Kr.»5 ♦ 5S.?ahegat»g Ausgabe A Nr. 49 BezvftSvretS: "BterWiä�cLaO�- 9K.. ntmiatL Ml—»L frei Ins S voraus zcchldar. Poft- »czug! M-natli» 10,— M. emschUgu- tlzllunzsgrbühr. Unter«reuzdond für Deutschland und Oesterreich 16,50 M. fstr das lldrige Aualaltd bei tstglich »ininal. Zustellung 21,50 M. Postde. stellungen nehmen au Oesterreich, Ungarn Ttchecho-Elowalei. Däne. enarl. Holland, Luxemburg, Schweden And die Schweiz.— Eingetragen in die Post-Zeilnngs-Preioiist«. sther»Borwärts" mir der Sonntags- kiAtgt»Boll und Zcif und der Unte» staltungsbeilage„Heimweit� erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Tel egramm» Adresse: eAazialdcsnotcn« vsrlin». Morgen-Ausgade Verlurev Volksblcttt ( so Pfennig) Anzrt«,euV»«, sede, »reitet» Wort 1.— M Stellengesuche Und Sd. lasse Leu««zeigen dos erste Vor: M. jede» metters«orr käl Psg. Nor:? über 15 BiuSstahe« fi&Ini sstr ztt.ft Tortu ffamtlien-Zln. zeigen sstr Ddonnentea Zeel»»— M. Di» Dreis» verstehen stch einschltetztich Toterungszuschlag, »nlzetgen sstr die nächste Vommer »tstsseu bis d Ahr nachmittags tot hxutptgeschäft. Berim SW äst, sttnde». stoaKe ll, adgegeben«erden cheossu« von S Uhr frkb bis 5 Uhr«dmd», Zentralorgan der rozialdemokrati fchen parte! Deutfchlands 3 r Sonnabend, den»« F-brn-r lUlil vsrwSrts»verlag G.m.b.k.. SW t$,£ indenfit.? fternivrecher,«mt Msristpin«. Vir. 11753-54 Emmuna uöer dk HeaenvorsÄ��äae. var eine« neuen putsch? * v y v Bon gut unterrichteter Seite erholten wir die fi Berlin, 25. Februar.(DTD.) Die unter Vorsitz des Reichsministers Dr. Simons abgehaltene Schluß- beratuua der SachverstZudigen au» allen Gebieten des berufsfländigen Lebens kam zu dem e i a h e l l i« gen Ergebnis, das; die Anuahme der pariser Forde- rungen aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen unmöglich sei, und daß jeder Versuch, eine Lösung aus Grundlage der pariser Dcschlüsic zu finden, zu einem Zu- sawmenbruch der Weltwirtschaft führen müsse. Eine van den Sachverständigen gutgehelgene Denkschrift weist diese Unmöglichkeit im einzelnen nach. Die Sachverständigen erklärten sich mit dem Standpunkt der Reichsregierung. In den zu machenden festen Gegenvorschlägen bis au die Grenze der deutschen Lek st ungssähigkett zugehen, ein st lmmigein- verstau vea. Sin der Sitzung nahmen neben den Vertretern des Slnswörtigen Slmkes. des Reichsministeriums des Innern, des Rcichsfinonzmin!- steriums. des Reichswirtschaftsministeriums. des Reichsschotz- Ministeriums, de» ReichsarbeilsmiMsterinms. de» Rcichsministerlnm» für Ernährung und cnndwirijchaft. des Reichsministeriums für Wiederausbau, de» Slolistischen Reichsami» und den die Delegaiioa nach London begleitenden Sondervertretern Kreutzens und Bayerns Sehetmral Fellinger und Staatsrat o. Meinet, die fotgeuden Herren teil: Geh. Sommerzlenrat St r n y o l d. Stellvertretender Vorsitzender des Gesmnloerbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands valtrufch, profesior Dr. voun, Exzellenz Edler f. Braun, Geh. justizrat Dietrich. Geh. Regiernngsrot Dulsberg. Gcwerkschaslssekrelär Erkelenz, vräiident de, deutschen Industrie- and Handelstage» Dr. Frenz et. Mnlerober- meister Hansen, Exzellenz haveastein, Dr. Georg heim. Geh. Bergrat h I l g e r, Leiter wirtschaftlicher verbände S ei nath, Geh. Zustizrat tiempaer. Sommerziearat Slöckner, General» direklor K o u g e l e r. Direktor Krämer. Gewerkschäftssekretär Läsfler, Vtreklor L ü b s e a. Dr. Karl Melchior. Staats» fekrelär o. v. Dr. St u gast Müller. Dr. Waller Rothenou. Gewerkschäftssekretär Stlberschmidt, DireNor o. S t a n tz. Hag». L t l n a e s. Direktor ll r b i g, Generaldirektor V S g l e r. Verbandsvorflhender wieder. Seh. Vberregierungsrat Wied» f e l d l und Reichsminister a. V. W i s s e t t. Berlin. 25. Februar.(WTB.) Das Reichskabinett hat heut« nachmittag unter Teilnahme des Reichspräsj- d e n t e n über die deutschen Gegenvorschläge für chie Londoner Konserenz Beschlutz gefatzt. Zurechtgewiesener Größenwahn. Die Telegrapbenunion wird um die Verbreitung folgender Erklärung ersucht:. Wir stehen vor der Londoner Konferenz. Die politische Sach- lag« ist in vielen Dingen ähnlich wie im Sommer ISIS in V«rsaill«»: daher ist e» von entscheidender Bedeutung, daß die öffentliche Meinung sich«in richtiges Bild von den Verhältnisien bildet und bewahrt, und daß sie sich von Einwirkungen, die dieses Bild trüben, frei hält. Georg Bernhard hat in zwei Artikeln in der„Dcssischen Zeitung"(.Das Pariser Abkommen" vom 1Z. d. M. und.Politiker" vom 18. d. M.) den Grasen Brock» dorff-Rantzdu und die deutsche Friedensdelegatton angegriffen: sie hätten fast jeden wirksamen Versuch unterlassen, der dazu führen konnte, eine wesentliche Aende- rung des Diktates zu erreichen. Das ist unzutreffend: die Delegation, d. h. ihr Führer, die Delegierten und die Eachverständizen. haben olle ihnen zugehenden Anregungen geprüft und, wenn möglich, praktisch aufgegriffen, auch die aus dem Bernhardschen Kreise stammenden: leider zeigte hier schon der erste praktische versuch (S a a r n o t«), daß hinter diesen Anregungen keine verantwortliche oder sonst einflußreiche französische Stelle stand. Wir, vormals Sachverständig« der Frtedensdelegation. und jetzt hier zu den Vorbereitungen für London versammelt, holten, so frei wir uns von jeder einseitigen außenpolitischen Orientierung fühlen, diese