Nr. � ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe ES Nr. 45 BezunSpretS» tünteliS?* tL 30,— M„ monatl ffl,— M. frei Wz Hau», voraus zahlbar. Polt- bezug: Monatlich 10,— M., einschl. gu« sieIIiu>s»gei>Lhr, Unter Kreuz dand für Deutschland und Oesterreich 16,50 M, für da» übrige Ausland bei täglich eimnal. gukellung 21,50 M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tichecho- Slowakei. Dane» Marl. Solland. Luxemburg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen w die Post-geimngs-Preisliste. her.Borwiirt»� mit der Sonnlag«- brllage»Polt und geit� und der Unter- Halinnasbeiloge jHeimmell" erscheint Swchentiglich zweimal, Sonntag» und Montag» einmal. Telegramm-Adresse! �Sozial deanotrat vorll»�. Abend-Ansgabe Vevlinev VolKsblstt ( 20 Pfennigs Anzeigenpreis, VI» ochtgespaltene Nonpareillezeil» kostet 5,50 M.„flieine Anzeigen— da, setlgedeuckte Wort ILO M, szu» ISsstg zwei fettgedruckte«orie>, sede, weitere Wort L— M. Stellengesuche und Schlasftellenanzeigen da» erste Wort 1,— M. sede» weitere Wort 60 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, ffomilien-An- »eigen für Abonnenten geile 8,— M. Die Preise verstehen stch einschließlich Teuerungszuschlag, Anzeigen für die uüchste Ziummer wüsten bis 5 Ahr nachmittag» im Hauvtgeschijft. Berlin SW W. Linden- straße Li abgegeben werden Seoftuet »au 9 Uhr früh dt» 5 Uhr abend». Zcntralorgan der taztatdemobratifchen Partei Deutfcblands Reöaktioa und Expeüitioa: SW 68, Linöenstc. 3 Krrusprecher: Amt Morthvla«. Skr. liil SU— lSl»? Mittwoch, den 83. Februar 1V81 voewärte-verlag G.m.b.H., SW 68, einSenstr.? Kernsprecher: Am» Morihplah. Nr-»17»»— S4 Das große Die Derfln« Morgenpresse beschäftigt sich weiter mit der allmählich akut werdenden Frage der Regierungsbildung in Preußen, hierbei beginnt die Stellungnahme der Sozial- demotratie in den Zentralpunkt der Beleuchtung zu treten. Verhältnismäßig kühl äußern sich die Blätter der äußersten Rechten. Durch ihre Ausführungen blickt das Be- dauern hindurch, daß ihre Stunde wieder einmal nicht ge- schlagen hat. Im übrigen suchen sie die Deutsche Voltspartei. ihre Freundin von einst, gegen die Sozialdemokratie scharf zu machen. So schreibt die»Deutsche Zeitung": Cs ist eine schwer« Belastung für den nationalen Ge- danken, w»nn seine Vertreter mit den Gefolgsmännern Erz- derger», Scheide mann» in Regterungsgemein» schaft treten. E» gibt keine Gesundung im nalianaleu Sinne de» Worke», wenn die Nation uichl schlleßlich in ihrer überwäliigenden Nchrheii das Unhell erkennt, das dies« Männer mit ihren Parteien während de» Kriege» dem Vaterland zugefügt haben. T» gibt keine Versöhnung mit denen, die die Schuld au der herabsiimmung des Geistes in der Heimat haben und damit mittelbar die Urheber der Revolution und der Ricdertage geworden find. Kein« Augenblicks- Nugheit vermag«» zu rechtfertigen, daß ausgesprochen n a t i o» n a l e K r e i s e mit diesen Männern der Zersetzung auch nur nach- trägllch zusammengehen und damit die Schärfe des Kampfe« gegen den Geist der Zersetzung abschwächen dürften. Hier stehen Grundsätze und Zukünste auf dem Spiel, die wichtiger find als alles, was den Augenblick erleichtern könnte. Aehnlich äußert sich die.Post", die als das Ziel der künftigen Regierung die Ausschaltung des sozial- demokratischen Einflusses hervorhebt und die Rot- wendigkeit unterstreicht, dem„Ruck nach rechts" dadurch Rech- nung zu tragen, daß der sozialdemokratische Einfluß zum min- besten verringert werde. Diese Auffasiung bedeutet also in gewissem Sinne eine Ermunterung für die Deutsche Volkspartei, der gegenwärtigen Koalition beizutreten, um die Stellung der Sozialdemokraten im Kabinett zu e r frch ü t t e r n: allerdings ist die„Post" nicht in der Lage mitzutkZen, wie die Sozialdemokratie sich hierzu zu stellen gedenkt. Die„Deutsche Tageszeitung" lehnt es ab. sich zur Frage der Regierungsbildung im Sinne einer bestimmten Regie- ruckgskoalition zu äußern. Sie bezweifelt, ob die Deutschnationalen eine Beteiligung an einer preußi- scheu Regierung, in der auf der anderen Seite die Sozial» demotraten sitzen, für besonders begehrenswert halten; daß die Sozialdemokraten diese Konstellation ihrer- seits nicht im mindesten für begehrenswert erachten, wagt das agrarische Blatt offenbar gar nicht erst zu bezweifeln. Dennoch stellt die„Deutsche Tageszeitung" ein„MindestproHramm" auf. das allerhand Rückschlllsie auf den Einfluß zulaßt, den sie der Sozialdemokratie in der künftigen Regierung eingeräumt wissen möchte. Recht offenherzig schreibt sie über die Umbesetzung des Kultusministeriums, des Innenministeriums und des Finanzministeriums, die bekanntlich gegenwärtig von den Genossen H a e n i s ch, S e» v e r i n g und Lüdemann verwaltet werden: Ebenso aber ist die Neubesetzung de» Kultusministe- riums mit einem Manne notwendig, der die Pflege deutschen und christlichen Geiste, in der Schule verbürgt. Soll aber etwa das Ministerium des Innern als da» tragende p olitf che Ministerium P-eußen» in den Händen eines Mannes bleiben, der bis heute noch die innere Gefahr für das preu- tzische Staatswesen nicht von der Linken, sondern von der Rechten befürchtet, und unter dem die Krippen Wirtschaft in der p r e u ß>s ch« n Verwaltung in» Ungemesscne gestiegen ist? Dabei darf auch an den Ausspruch des Herrn Eevering erinnert werden, daß er Herrn P a u l f e n auf jeden Fall als Leiter de» Schulwesens in Groß-Berlin bestätigen werde. Auch an die Spitz« de» Finanzministeriums in Preußen sollte ein Fachmann gehören, wenn auch hier bei einer bürgerlichen Mehrheit im Staotsministerium die Gefahr de» gegenwärtigen Zustande» beträchtlich vermindert wäre, weil ja jede Gesetz—vorläge durch da« Gesamtministerium gehen muß. Da, Finanzministerium hat schließlich auch nach der Beseitgung der elnzelstaatllchen Steuerhoheit durch die W e i- marer Verfassung außerardrntlich an Bedeutung ver- loren. Die„Deutsche Allgemeine Zeltung", das Organ des Herrn E t i n n e s, sucht natürlich der S v z i a l d e m o k r a t i e das Zusammenarbeiten mit der Deutschen Lolkspartei so schmack- hast wie möglich zu machen. Während die Deutsche Bolkspar- tei noch vor jeder Wahl ihren Anhängern die„Befreiung von den roten Ketten" versprach, zeigt sich auch jetzt wieder das ver- änderte Bild, und sie bemüht sich, die Z u k u n f t s a u s s i ch- ten für die Sozialdemokratie in möglichst rosigen Farben zu malen. Darüber hinaus ist die Stellungnahme der Deutschen Lolkspartei gegen einen reinen Lürgerblock von Jnteresie. Das Stumes-Blatt schreibt: Rätselraten. Für die Sozialdemokratische Partei handell e, sich ja tatsächlich darum, ob fie durch eine Weigerung auch in Preußen von jedem positiven Einfluß auf die Politik und ebenso auf die Verwaltung ausgeschlossen werden will. Es wäre gerade bei der Vormachtstellung, die sie bisher in Preußen einnahm, für fie doch wohl eine etwas schmerzliche Empfindung, von vornherein darauf verzichten zu müssen, daß die Früchte reifen, zu denen fie während ihrer Tätigkeit als preußische Regierungspartei den Keim legte. Die nächsten Tage werden mit den Verhandlungen ausgiebig gefüllt sein. Diese Der- Handlungen werden nicht nur für Preußen, sondern auch für da» Reich von folgenschwerer Bedeutung sein. Von der Seite der Rechten wird auch einer reinen Koalition sämtlicher b ü r- gerlichen Parteien da» Wort geredet. Ganz abgesehen von jeder parteipolitischen Auffassung muß aber doch gesagt werden, daß gegen»ine solche Koalition zum mindesten zurzeit im Hinblick auf die gesamtpolitische Lag« Deutschland» schwere Be. denken vorliegen. Der Widerspruch, der in dieser Auffassung gegenüber der von der Rechtspresse vertretenen Anschauung liegt, verdient hervorgehoben zu werden: Während die R e a k t i o n das Zu- sammengehen von Deutscher Voltspartei und Sozialdemokratie deshalb für erwünscht ansieht, um den sozialdemokratischen Einfluß in Preußen zu brechen, sucht die Volkspartei die Sozialdemokratie durch den Hinweis zu gewinnen, daß ihr Einfluß hierdurch gestärkt würde. Besonderes Interesse verdienen Ausführungen, die dem „Berliner Tageblatt" angeblich von führenden So- zialdemokraten Preußens zugingen. Hier heißt es: Ein Ja auf die Frage des Eintritts der Deutschen Volks- p a r t e i in die Regierung wäre begreiflich, wenn die Wahlen in Preußen eine Niederlage der Regierungskoalition ergeben hätten und sich, wie heute im Reich, die alte preußische Negierungstttehrheit in eine Minderheit gewandelt hätte. Die Wahlen haben aber eine, wenn zwar auch nicht starke Mehrheit für die Regiervngskoalitlon ergeben, die als durchaus arbeitsfähig angesehen werden kann. Innerpolltisch gesehen liegt somit nicht die mindest« Notwendigkeit für die alte Regierungs- koalltlon vor. ihre Vafis nach