Nr. 71» ZS. Jahrgang Ausgabe A Nr. 36 Bezugspreis: BlntriimjrLSO,- m, monatl 10,- frei ins iöaus, voraus Aal)lbat. Past» bejug; Monatlich 10,— M., ejti. gu- ftellungsgeb!it>r Unter Rrciybanb für Deutichiand und Oesterreich lSLO M, für das übrige Ausland bei täglich einmal, Zustellung ZI SO M. Pastbe- stellungcn nehmen an Oesterreich, Ungarn Tichecho-EIowatei, Dan» morl, Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz.- Tingetragen in die Post'Zeiiungs-PreisIifte. Der.Vorwärts" mit der Sonn-ags- hretiage.Polt und Zeit" und der Unter. haliun sdeilage �»eimwelt" erfcheiirt »ochentäglich zwemial, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: »Sojialdemotrnt verlln". Morgen-Ansgabe rliner Oolke»lilntt �Zgpksnnig) AuzcigcnvretS: Die achtgefpalten« Nonparstllezeile lostet S.- M. Teueruugszufchiag 0°/» „kloine Anzeigen" das teil- gedruckte Worl t.- M(zrilfiffig zwei fettgedruckte Worte), ledes weiter« Worl 00 Pig, Stellengesuche und Cchlasstellenauzeigen dos erste Wort OS Piß, ledes weitere Wort<0 Pig. WvNe über lb Buchstaben zählen für zwei Worte. Teuerungozufchlag SO»/» Familien-Anzeigen illr Abonnenten Zeile 2,- Pl. polilifche und gewert» lchaftliche Pereins-Anzergen S,— M. die Zeil» ohne Ausschlag Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in« Hauvtgefchäft Berlin EW 0S, Linden- strafe 3. abgegeben werden Grössuot von 9 Uhr früh bis S Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdemokratifcben parte! Deutfcblatids veüaktion und Expedition: SW öS, Lindenftr. 3 Kcrnfprecher: Aint Moriupla«, Nr. l3l NU— lal 37 Vonvarts-Verlag G.m.b.H., SW öS, Lindenstr.3 Fernsprecher: Amt Moripplay, Rr. 1I7s3-S4 vom preußischen Wahlkampf. Sozialöemokratische Vorschlagsliste für den Wahlkreis Teltow-Bceskow(Potsdam ll) einschl. der früher zum Kreise Teltow gehörigen, jetzt eingemein- beten Vororte, sowie Charlottcnburg, Schöncberg. Neukölln usw. 1.?raliz Krüger, GeichätlSliihier, Cöpenilk. m 2. Friedrich Bartels, Parteisekretär, Tempelbof. 3. Luise Köhler, Vvisitzcude des Haudangesielllenverband,, Treptow. 4, Dr Max öendiner, RegierungSral, SchSneberg. 5. Willy Drügemüller, Parteisekretär, Beeskow sMark). K. August Heitmann, Aeiverk'chatissekretär, Neukölln. 7. Franf Czemmski, Krankenlassenangestellter. Schöneberg. 8. Johannes haß, Vorsitzender des pirbograpbenverbairdes, Treptow. 3, Hedwig Wacheuheim, Angestellte Charloitenburg. 10. Haus IDoywod, Gemein deschuliebrer. Halensee. 11. Dr. Walker Zechlin. Logationsrat, Berlin. 12, Richard Draemert. Verlagsleiter, Dahlem. 13, Hermann Bluhme, Gemeindevorsteher. Grünau. 14, Franz Gulschmidt, GeschärtS'übrer, Britz. lö. Hermann Frenzel. Geschäftsreisender, Neuzittau. Wer diese Liste wählen will, gibt folgenden Stlmmzettel ab: Staubsauger unü preußenblock. Aus dem Kreise Luckau schreibt uns ein Genosse: Die deutschnationale Agitation hier draußen ist schon längst wieder /enl«its aller Moral: jede Geschmacklosigkeit und Schamlosig- keit des alten Reichsoerbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie ist dabei überboten, So wird hier mit der Neberschrift:„F r a u« n a n d i e F r o n tr ein Flugblatt verbreitet unter dem Motto:„Preußen in Rot! Preußen wird rot!"(Am oberen Rande steht„Nachdruck verboten". unten ist ein Ausnahmeschein für den Beitritt. zum Prcutzenblock — Deutschnationale Volkspartei— angehängt.) Der Text ist aus unorientierte weibliche Wählerinnen zugeschnitden, Cr warnt davor, links zu wählen, denn: Marxistischer Sozialismus: Das heißt: Einführung des Einküchenhauses! Das heißt: Das Kind kommt dreijährig in staatliche Kindergärten, der Lehrer, nicht die Eltern, bestimmt über feine Ausbildung! Schon jetzt verbietet man in der Schule das Ein- üben von Weihnachtsliedern! Mon verspricht den Frauen— trotz der Kohlen. not— Warmwallerversorgung und öfsentliche Wasch- onstalten, Staubaussouger, und trotz der Arbeitslosigleit völlige wirtschaftliche Unabhängigkeit vom Mann«! Warmwasserversorgung und Staubsauger, die man gegen uns ins Feld führt, sind nichts im Vergleich dazu, wie man die— Deutsche Volkspartei in den Augen der braven Wähler zu verleum» den versucht, heißt es in dem Flugblatt doch:„Die Deutsche Nocks- Partei geht mit Sozialdemokraten und Demokraten zusammen." Und aus all diesen Gründen sollen die Frauen die Deutschnationale Volkspartei wählen, ste allein will den Ordnungsstaat aufbauen „Schulter an Schulter, gleichberechtigt und gleichwertig in werktätiger Volksgemeinschaft."— Seid warm sind denn die Deutschnationalcn für Gleichberechtigung und Volksgemeinschaft? Soll also doch jeder einen Staubsauger bekommen? Um Antwort wird gebeten! Die üeutsthnationa!e K.�.P.D. In einer Wahlversammlung der Deutschnationalen Volkspartei am 9. Februar in der Brauerei Königstadt trat nach dem Bericht der„Roten Fahne" in der Diskussion ein Mitglied der K.A.P.D. namens Ruppert auf, um zu erklären, daß seine Partei den Wohl- rummel nicht mitmach«, wenn die Arbeiter aber durchaus wählen wollten, dann könnte es seiner Partei, der K,A,P,D. nur angenehm sein, wenn sie für einen deutschnakionalen Kandidaten stimmen würden. An der revolutionären Bewegung würde das nichts ändern. Natürlich erntet« dieser Held den freundlichen Beifall der Deutsch- nationalen. Die„Rote Fahne" ist zwar mit Herrn Ruppert nicht«inver- standen, ober ste selbst vergißt zweierlei: erstens, daß dl« kam m u- n i st i s ch e n Abgeordneten Thomas und Graf in München, die zur VF.P D zäh'en, stch ja gleichfalls mitden Deutschnatio- nalen verbündet haben. Zweitens, daß die sür die VL.P.V. abgegebenen Stimmen prakkisch auch zugunsten de? Deutschnakionalen zählen, wie die letzte Wahl in Mecklenburg deutlich gezeigt hat, wo infolge der Ab'plitterung der Kommunisten von der Sozialdemo- kratie ein deutschnationalcs Ministerium ans Ruder gelangte. Kohrs �erausforüerung. Protest der Sozialdemokratie. München, 11. Februar.(WTB.) Nach Wiederaufnahme der Sitzung erklärte Abg. Timm(Soz.) im Namen seiner Fraktions- freunde, daß das Verhallen des Ministerpräsidenten eine unerhörte im parlamentarischen Leben noch nie dagewesene Provokalion und eine unglaubliche Beleidigung großer politischer Parteien der der Rcaicrung übergeordneten Volksverlrelung darstelle. Wir hallen es, sagte Timm, mit der Ehre und Wurde der von uns vertretenen Volkstcile für unvereinbar, an den Verhandlungen des Landtages teilzunehmen, solange nicht Herr v. Kahr seinen Derpflich- tun gen als Ministerpräsident nachgekommen ist. hierzu geben wir ihm durch die- sofortige Beantwortung folgender Frage Gelegenheit: Welche Haltung gedenkt die bayerische Regierung zu dem aus dem Pariser Diktat stch ergebenden politischen und wirt- schaftlichen Fragen einzunehmen? Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte führte Abg. Stang(Bayer. Dp.) im Namen und im Auftrage der Koalitions- Parteien aus, daß die Berliner Verhandlungen streng vertraulichen Charakter hätten. Solange diese Verkraulichkeit nicht mik Zustim- mung der Reichsregierung aufgehoben sei, könne die Regierung in öffentlichen Sitzungen keine MilieUungeu mochen. Den Soaliilons- Parteien, welche die Beranlworiung mit zu tragen hätten, seieu walürlich Znsormalionen zugegangen. Auch anderen Parteien könnten Informationen gegeben werden und daß auch der Minister- Präsident damit einverstanden sei. ergebe sich aus der Tatsache, daß Ministerpräsident v. Kahr dem Vizepräsidenten Auer(Soz.) eine Einladung zu einer Besprechung zugehen ließ, deren Gegenstand die Erteilung von Aufschlüssen über mit den Berliner Verhandlungen zusammenhängend« Fragen bilden sollte. Dizepräsident Auer(Soz.) sagte daß er von einem Regierungsvertreter eine telephonische Einladung zu einer Besprechung mit dem Ministerpräsidenten erhalten habe. daf> aber die Besprechung wahrscheinlich erst am Sonnabend hätte stattfinden können. Ueber den Zweck der Besprechung sei kein Wort gesprochen worden. Nach dieser Erklärung verließen die sozialdemokratischen Mik- glieder de» Landtages geschlossen den Saal. Abg. Stanz meint, es müßte daran festgehalten werden, daß nach den Bestimmungen der Verfassung für den Ministerpräsidenten keine Verpflichtung vorliege, einer Minderheit des Landtages Aufschlüsse zu geben. Abg. Dirr(Dem.) erklärte, daß Auer über den Zweck der vom Ministerpräsidenten nachgesuchten Besprechung nicht im Zweifel sein konnte. Die Information sollte erfolgen, daß sie aber nicht früher stattfinden konnte, llege eben daran, daß die B e r h a n d- lungen der Koalitionsparteien erst sehr spät beendet waren. Oberregierungirat Schellhorn bestätigte, daß tr die telephonisch� Unterredung mit Auer geführt habe. Er habe als Gegenstand der Unterredung ausdrücklich die politische Lage genannt, was er jederzeit eidlich erhärten könne. Auer habe im Gespräch mit ihm erklärt, es wäre ihm angenehmer, wenn die Besprechung erst am Sonnabend stattfinden könnte. Da» Haus trat sodann in die Besprechung der Tagesordnung ein, da eine Wortmeldung zur Interpellation nicht vorlag. Die Linke war nicht wieder in den Saal zurückgekehrt. Die Inter- pellation war somit erledigt. Den Rest der Sitzung füllte die 55 e- ratung des F o r st e t a t s aus. Grgesch-Wa�fen in Hamburg. Hamburg. 11. Februar. lEig. Drahtberichi d.„vorwärts".) Es ist der Hamburger Polizei gelungen, iu Hamburg in eiuem Privat- hause eiue Anzahl Maschinengewehre und große Mengen von Maschinengewehr- und Gewehrmunition zu finden und zu beschlagnahmen. Die Waffen und Munilion wurden von auswärt» nach Hamburg gebracht und sollten oon hier au» nach einem holsteinische« Ork gebracht und dork verborgen werden, um sie| einer Escherich. Organisation zu sichern. Die Polizei hat alle an den: verbotenen Wasfenbcsih und Transport beleiliglen Per- souen feflgeseht. Sie sehen ihrer Bestrafung entgegen. Besprechung in der Reichskanzlei. In der Reichslanzlei fand gestern ein« vertrauliche Besprechung mit den Parteiführern statt, an der außer dem Reichskanz'er auch der Minister de. Auswärtigen, Dr. Simons teilnahm. Di« Aus'proche drehte stch um die Londoner Konserenz und die Haltung Bayerns In der Entwassnungssraxe. Dr. Simons wird den Standpunkt der Regierung am Sonntag in Stuttgart in einer Rede präzisieren, in der er sich auch mit den französischen Kammerdebatten beschäftige» wirb. Versailles— London. Bon Graf Brockdorff-Rantzau. Im Leitartikel des„Temps" vom 8. Februar versucht Jean Herbette mit allerhand Zitaten aus der Zeit der sog. Friedensverhandlungen im Frühjahr 1919 den ab- lehnenden Standpunkt Deutschlands gegenüber den Pariser Beschlüssen zu bekämpfen. Graf Brockdorff-Rantzau habe damals zugegeben, daß Deutschland, das entfchlosien sei, nach Maßgabe seiner Kräfte die Schäden wieder gutzu- machen, sich dessen wohl bewußt sei, daß das deutsche Volk während mehrerer Generationen hindurch schwerere Lasten würde tragen müssen, als irgendein anderes Volk. Ferner habe Deutschland sich damals bereit erklärt, eine Entschädi- gung von insgesamt 190 Milliarden Goldmart in Jahres» raten zu zahlen. Jetzt aber tobe ganz Deutschland über die Pariser Beschlüsse und spreche von Versklavung. Wir haben den Führer der deutschen Friedens- delegation, den damaligen Reichsminister des Auswärtigen. Grafen Brockdorff-Rantzau, um eine Aeußerung hierzu ge- beten, die hier folgt: Ich würde an sich nichts dagegen einzuwenden haben, dajz sich die Franzosen auf die Haltung der deutschen Friedens- delegation in Versailles und auf den Inhalt unserer damaligen Gegenvorschläge berufen, wenn der Vergleich mit der heutigen Zeit ihnen die Selb steinkehr erleichtern würde. Denn sie müßten dann zu der Erkenntnis gelangen, wie unheilvoll auch für ihr eigenes Land die Politik von Versailles gewesen ist; in der Tat standen sie damals ein�r Friedensdelegaticn gegenüber, die den ehrlichen Willen von mehr als Dreiviertel des deutschen Volkes zur freiwilligen Wiedergutmachung und Entwaffnung, zum wirklichen Frieden verkörperte. Da- mals bot sich den Alliierten die beste Gelegenheit, zu einer ehrlichen Verständigung mit den deutschen repudlika- Nischen Parteien zu gelangen. Sie haben diese Möglichkeit mutwillig verscherzt. Sie haben das Diktat vorgezogen und damit breite Massen des deutschen Volkes in die Arme der extremistischen Parteien getrieben, heute ist es allerdings un- endlich schwerer, die Millionen, die sich aus Verzweiflung dem Nationalismus oder dem Kommunismus verschrieben haben, für eine Politik der fteiwilligen Opfer und des aufrichtigen Verständigungswillens zu gewinnen. Aber die Ausführungen des„Temps" sollten natürlich nicht diesem Zwecke der Erkenntnis begangener Fehler dienen, sondern nur der Rechtfertigung der Pariser Beschlüsse und der Widerlegung der deutschen Proteste. Und da muß ich mich mit aller Entschiedenheit gegen eine solche Methode des Ausspielens unserer Versailler Gegenvorschläge— oder vielmehr einzelner Sätze aus diesen Vorschlägen— gegen unsere bevorstehenden Londoner Gegenvorschläge wenden. Der„Temps" ist wahrhaftig das letzte Blatt, dem das Recht zusteht, sich auf mich zu berufen. Als wir im Ver- soiller Käfig saßen, führte gerade der Leitartikler des „Temps" besonders gegen mich einen häßlichen Kampf. Man wollte damals offensichtlich, indem man mich wider besseres Wissen als einen verkappten Reaktionär hinstellte, die ganze Friedensdelegation diskreditieren. Was sich überhaupt in der damaligen Zeit der„Temps". wie übrigens die gesamte fran- zösische Presse, an Verdrehungen leistete, um die deutsche Re- volution als eine„Finte", die deutsche Republik als eine „Vermummung" hinzustellen, gehört zu den dunkelsten Ka- piteln journalistischer Unwahrhaftigkeit. Man brauchte damals eben einen Vorwand, um den an Deutschland begangenen Wortbruch, um die tausendfache Verletzung der 14 Wilsonschen Punkte plausibler erscheinen zu lassen. Wenn der„Temps" sich d a m a l s bemüht hätte, unserer Delegation gerecht zu werden, wenn er damals unsere Gegenvorschläge einer sachlichen Kritik unterzogen hätte, dann würde er heute das Recht haben, Vergleiche anzustellen. Was hat er aber getan? Unsere Personen hat er v e r l e u m d e t, unsere Vorschläge bat er t o t g e s ch w i e g e n. Damit bat er jedes Recht verwirkt, sich heute auf uns und auf unsere Roten zu berufen. Daß die Herren in Paris heutzutage von ihrem schlechten Gewissen geplagt werden, kann ich sehr wohl nachfühlen: Da- mals wollten sie um jeden Preis jede sachliche Auseinander- setzung, jede mündliche Verhandlung vermeiden, weil sie genau wußten, daß ihr ganzes Kartengebäude von überspannten, blindlings summierten Forderungen einem kontradiktorischen Verfahren nicht würde standhalten können. Jetzt sehen sie nun ein, daß es ohne mündliche Verhandlungendoch n i ch t g e h t, versuchen aber, um ihren Bankerott vor dem eigenen Volke zu maskieren, die Verlailler Forderungen auf- rechtzuerhalten und mit militärischen Drohungen durchzusetzen. Aber innerlich füblen sie ebenso gut wie vor zwei Iahren, daß einseitige Beschlüsie praktisch wertlos sind. Wenn der„Temps" von dem 100-Milliardeitangebot spricht und bemerkt, dieses fei allerdings von bestimmten terri- torialen und wirtschaftlichen Zugeständnissen abhängig ge- macht worden, denn ich hätte„versucht, verschiedene Fragen: Wiedergutmachung, wirtschaftliche Klauseln, Rcichsgrenzen miteinander zu verquicken", fo frage ich mich, ob es die französische treffe als ihre Hauptaufgabe ansieht, die einfach- sten Tatbestände zu verdunkeln und den gesunden Menschen- verstand, sobald er von einem deutschen Staatsmann vertreten wird, als etwas Machiavelliftisches hinzustellen. S e l b st- verständlich waren und bleiben die Wiedergutmachungen abhängig von den übrigen Teilen des Friedensvertrages. Selb st verständlich setzte unser Dersailler Wiedergut- machungsvorschlag die Annahme unserer territorialen, sinan- ziellen und sonstigen Gegenvorschläge voraus. Und es ist überhaupt der reinste Wahnsinn, die Wiedergutmachungssrage regeln zu wollen, ehe noch die Frage der künftigen Zuge» Hörigkeit Oberschlesiens entschieden ist. Lns private kaufmännische Leben übertragen, würde man ein solches