Nr.«7 ♦ 38. Jahrgang Ausgabe � Nr. 4S J- Bezugspreis z SHenriiaijtLSO,- an. monatl. 10,— as, fr« ws Haus, voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich w.— M.. exkl. Zu- ficllungsgebllhr. Unter ftreuzbanb für Deutschlanb unb Oesterreich 16�0 M.. für das übrige Auslanb bei läglich ewmal. Zustellung 21.ö0 Si. Postbe- ftellungeu nehmen an Oesterreich, Ungarn Tlchecho- Slowakei, Däne» warb Holland, Luxemburg, Schweden «nd die Schweiz.— Eingelragen in We Post-Zeitungs-Preisliste. vorwärts" mit der Sonntags- rtiloge.Volk und Zeit" und der Unter- Hallungsbeilage»Hcimmelt* erscheint »ochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: a*«3iaia«mo(tal Berlin". '\ Morgen Ausgabe Sevlinev volKslilAtt ( 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Sie achtgespaltene Nonpareillezeile kostet 5�0 M„Kleine Anzeigen" das iettgedruckte Wort 1,50 9)1.(zu- lassig zwei fettgedruckte Worie), jedes weitere Wort 1.— Di. Etellengesuche und Schlasstellenanzelgen das erste Wort V— M. jedes weitere Wort 00 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. ffamilien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 3,— Di. Die Preise verstehen stch einschließlich Teuerungszulchiag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin SW 08, Linden- straße 8, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr jriih bis 5 Uhr abends. Zcntralorgan der rozialdcmokrati feben partd Deut feb tan d& Redoftion und Expedition: SM HS, Llndenstr. 3 Kcrusprcchcr: Amt Mortliplah. Nr. ISl S«— 1slS7 vorwärts-verlag S.m.b.h., EM HS, Llndenstr.? kreriisprecher, Amt Morihpleih, Nr. flTSS— ö4 Englänöer nach Gberschlesien! L 0 n d 0 niz�ZI. Februar.(Amtlich.) Die Londoner San- ferenz hat beschlossen, daß die oberschlesischen Landeseinwohner und die auswärtswohnenden Absiimmungsberech- tigten zu gleicher Zeit abstimmen sollen. Die der Londoner Korrespondent des„Temps" mitteilt, wurde weiter beschlossen, daß die Volksabstimmungs- kommission für vberschlesien den Abstimmunastag auf den 2 0. Mörz oder, wenn sich unüberwindliche Hindernisse dem entgegenstellen, aus ein benachbartes Datum festlegen Soll. Der Obersie Rot hat ferner Kenntnis davon genommen. >aß die b r i t i s ch e Regierung die Verpflichtung übernommen hat, der Volksabstimmung vier Bataillone zur Ver- sügung zu stellen. An amtlicher Stelle ist über den Beschluß des Obersten Rates in der Frage der oberschlesischen Volksabstimmung bis- her noch nichts bekannt. 527 Resultate. Nach MTB. lagen bis 11 llhr abends aus IS von 22 Kreisen die Resultate vor. Danach sind 327 Abgeordnete gewählt, und zwar: Sozialdemokraten 95. Zen- trum 67. Demokraten 17(zusammen 179): Deutschnationale 57, Deutsche Volkspartei 46, U.S.P. 20, K.P.D. 23, Dirtschasts- parte! 2(zusammen 148). Es fehlen noch Osihannover, Köln-Aachen und Irler-Koblenz sowie die Mandate der Landesliste. In den drei noch fehlenden Kreisen, in denen Zentrum und Welsen dominieren, ist nach den Ergebnissen der letzten Rclchstagswahl eine Mehrheit der Koalition von etwa 30 gegen 10 zu er- warten.. lVahlergebnisse üer Kreise. Wahlkreis 1(Ostpreußen): Sozialdemo k r a t e n ISS 067, ILS.P.D. 47 615, K.V.D. 63 5S0. Dnat. 246 879, D. Vp. 121 926, Zentr. 87 188, Dem. 43 589, W. Vgg. 8146, Polen 10 802. Da die Wahlen zum Preußischen Landtag ähnliche Zahlen er- geben haben wie bei der Reichslagswahl, dürsten gewählt sein: S Sozialdemokraten, darunter INlnisterpräsident Braun (bisher 7). 1 Unabhängiger, 1 Kommunist, 6 Deulschuationale. 2 Zentrum, Z Deutsche Dolkspartei, 1 Demokrat(Ministerpräsident Dr. wendorst)- Königsberg. 21. Februar,(MTB.) Nach dem vorläufigen Endergebnis stellt fich das Resultat zur Reichstagswahl in Königsberg(Stadt) in runden Ziffern wie folgt: Sozialdemokraten 20S00(Wahl zur Nationalversammlung 1919 öl 733). U.S.P 12 600(27 793), Kommunisten 28 990(nichts), Demokraten 8299(39 287), Deutschnationale 14 499 (7648), Deutsche Volkspartei 42 799(27 536), Zentrum 3199(4319), Wirtschaftspartei 3599(nichts), Polen 5(nichts), ungültig 7599. Wahlkreis 2(verlin): vorläufiges amtliches Ergebnis: Gesamtzahl der gültigen Stimmen 971742. Es erhielten die So- zialdemok raten 220 855. ILS.P.D. 197 277. K.P.D. 118 299, Zentr. 38 332, Dem. 66 078, Dnat. 169 473, D. vp. 121 107, hannov. Landespartei 90, Mittelstandspartei 46 231. Es entfallen auf die Sozialdemokraten 5, auf die Demokraten 1, auf die Deutschnationalen 4. aus die Unabhängigen 4. auf die Deutsche Bolkspartei 3. auf die Mittelstandspartei 1 und auf die Kommunisten 2 Sitze. Wahlkreis 3(Potsdam II): Gesamtzahl der gültigen Stimmen 757 839. Es erhielten die Sozialdemokraten 163 436(146 846), U.S.P.D. 100 665(251 748). K.P.D. 54 703(10 872), Zentr. 22 938 (23 862) Dem. 72 536(88 801), Dnat. 154 559(120 984), D. Vp. 150 272(183 068), Hannov. Landespartei 135, Mittelst. 38 595. Es entfallen also auf die Sozialdemokraten 4, auf die Demo- traten 1 auf die Devtfchnationalen 3, auf die Unabhängigen 2, auf die Deutsche Dolkspmtei 3 und auf die Kommunisten 1 Sitz, zu- Nach den bereits vcröffentlickiten Zahlen sind gewählt: 3 Deutsch- nationale Auf die Deutsche Dolkspartei entlallen 3 Sitze, auf die Demokraten 1 Sitz, auf die S o z i a l d e m o k r a t e n 4 Sitzeiie stark genug geworden sei, um allein oder mit anderen sozialistischen Parteien zusammen eine Regierung bilden zu können. Das ist ein sehr schätzenswerter Grundsatz des taktischen Verhaltens, für dessen Anwendung auch wir sind, solange er nicht zu höchst miß- lichen Konseguenzen führt. Aber der Arbeitersache mistossenen Augen einen Schaden zuzufügen, nur um ein Prinzip zu retten, dazu sind wir allerdings nicht imstande. Wäxen mir es gewesen, dann hätte sich die Rechte aller- dings die Mühe des preußischen Wahlkampfes sparen können. Dann hätten wir längst abgedankt, und Deutschnationale und' Deutsche Volkspartei hätten kampflos die preußischen Re- gierungsstühle besetzen können. Oh aber das den Wünschen der U.S.P. entsprochen hätte, ist eine ganz andere Frage. In Wabrheit hat doch die U.S.V.. nachdem sie die Reichs- koalition bekämpft und der Deutschen Bolkspartei in den Sattel geholfen hatte, der bisherigen Vreuhenkoalition mit Ziemlich wohfwollender Neutralität gegenübergestanden. Was zur Verständigung fehlt, das ist das offene Zuge- ständnis der Unabhängigen, daß sich unter gewissen zwingen- den Umständen die gemeinsame Regierungsbildung mit Bür- gerlichen nicht vermeiden läßt, daß sie dann gewählt werden muß als das kleinere Uebel gegenüber dem größeren einer sonst � drohenden schwärzesten Reaktionsregierung. Und dieses Zu- geständnis sollte den Unabhängigen um so weniger schwer fallen, als ja ihre österreichischen Gesinnungsgenosien— genau so wie die deutschen Mehrheitssozialisten— nach ihm gehandelt haben. All diese Erwägungen führen zu der Erkenntnis, daß der schlimmste Feind der Arbeiterbewegung, die Uneinig- feit, eigentlich nicht unbesiegbar sein dürste.. Solange diese Nn intgkeck Gesteht, töitftcit einzekns Grippen gewinnen odek verlieren, aber die Gegner werden stets gegenüber dem Hunzen die Gewinner bleiben. Erst wenn die Einigkeit, in oder so, wiederhergestellt ist, werden die Hunderttausende. die sich aus Ueberdruß zurückgezogen haben, wieder hervor- i immen, der Zuzug aus der Anhängerschaft der bürgerlichen Parteien, her fast ganz ins Stocken geraten ist, wird wieder ansetzen und ein unwiderstehlicher Schwung wird die Be- wegung vorwärtstreiben. Diese Einigkeit wiederherzustellen, ist die Aufgabe, vor der die Sozialdemokratische Partei jetzt steht. Sie muß her- gestellt werden durch friedlichen Meinungsausgleich, wo es geht, aber auch durch energische Maßnahmen, wo andere Mittel versagen. Wir wünschen die Demokratie in der Ar- beiterbewegung, aber wenn uns die Diktatur aufgezwungen wird, dann ist uns die Diktatur der Mehrheit über die Minderheit immer noch lieber als die Diktatur den Minderheit über die Mehrheit. Mit anderen Worten: Es muß ein Ends haben mit dem Terror der zersplitternden kommunistischen Minderheiten! Es muß wieder vorwärtsgehen, und dazu müssen wir wieder einig werden. Wer die Einigkeit nicht will, ist unser Feind. Wahlergebnisse öer Kreise. fSchluß von der 1. Seite.), Wahlkreis 17(weslfalen �ord): Sozialdemokraten 196 211(4 Sitze, darunter Severins), U.S.P.D. 22 927. ß.P.D. 48 ZS4(1 Sitz), Dnat. 90 027(2), D. Dp. 91 480(2), Zentr. 400 749(10), Dem. 30 091 �infolge Lifieuverbindung ist Oberbürgermeister Domintcus gewählt). (R-ichst-gsw-hl söhn« di« auherpreuhischen»edictis:(5.P.D.«ffi 377,«.E.P. 72 2®'..«.P.D. 14 664, Dem. 35 946, g-ntr. 396 017, D. Bp. 103 033, Dnat. Sp. 79 736.) Wahlkreis 18(Westfalen-Süd): VorlSusiges Gefamkresultat: Sozialdemokraten 286 444(243 920), ll.S.V.D. 83 099(231 262). ffp.D. 104 492 (17 290), Denn ,57 993(59 267), Zentr. 334 217(327 964) D. Up. 177 576(191 202). Dnat. 92 562(70 008). tSi-IchsiagswahN E.P.D. 243 920, U.E P. 231 263,«.P.D. 17 290, Dem. »267, gcntr. 327 964, D. Dp. 191 202, Dnat.«p. 70 008, Sonstig« Part. 562.) Danach haben erhalten die Sozialdemokraten 7 Sitze(Redakteur H u e- Esten, Parteisekretär Klupsch- Dortmund, Stadtsekretär B r ä u k e r- Iserlohn, Referent Osterroth- Hamm, Verbands- vorfitzender H u s e m a n n- Bochum. Bezirksleiter Kahl- Dortmund und Betriebsleiter Fries- Siegen): die Unabhängigen 2 Sitze: Deutsche Volkspartei 4 Sitze: Zentrum 8 Sitze: Demokraten 1 Sitz. Wahlkreis 22(Düsfeldorf-Ost): Es entfielen auf die Deutschnationale Bolkspartei Z Sitze, auf die Deutsch« Volkspartei 3 Sitze, Zentrum S Sitze, Deutschdemokra- tische Partei 1 Sitz, Sozialdemokraten 3 Sitze(Redakteur Li mbertz-Esten, Parteisekretär Haberland- Bremen, Ge- schöftsführer Meyer- Düsseldorf). Unabhängigen 2 Sitze, Äom- munisten 3 Sitze. �«.».».? IT!. U.SA. 819 911,« P.D. 12229, Dm.«974. gwöl. 238 372, D. Dp. 128 446, Dnat. Dp. 121323, Sonstig« Part. 3011.) Wahlkreis 23(Düsieldorf-Wesk): (£9 erhielten die Sozialdemokraten 94 979 (2 Sitze), die Unabhängigen 23 369, die Sommuuislen 65 741 (1 Sitz), die Deukschnatioualen 53 091(1 Sitz), die Deutsche Volkspartei 89 805(2 Sitze). Zentrum 290 664(7 Sitze), die Demokralen 21 077. (Reichztagrwahl: E.P.D. 96 706, ll.S.P. 98 816,«.P.D. 36 848, Dem. 33 660, 8«tr. 301 227, D. Pp. 86 992, Dnat. Vp. 43 702, Sonstig« Parteien 8384.) « Aus Berlin und angrenzenden Kreisen geben wir noch die folgenden wichtigen Einzelergebnisse nach: 13. Abteilung. Sozialdemokraten 4193, U.S.P.D. 3104, K.P.D. 1447. Dem. 1050. D. Dp. 3043, Dnat. 3141, Zentr. 813. j W. Bgg- S1Z.(Nach'zckazen, welk ii« der FrUhmanmer tüchj ewst halten. Red.) Lichtenberg. Abgegebene Stimmen 70820(80424). Sozial- demokraten 17 879(18 632): U.S.P. 16 993(39 384): K.P.D. 9870; Dem. 3213(4151): D. Dp. 9234(9991): Dnat. 6404(4218): Zentr. 2915(2908); W. Agg. 889(3308): Niedersachsen 33. Die Sürgerschastswahl in Seemen. Bremen, 21. Februar. Vorläufiges amtliches Ergebnis (105 Stadtbezirke). Deulschvaklonale Voltsparlei 9315. Deutsche Voltsportei 36956, Zentrum 3378, Deulschdemokratische Partei 23718, Sozialdemokratie 33107, Unabhängige Sozaldemokratie 31 193, Verelnigke Sowmuniften 9989. Virtschaskspartei SZ18, ungültig 358. Bei der ReichStagSwahl am 6, Juni wurden im bremischen Staatsgebiet abgegeben für die Sozialdemokraten 30 766, U.S.P. 84380. K.P.D. 7802, Demokraten 23137, Jen- trum 2181, Deutsche Volkspartei 42245, Dcutschnationalen 10 816. Das neue Hamburger Parlament. Hamburg. 