Nr. 8H»ZS. Fahrgang Ausgabe A Nr. 45 Bezugspreis: SSierteljäljcI. 30,— M.. monatl IQ,— SR. ftä ins.vau», voraus zahlbar Prst- b«>ug: Monatlich lQ�-M.,«inichUgu- . flellllugsgebühr Unter Areu�band lür Deutichland und Oesterreich lSLQ M., sür das iidrige Ausland bei tSglich einmal. Zustellung 2l,SQ M. Postbe. siellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn Tlchecho-Slowalei. Däne- mar: Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Post-Zeuungs-Preisliste. Der.Vorwärts" mit der Eonn'ags- tag Bat.Volt und Zeit" und der Unter- hält'un sbeilage Jpeimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm-Adresse: «»azialdemotra» verlin-. Morgen-Ausgabe berliner Oolk�bleltt � 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nvnvareillezeil« kostet SchQ M �Kleine Anzeigen" da»»ettgedruckte WoN IM M.(zu- lässig zwet tettgedruckte Worte>. jede» weitere Wort>.- R. Elollcngetuch« und Echlasstellcnanzeigen das erste Wort M. sedes weitere Wort 60 VfB- WoNe Uber 15 Buchstaben zählen für zwei Wone, ffamilien-An» zeigen siir Abonnenten Zeile M. Die Preise verstehen sich«tnschitesilich Teuerungszuschlag. Snzetgen Mr die nächste Zlummer müssen bis S Ahr nachmittags im Haumgeschäst. Berlin EW 68. Linden- lrroß« 8, abgegeben werden Geöffnet von S Uhr srvh bis S Uhr abend». �entralorgan der foztaldcniokratt fchen partd Dcutfcbtaiids Ncüaktion and Expedition: SW 68, Lindenftr. 2 Fernsprecher:«ml Mortnpla». Rr. lSl vv— lä!S7> Heber 4 Millionen Sozialöemotraten! Die Gesamtzahl üer Stimmen. Mr stellen Im folgenden die Sklmmenzahlen der einzelnen Parteien vom letzten Sonnlag— in vorläufiger, nichtamtlicher Zusamm-nrechnung— den amtlichen Stimmcnzahlen derselben Parteien vom S. Juni 1920. natürlich den im preutzifchen Staatsgebiet abgegebenen— gegenüber. Es erhielten Stimmen: am 20. Zebruar am S. Zum S o z l a l d e m o t r a t e n 4 171 2S0 Z ZS2 St? H.S.P. 1055 923 2 992 922 K.P.V. 1 207 695 187 577' venu- 977 463 1 081 025 Zenkr. 2964 002 2 763 956 D. Up 2 268 587 2 252 450 Vnat.. 2842 667 2151 957 Bei dieser Zusammenstellung ist natürlich zu berückflchti- gen. dah bei der Dahl am b. Zunl Ostpreuhe« und Schleswig-Holstein nicht mltgestimmt hallen, so doch die Ziffern vom 6. Zuai um einige» zu ergänzen sind. Betrachten wir die drei iozialistischen Parteien, so ergibt lich. dcst Unabhängige und Kommunisten zusammen nur die YSlfke der sozialdemotraklschen Stimmen er« halten haben! » Dolff? Vurenu macht daraus aufmerksam, daß die Zahlen der vorläufigen amtlichen Festitelliing über die Verteilung der Man- date im Preußischen Lrndtaa mit den von ihm errechneten oben wiedergegebenen nichi übereinstimmen Es ist jedoch im Augenblick nicht niöglich. aufzuklären, wo der Fehler liegt, sondern es müssen erst die endgültigen amtlichen Zahlen abgewartet werden. Der neue Reichstag. Nach den R e i ch s t a g s w a h l e n. die nunmehr in Schle-wiq-holskem und Ostpreutzen vor sich gegangen sind. belrägk die MtgNederzahl des Reichstaas 4S4 gegen 4SS und zwar:.......... Zu- bisher jetzt bzw. Abgang Sö�ialdemokraten. HZ iOS— 5 ASP....... 59 61+2 V.K.P.V...... 24 26+2 Demokraten.... 45 40— 5 Zentrum..... 67 öS-s- 1 Bayerische B.P.... 21 21- Bauern-p. 4 4— v. Ball...... 66 71+5 D. Vp....... 62 65+3 Deljen...... 5 5.- Berlin. 22. Februar.(1BXB.) Nach den beim Reichswahlleiter eingegangenen vorläufigen Meldungen über das Ergebnis der Reichstags wählen in den Wahlkreisen 1(Ostpreutzen) und 14 sSchleswig-holflein) haben die nachgenaonlen Parteien folgende Stimmen erhalten: 1. Zn Ostpreußen: die Deutschnailonale Volkspartei 290643, die Sozialdemokratische Partei 224 285, dle Deutsche Volks- parte! 138 794, das Zentrum 88 423, die vereinigle kommunistische Partei 67SS2. die Unabhängige Partei 52 002. die Vernich. demokratische Partei 51 518, die Polnische Partei 12 175, die Mrt- ichastspartei des Mltesiiarides 9197..tlbaeordnele sind entfallen ans che Veulsäinationale Porlei 4. die Soziaidemotralen 3, die Deutsche Volkspartei 2, da» Zentrum 1 und die Vereinigte Kommunistische Partei 1. 2.?m 14. Wahlkreis(Schleswig- Hot st ein): die Deutsch- nationale Volksparlei 140 354, die Sozialdemokratische Par- tci 256 227, die Deutsche Volkspartei 127 407, das Zentrum 5415, die Vereinigle Kommunistische Partei 41 052, die Unabhängige Partei 20 604, die Deutsch-demokratische Parlel 64 230, die Schleswig-Holstelnische Landespartei 25 217. der Schleswigfche verein 4648. Ab- geordnetensihe haben erhalten: dl« Deutschnationalea 2. die Sozial- demokralen 4. die Deutsche votkspartei 2 und die Deutschen Demo- traten 1 Sih. Durch Verrechnung der Reststimmen im Wahlkreisverbande sind keine Sitze zu besetzen. Durch Verrechnung der Reststimmen aus die Reichswahlvorschläge erhalten noch die Soziaidemkratische Partei 1 Sitz(Rechtsanwalt Frank-Dortmund), das Zentrum 1 Sih. die vculsch-demokralische Partei 2 Sitze, die veutschnaltonale Volkspartei 2 Sitze, die Deutsche Volkspartei l Sitz, die Unabhängige Sozialdemokratische Partei 2 Sitze und die kommunistisch« Partei t Sitz. Diese Ziffern sind bei der obigen Zusammenstellung Ober den neuen Reichstag schon berücksichtigt. Die sozialüemokratische ßraktion. Wir geben hier im Zusammenhang die Mitglieder der neuen Landtagsfraktion, soweit sie in Wahlkreisen gewählt sind: Wahlkreis t(Ostpreußen): Otto Braun. Alfred Stamer, Frau Oe st reicher. Bruno N e u m a n n, Frau W o h l g e m u t h. Wahlkreis 2(Berlin): Paul Hirsch, Hermann Lüdemann. Gustav Heller, Gertrud Hanna, Erich K u( t n e r. Wachlkreis 3(Potsdam II): Franz Krüger, Friedrich Bar- t« t s, Luis« Kühler, Dr. Max B« n d i n e r. Wahlkreis 4(Potsdam I): Wilhsim Sierin«, Richard Wende. Friedrich Leintämpen. Konvad haenlsch, Willy I a h n k e. Wahlkreis 5(Frankfurt a. O): Emil F a b e r,' Wikhelm P a« tz e l, Ernst h« i l in a n n, Eugen Brückner, Wilhelm S ch a d o w, Max h o s s m a n n. wahltreis 6(Pommeru): Fritz Herbert. Theodor Hort- w i g, Christoph König, Wilhelm S-ch o u e r. Adolf Decker. Wahlkreis 7(Breslau): Gustav S ch o l i ch, Georg Sr o w i g. Wilhelm Winzer, Theodor Müller, Adolf Thiel«, Hofes Lang. Berta Law atsch, Eduard Gaertig. Wahlkreis 8 tLiegath): Hugo Eberle, Otto Fritsch, Otto B u ch w i tz, Frau Dr. W e g s ch e i d e r, Max Simon. Wahlkreis 10(Magdeburg): Frau Boll mann. Martin Neu» mann. Julius Koch, Ernst Brandenburg, Ernst Witt- maack, Georg Wiczerowski. Wahlkreis 11(Meriebura): Heinrich Waentig. Wahlkreis 13(Schleswig-Holsteln): Wilhelm Brecour, her- mann Peters, Frl. Jensen, Max Richter, Ehnstoplz Regen- fuß, Hermann Thomas. Wahlkreis 14(Weser-Ems): Walter B u k> e r t. Wahltreis 15(Ost-Hannover): Otto O e l l e r i ch, Karl Sehr. mann, Fron Kröger. Wahlkreis 16(Süd-Hannover): Robert Le inert. Fra» Hel> fers, Karl Stephan. Heinrich Müller, Karl Müller, Karl Schröder, Hermann S ch r o p p Wahlkreis 17(Westfalen-Rord): Karl Severing, Willi Michel, Cornelius Lutzenberg. Wilhelm Schlüter. Wahlkreis 18(Westfalen-Süd): Otto h iie, Franz K l u p s ch, Juüus B r ä u k e r, Nikolaus O st e r r o t h, Fritz h ms e m a n n. Wahlkrel» 19(Hesien-Rasimi): Richard h o u s ch i l d t, Heinrich W i t t i ch, Frau E g e, Otto h a e s e, Albert G r z e s i n s k i, An- dreos Weber, Eduard Schreiber, August S t r n n ck Wahlkreis 20(Köln-Aachen): August Haas, Frau Röhl, Heinrich Erkes. Frau Schiffgens. Wahlkreis 21(Soblenz-Trier): Valentin Schäfer. Wohlkrels 22(Düsieldorf-osk): Heinrich Limbertz, Karl Haberland, Hermann Meyer Wahlkreis 23(Düffeldorf-Wefl): Wilhelm Schlucht mann. Friedrich Leweren tz. Da die Genosten Otto Braun. Severing, veinerk. Gertrud Hanna und Frau Hanna Wegscheider auch in Wahl- kreisen gewählt sind, werden sie wahrscheinlich dort annehmen. An ihre Stelle werden von der L an d e s l i st e folgende Genossen treten: Dr. Siegsried R o s e n f e l d. Rechtsanwalt, Dr. med. Alfred Beyer. Prof. Heinrich C u n o w, Richard M a r o k e, Borsitzender des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten. Da die Ziffern ous den einzeln«« Wahltreisesi bisher nicht gleich- mäßig einliefen, war es noch nicht möglich, die auf Grund der Wahl- treis-D«rbindung«n gewällten Genosten mit Sicherheit festzustellen. Jerusalem geräumt. Paris. 22. Februar.(WTB.) Noch einer hgoasmeldung aus Kairo wird das italienische Detachemcnt, das einen Teil der interalliierten B« l o tz u n g s tr u p p en von Palästina bildet, Ende dieses Monats Palästina verlassen. Auch dos kleiue französische Detachement wird die Stadt Jerusalem räum«».__ Die oberstblesistbe Abstimmung. P a r i s. 22. Februar. Auguste Gauvaiu sagt im.Journal des Dttats" in bezug auf den gestrigen velchluß des Oberste» Rates über dle Volksabstimmung in Oberschleslea. Minister- Präsident Briand habe weise gehandelt, in dieser Frag« nachzugeben. Man dürfe den Deutschen keine Gelegenheit geben, zn behaupten, der Pakt sei ohne ihre Zustimmung abgeändert worden, wenn man die getrennte Abstimmung vorgenommen hätte, hält- mau ihnen einen ernstlichen vorwaod gegeben, um stet« gegen die Vornahm« der Voltsabsklmmung zu protestieren. Außer- dem hätte mau einen Präzedenzfall gegen den Friedensvertrag ge- schaffen.»Temps" bedauert, daß die erst« in London getroffen« Sstcheiduog ein ungerechtfertigtes Zugeftäudais au Deutschland bedeute. Durch diese Methode sichere man den Frieden nicht. Dle Deutschen hätten gegen die Vorsichtsmaßnahme, die Eingewanderten nicht mit den Einheimischen abstimmen zu lasten, protestiert: sie erhielten nunmehr Genugtuung. Mbum üer Weisheit. London, 22. Februar.(EL.) Die Londoner Konferenz hat beschloffen, ein Weißbuch herauszugeben, das alle Protokoll« über die Konferenzen de» Obersten Rates enthalten soll. Die De- richte über alle Sitzungen, die seit dem Abschluß des versailler Frieden» stattfanden, sollen darin veröffentlicht werden. Poris, 22. Februar.(WTB.) Die„E r e R o u o« t l e", die Briand nahesteht, veröffentlicht eine kleine Rote, tu der gesagt wird, es scheine sicher, daß der Ministerrat die Zurückbehaltungder I a h r r s k l a s s e 1 9 1 9. die am 29. März entlasten werden müsse. in» Auge gesaßt Hobe, im Falle veuffchland die Alliierten zwingen werde, die aus der Pariser Konferenz beschlossenen Zwangsmaß- nahmen anzuwenden. Das feien Vorsichtsmaßnahmen, die in keiner Weis« die öffentliche Meinung beunrahlgen dürften. Da» Blatt sagt, auch diese Lösung werde ln» Auge gefaßt im Hin- blick auf dle Eotwasfmmg Deutschlands.* Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW 68, Linöenstr. Z Fernsprecher: ttmi Mortypla». Nr. 11763—54 Unnötige Verwirrung. Zur Diskussion über die Negierungsfrage. Es ist hier bis heute der Standpunkt vertreten worden, daß alles Gerede über die Regierungsbildung in Preußen zwecklos und schädlich ist, solange man nicht weiß, wie stark die Fraktionen des neuen Preußischen Land- tags sind und wie s i e s e l b e r in dieser Frage denken. Jetzt ist festgestellt, daß die alte aus Sozialdemokratie. Zentrum und Demokratie bestehende Koalition als ganz statt- liche Mehrheit in den Landtag zurückkehren wird, aber das bedeutet natürlich noch nicht, daß sie deshalb erneuert werden muß. Die Fraktionen kehren in veränderter Zusammen- setzung wieder— es ist möglich, daß sie alle an der alten Koalition festhalten wollen, aber auch ebenso möglich, daß sie alle aus ihr hinauswollen oder ihr Perbleiben in ihr von de» stimmten Bedingungen abhängig machen. Das gilt für die Sozialdemokratie genau ebenso wie für die Demo- kraten und das Zentrum. Die Fraktionen sind aber noch nicht zusammengetreten, jg, ihre Zusammensetzung ist noch gar nicht einmal recht be- kannt, und so könnte man eigentlich darauf verzichten, über ungelegten Eiern zu brüten, wenn nicht einige besonders her-- vorragende Politiker aus dem bürgerlichen Lager sich beeifert zeigten, den preußischen Landtagsfraktionen die Mühe des eigenen Nachdenkens und der eigenen Entscheidung ab zu- nehmen. Diese Hervorragenden(im Theater sagt man..die Prominenten") haben, noch ehe der neue Landtag in Aktion trat, ja, noch ehe seine Zusammensetzung bekannt war, eine Zusammenkunft abgehalten, die, um ihre Bedeutung zu kenn- zeichnen, nach der Reichskanzlei einberufen worden war, und dort— aber geben wir lieber noch einmal(aus dem Abend- blatt wiederholt) wieder, was WTB. am 22. d. mittags in seierlichem Amtsstil verkündete: fteiite fand«ine Besprechung zwischen den in der Reichs- regierung vertretenen Parteien über die durch die preußischen Wahlen geschaffene Lage statt. Es bestand volle Einmütigkeit dar- über, daß auf eine Lösung hingewirkt werden müsse, bei der die Regierungen im Reich und in Preußen von derielben PorteikooNtio« getrogen werden. Es wurde vereinbart, daß von diesem Gesichts- punkt ous«in einheitliches Vorgehen der in der Reichs- regierung vertretenen Parteien bei der Reubitdiing der preußischen Regierung angestrebt werden soll. Es wird nun jedenfalls� mit der Sozialdemokrati- i ch e n Partei in dieser Sache Fühlung genommen werden. Da ist denn von vornherein zu sagen, daß es in der Sozial- demokratischen Partei keine Instanz gibt, die der neugewähl» ten sozialdemokratischen Landtagssroktion die eigene Verantwortung abnehmen und Vorsehung sür sie spielen könnte. Besprechungen müßten also vollkommen unverbindlich bleiben, solange die neue sozialdemokratische Landtags- froktion nicht an ihnen teilnimmt. Unter diesem Vorbehalt wäre von hier aus zunächst folgendes zu jagen: Die sogenannte Homogenität der Re- gierungcn im Reich und in Preußen ist ein Vorteil, wenn sie sich zwanglos ergibt, ein Nachteil, wenn sie gewaltsam, d Pression, hergestellt werden soll. Die des Reichstags ist eine andere als die durch Druck und Pression, hergestellt werden soll. Die Zu- lamniensetzung des Reichstags ist eine andere als die des Landtags: im Reichstag Ist die alte Kvalitivnsnrehrheit vor- schwunden, im Landlag tst sie geblieben, im Landtag wird aber auch da« Verhältnis der Parteien zueinander von andern Faktoren bestimmt, weil eben auch die Ausgaben andere sind. Das Reich und Preußen dürfen also nickt wie zwei Rekruten behandelt werden, denen der Kainmersergeant gleich große Mützen aufstülpt, obwohl sie verschieden große Köpze haben. Solche Gleichmacherei um jeden Preis wurde den Jnter- 1 essen des Reichs und Preußens wenig entsprechen, desto mehr> entspricht sie aber den taktischen