Feststellung für geboten, um die Oefsentlichkeit schon im voran» zur Lorsicht zu mahnen, fall» während der Londoner Kon« ferenz wieder solche luftigen Anregungen gegeben werden sollten. Gleichzeitig treten wir im Interesse der geschichsttchen Wahrheit den unberechtigten Slngrisseu gegen die deutsche Delegation und ihren Führer entgegen, dessen Politik von dem einmütigen Ver» trauen der Sachverständigen dieser Delegation getragen war. Euno, hilger, Lübsen, Dr. Melchior, 9. Stau ß. Urbig. Wiedseldt. Es handelte sich bei den erwähnten Auslastungen der »Los schen Zeitung" um eine Wiederholung der seit dem Sommer 1919 im Zentralorgan der Kontinentalpositiker mit ebensolcher Naivität wie Dreistigkeit entwickelten These, wo- nach die deutsche Friedensdelegation, vor allem ihr Führer Brockdorff-Rantzau. die Schuld an der Schärfe der Friedens- bedingungen trügen, well sie die besonderen.Verbindungen" des Sonderberichterstatters der.Bofz" in Versailles mit fran- zösifchen Kreisen leichtherzig verschmäht hätten! tigen Sonderberichterstatter den richtigen Mann erkannt hatten, der Verwirrung in die deutsch« Delegation und in die deutsche öffentsickze Meinung tragen könnte. Seitdem geht die ,.Vog" mit der Legende hausieren, daß dank ihren Redakteuren ein besserer Friede hätte erreicht werden können, wenn nicht dir oerblendeten, nur auf angcl- nicht. Da aber dasselbe Querulonteichäuflein anläßlich der Londoner Konserenz mit neuen Legenden operieren ver- sucht und die alte Legende in zwei Artikeln wieder aus' In Wirklichkeit handelte es sich, wie die Erklärung vorhebt, vm ganz einflußlose Franzosen, die in diesem gef .......................... guf. daß von autoritativer Seite diesem unverantwortlichen Schwinde! energisch entgegengetreten wird. 14 Tage Reparationsverhandluugen. Varls. 25. Februar.(SS IS.) Noch einer.I«mps"-Meldimg aus London soll Lloyd George einigen Delegierten erklärt haben, die Derhondlungen über die Reparationen würden jeden- falls 11 Tage dauern, well er wolle, daß sie diesmal zu Ende geführt werden. Jouhaux gegen Getvalkanwendung. Paris, 25. Februar.(WTB.) Jouhaux beschäftigt sich heute im.P« u p l«" mit den Kriegshetzer», die die These aus» stMen, wenn man Frankreich nicht die Reparationen in her Form geh«, wie es dies« mintschc, müsse man G« w a l t anwenden. Durch dies« Politik entzieh« man aber wiederum dem Lande hundert« tausende, die man in Kasernen festhatte. DieLrbeiterwollten Frieden. Der Skllgemeine Arbeiierverdapd werde sich gegen die sinnlosen Unternehmungen wenden. Sein Bcstxeben sei, die verwüsteten Gebiete wiederherzustellen. Da? laste sich ober nicht durch brutale Gewalt verwirküchen, denn die stanouen könnten nur zerstären. Bor einigen Tagen hätten die Bauarbeiter Frankreichs und Deutschland» in Gens ein Slb» kommen getroffen, in dem deutsche Gewerkschaftler erklärten, die deutsche Regierung werde ihnen Mittel zur Perfügvng stellen, wenn sie sich am Wiederaufbau Nordsronk- reich» beteiligten. Das fei noch Jouhaux' Ansicht die einztge Möglichkeit, die kein« Gefahr beraufbefchwören könne. Im Interesie Frankreichs selbst sowie im Jntereste de» Friedens erheb« er sich gegen die brutale Gewalt, damit die Welt wieder auf- gerichtet werden könne. Tie Belgier für die..Sanktionen". Brüssel, 25. Februar.(Dena.) Unter Vorsitz König Albert» fand in Brüstet ein Ministerrat statt, in dem der Außenminister I o s p a r ausführlich die von Belgien auf der Londoner Konferenz zu beobachtende Haltung gegenüber der Durchführung der Pariser Dcfchlüste darlegt«. Das Kabinett beschloß, die Anwcn- dung der Pariser Beschlüsse zu fordern und allen Maßnahmen beizutreten, die erforderlich sein würden, um sie zur Auesährung zu bringen. Wir müsten noch einmal die Tatsache festholten, daß im bel> gischen Ministerium vier Männer, und zwar Vandervelde, Destr�e, Mauters und 2 n f e« l e, als Vertrauensmänner einer sozialistischen Partei fitzen, und daß diese Männer noch- «inander, um nur einiges anzuführen, den V e r s o i l l« r Ver- trag, die sogenannte Volksbifragung von Eupen und Mal- m e d y, die Besetzung Frankfurt a. M.. das Kvhlendiktot von Dpa. die Pariser WIederxutmachungbcschlüste und nun offenbar auch die angedrohten militärischen Sanktionen(u. a. Besetzung des Ruhrgebict») gebilligt haben! Und dann wundert man sich, wenn die Zweit« International« in Mißkredit gerät! Die Sövres-Nevißon auf üem Morsche. pari», 25. Februar.(WTB.) Der Sonderberichterstatter der havasagrntnr meldet aas London von heute nachmittag: Die türkische Delegation hat den Vorschlag der Alliierten, eine En» qaelekommission in der Lage von Thrazien und S m y e u a einzusetzen, angenommen. Sie hat erklärt, daß sie die Entscheidung der Alliierten, wie st« auch aussallea möge, an- nehmen wird. Da Präsident da Sonsaenz hat die türkischen Delegierten gefragt, ob sie auch dt« Vertragsklauseln aon S e v r e» annehmen. Die Veiegiertea von Angara und Soustauii-I aopel haben versprochen, Ihr« Aulwort dem Obersten Bäk heute abend 5 Uhr mitzuteilen. Wo» die g r i e ch i s ch e u Delegierlea be- trifft, so haben sie keine endgültige Antwort geben können. Ver griechische Ministerpräsident hat dem Obersten Rat erklärt, daß er vorher seine Sollegen in Athen, die drei anderen politischen Parteien angehören, befrage a m ü s s«. Er nzcrde den SNliierlea seine Antwort sobald