recht» zn verbreitern. Hierauf wird die Frage unter dem Gesichtspunkt der reinen Demokratie untersucht, und die Verfasser kommen zu der Feststellung, daß wir jetzt gegenüber dem Juni 1920 einer völlig neuen Situation gegenüberstehen. Die Konsequenz de» demokratischen Gedankens würde also, wenn man der seinerzeit von der Rechtspresse aufge- stellten Forderung zustimmt, verlangen, daß man jetzt im Reich die dortige Regierung nach den Ergebnissen der Wahlen des größten Bundesstaates korrigiert. An diesen Staat nun aber die An- forderung zu stellen, stch in einem Moment, wo seine Regierung»- koalition sich gehalten hat, und wo gerade die Deutsche Doltspartei nicht gut behaupten kann, sich auf der auf- steigenden Linie zu befinden, an dos inzwischen nachdrücklich korrigierte Wahlresultat der Reichstagswohlen vom Juni an- zupassen,— das wäre denn doch jeder inneren politischen Logik bar. Es bedeute ein U e b e»z e u g u n g s o p f e r, wenn man die Sozialdemokratie auffordere, in der R e i ch s r e g i e- rung zusammen mit der Deutschen Volkspartei zu arbeiten und �ie zwingen wolle, die Dolkspartei dazu zu veranlassen, am Ausbau der preußischen Verwaltung mitzuarbeiten: Sozialisten und Demokraten, überhaupt die alte Re- gierungstoalition halten nun aber in Preußen die Demotrati- sierung der Verwaltung des Landes mit dem größten und für da» ganz« Reich wichtigsten Beomtenapparat und seine Er- füllung mit republikanischem Geist aus dem organischen Wege der allmählichen Verjüngung für ihre wichtigste Aufgabe, während die Deutsche Dolkspartei sich mehr oder weniger offen als antirepublikanisch und monarchisch bekennt. Zu der- artigen Experimenten ist denn doch Preußen zu schade und zu wichtig, wir müssen den Mut haben, zu verlangen, daß die preußisch« Regierung zuverlässig republikanisch ist. und ein vnlagoulsmu» zwischen dem Reich und Preußen in dieser hin- ficht nicht dnrch eine Korrektur nach der royalistischen, sondern nach der republikanische« Seite beseitigt wird. Die Verfasser schließen mit den Worten:„Eine R e- publik ohne republikanische Verwaltung und ohne den sich in Taten umsetzenden Willen, die Verwaltung zn demokratisieren ist ein Schemen, aber kein lebendiger, bluterfüllter Staatskörper. Diesen zu schaffen und zu erhalten, war und ist das Ziel der bisherigen Regierungskoalition in Preußen. Es dazu nicht kommen zu lassen, war bis heute das offen verkündete Ziel der Deutschen Volkspartei. Das sagt alles und sollte die einzige Antwort auf die Frage geben, die augenblicklich, sehr zur Unzeit, eine Reihe von Köpfen beschäftigt." Wir halten, wie hier mehrfach dargelegt ist, alle diese Erörterungen für überflüssig. Solange die Fraktionen nicht zusammengetreten und über die parlamentarische Lage klar geworden sind, hänge« die Betrachtungen in der Presse völlig in der Luft. „Reformismus*. Es ist eine schwere Aufgabe, eine Niederlage einzugestehen. Deshalb haben wir ein. tiefes Mitgefühl mit den Kollegen von der unabhängigen Presse, die nach dem 20. Februar die Auf- gäbe erfüllen sollen, ihren Lesern und der Welt begreiflich zu machen, daß die eigene Partei keinen inneren Zusammen? b r u ch erlebt habe, sondern nur einen Wahlmißerfolg. Man hat in der unabhängigen Presse deshalb versucht, ein neues Schlagwort zu erfinden, mit dem man die Sozialdemokratische Partei in den Augen der Arbeiter gewissermaßen etikettieren und stigmatisieren will. Man spricht davon, daß der Wahl- ausfall eine„Stärkung der Reaktion und des R e f o r m i s- m u s" bedeute. Der Reformismus ist nach neuestem unab- hängigen Sprachgebrauch die alte Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Es wird notwendig sein, darüber einige klare und unmißverständliche Worte zu sagen. Als wir wenige Tage vor dem Wahltermin an dieser Stelle konstatierten, daß' die US.P. müde geworden sei. hatten wir einen ganz unerwarteten Erfolg zu verzeichnen. Das Berliner Blatt der U.S.P. brachte am Sonnabendabend noch einen sehr heftigen Artikel, dem es die erregte Ueberschrift gab„Die Maske herunter". Wie nicht anders zu erwarten. versicherte das„unabhängige" Organ, daß seine Partei keines- wegs daran denke, müde und mürbe zu sein, daß sie in Sachsen bei den Gemeindewahlen schon starken Stimmenzuwachs zu oerzeichnen hatte, und daß deshalb die Aussichten die besten wären. Dogegen habe die Politik der alten Sozialdemokrati- schen Partei„außerordentlich viel zu der Enttäuschung der Massen an der sozialistischen Bewegung beigetragen. Wenn die rechtssozialistische Partei zahlenmäßig noch von einigem Einfluß ist, so nicht weil das Zndustrieproletariat Vertrauen ri ihr hat, sondern weil sie sich heute in erster Linie auf k l e i n- ür gerliche Kreise, Beamte und Angestellte stützt". Das war am Sonnabendabend. Als am Montag die ersten Resultate vorlagen, da muhte man auch im unabhängigen Lager erkennen, daß sogar in der bisherigen unabhängigen Hochburg Berlin die Sozialdemokratische P a r- tei wieder an der Spitze der soziasistischen Parteien marschierte, und daß sich in a l l e n Teilen des Landes die Un- verwüstlichkeit der sozialdemokratischen Bewegung gegenüber den kommunistischen und unabhängigen Treibereien erwiesen hat. Die Unabhängigen trösten sich nun, anstatt sich zu der klaren Erkenntnis ihrer Ueberflüssigkeit durchzuringen, damit, daß die Sozialdemokratie zwar einen Teil der b ü r g e r» l i ch e n Wähler und nur einen geringen Teil der Arbeiter- stimmen bekommen habe. Diese Betrachtungsart heißt nicht» anderes, als sich Scheuklappen vor die Augen zu binden und sie mit marixstischen Verzierungen zu verbrämen. In allen Industrie- zentren hat die Sozialdemokratie erhebliche Zunahme, vielfach die absolute Mehrheit gegenüber den beiden abgesplitterten Parteien. Wenn man behaupten will, daß diese über vier Millionen Wähler„kleinbürgerliche" Schichten darstellten, so ist das eine wenn auch wenig glaubhafte Wahlausrede. Man weiß im unabhängigen Lager natürlich sehr genau, w o die Stärke der alten Partei zu suchen ist. Man kann oder will aber nicht soviel Ehrlichkeit aufbringen, zuzugestehen, daß die Sozialdemokratische Partei die st ä r k st e unter den proletari- schen Parteien ist, und ihre Stärke gerade in der treuen Anhängerschaft jener Jndustriearbeiterschich- ten liegt, die nicht wie ein Rohr im Winde hin und her schwanken, fondern an der alten Tradition der Partei fest- halten. In einem unbewachten Augenblick muß das sogar die „Freiheit" zugeben, denn heute in ihre? Frül�usgabe, nach- dem sie das ganze Wahlschlachtfeld überblicken kann, muß sie eingestehen: Wenn nun auch die Rechtssoziallsten... viele b ü r g er. lich« Stimmen gewonnen haben, so haben fie doch anderer- seits auch sicher einen großen Teil der Wähler zu sich hinüber- gezogen, die im Juni 1i?20 für die U.S.P. D. stimmten. Es handelt sich dabei in der Hauptsache am jene Schichten, die pafittve Arbeil sehen wollen und die durch den Krakeel, den die Mos- knuer Spaltungsfanatiter in den Derfammlun- gen inszenierten, abgestoßen wurden. Ein weiterer großer Teil der früheren Unabhängigen Wähler ist aber zweifellos ins Lager der Indifferenten gestoßen.. Mit diesen Sätzen trifft das unabhängige Blatt des Pudels Kern. Es muß zugeben, daß diejenigen Kräfte. die positive Erfolge sehen wollen, zur Sozialdemo- k r a t i e kommen, während die Schichten, die sich mit reoo- lutionären Redensarten zufrieden geben, entweder bei der U.S.P. verbleiben oder zu den Kommunisten übergehen. Ein sehr großer Teil aber ist ins Lager der Indifferenten, der Teil- nahmslosen zurückgekehrt, die nach den Worten der Arbeiter- Marseillaise den Feind bilden, den wir am tiefsten Haffen sollten. Diese Verschiebung innerhalb des politisch regsamen Proletariats sollte man in kemem der sozialistischen Lager leicht nehmen, vielmehr ernst darüber nachdenken, wie dieser In- difserentismu» b« h o b e« werden kann. Daß die revolutionäre Phraseologi e der Unabhängigen, hinter der keine positiven„revolutionären" Taten stehen, diese Wählermassen nicht befriedigt hat, dafür legt la ihr Fernbleiben von der Wahl das beredteste Zeugnis ab. Und wenn auf der anderen Seite diejenigen Schichten, die positive Arbeit und Erfolge sehen wollen, nicht zu irgendeiner der bür- gerlichen, sondern zur Sozialdemokratischen Partei stoßen, so ist auch das eine Tatsache, die man nicht mit einigen Redewem düngen leichthin abtun kann. Die U.S.P. gibt einheitlich im ganzen Lande die Parole aus, es handle sich um den Sieg des.Reformismus", und will damit andeuten, daß der Reformismus etwas Berächt» liches oder Minderwertiges sei. Tatfächlich handelt es sich hier nur um ein Wortspiel. Die Sozialdemokratie Bebels. Lieb- knechts, Singers, kurz die Partei, die bis zum Jahre 1314 ein- heitlich bestand, hat sich st e t