Bedürfnissen gewisser bürger-- sicher Parteipolitiker. Diese möchten schon längst gerne die Sozialdemokraten in die Reichsregierung hineinhaben, damit sie chnen einen Teil Ihrer Verantwortsich- teit abnehmen, sie möchten aber genau ebenso gern d i e Deutsche Volkspartet in die preußische Re- g i« r u n g hineinbringen, um dort den bürgerlicken Einfluß gegenüber dem sozialdemokratischen zu stärken. Man mutet also der Sozialdemokratie das Opfer ihres Wiedereintritt»' in die Reichsregierung zu und bietet ihr als Entgelt dafür — ein paar volksparteiliche Kollegen in der preußischen R<� gierung, wohl in der Annahme, dies fei es, wonach sie sich bisher am meisten gesehnt hätten. Der Plan der„homogenen" Reichs-und Staatsregierung bleibt natürlich ein Kartenhaus, solange die Sozialdemokra- tische Partei und besonders die hier entscheidende neue Land» tagsfrattwn auf seine Ausführung keinen Wert legt. Darum bätten die Prominenten besser getan, zunächst einmal die alte leidliche Ordnung bestehen zu lassen, statt eine Konfusion an- zustiften, deren Ende noch kein Mensch voraussehen kann. Seit dem Juni v. I. haben die Reichs- und die Staats- regierung nebeneinander gearbeitet— nicht ohne Reibungen—. aber es ging doch einigermaßen. Dieses nicht ideale. aber doch erträglich« Verhältnis hätte ruhig fortgesetzt werden I können, da die Älndtosswahlen die RoUveudigkeit einer Aendemng nicht ergaben. Wenn nun diese Aendsrung vom lZentrum und den Demokraten doch gewünscht wird, so müssen wir diesen Wunsch respektieren, denn selbstverständlich steht es bei ihnen, ob sie die Koalition in Preußen fortsetzen oder kündigen wollen. Aber ebenso ist es unsere Sache, »»eiche Konsequenzen wir aus einer solchen Haltung der bür- gerlichen Mittelparteien ziehen wollen. Darüber dürfte wohl vllgemeines Einverständnis bestehen. Sein oder Nichtfein der„homogenen" Regierungen hängt von der s r e l e n Entscheidung der Sozlaldemo- kratischen Partei ab Denn eine Regierung nur aus Volks- Partei, Zentrum und Demotraten wäre in Preußen ebenso eine Minder heitsregicrung wie im Reich, aber an dem �age, an dem man sie zu bilden oersuchte, wären auch schon beide Minderheitsregierungen unmöglich. Dann ließe sich die „Homogenität" höchstens noch dadurch herstellen, daß man im Reich und in Preußen aus die Mitwirkung der Sozialdemo- tratie— auch auf ihre wohlwollende Neutralität— ver- Richtete und den antisozialdemokratischen Vür- g e r b l o ct begründete, der schon längst her Traum der Deutschnationaicn ist. Alles In allem, die Prominenten in der Reichstanzlei haben etwas unternommen, wovon man wohl weiß, wie es anfängt, aber nicht, wie es ausgeht,(jniotn von möverp, das Ruhende nicht bewegen, ist wohl auch nicht immer höchste Maxime der Staatsweisheit, aber immer noch bester als zappelnde Voreiligkeit, die das unterste zu oberst kehrt. Es ist auch nicht fliig. Absichten merken zu lasten, die den andern uerftimmen. Vernünftig? Leute sollten sich bemühen, alles wieder in die rechte Reihe zu bringen, sonst kann noch der Tag kommen, an dem. die..Homogenität" dadurch hergestellt ist. daß man. statt der verschiedenen Regierungen, die man im Reich und in Preußen haben konnte, i m Reich und in Preußen~ überhaupt keine hat! Die„Bossische Zeitung" brachte in ihrer gestrigen Abend» ausgab? die Meldung, daß in den Verhandlungen zwischen dem Reichskanzler Fehrenbach, dem Reichsminister Koch und dem Abg. Stresemann ein Uebereinkommen über die Bildung einer Regierung der Mitte einschließlich der Sozialdemokratie erzielt worden sei. Wie die„Ratlib. Korr." hierzu erklärt, entspricht diese Meldung nicht den Tatsachen. Irgendwelche Vereinbarungen über Form und Art der Regierungsbildung haben in keiner Richtung stattgesunden. Die Erklärung ist überflüssig. Es hat wohl kein Mensch emgenommen. daß sich die Herren Stresemann und K o cy für kompete?tt halten, über das Verhalten der Sozialdemo- kratischen Partei bindende Beschlüffe zu fasten. Herr Koch isi eben in diesem Fall nicht„der springende Punkt". • In parlamentarischen preußischen Kreisen herrscht nach Feststellungen der P.P.N. lebhaftes Befremden darüber, daß die Parteien der R e i ch s- Koalition mit überaus starker Eilsertigteit bereits Dienstag mittag, noch bevor die endgültigen Resultate der Preußenwahlen einen zuver- lässigen Ueberdlick über die politische Ansicht des preußischen Voltes gewährten, unter sich die Frage der Neubildung der preußischen Regierung besprochen haben. Die„volle Ein- . r.ütigkeit" in dieser Besprechung, aus die ein offiziöser Bericht hinwies, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß es den dort- versammelten Parteiführern als Vertretern einer Miiivri- "Mfsi'xgierung an der A k t i v l e g.i t i m a t i o n ge fehlt hat. über die preußische Regierungsbildung Richtlinien öu geben. Denn es darf nicht vergessen werden, daß die preu- fjische Regierungskoalition, die bekanntlich ander» zu- sammengesetzt ist als die des Reiches, eine Mehrheit und zwar eine arbeitsfähige Mehrheit erhalten hat, mithin sich die Gesetze ihres Handelns nicht von einer Seite vor- schreiben zu lassen braucht, die aus einem nunmehr korrigier- ten Wahlergebnis hervorgegangen ist und sich dazu n i ch t e i n» mal auf eine Majorität stützen kann. die Führer öes neuen Preußenparlaments. Eine Zusammenstellung der neugewähllen sozialdemokra- tischen Fraktion geben wir an anderer Stelle. Das die übrigen Parteien anbetrifft, so sind von anerkannten Führern oder sonst in der Oeffentlichtett bekannten Persönlichkeiten in das neue Prevßenparlament gewählt worden: Ventschnallovale: Staatsminister a. D. Hergt, v. d. Osten, o. K r i e s � Profestor K ä h l« r, Rektor Lukasfowitz, Pfarrer Koch, Dr. Kaushotd, Staatsminister a. D. 9B alt ras, Hauptschriftleiter Bäcker(„Deutsch? Tadeszeitang"). Deutsche volkspartei: Garnich, Leidig, Redakteur Buchhorn. Geheimrat Kriege, v. Kardorsf, Oberpröstdent Dr. v. Richter, Ewatsminstter a. D. v. Krause, Dr. Wiemer. Deutsch- demokratisch« startet: Oberbürgermeister Domini» c n S, Handelsminister F i s ch b e ck, Minister a. D. Oeser. Reichs- minister a. D. Hugo Preuß, Reichswinister a. D. Schiffer, Staatsminifter Dr. W e n d o r f f. Lehrer Hoff. Zentrumspartei: Dr. Am Zehnhoff. Herold, Dr. Porsch, Dr. Lauscher. Dr. Heß, Oppenhoff, Sro- nowski, Dr. Faßbender. lluabhänglge startet: Dr. Oskar Eohn, Dr. Theodor Liebknecht. Dr. Weyk, Waldeck-Manafse, Kunert, Rechtsanwalt O b u ch. iiommunifllsche startet: Adolf Hosfmann, Ernst Meyer, Pieck. Rusch, Rosy W o l f st e i n. Letzte Kreisresultate. Wahlkreis IS(Hesten-Rastaa): Sozialdemokraken 342 S0S(8 Sitze).!l.S.P. 52 424(1), S.st.V. 52 286(I). Dem. 92 649(2), Zeutr. 194 676(4). D. Dp. 167 063 14). Dual. 177 916(4 Sitze). Fraktion»!. 7617, Chris«. Vp. 1093, ZNiltelsl. 8157. '9iei(ftst(iesB>ol)T: S.V.D. SM CSU, U.Z.P. ISS 348, N.P.D.«4«.«Hrn. 112 713, geiiic. 192«S, D. Lp. 178 933, Duat.«p. 16« 970.) (Wahlkreis 8(Liegnih): Gesamtzahl der gülkigen Sllmmeu: 568 637. Sozial- dem ok raten 225 449(5 Sitze), U.S.?. 10 673. lUtp.D. 14 627. Zentr. 50 192 11). Dem. 53 609(1). Dual. 130013 13). D. Vp. 67 116(1), Mittelst. 16 958. (Rcichslagswahl: S.P.D. 183 031, U E P. 60 008, K.P.?. 5M4, Dem. TS 281, Stütz. 31712, D.»p. 80 030, Dnal. Bp. 118 395.) Wahlkreis 16(Hannooer-Süd): Haanover. 2Z. Februar. Laut ZMtteiluua des hiesige« Wahl- kommisiar» ist infolge DoppelzShluug de» wahlergebuisie» von Okierode eine Mehrzahlung zuflandcaekommea. Das amtlich« vorläufige Ergebnis für den 16. Wahlkreis(Hanoooer-Slld. Hildes- heim) lautet jetzt: Sozialdemokraten 2S2 437. Deutsche Volt»- Partei 133 581. Unabbäiigiqe 15 063, Welsen und Zentrum 162 080, Deutschnakionale 55 106. Demokraten 32 667 und kommuuiiten 24 842. Revision im Marburger Prozeß. Kastel. 22. Februar.(Eig. Drahtbericht des.Bor«.".) Gegen die Entscheidung der Strafkammer, die auf Grund des Amnestie- gesetzcs das Derfohren gegen die Marburger heldenjüngllnge«in- stellte, haben sowohl der Staatsanwalt als auch der Vertreter des Nebenklägers Revision eingelegt. Nicolai gegen den Universitätssenat. In dem Prozeh, den Profestor Nicolai gegen den früheren Rektor und gegen die Mitglieder des früheren Senat» der Berliner Universität angestrengt hat, steht neuer Termin zur mündlichen Der- Handlung vor der 8. Zivilkammer de» Landgerichts I am 24. Fe- bruar, mittags 12 Uhr, an. De? erst« Termin ist bekanntlich nach längerer Verhandlung vertagt worden. Die Angelegenheit hat vor kurzem Beachtung erregt auch durch die Beschwerde, die der Rechtsbeistand Nicolais, Rechtsanwall Dr. Ernst E. Schweitzer an den Kultusminister richtete und in der er gegen den Widerstand des jetzigen Rektors die Einsicht der Eenatsokten zu erwirken suchte. Ein Bescheid auf diese Be- schwerde ist bisher noch nicht ergangen, so daß diese Akten in dem neuen Termin noch nicht des näheren verwertet werden dürsten. Setrlebsrat unö �kufsichtsrat. Der sozialpolitische Ausschuß des Reichswirt:- fchaftsrats beschäftigte sich in seiner Tagung am 21. Februar 1S2t erneut mit dem Gesetzentwurf über die Entsendung v a n> Detriebsratsmitgliedern in den A uff ich ts rat. Die � Arbeitnehmer waren der Aufsastunq, daß die Bestimmung der Teilnahm«„an allen Sitzungen" des Auisichtsrates nur bedeuten � könne, daß die Betriebsratsmitqlieder Sitz und Stimme in allen � Sitzungen haben. In der Frage der Haftpflicht stellte stch der Arbeit- ! geber auf den Regierungsstandpunki, daß ihre Beibehallung für die Betriebsratsmitglieder im Ausiichtsrat zwar praktisch ziemlich be- deutungslos. ober moralisch von Bedeutung sei. Die Arveit- nehmer hielten eine solch« äußerliche Verschärfung des Verant- wortungsgefühls nicht für notwendig, da die in den Aufsichtsrot entsandten Betriebsräte sich ohnehin ihrer Verantwortung für die von ihnen vertretenen Gesamtinteresten bewußt sein würden, und auch für unberechtigt, da die Betriebsratsmitglieder nicht finanziell an dem Unternehmen beteiligt sind. Bei den Bestimmungen, die die Zahl der in den Aufsichtsrot zu entsendenden Betriebsratsmitqlieder und die Dahl angehen, mochte sich auf Arbeitgeberseite das Bestreben gellend, das aktive und vajiwe W a h l r ach t an eine Reihe von Sicherungen im Interes.e der Betrieb« zu knüpfen. Die Arbeitnehmer wollten indesten den Wohl- körper nach Möglichkeit verbreitern und auch das passiv« Wahlrecht unbeschränkt lasten, sowie die Parität von An- gestellten und Arbeitern sichern. Die Regierungsvorlage hält etwa die Mitte zwischen beiden Bestrebungen. Die Gegensätze waren in mehreren Anträgen von beiden Seiten zum Ausdruck gekommen, die, häufig mit Stimmenileichheit, immer aber so, daß alle Arbeitgeber aus der einen und alle'Arbeiknehmer aus der anderen Seite standen, abgelehnt wurden. Die Re- aierungsvorlage wurde nur im§ S auf Antrag. T hissen mit einem Zusatz versehen, der die paritätische Besetzung der Aufsichtsratsptätze und den Schutz von Minderheiten gewährleistet, im übrigen wurde sie unverändert angenommen. Eine zweite Lesung der Vorlage wird am Montag, den 28. Fe- bruar. stattfinden._ Eine selksame Verlegung. Das Zentrolnachwelsomt für Kriegsgräber und Kriegsverluste soll vom bis- herigen Unterbringungsort Berlin nach Spandau verlegt werden. Bisher befand es sich in der D o r o t h e e n st r a ß e. Dieser Raum wird ihm entzogen, damit dort eine— riesige Heeres- b ü ch e re i untergebracht werden kann. Dadurch erwachsen nicht nur gewaltig« Ausgaben, sondern die vielen Kriegshinterbstebenen und sonstigen Kriegsopfer, die sich tagaus, tageiy an das Zentral- nachweisomt wenden, müsien fortab nach Spandau hinaus- pilgern, wodurch, ihnen außerordentliche Zeitverluste und Fahrkosten entstehen. Der Einwand, daß das Zentrolnachweisaml jetzt in mehreren Gebäuden untergebracht ist, schlägt nicht durch, weil in dem Gebäude Dorotheenstraße ohne Schwierigkeit� das ganze Amt untergebracht werden kann. Aus allen diesen Gründen rben der R« i ch« b u n d d e r K r> e g s b e s ch ä d i g t e n und der ewerkschoftsbund der Angestellten sich mit Ein- gaben an den Reichstag.gewandt, in denen dt« Unsinnigkell und Schädlichkeit der Verlegung dargelegt wird. Es ist zu erwarten. daß die Abgeordneten, über den wahren Sachverhalt aufgeklärt, die Interessen der Kriegshinterbliebenen dan Dücherlleb- habereten von ei« paar beschäftigungslos gewordenen TNilitär» voranstellen werden. Surf Geyer geh« nach Moskau. Noch einer Meldung de» kommunistischen„Äoltsblattes"(r D. cdsen hat die Zentrale der K vm- monistischen Partei Sachsens befchlosten, den G-mosten Kurt Geyer als Delegierten in das Exekutivkomitee der Kom- munistischen Internationale nach Moskau zu entsenden. Gener hat die Reise nach Moskau vor einigen Togen angetreten und wird etwa zwei bis drei Monate in Moskau bleiben, um dann von einem anderen Genosten abgelöst zu werden. Schwere Geburt. Nach viertägigen Verhandlungen mit den politischen Parteien hat der Landesh-iuptmann in Golenburg Oskar von Sydow heute dem Schwedenkönig erklärt, er sei bereit, die neu« Regierung zu bilden. Chor- unö Cieö-Gesang. K o n z e r t- U m s ch a u. � In der Geschichte des weltlichen Oratorium» ist Haydn Mittel» ?unkt und Anfang eines neuen Prinzip». Am End« de» 18. Jahr- undert» ging das Schaffen der deutschen Vratorienkomponisten nach zwei Sellen hin auseinander. Die eine Gruppe verfolgte dramatische Ziele und pflegte das Oratorium als geistliches Musikdrama, die andere faßte sein Wesen in sentimental-erregter, handlungsloser Be- »rachtnng. Beide Richtungen schienen berechtigt, beide sührten in ihrer konsequenten und einseitigen Zuspitzung zu Zerrbildern. Wenn «or zu rnipsindsam, Jdyllen-Vrakorien jeder dramatischen Bewe- gung den Krieg erklärten, so verslachten die wirklich musik-dramati- schcn Werke(z. B. von Rolle) mit ihrem äußeren Gepräge zu ver- kappten Opern. Wenn in diesem Wirrwarr Haydn» Glanzschöp- fangen schnellen Weltruf gewannen, den sie bis heut« wahren kouatrn, so kam das, abgesehen von ihrer inner-musikolischen Potenz, 'h'her, daß sie keine Schauoper und auch keine empfindsame lllera- risch« Leirochtung waren, sondern in Disposition und Originalität der Anlage, im Kontrast der Stimmungen, in der Absage an dos Zusamnwngefltckre, Schablonenhafte, in der Phantasie ihrer Ton- bllder wieder ein freies, echte» Oratorium allen Schlages. Ein