geprüft werden soll. Der Marken- Umsatz und die Einnahmen steigerten sich vom 1. bis zum 4. Quartal ganz bedeutend. An Ausgaben für Streik» hat die Ge- schastsstell« über 100000 Mk. gezahlt. Den arbeitslosen und invaliden Kollegen wurden als Weihnachtsbeihilfe je 100 Mark gezahlt. Die Fluktuation war ziemlich bedeutend und es wurde den Sollegen empfohlen, hauptsächlich den Vertrauensleuten, dafür zu sorgen und dahin zu arbeiten, daß hier mehr Stabilität eintritt. De» ferneren wurde«in Antrag de« Aollegen Galle an» genommen, welcher besagt, daß für die einzelnen Jndustriegruppen B ran eben zu bilden sind, dergestalt, daß alle unter einem Tarif» vertrag stehenden Kollegen zu einer Branche zusammengeschlosien werden. Da die Kollegen der engeren Verwaltung«in« Wiederwahl ablehnten, wurden als unbesoldet« Mitglieder die Kollegen Koslowiky, Müller. Meyer. Freundt und Laer gewählt, vi« angestellten Kollegen wurden mit großer Majorität wiedergewählt. In Anbetracht der»«geschrittenen Zell wurde«in Antrag an» genommen, die Reuregelung der Beiträge einer er» neuten Generalversammlung zu unterbreiten. Dieselbe findet statt am Donnerstag, den 17. Februar 1921, abend» 6 Uhr, in Böker's Feftsälen, Weberstr. 17. S.P.D�Metallarbeiter Gruppe 5. Stark» und Scktwachftromindnstri«, heute abend 7 Uhr: Fraktionsfitzung In den Zelten 23. Der Fraktionsvorstand. •.PA.'EmIIMx«»*>«««., CKifH«. eamtrten», mitte»* 12H tlbr. bei Rittet, Riederfchöneisetd«. Grünauer Str. i. SyiUllz. xagesardiMniz: Wahl de, Zrattiontvorstandes. ZahtreiSie,«rschemen ist VflichL Atiisliedsbücher der Partei und Gewerkschast find mitzubringen. Der Qbuunrn. Mus See Partei. Varkelfpalkuvg in Rumänien. Am 2. Februar, dem 4. VerHand, longstage des nach Bukarest einberufenen Generalrats der rumänischen Sozialisten, ist es nach der Berichterstattung der au» Rußland zurückgekehrten Delegierten zu der erwarteten Spaltung gekommen. Für den Antrag der kommunistischen Lin» ken aus unbedingten Anschluß an Moskau wurden 18 Stimmen ab» gegeben, währeni» sich für das altsozialdemokratische Programm nur 8 Dertreter erklärten. Eine dritte Gruppe, ein.Zentrum' von 12 Beriretern, suchte vergebens zwischen beiden Flügeln zu ver- Mitteln. Die kommunistische Gruppe besteht hauptsächlich aus Alt» rumänen. während die Dertreter aus den neuen Gebieten fast durchweg Sozialdemokraten sind. Parlamentarischer Führer der Kommunisten ist der Abg. Christeseu. Den Sozialdemokraten haben sich von den bisherigen Führern u. a. angeschloffen: Düna» reanu. Fabian, Dr. Chelerter. Dr. Pistiner» Czernowitz. Zum Zentrum gehören die Abg. Dragu und Vascal. Da, bisherige Parteiorgan.Sozialismul' verbleibt den Kommunisten. Die Sozialdemokraten wollen die /vorläufig noch in Czernowitz erscheinende„Bremeo-Nona' in den Dienst ihrer De- strebungen stellen und zu diesem Zwecke nach Bukarest verlegen. Wivtfdyaft Liebesgaben für Unternehmer. Vom Z. d. A. wird un, geschrieben: Die Reichszucker stelle ermäßigte im Dezember 1920 den Zuckerpreis für die chemisch-pharmazeutisch« I n d u st r i e um 1000 M. je Doppelzentner. Die Fabrikanten von zuckerentholtenden Arzneimitteln haben also seitdem für den Zucker anstatt wie bisher pro Pfund 8 M. nur 3 M. zu bezahlen. Wer nun weiß, daß z. B. alle Präparate in Tablettenform, deren es«ine Unmenge gibt und deren Fabrikation den Hauptbestandteil der pharmazeutischen Industrie darstellt, oft zu 80 und mehr Prozent aus Zucker bestehen, hat sicher eine Herabsetzung der Preis« für diese Präparate erwartet. Aber