s als eine revolutionäre Partei bezeichnet und hat in der Praxis doch die dauerhafteste und durchgreifendste Reformarbeit geleistet, die man sich denken kann. Gerade diese dauernde reformatorische Kleinarbeit innerhalb und außerhalb des Parlaments, diese geistige S.hu» lung der Arbeiterklasse in Verbindung mit der dauernden Stärkung ihrer sozialen Position hat ja viel mehr reoolutio- nierend gewirkt, als irgendein kommunistischer Putsch oder ein unabhängiger revolutionärer Aufruf. Was in dem alten Obrigkeitsstaat an revolutionärer Reform oder refor- mistischer Reoolutionsarbeit geleistet worden ist, steht in den Büchern der Geschichte. Was in der demokratischen Republik in diefer Beziehung noch zu leisten sein wird. ist Gegenstand der täglichen Erfahrung. Die Sozialdemo- kratische Partei, die ihren alten Grundsätzen und ihrer alten Taktik treu geblieben ist, sieht zu ihrer Befriedigung, daß sie auch nach wie vor aus die Treue ihrer Wähler zählen kann. Und wenn zu den alten Arbeiterschichten, die immer in der Sozialdemokratie ihre Vertretung erblickten, jetzt grosse Scharen aus den proletarischen Kreisen, der Angestellten und Beamten hinzugestoßen sind, so ist das nicht ein Beweis für einen neumodischen„Reformismus", sondern ein Beweis da- für, daß die Sozialdemokratie in ihrer gewissenhaften Klein- arbeit das politische und wirtschaftliche Interesse dieler Schichten, wie früher so auch jetzt, am besten wahrnimmt. Die unabhängige Presse, die heute diese Schichten als„kleinbürger- liche" bezeichnet, vergißt ganz, daß sie selber diese Wähler am lebhaftesten umwirbt und daß in der unabhängigen Land- tagsfraktion ein sehr erheblicher Prozentsatz der Gewählten gerade aus diesen angeblich kleinbürgerlichen Schichten stammt. Die Unabhängige Partei, die den Mut aufgebracht hat. sich dem Moskauer Diktat zu entziehen, sollte auch den zweiten Schritt tun, den das Ergebnis der Wahlen ihr gebietet, näm- lich sich mit beiden Füßen wieder auf den Boden der Demokratie stellen, wie sie es im Gewerkschaftswesen ja heute schon getan hat. Sie wird dadurch so wenig„reformistisch" werden, wie es die alte Sozialdemokratie wurde. Sie würde nur praktisch arbeiten für die Interessen des Proletariats in Gemeinschaft mit der S o z i a l d e m o k r a t i- schen Partei, auch wenn sie das neueste Schlagwort vom „Reformismus" aufgeben mußte. Kermes über öie Ernährungslaae. München, 23. Februar.(TU.) Auf Einladung der Pressestelle des Ministeriums des Aeußeren fand gestern mittag im Landwirt- schaftsministerium eine Pressekonferenz statt. Dabei Suhert« sich ReichsernShrungsininister Dr. Herme» über den derzeitigen Stand der Crnährungelage u. a.: Wenn sich auch die Crnährungslage Im letzten Jahre etwas entspannt hat. so ist sie durchaus noch nicht als befriedigend anzusehen. Entscheidend für die nSchste Zukunft wird auch für sie der Ausgang der Londoner Konferenz sein. Die Dersor- gung habe sich im letzten Wirtschaftssahre etwas günstiger ge» staltet. In bczug auf den Preisabbau würde man die Preis- entwicklung nicht künstlich leiten, sondern müsse mehr Waren schaf- fen, durch vermehrte inländische Erzeugung und zweitens durch Her- beifchaffung ausländischer Lebensmittel. Das durch den freien Handel bedingte große Angebot von Waren habe wesentlich die „Leichte Ware/ Skizze von Hans Schneider. Es ist an einem Sonntagmorgen im Januar. He'teres Frost. wetter, die Feldwege steinhart, Rauhreif in den Weiden am Fluß und auf den Stoppeln der abgestorbenen Felder: Rauhreif aus Gartenzäunen, In Hecken und auf den graugelben dürren Gras- büfcheln des Wegrandes. Rauhreif auch auf den kleinen Eistafeln, dt- langsam flußabwärts dahingleiten. Schön ist's heute: Sonnenschein von der blankblauen Eisglocke Uvs H'mmcls, lange Schatten auf harten holperigen Wegspuren und Radgleisen; und kalt ist's, aber klar kalt, eine Kälte, die Eigenwärme lockt. Mantelkragen hoch, und frisch hinaus in die schöne Winterwelt, und flußaufwärts! Alles gleißt, glitzert: der Atem dampft. Ferne Hügel liegen in silbernem Cisnadeldufk) und hier in den Weiden piepfen d e muntern Meisen, Nettern, flattern, hängen köpf- unten an dünnen Ruten, picken in die zerschlissene rauhe Rinde. Da, von weiter oberhalb, wo die kahlen Riesegpappeln stehen, klingt freudig das Rauschen des Wehrs durch die frische Kälte der Luft, lauter, deutlicher, froher als sonst. So als wolle das stürzende Wasser voll sprühender Lebenskraft der Sonne seinen schaumweiß hinabschießenden Le.b, seine pantherhast unbändige Schönheit zeigen. Da, gleich oberhalb des Wassersturzcs. steht ein Halbdutzend Leute im Sonntagsstaat. Die sehen zwei Männern zu, die henr- ärmclig in einem Kahn stehen, den sie hin und her treiben, und dabei lange triefend- Stangen mit blanken Eisenhaken ins Wasser stoßen. Unter den paar Leuten schwirrt eine gedämpfte Unterhaltung. Dabei würdige, fast tragische Gesichter, hinter denen doch eine Reu- gier lauert. gespannt, lüstern, eine Stielaugenneugier geradezu. Der junge Mann— wenn's jemanden interessiert: er ist Stadt- schreibcr, �sehr blond, sehr blauäugig— er erzählt gerade zum achtenmal: „Ich fragte die beiden Mädels noch: Ra, fragt ich, ihr wollt doch kein kaltes Bad nehmen? Ree nee! lachten die beiden ganz luftig. Und wie ich da hinten über die Brücke ging, sah ich mich noch- mal zufällig um, und da sah ich sie nicht mehr. Na, denk ich. sollte da was passiert fein? und ich geh um. Und da waren die Beiden nicht mehr da, und da lagen bloß noch die beiden Hüte bei dem Baum. Da holt ich den Schleusenwärter.." Alle starren frostig die beiden großen einfachen Samthüte an, der eine weiß, der andere dunkelgrün, die da auf dem dürren froft- grauen Gras liegen, sorgfältig nebeneinander gelegt Preise gedrückt.(?? Die Red.) Herme» hofft auf die Einsicht der Alliierten, die sich schließlich Zahlen und Berichten von Unpar- teiischen über unseren wirtschaftlichen Zustand nicht verschließen werden. Die groß« Einfuhr ausländischer Lebensmittel bedeutet natür- lich eine ungeheure finanzielle Belastung, die auch nur als vorübergehender Zustand anzusehen ist. Der Bedarf un» serer Landwirtschast an kün, lichem Dünger sei allerding» noch n Ich t gedeckt. Sie findet ober wesentliche Erleichterung durch unsere Sticklloffindustrie, die jährlich 60001 Tonnen mehr produziert als im Jahre 1913. Mit Dankeeworten für die sachlichen Dorbereftun- gen zur Konserenz schloß der Minister seine Ausführungen. flufKehobene Immunität« Stuttgart. 23. Februar.(TU.) Der Landtag hatte sich noch- mals mit der Frag« der Aufhebung der Immunität des dauern» bündlerifchen(deutschnationarcn) Abgeordneten Rapp, gegen den ein StrafoerfcPxn wegen Betrug» eingeleitet ist, zu beschäftigen. Abgeordneter Bazille(deutschnational) teilte mit. daß Rapp in einer Unterredung behauptet habe, das Geld verloren zu haben, das ihm von einer Firma zum Ankauf von Heu und Stroh ange- wiesen worden sei und daß er ungeachtet der Bestimmung, e» nur unter Vorweisung der F r n ch t u r k u n d e zu erheben, abgehoben hatte. Er habe versucht, durch Verkauf oder Verpfändung des seinen Schwiegereltern gehörigen Anwesen» sich Geld zu verschaffen und hoffe, in Bälde seine Gläubiger beftledigen zu können. Es könne sich nur um die Freigab« der Untersuchung, nicht um eine Verhaftung handeln. Abgeordneter Keil(Sozialdemo- trat) betonte, daß gegen Rapp in der Ocffentlichkcit neue B e- schuldigungen erhoben worden seien. Nach kurzer Debatte genehmigte das Haus gegen dt« Stimmen der Kommunisten die Aufhebung der Immunität. Nekckswirtscbaftsrat. 11. Sitzung, Mittwoch, 23. Februar, 11 Uhr. Am Ministertisch Scholz.— Borsitzender Edler o. Braun macht Mitteilung von ehem Schreiben de» Reichspräsidenten an den Roichswirtschaftsrat anläßlich desTodesvon Legien. In dem Schreiben wird da» warme und lebendige Interesse, da» der Dahin» geschiedene für di« tatkräftige Mitarbeit beim Wiederaufbau de» Vaterlandes gezeigt hat, bervorgchoben.(Die Anwesenden hoben sich von den Plät-en erhoben.) Sie bekunden durch Ihr Erbeben ibre Anteilnahme für das Hinscheiden dieses geraden und aufrichtigen Mannes, der als Führer der Gewerkschaftsbewegung bis weit über die Grenzen Deutschlands hinaus einen geachteten Namen erworben bot und auch bei seinen politischen Gegnern In hohem Ansehen stand. Wir empfinden es als einen schweren Derlust, daß ein vor- zeltiger Tod ihn so früh abberufen hat. Ein»brende» Andenken wird ihm sicher lein.— Hieraus verliest der Schriftführer die Liste der neu in den Reichiwirtfchastsrat«ingetretenen Mitglieder. An Stelle von Leqien ist Tbeador Lei park, Vorsitzender de» Allge- meinen Deutschen Gewerkschoftsbundes, eingetreten.