Wyllen-Oratortum reinsten Gepräge» wäre unserer Zeit, in der musikalische Kraft, Geist, Verstand und Logik über die Einfalt der Gesuhle regieren, wahre Erlösung. Bach wurde«inst von Mozart. Handel von Haydn abgelöst. Wer aber setzt die Linie der„Schöp- tung und der„Jahreszeiten" fon? Friedrich E. Koch nimmt von Telemann und Haydn die Idee feines Oratorium» von den„Tages- « verbindet Tätigkeit und Stimmung des Tages mit sinnigen Betrachtungen über Religion. Welt, Leben. Endlichkeit, und bringt es besonder» im dritten Teil zu dichterisch schon geklärten Höhepunkte« Dein« Musik, durch Haydn von vornherein per- vünkelt, erhellt sich in den kontemplativen Partien im Chor der .cacht, m sämtlichen heillgen Legenden, die stimmungsvoll mll klemerem Thor, der Orgel und Einzelstimmen anvertraut sind zu meuschlich schonem Bekenntnis, zu vornehmer Ausdriickskunst. Di« Tänze und Gesänge, die Zwiefprack>en find überlebt' oder streifen das Opernhoste. Die Orchestcrqrbell wird kaum selbstherrlich, ordnet sich vielmehr, ohne spez, stich zu sein, der ruhigen Geschlostenhell de, Werkes unter. Eine Idylle ist es nicht, eher grenzt es. gerade durch die Fe.nhe.» de, Iefus-Gesanges an da- unwellliche, kirchliche Oratorium. Die Auffuhrung in der Singakademie befriedigte kaum; selbst chorisch schien da» Wert nur gerade korrekt einstudiert. Im Solistcnquartett waren die Frauen(Thanner-Osser und Hardt zur Rieden) der stärkere Teil. Den Chor der Singakademie schlug einig« Tage später der Kittelsche Chor, schon durch den jugendlichen Glan, und die»e- herztheit seiner Frauenstimmen. Wir schätzen seine Aufführung der misü» solemnis von früher her und wünschten nur, daß er bei seinem respektablen Material seine Kraft auch einmal an andern Werken erprobt. Auch möchte ich Kittel raten, das Kyrie nicht gegen den Dillen der Partitur und zum Schaden.der Melodie- bewegung in 4 Viertel» auszmaktiereil. Brachruoll im Zusammen- Ivans w m das Quartett Leonard» Werner-Jensen, Kahm mm, Fischer. Der Beethoven-Ehor von Hon» Mießner leidet unter dem Mangel richtiger Tenöre, ist aber folgsam und gut diszipliniert. Er macht seine Sache in der Lrahms-Rkapsodi« unter Müngers- darf sehr gut; da» AUsolo sang Karin-Branzell mit großer, weit- hallender Stimme, ohne die Beseelung dieser Parti« durch Frau Mysz-Gmeiner vergesten zu machen. Die Programme unserer Sängerinnen werden trotz vieler«in- geschobener Manuskriptlieder immer einförmiger. Ich mache die Podiumzierden auf ein schon durch den Fleiß und das Geschick de? Auslese, sowie durch«ine innere Reichhaltigkeit des Stoffes und Beherrtchuug des historischen Material» ausgezeichnete» Buch von H a z a y über die„Entwicklung und Poesie de» Gesang«?" ansmerk- sam.(Verlag Heffe.) Aus dem Schatz dieses Wertes lleßen sich ge- fchmackvolle Programme für jeden. Abend de» Winter» zusammen- stellen. Dies nebenbei. Trotz einer allläglichen Bortragsfolge nahm die nicht alltägliche Bortragskunst der Frau Eva R ö t s ch e r» W e l t i für sich ein. Sie war bei ihrem Debüt als Galathee tm Händestchen Oratorium jüngst nicht ganz in Form. Auch ihr Lieder- abend zeigte noch Spuren der Indisposition: die Schwierigkeiten wurden durch eine in der Schule ihrer Mutter, der unvergeßlichen Emilie Herzog, errungene technisch» Sicherheit überwunden. Die Höh« ist noch zu scharf und undewcglich: sonst ober darf Frau Kötscher-Welti nach Art und Crlebthei« ihres Bortrag, zu den besten de» Koloratursach«» gerechnet werden. Ihr Auftreten wurde zu einer kleinen, zwanglosen Sensation. Wenig fertig betritt Else Wachsmann- Magen das Podium. Sie will an Gefühl viel mehr geben, als der Fülle und dem Volumen ihrer Stimm« ent- spricht. Eine schlechte Vokalisotton und die Tendenz, zwischen knapp geöffneten Zahnreihen in den Hal» hineinzusingen, hindern Kraft und Tragfähigkeit ihrer guten Stimmittel so sehr, daß sie unfreiwillig dem prächtig begleitenden B. E. Wolfs den gesamten Erfolg in die Fingerspitzen schiebt. Jugend erhöht den Reiz des Gesanges, Aver brauchte ihn nicht abzuschwächen. Das beweist Lilly Eelenmeyer, deren Sopran- tiefe zwar brüchig geworden ist, die sich bei vorzüglichem Sitz ihrer Stimme ober ein« wirksame Frisch« de« Ausdrucks bewahren konnte. Frau Elisabeth Dehnhardt sollte nicht mehr öffentlich fingen. Ihrem All find Reiz. Sinnenfteud« und Schmelz untreu geworden: auch weiß sie der Bach-Am„Kein Arzt ist außer dir zu finden' kaum den hinter den Roten schlummernden seelischen Vollgehaki zu entlocken. Sie hatte in der Geigerin Frau Wokter-Kuran eine solide, ober zweitrangige Stütze, während Frau Marie Andröe tn der«bromatischen Fantefie von Bach, die setzt schon zum Heber- druß auf den Programmen grassiert, Kraft im Anschlag und rewes stilistisches Empfinden serviert. Dr. Kurt Singer. Amerikanische Reklame. In der„Rem Park Times" stand eine» Tages der Anfang einer Erzählung„Der verzaubert» Baum' oder „Da, golden« Ideal" Der Inhalt handelte von den Erlebnisten eines Missionars und seiner schönen Tochter aus einer von Menschen. srestern bewohnten Insel. Die Kannibalen hatte» den Missionar ermordet, und einer der Eingeborenen namens Tengaron«. übrigen» ein Schul» des Ermordet«, belegte sofort die Tochter mtt Besitzlng. „Ihr werdet doch dafür sorgen, daß ich nicht aufgefresien werde?" sagte Elly zitternd z» Teagarone. Sie hatte nicht so sehr vor dem Tod« Angst, aber der Gedanke war ihr schrecklich, daß sie vielleicht aufgefressen würde. „Nein, du sollst nicht gefressen werden," sagte der Kannibale ruhig.„Aber ich kann es nur unter einer Bedingung verhindern, daß du mich heiratest." „Ich soll dich heiroten?" wiederholte Elly erschrocken.„Nein, dann sollt ihr mich lieber fresten." „Wenn dir dos lieber ist, so loll dein Wunsch wahrhaftig erfüllt werden." sagte Tengarone mit tückischem Lachen. Daraus sperrte er sie bis auf weiteres tn feine Hütte. Gegen Abend schlich sich ein Mann zu ihr hinein. „Bist du Tengarone?" fragte Elly schaudernd. „Nein, ich bin Lotu— der kommt, dich zu befreien." „Das kannst du nicht. Ich bin mit einer Kette an die Wand gefesselt." „Immerhin will ich versuchen, dich zu hefteten, um Tengarone zu trotzen, den ich verabscheue. „Aber wie willst du das anfangen?" frggte Elln leise. „Ich werde dir einen Arm abschneiden," sagte Lotu hassig, in- dem er ein Messer zog und— Hier brach die Erzählung ab und an Stelle der erwarteten Fortsetzung las man: „Jeder, der mehr wissen will, braucht nur die Patentschuhcrcme van I. zu kaufen! Jede Schachtel enthält den Schluß der Er- Zählung! verlin»«d die«olksbühne. Di« Deputation für Kuntt und BildungSwefen bechlon. dem Magistrat ,u emvteblen. den«crem Bolt«. duhn« durch eM Da, leim beim Umbau des«rollschen Etablisle- m' n»« S» unlertia»en. Deller bat die Deputaiion b-schloss-n, der ltommlssion für da« VottSliederbuch 3000 K. bewilligen. «!» Hollanb.J»stteu« beobsichligt die Nlederlandilche Handelskammer fSr Deutschland an ber strontfurter Universitäl zu gründen.&S«oll tint Zemrolifierung b« Studium« der Niederlande und ihrer Aol-',ien �titn. Außer der Aicha tung von Vorlesungen ist eine nlederläudische Violiothek geplsnt. MMo» fiie has Deutsche Musevm. D« Finanz- 2� ba Menschen Landtages VewWflte an Stelle der geforderte» zur Unterftütznng des Deutschen Museums, damit dieses jur die Dol/Sbildung unermetzlich wichtige Institut weitergeführt werden rann. Geographen«»» findet tat Leipzig vom 17. bi» 19.--HCl 191,1(UtlL 0 Die erste internotfouale Konferenz der Kornscheuer wird vor» au«sichtl>» M,it« Aarz in Pari» statt, inden.«ctciligl sind: Dcul'chlaiid, Holland, ssrantreich, England, S lgien. Polen und Ruhland. Der Gedanke eine« gemigen Pöllerb indc», sowie die materiell« S-cherstellun, besonder« der valutaschwachen Uornscheuer» werden einen besondere» Raum in den vefprechunge» einnehmen. MoSkaner KraPotkin.Shrnng. Der Straße, in der Krapottin ge- Dören wurde, wird der Namen Sravsttinsiratze zegebe». sein Moskauer Sohnhau» alSKlapollln.Muleum eingerichtet, die SlaatSbchlioth-: nach Srapom« benannt, fein Sterbehau« i» Dmi'ro« seiner Hamilie aeichänll und cta GesoiMmchgad« setner jo rajch aU �- Nr.8H«ZS.�ahrgang Beilage öes vorwärts Mittwoch, 23. 5ebruar102? GroßSerün Stille Lungerer. Während die groß« wirtschaftliche Not der Studenten in der Oeffentlichkeit einen WiderHoll erweckt hat, der sich bereits zu Hilfsorganisationen für die notleidenden Akademiker verdichtete, ist eine iKategorie„geistiger Arbeiter" noch heute verurteilt, ein Leben größter Derlendung zu führen, obschon sie durch ihre gesellschaftliche Arbeit gutes Recht auf eine erträgliche Existenz hätten: die Kategorie der Haus- und Privatlehrer. Schon im Frieden war ihre Lage geradezu trostlos. Meist rekrutierten sie sich aus minderbemittelten Studierenden, die durch Erteilung von Nachhilfeunterricht eine kärgliche Beisteuer zu dem teuren Studium zu erlangen suchten. Ihre Wirtschaftslage wurde schon damals durch eine Konkurrenz aus zwei Lagern erschwert, ssuchten doch auch zahlreiche Schüler der oberen Klassen höherer Lehranstalten sowie beamtete Oberlehrer sich durch Erteilung von Privatunterricht eine Einnahmequelle zu verschaffen oder ihr Ein» kommen zu vermehren. Die Honorare für die Privatlehrer richteten sich nur zum geringsten Teil nach ihrer geistigen Leistung, vielmehr war der Satz von Angebot und Nachfrage in den meisten Fällen entscheidend. Es kam nicht selten vor, daß sich auf ein ein» ziges Inserat 80 bis'100 Personen zur Unterrichtscrteihing bereit fanden, und der glückliche Vater des unterrichtsbedürftigen Schülers brauchte nur einen gegen den anderen auszuspielen, um„das ge° ringste Gebot" zu erzielen. So kam es vor, daß für einen täglich dreistündigen Unterricht von drei Knaben im Alter von 0 bis 14 Jahren ein Monatshonvrar von— 25 M. gezahlt wurde. Das Durchschnittshonorar betrug in den letzten Friedcnsjahren S0 Pf. bis 1,50 M. pro Stunde. Nicht erwähnt seien die zahlreichen, jederzeit nachweisbaren Fälle, in denen wohlhabende Eltern unterrichtsbedürs- tiger Schüler die Nachhilfelehrcr durch die verschiedensten Manöver- chen am Schluß des Monats oder nach Beendigung der Lehrtätigkeit um ihr Honorar zu betrügen suchten. Im Kriege wurde zwar das Angebot etwas geringer, so daß die Lfonorarsätze ein wenig stiegen, jedoch mit der Beendigung des Krieges und mit der allgemeinen wirtschaftlichen Depression ver- schärfte sich die Notlage dieser Kategorie geistiger Arbeiter in der fürchterlichsten Weise, Besonders bedauerlich ist es, daß die Nach- Hilfelehrer sich ungewollt selbst schlimmste Konkurrenz bereiten und einer zum Lohndrücker des anderen wird. Hier macht sich der Mangel an einer gewerkschaftlichen Organi- sation in der schlimmsten Weis« fühlbar. Bestrebungen zur Bil- dung privater Vereine, die diesem Unwesen zu steuern suchten, waren zwar wohlgemeint, konnten ober keine Dauererfolge erzielen. Um den Uebelständen einigermaßen zu begegnen, muß ein Zusammen» schluß der Prwatlehrer auf gewerkschaftlicher Grund- läge angestrebt werden; in erster Linie wären Mindestsätze für die Erteilung von Einzelstunden, für Beaufsichtigung sämtlicher Lehrfächer, für monatliche Honorare usw. festzulegen, die bei Strafe des Ausschlusses aus der Organisation und eventuellen sonstigen Nachteilen nicht unterboten werden dürften. Sodann dürfte eine Notmaßnahme gerechtjertigt sein— die wjr allerdings unter normalen Verhältnissen für außerordentlich bedenklich holten—, nämlich die Feststellung zu treffen, daß Personen mit bestimmten Einkünften oder in besonders günstigen Vermögensverhältnisfen zur Unterrichtserteilung nicht zuzulassen sind. Auf diese Weise würde das Ueberangebot vermindert und die Schmutzkon- turrenz derer, die sich zu ihrer günstigen Vermögenslage noch ein Sondertaschengeld zu verschaffen suchen, ausgeschaltet werden. Die hier gemachten Vorschläge bedeuten sicher noch nicht das Ideal der künftigen Verhältnisse im Unterrichtswesen, ihre Befolgung dürfte abx� zu einer baldigen Mildecung-der höchsten Not, zu einer freudigeren Auffassung des Berufs für die Privatlehrer und somit zu einer für alle Teile besriedigenderen Gestaltung führen. W. P. veutschnationaler„Reigen'-Krawall. 30 Verhaftungen im Zuschauerraum. Ausgerechnet nach der 60. Aufführung von Schnitzlers„Reigen" dn Kleinen Schauspielhaus in der Fasanenstraße hat gestern auch Berlin nach Wiener Muster seinen„R«igen"-Skandal gehabt. Da die Direktion jedoch bereits vor drei Tagen von dem programmäßig eintretenden Skandal unterrichtet worden war, ge- long es, den Rodauelementen mit einem entsprechenden polizeilichen Aufgebot zu begegnen. Die Vorstellung war gestern abend ruhig verlaufen, als plötzlich während des vierten Bildes der Lärm einsetzte. Di« im Zuschauer- räum geschickt verteilten Radaunwcher— es handelt« sich, wie fest- Ge!lösM.zle!OMS.VL.! Der verflossene Wahlkampf hat an unsere kafle große Anforderungen gestellt. Summen, die durch die monatlichen Beiträge allein nicht gedeckt werden können, müsseu beglichen werden. Wir fordern Euch auf. die noch im Umlauf befindlichen Sammellisten eifrig zu benutzen. Auch Äichtmikglleder unserer Partei, die mit uns fympathifleren, werden gerne bereit fein, zu den Wahlkosten mitbeizutrageu. Freiwillige Beiträge sende man au Alex Paget», Berlin lkw. 40. 3n den Zelten 23, oder auf Postscheckkonto Ur. 4S74Z. gestellt wurde, um Angehörige des trotz Verbotes noch immer existierenden Verbandes de u t f chn o ti o n a l gesinnter Soldaten und des Deutschen Schutz- und Trutzbund es — pfiffen und johlten, wie das Leute ihrer Art so gewohnt sind, und einige warfen Stinkbomben aus die Bühne. Bevor es jedoch zu einem größeren Tumult kam. griffen die für den Fall in Bereitschaft gehaltenen Kriminalbeamten ein und ve r h a f t e t e n etwa 30 der Unruhestifter, während andere, die zu flüchten ver- suchten, an den van der Schutzpolizei besetzten Ausgängen festge- halten wurden. Die ganze saubere Geiellschoft wurde in L a st- wagen nach dem Polizeipräsldlupz gebracht und feiert« die tapfere Tat durch ein durch die Nacht gebrülltes„Deutschland, Deutschland über olles". Die groß« Masse des Publikums, die durch den Radau völlig überrumpelt war, beruhigt« sich nach einigen Worten Direktor Sladsks von der Bühne herab, und die Darstellung konnte ohne weitere Zwischenfälle zu End« geführt werden. Die �utoraserei. Zunahme der Strafauzcigeu. In letzter Zeit haben die Klagen des Publikum« über die Rücksichtslosigkeit der Krafiwagenführer, durch die Leben und Ge- iundheit der Passanten aui« ärgste getährdet iverden, bedenklich zugenommen. Wie wir erfahren, ist die Polizei diesem Unwesen gegenüber nicht uniäiig. geblieben. Da Warnungen>md Er- Mahnungen fruchtlos geblieben sind, ist jetzt tatkräftig gegen dies« Mißstände vorgegangen worden. Beispielsweise sind von den Auf- sichtsbeamten eines einzigen Bezirks gegen 700 Straf« anzeigen im Januar gegen rücksichtslose Wagenführer er« stattet worden. Leider wird den Beamten bei ihrem Einschreiten seitens des Publikums meist nicht das genügende Verständnis ent- gegengebracht; die Auisichtsorgane werden vielmehr in vielen Fällen geradezu in ihrer Tätigkeit behindert.