E Nr. 256. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. 11:50 911: Jahrg. Vorwürts Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzetle oder deren Naum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonne und gefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amrt 1, r. 1508. Telegramut- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 2. November 1894. Expedition: SW. 19, 33euth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Au die Parteigenossen! Nachdem der Parteitag in Frankfurt a. M. die Unterzeichneten mit der Leitung der Parteigeschäfte für das nächste Jahr betraut hat, fand im Anschlusse an diese Wahl sofort die Konstituirung der Parteileitung, entsprechend den Bestimmungen des§ 13 Abs. III unferes Organisations- Statuts statt. In dieser Sigung wurden folgende Beschlüsse gefaßt: Die Adresse des Parteibureaus ist wie bisher J. Auer, Berlin SW., Raybachstr. 9. Sämmtliche für den Parteivorstand bestimmte Briefe und Zusendungen sind nur an die vorstehende Adresse zu richten. Alle Geldsendungen dagegen sind nur an den Parteikassirer Albin Gerisch, Berlin SW., Rabbach str. 9, zu adreffiren. Beschwerden über den Partei- Borstand oder dessen Geschäftsführung find an Heinrich Meister, Hannover, Pferdeft r. 9 einzusenden. Nach den Bestimmungen des§ 4 des Organisationsstatuts hat die Neuwahl der Vertrauenspersonen alljährlich im Anschlusse an den Parteitag stattzufinden. Wir richten deshalb an die Parteigenossen die Aufforderung, diese Wahlen vorzunehmen und die Adressen der gewählten Vertrauenspersonen umgehend an das Parteibureau einzusenden. Berlin SW., Razbachstr. 9 Berlin, 1. November 1894. Für die Parteileitung: August Bebel. Paul Singer, Vorsitzende. J. Auer, W. Pfannkuch, Schriftführer. Albin Gerisch, Kassirer. Der Tod des Baren. Der längst erwartete Tod des Zaren Alexander's III. ist am 1. November Vormittags in Livadia in der Krim eingetreten. Seit dem 13. März 1881 hat er auf dem Thron des russischen Reiches gesessen, der für ihn frei wurde, als sein Vater dem Dynamitattentat zum Opfer Feuilleton. fiel. Hatten unter Alexander II. die regierenden Bureau-| gegen obrigkeitliche Bedrückung zu vertheidigen wagte. Alle traten das russische Volk mit Ruthen gezüchtigt, so haben die offenkundigen Thatsachen hindern aber die deutschen die Regierungsmänner zur Zeit Alexander's III., die Bobe- Unterthanengemüther aller Konfessionen nicht, ihrem Bydonoszew und Genossen, es mit Skorpionen gepeitscht. Eine zantinismus einen süßlichen Ausdruck zu verleihen, weil den finstere, bleierue, grausame und feige Gewaltherrschaft übten Zaren Alexander III. das allgemeine Menschenloos ereilt, fie aus, die sich gegen Alles kehrte, was in den Verdacht einer daß er sterben muß. Als ob nicht für diese Lage schon der selbständigen und freien Regung gerieth. Wer danach alte Homer den ewig mustergiltigen Ausdruck gefunden und strebte, dem Volke politische Freiheit, das Recht der Antheil- dem Achilles in den Mund gelegt hat: nahme an der Berathung und Verwaltung seiner eigenen ,, Wohl denn Lieber, so stirb denn auch Du! Was Angelegenheiten zu verschaffen; wer dem bedrückten Bauern, jammerst so sehr Du? Auch Patrokles ist gestorben wer dem Arbeiter aus seiner Noth emporhelfen wollte; und war ein besserer Mann als Du!" wer für Bildung und Besiz wirkte sie alle waren„ ver- Wie mancher weit bessere Mann ist nicht mit der Zu dächtig", sie alle fielen als Unruhstifter dem auf Ver- stimmung Alexanders III. von dessen Schergen zu Tode ges bannung, Kerker und Tod lautenden Urtheil der Gerichte, martert worden! oder wenn man ihnen nichts nachweisen konnte, der Ueber die Persönlichkeit Alexander III. haben wir uns „ administrativen" Verschickung nach Sibirien anheim. vor einigen Tagen ausgesprochen. Will man für ihn milTausende sind diesen Weg gegangen, Tausende der dernde Umstände geltend machen wegen der Schandthaten, besten Männer und Frauen Rußlands büßen noch die von seiner Regierung verbrochen worden, so kann man jetzt in den Bergwerken, in den Eiswüsten Sibiriens mur auf Charakterschwäche und durch beständige dafür, daß sie nicht stumm und und kalt, nur auf Angst erzeugte theilweise Unzurechnungsfähigkeit pläihren eigenen Vortheil bedacht, an den Leiden ihres diren. Um so ungeheuerlicher ist es, daß ein Boltes vorübergehen konnten; Tausende fiechen dahin, sofern so beschaffenes menschliches Wesen 13 Jahre lang auf das nicht der Tod die Verfolgungen des unumschränkten Baren Wohl und Wehe von Hundert Millionen Menschen einen und seiner Tschinownits abgekürzt hat. entscheidenden Einfluß ausüben konnte. Und nicht allein Es gehört die ganze Verkommenheit der europäischen in seinem eigenen Lande, auch in fremden Staaten wurde War es Bourgeoisie, die ganze Unterthanendemuth der Machtaubeter mit seiner Zustimmung Unheil angerichtet. dazu, wenn jetzt angesichts dieser schmachvollen Zustände in doch diesem geistig beschränkten, aber vom GroßmachtsRußland die Blätter, auch solche liberaler Färbung, dem gefühl durchtränkten Selbstherrscher vorbehalten, gegen einen Baren auf sein em Sterbebette verherrlichende Artikel widmen. benachbarten Better von Gottes Guaden" einen Anschlag Nirgends aber erscheint diese Verkommenheit jämmerlicher, in Szene sehen zu lassen, der in der Geschichte nur ein diese Unterthanendemuth hündischer, als in den deutschen Seitenstück hat: des mittelalterlichen Raubritters Kunz von Zeitungen. Denn die nämliche feige Quäleret, mit der das Kaufungen Prinzenraub. Barenregiment die liberale und sozialistische Gesinnung ver- Wie eine bittere Satire auf das angestammte Unter folgte, verhängte es, wie über die Polen, weil sie Polnisch, thanenvertrauen liest es sich, daß auch diesem Alexander Ill. auch über die Deutschen der Ostsee Provinzen, in seiner Thronfolgerzeit die Hoffnungen des russischen weil sie Deutsch sprechen. Und wie die Nationalität, gab Volkes auf den„ Kronprinzenliberalismus" begleiteten. Diese der Glaube der russischen Unterthanen dem Zarenregiment Unterthanenempfindung ist so unausrottbar, daß sie auch Anlaß zu den härtesten Verfolgungen. Alle Nicht- Orthodoxen, jetzt wieder Alexander's Sohne Nikolas, der als zweiter mochten sie Katholiken, Protestanten oder Juden sein, dieses Namens den russischen Thron besteigt, umschmeichelt. wurden als Unterthanen zweiter Klasse behandelt. Die Zwar daß ein Gefühl der Erleichterung bei dem Throns Judenverfolgungen wurden von dem Beamtenthum förmlich wechsel alle Bedrückten in Rußland erfaßt, ist nur natürgezüchtet, und mancher katholische polnische Priester und lich, denn schlimmer als bisher kann es im Zarenreiche deutsche protestantische Prediger hat in die Verbannung nicht mehr werden. nach Sibirien gehen müssen, weil er seine Glaubensgenossen 1 Jch preßte Sylvia ein letztes Mal an meine Brust. Sie konnte fein Wort reden und besinnungslos trug man 28 sie hinaus. Ich kann nichts mehr für Sie thun," sprach der Ge„ Es ist zu spät, Ihre Begnadigung zu erlangen." Erinnerungen eines Kommunarden. hilfe des Bürgermeiſters zu mir. Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Sie verlor auf einen Augenblick das Bewußtsein, doch erwiderte ich, ich aber bin unschuldig. Diejenigen, welche " Man sucht nur für Schuldige um Begnadigung nach," erholte sie sich durch die Fürsorge des Arztes schnell wieder. in dieser Welt ernstlich das Gute anstreben, können nur im Da ich befürchtete, man würde uns nach Beendigung des Tode auszuruhen hoffen!" Ich gefährten war, verlassen und man führte mich in den Saal oder eigentlich die gemeinsame Gruft zurück. Als ich hier eintrat, war ich nahe daran, umzufallen; ich drohte zu ersticken. Unbekannte drückten mir still die Hände. Angesichts eines gewissen Todes schienen alle diese deniselben Schicksal verfallenen Männer gewissermaßen nur eine Seele zu haben. " Unterdeß erscholl vom Hofe herauf der scharfe Ton eines Kommandos. Es war fünf Uhr. Die Pforte wurde geöffnet und Morgenluft drang frisch und scharf in den Trauattes schnell trennen oder auch, daß Sylvia von Neuem Der Beamte ging mit seinen Freunden fort. Ich Raum. Die entscheidende Stunde hatte geschlagen. Wir ohnmächtig werden könne, so bat ich den Beamten, mir vor- bat den Arzt, mir zu sagen, wie spät es sei. drängten uns vor, um als erste in den Tod zu gehen, erst zu erlauben, der mir so einzig theuren Person meinen vernahm zu meiner Verwunderung, es müsse vier Uhr aber man ließ nur ungefähr zwanzig zur Zeit hinaus. legten Willen mitzutheilen. Morgens fein. Da ertönte plöglich mit festem Ton eine helle Stimme und Meine theure Sylvia," sprach ich zu ihr, in wenigen Stunden werde ich nicht mehr am Leben sein. Wenn es Wenn man auf dem Punkte steht, aus dem Leben zu wie mit einem Schlage fielen alle ein. Man sang die Dir möglich ist, meinen Körper ausgeliefert zu erhalten, so scheiden, so strömen mit Macht alle die Gedanken auf uns Carmagnole": ist mein Wunsch, in der Nähe Deines edlen Vaters' be- ein, die in wichtigen Augenblicken unseres Lebens unser stattet zu werden und Du selbst wirst eines Tages an Gehirn bewegten. Unwillkürlich gelangt man zu einer Art Gewissensprüfung, indem man seine Vergangenheit überunserer Seite ruhen. Ich will auf meinem Grabe nur Blumen haben. Du hast mir gesagt, daß Du in einigen blickt. Hatte ich Unrecht gethan, indem ich handelte, wie geMonaten Mutter sein wirst. Lehre unserm Kinde, daß es schehen? Meine Ueberzeugung sagte mir, daß in den Ernicht dem Andenken seines Vaters flucht und erziehe es in eignissen, wie ich sie durchlebt, ich nicht anders handeln denselben Grundsäßen des Ehr- und Rechtsgefühles, die konnte noch durfte. In diesem Augenblick trat ein schwarz gekleideter Mann Dein Vater uns einzuflößen wußte. Sage ihm, wenn es ein Sohn ist, daß ich ohne Haß und mit einem reinen Ges in meine Zelle und wendete sich in salbungsvollem Tone an mich: Mein Sohn, wollen Sie sich, bevor sie sterben, mit wissen in den Tod gegangen bin und daß er gegen unsere Feinde teine Rachegedanken hegen soll." 311 übermannen drohte. Was konnte ich ihr auch noch ihn nicht gekannt." Ich hielt inne, da die Aufregung Sylvia aufs Neue Gott versöhnen?" mehr in Gegenwart all der fremden Leute sagen? Was woll'n Republikaner roth? Eisen, Blei und dann noch Brot, Das Eisen uns'rer Rache!" Blei für die heil'ge Sache! Und Brot für uns're Brüder! Es lebe der Blizz der Blize, Und Brot für uns're Brüder, Es lebe der Blizz der Geschüße! Das unheimliche Knattern der Mitrailleusen erscholl, gefolgt von Ausrufen des Schmerzes und der Verzweiflung, dann erschollen noch einige einzelne Schüsse; den meisten von uns perlte der Schweiß auf der Stirne, alle waren bleich wie der Tod. Ein zweiter Trupp Menschen ging Aufs neue dröhnten die Schüsse. Gott?" erwiderte ich mit bitterm Lächeln, ich habe Der Beamte las uns die betreffenden Gesetzesparagraphen ,, Aber bedenken Sie, wie schwer Sie gesündigt hinaus. Das Lied erscholl weiter. vor und richtete an uns die üblichen Fragen. Ich ant- Genug, mein Herr," rief ich aus, ich hatte nie weder Jett kam an uns die Reihe. Man ließ uns über den wortete mit fester Stimme und Sylvia hauchte ein von Sie noch einen der Shrigen nöthig zum Leben und jetzt noch Hof gehen und stellte uns an eine Mauer, den noch Schluchzeu faft ersticktes" Ja". Wir unterzeichneten und viel weniger zum Sterben." rauchenden Mitrailleusen und finster schweigenden Soldaten nach uns die beiden Zeugen, dann der Doktor. Als vierten Der Schwarze ging hinaus und warscheinlich dank gegenüber. Unsere Füße wateten im Blute unserer KameZeugen, der dem Gesetze nach erforderlich, nahmen wir den seiner christlich mildherzigen Empfehlung mußte ich das raden, von denen einzelne noch röchelten. Wehrere von Soldaten, der den Posten an der Thür inne hatte. Bimmer, in welchem ich getrennt von meinen Unglücks- uns, erstickt von Betlemmung, Schrecken und Abscheu, Politische Leberlicht. Berlin, den 1. November. ganz anders als in anderen. Wie oft hat sich das nicht schon gezeigt, wenn Militärpersonen Gelegenheit hatten, in das bürgerliche Leben einzugreifen oder gar ein Urtheil über Konflikte zwischen Zivilisten und Militärpersonen" zu fällen. Wir veröffentlichten gestern den Bericht über einen Von einer Reorganisation des offiziösen Pre- In militärisch frisirten Köpfen malt sich die Welt wesens wird gemunkelt. Kann man eine Mistpfüße ,, reorganisiren"? Man schöpft sie aus und läßt eine Beit Die Agrarier glauben im Trüben fischen zu können lang Wasser darüber laufen, bis der Schmutz fortgespült und fehl gehen sie sicher nicht, wenn sie glauben, daß der ist und nicht mehr Auge und Nase beleidigt. verworrene Gang unserer Regierungspolitik ihnen zu gute kommen kann. Die Aenderung in dem Regierungspersonal Grafen Caprivi nicht fehlen. Das verstand sich bei der vorher vor dem Militärgericht sich abspielte. Ein Konflikt An Efelstritten lassen die Bismarck'schen es dem solchen Prozeß, der diesmal vor dem Schöffengericht, kurz ist ihnen günstig. Ohne daß ein Systemwechsel dadurch an- Natur dieser Gesellschaft von selbst. Niemand kann aus zwischen Militärpersonen und Zivilisten gab den Anlaß. gezeigt wird, ist das Widerspiel der Kräfte im Minister- feiner Haut heraus, obgleich man eine Löwenhaut umhängen Die militärischen Richter gaben den Militärpersonen, das rath den agrarischen Ansprüchen doch günstiger geworden. kann. Wahrhaft komisch aber muß es wirken, wenn unter den Bivilgericht den Zivilisten Recht. An und für sich iſt es Fürst Hohenlohe ist ein älterer schwächerer Caprivi, Herr Vorwürfen, die dem zweiten Kanzler gemacht werden, auch schon ein Zeichen dafür, daß etwas faul ist in den v. Köller aber ein um einige Nummern schneidigerer Eulen- der sich befindet, er verlasse sein Amt nur ungern" und er Staatseinrichtungen, wenn ein und der nämliche Fall vor burg mit mindestens der nämlichen Neigung zum Agrarier- sei„ nicht uneigennützig und selbstlos" gewesen. Und das zwei verschiedenen Gerichten behandelt werden muß, weil thum, die Graf Eulenburg letthin bekundet und bestätigt aus dem Munde der Lobredner eines Mannes, der sich mit bie einen Betheiligten einen besonderen Gerichtsstand haben. hat. Für diese günstige Sachlage zeigen die Vorkämpfer Händen und Füßen, in würdelofer Gier, an die Macht Das würde aber noch nicht nothwendiger Weise bedingen, des Junkerthums die feine Witterung, die sie als aus- flammerte, und, während er die Regierung führte, aus daß die beiden Gerichtshöfe zu ganz entgegengesezten Urtheilen gelernte Interessenjäger von jeher für ihre Sonderinteressen einem der ärmsten Junker Deutschlands zu weitaus dem famen. Da das Militärgericht heimlich, das Zivilgericht gehabt haben. reichsten geworden ist zu einem Krösus mit ungezählten aber öffentlich verhandelt, können wir uns nur nach den Graf Kaniz benutzt eine Anfrage der" Illustrirten Millionen. Dieses geniale" Kunststück hat der Mann Verhandlungen des letzteren ein Urtheil bilden. Danach Landwirthschaftlichen Beitung", ob sein berühmter Antrag ohue Ar und Halm" allerdings nicht fertig gebracht. Und waren unzweifelhaft Militärpersonen der angreifende Theil. wieder eingebracht werden solle, dazu, sich über die Sach- noch einen anderen Fehler haben die Bismarck'schen au Wenn dennoch das Militärgericht gerade umgekehrt urtheilte, so Lage zu äußern. Uubeirrt durch seine vorjährige parlamen- Caprivi entdeckt: seine Hand war nicht feft genug"! Das läßt sich das nur aus einer Voreingenommenheit erklären. Zu tarische Niederlage ist er entschlossen, alle Hebel anzusetzen, sei schuld an seinem Sturze gewesen. Aber der angebetete verwundern ist das nicht. Senkt doch der Militarismus um dem Junkerthum auf Kosten der arbeitenden Klassen Göße hatte doch gewiß eine feste Hand" in jeder seine Sangwurzeln in jedes Gehirn hinein, dessen Besitzer ein höheres Einkommen zu sichern. In Verfolgung dieses Beziehung- und ist jetzt die alte Raketentiste". Gedankens schreibt Graf Raniz: unter den Baun Molochs geräth. Sogar die Offiziers" " Der Abg. Engen Nichter läßt in der Freisinnigen Beitung" feierlich verfünden, daß er begonnen habe, Reich 3tags Memoiren zu schreiben. Der Anfang derselben soll Schilderungen über die ersten Sessionen des Deutschen Reichstags bis 1877 enthalten unter dem Titel: Jm alten Reichstage, Erinnerungen von Eugen Richter." Man schreibt solche Memoiren daß die Tage der freisinnigen Boltspartei gezählt sind? doch nur, wenn man Ruhebedürfniß hat. Glaubt Herr Richter, Eine That. Die Mainzer Stadtverordneten haben in namentlicher Abstimmung mit 23 gegen 13 Stimmen die Bewilligung eines Plates für das geplante HeineDenkmal abgelehnt. Die 23 fühlten sich offenbar durch die Fußtritte, die Heine den deutschen Philistern versezt hat, persönlich beleidigt. Nach wie vor bin ich also von der Nothwendigkeit gefeßgebe Die Wahl im 2. anhaltischen Wahlkreis liegt töchter werden, wie das Meter Beispiel zeigt, schon als rischer Maßnahmen zur Erhaltung eines erträglichen Preisniveaus unseren Gegnern sehr schwer im Magen. Fast durchweg Schulmädchen mit dem Standesdünkel infizirt. Was soll auf dem deutschen Getreidemarkt überzeugt. Die Wieder- Ein- hat der sozialdemokratische Kandidat Stimmen gewonnen. man dann erwarten von Personen, die selbst in zweierlei bringung meines Antrages wird von Stellungnahme meiner politischen Freunde im Reichstage, zunächst meiner Fraftions- In den 10 Bezirken der Stadt Bernburg haben von Tuch einherstolziren! genossen, abhängen. Wenn ich auch glaube, daß die Erkenntniß der 6463 Wählern über 5100, also nicht ganz 80 pCt., ihr Unhaltbarkeit des gegenwärtigen Zustandes jetzt auch in weitere Wahlrecht ausgeübt. Es erhielten Professor Dr. Friedberg Kreise eingedrungen ist, die Aussichten für meinen An=( natl.) 1420, Oberbürgermeister Baumbach( freis.) 272, Gold: trag also vielleicht günstiger stehen als im Frühjahr, schmiedemeister Fischer( Mittelpartei) 840 und Redakteur so ist doch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß meine Schulze( Soz.) 2575 Stimmen. Vergleicht man mit diesen politischen Freunde einen anderen Weg einzuschlagen gedenken, Zahlen die der Wahl im Jahre 1893, so entfielen diesmal daß sie einen besseren Antrag an die Stelle des meinigen setzen. auf den nationalliberalen Kandidaten 854, auf den Dies muß abgewartet werden und so bin ich zu meinem Be deutschfreisinnigen 231 Stimmen weniger, auf den dauern vor dem Zusammentritt des Reichstags nicht in der Lage, eine bestimmte Erklärung abgeben zu können." sozialistischen 173 mehr. Jm Landkreise Bernburg sind, Ein befferer" Antrag im agrarischen Sinne tönnte in Leopoldshall die meisten sozialistischen Stimmen, nur auf einen noch rücksichtsloseren Ausbeutungsplan nämlich 657, abgegeben worden; dann folgen Heck hinauskommen. Einen neuen Beutezug werden die Agrarier lingen mit 463, Nienburg mit 409, Neundorf also jedenfalls unternehmen und so wird denn das neue mit 307, Sandersleben mit 287 und Güsten mit Ministerium gleich auf die Probe gestellt werden, wie weit 225 Stimmen. Angesichts dieser Fortschritte unserer Partei Ein Opfer der Staatsraison und der in den höchsten es sich der„ kleinen, aber mächtigen Partei" zu atkomodiren findet die nationalliberale Magdeburger Zeitung" einen schwachen Trost darin, daß von den 33 Wahlbezirken des Regionen herrschenden Moral ist die Prinzessin Alix von gedenkt. Kreises nur 23 ein Anwachsen der sozialdemokratischen Hessen, die man dem russischen Thronfolger zur Braut Graf Eulenburg's Berhalten in der Kanzlerkrisis Stimmen, 10 aber eine Minderung zu verzeichnen haben. gegeben hat. Wir hatten schon wiederholt Gelegenheit, war in der„ Kölnischen Volkszeitung" eingehend geschildert Als ob nicht erfahrungsgemäß troß des allgemeinen An- dieser Prinzessin und ihrer Großtante Marie zu erwähnen, worden. In dieser Darstellung, die auch wir mitgetheilt wachsens einer Partei bald hier, bald dort aus örtlichen auch einer Hessischen Prinzessin, die sich an der Seite eines haben, wird behauptet, daß der Graf die Aufnahme der Ursachen ein Rückgang unvermeidlich ist. Verschieben sich russischen Großfürsten und Baren- Alexanders II.