21. Februar. Die Parlamentssitze der Hamburger Bürgerschaft werden nach dem Ergebnis der Sonntagswahlen ungefähr wie folgt verteilt sein: S.P.D. 68. U.S.P. 2, Kommunisten 18, Demokraten 23. Deutsche Volkspartei 22. Deulfchnationale 19, Grundbesitzer 3, Zentrum 1, LSirtschaftsbund 8. Diese Resultate können sich noch um einen Sitz verschieben, aber im allgemeinen als feststehend betrachtet werden. Nachtlänge von öer Wahl. Während sich die Berliner Presse, soweit sie am Montag morgen erschien, zunächst mehr mit den unmsttelbar vor- liegenden vorläufigen Ergebnissen der Wahlen zum Prepßi- schen Landtag beschäftigte, beginnt die Frage:„Was nun?" in den Berliner Blättern vom Montag abend einen breiteren Raum einzunehmen. Uebereinstimmend findet sich in der reaktionären Presse die Forderung nach einer Beseiti- gung der gegenwärtigen Regierungskoalition, wo- bei allerdings parteiliche Wünsche und Hoffnungen eine größere Rolle spielen als tatsächliche Berhältnisse. Die deutsch- nationale.Kreuzzeitung", die ja nun wieder ihr bewährtes: «Vorwärts mft Gott für König und Vaterland" mutig im Schilde führt, schreibt: Gerade in den letzten Monaten hat sich wiederholt gezeigt, wie sehr es ihnen(den gegenwärtigen Regierungsparteien.. Anni. der Red.) an der nötigen Homogenität fehlt. Und man mutzte sich wundern, daß die bürgerlichen Regierung-, nniglied r nicht gegen die Steuerung eines so ausgesprochen sozialdemokrati- schen Kurses aufbegehrten. Daß sie aber jetzt Neigung haben sollten, sich wieder in das gleiche Joch zu begeben, lyöch'en wir nicht für sehr w a h'« w« i n l i ch halten. Auch muß es als u n- erwünscht bezeichnet werden, daß die Verschiedenartigkeit t-i der Zusammensetzung der preußischen und der R e i ch s r e g,i e- rung andauert. Deshalb wird man oerlangen müssen, daß auch in Preußen eine bürgerliche Regierung gebildet wem. Es würde dem wahlausfall. der gekennzeichnet ist durch ein« wefenl. liche Stärkung der bürgerlichen Rechken und durch einen fortgesetzten Rückgang de« Marxismus, nicht entsprechen, wenn auch weiterhin sozialdemokratische Mmister au der Spitze wichtiger preußischer Verwalkungen stchen würde«. Der Haß gegen die sozialdemokratischen Minister und die Furcht vor ihrer Wiederkehr sind also für die„Kreuzzeitung" entscheidend genug, dos Verlangen nach Beseitigung der Sozialdemokratie aus der Regierung trotz des gewaltigen A nnv a ch s e n s der Sozialdemokratischen Partei zu erheben. Ganz aus dem Häuschen vor Freude ist die agrarische „Deutsche Tageszeitung". Dennoch hat sie allerhand Bedenken, ob es gelingen wird, die gegenwärtige Koalition zu stürzen, und um diese Bedenken im Sinne des reaktionären Bürger- tums zu zerstreuen, mahnt sie: Vi« starker Ansuntz zur S«f««d«ng Iw» preußischen Vokkos ist also aus dem gestrigen Wahlaussall deutlich zu ersehen. Ob oder inwieweit er ausreicht, eine Gesundutzg oder doch namhafte Besse- rung der R e g i e ru n g s o e r h äl tn is s e in Preußen herbeizu- führen, läßt sich bisher noch nicht feststellen. Die bürgerlichen Per- teien, in deren Händen die Entscheidung über den künftigen Regierungskurs Preußens liegen wird, tragen eine überaus ernste Verantwortung! Deutlicher wird die„Tägliche Rundschau", die gleichfalls über den„Ruck nach rechts" jubelt, indem sie drohend schreibt: Dieser Wille des Volkes, der bereits am 6. Juni zutogo getreten war, ist gestern durch die preußischen Wahlen bestätigt worden, und— dos sollte man doch links freundlichst beherzigen— auf dieser Grundlage wird man sich über die Regierungs Neubildung zu unterhalten hoben. Von Zugeständnissen der Rechten an die Linke ist selbstverständlich gar keine Rede. Wir fußen auf dem gebnis der preußischen Landtagswahlcn und auf dem starken Wahlersolg beider Rechtsparteien, und das Ergebnis der Rcgierungsneubildung wird diese Tatsache, die sich aus dem 20. Februar ergeben hat, berücksichtigen müssen. Wenn die Sozialdemokratie glaubt, dieser Sachlage kein« Rechnung tragen zu brauchen, so dürste sie die Opposition zweier durck, die Wahlen außerordentlich gestärkte Rechtsparteien in der preußischen Regierung gegen sich haben. Zu einer sonderboren Auffassung gelangt der gleichfall» in rcaktionär-schwerindijstriclleni Fahrwasser segelnde„Ber- liner Lokal-Anzeiger", der, nachdem auch er das gewoltigs Anwachsen der Sozialdemokratie notgedrungen feinen Lesern miftellen muß, feststellt: Nach alledem kann der bisherige überragende Einfluß de.* Mchrheitssozialdemokraten in Preußen als ge« krochen gelten. Zahlenmäßig ist diese Wandlung zum Besseren allerdings noch nicht zu belegen, aber daß der Wille des Volkes mit Entschiedenheit nach rechts weist, ist mit Händen zu greifen. Die unabhängige„Freiheit" hat begreiflicherweise ihre trübe Stimmung noch immer nicht überwunden, und so bc- gnügt sie sich mit dem Versuch, den sozialdemokratischen Gc- nassen die Freude über ihren wohlverdienten Sieg durch sol- gende Ausführungen ein wenig zu verderben: Auch die R c ch t s s o z i a l i st e n werden sich ihres Erfolges nicht freuen können. Wohl haben sie eine kleine Zunahme ihrer Stimmenzahl erhalten, aber sie werden selbst zugeben müssen, daß dieses Ergebnis nicht der Werbe- kraft ihrer Ideen zu verdanken ist, sondern lediglich den Zutreiber- diensten, die ihnen die kommunistische Zerstörungs« Politik geleistet hat. Auch die Rechtssozialisten hatten ebenso wie die Kommunisten ohne Zweifel noch auf ganz andere Erfolgs gerechnet. Alles in allem: Erkünstelter Siegesrausch rechts, zwecklose Kombinationen in der Mitte, gedämpfter Trommelklang links. Die Sozialdemokratie aber, die auf ihrem Weg zum Ziel wieder einStückvorwärts marschiert ist, freut sich ihres Erfolges und gedenkt sich seine Früchte nicht entreißen zu lassen._ Demonstrationen in Kassel. Kassel. 21. Februar.(T.U.) Heule nachmittag um vler Ahr wurde in sämtlichen Fabriken die Arbeit ewgestelll. Etwa 20 000 Arbeller versammellea sich aus den Ruf der Sozialdemokratischen Partei auf dem Frledrichsplatz, um dort gegen jeden Versuch, den monarchistlschen Gedanken neu- aufleben zu lassen. Protest zu erheben. Den Anlaß für diese l Demonstration gab ein eigen arkiger Vorfall lu der vergangenen Rächt. Von unbekannten Tätern war die Haustür des Ober- bürgermeiflers Scheidemann verbarrikadiert worden, so daß der Oberbürgermeister in einem Hotel überuachien mutzte. Die sozialdemokratische parleileilung macht diesen Vorfall den Deutsch- nationalen zum Vorwurf. Die Arbeiter zogen in langem Zuge durch die Straße« der Siodl, am Polizeipräsidium vorüber nach der Kasseler Allgemelueu Zeitung dem dcutschuationale» Organ. Uulerwegs wurden große Demonstralionsredca gehalten.. haben. Kein Zweifel, die fertige Vorloge über die Prügelstrafe wird in der heutigen Landtagssitzung durchgehen, in erster, zweiter, dritter Lesung. Und wenn es sechs wären, die Annahme böte keinerlei Schwierigkeiten. Zucht, strengste Arbeitszucht, Brot, Speck und Schnaps dazu, mehr frommt dem Pöbel nicht----—— Ein Schlag auf Herrn Lehmanns wohlgefällige Beine, ein Rollen, ein Klirren—.erschreckend, erbleichend fährt er stell aus dem Sessel. Ueberfall, Attentat? Noch nicht, nur das Trinkglas mit ein paar Resttropfen des köstlichen Getränks hatte der gestikulierende Arm vom Tisch gewischt. Die Scherben lagen am Boden. Dumpfes Gemurmel von draußen. Immerhin aufgeregt stürzt Lehmann ans Fenster. Ein Trupp Gymnasiasten mit Fähnchen, in ihrer Mitte der Oberlehrer. An den kegelkugelrunden Kops hat er sich eineir struppigen Langbart unterschiedlicher Färbung wachsen lassen, well es ihm Germanenart dünkt. Soeben beendet er seine Ansprache: „Und somit bekennen wir uns als reinblütige Abkömmlinge Hermann des Cherusker?. Ran an den Feind mit kurzem Gewaffen. Hoch die Preußentreu« und unser allergnädigster, allerdurchlauchtigster König und Herrt" Die Jungen quietschen begeistert. Lehmann wendet sich beklommen ab:„Wenn es diesmal noch nicht gelungen ist, was mir mein schöner Traum vorspiegelte, nach- stens muß es doch herrliche Wahrheit w«rd«n. Das walte der Himmell"__ Der Lehniner. Thomas Man« las am Sonntag, eingeladen vom„Künstler- dank. ver die Einnahmen seiner Veranstaltungen zur Unterstützung und Förderung junger Talente verwendet, aus eigenen Dichtungen. Er begann mit einem Fragment, einem Kapitel aus einem neuen. unvollendeten Roman, benannt:„Der Zauberberg". Was man Härte, war eine in sich abgeschlossene Darstelluiig des Treibens in einem Schweizer Sanatorium für Lungenkranke, gezeichnet mit der außerordentlichen Befähigung des Meisters der Worte, angefüllt mit einer gepflegten Auswahl bedeutsamer Adjectiva, dabei von einer Gabe psvchologischer Beobachtung, die in einer belebten Ironie im- zählige Feinheiten zu künden weiß. Wird man um den Inhalt be- fragt, so gerät man freilich in etwelche Verlegenheit: denn es handelt sich um einen Schnupfen, der sich alsbald bei der Untersuchung als keineswegs gutartig erweist. Das ist nicht viel: ein Nichts, und es bedarf der treffsicheren Vertrauthdit mit der deutschen Sprache, um daraus ein Kunstwerk zu machen, das entzückt. Begreiflich zwar diese breite Ausschmückung, aber man möchte hoffen, daß sich Thomas Mann im Fortgange nicht allzusehr an die Klein-Malerei verlöre: Das Gedankenliche leidet. Es folgte eine Novelle, eine Skizze aus des Dichters früherer Zeit:„Das Eisanbahnunglück", die dem Roman verwandt ist in den Weisheiten spöttischer Anschauung, die kultiviert bleibt. hso, Tuberkulosesludien Kirchners. Prof. Kirchner, der frühere Chef der preußischen Medizinalverwaltung, hat noch seinem Rücktritt im Robert-Koch-Jnstitut seine früheren Tuberkuloseztudien wieder auf- genommen. Sie ergaben, wie Kirchner jetzt in der„Dtsch. Med. Wochenschrift" mittellt, daß es weder mft den„Blindschleiche»- wberkelbazillen" Mate»,«och mit örn �Hldkrötantubert-I- Der Hohenzollerntraum Lehmanns. Wohlig legte sich Herr Lehmann in seinen Polstersesiel zurück. Seine Sache verstand der Koch, das mußte man zugeben. Diese jungmädchenhaften Forellen mit Butter, dieser zerschmelzende Kapaun — und dann der Burgunder— einfach göttlich. Tiefer und tiefer sanken Lehmanns Augenlider. Ein kleines Schläfchen in diesem an» genehmen Zimmer, in das der Lärm der Stadt nur als gedämpfte lullende Wiegenmelodie drang—- warum nicht, Zell genug war dazu. Eigentlich respektlos, einfach von Herrn Lehmann zu reden, Mitglied de» Landtags für das Königreich Preußen, Besitzer des fürst- lichen Gutes mft drei Dörfern, Träger des Hakentreuzordens und der goldenen Verdienstkrone für die Wiederausrichtung der Mon- archie, demnächstiger Freiherr von Lehmann. Vielleicht ließe sich dieses verdammte„Lehmann" überhaupt abstoßen. Erinnerte so ver- zweifett an die frühere Kohlen- und Eisenindvstrielaufbahn, die zwar im Kriege nützlich gewesen war zur Beschaffung der für eine Thron- stütze nötigen Millionen, nun aber anderen Lehmännern überlassen werden konnte. Wann war doch die Wahl gewesen, die alles, alles änderte? Richtig, im Februar dieses freundlichen Jahres 1921. Einen solchen Sieg hatte selbst H e r g t sich nicht vorgestellt, der jetzige Minister- Präsident. Preußen war am Tage nach der Wahl glatt erobert. Von der Memel bis an den Rhein nur noch ein bis anderthalb Dutzend rote oder rosademokratische Abgeordnete. Zum Lachen. Die Roten hing man auf und die Demokraten duldete man als Uebcrzeugungs- narren zur Auffrischung bei Langeweile im Landtag. Sonst olles in der Reihe. Die Heimrufung des teuren Herrscherhauses vollzog sich ohne Reibung. Die Böller krachten, Fahnen wehten schwarzweiß und schwarzweißrot, toternst saß der königliche Dulder auf dem weißen Rosse, in der Hand den Feldmarschallstab und den Admiraldreizack