— Im Interesse des gefährdeten Publikums liegt es, die Beamten in jeder Weise zu unterstützen, damit durch ein verständnisvolles Zusammenarbeiten baldigst wieder normale Verbältnisse eintreten, die eS dem Fußgänger ermöglichen, den Fahrdamm ohne Lebensgefahr zu über- schreiten. Die stäütische Bnsthiagsäule. Unter dem Vorsitz de« Stadtverordneten Koch tagte gestern im Berliner Rathaus der Stadtverordneten-Ausschuß zur Vorberatung der Magistratsvorlage über den Vertrag mit der Firma R n u ck u, H a t t m a n n wegen Uebernahme des gesamten Anichlag- wescn« der Stadt Berlin in eigenen Betrieb und wegen Ankauf« der Druckerei von Nauck u. Hertmann usw. Die Firma Rauck u. Hartmniin ist in, wischen von dein Verttage, der bis zum l7. d. M. befristet war, zurückgetreten und Nauck u. Hartmann sehen von einem Verkauf ihrer Druckerei ob. womit sich die weitere Be- ratung der Vorlage erübrigte. Der Ausschuß hat jedoch mit sieben gegen sechs Stimmen beschlossen, der Siadtverot dnetenveriammlung zu empfehlen, trotz der Ablehnung der Firma Nauck ü. Hartmann nach Ablauf der Verträge mit dreier und anderen Firmen in den Vororten das gesamte A n s ch l a g w e s e n in der neuen Stadt- gemeinde Berlin in eigenen Betrieb zu übernehmen und keine Verpachtungen mehr vorzunehmen. Eine staatliche Entlausungsanstalt. Auf Veranlasiung der Regierung ioll mit Rücksicht aui die Möglichkeit einer erneuten Flcckfiebergefahr die Entlauiung umfassend durchgeführt werden. In Potsdam ist jetzt vom Reichsver« mögenSomt die ihm unterftellie Garnison-EntlausungS« anstatt auf dem Born siebter Felde für Zivilpersonen treige« geben worden. Die Anstalt, die aus einem großen modernen Baderaum mit Tuscheneinrichtungen besteht und mit sogenannten „Giftbuden" eingerichtet ist. verlangt für Eutlanfting einer Zivil- perion einschließlich der Kleidungsstücke 3 M. Äopientlansungen will die Anstalt unentgeltlich vornehmen, soicrn die Stadt Potsdam die nötigen Chemikalien liefert. Die entstehenden Kosten werden sich für die Stadt nicht zu hoch belaufen und die nächste Stadtverotdnetensitziing wird sich am Freitag mit dieser„laufigen Sache" zu befassen haben. Die Baracken der früheren Gorde-Malchinengewehrabteilung in Potsdam sind jetzt geräumt worden. Der ganze Komplex mit den großen Wellblechbaracken ist vom Reichsvermogensamt ol« Bauhof in Anspruch genommen. Toppelwohnungen anzeigepflichtig. Dos Wohnungsamt macht darauf aufmerlsam, daß In- baber von mehreren Wohnungen dem zuständigen Wohnungsamt von diesem Sachverhalt unverriialich Mitteilung zu machen und dabei anzugeben haben, welche Wohnung als ihre Hauptwohnung anzusehen ist. Diese Verpflichtung»«� auch dann, wenn die zweite Wohnung außerhalb Groß-BerlinS gelegen ist. Bei Nnterlastnng dieser Anzeig« tritt gemäß Xll der MagisiratSbekanntmachuitg vom lS. September 1019 Bestrafung noch& 10 der Reichsverordnung vom 23. September 1Sl8 ein. Die unterstellten Behörden sind an- gewiesen, künftig in allen Fällen, in denen eine Ilnterlasiung der voraeichricbenen Anzeige festgestellt wird, mit Strenge burchzu- greifen und die Eröffnung des Strafverfahrens zu veranlassen. Tie Hetze gegen Pfarrer Bleier. Die kürzlich in Berlin tagende Bezirks-Kenernlversammlung de« Friedensbunde« der Kriegsteilnehmer hat de« Beschluß gefaßt, zu der naHonalistti'chen Hetze, die eine Rede de« Bundeskameraden Pfarrer Bleier, Charlotlenbura. gehatten in Köln a. Rh., ausgelöst hat. Stellung zu nehmen. Der Bezirksverband Berlin des Friedensbundes der Kriegsteilnehmer erklärt, mir de« Ausführungen des Kameraden Pfarrer B.'eier ü b e r e i n, u- stimmen und mit dessen Wirkung für Bölkerveriöhuiina vösiig einverstanden zn sein. Die Delegierten der 20 Ortsgruppen dei:� Stadtgemeinde Berlin, die in dem Bezirksverband zusammengefaßt� sind, geben der Auffassung der von ihnen vertretenen Kämeraden Ausdruck, daß bezüglich der soaenaunten schivarzen Schmach, getreu den Gepflogenheiten nationalistischer Kreiie, einzelne Fälle ver- allgemein ert werden, um dadurch die Saat des Völker- und RasienhasieS in weiteste Volkskreiie zu iäen. Der Friedensbund der Kriegsteilnehmer betrachtet eS als seine vornehmste Ausgabe, eine Verständigung zwischen den Völkern her- beizuführen und erachtet»S als seine Pflicht, gegen jede nationalistische Verbetzung schärfsten Protest zu erbebe». Dem verhängnisvollen Wirken deutichnationaler Kreise wird der größte Widerstand ent- gegengejetzt werde». Das bürgerliche Bezirksamt. Die Bezirksversammlung des Bezirks XI(Schöneberg- Friedenau) trat zur Wahl der besoldeten und liiibesoldeisn Mitglieder d«Z Bezirksamts zusammen. Die Vorschläge des Aus- schusseS fanden durch die Wahl ihre Bestätigung. Der bürgellichen Mehrheit— sie bat von 00 Mandaten 39 inne— war es ein leichtes, ihre Kandidaten zu wählen und iie hat ihre Macht auch «S? Schweres Blut. Vornan von Zohani Aho. „Na, schtag, schlag mich doch tot." „Das kann ich immer noch..." Jetzt liegt er da... und Juho hat gor keine Hilfe ge- braucht, um sich zu rächen... hat dies allein gemacht, wie er olles andere allein hat machen müssen... und wie er es aus- gedacht und beschlossen hatte, ohne jemandem etwas zu jagen... das können gleich das ganze Kirchspiel und die Brüder und die Teerbanditen hören... und er macht es, wie man es früher gemacht hat: verriegelt das Haus und legt den Ouerbaum vor und zündet es an. und jener verbrennt darin.. Zeig die Zähne, Wolf, zeig noch einmal die Zähne!... lach. na, weshalb lachst du denn nicht mehr? Anja war aufgestanden und wollte über die Schwelle in die Stube kommen. „Weg, hier wird nicht Aeheult!"— und er stieß fie rück- wärts nach der Tür. Er fühlte, wie ihm die Kräfte wieder- kehrten. „Ihr habt geglaubt, der Juha könne nichts, der Schlenker- fuß, das Krummbein... du Unverschämter hast es gewagt, sie mir am Heven Tage aus dem Hofgehege zu stehlen— hieltest mich für alt und verkrüppelt, du karelischer Geck, aber da liegst du nun— schling jetzt dein« Hand um ihren Hals— lauf, lauf jetzt hinter ihr her. na, dort ist die Tür, geh, darstt gehen! Nimm sie jetzt, nimm sie noch einmal!" „Ach, was hast du getan, hast ihn zum Krüppel ge- schlagen— fürs Leben!" wimmerte Anja. „Laß das Wimmern... jetzt das Ende!" Iuhas Hand schwang eine Axt. die er unter der Bank gefunden hatte. Anja hägte sich an feinen Arm. „Nein, lieber Mann, schlag ihn nicht tot... was hat er dir Böses getan?" „Er hat mir mein Sinzigstes geraubt..• Schemeitka hob plötzlich den Kopf, Indem er sich mit der gesunden Hand aus die Diele stützte. „Geraubt?" �a." „Ich babe sie nicht geraubt. „Du hast sie geraubt, mit Gewalt weggeschleppt!" „Hot sie dir gesagt, ich hätte sie mit Gewalt wegge- schleppt?" „Das hast du, dos hast du!" Ich habe fie nicht weggeschleppt, sie hat sich mir selbst am Strand in die Arme gestürzt." >tne Axt. Juha hob wieder seine Axt, aber Anja warf sich vor Schemeikka, um ihn zu schützen, und rief: „Marja ist ja aus freiem Willen mit ihm gegangen! Sie iiebte Schemeikka, mußte ihn beim ersten Blick lieben, und dich verabscheute und haßte sie— sie hat es selbst gesagt! Haßte dich und wünschte sogar, daß du tot wärest!" „Das hat sie gewünscht? Das hat sie gewünscht?" Juha wankte auf der Diele hin und her wie ein Be- tunkener, die Axt hing immer noch in seiner Hand und schlug gegen Tisch und Wände. „Wenn sie nicht gern mitgegangen wäre, hätte sie dann den Sommer hier mit Schemeikka—?" „Hier—?"" „Hier, jawohl auf dem Bette dort!" Schemeikka hatte sich mit Anjas Hilfe aufgesetzt, mit dem Rücken gegen die Ofenbank gelehnt. Von da rief er. das Ge- ficht vor Schmerz gestrafft, aber die Lippen von einem spötti- schen Lachen verzerrt: „Sie sagte, sie habe nie früher einen umarmt wie mich— I" „«sie hättest du niederhauen sollen, nicht Schemeitka!" rief Anja mit sprühenden Augen und aufgelösten Haaren vor Juha. Haft mir den Einzigen lahm geschlagen, hast ihn von hinten überfallen, Meuchelmorder du!— Jetzt wird er ohn- mächtig!" Schemeikka war auf die Seit« gefallen, auf sein« zer- brochene Hand, und hatte das Bewußtsein verloren. Anja versuchte ihn auszuheben, vermocht« es aber nicht. Juha war die Axt aus der Hand geglitten, und er stand fassungslos mitten auf der Diele. „Ich bekomme ihn nicht hoch," jammerte Anja, wieder in Tränen.—„Warum habe ich dich geweckt, warum habe ich dich nicht schlafen lassen? Ach, wenn ich ihn wenigstens dort auf das Bett bekäme— hilf mir! Hör, hilf du mir!" Und Juha half Anja Schemeikka weiter hinten in die Stube auf das Schilfbett heben, er am Kopf anfassend, Anja an den Füßen tragend „Gib das Kissen dort her."— Juha gab e». und Ania legte es Schemeikka unter den Kopf, 8 1 Juha stand immer noch wie fassungslos da. „Geh nun... na. geh doch, Unglückseliger," sagte Anja aufatmend und schob ihn an den Schultern hinaus. 17. Marja ist am Strand bei dem Boot auf der Land- zunge, neben dem großen Steinblock, niedergeduckt wie in einem Bersteck, mit dem schlafenden Kind an der Brust, an dem unwirtlichen Strand, wo von dem öden insellojen See die vom rauhen Nordwest bewegte Welle plätschert. Das lichte Schilf schwankt hin und her. und das Erlengestrüpp am Ufer raschelt bald leiser, bald lauter. Die Stromschnelle braust hohl vom Winkel der Bucht herüber. Juha komint das Ufer entlang, erregt, mitunter strauchelnd. Nachdem er das Boot erblickt hat, eilt er darauf zu. Er siehst furchtbar aus. im bloßen Kopf, mit der Mütze in der Hand. Jetzt schlägt er mich tot— und mag er. Wenn er nur das Kind nicht mordet... Doch als Juha näher kommt, sieht Marja in seinen Zügen nur grenzenlose Erschöpfung. Aufatmend setzt er sich auf den Stumpf eines umaesallenen Baumes, das Gesicht hart, die Haare feucht, die Stirn voll Schweißperlen, das Kinn schlaff herabhängend. „Verzeih, wenn du kannst," sagt Marja. „Berzeihen..." In seiner Stimme liegt eine hilflose. verzweifelte Mattigkeit, die Marja klingt wie: Was nützt das noch, wenn ich auch verzeihe. Dann sagt Juha, wie für sich, immer vor sich hinstarrend. die Stimme ebenso erloschen wie der Blick: „Du bist nicht mit Gewall fortgeschleppt worden?" „Nein. „Dir ist keine Gewast angetan worden?" „Nein." .Bist gern mitgegangen?" Marja antwortete nicht. „Weshalb hast du mir das nicht früher gesagt?" „Ich habe es nicht gewagt." Jetzt gesteht sie es. wo sie es nicht mchr leugnen kann und es auch nicht mehr abzuleugnen braucht.� „Hast du gewünscht, daß ich tot wäre?" Marja bringt keine Antwort herau?. Tin Schluchzen will ihr von der Herzgrube in die Kehle reißen... Sie gesteht also auch das ein? Hittt« sie das wenigstens geleugnet— obwohl es doch wahr ist,(Schluß folgt.) oStte Scheu ausgenutzt. Wahrend dt« bltrgerNLen Parteien darüver jamniern. daß in Bezirke», in denen die Mehrheit au» Sozial, sten besteht, solche Maziitratemitglieder, die nicht aut dem Boden der Republik sieben, nicht wieder gewählt werden, lähl sie selbst alle bidheriqen MagistratSiniiglieder fallen, sobald sie nicht tätige und organisierte Mitglieder ihrer Partei sind. Es wutden gewählt: gum Büraermeisier Stadtrat Bern dt. Berlin. Dnatl.. Stell« Vertreter Dr. M u t h e s i u S D.D.. Schulrat Hannemann D.V., Medisinairat Dr. G o t t k a n t D.V., Prof. Lassen D.D.. Stadt- baurai für Hochbau. Beigeordneter G oge r Dnatl.. Beirat für T'ef« bau. Dezernent für Wohlfahrtspflege Motz S.P.D.. als juristischer Stadtrat MaaistraiSrat Dr. B a i e r D.B. Zu unbesoldeten Bezirks- raten wurden gewählt: Müller. Payke. Dr. Schneider Dnatl., Olbertz Z., Herzberg S.P.D., Dörrwald U.S.P., Katz D.D. Ein Antrag delresiend stenographische Anfnabine der Perhandlungen der Bezilksversaiiimlung wurde einem Ausschutz überwiesen.— Kenntnis nahm die Versammlung von einem Schreiben de? Magistrais über die Bildung der Deputationen und vertagte die Beschlutzfassung bis zur Arbeitsfähigkeit des Bezirksamtes. Die Vorgänge im Schlachthof. MTB. teilt in letzter Stunde mit: In Zeitungsmeldungen über das Ergebnis der Untersuchung von Unregelmäßigkeiten im Berliner Schlachthof wird eine Behauptung von Angestellten des Schlacht- Hofes wiedergegeben, wonach eine Lift« von Kunden, die ohne Meischmarken versorgt wurden, bestanden haben soll, auf der u. a. auch der Reichspräsident mit wöchentlich ZS Pfund Fleisch- lieserung aufgeführt sei. Diese Behauptung ist, was den Reichs- Präsidenten anlangt, frei erfunden. Die Verhandlung'über da» Disziplinarverfahren gegen Professor Georg Friedrich Nicolai beginnt am Donnerstag, den 24. Februar, mittags lZ Uhr. vor der 8. Zivilkammer d«S Land« geritbts l in der Gruncrstratze iAlexanderpl.), l. Stock. ZunmerSl— 88. haushattssihuvg der Sladtverordneken. Zur ersten Lesung de» Haushaltsplanes des neuen Berlin für 1820 findet am nächsten Dienstag. 