- der Forderung einer straffen Gesetzgebung" gegen die Sozial- uur die Parteiverhältnisse des Wahlkreises in dem bis- Staatsraison bengen, und das Leben eines geopferten, verdemokratie in die Adresse des Bundes der Landwirthe be- herigen Tempo auch weiterhin, so muß der Wahlkreis unser rathenen Weibes spielen mußte. Beide Prinzessinnen haben, wirkt habe. Nunmehr verkündet das Organ des Bundes, werden. gleich allen deutschen Prinzessinnen andere sind dafür die Deutsche Tageszeitung":" Wir sind in der Lage, zu nicht zu haben die Religion erst wechseln müssen, um der erklären, daß diese Mittheilung in keiner Weise und in gefährlichen Ehre, und des zweifelhaften Glücks theilhaftig zu teiner Einzelheit den Thatsachen entspricht." Ja, weshalb werden. Nach Neigung wird bei derartigen Verlöbnissen wird denn nicht mitgetheilt, was wirklich bei der Unterund Ehen nicht gefragt. Ob im neuesten Falle Neigung redung zwischen Graf Eulenburg und Herrn v. Plötz vor- Der Rückgang der freisinnigen Stimmen erklärt sich eines auf Seiten der Prinzessin vorhanden war, wissen wir nicht. gefallen ist? Theils dadurch, daß Baumbach erst wenige Tage vor der Wahl Auf Seiten des Großfürsten jedenfalls nicht. Derselbe fich hier in Streife ſehen ließ, andererseits aber auch großentheils feiten des Großfürsten jedenfalls n Ueber weitere Personenveränderungen, im Zu- burch die Annoncen des Bernburger Komitees, wonach Baumbach hat bereits längst ein Verhältniß", und er hat deshalb sammenhang mit dem jüngsten Kanzler- und Minister- als Bolts parteiler hingestellt wurde. Man will hier im mit seiner Familie schon wiederholt den ärgften Skandal wechsel, schwirren Gerüchte durch die Luft. Der Land- Kreise von der Volkspartei nichts wissen. Hier in Röthen, wo gehabt, weil er die Geliebte heirathen wollte. Die wirthschafts- Minister Herr v. Heyden soll zurückgetreten er bei seiner Wahlrede eine Versammlung von zirka 1000 Per- höchste Moral erlaubt nämlich, daß ein nicht standessein, der Justizminister v. Schelling am 12. Dezember, sonen hatte, war er nur, was er auch in der That ist, als gegemäßes Mädchen verführt und als Rebsweib gehalten, nicht aber daß sie geheirathet wird. Der Großfürst drohte, zu feinem 50jährigen Dienstjubiläum, zurücktreten wollen; mäßigt liberaler Kandidat empfohlen." Also trotz des neuen Programms will man dort nichts das Beispiel des österreichischen Erzherzogs Rudolf nachauch von Bötticher soll wackeln u. s. w. Wir befassen uns anhalter Erfahrung maßgebend ist für Deutschland, dann zu verzichten. wissen" von der Freisinnigen Volkspartei". Wenn diese ahmen zu wollen und erklärte sich bereit, auf den Thron Schließlich wurde die Sache für den steht's übler um die Richterlinge, als selbst ihre Gegner Augenblick beigelegt; und als die Katastrophe bisher annahmen. Und unwahrscheinlich ist das nicht, denn an den Zaren heranrückte, wurde die Prinzessin naturgemäß entwickeln sich in den gegenwärtigen heftigen Alir das Sterbelager des Zaren gerufen, sozialen Kämpfen die Massen des Bürgerthums immer weiter eines Sohns jener ersten hessischen Prinzessin, die der nach rechts. Bezeichnend ist es auch, daß Herr Baumbach, Staatsraison in Rußland geopfert worden war; dort sollte diese ewig schwankende Gestalt, sich in Anhalt als gemäßigt fie am 29. Ottober mit ihrem hohen Bräutigam getraut liberaler Kandidat anpreisen ließ. Und der Mann führte werden. Der 29. Oktober ist vorüber gegangen die den Vorsiz in der Generalversammlung der Freisinnigen Trauung ist noch nicht erfolgt. Was mag Alles sich hinter Volkspartei! den Koulissen ereignet haben? Man wandelt nicht ungestraft unter Palmen und um Throne. nicht weiter mit diesen Gerüchten, zumal der Gegenstand derselben politisch ohne jegliche Bedeutung ist. Geld für landwirthschaftliche Beiräthe bei den diplomatischen Vertretungen des Deutschen Reichs soll schon in der nächsten Reichstagssession gefordert werden. Fünf solcher Stellen sollen eingerichtet werden, und zwar bei den Gesandtschaften in Washington, Petersburg, Paris, Wien und Rom. Mit einem solchen Lutschbeutel werden die schreienden" Agrarier wohl kaum sich den Mund stopfen Lassen. schwiegen. Aber die Andern, zitternd und doch bewundernswürdig, begannen die letzte Strophe der Carmagnole: Ein interessantes Schlaglicht auf das Wesen und die Lage der Freifinnigen Volkspartei wirft eine dem Berliner Tageblatt" aus Anhalt zugegangene Korrespondenz. Es heißt da: -O " Gesicht, in welchem ein Paar lebhafte durchdringende Augen In Italien vermehren sich die Anarchisten" mit den funkeln, umrahmt von einem dichten struppigen, furz- Berlegenheiten Crispi's. Man telegraphirt: geschorenen graumelirten Haarwuchs und einem langen Rom, 31. Oktober. Infolge der in der vergangenen Nacht röthlichen Barte, so sah der Doktor Jean Marcas, in Mailand vorgekommenen Bombenexplosion wurden dort " Feuer!" schrie der Offizier, indem er seinen Säbel Bataillonsarzt erster Klasse in einem Linien- Infanterie-& ebn Anarchisten verhaftet. emporschwang. 1 Hoch die Kommune von Paris! Hoch die Kommune Die Föderirten hatten aufgehört zu fingen! Ein Arzt und Sonderling. Der Kasernenhof war mit Leichen erfüllt. Nach jeder Niederkartätschung einer Abtheilung von Gefangenen wurden die Leichen derselben in eine Ecke des Hofes geschleppt, wo man sie später in Risten warf, um sie nach dem gemein schaftlichen Grabe überzuführen. Sylvia war. Regiment, aus. Weder in seinem Aeußern, noch in feinen Manieren hatte er etwas, wie man sich sonst einen„ Doktor" vorstellt. Er konnte durchaus in keinen Verdacht kommen, irgend welche Sympathie für die Kommune zu haben. Im Gegentheil verachtete er alles, was man unter" Politik" versteht. Er war Materialist und Atheist, und durchdrungen von der Darwin'schen Theorie. In Livorno sind fünf Mitschuldige Lucchesi's, der feiner Zeit den Redakteur Bandi ermordete, verhaftet worden. Die Untersuchung in dem Prozesse ergab, daß die Er mordung Bandi's auf ein anarchistisches Komplott zurückzuführen ist. Wenn Crispi noch ein paar Jahre so weiter wirthschaftet, wird ganz Italien anarchistisch" sein, das heißt, nur noch Einwohner enthalten, die auf den Umsturz" diefer Standrechts und Bankrottregierung hinarbeiten. Noch ein paar Jahre? So lange wird es nicht dauern, und fann es nicht dauern. Unter den Menschen wie im Thierreich," pflegte er zu sagen, wird der Schwächere von dem ihm Ueberlegenen geNachdem die dritte Abtheilung auf diese Weise abge- tödtet. So war es immer und so wird es sein. Das ist Spanien hat wiederum eine Ministerkrisis. than war, durchlief plöglich ein Militärarzt die Reihe der ein Naturgesey." Er begnügte sich damit, die Thatsachen Gefallenen, um den Tod derselben zu konstatiren. Dieser festzustellen und die Ursachen derselben zu ergründen, aber und mehr als das. Die Finanzen find zerrüttet, in der Doftor war derselbe, welcher Beuge bei meiner Trauung mit er erlaubte sich niemals irgend etwas zu tadeln. Für diesen Verwaltung herrscht Anarchie und Bestechlichkeit, Noth und Als er bei mir vorüber kam( ich habe diese Forscher war das menschlische Geschlecht nichts als ein unzufriedenheit sind allgemein- versagt die Armee, so ist die Regierung gestürzt. Herr Sagasta, der bisher„ wurstelte", Thatsachen von dem Arzte aus seinen späteren Mit Gegenstand des Studiums gleich den Jufusorien, den Polypen hat seine Demission gegeben, weil er den Karren nicht mehr theilungen) fühlte er sich, statt seiner gewöhnlichen Theilnahm- oder anderen Thiergattungen. Tofigkeit, bewegt. Er fühlte mir den Puls und bemerkte, Wenn ihm nun aber auch das Jdeal" oder das Ab- aus dem Sumpf ziehen konnte. Die Königin hat Herrn daß in meinem Körper noch Leben vorhanden sei.. solute in der Wahrheit und im Guten gleichgiltig war, Sagasta aber gebeten, im Amt zu bleiben und sein MiniDer Unteroffizier, welcher den Arzt begleitete, frug den- so befolgte er dennoch eine praktische Lebensregel. Er nahm fterium etwas anders zu besetzen; und er hat auch angenommen. Es wird also fortgewurstelt" worin heut selben, als er sah, daß dieser bei mir länger als bei den es vor Allem sehr ernst mit seinem Berufe. Andern verweilte, ob er mir den üblichen Gnadenschuß mit" Es giebt Leute, welche man bezahlt, um zu tödten," zutage die staatsmännische Weisheit besteht. sagte er sich ,,, mich bezahlt man, um den Tod unter allen Umständen, wo ich ihn treffe, zu bekämpfen." einem Revolver verabreichen solle. „ Es ist das überflüssig," meinte der Arzt kaltblütig, dieser Mann ist mausetodt. Doch legt seine Leiche bei Seite. Der Körper interessirt mich und ich möchte mit demselben in meiner Anatomie Versuche austellen." " Wilde Bestien. Vorige Woche ging durch die Presse eine Notiz, des Juhalts, auf den Heils- Inseln"( Iles de Ich habe nicht festzustellen, ob es sich um eine Strafe Salut- ein schöner Name für solche Höllen!) bei Cayenne, oder ein Verbrechen, um einen Schuldigen oder ein Opfer wohin die französischen Galeerensträflinge deportirt" werden, handelt. Wenn Diejenigen, welche tödten, ihren Streich ge- sei eine Meuterei ausgebrochen, und etwa ein Duhend der Natürlich ging Alles das in größter Haft vor sich. führt haben, dann beginnt meine Aufgabe. Ich schaue dem Sträflinge, darunter etliche Anarchisten", seien im HandZwei Soldaten packten mich Bewußtlosen und legten mich Tod ins Auge und spreche: Jeyt heran zu mir, laß sehen, gemenge getödtet worden. Diese Notiz giebt der Petite abseits an eine Mauer. Die Leichen der Uebrigen wurden ob ich Dich nicht besiege." République" Anlaß zu einem Artikel, betitelt: Les Brutes fortgeschafft und die Abtheilung der Soldaten, welche Derart war der Mann beschaffen, der mich als eine- Die wilden Bestien. Die wilden Bestien" sind aber bald darauf abgelöst wurde, 30g ab. Der Arzt benutzte Art Ruriosum unter einem Haufen von Leichen aufgelesen. nicht die Sträflinge, obgleich fie, außer politischen Verstarkem Blut- brechern" und Verbrechern aus Leidenschaft, den Abschaum diesen Augenblick, um seinen Wagen an der Hofpforte vor: Er brachte mich bewußtlos und von fahren und den Körper dieses hübschen Jungen", welchen verlust äußerst geschwächt unter Beobachtung größter der Menschheit" enthalten, die Verkommensten der Verer schön einbalsamiren wolle, wie er lachend versicherte, mit Borsicht, um nicht die Aufmerksamkeit unnüßer Neu- tommenen. Die Petite République drückt die Bezeichnung sich fortzuschaffen. gieriger zu erregen, in seine Wohnung, wo er mich mit den unteren Gefangenwärtern, den ,, chiourmes"( sprich schiurm) Dente man sich einen Mann mit einem Nacken wie ein der größten Sorgfalt bettete und sofort meinen Zustand auf die Stirn, die ebenfalls meist den niedersten VerbrecherStier, mit breiten Schultern, einem kleinen gedrückten untersuchte. Fortsetzung folgt.) tategorien entnommen find: außer Dienst gesetzte Spitzel " " »lud Lockspitzel, systematisch zur Brutalität erzogene Halluukeu jeder Art, die das alte Verbrecherhandiverk nicht mehr ge- nährt hat. Die Sträflinge stehen unter den» Kriegsrecht, die Chiounnes, bis an die Zähne bewaffnet, haben den striktesten Befehl, bei der leisesten Widersetzlichkeit die Waffen zu gebrauchen, und sie sind überhaupt mit dis- krctionärer Gewalt ausgestattet. Ter„Jntransigeaut" er- zählt alls dem Leben auf den.Heilsinseln" ein paar grauenhafte Vorkommnisse. Drei nach einem Fluchtversuch wieder gefangene Sträflinge wurden von den„Wärtern" an Bäume gebunden, bis sie verschmachtet waren. Ein anderer wieder ergriffener Flüchtling wurde mit Syrup beschmiert und aus einem Ameisenhaufen an einen Baum gebunden. Im Lager von Revire band der„Wärter" A l l a r i zwei Sträflinge, bis an den Gürtel entblößt, an ein Gerüst, wo sie den Strahlen der tropischen Sonne ausgesetzt blieben, bis die Haut wie gekocht war. Dann wurden die Unglücklichen gepeitscht, und wieder-angebunden, bis der Tod sie erlöste. Auf der Werft von Gourdonville rief ein Sträfling, den der Ausseher geschlagen hatte, diesem im Zorn zu: Sie Elender! Der Aufseher jagte ihm fünf Revolverkugeln in den Leib, die den Unglücklichen tödtctcn. Diese Beispiele mögen genügen. Erwähnt sei nur noch, daß Bluthunde (vierbeinige) den Wächtern beigegeben, und darauf dressirt sind, nicht blos den Wann zu„stellen", sondern auch zu zer- fleischen. Die vom„Jntransigeant" mit allen Details mitgetheilten Fälle haben beiläufig nichts Ueberraschendes. Viele Kommunarden waren seinerzeit nach ähnlichen Stätten des Granens— in Neu-Caledonien—„deportirt" und sie haben Aehnliches berichtet, zum Theil selber erlebt. Man lese nur die erschütternden Schilde- rungen P e l l e t a n' s, die er in seinem bekannten Buch über die an den Konununegefangenen verübten Schand- thaten gegeben, und während der letzten Debatte über die „verbrecherischen Gesetze" ergänzt hat, ohne daß die Regie- rung eine Ableugnung auch nur versucht hätte. Und sind die Männer, die derartige Greuel verüben und sie dulden— so fragt die„Petite Republique"—, nicht größere Verbrecher, als die Sträf- l i n g e?— Casimir Perier und seine Sippe gerathen in immer schärferen Gegensatz zu der öffentlichen Meinung und empfangen von Tag zu Tag mehr und kräftigere Ohrfeigen. Ter vorgestrige Tag brachte ihnen zwei arge Blamagen. Die Art und Weise, wie die Regierung sich in der An- gelegenheit M i r m a n benahm, hat in Frankreich all- gemeine Entrüstung erregt. Die„Petite Republique" nennt es„ein Attentat auf die Volksvertretung", daß der Kriegs- minister das Recht beansprucht, jeden Abgeordneten, der im niilitärischen Dienstverhältniß ist, d. h. so ziemlich jeden Abgeordneten unter 45 Jahren nach Belieben unter die Fahne zu berufen. Nicht glimpflicher spricht die ganze radikale Presse sich ans.— Die zweite Niederlage, die Herr Perier und sein Ministerium vorgestern erlitt, war die Freisprechung der„Petite Republique", die ivegen Richterbeleidigung angeklagt war, weil sie erklärt hatte, die Justiz sei durch gewisse politische Prozesse der letzten Monate besudelt worden. Die Vertheidigung, vertreten durch unseren Genossen, den Rechtsanwalt und Deputirten Viviani, erhielt den Satz aufrecht, begründete ihn in glänzender Rede und— die Geschworenen sprachen frei. Da die Ge- schworenen dem Bürgerthum angehören, so beweist dies, daß auch in den bürgerlichen Kreisen das System Casimir Perier abgewirthschaftet hat. Nicht so glücklich wie die„Petite Republique" war der „Parti Ouvrier", der wegeu Beleidigung der Armee, in Person seines Verlegers und des Artikelschreibers zu 1 und zu Vs Monat Strafe verurtheill wurde. In Frankreich huldigt man nämlich ähnlichen Praktiken wie in Deutsch- land und sucht möglichst viele Personen für das nämliche „Preßvergehen" zu strafen. Die Reaktion ist überall von gleichem Haß gegen die Presse erfüllt und arbeitet überall mit den gleichen kleinlichen Mitteln.— Es gelingt nichts»»ehr. Die belgischen Pfaffen, die belgischen Bourgeois»md die belgischen Polizisten sind pfiffige Leute,— gewiß so pfiffig wie unsere heimischen Reaktionäre—; und als sie durch das Volk gezwungen, voriges Jahr das neue Wahlgesetz bewilligten, wandten sie all ihren vereinten Scharfsinn auf, um das allgemeine Wahlrecht in ein papiernes Schaugericht zu ver- wandeln, das zwar aussieht wie ein richtiges Essen aber keins ist. Tie Pluralstimmen wurden eingeführt, die Ab- stimmung sehr schwierig, gleichzeitig aber obligatorisch gemacht, und was sonst noch an Tricks und Kniffen sich ausspintisiren ließ. Und der Erfolg? Die beiden vorletzten Sonntage haben das ganze Kartenhaus über den Haufen geworfen und alle Berechnungen Lügen gestraft. Jetzt sind die belgischen Herren Reaktionäre daran, ein neues Heilmittel zusammen- zubranen: die Frauen sollen das Stimmrecht bekommen!„Die Männer haben sich von den Pfaffen be- freit, aber die Frauen sind noch fromm. Lassen wir die Frauen wählen, so wählt durch sie der Pfaffe, und der Mann muß, wie die Frau will." Sehr fein ausgetistelt. Wird jedoch auch nichts helfen. Auch die Proletarierfrauen sind allmälig zum Klassenbewußtsein erwacht, und treibt nian sie noch gewaltsam ins politische Leben, so wird ihre Fortentwickelung zum Sozialismus nur um so rascher sich vollziehen. Unsere Feinde mögen thun was sie wollen, sie m ü s s e n uns in die Hand arbeiten. So will es die Logik der Thatsachen.— Belgien. Wiederum sind unsere deutschen Reaktionäre um eine Hoffnung ärmer: sie hatten sich schon eingeredet, die zu Abgeordneten gewählten belgischen Sozialisten würden ihren Feinden den Spaß machen, den Eid zu ver- weigern und sich aus der Kammer hinauswerfen lassen. Natürlich denken unsere belgischen Genossen an keine solchen Allotria. Uebrigens haben sie blos der V e r f a s s u n g Treue zu schwören— genau ebenso wie der König— und die Verfassung kann ja jeden Augenblick geändert werden, wenn das Volk es will. Von der Monarchie zur Republik ist es kein weiterer Weg, als vom Zensus- Wahlgesetz zum allgemeinen Stimnirecht— vielleicht nicht so weit.— Der„Peuple", das Organ unserer französisch sprechen- den Genossen, veröffentlicht heute, wie telegraphisch gemeldet wird, an leitender Stelle einen Bericht, in welchem die An- spräche der Arbeiterpartei an das neuzugründende! Arbeits- Ministerium entwickelt werden. Danach soll das Arbeits- Ministeriuui das�Zeutrum einer weitverzweigten Organisation sein und in allen Ortschaften Agenten haben, um die Be- schwerden der Arbeiter entgegenzunehmen; ferner soll es den Gencralstab der Inspektion der Arbeiter bilden und die Vorlagen zu Arbeiterschutz- und sonstigen sozialen Gesetzen für das Parlament ausarbeiten.— Der Schlachtruf Lord Roseberh's gegen das Ober- Hans hat die englischen Konservativen mehr belustigt als erschreckt. Der Gedanke, durch Beschlüsse des Unter- Hauses das Oberhaus zur Kapitulation zu bringen, ist aber auch gar zu lächerlich. Beschlüssen des Unterhauses sind allezeit geictzlich glcichwerthige Beschlüsse des Oberhauses entgegenzustellen. Das Oberhaus wird sich blos vor einer Volksbewegung beugen, die es wegschwemmen könnte. Und vor einer solchen Volksbewegung haben die englischen Liberalen womöglich noch mehr Angst als die Konservativen; wagen sie doch nicht einmal, das Parlament aufzulösen, und bieten sie doch alles auf, um den von der Opposition höhnend geforderten„Appell an das Land" möglichst hinaus- zuschieben! D i e Bäume wachsen nicht in den Himmel, und kommt einmal eine ernsthafte Volksbewegung gegen das Oberhaus, dann wird sie auch nicht vor demselben Halt machen, sondern es wegschwemmen— nebst so manchem Anderen, das dem Lord Rosebery ebenso theuer ist wie seinem Gegner, dem Lord Salisbury.— Ein Paradies für Polizisten muß Aegypten sein. Nach einem amtlichen Bericht der englisch ägyptischen Polizei- Verwaltung, die dem Engländer Settle Pascha unterstellt ist, be- steht das eigentliche Polizeikorps aus 7000 Mann, wird aber von Militärpatrouillen und Nachtwächtern unterstützt. Die letztern sind es, die dem ägyptischen Sicherheilsdienft sein eigenthüinliches Gepräge aufdrücken; sie werden theils aus Privatmitteln, theils vom Staate bezahlt, versehen am Tage ihre Zivilarbeit und Nachts mit Stock und Vogelflinte den Sicherheitsdienst und erreichen die stattliche Zahl von 70 000 Mann in ganz Egypten. Dieses Heer von Aufpassern wird, wie ein Korrespondent der„Köln. Zig." mit- theilt, an vielen Orlen, vornehmlich in Beduinengegenden, von der Sippe der Einbrecher gebildet und ist für die Stammesgenossen verantwortlich. Aehnlich hat sich der altegyplische Staat an seiner Ostgrenze vor den Einfällen der Nomaden zu schützen gesucht. Trotz dieser gewaltigen Zahl von wachsamen Augen des Gesetzes, kommt in Egypten noch stets eine Unzahl von Räubereien und Brandstiftungen vor. 1027 Personen wurden im vorigen Jahre des Mordes angeklagt. Sollte nicht gerade die große Zahl der Polizisten und Nachtwächter die Erklärung für die Häufigkeit der Verbrechen abgeben? Man hat auch anderswo die merkwürdige Erfahrung gemacht, daß die zünftigen Ordnungshüter Unordnung hervorrufen. Anarchisten-»ind Dtiuamitgesetze haben das mit einander gemein, daß sie nur Solche treffen, auf die sie nicht gemünzt find. Das deutsche Dynamitgesetz hat blos harmlose Leute geschädigt, und die neuesten Anarchistengesetze in Frankreich und Italien haben Manchem viel Leids ge- bracht, nur keinem Anarchisten. Aehnlich ist's in Amerika. Dort hat das Anarchistengesetz sein.erstes Opfer gefordert, uud es ist ein biederer Refornibürger. Man schreibt darüber: In Ripeley, im Staate Tennessee der nordamerikauischen Union ist das neue Anarchistengesetz zum ersten Male zur Anwen- dung gebracht. Es ist dort der Führer der Volkspartei und Redakteur des„People's Advocate", E. F. Talley, unter der Anklage des Aufruhrs verhastet worden. Letztere stützt sich auf einen Artikel, in welchem Talley zu einer Volksversamm- lung eingeladen hatte, um gegen die Wahlbetrügereien zu protestiren. In dem Aussatz hieß es:„Ehe die Bürger zu solchem Betrug schweigen, werben sie die Erde mit ihrem Blute tränken." Das erwähnte Gesetz verbietet die Ein- berufung von Versammlungen, die zu Gewaltthätigkeiten aufreizen sollen. Der Verhaftete im vorliegenden Fall ist natürlich kein Anarchist, aber die Aufforderung zu Ge- waltthätigkeiten ist nicht allein diesem, sondern Allen verboten. Freilich geht aus der oben angeführten Meldung an sich noch nicht hervor, daß Talley wirklich mit Gewaltthätigkeiten gedroht hätte oder in der Versammlung zu solchen aufreizen wollte. Vielleicht handelt es sich bei der Anklage auch um einen Parteikniff. Jedenfalls ist die Sache sehr amüsant. Und daß der „Anarchismus" in einem Protest gegen Wahl- betrügereien steckt, macht die Sache noch amüsanter und lehrreicher.— Die Japanese» haben neue militärische Vortheile er- rungen, und sind nun, siegreich vormarschirend, auf chiue- sischem Gebiete. China scheint militärisch vollkommen hilflos, während die Japanesen sich diesen Theil der euro- päischen Zivilisation gründlich angeeignet haben. Von diplomatischen Vermittcluugsversuchen hört man neuerdings nichts, seit die englischen Vorschläge nicht die Zustimmung der übrigen Mächte erhalten haben. England scheint aber unter der Hand auf eigene Faust thätig zu sein.— Highlife. Wie sichs in den höchsten Gesellschaftskreisen lebt— das zeigt nachstehendes Telegranim über den jüngst plötzlich erfolgten Tod der Kaiserin von China: London, 31. Oktober. Dem„Newyork Herald" wird aus Shanghai gemeldet, daß der Tod der jungen Kaiserin von China auf S e l b st m o r d zurückzuführen ist. Dieselbe habe stets unglücklich mit dem Kaiser gelebt, und als derselbe ihr letzthin öffentlich eine Ohrfeige verabreichte, habe die Kaiserin Gift genommen. Soll auch in anderen Ländern vorkommen.