..73 38. Jahrgang Ausgabe fir. 37 Bezugspreis: erteljährl. 30,- 2. monatl 10,- M. ins Haus, voraus zahlbar. Bost. jug: Monatlich 10,- M., erti 8uTungsgebühr Unter Kreuzbanb für utschland und Defterreich 16,50 SR., das übrige Ausland bet täglich tal. Buftellung 21.50 M Boftbe. ingen nehmen an Defterreich, jarn Tichecho Glowatet, Däne art Holland, Luxemburg, Schweden nd die Schweiz. Eingetragen in Die Bolt- Zeitungs- Preisliste. Der Borwärts" mit der Gonntagsbetlage Bolt und Zeit" und der Unterhaltungsbeilage Seimmelr" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm Adresse: Sozialdemofral Berlin". Sonntags- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Pfennig Anzeigenvrets: Die achtgespaltene Nonpareillezette toftet 3.-M. Teuerungszufching.0% Ricine Anzeigen" bas tets gebrudte Wort 1( suläffig zwet fettgedruckte Borte), febes weitere Bort 60 Big Stefengefuche und Schlafftellenanzeigen das erste Wort 63 fg. tebes weitere Bort 40 Big. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Teuerungszuschlag 50% Familien Anzeigen für Abonnenten Belle 2, M. politische und gewert schaftliche Vereins- Anzeigen 3, bie Zelle ohne Aufschlag Anşetgen für die nächste Summer miffen bis& he rachmittags ti Hauptgeschäft Berlin GW 68. Linden. traße 3, abgegeben werben Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morinplas, Rr. 151 90-151 97 Sonntag, den 13. Februar 1921 Vom preußischen Wahlkampf. Der deutschnationale Parteikrach. Werden wir geführt? Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morispian, r, 11753-54 Genofinnen, Genossen! Am nächsten Sonntag ist Wahl! Wollt Ihr das freifte, um vor ben Wahlen nicht wiederzufehren, deutschnationale Pad triumphieren laffen? wohl aber bis gleich nach ihnen eine völlige Rehabilitierung von Herrn Hergt zu verlangen. Was Graefs Verlust für die Partei bedeuten würde, frage man nur in Mittelstandstreisen. Nein, wenn einer verschwinden muß, ist es Herr Hergt selbst, und das schleunigst, auf jeden Fall noch vor den Wahlen. Vor einer so raschen und einschneidenden, felbstfritischen Tat werden auch die Gegner schweigen müffen, die nur zu genau wissen, wer den unglüdseligen Fall Kerkhoff Nein, in dieser lehten Woche gehört jeder Atemzug der Partei! Zur Kaiserfrage im Oktober 1918. Ein hervorragender Deutschnationaler, einer von ganz rechts, der die Zustände in seiner Partei einfach nicht mehr aushält, läuft wutentbrannt von Redaktion zu Redaktion, um seinen Notschrei Werden wir geführt? Offenes Wort eines Deutschnationalen zum Wahlkampf" irgendwo unterzubringen, stößt aber natürlich überall auf mehr oder weniger höfliches Achfelzucken. Schließlich landet das Manuskript- Gottes Wege find wunderbar! in der Lindenstr. Nr. 3. Der Herr Bon Ph. Scheibemann. Berfaffer wird uns sicherlich dankbar sein, wenn wir seinen lo perfahren hat und Hergt auch den Fall Mart( Judengeld") noch nicht vergessen Als ich den Entschluß faßte, mein Buch) zu veröffentDrang nach Deffentlichkeit befriedigen, indem wir fein Beweis, wie fehr Herr Hergt die Erkenntnis der Tragmeite seiner lichen, mar ich mir pollkommen flar darüber, daß nicht alle Offenes Wort" zu Gehör der breitesten Deffentlichkeit bringen. Handlungen vermissen läßt. An die Spiße der Deutschnationalen scheinlich fogar Stellung dagegen nehmen würden. Wenn ich lesen, wahr Bolkspartel muß endlich eine Berfönliteit treten, fein auch nicht daran denke, mit jedem Einzelnen, der Grund zur Offenes Wort eines Deutschnationalen zum Wahlkampf. schwankendes Rohr mit peinlichsten Angriffsflächen. Herr Hergt Beschwerde zu haben glaubt, nunmehr zu debattieren, so will muß seinen Traum, nach dem 20. Februat preußischer MinisterEs ist gewiß feine alltägliche Erscheinung, daß jemand, der im präsident zu sein, mit dem Demokraten Dominicus als Innen- ich doch einiges fagen zu den Auslaffungen bes von mir hochpolitischen Leben eine immerhin nicht unbedeutende Stelle minister und dem Jesuiten Porsch als fultusminister fo gingen Runde durch die deutschnationale Breffe machen. gefchäzten früheren Kriegsministers Scheüch, die jetzt die einnimmt, vor der breitesten Deffentlichkeit die Stimme erhebt doch wohl die Vorbesprechungen, Herr Hergt, nicht wahr?- aufgegen seine eigene Bartei. Aber die unglaublichen Dumm- geben. Die Bertraulichen Mitteilungen" schließen lediglich des Urteil lauf einer Kabinettssigung unter dem Borjiz des ReichstanzIch habe in meinem Bud) in gedrängter Form den Berheiten, mit denen die Leitung der Deutschnationalen Volkspartei den ab, das sich weiterdenkende und auf eine Tradition fich ftüßende lers Prinzen Mar von Baden geschildert, in der die KaiserBahlkampf in Breußen führen zu fönnen glaubt, und all die anderen Kreise der Deutschnationalen Boltspartei schon längst gebildet haben. frage erörtert wurde, und dabei erwähnt, daß keine Stimme Sachen, die jetzt in der gegnerischen Bresse hohnlachend aufgerollt Predigen wir Reinlichkeit des politischen Lebens, fordern wir fich erhob, um das Berbleiben des Kaifers zu fordern. werden, zwingen jeden, der auch von seiner eigenen Bariei peinlichte die politische Führung im neuen Deutschland für uns, dann müssen Dagegen erhebt Herr Schelich Einspruch, indem er veröffent Sauberteit und Unantastbartett verlangt, zum Sprechen, fei es schließlich auch ums äußerste. Vielleicht hätte man dies Broßreinemachen noch bis nach den Wahlen zurückstellen tönnen; wachdem jedoch sogenannte„ vertrauliche Mitteilungen"-fo„ ber traulich", daß fie nahezu auf der Straße verteilt werden über die Berhandlungen wegen des Eintritts der Deutschnationalen in das Reichskabinett ein geradezu erschredendes Bild von der Führerlofig teit der Deutschnationalen Bolfspartei geben, ist es einfach perfluchte Pflicht und Schuldigkeit, zu sprechen, ehe gerade diese FührerLosigkeit der Bartei am 20. Februar ein Cannae bereitet. Diese„ Bertraulichen Mitteilungen" befagen, daß der Borsigende ber Deutschnationalen Boitspartel, Herr Hergt, fich bei den Berhandlungen eine vernichtende Blöße gegeben hat, ja noch mehr, daß er eine Persönlichkeit ist, die sich durch einen recht negativen Muf wir zunächst an uns zeigen, daß wir diese Forderungen zu erheben auch berechtigt sind. Diesem Zwede sollen diese, mie gelagt, wohl etwas fonderbar erscheinenden, aber unbedingt notwendigen Beilen dienen. Mögen sie nicht unerhört verhallen! Mögen sie auch als Leitgedanken dienen für die Abwehr, wenn unsere Wahlredner und Kandidaten die Vertraulichen Mitteilungen, vorgehalten belommen. licht, was er in jener Kabinettssigung gesagt haben wiil: und rein fachlich bleiben. Es sei die Frage aufgestellt, ob wir bessere Ich wollte das, was bas Gentut beroegt, zurücktreten laffen und rein fachlich bleiben. Es sei die Frage aufgestellt, ob wir befiere Bedingungen erhalten würden, menn Seine Majestät abdankt und dieser Richtung zu tun; fie würden in ber Armee besonders schwere der Kronpring verzichtet. Es läge teinerlei Anlaß vct, Echritte nach Es ist wohl überflüssig zu sagen, daß nach sozialdemokraan bas, was sie beschworen haben, an die Treue gegen ihren Folgen haben. Die Generale und die Offiziere dachtea tischer Auffassung der Plan einer Einheitsfront Regierung& aiser. Nehme man ihnen das weg, so nehme man ihnen auch mit diktatorischen Bollmachten und einer gleichzeitigen Ber- bas, was sie vornehmlich befähigt, weiter auszuharren. Die Stärtagung des Reichstags eine ungewöhnlich grotest geratene tung Wilsons gegenüber England und Frankreich sei nur eine AnKateridee ist. Im übrigen fönnen wir Herrn Hergt getrost den Seinen überlassen. Benn sie nachher zu Hause sind, wird fich fchon alles finden! Der neujüdische Helfferich. nahme. Das neutrale Ausland habe natürlich ein großes Intereffe am baldigen Friedensschluß; es wolle wieder Luft befominen. Die idealen Werte, die wir noch zu verteidigen hätten, fönne das neuauszeichnet, auch vor der Deffentlichkeit für das einzustehen, was fle trale Ausland nicht mit abschäßen. Der immer wiederkehrende Ge hinter den Kulissen verfahren hat. Anders ist es doch nicht zu ver dante, die Abbanfung führe vielleicht zum Frieden, der führe irre. stehen, daß in der Parteileitung nach der Besprechung Hergt mit den Anders, menn wir uns auf den deutschen StandEs ist schwer, vor den Augen der waschechten Antisemiten Grade punt't ftellen und prüfen: Wie sieht es gegenüber all den An Boltsparteilern Rießer und Beder mit der unverantwortlichen zu finden. Wurden schon die Abgeordneten v. Kardorff, Arendt, nahmen mit der Wirklichkeit aus? Wegen der weiteren Ausbrei Furchtäußerung von den meglaufenden vier Millionen Wählern eine Fräulein v. Gierte und ihr Bater, Professor D. Gierte, tung des Rücktrittsgedantens im Bolle müsse sich fragen, weshalb Notiz für die offizielle Parteiforrespondenz verbreitet worden ist, usw. von den Deutschnöllischen aus der Deutschnationalen Partei ge wir feine Gegenwirkung in der Bresse hätten? Man licẞe bas des Inhalts, es hätten überhaupt teine Berhandlungen drängt, fo geht es jeßt den Herren Selfferich, Hergt usw. an Bolt glauben, daß die Regierung derselben Anficht sei, wie die Presse, stattgefunden. Herr Hergt, der doch wohl der spiritus rector dieser den Kragen Vor uns liegt Heft 1 der mit einem großen Hakenkreuz die jetzt die öffentliche Meinung macht. Wir fießen uns von dieser Ableugnung gewesen ist, tann von Glück sagen, daß die Deutsche gezierten Deutschoolfifchen Monatshefte", herausgegeben von dem öffentlichen Meinung treiben und führten sie nicht; wir regierten Bollspartei hiervon rechtzeitig Wind erhalten hat und so loyal war, als Einstein- Freffer fattfam bekannten Baul. Weyland. Ueber nicht, sondern wir würden regiert. Das Demagogische bekäme soben Führer der Gegenpartei vor einer offenfundigen unwahrheit zu die Tendenz dieser Zeitschrift fann man sich, nicht im Unflaren sein, fort e Oberhand, wenn nicht mit einer Gegentoirtung eingesetzt bewahren und ihm Gelegenheit zur Selbstbesinnung zu geben. wenn man das Titelbild( gezeichnet von dem Hafenkreuzmaler Rot- würde. 3mmerhin bleibt es peinlich, daß Herr Hergt von seinen Berhand- gängel) fieht: Ein riesiger Polyp mit gierentstellter jüdischer Frage, lungspartnern ein Mißtrauensvotum dahin ausgestellt erhielt, daß der eine nadt am Boden liegende germanische Jungfrau( zu welchem sich über das zu beschweren, mas ich im Susammenbruch" Ich finde, daß Herr Scheuch wirklich feine Ursache hatte, fie jest jeden feiner Säge niederschrieben und ihm vorlasen. Nach Swede?) übertriecht.( Auf die Hafenfreuzprimaner foll derartiges geschrieben habe. In feinen eigenen Darlegungen eritmert den Vertraulichen Mitteilungen" waren dies folgende Säße: Bildwert anregend wirken.) In dem Leitartikel des Herrn Weyland er zwar an alle von ihm geäußerten Bedenken gegen eine Abheißt es, daß gegen Herrn Helfferich Stellung genommen bantung des Kaisers, aber er behauptet boch selbst werden müsse, denn: nicht, daß er fein Bleiben gefordert habe. Die von 1. Die Bildung einer Einheitsfront soll sich auf eine gemein fame Stellung zur Regierungserklärung beschränken, Darüber hinaus sei nach Ansicht des Abgeordneten Hergt folgendes distutabel: 2. ein Vertrauensvotum für ein Regierungsprogramm für die nächste Zeit unter Selbstvertagung des Reichstags; 3. Ernennung von Ministern mit dittatorifcher Gewalt aus allen in Betracht kommenden Parteien einschließlich der Mehrheitssozialdemokraten(!) unter Selbstvertagung des Reichstags.