— Daraus wird die Ersobwohl des ersten stellvertretenden Vorsitzenden vorgenom- men. Wissel! schlägt im Namen der A-beitnehmer Adolf Cohen vorr Von 224 abgegebenen gülthen Stimmen entfallen auf Cohen Illli. auf Dr. Tbislen 2, je 1 auf Wissell, Dr. Scheffter. Reust-»'« und Leioort, 33 Zettel sind unbeschrieben. Eohen ist somit aewäbkt.— Adolf Eoben nimmt die Wahl dankend an und bittet den Vorsitzenden Edler v. Broun, da» Amt eines ersten Vorsitzenden auch für die dies- malig« Plenartagung wetter fortführen zu wollen. Sonnenfe'-öscbe öestecbunqsverfuche. Zu den schweren Vorwürfen, die der Angeklagte Sonnenfeld gegen ihn bei seiner Vernehmung erhoben hat, schreibt un» Privat. dozent Dr. Leopold Bürger: „Sonnenfeld lag wegen Rückenmarksschwlndsucht in dem sehr thönen, wie jedes andere Krankenhaus eingerichteten Krankenhaus es Untersuchungsgefängnisses, da« ganz besonder» zur BeHand- lung Rückenmarkskranker ausreicht. Er wollte offenbar auf alle Fälle der Strafe entgehen und wollte seine Haft- Unfähigkeit durchsetzen. Sofort al, er in meine Be- Handlung kam, besuchte mich seine Frau und bot mir. nachdem sie eine Minute mit mir gesprochen halte, mehrere hundert Mark an. Sie bat mich außerdem, ihren Mann täglich zu besuchen und Es geht etwas aus von den leeren Hüten, da» sich wie«in un- heimlicher kalter Schatten über einen kleinen Kreis legt. „Ja", sagt e n kurzer rundlicher Herr mit Klemmer, dickem schwarzen Schnurrbärtchen und sauber poliertem blauen Kinn,— „ja, das tun Mädchen immer so, wenn sie in» Wasser gehen: die nehme» nie den Hut mit rein. Da» ist so. al« wenn.. „Aber weshalb sind die denn ins Wasser gegangen?" fragt ein älteres spitzes Fräulein In sehr langem schwarzen Rock(sie hat ein« Stimme, von der die Milch sauer w.rd)—»die haben doch sicher allerhand..." „Ja natürlich haben die allerhand Dummhesten gemacht!" wirft nun ein würdevoller Herr dazwischen, der bisher geschwiegen hatte, und sein Gesicht glänzt trotz moralischer Entrüstung vor Zufrieden- heit— mit seiner eigenen wohlachtbaren Bürgertugcnd(er ist zehnfacher Hausbesitzer).»Weshalb gßben so Mädchen sich auch mit den Soldaten ab?" Alle» schweigt respektvoll. Rur der sehr blond« Schreibersüng- ling näsell— und seine Worte schmecken noch Grünspan, nach Reid: „Ra ja, die Neuseeländer waren ja auch ganz hübsche stramm« Kerle!" Eine kleine Frau mit abgesorgtem Gesicht zieht fröstelnd Ihre etwas zerschäbte schwarze Samtjacke um die mageren Schultern. „Die armen Mädchen",— seufzt st« und schüttelt sich—.»bei der schrecklichen Kälte ins Wasser!— Nee nee, was müssen die ans- gestanden haben, bis die so wo» tun konnten!" Der würdigt Philister tut's mit einer Handbewegung ab: „Ach Gott ja, was will man machen," sagt er und hebt die Schultern,»'s war eben mal leicht, War«." Drei Monate später,—«z war eigentlich etwas früh sür die Jahreszeit.— mußten seine beiden Töchter plötzlich oerreisen... Sie gingen in die Sommerfrische--- und nicht Ins Wasser... Ende des München er Hosbräuhauses? Da» Münchener Hofbräuhaus ist in Gefahr. Seit einizer Zeit durchschwirren be- ängstigende Gerüchte von einer bevorstehenden Fusion des Hofbräu- Hauses mit der Pschorrbrauerci die Stadt. Vom Betriebsrat des Hofdräuhaufes wird zugegeben, daß tatsächlich Fusionsbestrcbungen im Gange feien, ohne daß hierfür triftige Gründe vorhanden wären, denn das Hofbräuhau» babe im vergangenen Jahr» sehr günstig ab- geschlossen. Im Boranschlag des fwfbräuhouses für 1920 stehen den Einnahmen von S 145 320 M Ausgaben von 4 770 700 M. gegen- über. Die Reineinnahme beträgt also nur 374 620 M Der bayerische Landtag will stch demnächst mit der Münchener Hofbräuhaussrage eingehend beschäftigen. Die Münchener sind jedenfalls um das Schick- fal ihres Hofbröuhoufes sehr besorgt Mit dem Uebergang de» Hos- bräuhauses in den Besitz de» Privotkap'tol« würde da» Unternehmen auch seinen Einfluß auf Preis und Qualität de, Bieres einbüßen.' dafür 50 M. zu liquidieren. Da ich auf diese Bestechung«- versuche, anders kann ich es nicht nennen, nicht ein, ging, sah Sonnenfeld, daß mit mir nichts zu machen fet. Um mich nun al, Sachverständigen mit Erfolg ablehnen zu können, erhebt er die schwer ften Beschuldigungen gegen mich, die sämtlich erfunden sind. Solange ich da» Kronkenhaus des Unter- fuchunzszcfängnisse» leite, hat sich überhaupt erst e i n Gefangener aufgehangen(Sonnenseld hatte von drei Fällen gesprochen. Red. d.„B."), nämlich der Rechtsanwalt Kallenbach. Bei der schweren Strafe, die er zu erwarten hatte, war der Selbst- mord durchaus erklärlich, und tatsächlich war K. auch geistig völlig normal, wenn er auch Geisteskrankheit zu stmulieren ver- suchte. Gestorben ist im Krankenhaus von meinen Patienten bis jetzt nur ein schwer Herzkranker mit Bauchwassersucht und ein Kranker mit jchwerer Eiterung am Mastdarm, der iede Operation ablehnte." Die bisherige Verhandlung hat ja nun schon zur Genüge«!«- zeigt, daß Sonnenfeid ein Mann ist, der bedenkenlos die schwer» sten Beschuldigungen gegen jeden erhebt, der nicht zu seinen Gunsten aussagt oder handelt. Der Bestechungsversuch gegen Dr. Bürger paßt aber herrlich zu dem Porträt eines-Bor- kämpfers gegen„die korrupte sozialdemokratische Mißwirtschaft". Vielleicht interessiert sich der Staatsanwalt auch für diese Sache._ prevßenmlmfterium und Wahlausfoll. Das Preußische Staatsministerium tritt, wie die P.P.R hören, am Donnerstag, zu einer Sitzung zusammen, um zu dem Ausfall der preußischen Wahlen und der hierdurch ge- schaffenen Lage Stellung zu nehmen. Das amtliche Wahl- ergebnis wird bis dahin vorliegen. Ergebnisse öer Kreistagswahl. Zm kreise Teltow haben bei der kreistagswahl die linksstehenden Paricien gesiegt. Es erhielten: Sozial- dcmokralen 14 329, Unabhängige lO 149, Kommunisten 3427 Stimmen. Auf dle List« der Freien unpolllischen Vereinigung (veuischnalionale und Deutsche volkspartci) enlfielen 20 Sil Sllm- men. die Demokraten erhielten 31S7 und die VZirlschaftspartei 1546 Stimmen. Danach entsalleu aus die Sozialdemokraten 9. auf die Unabhäng'zen 6, die Kommunisten 2, aus den vürgerblock 11 und auf die Demokralcn 2 Mandate. Dagegen haben im Krclje veeskow die Krelstagswah- l e n mit einer bürgerlichen Mehrheit geendet. Die Sozial- demokralen erhielten 7. tie Unabhängigen 3 und die Kommunisten 1 Mandat. Aus die Freie unpolliische Vereinigung(vnal. und v. Vp.) enlslclcn 10 Sitze, aus die Demokraten Z und auf dle Mrlschasisparlel 1 Mandat. Dle wählen zum Vrovlnzialandlag ergaben im Kreise Veeskow für die Sozialdemokraten 6507, die Unab- hängigen 2707. die Kommunisten 1101 Slimmen. Die Listen der Deutschnalionalen und Deutschen Volkspartei wiese» KS45, die der vemo'ralcn 2011 Slimmen aus. Di« wirlschasftparlci brachte es auf 1310 Stimmen. D:e Erledigung Eupens und ZNalmedps. v a r i». 23. Februar.(TU.) Zu seiner vormitlazsflkzunz hat der Ral de, Völkerbundes gestern einen Vries redigiert, durch den der deutschen Regierung aus ihr« Hol« bezüglich Eupen» und Malmedy» grantworlet werden soll. Dle Antwort erinnert daran, daß der Rat bereit» ftüher anerkannt habe, daß infolge de» Ausfalls der Abstimmung das Gebiet defioilto velgiea zugefallen sei...._ Zur Verlegung des Ienlralnachwelsaml» teilt ein« offiziöse Notiz der„P. P. N." mit. daß im Hause Dorrtheenstraß» 43 auch nach Entfernung der Heercsbücherei für da» Amt kein Platz sein würde. Dielmehr würde ein Raumbedarf von 2000 Quadratmetern ungedeckt bleiben.— Selbst wenn da» zutreffen sollte, erscheint un» eine Teilung Immer noch besser, als eine Hinausverlegung nach Spandau. Es gibt immerhin mehr Leute, die das Zentralnach- wclsamt in Anspruch nehmen müssen, al» eine Heere«! licherei. Mögen die Interessenten der letzteren nach Spandau hinaus- pilgern. Eine Schiebcr-l omödie. Lu« T L> f e l d o r f wild aeiwrieb-»: Hans M ü l l« r- snaS- tir.ben iusviueren wrll. Da er»n voraus außeretaüiche Mistel zur Arildeckriiia von Durchltech-reien zur Verfügung gcrielli bar. �stellt d.'r Herr Oberschieber und LiaiionSvorstehcr einen biederen Bürger und ehrlichen Kaulmrnn. der naiürliw banlroti ist. als Schieber» kommrssar aut dein Babnbof an. Die'er aber boffl durch einen einzigen großen Schlag sich a»S allen Ziöien und ieiner Tockter den Mann zu rctien. Er läßt sich mrt dem ganzen Gch>eberllü»gel e n und bekommt den Anftraa, den dr'lien Wagen von vorn auf ein toleS Kle:? zu veischieben. Unglücklrcherrveiie erwrscht er den dritten von hinleu. und das ist der Schlaswoae» de» Herrn Mmstter. Dieftr tritt al« Rächer unter vre Rolle und schafft Ordnung, indem er den biederen Bürger zum obere» Beamien im ReichSdienst be- fördert. Man sieht: Müller-Schlößer läßt gerade einmal»naerade und unqerad« einmal gerade sein und balle damit die Lacher auf seiner Seite. Rur in der Figur deS biederen Bürgers hat(ein niederrheinisches Herz mitgeschrieben. da. Dole. Me reden. Bei dem neue' en Raubmord