des westlichen Ozeans. Mit zwei Reden zerschmetterte er England und Frankreich, in einer unterwarf er Asten und Sowjetrußland, und gliederte sie seiner Krone als Kolonien an. Die sozialistischen Ideen pustete er mit dem Hauch seines Mundes so tief in den Höllen- rächen, daß sie nie wieder zum Dorschein kamen. Sonst widmete er sich der Reorganisation des Heeres. Knapp« vier Wochen brauchte er kaum, um die Vorschriften über die Bügelfalten an den Bein- Neidern auszuarbeiten. Generolshofen bekamen die Bügelfalten seitwärts, vom Oberst an erstreckte sich die vorder« und Hintere Bügel- balte vom Knie bis zum Stiefel. Leutnants erhielleu doppelte Falten, seitwärts, vorn und hinten, die Hose mußte genau viereckig erscheinen. Doch da« war nur ein kleiner Teil von dem, was erreicht wurde. Das Ministerium für Kultus und Unterricht verwaltete der berühmte Patriot Lldsshjtrz-iSovujKall. Sturmwinde der ErhebiMA. fegten durch die Unterrichtsanstallen. Im Nu verfaßten Leuchten der alt-hohenzollernfchen Wissenschaft endlich eine wahrheitsgemäße Darstellung des großen Krieges und seines Ausganges. Als Er, der Unüberwindliche, dem einige Generäle und feine Söhne Hand» langerdienste leisteten, den Heerbonn der Gegner bis auf den letzten Mann vernichtet hatte, und an der Spitze der ihn vergötternden Truppen, im Lorbeer fast erstickend, heimzog, schlich sich«ine'Rotte vaterlandsloser Gesellen nachts in das Lager ein— der oberste Kriegsherr schlief stets ohne Wache unter seinen Soldaten—. bemächtigten sich des vom Himmel Gesalbten und entführten ihn über die Grenze, wo er in enger, unwürdiger Hast blieb. Niemand bemerkte das, denn die treue Armee war von dem andauernden Vernichten der Feinde zum Tode erschöpft. Selbst der nie schlafende Ludendorfs träumte diesmal. Als beim Erwachen der erhaben« Führer fehlte, geriet natürlich alles in Verwirrung, es ging drunter und drüber. Da die' P wird 6c>. Die 6m-Klasse würde erst Oktober versetzt werden müssen, wird ober auch bereits zu Ostern in die S. Klasse versetzt, so daß 2 Parallelklassen entstehen, die wir 5a und 5b nennen wollen. Die Kinder von 5b haben den Vorteil, daß sie ein halbes Jahr früher versetzt werden, aber den Nachteil, daß sie im Stoff gegen die 5a um ein halbes Jahr zurück sind. Ganz verfehlt wäre es, wollte man nun mit ihnen in einem Jahre Ijen Swff von 1% Iahren durchpeitschen, deshalb müssen sie nach eigenem Plan unterrichtet werden, der in mehreren Jahren das Versäumte nachholt. Damit fällt der Hauptgrund weg, den man gegen den sofortigen 2ll>bau hatte, und wenn man vielleicht auch noch gleichzeitig eine neu« Ferienordnung und den Deginn nicht zum 1. April, sondern zum 1. September oder 1. Oktober einführen würde, so könnt« man wohl von einer Vorwärtsentwlcklung unseres Schulwesens sprechen, nicht von einer Gefahr für dasselbe. Auf jeden Fall können auch bei der jetzigen Entwicklung die Eltern ohne Sorge sein, hoffen wir doch sogar, jetzt endlich auch Gelegenheit zu erhalten, das einzuführen, um was wir feit langem kämpfen, nämlich: wellliche Schulen! GroßSerün > Wahlnachklänge. „Schupo" und Mahlagitation. Einer recht liebevollen Aufmerksamkeit seitens der„Schupo" erfreuten sich während der Wahlbewegung unsere Genossen in Treptow. Auf Schritt und Tritt wurden sie von den Streifen der„Schupo" verfolgt, um das Plakatkleben zu unterbinden. Daß sich dte bürgerlichen Parteien derselben Aufmerksamkeit erfreuten, konnten unsere Freunde nicht wahrnehmen, obschon auch diese Par- teien in recht verschwenderischer Weise dieses Propagandamittel an- wendeten. Ein ganz besonderer Feldzug wurde in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag unternommen, um unsere Genossen bei dieser Arbeit zur Strecke zu bringen. Ein ganzes 5)eer von Be- amten in Zivil mit untergeschnalltem Revolver war während der ganzen Nacht auf den Beinen, und es gelang ihnen auch gegen Morgen, einen großen Teil unserer Klebekolonnen dingfest zu machen und unter wenig liebenswürdiger Behandlung nach der Wache zu bringen, wo man ihnen das Klebematerial abnahm(als Beweismittel) und sie nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder laufen ließ. Unsere Genossen sind mit Recht empört, daß in so auffälliger Weise die„Schupo" sich gerade die Arbeiterparteien aufs Korn nimmt, während man von den Klebekolonnen der bürgerlichen Par» teien keinen erwischen konnte. Während der Kinderhilsswoche und anläßlich der Propaganda für Oberschlesien war von einem KlebL- verbot auch nichts zu bemerken. Daß den festgenommenen„Schwer- Verbrechern" mit Niederschießen bei Fluchtversuch ge- droht wurde und die Aufforderung an die Beamten in Zivil, sich zu legitimieren, damit beantwortet wurde, daß man ihnen den Rc- vower unter die Nase hielt, sei nur nebenbei bemerkt, ebenso, daß bei Einbrüchen u. dgl. die Polizei nicht in dieser schneidigen Weise vorgeht und vor allem nicht in so verschwenderischem Massenaufgebot zur Stelle ist. Wenn es sich um derlei Dinge handelt, kann man manchmal was erleben.— Wir sind gespannt, wie man ein Straf» mandat rechtfertigen will, während man die bürgerlichen Parteien unbehelligt ließ. Wenn die Oberschwester nicht will. Für das städtische Rudolf-Virchow-Krankonhaus wurde ein besonderer Wahlbezirk gebildet. Am 26. Januar 1921 wurde von der Direktion eine Verfügung durch Rundschreiben an sämtliche Stationen erlassen, wonach alle wahlberechtigten Kranken im Krankenhaus selbst wählen könnten, wenn sie vorher sich im Wahl- bureau Strolauer Straße 44/45 einen Wahlschein ausstellen ließen. Diese Verfügung, die jeder Stationsleiterin ausgehändigt wurde, ist auf einer Reihe von Stationen den Kranken unterschlagen worden.«o Wenn man, so schreibt man uns von unternchteter Seite, die Stationsleiterinnen des Rudolf-Virchou�krcmkenhauses keimt, die in ihrer Mehrheit vom wilhelminischen Geist durchsetzt sind und sich der Neuzeit durchaus nicht anpassen wollen, so ist es einem ohne weiteres klar, daß nicht etwa ein Versehen vorliegt, sondern daß die Kranken, die alle dem arbeitenden Volke angehören, plan- mäßig um das Wahlrecht betrogen worden sind. Dem Betriebsrat ist es in letzter Stunde noch gelungen durchzusetzen, daß wenigstens die Kranken, die nicht bettlägerig find, beurlaubt wurden, um in ihrem zuständigen Wahlbezirk zu wählen. Bezeichnend ist, daß diese Ober- schwestern, die sonst so sehr auf ihr"pflichtbewußtes Beamtentum pochen, nicht davor zurückschrecken, Verfügungen ihrer vorgesetzten Dienststelle zu unterschlagen, wenn es sich darum handelt, den Prole, tariern Rechte zu beschneiden._ Der Morü in üer Malplaquetftraße. Auf falscher Fährte. Die Kriminalpolizei hat bei der Aufdeckung der letzten Mordtat einen Fehlgriff getan. Wie wilj�gestern berichteten, war die erste Frau des Krastdroschkenbesitzers Meinhardt aus der Mal» plaquelstraße 12 verhaftet worden, weil sie sich einige Tage vor de? Ermordung der Frau Meinhardt in ausfälliger und verdächtiger Weise mit einem noch unbekannten Manne in dem Hause bei ver, schiedcnen Personen nach dem Ehepaar Meinhardt, msbesondere nach der Frau erkundigt hatte. Durch die gestrigen Zeitungsoer» öffentlichlingen ist aber rasch Klarheit geschaffen worden. Im Laufe des gestrigen Tages meldete sich der Mann, den Frau Meinhardt in der Straßenbahn kennen gelernt hatte und der mit ihr zusammen die Erkundigungen in der Malplaquetstraße ein» gezogen hatte. Seine Aussagen stimmen im wesentlichen mit dsn Bekundungen der Frau Meinhardt überein. Diese Entlastung führ)« dazu, daß Frau Meinhardt wieder aus freien Fug gesetzt wurde. Die Kriminalpolizei, die nebenher noch andere Spuren verfolgte» geht diesen zurzeit noch weiter nach. Ein greisbares Resultat hattÄr diese Nachforschungen jedoch bisher noch nicht. Die Leiche der ermordeten Frau Meinhardt wurde gestern nach- mittag von dem Gerichtsarzt Prof. Dr. Strauch im Leichenschauhaus« obduziert. Die Leichenöffnung hat ergeben, daß der Tod durch E r st i ck u n g eingetreten ist, die Wunden am Kopf und Verletzungen an den Händen waren nicht tödlich und beweisen nur, daß der Mörder mit seinem Opfer gekämpft hat, bis es ihm gelang, ihm den Knebel tief in den Mund zu stoßen und es so wehrlos zu machen. Eine Eifersuchkskal. Ein aufregender Vorgang hat sich gestern mittag in dem Haus« B r ü ck e n st r. 13 abgelpielt. Dort waren im Vorderhause eine f rau Johanna B l ä s i g aus der Warthestrahe zu Neukölln und der aufmann Max S t u b i n s k i aus der Britzer Straße, der früher mit Frau Bläsig verkehrt hatte, zusammengetroffen. Aus Eifersucht, daß Frau Bläsig, die von ihrem Manne getrennt lebt, ihre Neigung 44] Schweres Blut. Roman von ZuHanl Aha. Doch Anja war schon hinausgeschküpft. Marja nahm das Kind und wollte sich aufmachen. Aber dann legte sie es zurück.. Mag eckseinem Kinde Lebewohl sagen, wenn er will.. Schemeikta ist auf der Schwitzbank auf den Laubzweigen eingeschlafen.- Er liegt noch, wie Anja ihn verlassen hat... Soll ich ihn aufwecken oder schlafen lassen? Er ist ganz er», schöpft, der Liebe. Kam erschöpft von der Jagd heim. Da habe ich ihn baden lassen, ihn gestrichen. Da ist er einge- schlafen, der schlanke Bürsch, mit dem Bart zwischen Wange und Arm. Soll ich Marja mit ihrem Kinde gehen lassen? Aber wenn er sehr böse wird?— Und Anja weiß nicht, was tun. Eine Träne sickert ihr hervor. Es war eben so heiter alles, jetzt ist es so wirr. Hätte sie nur ihr Kind genommen und wäre gegangen, ehe ich kam. Mag sie es nehmen und gehen... ich sage, es fei heimlich entwendet worden... Ich wecke chn nicht, lege ihm das Laken auf die Schultern; wenn er davon erwacht, so ist es gut, wenn er nicht erwacht, mag er weiter schlafen. Aber Schemeikka erwachte, wandte sich auf die, Seite, streckte sich, gähnte, bemerkte Anja, machte ihr, an die Wand rückend, Platz, zog sie neben sich, lässig, mit geschlossenen Augen... „Es ist eine Fremde gekommen," sagte Anja. „Wer denn?" „Marja,"» „Was für eine Marja?... Marja?" „D'e schwedische Marja. Sie ist zurückgekommen." Zurückgekommen! Schemeikka sprang auf. Doch zurück- gekommen! Obwohl sie grollend davongegangen ist? „Wart, ich trockne dich ab, ebe du gehst," sagte Ansa und wischte und trocknete an ihm. während Schemeikka sich an- kleidete. ... Hin ist sie allein durch die Einöden gegangen, aber sie ist zurückgekehrt! Hat ihr ihr alter Mann doch nicht ge- fallen? Ist ihr Schemeikkas Umarmung dennoch ins Blut gegangen? 5a, der stolze Nacken mußte sich beugen! Sie ist gekommen, trotzdem gxkommen! Wenn doch auch du noch zurückkämest, russisches Mädchen? Und zufrieden lächelnd schritt er den Weg nach dem Häuschen zu, im Gehen überlegend, was er tun sollte:— ich öffne die Arme und lasse sie sich hineinwerfen wie früher. Aber Marja bewegt sich, aufrecht an die Bank gelehnt, nicht nach ihm hin, obwohl Schemeikka eine Weile mit offenen Armen in der Tür steht. Sie ist ernst, steif, die Stirn in Fallen. Tut, als sähe sie ihn nicht. Da erblickt Schemeikka, indem er näher kommt, Hinten in der Stube 5uha, der aus einer kleinen Bank sitzt. Zusammenfahrend weicht er zuerst einen Schritt zurück. — So?— Ist hier Krieg oder Frieden?— Aber als er be- merkt, daß Juha keine Waffe hat, nimmt er seinen Schritt zurück und bleibt in der Türöffnung stehen. „He sieh da, Gäste,'weitgereiste Gäste! Willkommen!" Sie antworten nicht, nicht 5uha und nicht Marja. „Führt euer Weg hierher oder noch weiter?" „5ch bin gekommen... wir sind gekommen, um den Knaben zu holen." sagte Marja. „Zu holen... Auch der Wirt?" „Jawohl," sagte 5uha. .