(!!), Aber nicht das ist das Echwerwiegende an der ganzen Sache, baß Herr Hergt innerhalb weniger Stunden plöglich das anbetete, mas er eben noch verflucht hatte, sondern daß er sich vor pulitischen Begnern fo völlig direktionslos gezeigt hat. Das ist fein Führer einer großen Partei. Er meiß auch selbst, daß er feine Führereigenschaften besitzt, denn er will nach den Wahlen als Barteivorsitzender abdanken. Das ist zu spät, bis dahin dürfte das Unheil über die Bartei hereingebrochen jein. Darum bereiten sich die Parteibeamten auch eute schon auf eine Maffenflucht vor, zum Teil sehn füchtig erwartet von der Deutschen Volkspartei, eine Rorruptionserscheinung im feinen. Damit wird fein Ge heimnis preisgegeben und fein Berrat geübt, sondern eine über die Beschäftsleitung weit hinausgehende Tatsache festgestellt. Herr Hergt jei rur daran erinnert, wie er in einer gemeinsamen Sitzung beider Fraktionen feine Rücktrittsabfichten damit begründet hat, es werde in der Hauptgeschäftsstelle gegen Ihn infrigiert. Damals hat er feinen intimen Freund, den 1. Hauptgeschäftsführer on Bindeiner, von diesem unerhörten. Verdacht freigesprochen and befchüßt, es dagegen zugelaffen, daß das geschäftsführende Bor tandemitglied Abg. Graef Anflam, die einzige noch tatkräftige Berfönlichkeit in der Parteileitung, die Befchuldigung jegt not brungen auf fich beziehen. Leine Tätigkeit einstellte und ob Auch er( Helfferich) gehört zu jenen, die die Deutschvöifischen ihm erhobenen Bedenken habe ich in meinem Buch ja selbst zur Wahl in Anspruch nehmen, fie aber nachher nichttennen. deutlich hervorgehoben. Ich schrieb: Ein Wort Helfferichs, ausgesprochen nach den letzten Reichstags= wah'en, ist hierfür bezeichnend: Mit dem Wahltag ist der Anti- Rüdtritt des Kaisers forderten, eigentlich nicht vorhanden feien, Der Kriegsminister Scheüch betonte, daß Tatsachen, die einen femitismus in der Deutschnationalen Boitspartei vorbei! Helfferich ift belastet mit den Atlüren des ancien regime und wird man rechnenur mit Stimmungen. Jeglicher 3 wang, nie einer Reform in unferem Sinne nüßen tönnen. Helfferich der auf den Raifer ausgeübt würde, werde seiner gehört zu denen, welche die neue 3eit nie verstehen werden Ueberzeugung nach im Heer verwüstend wirten. und stets nach den alten Zuständen schreien! Wir wollen aber Die Generale mürben nicht mehr mit den Herzen nicht mehr das Deutsche Reich, das von einem Duhend Juden, die bei der Sache sein. Um gar fein Mißverständnis auffommen fich in die Reichsbant teilen, an der Nale herumgeführt wird! Wir wollen nicht mehr das alte Deutsche Reich, in welchem neu- 3u lassen, sei ausbrücklich festgestellt, daß die Herren im Kabinett jüdischer Adel dominierte. Aber das neue Deutsche Reich wird sich durchweg auf ihre monarchistische Gesinnung uns Helfferih nicht bringen! Seine ganze Bergangenheit ist eine beriefen, es bandelte sich für sie alle um eine rein taktische unausgesetzte Kette von Beweisen feiner grehtapitalist schen Ge- Frage. Erzberger vertrat z. B. den Standpunkt, daß eine Abfineung. dantung des Kaisers Nachteile haben werde, die zweifellos größer feien als die erwarteten Borteile. Es wird bann weiter ausgeführt, daß Helfferich fein in den burg- Programm ganz im Interesse der Großindustrie aufgestellt habe und bemerkt: Für den unbefangenen Lefer, so scheint mir, wird durch die Aeußerungen des Herrn Scheüch die Objektivität meiner Schilderung nur nachdrüdlich hervorgehoben. Die heutigen Steuern find mit zu gewiffen Teilen die Folgen der falschen Helfferich- Politit. Es ist nicht zu viel gefagt, wenn ich heute behaurte, daß unter folcher Beitung der D... Herrn Scheuch aufgerofit worden ist, bitte ich um die Er Nachdem die Kaiserfrage noch einmal in der Preise durch bicle ihre großfavitalistische( ließ: jubenfreundliche) Bolitit lieber faubnis, ergänzend einiges über jene Kabinettssigung und heute als morgen wieder aufnimmt. Tatfäich find ja über die Art meiner Aufzeichnungen fagen zu dürfen. auch vermögende Juden oder deren Göldlinge innerhalb der Partei nicht ohne Grund. Juda sucht 3ch machte meine Aufzeichnungen teils bereits in den fich eben auch hier bei uns einzudrängen, um wie in der Deutschen Sihungen und Konferenzen, häufig direkt im Anschluß an Bo'tspartei die Führuna finanziell Rießer und sechlich diese, vielfach aber auch spät abends und in der Nacht, nur Wiemer und der jüdisch verheiratete Stresemann ausnahmsweise, an der Hand von Stichworten, erst am fom zu übernehmen. standen hatte; ich fonnte bestimmte Auslaffungen nicht so niffe erlebte, wie ich die Aeußerungen anderer gehört oder vermenden Tage. Natürlich frizzierte ich so, wie ich die Creig 17 echter deutschvöttischer wieder Bethmänner als Führer der Schließlich wird darüber gewettert, daß am 20. Februar statt Deutschmotionalen Bolfspartei ins Abgeordnetenhaus einziehen wer ben, und bak mag stimmen, steht doch an der Snige ihrer Liste Herr ergt, weiland Minifter unter Bethmann Holmeg Der Bufammenbruch". Berlag für Sozialwissenschaft. Berlin SB. 68. fixieren, wie der Eine oder Andere nach Lahr und Tag wünscht, geredet und gehandelt zu haben. Die meisten Kapitel meines Buches sollten bestimmte Situationen beleuchten: wenn ich jedes einzelne Erlebnis in aller Ausführlichkeit hätte schil- dem wollen, so würden die Auseinandersetzungen über die Kaiferfrage allein ein ganzes Buch füllen. Um zu zeigen, wie sorgfältig meine Aufzeichnungen ge> macht worden sind und wie streng ich mich bei der Niederschrift meines Buches an meine Tagebücher gehalten habe, will ich hier noch einige Einzelheiten aus der uon Herrn Scheuch aufgegriffenen KabincUssitzung geben. Nachdem der Reichskanzler die Sitzung verlassen hatte, nahm Herr v. Paycr, der Vizekanzler, das Wort, um aus- zuführen: v. Payer: Der jetzige Zustand ist in der Tat unhaltbar ge. worden. Eine Klärung kann nur eintreten durch den f r e i w t l l i> gen Rücktritt des Kaisers... Wir können uns keinem Druck von außen beugen, es darf aber auch kein Druck von innen auf S. M. ausgeübt werden. Wir brauchen Spielraum für den Kaiser. Ich habe das Vertrauen sowohl zu S. M. wie auch zum Reichs- kerzler, daß sie das Richtige tun werden. Graf Rödern: Es ist sehr wichtig, von S o! f(dem Siaaissetre- tär des Auswärtigen) zu hören, wie das Ausland die Frage be- urteilt und wie er die Situation einschätzt. Wie sich Solf dann geäußert hat, ist in meinem Buch auf S. 199/200 nachzulesen.') Trimborn: Och kann nur bestätigen, was Schetdemann gefazt hat; die Strömung gegen den Kaiser ist ungemein gewachsen; be- sonders kann ich bestätigen, was Schcidemann über die Beamten gesagt hat: auch aus deren Kreisen, also von einer Seite, von der man es am wenigsten hätte erwarten dürfen, tonimt die Forde- rung, daß der Kaiser gehen müsse. Aber die Schwierigkeiten, die sich bei einem Rücktritt des Laisers austürmen, sind riesengroß, j Natürlich könnte ihm der Kronprinz auf dem Thron« nicht folgen. die Krone siele also einem Minderjährigen zu.(Gröber: Wehe dem Lande, dessen König ein Kind ist!) Es käme also ein- Regentschaft In Frage. Dazu bcdürste es der Zustimmung beider Häuser des Landtages. Man denke dabei an das H e r r s n h a u! � Aber wenn auch alles mit dem König von Preußen glatt ginge,> wäre dann ein Regent imstande/ auch den Kaiser im Reich zu ver- treten? Alle Souveräne unter einem Regenten oder— bedenken Sie— unter ein Kind stellen, auf da» das Heer vereidig! werden müßte! Deshalb muß die Frage aufaeworfen werden, ob nicht eine Stellvertretung des Kaisers n Frage käme. Als Präzedenz kommt eine Kobinettsorder von 1878 in Betracht, durch die der Kronprinz Friedrich mit der Stellvertretung beauftragt worden ist. Ginge des jetzt nicht auch? Wenn S. M. erklären würde, daß alle kaiserlichen Gemalten ans seinen Enkel übertragen würden, wäre das vielleicht die beste Lösung, weil damit noch seiner Auffassung die meisten Schwierigkeiten, wenn auch nicht alle, in Wegfall kämen. Erberger wendet sich gegen den letzten Dorschlag, der nach seiner Auffassung in jeder Richtung verfehlt sei. Er selbst urteile wie der Reichskanzler: kein Druck auf den Kaiser von innen. Man dürfe überhaupt nicht entscheiden auf Grund von Stimmungen der Presse des Auslandes, das wäre Selbstmord. Wenn der Reichskanzler den Kaiser zum Rücktritt auffordern solle, dann könne das nur auf Grund von Tatsechen geschehen, z. B. wenn unerträgliche Bedingunaen gestellt würden. Er nahm dann Stellung gegen den Gewerkschaftsredakteur Umbreit und erklärte, daß für ihn nup sin freiwilliger Rucktritt in Frag« komme. Drews lMinister des Innern in PrSußen) erörterte dann ein- gehend die Rechtslage und verwies auf alle in Frage kommenden ') ,Flus den Wilson-Noten sei nicht unbedingt zu folgern, daß die Abdankung des Kaisers verlangt wurde, aber aus vielen anderen Umständen ergäbe sich doch das Resultat, daß man ollge- mein die Abdankung des Kaisers erwarte. Man verlang« vfien- bar, daß ein weithin sichtbar gewesenes Symbol des deutschen Mili- tansmus falle. Es sei euch zuzugeben, daß Wilson vermutlich bei den Verhandlungen innerhalb de? Entente eine bessere Rolle spielen könne, wenn er den Kaiser zu Fall gebracht habe. Paragraphen.„Wenn ein« Regentschaft)0 bis 50 000 M. wäre das Wandertheater einer Reihe von Provinzstädten, die sonst ohne Theater sind, zu erholten. Sind dafür wirklich keine Mittel auszutreiben? Theat«. Im Schauspielhause geht am IS. die Neu- einstudiermig von Shakespeares„Sturm und die Erstaussührung Errüt Barlachs„Die ech:en SkdvuUnds' in Szene. Tie Regie sühne Ludwig Beraer m.d Leooold Dehr.er. Ein ueues Pupp«! spiel. Di« Neue Kunsthandlung veranstaltet in der Berliner Sezession Ausführungen von Mar Trapps Romantischem Puppen. spiel: /Ser letzte König von Orplid', deren erste Dieustg, 6 Uhr. staltjindct. Der Wiener ,Lieigeu"-Ka«pf. Trotz des Berbotes wird der„Reigen' täglich»i den Kauimerspielefl vor auSrerkausteui Hause gespielt, da der sozialdemokratische Büraermeifter R e u m a n n das Verbot nicht zur Kenntnis pUKurmen hat. Die Sstzgienirg will den Berf.ssiungsaerichwhos anrufen. Nrlhur S ch n i tz I e r erltärie:..Ob der„Reigen' auf die Luhne gehöre, daruoec kann man diskutieren, daß ab«r die Aufführung meine! Werkes die Sittlichkeit verletzt, dos ist ein Siandpunkt, über den man enisihafi gar nicht reden kann. Kein Mensch wird die diskret« Jnsze» nterung tn den Kommersptclen leugnen können. Auch tu Berlin, München, Leipzig und Hamlnirg, wo der..Reigen' gespielt wurde, haben die Rr» gisseure und die Schauspieler volle Diskrenon gewahrt. In Wien wurde aus der Frag- eine politische. Nachdem ich mich aber einmal zur Ausführung eiitfchlossen habe, wird nichts gepriHeu, i:ine Ezen, wird weggeloffen und von einer Zurückziehung des Stückes ist keine Red«. Segen Regii-kleuderungen Hab« ich uedefle« nichts einzuwendan.' Nr. 73 38. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts ihre Nachweisestellen entstehenden. Unfosten, andere freilich haben Der Arbeitsnachweis in Groß- Berlin. fich bisher diefer Pflicht entzogen, alle Beiträge aber, die geleistet Bon Hugo Poegsch, Stadtrat. Im Jahre 1917 gingen die dem Zentralverein für Arbeitsnach weis angeschlossenen Arbeitsnachweise in die Verwaltung der Stadt Berlin über. Seitdem hat sich der Städtische Arbeitsnachweis mächtig entwickelt; es find nur wenig Berufszweige, die noch ihre Arbeitsnachweise selbständig führen. Die Bureaus in der Gormannund in der Rückerstraße reichen schon längst nicht mehr aus, ein er heblicher Teil des Passagekaufhauses mußte hinzugenommen wer den. Durch die Eingemeindung der früheren Bororte kommen noch über 30 Arbeitsnachweise hinzu, viele von ihnen mit mehreren Abteilungen. Die gesamten Arbeitsnachweise des jezigen Berlin sollen zentral zusammengefaßt und einer Leitung unterstellt werden. Zurzeit steht die Stadtverwaltung mit dem Verband Berliner Metallindustrieller und dem Deutschen Metallarbeiterverband in Unterhandlung über den Anschluß dieses wichtigen Arbeitsnachweises an das Städtische Arbeitsamt. Nun ergeben sich für die weitere Entwicklung des Berliner Arbeitsnachweises große Schwierigkeiten, die in den beschränkten Mitteln der Berliner Kommunalverwaltung begründet sind. Die deutschen Gewerkschaften haben auf ihren Kongressen wiederholt zum Ausdrud gebracht, daß nach ihrer Auffassung die städtischen Berwaltungen zur Uebernahme der gesamten Kosten verpflichtet seien. Ohne diefen fundamentalen Grundfaz anfechten zu wollen, fann man aber doch zu etwas anderen Schlüssen kommen, wenn man andere öffentliche Einrichtungen in Betracht und zum Vergleich mitheranzieht. Go errichtet z. B. die Stadt Badeanstalten und Bedürfnisanstalten auf ihre Kosten. Das geschieht im Interesse der Allgemeinheit, da diese Einrichtungen fördernd auf Hygiene und Gesundheitspflege einwirken. Wer aber diese