sowohl das taufende Publikum wie auch die Reichszuckerftelle werden inzwischen ihre Naivität in dieser Hin- ficht eingesehen haben. Die Patentmittelsabritonten denken gar nicht daran, von der erreichten Preishöhe herunterzugehen. Diese Herr- schasten wiffetijvohl etwas vom Lohnabbau, aber nicht vom Preisabbau. Seit Monaten machen sie den Angestellten die Zah» lung der tarifmäßigen Gehälter streitig mit dem Einwand, daß die pharmazeutische Industrie die Gehälter der chemischen Industrie nicht zahlen könne. Sie haben in diesen Einsprüchen alle möglichen Dinge angeführt, die beweisen sollen, daß die Tariflöhne nicht ge» zahlt werden können. Ob man auch auf die oben geschilderte Tatsache der Zucker- verbilligmtg hingewiesen hat?— Gibt es doch in Berlin Fabriken, die bei einem monatlichen Verbrauch von ca. 30— 40 Doppelzentner Zucker durch dj« Liebesgabe der Zuckerstelle monatlich 20 bis 40 000 M. Mehrgewinn in'die Tasche stecken. Di« Leidtragenden sind in diesem Falle die Aermste« der Armen, nämlich die Kranken und Leidenden. Eine Aende- rtrng wird auch hie? mir eintreten, wenn die Sozialsierung de» gesamten Sesundhettswesens da» heutige medizinische Industrie- rittertum hinweggefegt hat._ Kapikalerhöhnng der Ufa. Das Gesamtgewinnergebnis der Universum.Film-A.-G. für die Jahre 1913, 1919 und ein Zwischenzeschöftsjahr vom 1. Januar bis 21. Mai 1920 stellte sich nach Abschreibungen und Rücklagen, deren Höhe nicht angegeben ist, auf rund 4000 000 M., wovon auf das Gründungsjahr 1918 190 000 M., auf 1919 2S00 000 M und auf den Geschäftsabschnitt vom 1. Januar bis 31. Mai 1920 1 380 000 M. entfallen. Es ist in Aussicht genommen, den nach Ausstattung des ordentlichen Reservefonds übrigbleibenden Gewinnüberschuß ebenfalls den Reserven zuzuführen. Die Gesellichaft bleibt also dividendenlos. Das Ge- fchäftsfahr soll vom 21. Dezember auf den 31. Mai verlegt werden. Ferner soll der Generalversammlung ein Antrag aus Erhöhung desAktienkapitals von nom. 22 000 000 M. aus 90 000 000 bis 100 000 000 M. unterbreitet werden. Absahstockung im Eisenerzbergbau. Die Folgen der Wellwirt- schaftskrise zeigen sich auch in einzelnen heimischen Gewerbezweigen. Jetzt wird in einem Bericht auch die Lage des Etsenstetnbergbaues im Lahn- und Dillgebiete als ernst geschildert. Danach ist bei der dauernden Steigerung der Selbstkosten angesichts der Tatsache, daß die Erzpreise am 1. Oktober 1920 ermäßigt worden sind, ein Weiter- arbeiten für viele Gruben kaum noch möglich. Neu« Verkäufe für die Monate Februar und März konnten, trotz der Preisermäßigungen aus Rücksicht auf die allgemeine Wirtschaftskrise, nicht getätigt werden. Die Hüttenwerke sind infolge des Koksmangels zurzeit sehr reichsich mit Erzen eingedeckt, auch wird infolge der ungünsti- gen Lage der Eisengießereien augenblicklich nur sehr wenig Gießerei» roheisen erblasen, so daß die Aussickten für die nächste Zukunft denk- bar ungünstig sind. Auch der Absatz von Mangan halligem Brauneisenstein ging zurück. Die Haldenbe stände sind bereits derart angewachsen, daß die Stillegung der meisten Be» triebe bevorsteht. Der Bersand dieser Erz« nach Oberschlesien hat fest dem 31. Dezember soft völlig aufgehört, der nach Rhein» land-Westfalen schon längere Zeit. Ein oeschell erler handelsverkrag. Dl« feit Monaten geführten Berbandlungen über den Abschluß eines Handelsve'tragss zwischen Deutschland und der jugoslawischenRepublik sind gescheitert. Der Ministerrat in Belgrad hat dem zwischen den jugoslawischen Unterhändlern und den