— Von der Agitation. In Bürgel(Kreis Offenbach) sprach am letzten Sonnlag der Reichstags-Abgeordnete Richard Fischer-Berlin vor einer äußerst zahlreich besuchten Ver- sammlung über:„Die Sozialdemokratie und ihre Gegner." Die Anwesenden, die dem Vortrag mit gespanntester Aufmerksamkeit folgten, lohnten dem Redner mit großem Beifall und ver- sprachen in einer Resolution nach besten Kräften für die Ideen des Sozialismus thätig zu sein.— In Mühl- heim sprach am gleichen Tage der Reichstags-Abgeordnete Alb. G e r i s ch über dasselbe Thema. Auch hier bekundeten die Anwesenden die erfreulichste Begeisterung für die Sache des Proletariats.— In Heusenstamm und Bieber sprach der Genosse Franz Hofsmann-Chemnitz über das oben ge- nannte Thema und erzielte den gleichen guten Erfolg.— In Seligenstadt sprach Genosse Schmahlfeld aus Bremer- Häven, in Obertshausen hatte Gen. Dreesbach-Mannheim das Referat übernommen.— Von nahezu 1000 Personen war eine Versammlung in Neu-Isenburg besucht, in welcher Genosse Singer in IVestündiger Rede das Gebahren der Gegner in scharfer Weise geißelte.— Derselbe Redner sprach am gleichen Tage in Langen; auch hier war der Besuch ein groß- artiger und der Verlauf und Erfolg der Versammlung ein guter." Zu einer großartigen Demonstration gestaltete sich eine Volksversammlung in Neustadt a. H., wo den Parteigenossen zum ersten Male der mächtige Saal des Saalbaues zur Versugung stand. Genosse v. Volkmar und Grillen- berger waren hier als Referenten angemeldet, Leider war v. B o l l m a r wegen Krankheit verhindert, seinem Versprechen nachzukommen und so sprach Grillenberger in zirka zwei- stündiger Rede allein über das umfangreiche Thema unter oft stürmischeni Beifall der Anwesenden. Unter diesen war ein großer Theil Landleute.— In einer von mehreren Tausend Personen besuchten Versammlung in Mannheim sprach der Reichstags- Abgeordnete Genosse von Vollmar über„Parlamentarismus und die Taktik der Sozialdemokratie". Seine Ausführungen wurden vielfach von lebhafter Begeisterung unterbrochen; am Schluß seines Referats fand folgende Resolution einstimmige Annahme:„Die heute im Saalbau von zirka dreitausend Personen besuchte Volksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, Herrn Reichs- und Land- tags- Abgeordneten von Vollmar, vollkommen einverstanden. Sie erblickt in der Betheiligung der Sozialdemokratie an den Wahlen und an den parlamentarischen Verhandlungen eines der vorzüglichsten Mittel zur Aufklärung der breiten Massen des Volkes und hält die praktische Mitarbeit der sozialdemokratischen Volksvertreter an der gesetzgeberischen Thätigkeit für ein wirk- samcs Agitationsmittel, ist also mit derselben vollständig einver- standen, soweit sie sich mit den Prinzipien der Sozialdemokratie verträgt." »» Für den Wahlkreis Altena- Iserlohn ist eine Partei- konferenz für den LS. November in Lüdenscheid anberaumt. Für die bevorstehenden' Stadtverordnetenwahlen in Magdeburg wird in der„Volksstimme" folgendes „ M i n i m u m- P r o g r a m m" aufgestellt: 1. Errichtung eines kommunalen Arbeitsnachweises und einer kommunalen Arbeits- statistik unter Mitwirkung und Zuhilfenahme der Arbeiter-Organi- sationen.— 2. Gehaltserhöhung der unteren Angestellten der Stadt; Festsetzung eines Minimallohns für die städtischen Ar- beiter, bei achtstündiger Arbeitszeit; Erlaß von Arbeitsordnungen für die städtischen Arbeiter, durch welche dieselben in ihrem Ehrgefühl und in ihren Rechten nicht gekränkt werden.— 3. Errichtung eines aus Vertretern der Stadt, Aerzten und Delegirten der Gewerkschaften bestehenden Arbeits» amtes zur ständigen Ueberwachung der Wohnungs-, Arbeits- und Ernährungs- Verhältnisse der arbeitenden Be- völkerung.— 4. Einführung der Einheitsschule; Beseitigung der Neberfüllung der Klassen; Anstellung vongenügendem Lehrpersonal; bessere Besoldung der Elementarlehrer und Lehrerinnen; Unentgelt- lichkeit des Unterrichtes und der Lehrmittel; Verpflegung der be- dürftigen Schulkinder in einer Weise, die keine Demüthigung in sich schließt.— 5. Aenderung des Submissionswesens bei Vergebung städtischer Arbeiten; Uebernahme derselben in eigene Regie.— 6. Uebernahme der lokalen Verkehrsmittel(Pferdebahn, Trambahn). — 7. Bildung eines Fonds, aus welchem ortsansässige Arbeitslose unterstützt werden, ohne ihre politischen Rechte zu verlieren. In- angriffnahme nützlicher städtischer Arbeiten bei vorhan- dener Arbeitslosigkeit.— 8. Verweigerung städtischer Gelder zu sogenannten„patriotischen" Zwecken.— 9. Bekämpfung aller bestehenden und aller etwa noch ge- planten indirekten Steuern.— Zur Deckung der noth- wendigen Ausgaben erstreben wir: 10. Stufenweis steigende Ein- kommen« und Vermögenssteuer; Erbschaftssteuer, stufenweise steigend nach Umfang des Erbguts und nach dem Grade der Ver- wandtschaft. »« Verbotene Parteiliteratnr in Oesterreich. Folgende Schriften sozialistischen Inhalts sind der österreichischen Zensur zum Opfer gefallen und verboten worden: Oesterreichischer Arbeiter-Kalender für das Jahr 1838. Mich. Bakunin, Gott und der Staat. Berlin. Heinr. Peus, Die Knebelung der Wahrheit durch die Beleidigungs- Paragraphen. Max Kegel, Sozialistische Theaterstücke. Die Tochter des Staatsanwaltes. Ld. Knorr, Sozialdemokratischer Katechismus für das arbeitende Volk. Paul Lafargue, Kommunismus und Kapitalismus. W. Liebknecht, Der Hochverraths-Prozcß wider Liebknecht, Bebel, Hepner. Mit einer Einleitung. 1. Lieferung. I. Stern, Halbes und ganzes Freideukerthum, Zeit- und Streitschrist. 2. Auflage.— Das Ver» bot wird jedenfalls feine Wirkung nicht verfehlen und dazu bei« tragen, den betreffenden Broschüren zu recht großer Ver- breitung zu verhelfen. Polizeiliches, Gerichtliches:e. — Das Zeugnißzwang-Verfahren gegen den Genossen Bau müller, Redakteur der Magdeburger„Volks- stimme", der bekanntlich wegen Zeugnißverweigerung 6 Monate in Haft genommen worden war, hat noch ein zweites Verfahren und zwar wegen Eidesverweigerung zur Folge. Ein Beschluß des Amtsgerichts verurtheill B. dieserhalb zu 50 M. Geldstrafe oder 10 Tage Haft, außerdem ist ihm die Kostenrechnung für die sechsmonatliche Jnhaftirung zugestellt worden; dieselben betragen 91 Mark. — Das Amtsgericht zu W e i l b u r g verurtheilte dieser Tage zwei Genossen aus Ernsthausen auf grund des Kautschukpara- graphen, weil sie an einem Sonntage Schriften verbreitet hatten. Mehrere Zeugen wollten dadurch in ihrem„religiösen Gefühl" gekränkt worden sein. — Ein Nachspiel zur Maifeier! Das Landgericht in Karlsruhe verurtheilte mehrere Genossen zu 10 M. Strafe, weil sie der Auslösung einer mit Zitherspiel und Deklamationen sich unterhaltenden gemischten Gesellschaft an einem Ausflugorte am Mai- Feiertage durch den Bezirksamts- Assessor nicht sofort Folge leisteten. Die Gesellschaft sollte sofort den Saal räumen, obgleich es heftig regnete und andere Unterkunft fehlte. Sozis!» zUolievlirlzk. Die Qnittungskarten der JnvaliditätS- und Altersversicherung sind gut aufzubewahren! Diese Mahnung möchten wir an die zum Militärdienst Einberufenen richten, denn die Betreffenden haben nach Ablauf der Dienstzeit das Recht, sich auf grund des vorzulegenden Militärpasses die Dienstzeit eintragen zu lassen; bei eventuellen Rentenansprüchen kommt ihnen diese Zeit zu gute. Bekanntlich beträgt die Warte- zeit bei der Invalidenrente fünf Jahre und ist daher bei einem früheren Eintritt der Erwerbsunfähigkeit die bescheinigte Zeit der militärischen Dienstleistungen nicht ohne erhebliche Vortheile für den Versicherten. Tie gesammte Forstfläche im Deutschen Reiche ist nach vorläufiger Minheilung des kaiserlichen Statistischen Amtes für 1893 aus 13 9SK 827 Hektar ermittelt worden, davon waren Laub- holz 4 007 210 Hektar und Nadelholz 9 283 197 Hektar. Für 1833 waren 13 900 012 Hektar Forsten ermittelt, woraus sich also eine Vermehrung um 56 215 Hektar ergiebt. Die Laubholz- fläche betrug 1883 zusammen 4 800 055 Hektar, ist also 1893 um 133 045 Hektar kleiner gewesen als vor 10 Jahren, während die Stadelholzfläche, die 1883 9 100 557 Hektar betrug, um 182 503 Hektar gewachsen ist. Für Preußen betrügt die Ab- nähme des Laubholzes rund 400 000 Hektar; nur die Provinz Brandenburg zeigt eine Zunahme, während alle anderen Pro- vinzen eine Abnahme der Laubholzwaldungen aufweisen. Die Nadelholzwaldungen erfuhren in diesem zehnjährigen Zeitraum keine Zunahme in Ostpreußen, Posen, dem Königreich Sachsen. Sachsen-Altenburg und Lippe, sonst wurde der Nadelholzbestand in allen Landestheilen größer. Von den Laubholzwaldungen waren 501 415 Hektar mit Eichen, 413 332 nnt Birken, 2 032 019 mit Buchen und sonstigem Laubholz bestanden, wozu 112 304 Hektar gemische Bestände treten; außerdem kommen 445,150 Hektar Eichenschälwald, 42 444 Hektar Weidenhägec und 782 293 Hektar Stockausschlag mit Oberbäumen in Betracht. Unter den Nadel- Holzwaldungen sind weit über die Hälft«, nämlich 5 341 493 Hektar mit Kiefern, 3 135 621 mit Fichten und Tannen, 42 726 mit| meindelehrer wegen Anrechnung ihrer Dienstzeit als Präparanden-|( Große Unruhe), werden Sie mir zugeben, daß ich dem Herrn Stadt. Lärchen, endlich 263 278 mit gemischtem Nadelholz bestanden. lehrer oder als Lehrer an Privatschulen jeder Art sowie ihrer schulrath den Vorwurf mangelnder Sachkenntniß vollständig zurückDer grobe Unfug"-Paragraph in seiner weiteren Aus- Hauslehrerzeit ist der Ausschuß zur Tagesordnung übergegangen. geben tann. Was soll Ihre Jeremiade über das Handwerk? dehnung. Ein Schultnabe, der ein Mädchen auf dem Nach- Die ordentlichen Lehrer an den höheren Mädchenschulen will der Soll dessen Untergang durch Fortbildungs- Schulunterricht etwa auf hausewege aus der Schule in Gemeinschaft mit anderen belästigt Ausschuß entsprechend dem ursprünglichen, vom Magistrate aber gehalten werden? Der Untergang des Handwerks bafirt auf hatte, wurde vom Schöffengericht zu Lenzen und der Straf abgelehnten Versammlungsbeschluß den seminaristisch vorgebildeten ganz anderen Ursachen. Sie lehnen die Innungs- Quacksalbereien tammer zu Neu- Ruppin in eine Geldstrafe genommen. In Oberlehrern an den Realschulen gleichgestellt wissen. Dem Ver- ab; wir sagen, das Fortbildungsschulwesen wird dem Handwerk den der darauf eingelegten Revision wurde geltend gemacht, daß es langen des Provinzial- Schulkollegiums, eine weitere Auf- goldenen Boden auch nicht verschaffen, den es durch die ökonomische sich hier nur um einen gewöhnlichen Schulbubenstreich handle. besserung des Gehalts der Lehrerinnen an den höheren Mädchen- Entwickelung verloren hat. Weshalb macht der Magistrat keinen Der Straffenat des Kammergerichts erkannte jedoch auf Zurück schulen zu bewirken, glaubt der Magiftrat nicht entsprechen zu Gebrauch von seiner Befugniß, den Unterricht obligatorisch zu weisung der Revision, da in der auf öffentlicher Landstraße sollen, ist vielmehr nur bereit, den Lehrerinnen die bezüglichen, machen? Würden die Meister dann wirklich auf Lehrlinge unternommenen Belästigung des Mädchens mit Recht der nach dem System der Dienstaltersstufen sich ergebenden Mehr überhaupt verzichten? Nicht die Ausbildung tüchtiger HandThatbestand des des groben Unfugs gefunden sei. Ebenso beträge als Gratifitation zu gewähren. Bezüglich der technischen werker, sondern die Möglichkeit der Erlangung billigerer Arbeitshabe der Vorderrichter festgestellt, daß der Angeklagte bei Be- Lehrer an den höheren Schulen will es der Ausschuß trotz des träfte ist die treibende Ursache des Lehrlingswesens!( Wiedergebung der That die zur Erkenntniß ihrer Strafbarkeit erforder Verlangens der Aufsichtsbehörde, dem der Magistrat zu ent- holte Unruhe.) liche Einsicht beseffen habe. Bisher hat allgemein die Ansicht sprechen beantragt, bei der früher beschlossenen, nach seiner und Stadtschulrath Bertram: Mit zwei, drei Stunden in der gegolten, daß solche Schulbubenstreiche durch die Schuldisziplin der Betheiligten Ansicht den Lehrern günstigeren Gehalts stala Woche schaffen wir nichts Rechtes; erst als wir die Kurse im Deutschen zu ahnden seien. Das hat sicher auch einen größeren erziehlichen belaffen. und im Zeichnen auf vier Stunden ausdehnten, haben wir einen Werth als eine Gerichtsstrafe. Daß der Schulfnabe sich der Die Vorschläge des Ausschusses werden mit einer unwesent- eigentlichen Erfolg gesehen. Obligatorische Fortbildungsschulen ftrafrechtlichen Folgen seines Handelns bewußt gewesen ist, dürfte lichen, die Miethsentschädigung der Direktoren betreffenden Aus- tönnen nicht mehr als 2 Stunden wöchentlich bieten, nicht 8. Außerdem liegt es nicht etwa am bösen Willen der Lehrmeister, doch ausgeschloffen sein. Und ob solche Neckereien unter Kindern nahme ohne Diskussion gutgeheißen. überhaupt strafrechtlich zu ahnden sind, erscheint uns sehr fragWelchen Verlauf die Verhandlungen der städtischen mit den die Lehrlinge von den Schulen fern zu halten; es liegt in der lich. Bei Schaffung des Strafgesetzbuches hat sicher niemand tirchlichen Behörden über die anderweitige Ordnung des Sonntags- Spezialisirung der einzelnen Betriebe. Aus 20jähriger Beobachtung daran gedacht. unterrichts in den Fortbildungsschulen genommen der Werkstätten bezeuge ich übrigens, daß der Betrieb in den Der Ausschuß des Verbaudes kaufmännischer Ver- haben, ist bekannt. Das Konsistorium hat sich einstweilen auf die Werkstätten, seit wir die Fachschulen haben, sich beständig ge= eine von Rheinland und Westfalen beschäftigte sich Einrichtung besonderer Frühgottesdienste für Fortbildungsschüler beffert hat. Damit widerlegen sich die Einwände des Vorrebners. ebensowenig als auf die Verlegung der Stunde des Hauptgottesdienstes Die Bersammlung nimmt den Antrag Hütt einstimmig an. in feiner letzten in Essen abgehaltenen Sizung u. a. mit der eingelassen, und da der Magistrat an dem Sonntag Vor- Den im März abgelehnten Zuschuß von 50 000 M. für das Frage der Ausdehnung der Unfallversicherung auf das Handels- mittag als der allein geeigneten Beit festhält die Verlegung Kaiser und Kaiferin Friedrich Kinder- Kranten. gewerbe und beschloß, sich gegen eine Ausdehnung auf alle im des Unterrichts auf einen Wochentag- Nachmittag würde nach Haus beantragt der Magiftrat für 1895/96 wieder zu gewähren. Handelsgewerbe beschäftigten Personen auszusprechen. Dagegen seiner Meinung das Lehrlingswesen überhaupt vernichten, da der Der Anstalt soll die Möglichkeit umfassender Verwendung wurde empfohlen, die Unfallversicherung auf faufmännische Hilfs Handwerkerſtand das Stillſtehen der Betriebe an einem Wochen- des Heilserums bei diphtheriefranken Kindern gewährleistet wer personen( Berlader, Packer, Ausläufer und dergl.) auszudehnen, tage bei seiner heutigen wirthschaftlichen Lage nicht ertragen den. Auf die Verwaltung des Krankenhauses wird den städtischen ebenso auf diejenigen Handelsgewerbebetriebe, bei denen eine er könne und daher lieber auf Lehrlinge ganz verzichten würde, Behörden ein weitgehender Einfluß gewährt. höhte Unfallgefahr vorliegt, z. B. Speditions, Kohlen, Bau- so materialien, Eisen- u. f. w. Handelsbetriebe. Ferner hielt der ist im Allgemeinen der Fortbildungs- Unterricht seit dem Ausschuß für wünschenswerth, daß alle in Fabritbetrieben be- Oftober 1894 am Sonntag auf die Zeit von 8-93/ 4 Uhr beschränkt und zwar auf Zeichnen, Modelliren und schäftigten Handlungsgehilfen und Lehrlinge, auch wenn sie nicht als Betriebsbeamte anzusehen sind, in die Unfallversicherung des betreffenden Betriebes eingeschlossen werden. Der Verbandsausschuß beschloß, diese Stellungnahme in einer Eingabe an den Bundesrath und Reichstag zum Auspruck zu bringen. gewisse das Tageslicht fordernde Handbetriebe. Nach einer Mittheilung des Handelsministers soll die Möglichkeit der Einrichtung von Schulandachten oder Frühgottesdiensten nicht vor dem 1. April 1895 vorhanden sein. Von diesem Stande der Dinge giebt der Magistrat durch besondere Vorlage der Versammlung Kenntniß. Ein Antrag Hütt, wonach die Versammlung von der Mit theilung des Magistrats Kenntniß nimmt und denselben ersucht, auch ferner die Interessen des Fortbildungs- und FachschulUnterrichts mit aller Entschiedenheit zu vertreten, wird vom Antragsteller empfohlen. Stadtv, Jacobi empfiehlt Ausschußberathung. Stadtv. Singer hält einen Ausschuß nicht mehr für nothwendig. Der frühere Einwand, daß ein hinreichender Einfluß der Stadtverwaltung auf das Krankenhaus nicht sichergestellt war, fei jest hinfällig geworden und an der segensreichen Wirksamkeit des Instituts sei doch nirgends ein Zweifel. So lange private Krankenhäuser noch nöthig seien, sei es nicht angezeigt, mit der Beschlußfassung auch nur noch eine Woche zu warten, zumal auch die Mustergiltigkeit der Einrichtung des Krankenhauses allgemeine Anerkennung gefunden habe. Man könne auf diesem Gebiet nicht munifizent sein. Nach kurzer weiterer Debatte wird der Antrag auf Ausschußberathung angenommen. Die für Elberfeld geplanten indirekten Steuern, als: Hunde, Luftbarkeitssteuer u. s. w., welche von den Stadtverordneten bereits angenommen worden waren, sind in der zweiten Lesung gefallen. Auch in Odenkirchen, Düren, hat man von den in Vorschlag gebrachten neuen Steuern Abstand genommen. Dagegen sind, wie die Rheinische Zeitung" mittheilt, andere rheinische Städte noch eifrig auf der Steuersuche. So be- Stadtv. Dr. Hermes fann nur mit tiefem Bedauern, ja schäftigt man sich in Remscheid angeblich ernsthaft mit dem mit Betrübniß" von der Vorlage Kenntniß nehmen. Von einer Plane, eine Waggonsteuer" einzuführen. Es soll danach von verkehrten Gesetzgebung im Bunde mit einer Geistlichkeit, die für jeder in Remscheid ankommenden Eisenbahn- Waggonladung eine die praktischen Aufgaben des Lebens und für die VerAbgabe von 4 Mark erhoben werden. Da Remscheid's pflichtung der Kommune in dieser Beziehung tein VerständBevölkerung fast ausschließlich von dem Ertrage der dortigen niß hat, werde hier ein blühendes städtisches Unterrichts- Oberbürgermeister Belle und Stadtv. Cassel legen gegen Stahl- und Eisenindustrie lebt und deren Erzeugnisse mit geringen institut ins Herz getroffen und dem Ruin entgegengeführt. Er Ausnahmen in Kleinbetrieben hergestellt werden, jedes Pfund hoffe aber, daß die weiteren Bemühen des Magistrats nicht verEisen und Stahl, das dort verarbeitet wird, und jeder Zentner geblich sein werden, und empfiehlt gleichfalls die Annahme der Steinkohle, der in Remscheid verbraucht wird, selbstverständlich Resolution Hütt. " auch alle anderen Ronsumartitel mit der Eisenbahn herangeschafft Stadtv. Singer: Wir werden für diesen Antrag stimmen, werden müssen, so mag man ermessen, mit wie großer Einsicht weil auch uns die weitere Ausbildung dieses Unterrichts die Befürworter einer Waggonsteuer die wirthschaftlichen Be- fehr am Herzen liegt; nicht einverstanden aber sind wir dürfnisse der Industriestadt und ihrer 45 000 Einwohner zu be- mit der eben gehörten Motivirung. Die Ausführung von dem urtheilen vermögen. Fabrikantenkonkurrenz auf dem Arbeitsmarkte. Der Voigtländische Fabrikantenverein sucht, wie wir gestern an dieser Stelle berichteten, weibliche Arbeitskräfte aus Bayern ein zuführen, da diese noch billiger sind, als die bedürfnißlosen Sächsischen Textilarbeiter. In bayerischen sowohl als fächsischen Arbeiterblättern ist mehrfach gewarnt worden, den Lockrufen der Fabrikanten Folge zu leisten. Jetzt melden sich nun auch die Annaberger Industriellen der Posamentenindustrie, welche den Verlust ihres Arbeiterinnenstammes befürchten und in einem Aufrufe mit Recht hervorheben, daß die armen Arbeiterinnen am Ende die Geprellten sein werden. Es ist der Fabrikant selbst, der hier auf dem Arbeitsmarkte dem Fabrikanten als Konkurrent um die Erwerbung der auszunügenden Arbeitskraft gegenüber tritt. Ein Schauspiel für Götter! Die Errichtung eines städtischen Arbeitsamts in Verbindung mit einer Dienstboten- und Wohnungs- Nachweis stelle für Ulm ist nunmehr definitiv in einer Sigung der dortigen bürgerlichen Kollegien beschlossen worden. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. " Will Leute Die Besetzung der neuen Stellen der dirigirenden erzte an den städtischen Krankenhäusern durch den Magiftrat, dessen Wahl nicht auf die von der Deputation vorgeschlagenen Personen gefallen ist, giebt dem Stadtv. Kalisch Gelegenheit, fein Mißfallen über diesen Vorgang und dem Magistrat ein leises Tadelsvotum auszusprechen. diese Ausführungen Verwahrung ein. Die Herstellung eines Personenaufzuges im Rath. hause und die Bewilligung von 30 000 M. wird mit der Modifitation beschlossen, daß die Ausführung thunlichst noch im laufenden Etatsjahre erfolgen soll. habe die Pflicht, selbständig bahnbrechend auf diesem Gebiete vorzugehen. Ihre Befürchtung, daß ein städtischer Arbeitsnachweis die Arbeitslosigkeit in ihrer ganzen krassen Nackt heit erkennen laffen würde, sehen wir nicht als Befürchtung, fondern als Nothwendigkeit an; wir erhoffen ja von einer städtischen Einrichtung dieser Art auch eine zuverlässige Arbeitslosenstatistit. Den Magistratsantrag lehnen wir als völlig unzu länglich ab. Die Vorlage wird angenommen. Die aus Arbeiter- und Gewerbegerichts Kreisen ergangenen Anträge auf Errichtung eines städtischen Arbeitsnachweises hat der Magistrat abgelehnt, da er eine solche Institution besonders Stoß ins Herz" ist unendlich übertrieben; auch wäre dieser angesichts der erfolgreichen Wirksamkeit des Zentralvereins für Stoß sehr leicht damit zu pariren, daß man den Unterricht end- Arbeitsnachweis", der seine Thätigkeit neuerdings auch auf die lich auf die viel geeignetere Wochenzeit verlegte. Am Sonntag Stellenvermittelung für Facharbeiter ausgedehnt hat, weder für Vormittag ertheilt, bleibt dieser Unterricht, so gut er hier zweckmäßig noch nothwendig erachtet. Dagegen soll diesem Verein in Berlin auch geleitet wird, doch nur eine Stümperei. eine Erhöhung der Jahresbeihilfe aus städtischen Mitteln von Der Sonntag ist dazu da, die physische Anstrengung der 3000 auf 5000 m. und ein einmaliger Zuschuß von 15 000 m. jungen in der Woche auszugleichen, und die zum Zwecke der beabsichtigten räumlichen Ausdehnung durch HinBerliner Gemeinde sollte sich bemühen, eine allerdings zunahme von 2-3 Stadtbahnbogen zu Theil werden. Auch will man vertehite" Gesezgebung dahin abzuändern, daß der Sonntag fünftighin bei der Beschaffung der für die städtischen Verwaltun endlich seinem Zwecke der Ruhe und Erholung zurückgegeben gen benöthigten Arbeitskräfte thunlichst diesen Arbeitsnachweis wird.