„War sie also gar nicht gekommen, um zu bleiben...?" Schemeikka verfärbte sich ein wenig, blieb in der Tür stehen, ohne vorzutreten, ohne hinauszugehen, schweigend» bald auf den einen, bald auf den anderen Fuß gestützt, die eine Hand im Hosengurt, mit der anderen feinen Bart zwlckelnd. Sie war also nur gekommen, um ihr Kind zu holen? Und hatte den Alten zur Hilfe mitgenommen? Und der Alle war gegangen, sie waren dieselben Schnellen hinab- gefahren, vielleicht auf denselben Inseln gewesen... und jetzt läßt sie ihn das Boot die Schnellen wieder hinaufziehen und über die Stillwasser schieben und über die Seen rudern... und der Alle zieht und rudert... Naß und zerfetzt sind beide, und glotzen mich an, wie wenn sie einen Groll gegen mich hätten... Schemeikka botte manche tolle Geschichte mit seinen Weibern und ihren Männern durchgemacht und mit den Kin- j dern, von denen niemand wußte, von wem sie eigentlich waren... „Weiß der Wirt—?* fragte er, einen fröhlichen Kitzel in der Luftröhre. „Er weiß," beeilte sich Marja zu sagen, wie um oorzu- beugen. Schemeikka entfuhr ein breites Lachen, unwiderstehlich, ausgelassen, ein Lachen, das die Zähne blinken, den Bart fchüttcrn, den Kopf nicken ließ, verhalten prustend, das sich in ein die Hände gegen die Knie peitschendes Hoho verwandelte. „Was lachst du?" fragte Juha, in den Augen ein blutig schillerndes, regloses Starren.—„Was lachst du?" fragte er von neuem, von dem Schemel aufschnellend, auf dem er saß, sich aber sogleich wieder niederlastend. „Da kommt ihr gleich zwei Mann hoch— nimm mit, was dir gehört, alter Knabe!"— hahaha! Anja ist in der Tür hinter Schemeikka erschienen, sie zupft ihn wie vorwurfsvoll am Aermel. Schemeikka wendet sich schnell um und will, immer noch lachend über die Schwelle treten. Da schrell Anja auf: „Nimm dich in acht, Schemeikka!" Aber Juha ist schon, wie ein m seinem Lager vom Spieß bedrängter und getroffener und gereizter Bär, aufgesprungen, indem er an den Beinen die Bank hält, aus der er gesessen hatte. Schemeikka dreht sich jäh um und versucht, mit dem Arm abwehrend und den Rumpf beugend, seinen Kopf zu schützen. Der Schlag trifft den ausgestreckten Arm, und die Hand schlottert herab. Schemeikka fällt auf den Fußboden. springt auf. weicht in die Türecke-zurück, indem er den Fuß vor einem neuen Schlag hochhebt. Dem Fuß geht es wie der Hand, und er fällt zum zweitenmal. Marja hat das Kind an sich gerissen und ist hinausgeeist. Anja jammert, quer über die Schwelle gesunken. Schemeikka liegt hilflos auf dem Boden, die Augen ge» schloffen, den letzten Schlag erwartend. Doch Juha schlägt noch nicht. Cr versucht tief zu atmen, kann aber keine Luft kriegen, er ist plötzlich erschlafft, so schwach, daß er die Hand nicht zu rühren vermag. Es ist Dm wie einmal auf der Wolfsjagd. wo er nach togelangem Schneeschuhlausen zuletzt, als er schon auf der Spur zusammenbrechen wollte, dem Tie? so nahe gekommen war, daß er ihm mit dem Stabe den Rücken zer- schmettern, aber es noch nicht totschlagen konnte. Der Ober- körper der Bestie strebt noch davon, die Vorderfüße ballen noch, aber die Hinterfüße und der berakihängende Schwanz versinken immer tiefer im Schnee. Sie keucht und bleckt die Zähne, über ihren Rücken knurrend.— Du entkommst nicht mehr, verkomm da, der du meine einzige Färse zerfleischt, ihr Euter zerfetzt hast— bist doch auch einmal in die Patsche ge» raten.. U (Forts, folgt.) V ctncm anderen zugewandt hatte, gab Stubmski aus emsu Renata er vier Schüsse auf Frau Bläsig ab. Diese verletzten die Frau so schwer, daß sie nadi dem Urbon-Ärankenhause gebracht werden mußte. Er selbst sagte sich auch eine Kugel in den Kopf und wurde als Polizcigefangener nach der Charite gebracht. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Der Zustand der Frau läßt hoffen, daß sie trotz der schweren Verletzungen mit dem Leben davonkommen wird. Erhöhung der Vadepreise. Der Berliner Magistrat sieht sich vorbehaltlich der Zustimimmq durch die Sladiverordnetenversaininlung bedauerlicherweise geuöligt, die PreKe für die Benutzung der Boiksbäder zu erhüben. Gegen- wärlig stellen die geiorderteii Eimnttsvreise nur einen Bruch- teil der Selbstkosten dar. Diese Telbslkosten belausen sich zurzeit bei einein Schwimmbad ans zirka 1.80 M, bei einem Wannenbad auf 2,20 M. zirka, bei einem Brausebad auf zirka ?0 Pf., während gegenivärtig die Gebühren nur betragen: für ein Schwimmbad SO Pf., für Kinder 60 Pf., für ein Wannenbad 00 Pi., für ein Brausebad 20 Pf., für Kinder 10 Pi., für Erreilmig von Schwimmunterricht ch Erwachsene 10 M., b) Kinder 5 M. Ein Teil der Nachbargemeindeir erhebt bereits seit längerer Zeit erheblich böhere Eintrittspreise, so zum Beispiel Neukölln, Charlottenbnrg, Spandau, Steglitz, Biesdorf. Der Magistrat will nun dem Vorschlage des Ausschusses für Leibesübungen folgend, eine Erhöhung der Benutzungsgebühren wie folgt vornehmen: 1 Schwimmbad für Erwachsene 1,50 M..(Kinder 1 M.), 1 Wannenbad 2 1 Brausebad 50 Pf., für Erteilung von Schwimmunterricht a) an Erwachsene 23 M., �.?n.®'u�er 15 M. Eine Ermäßigung iü wie rolgt be- obsichtigt: In den Volksbadcanstaltcn zahlen PflichlfortbildungS- Ichüler für 1 Schwimmbad>tur 1,20 211. Eraffmmg der neuen Stadtbibliothek. Die Stadtbibliothek im Marstallgebäude wird BücherauSgabe und Lesesaal in ihren neuen Räumen BreiieStr. o7, 2 Treppen, Dienstag, den 1. März, eröffnen rrnd werktags von 10— 9 Uhr offen halten. Milchbcliefcrtiiig.»deute iverden die h',- und voll beliefert. Am Mtfrooch. den 23. d. Mi!., erhalten die karten Liter lirilchmilch, ''f Liter s?rifchini!ch deliefert. '/.-Liier Krankenkarken . Liter-Krankcn- die'/z-Litcr-tt ranken karten werden nur mit Am Donnerstag, den St. d. MtS.. erhalten die'/,-Litcr-Krankcnkartcn keine Milch, die'/.-Lilcr-Krankenkarten iverden voll beliesert. Verlöre»? Am Wahltag« ist ein Hut beim Mreißen der Plakate der linksstehenden Parteien au> der Straße liegen geblieben. Der betreffende tdcrr, wahricheiulich anderer Richtung, hatte keine Zeil mehr, den Hut. der ihm abgefallen war, mitzuiichmcn. Der Hut ist im Setrelariat der S.P.D., Neukölln. Iägerstr. KS. vom Verlierer abzuholen.— 5m Bureau des Bezirksvorstandes, Zu den Zelten 23, Zimmer 7, ist ein V a k c t, entweder Kleid ungsstüste oder Wäsche enthaltend, liegen geblichen. Es kann täglich in der Zeit von V— 5 Uhr abgeholt werden.— Verloren hat geltem nachmittag zwischen 4'/, und ä Uhr in einem Vollringzuge von Wvlßensee und Frankfurter Allee eine Genoliin einen braunen K a r t o n mit einem D a m e n k a st ü m. Der Finder wird gebeten, den Karton bei Bieland, Elbinger Straße 48, abzugeben. �.»Erotische Wiedergeburt". Nene Wege der Serualrefonn beißt das Tbema. über das DieuStag in der Aula der Ehamiffo-Schule, Schöne- berg. Barbaroifa-Platz, Frau Dr. med. Mathilde von Kemnitz spricht. �ie Rcdnerin behandelt dieses Thema vom pädagoglichen Stand pUtlLlC ÖU». Iilmfthau. . Ei» Kapitalistevdrama.(Neue Philharmonie.) Dieser chllm hat seine Werte(Filmwerte). Er heißt:.Das letzie Loser eines raffinierten Groalapitnliften". Man erlebt zwar nicht viel FvaerlicheS, aber man steht — äußerlich—- manches Erhebliche: schöne Stätten dcS Orients, morgen- ländische Sänger, MandolinenfpiA, des Meeres und der Liebe Welle»(das sieht manl. DaS»irtuck spielt im Utopien des psipstniun—' U*1~ Menschheit soll durch das alleinseligmachende Radium befreit modils. Die �. WWWWW»»»....__ werden. Heil den Künftigen, die es schauen werden l Nebenbei zeigt eln Milliardär, daß nicht die Milliarden glücklich machen, sonder» die Liebe(allen Nicht- Milliardären zum Trost), Worte blitzen aus von tieferer Bedeutung: von Menlchheilsbeweiung, PersönlichleiiSwert, Eriösmrg vom Zwang. Gut« Borte, sozialistische Worte. Der Feind aber ist— so zeigt der Film un- wrderlcglich— die Altumulation des Kapitals. Schade, daß Karl Marr das mcht erlebt hat. Die Akkumulation währte sechs Alle lang. „DaS Geheimnis der Mumie", ein Foe-DebS-Film, winde im U.T.- ® 1 H.r n � a ,n nt Zum erstenmal ausgeführt. Es wird darin ein „mysteriöser_ Mord an einem Gesandten begangen, der sich als Raritäten- sammler betätigt, was natürlich fabelhafte Gelegenheiten bietet, die un- möglichsten Zauberkünste vorzuführen. Es wird aber gut gespielt und wer nicht viel denken will, kann sich die amüsante Sache wobt gefallen lasten. »rerdinond v. Alten spielt den üblichen Filmdetektiv der nachgerade immer langweiliger wird und Egede Nissen das Fräulein, das die Sache herzhafter Groß-Serliner parteinachrichten. heute, Dienstag, den 22. Februar: <7. Abt. abends 7(4 Ilhr bei Senkel, Sitzung der Abteilungsfunktionäre. bli. Abt.(Marienbo-l) abends 7'/. Uhr in der Schulaula, Königslraße, Rese» ««lt Kenosse Winter:„Erziehuuasfragen". t>Z7. Abt.(Reinickendarf-Aest) abends 7(4 tlbr in der 5.(Scmcindefcfmtc. Uuguste.Rittorian,asrraße. 47. Abt. Zahlabend in salgenden Lokalen: bei vellner, Buchftr. L: bei Rad. sab Brüsseler Str. 43; bei Senkel, UtcHiter Str. 10, 'ä7. Abt.(aharlottenburg) abends 7 llhr Mitgliederversammlung bei Arndt, Kantstr. 51. Referent Stadtrat Gebert. 93. Abt(Neukällu) abends 7 Uhr Abteilungsversammlung in den Eam» brim'S-SAen, Aais-r.Zriebrich.Etr.«6. Referent Genosse Bierbücher. 128. Abt.(Pankow) abend« 7 llhr Abteilungsversammlung bei Engel, ��3l" Abt�(Riedcrschänhauf«»� abends 7(4 llhr Mitgliederversammlung im �WeS-j»nd Telegraph I«! 7(4 llhr bei Schultz. «lisabcthstr. 30. Persammlunz der Bcrlra'lcnsaionn-r. Vortrag öes Reichstags- «bg-ordact-n s- p p° l. Da Listenkontrolle statttmd-t und über der Sammlung rar Landmgswahl abgerechnet werden soll, ist dos Erichclnen aller dringend er. sarderlich. Durch Dienst verhinderte Eenaöen nnd Senpssiunen.»alle« greig- wewft-hyltlttzÄÄ-zpts-llsöp-,■, Opitz, Bernauer 16. Perlebrrzer Str. 33. leler Str. 22. .. 82; bei Schade, StBs- Dunkle Spitzelgesthichten. Aajsel, 21. Februar.(Eigeyer Drahtbericht des„Vorwärts".) Die Montagsvcrhandlung beginnt mit der Verlesung der Aussagen des Angeklagten.y a r b i ch nom 20. Januar. Harbich erklärt auf Befrage» des Vorsitzenden, er habe bei der Voruntersuchung die Unwahrheit gesagt Staatsanwalt: Ich muß die Ver- teidigimg des Angeklagten als dreist bezeichnen. Rechtsanwalt 2r. Wolfs: Ich"protestiere gegen den Ausdruck dreist. Der Vor- sitzende darf rügen, aber nicht der Staatsanwalt. Vor- sitzender: Auch ich muß die Verteidigung Harbichs als überaus dreist, bezeichnen. Dr. Wolfs: Ich lehne hiermit den Lorsitzenden als d s f a Ii g e n ob, da er sich jetzt schon gegenüber allen Aussagen des Angeklagten derartig festlegt. Das Gericht lehnt auf Grund der Strafprozeßordnung den Ab- lehnungsantrag her Nsrleidigung gegen den Vorsitzenden als ver- s p ä t c t ab und erklärt, es schließe sich der Auffassung des Bor- sitzenden an und müsse Harbichs Verteidigung als überaus dreist bezeichnen. Harbich widerruft alle jene Worte seiner Aussage in der Bor- Untersuchung, in denen er seine Mitangeklagten oder die V.Z.P.