Ver» fahren als einen Irrsinn betrachten. Wenn aber ein deutscher Unterhändler, wie ich in Versaill«, oder Dr. Simons bereits in Spa und noch kürzlich bei den Verhandlungen über das Projekt Sevdoux, diese„Voraussetzungen" erwähnt, dann wer- den die offiziösen Pariser Journalisten mißtrauisch— oder sie tun so— und rufen erzürnt in die Welt hinaus:„Da habt ihr wieder einen Beweis von„Verquickungsversuch", von Deutschlands„bösem Willen" und„schlechtem Glauben", vom Bestreben der deutschen Staatsmänner, den„Vertrag zu sabo- tieren"! So treibt man aber keine ernstbafte Politik, sondern das ist journalistischer Dilettantismus schlimmster Art. Jeder Landwirt muß sich zu einem gewissen Zeitpunkt entscheiden, zu welchem Zwecke er seine Pferde verwenden will: entweder benutzt er sie zur Zucht, oder— er ruft den Tierarzt. Beide Wünsche sind nicht miteinander zu„verquicken". In Versailles aber war die Entente von diesen beiden Wünschen gleichzeitig beseelt. Daß Clemenceau für diesen Unterschied kein Ver- ständnis mehr zeigte, kann ich begreifen. Hat er doch in feiner Ententenote vom 22. Mal 1919, als Antwort auf unsere Ve- merkungen über die vorausstchtliitzen wirtschaftlichen Folgen der Friedensbedingungen, eine geradezu haarsträubende volks» wirtschaftliche Lgnoranz entfaltet. Namentlich als.er wörtlich behauptete, es. stiege nicht der mindeste Anlaß vor. zu glauben, daß eine Devöl'erung zu dauernder Unfähigkeit verurteilt ist. weil sie in Zukunft Handel mit ihren Nachbarn treiben muß. anstatt selbst das zu erzeugen, was sie bedarf. Ein Land kann gleichzeitig ein großesIn- dustrieland werden und bleiben, ohne selbst die N o h st o f f e zu erzeugen, die für seine Haupt- industrien notwendig sind". Der damalige französische Ministerpräsident, der so etwas schrieb, und in dessen Händen die Geschicke der ganzen Mensch- fiett damals lagen, hatte wohl noch nie etwas von„Handels- bilanz" und van„Valuta" gehört? Er hat dieses intelligente Vnnzip im Vertrag von St. Gcrmain buchstäblich angewandt: Besonders die Wiener Kinder wisien, mit welchem Erfolg. Und was würde z. V. di» Tfchecho-Slowakische Republik dazu sagen, wenn man gegen sie das Nationalitätenprinzip, diesen clemenoistischen Grundsatz, befolgen würde, wonach es gleich- gültig ist, ob man die Rohstoffquellen besitzt oder nicht? Wenn ich nun meinerseits Vergleichs über die Lage da- mals vor der Weimarer Entscheidung und jetzt vor den Lon- doner Verhandlungen anstelle, so empfinde ich doch eine ge- wisii Beruhigung. Was uns in Versailles so bitter gefehll hat, das war ein einmütiger Ablehnungswille in der d e u t- sich e n 2l r b e i t e r s ch a f t. Jetzt wenigstens, bei aller Zer- ristenheit der deutschen Arbeiterbewegung, sind sich a�e sozio- listischen Parteien in der Auflehnung gegen die Pariser Ver- sklovungsbeschlüfle einig. In einer Unterredung mit dem Be- richterstatter des„Vorwärts" in Versailles sagte ich:„Die deutschen Delegierten würden sich an den Interessen gerade der deutschen Arbeiterklasie schwer versündigen, wenn sie Bedingungen unterschrieben, die nichts anderes als verewigte Hungersnot und Arbeitslosigkeit bedeuten." Damals hat dies leider ein bedeutender Teil des deutschen Proletariats nicht ge- glaubt. Nicht zuletzt aus diesem Grunde mußte Deutschland unterschreiben. Aus den bisherigen Kundgebungen ersehe ich aber zu meiner Genugtuung, daß man in allen Teilen des deutschen Proletariats die vernichtende Zeughaufe. Der groß« Mittelhof liegt im trüben Regenllchte. DI« chin«. fischen Fahnen sehen, durch Schmutz und Mer grau geworden, sehr ehrwürdig aue, man kann die Mottenlöcher fast für Kugelspuren halten. Lliagsum stehen Kanonen jeder Sorte. Don dem Bomben- schmeißer Karls des Zerplatzten an bis zum modernen Schnellfeuer- gejchütz, ist olles vertreten, was menschliche Liebenswürdigkeit und Erfindungskunst ersann, um sich gegenseitig da» Lebenslicht auszu- blasen. Gerade vor der Doppeltreppe hockt, wie ein flügellahmer Geier, ein Flugzeug. Ein Invalide, w seiner roten Infanteriemühl, bewacht den Militarismus.- Plötzlich kommt ein Lehrer mit setner Klasse herein. Er spricht lau: und schneidig, zeigt mit seinem Stocke auf die Fahnen und erklärt. Man kann alles sehr gut oerstehen, besonder«, wenn er die Kraft- stellen herausschmettert: Unsere stegreichen Fahnen... wieder zu Ehren bringen.., Nnfere herrliche Armee...» ruhmreich« Vergangenheit.... Für das Vaterland gestorben... Rache sHr den Schntachfrleden!... Donner der Kanonen.... grob ge- worden I Es ist wunderschön, beinahe wie früher ein Kaiserveduttstag. Der Eindruck ist ungeheuer, die Jungen? starren wie gebannt auf die Geschütze, einer probiert heimlich an einem Verschlusse, andere heben die G-schosis auf. Ihre Augen glänzen, sie still, ganz bei der Eoche, nur zögernd trennen sie sich von den Kartaunen. als der Lehrer endlich weitergeht. Im Aorttbergehcn höre ich den einen zu seinem Freunde sagen: „Wat Maxe, wenn wir den ollen Zinnober hier so verkloppen könnten...."_ h. w. Das Geheimnis des Gerucksinn«. De? Geruchssinn, besten Er- forfchung sich in letzter Zeit die Physiologie so eifrig zugewandt hat. bietet doch noch mannigfache Geheimnisse und Seltsamkeiten. E» ist eine bekaunts Tatsache, daß der zivilisierte Mensch nur noch einen sthr verkümmerten Geiuchgsinn besitzt, wenn man seine Fähigkeit des Riccker.s mit dpn Leistungen primitiver Menschen verg'eicht. Nicht nur in den Indianergeschichten, sondern auch in allen Wissenschaft- lichen Berichten über die dem Aussterben nahe Raste der einstigen Herren von Nordamerika wird erzählt, wie die roten Männer schon au» großer Entfernung den Geruch eine» nahenden Fremdling« witterten, und die halbwilden Ainu» von Nordjapan versolgen noch heute ein Wild allein mit der Nase, so sicher wie der beste Jagdhund. Gelegenilich gibt es auch noch unter den heutigen Europäern Vir- tuoscn des Geruches, öo weiß man uort xflufcftuiratwiL daß sie bis- teduen so fein eutwckeite Geruchsneroen haben, daß sie einen ein- tretenden Freund oder Verwandten an dem bloßen Geruch erkennen können. Von dem großen englischen Geologen Den Duckland ist Tragweite der Pariser Deschlüsss er'ennt und sich entschlossen gegen deren Unterzeichnung weyrt. Ich wünsche von Herzen, daß diese damals von uns in Versailles und Weimar so bitter vermißte Einigkeit der arbei- t e n d e Klasse in der Ablehnung nunmehr der deutschen Delegation in London zugute komme. Eine vernünftige fronzöftsche Stimme. Im Pariser Blatt„Oeuvre", da« sich auch der Regierung gegenüber unter der geschickten Leitung des bekannten Polemikers Gustave T6rq stets ein selbständiges Urteil be» wahrt hat, finden wir einen Artikel des linksrepublikanischen Abgeordneten Jean Hennessy, der unter der Uebcr- schrift:„D o s schlechte Abkommen" dl« Beschlüsie der Pariser Konserenz scharf kritisiert und die Gründe ausein- endersetzt, weshalb er gegen das Vertrauensvotum für das Ministerium Briand stimmen werde. Er schreibt u. a.: „Frankreich hat mit nur vier anderen Staaten— darunter drei europäischen Staaten, England, Itaken und Belgien— di« Zahlungs- Modalitäten der deutschen Schuld bestimmen wollen. Man hatte den Unterhändlern von Versailles vorgeworfen. und zwar mll Aechl vorgeworfen, daß sie den Vertrag unler sich abgemacht und daß st« die Feinde erst zur Unterschrift gerufeu haben, als alle Fragen bereil« gelöst waren. Daher auch?ie passiv« Resistenz der Besiegten. Heute aber verfährt man noch ungeschickter: In Versailles wenigsten« nahmen alle alliierten und astozilerten Länder, die den Zcntralmächten den Krieg erklärt hatten, an der Diskussion teil. Auf der jetzigen Pariser Konferenz aber waren weder die Der- einigten Staaten, noch irgendein südamerikanischer Staat, noch Rumänien, noch das von unseren Beratungen nunmehr fern- gehaltene Griechenland vertreten. Die hauptsächliche Derein- barung, nämlich die, die die Deutschen zwingt, uns eine Taxe auf ihre Aussuhr zu zahlen, ist demnach ohne Rücksprachen mit zahlreichen Signalarmächten des Friedenssertrages gelrossen worden: sie ist übrigen» in aller Eile, im Laufe eine« einzigen Nach- mittag« zustande gekommen. Man stellt sie als ein« geniale Lösung hin. Die schlecht« Laune von Lloyd Georg« ist damit vorübergehend zerstreut worden. Aber da» ist wohl da« deutlichste Resulwt und. meine« Erachten», auch das einzige. Und welter: Was«st diese» Abkommen wert? Nehmen wir an, daß die Deutschen e« annehmen und erklären, es während mehrerer Jahrzehnte einhalten zu wollen, nehmen wir an, daß, nachdem sie es angenommen haben, sie sich dem nicht entziehen durch Schiebungen, die zwar leicht zu versuchen, aber fast unmöglich nach'uwelsea sind: nehmen wir an, daß die Ziffer des Außenhandels Deutschland« kroh des Verlustes seiner Kolonien und seiner Handelsflotte genügend hcch wäre, um aus der IZprozenti-zen Tax« ein« beträchtlich« Summe zu machen— lauter sehr fragliche Tatsachen nehmen wir schließlich an. und das ist s« r zweifelhaft, daß. um diese Ausfuhrtaxe zu beheben, wir nicht gezwungen sein würden, die deutsch« Zollverwaltung und die deutschen Zollämter selbst zu übernehmen, d. h. längs der deutsche« Grenzen Wächker in der Zahl von mehreren Armeekorps zu unter- halfen; alles das angenommen, habe ich die Ueberzeugung, daß die vorgeschlagene Methode di« Mißgunst der ganzen Gelt hervorrufen und daß»ine allgemein« Bewegung der öffentlichen Meinung uns zwingen wird, sie auf- zugeben. Die Länder, di« deutsch« Erzeugniste benötigen— und, damit das Abkommen überhaupt wirke, muß man hoffen, daß diese Länder zahlreich werden und daß Deutschland viel exportier«— werden Protest erheben, denn sie werden es in Wirtlichkeit sein, die der Reparationekasse di« 12 Proz. be- zahlen werden. Dies« Länder werden di« deutschen Proteste unterstützen. Und wenn wir di« deutschen Erzeugnisse kaufen werden, dann werden wir selbst an uns selbst das bezahlen, was Herr Loocheur ein«„Entschädigung- nennt." Im zweiten Teil seines Artikel« bringt fier Abg. Hennesiy selbst Anregungen für die Lösung der Reparationesrage: überliefert, daß er, wenn er mit Freunden ausritt und die Gesell- schaft sich oerirrt hatte, vom Pferde stieg,«in« Handvoll Erde ans- nahm, daran roch und dann genau angeben tonnte, in welcher Gegend man sich befand. Auch die Riechleistungen der Jagdhunde bieten in ihrer leltsamen Verschiedenheit manche Geheimnisse. Jeder Jäger weiß, daß sein Hund an manchem Tage mit seiner Rase Er- staunliches leistet, während zu anderer Zeit lein Riechorgan ganz stumpf zu sein scheint. Es ist eine allgemeine Erfahrung, daß Hund« der Fährte des Wildes an einem trüben feuchten Tage bester folgen können, als bei sonnenhellem Welter und trockener Luft. Viswellen Ist der Geruch des Hunves am Morgen gut und am Nachmittag schleckt; es kann aber auch umgekehrt fem, und manche Hunde finden am Morgen gar nicht», während sie am Nachmittag jeder Spur folge!». Der Zeitflan de« Hunde». Ein schwedischer Tiersmind. Axel v. Schonst, berichtet tn einem Buch, in dem er von seinen Erleb- nisten mit Jagdhunden erzählt, auch vom Zeitsinn de» Hundes. Er behauptet, daß zum mindesten manche Hunde sich genau darüber Rechenschaft aeben können, welcher Tag der Woche ist. Er erzählt, daß einer seiner Hunde lfm regelmäßig an der Landungsbrücke er- wartet«, ab lxr er jeden Sonnabend mit dem Dampfer anzukommen pflegte. An den übrigen Tagen, an denen der Dampfer ebenfalls regelmäßig ankam, blieb de? Hund dagegen stet« zu Haus«. Im An» schluß hieran führt ein schwedische» Fachdlotl«Inen vhn'ichen Fall an. den ein Einsender erzählt:„Ich hotte vor einigen Jahren«inen kleinen, sehr klugen Dackel. Da ich damals gerade«Inen Dienst hatte, in der. freie Tage In der Woche nicht in Frag« kamen» blieb nur der Sonntag für di» Jagd übrig. Der Hund lag nachts stet» im Zimmer, und jeden Morgen in der Woche sab er mich gegen 8 Uhr aufstehen und zur Arbeit geben. Die ganz« Zeit über büeb er still auf se'nem Platz An jedem Sonntag morgen ober, zur Zeit, da Ich aufzustehen pilsgte, um in den Wa'd zu gehen, kam der Hund an mein B-tt, legte feinen Koos aus» Kisten, die Ras« dickst an meinem Ohr und winselt« bis et sah. daß ich mich rührte. Dann ging er wieder auf seinen Platz und wartet«, daß ich aufstehe. Wenn ich einmal wieder einschlief, war er bald wieder da, aber nun gab er nicht noch, bi« er mich ausstehen sah. Dies wiederholte sich an jedem Sonntag mo-qen den ganzen Winter hindurch." Arno Nadel las, von Hannah Zweig unterstützt, tm Graphischen Kabinett an» eiaenen Werken. Die Gedichte und«in« religiös« Szene bezeugten, baß Nabel Gatt mit seiner ausschweifenden Phantasie ver- wischt und identifizie-st. Diese Art geiler Interjektionen wird nicht zur Dichtuno, nach zur Mvstik. wenn man voraibt, ihr ein Gstt-Crl.ben überzuordnen. Vergißt man auch die Langeweile, mit der diese kl'nstfernen Gebilde den Z"hörer belasten, so muß dock dem Der- saller im Z�taster der Psvchaanaluse geraten werben, seine Leiben ans ander« Weise abzureagieren, als dernestalt, daß«r Gatt, roten Feauenbuten. verhaltene Fleischeslust auf nicht einmal irritierende, sondern schwüle Art verwebt. Da man in Berlin fürchten muß, durch«ln« hinweisende Be. tonuna seder Lü' ernheit da» Interrste am Autor wachzurufen, statt von ibm fortzusühren, sei hinzugefügt, daß Arno Nabel dem p.p. Publikum kemeswegg«twelches Vergnügen bereitet,«eil seine sexuellen Zwangsvorstellungen, scheinbar dezent verabreicht und in Gott« Namen dargeboten, jeder verjeinerten Erotik entbehren. „Man muß zum einzigen vernünftigen Projekt zurückkehren, das wegen privater Zukeresteu beiseite geschoben wurde. Man muß die Deutschen zwingen, mit deutschen Arbeitskräften und mit deutschem Material unseren Boden, unsere Gehöfte, unsere Dörfer und unsere Städte wieder aufzubauen und das weggenommene oder zerstörte Material wieder einzusetzen. Das ist die wirtliche Reparation, die einzig«, die geleistet werden kann.- Wir unterschreiben jedes Wort Hennesiys, bis auf die Wendung, daß man Deutschland dazu„zwingen" müsse. Es ist bekannt, daß gerade die deutschen Sozialdemo- traten und Gewerkschafter sich zu d i e s e r Art der Reparation, die in der Tat die einzig mögliche und die einzig gerechte ist. weil sie dem Wortlaut und dem Geist der 14 Punkt« Wilsons entspricht, spontan bereitertlarl haben. Auch der bürgerliche Abgeordnete Hennesiy deutet an— was vor ihm Genosie I o u h a u x mit erdrückendem Tatsachenmaterial be- reits nachgewiesen hat—, daß privatkapitalistisch« Interessen bisher die Verwirklichung dieses Planes verhindert haben. Ein Norweger über den Schadenersatz. »rifliania. 11. Februar.