Einrichtungen persönlich benutzt, muß dafür eine bestimmte Gebühr entrichten. Die Städtische Spartasse ist von der Stadt eingerichtet, wird von ihren Beamten verwaltet, und der Magistrat trägt die volle Verantwortung. Hier zahlen aber die Sparer aus den Zinseinfünften die vollen Verwaltungskosten. Auch die ärmfte Sparerin, die ihre paar Notgroschen der Stadt anvertraut, muß hierzu beitragen. Man könnte noch Gas und Elektrizität, Straßenbahn und vieles andere vergleichend heranziehen. Ebenso die Post und die Eisenbahnen. In allen diesen Fällen handelt es sich um öffentliche Einrichtungen der Gemeinde und des Staates. Werden hier Ueberschüsse erzielt, tommen fie der gesamten Bevölkerung zugute, stellt sich ein Defizit heraus, muß die Allgemeinheit es tragen. In jedem Fall aber muß derjenige, der eine dieser Einrichtungen benußt, dafür auch die aus geworfenen Gebühren bezahlen. Sonntag, 13. Februar 1921 Aus der Partei. werden, find in früheren Jahren festgesetzt worden und stehen in feinem Berhältnis mehr zu der mittlerweile eingetretenen Geldentwertung. Der Verband der fozialistischen Arbelferjugend Deutschösterreichs Auf der anderen Seite sieht sich die Stadt Berlin bei der gegen- trägt im Augenblid 150000 Kronen. ift in fchwere finanzielle Not geraten. Seine Schuldenlast be Um diese wenigstens wärtigen Finanzlage außerstande, die dauernd wachsenden Unfoften teilweise tilgen zu können, werden alle jene Gruppen, die über ein für die gesamten Arbeitsnachweiseinrichtungen allein zu tragen. größeres Vermögen verfügen, aufgefordert, eine 50 prozentige Diefe beliefen sich für Klein- Berlin im Jahre 1913( damals noch Bermögensabgabe zu leisten. Wir hoffen, daß die sozia Zentralverein) auf 296 964 m., stiegen im Jahre 1919 auf 2 443 138 liftische Jugend Deutschösterreichs auch in dieser schweren Stunde Mart und stehen im Haushaltsplan von 1920 mit 5 371 340 M. Hier zusammensteht und einsieht, daß ihre Solidarität die stolze Organi fation in bessere Tage hinüberrettet. ( Schluß bes rebattionellen Reils.) Sabotage SCHERINGS MALZEXTRAKT bedroht Eure Anträge auf Eintragung in die Stimmlisten. Wer noch nicht eine gestempelte Mitteilung des paritätischen Ausschusses oder des Deutschen Plebiszit- Kommissariats über seine erfolgte Eintragung erhalten hat, muß sofort durch Vermittelung der Ortsgrurpe Einspruch erheben. Ebenso jeder, der eine bloße Empfangsbestätigung oder eine Mitteilung über Ablehnung erhalten hat. Geht sofort zur. Ortsgruppe Die Frist läuft nächster Tage ab Legt dem Einspruch weitere Legitimationspapiere bei. Schreibt an die von Euch benannten Zeugen. Das Wahlreglement wird so schikanös gehandhabt, daß Ihr andernfalls um Euer Wahlrecht gebracht werdet CEROES auch mit Eisen- Kalf als Kräftigungsmittel für Refonvaleizenten und Unterernährte ist wieder lieferbar Scherings Grüne Apotheke, Berlin N 4, Chauffeeftraße 24 Matter! Gebt Euren schwachen, unterernährten Kindern „ CABONA" Kafao- Lebertran- Emulfiou Schmeckt wie Sotolabe, und das Kind nimmt es gern und dauernd Erhältlich in allen Apotheken und Drogerien. Cabona- Werk G. m. b. H., München Sanatogen bas altbewährte in mehr als 22 000 ärztlichen Gutachten anerkannte Vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier. wird der Hebel anzusehen sein. Die Berbände der Angestellten und Arbeiter wie die der Unternehmer merben nicht umhin können, den harten Tatsachen offen ins Auge zu sehen. Sie kommen ohne einen geregelten Arbeitsnachweis nicht aus, fie müßten, wenn die Stadt Körperkräftigungs- und Nervennährmittel feinerlei Lasten mehr tragen tönnte, diefe wieder wie früher allein übernehmen. Eine solche Rückwärtsentwidlung wäre natürlich aufs tieffte zu bebauern, fie muß und wird verhindert werden. Es fragt sich nun: Sollen diese Grundfäße auch auf die Arbeitsnachweise Anwendung finden? Nun, der Vorschlag, die Arbeitslosen follten etwa für jede nachgewiesene Stelle eine gewisse Gebühr zahlen oder eine Bauschgebühr für die Benutzung des Arbeitsnach weises auf bestimmte Zeit, fann ernstlich nicht in Betracht gezogen werden. Er würde an dem Widerstand der gesamten Arbeiter und In der nächsten Zeit werden Unterhandlungen des Magistrats Angestellten scheitern. Dagegen ist eine Heranziehung der beteiligten mit den beteiligten Berbänden wegen Zahlung von Beiträgen bzw. Berbände der Arbeitgeber und nehmer zu den Untoften wohl be- Erhöhung dieser zum Unterhalt der Arbeitsnachweife geführt werden. rechtigt. Eine solche Berpflichtung ist auch von seiten der Arbeiter Kein Zweifel, daß der Magiftrat bei diesen Berhandlungen bei den schaft niemals bestritten worden. Zurzeit tragen eine ganze Reihe Beteiligten auf polles Berständnis der Sachlage und auf weitgehendes von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden einen Teil der durch Entgegenkommen wird rechnen können, BERLIN C2 Breitestrasse ( für Nervenleidende, für Magen und Darmtrante, für Frauen und Kinder, bei Bleichsucht und Blutarmut, bei Schwäche zuständen aller Art, bei Ernährungs störungen) ist in bekannter Güte in allen Apothefen und Drogerien wieder vorrätig. 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Schauspielhaus 3 Uhr: Pygmalion ( Karlstraße) Allabendlich 7 Uhr: YU.: Florian Geyer( Auß 4b) DieScheidungsreise Die Passion.( AuB Abon.) Ig. 7: Flor. Geyer( 4.Abt. 3.A.) Theater i. d. Königgrätzer Str. lachm. 8 Uhr: Rausch 18 Jekaterina Ihr: Iwanowna mit Max Adalbert und Trude Hesterberg Centrai- Theater 3% Uhr: Heimat The Die Postmeisterin U. Deutsches Opernhau 7 Uhr: Oberon Lucie Höflich, Paul Bildt, Friedr. Wilhelmst.Th. ernburg, Pröckl, Römer, Schlegel) lontag: Der Vater Lucie Höflich, Ludw. Hartau) 7% Uhr Hoheit die Tänzerin Kl. Schauspielhaus ienst.: Jekaterina Iwanowna, Uhr. Reigen littwoch: Salome Kitty Aschenbach, Ludwig Komische Oper lartau, Conrad Veidt, Rose 3 Uhr: Der Biberpelz jechtenstein, E. Dernburg U.: Baroneßchen Jonn: Jekaterina Iwanowna reitag: Salome onnabend: Salome onnt.: Jekaterina Iwanowna lontag: Salome Komödienhaus Uhr: Der Herr Minister 18 Uhr: Das weiße Lustspielhaus 3 Uhr: Renaissance 1 Uhr: Arnold Rieck in Die schwebende Jungfrau Metropol- Theater 3 Uhr: Hollandweibchen u. Hollandweibchen Neues Operettentheat. 3 Uhr: Die Czikosbaroneß Lämmchen U.: Yu- Shi tanzt ait Max Pallenberg Nenes Volkstheater Berliner Theater 7 Uhr: Pension Schöller Morgen 7: Maria Magdalene Schiller- Theat. Chari. Uhr: Der letzte Walzer 3 Uhr: Der Meineidbauer mit 3 Uhr: Das Glücksmädel 18 Uhr: Die spanische 7% U. Der ehem. Leutnant Nachtigall Thalia- Theater Fritzi Massary Uhr Mascottchen Residenz- Theater leute nachm. 4U., kl, Preise: Die Freundin Täglich 72 Uhr: 1 Th.am Nollendorfplats 1 Uhr Der Jusbaron Uhr Wenn Liehe erwacht Theater des Westens 11% Uhr: Russisch. 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Die Einzelstehenden finden verhältnismäßig leicht Unterschlupf. Ein Teil der eintreffenden Familien nimmt die Gastfreundschaft von Verwandten und Bekannten in An- spruch, und ein weiterer Teil, dem keinerlei andere Möglich- keiten offenstehen, sucht Zuflucht im Familienobdach. Nicht immer sind die ungeregelten Verhältniste im Osten unmittelbar Schuld an der Flucht aus der Heimat, sehr ost treten, wie weiter unten geschildert wird, Fälle rigoroser Maßnahmen einzelner kleiner Landgemeinden ein, die sich nicht in der Lage glauben, die Hilfsbedürftigen unterstützen zu können und sie kurzerhand mit Kind und Kegel auf den Schub bringen. Ein Beweis dafür, wie das Agrarierwm im großen und im kleinen jede praktische Fürsorge abzuschütteln sucht. Dem Verzweifelnden aber, der in seiner Not nicht weiß wohin, bleibt als Rettungs- anker Berlin, Verlin, das vielgelästcrte, das„rote" Berlin, Berlin die Zuflucht der Heimatlosen. Wir wollen es schildern: zunächst aber an Hand einiger Fälle feststellen: Warum sie nach Serlin kamen. Di« Ursachen für die Obdachlosigkeit der dem Asyl zuströmenden Gäste sind zwar vornehmlich in der vorherrschenden Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit, aber auch in Maßregelungen der ländlichen Ar- beitgeber zu suchen. Einzelne Fälle zeugen davon, daß manche Ge- indnden sich nicht scheuen, die ihnen lästig erscheinenden Armen ein- fach abzuschieben. Eine Frau niit sechs Kindern hat im Memeler Gebiet gewohnt. Der Mann ist Krüppel, und man hat es dort verstanden, sie los zu werden. In einem anderen Fall ist der Vater Oberschweizer und mit Frau und acht Kindern nach Verlin gekommen in dem Glauben, hier Arbeit zu finden. Eine dritte Familie stammt aus Ostpreußen und wollte wieder dorthin zurück. Unterwegs stahl man den Slcrmsten fast sämtliche Habseligkeiten und wohl oder übel mußten sie wieder nach Berlin -urückfahren. Ein Lorschnitter mußte mit seiner Familie ein Gut in Hinter« gommern verlassen, well der Gutsherr russische Polen einstellte, die -illiger arbeiteten. Ein Gärtner will nach Pommern, wo er eine Stelle antreten oll. Unterwegs erkrankt«ins seiner Kinder so schwer, daß er dieses m Krankenhaus unterbringen muß. Hierdurch versäumt er den Zeit- z irnkt des Antritts der Arbeit und wird vom Gutsherrn nicht mehr ingestellt. Das kranke Kind ist inzwischen gestorben. JamilienobSach Jröbelftraße. Hier gibt es kein geregeltes Familienleben, wie man es sich auch -n bescheidensten Rahmen vorstellen könnte. Ich folge einer «ührerin durch die Säle, in denen.die Frauen und Kinder unter- «bracht sind, denn von einem Zusempnenleben der Derheirateten hat an aus zum Teil räumlichen Gründen hier absehen müsset«. Die Tiänner wohnen in Baulichkeiten an der anderen Straßenseite. In einem größeren Zimmer Frauen, die ihrer baldigen Nieder- inst entgegensehen, daneben Räume, in denen die Entbindungen tattfinden, und andere, die zur Aufnahme von Mutter und Kind jenen. Unter den Neugeborenen sind Zwillinge, zwei niedliche inaben, von denen der schwächere an der Mutterbrust liegt. Für gute Verpflegung der Mütter und Kinder wird von der Verwaltung des Asyls gesorgt. Kranke werden der Krankenstation iberwiesen. Für Ausbildung der schulpflichtigen Kinder ist durch ine drei,.ufige Schule im Asyl Sorge getragen. Der Unterricht wird ür Mädchen«md Knaben von einer Lehrerin erteilt, die, als wir ein- rcten, von einer fröhlichen Kinderschar umringt ist. Ueber den Er- dg des Unterichts spricht ste sich sehr befriedigend aus. Für jede Station ist im Obdach eine mit ollen modernen Ein- ichtungen ausgestattete Badewanne bereitgestellt. Außerdem gibt es och ein« kleine Badeanstalt mit sieben Badewannen, so daß olle Frauen und Kinder Gelegenheit zum Baden erhalten. Alles ist blitzblank und ladet zum Gebrauch ein. Wie notwendig diese Rein- lichkeit ist, lehren die Schilderungen meiner Führerin und des Bade-! personal?. Nach diesen kommen die Obdach suchenden weiblichen Gäste, nachdem ste ost tage- ja wochenlang unterwegs gewesen sind, vielfach stark mit Ungeziefer behaftet an, namentlich mit Kopfläusen, für deren Vertilgung sie auf ihren Reisen und Irrfahrten keine Ge- legcnheit fanden. Aber nicht bloß unter der Ungezieferplage leiden die Ankommenden, auch die Krätze übt ihre Herrschaft aus.