deutschen im Auswärtigen Amt verein- borten und bis auf die Unterschrift sertiggestelllen vorläufigen Handelsvertrag die Zustimmung versagt Befferung der oberschl es, scheu Sohlenförderung. Durch das Derfahren der U e b e r f ch i ch t e n fft die oberschlesische Kohlen» Produktion im Januar gegenüber der des Dezember um zirka 120 000 Tonnen gesteigert worden. Sie belief sich, nach dem �sn» dustrie-Kurier' an 24 Arbeitstagen auf 2 821 820 Tonnen, wovon 1913292 Tonnen mtt der Bahn abtransportiert werden konnten. Der Auslandsversand ist gestiegen und belies sich auf 663 132 Tonnen(Dezember 608 984 Tonnen). Davon gingen noch Polen 282 061 Tonnen(Dezember 243 182 Totrnan), Deütschösterreich 188 733 Tonnen(172 430), Tschechoslowakei 73 258 Tonnen(67 525), Italien 83 269 Tonnen(92 306), Ungarn 19 265 Tonnen(17 043) und Danzig 12173 Tonnen(12 274). Die Kossenbestände betrugen am 31. Januar 422 994 Tonnen(31. Dezember 336 146). �ugenAveronstaltunyen. Betet» erttHte.S«8tob Pteß Berv».«thetertet: S®. Mj'. 3» tnt gelte» 2». Freitag, den 11. Februar, abend» �5° Uhr: Parsau« u,'�tstuijionMoend.— xtituiin CR»» uro euO): Sugrnbneim, Rogatür. 153, Mitgli«d«r»»r?amintung.— SlotbsRtn; Jugendheim, Realschute Paneurüraße. Borlrag:„Impressionismus, Expresüonismus�.— Osten sPetera- lurger Dierielli Jugendheim, Schul« Strahmannür.«, Disiussionsabend:„Wie wünschen wir unsrr Heim?"— SchSnederg: Jugendheim, Rudena-, Cckc Haup!- straste. Bortrag:„Liliencron".— Weihease«: Jugendheim. Woclckvrowen-d« t, Mitgliedervcrscuiimlung.— Moabit: Schule, Waldenscr Str. 2V, Mitgliedervee. sammlung. Sport. ilrilUee-RabsaH«,.«»»»„Solidarität". Tour«» für Sonntag, de» S. F«. vruar: L Adt. wird am Start Biilowftr. dZ bekanniaegeben. 2. Rbt. Stren» Züge durch den Grunewald, Endziel: Zehlendors..Miek", Start 1 Übe Fontane. Itcahe l«. 3. Abt. nach Hirschgarten„Waldburg", Start t Uhr Lausitzer Platz. t. Abt. wird bei Nrumbach. Warschauer Str.«0 Sl, belanntgegeben. 5. Abt. gamilientour nach Biesdors-SItd„Wald sch loh", Start 1 Uhr Eomtureipl n. 6. Abt. wirb am Start, gopenhagener Str. 26, belanntgegeben. 7. Abt. na h Pichel-werder„Freund", Start I Uhr Schul-, Eck« Prinz.Eugen. Straße. 8. Abt. wird am Start, Waldstr.», belanntgegeben. S. Abt. wird am Start, Branden. turgstr. 22. betonntgegebeir. Abt. Johannisthal nach Wollersdorf, Start 1 Uhr „Luttoerkehr".— vonut-g, den 2». Februar, geutralb-rean der Badsahre, zur Wablhilf«, Rungeftr. 7, bet Heinrich, von früh 8 Ubr ab.— Die nächste Zentral» fahrwartssttzung findet am Ä>. März, Rungestr. 7, 7 Uhr statt. «rbeitee.Badfahrei.Berei»„Grotz-Berlin". Sonntag, den 18. Februar, Be- fichtigung der Wohlfohrtsausstelluna Eharlottenburg. Frauenhoferstr. 11/12. A:t» schließend Schlltz-nhau, Moabit. Start 1251 Uhr Mariannenplatz. öriefkasten der Reöaktion. 9t. 52(Mannheim). Berlin(ohne die fetzt erfolgten EingemeinöwlgettZ «Sä2 Hektar: Mannheim(mit Rheinau und Sandhofen) lasse Hektar. Veraniw. für den red alt. Teil: Dr. Werner Peifcr. Charlouendurg: liir Anzeigen: ?d.«locke. Berlin. Berlag: vorn>ärtS.V-rlag G.m.b.H.. Berlin. Dru.k: Bcr- wärld-Buchbruckeret u. BerlagSunitalt Paul«Inger u. Co..-- Hier»» 1 Betlage. Berlin. Linde iltr. a. Formamlnt-Tabletten «•rnlehian dl« Biklarian in Mund und Raehan und gowthran Schutz vor Ansteckung OUJABD/N ZC O-rnktt ÜßDINOEN'DiiÄ MiomMe Uencral-Vertreter tur ürop-Benm unu Brandenburg, Ernst Moritr, Charlottenbarg, Kaiserdamm 114. Telephon: Amt Wilhelm Nr. 4946 und 4947. 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