1. März, eine außerordentliche Sitzung der Stadt« verordnetenverfammlung statt Oberbürgermeister B o« ß wird in seiner Eigenschaft als früherer Stadtkämmerer den Haushaltsplan für dos dem Ende zugehend« Derwaltungsjahr erläutern, der in Einnahme und Ausgab« mit S,9 Milliarden abschließt und einen: ungedeckten Fehlbetrag von rund 400 Millionen Mark enthält. Es handelt sich hierbei um zum größten Teil abgeschlossene Rechnungen,! die nur noch für das lausende Bierteljahr Aenderungen und Cr- höhungen erfahren können, z. B. durch die Erhöhung des Teuerungs- Zuschlages an die Beamten von Sl> auf 78 Proz., die für Berlin eine Mehrbelastung von 17 Millionen ausmacht. Einbrecherfahrlea eines Vietzehnjährigen. Am Osibahnhof vor der Hall« Z wurden gestern abend gegen 18 Uhr von Wächtern und Beamten der Schutzpolizei vier junge Burschen dabei über- rascht, als sie bereits die Eingangstür erbrochen hatten, um an die dort lagernden Mehlvorräte heranzukommen. Man bracht« st« nach der Andrcoswache, wo bei der Vernehmung des Kleeblatts weitere; Einbrecherfahrten zutage kamen. So hatten sie bereits Anfang' Februar in derselben Holle eingebrochen, fünf Eisenbahnermäutel und ein Paar Schuhe erbeutet und sie verkauft. Bei einer anderen Ge- legenhcit war ihnen ein Zentner Nudeln in die Hände gefallen, den sie ebenfalls zu Gelds mochten. Das f'aupt der Bande war der vier- zehnjährla« Bernhard Weiß, der sich wohnungslo« umher« treibt, feit dem Jahre 1814 schon in vier Erziehungsanstalten ge- wesen und immer wieder ausgebrochen ist. Die Finanzämter Groh-Berlins eilasfe» im Inseratenteil vor- lteaender Nummer eine B-karnttmachiing betr. de» Beginn der Ein- spruchSsrist gegen die Notopserveranlagung. W. KU(tttaOtn)«Settb« Vi Ahe t» de» 9amMmis-estat, A» Aeq. bergpla». Eck« ga>Ier.ffiiedrich»Straze, M>t«. Zur„BorwSrts'.Agitation treffe» sich die S«iu>ss«n im Lokal von Andreas. Pfalzhurger Str. 33, abend« 8 Uhr. 73. Abt. tssehlendorsi abend- 8 Uhr im Lindenparl. Berliner Str.». außer. »rdentliibe Mitaliederverfammlung. 78. Abt.(Schineberg). Zur, Borwärts�.Agitation treffen sich dt«««»offen abends 8 Uhr bei Kaditz», ffidersftr. 39, und bei Händel, Bordergffr. 11. 8«. Abt.<«chl»eberg) abends 7 ich Uhr bei Gllrlich. Rubens.. Ecke Bega». stiahe, allgemeine Abteilungsverfammlung.___ M. AM.(Stcslia») abends 714 Uhr bei Toudei, Weifeftt. 28, Funktionär. � K. Abt.(Keania). Genossen und Genossinnen, deren Kinder die 13. S«. meindcfchule fweltlich) besuchen oder April eingeschult werden, werden gebeten, -wecks Aufstellung der Kandidaten zu den Elternbeiräten abends 714 Uhr IN! Lokal oon«rieger, Lefsingstr. 9, zahlreich zu erscheinen. Bezirk-führer haben Zutritt. 113. Abt.>. gur„BorwStts'.Agitation treffen sich di« Genossen bei Stöber. Iongstr. 29. Jt vortrSae. vereine und Versammlungen. Fiel» rneneelchaft Lichte»»«»,- Friedrich»»»«.(Mitglied de» A..T..B.1 Donnerstag, de» 3t. Ftbrnar, 8 Uhr, in d«r Schulaula Parkaue, Elternabend. Eintritt 1 M. Äassenöffnung 3 Uhr. Turnerische Vorführungen, Musckststckc, Rezitatioven.—»eichnereintg»», ehemalige» Keieg»gesanqe»er, Gruppe R. 2. Bersammlun, 8 Uhr im„Derolina-Saal", Schönhauser Alle« 2$. Groß-Serliner Parteinachrichten. .loolmni Heule, ZNikkwoch, den 23. Februar: 8. Abt. Der Zahlabcnd fällt heute aus. 23. Abt. abends 7 Uhr Zahladend bei Gott, Kniprodeftraße; Giebel, G-marchstr. 9; Schölzel, Eomenlus-, Ecke Thorner Straße:„Elbinger Klaus«', «klbinger Str. 39. 2«. Abt. abend« 8 Uhr bei Wichmann, Weißenburger Str. I, Sitzung der Funktionäre, Betriebsvcrtrauensleute, Elternbeiräte. 27. Abt. Zahladend in den bekannten Lokalen. 28. Abt. Zahladend in den bekannten Lokalen. <2. Abt. Zahladend bei Behren«, Tegeler Str. 22; lltnehmer, Tritts». U. 48. Abt. abend» 7 Uhr gahjabend in den bekannten Lokalen. 88. Abt. abend» 7 Uhr Zahlabend bei Lcwandowski, Seestr. 104; Taub», Möllerst r. 82»; Grunewald, Kameruner Str. 19. ftiie aller Welt. 15 Saivarsanoergistongeu. Der Oberarzt des Krankenhauses in Wiesbaden. Dr. Geranne, hat laut P. P. N. fünfzehn Fälle von Salvarsanvergiftung der Leber erlebt, darunter zwei tödliche. Statistisch kämen aus 188 Salvarsanbehandelte fünf Leberver- giftungen. Dr. G. ist der Ansicht, daß nur das Saloarfan an diesen schweren Zufällen schuld war. Zum Tod« oerurkeilk wurde vom Bolksgericht der verheiratet« Maurer Adam Beßler aus Nürnberg, welcher seine Geliebte, die; ledige Arbeiterin Abba Pitzinger, weil sie vermeintlich von ihm in' anderen Umständen war, aus einer Hamstertoi'r im Walde bei Neu- stadt ermordet hatte. Die Sektion der Leiche ergab, daß eine Schwängerung nicht vorgelegen hat. Sport. Für da» Frauenschwimmen. �Da» Schwimmen ist der einzige Sport, in dem di« Frau mit dem Manne erfolgreich konkurrieren kann, denn dir robust« Kraft des letzteren wird durch den seichteren Knochenbau und ander« Abweichungen des weiblichen Körpers aus» geglichen/ So ungefähr drückte sich Prof. Dr. Liljestrand- Stockholm in einer Vorlesung.Zur Physiologie des Schwimmens" In der Deutschen Hochschule für Leibesübungen aus. Die Vorlesung litt leider unter schlechter Projektion der mit vielem Fleiß« zusammengetragenen Unterergebnisse, so daß ein großer Teil der Anwesenden den Zusammenhang verlor. Jedenfalls verdient der eingangs zitierte Satz in weiten Kreisen der weiblichen Arbeiter- bevölkerung oerbreitet zu werden. Alle Schwimmvereine des Arbeiter- Wasserfport-Derbandes(A.W.V.) haben Frauen« und Mädchen- abteilungen, die auch Richtschwimmerinnen in die Geheimnisse und Freuden der Schwimmkunst einführen. der Kasseler Kommunistenprozeß Kassel, 22. Februar.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts') Am Dienstag wird di« Lernehimmg des Schroer fortgesetzt. Des beschlagnahmte Material wird verlesen, darunter auch eine Quittung über 288 Mark, di« Lübnitz in Kassel für St a ch r i ch t e n d i e n st e bekommen hatle. Lübnitz war damals der Parteisekretär der V.K.P.D. in Kassel. In Schlüfselschrist finden sich auch versteckte Tele- grommadressen, z. B. heißt:„Lieferung kann nicht erfolgen'— .Alarm', andere harmlose Worte heißen Losschlagen» Armee zu Ende usw. Rechtsanwalt Dr. Wolfs befürchtet, daß ein Teil des De- lastungsmaterials n a ch der Beschlagnahme von unbefugter Hand in das beschlagnahmte Material eingeschmuggelt wurde.—. Staatsanwalt: Ich hatte diesen Dorwurf der Verteidigung er» warte: und deshalb das Material wie ein Geier gehütet.— Es wird beschlossen, die Beamten zu laden, die die Beschlagnahme bei Schroer durchgeführt haben. Gleich daraus wird festgestellt, daß ein Schlüsselbuch, das bei H a r b i ch gefunden worden war, jetzt durch«inen Irrtum der Staatsanwaltschaft in dos bei Schroer beschlag- nahmt« Material gelangt ist. Als Berliner Leiter der ganze» Orgomlsaklou unterschreibt ein gewisser Ewald, über dessen wahren. Namen und Existenz tiefes Dunkel herrscht. Schroer hat in der Loruntersuchung mehr ausgesagt al» in der Verhandlung. Es wird daher sein« Aussage vom 28. Januar verlesen, aus der hervorgeht er habe Im Januar ausgesagt, die Aus- gäbe übernommen zu haben, Reichswehr und Sipo zu durch- setzen und illegale Truppen zu bilden, allerdings zur Ab- wehr. Schroer, dem die Aussage Harbichs vorgehalten wird, erklärt diese zum Teil für Unsinn. Rechtsanwalt Wolfs: Ich benenn« den Regierungspräsidenten von Düsseldorf Kutzner als Zeugen dafür, daß der Aktionsausschuß oon Düsseldorf sich schon noch Erlaß der Derordnung vom 28. Mai für den Fall eines Rechtsputfches der Regierung zur Ver- fügung gestellt habe Daraus geht hervor, daß die Arbeiter- fchaft der Ueberzeugung fein konnte, daß ihr« Abwehrorganisation im stillen Einvernehmen mit der Regierung durch- geführt werde. Als bei der Defprechunq der Verordnunq vom 28. Mai de? Staatsanwalt erklärt, der Reichspräsident könnte ja die Verordnung aufheben, wenn er wollt«, erftäri Dr. Wolfs, daß der Reichspräsident auf dem Standpunkt stehe, daß eine vom Reichstag bereits ge- nehmiate Verordnung nur vom Reichstag selbst ausgehoben werden konnte. Der Staatsgmoalt bält dies« Auffassung für un- möglich, worauf Dr. Wolsf dem Vorsitzenden anheimstellt, den Reichspräsidenten als Zeugen zu laden. Es wird sodann festgestellt, daß dos bei Schroer beschlagnahmte Orgesch-Material vom Oberpräsidium in Münster zuerst zurückgehalten worden war, während das AUtterial gegen links sofort dem Staalsamvalt übergeben wurde. Rechisanwa't Wolfs: Gegen rechts bat also das Ober, Präsidium selbst Nochforschungen angestellt, gegen links überließ man das der Staatsanwaltschaft. Man ist also gegen rechts und links verschieden vorgegangen. Das Ergebnis davon ist, daß rechts nichts vorgefunden wurde. Ich habe früher schon de» aus dem Material verschwundenen Aofmarschplan der Orgrsch gegen Frankreich erwähnt. Ich erwähne noch, daß di« Frau des Aug: klagten Kling» müller in Düsseldorf vor Wochen oon f r a n z ö f i s ch e n. O ff l- zieren darüber vernommen wurde. Es ist möglich, daß fron- zösischeOfsiziere dieser Verhandlung demnächst beiwohnen werden. Es wird sobgnn dos bei Scbroer voroesiiridene Material oer'efen, aus dem die Ungesetzlichkeit dieser militärischen Organisation her- vorgeht. Da aber bei dem Material zum Teil jeder Name fehlt, so fehlt auch die Handhabe, um ein« Untersuchung einzuleiten. Es wird sodann der Angeklagte R a b b i ch, Expedient am kommunistischen„Rohr-Echo". vernommen. Do gegen diesen nicht viel Belastungsmaterial vorliegt, stellt der Verteidiger den Antrag auf Haitentlaffung. Das Gericht gibt diesem Ant-vge statt und entläßt Robbich aus der Haft, worauf die Verhandlung auf Mittwoch vertagt wird. Die Diktatur des Proletariats. Von Heinrich Eunow. Blssiee bat es in der Literatur an einer systemattlche» Darstellung der Marzschcn Soziologie gefehlt. Genosse Heinrick, Eunow, der seit langem diesem Gebiet sich zugewendet hat, stillt dies« Lücke setzt au». Sein 1. Band„Die Martzsch! Geschichts», Gefellschasts- und Staatstheorie' liegt vor(Buchhandlung Vorwärts). Ein großer Teil dieses Bandes ist den Borlaufern gewidmet. Bon Herodot bis Hegel gibt Eunow ein« durch Klarheit und Heraushekung des We- sentlichen ausgezeichnete Entwicklungsgeschichte der Staats- und Gesell- schnitt zeigt, wlt Eunow b in dialeitische Haarspalterei größeren Leserlreis verliert damit , Ab- einläßt, noch den Zusammenhang mit einem verliert. Roch Marxscher Auffassung wird voraussichtlich zwischen der Eroberung der Staätsgewalt durch das Proletariat und der Durch- führung einer sozialistischen bzw. kommunistischen Wirtschoftsord- nung ein längerer Zeitraum proletarischer Herrschaft liegen, den Marx als die Periode der„Diktatur des Proletariats' bezeichnet. Diese Ansicht ist von den Führern der bolschewistischen Partei in Rußland dazu benutzt worden, die von ihnen dort nach dem un- günstigen Ergebnis der Konstituantewahlen im Januar 1918 einge» führte Rätediktatur als solche„Diktatur des Proletariats' zu de- zeichnen und sich für ihre Regierungsmaßnahmen auf Marx zu be- rufen. Und von ihnen haben nach der Novemberrevolution des Jahres 1818 wieder die deutschen Kommunisten und der linke Flügel der Unabhängigen sozialdemokratischen Partei die Forderung und Begründung der Errichtung von Rätediktaturen übernommen. Besonders hat Lenin, der Haupttheoretiker de» Bolschewismus, -sich bemüht, in einer„Staat und Revolution' betitelten Schrift den Beweis zu liefern, daß die russische Rätediktatur nichts anderes sei, als die von Marx angekündigte„Diktatur des Proletariats'. Indem er auf die im Kommunistischen Manifest enthaltenen Sätze über die Ergreifung der Staatsgewalt durch das Proletariat und die lleber- führung der Produktionsmittel in den Besitz des Staates Bezug nimmt, führt er aus, daß das Proletariat, nachdem es fich ver« mittelst der Revolution der Stoatsmaschinerie bemächtigt habe, zu- nächst di« erlangt« staatliche Repressionsgewalt dazu anwenden müsse, den alten Staat zu zerbrechen, d. h. dessen Instituttonen zu demolieren und on die Stell« der alten Regierungsform di« Diktatur des Proletariats zu setzen, um vermittelst dieser dann die kam- munistische Wirtschaftsordnung durchzuführen. Bei diesem Lorgehen braucht das Proletariat, wenn es für feinen Zweck nötig scheint, keineswegs die Regeln der bürgerlichen Demokratie zu befolgen unter Respektierung des Prinzips, daß die Minderheit sich dem Willen der Mehrhett unterzuordnen hat. Die heutige kapitalistisch« Demo- krati« sei gar keine Demokratte im proletarischen Sinn«; erst wenn der Widerstand der Kapitalisten gebrochen und die Klassen ver- schwunden sein werden, also eine gewisse wirtschaslliche Gleichheit Heeg«stellt wäre, sei wirkliche volle Demokratie möglich. Lum Beweist dafür, dotz diese Ävffajsung auch von Friedrich Engels geteitt worden ist, beruft sich Lenin auf einen Brief von Engels an Bebel, in welchem erstem den Gothaer Programm« entwurf kritisiert. Engels rügt dort den im Entwurf enthaltenen Ausdruck„freier Dolksstaat' und fügt hinzu: „Der Dolksstaat ist uns oon den Anarchisten bis zum Ileberdruß in die Zähne geworfen worden, obwohl schon die Schrift von Marx gegen Proudhon und nachher das Kommunistische Manifest direkt sagen, daß mit Einführung der sozialistischen Gesellschaftsordnung der Staat sich von selbst auflöst und verschwindet. Da nun der Staat doch nur eine vorübergehende Einrichtung ist, deren man sich im Kampf, in der Revolution bedient, um teine Gegner gewaltsam niederzuhalten, so ist es purer Unsinn, von freiem volksstaat zu sprechen: solange das Proletariat den Staat noch gebraucht, gebraucht es ihn nicht im Interesse der Freiheit, sondern der Niederhaltung seiner Gegner, und sobald von Freiheit die Rede sein kann, hört der Staat als solcher auf zu bestehen. Wir würden daher vorschlagen, statt Staat„Gemeinwesen' zu setzen, ein gute» altes deutsches Wort, da» das französische.Kommune' sehr gut vertreten kann.' Dem äußeren Anschein nach kann freilich aus dieser Engelsschen Aeußerung geschlossen werden, auch Engels wolle sagen, die Ar- beiterschaft solle nach der Inbesitznahme der Staatsgewalt auf die Anwendung demokratischer Regierungsfonnen verzichten. In Wirk« lichkeit aber handelt es sich nur um«in« Zurückweisung des Aus- drucke»„freier Volksstaat': denn nach der Ansicht von Engels gibt es einen solchen„freien' Staat nicht, solange noch die kapitalistische Produktionsweise herrscht. Für Lenins Auffassung, das Proletariat könne ohne Rücksicht auf demokrattsche Grundsätze nach Belieben diktatorisch verfahren, beweist demnach die Engelssch« Aeußerung nicht da» geringste. Leider haben sich weder Marx noch Engels ausführlich darüber geäußert, wie sie sich die Diktatur des Proletariats denken: au» einzelnen Aeußerungen läßt sich aber immerhin ihre Ansicht ziemlich deutlich erkennen. Zunächst muß festgestellt werden, daß Marx und Engels die Frag«, ab, wenn eine Minderheit des Proletariat» sich der politischen Gewalt bemächttgt, sich dies« Minderheit zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft terroristisch-diktatorischer Maßnohmen bedienen darf, über- Haupt nicht in Betracht gezogen haben..Für sie handelt es sich im Kammunistischen Manifest nicht um einzelne Teil« oder Parteien des Proletariat», sondern um da» Gesamtproletariat. Sie nehmen an, daß die proletarische Bewegung schnell immer mehr anschwillt, die große Masse der Bevölkerung hinter sigrnI> Sroß-Berli«. Sekretariat: RS. U, z«»e« Zelte« zz. Äm Donucestag, den 24..ffcbrnot, abend» TZZ Uhr, im Larmoniumsaal, Sleglitze: Strafte, veranstalten San, flnhrmnnn»ad Aga» Ruhft eine» Heine- Abend. Siatrtttskarte» zum Preise van 2 Sit. im Zxgeadsetrctariat. » Scnatag, de» 27. Febrvae,«ackmlttag, z Uhr, t» Bernhard-Ziase-Theater. ©rofte Franifurter Str. 132, Tbeatrrvorftellvag.