„Das kommt davon,"— sagte man mir—„daß die Leute in vielen Fällen kein Hemd mehr besitzen." Die Männer sind, wie bereits oben mitgeteilt, in Baulich- keiten untergebracht, die sich an der anderen Seite der Straße be- finden. Es sind riesige Baracken, mit mächtigen, langgestreckten Sälen. Rur einige kleine Räume sind für besondere Zwecke ab- getrennt. Es ist aber dem Mann gestattet. Frau und Kinder täglich in den Speisesälen für Frauen nach der Tischzeit zu besuchen, und ebenso können mich Frau und Kinder den Dater In den Speisesälen für Männer besuchen. Wie bei den Frauen, so gilt auch bei den Männern die Borfchrift, daß ste sich melden müssen, wenn sie aus irgendeinem Grunde das Asyl zeitipeise verlassen wollen. Für Kranke ist ebenso wie in der Frauenabteilung eine Krankenstation einaericktet: außerdem besteht eine besondere Station für die an Krätze Erkrankten. Am 1. Februar betrug die Gesamtzahl aller Im Familienobdach befindlichen Personen 610, darunter waren 10 0 Familien mit 877 Personen, nämlich 44 Männer, 120 Frauen,*9 Knaben, 37 Mädchen und 37 Säuglinge. Am gleichen Tage des Vorjahres betrug die Gesamtzahl der Asylisten nur 340, mithin 270 weniger. In der Frauenkrankenstation be- fanden sich 301, in der Ätänncrkrankenstation 06 Personen, und in der Krätzcstation 30 Männer, 16 Frauen und 15 Kinder. Diese Zahlen beziehen sich ober lediglich auf die Obdachlosen, die in der Fröbelstraße untergebracht sind. Die von der Flüchtlingskürsorge nach Berlin verwiesenen Obdachlosen befinden fich in Nvmmelsburg. Wir wollen auch diesen einen Besuch abstatten und uns deshalb nach einer Reihe ran Gebäuden begeben, die in ihrer Gesamtheit früher als„Städtisches Arbeltshaus" bezeichnet wurden. Die auf den geräumigen, mit Bäumen bepflanzten Höfen spielenden Kinder lasten schon erkennen, daß hier heut« ein anderes Leben herrscht. Hier handelt es sich ausschließlich um„R i ch t- B e r l i n e r". Die gesamten Räume-sind fast ausschließlich mit Flüchtlingen aus Ruß- land und den abgetretenen deutschen Gebieten belegt. Don wenigen Ausnahmen abgesehen, haben nur Familien Aufnahme gesunden. Die Männer sind nicht von Frau und Kindern getrennt, da es aber an Räumlichkeiten für einzelne Familien fehlt, müssen mehrere zu- sammei« in einem Raum wohnen. Der erst«, den ich nach seiner Herkunft befrage, ist ein Mann mittleren Alters. Er ist Weber und wurde dreimal von der früheren russischen Regierung nach Sibirien verschickt. Don dort ist er glück- lich nach Deutschland, seinem Vaterland«, mit Frau und drei Kindern entkommen. Der zweite ist Zimmermann, er hat zuletzt in Lodz gewohnt. Als ich ihn anspreche, ist er gerade dabei, für seine Kinder das Schuhzeug auszubessern. Der dritte, mit dem deutschen Namen Schmidt, war Schmelzmeister einer Fabrik in der Ukraine. Der deutsche Name wurde ihm zum Verhängnis. Die russische Soldateska vertrieb ihn mit Frau, acht Kindern und seiner 7vjährigen Mutter aus dem Lande. Neben diesem hat ein deutscher Landmann au« dem Wolgagebiet seinen Plötz. Er mußte sein Grundgjgentum und seine ganze Habe verlassen und ee als ein grsßes Glück betrachten, endlich mit Frau und Kindern sowie seiner alten Mutter die deutsche Grenze erreichen zu können. Er hofft später wieder in den Besitz seines Eigentums zu gelangen. Eine Schwester und vier Brüder sind in Rußland verheiratet. Sehr schwer hatte eine im Asyl befindliche Russin darunter zu leiden, daß sie mit einem Deutschen namens Heller verheiratet war. Sie wurde mit ihrem Mann und dessen Mutter von Wologda nach Smolensk verbannt, wo ste vier Jahre interniert waren. Dann erst erlaubte man der Familie die Reise nach Deutschland. Der Mann Ist auf dieser Reise in Königsberg ge- starben, er hat die Folgen der ausgestandenen Strapazen nicht über- winden können. Großes Interesse erregt das Schicksal einer jungen Russin, die mit ihrem 18 Monate alten Töchterchen und ihrer Stiefmutter im Asyl wohnt. Wie ste in Gegenwart des Direktors erklärte, war ihr verstorbener Bater Staatsrat. Er ließ ihr eine gute Erziehung zuteil werden, ja daß sie heute ebenso fließend deutsch und französisch wie russisch sprechen kann. In Sebastopol lernte ste einen deutschen Fliögerleutnant kennen, der ste einlud, nach Berlin zu kommen, da hier die Hochzeit stattfinden solle. Diesem Wunsche ist ste gefolgt, aber aus der Heirat ist bis heute noch nichts geworden. Wie ihr gesagt wurde, sind die Geschwister des reichen Mannes gegen die Vermählung. Das unglückliche Mädchen, das inzwischen Mutter ge- worden war und gänzlich mittellos den Versprechungen des un- getreuen Liebhabers Glauben schenkte, hat sich an die städtische Der- waltung mit der Bitte gewandt, für ihr Kind einen Vormund zu be- stellen. Jetzt hat ihr juristischer Berater das Wort. Damit schließt vorläufig ein„Roman" aus dem Familienasyl für Obdachlose. die Ungültiykeit öer StaAtverorSnetenwahl Die Gründe des Bezirksausschusses. Der Bezirksausschuß Berlin hat gestern den Parteien die Gründe für die am 27. Januar gefällte Entscheidung zugestellt. In dem über 30 Seiten umfastenden Urteil wird zunächst die Ab- Weisung der Klage auf Ungültigkeitserklärung der Dezirksverord- netenwahlen mangels einer rechtlichen Grundlage begründet. Zum Schluß untersucht der Bezirksausschuß die Frage, ob die Wahlen in allen Wahlkreisen oder nur in den Kreisen 1—6, in denen unbestritten die Unregelmäßigkeiten nur vorgekommen sind, aufzuheben wären. Der Bezirksausschuß komint zu dem Schluß, daß die Listen- mahl einschließlich der Ermittlung der auf die einzelnen Listen ent- fallenden Stadtoerordnetensitze ein einheitlicher Borgang ist und daß bei dein Sosiem der Verhältniswahl ein« Ungültigkeits« erklärung einzelner Wahlen— abgesehen von den Fällen, in denen der Grund für die Ungültigkeit der Wahl lediglich in der Person eines Gewählten liegt— nicht stattfinden kann, sondern daß die Wahlen nur in ihrer Gesamtheit entweder für gültig oder ungültig zu erklären sind. Die endgültige Entscheidung liegt somit beim Oberverwaltung». gericht._ Der KSmmererkanöiöat Scholtz verzichtet. Der zum Bezirksbürgermeister von Charlottsnburg gewählte bisherige Charlottenburger Stadtkämmcrcr Scholtz, an den der Wahlausschuh der Berliner Stadtverordnetenversammlung wegen der Uebernahme des Berliner Kämmererpostens herangetreten war, Hot an den Vorsitzenden des Wahlausschusses ein Schreiben gerichtet. durch das er seine Kandidatur zurückzieht. Voraussetzung sei gewesen, die Möglichkeit einer Verständigung über die Ziele der künftig einzuschlagenden Finanzpolitik bei der Mehrheit fast sämtlicher Fraktionen der Berliner Stadtverordneten- versaminlung. Aus den Pressenachrichtcn und weiteren Informationen ersehe er, daß die Schaffung von Grundlagen für eine Der- ständigling schon im Wahlausschuß nicht vorhanden sei. Damit sei der Boden für eine gedeihliche Arbeit auf dem verontwortungs- vollsten Gebiet der Groß-Dertiner Stadtverwaltung, dem Finanz- wesen,. für ihn nicht gegeben. Er sehe sich daher genötigt, nur aus diesen Gründen seine Bereitwilligkeit zur Uebernahme- des Amtes zurückzuziehen. Zu diesem Entschluß veranlasse ihn auch seine Wahl zum Bürgermeister von Eharlottenburg. Das verbrechen in üer königgrätzer Straße. Die furchtbare Bluttat in der Königgrätzer Straße hat bisher noch keine Klärung erfahren. Das Überfallene Mädchen liegt noch vernehmungsunfähig im Krankenhaus Slm Urban danieder. Die Untersuchung durch die Aerzte des Krankenhauses hat ergeben,, daß mehrere Beilhiebe die Schädeldecke zertrümmerten, so daß wenig Hoffnung besteht, die Unglückliche am Leben zu erhallen. Die weiteren Ermittelungen machen es wahrscheinlich, daß da» Mädchen da» Bell in der Hand hatte, um Holz zu hacken, und daß der unbekannte Täter bei seinem Eindringen das Bell an. sich riß. Die Untersuchung der Spuren auf dem Schnee ergaben, daß der Täter versucht hat, über die Dächer zu entkommen, wahrscheinlich aber wieder umgekehrt ist. um den Rückweg durch das Haus zu Schweres Blut. Roman von Zuhani Ith«. Mit noch größerer Sicherheit wartete Iuha jetzt auf ttarja. Er wanderte umher wie in einem Rausch, sah in iesem seinem Traum am hellichten Taste Gespenster. Bald ing sie, wie sie leibte und lebte, vor chm auf dem Pfade. ald sah er, wie sie die Kühe in dem Pferch melkte, bald rief e jenseits der Stromschnelle, am Stillwasser, nach einem joot: bald glaubt Iuha, sie schliefe schon in ihrem Speicher, nd öffnet in der Nacht, als er nach Hause kommt, leise die ür. Sie kommt, wann es auch sei, sie kommt. Und wenn .' auch«st nach zehn Jahren kommen sollte, sie komint. Well h sie erwarte und sie mir nicht aus dem Sinn schwindet, ge- ade deswegen kommt sie, wenn sie nur noch am Leben ist.... !nd damit er, während er an seiner Arbeit ist, auf seiner ichwende oder beim Fischen auf dem See. sofort erführe, daß Itarja gekommen sei, baute Iuha hinter dem Wohnhaus auf er* Abhang des Hügels unterhalb der Föhren einen Reisig- <■.fen auf, den Kaifa anzünden sollte, wenn Marja ge- .nnincn wäre. * ... Ich bin verrückt, dachte er jedoch eines Tages, als r wieder am Rande seiner Schwende auf dem Abhang des »ügelrückens saß. von wo er. wer weiß zum wievielten Male, ach dem Gehöft gespäht hatte. Sie kommt nicht. Kaisa hat ür zuliebe gelogen. Oder ste glaubt, was sie glauben will. l'iarja hat sich nie etwas aus mir gemacht. Wenn sie auch "-rft nicht gern gegangen ist. hat er sie dort vielleicht nach .st» nach herumgekriegt, so daß es ihr gefällt und sie bleibt. 'oz hat man früher auch aefehen. Was läge ihr auch noch 'i mir. wo es früher nicht so gewesen ist, nachdem ich immer ,ehr gealtert bin. Derselbe Äerger wäre es. Auch für sie lber wäre es besser, wenn sie nicht mehr käme. Ich hätte ort auf dem weiten See bleiben können, in dem nächtlichen -chncefturm, als ich in die offene Eisspalte fiel Was mag z wohl sein, das manche Menschen am Leben hält? Iuha saß am Rand seiner Schwende. Da er nicht mehr i hoffen vermochte, war es Ihm, als habe er fein Boot, das - bisher fest in der Hand gehobt, der Strömung überlassen. g wurde von ihr fortgerissen und nerschwand»nd verschwand .. Der Wald ist gleich bis zum Gipfel des Bergrückens ge- schlagen; bald ist auf dem Abhang dieses Hügels nichts mehr zu fällen Da ist ja genug für mich. Was mühe ich mich noch ab? Dahin Hingen die Ueberlegungen des Mannes: kein Weib, kein Kind, nur eine bissige, boshafte Mutter und die übrige herzlose Sippe. Für sie habe ich dies erarbeitet. Wenn Marza nicht gegangen wäre, hätte sie einmal nach meinein Tode und nach der Uebernahme des Gehöftes«inen anderen Mann geheiratet und von diesem ein Kind oekommen— dann hätte doch mein Mühen einen Zweck gehabt. Aber das ist ja einerlei. Gr erhob sich und stieg den Hügel hinunter. Es hatte ge- regnet, der Fuß glitt auf dem scklüivfrigen Wege aus. Bei jedem Schritt schmerzte es in der Hüfte, vis feit dem Biß des Bären immer etwas empfindlich gewesen war und sich seit der Schneefahrt nach Karelien verschlimmert hatte— Aber was hatten die Kühe dort? Die mit der Schelle schien, unten in der Senk«, brünstig geworden zu sein. Man yörte die Schelle gellend rasseln, wie wenn ein Tier in wildem Lauf dahinstürmt. Zwischendurch brüllten sie auf, nicht wie wenn sie jemand jagte, tondern wie ioenn ste selbst etwas vor sich her gejagt hätten. Es war wie das freudige Blöken des Viehs, das auf die Sommerweide getrieben ist. Da Iuha von dort, wo er ging, nicht auf den Weg sehen konnte, stieg er höher hinauf, wo er die Stelle sah, von der sich der Weg durch die Senke zuerst auf die alte Ro» dung und danach über diese nach dem Hof zu wandte. Eine von den Kühen kommt eben auf die Rodung, den Kopf gereckt und den Schwanz gesteift. Sie bleibt stehen und blickt hinter sich. Sosort erscheint eine andere in vollem Lauf und neben ihr. an dem Schellenband hängend, eine Frauensperson. Hinterher kommen noch die beiden anderen Kühe, und fetzt lassen sie sie zwischen sich gehen. Iuha kann nicht erkennen, wer es ist, da sie für einen Äugenblick in das Erlenwäldchen verschivinden, wieder hervorkommen und wieder verschwinden. Das Weib versucht sie wegzuscheuchen, sie bewegen sich auf sie zu, wie mn sie zu lecken. .Eine Ahnung in der Brust, rennt Iuha aus Leibeskräften in die Senke hinunter, läßt den Weg, der um die Senke führt. links liegen und stürmt geradeaus. Es«st Marja. es kann njemand anders sein als Marjal Sie ist zurückgekehrt, ihre Kühe haben sie erkannt. Auf der Rodung findet er ein Tuch am Boden Es ist ein Tuch, wie es die karelischen Weiber tragen. Es gehört Marja! Als er sich dem Hofe nähert, gewahrt er die Kühe in dem Pferch, wie sie mit hochgehobenen Köpfen über den Zaun in den Hot brüllen. Der Hund stößt heulende Rufe aus, wirbelt im Kreis auf dem Hofraum bin, hinter dem Rinderstall her- vor und dort wieder verschwindend. Als Iuha um die Ecke gerannt kommt, sieht er, wie sich Marja der Treppe des Wohnhauses nähert. Zugleich kommt die Mutter auf die Trevpe heraus, mit dem leeren Melkeimer in der Hand, droht ihr damit und ruft: „Hier kommst du nicht herein!" Marja weicht zurück, schwankt und gleitet zu Boden. Die Mutter hebt das Gefäß wieder. Es wlrd Iuha dunkel vor den Augen, er schreit auf, läuft herzu und reißt seiner Mutter den Eimer aus der Hand und zerschmettert ihn an den Steinen des Holraumes. Dann wirst er feine Mutter über den Hof hin. Die Mutter stürzt kreischend zurück und will abermal? auf Marja losgehen: „Du hast noch die FrechheU wiederzukommen, du Russen- dirne?" Noch einmal schleudert Iuha sie fort und sagt, außer Atem und stotternd, zu Marja: „Geh— geh— hinein— geh doch hinein...