in Berlin wurde von der Unterfuchungetemmission die Tatsache hervorgehoben, daß die Erschlagene in einer Stelluna mit flehend erhobenen Armen ge- funden wurde, die daraus lchlieden ließ, doß st» den Mörder um Erbarmen gebeten hatte. Man sieht aus diesem Tinzelzut, daß auch Tote noch„reden" können, und in der Tat albt die Lage, in der der Leich-mm gefunden wird, häufig die wichtigsten Anhaltsvunkte für die Art d-s Todes und die Vorgänge, die sich debel abspielten. So kann z. B. der ersobarne Gcrichtsarzt daraus schließen, ob ln zweifelhaften Fä'ftn ein Mord oder ein Selb' mord vorliegt. Nach dem Tode gerät so der Körver in die Leichen' arrc. und die Glieder verherran ln der letzten S'a'lnng, die der ErmTdete einnahm, bevor das Leben entk'eh. In Fällen eine» plötzlichen und gewaltsamen Todes ist diese Erschalnung bcsond-rs oi'Sgeprögt. Rastermesser und Revolver werden häufig in den Händen von Eelb'�mördern gefunden, und diese Woks-n sind von den Fingern so fest umklammert, daß man es faßt für unmöglich Valien mächte, wenn � man nicht wüßte, daß die Lelchenstarre eine fevr beträchtliche Z:It anholten kann. B-i Ertrunkenen findet man bäufig. wenn dl» Leiche au« dem Masser gezogen wird, daß Stück« von Tau, ff'tß gras oder andere Dinne mit der Hand fest umk'ammert sind. Da» ist einer der wichtigsten?«weife in der Gerich'-medlzln kür die Tatsache, daß der Betreffend« nach lebend ins Wasser kam, also daß nicht etwa der erwordete Leichnam hincinaeworfen wurde. Berschiedent» lich ist es lchon vorgekommen, daß man winzige Stückchen Stoff, Knöpf-»sw In der festge'ch'assenen Hand d«. Toten fand und daß diese Gegenständ» dazu führten, den Mörder zu entdecken. Da» We'therrkbersori'el!. Paris. 23. Februar.(£(£.) vcr gcfidge Deschluh, de« Vertreter Emir Z a i s I a l s zur Londoner Sonferenz zu-ulasjen. er- regt in einem großen Teile der pariser presse scharsea Widerspruch. Lloyd George scll dem„Echo de pari»" zufolge erNärl hoben, daß man den Sohn des Emirs von hedschas anhören müsse, da man den Briganlen von Angora ZulrUt zur Konferenz gewährt habe. Es kam zu einem hcfiigen Zusammenfloß zwischen Lloyd George und Vrland. wobei dieser seinem Unmut über die hallung Lloyd Georges Uue�ruS gab.; Andererseits soll Lloyd George Brland zum Wcchenende auf sein Landgut eingeladen haben. Drrt. in der Laube, kann so die Sache auf Teutschlands gebeugtem Rücken durch einen wallisisch und südfranzo fisch humorvollen Tanz ausgetragen werden.... Vulizarirn verlang» Teifnahme. London. 23. Februar.(Reuter.) Amtliche Telegramme aus Georg'ens verteiAiflun�skampf. s, i r. /n rmavt-t aTSi m a X i-»(X->■*•><»•*<%*•• f f J ä:( armenischen Rationalisten gegen die Scwjetregicrunz in Eriwan. Die Truppen von Georgien haben die Offensive gegen die armenischen Bolsch-lvisten südlich von Tislis ergriffen und einen Sieg davongetragen- Die Lage in Georgien bessert sich. Die Muselmanen haben der Mobilisierungsvrder Folge geleistet, und die Verteidigung der Hauptstadt scheint s i ch« r g«» st e l l t zu sein. Pari». 23. Februar.(EG.)„Daily Expreß' meldet aus Kon- stantinopel, daß die bolschewistischen Truppen, die in Georgien eln« gefallen waren, eine entscheidende Niederlage erlitten haben Sofia berichten, daß Ende der vergangenen Wcche in ganz Dulgerien und Tifli» räumen mußten. In Eriwan wurde«ine provisorische Da, Ziel vieler Besucher war ein Keller am SBatfrtr».Wer, , b. ius Gtargord in P�mm.ern Sowsettruppen war uns von wohlinformierte? Seite am gestrigen! gebürtiger Kellner Willy Beckmann festgestellt, hn den Keller Dienstag als erfunden bezeichnet und daher von uns nicht ver-: W)rt vom Hof» au» eine Treppe in einen langen, dunklen Flur, ösfentllcht worden Vnzwischen entwirst dieselbe Havasagentur ein!?" dem rechts die einzelnen Lcrschläge der Mieter des Hauses für Georgien viel günstigeres Bild durch folgende Konstanllnopeler Der Flur lauft aus in eine Küche und einen größeren M d.. Jon««VT. ÄÄÄÄiÄ'« groß« öffentliche Versammlungen einstimmig die Zulassung Bulga. riens zur Londoner Orientkonfcrenz verlangten. Die ganze bulga. rische Presse erklärt einstimmig, Bulgarien habe Wcstthrazien den Alliierten abgetreten, und dadurch, daß diese Provinz den grie- chischen veni'elisten ausgeliesert worden sei, den freien Ausgang zum Meere verloren. Tie in Bulgarien augenblicklich befindlichen obdachlosen notleidenden 200 00? Flüchtlinge aus Ost- und West- thrazlen fordern das Recht der Volksabstimmung und daß ihre heim- statten unter den Schutz des Löllerbunde» oder der Großmächte ge- stellt werden. Amerika trumpft auf. Washington, 23. Februar.(LE.) Ja der Kabelsrage hat Frankreich völlig aachgegeben und restlos den amerikanischen Standpunkt angenommen. Auch England sllmmle zu. daß das Kabel von Brest den vereinigten Staaten überlassen werde. Frankreich mußte sich zu dem Zugesländnls bequemen, da Amerika energisch erklärt hatte, daß es solche Maßnahmen ergreifen würde. die den Znleressen der vereinigten Slaaken förderlich seien, fall» vor dem lS. März nicht die endgülllge Entscheidung getroffen worden sei. Unlerstaatssckrelär Davis hatte sogar erklären lassen, daß sich die Vereinigten Staaten das Recht vorbehielten, da» Brest« Kabel abzuschneiden und es für dau«ad gebranchsunfShig zu machen, wenn dem amerikanischen Standpunkt nicht Rechnung getragen würde. HardingS Kabinett gebildet. Zvashingkon, 23 Februar.(EE.) Zum Staatssekretär wurde Charles Hughes ernannt. Er war früher Gouverneur von New Pork und Mitglied de» obersten Dundesgerichte». In dos Kabinett tritt auch als Staatssekretär Andrew William» Mellon»«In. Er war ehed«m Bankier und Associer der Firma Henri Frick. Weit«« Mitglieder der neuen Regierung stnd George Wood Win- g a t« als Staatssekretär de» Krieges, ehemaliger Advokat und Bau- Unternehmer bei der Brooklyn« Eisenbahn. Harry Daugherty als Attcrncy General, ehemals Mitglied des amerikanischen Frie- dcnkommitees. Alb« Fall als Staatssekretär für Innere», früher Scnatcr. Williams haye» als Pestmast« General, früher Staatssekretär unter dem Prässuenten Taft, Edwin D e n b y als Miarineftaat-'ckrctär, früher Mitglied des Repräsentantenhauses. Henry W a l l o c? als Staatssekretär für Ackerbau. Herbert h o o- ver als Stactesekretär für Handel und James Cvx Davis als Staatssekretär für Arbeit. Eiustepung der Mekrutienrnz. Washinglon, 23. Februar. lCE.) Der Staatssekretär für Krieg, Baker, ordnete die llntttbrechnvg sed« Rekrull«ung in Amerika an und schloß alle Rckrulicrungsgepat». Der Befehl erging in Uedcrecinstimmung mit beiden Häusern de» Kongresse» ent- gegen dem Velo Wilsons. Freigab« dcukfch« vermögen in Zkallen. Der handelemlnlster hat Ii« Kräfekten ermächtht, die kleinen deutschen Dcrmogen im gegenwärtigen Werte on zirka lOlXK) Lire freizugeben. antibolschewi' ische Regierung gebildct. Die alliierten Missionen waren nach Datum geflüchtet, wohin ein Kriegsschiff aus Kon- stantinopel gesendet wurde, um sie in Sicherheit zu bringen. Perserputsch. Paris, 23. Februar. Räch„Echo de Paris' soll der persische General Reza Chan von Kaswin an der Spitze von 2S0l) Kosaken in der Rocht vom 20. zum 21. Februar vor Teheran angekom- men sein, dessen er sich ohne Kamps bemächtigt habe. Er habe die Regierung gestürzt und sich aller Verwaltungen bemächtigt. Als- dann sei er in„Verhandlungen' mit dem Schah eingetreten. Opfer halte hier also wirklick noch im Tode.geredet' und da; furchtbare Geheimnis seine, Sterben» offenbart. Wenn fcstge'lellt wird, daß cin Tater eine Waffe fe't umklammert hält, so kann man annehmen, daß Selb' mord vorliegt, denn die versuche, eine Waffe so fest in die Hand eines Toten zu drücken, baß er sie umklammert, sind stets vergeblich. Die Hand des Toten kann auch ganz olltäg- liche Dinge umklammern, die wertvolle Aufschlüsie geben. So lassen sich auf dem Gebiet der Kriminalstatistik gar viele Tote anführen, die„geredet' haben. haben die alten Röm« gmewchl? Es Ist uns nickt gut möglich, uns ei'en Cicero ober Augustu» m t der Tabakpfeif» im Munde vorzustellen, und doch scheint e», wie die„Umschau' berichtet, nach den neuesten Funden und Ausgrabungen kaum zweifelhaft, daß auch den alten Römern das Raichen bekannt war. Sie benutzten ein kurzes Pfeifenrohr au» Tan oder Metall, ln dem ein holz- oder Schilfrohr steckte.— Aber was rauckten sie. als man noch nicht» vom Tabak wußte? Schon griechische Autoren der chten vom Rauchgenuß kelti'ch«, thrakischer und ander« barbarischer Dölker, und es lie«I die Annahme nahe, borbarl'che Soldaten in römische» Die'-st-n hätten den Rauchgenuß aepfleat und weiter verbreitet. Am wahrscheinlichsten ist wobl die Ansicht, daß sie ursprünglich zu sani- tären Zwecken den Rauch aew ff« Psionz-'n einatmeten, dann ober am E!