„Fahnenweihe- von Rliderer. Sinlaftlarten ans allen Veranftaltnagea. heule, abends y2i Uhr: BuSholz: Jugendheim, Schale berliner.- Str. 19, Parirag:„Ferdinand 8a(Tr.nc.— Fi jedrichehagen: Jugendheim. Scharnweberstr. 103». Bortrag:„Die Berliner Arbeiterbeweguna-'(Fortsetzung).— tta»l»dors: Jugendheim, Schule Bdolsstr. 23, Vortrag:„Detlev v. Lrlieneron".— Lichtenberg: Jugendheim, Parkaue 10, Vortrag:„Die Dritte Internationale".— Maricadars: Jugend- heim, Kgmnasium Naiscestrafte, Disknssionsabend:„Arbeitcrjilgend und Bit- dling"— Moabit: Jugendheim, Schule Waldenser Str. 21, Miidchenabend.— Osten(Pete-oburger Viertel): Jugendheim, Schule Etraftmannstr. 0, Mädchen- abend mit Vortrag.— Prenzlauer Bürstadt: Jugendheim, Schule Sencselder Straße b, Diekiisstonaabcnd:„Jugend und Eemertschasl-.— Rosenthal: Iuaenb- heim, Nastanienallce, Vortrag:„Neusundland und sein Robbensang".— Südost iitövenitkre Viertel): Jugendheim, Sä'Ule Wrangelstr. 128, Vortrag:„Adolf straft», Dtskustionoabend:„Das Wandern".— Weiten: Jugendheim, schule stutfürstenstr. 11!, Vortrag:„Lehrling im Mittelalter". msen ToeicManzelge Am 21. Februar verschied nach kurzem Lk'den mein» Ct Frau, unser« lieb« Nee. Sroftmuiter und Schtoefter Anna Sasse geb. Rauseber Sm Rame« der Hinler- bliebenen O uMav Sasse. Di« Beerdigung findet statt Donnerstag, den 24.Fe- druar. nachmittag» 2'/, Uhr, in Stahnsdorf. Adtahrl l Uhr Lharlottenburg. Spealat-�ra» Dr. med. Grütering Haut.Harn.GeschlechtsleiX b.Männ. a.Frauen.Blutumeit. InvalldenstraBe.1», Ecke Chausseestr. Stett Bhl. Spr. nfiichemäglich 11-1. VjS-1'»?. Spezialarzt Dr. med* WockenluB Frieilrielistr.lÄÄ� Sonnt. 11—1. Snohili», Sarn-, Frauenleiden. Mnwnt ersuch. Schnelle.fichere.schmerzloieHestg. ohne Bemssfiürung. Teilzahlg.' Bettnüssea! vetreiung sofort. Alter u.Oeschlecht angeben. Ausk. umsonst VersSaitArti k Gg. En gl breeht, MOncten B.W. KapusinerstQ Klavier MLiH Augenblick, Pallu»»tr.8 9. Rursürst 5139.>' Bekmmimachlmg betreffend den Beginn der Einsprnchssrist gegen die Notopfer Veranlagung. «uf®nmb des ft 8 de» Deletze» vom 22 Dezember 1920 betreffend die beschleunigte Veranlagung und Sihebuug de» Reich«notopfer« wird bestimmt: Die einmonatige Frist zur Tinlegnng de« Einspruch» gegen ben»mstwellig-n Notopierbescheid beginnt für die Abgabe- Pflichtigen von Groß- Beel in— mit Ausnahme der zum Bezirk de» Finanzamt» Berlin-Wilmer-dorl-Noid, Prager Etc. 3. gehörenden— allgemein mit dem I. März 1921. ..»itr dlei-nigkn Abgabepflichtigen, denen der einstweilig« Steuerbescheid erst am 1. März>921 oder später zugestellt wird, beginnt die«impruch-srist mit dem auf die Zustellung folgen. Tage. Der Beginn der allgemeinen«inspruch»frift für den Finanmmtsbezirl Beilin-Wilmer»dorl-Nord wird noch detannt gegeben wurden. Verl in. den IS. Febriar 1921. Die PlneoeAintcr QroB.BerTa*. Bekanntmachung. Zufolge Auflösung der Abwicklung»stelle der SUMM Mlerle'VWMM zum 31. März 1921 sind die von ehemaligen Angestellten nnd Arbeitern dieser Fabrik noch beanspruchten, au» Schalt», und Lohnftreitigkettcn herrührenden Forderungen, unter Vorlegung der Unterlagen, spätesten« bis 31. März 1921 geltend z» machen. Nach»ieiem Zeitpunkt eingehende Ansprüche können nicht mehr denickstchtigt werden. Berlin, den 19. Februar im. «Wchcrst- 47'«. 0 Der ReichsabwicklungSkommissar __ Z. A.: ge» Zosta._ �_ HD® Spezlal-Arzt nero. Schwache. Syphilts-Aueeu. Dluwutersuchuugeu, ----------- tsse.etcht«tStuseu-tiehbig. IP«l-chcon C)ariileerstr 21 Norddeuttch« Bnchd uckercl.■> w 48, Wilhelmftr 82, ffi S- Mittler S Sohn, SW«8,«ochftr 68/71, Fänger tc Heimann, Eharlottenburg, Krummestr. 2, kostenlos erhältlich. Unteinclfmungen mit mehr als 1«« Arbeitnehmöm können bei den Diuckereien den Aufdruck der Firma und sonst etwa erwünscht« Zusätze aus»hre Rosten bestellen. Berlin, den 14. Februar 1921. 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Beeuea. Röutaeuial. Zepernick. Schönbestck. Karom und Sucht Heinrich Brvfe Sernuu Müdlenftr.>. Diesdorf: B. Dannehora, Birivriasir. II. Dohnodorf: Horlamaa», SenofleafchaftohtMO.Pa- Buchholz, Slanlenbnrgi Halcke, Buchßolz, Bahnhofftr. 24. Eharlolienbnrg l: Sesenheimer Straße. Seöffnet von 9 bis 6 Uhr. Eharlottenbueg II: Taurvggener Str. U. Eharivttenbnrg Iii: Raiseroamm 161. Seöffnet VVN tz— 6 llhr. Eharlottenburg IV: Regensburger Sir. l». Eggersbvrf: Schönherr. Lanbdberaer Str. lll. -Eichwalbe, Schmöckwitz: Schröder, Bahnhof stt. 73. Erlner: Albert Z-entcke. Frtebrtchftr. 2L Fichtenau, steestk». Waldstr. 28. Friedenau: Rheiustr. 27. Ecke Rönnebergstraße. Ftebersdorl-Petetshageu: Ulfeuwaller. Pelershagen. Frledrlchshagcu, Klrlchaaeten: Hoflmana, Friedrich«. Hagen stürze Straße 1. Gellaaui Franz stlein. Frlebrlchstr. 16. Halenfee, Srunewald: Halensee, Seorg>WilhclM-Str. 2. Serzselde: Marlin Snioilbowolt. Henniasbarl: e m m u I a l Ralhenaullr. 7. Hshenneutnbotf: Sieger:», Bismarckstraße. Johannisthal Alwin Sarnmilch Bismarckstr. 8. Karlshorst: Frau Stank», Henilgstr. 32, vorn paeterr«. Kanisdorf: L i e h i g. Hönnoerftr. 26. Künlgä-Wusterhanlen, Nimrlthme: Fried r. Banmann. Hönifls.-Wuslethaufcn Luckenwalder Str. 6. Köpenick: Schlag, stießet Str. 6(Labenz. Geöffnet von 9—6 Uhr. 8ichienderg i: Lichtenberg. Warirnbergftr. t Seöffnet von 9-8 Übt. Lichtenberg ii,«nnuiclobntg, SttnK«: Lichtenberg, Lv». Hagener Str. 62. Seöffnet von 6-6 Uhr. Lichtenberg M, Frtedrichoteldet Frankfurter Allee>35. Laden. Lichtenrade: Franz W i ch u r a, staiscr-Friedrich-Str. 9, Restaurant. LIchterfelbe-vst, Lanl»itzi H.«« n z et, Lankwitz. Kaiser- Wilhelm-Str. 3. Lichteefelbe-HSest: S ch a« d« I. Hlnbenburgdamm 84. Rohlodoril E m t I Rausch. Lemtestr. 39. Mahlow: Frau«eutor,»lasowstr. 1. Rariendorf: Auoust L e i v. Ehauffeestr. 29. «orleufewe: Fritz Sronlich.«irchstr. 27;«wring 7«. Renenhagen« e a ,t e ZIegelftr. TL RenköRn: Reckarstr. 2. Geöffnet von 8—6 Uhr. Reukölln-Brltzl«tegfriedstr. 28/29. Geöffnet min 9—6 Uhr. Rlederfchöneweide: H-rtrampf. Brllckenstr. 16 U. RleberichönhoNlen,«ordeu», S. SchU, Heuer. Are» lowstr. 14. Rowowio: statt«rohnberg Eifenbahnftr. 16. Oranienburg: Helnr. Loeuharbi, Llralfunber Str. 6. Vherlchöoeweidei Rodert Paul Maihildenstr. 5. Banlowi R I tz m a o n Mühlenstr. 76. P-iobami M. Bierlich. SÄockstr. 23. »ahoshori: i t«her» Farilllr. 1. »elnickend°r|.vft Schön»«!»-«14 et« Sohlt. Provinz. »ratze 56 r?abeni Relnlckenborl-Rosenthvl: A. Büro. Pring-Helnrich-Str. 84. Schmorgendorf: R e h v h. Broit« Str. 4. � � marge nborf: R e h a tz. Breite Str. 4. oneberg: Beizleer Str. 21. Seöffnet vv önetzerg: Sürth. Lutherstr. 19». Senzig- Friebewald. Ehauffeestr. öö. Sllmeuöstadi: Stein. Nonnendamm-Alle« 92 c. Spandau: Leest. Rene Brücke, Zeitungshalle. Südeud«: Ludwig Halsieftr. 86. Steglitz: Sehr icke. S.bjidborniir. 12. Tegel, Borfigwalde, Rein!ckendo:i-West, Wawmannolnst, Freie Scholle, Hermsdorf, Birkenwerder, Bergsclbr, Stolpe:md Borgsdorf: Borsigwalde. Räuschstr. 1». So- Öffnet von 9—6 Uhr. Teltow: Krüger. Schönow, Dorfftr. 2. Tempelhoi: staiier-Wilhrlm-Str. 13. Tempelhof: st a n d I, r, Hohenzolleenlarso ä. Trebbin! Görlng. Bahnhofsir. 62. Treptow: G r g m e n z stieiholzfir. 412, dorn 1 gr. Beißensee: Berliner Allee 54. Wildau.Hehenlehme: R U d. L e i i o w. Wildelmshagrn, Kesteawintel: Arthur Schief Ii, WU» helmobagen Deeaburostr.?>. Wilmeroborf: Solsteinische Sir. 19. Wittenau: Wiih. Zimmermann, Rvseulhaler Str. 48. Woiterodort: Schurbaum» Elchendomm 22. Zehlendorl. Zchlochienlee Rilolaole«: Senner Zehleu- dors. Teltower Str. 3. Renihen. Miersdori: Ernst St n t» r f e id. Zeuthen. sturillrilenstr. 48.. Sollen: Albert Stein. Mitkenwalder Str. 17. Sümtlich« Literatur iowi, olle wistenlchaiillchen Berk« werden aelieierL Sonntag, stnd die Seichältostellen geichlost«». €{n Schulprogramm. Don Paul Oest reich. Die Prooinzialverbände der„Arbeitsgemeinschaft sozial- demokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands" hatten den Auftrag, Richtlinien für die einzelnen Teile des Schul- Programms der S.P.D. aufzustellen. Auf der Wechnacyts- tagung der Arbeitsgemeinschaft wurden diese Entwürfe einer ersten Sichtung unterworfen und die Gesamtprogramme von Berlin und Hamburg als gleich wertvolle Grundlagen erklärt, der eine mehr den inneren Aufbau berücksichtigend, der andere besonders den Eigenwert der Jugend, die Schule als Stätte der Iugendkullur betonend. Es wurde als erwünscht erklärt, die Berliner und Hamburger Gedanken und Formulierungen zu verschmelzen, um dann dem Parteiprogrammausschuß einen Einheitsentwurf vorlegen zu können. Das erscheint seyr möglich. Der Gedankenwurf, der den agitatorisch in der Landtagswahl tätigen Genossen jetzt vielleicht recht wert- voll sein kann, würde— in straffen Zügen— dann etwa so aussehen: I. Kritik und Aufgabe. Wie der heutige Staat, so ist die heutige Schule ein Instrument der Ausbeutung zugunsten der durch den Besitz herrschenden Gesell- fchaftsschichten. Die Klassenscheidung bestimmt ihren äuheren Aus- bau wie ihre innere Gestaltung: Autorität, Drill, Uniformierung. Die Anlagen und Kräfte der Jugend werden nur dürstig entwickelt. Die Schule verlor den Zusammenhang mit den schöpferisch gestaltenden Kräften, sie hemmte die Daseinsfreude der Jugend, sie erreichte nicht die höchste persönliche und gesellschaftliche Leistungsfähigkeit ihrer Zöglinge, sondern schuf Vorrechte und..Berechtigungen" als Schutz- mittel bestimmter„besserer" Gesellschaftskreise. Wahre und wesenhakte Bildungs- und Kulturstätte kann die Schulz erst nach Eroberung der politischen und wirtschafllichen Macht durch die Arbeiterklasse werden. Noch Vergesellschaftung der soch- lichen Produktionsmittel kann und wird ste die Schulerziehung zur höchsten und oermrtwortungsvollsten gesellschaftlichen Ausgab« machen. Sie wird weder Spaltungen der Schülerschaft nach Stand, Klosse, Besitz, Konsession und Geschlecht noch eine Schichtung der Lehrer- schaft nach„Vorbildung" und Standesdünkel dulden. Die sozialistische Schul« baut sich auf gemäß den körperlichen, geistigen und sittlichen Anlagen und Kräften der Jugend und den gesellschaftlichen Bedürf- nisten. Sie zieht alle Mittel pädagogischer, psychologischer und soziologischer Wiflenschast heran, um die Erziehung der Massen, die Entwicklung der Kräfte in breitester Front zu fördern. Volkswirtschaft und Schule müssen in engen Zusammenhang gebracht werden, um den erreichten Kulwrzustand in seinen wirb jchoitlichen Grundlagen zu erholten und darüber hinaus zu neuen Produktions- und vollkommeneren gesellschaftlichen Daseinsformen vorzudringen. Deshalb muß die sozialistische Schule aar allem eine wahre A r- beitsschule sein, die durch Arbeit zur Arbeit erzieht, die auch in unmittelbarer Betätigung am materiellen Stoff, durch Hand- habung der Werkzeuge Menfchengeist und Menschenkraft wachsen läßt: geistig« Ausbildung und materiell« Produktion feien ver- guickt. Statt der Schulklassen mögen nach natürlicher Begabung und Neigung gebildete Arbeitsgemeinschaften, Quellen eines neuen Ge- meinschoftsgeistes. treten. Zwischen der Schule als Auslösung«- statte schöpferischer Kraft Im Kinde, als Ort der Forschung, der Kunst, des darstellenden Gewerbes und der Arbeit in Akademie und Lehr- werkftatl besteht kein Unterschied: beides Teile der Gesamtiuttur des geistig schaffenden Volkes. IL Kind und Schule. Die Bildungsaufgabe der Schule ist die Hsrousformung des sozialen Menschen als der wichtigsten Voraussetzung für die.Erneuerung der Völker. Aus dem Kinde soll ein unoerbiweter und. unverdorbener Mensch werden. Darum ist feige Menschenwürde stets zu achten� dazu muß die Schul«, als«ne Geineinsch'kststat ins Bolksbewußtsein erhoben, die L e b e n s st ä t t e der Jugend werden, nicht von der Gesellschaft losgelöst, sondern Ihr glückliches, lebendiges Glied. D!« Schule fei der Weg des Kindes zu stch selbst. Vorwegge- nommen«„Ziele", festgelegte Wege der Erziehung bedrohen die Selbftfindung des Kindes. Deshalb muß die Schule frei von jedem Gesinnunqszwang, unpolitisch und unkirchlich sein: Stätte steusren und feinsten Menschentums. Der Gedanke der Unversehrtheit des Kindes hat die Schule zu beherrschen: sie hat nicht das Leben zu unterbrechen, sondern zu erfüllen. III. Lehrer und Schule. In dieser Arbeitsgemeinschaft ist der Erzieher Führer. Helfer und Berater, seine Autorität gründet sich auf seine Befähigung und die innere Zustimmung der ihm Anvertrauten. An Stelle des durch Rana, Stand und Titel getrennten Lehrerstandes tritt gemäß der Gleichwertigkeit der pädagogischen Ausgabe ein auf ollen Stufen innerlich verbundenes, sozial gleichgewertetes Erziehertum, dos mit höcksster aeistiaer und sittlicher Bildung praktische Befähigung ver- bindet. Im Zutunstslehrer muß der Gegensatz von Kops- und Hand- arbeiter aufgehoben sein. Die Kunst der Menschenbildung und Menlchensührung verbindet«r mit der Fähigkeit zur Bestellung des Bodens, zum Gebrauch des Handwerkszeuges, zur Bedienung und zum Vau der Moschinen. IV. Der Aufbau. Die allumfassend«, durch ihren elastischen inneren Aufbau allen Individualitäten gerecht werdende Gemeinschaftsschule der Zukunft macht die setzte Sonderung in Volks-, Mittel- und höher« Schulen überflü'stg. Di« Mannigfaltigkeit der menschlichen Veranlagungen und Entwicklungen, der wirtschafllichen und sozialen Umstände ver- bieten jede Starrheit und Einförmigkeil der Organisation. Das flutende Leben selbst hat sie gemäß den örtlichen Möglichkeiten zu gestalten. Dem für alle verbindlichen Kindergarten folgt die Volksschule. Sie vollzieht die Emporbildunq aller dem Kinde eigenen Kräfte, bis Neigung, Fähigkeit und Willen ein« bestimmte Lebens- und Berufsrichtung sicher andeuten, in den meisten Fällen nach der etwa!m 16. Lebensjahr erreichten Pubertät. Bis dahin beherrscht deutsches Kulturgut die Schulung: stemde. Sprachen wer- den nach Neigung und Bedürfnis in besonderen Arbeitsgemein- schaften gepflegt. Ein Stamm von Bildungsgütern ist für alle ver. bind'ich: doneben treten später Arbeitsgemeinschaften intellektueller, praktischer, künstleri'cher Art. Durch die Wahlsreiheit der Neigungs- fächer ist die Einstellung nach Begabungsrichtung und-kraft jeder- zeit gewährleistet. In der Kernbildung aber stimmen die Schulen allenthalben soweit Überein, daß beim Ortswechsel nur eine Ver- änderung in der Beteiligung an wahlfreien Fächern in Betracht kommt. Schnelleres Fortschreiten bleibt unverwebrt. Di« Gesamtschule ist horizontal gegliedert. Sie geht von dem in jedem Dorf zu errichtenden Kindergarten aus. Di« höheren Stu'en für die späteren Lebensa'ter werden in zentral für stets welter zu umgrenzende Schulbezirke gelegenen Orten in solchen Ent- fenmngen eingerichtet, daß sie mit Hilfe entwickelter Verkehrsmittel. kür die Schüler erreichbar bleiben, ohne sie der Famili« zu ent- ziehen. � Vom 16. Lebensjahre ob stellt die Berufsschule die De- rufsbildung praktisch und theoretisch in den Mittelpunkt und fördert von da ans die Menschenbildung: dos voll« Leben dringt in die Echu'e. Die Ausbildung erfolgt in zeitgemäß ausgestatteten Lehr- wirt'choften und»Werkstätten. Die Schulung geht vor allem auf die eiaenschäpferilche'Bewältigung typischer Berufsausgaben aus. Die Hochschule äslnet nur denen ihr« Tor«, die sich auf der Berufsschule als die Höchstbesähigten erwiesen. Auch jeder andere kann, wenn er«inen Befähigungsnachweis erbringt, noch später die Hochschule besuchen. Der freien Fortbildung aller übrigen dient 'die Volkshochschule.