Ä. belastet. Gr habe seine Kenntnis über die ganze Organisation van dem Leiter der V.K.P.D. in L y n e n mit Nomen Auf der Straße erhalten. Auf der Straße steht nun nach Auffassung der Verteidigung in dringendem Verdacht, ein Lockspitzel gewesen zu sein, dem Hnrbi'ch auf den Leim gegangen ist. Hgrbich hat bei der Voruntersuchung den Aus der Straße geschont. Nachdem noch vier der meistbelasteten Muangeklagten Harbichs vernommen worden waren, die sein Geständnis vom 20. Januar nach Möglichkeit zu entkräften gesucht hatten, wird als zweiter An- geklagter S ch r ö e r vernommen. Er evklärt Harbich auf Grund feiner Kriegsverletzung für geistig minderwertig. Harbich habe falsch ausgesagt. Schräer erklärt, er habe niemals die Verordnung des Reichspräsi- denken verletzt. Militärische Propaganda sollte nur unter den Ententetruppen getrieben werden, für die auch die bei ihm gefundenen Flnablätter bestimmt gewesen wären. Die bei ihm be- schlagnahmten Flugblätter für Deeinslussung der Reichswehr seien fälschlich nn ihn gelangt. Die beschlagnahmten Richtlinien zur Organisation einer Roten Armee seien einen Tag vor seiner Verhaftung an ihn mit Kurier gesandt worden. Er Hobe den Durchschlag machen lassen und diesen nach Berlin senden wollen, um eine Bestätigung von Berlin über die A u t h e n ti z i tä t zu er- halten: es fei nicht mehr möglich gewesen, denn er sei verhaftet worden. Die Verteidigung will den Beweis führen, daß es sich bei diefcn Richtlinien um Spitzekmaterial handelt, das von einer Zentral- stelle ausgegeben worden ist. Dos Gericht beschließt nachzuforsckien. ob diese Richtlinien auf iraendwelche Organisationen sonst noch ver- wendbar gewesen sind Zu diesem Zweck sollen die Akten ver- schiedener Prozesse, besonders des D e f s o u e r und des Stoß- f u r t e r Kommunistenprozesses eingeholt werden. Unter dem Material, das dann zur Verlesung kommt, ist auch «in Befehl zum Handeln, der bestimmte Anweisungen für den Ernst- fall gibt. Schräer erklärt, das fei nichts als eine kritische Betrachtung der Ereignisse im Ruhrgebiet während der K a p p t a g e. Es steht dabei in diesem Befehl zum Handeln auch, daß zum 5. Januar 1921 alles klappen und die Waffen instemdgeseyt sein müssen. Dr. Wolfs: Ich stelle unter Beweis, daß das mebrheits sozialistische Regierungspräsidium in Münster aussagen kann, daß die Zlbwehrorganisation der Arbeiterschaft im stillen Einvernehmen mff der Regierung durchgeführt wurde. Den Leuten fehlte aber das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit bei ihrem Vorgehen, denn von rechts werden derartige Pläne ganz offen beffieben. Ich brauche nur an die Pläne der Orgesch in Sachsen zu erinnern. Daraus wird die Vernehmung mrf Dienstag vertagt. Prozeß Sonnenfeiö unö Genossen Unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schulze begann am Montag die VerhaMung gegen Hermann Sonne nfeld und Genossen. Ueber die Anklage haben wir schon berichtet. Sonnenfeld sen. wollte zunächst den Borsitzenden ablehnen, weil er durch— Scheidemann beeinflußt sei, stand aber auf Ersuchen seines Mitangeklagten Sohnes davon ab. Auf Antrag der Verteidigung beschließt das Gericht: Die Untersuchung gegen Ernst S o n n e n f e l d wird insofern für unzulässig erklärt, als es sich um den Be- trug in Höhe von 279 000 M. zum Schoden des Reichs- fiskus handelt. Das Gericht ist der Ansicht, daß tatsächlich, soweit dieser Betrug dem Ernst Sonnenfeld zur Lost gelegt wird, diese Sache nicht mehr zur Untersuchung gezogen werden kann, und zwar deshalb, weil die Anzeige erfolgt ist wegen Betruges in Höhe von 1 Million Mark, während die zweite Sachs erst im September— Oktober in das Verfahren hineingebracht worden ist. Das ist ein Novum gegenüber den Tatjachen, welche dem Auslieferungsantrag zugrunde liegen. Angekl. Ernst Sonnenfeld bestreitet die Richtigkeit der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen, ebenso die Angeklagten Wutke, Frl. Schlack. Es wird dann über Zllbert Baumeister gesprochen, dem Sonnenfeld sen. eine große Rolle in der S.P.D. zuschreibt; neben Eberl, Scheidemann und Noske beschuldigt der Hauptangeklagte auch Eichhorn einer Verletzung der Eidespslicht.. Fortsetzung Dienstag früh. * Zu der Notiz in Nr. 57 des„Vorwärts'" teilt uns Herr Georg Sklarz mit, daß er sich durch Sonnenfeld geschädigt fühle, so daß der Reichsfiskus als Geschädigter nicht in Frage komme. Wir sehen davon ab, zu dieser Mitteilung Stellung zu nehmen, da der Prozeß bereits begonnen hat. Soziales. Ztevsestsetzung de» Berliner Orkslohnes. Dem Veränderungsnackiweis zu der Zusammenstellung der OrtSIöbne, der in Str. 6 des ZentralblatteS für da? Deutsibe Reick, von 1921 veröffentlicht ist. entnehmen wir. daß sich auch daS OberversicherungSaml Berlin endlich enlicki'osien hat, für Berlin einen neuen OrtSlobn festzusetzen, der mit Wirkung vom 1. März 1921 an in Kraft tritt. Von diesem Tage an giit als OrtSlobn für mäniiltche Personen über 21 Fabre 16 M. und für weibliche Personen über 21 Jahre 12 M- Für männliche und weibliche Personen im Alter von 16 bis 21 Jahren ist der Orts- lohn auf 12,00 M. und 9,30 M. pro Tag festgesetzt worden. Wie das Oberversicherungsamt dazu gekommen ist, einen der- artig geringfügigen Ortslohn, der den veränderten Berhälttnssen ganz und gar nickt emspricht, festzusetzen, ist einfach unverständlich. Kennt denn das Oberverficherungsamt die einschlägigen Wirtschaft- lichen Verhältmffe in seinem Wirkungskreis nicht?_ Ist ihm denn von keiner Seite gesagt worden, daß der ortsübliche Tages- entgelt gewöhnlicher Tagearbeiter in Berlin mehr als 30 M. beträgt? Oder warum bat daS OberversicherungSamt den Stimmen, die hierauf hingewiesen baben. kern Gehör geschenkt? ES ist ein Glück für die große Zahl von Versicherten, deren Leistungen aus der ReichSversicheruntf'ich ganz oder leiiioeiie nach dem OrtSlohn bemessen, daß die Zwilchenfestsetzung nur bis zum Schluns des Jahre« 1921 Gültigkeit bar. Bei der Neufestsetzung de« OrüilohneS(äs die Zeit ysm tz. Kluuax bis A. Dgzmlxr. 1925, die tat letzten Ouariäl 1921 statfzun.nfcen hat, muß c5 die vornehmste Ausgabe der Kaffenvorstände und der in Frage kommenden Beisitzer der Versicherten beim OberversicherungSamt sein, daS Amt davon zu überzeugen, daß es den vom 1. März an gültigen Orts- lohn für die über 21 Jabre alten Personen mindestens ver- doppeln muß. wenn es, wie es seine Pflicht ist, eine gerechte Festsetzung treffen lvill. Tos"andere Oberversicherungsämter die derzeitigen wirk- schafflichen Verhältnisse besser kennen alS das OberversicherungSamt Verlin, gebr aus folgenden Zwischensestietzungen hervor(wir geben nur die OrtSlöhne für männliche Personen über 21 Jahre an): Sladibezirk Perlebcrg 22 M.. Stadt Potsdam 23 M.« Sladt Grün- bcrg i. Srfil. 29 M-, Landeshut i. Sckil. 30 M., für die Städte und größeren Ortschosten mit erheblicher Industrie de-Z Kreises Osthovel« land 39 M., für die Orlschaflcu dcö Amtsbezirkes öinuen bei Fürstenwalde 32?)k. usw. Vergleicht man vorstehende Sätze mit dem OrtSlobn, der für die Berliner Arbeiter, die doch wahrhanig nicht weniger verdienen als die Arbeiter in anderen Bezirken, festgesetzt ist, so ergibt sich, wie ivellfremd eS heute noch in mancher Amtsstube aussieht. Die Stcuerinarken zu 25 2N. ungültig. Der Vertrieb von Einkonrinensteuerntarlen zu 23 M. hat, wie die Reichspostverwaltung mitteilt, mir sofortiger Wirkung ein« gestellt werden müssen, weil täuschend nachgebildete Falschstücks in beträchtlicher Menge iir den Verkehr gebracht worden find. Die im Verkehr besindlichen Einkoinmensteusrmarken zu 23 M. Behalten bis zum 28. b. M. Gültigkeit. Nach diesem Dalum entwertete Marken werden nicht mehr an Zahlung? Statt angenommen. Die nicht ver- wendeten echten S l e u e r ur a r k e n zu 23 M. sind bis zum Lt. März gegen Steuermarken anderer Werte, aber nicht in bar, zum Nennwert bei den Postanstalten umzutauschen. Ms aller Welt. Mildernde Umstände. Der Fünferssnat des Satoralsa-Ushelyer Gerichtshofes fllnganH verurtsilie den Postoberbcamlen Alfred Gerö wegen Aufwiegelung. Gewalttätigkeit gegen die Behörden. Verletzung de? Amtsgeherm- nisseS, MißbraucheS der Amtsgewalt und Amtsunterschlagung zu z w ö l f I a h r e n Z u ch t h a u§. Bei der Bemessung des Urteils wurde als mildernder Umstand angerechnet,»daß Gerö im Laufe des Slrafoerfahreus zum Sröppcl wurde'. Es ist ivohl überflüssig, zu erwähnen, daß da? Verbreche« GeröS einzig und allein darin bestand, daß er zur Zeit der Räte« regierung das Postamt in S-itoralja-UjhelY. an dessen Spitze er auch bisher gestanden hatte, in gewissenhafter Werse weiterleitete, wie io viele Leiter der staatlichen Aemter. Gerö, ein ftinszigsähriger kranker Mann, wurde nach seiner Verhaftung durch Olsiziere in der schändlichsten Weise gefoltert. Man enllleidete ihn vollständig und die Olfiziere tanzten mit Sporen auf dem Körper des kranke» Mannes. Fast sämtliche Knochen GeröS wurden gebtochen. so daß er nicht aufrecht stehen kann. Dieser Umstand veranlaßte den Ge- richShof»zur Milde", die sich in einer zwölfjährigen Zuchthaus- strafe kundgab. Aus ähnlichen Gründen wurde vor kurzem der Lokomoliviührcr Glatter durch Horthtz begnadigt. Der Gerichts- bof hatte Glatter wegen Verbreitung kommunistischer Schriften zum Tode durch den Sirang verurteilt. Während der Unteriuchung wurde er in der fürckterlichsten Weise gefoltert und sodann durch das Fenster des GerichlShofgebäudcs hinauSgeschleudert. Er kam wohl mit dem Laben davon, doch erlitt er so schwere innere und äußere Verletzungen, daß er weder gehen noch st eben kann. Horty nahm diesen»Unfall" als»mildernden Umstand" au und verwandelte die Todesstrafe in lebenslängliche Zucht- h au S st rase. DaS nennt man in Ungarn.Begnadigung",»mil» dernde Umstände",»Konsolidierung" und»Rechtszustand". Gestörter nächtlicher Minnedienst. Wir lesen im„Schwarzen Adler": Der entlassene polnische Dpo- Leutnant Makowsky aus Groß-Strehlitz verbreitet dos Gerücht, er sei von Heimattreuen entwaffnet und bis auf das allerletzte Kleidungsstück ausgezogen worden! Das ist natürlich eine faustdicke Lüge. Makowsky, in Liebesfefleln schmachtend, schlummerte i» jener fraglichen Nacht nicht in seinem eigene» Bettchen, sonder«... na ja.... Sie wissen schon!— Bon der mit Recht emvörten Mutter des willfährigen holden Kindes in flogronti ertappt, flüchtete der Galan im Hemteremtem" lern durchs Fenster. Auf diese Art gelangte er m den Gesichtskreis verspätet« Straßenpassanten. Die Mutter trug das corptis delicti— Waffen und Kleider des Entsprungenen— am nächsten Tage m behördlichen Gewahr- sam. Dort sind sie heute noch. Vct Korridor. Die Pole» haben ans dem Bahnhof in New« stadt einen Kaufmann Krause au? Berlin angehalten, der in ge- schältlicken Angelegenheiten nach Königsberg fahren wollte. Sie beschuldigten ihn der P a ß f ä l s ch u n g und erklärten, er sei Haupt m an» Krause aus D a n z i g, Generalsekretär des Deulfchen VolkSraieS und HeimatdienfteS. Der zu Unrecht Be- schuldigte wurde nirbrers Tage im Gefängnis ip Neustadt festge- hallen, bis sich wirklich herausstell ic, daß er der Kaufmann Krause aus Berlin ist. Der Hunger in Polen. Wegen unbefugter Grenzübcrsckreitung wurden von der Kaltowitzer AbstimmungSvolizei in den letzten Tage» wiederholt polnische Arbeiter festgenommen, die erklärten, au? Hunger von Polen nach Oberschlesien hinübergekomnzcn zu lein. Die Lenten sagten aus, daß sie lagelang nichts gegessen hätten. Sie stammen meist aus dem Kreise Bendzin. Sieben Personen in den Alpen verunglückt. Im Dachstein« gebiete find 7 Personen verunglückt. Es sind Lehrer nnd Lehrerinnen, deren Leichen bereits geborgen find. Seine Eizellen, der Herr General. Die Brünn«„Roonost" er- zahlt folgendes Histörchen: Auf dem Wilson-Bahnhos in Prag wird ein Mann in Uniform wegen Nichlleistung der milllärischest Ehrenbezeigung vom Generalinfpektor der ffchechosiowakischen Armee, dem bekannten Dichter I. S. M a ch a r. angehalten.„Herr." spricht der General-Dichter.„ist Ihnen d« neue Befehl wegen der militärischen Ehrenbezeigung nicht vorgelesen worden?"—„Nein. das nicht," sagte der Mann in Uniform.