wie 1 möglich mitteilen. Die griechischen Delegierten haben erNSrt, es lel ihnen sehr unangenehm, daß sie gezwungen würden, eine sieg- reiche Ofsensive einzustellen. Man glaubt aber schon setzt, daß auch die Griechen die Euquetekommission annehme« werde«. Bon gut unterrichteter Seite erholten wir die folgende Zuschrist: Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", zugleich das offiziöse Blatt der R e i ch s r e g i e r u n g und des Herrn Hugo Stinnss, hat in einem Aussehen erregenden Artikel vor nationalistischen Ausschreitungen gewarnt und damit die G e» fahr eines neuen Kapp- Put fchcs gewissermaßen an die Wand gemalt. Als Verfasser dieser Notiz oder doch als ihr Inspirator kann nur S t i n n e s s e l b st in Frage kommen. Man überlege nun. Eine derartige Notiz ist zweifellos geeignet, die deutsche Oeffentlichkeit zu beunruhigen. den Kaufmann und Großhändler ängstlich zu machen und so- mit eine wirtschaftlich nicht gerade günstige Wirkung auszuüben. Wenn nun ein Mann wie Hugo Stinnes, der in aller« erster Linie w i r t s ch a s t l i cd interessiert ist. der als der größte Werkbesitzer und Händler Deutschlands heute an dem Wohlergehen jeder einzelnen Industrie.ein gleich starkes Interesse hat, eine derartige Notiz in seinem Blatt in die Welt setzt, so muß er einen s e h r t r i s t i gc n G r u n d dafür hoben. Es müssen immerhin ernste Ursachen- vorliegen, wenn dieser Mann, dem ein weitverzweigter Nachrichtendienst zur Ver- sügung steht, es für richtig hält, in aller Öeffmtlichkcit Heißsporne auf der rechten Seite vor Püischabsichten zu warnen. Wie liegen die Dinge? Am Abend des gleichen Tages. an dem der Stinnes-Artikel erschienen njar und an dem Minister Simons vor dem Reichswirtschastsrat diese Aus- siihnmgen noch unterstrichen hatte, erschien in der„Deutschen Tageszeitung"«ntcr der Ueberschrifi:„Preußisches Volk. Du sollst betragen werden'." ein ungemcin ausreizend und scharf gehaltener Artikel des Freiherrn v. Wangen- h e l w, des gleichen Mannes, der u n t e r Kapp zwei Tage als preußischer Landwirtschoftsminister regieren durfte. Dieser Artiksl Wongenheims zeigt sehr deutlich, datz, was mir auch aus anderen Zeitungsartikeln irnd sonstigen Anzeichen klar entnehmen können,' ein sehr größer Teil der- Deutschnationalen, insdesouderc natürlich der dcUtschvölkische Flügel' mit den Kappksten der„Deutschen Zeitung", der..Pom- merschen Tagesvost", de?„Dstprcußischen Zeitung", der „Greifswaldcr Zeitung" u. a. in. sich nach diesen Wahlen aus keinen Fall damit abfinden lassen will. außerhalb der preußischen Regierung zu bleiben. Diese Leute haben zweieinhalb Iabrc zäbne- knirschend und. die Faust in der Tasche geballt, draußen ge- standen und gesehen, wie die neue preußische Regierung, be- gann. den asten feudak-aristokratischen Verwaltungsapparat zu demokratisieren und republikanisch zu gestallen. Hinter ihnen steht zweifellos ein sehr erheblicher Teil der alten böhereu Beamtenschaft, die ollmählich fürchtet, durch die neu hinzukömmenden demokratischen Elemente aus ihrer überragenden Stellung hinausgedrängt zu werden, in der sie bisher noch nnt nicht geringem Erwlg durch ein geschicktes Zusammenwirken einen Test der Arbeit der neuen Minister sabotieren konnten. Nachdem sich nun zeigt, daß der deutsch-, nationale Wahlerfolg zu klein ist, um auf Grund ihrer Mandatszstfern das erreichen zu können, was einem großen Teil der Deutschnationalen als Ziel des Wahlkampfes vor- schwebte, nämlich der Eintritt in die preußische Regierung. wollen die dem rechten Flügel der Partei angehörigen Ele- mente nunmehr dos erzwingen, was ihnen die Wahlen verweigert haben. Mit dieser Stimmung muß man rechnen und muß weiter sich mit dem Gedanken vertraut machen, daß einer Putsch- absicht jener Leute nicht nur ein sehr großer Teil der der Orgesch angeschlossenen Organisationen unbedingt zur Berfügung steht, daß aus dem alten Offi- zierkorps erbebliche Reserven im Ernstfalle Kinzustoßen werden, und daß in Bayern allen Ableugnungen zum Trotz Fäden angesponnen worden sind, die nach den gegen- revolutionären Elementen Preußens herüberreichen. Herr Escherich selbst rät beute von einem Putsch ab, in der richtigen Erkenntnis, daß ein derartiger Wahnsinn unser Todesurteil in London bedeuten würde. Aber er hat, wie schon oft betont worden ist, einen erheblichen Test der preußischen Orgesch-Organisationen n i ch t i n d e r H a n d. und ferner schert sich der deutschoölkische Heerbann, wie her Kapp-Putsch gezeigt hat. den Teufel um außenpolitische Ge- sichtspunkte. well ibm sein brutaler Willezur poli» tischen Macht in Preußen einzig und allein Leitstern für seine Handlungen ist. Ob das Reich auseinander- berstet, ob Nord und Süd auseinanderfallen, schert diese Herren. nicht, m e n n n um d er preußische Junker Landrat und Ministerwleibt und in Ostelbien wieder nach dem alten Rezept der preußischen Knute über den Arbeiter regiert werden kann. Die Situation ist mithin ernst, kann es noch für Wochen bleiben und erfordert die angespannteste Ausmerksamksit der gesamten Arbeiterschaft. 