* Marja hat sich erhoben und flieht in das Haus. Iuha will ihr nochellen, bringt es jedoch nicht fertig. Er geht auf den Flur, kehrt aber um. Er muß seiner Mutter sagen, daß— nein, er muß erst Marfa sagen, daß sie nicht... Die Mutter geht vor Wut schnaubend in ihren Speicher. Iuha kehrt in den Flur zurück und eilt in die Stube. Marja sitzt beim Herd auf der Bank, fast in die Ecke geduckt, im Schoß ein Bündel, die Hände vor dem Gesicht. Sie schluchzt ... das kann man sich ja denken, weshalb sie weint. Und Iuha wendet sich wieder hinaus. Es muß sofort gesagt werden. „Wenn ihr Marfa etwas tut oder sagt...!* ruft er an der Tür des Speichers. „Ich hab's ihr schon gesagt!" „Ihr geht gleich morgen aus dem Haus." „Ich gehe schon heute abend!" „Daß ihr ihr so entgegenkommen konntet?" �Iawvbl." „Eine Ku— ku— kuh hat ja..." Iuha wollte sagen, daß eine Kuh mehr Herz habe, konnte es aber vor Rührung nicht herausbringen und wandte sich in das Haus. �Fortf. R 96 nehmen. Well sich in den Raume niele Blutsprizer finden, ift Fahnentetbe bon Stuberer. Karten zum Preise von 3,30 M. einschließlich anzunehmen, daß sich auch der Täter die Hände und die Kleidung Kleiberablage und Theaterzettel find noch bei den Kontrolleuren im Theater 3 haben Sonntag, den 27. februar, vormittags 11 Uhr, im Großen mit Blut besudelt hat. 3meddienliche Mitteilungen zur Aufflärung Saal der Nenen Belt, Hasenbeibe 108/114, uftige Musit", Or Gefang des Berbrechens werden von den Kriminalkommissaren Dr. Grün hester Tanz Mitwirkende: Frau Steffi Hartmann Ge ang, berg und Bünger im Zimmer 190a des Berliner Polizeipräsidiums, Ballettmeister des Deutschen Opernhauses Frau Gertrud Bolf bas Blüthner- Orchester. Musikalische und fünstlerische Leitung Dr. E. Joll. Hausanruf 411, entgegengenommen. Karten a 3 m zu haben bei allen Abteilungstaffierern und Vorfißenden ber Bildungsausschüsse, in der Buchhandlung Borwärts, Lindenstr. 2, im Bigarrengeschäft Horso, Engelufer 15, und im Bureau des Bezirks. Der Mord an dem Oberlehrer Hemberger beschäftigt immer noch die Staatsanwaltschaft mit der Borunter. suchung Am 28. Februar 1919 wurde befanntlich im Landwehrfanal der Rumpf einer männlichen Leiche in einen Paletot eingenäht gefunden. Troß einer hohen behördlichen Belohnung blieben alle Nachforschungen vorerst erfolglos, bis sich schließlich in Breslau die Ehefrau des Schloffers Balter Broge meldete und der dortigen Bo. fizei einen Brief übergab, in dem ihr Ehemann sich selbst bezichtigt, ben Oberlehrer Hemberger erschossen zu haben. Als Grund für seine Selbstbezichtigung gab Broßze an, daß er seiner Frau die hohe Be lohnung zutemmen lassen wollte. Durch die Ermittlungen des Ber liner Kriminalkommissars Dr. Riemann gelang es dann festzustellen, daß Proze, der ein Neffe der Frau Henberger ist, in der Tat das Berbrechen ausgeführt hat. Das pfychologische Moment für die Tat ist teineswegs geklärt. Broke, der sich noch zur Beobachtung feines Geisteszustandes bei Brofessor Dr. Strauch befindet, ist ein Bhantaft und erzählt die unglaublichsten Geschichten aus seinem bis herigen Leben. Frau Hemberger dagegen, die erst 33 Jahre alt ist, ist vollkommen gefakt. Die Anflage gegen Proze wird auf Mord erhoben werden, während sich Frau Hemberger wegen Beihilfe, intellektueller Urfundenfälschung und Abgabe einer falschen eides stattlichen Versicherung zu verantworten haben wird. Ihre Bers teidigung liegt in den Händen des Rechtsanwalts Dr. Hirschowig Beide Angefloate dürften sich schon in Kürze vor den Geschworenen zu verantworten haben. Aufhebung der Nachtarbeit? Mehrmalige Verhandlungen zwischen den Vertretern von Ber liner Arbeitgeber und Arbeitnehmerverbänden und den zuständigen Bebörden baben jest, wie die BS.- Korrespondeng meldet, bas er freul che Refultat gezeitigt, daß durch Zulauf ausländischer Roble die No verordnung vom 4. November 1920 auf vermehrte Strom entnahme während der Nachtstunden in den nächsten Tagen aufgeboben werden kann. Diejenigen Betriebe, in denen berartige Rachtarbeit eingerührt worden war, werden darauf redbonen fönnen, in aller ürze von ber burch die Verordnung eingeführten Nachtarbeit befreit zu werden. Beschwerden über die Wohnungsämter. Auf Magistratsbeschluß find in den sechs inneren Bezirken bon Berlin durch die Bezirksveriammlungen ehrenamtliche Rom miiiionen zur Entgegennahme und Entscheidung von Be. schwerden negen die Tatigkeit der Wohnungsinivettionen gewählt worden. Sie werden ihre Arbeit fofort aufnebmen. 8ur Entgegen nabme mündlicher Beschwerden wird ein Mitolieb der Kommission regelmäßta Sprechstunden abhalten. Beit und Drt der Spre hstunden find aus Anich nen in den Inspektionen erichtlich. Die Beichwerden find mit der Anschrift: An den Vorsitzenden der Beichwerdekommifion für Wohnungswesen im Bearf au fenden, da nur so eine schnelle und fachliche Erledigung der Beschwerden gewährleistet werden fann. Die Beschwerdefibrer er halten fchriftlichen Weicheib nach der Entscheidung der Kommi fion. Die Leiter und Beamten der Inirektionen wie ber Zentrale ber Wohnungsämter find von jest ab ur entgegennahme von Be fchwerden bes Bublifums nicht mehr befugt. Es ist daher nut im Intereffe des Bublifums, fich unnötige Bege dorthin zu eriparen. In einer genommen. Oeffentl. Wählerversammlungen Pübemann, Montag, den 14. Februar, abends 7 Uhr: neun: Mule der Oberrealschule, Emfer Str. 137. Referent Finanzminister Charlottenburg: Bollshaus, Rosinenftr. 3, Referent Nudolf Bissell, M. d. R. Oeffentliche Frauenversammlung, abends 7 Uhr: Spenbau: Oberrealschule, Friedrichstraße. Referentin Elfriede Ryned, M. d. R. Deffentliche Bersammlung aller Beamten und Angestellten der grünen und blauen Polizei: abenbs 75 Uhr in Saverlands Feftfälen, Neue Friebrichstr. 85. Referenten Bofifekretär Mag Gronefeld und Frans Riefftahl( Republ. Führerbund). Beamte und Angefielite der Reldys-, Staats- und Gemeindebehörden: abends 7 Uhr in den Gophien- Sälen, Sophienstr. 17/18. Referent Ministerial. rat Faltenberg. Dienstag, den 15. Februar, abends 7 Uhr: 2. Reels( Tiergarten): im großen Scale der Bazenhofer Braueret, Turm, Ede Stromstraße. Referenten Minifter Severing unb Guftas Heller, M..b. 2. Kreis 4( Brenalanez Sor): in der Schulaula, Dunderftr. 64. Referent Behter Kreuziger. 3n der Schulaula, Schönfließer Stz. 7. Referent Eduard Bernstein, M. d. R. Areis 17( Lichtenberg): im Botal Sins, Bandsberger Allee, Ede Röderstraße. Referent Dr. Restriepte.. rab Saenisch. alshorst: Aula des Gymnaftums, Treskowallee. Referent Kultusminifter RonBlantenburg: im Botol von Ring, Dorffic. 2. Referent Crich Rutiner. Oeffentliche Frauenversammlung: Ripenid: in ber Aula der Rörner- Schule. Referentin Clara Bohm- Schuch. Beamte und Angestellte der Reichs-, Staats- und Gemeindebehörden: Deffentliche Berfammisag, abends 7% Uhr, im Bogt- Theater, Babfit. 58. Steferent Regierungsrat v. Sarnad. Bildungsausschusses. Wir bitten, die bis zum 20. d. M. nichtverkauften Karten zurüdzugeben, da die Nachfrage bei uns sehr groß ift. Sonntag, ben 13. mars. Legtes Abonnementsionsert. Wir bitten, schon ieht die Marten einzulösen. Busch Bortrag mit Lichtbilbern für Rinder, Max und Moris und anderes, heute nachmittag 2½ Uhr, im Bentral- Jugendheim, Lindenstr. 3, 2. Hof, 8. Tr. Eintritt 50 Pf. 99 Im Berliner Aquarium ist eine echte Karett- Schildkröte eingetroffen und auf der Seewafferfeite im Behälter Nr. 5 bei dem großen Weeraal untergebracht. Diese als Erzeuger des Schildpatts belannte Form unterfcheidet fich von der sogenannten unechten Karett- Schildkröte, von der ein Stud feit nunmehr über fieben Jahren hier lebt, burch scTanteren Bau und buntler abgefeste ledung bez ungepangerten Teile. Außerdem ist das Rüdenschib am Rande ausgegadt und die einzelnen Schildertafeln sind fchärfer abgefest Beide find Bewohner der tropischen und subtropi chen Meere und erregen burch ihre eigenartigen Schwimmbewegungen das Staunen eines jeden Besuchers. Filmschau. 74. Abi.( Belendorf). 10 2hr vormittags in den Bureauräumen von Dsle, am Bahnhof Best, Leffungstr. 21 Gigung bes erweiterten Borstandes. 141. st.( Rofenthal). 3 Uhr nachmittags bei Petran, wichtige Funktionär fisung Uebungsstunden der S.P.D.- Chöre. Anfragen find zu richten an R. Ehulz, Charlottenburg, Rirchstr. 83. Montag. 7½ Uhr: Arbeitergesangverein Einigkeit". Buchholz bet Seunig, Pafewalter Str. 56. Goz. Männerchor Friedrichshain bei Rohnsdorf, Petersburger Str. 88. Frauenchor Frohsinn". Charlotten. Frauenchor Tempelhof( 8-10) im burg: Jugendheim, Rosinenstr. 4. Sängerheim Raifer- Wilhelm, Ede Werder Straße. Dienstag. 8 Uhr: Soy Männerchor Hallefches or in der Aula der 11. Realschule, Boedhitt. 9/10. Sängerchor 6.B.D. Pantow( 8-10) bei Engel, Mühlenstr. 45. Donners Harmonie" Weißenfee( 8 Uhr). Pistorius, Ede Rölteftraße. tag. Freier Sängerchor Reinidendor( f7% Uhr) b. Lindstedt, Residenaftr., Ede Grüner Weg. Soz. Männerchor Marienborf( 8-10), bei Niendorf, Chauffeestz. 19. Freitag. 7% Uhr: Goz. Männerchor Prenzlauer Lor, Bögom- Brauerei, Prenzlauer Allee. Männerchor Harmonie Char. Bieder lottenburg, Aula der Siemens- Oberrealschule, Schloßftr. 27. freunde Borfigwalde. Bittenav Segel bei Jaschinsky, Reue Ernststr. 5. Männerchor Tempelhof( 8-10) im Sängerheim, RaiserWilhelm., Ede Werder Straße. Morgen, Montag, den 14. Februar: Kreis 3( Webbing). Atung! Die Genoffen treffen fich abends 7 Uhr bei Gachse, Lindower Str. 26. 19. reis( Bantow). Frauenabend bei Rosettowski, Floraftr. 73. Referent Willy Miöbus. 20. Areis( Meinidendorf). 7 Uhr im Jugendheim Tegel, Bahnhofstraß, Kreisvorstandssigung. 6. bt. 7 Uhr bei Schult. Mariendorfer Str., Sigung fämtlicher Funktionäre. 9. und 10. bt. 6 Uhr im Reichenberger Sof", Reichenberger Str. 147, gemütliches Beifammensein der Frauen. 10. Abt. 7 Uhr bei Wolff, Forsterstr. 44, Sigung sämtlicher Funktionäre. 22. st. 7% Uhr im Barabiesgarten", Landsberger Allee 155, Gigung det Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 33. Abt. 7 Uhr bei Dillwald, Putbuser Str. 24, wichtige Funktionärsizung und Materialausgabe. 34. t. 7 Uhr bei Goldbach, Binetaplas 7, Frauenabend. Referent Ge toffe Bitte: Mostau und die Frauen". 48. Abt. 7 Uhr bei Grunewald, Rameruner Str. 19, Gigung fämtlicher Funk tionäre, Betriebsvertrauensleute und Bezirksführer. Cenoffen, die sich an der Wahlarbeit beteiligen wollen, find freundlichst eingeladen. 74. Abt.( chlendorf). 8 Uhr im Raiserhof, Potsdamer Str. 50, Mitgliedersammlung. 79. Abt.( Echöneberg). 7% Uhr bei Groß, Gebanftr. 17, Erweiterte Borftandsßigung. 86. bt.( Warienborf). 7½ Uhr in der Aula ber Gemeinbeschule, Rur fürftenstraße, allgemeine Mitgliederversammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist unbedingte Pflicht. 92. Abt.( Renkin). 7½ Uhr bet Wolff, Raiser- Friedrich- Straße, Edte Rofeggerstraße. Referent Mag Groger: Die Landtagswahlen und die Frauen". 95. Abt.( Reukölln). Frauenabend 7% Uhr bei Griger, Leffingstr. 9. Neferent Reftor Bofe: Die Bedeutung der Bandtagswahlen für die Frauen". 106. Abt.( Johannisthal). Frauenabend 7% Uhr im Waldlater", RaiserWilhelm- Straße. Referentin Genoffin Rube: Die Frauen und die Landingswahlen". Uebermorgen, Dienstag, den 15. Februar: Areis 11( Sdineberg). T½ Uhr in der Schule, Feurigftr. 59( neben bet Feuerwehe), 8usammenfunft, fämtlicher Funktionäre und Wahlhelfer. 20. Abt. 7 Uhr bei Behrendt, Liebigstr. 24, wichtige Sigung der Funt. tionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte. 27. Abt. 7 Uhr bei Dobrohlaw, Eminemünder Str. 11, Gigung der Funk tionäre und Betriebsvertrauensleute. Referentin Genofsin 36. 25t. 7% Uhr bei Bärwalde, Schlegelstr. 8. Steinhaus. 56. bt.( Charlottenburg). 