— Für dl« persönliche und gelellschaftliche Er- tüchtigung abnormer Kinder bestehen besondere Einrichtungen.— Die Ausbildung der Jugend ist auf allen Stufen unentgeltlich. V. Tie Selbstverwaltung der Schule. Die volle Selbständigkeit des Schul- und Bildungswesens ist zu fordern, der Geist der Selbstverwaltung hat es zu durchdringen und zu erneuern. Der Staat ist nur Schirmherr der Selbstoerwal- wngskörper. Alle Schulen eines Landesteiles, die nöiig sind, die verschiedenen Begabungen zu entwickeln, sie zu Fach-, Kunst- und Hochschulen hinanzuführen, bilden eine Schuleinheit, dl« Schulengemeinschaft. Der durch Wahl aus Lehrern, Eltern, Schülern und Reaierungsoer- toetern zusammengesetzte Schulrat einer Schulengemeinschast be- stimmt, unter Rücksichtnahme aus die Eigenort der Einzelschule, die Grundformen, äußeren. Bedingungen und inneren Beziehungen des Schullebens. Die Schulengemeinde strebt zur Kulturgemeind», in der Familie, Gemeinschafts- und Gemeindeleben einander bereichern, vertiefen und ergänzen. Die Schulkommer als Vereinigung der Sckiulräte aller Schulen- gemeinfchaften ist der oberste Ausdruck des Erziehungs- und Dil- dungswesens der Oiffentl'chkei� Die Vertreter der Schulkammer, der akademischen Forschungs- und Blldungsanstalten, sonstiger Lolksbildungsanstalten und der Re- gierungen bilden den Landes-(Reichs-) Schulrat. Er vollzieht den Ausgleich geistigen Lebens. Sein Präsident ist Mitglied des Reichs- Ministeriums des Innern. Die Hochschulräts bestehen aus Lehrern, Hörern, Vertretern der Regierung und wichtiger Arbeitsgebiete des öffentlichen Lebens.— Oberschulbehörden, Provinziolbehörden. Kultusministerium sind Ver- waltungskörperschaften, Hüter der Reichs- und Landesschulgesetze. VI. Die Schule zum Volk. Lebensvoll geordnet sind die Schul- und Bildungsveranstaltun- gen der Gesellschaft die natürliche Stätte ihrer Verjüngung. Die Jugend lebt nicht mehr einsam und unglücklich neben der Gesellschaft, sondern durchdringt sie von unten her in allen ihren Teilen und Gliedern. Wo bleibt öas?rrenrechts gesetzt NnS wird geschrieben: Bald nach der Revolution, noch im November ISIS, gaben auf Anfrage von berufener Seite der Rat der Volksbrauftragten, der damalige preußische Ministerpräsident Hirsch und Minister von Einzelstaaten die schriftliche Erklärung ab, daß eine Reform des Jrrenrrchts in der nächsten Zeit in die Wege geleitet werden müsse. Genosse Hirsch sprach auch von der Absicht, eine Konferenz von sachkundigen Aerzten und Nicht- ärzten einzuberufen. Er überwies am S. Mai ISIS die Angelegen- heit zuständigkeitshalber an das eben neugebildete, aber zu dieser Zeit noch nicht etatsrechtlich genehmigte WohIfabrtSministerium Nach der Etasierung des Ministeriums wurde in ihm ein eigener Referent für Jrrenrechtssochen bestellt, zunächst in Vertretung des aus dem Ministerium des Innern übernommenen, schwer erkrankten und bald darauf verstorbenen Geheimen Obermedizinolrats Moeli. Im Herbst 1919 erhielt der neue Referent, der Psychiater und sozialdemokratisches Mitglied der Preußischen LandeSveriammlung ist. vom Minister für VolkSwohlsahrt den Austrag, einen Irren- rechtSgesetzentwurf, der die vielbeklagten JrrenhauS- und Frrenrechtsmißstände möglichst beseitige, zustande zu bringen. Diese schwierige Arbeit wurde unter Heranziehung führender JrrenrechtSreformer, Aerzte und Juristen so schnell erledigt, daß der Geietzentwurf seit fast Jahresfrist fertig im Wohlfahrtöministerium liegt. Dann aber ist die Sache nicht mehr von der Stelle gerückt. 23 o liegen die Wider st ände? Etwa auch bei Herrn Krahne, dessen Verhalten in der. Hebammeiuach? zu einem offenen Mißtrauensvolum in der Landesversammlung führte? Sind etwa die Einflüsse der Gegner einer Jrrenrechtsform im freiheitlichen und sozializiftischen Sinne so groß geworden, daß der Referent und der zuständig« Ministerialdirektor nicht die Macht haben, da? parlamentarische Gesetzeswerk an das Parlament zu bringen? Man hört schon von Vorwürien aus der Oeffentlichkeit gegen den Referenirn und Abgeordneten wegen ver- muteter Lässigkeit und unverantwortlicher Ber- zögerung. Im Laufe des vergangenen Jahre» sind verfchiedent- lich Mitteilungen in die Presse gelangt, daß auch im Reichs- Ministerium des Innern ein JrrenrechtSgefetzeniwurf ausgearbeitet werde. Bei den Reicksbebörden scbwebt diese Frage seil länger als vier Jahrzehnten. Den mehrfachen Beschlüssen de» alten Reichstages, einen solchen Gesetzentwurf vorzulegen, ist nicht ent- sprechen worden. Auch jetzt deutet alles darauf hin, daß der Gesetz- entwurf vom Reiche vorläufig gar nicht zu erwarten>st. DaS Reichs- Ministerium des Innern soll immer nur daS ibm seit Jahrzehnten von den Parlamenten und vom Re chskanzler massenhaft zugegangene Reformmaterial entgegengenommen und aufgestapelt, ober bis aus den heuligen Tag nicht» ernstliches zur Vorloge eines Gesetzentwurfes getan haben. In dieser sorglosen Art darf es nicht weiter gehen, auch wenn wichtige andere Gesetzesausgaben drängen. Sollten etwa mit Rücksicht auf die unsichere innrrpolitische Konstellation der Einzelstaaten im Verhältnis zum Reich zurzeit Bedenken gegen ein Reichs- Jrrenrechtsgefetz bestehen, so hinderte doch nicht», den im WohliahlfahrtSministerinm ausgearbeiteten Entwurf zunächst für Preußen schleunigst Gesetz werden zu lassen, wie ja auch Baden seit lvlv ein solche« LandeSgesttz hat. Auf der Grund- läge des preußischen LandeSget'etzeS könnte dann ipäler weiteraebaut, vielleicht dieses sogar auf da» Reich übernommen werden.>Sber auch das ist jetzt verpaßt l_ Die wiener Konferenz. Wien. 22. Februar.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) An der Internationalen Konferenz sozialistischer Parteien nehmen 73 Delegierte teil, davon 19 deutsche Unabhängig«. Im Namen der in Bern eingesetzten Kommisston eröfsnet Friedrich Adler Die Konferenz mit dem Hinweis darauf, daß in Wien 1911 der Internationale Sozialisten-Kongreß hätte zusammentreten sollen, und daß Wien die Stadt ist, in der das Verbrechen der Kriegsanstiftung be- gangen, im Austrag« der Habsburger da« Ultimatum an Serbien verfaßt wurde. Adler begrüßt zunächst die serbischen Vertreter. wobei er die vorbildliche Haltung der serbischen Sozialdemokraten vom Krieqsbeginn an hervorhebt. Dann erklärt Adler: Wir wollen nicht die- Illusion erwecken, als ob wir mit einem. Schlage die Inter- nationale wieder herstellen könnten. Die Konferenz ist kein« Inter- nationale im Sinne unserer Ideale, sondern ist der bescheidene versuch. eine Internationale in der Zukunft herzustellen. Ebenso wie in Genf und in Moskau, ist hier ein Drittel des Weltproletariats ver- treten. Man nennt uns höhnisch„das Zentrum"— wir sind das Zentrum in dem Sinne, daß wir gleichmäßig entfernt sind von der naiven Ungeduld, die alaubt, daß der Wunsch nach der sozialen Revo- lution schon die Bürgschaft für den Sieg sei und dem skeptischen Un- ulauben, der aus«der Unmöglichkeit de» Sieges der sozialen Revo- iution in einer gewissen historischen Konstellation den Schluß zieht, daß die soziale Revolution überhaupt nictil möglich fei.— Adle: wendet sich dann gegen den Ttrn, m dem Moskau über einen Nicht- kommunisten spricht und sagt: Auch die ; wette Zirfenucktanale sehe« wir mtt and«« Augen an. weil wir wissen, welche historische Mission ste erfüllt hat. Darauf begrüßt Longnet die Konferenz: Wir sind fetzt im Begriffe, das Kristallisationszentrum zu schaffen, auf das alle Sozialisten die größten Hoffnungen setzen. In Moskau herrscht Kasernenatmosphäre: tausende Sozialisten wer- den ausgeschlossen, während man Leute ruft, dke keine Sozialisten sind, Anarchisten oder Nationalisten des Orients, deren Kampf be- rechtigt ist, deren Ziele aber mit dem Sozialismus nichts ge- mein haben. In London oder in Brüssel gibt es eine Organisation der Dekadenz, die ihre Seele verloren hat auf dem Felde des Krieges; ste hat das preisgegeben, was den Stolz der Sozialisten ausgemacht hat. Wir wollen die Lehre der Vergangenheit, die Lehre unserer großen Geister fortführen— den Geist pflegen, der Marx und Engels beseelte, als ste die Erste Internationale schufen und Jules Guesde und Viktor Adler, als sie in Paris die Zweit« Internationale gründeten. Bürgermeister R e u m a n n begrüßt die Konferenz im Namen der Mehrheit der Bevölkerung Wiens. Topalowicz- Belgrad dankt für die Begrühungsworte Adlers an die Serben. Nach Einsetzung einer Mandawprüfungs- kommifsion wird die Sitzung auf morgen vertagt. » Wir werden zu den Verhandlungen noch ihrem Abschluß Stellung nehmen._ Tsckechijcb-öeutsckes Wirtschaftsabkommen. Prag, 22. Februar.(Eigener Bericht des„Vorwärts".) Dem „Cos" erklärte der tschechische Außenhandelsminister Dr. Schuft er über feine Verhandlungen in Berlin: Man kann sagen, daß in allen Hauptpunkten ein Uebereintommen getrofsen wurde. Die Verhandlungen gaben den Antrieb zu gegenseitigen Vereinbarungen in den Industriezweigen. Von größter Wichtigkeit ist die Vereinbarung in der chemischen Industrie, welche in beiden Staaten au Ueberprvduktion leidet. Trotzdem haben die Deutschen die Einfuhr einer ganzen Reih« unserer Artikel konzediert. Die Verhandlungen betrasen hauptsächlich die administrative Regelung der Ein- und Ausfuhr, wurden von Deutschland konziliant geführt und waren von dem Bestreben geleitet, daß ein Abkommen getroffen und ausgebaut werde. Ueber die Verhältnisse in Deutschland äußerte sich Dr. Schuster: Im ganzen herrscht in Deutschland«ine große Arbeitslosig- t e i t und Krise, die stch natürlich von Zeit zu Zeit ändert. Di« Regierung betreibt, unterstützt von der öffentlichen Meinung, eine sehr zielbewußte Industriepolitik. An die Beseitigung der Außen- Handelstontrolle wird nicht gedacht, und die von den Unternehmern und Arbeitern vertretene Industrie hat einen überaus starken Ein» fluß auf die Ein- und Ausfuhrpolitik. Die Produktion in den Berg- werken und Fabriken steigt, sowohl bei der Tages- als auch bei der Akkordarbeit. Interessant ist, daß sehr viele Betriebsröte volles Verständnis für die Bedürfnisse der Betriebe und ihrer Industrie- zweige zeigen, so daß viele Industrielle die harmonische Zusammen- arbeit mit den Arbeiterräten loben und von diesen die Betriebs- disziplin unterstützt wird. polnisches Mißgeschick. Oppeln, 22. Februar.(WTB.) Die Kriminalpolizei hat ein« Fäffcherzenftale für Legikimakianokarlen aufgedeckt. Als Haupt der Gesellschaft wurde der Bhotograph Kokott festgenommen. In seinem Besitz befanden stch zwölf gefälschte Legitimationskorten, die mit dem Stempel„Polizeiverwaltung Oppeln"'versehen ömren. Kokatt oerkaufte die gefäffchten Karten an Leute, die sie für die Bosowka Polsta aufkauften. Seine Braut, in deren Besitz sich.gltlA- falls ein« Anzahl gefälschter Legitimationskarten befanden, wurde ebenfalls verhaftet. Die Teschener Grenze. Warschan. 22. Februar.(EE.) Die Grenzkommission der Entente hat sämtliche Vorschläge Polens in der Tschechoslowakei zur Neuregulierung der Teschener Grenze(die mitten durch Ge- meinden geht! Red.) abgelehnt und die Entscheidung über das Teschener Gebiet vom 28. Juni v. I. bestätigt. Mostauer Kurierexport. Aga, 22. Februar.(EE.) Die estnische Repierung teilt mit. daß vom 6. Zlvril bis zum 31. Deiember 1920 aus Sowjet-Rußland über Estland 1620„diplomatische Kuriere" noch dem Wcsten. hauptsächlich nach Skandinavien und Deut'chland verreist sind. In der gleichen Zeit find über Estland noch Sorvjer-Rußland 587„di- plomatische Kuriere" z u r ü ck ge kehr r, so daß über 1 000 im Ausland« verblieben find. Nach der Meinung der estnischen Presse sind diese„diplomatischen Kuriere" bolschi- «istische Agitatoren._ Drakonische Zustiz in Wilhelmshaven. Das Schwurgericht in Wilhelmshaven verurteilte nach zehnstündiger Verhandlung 16 Per. sonen aus Wilhelmshaven und Umgegend zu Gefängnis st ra- f« n von zwei bis sieben Monaten. Di« Verurteilten, unter denen sich fünf Frauen befinden, hatten sich im Juni vorigen Jahres an den damaligen.Zwangskäufen" beteiligt bzw. waren als„Rädelsführer" aus einer Sckar von vielen Hunderten heraus- gegriffen worden. Ein kleinerer Teil ist bereits durch das Schöffen- gericht zu weit milderen Strafen verurteilt worden.