9 Im„Lokal-Anzeiger" wird plötzlich die Warnung des Minister« Simon, vor Unbesonnenheiten alsgegen stand«- f o c bezeichnet. Ts habe ihr nichts positives zugrunde geleaen. Wir können uns nicht vorstellen, daß ohne jede tat- sSchuche Veranlassung ein R e t ch s m i nister bei nicht- offizieller Gelegenheit derartige Warnungen herausgibt. denen sich dann noch Herr Escherich anschließt, nachdem schon vorher die S t l n n e s- P r e s s e mit dem Warnungs- geschrei begonnen hat. Sollten alle drei nur nächtliche» Llb- drücken gehabt haben?! Aber wir können vielleicht einen kleinen Fingerzeia geben. «o positive Anlässe der Warnung zu suchen sind. Vor kurzem hat in der Diele des Weinrestaurant« Traube ein Bankett von etwa S0 Industriellen stattgefun- den. dem Ludendorff präsidiert hat. Es find dort sehr«ingehend die Chancen der Reaktion und Gegenrevolution erörtert worden. Unter den Jndu- striellen befand sich auch eine Stinnes sehr nahe- lt eh ende Person. Ist es nicht möglich, daß ihre Ein- drücke von der Unterredung sie veranlaßt haben, Herrn Stinne» zu alarmieren, der seinerseits wiederum die War- nung der„D.A.Z." herausgehen ließ? Es ist übrigens sehr beachtenswert, daß im Gegensatz gim„Lokal-Anzeiger" die politisch etwa auf dem gleichen oben stehende.Lä gliche Rundschau" die Warnung Simons durchaus nicht für gegenstandslos erklärt, son- der» den Wunsch ausspricht, daß die Mahnungen von den Ärelsen, die Putschgelüste haben, beherzigt werde. Das reaktionär« Blatt bezweifelt allein, daß„ernsthaste" politische und nationale Kreise an der Sache beteiligt seien, hält aber im übrigen die Warnung Simons für berechtigt. Also: Arbeiterschaft, sei bereit! Neue Sapern-debatte. Der Zielte sten rat de« Reichstages besprach am Freitag »ingehend die Frag» der Verlängerung de« SniwaffnungSgesrve«. T»« Mehrheit der Parteien war bereit, die ZIngelegenbeit debattelo« schnellsten» zu erledigen, aber die Link« widersprach mit dem Hinweis auf Bayer«. ES wird daher am Sonnabend«ine gröbere politische Aussprach» einsetzen Di« Erat« für 1920 und für 1021 werden nach Meinung de« Aeltestenrat« vor den Oster- terien, die am 19. März beginnen, erledigt werden. Die Erörterung über eine Beschränkung der Redeslu» und Redezeit führte noch nicht zu einem Ergebnis._ dle llaaötagswahl fn potsüam II. Amtliches endgültiges Resultat. Eingeschriebene Wähler: 10öSS84. Abgegebene Stimmen: 7V9V16. 5.P.V........... 163971 Stimme»— 4 Mandate U SPD....... Deuischnational«..... Deutsch« Bollspartei... Airtschaltliche Bereinigung. Zentrum........ Ber. R edersächs. LandeSpartet Ungültig....... Di« S.B.D. hat in diesem«ahltrei»£380 Stimme» mehr alt dt» U.?.?. und die S.P.V. zusammen. Im französischen Hohlspiegel. Di« rein kommunistisch geworden« Pariser.AvmerAW leistet sich auf dem Gebiete der Besprechung deutscher Ereignisse geradezu Hanebüchene». Sn ihrer Nummer vom 23. Februar bespricht Nappopart da» Ergebni» der preußischen Landtagewahleu und erblickt deren Hauptmerkmal in dem Erfolg— der Kam» m u n i st« n l Wenn die äußerste Recht« nicht die Oberherrschaft in Preußen wieder gewonnen habe, so sei die» in erster Linie der energischen Aktion der Kommunisten zu»«rdonken. Um den •ÜUesennrfolg" der VK.P.D. zu dokumentieren, führt Rappoport an, daß die Kommunisten im alt«» Landtag keinen Sitz de- saßen anb daß sie jetzt 20 Sitze und S20 000 Stimmen erobert haben.... Li« Sozialdemokraten werden mit dem Urteil abgetane .Die Mehrdeitssoztalisten werden weiter den Kopttalt»mus retten. Sie haben sich zynisch auf die Seite der kapitalistischen Reaktion gestellt." Nicht viel intelligenter übrigens urteilt das Blatt L o n g u e t s. .Populajre", das nach wie vor im Fahrwasser de» untergehenden unabhängigen Schisses segelt. E» bedauert die.vorübergehend« Schwächung der unabhängigen Partei, der einzig wahren Dertretertn de» reoolutionären Marxismus, zugunsten des Reform iemu» und de» Kommunismus". Um den.revolutionären Marxismus" scheint es demnach in Deutschland schlecht bestellt zu sein. Es ist Höchte Zeit, daß sich die deutsche Arbeiterschasi etwa» revolutionären Elan und etwa» marxistische Weltanschauung von den Franzose».vorübergehend" aueborgt. Einigungsreöen in Wien. Ulleu. 25. Februar.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Heute hat als erster Redner Dlßmav« gesprochen, der erklärte, der Schwerpunkt der heutigen Aufgabe lieg« darin, den internatio- nalen Zusammenschluß der sozialen revolutionären Parteien zu er- möglichen und die sozialistische Internationale zur Hachsen Aktivität zu bringen. Dann wollen wir allen sozialistischen Parteien sagen: H t« r i st d i e P l a t t f o r m. auf der wir un» einigen können. Wir wollen n i ch st die Forderung aufstellen, daß sie auf Grund von Handlung«» in der Vergangenheit vor un, im Büßergewand« erscheinen. Ausschlaggebend muß sein, der fest« Will« zur Tot und das Wirken auf der Grundlage, auf der wir ruhen.— Dann hat Adler namens der Kommission berichtet und zum Schluß davon Mitteilung gewacht, daß Leoi und Zettiv ausgetreten sind, und schließlich«in« Resolution beantragt, die da« internationale Proletariat zur Einigkeit auf- fordert, olle Arbeiter zu einigen zur sozialistischen Be- wegung in der Internationale, die entschlossen ist, aus der Grund- lag« der von ihr gefaßten Beschlüsse mit allem Rachdruck für die Verwirklichung dieser Einigung zu wirken, und die Sozialisten aller Länder auffordert, sich in tatkräftiger Weise um die Herstellung einer revolutionären proletarischen Einheitsfront gegen Kapitali». mu« und Imperialismus sowohl im eigenen Lande ol, auch in der internationalen Klassenorganisation zu bemühen.