7 Uhr bei Geride, Raiser- Friebrich- Str. 54, Sigung des Borstandes und der Funktionäre. 77. Abt.( Schöneberg). 6 Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Botalen aus: Milde, Nollendorffte. 16; Folger, Arffhäuserstr. 16; Witttowsti, MartinLuther- Str. 78: Obit, Martin- Luther- Str 69; Binte, Wartburgstr. 7. 102. bt.( Bermfhulenweg). 7½ Uhr bei Haß, Baumschulenstr. 72, gemeinfamer Ertrazahlabend. 117. bt.( Bid tenberg). 7 Uhr bei Bonzed, Hauptstr. 87, Wählerverfamm. lung. Referent Emil Lehmann. 118. Abt.( Si tenberg). 7½ Uhr bei Knorr, Gudrunstr. 7, Wählerversamm lung. Referent Stadtrat Beder. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Buchbinderet Tiefbaugewerbes. Deutscher Bertmeisterverband. Bezirksverein Berlin 15. mertmeister: Dienstag, 5 Uhr, im Restaurant Sandelsstätte", Friedrichstr. 16, erfammlung Dienstag, abends 7 Uhr, im Schulfheiß", Neue Jakobſte. 24/26. Branchenverfammlung. Fachgruppe Solzinduftrie: Betriebsvertrauensmänner Fachgruppe Metallschraubenindustrie: Generalversammlung Dienstag abend in Sotal Brandenburg, Stralauer Str,& " Deutscher Portierverband.( Seftion VII bes Deutschen Transportarbeiter verbandes.) Geschäfts- und Industriehausbranche: Montag, 7 Uhr, im Eng Lifchen Sof, Aleganderstr. 27c, große Branchenverfammlung. Kurzarbeiter der C. Lorenz- A..., Tempelhof. Die Arbeitszeit beginnt am Montag, den 14. Februar, 10 Uhr abends. Zentralverband der Angestellten. Bersammlungen am Montag. Buchhandel: Siemens- Konzern: abends 7 Uhr Berbandslotal, Belle- Alliance- Str. 7/10. abends 7 Uhr Musikerfäle, Raiser- Wilhelm- Str. 31. Versicherungs- Ein nehmer: abends 7 Uhr Berbandslotal, Belle- Alliance- Str. 7/10. Kranter taffen: nachmittags 4 Uhr Funktionärversammlung,„ Schultheiß, Neue Jakos. traße 24/25. Freie Stene Angestelltenräte ber Richtftänbigangestellten. Am Dienstag, den 15. FeNowaves. Gemeindevertretung. Die bisherigen Gehalts, bruar, nachmittags 3½ Uhr, findet in der Stadthalle eine Bollversammlung ber Hilfskräfte des lagistrats statt. fate ber nicht ständig Angestellten werden um 90 m monatlich Bentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Montag, abends 7 2hr, Gegen die Tezentralisation des Berliner Jugendamtes. und die Löhne der Arbeiter um 20 m. wöchentlich erhöht, ferner Branchenversammlung der zufchneider, Köpenider Str. 127a; für wires, Weberstr. 17. Dienstag, den 15. Februar, Generalversammlung, abends 7 U werden die Kinderbeihilfen auf 45 M. monatlich für Angestellte und Rönigsbant, Grantfurter Str. 117. Ohne Mitgliedsbuch oder tarte tein Eintrist. Don ben Beamtenausschüssen und Be10 M. wöchentlich für Arbeiter festgesetzt Ein neuer Tarifvertrag Deutscher Bauarbeiterverbenb. Mittwoch, 3 Uhr, im Gewerkschaftshaus triebsräten des Jugendamts einberufenen Versammlung refe mit dem Aerzteschußverband betr. Inanspruchnahme armenärztlicher Gaal 1, Bersammlung aller Obleute, Bertrauensleute und Baudelegierten de rierten Schulz und Rüdlich über die beabsichtigte Dezentralt Beiimgen, findet bie Sufimmung ber Bertretung. Angenommen fat on des zurzeit noch bestehenden Jugendwohlfah tsapparates, bie wird ein Nachtrag zur Busbarkeitssteuerordnung, deffen Bestimmun auf Grund des Gefehes Groß- Ber'in erfolgen foll. Beide Sprachen gen bie Sinterziehung von Luftbarkeitssteuern unmöglich machen fich entfchieben genen bie Dezentralisation aus. Sowoh non recht follen. Mit der Bachtung ber 925 Ar großen Gardes- bu- Corps ficher Seite, als auch aus pfleger fchen und ideellen Gründen würden Biefen erklärt sich die Bertretung einverstanden. 3ur Renovie peden hie Reriplitterung fdymere Bebenfen geltend zu machen rung und Verlegung des Wohnungsamtes werden 6000 m. zur Berfein. Stadtrat Sallenbad babe früher schon diefen Gefichtspunkt fügung gestellt. bertreten. Die infolge der Berfolitterung entstehen en Schwierig. feiten, bas Hin und Her mit den Aften und auch die Zuständigkeitsframe würden einer gebotenen ichnellen Erledigung der vor. mundicha't'ichen Angelegenheiten fehr hinderlich fein. Nicht neute Organisationen sollten geschaffen, sondern den bebürftigen Rindern Der feine Mud, ein Märchenfilm in fünf Bildern nach die Mittel bireft augeführt werden. Die Bereinigung der Bormünder With. Hauffs gleichnamigem Märchen aus dem Morgenlande, be habe protestiert, fei aber abgewiefen worden. Die Ausführungen arbeitet von Joh. Mener und With. Brager, wurde bei der Erst, der Redner wurden von der Ber'ammfuna mit großem Beifall auf aufführung im ufa- Theater Tau en gienpalast von einem aus Reichskund der Kriegebefchädigten, Kriegsteilnehmer und hinterbliebenen. Nachdem mehrere, Distuffionsredner fich im gleichen Jugendlichen und Erwachsenen zusammengesetzten Bublifum mit Bezirt Rorben 14. Am Montag, den 14. Februar, in Bütiners Festfälen Sinne ausgesprochen hatten, wurde einstimmig eine Resolution jubelndem Beifall aufgenommen. Auf dieses von der Rulturabtei Schwedter Str. 22/23, Mitgliederversammlung. Bortrag des Herrn Dr. Schwörer Bereinigung der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegshinterbliebe angenommen, welche gegen die geplante Neuorganisation proteftiert lung ber Universum- Film- Attiengesellschaft als Jugendfilm nen aus bem ehemaligen Desterreich- Ungarn. Dienstag, ben 15. Februar, abend: und fordert, bok die für biefen Amed vorgesehenen Mittel ben herausgebrachte Bert trifft zu, was man von jedem quten Jugend 7 Uhr, bei Gajula, Elifabethstr. 30, Generalversammlung. Reuwahl bes Bor hungernben, frierenben, franfen und der Fürforge bedürftigen R'n film wie von jeder guten Jugendschrift muß fagen tönnen: auch Uhr, im Nationalhof", Bülowftr. 37, Mitgliederversammlung ehemalie Standes. Bund deutscher Felbeisenbahnez 1914-1918. Sente, vormittags bern zugeführt wer en follen. Ferner werben alle Barteien auf ber Crmachfene hat baran seine Freude. Das ist auch felbeisenbahner- Kriegsteilnehmer von Groß- Berlin. Bortrag des Bundesre gefordert, sich dafür einzufeken, daß die geplante Neuorganisation bie Absicht der Kinoreformbestrebungen, im Kino wieder Jugendliche senden über das Thema: Die Forderungen und ihre Anerkennung burch b burch einen entfredenden Bufak zu dem Gelek unter Berücksichti- und Erwachsene zusammenzuführen und ihnen zu bieten, was beide am Donnerstag, den 17. Februar, in Aliems Festfälen, Safenheide, fein erftes Länder. Der Berein hefmattreuer deutscher Weltpreußen zu Neukölln feier guna her augenblilichen inang'ace Berlins und der großen Not tefriedigen tann. Der kleine Mud, der als verlassener Waisentnabe Stiftungsfeft mit reichhaltigem Programm. Eintrittstarten zu 3 M. intl. Steue ber fürforaebedürftigen Kinder auf einen günftigeren Zeitpunkt in die weite Belt ziehen muß, tritt in den Dienst einer mürrischen sind bei Herrn Bading, Kaufhaus Joſeph, sowie bei den Borstandsmitglieder zurüdgestellt merbe. und an der Raffe zu haben. Beginn des Ronzerts 5% Uhr. ailen Frau, die sich mit einem Gemimmel von Hunden umgibt. graphische Vereinigung Stolze- Schrey, Berlin. Uebungsabende für Anfänge Zu den Offhafenvorgängen teift uns der Rechtsbeistand bes Später macht er am Hof eines Sultans fein Glüd durch ein paar und Fortgeschrittene finden statt: Often. Anfänger: Dienstags von 7% bis Hofenbirektors Fischer folgendes mit: Nach der Fassung der Ma. Zauberpantoffel, in benen er den flintesten Schnelläufer überholt, 94 Uhr abends: Fortgeschrittene: Freitags von 7% bis 9% Uhr abends. Schul Total: Gemeindeschule ,, Straßmannstr. 6. Suboften. Anfänger: Sonntag giftretsmitteilung müsse jeder Leser den Einbrud gewinnen, als ob und burch einen Zauberstab, der ihm jeben vergrabenen Goldfchag von 10-12 Uhr normittags. Fortgefährittene: Donnerstags von 7-9 Uh Schulfotal: Restaurant Lehmann, Adalbertstr. 24, Ede Engelufer ein Strafverfahren gegen fifcher eingeleitet worden fei. Das iſt, anzeigt. Als Neider ihn stürzen und der Sultan ihn unter Einbe abends. fomeit bekannt, nicht der Fall. Auch. heißt es weiter, fei per ma haltung jener Zaubermittel davonjagt, findet Mud zauberfräftige ReutBI! n. Anfänger: Donnerstags on 7-9 Uhr abends in der Gemeinde giftrat Berlin gar nicht befugt, die vorzeitige Entlassung auszu eigen, mit benen er den Effern die Nasen verlängern und wieder schule, Bobbinftr. 52/56. 8u biefen Bereinsübungsabenden find Gäste un Stenographiefreunde eingelaben. Aufnahme neuer Mitglieder findet daselbi fprechen, vielmehr fann diefes nur im Bene eines förmlichen pertürzen tann. In Berfleibung an den Sultanshof zurüdgefehrt, vor und nach den Unterrichtsstunden statt. Disziplinarverfahrens gefchehen. Dieses Disziplinarvertreibt er bort fein tolles Schelmenspiel, gelangt wieder in den Besitz fahren werde Herrn Fischer Gelegenheit geben, die gegen ihn feiner Bantoffeln und feines Stabes und entflieht, den Sultan mit erhebenen Vorwürfe, die zum Teil völlig aus der Luft gegriffen, langer Nafe zurücklaffend. Aus diesem dantbaren Stoff hat der maßlos übertrieben und vollständig entstellt wiebergegeben seien, Regiffeur B. Brager eine bunte Reihe wirksamfter Szenen gemacht, bie mit allem filmüblichen Aufwand ausgestattet find. Sehr hübsch Doppelraubmord im Zug. Zwischen Marienwerder und Marien zu entfräften. find bie Szenen mit den luftig umberspringenden Hunden, die mud burg wurden in der zweiten Klaffe eines Berfonenzuges zwei Damer 3ufammenschluß der Kriminoffenifer. Eine bemerkenswerte afs Diener zu betreuen hat. Den Mud spielt Klein Billy erfchoffen aufgefunden eine Frau will und ihre Tochter. De Organisation ist dieser Tage in Berlin gegründet worden. Unter Allen", wie der Berfonenzettel ben Darsteller bezeichnet, als einen die Handtaschen fehlen, wird Raubmord angenommen. dem Namen Bereinigung Deutscher Kriminaltechniker haben fich drolligen Burschen mit einer schauspielerischen Gewandtheit, die mittlungen erstrecken sich auf einen in demselben Abteil reisende: Inaeriure und friminali ich durchgebildete Sachverändine auf einem Erwachsenen Ehre machen würde. Laute Jubelrufe begrüßten jungen Mann, der verschwunden ist. bem Gebiete bes Sicherheitswefens gegen Einbruch, Diebstahl und ihn, als er in einer Bause leibhaftig in feinem wunderlichen Kostüm Verhängnisvoller Name. Der franzöfifche Dampfer Bicto Feuer zufammengefchloffen. Die Vereinigung hat den Charakter aus dem Borhang trat und fomisch- würdevoll durch den Zuschauer. rieur( Siegreich!). der am 2. Februar von New York nach Cadi einer miffenfchaftlichen Forschungsgesellschaft und raum fritt. Der Abend brachte noch ein gutes Beiprogramm, in See gegangen war, ist untergegangen. Die Besatzung is fekt fich vor allem das Riel, den Kampf gegen das zunehmende Ein Bilder vom sturmbewegten Meer, einen lehrreichen Film über Ent von dem Dampfer Cranford aufgenommen worden. Und Bicto brecherunwefen fyrematisch durch Erhebungen über die in den widlung und Leben des Hirschläfers, interessante Zeitlupenaufnahmen rieur hat doch gar feine Siegerpolitik gemacht! einzelnen Fällen( Einbruch, Diebstahl, Brandstiftung) angewandte Dom Redturnen. Typhusangff in Amerita. In New York ist verfügt worden Technit und die Verwertung in Stati" iten, an denen es auch an den amtlichen Stellen bisher noch völlig fehlt, aufzunehmen. Die Das Geheimnis der Spielhölle von Sebastopol" erlebte feine urauf. daß alle Schiffe 300 Meter von den Dods entfernt bleiben müssen Bereinigung hat vorerst ihren Sitz in Charlottenburg, Dernburg führung in bet Schauburg" imb brachte an fenfationellen Ereignissen, um die Einschleppung von Typhusepidemien zu verhüten. Mar was der Titel mur irgenb versprach. Eugen Klopfer, der auch die Negie will auch den Hafen desinfizieren. Straße 29. biefes in allen Söhen und Tiefen des Lebens spielenden Dramas brachte, war ein sehr guter und auch glaubwürdiger Darsteller des fürstlichen Abenteurers; Sybil Morell voll Anmut und Singebung als feine Geliebte, bie mit ihm mutig durch alle Wechselfälle des Lebens geht bis in den Zob. Diefem Sensationsbrama voraus ging noch das bereits besprochene bin Du". feltfam tragische Geschehnis"„ Ich Jaft hundertjährig. Der frühere Schubmachermeister Jofef Master in Berlin, Rubeblagstr. 