„Also bitte, ein andermal salutieren Sie. ich bin Generalinspektor Machar, will es jedoch nicht für meine Persoli, sondern well die Soldaten die Befehle zu be- folgen hoben: so wte ich Sie erkenne, daß Sie ein Soldat sind. müssen Sie erkenn«,, dgß ich ein Offizier bin."„Verzeihen Sic. Gnadigstar. stotterte der erschrockene Uniformmensch,„ich— ich »in ein Feuerwehrmann." Man kann dmaus ersehen, was für ein vollkommen« MUlläpfochmaim der gewesene Dichter ist. Dagegen soll er ab« sofort das Mssitöraulo erkannt haben, welches ihm in der Zeit des Hungers fünf Zenm«»kaufmännisch erwor- benes Mehl gebracht hat. Schlafkrankheit anch in Schweden. Die Schkaskrankheit hat m Schweden vom 16. bis 31. Januar bei 330 Krankheiisfällen, gegen 220 in der ersten Hälfte des Januar, 30 Todesopfer pefordeit. Die Genesung verzögert sich vielfack monatelang und hinterläßt bisweilen als Folge«,»« gewine psycknicke Jnvalidiiät. Auch in Deutschland iritt die jlrankheit, wenn euch nur ganz schwach, aus. In Heidelberg sind eine ISjährige Näherin au« Neuen- hei»,, die icu 10.'.agen im Schlat liegt, uod eine Mäheig« Im» üCrCU*C3� Wirtschaft Kbfthreibungen und Steuerflucht. Die Frage der Abschreibungen steht seit längerer Zeit im Mittel- Punkt der biüdnztechnischen Erörterungen. Die andauernde Geld- «ntwertung Hot es mit sich gebracht, dag Maschinen, Ge- bcrude usw. sich längst nicht mehr zu den Preisen ersetzen lassen, für die sie seinerzeit beschafft wurden. Es liegt im Interesse des Betriebes, durch rechtzeitige Rückstellungen die Reserven zu schassen, die zu seiner ununterbrochenen Inganghaltung notwendig sind. Das Handelsgesetzbuch setzt aber der Höhe der Abschreibungen von vornherein enge Grenzen. Daher geht die Industrie dazu über, die Rückstellungen durch Bildung von Erneue rungs fonds so zu erhöhen, daß die Koste» von Neuanschaffungen gedeckt werden können. Tt'.ese Praxis wurde durch eine Entscheidung des Reichsfinanzhofes iK München vom 11. Januar 1920 ausdrücklich gebilligt. Neuerdings hat der„Berein deutscher Maschinenbauanstalten" Leitsätze für die Bilanzierung und Abschreibungen im Moschinen- bau aufgestellt, die weit über den Bereich dieser Industrie hinaus von Interesse sind und insbesondere den Betriebsräten, die in den Aufsichtsrat entsandt werden sollen, als Material von Wert sein werden. Wir geben sie nachstehend wieder: rK. Geldentwertung und Buchführung. 1. Die einheitliche Rückfiihrung aller Bilanzposten auf Gold- mark- oder Papiermarkwert ist praktisch nicht durchführbar, da die darin enthaltenen Einzelwerte zu den verschiedensten Zeiten, mit verschiedenen Geldwerten entstanden sind. 2. Die aus der Geldentwertung entstehenden Bewertungsfehler wüsten bei der Bilanzamstellung jeweils durch besondere Buchungen ausgeglichen werden. Anhaltspunkte hierfür sollen nachstehende Sage unter 3 geben. 3. Bilanzierung und Abschr in düngen. 1. Abschreibungen oder Erneuerungskosten sind in solcher Höhe einzustellen, dost zur Zeit der Erjatzbeschafsung die hierfür erforderlichen Mittel gedeckt sind. 2. Soweit in früheren Iahren der schon damals vorhandenen. ober nicht erkannten Geldentwertung bei den Abschreibungen keine Rechnung getragen ist, müssen die Feblbeträge bei der Be« westung der Abschreibungssummen oder Erneuerungskosten mit be- rücksichtigt werden. Z. Zum Ausgleich der auf die Geldentwertung zurückzuführen- den Fehler ist zurzeit für die Bemessung der Abschreibungen oder Erneuerungskosten etwa für Maschinen ein 15° bis20sacher Borkriegsprcis zugrunde zu legen. 4. Ausgleichsbuchungen können auch in einem Sammelposten als Minderbewertung des„Unternehmens als Ganzen" unter den Passiven aufgeführt werden. Die Vornahme der Abschreibungen und die Errichtung der Er- nvrerungzkonten muß vor Errechnung des bilanzmäßigen Rein- gewinne» erfolgen. 5. Die als notwendig erkannten Abschreibungen oder Erneue- rungskoften sind bei der Ermittlung der Selbstkosten in voller Höhe zu berücksichtigen. ki. Bei Rohstoffen, Halbfabrikaten und Fabrikaten ist durch vor- sichtige Bewertung zu berücksichtigen, daß dem schwankenden Geld- wert ein Schwanken des Marktwertes entspricht. C Kapitalbeschaffung und Reingewinn, ermittlung. 1. Bei Berechnung der Gewinnanteile ist daraus zu achten, daß nicht aus einem infolge zu geringer Abschreibungen nur er» rechnetenz und scheinbaren Reingewinn Kapitalbeträge zur Ausschüttung kommen. 2. Die Beschassung neuen Kapitals lediglich zur Erhaltung und Erneuerung vorhandener Anlagewerte ist zu vermeiden. 2. Soweit leine Vergrößerung der Anlagen beabsichtigt ist, sollte die Beschasfuna von neuem Kapital nur zur Stärkung der um- laufenden Mittel erfolgen. 4. Bei flüssigem Geldmarkt ist bestehender Geldbedarf nicht durch Kredit, sondern durch Kapitalsoermehrimg zu decken, um auch 'das Aktlebkapital dem duvH die Gekdentwerlirng erhöhleb Werte der Anlagen anzupassen. Bei der Ausgabe neuer Anteilscheine sollte von der Erzielung eines hohen Aufgeldes abgesehen werden, um Trugschlüsie über die Rentabilität der Unternehmungen zu vermeiden. verschwendangswirtschast der Unternehmungen. Der Wunsch, die Abschreidungen und Erneuerung?- fonds weitgehend zu erhöhen, steht in einem aufsallenden Gegensatz zu den Leitsätzen über die Kapitalbeschaffung. Dort Spar- samkeit und Vorsicht, hier Verzicht aus Kopilaloufnahmeu, wen» eine Ersotzanlage in Frage kommt. Soll aber doch neues Kapital auf- genommen werden, dann soll man möglichst aus hohe Aufgelder verzichten. Das heißt: eine Aktie, die mit 2000 Proz. an der Börse bewertet wird und nach verdreifachtem Aktienkapital noch mit 600 Proz. bezahlt wird, soll um 100 Proz. ausgegeben werden. Dieser Fall ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern hat sich mit einem kleinen Unterschied tatsächlich zugetragen: Der Ausgabekurs betrug 200 Proz. und lieg dem'Aktienbesitzer die Möglichkeit, durch Ber. kauf seines Papiers das in der Spekulation angelegte Kapital in wenigen Stunden mindestens zu verdreifachen! Aehnliche Fälle sind in der letzten Zeit zu Dutzenden vorgekommen. Vergleicht man die heutigen Aractck inst• mit denen der Vorkriegszeit, so ergibt sich auf de:> ersten Blick eine ungeheure S t e i- gerung des Aktienwertes. Ätur zu einem geringen Teil ist diese hohe Bewertung in den gesteigerten Dividenden begründet. Für einzelne Werke— z. B. für'viele Mvntanunternehmungen— ist die Verzinsung, auf den Kurswert der Aktien berechnet(Rendement), sogar geringer als der normale Darlehnszinsfuß. Nun begründet mgn diese Ueberwertmig einesteils mit den Ausschreitungen der Börsenspekulation, die erschreckend um sich gegriffen Hot, zum anderen mit der Behauptung, daß die Industrieanlagen Goldwerte seien, die mit der Valuta in die Höhe gehen. Dos Schlogcvort von der Goldbewertung führt sogar zu der merkwürdigen These, daß der Aktionär, der seine Papiere vor dem Kriege gekauft habe, ja Gold- mark eingezahlt habe, infolgedessen auch Gold mark- z i n s e n erhalten müsse, die in Papier also zehn- bis zwölfmol so hoch sein müßten wie vor dem Kriege. Unter diesem Gesichtspunkt feien Dividenden von 12 bis 30 Proz. ja noch viel zu niedrig! So reden Leute, die Anspruch auf Autorität in der Wirtschaftskritik erheben! Für das Widersinnige dieser Beweis- sührimg nur ein Beispiel: Nach demselben Prinzip müßte eine !'?ppothek, die im Jahre 1912 mit 4 Proz. aufgenommen wurde, mit -0 bis 50 Proz. verzinst werden. Der Hypothekcnglöubiger, der dos forderte, würde vor dem Strofgericht über die Wuchergesetzgebung belehrt werden! _ Die Abschweifung wäre nicht nötig, stände sie nicht mit der Frage der Abschreibungen in einem wesentlichen Zusammenhang. Ein jeder weiß— und die Entente hat c? zum Schaden der Wieder- gutmachung-verhandlungen sich sehr zu Gemüte geführt—, daß die Dividenden bei vielen Unternehmungen trotz verringerter Pro- duktion in die H ö he gegangen sind und daß die mittel, baren Ausschüttungen die osfenen Dioidendenerklärungen in vielen Fällen noch um ein Vielfaches übersteigen. Hierher ge- hören die sogenannten Bonus(einmaligen Ausschüttungen), die Kapitalvermässerungen durch Gratisaktien oder durch Ausgab« neuer Aktien zu einem Kurse, der zwar über dem Rech- nungswert der Aktie, aber weit unter dem zu erzielenden Börsenkurse liegt. Man konnte und kann es noch heute an der Berliner Börse erleben, daß das Recht auf den Bezug einer solchen Aktie den Nominalwert um ein Vielfaches übersteigt. Der Glückliche, der so ein Papier zum Ausyabeturse bekommt und es am nächsten Tage verkauft, �tonnte oft mehrere hundert Prozent des auf- gewandten Betrages mühelos einstreichen. Diese Praxis wird durch das Handelsgesetzbuch<8 184 Abs. 2) sogar begünstigt. Jeder Kauf» mann, der ohne Grund eine Fabrik verschenkt, würde in Kapitalisten- kreisen glatt für schwachsinnig angesehen werden. Die deutsche I n d u st r i e aber hat allein durch Gratisaktien und verschleuderte Bezu�srechre auf Aktien Milliardenwerte den kapi- talistiichen Aktionären in den letzten Iahren„unter der Hand" un- verzollt und unversteuert geschenkt.(Das gesamte Aktien- kapital des Rhein-Elbe-Siemcus-Trustes beträgt nominell rund eine Milliarde Mark!) Gründungskaum-l? Warum dos Milliardengeschenk? In der Begründung der Leitsätze des Vereins deutscher Maschinenbauanstalten wird es mit erfreulicher Offenherzigkeit ausgesprochen. Die aus der Ausgäbe gsb Aktien mit gsririgem SlüZZehefiifse erwachsenden Dorteile kommen jedem ernsthaften Aktion när zugute. Werden die Aktien mit hohem Ausgeld ausgegeben, so wird bei gleichem effektiven Reingewinn die Dividende sich in eincm�ho Heren Prozentsatz de? nominellen Aktienkapitals ausdrücken. Meist wird jedoch die höhere Dividende nicht mit dem totsächlich eingezahlten Kapital verglichen, sondern lediglich dos nominelle Aktienkapital in Betracht gezogen. Hierdurch entstehen die in der Oeskentlichkeit, insbesondere auch in Arbeitnehmer- kreisen verbreiteten irrigen Anschauungen über eine übermäßige Aorzinsung der Kapitalbeträge. Die s6)einbar hohen Dividenden reizen die Arbeitnehmer zu immer weitergehenden Forderungen bei den Tarisvertragsverhandlungcn. Auch wird hierdurch dem Verlangen nach Sozialisierung in höherem Maße Vorschub geleistet, in der trügerischen Hofjnnng, ans diese Weise die S t a a t s s i n a n z e n z u v e r v e s j e r n. Schließlich ist nicht zu übersehen, nach welcher Richtung die Steuergesetzgebung sich weiter entwickein wird. Bei dem Kapitalbedarf der Geiyrinden, denen jetzt die Gewerbesteuer über- lasten ist, wird ma» befürchten mästen, dag sie zur Deckung ihrer Ausgaben in erster Linie diejenigen Gejellschaften in erhöhtem Maße zur Aufbringung dieser Mittel heranziehen worden, die im Verhältnis zu ihrem nominellen Kapital höhere Gewinne aufweise». Die Gründe sür die niedrigen AltSgabelurse sind also: 1. Zl k ti o- närsinteressen, 2. Furcht vor Arbeitersorderun- jgen, 8. Angst vor der Sozialisierung, 4. Bilanzver- � schleierung zum Zweck der Steuerflucht! Bei dieser Gelegenheit muß betont«erden, daß es nicht etwa nur Furcht vor zukünftigen Steuern ist, die diese Verschwendung von Barmitteln und Zinsrechten zum Anlaß hat. Schon heute haben wir eine Körperschaftsstcuer, die hohe Dividenden hoch be- steuern soll. Soll!— durch diese Praltike» bleiben die Dioi- denden niedrig. Und das ist schon ein kleines Milliardenge- schenk an Aktionäre wert. Schläft der Reichsfinanzminister? Und was sagt der Reichswirtschaftsrat dazu? Dieses Treiben widerspricht nicht nur de» gemein- wirtschaftlichen Interessen— wer erinnert sich nicht der ausführlichen Debatten über die drohende Kapitalnot?