*nuß aromatisch-narkotischer Kräuter Gefallen fanden und nun zum Pernnügen rauchten. D« allnemcinen Verbreitung stand wohl nur der Mangel an rauchbaren Kräutern im Wege, der erst gebannt wurde, al» der Tabak nach Europa kam. Ein« n-u« kür'sche hqnpfstadi. Di« türkischen Rationalisten, dl» ton Mustapha Kcmal geführt werden und sich in Kleinasien fest- gesetzt haben, beabsichtigen,«ine nri'e Hauptstadt des Türkcnreiches Ins Leben zu rufen, die»ine Rivalin Konstontinope!» werden soll. Sie haben ol,� Sitz ibrer Regierung Angara oueersehen und macken die größten Anstrengungen, dieses schmutzig« Dorf zu einer schönen Stadt umzugestalten. Die Pläne, die von einem ungarischen Architekten ausgearbeitet sind, und zum Dorbild Budapest nehmen, find von dem Rationa'istenparloment genehmigt worden. Ein Ra- tioualtheoter und eine Universität sollen«richtet werden, und ebenso wird eine öfsentliche Bibliothek mit Leseräumen und ein große» V«- sammlungehau» erstehen._ 5Jn«il tzsrtedr.? dir ÖS er, ein lei„swn'aer»remnfll«,«t in Elienaib p»o orten. Ei tat grö' unleiis b'>'»>gibe Diomen oerloH. nennbinn# dnlte er rr» einem Dslnderlcklckuil auch mobem« Iloffe bcfionbel». ft-vel de- beutende gragmenle.«livpol,erS.Stiber- und q.eiti«.<»»i«'rb' bat er die»'et. Der.GuiScarS' wird»orau« sichtlich diesen Lämmer in verlin geltgell werben. Jtalieiitlche Kunlt 1»? bernnZchg Im veillner Orcnprlnzenbot«'« a»,geHelU werben. 84'11 ber ßünnleiltrl», bei sich um ble neue ilnltcmlthe 9(snat4|d)rifl.vnlori R nflici* nnivvtert: nor allen darlo Carra.(Yrorglo bc Ebiiico. eimengo Lof'iei. Öm Aus lauich(od eine beutjch« Kuuslaus- (IcOnna In JXlolien fol ien. QUa&itheatrrnöte. Die?l u a s 6 n r« e r S'abtBfrmaltitng bat mit Rüikiichi auf die Hella wniilenben Fehlbetiäae be? Tbeiiers und Oride'terS Seich!ollen.'ür die nächtie Lvielwil fem eigenes Sibnnlv'cfeipcitpnnl mebc 411 enongieren. Da der irehlbeiiag b«4 Rernlch eiber Zchaulplel» Die Zeilen, in denen die Frauen enkrechtet abse'.ks de» politischen Lcbeus stehen mußte>. sind vorüber. D e Frauen sind heutgleichberechiigk.sind aber damit auch velWiMet ZU iitoM im öffenllichen Leben, wieder werden in den nächsten Tagen unsere Funll onäre und Ge- offen von Haus zu Haus ochen, um neue Abonnenten für den „Vorwärls' und neue IN fqlieder im die Parteiorganisation zu werben. Da dürfen unsere Lese- rinnen des.vorwärfs' nicht die Hände im Schoß« halten, sondern sie müssen sich steißig an dieser Agitalionsarbeit bekeiligen. Gerade die Frauen tSunen bei dieser Agitation große viensle leisten, wenn sie an ihre hau». bewoiznerinnen, die roch Leserinnen der bürger- lichcn Sensalionspresse sind, herantreten und sie als neue Leserinnen de,.porwärla' oewstmea. Genossinnen, Leserinnen des.Vorwärts'! Gebt den„Vorwärts" auch Euren Rachbär'mnen und maefzt ihnen klar, daß in die Vohnuna de« arbeitenden Voltes nicht die im Dienste de» A»pl- lali- mu» stehende bürgerliche Zeitung, sondern da» i Blatt der Sozialdemokratie, der.vorwärt»', gehört. Groß-Verün berliner Schulelenö. Gebt die Schulhäuser den Schulen zurück! Für die Berliner 1 7 S G e m, i n d e s ch u l e in d« Put- busn Straße richtete die Lehrerkr.mm« durch Ihren Geschäftsführer Lehrer Frauendienst on die Presse einen Notschrei, um hinzuweisen aus die seit der Kriegszeit bis heute fortdauernden Erschwerun» gen de» Unterrichts, von denen diese Schule immer mied« bedrängt werden ist. In einer uns von dort übersandten Ausammen- stellunq wird folgende» ausgezählt: Die 173. Sckule mußte vom 6. bis 31. März 1917 wegen Kahlen- mangels die Räume der 193. Schule(Graunflraße) mitbenutzen. Pom 24 bis 31. Oktober 1918 mar sie weaen Grippe geschlossen. Im November 1918 sollten ihre Räume mit Militär belegt werden, darum zog sie wieder nach dem Haus der 198. Schule um. Dort wurden Kurzstunden gegeben, teils vor- und teil» nachmittag». Wegen Kohlenmangel» mußte vom 3. bis 29. Lanuar 1929 k>tr Unterricht mied« ganz ruben. Di« Belegung de« Sckulhause» in du Putbus« Straße mit Mitztär unterblieb, ab« spät« wurden Bur-aus der Erwelbslosenlürsorq« dort einquartiert. Erst am 20. Juni 1919 tounle dl« 175. Schule In ihr eigenes heim zurück- kehren, hetzt mußte sie aber ihre Rä"me von der in demselben Dopyelschulhau» untergebrachten 137. Sckule mitbenutzen lassen. Wieder wurde vor- und. nachmittag, in Kurzstunden unterrichtet. vom 30. Oktober bis J9. R<-oemb«r fiel wieder mal d« Unterricht wegen Kohlenmanqel, aus. Wesen erneuten Kohlenmangels mußten die am 20. Dezember 1919 beginne-'den Welhnachtsferien bis zum 20. Januar 1929 dauern. Raumes etwas«hellt sind, während dessen hinter« Teil im Dunkel liegt. Die A gaben de» verdächtigen Händler» und dl« Beob» achtungen bcstimmt'n die Beamten, die Küche und den anderen Raum einmal zu durchsuchen. Sie trafen zwölf Personen, Frauen und Männer, an, die zum Teil ziemlich heruntergekommen und verwahrlost aussahen. Das gleiche Bild der Verwahrlosung boten die Räume, die m t einem Sofa, einem Tisch, einigen Stühlen. einem Bett und mehreren Schränken dürftig ausgestattet waren. Ueberau starrte es vor Schmutz und Ungeziefer. An einer Eck« neben dem Bett lag ein Haufen von Paketen, die zum Teil geöffnet, zum Teil noch verschlossen waren, in einem solchen Schmutz, daß die Beamten sich zunächst nur mit ihren Stöcken herantrauten. Die Sichtung der Pakete hatte dann ein überraschen« de» Ergebnis. Si» enthielten alles mögliche, Kleidungsstücke, Schmucksachen aller Art, auch Lebensmittel, die zum Teil schon ver- fault waren. Man alaubte zunächst, ein große« hehlernest entdeckt zu haben. Die zwölf Personen, mit ihnen der Kellner Beckmann, wurden mit einem Lastauto nach dem Polizeipräsidium gebracht und HI« einzeln verhört. Unterdessen wurden auch dl« bellen Räume gründlich durchsucht lind setzt fand man in den Schränken eine große Menge Neiner Schächtelchen, die Kokain enthielten. Verhöre und Ortsbcfund stellten fest, daß man es in der Hauptsache nicht mit einem hehlernest. sondern mit einer Lasterhöhle d« ollerschlimmstxn Art zu tun harte. Beckmann, der früh« in d« .Flotte', einem Lokal in der Flottwellstraße, ln dem besonder» Leu» mit gewissen Neigungen verkehren, al» Kellner beschäftigt war. war seit sieben Jahren Mieter der beiden Kellerräume, ver» trieb seit zwei Jahren von dort au» Kokain und duldete zugleich in seinen Räumen wüste Ausschreitungen in Kokain» g e n u ß. Da, Kokain, da» er sich auf noch nicht geklärtem Wege ln großer Menge zu verschaffen wußte, ließ er in dem Kell« von sungen Burschen in Schächtclchen verpacken und dann In Lokalen an die Gäste o«trelben. E!n Morügestänönks. Aufklärung des Raubmorde» in der Linienflraße. Am 23 September 1929 wurde in der Linienstrah« 73 der 79 Jahre alt« G«ldverl«iher Rudolf Engelmonn in feiner Woh» nung ermordet und beraubt. Als Mittäter und Mitwisser wu'den setzt»«haftet: der 23 Jahre alte au» Berlin gebürtig« Maschinist Georg Hause, dessen 24 Jahr« alte aus Schadeirdors bei Hove stammende Ehefrau Emma, bei!« in der Grenadierstraße 17 wohn, Haft und eine 43 Jahre alte Händlerin Franziska Schulz aus der Rückerst.-aße 7. die«In Lebenvmitte'geschäft betrieb, Walt« Liese» g a n g � d«r von dem geständigen Ehepaar Haus« als d«r Haupttäter bezeichnet wird. Noch nn Laufe der Nacht legt« zunächst Frau Haufe und dann auch ihr Mann ein Geständnis ab. Frau Schulz dagegen bestreitet auch deute noch ied« Beteiligung an dem Verbrechen, auch sede Mitwissersckaft. Nach dem Gesiändn's der Frau Hause ist Frau Scku'z, deren Ehemann mit der Frau des ermordeten Engelmann zuiommenlebce, schwer belastet. Sie soll den Mordv'an ausgebracht und aus Enaelmaun aufn'rrk'am oemacht lmben. Wie Frau Haus« sagt, kaust« si» bei Frau Schu'z ibre Lebensmittel ein und wurde so mit ihr bekannt. Si« klagte ihr ö'ter. daß e» ihr schlecht gehe. F au Schulz erwidert« darauf«>nez Tag«« in der heuttaen Zeit müsse man da» andere machen, um zu Geld zu kommen. Man müff« einen Jltcrnn mit Geld vor den Kopf schlagen, wenn man nur erst den richtt'gen Mann dazu an der Hand hätte. Dieler Gedanke wurde nun In der Unterbaltuna wiederholt berührt. Endlich nahm er feste Gestalt an, als Frau Haufe ihu zu Haufe dem Stellmacher Lie'egang unterbreitete, der unangemeldet bei ihr wohnt«. Frau Schu'z wußte bei Engelmonn genau Bescheid, weil dies« Ihre Echeidungskl«»« bearbeitete. Sie gab die«forderlichen Aufklärungen über die Loae der Räume und die Gepttogenheiien Engetmonn». Hiernach richtete sich Lesegona bei der Ausführung de» Derbrechens. Er nahm au» der Haufeschen Wohnung einen Hamm« mit und besucht« mit Frau Hauke den alten Geldoerleiher und WInkelkonsvleitten. wöbrend Haus« auf der St-aß« blieb. Durch eine vorgeinieaelte Alimentcnklaae veranlaßt- er Engelmann. sich an den Schreibtisch zu setzen und sich Notizen zu machen. Plötzlich nahm er dann seinen