28, ift am 10. februar cr. im Alter von 98 Jahren geftorben. Brotlarte Winter". Ieislieferung. In der Woche von 14. Fia 20. Februar werben in den Verkaufsstellen für städtisches Teifch euf Abschnitt 87 ber Groß- Berliner Lebensmittellarte 250 Gramm Büchseny feifch ausaegeben. Daneben fommt obne arten gefrorenes Sammel. eber Rindfleisch am Verkauf. Das Sammelfleisch Loftet 12,10 Mart, das Mindfleisch 9.30 bis 13 M. fe funb. Millieferung Sente erhalten die 4- Str.- rarfentorten teine Milch. bie Str.- Kranten farten werben boll beliefert. Am Montag ben 14. februar, werben bie 4.2tr. tranfenfarten well befiefert, bie-Str.rantenfarten erhalten nur 44 Str. Frischmilch. Die übrige Belieferung bleibt wie bisher. Bezirks- Bildungsausschuh S.P.D. Heute nachmittag. 3 Uhr, und Moning, den 14. 6. M., abends 7% Uhr, im. Soie- Theater Die 28. Groß- Berliner Parteinachrichten. Heute, Sonntag, den 13. Februar: desire 244 unb 245: 9% Uhr vormittags bei Mener, Oberberger Straße 89, Sufammenfunft. 4. t. 5 Uhr nahmittags bet sterfin, Barlitz. 60, Frauenabend. Refe rent Rettor Muhm: Die Frauen und die Landtagswahlen 47. Genoffen zur Wahhilfe müssen sich unverzüglich melden bei Rabsan, Brüsseler Str. 43. Aus aller Welt. Geschäftliche Mitteilungen. Die Er Jm Berlage der Modenzeitschrift Gustav Cords Frauenmode ift foeben da neue Frühjahrsmoden- Album Gustav Corbs Hausfchneiderei" er schienen. Das Album ist im Buchhandel und bei allen Reitungsverläufern er baltlich und bietet eine reichhaltige Auswahl von neuen Moden für Damen- un Rinderkleidung fomie Wäsche. 8u allen Modellen find bie Corbs' Schnittmuste zu haben bei der Firma Gustav Cords, Leipziger Str. 38/35. Sport. Arbeiter- Sparfloriett Neuin- Brig. Am Mittwoch, ben 16. Februar, find in der ila ber Realiquie Bobbinfiraße ein intereffanter Bitbilbervortra mit dem Thema: Banderungen eines Arbeiters buro bie Mark Stanbenburg statt. Die Arbeiterschaft Neutons ist besonders eingeladen. Der Eintritt fü Erwachsene und Rinder beträgt 50 Pf. Anfang 7 Uhe Nr. 73 38. Jahrgang Wirtschaft Valutabesserung. 3. Beilage des Vorwärts Die Mart hat in den legten Tagen fich wieder um einige Bunfte gebeffert. Ausgehend von Amerika, wo man deutsche Zahlungsmittel höher bewertete, hat sich der Stuns der Mark auch an den übrigen ausländischen Börsenvlägen gehoben. Die Preise für fremde Bechiel an der Berliner Börie gingen entsprechend zurück. Hier fosteten, berglichen mit den Rotierungen der Vorkriegszeit und mit dem ungünstigsten Stand des vorigen Jabres: Borkriegs Ungünst umrechn Granb 1920 4200, 1800 103,25 & Jan furs 100 fol. Gulden 170, 2322 65 100 Schweiz. Fr. 80, 1183,85 1 Dollar. 4,20 74,42 100 österr. Sr. abgestempelt 85, 39,50 17,03 100 tschech. Ar. 85,- 104,-. 81,77 Sonntag, 13. Februar 1921 tommt fo gut wie gar nicht in Frage. Hier ist es ja gerade Frant- gegenüber 796 914 Tonnen im Januar 1920. Das Saargebiet förderte 9 420 433 Tonnen. reich, das auf dem Wege über die Wiedergutmachung jeden lleber schuß über den deutschen Inlandsbedarf für sich in Anspruch nimmt. die Ausfuhr in Belgien im Jahre 1920 im Verhältnis zur Belgiens Handelsbilanz. Nach der belgischen Statistik stand Die Fertigindustrie aber arbeitet zu einem großen Teil Einfuhr wie 78 zu 100. Belgien hatte also eine passive Handels bereits mit Beltmarttspreisen und fann, wie die Geschichte der bilanz. Nach Deutschland wurde im letzten Jahr ausgeführt für fozialen Ausfuhrabgabe beweist, hobe Exportzölle nicht mehr 1 281 780 242 Francs Waren, aus Deutschland nach Belgien Waren vertragen. für 903 296 652 Francs. Wenn also der franzöfifche Minifter vor der Deffentlichkeit bie Pariser Forderungen nicht mehr ganz aufrecht erhält, so beweist Mittwoch, den 16. Februar, abends 5 Uhr: 12. Feb Algemeine Flugblatt- v. Stimmzettelverbreitung 5 Febr. 1921 2182,85 1998, 1006,95 62,80 946,55 von den bekannten Lotalen. Briefkasten der Redaktion. Schriftliche Auskunft wird nicht erteilt. Jeber filr ben Brieffaften bestimmten Anfrage füge man einen Buchstaben und eine Nummer bei. Briefliche Auskunft wird nicht erteilt. Eilige An fragen trage man in bet Juristischen Sprechstunde, Bindenftr. B, 1. Sof par terte links, vor. Schriftftüde und Berträge sind mitzubringen. 5. 6. 19 und andere Baulustige. Die Mittel, aus benen bie Baukostenzu schüsse( auch für Lehmbauten) gewährt wurden, find zurzeit erfchöpft. Mif ber Neuregelung ist in Rürze zu rechnen. Anträge find an das Siedlungsamt Berlin. 23, Rlopftofir. 28, au richten. Die Kosten richten fich natürlich nach Ausführung und Größe; es muß mit 200 bis 250 m. für das Rubitmeter bes umbauten Raumes gerechnet werden. A. A. 2. 1. Die Annahme an Kindes 57,94 das noch längst nicht, daß seine Neuorientierung die Wünsche der statt bürfte nicht möglich fein. 2. Die Baifentente wird auch im Falle der Entente auch nur um einen Schritt der Erfüllung näher bringt. Wiederverheirating weitergezahlt. 3. Das hängt von der Höhe der Bourente ab. 4. Dem breifachen Jahresbetrag der gulegt bezogenen Rente. Schlicht 14,10 Damit aber bleibt die Ungewißbeit über die nächste Zukunft. 2. Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene, Berlin, Botsdamer 77,52 75,80 bes deutschen Außenhandels wie der Gesamtwirtschaft bestehen. Straße 134. 8. 836. Wenden Sie fich zunächst an die Fürsorgestelle Ihres 15,48 Die Kurse nähern sich also stark denjenigen, die vor dem Bekanntwerden der Pariser Beschlüsse an der Berliner Börse erzielt wurden. Am 29. Januar zahlte man für 1 Dollar 56,94, für 100 Gulden 1935,55. Die Entwidelung des Markfurfus an wichtigen ausländischen Börsenplägen während der legten Woche fennzeichnet in großen Umrifien folgende Gegenüberstellung: Man zahlte für 100 m. in am 5. 2. 7. 2. 8. 2. 9. 2. 10. 2. 11. 2. New Bort. 1.59 1,64 1,64 166 1,65 1,71 Dollar Zürich 9,87 9,92 9,95 10,30 10,20 10,27 Francs Noch dunkler ist das Schicial der Reichsfinanzen. Und daß auf diefem unsicheren Grunde eine dauernde Stärkung der deutschen Rauftraft im Ausland nicht erwachien fann, liegt auf det Sand. Verdoppelung des Kapitals des Norddeutschen Clonds. Der Norddeutsche Lloyd wird auf der nächsten Generalversammlung eine Rapita serhöhung um 125 auf 250 Millionen Mart vorschlagen. Bezicks. A. M. 3. 21 Jahre. B. G. 30. Ja. Junge 3. Sie müffen fich an die Balfenbeputation, Alte Jakobstr. 33/85, wenden, bort erfahren Sie alles Baffes, ber mit dem französischen Einreisesichtvermerk versehen fein muß. Räheze. B. 21. Für die Einreise nach dem Memelgebiet bedürfen, Gie eines .. 85. 1. Anträgen auf Bezuschuffung von Wohnlauben tann zurzeit nicht entsprochen werben; die Mittel find erschöpft. 2. Rein. 3. Die Bauvorschriften Wenben Sie sich an einen Fachmann. müffen natürlich beachtet werden. 6.B.D. 7. Richten Sie einer Antrag an die Berufsgenossenschaft. 9. 9. 10. zur Abgabe einer Steuererklärung find Sie zwar verpflichtet, haben aber feine Steuer au entrichten. a.. 100. Laffen Sie das Mieteinigungsamt ent uns nicht bekannt. Die Saargruben im Jahre 1920. Im Monat Dezember betrug fcheiben, wenn Sie zu keiner Berständigung mit dem Hauswirt kommen können. .. 160. 1. Bersorgungsamt, Berlin- Schöneberg, General- Bape- Straße. bie neue Förderung der Saaroruben 973224 Tonnen( November 2. Militärpapiere. 8. 3n Ihrem Falle wahrscheinlich erst mit dem Monat der A. R. 54. Rein. A. 3. 1. Rein. 2. C, so lange Shre Auf708 093 Zonnen, Oftober 846 629 Tonnen), die Arbeiterzahl 71 383 Anmeldung. nahme nicht erfolgt ist. M. F. N. 68. Frither 1024, jest 1086. G. R. 100, ( November 71 270). Auf den Halden lagen Ende Dezember Sa. Sie müffen aber das Gewerbe anmelden.$. W. 41. Augenblicklich 163 993 Tonnen( November 87 158 Tonnen) Kohlen. Im Jahre innen feine Borschüsse gewährt werden, da die Mittel erschöpft sind. M. 8. Ja. 1920 wurden auf den Scargruben insgesamt 9410438 3. 6. 3a. Borauslegung ist aber, baß bie Witwe invalide ift. e. S. 1. 1. Sehr zweifelhaft. Batentamt. 3. Die erste Gebühr beträgt 80 M. 9. M. 160. Unseres Townen Rohlen gefördert, gegenüber 8 537 207 Tonnen im§ 1313, 1314 Reichsversicherungsordnung. Biffens nein. 8. 6. 86. 1. Ja. 2. Die Zeistungen erfohren Sie bei der Jahre 1919. „ Das oberste Wirtschaftsgeseh". In der Hauptversammlung des bortigen Ortskrankentafe. 3. Ortstrantentaffe. 4. Rein. 5. Cine Frist ist nicht vorgesehen. 6. Bon der Wöchnerin. Stahlbundes wurde unter anderem die Bre.sfrage er- B. R. 6. Nötig ift erfolgreicher Besuch einer Boltsschule( bis zur Bolörtert. So sehr ein Preisabbau wünschenswert erscheine, so müsse endung des 14. Lebensjahres), bann Besuch einer Präparandenanſtalt( 3 Jahre). diesem doch für die vom Eisenwirtschaftsbund bewirtschafteten Er- banach Besuch eines Lehrerseminars( 3 Jahre). Die jezige Höhe der Kosten ist zeugniffe jede äußere Berechtigung zurzeit abgesprochen werden. Der Eisenwirtschaftsbund werde daher ebenfalls an den jetzigen Breisen festhalten müssen, denn für ihn fönne es nur fachliche Gründe für die Preisbemessung geben. Und diese sprächen unbebingt gegen eine Ermäßigung. Im übrigen aber fönnten gefeß der Preisregelung durch Angebot und Nachfrage verlaffen. Sowie eine Berbilligung dennoch möglich werden sollte, werde fle ohne weiteres den Berbrauchern zugute fommen. Die Schwer industrie versteht es wieder einmal zu verfchweigen, daß das oberste Wirtschaftsgefeg" von Angebot und Nachfrage durch die Monopolftellung der Produzenten und das Preisbittat der Kartelle aus= geschaltet ist. Wenn Arbeitnehmer und Verbraucher gegen dieses Diftat aufbegehren, so haben sie ihre guten Gründe, die durch Rebensarten nicht wirtungslos werden. Die verhältnismäßig günftige Entwicklung, die die deutsche Baluta nach ihrem Rückschlag in den letzten Januartagen durch gemacht hat, führt zu der Frage, aus welchen Gründen das Aus. Land der deutschen Wirtschaft jest wieder größeres Bertrauen schenkt. Die fcharfe Kritik an den Forderungen der Entente, wie sie selbst in der englischen und amerikanischen Bresse geübt wurde, hat ficherlich in gewiffen Kreifen wieder Hoffnungen auf die weiteren Berbandlungen gewedt. Man rechnete allgemein mit der Möglich feit, daß Amerika, das an dem Abias feiner Waren in Deutschland intereffiert ist, gegen die Pariser Beschlüffe Einspruch erbeben würde. Noch ist bas nicht erfolgt. Inzwifchen hat der französische Minister für die befreiten Gebiete- wohlweislich erft nach der öffentlichen die Eisenverbraucher fich getroft auf bas oberste irtsafts an jedem Nachmittag im Etablissement Zielka Kammerbebatte Aeußerungen getan, die die Entente forderungen in milderem Lichte erscheinen laffen sollen. Unnöfige Erfchwerung des deutsch- russischen Handels? Eine Jufchrift aus industriellen Kreifen an die Dena behauptet, daß die Hereinnahme von Aufträgen aus Sowjetrußland für die deutsche Industrie durch das Verhalten der deutschen Regierung erschwert werde, die den zu ihrer Durchführung erforder lichen Fachleuten die Einreiseerlaubnis in manchen Fällen ver weigere. Wenn das zutrifft, so muß gegen diese Schädigung des deutsch- russischen Handels Proteft erhoben werden. In jedem Falle ist eine amtliche Nach prüfung am Blaze. Die Verbesserung" der Pariser Beschliffe ift in ihrer praktischen Birkung fehr gering. Für Deutschland fann es unter den gegen wärtigen Verhältnissen gleichgültig fem, ob die Ansfuhrabgabe tatfachlich eine einheitliche Ausfuhrtage von 12 Broz. auf sämtliche Baren ist, oder ob sie nur ein Stenungsi lüffel ift, ber der Wiedergutmachungskommiffion zur Begründung Beweglicher Forderungen dienen soll. Diejenigen Kreise, die es bisher is glänzend berlianden baben, die Befigftenern au umgehen, tämpfen mit aller Erbitterung gegen einen weiteren Ausbau der direkten onde Steuern. Aber auch die indirekten Abgaben an das Reich, die immer wieder auf die Schulter der Berbraucher abgewälgt werden, find nicht mehr beliebig zu erhöhen. Und bei alledem ift fogar das Reichsdefizit noch lange nicht gebedt und die Schulbenwirtschaft geht vergnügt weiter. Benn man also die Ausfuhr zur Kallu lationsgrundlage für neue Abgaben an die Entente machen will. Frankreichs Kohlenförderung im Jahre 1920. Im Dezember so wird nichts anderes übrig bleiben, als diefe Abgabe in Form 1920 wurden in Frankreich 2 444 221 Tonnen Brennstoffe( Kohle eines Bons auf die Ausfuhr zu erheben. Und es ist wahrhaftig. Der bisher günstigste Monat war der Oktober mit 2 436 465 Tonnen. und Braunkohle) gefördert gegen 2373 612 Tonnen im November. ein gelinder Troft, daß Deutschland nach dieser Auslegung das Recht Im ganzen Jahre 1920 betrug die Kohlenförderung 25 276 304 behält, den Zoll für die verschiedenen Warengattungen verschieden Tonnen gegen 22 476 766 Tonnen im Jahre 1919 einschließlich hoch au gestalten. Eine Ausfuhr von Kohlen und Rohproduften. Lothringen. Die Kohlengruben in den Departements du Nord die unter Umständen mit 100 und mehr Broz. belastet werden fönnten, und Pas de Calais produzierten im Dezember 1029 308 Tonnen CHD Hut aus Kunstseide, ohne Schleier 54.Hut ( Schluß des rebattionellen Kells.). 