— Nach dem Kon- greß gingen die Delegierten ins Rathaus, wo im Arkadenhof eine Versammlung der Wehrmänner stattfand. Bier» tausend dienstfreie Wehrmänner waren mit roten Fahnen und Musik erschienen. Zu Ihnen sprach Dr. Deuisch. von den ausländsschen Delegierten lopalowitsch, Faure und Shinwell. « Auch w i r verlangen nicht Rechenschaft für vergangen« Fehler der andere» und fordern durchaus nicht von denjenigen, die jahrelang den Bolschewiki nachgelaufeo sind, und sich jetzt noch nicht— wie es dt« Crispiensche Red« in Wie» am Mittwoch wiederum zeigte— von den au« dem Wörterbuch Lenin» entnommenen Diktatur-Redensarten trenneu können, daß sie jetzt vor un« im„Büßergewand" erscheinen. Da» Dißmannsche „Wohlwollen" nimmt sich besonders komisch au« nach dem am 20. Februar gefällten Urteil de« deutschen Proletariat». Laß gerade dt« Wiener Plattfarm diejenige fem sollte, auf der sich die Eini- gung am leichtesten vollziehe-' könnt«, werden wohl die Teilnehmer der Wiener Konferenz— selbst nicht glauben. Wir«ollen keines- weg« Eiegerübermut an den Tag legen, wie die ll.S.P. nach den Luniwahlen und dadurch die Möglichkeiten einer Wiederherstellung der sozialistischen international« erschweren. Aber«» muß doch darauf hingewiesen werden, daß die R o II« d e r S r o ß m ü t i g« n heute weniger denn je den deutschen Unabhängigen geziemst Wo ist Korruption? Die Kommunisten haben von den Alldeutschen da» Geschrei über die.korrumpierte" Sozialdemokratie aufgenommen Auf Leweis« verzichten sie. Um so interessanter ist«», daß eine ihrer wichtigsten Gruppen, die Kommunistische Partei Oberschlesien» (K.PO.) sich selbst bescheinigst korrumpiert zu sein. Nach Bericht der.Arbetterpost". des Organs der Kommunistischen Parier Oberschlesiens(K.PO.), wurde auf dem jüngst abzehoktene» Parteitag der K.PO, folgender Beschlutz angenommen: Der Parteitag stellt angesichts der jüngsten Versuche der Korrumpierten, die Arbeiter gegen die Mitglieder des Zentralkomitees aufzuhetzen, erneut fest, daß er voll und ganz ein- verstanden ist mit dem energischen Vorgehen de» Zentralkomitee» gegen die sich lo die Leihen der S.PO. elnichleichevde Korruption. Der Parteitag beauftragt das neugewählte Zentralkomitee tn der Angelegenheit Rau in demselben Sinn« vorzugehen wie bisher. Daß die Korruption in der K.PO, ein« außerordentlich große sein muß, ergibt auch der übrige Inhalt de» Blatte«, der lange Kampfartitel gegen die korrumpierten Kommunisten enthält, die offenbar eine sehr starke Gruppe in der K.PO. bilden, wird ihnen doch sogar in verschleierter Form«in Dersammlungesieg über ihr« Gegner bescheinigst * .Di« Führer der Sozialdemokratie sind bekanntlich samt und sonders Verräter, während die wahren Idealisten nur bei den Links- radikalen zu finden sind." So lehren uns die Unabhängigen. Eine schöne Illustration hierzu ist— nach unzähligen anderen— der Fall E f f e r o t h- Dresden. Herr E f f e r o t h ist Redakteur de» u u, !abhängigen Organs in Dresden. Eines Tages stellte unser Dresdener Parteiblatst die.Dresdener Volkszeitung", fcfst daß Herr Efferoch«ine außerordentlich interessante Der» gaogenhelt aufzuweisen hast Dieser Dcrkämpser des Rrradi- kallsmu» gegen die.Sczialoerräter" der S.P.D. hott«, wie er selbst nicht bestreitest in der Revolutionszeit bei der.ÖigazumGchutze derdeutscheuKultur" unterzukommen gefuchst dann wurde er Leiter der Dölterbundsliga für Sachsen, dann hatte er den Exfürsten von Albanien besucht und mit ihm verhandelst wie sein verlorener Fürstenthron durch ein« von E. g e- leitet« Presseaktton zu rette« wäre. Schließlich ist er zwei- mal in der Revolutionszeit der S.PO, beigetreten und wieder aus- ! getreten, das einmal au» geschäftlichen Gründen!— Der Bezirksvorstand der Dresdener U-S-P. hatte daraus angekündigst daß E. bis zur Klarstellung seiner Angelegenheit beurlaubt sei; aber noch kurzer Zeit tauchte E. wieder als.gerechtfertigt" auf seinem Re» dakteursitz auf. Nunmehr stellt unser Dresdener Organ weiter fesst daß E. sich am 27. Mär, 1919 bei den alldeutschen.Leipziger Neuesten Nachrichten" um«inen Redakturposten beworben hast In dem wörtlich von unserem Dresdener Blatt abgedruckten Bewerbungsschreiben entschuldigt der gcsinnungstüchtige E- zunächst seine Haltung während de» Krieges, wo er die demokratische.Leipziger Zeltung" redigiert hast Er beruft sich daraus, daß dies« Haltung.die einzig geschäfklich mögliche" gewesen sei. E. kennt eben den Punkt, in dem er bei bürgerlichen Verlegern Derständnl» zu erwarten hast Deshalb schreibt er weiter: Ich möchte aber zu erwägen geben, ob e» nicht gerade in der gegenwärtigen und kommenden Zeit geschäftlich nützlich ist. zu den demokratischen und sozialen Forderungen der Zeit, Ii« nun einmal nicht mehr wegzuradieren sein«erde«, in enger« Fühlung zu treten, al« da» bisher in Ihrer Zeitung der Fall war. In dieser Richtung wenigstens, dl« dem Gefawlcharakl« da Zctluog keineswegs Abbruch zu tun brauchte, würde Ich meine Letätlgungsmöglichteu in Ihrer Redaktion sehen. Da ich alle noboendigen sachlichen und persönlichen Vorbedingungen, die nach dieser Richtung hin gravitieren, besitz«, die Leipzig» demo» kratlsch« Partei und den Burgaausschuß in ihren thr- ansängen da Entstehung mitwirkend verfolgt habe, usw. usw., so läge der Dortell für Ihr Unternehmen, da mein« redaktionellen Tätigkeit entspränge, auf da Oberfläch«. Uns« Dresden« Vlav stellt abschließend fest: Herr Efferoth. da marxistisch« Tempelhiit« da unabhängigen.valkszeitung". der Eifer« für sozialistisch« Grundsatztreue, war im März 1919 fn gleich« Zell Deik« da VöNerbundllga für Lachsen.