—, es widerspricht auch den privoikopitalistischen Ersordernisjen einer guten kaufmännischen Wirtschaft und läßt sich nnr durch eine Geistesver- fasjung erklären, die dem Gründerlaumel der Kriegsjahre nach 1870 erschrecklich ähnlich sieht. Besonnene Kapitalistenorgnne haben sich bereits dagegen gewandt. Die Redensart von der mangelnden Stcaerkraft des Besitze, und der industriellen Körper- schoslcn gehört, wie die vorstehenden Ausführungen schlagend beweisen. in da, Reich der Fabel. Es ist dringend nötig, daß d>e Sozialisten im Reichstag und Reichswirtschaftsrot dafür sorgen, daß die Bildung sittiven Kapitale in den Händen d-r Börsenspekuianten durch die Geldentwertung und die unsauberen Manipulationen des Privatkapitals, deren Folgen Arbeiterschaft und Mittelstand früher oder später zu spüren bekommen, nachdrücklich entgegengetreten wird. Die grSßke Maisernte der vereinigten Staaten brachte da? Joch 1920. Sie ergab nach der„Ind. u. Handelsztg." den R e k o r d e r- trag von 2232 367 000 Bufhels gegenüber dem bisherigen Reiord- jahr 1912 mit 3 124 746 000 Bushels. Dabei ist zu beachten, daß die ietztjährig« Gesamtanbaufläche mit 104 601 000 Acres um 1400 000 Acres kleiner war als die des letzten Rekordjahres 191Z. Der letztjährige Riesenertrog ist darauf zurückzuführen, daß im Durchschniitsertrog je Acre eine H ö ch st l e i st u ng von ZV,S Bufhels erzielt wurde. �ugenüveranftSttMye«. «erei»«tfeUtt-SBgtxk»«».«Uli»,»tlttiutch«S. 4», tz» be» Zelle» ZZ. Heule abend ich8 llhr: »cl»»db«u>»e»:©olntbatg« 61t. 3.«»ettsj;„Darwin im? ber«»«n- »rfsnjur.- R°»»it- Schute SBoIitnfer Sir.£1,«mtreig:„eeichichte«erlw. lt. — pBeifdünmwiliei Smiftnet Str. Z. Bsetr,,:„Wie die geiwnq entsieht?".— A»d»»: Schule Wilmsstr. 10, Lkseadcnd:..In«atec. Holen".— Degel!«all». h-fstr. 15, Diskussionsabend:„Was ist S-ji-Iisuius".- Trcpto»! Schul» elf». z,ra»« 8, Bortrag:„Agiwtiousarbcit". «M 'nscfjnun taiögs mjirar»Igsnea KonfeWiofi, aus güten, haltbaren Stuften und Friedenazutaten vartarfigt Cheviot-Anzüge U&rongo. 1»«. 2 rtibig »ßlir pr«iß\rert 290 Cheviot-Anzüge � ÄLTÄ 320 Cheviot-Anzüge SSÄS; ÄÄ 360 Chsviflt�geSSÄOM 390 KammganvAnzOgeäS bUm b«fhtr., ft.pr.fr«. " au&t'v.prsw.M. 440 Farbige Anzüge l'JÄÄM 280 Dunkelfarbige Anzüge.A£ 340 Cheviot-Anzüge iTÄÄrs 410 Diese Preiee sind für Brustoreite 68IT0 berechnet; jede vettere Grösse kostet j»«och Quftlit&t 10 bis 20 lUrk mehr, jede kleintre Grtem«beflsoriol«reolger. kMs/ Krawatten/ Servfteurs/ Kragen/ Hosenträger/ Socken/ sehr billig. »Cur ctacVeriavfufefle BaenSohn Keine Ftüalen mehr Chaasseestraße 29-30 Nur 5ur Pw&e m» Uuorsenaunctredit bat Nld)i(el*Ucn und get»» beqaena TcUzaUuiUca liefere Ich Sprediopp»r«:e eU-Arli» Ort j,-V«brtk?r cf.cn «md iiiieEZMKii. WiiterH.Qertz, Berlin 5«. Verlanjen Sie ereil» und frei ■Mine Uiutlr.r.cWUto 1»S oder b«»ud»en Sie meine Vivffihmni»reome Alexanck rmeu.tr. 91,«m» U» 4, SPgXlAL-ÄRZTÄCÄS Dr. med. Karl Reinhardt Potsdamer Str. 11? mlÄ, pÄ'ttKÄwMÄS femarenbe«tofSrfiw mit Bofchreidunz ISrntL Sclloecfachen ta vertchlogenew Shroett flrprn Einsendung»on M. sortofrel. JU Dr. etvw! tut all- D-schlecht-. SUSZiai"AlZft Hout-, Harn... 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MMlsNese?.se hbö öiünüei. chott iPethceBliBiäefldltcH««; «uflidtuKß i-»Z> anteflu«# B»b»»»«SBtu(/, ü Das xroBe Februar•Programm Die Dose"von Stamlml mit MlzzI Delorm und Arnold Rlcck II-' 1 Volksbühne Theater am Bülowplatz. 7 uitr: Wallensleins Tod Lesslno-Iheater Heute bi« Donnerstag 71/j: Ein idealer Gatte (Durieux, Götz, Loos) Freitag 7 Uhr: Peer Öynt Deotsehes IHr-Theater Allabendlich 7Vs Uhr: DieScheidunpsreise mit Maz Adalbert und Trade Hesterberg Rose-Tlieater w.uhr Dr, Klaus Casino-Theater Lothringer Str. 37. Tägl.'/.ß Der neue Schlager I Der Großfürst Ein lustiges Stück aus dem Berliner Leben in 3 Akten. Berliner Humor! Beri. Typen! Sonntag 3V� Eine fideie Ehe. "i?8 Folios Caprice ö8 Linienstr. 132(Oranienb.Tor) Im Separee Ihr letztes Abenteuer Nacktkultur mit Fcrd. Grfinecker Telephon: Norden 8850 KOnipstadt-Theater Hafanhoi Jaonowltzbrlicke fäZl. 7i0 aaln-S Sogar Im Ballsnal TANZ 1 SarrasaoJ | TäglT"', Sonnt.auch 3 Uhr I Das neue Schaustück Prärie und PuBiu 1 Zum Schluß: Die Indianer- | achlacht Im Wasser. [ Vorverk. Circusk. u. Tlett| I Reines Variete-Programm Theater am KottbuscrXor Kottbuser Str. 6 Tägl 7'/s und Sonntag nachm. 3 Uhr Elite-S9nger Zum Schluß: Oer Krieosgewinnler. uu vu Vorher: � �Strand-Idyll" u. der hervorragende Soloteil Nachmittags halbe Preiset Vorverkauf: tl-l'/« u.«-ö an der Theaterkasse u Leipziger Straße 51(Spittelkolonnaden) RaidishaH-Ttieater Abds. 7Vi v. u. Sonnt. naenm. 3 Vbr: SWSSNS� Nehm, halb Pr VarietdDSnholf- Brettl«nf,«>,, BshronatraBe 54 Allabendlich TV. Uhr D.lustigeSpielplan scAa Potsdamer Str. 38 Turmstr. 12 Nur bis Donnerstag Der grolle May. Film | Die Fraaen vom tiniMieBstela mit Erich Kaiser-Titz Alezanderpl.-Pass. I Der Mord ohne Täter | Friedenau, Rheigstr. 1« 1 Oer Gang in die Nacbt Apollo-Theaferl ?>/.. Direktion: J a in e s Klein. 7Vz r Das grolle AasstattungsstQck In 4 Bildern| Madame Snbarry's £iebesleben| mit der weltberühmten j Saharet als Gräfin Oubarry. Lieber 150 Mitwirkendel— Sonntag 3'/t das 1 vollst. Stück mit Saharet.— Jeder Erwachsene 1 Kind frei!— Vorverk. ab 10 Uhr ununterbroch.| ABlaliflandslr.9;10 heute SUhr: Bruno H. Bürgel Vonrag mit Lichtbildern über Sie Bewohnbarkeit der Welten. Karten 3 und 4 Mark. 27/20 KondM Neukölln, Buödlnstr. 65 am Rathaus Intime Musik--- Neu renoviert Eigene Konditorei. binderuervanilt. Gewerbe zn Berlin. Bekamitmachuttg. Den Mttgiiebern zur Kenntnis, baß am i. März 1921 die freie Arztwahl in Kraft tritt nnb bie Mitglieder unferer Kasse(ich nur an dir Aerzie zur Behandlung zu wenden hahem welche durch das Schild „Jede«ezlwnHI" tenntlid) gemacht sind. 15219 Aerzteverzeichnisse gelangen nach Fertigstellung zurÄusgabe. Ott Dorflonb. gez. Gattesmann. Borsttzender. gez. Keefe, Schriftfichrer. Z�eickenSie? an Flechten, Hautausfchlag, vautjucken. Pickeln, Finnen Schorf, Krähe ufw- dann ge- brauchen Sie gg�Xetta�e» Beitfeifz. Erfolg stderrafchend. Stiia 6 M. gn haben in den Drogerien: Boasch, Wilw.ersd.. Wexftroße. Adferbr., Giimersd,, Kaiferpl., Huhn, Eharldg.. Tanroggenftr.. zaremba.Biu.N.Weindcrgsweg Seinze.Bln.N, Schioeibeinerstr. Johann iterdr., ZU Elfasser Slu a. Pfadet!, Bin. N, Auguststr. General-Vertrieb: E. Kaiser, Perlin B. 50, Mirzburger Str. 0. Mn««g8M beseitigen Gebisse patent 3aekel-Möbel Katalog 108 gratis. R.|aeUers Patentmöbelfabrik Markgrafen-, EckeKochstr. 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XJatäter: Das deutsche Proletariat und seine R-odlutlan. Gratno: Die kommunistische Bewegung m Turin/ Raymond Cefiart: Frankreid, unb die twumuntstische Reoolufion./«kh. Labatlsche'icio. Bulgarien nach dem imveriaustiftdeu Kriege.( Z. 0.: Der Moskauer Kong'eß unb die revolutioudre Peweqitng in»er Schwriz./ Z.: Einiges über die Lag? in Japan., vor Zukerualloua!- 2ta» der Note»«rrneetschoflra Borrespondrnzrn»er Boinman>stis«hra Znlernallonale. I Cotnmcnta der Zntornalionalen«ommunistischey Bemcgnng, Von»er TSIIgleil de» Exetutiotomlteea der»ommnnliNschen Zaicraallonal».> VI« ZnteruaNonale der tommunistisdien Fugend./ Helden und Mckrlyrcr der pralelarlschen»enolnllon. � Zllustralio»«». ZZS SeiRn preis m. 7.— In geziehen durch die Verlagsbuchhandlung Sarl Hoym Aachs. Louis Cahnbley. Hamburg 11. souib IClflvi�r kauft sofort I�lttVICr(gewerblich) Augenblick, Pallasstr.8/9. Kurfürst 5139,(• Tapssserie= Handarbeiten Junges Miibchen. das di» Paufere! erlernen will, lann sich melden bei S. 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Pistoleuschicfte« als Form des Meinungsaustausch. Der deutschnationale Parteikrach wächst sich zu immer größeren Dimensionen aus. Nachdem man eine Anzahl sehr peinlicher Vorgänge bis zur Wahl sorgfältig totzuschweigen gesucht hat, haben die Enthüllungen des„Vorwärts" nun doch einigen Beteiligten den Mund geöffnet. In den„Deutscheu Aufgaben" plaudert Ewald Beckmann die internen Vor- gänge bei der„Deutschen Zeitung", deren Redakteur er einst war. aus, und zwar aus Anlaß einer preßgesetzlichen Berichtigung, zu deren Abdruck ihn Justizrat S t o l t e als Rechtsvertreter des alldeutschen Parteivor- sitzenden Elaß auf Grund des Preßgesetzes fauch eine Form parteigenöfsifchen Verkehrs) gezwungen hat. Es handelt sich dabei zunächst um einen beleidigeichen Brief des Herrn Jürgen o. Ramtn an Beckmann. Ewald Beck- mann hatte Herrn Claß als den intellektuellen Urheber des Briefes bezeichnet Claß hat dies bestritten, inzwischen hat sich aber der„Königliche Londrat a. D." Herr v. Herzberg als derjenige gemeldet, der den Briefumschlag zu dem a b- sichtlich beleidigen de ir Briefe des Herrn Jürgen v. Ramin geschrieben und diesen weiterbefördert hat Herr Ewald Beckmann kündet wegen dieser Sache gerichtliche Klage an, er kündet den Nachweis an, daß auch Claß trotz seines Leugnens an der Sache beteiligt sei und fährt dann fort: Aber lassen wir diese Frage von den Sachverständigen vor Ge- richt entscheiden. Dort wird sich dann ja auch für die Herren der „Deutschen Zeitung"(Belegen lzeii bieten, ihre sittlichen und Moralbegrisse einmal frei vor der Oesfentlich- keitznvertreten. Uns ist da smn Beispiel bekannt, daß Herr Justizrat Claß noch Mitte März 1318, also zu einer Zeit, da die Meinung über den Politiker v. Kühlmann längst abgeschlossen war. entrüstet gefragt hat, wie man es verantworten wolle, von dem»politischen Bankrotteur" o. Kühlmann zu sprechen. Uns ist dann weiter bekannt, daß der gleiche Justizrat Claß nur wenige Wochen später jene berüchtigten Artikel in der»Deut- schen Zeitung" veröffenllichte. Herr v. Kühlmann habe durch seinen Lebenswandel in Bukarest das Deutsch« Reich«nt- ehrt, daß Herr Claß ober nicht den JJIul halle, sich als Verfasser zu bekennen. Er Heß einen Herrn den Kopf hinhalten, wie man zu sagen pflegt und vergalt die bewiesene Treue mit schnödem Undank der Ellklassnng. Daß jener Herr(Max Lohan. Red. d.„B."). einer der angesehensten dentschen Zonrnalislen seiner Zell, stch kürz- lich aus Ztahrungssorgen das Leben nahm, ist auch eine wuchtige Anklage gegen die Gewaltigen der»Deutschen Zeitung", die die völkische Sittlichkeit in Erbpacht genommen zu haben behaupten. Wenn diese Leute mit ihren kindischen Briefschreibereien unter allen Umständen ein« Gerichtsverhandlung über ihre Moral wollen, dann kann ihnen geholfen werden; sie sollen sich dann auch nicht über Dürftigkeit des Materials beklagen. Denn daß auch Herr v. Hertzberg daran dächte, das Pistolenschteßen für den stampf im völkischen tager einzubürgern, ist nach dem Miß- erfolg des Herrn Jürgen v. Romin wohl nicht anzunehmen. Immerhin scheint das Pulver auf der»Deutschen Zeitung" trockengehalten zu werden, denn wie man hört, wurde dem Abge- ordneten wnlle eine Plstolenfordernng des Redakteurs der»Vent- schen Zeitung"«. Schilling Lberbracht Die Erklärung»In eigener Sache" in Nummer 78 der»Deutschen Zeitung" vom 17. Februar morgens sei das Ergebnis des Spruches des Ehrenrats ge- wesen. Jeder Zusatz würde das Porträt dieser teutschen Vor- kämpser für Moral und Sittlichkeit nur abschwächen, dies Porträt, das ein Mann gezeichnet hat, der die Gesellschaft aus langjähriger persönlicher Mitarbeit kennt. Wir wünschen den Herren Wulle, v. Schilling, v. Herzberg usw. für ihren Meinungsaustausch durch Pistolenschüsse Waidmannsheit Horrido hl _ Der Flaggenwirrwarr. entsrandSn durch die Beibehaltung von Schwarzweißrot als Schisfahrtsflagge neben der Einführung der fchwarzrotgelben Fahne, hat in Frankreich laut»Dono" zu der AnwelsuiZ# geführt schwarzweißroie Schisfsslaggen als»kaiserlich" nicht zu dulden. bozillen" Friodmanns möglich ist Meerschweinchen oder Kaninchen gegen Tuberkulose des Menschen oder des Rindes zu immunisieren; daß es«benso unmöglich ist, mit Tuberkulose infiziert« Hammel, Meerschweinchen oder Kaninchen von ihrer Tuberkulose durch Be- Handlung mit einem der genannten säurefesten Stäbchen zu heilen. Der Erobernngszng der Drahtlosen. Der D a l o i Lama, der„lebendige Gott", der in der»verbotenen Stadt" Lhasja residiert, ist für uns noch immer mit dem Schimmer geheimnisvoller Romantik umgeben, obgleich seine Unnahbarkeit seit einigen Jahren durch verschiedene Besucher zerstört ist Der Dalai Lama wird setzt sogar modern und interessiert sich für die drahtlose Telegraphi«. Ein britischer Beamter hat ihn kürzlich besucht, um mit ihm über die An- läge einer Telegrophenleitung von Indien nach Lhassa zu sprechen. Bell wurde von dem Beherrscher Tibets in seinem Palaste emp- fangen. Der Dalai Lama saß mit gekreuzten Beinen aus seidenen Kissen, die auf einen hohen juwelenstarrenden Thron gelegt waren. Seine Stellung glich denen der Buddhastatuen, wie er ja den Buddha und noch verschiedene andere Götter verkörpert. In der Besprechung zeigte sich der„lebendige Gott" als sehr neuzeitlich gesinnt, denn er wollte lieber eine drahtlose Verbindung als eine telegrophssche mit Indien haben und interessierte sich sehr für die drahtlose Telegraph!