Hammer und versetzte dem Ahnimgslosen«Inen Schlag aus den Kops. Der Hamm« s og vom Stiel: Enoelmann sprang aus und setzte sich zur Wehr. Im Kamvf« versuchte Lie'egang, ihm einen Knebel In den Mund»u bringen. Als das nicht gelingen wollte, gab er den Knebel der Frau fauf«, die neben ihm stand, erarfs da» Mell-rr. das auf dem Schreibtisch loa und schnitt Enge'mann den fwjfs ab. Dann nndm« dem Toten den Schlüssel au, der Tasche schloß den Sckrelb'isck aus, dvrck'uckle ihn, fand darin aber statt d-r erwarteten 00 009 M. nur V90 M. Soweit das Geständnis der Frou Haufe, deren Mann V'ne Bete ligung ebenfalls zugibt. Frau Schulz leugnet alle», was die ! Beiden von ihr behaupten, viesegang ist flüchtig und soll sich für die Fremdenlegion haben anwerben lassen. vle Obstzucht« beugen vor. Die Pfirsichbäume scheinen sehr früh in diesem Jahre blühen zu wollen, und do Kelamitlich schon mit dem«i'en Verkauf des blühenden Pfirsichzweiqes der Wucher In unserer benachbarten Ob" komm« einsetzt, wollen die Obstzücht« schon jetzt für eventuelle Fälle sede Schuld von sich abwälzen. In der gestern In Kaputh vom Bund deutscher Obstzucht« ein» berufenen Bersommlung traten die Obzüchter für den aenossenschaftlichen Derkaus de» Obste««in, damit den Perbroichern, hauptsächlich den Berlinern, auf einfachstem Weae ................................ ohne Mittelenersonen da, Obst geliefert werden könne. Dem Por» Am 18. September 1929 protestierten die � wurf des Obstwucher« müßten die Züchter schon setzt entgegentreten. Elternbeiräte aeaen den Nachmittagsunterricht. Der Unterricht wurde setzt auf die Vormlttaae beschränkt. Dakür tonnten ob« fortan die Schulen 175 und 197 jede nur an drei Tagen d« Woche Unterricht baben. Z"m Schluß meist die Lohrerkommer darauf hin, daß ln d« 175. Schule zwei Mädchen on Trlpp« erkrankt sind und daß Verdacht des Trippers bei zwei anderen besteht. Sie führt die Er- krcmkuugen darauf zurück, daß die Erwerbslosen die Schulklosetts mitbenutzen. Wir glauben, daß es ein Leichtes wäre, noch au» verschie« denen anderen Schulen eine ähnlich long« Liste der Leiden zusammenzustellen. Kohlennot und Grippen» e p i d e m i« haben fast überall den Schulbetrieb gestört. und auch Einquartierung ran Militär oder spät« von Bureau» der Er- werbslvscnfürsorqe haben noch manche Schule bedrängt. Es ist höchste Zeit, daß in unseren Gemeindeschulen die O r d n u n g wiederhergestellt wird._ Nicht die Zückt«, sondern die Kettenglieder zwsschen Erzeug« und Konsument hätten die hohen Preise im v«gongen«n Jahre g»- schaffen. Bcsichlignng bei d««onsumgrnossenschaft. Eine Besichtigung ihr« Beirmbsanlagen In Lichtenberg veranstaltet die Konsum« genofienschoft am nächsten Sonntag, den 2? Februar d. I. und zwar um S>S Uhr für die 1. Abteiluna lMoabit): GM Uhr für die 4. Ab- tellung sSchönhauser Vorstadt): lO'/i Uhr für die 3. Abteilung(Web- ding): 11)4 Uhr für die 2.«btetlung(nördliche Dornte). Um zahl- reiche Beteiligung und pünktliches Erscheinen wird gebeten. Wir | können eine Besichtigung der obenerwähnten Anlagen, die sich die Grvß>B«lin« Arbeiterschaft in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit errichtet hat. nur dringend empfehlen. Ver LaNer?eller am Vaterlos-Ufer. D« Berliner Kriminalpolizei ist es noch großen Schwi«>g- ketten und lan-'dauernden Beobachtungen gelungen, ein« Stätte pM»»,„ze»«»,»,—— 4t/U uri|\i U«•««»a V«» C II«| rn C I D C 1" F„ e*, r,~.-* tniilc«(lir bif Spiel, eil Ig-l/ss etwa Mark betragen bürste,'rügi 1 berüchtigt« Luster aus oie Spur zu kommen und da» ganze Rest sich die Slabioerwaiiuiig aul bcm Sedanlen, den IhelUerbelllib einjustellen. t mit seinen lichtscheuen Bewohnern auszuheben. Groß-öerttner parteinacbrlchten- heute. Miliwoch. den 23. Februar: M. Übt. 7 Uhr. tzatziadenb In bm bekannten Latale». Ittorgen, Donnerstag, den 24. Februar: «• Ilbt..«harbttenbura. Tie«wppenwbeer werden(ifbften. bl» fteltunaa- rermvlare»an der zz, ftalictbamm. am Damuralag, den ZL tzcbnioc, abbaten nn* bann vetleUen zu lallen. GewerMajwbewegung Zum Streik in öer Herrenkonfektion. Bereits In der dritten Woche wird der Streik unerschüttert und - in bester Kampfesstimmung geführt. Die Zahl der Streikenden hat sich seit der ersten Streitwoche noch erhöht. Der Arbeitgeber- verband ist weiter unablässig bemüht, die fernstehenden Firmen für seine Zwecke zu gewinnen, die Streikenden zu ihrer Organisation in Gegensatz zu bringen und bei seiner öffentlichen Stellungnahme da» Kampfobjekt zu verschleiern. Um die Kundschaft zu vertrösten und Aufschub der Lieferungen ohne Verlust der Aufträge zu erlangen, spricht man nun von den zum Rcich-tarif gestellten Forderungen und deren Auswirkung. Demgegenüber schweigt man sich vollständig darüber au», daß man e» bisher abgelehnt hat. irgendwelche Lohnerhöhungen zu ge» währen, schweigt sich auch darüber au», ob man hierzu setzt ge- willt ist. Durch die Schorfmachertaktik im Arbeitgeberverband ist von diesem mit Absicht der Kampf herbeigeführt und wird auch von ihnen jetzt noch in demselben Geille gegen die Arbeiterschaft geführt. Dieses beweift drastisch folgender Vorgang: Das Reichs-Arbeitsministerium nahm in voriger Woche von sich aus Veranlassung, zur Beilegung des Streiks in Tätigkeit zu treten und war gewillt, hierfür beim Reich-Arbeitsministerium«in Schiedsgericht einzusetzen. Auf Anfrage erklärten stch die Ar- beltnehmerorganisationen bereit vor einem solchen zu verhandeln. Anders der Arbeitgeberverband bzw. dessen Syndikus. Dieser gab zu solcher Verhandlung seine Zustimmung nicht, sondern verlangte, daß die chauptvorstände aller beteiligten Arbeitnehmer-> verbände zuerst beim Reichs-Arbeitsministerii'M einen direkten An- 1 trag auf Anberaumung von Verhandlungen stellen sollten, und wenn dieses geschehen, würde der Arbeitgeber- verband hierzu Stellung nehme». E» wird also von dem Syndikus verlangt, daß wir nach seinen Anweisungen uns seinem Diktat unterwerfen. Das ist und mußte aus Selbstachtung abgelehnt werden. Der Stand des Kampfes ist durchaus nicht dazu angetan, solchen Zumutungen stattgeben zu können. Die Arbeiter- schaft ersteht hieraus, mft welcher Hartnäckigkeit der Arbeitgeber- verband unsere Forderungen und jede Verständigungsmöglichkeit kalt abmesst. Dabei geht man wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß ein offenes oder stillschweigendes Einverständnis mit den übri- gen Arbeitgeberverbänden der Bekleidungsindustrie und gegenseitige Unterstützung derselben im Kampfe gegen die Arbeiterschaft besteht. Da« wird um so mehr die Arbeiterschaft veranlassen, den Kampf mit derselben Geschlossenheit wie bisher wefterzuführen, bis der Ar- beitgeberverband zu Verhandlungen und annehmbaren Zugestand- nissen bereit ist. Tie Saar-Eisenbahner forder» FrankenköhnuAg. Eine von den großen Organisationen der Eisenbahner, nämlich dem Deusschen Eisenbahnerverband, der Gewerkschaft deutscher Eisen- bahner und dem Allgemeinen Eisenbahnerverband, einberufen« außerordentlich stürmisch verlaufene Versammlung in Saarbrücken faßte gestern abend einstimmig die Entschließung, bei der Be» gierungskommisston sofort die Einführung der Franken« l ö h n u n g zu fordern. Der Zentralverband der Angestellten(Ortsgruppe Groß-Berlin) setzte am Dienstag die am 18. Februar zum zweitenmal oertagte Johresgeneralversammlung fort. Zunächst wurde§ 19 des Ortsstatuts, der schon in der vorigen Versammlung«ine längere Dis- kufston hervorgerufen hatte, erledigt, und dann das ganz« neue Orts- ftatut verabschiedet. Der Vorsitzende chugo Cohn gab darauf den Geschäftsbericht iür dos Jahr 1920. Durch die Fachgruppengliederung wurde etwas geschaffen, wie es in der Art in keiner anderen Organisation besteht. Don besonderer Bedeutung ist der Funktionärappart, dessen Ausbau besondere Fürsorge gewidmet wurde. Di« Mitgliedcrzahl im Bezirk der Ortsgruppe beträgt 73 895. Redner gab«inen Ueberblick über die Lohnbewegungen, an denen die Mitglieder beteiligt waren. Im Anschluß daran sprach er die Hoffnung aus, daß auch im begonnenen neuen Geschäftsjahr alle Kräfte, die bereit find, gewerkschaftlich« Ar- bell zu leisten, zusammenstehen. Zum Jahrestaflenbericht sprach der Kassierer Weyland: Die finanzielle Entwicklung der Ortsgruppe sei als gute zu bezeichnen. Die Gesamteinnahm« aup Mitgliederbeiträgen betrug 0 478 308 Mk Davon waren über 2 Millionen Mark an den Verbandsvorstand ab- zuliefern. Für Agitation und Lohnbewegungen mußten 2 785 840 Mark aufgebracht werden. Für die Kinder der erwerbslosen Mit- Glieder wurden zu Weihnachten durch eine besondere Sammlung 98 305 M. erzielt. Am Jahresschluß war ein Kassenbestand von 100955 M. vorhanden. Es folgten eine lebhaft« Diskussion und die Reuwobl der Orts ähnllch« Bedingungen mußt« kürzlich sogar die»akutafiark» Schweiz unterschreiben. Dort konnten Staat, Gemeinden und industrielle Unternehmungen vor dem Kriege Geld zu 3 bis höchsten» 4 Prozent bekommen, soviel sie nur wollten. Heute müssen für Schatzanweisungen des Bundes 0 Proz. geboten werden, und der Staat macht dabei die üble Erfahrung, daß er zu diesem Kurse seine Obligationen kaum an den Mann bringen kann. Das alles kommt letzten Endes davon, daß Amerika im Gold« schwimmt und von seiner Machtposttion auf dem Geld« einen um so rücksichtsloseren Gebrauch machen kann, als in den valutastarken Ländern die Exporttätigkeit unterbunden und der Aus- tausch der Güter damit auf ein Mindestmaß reduziert ist. Und nun 1 und Fritz Schmidt, als erster Kassierer Mar Weyland. Als l zweiter vorfitzender wurde I l l m e r gewählt. Schriftführer wur- i den R i e k e l und N ö r p e l._ «cht»»,.