- Inhaber eine».lukrativen Redakltoasbureau»". konlraklNch« ZNUarbell« da sreiflvolgeu.telp-ig« Zeitung". Bewerber bei de» rechlsgerlchkeken»Leipzig« Neuesten Nachrichten". eingeschriebenes Mkglied da VemokraNschea Parkest eingeschriebene, Mlkglled da S.p.V. So steht«in Idealist d« U.S.P. im Gegensatz zu de» korrupten Führern da S.PO aus! ,?U* sie fort waren/ Im Nedenzimm« hustet jemand mit langen Unterbrechungen. Hohl und trocken, wie«in Schw«trank«. Nach Schluß d« Dienst. stunden habe ich noch auf dem Bureau zu tun. Di«'Arbeitsgenossen find fortgegangen, auch in. den anderen Räumen de» großen Hauses ist«» ruhig. Um so beängstigender zerreißt dies« bellende Husten dl« Stille und zerrt an den gespannten Nerven. Schließlich halt« ich e» nicht mehr au«, springe auf und geh« d« Ursach« de« Ge« räujchs nach. Finde«in altes Mütterchen, ei««ingeschnurrte» welkes Geschöpf. Al» Aufwartefrau beseittgt st« den angesammelten Tagesschmutz. Sie achtet meine» Erscheinen« kaum, sondern beschäftigt sich mit Besen, Wischlappen und Wassereim«, immer mied« gestört von dem erschütternden Krampf in ihr« flachen schmalen Brust. Keuchend geht der Atem. Al» Ich„guten Abend" wünschte und sag«, sie schien« stark«- kättet zu sein, hebt st« den dürren Kopf' mit den dicht und saub« angelegten weißen Haarsträhnen. Zwei erloschene, sterbensmatte Augen, deren ursprüngliche Färbung nicht mehr zu erkennen ist, wenden sich langsam zu mir. gast unwillig, rauh und heiser, kommt e» au» dem«ingefallenen, in Fältchen gelegten Mund«:.Och bin nicht erkältet, seit einem Jahr« huste ich so". .Ab«, lieb« Frau, unternehmen Sie denn nichts, um die Qual loszuwerden? Waren Sie nicht beim Arzt?" „Wa» soll ich tun?" Da» fahle Leidensgesicht zuckt, um den einen Mundwinkel gleitet ein Zug, der ein Lächeln andeuten soll, jedoch«inen Abgrund voll höhnischer Bitterkeit in die Wange gräbst .Oer Doktor hat angeraten, ich soll« mich zur Ruh« setzen." „Sie sind doch nicht mehr jung. Haben Sie keinen Menschen. d« für Sie sorgt, keinen Wann, keine Kind«?' „Neunundsechzig wird« ich. Mein Manu ist lang« tost Zwei Jungen hatte ich. brav« Jungen. Sie arbeiteten tüchtig. Ich Welt da» Hau» in Ordnung. Dir lebten zutrieben. Lk» sie fort waren, mußt« ich bald die Möbel vertaufen. Nur da» Notwendigste für«ine Kamm« behielt ich. Weit langte ich nicht in dies« Ten»- wmg Blieb nicht» and««» übrig, als Verdienst zu suchen." JB. l 9 sie fort waren?" wiederhole ich..Wo bsieben denn Ihr« Söhne?". .Sie sind beide im Krieg gesolleD" Di« Alte beugt sich plötzlich Nied«, plantscht mit dem Tuch im Wasser. Ihr arm- seliger Rücken erzittert in einem neuen Anfall. Da ich nichts mehr zu sprechen weih, zieh« ich mich zurück. Auf dem Schreibtisch liegt«ine Zeitung. Auf der ersten Seit« dehnt sich «in mächtiger Artikel, in dem es von Schwertermut und Rachedurst rasselst Geschrieben ist er von einem großen Tier mit Generalstitel oder dergleichen. Sein« Worte hallen:.... und sind mir einmal unterlegen, getroffen vom Dolchstoß K den Rücken, die Feinde soll« nicht übermütig werden. Sonst könnte«« geschehen, daß wir die Schmach abwüschen, gewaltiger den» 1813, mtt ein« Erhebung, in der Männer und Frauen, jeder Greis und jede« Kind mit Zähnen und Nägeln kämpfen würden bis auf den letzten Hauch!"— Ist niemand vorhanden, der diesem Tropf in den Bart speit? Mtt meiner Arbett ist es für heute vorbei. H. G. Eine zeitgemäße Erinnerung. Di« gewaltigen Milliardenforderungen uns«« früheren Feinde, die sie sich auf d« London« Kon- sennz bewilligen lassen wollen, n-se» die Erinnerung wach an die deutschen Milliardenforderungen 1871. Deutschland forderte ur- sprünglich 8 Milliarden Franken Kriegskosten- von Frankreich. De- reit» am 8. Januar 1871 w-lst der englische Außenminister Deutsch- land»auf die mögllche UnsShigkett Frankreich, hin, Deutschland für die Kosten de» Krieges schadlos zn hatten". Don französischer Lette wurde die Herabsetzung der Summe energisch betrieben, seitdem d« H«zog von Brogli« dl« Vertretung der französischen Interessen an der Themse übernommen hott«. Er suchte om 25. Februar die Ler. mittlung der englischen Regierung nach wegen Herabsetzung der 6 Milliarden, die Frankreich„vorbehaltlich mehr«« noch nicht fest- gestelller Abzüge fast unverzüglich zahlen sollte. Es würde nichr möglich fein, ein« solche Summe zu zahlen und e» sei nicht ehrenhast, «in« Zahlungsverpflichlung zu übernehmen, die zu erfüllen absolut auß« Frankreichs Macht stehe. Frankreich dringt in die Regierung Ihrer Majestät, der deutschen Regierung die Unmöglichkeit einer solchen Zahlung darzustellen". Auf Frankreichs Bitte sollte England .seinen Schiedespruch in betreff der Ziffer der Entschädigungssumme anbieten» ein« Sache, die gleich wichtig für die Sieger wie für die Besiegten wäre und die zugleich alle handeltreiben- den Länder interessierte, die viel von der sinanzieUen Störung zu leiden haben würden, die eine übermäßige Kontribution verursachen würde". So argumentierte damals Frankreichs Vertreter. Tag, daraus, am 26. Febeuar, dem Tag« de, Abschlusses des Versoiller