«. Kuuftchronik. Am S3. d. M. findet tm SiinMerhnuS, Belleviiestr. «ine S'.ud'iellung von Abbildungen alter und neuer Bauwerke statt, die Sgraisttotechnlk und den venvandlen Krabputz in ornamentaler Verwendung zeigen. Die Ansslellung will>ur Wiederbelebung der wohl- seilen Schmuckart anregen. Die Tontefeier deS Zchauspielhanses findet>n der nächsten Mittags« vermistaltunfi am Sonntag, den 27., statt. Max OSborn spricht über„Taute vnd die italienische i/lcnatssanre". Friedrich Erhard(Dresden) trägt mehrere Gesänge aus der„Göttlichen Komodie" aus dem Gedächtnis vor. Gin SchiKer-IDeater-BaU. Sonnabend, 5. März, veranstalten die Mitglieder de« Schiller-Tbealer« zum Besten Ihrer WobliakrtStasten im rchiver-Thcater ein Nachtsest»Im Licht« der Kämpen' mit Konzert, Theater und Ball. Ter Reichstheaterrat bat beschlossen, gegenüber den Artseindungen, dir das Kartell, und Tariswerk ersabren hat. an den Vereinbarungen seit- zuhalten, n« weiter auszubauen und ihnen mit aller Macht der tartellierten Organisationen Wirkung zu verschaffen. Tcutfche Hochschule für Bollttk. WirrschastSvolilischer WendknrsnS: Mttnwch, 23. Febr., abdt. 6 Ubr, im Hörsaal 122 der Universität,: Vortrag von Reichsmmister a. D. Zl. B i s s« I l über»Sozialismus und Wieder- aufbau". Karten(2 R.) au der Abendkasse. Berciu Zlrbeiter-Hochschule E. B. Mittwoch, 23. Februar, abends 7 Uhr, in der Schule. Niederwallstrahe 12, Vortragsabend, Dr. S lb ö«: «Die BererbungScheorie". Tie Vorlesungen de« Vereins beginnen in derselbe» Schule am DornierStag, den 2ll. Februar. � Di« Handelshochschule Berlin, die bei Ervsmung der Hochschule im Jahr« 1306 LI» Hörer hatte, zählt heute 1354 Stbdicrente(darunter 103 Damen). Einschließlich der<180. Hospitanten und Hörer(für die ein« stündigen Abendvorlesungen) beträgt die Gesamtzahl der Besucher 5511. Städte vnd Vollshau«. In über 10 Städten bestehe» Pläne und Absichten. Bolkshäuser zu errichten. Di« FilmauSsnhr, aus de« Vereinigten Staaten. Aus der amtlichen Statistik gebt hervor, da» im Jahr« l32v nicht weniger als 17 000 Weilen Films aus den Beretnigteu Staaten ausgeführt wurden, das Doppelte vorn focht« 1918. Mit diesen Films würde man zweimal die Etdg nmjptmnrn i&mav da&£ nmim t*» f&k, A M Ml!»- h-stögt.____________ tit Wiener Konferenz. Am heutigen Dienstag wird im Arbeiierheim von Favo- riten, dem südlichen rein proletarischen Wiener Bezirke, die Konferenz der Internationale ,2'/« eröffnet. Nützlich kann sie nur werden, wenn sie erkennt. daß sie nur durch ihre Selbstüberwindung nützen kann. Die Einigung des Gesamt Proletariats ist zwar an- flcsichtS der Moskauer Theorie und Praxis heute noch ein leerer Wahn. Aber die Einigung desjenigen Teil» des Prole- tariats. und das ist der weit größere Teil, der die Moskauer Thesen und Methoden ablehnt, ist möglich, wenn nur diejenigen, die lange Zeit dem BelschewiSmus Vorschub geleistet haben und erst spät davon aögekomuleil sind, de» Mut aufbringen� die früheren Irrtümer restlos einzugestehc» und ihre alten Schlagworte ein für allemal zum alten Eisen zu werfen. Für eine Internationale der halben Diktatur und und der halben Demokratie gibt es zwischen der Londoner Internationale, die stch zur Demokratie bekennt, und der Moskauer Internationale, die die Demokratie berlvirft und verhöhnt keinen Platz mehr. Man muß sich entscheiden, und wer sich weiter durchzumogeln versucht, versündigt sich an der gesamten internationalen Arbesterklasse. Nur frnchtlose Dialektik mag sich an der Tatsache ergötzen, daß wir in diesem Urteil über die Wiener Konferenz mit den Kommunisten vollkommen übereinstimmen. Gerade die Schärfe des Gcgeiisahes, der uns von den Kommunisten trennt, ist es aber, die dieses übereinstimmende Urteil veranlaßt. Wir, ebenso wie die Kommunisten, verfolgen unseren Standpunkt konsequent, wenn wir die Internationale 2'/, ab- lehnen, deren Hauptmerkmal die Inkonsequenz ist. Wir wollen heute nicht alle die von uns bereits besprochenen logischen Unmöglichkeiten wieder auseinaudersetzen, die an der Wiege des neugeborenen Parteigebildes Pate stehen. Wie die bösen Feen im Märchen werden diese Paten sowieso dafür sorgen, daß da» arme Ge- schöpf, erblich belastet und mit allerlei Kinderkrankheiten be- haftet, schnell zugrunde geht. Es geht eben nicht an, daß man die parlamentarische Demokratie durch englische Unab- hängige. den„Sozialpatriotismus" durch Rcnaudel, die Koalitionspolitik durch Seitz und zugleich die kommunistische Gewalttheorie durch den �.anuarputschisten Lcdebour verur- teilen läßt: gegen diesen Widersinn sträubt sich der gesunde Menschenverstand eines jeden politisch orientierten Arbeiters. Eine besondere, ihren Gründern wohl recht unwill- kommenc Bedeutung wird der Wiener Konferenz durch das Ergebnis der Preujzenwahlen verliehen. Das katastrophale Abschneiden der Unabhängigen muß den Teilnehmern an der Wiener Konferenz eine Warnung sein. Wenn die Wiener Konferenz ein ersprießliches Ergebnis zeitigen soll, so kann es nur dieses sein, daß die abge- splitterten Tgjle der Zweiten Internationale die eindringliche Sprache der" Preußenwahlen begreifen: Einigung der- jenigen Teile deS Weltproletariats, zwischen denen eine Eini- gung möglich ist, das ist das Gebot der Stunde. Alles andere, und mag es noch so sehr mit„pathetischen",»grund- sätzlichen",»revolutionären" und pseudowissenschaftlichen Phrasen begründet und verkleidet sei«, ist schließlich nur Dienst an Helfferich, Fach, StinneS, Nocthcliffe, Horthy und Poincars._ Neuer Neparationskonfiikt. In Paris wird«ine Note der Reparationskommission veröffent- licht, die dos Verfahren für die Feststellung der alliierten Entschädigungsansprüche an Deutschland ausstellt; danach waren die alliierten Forderungen innerhalb bestimmter Frist der Äriegslastenkommissson vorzulegen, die wiederum Deutschland Fristen von acht bis höchstens fünfzehn Tagen zur Beantwortung gewährt. Eine weitere Frist ist Hann für die Beantwortung der deutschen Erwiderungen durch die Alliierten fest- gesetzt. Spätestens am 5. April muß die Kriegslostentommission den letzten ihrer Berichte der Reparationskommission vorlegen und Deutschland soll sich dazu in offiziellen Kommissionssitzungen äußern können, deren letzte am 12. April stattfinden soll. Die lieber- mittlung der alliierten Forderungen an Deutschland soll In Paris geschehen, damit nicht erst Zeit verloren gehe, um sie nach Berlin zu senden. Herr v. O« r tz« n von der deutschen Vertretung bei der Kriegs. lofienkommission teilt« mit, daß bevolln, ächtigt« deutsch« Sochver- ständige am 14. März nach Paris kommen würden, er erklärte aber gleichzeitig, daß es Deutschland nnw.Lgllch sei, die angegebenen Prüfnnqsfristen anzunehmen. Die Reporotionskommission besteht jedoch auf diesen Fristen und lehnt auch den deutschen Dorschlog ab, die Bemerkungen auf alle Forderungen en bloc einzuliefern. Eine Anmerkung des MTB. dazu sogt:„Die Note vom 15. d. M. liegt bei den Berliner Zentralstellen noch nicht vor. Es ist selbstverstäudlich ausgeschlossen, daß die deutsche Regierung ssch daraus«inlassen kann, sich im ein» zelnen vorschreiben zu lassen, binnen welcher Frist sie die Nach- Prüfung der außerordentlich umfangreichen Ausstellungen zu erledigen hat. Wie wir erfahren, hat die deutsche Kriegslastcntommission Anweisung erhalten, diesen Standpunkt der Reparationstommission gegenüber nochmals zum Ausdruck zu bringen."_ die Londoner Konferenz. London, 21. Februar.r!«lt«r»erbanl». Brauereien, Blernied erlagen, Bier» vertriebsqesellschaften, BierverlaosgeschSfte: Mittwoch, 5 Vi Uhr. im Schultheiß- Ausschank. Neue Iakobstr. 23(Eingang SchmiMstraße), Garten s-al, Mitglieder» Versammlung._ vortraae. vereine and Versammlungen. Touristenverein„Sie Natnrfrennde�(Zentral» Sien), Qrtagruvve Berlin. Mittwoch, den 23. Februar, pünktl. Vi» Uhr abends, Generalversammlung. Schulaula Eivsstr. 23. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte.— Im Reichel», od der Kriegsbeschädigte». Ortsgruvve Stegltß, spricht Mittwoch, 8 Uhr, in der Lberrealschule, EÜsenstraße, der 2. Bundesvorfißende Maroke Uber ..Hcilfürlorge".— Bund religiiser Sozialisten. Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr. im Gemeindehaus, Eharlottenburg. Leibnizstr. 79, munkalisch umrahmt» Passionsandacht, geleitet vom Genossen Dr. Auer.— Arbeiter. Samariter» «al-nn-n Berlin g.«. Mittwoch, den 23.. abends 7 Uhr. sindet im Keweri» lchaftshaus, Engelufer 15, ein Lichtbildervortrag statt Uber Bau und TStigsttt des menschlichen Körvers. Vortragender Oberarzt Dr. Drücker. Eintrittskarten an der A-sse und bei den Abteilungsleitern. Sriefkasten öer Redaktion. Jeder und e fragen trage man in der Juristischen<5vr>------. teere links, vor. Schriftstücke und Verträge sind mitzubringen. Nr. 19 123. Uns ist nicht bekannt, ob der Leiter und die Abgestellten der Kohlenstelle für vrivat« Zwecke ein Autc befitien: bezweifeln dies lehr stark.— Olli R. 12. 1. Erhalten Sie in jedem reellen Bankgeschäft: kleinere Beträg« mittels eingeschriebenen Briefes: größere Ueberweifung durch ein Bankgeschäft. 2. Ueber die stönigin Luise finden Sie in Maurenbrechers..Hohcnzollrrn» Legende" und in der Berliner Stadtbibliothek in einer ganzen Reihe von Merken Aufschluß.—«i 1921. Auskunft gibt Ioh. Sassenbach: Die Freimaurerei: ge» eignete Literatur in der Stadtbiblivthek. Berantw. für den redakt. Deik' Tr. Werner Weiser. Charlotten bürg: sür Anzeigen: Tb. Glocke. Berlin. Berlag: Borwärts-Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor» würts-Buchdruckerei u. Berlagsanltalt Baul Singer u. Co.. Berlin. Linde, str. 3. Hierzu 1 Beilage., SCHERINGS MALZEXTRAKT auch mit ssriscn Kalk als KräftistungSmirtel für Rekonvaleszenten und Unterernährt« Ist wieder lieferbar Scherings Grüne Apotheke, Berlin 7t 4, Chausseestraße 24 Besonders preiswerte Angebote Porzellan. Glas u. Emaille T ££*££* Magermilch........ 660 Grosse grüne Heringe..... � i50 Rinder- u. Kalbsquerrippep�H50 Weiss, extra billig Speiseteller...................... 375 Abendbrotteller......... 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