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Varga: Ueber die Form der Beziehungen eines proletarischen Staates zu den kapitalistischen Ländern./ N. Lenin: Die Aufgaben der politischen Aufklärung. M. Wladimirsky: Die Resultate der Arbeit in der Organisation der östlichen Organe der Sowjetmacht im Jahre 1920/ S. Strumilin: Das Problem einer Steigerung der Arbeitsleistung. Prof. W. M. Bechterew: Persönlichkeit und Arbeit. L. Sosnowski: Der Schöpfergeist Sowjetrußland. Lenins Fahnenjunker." Karskly: Der dritte Jahrestag der proletarischen Revolution und das Recht./ A. Anikst: Planmäßige Arbeit. J. Larin: Die Aufgaben des vierten Jahres. N. Ossinski: Der planmäßige Anbau und die Normalisierung der Bodenbearbeitung./ N. Ossinski: Die Regelung der Landwirtschaft durch den Staat. N. Bogdanow: Die wichtigsten Fragen einer Organisation des sozialistischen Ackerbaues. A. Swiderski: Die Hilfsquellen unserer Verpflegung. A. Wyschinski: Die Zweckversorgung./ N. Ossinski: Auf dem Wege zur Verpflegungsfront./ W. Nekrassow: Drei Jahre Revolution und das Verkehrswesen./ D. Michallow: Das Verkenrswesen./ G. Krzizanowski: Die Elektrifizierung als Voraussetzung e ner Vergesellschaftlichung der Produktion./ Kurze Ueber. sicht liber die Tätigkeit des Volkskommissariats für Außenhandel im Jahre 1920.| P. Schoch: Probleme der Naphthaversorgung. S. Herstein Drossiowskaja: Die Arbeiterin in der Gewerkschaftsb wegung während der drei Revolutionsjahre. O. Nogin: Mutter und Säuglingsschutz. A. Jelisarow: Kinderschutz in Sow etrußland./ S. Kaplun: Die Arbeiterin und der Arbeitsschutz./ Elkin: Arbeiterinnen an der Kampffront gegen die Unwissenheit./ H. N. Brailsford: Eine Fabrik in Sowjetrußland. 132 Seiten KURT HEINIG: Meiner merten Runbichaft zur Kenntnisnahme, daß ich wieder vollständig gefund bin und meine Bragis vom 1. Ge brune in vollem Umfange wieber aufgenommen habe, lowohl außer dem Hause, wie in meiner Privat- Entbindungsanstalt Rofeusfy, eb ammeschwester, Langefte, 82/83. 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Zu den Hamburger Woffeufunden bei der Orgesch kau» noch xemeldck werden, dag es sich um 2 schwere Maschinengewehre, 1 Kiste Zjloschinc-ngewehrmur.iiion. 1 Kiste Handgranaten und 1 Kiste Gc- wchrmmütian gehandÄi hat. Die war einem Transportgeschösi zur Einlagerung übergeben worden, was der Polizeibehörde bekannt geworden war. L.'s ein Auls zur Abholung der Dassen und Munit-on kam, wurde das Auto bcichlognahml, die Insassen v e r- haftet und Dassen. und Munition ebenfalls mit Beschlag belegt. Die Sachen waren für einen Daumeisler in Bauernhof(Holstein) bestimmt. Das„Hamburger Echo" ist anläßNch dieser Vorgänge in der £»!?. einen Auszug aus einem Protokoll über eins Sihnng der Hamburger vrgesch zu verösfenlNcheu, die im vorigen Jahr sratlarfunden hat. In diesem Protokoll wird auzsührlich über die Organisation der Orgesch gesprochen, die einem Berschwöreructz über ganz Deutschland gleicht. A. a. ist die Herstellung von beweglichen Formationen in engster Verbindung mit der Aeichswehr empfohlen und es werden weit«« Mit- teiinngeu gemacht über die Art, wie die Orgesch einzugreifen bärts. Sehr interessant ist, daß es sich, was ansdrücklla) betont wird, nur um eine„listenmähige Organisation" handeln müsse, d i e j e d o ch snnkk so Nieren werde, wenn man aus den Knopf drücke. Man müste vorsickztig sein, auch in telephooischeu Gesprächen, vor allem nichts Schriftliches darüber von sich geben,„da sofort mit Angriffen der Entente zu rechnen wäre". GLheinin.'skrämerei um Sapern. Wie wir erfahren, ist die bayerische Antwort auf das Verlangen der Reichsregierung nach Entwaffnung der Einwohnerwehren usw. in Berlin«ingetroffen; sie wird aber einstweilen nicht verösfenllicht. Die Reichsregierung will also das Spiel der bayerischen Reaktiv- näre treiben, indem sie die Antwort der Zlahr-Lem« verheimlicht? Dagegen muß auf dos allerentsch'edenste Einspruch erhoben, werden. Denn durch das Verhalten der Ätbaycrischen Koalitionsregierubg ist die Frage der Entwaffnung zu einer allgemein deutschen geworden und für Geheimdiplomatie haben wir auch im innerdeutschen Verkehr kein Bedürfnis mehr. Das deut'che Volk Hot deswegen besonders Interesse daran zu wissen, wie sich München stellt, weil wir sehr stark« Vermutung haben, daß Herr Kahr nur noch der Firmentröger ist, während in Wirklichkeit die Macht in Bayern ausgeübt wird von einer Klique von Verschwörern, die olles r! s k i>e r e n wollen und unter denen sich auch sehr bekannte norddeutsche Reaktionäre befinden. Sie haben ihr Hauptquartier in München im Ringhotel aufgelch'agen, das dort die Rolle des Vertincr Ed�nhotcls zu spielen scheint. Wir fordern deshalb sehr entschieden die Reichsregierung aus, die bayerische Ant- wart auf die bekannten vier Fragen s ch l e u n! g st zu verössent- kichen. damit das deutsche Volk erfährt, woran es ist. Pnsere Parteiorganisation in Nürnberg hielt ein« Der. trariansmännerkonferenz ab, um zu der Laos Stellung zu nehmen. ?n einer einstimmig angenommenen Entschließung heißt es u. a.: Die Sozialdemokratische Partei Nürnbergs begrüßt die Maß- nahmen, die die L a n d t a g s f r a k t i o n zum Schutz der Inter« eisni der bcnerrch-rn Bevölkerung ergriffen hat. Gegen das- System Hahr Heim-Efcherich, das die Reichseinheit gefährdet und die baysnfcha werktätige Bevö'kerung politisch unmündig mache n will, erhebt die Srzialdcmokrotische Partei schärfsten i Protest. Sie ersucht die Landeszentrole, bei dem Eintritt neuer Schwierigkeitcn einen Landrsparteitog einzuberufen. Die Demokraten Bayerns hol'en am Sonntag in München eine SJandesfgnferenz ab. Wie wir von gut untere richtetar Srte hörun, sind die links gerichteten bayerischen Demo- traten dar Ansicht, daß es die höchste Zeit fii. den d« m o k r o- tischen Vertreter aus der bayerischen Regierung zurück, zuziehen._ Ca lebe öie Korruptlon! /Des Korruptionszeschrel der Deutschnationalen erinnert immer lebhhftcr an den bekannten Ruf: haltet den Diebl Was wir in diesen Tagen erneut über den Fall va» den Äerkhoff verössent- l'chcn konnten, ist der deutschnationalen Presse so unangenehm, daß sie schamhaft darüber hinweggleitet. Herr helfferich aber, der Groß- siegelbewahrer der Monarchie� hat von dem Siegelbrecher van den Kerkhoff noch nichts wieder verlauten lasiery In der„Germania" hat sich dieser Tage der Reichsfinanzmtni' er sehr lebhast verteidigen müssen gegen Vorwürfe, die aus den Kreisen der Helfferich und Westarp gegen ihn erhoben wurden. Dabei erzählt er, daß er mit den deutschnationalen Führern wiederholt vertrauliche Besprechungen über den Fall Kcrkhoff gehabt Hab«, bevor Helfferich im Ausschuß seinen Frontangriff gegen den Minister richtete. Dr. Mirth hat bei einer dieser Unterredungen den Dr. helffe- rich ausdrücklich darauf aufmerksam gemach», daß die Angelegenheit für die Deutschnationalen während der preußischen Wahl- liewsgung eine nicht gerade angenehm« Wirkung haben müsse. Trotzdem hat der Dr. Eisenstirn-Helfserich den Mut gehabt, die Sache anzuschneiden und damit den Stein ins Rollen zu bringen. Wie erinnerlich, hat der Minister in seinen Ausführun» gen vor dem Ausschuß mitgeteilt, daß in der Steuersache Kerkhoff .auch Akten gestohlen worden seien, und daß insbesondere Eeheimbücher, deren Durchsicht sicher die Prüfung von Steuer- angelegenheiten erleichtert hätte, verschwunden sind. Kerthofs hat behauptet, daß ein ehemaliger Steuersekretär diese Ge° hoimbücher und Steuererklärungen empfangen habe. Diese Akten sind nun verschwunden, und der genannte Steuersekretär will sich an diese von Kerkhoff behauptete Tatsache nicht mehr erinnern können. Unser Elberfclder Pa.rteiblatt, djs„Freie Presse", erlaubt sich nun die indiskrete Frage, ob dieser namenlose Steuersekrctär nicht ein junger Mann namens V e h r e n s sei, der beim Landesfinanz- amt Elberfeld beschäftigt war. Dieser Steucrsetretär Behrens Hab« von dem Herrn Kerkhoff eine Einladung zu einem Mittag- essen in einem Clherfelder Hotel erhalten, und zwar als er, der auch durch stark dcutschnotionale Gesinnung aufsiel, noch Steuer- sekrctär war. Der Cinladungsbrief ist zwei psiichtgetreuen Be» o.inten in die Hände gefallen. Zufälligerweise erachteten diese Leute es für notwendig, mit großer Energie dem Fall van den Kerkhoff nackizugehen. Dazu hatten sie nicht lange Gelegenheit. Es wurde wahrscheinlich„preußisch gepfiffen", einer von ihnen reiclfte bald darauf sein Bersetzungigesuch nach Neukölln ein und der andere wurde nach Mors versetzt, nachdem man ihn zum Steuerinspektor befördert hotte. Der ehemalige Steuer- sekrctär Behrens aber ist heute beim Fabritantenverein tätig und hat dort wahrscheinlich auch„Steuergeschichten zu schmeißen". Es ist anzunehmen, daß der Elberfeld«? Fabrikanten- Verein nur tüchtige und bewährte Kräfte einstellt. Die deutschnationalen Drochentöter. die jeglicher Korruption abhold sind, werden sich hoffentlich darum bemühen, zu erfahren. was der Abgeordnete, Fabritdirektor und Siegelbewahrer Kerkhoff mit einem„simplen" Steuersetretär beim Mittagsmahl im Hotel Eine Unterredung Der holländische Journalist Herr H. Petermeyer hatte im Herbst in Amorongen mit dem ehemaligen Kaiser eine Unterredung, über deren Verlauf er jetzt in der ouslän- difchen Presse berichtet. Wir find in der Lage, seinen Bericht zu gleicher Jeit--- unter Streichung einiger unwesentlichen Stellen— veröffentlichen zu können und halten uns dazu für verpflichtet in Voraussicht des gervoftigen Skandals, den die Veröffentlichung im Ausland zweifellos erregen wird. Wisi- Helm II. kann freilich church feine Redereien jetzt keinen schweren Schaden mehr, fondern höchstens mir noch einigen kleinen Unfug anstiften, trotzdem wäre zu wünschen, daß auch dieser unterbliebe,.denn die Welt hat von Wilhelm Ich wahr- lich schon genuggehört! Nach einer Einleftüna, in der die hofmäßige Aufmachung der Ameronger Zufluchtsstätte nicht ohne Ironie geschilden wird, gibt, der Auszrager seine Unterredung mit dem Exkaiser folgendermaßen wieder: „Sie sind also Holländer, aber Ihr Voter ist ein Deutscher?" „Cr stammt aus Lippe-Detmold." „Daran denke ich immer mit Vergnügen zurück. Im Anfang meiner Regierung— im Jahre 1883— das ist also lange her— im Monat September war ich da auf der Durchreise— im nächsten Monat besuchte ich als Kaiser und König des Deutschen Reiches meinen unvergeßlichen Freund Franz Joseph in Wien. Da sah die Welt noch anders aus als jetzt! Als Sie noch ein Säuglinz waren, da traf ich i n R o m ein— wer hätte damals denken können, daß einen: der Freund zum verräterischesten Feinde der Welt wird? Man hat mich zwar manchmal gewarnt, und nicht ohne Absicht habe ich dem Italiener Dikkor Emanuel im Iull de» Jahre» lSIZ noch meine Flotte in Siel gezeigt." General v. G o n t a r d(Der �hofmarschall". Red. d.„D.") lenkt schnellstens die Aufmerksamkeit des Kaisers von politischen Fragen ab mit der neutralen Bemerkung: »Wenn Ew. Majestät mir erlauben, dieser junge Holländer ist Oberreallehrer der deutschen Sprache." Der Kaiser versteht die Absicht seines ewigen Begleiters, schwelgt einen Augenblick unwillig und sagt dann: „So werden Sie hoffentlich das Wesen des Mittel- alters verstanden haben. Das Problem der Nibelungen wird Sie doch auch interessieren? Wie stark und kerngesund muß