(MTB.) Im Zentralorgan der nor- wegischen Arbeiterpartei„Socialdemokraten" schreibt Advokat Ludwig Meyer, der Mitbegründer der norwegischen Arbeiter» bawegung, dl« Schadenersatzforderung der Alliierten sei m i n d e- sten» doppelt so hoch, wie sie dos Waffenstillstand». a b k o m m en zulaste, das als einzig bindend für Deutschland ange- sehen werden müsse, da die Deutschen im Vertrauen auf diese« sich ergeben hätten. Entgegen den Versprechungen Wilsons, denen die Alliierten sich während der Wasfenstillstand-verhandiungen angeschlossen hätten, habe die Entente Deutschland seine Kolonien geraubt und jetzt auch eine direkte Krlegsentschädi- g u n g gefordert._ Englisch-amerikaniscber Zeitungskrieg. Ein Teil der Presie beschäftigt sich andauernd mit Ge- rächten über eine gefährlich« Spannung zwischen England und Amerika. Diese Gerüchte sind alle einer angeblichen warnenden Aeußening von Sir Auckland G e d d e s zu amerikanischen Sournalisten entstanden, die Verhältnisse zwischen England und merika trieben zum Krieg, eine Aeußerung, die von der eng- tischen Presse ebenso lebhaft bestritten, wie von der amerikani- scheu lebhaft kommentiert wird. Wenn ein Teil der beut- scheu Presse ein übertriebenes Interesse an diesen Unterhaltungen zeigt, so ist das wenig geschickt. Denn erstens gehört ein Krieg zwischen den beiden angelsächsischen Mächten zu den unwahrscheinlichsten Dingen der Welt, zweitens wäre es«in Bankrott der menschlichen Vernunft, wenn es nach den Er- fahrungen des Weltkrieges abermal» zwei Völler gelüstete. übereinander herzufallen, drittens hätte das deutsche Volk dabei nichts zu erben, als noch mehr Not und Elend, da das kriege- rische Stocken, aller Weltverbindungen automatisch wie eine Blockade wirken würde. Wenn nun gar Bernhard Shaw, wie berichtet wird, wirklich von einem kommenden Krieg gesprochen haben soll, der auf der«inen Seite England und Frankreich, auf der anderen Amerika und Mitteleuropa sehen werde, so würde das seiner dichterischen Phantasie alle Ehre machen, aber nicht seinem politischen Scharfsinn. Das balkanisierte Mitteleuropa konnte in einem neuen Krieg nur, soweit der Waffenvorrat noch reicht, sich selber zsOletschen. und der zweite Weltkrieg würde noch unglücklichere Sieger sehen als der erste. Der Atem der deutschen Presie aber reicht nicht weit enug, um dort drüben Flammen aus- oder Funken anzu- lasen. Sie tut schon darum gut, alles zu unterlassen, was als ein Versuch zum einen oder zum anderen mißdeutet werden könnte. « Parl«, 11. Februar. sDA.) ver„Tempi" ist In der Lage, den outhentiscken WorUaut der Erklärungen zu verösfentlichen, die der englische Botschafter ln Washington, Sir Auckland Geddes, in London gegenüber einer Gruppe amerikanischer Journalisten abgegeben hat und di« gegenwärtig tn England und Amerika den Gegenstand Hannah Zweig schien eine Vortragende von Entwicklungsmöglichkeit zu fein, doch muß man erst Dichtung durch sie vermittelt eryalten, um»in Urtell fällen zu dürfen. Bis dahin spricht gegen ihren Instinkt, daß sie sich solchem Gefasel zur Verfügung stellte. Zahlreiche» Publikum klatscht«� und schien von Hanns Heinz Ewers zu träumen. Ks«. Kampf um Schnihlers„Reigen* in Wien. Die christlich-soziale Regierung Deutschosierrcichs hat die weitere Aufführung von Schnitzlers„Reigen* untersagt. Der Bürgermeister von Wien er- kennt die ihm zugegangene Verfügung jedoch nicht an, weil der Erlaß des Minister» de» Innern der Theatervrdnung und den ein- �lägizen gesetzlichen Bestimmungen nicht entspreche. Die Sozialdemokratie interpellierte tm Nationalrat wegen de« Verbot». Die Interpellation wurde vom Genossen L e u t h n e r be- gründet und vom Minister de» Innern Glanz beantwortet, wobei e» wiederholt zu stürmischen Szenen kam. Die Hausnummer des vichter». Der 25. Todestag Paul Ber- laines, der in Frankreich ziemlich still begangen wurde, erinnert einen M torbetter der„Münch. N. N." an eine kleine Anetd"»«. die der Satiriker Eourtelin« einmal im Freundeskreise erzählt hat. Eourtelin» hatte«« übernommen, den gewohnheitsmäßig ange- trunkenen Verlaine heimzuschafsen. Er lud ihn in«ine Droschke und fragt« nach der Adresse. Verlaine wußte nicht-inchr. Eour- teline verlegte sich aufs Raten.„L'nkes Seineufck?— Montmartre? — Bastllle-Viertel?" Jedesmal Ist ein vernelnende» Grunzen die einzige Antwort. Räch 19 Minuten wußte Eourtelin««ndlicht Roquettestraße. Nun kam noch die Hausnummer. Verlaine wußte nicht. Courteltn« begann zu zählen.„Nr. 17* Verneinendes Grunzen..Nr. 2?" Dito. Eourtelin« zählte weiter mit frommer Geduld, wie mau sich vorstellen mag, denn Verlaine wohnte Nr. 142! Irr stststbrtrocht— diese?(ckont Wort lesen wir Int.9. T.' kurz Hinter dem wohl nicht mede»tltgentSyen jlu»hr»ck.Di« sicltbrlrnchtunn-, Wir ivoll n un»«S«r difscn Gprachv-rdtrb ffliftiq»u«chtu rnaSen und j, 9, statt von einer Rezension von einem Kuntzbesp:»ch reden. Wie gut. dah unsere Tptache noch nicht mit einer Schupo au*g«haltet MI ®n4 Leipziger Sckoulplelbau». da» Im vergangenen ktghr« -- edenso wie rel« andere Theater im Reich— lnsolge du unnüngiqen undung seiner finanstell-n ArrdSUnche den Weg der Sclbschils« belchrittcn, indem ci nach den Vo. schlagen seine» Tlretlorg zur Mrllndung einer Tbeatergemeinde ousties. Tie�ei Weg bat sich al» sehr hrauchdar erwiesen, denn'chon nach dem ersien Vieile.jabr tonnicn ckinnadmen und Ausgaben deS Tdraiet« i-neGieichnewichi gebracht »nd dem siuge zum Defizit Einbali gibolen werden. Im übrigen icheinen die Tbeaicrverdältniste in Leipzig' ziemlich v» wprien zu sei». Die Leipziger Boliebübne und die.g a in m e r s p i e I e lind rerkiacht. Unlel Bieder» Leitung, dem Sch ,» de« Ech u'vieiba iel und dem Namen liieine« Tbcaler loilen die aiammertvikle s.doch dal» wieder Mit dem »Sieiaen* ervssnei werdcn. Weiter will unter»iutickaitung von Zen'ur und Preise ei»«.Leipziger MorgendÜbne- vord'e Ceffentlidi- feit Ueten. Revoiulionire und pioletariche Glücke beadfichtigt eüie .Proletarische Sühne- zu bringen. Tauzmaitue«. Im.Tbeater de« Wefien«- findet am Tonntag. vor- miitaq» II1/, Uhr. einrufsischfS Ballettaafi spiel frntt. irr dem al« Gololaiizermnen di» Dan«n Rullowetaja, Nutta und WoiljagowSkaia Mstwtrteu. Die Leitung hat XroJansatUt. Nr. 71 ♦ Z8. Jahrgang Heilage öes vorwärts Sonnabend, 12. Jebruar 1921 Groß�erlw Zur Wahl öes Staötkämmerers. Der VahlouSsckuh der Siadtverordnelen Versammlung hat mich in seines gestrigen Sitzung die Borbereitungen für die Wahl des SiadilämmcrerS nicht zu Ende führen können. Nach längerer Aussprache wurde befchlofsen. die Stelle unter den bereits bei her ollgemeinen Magistratswahl kestgesetzien GehaltSbedingungen 124— SO OOO SR.) mit achttägiger ftrist öffentlich auSzu» schreibe» und zunächst von den im SuS'chuh genannten Persönlichkeiten den Stadtkämmerer S ch o I tz in Charlotrenburg, den von kommunistischer Seite vorgeschlagenen Bankbeamten Max E m o n t«. den Stadlrat Dr. K a r d« n g in Flensburg und den zweiten Bürgermeister in Hannover Bucerius zu emer Bor« stellung im Ausschuß einzuladen. verhmöerte MiUionenschkebunyen. Gefälschte Stempel und llnterschristeo. Nachdem erst vor einigen Wochen das Landespolizeiamt belm Ministerium des Innern eine Fälscherzentrale für Ein- und Hu»- fuhrbewilligungen aufgehoben hatte, ist ihm abermals die Fest. nähme einer Fälschergruppe gelungen. Der Kaufmann und Ingenieur Erich Schulz, zuletzt in Charlottenburg, Kantstr. 65b, wohnhast, entnahm einer echten Urkunde Stempelabdrücke und die Faksimile- Unterschrift des Reichskommisiars für Aus- und Einfuhrbewilligung, Seheimrats Trendelenburg. Nach diesen Abdrücken ließ er«ine kleine Schlagpresse für den Trockenstempel und zwei Summistempel anfertigen. Die Stempel trugen den Reichsadler und dt« Unter- schrift„Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung� sowie die Ordnungsnunüner 35. Mit Hilfe der falschen Stempel begann nun die Anfertigung der Urkunden, dl« hauptsächlich die Einfuhr von Vieh aller Art aus Dänemark betrafen. Abnehmer fanden sich in Menge. Trotzdem die Fälschungen vorzüglich ausgeführt waren, trugen die Grenzüberwachungsorqane Bedenken, sie als echt anzuerkennen und stellten die Nachprüfung in Berlin anheiin. Kriminalbeamten des Landespolizeiamts gelang es, die Fälscher zu überführen. Schulz hielt sich, durch sein« Beziehungen an der Grenze von den Beanstandungen der Urkunden unterrichtet, ver- borgen. S<5ner habhaft zu werden, war um so schwieriger, als er sich als Sekretär Birnbaum vom Reichseinfuhrkommisfor bezeichnete. Eines Abends betrat ein« Streife der Berliner Kriminalpolizei ein bekanntes Lokal am Aleranderplatz, als drei Gäste sich laut herumstritten. Kurz entschlossen nahmen die Beamten die drei Leute mit auf die nächst« Wache. Dort wurde der eine sofort als der gesuchte Schulz-Birnbaum ermittelt. Sein« Helfershelfer sind die Kontoristin Paula K o n z f'e l d, der Kaufmann Nikolaus Jessen aus Charlottenburg, Schloßstr. 29 und der Reisende Friedrich Schulte aus Charlottenburg, Kantstr. 69. Letzterer,«in norwegischer Staatsangehöriger, hat sich als Dr. Seidel vom Reichs- kommissar ausgegeben. Er trat jedesmal in Erscheinung, wenn den Bewilligungen Mißtrauen entgegengebracht wurde und beteuerte telephonisch oder auch persönlich die Echtheit unter Berufung auf seine amtlich« Stellung. Die Genannten wurden in Haft genommen, und dem Richter vorgeführt. Eine beachtenswerte Wolinungsstatistik» Eine Wohnunisaiifnahme ist in B e r l i n> T r e p t o w im vorigen Herbst vorgenommen worden, deren Ergebnisse jetzi in emem eingebenden Berirdr vorliegen. In 587 Gebäuden wurden insaekaml 235 gewerblich benutzte und 9344 bewohnte Wobnungen festgestellt. Au''l-»nd2-Zimmer-Wobnungen entfallen ö7gg=-73Pro,.. auf 8„nd 4 Zimmer 2060----- 22 Pro,. während 505=- 5 Proz. nnd meh� Zimmer entbalten. Vorberrscheno ist mu 4327 der Typ der 2-Zimmer-Wohnung. Die Zobl der Wobnungen über 7 Zimmer ist ieii l9l8 durch Teilung von 78 aus 49 berabpedrückt. während die Kleinwohnungen eine Zunahme von 287 answeiien. Von der Geiamibevölkerung wohnten 69 Proz. in kleinen, 24 Proz. in mitileren 18 und 4 Zimmers nnd 7 Proz. in aiöäeren Wobnunaen. In den 1-Zimmer- Wohnungen kommen auf einen Raum 1.40 Bewohner. bei 2 Zimmern 1,12, bei den großen Wohnungen aber nur 0,69 Bewohner. Die Kleinwohnungen sind alio im Durchschnitt doppelt so statt belegt als die großen Wohnungen. Aufgabe einer planmäßigen WohrningsUusorge muß eS fein, daß Mißverhältnis in der Belegung der Wohnungen weiter zu de- seuigen. Die neue WohnungsluxuSiieuer dürfte dabei gute Dienste leisten. Daneben muß vor allem die Bauiätigkeil belebt»»erden. »Treue dem ktrfferthron/ Die monarchistische Werbearbeit unter der„höheren" Schuljugend gedeiht in Berlin weiter. An der K i r s chn e r° O b e r r e o l s ch u l e rn der Zwinglistraße wird Geld für eine„Fahnenspende" gesammelt. armen Bestohlenen greift tief in» Herz. Hilfe tut Not. Einer allein kann nicht helfen, wer Hilst mit? tdeffentl. Wählerversammlungen Sonntag, den 13. Februar: Steglitz: 11 Ubr vormittags im„Aibrechlshof"., Slbrechtstx. Referent Franz Krüger. Saulsdorf-Süd: 5 Uhr nachmittags im Restaurant»Sanssouei�, Moltkestr. 1. Rererentin: Hedwig Wackeirheim. Vortenberg: 8 Uhr nachmittags im Lolal.Zum goldenen Stetn": Referent: Genosse Kohl. Oesfentliche Jrauenversammlung Sonntag, de« 13. Februar, nachmittags 4 Ahr: Cladorv a. d. Havel: Referentin: Elle Scheibenhuber. Kausangestellte, Köchinnen» Küchenmä'öche«, hausmäöchen, Jungfern, Vieuee usw. Sonntag, den 13. Februar, abends 6 Ahr: Festsaal der Staatlichen Augusta-Schule, Westen. Elsbolzstr. 84-37. Referentin: Lrnse Kähter, M. d. L.:.Die Bedeutung der Land- tagswahlen.".... Als Quittung über den Beitrag von 10 Pf. erhält der Spender einen tettel, der mit Reichsadler und Kaiserkrone geschmückt ist und eine trophe eines nach der Melodie„Heil PIr im Sieger kränz" zu singen- den..Weihegesanges" wiedergibt. Diese lautet: Darum mit wucht'gem Klang � In unferem Weihgesang Den Schwur erneut:■' Treue dem Kaiserthron— Treue der Kaiserkron'—. Treue dem Zollernsohn— In Ewigkeit! Der Kaiserthron ist umgestürzt, die Kaiserkrone ist zerbrochen— aber der Z o l l e r n s o h n ist noch zu haben. Der sitzt gesund und vergnügt in Holland, wohin er zusammen mit seinem schuld- und fluchbeladenen Papa ausgekniffen ist. Wird der Hsrr Papa es nicht übelnehmen, daß nicht ihm, sondern nur noch seinem hoffnungsvollen Sprößling der„Treueschwur" gilt?' Sonderbar ist übrigens, daß diese Werbearbeit anscheinend von keinem Lehrer gesehen wird. Eine verdammenswürdige Tat! Bon einem Charlottenburger Lebrer erhalten wir eins längere Zuschriil, der wir folgendes eninebmen: Fl uctnvni dürrst jeder Dieb- stahl, fluchwürdiger aber noch, wenn er an armen Leuten verübt wird; wie er sich am 9. d. M. in Charlottenburg.'Wilmersdorier Straße 46, bei Frau Pnnst ereignet«.— Am Tage ist der Dieb durch«in Dachfenster eingestiegen, iit dann in einen verschlossenen Bodenraum gedrungen, in welchem Wäsche zum Trocknen ansgebäng» war. Gestohlen wurde särniliche Bett- und Leibwäsche von einer sechsköpfigen Familie im Werte von mehreren Tausend Mark. Ter Beüoblene— ein Anfänger bei der Bahn— mit einem mehr als bescheidenen Einkommen, gönnt sich nichts, um seine Familie bürnig zu erhalten. Dessen Ebeirau iü irüh und ipät in. nnd außer dem Hauke tätig. Eine tsjährige Tochter. d>« setz, konfirm-en weiden soll, batte sich in Stellung von ihrem monatlichen Einkommen von 30 Mark ein paar Hem�chen zur Konfirmation erspart, die milge- üohlen wnrdeii. Wieviel Arbeit. Mühe und Sorgen basten an diesen bescheidenen Hobseligkeiten, und nun vor einem Nichts I Dazu Miitellosigkert»nd Tenernng!— Der»nanisprechliche Jammer der vle Wahlen öer Bezirksämter. Die Bezirksoersammlung des 15. Verwaltungsbezirks trat gestern zur Wahl der Pezirksamtsmitglieder zusammen. Aus Grund der Vereinbarungen, die zwischen den einzelnen Parteien getroffen waren, wurden zunächst iolgende besoldet« Mitglieder ge» wählt: Stadtverordneter G r u n o w- Oberschöneweide(U.S.P.) Bürgermeister, Redakteur am„Vorwärts" Mermuth- Sieu- kölln lS.P.D.) Bürgermeister Stellvertreter. Zu Stadträten wurden gewählt: Gemeindevorsteher P e t e r s- Altg'ienicke(U S.P.), Schöffe und Redakteur K i ß n« r° Treptow fS.P.D.), Schöffe B e n g f ch- Riederfchöneweide lU.S.P.), Schöffe S t e u e r° Johannisthal fS.P D.), Schöffe L ü d k e- Treptow sil.S.P.). Die sozialistisch« Mehrheit hatte beschlossen, mit Rücksicht auf das zentral« Abkommen der Parteien für den Vertreter der Demokratischen Partei Äs unbe- soldeter Stadtrat zu stimmen. Dadurch wurde neben dem deutsch- nationalen K l a p p die Wahl des demokratischen Baurats B i e n tz ermöglicht, während sonst den zwei demokratischen Bezirksversamm- lungsmitgliedern keine Vertretung möglich gewesen wäre. Von den sozialistischen Parteien wurde Schösse L e m m- Treptow(S.PD.) und Bennewitz(U.S.P.) gewählt. Die Bczirksversammlung des 18. Bezirks, die sich in der Hauptsache mit der Wahl des Bezirksamtes zu befassen hatte, fand am Mittwoch, den 9. Februar 1921, im Rathaus« in Weißensee statt. Die Versammlung genehmigte einstimmig die provisorische Geschäftsordnung. Die Neuwahl des Vorstandes der Bezirksoerordnetenversainmlung, welch« gelchästsordnungsmäßig in der ersten Sitzung der Bezirksversammluna eines jeden Kalenderjahres zu erfolgen hat, zeitigte solaendes Ergebnis: Bezirkso-rord- netenvorsteher Tischendors(11.