( Buruf: In die Kirche gehen!) Ja, dagegen haben Sie in Anspruch nehmen. doch am wenigsten Anlaß, fich zu empören, denn Sie bewilligen Stadtv. Borgmann ist erstaunt, daß der Magistrat den fortwährend ja Kirchen! und ( Beifall Widerspruch.) Anregungen aus Arbeiterkreisen so wenig Gewicht beigelegt hat. an der Kollege Hermes der Korrektur einer Ausdrücklich haben die Arbeiter gegen den bestehenden Nachweis verkehrten Gesetzgebung mithelfen, so vereinige er sich mit deshalb protestirt, weil die Interessentengruppe der Arbeiter in uns in dem Bestreben, die Gewerbe- Ordnung dahin zu ändern, dessen Verwaltung eine wirkliche Vertretung nicht besitzt. Wenn daß den Lehrmeistern die Verpflichtung auferlegt wird, den Lehr- der Magistrat meine, auf diese Weise der Aufforderung lingen die Zeit zum Besuch des Unterrichts in der Woche zu ges des Handelsministers zu genügen und die Sache definitiv währen, in einer Zeit, wo sie sie jezt ausbeuten und abschinden! aus der Welt zu fchaffen, so irre er fich; wenn ( Unruhe.) auch ohne gesetzliche Regelung ein wirklich befriedigendes Aktiengesellschaften in der Schweiz. Nach dem statistischen Stadtschulrath Bertram: Meine Absicht, gegen die harte Arbeitsvermittelungs Leben treten Institut nicht ins J Jahrbuch der Schweiz betrug Ende 1892 das Betriebskapital der Kritik des Borredners zu protestiren, ist durch die letzten Dar- tönnen werde, so liegt doch der Stadt die Initiative ob. schweizerischen Aktiengesellschaften insgesammt 2 259 793 186 Fr., legungen sehr abgeschwächt worden, denn in diesen doku- Das was jetzt bestehe, sei lediglich eine Spielerei und gee welche Summe von 24 Milliarden auf die einzelnen Berufs- mentirte sich eine gründliche Unkenntniß der gewerb nieße das Vertrauen der Arbeiter nicht. Der Magistrat gruppen sich folgendermaßen vertheilte: Landwirthschaftlichen Verhältnisse. Wenn es so leicht wäre, die Sache zu ohne Bergbau 3 260 819 Fr., Industrie mit Bergbau ordnen, hätten wir seine Vorschläge nicht abgewartet. Wir sind 311 723 059 Fr., Handel mit dem Gastwirthsgewerbe auch sehr geneigt, den jungen Leuten möglichst viel Erholung am 1081 918 981 Fr., Verkehr 827 716 705 Fr. Alle 25 Kantone Sonntag zu gönnen, haben uns aber sehr gefreut, daß wir durch find am Aktienwesen betheiligt; mit dem größten Antheil der die Einrichtung des Sonntagsunterrichts ihnen einen großen Theil Kanton Zürich mit 5761/2 Millionen, mit dem geringsten An- mechanischer Arbeit abgenommen haben, die sie sonst am Sonntag theil von 35 000 Fr. der Kanton Appenzell. thun mußten.( Sehr richtig!) Was nicht durch Sitte, Einsicht und Geschäftslage allmälig erreicht werden kann, kann ein einzelner Paragraph auch nicht schaffen( Zustimmung). Es ist bereits versucht worden, den Unterricht der Tischlerschule auf Mittwoch Am 20. Oftober haben die Stadtvv. Borgmann u. Genossen Vormittag zu verlegen; aber nur eine verschwindende Zahl unter Bezugnahme darauf, daß die Versammlung schon am Deffentliche Sigung vom Donnerstag, von Lehrlingen nimmt daran Theil. Die Fachschule für 14. Dezember 1892 sich mit der Errichtung von Volks- Badeden 1. November, Nachmittags 5 Uhr. Schneider hat eine Verlegung des Unterrichts auf Montag anstalten für den Süden, den Südwesten, den Weddig und die Vorsteher Langerhans theilt mit, daß die Steuer Nad mittag erfahren; ähnliches gilt von der Stellmacherſchule, Schönhauser Vorstadt einverstanden erklärt hat, an den Magistrat Dorlage vom Magistrat eingegangen ist und sich im Druck wo Mittwoch Nachmittag und Abend unterrichtet werden soll. die Anfrage gerichtet, wann derselbe der Versammlung bezügliche befindet. Er schlägt vor, dieselbe zunächst in einer Ob das Erfolg haben wird, ob die Stellmachergehilfen diese Vorlagen zugehen zu lassen gedenke. ersten Lesung ausführlich zu berathen, und nimmt für Beit gewinnen werden, ist fraglich; der Versuch soll ja gemacht Stadtv. Singer: Der Antrag begründet sich selbst. Es den Fall, daß die Tagesordnung der nächsten Sigung werden. Schon jetzt zeigt sich, daß in der Handwerkerschule ein dürfte nicht unbescheiden sein, nach fast 2 Jahren anzufragen, ohnedies sehr reichhaltig sein sollte, die Anberaumung einer Theil der Lehrer vor leeren Bänken steht, wo die bisherigen wann die Anstalten in Angriff genommen werden sollen. Extrafikung für diese erste Lesung in Aussicht. Die Verfamm- Sonntagskurse auf einen Wochenabend verlegt werden mußten. Stadtrath Borchardt bemerkt, daß nicht 1892, sondern 1893 lung ist damit einverstanden. Wird der Zwang eingeführt, so werden die Lehrmeister einfach im Dezember jener Beschluß gefaßt sei, daß daher erst 10 Monate Die Regulirung und Pflasterung des westlichen Theils der erklären, wir verzichten auf das Halten von Lehrlingen.( Stadtv. feitdem verflossen seien. In seiner Vorlage habe der Magistrat Petersburgerstraße, der Straße westlich des Plates M. Stadthagen: Desto besser! Große Unruhe und Lachen auf den die Ausführung der vier Anstalten innerhalb sechs Jahren und der Straßen 42 und 43 der Abtheilung XIII2 des Be- anderen Bänken). Kommt es erst dahin, dann wird es auch kein in Aussicht gestellt. Es seien inzwischen die Grundstücke bauungsplans" wird nach den Vorschlägen des Magistrats Handwerk, sondern nur noch Fabrikbetriebe geben, dann gelangen für dieselben gesichert, zum Theil auch schon Stizzen beschlossen und dem Abschluß eines Abkommens mit dem Kauf- wir zu amerikanischen Zuständen. Hemmen Sie die Nachfolge entworfen worden und die Bollendung werde nach dem jetzigen mann Simon Lipmann, der das erforderliche Straßenland, soweit im Lehrlingswesen, so hemmen Sie den Nachwuchs in den Organen, Stande der Dinge noch früher als in Aussicht genommen zu er es in seinem Besize ist, unentgeltlich hergeben will, zugestimmt. welche auch in den Fabriken den Gedanken repräsentiren. Da warten sein. In die Einkommensteuer- Berufungs Rom mit bringen Sie die fünftige Jugend auf den Standpunkt der mission werden die ausscheidenden Mitglieder, u. a. der Handlanger statt der Handwerker. Auf diese Gefahr konnte sich Stadtv. Tempel und der frühere Stadtv. Zuhauer, in der Magiftrat nicht einlassen.( Lebhafter Beifall.) Stadtv. gegen die kirchenfeindgemeinschaftlicher Sigung des Magistrats und der StadtHentig proteftirt lichen Aeußerungen verordneten- Versammlung wiedergewählt. des Stadtv. und Hermes ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Die in diesem Frühjahr endlich zu Stande gekommene Neu- vor Uebertreibungen nach der einen und anderen Seite. regelung der Gehaltsverhältnisse der städtischen Beamten Es stehe doch fest, daß die Lehrlinge ganz schänd- Berlin, 1. November. Der amerikanische Botschafter hat werden, das und Lehrer auf der Grundlage des Systems der Dienstlich ausgebeutet moralische Bewußtsein dem Auswärtigen Amte die amtliche Mittheilung gemacht, daß alterszulagen ist von der Aufsichtsbehörde in einigen sei in dieser Beziehung tief gefunken. In den Rechtsanwalts- der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika dem Punkten beanstandet worden. Der Magistrat hat dieserhalb der ftuben fäßen 5, 6 Schreiberlehrlinge, und so sehe es auch bei den Kongreffe bei seinem Zusammentritt am 1. Dezember auf AufVersammlung eine Vorlage zugehen lassen, worin er sich auch der Meistern aus. Der Abstimmung in dieser Frage müsse er sich hebung der Zuschlagstage auf Zucker aus Ländern, welche Ausfuhrprämien zahlen, empfehlen wird. bei der Neuregelung gänzlich unberücksichtigt gebliebenen ata- vorläufig enthalten.( Stürmische Heiterkeit.) demisch gebildeten Gemeindelehrer in seiner Weise annimmt. ( Depeschen- Burean Herold.) Stadtv. Singer: Der Vorwuri vollständiger Unkenntniß der Köln a. Rh., 1. November. Die Kölnische Zeitung" meldet Er schlägt nämlich vor, daß diesen zu dem in der Vokation be- Verhältnisse ist gegen mich wohl erhoben, aber nicht begründet ftimmten Dienstalter 4, 5 oder 6 Jahre hinzugerechnet werden worden. Den von mir ausgeführten Gedanken der Uebertragung aus Petersburg: So muthig der Zar auch die Eröffnung sollen, je nachdem sie blos das Mittelschul Examen bestanden des Unterrichts in die Wochentage hat der Schulrath ja bereits Sacharjin's über bie Hoffnungslosigkeit feines Bustandes ent oder das Lehrer- oder Oberlehrer Zeugniß erlangt haben. Daß in die Praxis übersetzt, und dem gegenüber macht sich sein Vor- gegengenommen, habe sie doch auf den Verlauf der KrankAlle Allerdings weist der§ 120 heit ungünstig eingewirkt. anderen Aerzte, auch hiernach das Lebens. bezw. wirkliche Dienstalter der Bewurf gegen mich um so tomischer. treffenden außer Betracht bleiben soll, schien der Ausschuß der Gewerbe- Ordnung den Weg aus dem vorliegenden Dilemma. Leyden, waren gegen diese Eröffnung, worauf Leyden mit mehrheit doch zu unbillig, und so wird vom Ausschuß Man mache durch Ortsstatut die Fortbildungsschulen für junge Leute Sacharjin uneins wurde. Der Zar äußerte, wenn es mit ihm mit 9 gegen 5 Stimmen empfohlen, das Dienstalter dieser unter 18 Jahren obligatorisch. Wenn Sie sich ansehen, wozu die zu Ende gehe, solle eine schnelle, stille Hochzeit des Thron Der dänische Prinz Waldemar reist Lehrerkategorie von dem Zeitpunfte zu datiren, wo sie Lehrlinge bei den Meistern eigentlich gebraucht werden, während folgers stattfinden. an Gemeindeschulen gegen eine jährliche Remuneration der ersten beiden Lehrjahre fast ausschließlich zur wirthschaftlichen nach Livadia ab. Der an einem Lungenleiden erkrankte Groß von 1600 M. unterrichtet haben.- Ueber die Petition der Ge- Hilfe für die Frau Meisterin, zum Wassertragen, Kinderwarten 2c. fürft Michaelowitsch ist bereits nach Egypten abgereift. MM = warnt Damit ist der Gegenstand erledigt. Schluß 9 Uhr. Depeschen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. auch Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 256. Freitag, den 2. November 1894. Arbeiter! Parteigenossen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer befchäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug- seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes turzes Nein entgegensezten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins fonnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand aus Wert legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Maffens maßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer tapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klaffen Ehre ist im Spiel. Da giebt es feinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei- Niederlage. Inh. May Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei -OMO " Die Boykott- Kommission. nicht aus eigner Abneigung gegen die sozialdemokratischen Ar-| femitischen Sauftolonien und die Unterstützungsgelder der beiter verweigerte, daß sie die Brauerei und wiederum noch Mehnert und Genossen erwiesen sich wirkungslos: Die Brauerei viel mehr der Pächter das gute Geschäft" gern mit mußte endlich auf Drängen einer großen Anzahl Geschäftsleute" genommen" hätten; die hauptsächlichsten Konsumenten find fapituliren ihre Vertheidiger, die bürgerlichen Parteien, sind Arbeiter überhaupt die aber die Drohungen der elendiglich unterlegen. bürgerlichen Parteien, welche die Maifeier der Arbeiter so sehr fürchten und deshalb nicht zugeben wollen, daß man den Sozialdemokraten den Park zu diesem Zwecke zur Verfügung stelle, und dann hauptsächlich die Furcht, daß die ziemlich großen Lieferungen in die Kasernen entzogen werden könnten, mögen die Brauerei veranlaßt haben, den Park zu verweigern. Hätten sich die Dresdener Arbeiter diesen Boykott der bürgerlichen Parteien und etwas anderes ist dies nicht. laffen, fein einziges Versammlungslokal stünde ihnen heute zur stets ruhig gefallen Verfügung; sämmtliche größeren Lofale mußten sie sich er Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. fämpfen, indem sie den Brauereien oder Restaurateuren die Wahl Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank- zwischen den Arbeitern und den bürgerlichen Parteien ließen. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Ein herrlicher Sieg Selbst die Versuche der Antisemiten und Konservativen, die fleinen Geschäftsleute zu überzeugen, daß die Sozialdemokraten die Schuld trügen für den Schaden, den sie die Geschäftsleute durch den Boykott erlitten, mißlangen gänzlich. Die kleinen Geschäftsleute, und besonders die kleineren, welche fast nur mit Arbeiterfundschaft zu thun haben, tönnen gar nicht begreifen, warum man den Arbeitern den Part nicht geben wollte und beSchuldigen, ohne deren Einmischung es gar nicht zum Boykott trachten mit Recht die Antisemiten und Konservativen als die überhaupt oder doch zur sofortigen Beilegung deffelben gekommen wäre. Dazu kommt noch, daß die versprochene Hilfe ausblieb, von den konservativen und antisemitischen Jeremiaden, von dem Die Waldschlößchen- Brauerei wählte die bürgerlichen Parteien, Geschimpfe auf die Sozialdemokraten und von der Bestrafung und da sie sich einmal auf deren Schuh verlassen hatte und der Boykotter" fonnten die Geschäftsleute nicht leben. wußte oder hoffte, daß diese nun auch für sie kämpfen werden, Antheil an der Niederlage haben in erster Linie auch die suchte sie mit Hilfe ihrer Freunde auch gleichzeitig die Organi Behörden und jene Gewaltmenschen, welche glauben, mit Ausfation der Brauer zu vernichten: Die Brauerei entließ sämmt- nahmebestimmungen und gewaltsamer Unterdrückung die Kämpfe liche organisirte Brauer. Der Boykott war von nun an nicht der Arbeiter verhindern zu können. Unsere Dresdener Genossen, mehr allein eine Abwehr gegen die bürgerlichen Parteien, sondern die, wie wir gesehen, unter den schwierigsten Verhältnissen auch eine Vertheidigung des Roalitionsrechtes der Brauer. tämpften, haben von neuem den Beweis erbracht, daß alle Maßs Die Energie, mit welcher der Kampf seitens der Arbeiter nahmen die Arbeiterschaft nicht abhaiten fönnen, ihre gerechte geführt wurde, verdient umsomehr Anerkennung, als unsere Sache durchzufechten. Der Ausgang des Boykotts in Dresden Genossen in Sachsen unter einem Ausnahmezustand leben, ihnen zeigt aber auch, wie der Boykott wirkt", und wenn dies in überhaupt jede Möglichkeit, öffentlich für den Boykott Dresden der Fall war, um wieviel mehr trifft dies in Berlin zu, ammlung, durfte stattfinden, die sich mit einzutreten, genommen war. Reine einzige Ver- wo die Verhältnisse bedeutend günstiger liegen. Auf den Sieg in Dresden wird der Sieg in Berlin folgen! dem wollte, Boykott beschäftigen feiner Versammlung durfte der Boykott, nicht einmal der Name ja, in ,, Waldschlößchen" erwähnt werden, geschah dies dennoch, so wurde dem Redner das Wort entzogen oder die Versammlung aufgelöst; die Boykottaufrufe in der Zeitung wurden mit harten Strafen Die Liste der boykottfreien Gastwirthe und Restans belegt, bis jetzt hat der Verantwortliche" für diese Aufrufe rateure wird der am Sonnabend erscheinenden Nummer des drei Monate und sechs Wochen Haft abzusitzen; auch die Austräger der Zeitungen, welche Boykottaufrufe enthielten, wurden Borwärts" wieder beigelegt werden. Veränderungen in der Liste mit Strafen die Tokales: der Dresdener Arbeiterschaft! bereitungen, bee ich auf 1500 Mart be- müssen bis spätestens Freitag Vormittag 10 Uhr in der Druckerei 1. Wir stellen den Park des Waldschlößchens" am 1. Mai 1895 und an zwei oder drei Sonntagen des Sommers 1895 der Arbeiterschaft zur Verfügung. " Der Boykott gegen die Waldschlößchen- Brauerei in Dresden, laufen, ohne die hohen Kosten; schließlich wurde jede von Max Bading, Beuthstraße 2, Hof 3 Treppen, abgeliefert welcher sechs volle Monate gedauert und durch die Einmischung Nummer der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" sofort konfiszirt, werden. der Behörden und der Staatsanwaltschaft eine besondere Auf- wenn sie einen Bontottaufruf enthielt, so daß eine Einwirkung merksamkeit auf sich lenkte, hat mit einem ehrenvollen Siege der auf die Arbeiter durch die Presse nicht mehr möglich war; jede Die Leiter der Partei- und gewerkschaftlichen Organi Arbeiter geendet. Die heutige Nummer( 254) der Sächsischen geringste Aeußerung, selbst die harmlosesten Bemerkungen über Arbeiter Zeitung" bringt, wie man uns soeben aus Dresden mit- das Waldschlößchen" wurden als„ grober Unfug" angesehen und fationen werden darauf hingewiesen, daß am Dienstag, den theilt, auf der ersten Seite in großer Schrift die Bekanntmachung mit Haft bestraft; in lebhafter Erinnerung ist noch der Er- 6. November, in öffentlichen Parteiversammlungen über die von der Aufhebung des Boykotts, welche erfolgte, nachdem die pressungsprozeß", durch welchen man jede Unterhandlung mit der Verhandlungen des in Frankfurt abgehaltenen Partei. Brauerei folgende Erklärung abgegeben hat: der Brauerei unmöglich machen und die Arbeiter abschrecken tages Berichterstattet werden soll. Es erscheint geboten, Infolge Vermittelung einer großen Anzahl Geschäftsleute, wollte. welche durch den Boykott schwer geschädigt worden sind, erklären Während so seitens der Behörden fein Mittel unversucht das Interesse der Parteigenossen möglichst auf diese wichtigen wir folgendes: blieb, um die Arbeiter mürbe zu machen, haben die bürgerlichen Versammlungen hinzuleiten, und wir richten daher an die Leiter Parteien ihre ganze Kraft angewandt, um die Brauerei zu unterstüßen der Organisationen die Bitte, anderweitige Versammlungen nicht und den Boykott für ihre Partei- Interessen auszunüßen. Die Anti einzuberufen und, wo dies angängig, etwa solche, die bereits zum femiten gründeten Sauftolonien, antisemitische Geschäftsleute, die 2. Wir erklären, daß wir, wie wir dies bereits bisher gethan gar nicht auf Arbeiter reflektirten, bestellten boyfottirtes Bier, Dienstag angeordnet sind, zu vertagen. zu haben glauben, feinen bei uns beschäftigten Brauer oder Ar- Fabrikanten zwangen ihre" Arbeiter, in der Fabrik nur Wald" beiter wegen Zugehörigkeit zu einer Organisation weder maß ichlößchen" zu trinten. Die gesammte bürgerliche Preffe brachte regeln noch entlassen, mithin den Organisationsbestrebungen der Aufrufe, die boykottirten Geschäfte zu unterstützen, die Herren Ackers Arbeiter nichts in den Weg legen werden; wahren uns jedoch mann, Mehnert nnd Genossen erließen herzerweichende Hilferufe und unsere volle Freiheit, ohne Rücksicht auf Parteistellung, Arbeiter| forderten alle, Wohlgesinnten" auf, Gelder für die boykottirten Ge anzunehmen und zu entlassen." schäftsleute zu sammeln, und wenn man diesen Herren glauben Damit find sämmtliche Forderungen, welche die Dresdener tönnte, wären große Summen" aufgebracht worden. Der Haß der Arbeiter stellten, bewilligt. Die Forderung, die entlassenen gereizten Bourgeois gegen die Arbeiter ging so weit, daß sich in Arbeiter wieder einzustellen, hatte sich erledigt, da dieselben Dresden tein Rechtsanwalt wagte, einen Arbeiter, der wegen sämmtlich in Stellung sind. Immerhin ist der Sieg ein voll- Boykott" angeklagt war, zu vertreten. Als die drei Genossen ständiger. Die erste Veranlassung zum Boykott war über- Gradnauer, Eichhorn und Findeisen verhaftet wurden, ersuchten die Verweigerung des Partes zur Maifeier, ihre Dresdener Freunde einen der freisinnigen Partei angehörigen die Entlassung der Arbeiter erfolgte erst, nachdem der Rechtsanwalt, sich der Verhafteten anzunehmen, doch dieser Herr Boykott bereits erklärt war. erklärte, die wegen Boykott angeklagt feien, er nicht, da er den Boykott für ver Ein anderer Rechtsanwalt gab haupt nur Leute, halte. eine Achtung, Flugblattvertheilung! Die Parteigenossen und Genossinnen des zweiten Berliner Reichstags Wahlkreises, ins besondere die Mitglieder des Wahlvereins werden darauf auf merksam gemacht, daß am Sonntag, den 4. November, ein Flug blatt vertheilt wird. Es ist die Pflicht eines jeden, sich am Sonntag früh präzise 71/2 Uhr in einem der folgenden Lotale einzufinden: Karl Schonheim, Gräfestr. 8; H. Saß, Markgrafen. straße 102; Franz Kizing, Belle Alliancestr. 74; Julius Rau mann, Kulmfir, 36; Hermi. Werner, Bülowstr. 