— Das„Bolks- gericht" zeigte wenig Verständnis für di« seinerzeit aus elementarster Not herausgeboren« Auflehnung der minderbemittelten Devölke- rungsschicht gegen den Wucher in den B« kleidungs- und Lebensmittelgeschäften. VlsztpNnarverfahre« beantragt. Der kozialdemokratische Polizei- direktor der Eladt Hall», Döltz, bat da» Diszivlinar- Verfahren gegen sich bei der Regierung in Merseburg beantragt. Döltz war von deutschnationaler Seite u. o. beschuldigt worden, während de« Dienstes Agitation iür seine Partei innerhalb der Polizeiverwaltung geduldet zu haben. Agrarisch« Gesetzesumgehung. Der preußische Landwirtschafts- minister weist tn einem Erlaß daraus hin, daß anläßlich des letzten Lcmdarbelterstreft« im Bezirk Stralsund festgestellt worden ist. daß in den landwirtschaitlichrn Privatbetrieben die Wahlen von Be- triehsräten noch flicht überall«ingeleitet find. Der Minister ordnet daher«m. daß damit unverzüglich dort begonnen wird, wo nach dem' Betriebsrätegrsetz die Errichtung einer Betrieds- Vertretung notwendig ist. Die L a n d r ä t e sind zur Derichterstat- tung über di« Zahl der in Betrocht kommenden landwirtschaftlichen Privatbetriebe and über die Zahl der in jedem von ihnen tätigen ständigen Arbeitnehmer aufgefordert worden. Der Preußische Land- wirtschaftsminister hat ferner auch für die sämtlichen anderen Re- gierungsbezirke außer Stralsund eine Nachprüfung darüber angefordert, ob die Betriebsvertretungev überoll vorhanden sind. Das neue amerikanische Einwanderungsgesetz. Mit 51 gegen 2 Stimmen hat der amerikanische Senat den Gesetzentwurf Dilling. ham» angenommen. Di« neu« Bill schreibt vor, daß die Zahl der jährlich zuzulassenden Einwanderer für keine Nationalität 3 Proz. der Zahl uberschreiten darf, dce ihre bereits in den Aereinigteu Staaten wohnenden Dollsgenosse:: ausmachen. x GewerGhostsbewegung vie Arbeitslosigkeit sieigt weiter. Trotz aller Gegenmaßnahmen hat die Erwerbslosigkeit im Monat Januar nach einer durch MTB. verbreiteten Meldung eine weitere ganz bedeutende Zunahm.e erfahren. Die Zahl der männlichen chauptunterftiitzungsempfänger allein lst von 333 000 auf 357 000, die Zahl der unterstützten Vollerwerbslosen von 410 000 aus 432 000 gestiegen. Im Zu- sammenhana mit dem Anwachsen der männlichen Erwerbs- losen ist auch die Zahl der unterstützten Familienangehörigen erheblich, nämlich von 437 000 auf 493 000 gestiegen. Berück- sichtizt man, daß infolge der Beschränkungen, die für die Ge- wahrung der Erwerbslosenunterstützung bestehen, nach den bisherigen Schätzungen nur etwa die Hälfte der tatfäch� g' lh Kehren. Hierzu tritt die Zabl der Kurzarbeiter, d. b. der aus Mangel an Arbeitsgelegenheit nur verkürzt beschäftigten und entlohnten Arbeiter, die nach den vorliegenden Teil- statistiten aus die doppelte Zahl der Erwerbs- losen geschätzt werden muß. Es muß also angenommen werden, daß etwa 10 Proz. der deutschen G e- samtbevölkerung vollständig oder in einem wesentlichen Teil von der Arbeitslosigkeit betroffen sind._ Achtung, Arbeitslose! In der.Roten Fahne" und.Freiheit' vom 19. Februar sAbend- auSaabe) werden von einem sogenannten ReickSerwerbelosen- au«schutz für Ende dieses MonatS Wahlen von Arbeits» losenräten für Grog-Berlin angekündigt. Wir machen daraus aufmerksam, daß e» sich bei diesen Wahlen nur um die unorganisierten Ärbeitslosen handeln kann. Für die ge- werkschafilnb organisierten Arbeitslosen sind bereit» die Arbeitslosen- räle gewählt. Ihre Anerkennung beim Magistrat mochte bisher Schwierigkeiten, weil von unberufener Seite durch Ouer» treibereien immer wieder verhindert wurde, die von den Ge» werkschaften gewählten ArbeitSloienräie in Funktion treten zu lassen. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. „Arbeiterrat brauche« wir nicht!" Bei der Altmeiallhandlung L. u. W. Höller, Stralauer Alle« 20», sind die.herrlichen wilbelminisckien Zeiten' bereits wreder anoedrocben. Vom AchistundenarbeitSlag bar man dort noch nicht» gehört. Es wird eben gearbeitet, solange es dieser Deutschnational« für gut befindet. DemobilmachungSverordnung. Betriebirätegeietz Reichsversassung und ähnliche schöne Sachen haben für diesen Be- trieb keine Gültigkeit. Um das auch den Arbeitern so recht zur Kenntnis zu bringen. erließ die Firma folgende„Verordnung': „Pünkllichkeit von Fünsuhrabendschluß ist bei uns keine Zlede I Kommunistische oder bolschewistische Gesinnung oder Aeußerung bei sofortiger Entlassung der- bobenl Ebenso Besprechung von Verband oder Beitritt mit Drohung ein für allemal. Roch dem Verband richten wir un» nichl. Wir zahlen Lohn jedem nach seinen Leistungen, denn wir verlangen eine Vorlegung von Unierlagen von dreijähngex Lebr- zt!if»n d!esem> Fache. Betriebsrat sind w»r selbst! Arbeiterrat brauchen wir nicht. ES werden noch mehr eingestellt bei verkürzter Arbeitszeit. L. u. W. Höller.' Die Unverschämtheit dieser.Verordnung" wird nur gemildert durch das füichlerliche Kauderwelsch. Den Gewerbeinspektor und die„objektivste Behörde" fragen wir aber, ob sie sich diesen Betrieb nicht einmal näher ansehen wollen. Schwächung der Mark wieder rn Frage gestellt ist, eröffnen' leine rosigen Perspektiven für den Wirtschafisfrieden des Saargebietes in den bevorstehenden Wochen. Eine Landeskonferenz der badijcheu orksausschüsfe des A.V.G.B tagte am 18. und IS. Februar in Offenburg. R i tz e r t- Mannheim referierte über Betriebsrätefragen und wandte sich mit aller Schärfe gegen die kommunistischen Zellen und die Zer- störer der Einheitsfront der Gewerkschaften. Unter voller Zustimmung der Konserenz forderte er den Ausschluß derer, die sich zur Aufgabe machen, die Gewerkschaften zu zerstören. Betriebsräte l Am 3. März, abends 6 Uhr, findet die Generakversamm- lung der Freigewerkschofilichen BetriebSlätezentrale, Wirlschast.» bezirk Berlin, in KliemS Festsälen, Haienheide. statt. Tagesordnung: 1. Ausgaben und Arbeitsteilung der F.B.R Z. Referent Emil Barth. 2. DiSluision. 3. Bestätigung der Sekretäre- i. Vorliegende Anträge. Freigewerkschaftliche Betriebsrätezentrale für den Wirtschaftsbezirk Groß-Berlin. Emil Barth. E. Guiard. Schllchlmigsausschnß- uud önnungsschiedsgerlchts» Beisitzer. Donnerstag ti Uhr in der Schulaula. Koppenpioy iL: Sitzung. Wir bitten die Kollegen, bestimmt und püntlilch zu erscheinen. Am OrtSkarlell Groß-Berlin. GewerkschafiSkommission Berlins und Umgegend. De-tsch« CifcnBiihiumtiant. Ortsgrupp« Srih.BerU». Die für Donners- tag angesagte Branchenoersammlung der Schmiede findet auf Ersuchen der Branchenleitung erst in nächster Woche statt. Näher« Bekanntmachung erfolgt. R. Stock n. So., Rariensclde. S.P.D. Freitag 4 Uhr Versammlung aller tiopegen und Kolleginnen hei Knauer am Bahnübergang Marienfeld«. Er- scheinen dringend notwendig.— Der Obmann. Deutscher Tiansportarbeitcrrcrbaud. Hanbelshilfsarbctter und-arbeite- rinnen der Gruppe U ans den Engrosbetrieben der Herren-, Knaben- und Burschenkonfektion. Gummimäntel, Bhantasiewesten. sowie Berusskleiduna: Donnerstag 5 Uhr bei Witte, Bosistr. 2S. Gruppenversammlung.— Textil- brauche. Handelshilfsarbeiter,-arbeiterinnen, Mustermacherinnen: Donnerstag » Uhr im Dresdener Kostno, Dreodener Str. 96, Branchenoersammlung. Zentroluerband de« Augestellten. Reichs, und Staatsbehörden: MitnoeS Kohlenüberfluß in Belgien. Brüssel, 22. Februar.(Hollandsch Nieuwsbureau.) Verschiedene Kohlengruben im Vorinage und in der Nähe von L ü t t i ch haben wegen sinanzleller Schwierigkeiten die Ausbeutung der Gruben stillgelegt. Mehrere hundert Angestellte sind entlassen worden. Es herrschte unter den Entlassenen die Neigung, die Gruben zu besetzen, und man versuchte bereits in der Näh« von Lüttich, sich der Gruben zu bemächtigen. Im letzten Augenblick konnte die Polizei dies ober verhindern. Zur Förderung des Baugewerbes. Zur Behebung der Arbeits- losiqkeit im Baugewerbe haben, wie das„Leipziger Tageblatt"' meldet, das Reich und der Staat dem Rate der Stadt Leipzig etwa zwei Millionen Mark aus Mitteln der produktiven Erwerbslosen- sürsorge zur Verfügung gestellt. Lehrgang für Wollkunde. Für die Beamten der Londwirtschasts-l kammern wird der preußische Landwirtschaftsminister in der ersten Hälfte des April einen Lehrgang für Wollkunde abhalten lassen, um ihre praktischen Kenntnisse auf diesem Gebiete zu vervollständigen. Der Lehrgang findet in den Sortierräumen der Wollwäscherei und Kämmerei in Hannooer-Döhren statt, die für den Zweck auch ihr bestgeschultes Sortierpersonal zur Verfügung stellt. Nach einleben- den Rejeruten erfolgt für die Äursusteilnehmer die praktische Arbeit am W o l l s o r t i e r t i s ch, die während der fünf- bis sechstägigen Dauer des Kursus an insgesamt sechs Vor- und Nachmittagsstunden vorgenommen wird. Abends finden zwanglose Besprechungen über allgemeine Fragen der Schafzucht und Wollkunde statt. An diesen Lehrgängen kann aus jedem Kammerbezirk ein Beamter teilnehmen. Anmeldungen müssen bis zum 10. März an das Landwirtschastsmini- stscium eingereicht werden. tag IVj Uhr Funktionäro-rsammlung, HaoerlaiG? Festsäle, Neue Friedrich. straße 33.— Berbandsangestellte: Donnerstag 7>z Uhr Mitgliederversammlung. Sophien-Eäl«, Cophienstr. 17/1». Lohnabbau tut Saarbergbatu Wie der Saarbrückener Berichterstatter der Dena erfährt, geht auch die französische Saarbergbauverwaliung mit dem Plane der Lohnreduzierung um.(Die Schwerindustrie hat bereits in gleicher Absicht den Anfangs Dezember mit den Arbeitnehmer- verbänden abgeschlossenen Tariiverirag gekündigt. Die U e b e r- füllung der Halden hat die Bergwerksdirektion seit dem 3l. Januar zum Einlegen von fünf Feierschichten veranlaßt. Für dies« verlangen die Bergleute Entschädigung in Höhe von 80 Proz. des LobneS, ein« Forderung, der wohl kaum Erfüllung winkt. Feierschichten und Lohnabbau im Bergbau, dazu Lohn- reduzierung und Arbeiterentlasiung in der Hüttenlndustrie bei kaum merllichem Abbau der Lebenskosten, der zudem durch die neueste Wirtschaft Die enkfefselke Privatinitlaiive. Vor kurzem haben die amerikanischen Eisenbahnunternehmer die eigenen Reparaturwerkstätten geschlossen und L0 000 bis 50 000 Mann ausgesperrt. Die Reporattzeen werden, so berichtet die F.P., In außenstehenden Betrieben vorgenommen. Infolgedessen muß für die Ueberholung einer Lokomotive statt 4— 5000 Dollar 18—20 000 Dollar bezahlt werden. Von wem?— Se'bstverstandiich von der Allgenioirchettl Das geht so zu: Während des Krieges waren bekanntlich die Eisenbahnen vom Staat verwaltet und die Prioatgesellschaften offiziell ausgeschaltet. Technische und geschäft. lich« Leitung der Eisenbahnen allerdings blieb in den Händen der Direktoren und höheren Angestellten der Gesellschaften. Dies««r- geben en Diener des Kapitals ftrhen offenbar ihre Aufgabe darin, die Unzulänglichkeit der staatlichen Verwaltung darzutun. Das gelang natürlich, und nach Kriegsende wird daraus die entsprechende Schluß- folgermrg gezogen: Rückgabe der Eisenbahnen an die Aktiengesellschaften, Verpflichtung der Regierung, all« während der staatlichen Verwaltung entstandenen Schaden zu ersetzen und iür be- stimmt« Zeit staatliche Garantierung eines festen Dioi- dendensatzes, damit die Betriebe ohne Schaden für die Aktien- bescher„saniert!' werden können. Nunmehr rentieren selbstver- ständlich die Bahnen. P« r.s o n en tar i fe und vor allem Frachtraten wurden zu schwindelnder Höhe hinaufgetrieben. Die Farmer jammerten, weil sie die Frachtkosten tatsächlich nicht mehr erschwingen konnten. Die Konsumenten hungerten bei allem Ueberfkuß, weil In der Folge die Agrarprodukt« immer teurer wurden- Die Prosite aber— in der kapitalistischen Wirtschaft das einzig anerkannte Zeichen für die Rentabilität— kletterten und klettern immer höher. Mit dem neusten ober erwähnten Trick Wagen die Eisenbahn- Magnaten zwei Fliegen mit einer Kloppe..Die ausgesperrten Ar- beiter müssen, um nicht zu verhungern, Arbeit in den außenstehenden Reparaturwerkstätten zu den Bedingungen des sogenannten„open shop* annehmen, d. h. auf das Koalitionsrecht verzichten. Da— und io wird die zweite„Fliege" geklappt— die R e P a- raturgesellschosten zum größten Teil von den Eisenbahn- geselllchaften finanziert sind, stießen die riesigen Mehrkosten, die ja der Staat zu bezahlen hat, wieder al? Dividend« in die Taschen der Unternehmer, die den Gemeinbesitz so in trefflicher Weise„ver. gesellschastend", sich als Retter aus der Zlot feiern lassen. Mus öer Partei. Ein Sonflikl in Frankreich. In der letzten Sitzung der französisch?» sozialistischen Partei wurde der Abgeordnete Albert Thomas ausgefordert, entweder das Abgeordneienmandat oder den Posten des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes, da» in Frankreich von den Sotialisten als kapilalistiiches Lrgan betracknet wird, niederzulegen. Albert Thomas ist entschlossen, der Ausiorde- rung nicht Folge zu leisten, da er sowohl bei seinen Wäbleru w'e auch bei den Gewerkichailen. die in der Amsterdamer Jnlernntiorale vertreten sind, völliges Vertrauen genießt. Soziales. produktive Erwerbslofeufürsorge im Vogtland. Um Not und Arbeitslosigkeit in dem besonders schwer le-den« den Vogttand zu mildern, will man, wie die„Frkf. Ztg." meldet, mit beträchllichen Staatsmitteln dort üeue Erwerbszweige einzubürgern versuchen. Ein demokratischer Antrag verlangt zum Zwecke der Einführung neuer Industrien aus Reichsmitteln und für produktive Erwerbslosensürsorge langfristige und gering verzinsliche Darlehen und aus sächsischen Staatsmitteln 20 Millionen Mark für Aufträge. BeranN». für den redaU. Teil: Dr. Weener Brise», Cdaristtenburz: für Nnzeizep: Sd. Glocke. Berlin. Lcrlag: Borioärts-Verlaq G.m.b.H.. Berlin. Track: tlor« «ürls-Bucbdruckerei n. Beriaasanltail Paul«inger u. Sä., Set Li.t. Lindenflr. 3. Hier,« 1 Brttape. OuSten DlcS> die HOhnerauger», rnussl Du Kukirol gebrauchen. j%Y besefflgl sehneü.sithw 5�1164*5701. und schrnerrlos Hühneraugen, Hornhaui.Schwielen um Warzen Schachtel /»U- Jn Hpotheken u. Drogerien«itälHich. Evlzdltun$ Erhältlich in den, Apothehen und, Drogerien H.von Gimborn-ArG. Emmsrich, a/Rhevn Kriegsanleihe wird zu 84% in Zahlung gtnemieen! EsüH Peiznttl letzt 2000, 3000, 4000, 5000 sonstige Preise weit Ober du Doppelte! 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Paat alle Patcntktasaen und damit fast alle Erwerbs- und ladastrlezweige werden vertreten sein und Zeugnis ablegen von dem Wirl'.en des deutschen Crtindungsgeistes „ f/"»«'* AJ,"*e,luBK auf dem Ausstellungsgelinde umfaM In Halle VlinX d e SUnde 322—326 und 349—351 und nat einen Plicben- räum von HI Quadratmetern, welcher nach xwel Selten eine . Front von je 18 Metern aufweist. Kleiner» Auestellungeplätie von V. V. Vr, V,-q»»inö noch zu vergeben. Wegen Beteiligung verlange man einen Prospekt von der Genohttftnntfille den Allgem. Eründer-Verbandes E. V. Berlin W. 60, Anebacher Straße 28. 950