© P), Bezirksoerordnetenvorsteher- Srellvert'eter Hodapp(S P.D.), Schriftführer Herzig(Büroerl.), Schristführer-Stelloertreterin Frau Haack(U.S.P.). Nach verschiede» nen schwierigen Verhandlungen unter den Linksparteien fand eine Einigung dohinoebend statt, daß von den besoldeten Sitzen im Be- zirtsamt die U.S.P. 2, die S.P.D. 1, die Vit P.D. 1 und die Bürgerlichen 1 Sitz erhalten sollen. Anwesend waren von 32 stimmberech- tigten Mitgliedern 31. Genosse Falkenstein(S.P D.) ist bettlägerig trank. Zum Bezirksbüraermeister wurde mit 18 St'mmen aewählt Krankenkassenbeamter P f o n n k u ch- Hohen-Schönhausen(U.S.P.), 13 Stimmzettel waren unbeschrieben. Mit genau demselben Sttmmennerhöltnls wurden gewäbtt zum stellvertretenden Vorsitzen- den des Bezirksamt� Gemeindeschöffe Taubmann(S.P.D.). Zu besoldeten Stadtäten Kaufmann Pfeiffer- Stralau(Bik.P.D.), Gewerkschaftsangestellter Ernst Fischer(U.S.P), Privatanqestelltcr Martin(Bürgerl.). Im Wege der Verhältniswahl � wurden an- schließend an die Wahl der besoldeten Stadträte die 4' unbesold«'en Stadträte oemählt. Einoegangen waren 2 Wahlvorschläg«: List« Andres(U.S.P.) und Liste Fromn,ont(Bürgerl.). Es wurden zu unbesoldeten Stadträten gewählt Gemeindeschöffe Andre« und Lehrer Tischendorf(USP.) sowie Lehrer Frommont und Siudienrat Heyn(Bürgerl.). Das Bezirksamt des 18. Bezirks setzt sich somit zusammen aus 4 Vertretern der U S P., 3 Vertre'ern der Süraclichen und je einem Bertreter der S.P.D. und der V.K.P.D. In der gestrigen SitzungderBezirksversammlung6 (Hallesches Tor) wurden Dr. K a h l e- Charlottenburg(U.S.P.) zum Bürgermeister und Stadtv. Bruns(S.P.D.) zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Aus der Wahl der besoldeten Stadträte gingen hervor: Stadtrat G o t t s ch a l k- Neukölln(U.S.P.), Ma- gistratsrat G r u n o w- Charlottenbura(Dnat. Vp.), Stadtrat Conrad- Neukölln(S.P.D.), Parteisekretär Zachow(U.S.P.), Regie- runasbaumeister(Zweckverband) Brandt(Dnat. Dp.): aus der Wahl der unbesoldeten Stadträte: Stadtv. Zubeil und Schwei- kardt(U.S.P.). Stadw. Dittmer und Bezirksverordneter H e tz s ch o l d(S.P.D.) sowie Bezirksverordneter I ä n i ck e und Be- zirksverordneter S e d l a tz e k(Bürgerl. Bg.). Bei der Wahl des Bürgermei"ers waren 84 Stimmen für De Kahle, 29 für Bruns und 5 für Stadtv. Rmtorf abgegeben worden Die Stichwahl ergab 34 Stimmen für Dr. Kahl« und 34 für Bruns. Es mußte das Los entscheiden. Stadtv. Bruns gab zu- vor die Erklärung ab, daß, wenn das Los auf ihn entfale, e- Wahl nicht annehme. Das Los entschied für Dr. Kahle. Hierbei ist zu bemerken, daß schon vorher ein Abkommen zwischen der S.P.D. und U.S.P. getroffen worden war, wv-ach Dr. Kahle zum , Bürqermei�er und Bruns zum stellvertretenden Bürgermeister nomi- ' niert werden sollten._ 0> i«e Feierstunde für die arbeitende Jugend findet am Sonntag. den tS. Februar, trüb'1,9 Uhr, in der Neloimationskriche. Moab't Beulscl« Schweres Blut. S6s Roma» von Zuhaut Ah«. Marfa späht aus, indem sie durch die Luke starrt wie «in an einen Mooshöcker geducktes Schneehuhn, das von einem Fuchs beschlichen wird. Wann kommt er zuück? Wer- den sie mich verraten? Werden sie ihn hierher bescheiden? Jetzt kommt Anja. Anja war aus dem Hofe gehuscht und lief aus allen Kräften auf den Strand zu. „Er ist hier... er ist es?"' „Ich weiß... was er willr „Woher weißt du es? Hast du ihn gesehen?" „Ja, ja.. was will er Habt ihr gesagt, daß ich hier bin?" „Nein doch... wir errieten sofort.. „Wenn sie es aber anderswo oerraten?" „Nein— die Wirtin hat schon im Dorf herumgeschickt." „Jetzt kommt erl" Juha war, von der Wirtin begleitet, auf der Treppe er- schieinen. Er schritt sie hinunter und trat matt, gebeugt, mit dem Ranzen auf dem Rücken zu feinen Schneeschuhen. Stieg .nicht darauf, sondern trug sie den steilsten Uferabhang hinab. den er, wie es schien, nicht heruntcrzufahren wagte. „Er geht weg," flüsterte Anja. „Wenn er hierher kommt, dann sag, daß dos Kind dir gehört... und daß ich nur mit Gewalt weggeschleppt worden bin.. „Er kommt nicht hierher, er macht sich schon die Schnee- schuhe fest." Sie blickten beide durch den Lukenspa». Schon von weitem sah Marja in dem blendenden Sonnenschein jeden Knopf an Jnhas abgetragenem Pelz, jede Runzel in seinem erschöpften Antlitz. Er bat sich den Bart wachsen lassen, der ist grau und struppig. Die Augen liegen tief im Kopfe, und sie baben einen jammervollen Ausdruck, wie damals, als er nach tagelangem Herumwandern im Walde erschöpft und hungrig nach Hause kam. Es ist darin ein Ausdruck wie ln den Augen des Wanderers, der kein Nachlager bekommen bat und nicht weiß, wohin er gehen soll, während die Augen «ach dem Himmel und vom Himmel nach der Erde irren, und der Mund steht ihm offen. Keinmal füllt sein Auge auf die Ladestube, er scheint sie gar nicht zu bemerken, obgleich er gerade vor ihr stehen geblieben ist.... Er schaut nach dem Gehöft zurück,«us dem er gekommen ist» blickt nach den anderen Gehöften jenseits des Sees, räuspert sich, setzt mit seinen Schneeschuhen an und gleitet auf den See. „Ach, wie der mir leid tut," flüstert Anja.„Er sucht dich mit hohlen Augen wie eine Tote. Daß es Schemeikka auch übers Herz gebracht bat, dich ihm zu rauben!" „Wenn er mich nur geraubt hätte, aber wo ich gern mit- gegangen bin... ich laufe ihm nach. Marja huschte nach der Tür. Aber als sie sie aufstieß. stand da die alte Wirtin und versperrte ihr den Weg. 13. „Da glotzt er wieder hinaus," sagte Iuhas Mutter ver- ächtlich hinter ihrem Spinnrad. Juha, der wieder, nach dem Waldrand spähend, am Fenster gesessen hatte, erwiderte zusammenfahrend: „Ich glotze ja nirgends hin." „Wenn sie auch noch mal in dieser Welt dorther zurück- käme, wohin sie so gern gegangen ist" „Ob sie gern gegangen ist, das weiß man ja nicht," sagte Juha sanft. .. dann kommt sie auf alle Fälle nicht in diesem Früh- jahrsmatsch. Sie wäre gekommen, vis der Schnee trug, wenn sie hätte kommen wollen." � Als der Schnee trug, das war ja auch Iuhas Hoffnung gewesen, seine letzte Hoffnung. „Sic wird nicht kommest... ach nein." Aber plötzlich bekam er einen Anfall seiner Wut: „Aber wenn sie kommt, und ihr hobt siebhne Grund be- schimpft..."- c-*' „Was dann?" »Dann sollt ihr tvisfen, daß ihr keine Rocht mehr im Hause bleibt." „Gewiß, ich gehe!" lachte die Mutter snll. ohne ihr Spinnen zu unterbrechen. Ich gehe auch unaufgefordert, wenn d i e einmal kommt." Die Sicherheit der Mutier nahm Juha seine eigene. Sie 'wird ja wohl nicht mehr kommen und kommt auch nicht... wo sie sein mag, wenn sie überhaupt noch am Leben ist, da ich nicht die geringste Spur von ihr aufgesunden habe. Wenn er sie in die Stromschnelle gestürzt-hat, nachdem er getan, was er wollte. Aber er wartete doch immer noch, da er ja nicht anders konnte, wartete bei der Arbeit«Nif dem Hof, ivartete bei der Arbeit im Freien. Wartete beim Fischen im Frühjahr, beim Ausbessern der Zäune, beim Fällen auf der Schwende, sogar während des schlimmsteu Hochwassers im ganzen Frühjahr. Sie kam nicht. Aber im Sommer' wird sie sicher kommen. Wenn sie nicht in diesem Sommer kommt, so kommt sie im nächsten. Man dat ja gesehen, daß auch die in den Kriegs- jähren Fortgeschleppten nach zehn, zwanzig Iahren zurück- kommen. Darum muß a�s hier für sie bereit sein. Hier darf nichts so aussehen, als miste man gedacht, sie würde nicht kommen. Weshalb habe ich den Schlüssel ihres Speichers in den See geschmissen? Und Juha machte einen Dietrich, und auf den Sommer zu an einem Sonntag, als seine Mutter in die Kirche gefahren war, öffnete er die Tür und sagte zu der Magd: „Marjas Häuschen muß so zurecht gemacht werden, wie es vorigen Sommer war."> Das Mädchen wurde so froh, daß ihr die Augen in Tränen schwammen. Sie huschte nach dem Speicher hin, kehrte aber auf halbem Wege um und sagte: „Wirt, ich glaube es nicht— ich kann es nicht glauben..." „Daß sie nicht wiederkommt?" „Nein, daß sie gern gegangen ist." »Du sagtest ja. du hättest es selbst gesehen?" »Ich habe es nicht gesehen... ich weiß nicht, ob ich es gesehen habe, obwohl ich glaubte... »Was hast du denn eigentlick? gesehen?" „Das habe ich gesehen, daß er die Frau vom Strand« wegriß und daß die Frau ssewiß nicht um Hilfe gerufen hat. aber was siegt daran? St« kann ja so erschrocken gewesen sein, daß sie nicht schreien konnte." „Aber hatte sie nicht der Muster gedroht?" „Das glaube ich nicht! Das hat niemand gehört. Aber ich habe gesehen, daß, als der Frenide an dem Sonntag her» umschwänzelte und ihr nachstrich, Marja immer aufstand und wegging... auch dort von der Speichertreppe, als er sich heranmachte und sich neben sie drängte... das habe ich gesehen, mag die alte Wirtin sprechen, was sie will." !Oas Modchen ereiferte sich immer mehr: „Marja hätte sich eher gar totschlagen lassen. Und kann gar in der Stromschnelle liegen, da ihr sie nicht gefunden habt und niemand dort etwas von ihr wußte. Aber gern ist sie nicht gegangen. Und weswegen ist mir so etwas in die Schuhe geschoben worden, daß ich es gesehen hätte oder daß ich gesagt hätte, sie wäre gern gegangen, was ich nicht habe— da ich mich halbtot geweint Habel „Weine nur nicht. Katja, ich habe es ja nicht geglaubt." „Ihr auch, ihr habt selbst so fest au eure eigene Frau geglaubt." lForts. folgt.) fhrofif. Ecke JBidefür., statt. ES wird geboten: Vorlesung, Mustk von Bach und Bccikoocn, Ansprache von Genossen Karl Mennufe. Die Lugend über 14 Jahie ist eingeladen Einiritt frei. Paukow-Riederschönhause»(19. Verwaltungsbezirk). Die Jugendweihe findet am 13. März in Pankow statt. Die An- Meldungen nimmt gegen eine Cinschreibegebühr von 2 M. Gustav SMiebner, Niederschönhausen, Treskowstr. 14, entgegen. Wegen des Sebenskundeunterrichts erfolgt noch nähere Mitteilung an jeden einzelnen. Zilmfchau. »Die drei Tanten�(U.T. K ü r> ü r st e n d a m mV ES bandelt stch bier»m«in ganz nicdlichrs Lunipicl, das ülle'dlngs noch kierzbatter miiten würde, trenn»nan«S n'cht»ach dem Muster der bühlichen Backfl'chkitfch- literatur zusammengestellt büite. Warum sollen auch nicht mal, wie cS das Tdrma will, drei alte Tanten darüber zu bestimmen baben. ob ein funger Mann ein iunaeS Mädchen bciralen dars? übe, flüssig ist dabei nur daS Marlitische Komtessenmilieu, das uiiankroltbar in seiner Berlogenbeit noch immer die gesamte hier einichliiaige Literatur beberricht. Das lfräu- lein Lotte N c u m a n n. da? die Hauptrolle spielt, ist seit Labr und Tag von der ftlmiiiduiirie für die Rolle des.berzigen Dmaes" erzogen worden und sie ist nun ewig verul teilt, derlei Gänle in abgestandener Manier zu svlelen. Vielleicht und zuweilen icficint es so. tgnn sie mcbr. und desbalb ist ste beute zu bedauern. Vorzüglich war das Trio der drei allen Damen: Josesine Dora, Emmy Whda und Olga Limburg. Hroft-Serline? parteinacbrickten. Heule. Sonuabend, den 12. Februar: s. Abt. 7 llkir bei Eläser, Kottbuser Ufer 3S/iO sKantinei, Titning de? Funktionäre, B-zirksfUbrer, Betricdsv-rtraucnelcute. Elternbeiräte usu>. Zt. Abt. i»b Uhr bei Goldschmidt, Etolvischc Str. SV, EiJung der Fun!» tionäre. Wabshelfer sind einzu'a�ca. st. Abt.(Sharlottznbllrg). ii Uhr bei Bvhnemann, Helmholtzsir. S9, Sitzung der Tuaktionär«. 77. und 7b. Abt.(Sch'neb-rg).« Uhr bei Obst, Martin.LutH-r.Str. 69, Funktionärsitzung und WabN>elfsr. 62. Abt. lStrglltz). S Uhr bei Klemens, Dvnpelsir. 7, Sitzung des Aglta- tionsuussbusi»» und der DwilrkssMrer. Ausaabe des Materials. ZZ. Abt.(ZleukZllu). 7''i Uhr bei Kellert, Kaifer-Friedrich-Str. W, Sitzung der Funktionäre, Bezirkssllhrer und Bctricbsoertraucnslcutc. Ausgabe des Materials. A«nas»,ialisten. Arbeitsarssibutz?« Uhr, Sindenstr. z, wlchtiae Sitzung. Aebeiteaemeiasibast sozialdemokratischer Lehrer und Lebrrriuuen. Nach. mitte go 5 Uhr Im Stadthaus, noflerfstofie(Zimmer S'.gi, Ditzuna. Tagesordnung: I. Schulanfbau. 2. Kulturprogramm.(Vgl.„Freien Lehrer" Nr.«.) Morgen. Sonnlag. den 13. Februar: i». Abt. Ist UKr vormittags bei Schlickert. Rlldcrsdorfer Ctr. S, Sitzung sämtliche. Funktionäre. 40. Abt. 10 Uhr vormittags bei SGmidt, Wiclefsir. 17, Funktionärsitzung. 48. Abt. 9(4 Uhr vormittags bei Giebel, Pankstr. 82, Sitzung der Funk- tionZee und Wablbelser. 40. Abt. 10 Uhr oormltt-as Zahltag In den bekannten Lokalen.» l'O. Abt. sveOnaui. 9 Uhr vormittags vom Lokal Doede, Käpenicker Stretze Z2, Handzetteluerbreitung. K'iu-'o' olistt'ch. Ne.e'ni nn. Grunve G 11 b e u. S-ngtag 7 Uhr m-roens, AreOnunst zur Wah Wanderung am Potsdamer Bahnhos, Fahrkartenschalter Kossen_ • �uaenüveranftaltunaen. Berel» Arbeiter. Zugevd Sroh-Berlin. Sekretariatz RW. 40, In tun ZeNe« 23. Sonnabend, den 12. Februar: Mad�sn?oufere«z, H7 Vhv, in der Juridischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, I. Hof. linfe? Aufi. part. Vortrag:„Sexuelle Hygiene*, Referentin Fräulein Dr. Käte Frankentkol. Wanderletterkursu», 7 Uhr, im Aentralsugendheim, Lindenllr. 3, 2. Hof, links 3 Tr. Bortrag:„fiaud und Leute", Referent Genosse MUnkle. Sonnkacs. den 13. Februar, vormitkags: Für dl- Wanderleiter Besuch des Märkische» Muse»«»»uter Lest»»» des Be»osi»» Milukl«. Alle» Nähere am Sounabeab im Zentialiuaendbeim. Oslo» lAetcriburaer VierteO: Jugendheim, Schule Stratzmannsir. 8. Be» such de» Museum» ssir Meereskunde. Treffvunkt:(4l0 Uhr Kvstriner Platz (Norma.iihrV— Ssidost(Neschenberger Viertels! slugendhelm. Schul« Elogauer Etratz« 12/16. Wanderung: Potsdam— Saputh. Trestpunkt:(47 Uhr GSrlitzer Bahnhof(Unsallstation). Sonntan. den 13. Februar, nachmikkaas: Kauliborf: Jugendheim, Schule Adolkstratz«. Zweite Gründung»- k« i« r im„Berggartcn", Frankfurter Str. 30, 6 Uhr. Eintrittskarten zu 2 M. an der Kasse.— Lichtenberg: Jugendheim. Porkoue 10. 2. Stiftungsfest im Heim. Anfang 6 Uhr, Unkostcnbeilrag 1 M. Arbeitereltern und Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. Die Schuld am Sßrgerkrieg. Bericht des Untersnchungscinsschusses. vorträte. Vereine uns Ver�ommknn�en. «rdeiter.SamarIt-r.Kol»»»»»«rvtz.Berli».«.«. Sitzung haben Montag. o? �'bruar: Abt. Köpenick, Mitgliederversammlung bei Schipvctom, Echonerllnder Str. 6, abends 7 Uhr. Material-usg-b- am M-n. ta g. den 14. Februar, in der Schule Annenstr. 2. Lehrabcnde finden statt: r*r o." s. den 14. Februar, Abt. Eharlottenburg, Leibniz-Oberreal- tag, den 13. giebruar, haben L-brabend: Abt. Adlershof, Kemeinbeschule Bis. marckstrosi?: Käpenick Dorotheenschule. Beginn der Lehrabend- 7 Uhr abends.— F-eir-ligtSs- Gemeinde. Sonntag, vormittags 11 Uhr, im Rathau«,«Snigstrahe. Bortrag des Herrn Paul Rogal:„Alte und neue Zeit". Harmonium: Aus „Hoffmanus Erzählungen".(Offenbach.) Gäste willkommen. fllls aller Welt. Eisendahnungtück jß Leipzig. vcr nachmittag» von Dresden In Leipzig ankommende Personenzug 472 fuhr gestern aus noch unaufgellärier Ursache aus dem am Ende de» Elalahrlsglelfes befindlichen Brems- fch litten mit solcher Gewalt auf, daß die beideuZailokomoliven entgleisten und zwei wagen 4. Klasse ineinauder- geschoben wurden. Aach den bisherigen Feststellungen wurden drei Reisende getötet und etwa fünfzig tpis sechzig verletzt. Aerztlich? Hilfe war sofort zur Stelle. Die Schwer- verletzten wurden in» Krankenhaus gebracht. Die Aufräumuags- ordeiteu sind ia vollem Gange. Zm Dirtfchiftbrat der Stabkoerwalkung 0b erHausen wurden ll n r c g e l in ä g i g l e i l e n größeren Unifunsiet anfgebeckk. Es handeti sich nm belritgerische Verichiebunge» namenilich von Feil- waren im Wzrle von über f n n f z i g l a u i e n d Mark. Eine Reihe von Änfleitellien de« WitischaftsamteS find bereits verhafte! »der enitasten worden Die Stadt der Mörder. Im neuesten Heft de« von Dr. fjelndl herausgegebenen„Archiv» für Kriminologie" sind interessante An- gaben über die Kriminalität Amerika» enthalten. Hiernach sind im Jahre 1920 in den Vereinigten Staaten öl) Lynchmcrde zur Anzeige gelangt. Die Zahl der Mordverbrechen überhaupt ist enorm. Eine Rekordziffer liefert Ehicagch Die Gesamtzahl der Morde in dieser einzigen Stadt während der Jahre 1914 bis 1918 ist erheblich größer als die S�mme der Morde in ganz England und Wales während desselben Zeitraum«. Die genauen Zahlen für die fünf Jahre sind: England 420 Morde, London 88 Morde, Chicago 438 Morde. Wenn man Mord, und Totschlagverbrechen zusammen betrachtet, ergeben sich für die Jahre 1914 bis 1913 folgende Zahlen:(England fCO'Mil. lionen Einwohners: 970. London(TW, Millionen Einwohners: 198, New Dork(5% Millionen Einwohner): 1121, Chicago(2>i Millionen Einwohner): 1144._ Sport. »min„®U Rat»rf-eu»d-�, ll clsgruppe Köpenick. Sonntag: Besuch des Aaua. etums. Treffminkt: Bhf. Spinblcrsfeld Zll» Uhr.- Untergrrwp« Osibahnvor- orte. Sonntag: Motivtour Potsdam. Grub«, Wildpail. Abf.«chles. Bhf. «LS Uhr.__ öriefkasten der Redaktion. Am 8. Februar hat der Untersuchungsausschuß der Preußischen Landesoersammlung seinen nunmehr fertiggestellten Bericht festgesetzt, und in der kommenden Woche wird er der Oeftentlichkeit vorliegen. Der Untersuchungsausschuß war im März 1919 auf Antrag der Unabhängigen«ingesetzt worden, um Ur'achen und Verlauf der Unruhen in Berlin und anderen Orten Preußens festzustellen. Er hat Berichte veröffentlicht über die Unruhen im Ruhrrevier und In Mik:«ldcutschlano, selbst aber eine eingehende Untersuchung mit Zeugenoerhör und Urkunden- sammlung nur für die Berliner Januar-Unruhen 1919 vorgenommen Unzweifelhaft war auch dieser Gegenstand der wichtiasbe: denn die Berliner Unruhen jener Zeit waren das Signal zum Kamnfe in ganz Deutfckfland. Di« Unabhängigen hatten sich frühzeitig aus dem Aus'chuß zurückgezogen Dadurch wurde aber nicht verhindert, daß U fache und Verlauf der Unruhen restlos aufgek'äri wurden. 