59. = kann die Direktion der Schloßbrauerei Schöneberg Der Boykott wirkt nicht. Die Woche fängt gut an", so ausrufen, wenn fie auf das Resultat des ersten Monats im Geschäftsjahre 1894/95 blickt. Der Oktober erbrachte nach dem von der Gesellschaft gestern veröffentlichten Ausweise bei einem Absah von 11 391 Hektoliter gegen den gleichen Monat im Vorjahre einen Ausfall von 738 Hektoliter oder von 18 450 M. Abgesehen wies, bildet der Ausfall pro Oktober den höchsten Monatsbetrag. von der Juni- Biffer, welche ein Minus von 1049 Hektoliter ausder für die Gesellschaft in der Zeit des Boykotts resultirt. Die Quittung der Arbeiterschaft Berlins auf die empörende Zumuthung der Brauerproßen in jener denkwürdigen Sigung vom 18. v. M. konnte auch nicht ausbleiben. Der Sieg der Dresdener Arbeiter bedeutet mehr als einen Sieg vertheidige über die Brauerei, er ist ein glänzender, großartiger Sieg über werflich fämmtliche bürgerliche Parteien und Behörden Dresdens ja ähnliche Antwort. ja ähnliche Antwort. Mörder und Spizbuben können die Herren ganz Sachsens. Der Boykott in Dresden war fein Angriff vertheidigen, ohne befürchten zu brauchen, von den bürgerlichen seitens der Arbeiter ebensowenig als hier in Berlin er Parteien boykottirt zu werden. war eine berechtigte Nothwehr nicht allein gegen einige Rapita Aber alles dieses konnte die Arbeiter Dresdens nicht ab listen, sondern gegen die gesammten bürgerlichen Parteien, die schrecken, im Gegentheil: das Vorgehen der Behörden und bedas Bersammlungsrecht der Arbeiter illusorisch zu machen suchten, sonders der„ Erpressungsprozeß" haben eine Empörung hervor. indem sie die Restaurateure und Brauereibefizer, welche den gerufen, welche selbst den gleichgiltigsten Arbeiter aufrüttelte und Arbeitern ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen wollten, mit ihn zum Kampfe antrieb; die Versammlungen in Dresden und Zum Besten der ausgesperrten Brauerei Arbeiter dem Boykott ihrerseits bedrohten. Wir glauben bestimmt an umgegend wurden besser besucht; die Abonnenten der„ Sächsischen werden am Sonntag zwei Festlichkeiten abgehalten, auf die wir nehmen zu dürfen und wie uns Dresdener Parteigenoffen Arbeiter Beitung" nahmen täglich zu und von Woche zu Woche unsere Parteigenossen aufmerksam machen wollen. Von der versicherten, hat dies die Brauerei selbst erklärt daß die saben sich immer mehr Restaurateure und Flaschenbierhändler thischen Gesellschaft wird im Elysium, Landsberger Brauerei und noch viel weniger der Pächter- den Part genöthigt, das Waldschlößchen Bier abzubestellen. Die anti- Alee 40/41, eine Matinee, bestehend in Konzert und Theater % veranstaltet, zu der Karte» zu 20 Pfg. an folgenden Stellen zu haden sind: Donath, Pappel-Allee 3/4; Sctilewitz, Krem- menerstr, 3; Dinner. Mauteuffelstr. 19; Pethke, Dresdenerftr. 99; Waldcck Manasse, Orauienslr. 130; W. Noack, Reichenberger- straße 112; Thiedt, Weißenburgerstr. 57. Der Beginn der Matinee ist auf II Uhr angesetzt, Desgleichen hält der Fachverein der Klempner Nach- mittags 5 Uhr in Hoffmann's Festsälen. Oranienstraße 180, ein in Konzert und'Tanz bestehendes Vergnügen ab, dessen lleberschup ebenfalls den Ausgesperrten zu gute kommen soll. Auf beiden Festen wird es nicht an zahlreichem Besuch fehlen. tteber daö Brhrittg'sche Heilserum sprachen dieser Tage die Mitarbeiter des Professors Behring, die Herren Dr. Paul Ehrlich und Tr. Bassermann im Hörsaale des Anatomischen Instituts. Professor Ehrlich trat der falschen Blättermeldung entgegen, wonach drei Kinder infolge der Wirkung des Heil ferums gestorben seien. Der aufsehenerregende Fall habe wesent- lich anders gelegen, als berichtet worden. Es seien nicht drei Kinder gestorben, sondern nur eines, und bei diesem sei der Tod auch nicht infolge der Jmmunisirung, sondern erst zu einem Zeitpunkte eingetreten, als diese die Wirkung bereits verloren haben mußte. Ausdrücklich wurde noch von Herrn Dr. Ehrlich betont, daß das Serum ge sunde» Kindern niemals schade. Dr. Bassermann erklärte, daß das Serum geeignet sei, das Diphlheriegift zu lokalisiren und die nicht angegriffenen Organe zu schützen. In frischen Fällen ver- sage das Serum fast nie; sämmtliche in Krankenhäusern aufgenommenen Kinder, die am ersten und zweiten Krankheitstage mit dem Serum behandelt worden seien, wären genesen. Aber auch im weiteren Krankheitsstadium habe diese Behandlung einen recht günstigen Erfolg aufzuweisen gehabt. Tie„Droschkenbesitzer- Verciniguilg, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht" dieses neueste phantastische Produkt snhrherrlicher Findigkeit zur Wahrung der Unternehmer-Jnteressen und Bekämpfung der Emanzipationsbestrebungen der Kutscher, fängt bereits an, nach dem sie kaum das Licht der Welt erblickt hat, recht sonderbare Lebenszeichen von sich zu geben und mit diesen den reaktionären Zweck ihres Daseins zu verrathen. In der jüngsten Sitzung dieser„Genossenschaft" konnte nämlich Herr A. S ch u n k e nicht umhin, seinem übervolle» Herzen ein wenig Luft zu machen und sein geheimes Wünschen zu verrathen. Weß Herz voll ist, deß Mund läuft bekanntlich über, und so bezeichnete er denn in Air betracht des Umstandes, daß die letzthin stattgehabten Ersatzwahlen der � Beisitzer zum Gewerbe» Schiedsgericht wieder zu Un« gunsten der Arbeitgeber ausgefallen seien, die Gründung eines eigenen Schiedsgerichts für die Genoffenschaft als eine der Aufgaben, welche diese zu erfüllen haben werde. Daß Herr Schunke hiermit nicht allein seinem eigenen Herzenswünsche Ans' druck verliehen, sondern auch den übrigen Herren Genossen schaftern aus der Seele gesprochen hat, darf wohl mit Sicherheit angenommen werden, denn es ist kein Geheimniß, daß ebenso wie anderen Unternehmern auch den Fuhrherren daS Gewerbe- Schiedsgericht ein Dorn im Auge ist und daß sie gar zu gern die Kutscher wie in früheren Jahren wieder unter ihre unbeschränkte Botmäßigkeit bringen möchten. Diese Trauben dürsten aber Herrn Schunke und Genossen denn doch zu sauer sein, denn wenn es auch leider den Innungen gestattet ist, eigene Schiedsgerichte für gewerbliche Streitigkeiten zu bilden— soweit sind wir denn doch noch nicht, daß dies auch Genossenschaften gestattet sein sollte. Die Herreu Droschkenbesitzer-Genossenschafter werden daher ihrer Herzen Ge- tlüste wohl bezähmen müssen. Aber auck Herr G r a s s o w halte etwas auf dem Herzen, was nicht minder auf die Tendenzen dieser Genossenschaft ein bezeichnendes Licht wirst. Er brachte Tiänckich den Antrag ein, eine Petition an den Herrn Polizei- Präsidenten wegen Einschränkung der Droschkeunummer-Ausgabe «inzurcichen. Und daß auch Herr Grassow den braven Droschkenbesitzer-Geuossenschaftern aus der Seele gesprochen datte, bewies die einstimmige Annahm« dieses seines Antrages. Und was bedeutet der Antrag bei Lichte betrachtet? Nichts weniger als eine Einengung der Gewerbefreiheit. So mancher Kutscher, de» die Fuhrherrn auf die schwarze Liste gesetzt hatten, erblickte sein letztes Heil darin, daß er es möglich machte, sich eine eigene Droschke anzuschaffen und als sogenannter„Einspänner" sich durch's Leben zu kutschiren. Nach den Wünschen der Genossenschaster soll aber eine Ver- mehrung der Droschken nicht mehr stallsinden. Jedenfalls be- absichtigt die Genossenschaft, den größtmöglichsten Theil der vor- handenen Droschken in ihren Besitz zu bringen, das Angebot von Droschken künstlich einzuschränken, sich dadurch zum Herrn der Situation zu machen, die Kutscher in ihre Leibeigenschaft zu bringen und den gesteigerten Profit schmunzelnd in die Tasche zu stecken. sFürwahr, der Gedanke ist nicht so übel, doch— zwischen Lipp' und Kelchesrand schwebt oft des Schicksals rauhe Hand! Es wird wohl dafür gesorgt sein oder werden, daß auch die Bäume der Droschkenbesitzer-Genosseuschaft nicht in den Himmel wachsen. Allergrößte Vorficht ist den Arbeitern bei Erörterungen mber Dinge, die auch nur entfernten Zusammenhang mit der Person irgend eines Fürsten haben, dringend anzurathen. Ein Fall möge das illustriren. Der Buchbinder S.. ein sehr thätiger Parteigenosse, kam am Vorabend der kürzlich stattgefundenen Fahnenweihe in einem Lokal in ein Gespräch mit einem un- bekannten Manne über den Werth des Militarismus, wobei er jedoch nur sachliche Gründe für seine Abneigung gegen diese Institution ins Feld führte. Der Unbekannte entfernte sich etwas erregt, als er Einsah, daß ihm sein Gegner auf ein anderes Gebiet aus gewissen Gründen nicht folgen mochte. Nach kurzer Zeit betrat jedoch ein Schutzmann das Lokal, und der in seiner Be- gleitung befindliche„Militärfreund" veranlaßte die Verhaftung des Arbeiters wegen— Majestätsbeleidigung, indem er sich als Kollege des behelmten Beamten vorstellte. Obwohl es in diesem Falle nicht allzu schwer sein wird, den Plan zu ver- eitel». eine berechtigte Kritik in die Beleidigung einer Einzelperson umzuwandeln, so legt doch der Umstand, daß dies überhaupt v e r s u ch t werden kann, gerade sehr nahe, sich die Personen, mit denen man Unterhaltungen pflegt, genau an- zusehen. Die Mahnung: Hütet Euch vor den Denunzianten! sollte nicht umsonst eine ständige Rubrik in der Arbeiterpresse bilden. Wieviel Arbeitsstuudeu hat ei» Tag? In dem Müll- abfuhr-Geschäst von Karl Scheller in der Müllerstraße wurde am Montag Morgen ein Arbeiter zu dem Tagelohn von 2 M. 80 Pf. eingestellt. Das Unglück wollte jedoch, daß der Man», der um 5 Uhr Morgens in seine neue Beschäftigung eingetreten war, um 11 Uhr plötzlich unwohl wurde und mit der Arbeit aufhören mußte. Er theilte dies dem Inspektor mit und bat um den Lohn, den er bis dahin verdient hatte.„Die Uhr ist jetzt elf," meinte der Herr Inspektor.„Sie haben mithin einen Vierteltag gearbeitet; hier sind Ihre 70 Pfennige." Dem Ar- beiter, der wohl wußte, daß der Tag im Kalender 24 Stunden hat, wollte es jedoch nicht einleuchten, daß der Ar- beitstag im Müllabfuhr- Geschäft gerade ebenso lange dauere; und er bat daher höflichst um eine kleine Verkürzung des Arbeits- tages und entsprechende Erhöhung des Lohnbelrages. Nach längerem Sträuben und Harren erreichte der Arbeiter es denn auch glücklich, daß ihm statt 70 Pfennig eine Mark gegeben wurde; ob man im Geschäft des Herrn Ccheller aber bereits von der Anrechnung einer 24 stündigen Arbeitszeit abgekommen ist, steht immer noch dahin. Antisemitisches. Eine betrübende Nachricht bringt die „Franksurter Zeitung": Die Böckel'sche Sondergründung, so schreibt sie, der„dentschwirthschaftliche Verband", ist am Sonntag wirklich zu stände gekommen. Hauptzweck desselben scheint zu sein, Böckel über Wasser zu halten, der, wie Gastwirth B o d e ck sin einer Versammlung sagte, sich und seinen„Reichs- Herold" kaum noch vor dem Gerichtsvollzieher schützen kann. Der „Reichsherold" wurde denn auch zum Organ des neuen Ver- bandes gemacht, ob er damit auch über Wasser gehalten werden kann, ist doch mehr als fraglich. Vielleicht versucht es der un- glückliche Böckel, nachdem ihm seine christlichen Gläubiger das Leben so sauer gemacht haben, zur Abwechselung einmal mit jüdischen Wucherern? Ein dreister Ranbanfall ist, wie nachträglich bekannt wird, am Sonnabend Abend auf dem Wege von Berlin nach Pankow verübt worden. Der 20 Jahre alte Elektrotechniker Willi Reinicke aus der Wollankstr. 135 zu Pankow hatte um 9 Uhr den Ringbahnhof Schönhauser Allee verlassen, um sich nach der mütterlichen Wohnung zu begeben. Unterwegs sprang ein Mann hinter einem Baum hervor, griff nach Reinicke's Taschenuhr und rief drohend ans „Gieb die Uhr her oder ich steche Dich nieder." Als der Angegriffene Lärm schlug, sah er in der Hand des Räubers ein Messer, das nach seinem Kopf geführt wurde. Es wurde aber nur der Hut durchstochen. Als sich aus grund der Hilferufe von einem Pferde- Eisenbahnwagen her mehrere Per sone» näherten, entfloh der Thäler über die Felder und entkam. Erschossen aufgefuiiden wurde am Mittwoch Morgen um 9 Uhr durch den Förster Bünger im Thiergarten bei der Schutz- mannsbrücke ein Mann, der einen mit dem Namen„Gastwirth Karl Klähnhammer" beschriebenen Zettel bei sich trug. Ans einem Revolver hatte er sich«inen Schuß in die linke Schläfe beigebracht. Tas Schicksal moderner Prachtbauten. Im Wege der Zwangsvollstreckung stand gestern der von der Kommandit- gesellschast Sönderop u. Co. erbaute„Friedrichsdos", Kochstr. 16 und 17 und Friedrichstr. 41 und 42 zur Versteigerung. Ersteher wurde der Bankier Adolf Schwabacher hier, Linkstr. 5, sür das Meistgebot von 2,870 000 M. Die erste Hypothek der Preußischen Bodenkredil-Aktienbank lief mit 2 800 000 M. aus. Tas Eiseubahngeleise, das vom Schlesischen Bahnhof nach der Gasanstalt in der Gitschinerstraße führt und durch die Skalitzerstraße geht, ist dem Fuhrwerksverkehr schon oft hindev lich geworden. Auch am Donnerstag Vormittag lag wieder ein schwieriger Fall vor. Ein mit Preßkohlen beladener Wagen war um IvVe Uhr am Kottbuser Thor mit den beiden rechtsseitigen Rädern in dem Schienengeleise so fest sitzen geblieben, als ob er angenagelt gewesen wäre. Alle Versuche, das Fuhrwerk flott zu machen, blieben längere Zeit erfolglos. Der Pferdeeisenbahn- Verkehr, der die auf jenen Strecken breiteren Schienenrinnen mit- benutzt, erlitt durch das Hinderniß eine Stockung. Ter frühere Nachtwächter Karl Reichelt in Wilmersdorf hat sich gestern früh in seiner Wohnung erhängt. Neichelt hatte in der letzten Zeit viel mit Nahrungssorgen zu kämpfen. Seine Frau befindet sich in der Privat-Jrrenanstalt. Werthsache» im Betrage von 10 000 M. sind einem hiesigen Goldwaaren-Reisendeu gleich nach seiner Ankunft in Frankfurt a. O. entwendet worden. Derselbe war eben erst mit dem Zuge ans Berlin eingetroffen und übergab sein Gepäck, darunter einen Koffer mit Goldsachen, dem Tiener eines dortigen Hotels, der mit dem Hotelwagen auf dem Bahnhofe auf Gäste wartete. Der Mann will nun den Koffer sofort in den Wagen hineingestellt, sich aber nochmals von demselben entfernt haben. Im Hotel angekommen, wurde der Koffer mit dem werthvollen Inhalte vermißt. Von dem Thäter fehlt jede Spur. Tie Straße„Am ReichstagS-Ufer" wird an der Friedrich- straße behuss Baues einer Noihbrücke für die Weidendammer- brücke vom 2. November d. I. bis aus Weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Polizeibericht. Am 31. v. M. Vormittags wurde im Thiergarten, beim Neuen See, ein Mann mit einer Schußwunde im Kopfe todt vorgefunden. Es liegt unzweiselhaft Selbstmord vor.— In der Linienstraße erlitt eine Frau infolge eines Fehl- tritts einen Knöchelbruch.— Im Laufe des Tages fanden vier kleine Brände statt. WitternngSiiberficht vom 1. November 1804. Wetter-Prognose für Freitag, den 2. November 1894. Ziemlich heiteres Melier mir frischen südöstlichen Winden, etwas kälterer Nacht und wenig veränderter Tagestemperatur; keine oder unerhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. TTzeetkev. Lesfing-Theater. Die Kugel. Schauspiel in fünf Aufzügen von Max Nordau. Mensch, überhebe Dich nicht! Mit dieser servilen Philisterweisheit schließt der Mann der kon- ventionellen Lügen sein neues Werk ab, das am Mittwoch einem verehrungslüsternen Publikum präsenlirt wurde. Schlagfertig und sicher zeigte Herr Nordau. daß es vom Uebel ist, wenn der Niedriggeborene aufgepäppelt wird von vornehmen Gönnern und in Kreise hineindrinat, die ihm von Gottes und Rechts wegen immer verschlossen bleiben sollten. Ekles Slreberihum offen- barl sich dann in dem Freigelassenen und selbst vor ge- meinen Verbrechen scheut der aufgestachelte Ehrgeiz des Emporkömmlings nicht zurück, wie das Beispiel des Rechts- anwalts Dr. Sickard zeigte, des traurigen Helden der Nordau- .che» Muse. In dem Sohn ihres Hauskutschers hatte die Frau von Olberode einen Narren gefressen. Sie hatte dafür gesorgt, daß er, der aufgeweckte Junge, aus der ackerbürgerlichen Luft herauskam auf die Universität und in Berlin ein Mann wurde, der sich sehen lassen konnte. Aber kein Glück kann rein genossen werden; zwar unser Rechtsanwalt geberdet sich zwar sehr keck und 'elbstbe wußt und bringt es durch seine ausstrebende Forsche sogar zu einer konservativen Reichstags- Kandidatur; aber die eigentlichen Ehren, die den Mann von Stande zieren, bleiben ihm verschlossen. Er schleppt seine niedrige Geburt gleich einer Kugel am Bein herum und kann als Sohn des Kutschers und der Dienstmagd weder Reservelieutenant noch unumschränkter Landrath werden. Aber er will aufwärts und tößt daher mit roher Gewalt Mutter und Jugendgeliebte zurück. um sich bei einer adligen Dame, die er glücklich von ihrem Ehe- lesponst befreit hat, warm ins Nest setzen zu können. Aber das Lerhängniß bricht bei dieser Vermessenheil prompt herein. Es kommt zur rechten Zeit ans Licht: erstens, daß der Streber in der That einen Kutscher zum Vater hatte. Die Folge ist ein Durchfall bei der Reichstagswahl(!). Zweitens, daß er Mutter, Geliebte und Kind elend verstoßen hat. Die Folge ist die Auf» lösung der adligen Verbindung. Drittens aber kommt heraus, daß die konservativen Wahlkosien von 15 000 Mark aus dem Vermögen der Verlobten, das vom geliebten Streber verivaltet war, entnommen worden sind. Die Folge wäre beinahe Plötzensee gewesen, wenn die zurückgestoßene Mutter nicht durch ihr rüdrendes Benehmen das Herz der beinahe durch eine plebejische Verbindung befleckten Aristokratin gerührt und im Nu den kalten, berechnenden Sohn zu einem pflaumenweichen E»(Jel umgewandelt hätte. Der zu christlicher Demuth zurückgeführte junge Mensch nimmt Mutter, Jngendgeliebte und Kind unter de» Arm und beschließt, aus Deutsch- lnnd auszuwandern, um in einem Lande, wo man ungestrafter auf- wärts streben kann, ein neues Leben zu beginnen. Zu dieser mit kummervollster Philistermoral durchtränkten Handlung klatschte das sonst so skandalsüchtige Premierenpublikum in angeinesseuer Rührung Beifall. An jedem Aktschlüsse wurde der Zlutor heraus- gerufen; dankend nahm er davon Notiz, daß auch im Zeitalter wilder sozialer Gährung immer noch ein Garlenlaubenzirkel sriedsam-froh gedeiht. Unter de» Mitwirkenden, die dem Stück, voll doktrinärer Oede Leben einhauchten, ragte namentlich Frau von Pöllnitz als Mutter Sickart hervor. Es war«in Bild von prächtigster Ab- tönung, das sie in ihrer schwere» Rolle vorführte. Gerirfcks-jZetkmlij. Ein eigener Unstern schwebt über den Verhandlungen des S ch w ur g e ri ch ts am Landgericht I, welches zur Zeit unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Funke tagt. Vorgestern sollte eine umfangreiche Anklage wegen Vergehens gegen keimendes Leben gegen mehrere Personen verhandelt werden, zu welcher eine große Reihe von Zeugen geladen war. Eine der An- geklagten, eine Frau Marschall von S o l i ck y machte die Ver- Handlung unmöglich, da sie anscheinend von religiösem Wahn- sinn befallen war. Sie fing plötzlich an, den Gerichtshof init salbungsvollen Worten zu apostrophiren und stellte mit er- hobener Stimme dem Vorsitzenden in Aussicht, daß er im Himmel eivige Strafen erleiden würde, wenn er es wagen ivürde, gegen sie etwas zu i unternehmen. Der mit frommen Worten durchsetzte Redestrom der Augeklagten war nicht zu dämmen und es blieb dem Gerichtshof nichts übrig, als die Verhandlung zu vertagen und einen Sachverstän- digen damit zu betrauen, den Geisteszustand der Angeklagten zu untersuchen.— Auch der gestrigen Verhandlung stellten sich un- erwartete Hindernisse entgegen. Die Anklage wegen vorsätz- licher Brand st ist ung richtete sich gegen eine Frau Löwenthal. Dieselbe ist s. Z. auf die Anzeige einer Frau Dabergotz wegen eines gegen die Versicherungs-Gesellschaft„Vik- loria" verübten Betruges zu 2Vz Jahren Gefängniß oerurlheilt worden. Auch in der jetzigen Anklagesache wegen Brandstiftung war die Dabergotz die Angeberin, gerade sie fehlte aber bei dein Aufruf der Zeugen. Es wurde festgestellt, daß sie inzwischen wegen verschiedener Strafthaten verschwunden ist und steckbrieflich verfolgt wird. Da ohne diese Zeugin nicht verhandelt werden konnte, mußte auch dieser Termin vertagt werden. Rechtsanwalt Dr. Fr. Friedmann theilte übrigens mit, daß er in der Betrugs- fache, in welcher die Angeklagte zu 2k Jahren Gefängniß ver- urlheilt worden ist, einen Antrag auf Wiederaufnahme des Ver- fahrens gestellt hat. „Bruderliebe?" Das letzte Kapitel eines überai s HSß- lichen Erbschaftsstreites spielte sich heute vor der ersten Straf- kammer am Landgericht Hab. Durch seinen leiblichen Bruder war der Furagehändler Karl Wilhelm Wegener aus Charlotten bürg wegen fahr- lässigen Meineides denunzirt worden und hatte sich nun dagegen zu verantworten. Aus Wunsch seiner ver- storbenen Mutter hatte der Angeklagte deren Fourage- geschäft übernommen, doch sollten die noch eingehenden Außenstände aus der Zeit vor dem Tode der Mutter zu dein gemeinschafilichen Erbe der sämmtliche» Geschwister fließe». Der Angeklagte hat nun auch sämmtliche Eingänge angegeben und wo er die Summe nicht genau wußte, hat er sogar einen höheren als den wirklich empfangenen Betrag zu der Masse ge- bracht. In einem Falle jedoch behauptete der Bruder, der An- geklagte habe mehr Geld empfangen als angegeben. Es handelte sich um den in Konkurs igeralhenen Kunden Engelbrecht. Der Bruder trieb den Augeklagten in derErbschnftsregulirungssache zum Eide. Wegener beschwor, nicht mehr als angegeben erhalten zu haben, der Bruder ließ de» Bruder ruhig schwören und lief dann zum Staatsanwalt mit der Anzeige wegen fahrlässigen Meineides. Er halte sich das in Engclbrechl's Besitz befind- liche Anschreibebuch verschafft, welches für die Erben noch ein Plus von 12 M. ergab. Nun vermochte aber der Vertheidiger, Rechtsanwalt Schmilinsky, vor der Strafkammer die völlige Un- schuld seines Klienten»achzuweisen. Die Frau des Kunden Engelbrecht vermochte sich zu erinnern, daß die streitigen 12 M. noch gar nicht an Wegener bezahlt worden seien. Letzterer hatte sich um diese noch außenstehende Forderung nicht mehr gekümmert, dieselbe vielmehr kurzer Hand in den Schornstein geschrieben, da bei dem falliten Engelbrecht doch nichts zu holen war. Unter diesen Umständen erkannte der Gerichtshof dem Antrag« de» Verlheidigers gemäß auf Freisprechung. Ei» Idyll aus dem Thiergarten beschäftigte gestern die IV. Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Ein von ausivärts hier angekommener Schriftsetzer promenirte eines Tages im Thiergarten und nahm die Sehenswürdigkeiten desselben in Augenschein. In der Gegend des große» Sterns gesellten sich drei junge Leute zu ihm, die augenscheinlich gleichfalls eine Reise durch Berlin machten. Der Schriftsetzer erfuhr so- fort eine traurige Geschichte über die Verderbtheit der Menschen, denn der eine seiner neuen Freunde er- zählte, daß er soeben erst aus Hamburg angekommen sei und daß man ihm hier in der Eisenbahnhalle sein Portemonnaie ge- stöhlen habe. Zu seinem Glück hatte der Bestohlene aber noch ein güldenes Ringelein an seinem Finger, dessen Werth der Be- dauernswerthe in allen Tonarten vries. Der Ring sollte au- geblich von seinem Großvater stammen und ihm durch Erb- schaft überkommen sein. Er erklärte, daß er schweren Herzeus daran gehen müsse, den Ring zu veräußern und wenn er auch nur 3 Mark dafür bekäme. Der Schriftsetzer wurde kauflustig und sein Schicksal war besiegelt, als ein unter den Dreien befindlicher angeblicher Goldarbeiter es für einen Wahnsinn ausschrie. einen so werthvollen Ring für 3 M. zu verkaufen. Der Schriftsetzer ging aus den Kauf ein, zahlte das Geld und das Kleeblatt verschwand. Nach dem Urtheil eines Sachverständigen hat der unechte Ring einen Werth von 15 Pf. Leider ist es nur gelungen, den angeblichen Goldarbeiter in der Person des Kellners Max Knappe zu er- mittel«. Eine Vorstrase desselben bewies, daß er ein professions- mäßiger Ringnepper ist und der Staatsanwalt beantragte aus diesem Grunde 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus. Der Ge- richtshof verurtheilte den Angeklagten zu IJahr 3Monaten Gefängniß. Ein alter Schwindel, den der Tapezirer Paul Ziehe ausgeübt hat, gelangte gestern zur Kenntniß der VII. Straf- kammer des Lanogerichts I. Ziehe wurde im Juli d. I. aus dem Zuchthause zu Brandenburg entlassen, wo er vier Jahre sechs Monate zugebracht hatte. Er hatte dort einen Mitgefauge- nen kennen gelernt und von demselben die Wohnung von dessen Ehefrau in Berlin erfahre». Kaum auf freiem Fuße,«lachte der Augeklagte der Frau einen Besuch. Er stellte sich als Werkmeister im Zuchlhause zu Brandenburg vor, der ihren Mann gut kenne und in der Lage sei, demselben heim- lich Lebensmittel zuzustecken. Die Frau verstand den Wink, si- gab dem Besucher 3,50 M., das gesammte baare Geld, welches sie besaß. Von ihrem Ehemann erfuhr sie später, daß sie be- 'chwindelt worden sei. Auf grund ihrer Personalbeschreibung gelang es, den angeblichen Werkmeister in der Person des Au- 1 我 geflagten zu ermitteln. Der Gerichtshof verurtheilte den An- Die Bergarbeiter Steiermarks halten zu Weihnachten| Mansfeld, einen Bericht über die von dieser Anstalt im ab. geklagten zu einer 3uch thausstrafe von einem Jahre eine Konferenz in Voitsberg ab. Provisorische Tages- gelaufenen Jahre vorgenommenen Untersuchungen, in welchem er neun Monaten und 150 M. Geldstrafe. ordnung: 1. Situationsbericht. 2. Fachorganisation und Fach- unter anderem folgendes hervorhob: Die der Anstalt theils von Eine Anklage wegen groben Unfugs steht in Werder an presse. 3. Reform der Bruderladen. 4. Allgemeine Angelegen Behörden, theils von Apothekern zur Prüfung vorgelegten Eine Auflage wegen groben lufuge steht in Werder an beiten. Alle auf die Konferenz Bezug habenden Zuschriften Kaffeesorten erwiesen sich zum großen Theile( 6 unter der Havel dem dortigen Sarghändler Bergel bevor. Derselbe Darunter war der Bischof war von einem Brauereibesitzer, der sich den Rechtsanwalt Saad find an die Genossen: Johann Zwanzger, Bergarbeiter in Bang- 14) als Fälschungen. ein Objekt in der genannten" Ausstellung, angenommen hatte, verklagt und schrieb nun an den erkrankten thal, Post Voitsberg, und Karl Kohlhofer, Magazineur in Bang- taffee", Rechtsanwalt einen Brief, in welchem er denselben bat, bei den thal, Post Voitsberg, zu senden. welches sogar prämiirt wurde. Dieser prämiirte Ausstellungsschlechten Zeiten nicht so hart mit ihm zu verfahren. Da der Vom schottischen Bergarbeiterstreik wird unserem Kaffee enthielt, wie der Referent der erstaunten Versammlung Rechtsanwalt doch nicht mehr lange leben würde, möge er ihm, Dortmunder Partei Organ vom Genossen A. Siege! neben viel Kornraden". Der Referent fügte hinzu: Sie sehen, mittheilte ,,, neben wenig Kaffee hauptsächlich Roggen und Gerste, damit er etwas verdienen könne, wenigstens einen Sarg ab- unterm 26. Oktober aus Muirtirt geschrieben:„ Wohl ist kaufen, den er, wenn er nicht Kontreordre bekäme, am nächsten der Streik hier beendet, aber das liegt nicht an dem Fehlen der meine Herren, welche Genüsse der„ Mokka" schlürfenden MenschTage beim Rechtsanwalt H. abliefern würde. Lekterer hat nun straffen Organisation, sondern an dem mangelnden Geld. Der heit winken! Gefälscht waren ferner:„ der echte holländische diesen gemeinen Brief der Staatsanwaltschaft eingereicht und die Streit hat 17 Wochen angehalten, genau so lange, als voriges Der echte feinste Gesundheits- Feigenkaffee( aus Birnenmehl und Kaffee Extrakt"( bestehend aus Gerste, Feige und Zichorie). Bestrafung des B. beantragt, welcher bereits eine polizeiliche Jahr in England. Die Engländer hatten eine gefüllte Kaffe, fleinen Steinchen), der Hundertgulden- Feigenkaffee bestand Vernehmung dieserhalb hatte. als sie den Kampf aufnahmen, die Schotten dagegen hatten ausgestoßenen Zwetschenkernen. Prämiirt waren ferner in gar nichts und waren auf die Unterstützung der Engländer In der Schweichel'schen Mordaffäre soll nunmehr die angewiesen, die leider sehr schlecht ausgefallen ist. Im der Internationalen Ausstellung der Wet mit der Bezeichnung Staatsanwaltschaft beschlossen haben, gegen den Maurer Thiede Grunde genommen haben die Schotten besser gestanden, ie alter Madeira"; trotz dieser vielversprechenden Etikette und froß der erfolgten Prämiirung erwies sich dieser Göttertrant als die Anklage sowohl wegen Mordes als wegen des Sittlichkeits- als die Engländer. Wie fast bei jedem Streit, so fonnte froß der erfolgten Prämiirung erwies sich dieser Göttertrank als verbrechens zu erheben. Die Anklage wird jezt ausgearbeitet, man auch hier sehen, daß gerade Diejenigen die Arbeit eine Fälschung aus Stärkezucker! und sodann bei der Beschlußkammer der Antrag auf Eröffnung zuerst aufnahmen, die es nicht am nöthigsten hatten, während des Hauptverfahrens gestellt werden. die Aermsten am längsten aushielten. Das konnte man in Gewerkschaftliches. = Muirkirt sowohl an den Schotten, als auch an den Deutschen Briefkaffen der Redaktion. sehen. Wenn die Leute alle bis nach dem 1. Oktober ausgehalten hätten, so wäre der Streit gewonnen gewesen, als aber in der Konferenz der Grubenbesitzer berichtet wurde, daß schon 15 000 Mann die Arbeit aufgenommen hätten, da erklärten die Herren, unter diesen günstigen Verhältnissen wäre es eine Thorheit, etwas zu bewilligen. Beide Theile haben etwas gelernt; die Grubenbefizer werden es nicht so leicht wieder zum Streit tommen Achtung, Töpfer! Den Kollegen und Berufsgenossen wird hierdurch in Erinnerung gebracht, ihrer Pflicht, bezüglich der Abführung der Prozente, so weit es noch nicht geschehen ist, Genüge zu leisten. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß für lassen. Sie haben nicht geglaubt, daß die Schotten so lange wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. P. R. Wenden Sie sich an A. Daehne, Demminerstraße 66. 4 2. R. Mir" ist richtig. Briefkaffen der Expedition. " diese Woche wiederum die abzuführenden 10 Prozent des Ver- aushalten würden Die Arbeiter dagegen haben eingesehen, ein: Von vier Genossen aus den Katakomben der Tegeler LandFür die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner dienstes im Arbeitsnachweis, Gipsstraße 16, entgegengenommen daß dem Kapital nicht so leicht beizukommen ist. Die straße 5,-. Wasserthorstr. 51 4,-. Ueberschuß vom Geburtswerden. Der Vorstand. J. A.: R. Topf. Gozialdemokratie hat baber eine gute Ernte gehalten; lage von Fran Riging 10,-& Eine Schröder'sche Giftprobe in den letzten Wochen des Streits hat unser Genosse Die Hafenarbeiter in Bremen haben wegen Lohndifferenzen Keir Hardie die Gelegenheit benutzt und eine Agitationstour im durch Koch u. Fries 7,17. Von den Arbeitsscheuen 1,-. Mundharmonika Verein = Vorwärts" 2,50. Arbeiter der Firma am legten Dienstag die Arbeit eingestellt. Streitgebiet unternommen. Die Versammlungen waren alle von D. R. Nitsch, 2. Rate 10,-. M. B. G: 40 1,-. Der Verband der Bauarbeiter und Berufsgenossen gutem Erfolg. Das ist das Ende vom Lied, die Sozialdemokratie Amerikanische Auktion beim Stiftungsfest des Rauchflubs„ GrünDer Verband der Bauarbeiter und Berufsgenossen heimst die Früchte ein. Außer den zehn deutschen Streitbrechern thal II 9,55. Werkstatt Jungnickel, Langestr. 109 2, Prozeß Teutschlands hielt am 28. Oktober und die folgenden Tage seinen find die übrigen Deutschen alle entlassen worden, 12 an der Zahl. fosten 2,-. Amerikanische Auktion in Königswusterhausen VollVerbandstag in Lüneburg ab. Der Geschäftsbericht des Vor- Die Vorstandssitzung der Ayrshire Miner- Federation am 13. Ot dampf vorwärts 13,75. Rauchklub„ Ohne Zwang" 20,-. Ueberdaß die Mitgliederzahl im 4. Quartal 1892 1752, im Jahre 1893 tober zu Kilmarnack, der aus allen Orten Delegirte beiwohnten, schuß vom ringfreien Bier, Spandauerstr. 30, 2. Hof, 15. Woche gar nur 1629, am Ende des diesjährigen 2. Quartal aber 1793 bat beschlossen: die ausländischen Streitbrecher aus der Federation 4,10. Gesammelt bei Saß, Markgrafenftr. 102, 1,20. Tischlerbetrug. Die Ausgabe für Agitation betrug im Jahre 1893: auszustoßen, und alle Mittel anzuwenden, dieselben aus Schott Krankenkasse G. d. Billhardt Bierprozente, Tischlerei v. Schuster 5,-. 488,40 9, 1894: 388,05 M. Ferner geht aus dem Bericht land zu vertreiben; dagegen für die 12 entlaffenen Deutschen, Von den Gesellen der Tischlerei von Batsch, Pallisadenstr. 30 hervor, daß an Berband agitirten, diese seitens der Unternehmer gemaßregelt felbst beigewohnt. Wir haben denn auch jezt Arbeit erhalten, Geburtstag b. B. gef. d. Poweleit-, 90. an verschiedenen Orten, wo Kollegen für ben wenn eben möglich, Arbeit zu beschaffen. Der Sigung habe ich 3,50. Bau Pappelstr. Maiwald 3,-. Potsdamer Tonne 1,50. 6 Bodenleger und 1 wurden, so in Nürnberg, Wismar, Harburg und Lüneburg. Die jedoch noch kein Reisegeld; ich hoffe das Fahrgeld für 12 Mann, Ginseger von Bendix 3,50.. Reetz-50. Parteigenossen in Ausgaben beziffern sich auf 212 M. Die Ausgaben für Rechts- 3 Frauen und 13 Kinder von der Federation noch zu bekommen." Unna 23,45. Verb. d. Sattler u. Zapezirer, Zahlst. Breslau d. schutz betrugen 203,50 M. Streits fanden im Jahre 1898 teine Fix 5,95. Von einer rothen Geburtstagsfeier Markusstr. 16 1,76. statt, jedoch waren in diesem Jahre zwei zu verzeichnen, in Frauen und Mädchen- Bildungsverein Stiftungsfest in CharlottenFlensburg und Lüneburg. Der erstere wurde in aller Kürze zu burg 20,-. Gef. an der Geburtstagsfeier von Schmidt, Ritterstraße Gunsten der Flensburger Kollegen entschieden und hatte keinerlei 7, Andreas B. 7,65. Tischlerei von Seeger, Stettinerfir. 54 nachtheilige Folgen, auch hatten die dortigen Kollegen Schiffeuntergang. Der der neuseeländischen Dampfschiffs: 10,95. A S. Rindtaufe in der Pflugstraße 5,15. Parteigenoffen in feine materielle Hilfe seitens des Verbandes gefordert. Gesellschaft Union" gehörende Dampfer, Wairararapa" scheiterte Lugau, durch Winkler 11,95. Mustauer Genossen, Amerit. Auftion In Lüneburg dagegen ging der Streit verloren, und noch am Sonntag Abend auf der Fahrt von Sydney nach Auckland 7,51. Arb. d. Metallwaaren- Fabrit, Elifabeth- Ufer, 11. Rate 9,40. immer ist der Leiter Der dortigen Zahlstelle gemaß an der Great Barrier- Insel bei Neuseeland. 112 Personen, Bon Nadge durch Hente 5,-. Geburtstag 1. November 5. regelt. An Unterstützung wurden den Lüneburger Kollegen Passagiere und Mannschaften, sollen ertrunken sein, einige Per- Gesammelt beim Geburtstag Nemiz, Lebuferstr. 5, 1,75. Von 935,15 M. gesandt. Der Kassenbestand war am 31. Dezember fonen konnten sich retten. den Genossen Schwedts 9,95. Gewerkschaftskartell in Freiburg 1892 1147,93 M., am 31. Dezember 1893 815,97 M., am Prämiirung gefälschter Nahrungsmittel. Auf der letzten im Breisgau 9,95. Verband der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeit. 20. September 1894 1555,03 mm. Bu Punkt 3 Organisationsfrage internationalen Ausstellung für Voltsernährung, Armee- Ber- Bablstelle Harburg 29,95. Kellner bei Gründel, Brunnenstr. 3,-. wird beschlossen, den Verband in seiner gegenwärtigen Form pflegung 2c. in Wien sind, wie die Deutsche Chemiker- Beitung" Schles. Stat, Café Schiller 2,60. aufrecht zu erhalten; die Zentralverwaltung soll demnächst ein mittheilt, auch Lebensmittel ausgestellt und prämiirt worden, die Summa 289,14 M. Bereits quittirt 15 228,26.: in Flugblatt zur Verbreitung bringen. Ferner wurde beschlossen, sich nachträglich als Fälschungen erwiesen. In der fürzlich ab- Nr. 250 statt 14 657,44 14 557,44 quittirt; in Summa 15 617,40 das 14tägige Erscheinen des Verbandsorgans Arbeiter" beizube- gehaltenen Generalversammlung des Allgemeinen österreichischen Mark. balten. Namen und Sitz des Verbandes bleiben wie bisher. Apothekervereins erstattete der Leiter der Wiener Untersuchungs- Berichtigung: In Nr. 247 soll es statt Marie Mens Damit war die Tagesordnung erledigt. anstalt für Nahrungs- und Genußmittel, Apotheker Dr. Geburtstag heißen: Mariechens Geburtstag 1,50. Für den Inhalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, 2. November. Opernhaus. Der kleine Haydn. Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. fungen. Wie die Alten Leffing- Theater. Die Schmetterlings schlacht. Deutsches Theater. Hamlet. " Central- Theater Alte Jakobßraße Ur. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. 6. Auna Bäders. Josefine Dora. Zum 63. Male: O! diese Berliner! " Vermilchikes. Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. Große Posse mit Gesang und Tanz in das kleinste Menschenfind. 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Mufit von J ul. Ginödshofer. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Uhr. Infang der Borftellung 71/2 b. Morgen und Tage: diese Berliner Theater. Stügen der Ge- Berliner! fellschaft. Schiller Theater. Der Menonit National- Theater. Neues Theater. Komödianten.( Cas botine!) Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel bea des fliegenden Serpentin- Ballets, Rehdenz- Theater.( Théatre libre.) arrangirt v. Balletmeister Géza Zinner. Une Faillite. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Bellealliance- Theater. KönigKrause. Alexanderplat Theater. Modell. Verbotene Liebe. Ein Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. D! diese Berliner! National- Theater. Die Weber. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. Spezialitäten Apollo Theater. Vorstellung. Vorstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Parodie Theater. Spezialitäten Vorstellung. Neue freie Volksbühne im Central- Theater, Alte Jakobstr. 30. Sonntag, 4. Nov.: 1. Abth. 21/2 Uhr, Sonntag, 11. Nov. 2. Abth. 21/2 Uhr, Einsame Menschen. Von Gerhart Hauptmann. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Freitag, den 2. November, Abends 8 Uhr: Der Menonit. Sonnabend, 3.November, Nachmittags 8 Uhr: Schüler Vorstellung. Der Menonit. Abends 8 Uhr: Der Meineidbauer. Vorher: Die Weber. *** Schauspiel in 4 Akten von Regie: Mar Sam ft. Raffenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Komödie in 5 Atten von Ausstattungs- Komödie in 5 Aften von Ernst Bluhme mit theilweiser Benußung einer Idee von August Blanche. Lichtbilder von Ludwig Richter. Flug Dekorationen von Müller und Schäfer. und Tanzevolutionen von Géza Zinner. Adolph Ernst- Theater Vorlehte Aufführung! Charley's Tante. Schwant in 3 Atten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe in einem Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag, den 4. November: Zum 1. Male: Der kleine Herr. Schwant in 3 Atten v. Arthur Lauw. Vorher: Zum 1. Male: Die ewige Braut. Liederspiel in 1 Att v. W. Mannstädt und J. Kren. Prinzess Topase Merikanische Riesen- Cacteen in noch nie gesehener Größe. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber aus Dahomey. Die Herenschaukel, neueste Illusion. Circus Renz Carlstrasse. Freitag, den 2. November cr., Freitag, den 2. November cr., Abends 7 Uhr: Tjo Ni En. Die Manege in 2 Minuten zur Bühne Vollständig neues Genre! verwandelt. Senfationelle Tänze, u. a. les grelots vivants( Origin) jeu des barbichons ( Original) 2c. Außerdem: 6 Rappen, vorgeführt von Herrn R. Renz. Cyd und das Springpferd Blitz, ger. v. Frau RenzStark. Der phänomenale Reiter Mr. Clarck. Die Klowns Gebr. Villand, Busto 2c. Sonnabend: Tjo Ni En. Sonntag: Nachm. 4 Uhr: Große Komiker- Vorstellung. Ermäßigte Preise. Abends 71/2 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Alcazar Vaudeville- u. Variété- Theater Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Vornehmster Familienaufenthalt. Neu! Sensationell! Neu! Pusebach auf Korea. Mr. Chong und Neu! Geschwister Sarno. Neu! Auftreten sämmtl. Spezialitäten. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. Bekanntmachung. Orts- Krankenkasse der Battler und verwandter Gewerbe zu Berlin. Am Sonnabend, den 8. November, Abends 81/2 Uhr, in den Armin- Hallen, Sommandantenfir. 20: Große öffentliche Achtung, Vergolder! Am 30. Oktober verstarb unser Mit glied, der Vergolder Julius Sachse an einem Nervenleiden. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. November, Mittags 12 Uhr, der Leichenhalle des ThomasKirchhofes aus statt. von Um recht rege Betheiligung bittet Die Ortsverwaltung. 267/9 Am Mittwoch, Borm. 9 Uhr, vers schied nach langem schweren Leiden mein lieber guter Mann, unser Vater, der Restaurateur to Joseph Urban, Forsterstr. 54, im Alter von 50 Jahren. Dies zeigen an die tiefbetrübten Wittwe Urban Hinterbliebenen. nebst Kindern. Die Beerdigung findet Sonntag, Nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des alten Michael Kirchhofes, Herrmann 10172 Mitglieder- Versammlung. straße, Rixdorf aus statt. Tagesordnung: 1. Aufstellung der Kandidatenliste zu der Delegirtenwahl. 2. Verschiedenes. Am Sonnabend, den 10. November, Abends 81/2 Uhr, findet in demselben Orts- Krankenkasse d. Steindrucker und Lithographen, Berlin. Am 30. Oftober verstarb unser Mits glied der Steindrucker Herr Albert Feltin. Lokal die definitive Wahl der Dele- Die Beerdigung findet statt am Sonngirten der Arbeitnehmer nach§ 48 unseres tag, den 4. November, Nachmittas um Statuts statt. Wählbar und wahl-/ 22 Uhr, von der Leichenhalle des berechtigt find nur diejenigen Mit Bions- Kirchhofes in Weißensee. unseres Statuts. Um zahlreiche Betheiligung bittet glieder, welche großjährig und im Besiz der bürgerlichen Ehrenrechte find,§ 48 7656 Der Vorstand. 770b Mitgliedsbuch legitimirt. Am Sonntag, den 11. November, Bormittags 10 Uhr, findet die definitive Wahl der Delegirten der Arbeitgeber in demselben Lofale statt.§ 48 unferes Statuts. Der Vorstand. W. Erdmann, R. Dittberner, Vorsitzender. Karton- Arbeiterinnen! Die Fabrik von Cohn u. Friedländer, Stralauerftr. 58, ist wegen der vorgekommenen Angriffe auf die Sittlichkeit gesperrt. Schriftführer. Drts- Krankenkasse der Friedrichshagen. Korbmacher. Sonntag, d. 4. Nov., Nachm. 1/22 Uhr, im Saale von Friz Schulze, ( früher Wandrey): Parteiversammlung. Tagesordnung: 1. Bericht vom Frankfurter Parteitag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vertrauensmannes. 4. Wahl des Bertrauensmannes. 5. Berschiedenes. Pflicht aller Genossen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. 7576 Der Vertrauensmann. Montag, den 12. November d. J., Abends 8 Uhr, bei Roll, Adalbert763b straße 21: General- Versammlung. T.- D.: 1. Erfazwahl eines Arbeitnehmers. 2. Wahl für 3 ausscheidende Vorstandsmitglieder. 3. Wahl der Prüfungskommiffion. 4. Bericht über Zahl stellen. Quittungsbuch legitimirt. 5. Verschiedenes. Der Vorstand. Sterbekasse Große öffentl. Volks- Verſammlung Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sentral- Stranken- u. Sebeaſe am Sonntag, den 4. November cr., Vormittags 10 Uhr, in Schneider's Salou, Belforterstr. 15. Tages- Ordnung: 1. Die Presse und ihr Beruf. Referent: Gen. Liebknecht. 2. Die Uebernahme des Vertriebs des Vorwärts". 3. Verschiedenes. R. Augustin. Achtung! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, 4. November, Vorm. 9½ 1hr, bei Deigmüller, Alte Jakobftr. 48: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 198/1 Die augenblickliche Situation des Lohnkampfes. Die Wichtigkeit der Sache macht es jedem Kollegen zur Ehrenpflicht am Die Lohnkommission. Plaze zu sein. NB. Alle Anfragen, soweit sie die Lohnkommission betreffen, sind zu richten an A. Kleinlein, im Lofal Naunynstr. 78 bei Böger( fr. Rohr). Verein der Bananschläger Berlins und Umgegend. Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlungen. Norden: Montag, den 5. November 1893, Abends 8½ Uhr, bei Kelle, Schönhauser Allee Nr. 28. Zagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin E. Sonntag, 4. November, Vorm. 10 Uhr, bei Herrn Wilke, Hochstr. 32a: Mitgliederversammlung. Tagesordnnng: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1894. 2. Verschiedenes. Moabit: Sonntag, den 4. November 1894, Vormittags 10 Uhr, im ,, Viktoria- Salon", Perlebergerstraße Nr. 13. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Robert Schmidt. 