Aorsriedens. meld-t d« englische Lerttet« im deutschen Hauptquartier, daß er im Hauptquartier des deutschen Kronprinzen .vernommen habe, daß die Kriegsentschädigung von 8 aus S Mil- liarden herabgesetzt worden sei und von Thiers genehmigt worden war". SL Ä. E» ist mir Durst. Im allen Berlin kannte der Lolkswitz«in« nunmehr mit so vielen anderen gemütlichen Dingen dahingegangen« „Gleichgülligkeitsecke. Cs war dies die Eck« d« Jäger- und tu Obuwallstraß«. DU Bezeichnung knüpfte an die dort befindlichen Verkaussläden an, die den höchsten Grad d« Gleichgültigkeit aus- drückten. Auf d« einen Seit« war nämlich alles„Pomade", denn da befand sich die Porfüme-iehandluna von Treu u. Nuglisch: auf d« anderen Seit« war alle«„Wurst", denn hi« verabreichte Riquet seine b«ühmt«n Würstchen, und in dem daneben gelegenen Kleid«- magazin von Landsberg« war alle»„Jacke wU Hose". DU„Gleich. gültigkeitsecke" ist verschwunden, aber die Redensarten sind geblieben. und noch heute sagt man:.es ist mir Wurst" oder.es ist mir Pomade, wenn man sein« vollkommene Uninteresflertheit an einer Sache drastisch ausdrücken w>ll. Die ursprünglich« Redensart, von der erst alle anderen mi«qeganqen find, ist die Verbindung der Gleichgülligkeit mtt dem Wort Pomade. Mit ürefem Erzeugnis d« Parfümeriefabriten hat ab« die Redensart zunächst nichts zu tun. Pomade ist vielmehr die Verstümmelung eine» slawischen Wortes Pomalu, da, im Böhmisch«! Polnischen und Russischen vorkommt und.langsam, gemächlich bedeutet. Dies flämische Wort ist nun im Laufe des 18. Jahrhunderts weitergebildet worden, zunächst in' „pomälig", dann durch eine kecke Volksetymologie in„bomälig", chaumölig", und vom Baumöl war dann bis zur Pomade nur ein Schritt. Allmählich nahm ab« das Wort Pomade in dieiem Zu- sammenhang den Begriff de- Ge mgfügigen und Gleichgültigen an. Zwei Schlesier, Cichendorff und Holtei. haben dann aus ihrem Dialekt dix Redensart„es ist mir Pomade" tn die Literatur«inge- führt, und an die Stell« der Pomade traten dann andere mebr oder wenig« gleichqüllige und alllägliche Dinge. So entstamu-u die Wendungen:.Es ist mU Wurst»»Es ist mir Jacke wie Hose" usw. Zllegend« Kartoffeln. Der.ElmvNeisstmu«" verspottet dU Spuk- gläubigen. die in Di««sheim wieder einen berühmten Fall(im Stil« von Resau) haben, und zugleich die Agrarier: Dl« Ersahrungen mtt den fliegenden Kartoffeln von Dieter»- heim, denen sich neuerdings ganz ähnliche Begebnisse in einem niederbayerischen Orte anschließen, lassen die unserer wackeren Bauernschaft leider so häufig gemachten Vorwürfe der gewinn- süchtigen Verschiebung dieser nützlichen Feldfrüchte als mindestens recht vorschnell erscheinen. Es ist vielmeyr in hohem Maße wahr- scheinlich, daß es sich hi« in der Mehrzahl der Fälle eben auch um okkult« Phänomen« Handell«, deren baldig« wissenschaftliche Er- gründung dringend verlangt werden muh, um ein« so hochverdiente Beoölterungsklosse endlich moralisch zu rehabttitieren. " Ein biblisch« Film, gegen den selbst die neuesten Leistungen unserer Filmindustrie verblassen, wird gegenwärtig in London vor- geführt. Es ist betitev„Das Alte Testament" und soll mehr als 30 Millionen Goldmork gekostet haben. Ursprünglich war er 250 000 Fuß lang, ist aber etzt aus 30 000 Fuß zusammengedrängt worden. In dem Film werden alle uns wohlvertrauten Ereignisse der biblischen Wclischöpfung sowie oie Schicksale der Kind« Israel» nach den Büchern Mose» vorgeführt. Mtt der Inszenierung des Paradiese« hat man sich besondere Mühe gegeben: aber auch dU Sintflut soll sehr anschaulich wirken. Brof. Snstati KM«, seit 1811 Direktor der Klinik für Kchllopf. krankhetten tLarvvgologie) an der Berliner CharitS, ist ttn Alter tun 60 Jahren gestorben. Die Wissenschafi verdanki ihm ein« Reihe neuer Methode» für die Erkennung und Behandlung da Krankheit«» de» Kehl- lopfs sowie der Luft, und Speiseröhre. A!» RachfalFer von Carl Slüfloje, dem Ordinarius für Hygiene an der Berliner UnN?er»ltät, ist Prof. U h l e n h u t h,»uletzt Professor in Straß- bürg, in Auzsirdt genommen. Der herdorragende Bakiericteoc habilitierte sich 1805 in Berlin für Hygiene und Bnkieriolrgie und wurde bald Direktor da bakteriologischen Abteiüing im R cichzgesun bheitsamt. Tor« hat er da» nach ihm benannte Bersahren der Artbcstunmung von Menschen- und Tier- blut ausgebaut, das besonders für die gerichtlich« Medizin wichtig geworden ist. den„biologischen Blutnachwete".* El» Preisausschreiben fjU EHZr« eoppall»-Männer-, Frauen- und gewischte Chore) erlaßt der„Deulsche Arbeiter-Sängerhund". Als Preise siud für jede Gattung festgeseht: 1. Preis LOOO, 9. 1500, 9. 1000 Ol Nähere« durch die Eeschäflsstelle Berlin NO. 65, Lrauusberger Str. 43 L Kr. 95 ♦ 38. Jahrgang Oeilage ües vorwärts Sounabeuö» 2S.