«.«.S.'RetenarBcUft! fBtem.vsrwZrt,'. Aqiwtwn YM die ffr««lt>n,v»rst»>>tzung am Donnerstag au» und findet am Frsitaz. abend»« Uhr, t» den Zelten W, statt. Der Fraktlonovorstand. Verband de, Dachbinder»ad Paplertxrarbetter. Konners'aa. nachmlttaq, 3", Uhr:«ertammluna drr Solorifttnnen tm Bureau de» Bachbinderverdande», Enqelufer I». II.— ttlara Zetkin referiert in unserer am Freitag, den 23. Febr. nachmittag« 3 Uhr, im großen Saal« de» Seweriichastshaufe», Tngeluier 13, statt- findenden Fraurnve fammlung, Zentralverband der Angestellt«» Augendgrupve. Die Mr hente, Mittwoch, anberaumte Mitgliederversammlung und dir Wanderung am 27. Februar finden nicht statt-__ Wirtschaft Das Finanzabkommen mit Holland. Zur Durchführung des deutsch-holländischen Finanzabkommens ist, wie berefts gemeldet, eine Treuhandverwaltung gebildet worden, der die Verwendung des uns gewährten Kredits zukommt. Am Dienstag fand nun die Gründungsversammlung dieser Treuhandverwaltung statt, bei der Reichsfinanzminister Wirth zunächst eine Eröffnungsrede hielt. Der Minister wies darauf hin, daß die neue Gesellschaft al» autonome Kreditoerwaftung und zu- gleich als Treuhänder der Kreditpfönder für die niederländisch« Re- gierung Träger hohen Vertrauens sowohl seitens der Reichsregie- rung wie auch seitens der niederländischen Regierung ist. Ueber die Bedeutung des Abkommens und die Aufgaben der Treuhandverwaltung sprach sodann Staatssekretär Prof. Hirsch und führte aus: Vom Standpunkt der deutschen Wirtschaft sei das endliche Zustandekommen dieses Werkes außerordentlich dankbar zu begrüßen. In durchaus ungewöhnlicher, neuer und wirksamer Form finde eine tatsächliche Erweiterung der deusschen Kapitalbast» statt. träglich würden dann für uns die Bedingungen fein! Und bei den gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisscn würde zuletzt doch nur der Arbeiterschaft die Hauptlast aufgebürdet werden. Die Ar- beitervertreter, die an den Verhandlungen in London teilnehmen, werden alle» daran setzen müssen um einer weitgehenden Lerteue» rung des Geldes entgegenzuwirken. B. Mus aller Welt. Dohnungsschieber. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Hannover wurde im Städtischen Wohnungsamt unter Mitwir kung von Berliner Kriminalbeamten eine große Reihe von Ange st eilten verhaftet, denen Schiebungen unter Annahme von Schmiergeldern bei der Vermittlung von Wohnungen zur Last gelegt werden. Die Unte, suchung geht weiter. Argenllnischer Regleruagsdompser t« Hamborg. Unte? Be» geifterlen Shmpaihiekuudgebungen erfolgte Dienstag nachmittag die Ankunft de« argentinischen Regierungsdamvter».Bahia Bianca', der argentinische Regierung�vertreter iür Deutschland, Frankreich, Holland. Griechenland, Rumänien, Italien uud England, sowie Bertreier von Kunst und Wissenschaft und erne Ladung von 7000 Tonnen Liebesgaben für Oesterreich überbrachte. Vertreter de« Hamburger Senats und der Handelskammer sowie der österreich'ich« Koniul begrüßten die Angekommenen, und die vieltausendköpfige Menschenmenge bereitete den Argentiniern«wen berzlicken Empiang. In den Ansprachen wurde von deutscher und österreichischer Seile besonders der großen Hilfsbereitschaft der argentinischen Bevölkerung gedacht und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß stch die Freundschaft zwischen den beiden Ländern zu einer recht enge» gestalten möge. vi« Volkszählung ln der Ischechoslawakei wird von deutscher Seite als Gelegenheit zu Riesenfälfchunge« höchst argwöhnisch de- trachiet. Nach einer Meldung der.Bohemia' aus Znaim Hai der des internationalen Wirtschaftslebens zu erblicken. Die deutsche Wirt- schaft knüvfe daran den Wunsch, daß dies die Basis fein möge für weitere Kretitoperationen, die den Wiederau-dail des deusschen Wirtschaftsleben ermöglichen Der vern>altimgsrat der Treuhandverwaltung für da» deutschniederländische Finanzabkommen setzt stch aus folgenden Personen zusammen: Franz v. Mendelssohn, Dr. Sorge, Heinrich Witthoeft, Geheimrat Dr. Kreuter, Kommerzienrat Herrmann, Franz Urbig, Samuel Ritscher, Dr. Karl Melchior, Karl Friedrich v. Siemens. Hugo Stinnes. Kommerzienrat Rechberg, Hans Kraemer. All« lediglich Vertreter der Hochfinanz und der Schwerindustrie! Daniber hinaus aber sei in dem Zustandekommen dieses Vertrages Öoriige Polizeirat 27 deuiickie Hochscbüler, die an� der Volks- .mit seiner besondere�Art der Krediwerwaltung eine Entpolittfierung Zählung teilnehmen wollten, zusammen zu 1l5 Tagen Gefängnis und 8500 Kronen Geldstrafe verurteilt. Sl« dre Studenten pro- testierten, bat der Polizeirat wegen frechen Benehmen«(!) über sie da» doppelte Straimaß vcrh'ngt.— Offenbar wollten fie die amt- lichen Zäbltommissare kontrollieren. Malariaepldemle in Rußland. Nach einer Drahtung deS sowjrt- fteundliwen»Daily Herald' wiid Rußland von einer er« schreckenden Malariaepidemie heimgesucht. Die Krankheit dehnt stch infolge des Mangel» an Cbinin schnell au». Der Prozenimtz der Todesfälle bat bereits S Proient überichrilten. Wählend die Krankheit zunächst auf den Südosten beschränkt bleibt, hat sie sich jeyt über ganz Rußland ausgedehnt. Auch die Tuberkulose fordert viele Opfer. vom Schneesturm in Rem TJitt Ein furchtbarer Schneesturm, der ärgste fest etwa 20 Jahren, wütete Dienstag in New Park. In kurzer Zeit lag der Schnee über einen Fuß hoch. Der Bahnverkehr nach den Vororten sst gestört. Zehn Perjonev kamen infolge des Un- metters um» Leben. Teure, Geld. Ueberfluß an Ware bedingt sinkende Preis«.— Dieser grundlegende oolkswirsschaftliche Satz wird aus dem Geldmarkt« gegenwartig vollkommen aus den Kopf gestellt. Alle Staaten. Sieger, Besiegte und Neutrale schwimmen scheinbar in Geld, das heißt, die Papierflut wächst unaufhaltsam. Wenn aber, einer von diesen Staaten Geld braucht und Anleihen machen muß. werden Ihm Be- dingungen auferlegt, die man In früheren Zeiten als wucherisch bezeichnet hätte. Und dabei wird zwischen valuta st arten und valutaschwachen Ländern kaum noch ein nennenswerter Unter- schied gemacht. Däne m a r t zum Beispiel hat dieser Tage in Ame- rita eine Anleihe von 15' Millionen Dollar aufgenommen, und zwar zu solgenden Bedingungen: 8 Proz. Zinsen, Ausgabekurs 98 Prozent, Rückzahlung zu 107)4 Prozent. Das heißt mit anderen Worten, daß Dänemark außer den 8 Prozent jähr» licher Zinsen noch 9)4 Prozent am Kapital verliert. Ganz Gegen die verlausung Amerika,. In New York herrscht große Erregung, weil die Inspektoren der Einwandererbehörden zwölf bereits eingewandert« Polen entdeckt haben, die schwer verlaust waren. Die Polen wurden in Philadelphia angehalten und Ins Lazarett überführt. Man befürchtet, daß zahlreiche verlauste Russen und Polen eingewandert sind und fordert strengste Maßnohmen gegen die„Derlaufung Amerikas'. Veranil», für den redalt. Teil' Dr. Werner Beiler, TbarloUendura: tür ttn�eigent D», Glacke. Berlin. Verlag: vorirärlS-Berlag00 Zmlimeier, Achten. Buchsen. Mnmnier. Neukölln, Berg-, lttahe l3i. Bassageladen.>I07K- «chnhhnnd«, Siubenbünd chen. junge Forterrier. Pint- scher. Schäferhunde verlausl SchaMand. BalisadenNrafie 25.___ 84114* Nenparzelliera», Ostdahn. Siedlungsland mtt gutem «darienboden. E. Maennicke, 61.. Christianiafiraht.14. I. Tel.: Moabit 858S. ISIS» Röbel: Schlafzimmer, Speisezimmer. Herrenzimmer, Wahnzimmer, Rüchen, Einzel» möbel. solide Berarbeltung, billig« Preise. Ernsten Räu. fern gewahre Zahlungoerieich. terung bei geringer Zinsver. aütuag. Möbelhgu» Antel, «roste Frankfurterstraste 84, am Strausbergerplatz, lützfl Möbel.«elegenhettstäafe. Unier graste« Lager kompletter Serren-, Speise-, Schlafzimmer. sowie Einzelmöbel soll letzt weit unter Prei». auch gegen Teilzahlung, verkauft werden. Lombardfpeicher A. San» 4 edanrr. Berlin E 2, Nene str.5,Ei»glMgBoItaire. Nervöse! 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Lllbeckerstraße 11. Charlottenburg, Sesenheimer- straste 1. Eharlottendueg, Raiserdam« 101. Schönederg, Belzigerstratza 21. tU*