7626 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten und Verschiedenes. Friedrichsberg und Rummelsburg. Montag, den 5. November 1894, Abends 8½ Uhr, bri Heinicke, Friedrich Karlstraße 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn C. Hoffmann:„ Das Handwerk früher und jetzt". 2. Diskussion. 2. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Vertrauensmänner- Versammlung. Süd- Ost: Montag, den 5. November 1894, Abends 82 Uhr, bei Hoffmann, Oranienstraße Nr. 180. Tagesordnung: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Hierzu sind die Kollegen der Luxusmöbel- Branche besonders eingeladen. Zahlreicher Beſuch aller Versammlungen ist dringend erforderlich. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt.- Neue Mitglieder werden in den Versammlungen aufgenommen. 142/19 Die Ortsverwaltung. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. 117/1 Offenbacher Frauen- Kranken- Kasse ( E. H. Nr. 26). Derselben können Frauen u. Mädchen von 14 bis 45 Jahren beitreten. Die Aufnahmen erfolgen in den nachstehenden 4 Verwaltungsstellen. 1. W. Worlitz, Lausigerstr. 26. II. Frau Lutz, Buttkamerstr. 7, i. R. III. F. Dolz, Bergstr. 79, i. R. IV. J. Kantner, Roppenftr. 90, v. II. Elegant werden Damenhüte für 40 Pf. Sonntag, 4. November, Vorm. 10% Uhr, bei Ulrich, Achtung! Friedrichsberg. Achtung! sarnirt Lothringerſtr. 23, 2 Tr. Waldemarstr. 75: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission für Arbeitsvermittelung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vorstandsantrag. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. 84/9 Achtung! Maurer. Achtung! Sonntag, den 4. November, Vorm. Punkt 10 Uhr: Sonntag, den 4. November, Vormittags 11 Uhr, im Saale des Herrn Fuchs, Lichtenberg, Dorfstraße 2: Große öffentliche Volks- Versammlung. Lages Ordnung: 1. Abrechnung und Bericht des Vertrauensmanns. 2. Wahl des Vertrauensmanns. 5. Verschiedenes. 257/13 A. Hoffmann's Verlag Berlin O, Krautstr. 38a. Soeben erschien: 758b Die rothe Fahne. Lied für Männerchor. Partitur und Stimmen 1 M. Porto 5 Pf. 3. Wahl der Revisoren. 4. Wahl der Lokalkommission. Deklamator u. Coupletsänger Die Vertrauenspersonen. Freie Volksbühne. Oeffentliche General- Versammlung sonntag, den 4. November, Nachmittags 2, Uhr, der Maurer Berlins und Umgegend in den Arminhallen( Gartenfaal), Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion vom 28. Oftober cr. 2. Gewerkschaftliches. Die Versammlung wird Punkt 10 Uhr eröffnet. Ich ersuche des halb die Kollegen pünktlich zu erscheinen. 188/14 Das Bureau der Versammlung vom 28. Oktober: J. A.: Karl Knöpchen, Gr. Frankfurterstr. 112. 1. Abtheilung( Leffing- Theater): Die Stützen der Gesellschaft. V. Abtheilung( National- Theater): Der Biberpelz Die Zahlstelle 10 ist von Schröder, Kreuzbergstraße Nr. 15, zu L. Tolksdorf, Sorauerstr. 17, verlegt worden. Die Mitglieder, die bisher bei Schröder gezahlt haben, tönnen sich ohne Ausweis nach einer anderen Zahlstelle umschreiben lassen. In der Nähe befinden sich die Zahlstellen Alb Böttger, Bigarrenhandlung, 3ossenerstr. 31 und A. Läge, Restaurateur, Nach der Zahlstelle L. Tolksdorf tönnen sich die Mitglieder ohne Ausweis umschreiben lassen. Mitglieder zur VII. Abtheilung werden in allen Zahlstellen aufgenommen. Zentralverb. der Maurer Deutschlands. Fürbringerstraße 22. Bahlstelle 1, Berlin( Putzer). Versammlung am Sonntag, den 4. November, Vormittags 11 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Zages Ordnung: 190/8 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Religion und Sittlichkeit im Lichte der Naturwissenschaft. 2. Abgabe der Statistikbücher. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Zimmerer. Der Bevollmächtigte. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins und Umgegend am Sonntag, den 4. November cr., Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Annenstr. 16. Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten der Gewerkschafts- Kommission event. Neuwahl desselben. 2. Bericht des Delegirten im Bauarbeiter- Kartell event. Neuwahl. 3. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann: Th. Fischer, N., Danzigerstr. 83. 292/4 Fachverein der Tischler. Generalversammlung am Montag, den 5. November 1894, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Ehrenberg, Auneustr. 16. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Bericht des Vorstandes und des 2. Bericht des Vorstandes und des Bibliothekars. 3. Ersatzwahl des Vorstandes. 4. Vereins- Angelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 238/3 Der Vorstand. TF Die Bibliothek ist wieder durch einen größeren Posten hervor ragender Werke bereichert worden; die Mitglieder werden ersucht, hiervon recht Verein Schäftebranche. Sonnabend, den 3. November, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 57: Versammlung. Auch findet daselbst die Billetausgabe zu dem am 17. d. M. stattfindenden Kränzchen statt. Adlershof. Adlershof. 2646 Färber, Appreteure, Dekateure, Hilfsarbeiter u.-Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Sonntag, 4. Nov., Nachm. 2 Uhr, bei Herrn Wöllstein: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Die Lügen unserer Zeit. Referent Genosse Dr. PinnBerlin. 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Gäste sehr willkommen. Der Einberufer. 127/5 Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 271/20 Verband deutscher Zimmerleute. ( Lokalverband Charlottenburg.) Feier des 1. Stiftungsfeftes Sonnabend, den 3. November, bei Herrn Krause, Wilmersdorferstraße 39, 772b beftehend aus: Komischen Vorträgen, Tanz und Aufführung lebender Bilder, unter Mitwirkung des Gesangvereins Froh- Hoffnung ( M. des A.-S.-B.) und der Zivil- Berufsmusiker. Das Komitee. Hierzu ladet freundlichst ein Fachverein d. Klempner. Sonntag, den 4. November, Nachm. 5 Uhr: Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert in ,, Hoffmann's Festsälen", Oranienstr. 180, unter Mitwirkung des Gesangvereins Freier Männerchor Nord- West fr. Klempner( M. d. A- S.- B.) unter Leitung seines Dirigenten Hrn. F. Primmel. Komische Vorträge. Nach dem Konzert: Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Entrée 20 Pt. Anfang 5 Uhr. tommt, bitten wir, recht zahlreich zu erscheinen. Da der Ueberschuß den ausgesperrten Brauerei- Arbeitern zu gute Der Vorstand. Billets sind bei den Vorstandsmitgliedern und im Verkehrslokale bei Stramm, Ritterstr. 123, zu haben. Ruderverein ,, Vorwärts". Sonnabend, den 3. November 1894: 153/ 5* ( Vorwärts- Sammlung). Poli tische und humoristische Vorträge. 2. Aufl. 96 S. geb. 30 Pf. Porto 5 Pf. De Für das Weihnachtsfest: Bilderbuch Arm und Reich Der Arbeit A- B- C für Kinder des Proletariats. 27 farbige, 5 schwarze Bilder. Erzählungen, Gedichte, Kinderspiele, Sprüche. 50 Pf. Porto 10 Pf. Wiederverkäufer Rabatt. Buchhandlung des Vorwärts Berlin SW., Beuthstr. 2. Soeben ist erschienen: N. 6. Tigernischewsky. Eine literarhistorische Studie von G. Plechanow. 392 Seiten 80. Preis broch. 2,50 M. geb. 3 M. Porto 30 Pf. Die russischen Verhältnisse der Mitte unferes Jahrhunderts, die Reformperiode unter Alexander II, den damaligen eigenartigen ruffischen Sozialismus schildert und erklärt der Verfasser an der Hand des historischen Materialismus. Im zweiten Theil untersucht er den utopischen Sozialismus an der Hand der Marristischen Lehren und gestaltet die Darstellung zu einem Kompendium des wissenschaftlichen Sozialismus, das an Schärfe, Klarheit und Beweiskraft faum übertroffen werden dürfte. 448/20 Vereinszimmer mit Pianino, 30 Per7786 sonen fassend, zu vergeben. F. Walter, Wienerstr. 56. Sonnabend, den 3. d. M., werden Hammel und Gänse ausgespielt. Rein Boykott- Bier. Aug. Genth, Röniggrägerstr. 108. 755b Buske's Saal, Grenadierftraße 33, früher Seefeld, ist zu Festlichkeiten und Versamm lungen noch frei. Große und kleine Vereinszimmer noch zu vergeben. Eisenöfen gebr. bill. Engelhardt, 761b Linienstr. 30. Grünauerstr. 25 sind noch sehr frdl. Wohn., 1 u. 2 Zimm., Kch., Korr. u. 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Oftober.*) " Parteien nicht viel anders, als es die erklärt sozialistischen gabe 4986,78 m.; mithin ein Bestand von 17 110,81 M. Jm Organe thun. Ein drittes verbreitetes Londoner Wochenblatt, Weiteren beschäftigte sich die Versammlung mit ein von der Be das„ Weekly Times and Echo", tritt ganz und gar als Organ hörde eingegangenes Schreiben, welches den Vorstand ersucht, Die sozialdemokratische Presse Englands, die ohnehin nur der Independent Labour Party" auf und unterstützt gerade die das Gutachten eines Sachverständigen einzureichen. Das Vereine winzige Zahl von Blättern umfaßt, ist um ein Drgan ärmer Tendenzen im Schooße derselben, die Reynold's Newspaper" langen ist auf das Fehlen eines dem Geses genügenden Reserve geworden; seit 14 Tagen hat die Workman's Times" ihr Er- bekämpft. Dieses letztere und das Dispatch" sind im Besitz von fonds zurückzuführen. Man tam zu dem Entschluß, erst das scheinen eingestellt. Bedauerlich, wie dieser Verlust an sich ist, radikalen Demofraten, die nur soweit mit den Liberalen gehen, Gutachten des Sachverständigen abzuwarten und dann eine neue wird er dadurch noch empfindlicher, daß die Workman's Times" als die Gegnerschaft gegen die Tories dies nöthig macht. Das Generalversammlung einzuberufen. anerkanntermaßen gleichzeitig das freimüthigste und unparteiischste Weekly Times and Echo" wiederum gehört einem steinreichen Eine öffentliche Versammlung in Holzs Organ der„ Independent Labour Party" der" Unabhängigen ex radikalen Gegner der Homerule, von dessen Patronifirung bearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen Arbeiterpartei" war, wie das am meisten den Charakter des der Party" " Independent Labour manche befürchten, beschäftigten Arbeiter tagte am 28. Oktober bei Wilfe, AndreasPartei organs tragende. daß sie nicht weiter reiche, als die Gegnerschaft Von den sie überlebenden Blättern der Partei sind z. B. das der letzteren gegen die liberale Partei. Wie dem nun fet, Gewerkschafts- Kommission, Bericht über deren Thätigkeit während sei, ftraße 26. Eingangs erstattete Kollege Stein, Delegirter der Clarion" in Manchester und der„ Labour Leader" in London zunächst oder wie sich diese Patronifirung auch in der Zukunft gestalten des letzten Halbjahrs, zu welchem sich die Versammlung zustimmend Organe ihrer Herausgeber und dann der Partei, und wie groß mag, zur Zeit hat sie den Effekt, daß das genannte Blatt für verhielt zu dem Kassenbericht des Vertrauensmannes Borut h immer ihre Verdienste um die Ausbreitung der letteren, so die Arbeiterpartei die Werbetrommel schlägt. Weniger entschieden, entspann sich eine längere Debatte über Unterſtüßungen und prägten sich diesen Blättern doch die Individualität, die aber immerhin bis zu einem gewissen Grade, thut dies auch Darlehen. Einige Redner standen auf dem Standpunkt, Darlehne Assoziationen 2c. der betreffenden leitenden Personen stärker das demselben Kapitalisten gehörende Halfpenny- Abendblatt) älteren Datums als Geschenke zu betrachten, sie einfach zu durchauf als bei der„ Wortman's Times", deren Redakteur, Jos. Echo", einst das auf die Massen berechnete Organ der Liberalen. streichen, und in Zukunft nur Geschenke, teine Darlehne mehr zu Burgeß, seine Persönlichkeit hinter der Bewegung völlig zurück Aehnlich in verschiedenen Provinzstädten. Hier suchen unionistische verabfolgen. Andere Redner wollten es der Kommission überlassen, treten ließ. Blätter die aufkommende Arbeiterpartei auszuspielen, dort suchen zu untersuchen, welche Kollegen nicht im Stande feien, die erhaltenen Die Workman's Times" hat das unbestreitbare Verdienst, vorgeschrittene Liberale, die den Zug der Zeit erkannt haben, Darlehne zurückzuzahlen, nur diese sollten als geschenkt durchstrichen mehr für das Zustandekommen der„ Independent Labour durch immer weiteres Entgegenkommen einen modus vivendi werden. Ein dahingehender Antrag, die bisherigen, noch nicht zurückParty" gethan zu zu haben, wie irgend ein anderes mit der Arbeiterpartei herzustellen. Kommt es zu Wahlen 2c., gezahlten Darlehne als Geschenke zu betrachten, hatte nur fünf sozialistisches Organ in England, und sie hat doch dabei stets so plagen die Gegensäge eventuell doch aufeinander, Stimmen für sich. Ein zweiter Antrag, die ausstehenden Gelder gute Nachbarschaft mit den übrigen sozialistischen Organi- aber in der Presse werden dieselben nach Möglichkeit nach Möglichkeit wieder einzuziehen, wurde angenommen. Eine fationen, der Sozialdemokratischen Föderation" 2c., gehalten. zurückgedrängt. Was in Deutschland erst im Ansah vorlängere Debatte ging der Wahl der Vertrauensleute voran. Ein In ihren Spalten famen alle Richtungen der sozialistischen handen ist, das ist hier schon im hohen Grade entwickelt, die Vorschlag bezweckte, für den Vertrieb der Marken zwei BertrauensBewegung Englands, und nicht nur gelegentlich, zum Wort. politische und journalistische Welt ist seit Generationen darauf leute zu wählen, außerdem einen für öffentliche Angelegenheiten, Dabei war es wiederum die Workman's Times", die seinerzeit dressirt, jeder neuen Strömung Rechnung zu tragen. Aus alledem ist ersichtlich, daß das große Mißverhältniß Ein anderer Vorschlag wollte den Markenvertrieb nur in den die Versuche, die Independent Labour Party" mit der Politik der die Vertretung in der Gewerkschafts- Kommission übernimmt. der Verbindung Champion- Barry zu identifiziren, durch rückhalt- zwischen der Ausbreitung des Sozialismus und der wirklichen Sänden einer Person wissen, welchem sich die Mehrheit der Lose Bloslegung der Manöver derselben endgiltig vereitelt hat. Sozialdemokratischen Parteiprefse, bedauerlich wie es ist, doch im Bedner anschloß. Für das Markenwesen wurde Kollege Lip3, Ihre Haltung war stets eine solche, daß man ihr nie wesentlichen ein natürliches Ergebniß der hiesigen Verhältnisse ais Delegirter in die Gewerkschafts- Kommission Kollege Rese, Dorierjen konnte, unter der Maske der Unabhängigkeit ist. Damit soll indeß nicht gesagt sein, daß sonst alles so sei, wie Als Ersatzmann der beiden Kollegen der Kollege Krause ge die Geschäfte der Lories zu besorgen. Ihre Haltung war nicht es sein könnte und deshalb sollte. Doch will ich nicht auf Dinge gewählt. Nunmehr leitete der Kollege Sauerzapf, Mitglied nur pro forma unabhängig. Möglich, daß ihr das manche wohlhabende Gönner entzog, werden können. Die Bewegung muß ihre Kinderkrankheiten aus ausgedehnte, oft recht lebhaft sich gestaltende Debatte ein. Verdie sonst durch freundschaftliche Spenden ihr über die Krisis, der sich selbst heraus überwinden. anlaffung zu der Thätigkeit einer Prüfungstommiffion war ein, fie erlag, hinweggeholfen hätten. So viel man hört, war das Blatt Es dauert nur leider sehr lange. Vor drei Wochen hat dem Kollegen Fischer unterlaufener Irrthum, der in einer nahe daran, seine Kosten zu decken, als der Genossenschaft, die es John Burns in Battersea seinem Wahlverein über den Differenz von zirka 30 M. bestand. Da eine Buchführung nicht herausgab, die Mittel zum Fortbetrieb des Geschäfts ausgingen. Norwich Kongreß referirt und dabei, wie das ihm öfters angängig, fonftige Notizen über Ausgabe der Marken an die So muß Workman's Times" abtreten und ihren einstweilen glück- passirt, in der Kritik feiner sozialistischen Gegner Werkstattvertrauensleute nicht vorhanden, war aus dem Markenlicheren Kollegen das Feld überlassen. start über die Schnur gehauen. Natürlich haben diese wesen nichts herauszufinden. Der gemachte Fehler sei einesDem Ferustehenden mag es unerklärlich erscheinen, daß eine auf den groben Klotz einen noch gröberen Keil gesetzt, Bewegung, die so offenbar im stetigen Vormarsch begriffen ist, und die bürgerliche Presse hat die Sache weidlich durchgehechelt. theils der Unfähigkeit des hauptsächlich in Betracht kommenden Kollegen Krohn, anderntheils der Vertrauensseligkeit der wie die Ind. Labour Party, nicht ein paar Wochenblätter Das wäre an sich vielleicht das Geringste, wenn eben nicht in leberwachungskommission zuzuschreiben. Alle sonstigen vors ohne fremden Zuschuß soll erhalten können, und sicherlich ist Folge der oben geschilderten Verhältnisse diese Presse bis zu einem handenen Belege feien ihnen bereitwilligit zugestellt worden. es fein glänzendes Beichen für den Opfermuth der hiesigen gewissen Grade das schiedsrichterliche Forum selbst für Sozialisten ob aldt verwahrt sich gegen die Berichterstattung Sauerzapi's Arbeiterschaft, daß derselbe fofort nachläßt, sobald es sich um bildete. Das einzig Gute, was bei dem Streit herausgekommen und schreibt die Hauptschuld dem früheren Vorsitzenden der weitere Zwecke als die des Augenblicks handelt. Aber es muß nicht ist, ist, daß die in Norwich mit Bezug auf die fremden mittel- gitationskommission zu. Diese Angelegenheit fand nach einer vergessen werden, daß, worauf ich schon wiederholt hingewiefen lofen Arbeiter gefaßte Resolution so ziemlich von allen lebhaften zum Theil persönlichen Debatte ihre endgiltige Erhabe, ein Blatt hier einen unverhältnißmäßig größeren Abnehmer- Betheiligten de savouirt worden ist. ledigung in der einstimmigen Annahme folgender Resolution: freis braucht als in Deutschland, um bestehen zu können. Die Auflage Die Versammlung erklärt sich mit dem Resultat der Prüfungs. der Workman's Times" war z. B. bedeutend über 10 000, und kommission einverstanden und betrachtet die Angelegenheit für doch mußte sie ihr Erscheinen einstellen. Man hat nicht umsonst erledigt." " Preßfreiheit". Die Presse ist hier frei wie in feinem zweiten Lande Europa's, sie ist aber mehr als irgendwo anders dem Ferner wurde einem Antrage zugestimmt, den Brauerei Der Verband der Möbelpolirer hielt am 15. Oftober Kapital verfallen. Die Konkurrenz hat es dahin gebracht, feine regelmäßige Monats Versammlung ab, in der Herr Ober- Arbeitern 30 M. zu überweisen. Rollege Stein berichtet sodann, Daß nur Blätter mit Riefenauflagen rentiren; sie hat lehrer Dr. Moellmann einen interessanten mit Beifall auf daß in der letzten öffentlichen Klempnerversammlung mitgetheilt daß man viele Klempner jetzt auf Apparats Den Preis für eine bestimmte Menge Lesestoff und Papier so genommenen Vortrag über„ Poliren und Beizen" hielt. Redner wurde, heruntergetrieben, oder die für einen bestimmten Preis- fage bedauerte, daß bisher Theorie und Praxis in dieser Frage so fage bedauerte, daß bisher Theorie und Praxis in dieser Frage so erweiterung beschäftigt, und zwar zu dem Zwecke, daß die einen Benny oder einen halben Penny zu liefernde Menge wenig Hand in Hand gegangen sind, umsomehr, da er überzeugt Bierapparate durch Fußböden oder Wände hindurch in KellerLesestoff und Papier so in die Höhe getrieben, daß ein Unter- ist, daß sich alsdann noch Bedeutendes erzielen ließe. Gine leb- räume, die den Kontrolleuren ganz unzugänglich sind, geleitet nehmen, welches nicht mit kapitalistischen Mitteln arbeitet, nach hafte Debatte rief ein Antrag hervor, nachdem der Verband in werden. Dort lagern dann Fässer mit boykottirtem Bier, welches furzer Zeit das Feld räumen muß. Es soll nicht verkannt werden, daß den verschiedenen Stadtgegenden und Vororten Zahlstellen er den Konsumenten auf diese Weise als bontottfreies Bier unterDiese fabelhafte Verbilligung der Preffe auch ihre gute Seite und richtet habe, auch den Östen nur als Zahlstelle zu behandeln. schoben wird. Zum Schluß gab ein Kollege noch ein Bild von ihre guten Seiten hat, aber zunächst bleibt doch die Thatsache, daß Die Versammlung stimmte dem zu. Folgender Antrag des den Zuständen in der Fabrik bei Robert Selisch in fie die Presse in völlige Abhängigkeit von den Kapitalmächten Kollegen Weber: Die Versammlung beschließt: Es ist Pflicht Friedrichsberg. Hier wird jedem Arbeiter angedroht, daß sobald gebracht hat. eines jeden organisirten arbeitenden Möbelpolirers, einen wöchentleine Zugehörigkeit zu einem Verein bekannt wird, er zu ge Trohdem möchte die Arbeiterpresse ihren Stand behaupten lichen Beitrag von 25 Pf. zum Besten der ausgesperrten Brauerei wärtigen habe, daß er entlassen wird. oder erkämpfen, wenn nicht ein zweiter Umstand ihr erschwerend arbeiter zu zahlen wurde ebenfalls angenommen, worauf Eine gutbesuchte öffentliche Schneider und Schneider entgegenwirfte. Die Konkurrenz, die der Parteien und noch mehr Schluß der Versammlung erfolgte. innen Versammlung tagte am 29. Oftober im großen Saale die der Geschäfte, hat es mit sich gebracht, daß die Tagespresse der Der Fachverein der Tapezirer hatte am 21. Oftober eine der Arminhallen. In seinem mit lebhaftem Beifall aufgenom Arbeiterbewegung soviel Aufmerksamkeit schenkt und ihr soviel Raum Versammlung einberufen. Zur Erledigung standen lediglich ge- menen Vortrage warf der Referent Täterom einige Streif widmet, als jeweilig denn der Maßstab ändert sich mit der schäftliche Angelegenheiten. Nach einem Bericht des Borstandes lichter auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Schneiderei, Zeit, und glücklicher Weise in günstiger Richtung- das Durch über seine Thätigkeit unterbreitet der Kassirer Arlt der Ver- hauptsächlich in der Maßbranche. Es hat sich herausgestellt, daß schnittsinteresse der Arbeiter es selbst erheischt. Und im allgemeinen, sammlung den Kassenbericht, der einen Bestand von 162,45 m. in verfchiedenen Geschäften Unregelmäßigkeiten in der June. welches Wort jedoch betont sein will, ist die Berichterstattung, aufweist. Tem Bericht des Bibliothekars