409 Seiten vrotokollierter Zeugenaussagen, über 100 Seiten Dokumente und 50 Seiren ernes zusammenfassenden Berichts geben«in kiaves Btld davon, warum es nach der Revolution zum Kamvf und Blutver- gießen unier den Arbeitern hat kommen müssen. Di« Feststellungen gehen davon aus, daß bereits am 10. November die ,.R v t e F a h n ihre Anhänger aufgefordert Hot, d i e W a f f e n zu behalten imd die„Scheidemänner" mit Gewalt aus der Regierung zu entfernen. Wenioe Taae snäder hat dieMoskouer Sowjetregierung die gleiche Taktik in einem Funksnrvch nach Berlin befohlen: es solle alles daran gefetzt werden, du'ch Gewalt e'ri« Räterecneruna mit L'ebknecht an der Sviße einzusetzen. Auf diese prinzipielle Einstellung des Spartakusbundes und de/ linken Flügels der Unabhöngioen führt der Bürgerkrieg und alles» Blut- ve-gießen zurück. Nach kleineren Zusammenstößen ereignete sich das erste größere• Blutbad am 6. Dezember durch einen Zusammenstoß zwischen einer Regierungstruppe, den Ma'köfern, und einer Demonstration der Dcserieure unter Leitung der Spartakisten. An dem ale'chen Tone hatte eine Soldatenkund- nebung stattgelunden, iraWe die Herrschakt des Vollzu-'srLts be- seitigen und Ebert zum Präüdenten ausrufen wollte. Der Unter- fuchungsaus'chuß hat festgestellt, daß das Urteil der„F r e i h e i t", die Regierung habe von dieser Kundgebung nichts gewußt, die Kommandantur und die Reg'erungsanhänqer hätten sich davon fern- gehalten und alles getan, um die'en Putschversuch im kleinsten Maß- stabe schleunigst zu beenden, zutreffend war. Einer der Führer Zieles Soldatenpullches war übraens der Kommandeur der Franzer, Sniro, der nachher in der linksradiknlen Bewegung«in« gewisse Roll» gelp'elt hat Di« A'armierunq der Maikäfer war mtt Veranlassung des zwe ien Vorsiß-nden des Solxitenrates, Kretzschmnr, durch den Soldatenrat beim Generoikommando Krebs erfo'gt: die Kommandantur, insbe'on�ere der Stadtkommandant Wels, war an dem ganzen Vo-ganq ooWändi« unbeteil'gt. Die demonstrierenden Deserteure griffen das Absperrunpskommando der Maikäfer cm: als aus d", Reihen dar Demonstranten zw?! Revolnerschüsse kie'en, sebte der Masch'nengeWehr'chüde Soldat Rosin f:!ne Waffe in Tättq- kcit, ohne ein Kommando abzuwarten. An diesen Zu. sammenstoß knüpfte sich ein geradezu wohnsinnsger Der'eumdunqs- uud Schiwpffeldzüg der Linksradikalen gegen Wels an: es bat auch nicht der geringste Anha'tsvunkt dakür ermittelt werden können, daß die'en Angristen irgendein« Tatsache zugrunde gelegen hätte. Der nächst« blutige Zu- sammenstoß erfolgt« zwischen Regierungstruppen und der Bolksmarined'.viflou am 24. Dezember. Auf Antrag des unabhängigen Finanzministers Hugo Simon hatten die sechs Bolsdeaustragten beschlossen, die Kommandantur anzuwei'en, den Matrosen tri« am 23. Dezember fällige Löhnung nur dann auszuzahlen, wenn vorher das Schloß geräumt wäre. Die Kommandantur stellte für das Bureau der Voiksmarinedio sion andere Räume an der Stelbbohn 1 zu? Verfügung: dg diese den Matrosen nicht gefielen, wurden weitere Räume in der Französischen Strafe 32 freigemacht und Ti'cbe, S'ühle und anderes Bureaugerät zur Verfügung gestellt. Die 80 000 Mark Löhnung wurden seit dem 22. Dezember den ganzen Tag über zur Verfügung der Matrosen gehalten. Der Matrofenkommandant R a d t k e und die anderen Führer der Truppe haben sich eifrig bemübt, den Umzug zu bemerk- stelligcn Vereitelt wurde ein« friedlich« Lösung ausschließlich durch den früheren Leutnant Dorrenbach, der entscheidenden Ein- fluß auf die Motrosen hatte. Dorernbach zeiat« den Matrosen«inen angebl'ch von Simon und Südekum unterschriebenen Vertrag vor, wonach si« im Schlosie bleiben könnten; die Unterschriften unter diesem Vertragsentwurf waren von Dorrenbach gefälscht. Bereits am 12 Dezember hat Darrenbach die Leitung der Vo�ks. marinedivision darüber unterrichtet, daß die gemeinsam« Re- g i e r u n g der unabhängigen und mehrheitssozialistischen Lolksbe- auftragten bald auseinandergehen werde und hat sie vor die Frage aestellt, ob sie dann zu den Sozialdemokraten oder zu den Unab- bänqigen halten wollten. Di« Leitung be'chloß einstimmig, in diesem Falle mit Waffengewalt gegen die Mehrheitssozia. listen zu stehen, und Dorrenbach veranlaßte jeden einzelnen Kompaanieführer, in diesem Sinn« einen Verpflichlungs- schein zu unterschreiben. Ueber den Kopf des Matrosen Jung« hinweg, der d-e Wache In der Reichskanzlei befehiigte, hat dann Dorrenbach persönlich am 23. Dezember � die volkebcausl agken festgesetzt und ibnen den Telenhonvertehr'ge'perrt Aus die> Weise wurde«Ine friedlich« Lö'ung. die noch immer möglich gewesen wäre, vereitett. Dann ist Dorernbach mit leinen Matrosen zur Kommandantur ge- zogen und Hot Wels. Fischer und Dr. Bongardt ver» hastet. Durch dos Eingreifen der Groß-Berliner Soidaten'-äte wurden Fi'cher und Bongardt wieder befreit, und die Leitung der Soziales. La»,,«test*«tr«arae» lliib-intttelt, dring-»» oor j-b-r aaeeenb-tung. a»ch»ach Südsmerita. vle Arbelkslosenversicherung gcschetterl? WTB. verbrettet folgende Meldung: Wie aus dem Reichsarbettsminiflerium mitgeteilt wird, wird dort zurzeit der Entwurf des Gesetzes über eine vorläufize Arbeitslofenoersicherung vorbereitet. Bekanntlich hatte die Reichsregierung Im vorigen Lahre dem Reichsrat den Entwurf eines Gesetzes über die Arbeitslosenversicherung vorgelegt. Die un- günstige Entwicklung, die der vrbeitsmartt seit dem Sommer von- gen Jahres genommen hat, Hit dann aber Anlaß dazu gegeben, Viesen Entwurf zunächst zurückzustellen, well die streng ver- sicherungsmaßigen Grundsätze, nach denen der Entwurf aufgestellt war. mtt dem unberechenbaren Risiko der Arbeitslosigkeit und mit der Art ihrer örtlichen Verteilung bis auf weiteres nicht vereinbar- erschienen. Der Reichsorbeitsminister hat sich dann von der Reichs- regierung ermächtigen losien.«inen neuen Entwurf auszu- arbeiten, der den ganz Ungewissen Bedingungen der Uebergangszeit gemäß nur eine vorläufige Regelung bringen soll. Der Entwurf wird von den Grundsätzen der Arbeitslosenversicherung alles da» zu verwirklichen suchen, was sich mtt diesen besonderen Be- dingungen verträgt, und wird insbesondere die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu tätiger Mitverantwortung heranzu- ziehen suchen. In seinem organisatorischen Aufbau zvird er sich eng an den Entwurf de» Arbeitsnochweisgesetze» an- schlieb«». E» ist zu hassen, daß der Entwurf schon im März d. I. , Volksmarinedioision hat sich, auch mit Hilfe Ledebonrs, eifrig bemüht, auch Weis wieder freizubekommen. In der Nacht vom 23. zum 24. Dezember um 2 Uhr mußte indesien Radtke der Regierung mitteilen, daß er für das Leben von Wels nicht mehr einstehen könne Die gleiche Meldung hat er persönlich I dem neuen Stadtkommandanten Anton Fischer erstattet. Daraufhin hat die Regierung das Kriegsministerium angewiesen, Wels mll Gewalt zu befreien., Der Angriff wurde am Moroen des 24. De-ember von dem söge- nannten Koros Lequis ausgekührt, das eine Stärke von 800 Mann hatte. Der überstü'zte Angriff, von dem nicht einmal die Komman- dontur in Kenntnis gesetzt worden war, scheiterte infolge Eingreifens bewaffneter Zivilisten. Aber wenigstens die Beireiunq von Wels war gelungen: er war mißberndett und mit dein To-ds bedroht worden bis zu dem Augenblick, wo die Artilleriebeschießunq des Marstalls begann. Die unebböncroen Volksbeauftragten schieden infolge dic'es Zwischensglls ans der Regierung aus. Es muß jedoch benierlt werden, daß schon vor diesen Kämpfen der Spartakus- bund und die reoolutlsnärca Obleuie der U.S.P ein Ult'mafum«stellt hatten, aus der R"a°«runa ouezufeten: mich hatte Ne Berliner Oroanisation der U S.P. in Aussicht penornmen, kein Mitg'ied der Partei als Kandidaten»ur Nationalversammlung aufzustellen, we'ches der Reaferung annchört hatte. Am 4. Januar fetzte die v'eußi'che Ren'erung auf Antrag des Zentralrats den Polize'vräsidentcn Emil Eichhorn ab. Die insbesondere von Geb. Dr. Don« gegen Cichl-orn persönlich erhobenden Vorwürfe bat sich der Untersuchunosai�schuß nickt zu eigen machen können. � Obwohl es richtig ist, daß E'chhorn einia» tovstmä Mark nicht zu'ückaemhlt bat, die er In seiner amtl'chen Eiaen'chaft erhalten hotte, bot der Untersi'chunaeauslchi'b bierb-i wie bei anderen finan-iell»n Unreael- mäbiok»tten km"e Absticht rechtswidriger Aneignung feststellen können. Auch für zahllose Zlus'chre'lunnen der Sicherbe'tsweHr und der von Eichhorn in das Polfaeimösidlmn berufenen Bs'rät« ist ihm eine per'ön'ichc Verantwortlichkeit nicht auferlegt worden. hingegen steht sesi. dob Eichhorn fett Ansang Dezember eine eigene, vlanmäßig gegen die Remerunq gerichtet« Politik getrieben dat. So bat er insbesondere Waffen in grobem Umlanae anoeschafst. auch Lnkanteriegewehre, an denen ohnedies im Polizeipräsidium Ueber- fluß war: er bat die'e Waffen'>'a"isit'onsscheine selbst untersch-ieben und nickt durch den Leiter d-r Wafscnkontroll« WoAitzcr ce-hen losten. Die so beschafften Waffen sind in ein besondere« Geheim- lager in den Zellen 23 und?4 der Lausvootei ge'chafft morgen. Eben'o hoben-abstoie Zevaen übereinstimmend besunM, d-'ß nicht nur am?-» Te�zember linksradikale Arbeiter m großer Zahl im Polizeipräsidium zum Kampf gegen die Regierung bewaffnet wotzden sind, sondern daß Eichhorn dies auch unbedingt selbst ge'ehen haben muß. Die an den„Vorwärts" ge'ondten Be'ichtigunqsn, in denen die Bewaffni'na bestritten wurde, sind bewußt unwobr oe- wesen. Endlich hat Eichhorn selbst zuaea-eben, daß er den am 24 De- zember gefangenoenommenen Osstziemn dos ehrenwörtticbe Ver- sprechen aboenomm-n habe, nickst zneiter„fü" d'e and-»'» Seite", das beißt also für che Regierung zu kömvfen. Roch der Absetzuno E'ch- Horns traten h°e revoluttonären Obleute zusammen und b'� ost-n gewaltsamen Widerstand. Di« Minderheit geaen diesen Beschuß, zu der Däumig und Richard Müller gebösten, war verichwin- derad oerina. Am 8. Januar fanden die großen Demonstrationen statt, die zur Besetzung der?eituna»gebäude führten. Danach ist von der Berliner Oraan'sation der U.S P. und den revolutionären Obleisten low!« dem Snortakusbund ausdrück'ich beschlossen wo den, zur Offensive ül�r'uaeben und die Regie- riino mit Gewalt zu stürzen. Liebknecht, Ledebvur und Paul S ch o l z e wurden mit der vvrläufig-n Leittma der neuen Reg'erung betraut. Die Aufständischen waren sich darüber k'ar, daß ihr Plan nickt ohne Blvwergießen du'chzusübren sein werde. Aus einen derartigen Vorhalt des Stadtkommandanten Fischer hat Liebknecht erwidert, fttzt dürsten nicht Sentimentalitäten entscheiden, sondern nur die poetischen Tatsachen. Dorrenbach bat bereits am 3. Januar seinen Freunden in der Dolksmarine- dioision mitgeteilt, daß binnen 3 Tagen Eberk-Scheidemann erledigt sein werben. Die E'nigungsverbandluncen, die während der Woche vom S. b's zum 12. Januar aefübrt worden sind, sind ausschließlich daran gescheistrt, daß die Aufständischen die Räumuna de? besetzten Zeitungsgeböude verweigerten und ihren P'an auf Sturz der Re- aierung welter verfolgten. Daß d!« Rectterunq In Ihren politi'chen Entsche'dunaen durch Offiziere oder Reaktionäre beeinflußt worden wäre, Hot sich als gänzlich unwadr berausgestellt. Das chauv'ver. dienst an der Niederwerfuno des Aufstandes hoben Anton Fi Icher und der Kommandant der Maikäfer. Feldwebelleuttiant Schulze, gehabt: daneben ein kombin'ertes Reafment Potsdam, die eirn-a« am Kampf betei'Iot« Truppe, in der Offiziere der alten Zelt tätig waren, und das Reaiment Reinhardt, dos WachtRenst versah Auch die Regimenter Reichstag und Liebe haben zur Ri-der. kämpsung des Aufstandes beioetragen, aber auch mancherlei Ausschreitungen begangen. Das po'iti'ch» E'gebnis der Arbeiten des Untersuchunosaus- schusies ist klar: Die S"ortak!sten bab-v planraSkig auf den Büroer- kriea h'ngearbeitet und ihn berb-ias'ührt und dazu sede« Mittel in Anwendung gebracht. Die Unobllä-g'oen haben«ine Donvettalle gelv'elt, in�em ihre Berliner O oonisa�on den Pu'ich mitmackste, während die Zentralleitung durch Vermittlung den Kamps zu vermeiden suchte, aber aegenüber den revoluttonäv-n Ob'-iU-n und den Be'otzunoon be' B-trieb« einstublo» Mieb. An der Ueberlülle der für diesen Tatbestand berVoe'cbassten Zeugnisse muß in Zukunft jeder Perdunkelungsversuch scheitern. mit den Reicheressorts, den Ländem und Interessenten erörtert werden kann. E» wird abzuwarten sein, was unter diesen Um"Snden von den Grundsätzen der Arbeitslosenversicherung noch übrig bleibt.' Ms See Yartei. Die Ungarische So-ialdemokraiisch« Partei hält am 14. und 15. März in Budapest einen Parteitag ab, auf dem' wichtige Beschlüsse über die weitere chaltung der Partei gefaßt werden sollen. Nach 18 Monaten brutallier Unterdrückung sind unsere ungarischen Genossen heute wieder in der Lage, aktiv am politischen Leben teilzunehmen. So haben Anfang dieses Monats nach langer Zeit wieder die ersten LoHnkSmpße eingesetzt, und zwar in der Me- tollindustrie sowie in einigen- Munitionsfabriken. Die Zeitungssetzer erzwangen durch einen allgemeinen Streit die Aushebung einer gewerkschoftsfeindstchen Maßregel und die io-- fettige Freilassung von vier inhaftierten Parteifunktionären. An» läßlich dieser Kraftproben zeigte sich auch, daß die Bemühungen der aorthy-Regiening, die Arbeiter in die stoatlicherseiis upter ützten rl st lich sozialen Gewerkschaften zu locken, erfolg- l o S geblieben sind. Das Gros der ungarischen Arbeiterschaft f eht treu z ur S o zi a ld em o kr a t I e. Der Parteitag wird nun bc° rufen sein, die Richtlinien für die in nächster Zelt einzuschlagende Taktik festzustellen. Die Ungarische Eozialoemokratisch« Partei steht» wie noch betont sei, aus dem Boden der L Internationale. w Die Schulgelöfrage. Von Dr. Erich Witt«. g Der Berliner Magistrat hat der Stadwertttmetenner- ammlung eine Vorlage unterbreitet, nach der das Schulgeld ür Bollanstalten und Lyzeen auf 500 M.. für Realschulen und Mittelschulen auf 300 M. festgesetzt werden soll. Dies ist gegen das Jahr 1919, wooes sich für Vollanstalten und Lyzeen auf 119 M. beließ eine Erhöbung um 355 Proz., für Real' schulen, für die es damals 89 M. betrug, eine solche um 375 Prozent. Diese geplante Erhöhung ist zwar geringer als die Steige' rung der Preise für die meisten Gegenstände, aber sie ist sehr bedauerlich, weil das Schulgeld eine Steuer ist, die einzig ynd allein den Familienvätern auferlegt wird und welche umsohöherist.jegrößerdieZahl der Ki n d e r ist. Man bedenke, was es allein kostet, ein einziges �ind einzukleiden: Die Stiefel, die Hüte, die Wäsche, die Stoffe, alles dies ist um mehr als das Zehnfache im Preise gestiegen. Erwachsene haben vielfach noch Anzüge oder Kleider aus der Zeit vor dem Kriege. Nicht aber ist dies bei Kindern der Fall, die inzwischen aus denselben längst herausgewachsen sind. Dabei verdienen die öffentlichen Be- am�en, die Staats- und Gemeindearbeiter, wenn sie Fa- milienväter sind, nur wenig mehr als die Unverheirateten und Kinderlosen. Den anderen Arbeitern, den Privatbeamten, den Kausleuten wird dasselbe gezahlt, ganz gleich, ob sie keine oder ein balbes Dutzend Kinder haben. Um die Erhöhung des Schulgeldes zu rechtfertigen, sagt man immer, für arme, begabte Schüler ständen Frei- st e l l e n zur Verfügung. In Berlin ist z. B. in der letzten Zeit die Beschränkung derselben auf einen bestimmten Pro- zentsatz der Gesamtzahl in Wegfall gekommen. So viel Gutes aber auch die Freistellen bewirkt haben, so haben sie doch a"ch manches Bedenkliche. Denn ein Freischüler wird den Kindern wohlhabender Eltern gegenüber benachteiligt, da die Freischule ihm meist entzogen wird, sobald er in seinem Flech oder in seinen Leistungen nachläßt, oft auch dann, sobald er sich schlecht beträgt. Dies hat für ihn aber oft die Folge, daß er von der Schule heruntergenommen wird, da die Eltern nicht in der Lage sind, das Schulgeld aufzubringen. Ein Schüler, dessen Vater wohlhabend ist, braucht aber in den preußischen höheren Schulen nach der Dienstordnung erst dann die Sch"!e zu verlassen, wenn er zwei Jahre in derselben Klasse bleibt, ohne das Ziel derselben zu erreichen, und nach dem einstimmigen Beschluß der idn unterrichtenden Lehrer sein weiteres Verbleiben in der Klasse zwecklos ilt. Daber ist in dem Hauptausschuß der preußischen Landes- Versammlung der Antrag gestellt worden, die an staatlichen Schulen bereits erfolgte Erhöhung des Schulgeldes auf 599 M. rückgängig zu machen und soweit zur- zeit die llnentgeltlichkeit des Unterrichts nicht durchführbar ist, die Höbe des Schulgeldes nur nach der Zustimmung des Landtags festmletzen und das Schulgeld nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Eltern, also besonders unter Berücksichti- gung der Kin'd erzähl abzustufen. Eine solche Staffelung ist im Winter 1919/29 in der Ber- liner Deputaston für die äußeren Angelegenheiten der höheren Schulen von dem Stod�verordnetenvorsteber Dr. Weyl an- geregt worden. Der Stadtschulrat Dr. Reimann arbeitete boro-'k eine Tabelle a"s, nach der bog Sch"lgeld zwischen ing M. bei eiyem Einkommen von 6999— 7000 M. und 800 "Work bei einem solchen von mebr als 39 999 M. schwanken Hlt.e. Ei"? Kommission, in die ich auch gewäblt wurde, setzte '-!? obere Grenze sogar auf 2599 M. fest, ein Betrag, der bei '■'"m Einkommen von mebr als 159 909 M. bezahlt werden s'"»?. Die Sätze sollten ssir das erste Kind gelten, für das -weste und jebes fnfaenbc sollten sie ermäßigt werden. Eine Er�öbunq auf 2599 M. ist allerdings bedenklich, wie ich nach- der �'Seinandersetzen werbe. Die Vorschläge wurden in einer Rb"ng den Vertretern der Borortsgemeinben unterbreitet. Wäbrend diest eine Staffelung beim erlten Male einstimmig aboeiebnt ha�en, sprachen sich nun bereits 11 von 25 für eine sol*ie Dies beweist, daß der Vorschlag nicht schlecht ist. In der Deputotton soqten wir uns aber, daß die E i n f ü h- rung der Abstufung erst möglich sei. wenn Groß->«»d»rs, Rcstastrant ,�ur«lause"..... ----- m-asee. Restaurant Fr-N, Birkhol»...... Lahmr-Seeselb. Restaurant Ernst Gottschow sn Ahme. Rassrnheid«. Restaurant Aböls Schulj....... Reurnhagen, Lakai von Heckmann........ Brenbe», Lokal von Billker........... Röutgeuthal. Lokal von Marx, BSrwvlfstrab«.... Lchino«, Lokal Sri« Otzborss, Dorsstrahc....... «folg». Lokal Serqtmann..........., Wandlitz, Lokal Paul Hllv«............ «rrlsee. Lokal„Drrlsee" in ssangschleuse, Inh.«arl«las» zeblendols. Lokal von Wegener........-.. SihUbotf, Lokal ,�um Hirtenhof"......... 3tn kreise Teltow: «hnrnibatf. Lokal von Hermann Lehmann...... Dahlewitz, Lokal Em«. Schmidt.......... Dicbccsbatf, Lokal W.«rllzer........... Sichwald«, Lokal Gnauert, Dchnhosstrasie...... »alt«». Lokal«arl Schmidt............ «enohagen, Lokal Tieger............. »rSbrnbors, Lokal Wiemanv............ nachmittag» nachmittag» nachmittag» abend» nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittag» nachmittag» nachmittag» nachmittag» nachmittag» nachmittags nachmittags nachmittag» nachmittag» nachmittag, nachmittag» 0 Vi s m, 2 Ud tzVi«? 2 Uh «rotz.ZlHachnOW. Lokal Müller WWW «roHiethe*. LokalHerntg..... fiSbe8°sfe«iroinski........... Halb», Lokal gart Schul,« «allinche». Lokal von Har, «liest»«. Lokal»ielefelb..... »«««», Lokal von Lnnjnar(im Dorf) Mellen. Lokal Lamster............ Rangsbovf, Lola! von Kiedrich........... Sgetenbetg, Lokal wirb am Orte bekanntgegeben... Spnienbort, Lokal von Schulze........... Schenkenbors bei Sratz.Beeeen, Lokal von Strnbeck.... Skahnsbirs, Grokheo Gastbau».......... TDpchi». Gallhau»„2iim Deutschen Hause"....... Trebbin,„Alte» Schlltzenha«,"........... Thyrow, Lokal Kennicke............. Zostea.„Sewcrkschasrshau»"........... Im kreise Beeekow: / Srieberabort, Lokal.�ium deutschen Hause"..... nachmittag» S Uhr 2»kal Mahnte............ nachmittags 1 Uhr Glienicke, Lokal Trautmann........... naGmittag» IHUbt Sinboif, Lokal Fritz«umick........... nachmittags 2 Uhr Görzig. Lokal Schulz«............. nachmittags 3 Ubr Grotz.Easserhnrg, Lokal Oskar Müller........ nachmittags 2 Kerzberg, Lokal Emil Sraup« »etscheiidari. Lokal„Festbalie" «eanonick. Lokal Paul Otto itachmv gachmil aachmii liammii nachmittag» abends nachmittag» nachmittag» abends nachmittag» nachmittag», nachmittag, nachmittag» nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittags nachmittag» nachmittag» abend» nachmittag» nachmittag, nachmittag» nachmittags nachmittags nachmittags abends nachmittags nachmittag» nachmittags nachmittags nachmittags 1M,ll, nachmittag» 2 Uhr Uhr Uhr -Uhr Ren»'. Prtersdott Brierös Gott schmidt treu, Robet ttscha» W, , Wils. Ka ,_________| L.J.... W abends 7 Uhr Langewahl. Lakal?, Steuernagel......... nachmittags 8 ulir fgtesl«, Lokal„Swlzendurg"........ nachmittags 2 Uhr !, Lokal«taufe............. nachmlttag, 1 Uhr tf. Lokal„Echweizergarlen"........ nachmittags 3 Ubr . Lokal Wilhelm Rosibmitzky......... nachmittags 2VjUbt Spreenhagen, Lokal A. Enge!........... nachmittag» 2 Uhr Eetnsbocs. Restaurant„Zum Oder�vree-stanal"..... nachmittag» Z>4Uhr Referrnien! stac.«ltmaier, Wilh. Arnbi, Ernst Arndt, Erwin Barth, Mo; Bnranowski, Adolf Bl»m, Clara Bahm-Schnch, E-rl B'se, Fritz Brolat, Dr. Eassau, Emil Ditkmer, Rub. Dren, Willy Drügemllller, Osk. Ewald, Ea"l Felgentreu,«Robert Fendel, Hermann Fren>«!. Gustav Futz, August Gebert. jemand, daß z. B. ein reicher Mann aus dem Grunewald seinen Sohn in eine staatliche Schule schicken und ihn eine lange Fahrt mit der elektrischen Bahn machen lassen wird, um nicht 1000 M.. sondern 500 M. zu zahlen? Es ist hierbei zu beachten, daß ein Teil dieser Summe schon durch Fahrgeld ausgegeben werden würde. Staatliche höhere Mädchenschulen gibt es in der neuen Stadtgemeinde Berlin sogar nur zwei. Ich habe in diesem Leitsatze hauptsächlich an den Fall gedacht. wo in einem Orte städtische und staatliche Schulen etwa in gleicher Zahl vorhanden sind. Dann wäre allerdings die Be- schränkung der Staffelung auf die städtischen Schulen ebenso unmöglich, wie sie es früher war, als es noch kein Groß- Berlin gab. 3.„Eine unterschiedliche Behandlung der Bollanstalten und der Realschulen findet nicht statt." Dii»s war bisher dcs- wegen notwendig, weil die Schüler der Realschulen meist aus ärmeren Familien stammten. Berücksichtigt ist dieser Um- stand nun aber schon, in der Staffelung selbst. 4.„Das Schulgeld wird nicht durch die Schule, sondern durch die Steuerbehörde erhoben, da die Lehrer nicht über das Einkommen der Eltern ihre? Zöglinge unterrichtet zu werden brauchen." Eine solche Einziehung des Schulgeldes ist in vielen Orten schon jetzt üblich. Mit der Einführung dieser Abstufung würden die F r e i- stellen ganz in Wegfall kommen können oder nur in Ausnabmesällen gewährt zu werden brauchen. Denn Eltern, deren Einkommen nicht einen bestimmten Betrag er- reicht, bezahlen ja nach den Vorschlägen niemals Schulgeld. Wenn aber auch die Abstufung des Schulgeldes nach dem Einkommen der Eltern und der Zahl ibrer Kinder dem festen Satze vorzuziehen ist, so ist doch noch besser die Erbebung einer S ch u l st e u e r, wie sie in einigen Staaten Nordamerikas eingeführt ist. Diese trifft nicht nur diejenigen, die Kinder baden, sondern auch die kinderlosen Ebepaare und Iungge- fellen. Ibr kann sich niemand durch Privateinschulung ent- ziehen. Ferner ist sie nach oben hin nicht an bestimmte Grenzen gebunden wie di� Abstufung. Für eine solche Schul- steuer ist Professor Oesireich aus Berlin-Schöneberg mehrfach eingetreten. In der„Konimunalen Praxis" lNr. vcchn 18. De- zember 1920) macht er z. B. den folgenden Vori-blag:„19000 Mark Existenzminimum, 3999 M. mehr für jedes weiter zu tinterhaltende. nicht erwerbsfähige Fomilienmitgiied. Von dem das Mindesteinkommen übersteigenden Einkommen- betrage wären bis zu 39 999 M. y» Proz., bis zu 59 999 M. % Proz., bis zu 199 999 M.'1 Vroz., bis zu 299 999 M. ly2 Proz., bis zu 599 999 M. 2 Proz., bis zu 1999099 M. 21/,, Proz., bis zu 2 999 999 M. 3 Proz., darüber 4 Proz. Schulsteuer zu erhebVt." Ebenso ist der Verein der Oberlehrer an den Höberen Staatsschulen Hamburgs für eine solche Schulsteuer in einem Schreiben an die Oberschulbe�vrde eingetreten. Es beißt darin:„Sollten einer solchen Steuer Schwierigkelten steuer- technischer Art vom Reich aus im Wege stehen, so bittet der Oberlebrerverein die Oberschulbehörde und den Senat, unoer- züglich Verhandlungen mit dem Reich darüber anzuknüpfen, in w-lcher Weise es sich ermögliiben läßt, die Schullasten auf alle Schultern zu verteilen und nicht N"r auf dieienigen abzu« wälzen, die ihre Kinder in die höhere Schule senden." Die Erhebung einer Sävlsteuer ist allerdings fall das- selbe wie die durch eine Einführung der Unentgeltlichkeit des Unterrichts bedingte Erhöhung der Einkommensteuer: und ich muß d i e s e L ö s u n g, wenn sie auch augenblicklich keine Aus- ficht auf Verwirklichung bietet, aus den schon ange- gebenen Gründen für die beste balten, da eben das Schulgeld eine Steuer für Familienväter Ut. Die U n- entgeltlichkeit des Unterrichts ist immer von der Sozialdemokratie gefordert worden, so- lange sie besteht. (Schluß be««ebaktiinellen Teil».) . Gräber, Dr. Haralb Graser, Hin» Kritmoald, Fron» G/'.'f. Haböck, fflertt. Hanna, A?tl>. Häusler, Gust. Heller,«arl Heti. imoio.«»». peyn. M rtba Hovv«, Marl« Inckae». M. d. R., Luis»«äbse» M. b. L„ Simon«Ottenstein. M b. R.. Mar«rei'tziger, Frenz«rstger, SriG «uttber. WiNn Lananer, Emil Lebmonn, Fritz Matern. Willi MSb»», Georn Peteredork.«Ist.«ll'-Is, Lebrer Otto Rem»», Elfr. Rnneck, M. b. R.. Ae!nrl>b � SibiUer, Alfons Scktzne, Elfe Sckeibcnbnber Franz Syliebt, Herrn. Splecker. mann. Franz S'einwrg, AUr. Tbomns, Minna Todentzagen, Georg Uck», An». Wenbler. Gust. Weide,«arl Mermuth, Rub. Elfsen. Dr. Malier Zechlin, Arnold Zieche« und andere. da sonst eine Sonderung der Kinder nach den wirtschaftlichen Verhältnissen der Eltern eintreten würde." Daher würde es sich empfehlen, daß in den staatlichen höheren Schulen der neuen Stadtgemeinde Berlin dieselbe Abstufung vorgenom- men und der Staat dazu durch den Landtag gezwungen wer- .den würde. Sollte dies ober niht xu erreichen fein, so liegt für die Berliner Eemeindekörperschaften noch kein Grund vor auf eine solche Staffelung zu verzichten. Denn die Zahl der staatlichen Schulen ist hier gering. Den 109 städtischen höberen Knabenschulen stehen nur 8 staatliche gegenüber. Glaubt «U» Rad- und Kraftfahrer, um vor Enttauachung-en bewahrt zu bleiben, Coniinental-Pneumatik. Aus besten Rohstoffen nerge- stellt, ist er un Gebrauch billig. ßntinental DfUferiifr Wfitibnmü ßingm »der HMM ÜieJSJLarfc b es v eitqoän tte ten fieiris ch 1# 1 fOr OfCUa: i, Cor: 8. BiBenWft, Zetiin».so. zoilim Sic z. lei. WM s» CsslllSrmmi WrWW s.lii.ij.s.. blWkii m Wil ii.5c«ul.biHi!?ck Or**ö%n*r Straße� Kottbuser Tor:: Herren- u. 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LU-I0W 7494 Dlretlor Fablsch.•| _____ ornrledigen in Quah- US 0 � � y lät und Kreisen, ö%■ fl-*■> B MW, ßezugsguellen durch avi w I am& üeinsTalialrfabrJkeB TP 51 hjfll ICG Schifferstadt ■*. 0»% Ag■ i» Wf(üheinptaiz)?lä. Inhalt: Nr. 19/20 Kort Rsdek I Das dritte Jahr des Kampfes gegen das Weltkapital./ Enfeate und SowJet-RuBIaad. (Auf Oiund der Dokumente des Ministeriums des Aeulleren der Rc ieiu g in Omsk): England, Frankreich und die Vereinigten Staaten im Kampfe mit der Sow-.etmacht,/ ff. Bqcbarlnt Das Neue in der russischen Revolution./ E. Preobrashenskl t Die soziale Basis der Oktober- Revoiut on./ B. Rouslam Bckt Drei Jahre Rote Armee./ A. Chr|aschtoch)ow: Die Bauernschatt im Kncse und in der Revolution./ J. Larint Drei Jahre Sowjetwirtschait/ J, Larln i Die russische Industrie. I B. Varpat ueber die Form der Beziehungen eines proletarischen Staates zu den kapitalistischen Ländern./ N. Lenin i Die Aufgaben der politischen Aufklärung./ 54. Wledlralrslty I Die Resultate der Arbeit in der Organisation der örtlichen Organa der Sowjetmacht i n Jaire 1930/ Persönlichke t und Arbeit. I L. Sosnowskl t Der Schöpfereeisr Sowjetrulllan l/„Lenins Fahnen- lunher."/ Knrskly: Der dritte Jahrestag uer proietanscnen Resolution und das Recnt/ A. Anlksts Planmäßig« Arbeit./ J. Loriat Die Aufgaben des vierten Jahre' i N. Osslnshl t Der pUnmäBig■ Anbau und die Normalisierung der Bride be irbeitung./ N. Osslnskl I Die es I in der Lan wi-t- schalt du ch den Staat, N. Bogdanowt Die wichtigsien na en einer Or'anisat o> des Sozialist sehen Ackeibaues. f A. Swideiskl: Die Hilfsquellen unseier Ver flegwn•/ A. Wyschlnskl: Di: Zwe kversorgung. N. Osslnskl t Auf dem Wege z ir Verpflegung ront' W. N.krassowt Drei Jahre Rivo uflon und das Veinemswesen./ D. ÄUehailow: Das Veike rswesen. O. KrzUunowsk t Die Elekfrinz'erung a's Vorausseirung e ner Ver seusc a tlichung dci ViodhKiion/ Kurze ueber- eicht Ober die Tätigkeit des Volkskommissariats für AufSenhandei Im J-inre I92J. i P. Schocht Kiobleme der Naphthavcr.or ung., S. Hei stein• Orosslowskaja:>>e Arne leim In der Uewerkscnaftsb we ung während der drei Revol.itionsianre., O. Nogloi Mu ler und Säug ings- schutz/ A. Jcl'sarow i Kind-r chutt in Sow etmälan i.( S. Kapluni Die Arbeit r n und der Arbeitsschutz./ Elkini Albanerinnen an oer Kampffront gegen uie Unwissenheit./ H. N. BralUtordi Ein# Fabrik in Sowjetruäland. , 132 Seiten __ ypih* Preis M. 5.— heftigster Erörterungen bilden. Danach hat Sir iluckland Gedde» den Amerikanern folgendes gesagt: „Die gegenwärtige Situation ist sehr ernst. Ich stelle fest, daß die Londoner und die Engländer im allgemeinen sich keine Rechen- schuft darüber ablegen, daß ihre Interessen mit denen der Vereinig- ten Staaten verbunden sind. Andererieits wissen gewisse Amerikaner nicht, was das England von heute lst. Sie haben immer noch die Vorstellung, es sei das England der Vorkriegszeit. Jedes der beiden Länder macht die Befriedigung der Forderungen des an- dern unmöglich. Es ist u n b e g r e i f l i ch.'daß diese beiden großen Nationen, von denen lo ungeheure Interessen abhängen, sich in einen Bruch oder in den Krieg hineinzieben lassen. Uad doch lst dies der Weg. den wir gegenwärtig verfolgen. Ein englisch-amerikani- scher Krieg wäre für die Welt eine Katastrophe allererster Ordnung!" Der„Temps fügt hinzu, Staatssekretär Tolby habe beim Lesen dieser Erklärungen gesagt:„Das ist phantastisch. Ich kann kaum daran glauben"., London.. 11. Februar. fchN.) Das Mißverständnis bezüglich der Erklärung über ein angeblich gespannte« �Verhältnis zwischen Amerika und England wird durch ein« Mitteilung Geddev' an die englischen und amerikanischen Blätter erläutert. Er teilt darin mit, daß der Redakteur der„United Preß" sich bei ihm über die be- treffend« Erklärung entschuldigt habe. Der Redakteur habe ihm gesagt, daß seine Nachrichtenagentur in London sehr erstaunt über die entstellten Berichte, die aus. New Vork ankamen, gewesen sei._ Verschärfung üer englischen �rbeitslofenkrise Paris. 11. Februar.(WTB.)„Information" meldet zur B e r» schärlung der Arbeitslosenkrlse In England, daß die Zahl der nicht oollbeschästigtcn Arbeiter im Vereinigten Königreiche auf 718 500 Männer, 285 100 Frauen, 48 700 junge Leute und 15 700 junge Mädchen geschätzt werde. Pascha ee?en Sultan. Aonstanklnopel, 11 Februar.(WTV.) Der G r o ß w e s i r rich- tete an Mustafa K e m a l ein Telegramm, daß die von der Re- gierung in Angora aufgestellten Forderungen übertrieben seien, denRechtendesSultans und Kalifen zuwiderliefen und mit den Grundsätzen der Verfassung unvereinbar seien, so daß sie von der chohen Pforte nicht angenommen werden könnten. Vlustafa Kemel anlworlele mit einer glatten Ablehnung. Aus Angora wird berichtet. Vlustafa Semal Pascha Hab« seinen Truppen den Befehl erteilt, die Kampfhandlungen an sämtlichen Fronten währendderDaurrderLondoner Konferenz einzustellen. polnische Truppenkonzentration. Berlin, 11. Februar.(WTB.) Nach den Borstellungen, die die Deutsche Negierung in London, Paris, Rom und Warschau wegen der starken polnischen Truppenansammlungen an der Ostgrenze dös Reiches erhoben hatte, ist die Tatsache dieser Truppenansammlungen von polnischer und französischer Seite be- stritten oder aus Temobilisationsmaßnahmen zurückgeführt worden. Von zuständiger Stelle wird hierzu mitgeteilt, daß der Deutschen Regierung nunmehr eingehende, sorgfältig geprüfte Nachrichten über die f)ohe der Truppenstärken im westlichen polnischen Grenzgebiet vorliegen. Danach befinden sich zurzeit, nachdem neuer- ding, noch weitere Abtransport« erfolgt sind, von Truppen der ersten Linie an der deutfch-polnischen Grenze: An der Südgrenze Ostpreußen«(im Räume Lomsha— Mlawa-— Ostrclonko) die 4. Division in Stärke von 14 000 Mann, in W e st p r e u ß e n(im Raum« Graudenz— Thorn— Bromberg) die 16. Division und die sogenannte»sibirische" Brigade in Stärke von 20 000 Mann, in der ehemaligen Provinz Posen(im Räume chohensalza— Posen— Lisia—Ostrowo) die 14., 15. und 17. Division sowie zwei Reservebrigaden in Stärle von 54 000 Mann, längs der oberschlesischen Grenze(im Räume Czenstochau— Bielitz— Neu-Sandez-Krakau) die 6., 21. und Podhalanski-Dioision in Stärk« von rund 42 000 Mann. Dazu kommen In Reserve st ellun- g e n die 11. Division im Raum» von Lodz und die 22. und 1. Le- gtonärdirision im Räume von Warschau, ebenfalls in Stärk« von 42 000 Mann. Dies« Truppen stellen asto allein schon ein« Gesamtstärke von 172 000 Alan» dar. Dazu kommen noch die Truppen der zweiten Linie, die allein an der oberschlesischen Grenz?(im Raum« Czenstochau— Sosnowlce) einschließlich der drei Grenzbrigaden und der irregulären Truppe der Polska Organizacya Nojsiowa(P.O.N) eine Stärke von 25 000 Mann aufweisen. Das Gefamiaufgebot der an der denkfch-polalschen Grenze ver- sammelten Truppen beträgt über 212 000 Mann. An der l i t a u i s ch rn Front befinden stch zurzeit nur 70 000 und an der russischen Front nur 126 ODO Mann. Daraus folgt, daß mehr als die Hälfte der gesamten Zormallo- nen gegenwärtig nicht an der Vordost, und Ostgrenze Polens, son- dern an der Grenze des mit Polen im Frieden brflndllchen Deutschen Rciche» steht. Di« Deutsche Regierung hat stch veranlaßt gesehen, wegen der vorstehend geschilderten Tatsachen erneut bei den eingangs erwähnten Regierungen vorstellig zu werden. das valuta-Eienü öer Schweiz. Aus der Schweiz wird«s geschrieben: »Die Schweiz wird noch in ihrer Valuta ersticken." So konnte man' Ichon vor einem Jahr» von führenden schweizerischen Poll- tikern hören. Diese Prophezeiung scheint stch zu erfüllen. Die industrielle Krile Hot stch In den letzten Wochen außerordentlich ver- schärft, und die Arbeitslvsigkeit hat-inen Grad erreicht, der heftige Beunruhigung verursacht. Nach den amtlichen Fesistellungen sind zurzeit über 106 000 ganz oder teilweise Arbeitslos« vorhanden. Man befürchtet daher bolschewi' ische Putschversuche. Unter dem Eindruck dieser Befürchtungen ist vielleicht auch ein Erlaß des«id- genösiischen Justiz- und Polizeidepartements zustande gekommen, der von den Polizeibehörden die Abschiebung aller ent- behrlichen ausländischen Arbeitskräfte fordert. Da. mit«erden auch dl« deutschen Interessen stark berührt. Denn zahlreiche deutsche Arbeiter wurden bereits zur Rückwanderung nach Deutschland gezwungen und diese unfreiwillige Rücksluwng wird sich anscheinend noch ganz erheblich verstärken. Besonders hart betroffen werden davon namentlich die frühe- ren deutsch e-n Wehrmänner, hunderte van ihnen warten heute noch vergeben« auf die Genehmigung zur Wiederei greife in die Schweiz. Es ist ihnen aber auch nicht möglich, ihre Familien nach Deutschland kommen zu lasten, weil sie dort keine Wohnunren finden können. Dazu kommen nun die zahlreichen deutschen Fa. Milien, die infolge der Arbeitslosigkeit Ihrer Ernährer gezwungen werden, die Schweiz zu verlassen. Aus den Notstand, der dadurch hervorgerufen wird, wüsten die zuständtgen deutschen Stellen mit besonderem Ernst und Nachdruck hingewiesen werden. Au» den Kreisen der Rückwanderer kommen erbiltert« Klagen über die Art, wie man st« in Deutschland vielfach aufnimmt, | Die gegenwärtige Wirtschaftskrise in der Schweiz ist, wie schon [ angedeutet, auf den hohen Stand des Schweizer Frankens zurück- , zuführen. Der Industrie wird dadurch jede Ausfuhrmöglichkeit unterbunden Ganz abgesehen davon, daß mit der Beendigung des Krieges ohnehin der Absatzmarkt verringert wurde. Besonders hart getroffen werden durch die Krise die Textilindustrie, die Uhren- Industrie, die Metall- und Maschinenindusirie, die Konfektion»- und Lederindustrie. Die Hoffnung, daß die Krise bald vorübergehen wird, ist recht gering: eher ist zu befürchten, daß die Schweiz wirtschaftlich ernsten Zeiten entzezengcht. Für deutsche Arbeiter ober wird der schweizerische Arbeitsmarkt— von wenigen Ausnahmen abgesehen— vorer st ganz verschlossen sein. 9le Reaktion freut s i ch über seöen Zuwachs See Kommunisten Die Drgefch wartet auf eine Dummheit öer Kommunisten Die Unabhängigen geben heute ZU/ Sah chre bisherige Politik falsch war Arbeiter! Augen auf! Wählt Sozialöemokratische Partei DeutschkanSs SPD V WlMWWWwW poiizeibeamtegegenpriesüorff-Jntriganten Der Dertretertag der Landesgruppe Groß-Berlin des„Verbandes der Beamten der Schutzpolizei Preußens' beschäftigte sich lehr ein- gehend mit der Angelegenheit P r I e s d o r s f. Zunächst wurde über einen Artikel verhandelt, der in der„Morgenpost" und anderen rechtestehenden Blättern veröffentlich worden ist, und in dem Vor- veröffentlicht, über deren Köpfe hinweg dieser Artikel von vier Voo standsmitglieder lanciert wurde. In der Auesprache hierüber erklärten alle Redner, die als Aer- treter Grvß-Berlins im Namen ihrer Kameraden sprachen, daß die Behauptung jener Notiz ganz unn, treffend ist und entschieden zurückgewiesen werden müste. Einstimmig wurde darauf folgende Entschließung angenommen: Der Vertretertag der Landeegruppe Groß-Verlin mihbilligl auf das schärfste die Stellungnahme einzelner Mitglieder des Vorstandes im Preußischen Landesverband, und zwar der Käme- raden Appelhans, Sprenger, Lisfon und S u l i m m'a, wie sie in der Pressenotiz der„Morgenpost" vom 10. Februar 1S21(Morgenausgabe Nr. 34..Abeqas Rückzug") veröffentlicht worden ist. Die Landesgruppe Groß-Verlin erklärt, daß sie allen Presseartikeln in dieser Angelegenheit vollständig fern steht und sich jegllcher Siellungnahme hierzu enthalten wird. Die Urheber der Entschsteßung wurden in der Diskussion aus- gefordert ihr Amt niederzulegen. Sie oerließen hieraus ohne Antwort den Saal. ÜIrti zweiten Verhandlungstog wurde Stellung genommen zu einer inzwischen von diesen Dorstandsmitgliedern dem„Berliner Lokal-Anzeigcr" übermittelten Erklärung, in der behauptet wird, daß in Groß-Berlin sich unter den Sicherheitepolizeibeamten ein„sozial- demokratischer Ring" gebildet habe, der bemüht sei. sozialdemokra- tisch gefärbte Parteipolitik in die Kreise der Polizeibeamten hinein- zutragen. Die übenniegende Anzahl der Beamten habe sich'für Priesdorff ausgesprochen, auch die Beamtenausschüsie. Die Stim- mung unter den Berliner Beamten sei so. daß die Entschließung ihrer Vertreter auf der gestrigen Tagung keineswegs ollgemeine Billigung erfahren werde. Sämlllche Redner sprachen sich auch gegen die Behauptungen tiefes Artikels aus. Es sei v o l l st ä n d> g musgeschlossen, daß größere Teile der Lnndesgrupp« Groß- Berlin und des Landesverbandes Preuüen das Dorgchsn einzelner Vorstandsmitglieder in dieser Angelegenheit decken. In der Debatte wurde ferner darauf hingeckitesen, daß durch derartige Machenschaften der Spaltungsprvzeß in der Beamten- fchaft gefördert würde und daß deshalb den erwähnten Vorstands- Mitgliedern des Preußischen Landesverbandes sMZiche weitere Betätigung in der Organisalion zu unlersgg-m sei. Die Forderung des Preußischen Landesverbandes, ihm«in Aertr-'uensvotum zu er- teilen, lehnte der Bertretertaq ab.— Bei den Vnrstandswohlen der Landeegruppe Groß-Bertin wurde Oberwochtmeistcr T o p l i ck zum Ersten und Leutnant Maiwald zum Zweiten Vorsitzenden ge- wählt.... Gibt es eine Rote Rrmee? Am Montag beginnt vor dem Eondergericht beim Gnipven- tommando II iu Kallel die Berbaiidlung gegen eine Anzabl Per- Ionen, die am l9. Januar im Rubigebiet in ter der Beschuldigung verbaftet worden sind, sich gegen die Beroidnnng des Reichs- vräsioenten vom 80. Mai lOLO vergangen zu baben. Für d-m Prozeß find mehrere Tage vorgesehen. Die Slnklogebehörde will nach der Meldung einer Korrespondenz beweisen, daß es eine über ga>iz Deutschland verbreileie R o i e Armee der B.K P D. a>bt. sür der?» Miigiieter die a l l a« m<> n« D i» n st v t l i ch t herrschen 'oll Wird dieser Beweis erbracht, dann werde» sich voranSüchiltch an diesen Prozeß noch ein« Reibe weiterer Prozesse gegen Aiige» börioe die'er an«blichen Roten Armee anschließen.— W>r sieben den Angaben über die Note Armee sehr ssepnich gegenüber, die sich schon ein dutzendmal alS Tp'tzelvb.rnta'ie erw'e'en bat. Im übrigen wird man daS Erg bnis des Prozesses abzulyanen haben. Ein peinlicher Beweisantrag. ersten, 11. Februar. sWTB.) In der beuligcn. Perhanblimo des spgenai'nieii Wasieriurmprozesles(vgl Nr. 34 d..Vorwärts�) wurde die Vernehinnng der Aiigeüagten sortgesdtzt. Verteidiger Dr. Lebt) stellte den Antrag, den General von Wolter votrr WehrtreüSkominando Münster und den Major W u t s von � der grünen S s ch e r b e> 1 S v o l> z« i in Esten e i Fengen zn lade»»im Beweise da'llr, daß be de aus ieifen der fiappregierung qestanden häkten. a"» im rhentisch rdeüMHichen Fndiistriebeziik die veisastungsinäßig» Regierung mit Wnsfengewalr onaegriMen� winde und die Arbeiier nicht nur das R-cht. sondern Auch die Sticht gehabt hätten, die versastnngsmäßlge Regierung sogar mit astengewalt zu fchÜhen. Neber de» emirag wird morgen etile j schied«».(Der Antraa dürste gewissen Leuten sehr Peinlich sein. 'Red. d.»DorwärtS'.)• 4 Wirtfchocst Ein internationales warentausthamt. Im»Gewerkschaftlichen Nachrichtendienst" macht Gen. Dr. Alfred S t r i e m e r beachtenswerte Vorschläge für eine soziale Neu- organisation des Außenhandels, dl« wir nachstehend im Auszug wiedergeben Im reichen Amerika verbrennt man Korn, well es im Dreis« t'efer steht als til Kohle. Dort werden mit Baumwolle gefüllte Speicher in Brand gesieät, um die Preise aulzubestern.'' In Mitteleuropa, besonders in Deutschland und Oesterreich, reicht dos Brot nicht aus und fehlt die Baumwolle, um die notwendigsten De- kleidungssiücke herstellen zu können. Millionen Arb« ist äste liegen brach, den Seeschiffen sebit es on Frachten, in den Haushaltsplänen der Nationen klaffen riesige Defizit«. Fehlbeträge, sür die vergeblich Deckung gesucht wird. Mo liegt die Ur'ache der furchtbaren Störungen�' Zwischen den Körn und Baumwolle erzeugenden Farmern Amerikas und den auf diele lebensnotwendioen Güter angewiesenen Arbeitern Evrovas fehlt diejenige Verbindung, die den Ausgleich in der Bedürinisbefr'edioung herzustellen ver- mag. Der Weltb anbei, der stch diese Ausgabe ja gestellt hat, versagt, er verfLgt zwar über gefüllt« LagerbSuser, läßt aber doch die Arbeitswilligen bungern und frieren. Dem Arbeits'o'en aber verwebrt das Gesetz, sich anzueignen, was ihnen fehlt: es muß es wn. um die„Ordnung" zu erhallen. Well der Handel nur im elaenen Intereste handelt un> spekuNert, und well dabei die Arbetterllosen der Völker bittere Not leiden wüsten, kann dies« nur überwunden werden, wenn das Eigen- i n t e r e s s e des Handels dem volkswirtschaftlichen Interesse Platz machen muß. Redet nickt von Geld und Dalutal Nehmt Waren In die Hände und tau'cht sie aeaen das, was w'r so bitter dringlich brauchen. An der Arbeiterschaft selb st lieot es, ibre Macht einzu- setzen, die internationale Solidarität der Arbeiterklasse zur Hilfe zu nehmm. Ein internrt'onakes Ardeitsamt ist Ins Leben gerufen worden, aber ein internationales Warentaus chamt ist nicht weniger bedeutungsvoll. Seine Aufgabe müßte es lein, Ueberfluß und Mangel in d?r ae'amten Weltwl'4schalt aus Grund genauer Beobachtungen festzustellen und den Ausgleich zu veranlasten mit Hilfe emes sozialen Welthandels. Di« in sün öfter Zeit zwischen Deutichland und der T'ckecho- stowakei grt-offenen Tauschabmachunaen, Zucker gegen Kohl«, auch die Vereinbarungen mit Holland zeigen, daß der Weg des sozmlen Tauschhandels praktisch be'ckritten werden kann. Di? Tat- fach«, daß amerikan'sche Farmer dem deutschen Volk Ml'chkübe imd Lebensmittel zum Geschenk machen, zeigt deutlich genug. daß ste die Wldersinniak-eit der aeaenwö rtigen Wirtschastklaae voll d-areifen. Nehmt deutsche Spielwaren, Musikinstrumente, Glas- und Porzellanwaren und fragt den amerika- n'schen Former, ob er sie gegen Getreide nehmen will? Bon Kali aar nicht zu reden. Heute versauft lovoH die Standard O!l lbr Petroleum als dos deui'che Kallsnndikat sein Kali gegen Dev'sen. In der Weltwirtschaft feblt die Arbeitsteilung, kapita« listische und nationalistisch« Interessen süb"«n zu Ablverrunpen der Wkrtschaftrvöller geymeinander, onsialt daß ste stch zu ae'ell- schaktlicher Zusammenarbeit f'nden. Ilebe�vrodult'onen smd bei dem Rie'enbedarf der Menschheit eine völliae stnmäalichkeit. Würt« eine volkswirtschaftüche und wettwirstchostllche Denlwe's« die Geselllltzasts- Wirtschaft der Erde leiten, e'n bewußtes Zu'ammenarbei'en on Stelle des Geaeneinonderarbeitens bestehen, dann würden wir bald er. kmnen. daß noch viel zu wenig Hände da sind, um eine Weltkultur zu schassen. Desha'b wüsten wir uns für d'e Forderung einsetzen, daß das international« Proletariat die Schastung rtnes Waren» taulchamtes erzwingen muß, das in dem Chaos der kapita- listl�hen Gütererzeugung die Weg« für den Ausgleich zeigt. Freigabe der Vieh- nnd Fleifcheinfuhr. Durch eine Bekannt- machnng des Relchsministers für Emährunn und Lnndwlrtschaft wird mit Wirkung vam 15. Februar 1921 ob die Einfuhr von leben- deni Schlochllvieh. Lämmern, Schnfen, Zielen. Schweinen, frischem Fleisch, Schweineschinken. Schoffleisch, Schweinespeck, frisch oder einfach zubereitet. Schm-inestanen. Ta'a von Rindern und Schafen freiqeqeben. Don vielem Zeirvnnkt ob bednrf es also einer Einfubrbewillin'inq für diese Waren nickt m�br. Jedoch sind die �bestehenden sanitäts- oder seuchenpolizeilichen Vorschriften auch in Zukunft zu beachten. Der Samvf nm die Sabausfuhr. Wie wir kürzlich berichteten. sind Bestrcbunaen im Eanoe die bisberjae zenttole Orgpnllot'on der Sa>rausfuhr zu durchbrechen. Ein Teil der Kaliwerke ha» ein« eiaene Äusfvh-oroonl'ntion Uir Selz gegründet. Gegenüber dies«v Bestrebungen bat d'e R« I ck s r e g i e r u n g kürzstch erneut Stellung genommen und betont, daß die geaenwärtloen unüberstchtlichen wirt- fchaftlichen Verhäitniste und die Finanznot des Reiches auch weiter» hin für absebbore Zeit rtne zentralisierte W I rtl cb a s t s- v o l I t I k auf dem Gebiet der So'zausfubr erirrder«. Besonders ist d'es wegen dar zwischen Deut'chland und anderen Ländern zu icksteßenden Kompensationsverträge notweirtig, deren Durchü'cknmq noch ein-r kur'l'ch'm Hauvtau'schuß des R-ichswges vom Minister des Aeußern. Dr. Simons abaenckenen Erstärung durch df« in straff crromststerte Errn-toertiände ni'ctfimen'-efcMnrienen Interessenten am sichersten gewähtteiM tv'rb.— Die Reichs. reaieruna w'rd doder unter allen Umständen on d'e Aus» fuhrkont'vlle und der zentralen Reae'una der Ausfuhrpreise für Sa'z durch eine einbelliiche Stelle, durch die dies« Regelung nur wirksam durchgeführt werden kann, iesiholten. Die van'ertchiebun�en vor dem Re'ck»wl-stchast,rat Im vor- läu'iaen Reichswlrtlchastsrgt beschäftigte man sich eingehend mll den V« r s ch! e b u n a e n v o n D r u ck p o n i e r. Der Borsttzende wies kurz aus dl« Vorpeschlch'e hin. Das Druckpavierobkommen zwllchen dem Verband deutscher Druckpap'erfabriken mid Exporteuren hatte den Zweck, durch eine kantinentier'e Ausfuhr vatuiaaewinn« zur Niedrloho'NiNg der Druckpapiervreise für den In'ondebedarf, besonders der Presse, hereinzuholen Es ist dadurch in Frage gestellt. daß im Aussand« deut'ches Druckvapier 2 b'S 2�0 M. n'edriger als zu dem von der Realerun" festgesetzten Preis ongeboten wurde, das auf nn recht! ich« Art, vor allem als Klolestpanier, über die Grenz« gebracht worden Ist. Es sollen 200 bi« 500 Waagons ver. 'ckoben worden sein. Der ReichsbevollwSchtiote der Außenhandels- stell« für das.Punierfach, Rechtsanwalt Lammerg, erklärte dazu, daß der Umkeng der Sck'ebunoen stch noch wcht überseh-n lasse, daß ab»'- Beamte der Außenbandelsstell« nicht MIttS'ter seien. Der Feb'er,'omest er diese SV>m stberdauvt trefse,>i«g« Im System. da» unüberstchstich sei. Die Arbeitnehmer lecken dar. daß ein Neckallen der Anßenhanbelskontrost« ein Ai'sckeichen an Welt- Marktwerts auf allen Gebieten, auch bei den Löhnen, zur Fckie haben wüste, wovon die istusmirkiiNgen nicht abzusehen seien. Sie traten für die Kontrolle ein. bedauerten die«inqertstem Korruption und sprachen die Vermutung aus, daß das Berlaaen der Kontrolle vielleicht an der Stellenbesetzung der Aemter mit solcken Leuten liege, die das Nichtsunktionier«! der Kontroll« gern beweisen wollten. .Frstrm nnd Dlnidendengarantie. Die Aktienbrouerei Friedrichs- Hain ging im letzten Jahre auf d!