folgt sodann die Vor- haltung des Lohntarifs vorgekommen find. Hierzu gehört die was England felbft anbelangt, objektiv, werden Berichtigungen standswahl. Es wurden gewählt: Schwanz erfter, Hoffmann Serabdrückung der Löhne, welche besonders von kaufmännischen ohne Schwierigkeiten aufgenommen, während die Blätter, die vor zweiter Vorsitzender; Feder erster, Menze zweiter Kassirer; Strauß, Geschäften beliebt und durch das Zwischenmeistersystem, das sich wiegend oder ausschließlich auf die Arbeiter kundschaft reflektiren, Schriftführer; Nesson und Huth, Bibliothekare; Arlt und Hart in solchen Geschäften besonders breit macht, wesentlich erleichtert bekannteren Agitatoren ganz gern Gelegenheit geben, auch wo es wig, Revisoren. Sodann werden zur Vervollständigung der Biblio- wird. Laut Tarif sollen die Proben den Arbeitern spätestens sich nicht blos um Richtigstellungen handelt, ihr Licht in ihren thet 20 Mart und für die ausgesperrten Brauer 30 Mark be- Abends 6-7 Uhr zugestellt sein. Entgegen dieser Vereinbarung Spalten leuchten zu lassen. Das giebt Manuskript" und lockt milligt. erfolgt dies aber oft bis 3/410 Uhr Abends mit Käufer an. So findet der Arbeiter in der Tagespresse soviel der Ordre, am anderen Morgen 8 Uhr im Geschäfte zu sein. Informationen über die Bewegung seiner Klasse, als er, Die Berliner Kuopfarbeiter hielten am 24. Oftober eine Die Ursache solcher tarifwidrigen, späten Zustellung der Arbeiten wie gesagt, im Durchschnitt braucht, und damit finti Versammlung ab, in der die Fortsetzung der Vorlesung aus der ist von 100 in 99 Fällen Bummelei der Zuschneider oder Nachnatürlich das Bedürfniß nach einem Blait, das speziell Broschüre„ Die zehn Gebote und die besigenden Klassen" zum lässigkeit der Expedienten. Die angeführten Mißstände veranlaßten der Arbeiterfache gewidmet ist. Ja, er findet in der Abschluß gelangte. In der Diskussion wurde im Hinweis auf die Agitationskommission in letzter Zeit, häufige Konferenzen mit bürgerlichen Presse Artikel von bekannten und beliebten Ver- die Vorlesung der Fall" Leist" besprochen. Den Schluß der Ver- den Arbeitern der in Betracht kommenden Geschäfte abzuhalten. tretern seiner Klasse, die er in der Arbeiterpresse nicht findet, handlung bildete die Ermahnung zur strengen Durchführung des Auf grund dieser Informationen hat die Kommission sich dann oder die ihm da nicht einmal so gefallen oder nicht auffallen Boykotts. verpflichtet gesehen, die betreffenden Geschäftsinhaber an ihre würden. Der Fehler liegt nicht blos bei den Arbeitern. Eine kombinirte Mitglieder Versammlung der durch Unterschrift anerkannten Verpflichtungen zu mahnen. Viele ihrer Wortführer lassen sich lieber in der weithin ver- Vereinigung aller in der Schmiederei be. Auf den Vorwurf, Lohnreduktionen vorgenommen zu haben, breiteten bürgerlichen Presse vernehmen, als im bescheidenen fchäftigten Personen" wurde am 24. Oktober ab- behauptete der Firmeninhaber Herr Adam, daß er Arbeiterblatt, und manche charateristische Polemik zwischen gehalten. Als ersten Punkt behandelte die Versammlung die verschiedentlich mehr bezahle, wie nothwendig sei. Wenn die Sozialisten wird wie vor etwa Jahresfrist eine solche Stellungnahme zum Verkehrslokal. Der Vorsitzende Donner Beunruhigungen der Schneider nicht aufhören, werden schließlich zwischen Hyndman und Burns in irgend einem bürgerlichen gab bekannt, daß der Wirth in unserem bisherigen Verkehrslokal nur Bazare eingerichtet, die ihre Waaren von außerhalb be Blatt ausgefochten, zu mancher gegenseitigen Verkeherung die Weberstraße 22 wieder Kingbier schänke, weshalb sich die Orts- siehen werden. S. Levy will nur nach dem Lohntarif bezahlen, bürgerliche Preffe in Anspruch genommen. verwaltungen genöthigt fahen, diesem Lofal den Verkehr gegentheilige Angaben feien erlogen. Americain pants " Versammlungen. F Dazu kommt dann noch, daß die radikale Presse beider unsererseits zu entziehen. Die Versammlung erkannte die Hand- suit factory will ebenfalls den Tarif innehalten, nur für bürgerlichen Parteien auch aus politischen Gründen stark darauf lungsweise des Vorstandes als allein richtig an, und wählte Anzüge, für die er einen niedrigeren Verkaufspreis feſtſtellen aus ist, mit der sozialdemokratischen Arbeiterschaft Fühlung nach längerer Debatte von zwei vorgeschlagenen Lokalen, daß des muß, bezahlt er unter dem Tarif( dafür muß aber tarifmäßige zu halten. Viele dieser Blätter sind auch nicht so fest Kollegen A. Hahn, Echönleinstraße 23. Im zweiten Punti Arbeit geliefert werden). Aehnlich war die räthselhafte Antwort auf die Partei, zu der sie im ganzen halten, ein wurden die Kaffenberichte für das 3. Quartal verlesen und für der Firma Surma zu veritehen. GIIrott will nur nach dem geschworen, daß sie nicht gelegentlich mit den Sozialisten richtig befunden. Bei der Abrechnung des Sommervergnügens Tarif bezahlen. Auch im Kaiser- Bazar haben sich Unregel gegen die eigene Partei gemeinsame Sache machten. So z. B. von ftellte sich diesmal ein Defizit heraus. Dem Delegirten zur Ge- mäßigkeiten herausgestellt, zu deren Regelung eine Frist bis rabitalen Wochenblättern das Weekly Dispatch", das auch jetzt wertschaftskommission wurden 30 M. aus dem Refervefonds Neujahr gegeben wurde. Als ein Fortschritt ist es ein Mitglied der„ Independent Labour Party" zum Redakteur überwiesen, ebenso dem Verwalter der Bibliothek 20 M. für die zu betrachten, daß die Firma Faßtessel größere Werkstätten einhat. Reynolds Newspaper", ein anderes radikales Wochenblatt, Bervollständigung derselben. Zum Schluß wurden die Ver- gerichtet hat. Allerdings können die Schneider bei geregelter hat seit dem Tod seines Begründers einen sozialistischen sammelten aufgefordert, den Bierboykott streng hochzuhalten. Arbeitszeit nicht so viel verdienen, wie bei 16, 18 bis 20 stündiger Advokaten zum Chefredakteur und u. A. ein Mitglied der Arbeitszeit; so gut, wie geeignete Werkstätten und geregelte Die Kranken- und Sterbekaffe der Berliner Arbeitszeit müssen die Schneider sich auch einen einigermaßen Sozialdemokratischen Föderation" zum regelmäßigen Mitarbeiter. 3 bekämpft zwar die politische Taktik der" Independent Labour Hausdiener( E. H. 61) hielt am 25. Oktober cr. ihre vierte menschenwürdigen Arbeitslohn erkämpfen. Darum ist es Pflicht Barty" und einiger ihrer Bertreter, fritisirt aber, namentlich feit ordentliche Generalversammlung ab. Nach Mittheilungen über eines jeden Kollegen, einer jeden Kollegin, zu agitiren für die Gladstone's Ablösung durch Rosebery, die beiden bürgerlichen die Zahl und Art der Kranken gab der Kassirer den Viertel- Organisation, damit, wenn im Frühjahr der Kampf mit den Gejahresbericht. Es betrug die Einnahme 22 097,59 Pf., die Ausschaften aufgenommen wird, eine große, fampjesmuthige Organis *) Jufolge des Stoffandrangs während und unmittelbar nach sation in die Bewegung eintritt. Pfeiffer geißelt das Platzdem Parteitag zurückgestellt. ( Red. d. Vorw.") *) Halfpenny, sprich: häpnih, ein halber Penny, etwa 4 Bfg. I geldunwesen, welches bei Lohmann und Eckert so ausgeartet , daß sich jeder Platzgeselle noch wiederum Gesellen hält.| Memelerftraße 67: Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer. Den Arbeiterinnen in der Wenderstube bei V. Mannheimer Bortrag. Entree 10 Bf. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein. Vergnügungsverein ,, Thusnelda". Freitag, Abends 8% Uhr, Sigung wurde am letzten Sonnabend zugemuthet, nunmehr auch des bei Friz Zubeil, Lindenstr. 106. Sonntags Nachmittags zu arbeiten. Alle würden sich dahin einig, einstimmig dagegen zu protestiren, Zwei Arbeiterinnen wurden beauftragt, beim Firmeninhaber vorstellig zu werden, fie ruhten nicht eher, bis sie das bestimmte Versprechen, Ab: hilfe zu schaffen, von Herrn Mannheimer erlangt hatten. Wie W. Schulze mittheilt, bezahlt Surma für seine türkischen Lieferungen 5 M weniger pro Stück. Ein Kollege weigerte sich, billiger zu arbeiten, und verlangte auch seine tarifmäßigen 3 Mart Lohnaufschlag für Nachtarbeit. Der Zuschneider gab ihm beides, die 3 Mark jedoch aus seiner Tasche; dafür wurde er entlassen, und mußte sich erst für die 14tägige Kündigungszeit 42 M. Lohn und die 3 ausgelegten Mark für Nachtarbeit einklagen. Schreiber berichtete über Lohnreduktionen bei der Firma Meierstein, Leipzigerstraße; Briefemeister bespricht hauptsächlich die späte Zustellung der Arbeiten, und zieht hierbei die lange Arbeitszeit der Laufburschen in Betracht, deren Wohnort oft weit entfernt liegt. Nach dem Schlußwort Täterow's nahm die Versammlung sodann folgende Resolution an: Die Versammlung erkennt an, daß angesichts der standalösen Zustände sowohl in der Maßbranche, wie in der Konfektion, es Pflicht der Kollegen und Kolleginnen ist, sich der Organisation, dem Verbande deutscher Schneider und Schneiderinnen anzuschließen, um zur gegebenen Zeit den Kampi für bessere Verhältnisse aufnehmen zu können. Alle Kollegen find verpflichtet, sämmtliche Unregelmäßigkeiten und Mißstände, hauptsächlich in den kaufmännischen Geschäften, sowie die Adressen der neu in Arbeit getretenen Kollegen dem Bureau, Schüßenfr. 18/19, mitzutheilen." Da dem Vernehmen nach der Magistrat bei der Polizei beantragt hat, der Innung( hier in Betracht kommenden Schneider- und Schuhmacher Junung) die Begünstigung durch § 100 f wieder zu entziehen, wird sich in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung mit dieser Angelegenheit beschäftigen. 24 M. M " Literarische s. Wer zerstört die Familie? Von Genossen Keßler geht Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Nord- uns eine weitere, sehr ausführliche Gegenerklärung gegen die ule, Müllerstraße 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14, Rezension diefer Schrift zu. Wir halten unsere literarische Deutſch( Logik und Rethorit). Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Rubrik nicht für den Ort, wo man über die sozialistische AufTheilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender faffung der Ehe zu einem endgiltigen Urtheile gelangen tann. Av. Neumann, Pafewalferstraße 3. Alle Aenderungen im Bereins- Wir wollen aber gerne feststellen, daß Keßler in seiner Zuschrift talender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelſtr. 49, v. 2 Tr. Freitag. betont, daß er seinen Standpunkt für den allein richtigen hält. Mebungsunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, Manteuffelstr. 9 bei Nomad. Raifer'scher Männerchor, Schönhauser Unser Kritiker, Genosse gl ,, ist bezüglich seiner Ausführungen der allee 28, bei stelle.- Arbeiter- Gefangverein Nord, Kaftanten- Allee 11, bei gleichen Meinung, so daß eine weitere Polemik kaum zu einem Augustin. Kummer'scher Gefangverein, Langestraße 65 bei Tempel. Arbeiter- Gesangverein Spandau in Spandau, Neunmeiſterür. 5, bei Radtte. Resultate führen kann. Buchbinder: Männerchor, Holzmarttitr. 3, bei Deter.-Bereinte Sangesbrüber, Moabit, Stromstraße 28 bei Lange. Sozialistische Literatur in lugarn. Anläßlich der BeGesangverein aiglödden I, Hochftr. 32a, bei Wilte. Kreuzberg, Schön- sprechung der Broschüre des Genossen Dr. J Schwarcz in Badaeinfr. bei straat.- Gemüthlichkeit, Neue Friedrichser 44, bei Röllig. pest äußerten wir unsere Freude, daß uns seit langer, langer Deutsche Liedertafel, Blumenftr. 38, bei Wiedemann. Typo= graphia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Armin Zeit aus Ungarn wieder eine sozialistische Broschüre zuging. hallen, Kommandantenstraße 20- Gefangverein or beerzweig, Swine- Nun wird uns berichtigend aus Budapest geschrieben, daß außer und ft. 35 bei Hübner.- Gefangverein Rheingold, Büschtugir. 7 dieser Schrift noch andere sozialistische Schriften und zwar in bei Jakob. Sänger chor der Maler, Annenitr. 9 bei Albert Prob. Geargverein Melobia, Rirtorf, Bergfir. 142 bei echimfäfe.- gris: ungarischer Sprache in letzter Zeit erschienen sind. Zwei der= Gesangverein in Bandenburg a. S., Mengerts Boltsgarten, Bergstraße. Sprache nicht besprechen, tommen aber gerne dem Wunsche nach, Naunynstraße 86 bei Friz Zubeil. Brandenburger Männere felben sind uns zugegangen; wir können sie wegen Unkenntniß der Gefangverein Freya II( gem. Chor), Rirdorf, Hermannstraße 140, sie zu erwähnen. Sie heißen: bei Daniel Böttcher.- Apollo, Grünftr. 21 bet Sommer. Gesang verein Moabit, Havelbergersir. 31, Freie Liedertafel, Sichtenbergenftr. 21 bei Heise.- Nord wacht, Mullerfir 7, bei Reichert. Sänger, Echinargendorf, Warnemünderstraße bei Friedrich. ArbeiterGefangv. Sängertreis( Weißensee). Rölfefir. 138 bei Play. Loreley, Grünthalerstr. 4 bet Hämmerling. Lustige Sänger, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16 bei Glaser. chor, Rosenthalerjir. 67 bei Wernau. Bieber'scher Männer Geselligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus. Orante, Weißensee, Königs Chaussee 19. ohanni, Rüdersdorferfir. 5, Gesellschaftshaus Ostend.- Sängerverein Sorgenfrei, Admiralsir. 18c, Märtischer Hof. Sangesfreund Dragonerstr. 32 bet kamlowsty. Gesangverein Sängerfette, UrbanStraße 84 bei Schriet. Gesangverein Wacht auf I, Wörtherstr. 19 bei Gesangverein Hand in Hand 1, Reichenbergerstraße 24 bet Schmidt. Gefang und Orchesterfierverein Stralauer Bieber: tafel, Rummelsburg, Hauptstr. 83 bei Vowinkel( Gesang).- Gesangverein Treu und Einigkeit, Rigdorf, Prinz Handjernstr. 58 bet Reden. Gesangverein Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ecke Kantstraße, bei In bezug auf unsern Bericht über die Versammlung der Luguspapier- Arbeiter, in Nr. 252 des Vorwärts" geht uns von dem Unterzeichneten folgende Erklärung zu: Die Wochenverdienste der geübten Arbeiterinnen in meiner Fabrit sind je nach den Leistungen derselben zwischen 12 und Es ist ferner unwahr, daß eine Arbeiterin entlassen wurde, weil sie Mißstände in einer Versammlung zur Sprache brachte, sondern sie wurde entlassen, weil sie unwahre Angaben über die Zustände in meiner Fabrif gemacht hatte. Die Pausen werden genau innegehalten, ebenso sind Klosets und Garderobe nach polizeilicher Begutachtung vollkommen genügend und ausreichend. Daß man in meiner Fabrit von zwanzigjährigen Perfonen als von Jungens" und" Burschen" spricht ist ebenfalls unwahr, da ich überhaupt keine männlichen Arbeiter in diesem Alter beschäftige. Die Entlassung meiner Arbeiter und Arbeiter innen am Sonnabend erfolgt pünktlich um 51/2 Uhr. D. S. Israel. Gegenüber dieser Darstellung erhalten wir aus den theiligten Kreisen folgende Zuſchrift: Tauschte. Kommunizmus és Kapitaliszmus. Die Uebersehung der Frete gleichnamigen Schrift unseres Genossen Lafargue, die auch in deutscher Sprache vorliegt. Az igazi Szoczializmus( Der wahre Sozialismus) von Wilhelm Mezöft. 96 Seiten. Kleinoktav. Preis 25 Kreuzer. Mertens.- Gesangverein der Metallarbeiter( On), Blumenstr. 46. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. alle Buschriften find zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: Statflub Kairo, Abends 8 Uhr bei Flict, Simeonstr. 23. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Männerchor wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, Lene Hochstr. 49. Walde srauschen, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Warfgrafenftr. 87.- PrivatTheaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuserstr. 35. Theaterverein Bultania, 9 Uhr, Jäger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13/14. - Bergnügungsverein Jm Brand, Sigung bei Stawicke, Barnimir. 22. Bergnügungsverein husnelda, Freitag, Abends 8½ Uhr, bei Zubeil, Lindenstraße 106. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10 Uhr in der Turnhalle des die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnballe des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Kraft und Artistenlub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bei Grüßner, Waldemarstr. 42.- Turnverein Germania( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags üben 3 von 8-10% Uhr Ackerstr. 67. Turnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag Abends von 8-10 Uhr in der St aligerstr. 5/56. Kraft Turnverein beoffnung übt jeden Freitag Abend von 9-11 Uhr bei Schuhmacher, Pücklerstr. 49-Musikverein Hoffnung, Abends von 9-11 Uhr Uebungs stunde Proskauerstraße 35-37 bei Schneider. Mufitverein Osiris" tagt Sechs Briefe, die uns nach der betreffenden Versammlung alle Freitage von 9-11 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenſtr. 81/ 32. von Arbeiterinnen der Firma D. S. Israel zugingen, geben Zitherflub Waldrose, Abends 9 Uhr, Manteuffelstr. 86, Parterre dieser Berichtigung das richtige Relief. Das, was hier als Refiaurant. Berein Grüne Zanne, Abends 9 Uhr, bei Kaiser, Markus Berichtigung" behauptet wird, erhält keine Bestätigung. Instraße 8. Stattlub Schnitt, Abends 9 Uhr, bei Trittelwig, Falfensteinftr. 7. besondere werden als übliche Löhne 7, 8 und 9 M. genannt. Tanzlehrer- Berein Solidarität, Restaurant Ehrenberg, Annenstr. 16, Alle fechs Kolleginnen sagen aus, daß sie Sonnabends die Abends 8 Uhr, Sigung. Arbeitsstätte meist erst nach sechs Uhr verlassen können. Auch bei Gruber, Mariendorferstr. 5. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends 8 Uhr, We fien, bei H. Werner, Bülowstr. 89. über schlechte Beschaffenheit und Unsauberkeit der Klosets, die Unterhaltungs- und Leseklub Schiller bei A. Bugge. Lübeckerstr. 22. für männliches und weibliches Personal nicht getrennt sind, Bitherverein„ Hrimathsklänge". Uebungsstunde jeden Freitag Abend. wird lebhaft Klage geführt. Vergleiche man damit die Be- 8 Uhr im Restaurant Nowat, Manteuffelstraße 3. Freie Vereinigung der Lokal- und Straßenhändler und-Händhauptung, die in Rede stehende Kollegin sei entlassen worden, lerinnen. Jeden Freitag nach dem 1. des Monats Ackerstr. 145, bei Wigel. weil sie unwahrheiten" aussagte, sie hat lediglich bestehende Jeden Freitag nach dem 15. des Monats bei Niest, Weberstr. 17, Abends 8 Uhr. Mißstände dem Vertrauensmann mitgetheilt und dafür ist sie, English Conversational Club Shakespeare. Meeting every wie die Firma felber schreibt, entlassen worden. Mit Berich Eriday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. tigungen" schafft man Thatsachen nicht aus der Welt. Riedorf und Umgegend. Maurer! Freitag Abend 7 Uhr, bei Sozialdemokratischer agitationsklub für den Ofen gelins. Kummer, Berlinerfir. 136, öffentliche Bersammlung. Referent: Paul aus Sonntag, den 4. November, Abends 6% Uhr, im Lofale des Herrn Albrecht, I Hannover. In Guests are welcome. vorzügl. u. Garantie, schmerzl., Zahnschmerz beseitigt, schmerz: lofes Künstl. Zähne, of Bahnziehen. Theilzahlung. Goldstein, Dranienſtr. 123 Carl Mampe Berlin N Zu haben Verdeucog balordered Halb und Halb. Mampe mit Pomeranzen Feinste Likörmischung Champagner Flasche Mark1,25 Carl Mampe Likörtabrik Berlin. N.28 Der Sozialdemokrat, Zentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partet Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Kreuzband 1,80 M. - Der Die Nr. 40 vom 1. November hat folgenden Inhalt: Wochenschan. Die Bezirks- und Kreistagswahlen in Elsaß- Lothringen. Was bietet die Sozialdemokratie dem Landarbeiter? M. Beer, London: Christlich- soziale Bestrebungen in England. II.- Parteinachrichten.- Literarisches. Bericht über die Verhandlungen des Frankfurter Parteitages. Gewerkverein christlicher Bergleute. Gewerkschaftliches.- Arbeiterschutz. Wie man uns behandelt. Todtenliste. Bon der neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Dieg' Verlag) ist soeben das 5. Heft des 13. Jahrganges erschienen Aus dem Inhalt heben wir hervor: Zur Selbsitritit des Sozialismus.- Die Statistit der Reichspoftverwaltung. Von D. Vieth. Zur dritten Auflage von Fr. Engels' Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft". Von Ed. Bernstein. Aus den Bereinigten Staaten. Von F. A. Sorge.( Schluß.)- Notizen. Feuilleton: Anna Menzel. Eine Dienstmädchen- Geschichte.( Fortschung.) Sozialpolitisches Zentralblatt, herausgegeben von Dr. Heinr. Braun ( Carl Heymann's Verlag in Berlin, vierteljährlich 2,50 M.). Die soeben erschienene Nummer 5 hat unter anderem folgenden Inhalt: Die belgischen Wahlen. Von Dr. E. Bandervelde, Abg. für Charlerot. Die Arbeitspolitik des Londoner Grafschaftsraths. Bon Barrister Stephen N. For. Gesund heitsverhältnisse der österreichischen Zabafarbeiter. Ein Amt für Arbeitsftatistit in Spanien.- Kinderarbeit in den nordenglischen Kohlenrepteren. Arbeitslöhne in Mozambique. Ein Rückblick auf den Pullman= Streit. Bon Florence Kelley, Ober- Fabrikinspektor. Trade- Unionismus und frete Arbeit in England. Das parlamentarische Programm der Trade Unions. Sonntags= Zum Gefeßentwurf betr. die Sonntagsruhe in Desterreich. ruhe für Bäcker in Desterreich. Fabrifinspektoren Konferens in Phile adelphia.- Lohnhinterziehungen bei der Kranten- und Unfallversicherung. Ueber die Unfallgefahr im Wiener Kleingewerbe. Arbeiterausschüsse und Ginigungsämter in Desterreich.- Sonntagsunterricht in den Fortbildungs schulen. Weibliche Kandidaten für die Londoner Gemeinderathswahl. 1 Eingelaufene Druckschriften. Zeitschrift für Suggestionslehre und verwandte psychologische Forschungen" Von Dr. J. Großmann. Berlin. Verlag von Hermann Brieger. Der Achtung unwürdig! Ein Fall württemb. Disziplinarverfahrens. Bon G. Pfizer. Stuttgart. Verlag von Nob. Luz. Die Waffen nieder! Monatsschrift zur Beförderung der Friedensbewegung von Bertha v. Suttner. Nr. 10. Dresden. E. Pierson's Berlag. Die Weltordnung. Von Otto Bütow. 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