« Löwenbral'erel A.-ffl in Berlin. Hohenschönhausen Über und führt« von dem Tag« des Zusammen- sth'uste» on den Namen A k tl e n g es e< l> cha st s 0 r B r o ue r e i. Unternehmungen. Hatte b!« Dividend« der Brauerei Fviedrichebain. in den letzten Jahren zwi'cken 0 und 6 Proz. ge« ichwankt, so werden in' diesem Jahre V& Proz. vorgeschlagen. Da? ist der Dividendensaft, der in tent Fusionsvertrag von der Löwenbrauerei garantiert worden war. GewerkstHafisbewegung Ver Streik in öer Herrenkonfektion. In einer sehr stark besuchten Versammlung der Streikenden die am Freitag mittag im Saale der Brauerei Königstadt tagte. berichtete die Streikleitung, dag der Streik in Berlin restlos vurcbgefübrt mirb. Alle Betriebe sind stillgelegt. Rund 2000 Aibeitnebmer befinden ficb im Streik. Die auf Verlangen des ArbetigeberverbandeS ausgesprochenen Eni» lassungen werden von den Arbeitnehmern mit kaliem Lächeln aus» genommen, denn man weih, daß es fick nicht um eine ernst zu nehmende Mafinabme bandelt. Hat dock eine grohe Firma in den den Arbeitern übersandten Entlassungsschreiben ausdrücklich gesagt. die Entlassung erfolge, um der Form zu genügen. Nicht nur in Berlin, sondern auch in allen anderen für die Branche dedeutenden Orten wird der Streik auf der ganzen Linie durchgeführt. Der Kampf ist im ganzen Reiche entbrannt und nimmt einen günstigen Verlauf. Ueberall herrscht Einmütigkeit und Enischlofienheil, so daß der Sieg der Streitenden mit Sicherheit zu erwarten ist. Der Verlauf der Versammlung zeigte, daß die Streikenden von der besten Stimmung beseelt und gewillj sind, den Kampf nach den von den Organisationen beschlosicnen Gesichtspunkten zu führen. Der Versuch eines kommunistischen Redners— der keiner Gewerkschaft angehört—- durch unsachliche Kritik der Gewerkschasls» leiiung und der Streiktartik die Einheitsfront der Streikenden zu stören, wurde von der Versammlung einmütig und entschieden zurückgewiesen._ Streik in den Geldschrankfabriken und Schloffereien. Die Angestellten der Geldschrankfabriken und Schlossereien, die seit dem Juni vorigen Jahres keinerlei Gehalteaufbefferungen mehr � erhalten hatten, stellten Anfang Dezember nach vorhergegangener Kündigung des Tarifvertrages Gehaltsforderungen auf, die sich trotz der feit dem letzten Tarifabschluß eingetretenen starken Preissteige- rung aller Lebensbedürfnisse in bescheidenen Grenzen hielten. Die! Arbeitgeber, die besonders in den Geid'chranksabriksn noch Angabe ihrer eigenen Vertreter fest geraumer Zeit sich einer Hochkonjunktur zu erfreuen hoben und glänzende Geschäfte machen, boten den Ange- stellten einige Bett-lifennige, indem sie sich lediglich zu einer lOpro» zentiaen Erhöhung der völlig urrzureichenden bisher! gen Gehälter bereit erklärten. Auch muteten sie den Angestellten zu, angesichts der Taufende von arbeitslo'en Kollegen sich mit einer A r b e i t s z e I t- Verlängerung einverstanden zu erklären Hiermit nicht genug, forderten sie auch noch, daß die Lehrlinge, die bishüi- im Tarifvertrag mit erfaßt wurden, ihnen zur uneingeschränkten Ausbeutung überlassen würden. Der von den Anoestellien angerufene Schlichtungsausschuß fällte «inen Sckiedschruch, der eine?0?rozentiye Geha'tsrhöhimg vorsah. Aber auch d�s« so bescheidene Erböhung war den sicher'ich nicht not- le'denden Arbeitaebern schon zu hoch, und so lehnten sie den Schiedsspruch ab. D'« Angestellten iahen sich nunmehr nach Erschövfung aller friedlichen Mittel zur Anwendung gewertschast- sicher Kampfmittel veranlaßt, boten ober den Arbeitgebern jn letzter Stunde nochmals die Möglichkeit, durch ihre VerbanMungsbereit« schalt den Streik zu vermeiden.' Allerdings mußten die Angestellten auf Grund der mit den Arbeitgebern bisher gemachten Erfahrungen für diese Verhand'ung eine feste V«rhcmdlunasgrun''laas fordern. D'ese wurde jedoch von dem Arbeitgeberverbande abgelehnt, und so traten nunmebr die Angestellten, deren Geduld erschöpft war, a m Freitag mittag in den Streik. Soweit die Angestellten von Kleinbetrieben nicht mehr recht« zeitig direkt benackirchtigt werden tonnten, werden sie hie-mit aus- pekordert, sich diesem von den unterzeichneten Organisationen ge- sührien Streik mmerzüal'ch anzuschließen. A Die Zenwol-Streikleitung tagt im Restaurant„Schwedenzelt", Ber'in R. 20, Schwedenstr. 1(T elevhon Moabit IlSbt. Auskünfte sind Nzrt einzuholen. Die erste Bcrsamnfiung der Streikenden findet am Sonnabend, den 12. Februar, vormitwqs 10 Ubr, im Saale der Lbsen-Brauerei, Badstraße, Ecke Hochstraße, statt. Erscheinen ist für olle Streikenden unbedinore Pisicht. Ortsknrtell des A'a-Bundes. Deutscher Werkmeisterverband. Bund der Technischen Angestellten und Beamten. Zentralverband der Angestellten Kommunistische Niederlage. Jn einer Vei'ammlung der BelnebSiäw der Holzindustrie wurden die Wihlen um Fentralra?. zum Osiiivvemal und zur j Betriebsräte- Generakverfammkmig vorgenommen. Gegen einen Borschlag deS BersammlungSleiierS. die Mandate nach dem Ber« hältniswahlv er fahren auf die Parteien zu»eneilen. protestier«« der Redner der Kommunisten. Dafür gingen sie bei der Wahl ganz leer aus. Bei allen drei Wahlen fielen die Mandate den MebrheitSsoziaiisten und Unab» h S n a i g e n zu. Diese» Resultat war nur möglich, weil unsere Genossen in großer Zahl in der Versammlung erschienen waren. während sie bisher die Kommunisten allein die Versammlungen beherrschen ließen._ Abwehr der Zersplitterung. Halle«.d.Z, 11. Februar.(Eigener Drabibericht de».Vorwärts'.) Jn Halle tagte gestern abend eine vom Ausschuß deS A.D.G.B. ein» berufene Sitzung, an der lämtlicke Hallesche Gewelkichastsvorstände «eilnabmen. sowie die Bezirksleitungen der einzelnen Verbände, soweit sie in Hall« onsäifig sind. Von jedem Verbände waren drei Bemeter entsandt. Die Beranlnsiung zu dieser Konserenz war ein Beschluß des kommunisiischen Halleichen GewerkschasiskartellS, mit der Wirtichait» lichen Räteorgantsation eine organisatorische Verbindung ein- zugehen. Da dieser Beschluß gegen die GrundiStze des Allgemeinen Deutschen GewerkschastSbundeS verstößt und weiter das Treiben der Kommunisten in den Verbänden lediglich eine zersetzende Wirkung haben kqnn. wandten sich bereit« sozialdemokratische und un-- abhängig« Gewerkschaftsmitglieder dagegen, indem sie ei» provi- ioris�iesOrtSkartell bildete,, und ausiorderten, Beiträge andaS kommunistische Gewer kschastskartell nickt mehr abzuführen. Jn der gestrigen Sitzung kamen die schwertplegenden Folgen kommunistischer Zerstörungslaklik>n den Gewerkschaften genügend zur Sprache. Der Verireier des Transport» arbeiierverbondes. Schlimme, tühne dabei an. daß viele Gewerk» fchäften in ihrem Kampf um Berbesimmg der Lebendsbedingungen für ibre Miigueder oft deshalb kein« Erfolge hoticn, weil die stärkste Gewe«kschasi in Halle, der Metallarbeiterverband, im ver- gangenen Jahre durch den Widerstand der Kommunistiichen Partei in seinem Lobnkampf lahmgelegt wurde und die Metallarbeiter deshalb jetzt io geringe Löhne erhalren. Das eisige Schweigen der anwesenden Kommunisten bewies zur Genüge, wie zutreffend diele Beweierührung war. Die Mitteilung de» vezirksleiler« de» MelallaibeiierverbandeS. Rößlcr, daß drei in die OrtSverwallling dieses Verbandes von den Kommunisten nrugewöhlie Mitglieder dechaib nicht bestätigt werden konnten,»vril sie sich finanzieller Verfehlungen schuldig gemacht haben, ließ erkennen, welcher Elemente siw die Kommunisten in ihrem Kampf gegen die gewerkschaftlichen Grundiätze bedienen- Bis v o l l st ä n d, g e Neuwahlen zu den OrtSlartellen vor- genommen werden, sollen die Flmktionen eines Ortsausschusses des A.D.G.B. für Halle einem provisoriichenKartell Lbertragen weiden. Gelder find nur an den Beauftragten dieses Kartells ab- zuliesern. Unter Parteiorgan in Halle, die.BolkSstimme", schreibt über dies« Sitzung folgende«:.An de» Kommunisten wird es jetzt liegen, ob die Geschlossenheit der gewerkickaitlichen Bewegung gewahrt bleibt, oder ob die Zersplitterung zur vollständigen Obvmacht auch der GeweikschastSführüng führen wird. Tie Kommunisten haben die Entscheidung in der Hand. Mögen sie zeigen, daß sie da» Dort von der Einhri Sfron« nicht nur im Munde führen. Hier können sie zeigen, wa» wahres daran ist." Tarifverhandlungen in der Schuhindustrie. Am 21. Januar fanden in Frankfurt a. M. zwischen den Arbeit- aeber- und Arbeitnehmerverbänden in der Schuhindustrie zentrale Verhandlungen über Lohnforderungen statt, die sich äußerst schwierig gestalteten. Obwohl die Vertreter der Fabrikanten- verbände schon einige Tage vorher zusammengekommen waren und über die Forderungen der Arbeiter verhandelten, konnten sie sich auf ein gemeinsames Angebot nicht einigen. Besonders waren es die beiden pfälzischen Fabrikantenvereine, sowie der Deutjche Hausschuh- fabrikontenverbanb. die den Forderungen der Arbeiter äußerst scharfen Widerstand entgegensetzten. Der letztere Verband wollte lediglich den verheirateten Arbeitern, und auch nur denen mit erwerbslosen Kindern unter IS Jahren,«jne Zulage gewähren, die noch dazu in recht umständlicher Weise verteilt werden sollte.- Es warep aber auch einzelne Fabrikanten darunter, die gar nichts bewilligen wollten. Roch langen schwierigen Verhandlungen kam dann mit dem verband« ber Deutschen Schuh, und Schäftesabri- kanten folgender Nachtrag zum Zusatzvertrag für die Schuhindustrie zustande: Es wird an alle Arbeitnehmer auf die jeweiligen Wochen- Verdienste ein Lohnzuschlag gewährt von 10 v. H. für die Altersklasien über 18 Jahre und 5 v. H. für die Allersklasien unter 18 Jahren. Dieser Lohnzuschlag wird mit dem bereits am 18. Oktober 1920 gewährten Lohnzuschlag von 10 o. H. ver- einigt, so daß also zukünftig folgende Lohnzuschläge bezahlt werden: An alle männlichen und weiblichen Arbeiter in den Alters- klasien über 18 Jahre statt seither 10 v. H. jetzt 20 v. H� und unter 18 Jahren statt seither 10 v. H. jetzt 15 v. H. Dieser Lohnzuschlag ist erstmals am ersten Zahltag im Monat Februar zu bezahlen. Die beiden pfälzischen Arbeitgebervereine sowie der Deutsche Hausschuhfabrikantenverband liehen durch ihre Vertreter erklaren, daß die Zustimmung zu dieser Vereinbarung erst ihre Verbände oder deren Generalversammlungen geben konnten. Der Deutsche Haus. schuhfabrikantenverband ist nun auf seinem Verbandstage in Leipzig am 1. Februar ebenfalls dieser Vereinbarung beigetreten. Nach- dem die größten Arbeitgeberverbände der Vereinbarung ihr« Zu- stimmung gegeben, ist anzunehmen, daß auch. die beiden pfälzisch?» Vereine der Vereinbarung beitreten und damit dürfte der Arbeits- frieden in der Schuhindustrie zurzeit bewahrt werden können. Eisenbahner öerlinsl veauftragt Eure Delegier len zur Generalversammlung am Sonntag, den 13. Februar, für die Liste der Ocisverwaltung Willi Schulz zu stimmen._ Lohnbewegung der Mineralwasserarbeiter. D>e in'der Mmeralwassennvustne und in d?n BierverlagS- betrieben beichäfiigien Arbciler, Arbcilerinnen um uischer nahmen am 10. d. Di. ,n einer gut bcsucklen Versammlung itefliing zu de» Lobnvorschlägen. die der Verband der Uiilernebmer- den Geieiliaien oemackl ba«. Liebenow vom Deuischen TranSporiarbeiler-Ver» band berickteie, daß die Kommiinon der Arbeitgeber wohl Zu- geständnisie gemackr habe, die jedoch mit Rücklicht auf die Zerr- verbälini'ie den jetzigen überaus niedrigen Lodniätzen nichr ge- nüaend Rechnung tragen. Die Löhne selbst datieren noch vom 1. Mai>920 und bedürfen einer sebr erbeblichen Auibesseriu'g. 30 bis SO M. pro Woche sind zwar ein Zugeständnis, bleiben aber gegen andere, ähnlich gelagerte Jnduürien erheblich zurück. Fit der Diskussion wurde betont, daß eine joforlige Arbeitsniederlegung die richtige Amwort wäre. Die Arbeitgeber haben den Vorschlag gemacht, den SchlichiungS- auS'chllß Groß-Berlin zur Eulicheidiing anzurufen und find bereit, sich dem Urteil vom 1. Februar 1921 ab zu unterwerfen. Ein An- trag, den Schiedsspruch abzuwarten, wurde gegen eine Siimmo anoenommen. Zu einer n?»eir Versammlung werden die Mineral» wafierarbeiier von der Organisation gerufen Werdens LtbeitS» einstellungen sind daher zunächst zu vermeiden. Die Sleinholileger und Helfer von Gttß-Verlln stehen seit dem 10. Februar 1921 im Streit. Wir ersuchen alle baugewerblichen I Arbeiter uns in diesem Kampf zu unterstützen und darüuf zu achten, daß keineStreikarbeit ausgeführt wird.— Die Streikleitung. Die Lohobewegung der Artisten. Bei den Verhandlungen der Artisten mit den Arbeitgebern ist es zu einer Einigung gekommen. Es ist eine Monatsgage von mindestens 900 M. vereinbart worden. Aagestellte der Vrokversorgunq. hauvikartenamt und Zuckerver- sorqung. Mitglieder des Zentralverbandes der Angestellten. De? kommunistisch gerichtete Betriebsrat will die Abstimmung über den Schiedsspruch v e rh in.d er n. Erscheint deshalb heute, am 12' Februar, um Uhr im Goldenen Löwen, Juden- straß« 55, zur A b st i m m u n g. Mitgl'edsbuch legitimiert. Wer nicht erscheint, geht seifies Abstimmungsrechtes verloren. «ttbaad der Brouerei- und Mödlcnardelter und»erwandter Beruf»gea°I?cn, Berlin. Dienstag,« Uhr, im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 10,11, Generalversammlung. Tagcsorbnung: Geschäfts- und» Kassenbericht. Neuwahl de» Borstandes und BcrbandsanacleaeUhciten. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches oder der Mitgliedskarte. gentraloerdand de« Fleischer. Gencralvcrsammlunq sämtlicher Lektionen und Bezirk« Mittwoch, 7 Uhr, im„Böhmischen Brauhaus", Landsberger Allee 12, Ohne Mitalie'>ednch resp.-karte kein Zutritt. Sewerlschaftskartekl Nowawcs. Montag, Uhr, bei Himle Sitzung das Gewerkschaftskartell,. Der Kartellausschuß. Derantw<2r den redakt, Teil Dr. Vcrner Briser, Cbarlottendurg: für Anzeigen: Tb. a»»e«e Mmi-MWlW im große« Saale der Berliuer Bockbrauerei, Fidicinstraße 2/9. Tagesordnung: Bericht von der T-rrifausschußsitznng. Zu dieser Versammlung sind eingeladen die velegwrken, vertrouunnluul», tratz Dratfctaltaliietcr. 28(17- _ Ohne Legilimattonskar t« kein gutritt..._ Der«»»»»irklaad. In Dosen aller Größen ü oerall erhältlich Fabrik: Urban& Lennm, Charlottenburg ÄÄ? Terpentloölware Leipziger Sirasse Rosenlhaler Strasse König- Strasse Moritz- Platz Ullsiein Schni 11 musler Konkurrenzlose Preise! Pahrradreifen 48-*«. Qarantierelfen........ VOn 70.- m. u Qebir�srelien, orima....... 80- M.<, Jahr Oaranile) Pahrradsch täuche«>« oammi.. I65* m ms a«- m. ■ li'n i« Karbid..... Oal» AatweHSn. und MAvHeOcf*' ßer,in- Elsasser Str.«9 Fahrrad-Haas um Rosen(haier Tor MnWe ioiinong int ZMvW iNizerslkmii m MWe» Alle Tteuerpflichtiaen werden dierdurch uusgefordert, die für da, IV. Nie teljadr(Januar/März 1921) des Rechnung,». sahres 1020 fällig werdenden Steuern und Abgaben(Reichs- einkommensteuer— vorläufige Bercncogungen—. Srundfieuen Gewerbesteuer. Hundesteuer, kanalijations- und Mülladsuhr» grdützren) spätestens bis zum 12. Februar 1SS1 an die znfiänbige Gteuerzahlstelle bzw. die Hundesteuer an da, Einziehungsamt adzussthreu. Besondere Rahnzetlel werden nicht behändigt. Bei Ueberiendung de, fälligen Belrage« aus bargeldlose» Mege oder durch die Dost muß die Ueberwcisung so recht- zeitig erfolgen, daß der Betrag spätestens am IS. Fe. bruor d. Z. bei der zuständigen Steuerzahlsteste oder dem Elnzlebougsomt eingegangen ist. Durch ein etwa schwe' ende» Rechtsmittei wirb die Zadlunq nicht aufaedoben. A» 13. lhebruar t. Z. beginnt die tosteapsttchlig« Zwaagsbeitreibung. ahurlotlenburg. den 8. Februar 1921. Ter Magistrat � Hochelegante, aparte � Schlafzimmer weiß- und rilendriolrckicrt. Schrank, 18, cm, ovaL facetL Spiegel, rroBe PHslertoltette, mit drei Siegeln, rroste Betten, Umbau, Apotheken, Matratzen usw. ermäßigt auf M, 5950.— Kleinere Scblaizlmmer,' saube-e Ausführung. we. Black, komplett von M. 2S7S,— an. 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