$efcettftet921 GroßSerün die hkntertriebene Erhöhung ües Stroßenbahntar ifs Unter der Toga der Fürsorge für die erwerbstätigen Schichten stimmten die Kommunisten am Donnerstag in der Stadwerordneten-- Versammlung die Vorlage des Magistrats auf Tariferhöhung ge- m eins am mit den bürgerlichen Parteien nieder. Dadurch ist eine für die Berliner Straßenbahn unerträgliche Situation geschaffen morden. Ueber die Notwendigkeit der Erhöhung des Straßenbahn- tarffs noch ein Wort zu verlieren, ist überflüssig. Wer da weiß, daß fast alle Großstädte Deutschlands ihre Straßenbahntarife weit über das Maß des Berliner Tarifs bereits erhöht haben, wer den Austand unseres Straßenbahonetzes, das Wagenmaterial usw. kennt — ein Zustand, an dem die städtische Verwaltung wahrlich keine Schuld trägt—, wird einer nochmaligen Tariferhöhung im Interesse der wirtschaftlichen Gesundung des Unternehmens nicht Verständnis- los gegenüberstehen. Daß die Deutschnatwnalen an der Wiedergesundung des kom- munalisierten Verkehrsbetriebs kein besonderes Interesse haben, ist aus deren chaltung zum sozialistischen Mogistrat nur allzu verstand- lich. Daß aber die kommunistischen Vertreter im Stadtparloment eine Politik treiben wie die Extremen von der Rechten, läßt sie als sogenannte Vertreter der Arbeiter in einem besonderen Lichte er- scheinen. Die Ablehnung der Tariferhöhung durch die bürgerlich- t o m m u n i st i;s ch e Mehrheit der Stadwerordnetenoersammlung muß in turzgr Zeit zu Verhältnissen �ihren, unter denen in erster Linie die Arbeiterschaft am meisten zu leideo haben wird. Werden der Stadt jene Mittel vorenthalten, die sie braucht, um das Verkehrsuntcrnehmen lebensfähig zu erhalten, so tritt in Bälde ein Zustand des Verfalls ein. Zunächst würden Tausende van Arbeitern und Angestellten entlassen werden müssen, weil es an den erforderlichen Betriebsmitteln fehlt. Ein Berkehrsunterneh- mey muh sich s« l b st erhalten, zu feiner Fortführung können keine städtischen Mittel zur Verfügung gestellt werden. Und wenn der Straßenbahnbetrieb eine erhebliche Einschränkung erfährt, würde es vielen tausend Arbeitern und Angestellten unmöglich gemacht, an ihre Arbeits- und Geschäftsstelle zu gelangen. Die Kommunisten behaupten, sie feien gegen die Erhöhung des Straßenbahntorifs. um die Arbeiter und Angestellten vor Mehrausgaben zu schützen; in' Wirklichkeit sabotieren sie die Arbeit unserer sozialistischen Ver- waltung und treiben eine Katastrophenpolitik, deren Spitze sich lediglich gegen die sozialistische Stadtverwaltung richtet. » Am gestrigen Vormittag fand bereits beim Oberbürgermeister eine Besprechung statt, au welcher außer dem Stadtbaurat Adler die beiden Straßenbahndirektoren Pforr und Lüdk« sowie zwei Mitglieder des Betriebsrats teilnahmen. Es kam hierbei unzwei. deutig zum Ausdruck, daß, fall« es nicht gelinge, die Tariferhöhung durchzusetzen, die Notwendigkeit besteht, durch Arbeiterent- lassungen das Ausgabenkonto des Betriebs erheblich einzu- schränken.' Ueber das Ergebnis der Dormittagsaussprach« berichtete Ober- bürgermeisier Böß nachmittags in ewer Sitzung der Frak- tionsvertret er. Der Vorschlag des. Oberbürgermeisters, dem beanständeten Punkt 4 der Vorlage eine veränderte, weniger aggres- sioe Form zu geben, wurde allgemein gebilligt, obwohl von bürger- licher Seite betont wurde, daß sie in der von den Linksparteien be- anstandeten Fassung nichts fänden, was die Arbeiter zu beunruhigen geignet sei. Der Magistrat wird sicb in einer heutigen Sitzung mit dieser Angelegenheit beschäftigen und es ist zu erwarten, daß der Stadt- verordrretennersommlung am Donnerstag die Magistratsvorlage er- neut yorgelegt wird. Noch der gestrigen Aussprache zu schließen dürft«-rw ortet werden, daß die Vorlage in ihrer Gesamtheit am Donnerstag in der Stadtverordnetenversammlung eine Mehrheit findet. Tie Deputation für städtische Werke beschäftigte sich in ihrer gestrigen Sitzung zunächst mit den Verhält- nisten der von dem ehemaligen Kohlenverband Groß-Berlin gegründeten Holz-chilse G m. b. Jj., b;c die Aufgabe hairc, die vom Forstnsku? im Herbst lSIZ zur Steuerung der Kohlennor zur D«r- fugung gestellten riesigen Holzmcngen einzuschlagen und nach Berlin zu schassen. Es wurde die sofortig« Liquidation dieser Gesellschasl beschlossen Ferner wurde der von der Kommunistischen Stadtver- vrdnexnsraktion gestellte Amrag auf Komniunalisierung des Kohlen- Handels, der der Deputation überwiesen worden war, behandelt. Nach längerer Debatte, in der u. a. aus die Tatsache hingewiesen wurde, daß bereits etwa A) der jetzt in Groß-Lerlin aufgegangenen Gemeinden, wie z. B. Reinickendorf, Friedrichsfelde, Karlehorst einen Kohlenhandel treiben, kam man zu dem Ergebnis, zunächst die ganze Angelegenheit dem bestehenden Unterausschuß der Deputation zn überweisen, der in Verbindung mit dem Kohlenamt alle Seiten dieses schweren Problems prüfen soll. Gegenstand der Erörterungen in der Keputotion war u. a. auch die Frage einer anderweitigen Der- teilung der Gosproduktion. Man beschloß, Magistrat und Stadt- verordnetenversammlung vorzvschiagen, einen großen Teil der bisher von dem ältesten Berliner städtischen Gaswerk in der Gitschiner Straße produzierten Gasmenge in Zukunft durch das moderne Gas- werk in Neukölln herstellen zu lassen, weck dadurch bedeutende Er- sporniss« ohne erhebliche Aufwendungen für Nsuanlagen zu erzielen sind. Die Gemeindebehörden werden sich demnächst mit diesem Pro- jekt zu beschäftigen haben._ der Morü in üer Petersburger Straße. Der ermordete angebliche Theodor Körner ist jetzt einwandfrei festgestellt worden als ein am 5. April 1893 zu Lodz geborener David Rozenblum. Im Besitz von Trenzausweilen und anderen vollgültigen Papieren ward es ihm möglich, ständig zwischen Berlin, Danzig, Warschau und Lodz hin- und herzufahren. Trotz der großen Bezüge, die er bezog, war er in der letzten Zeit stets in großer Geld- Verlegenheit. Er benutzte das für ihn und seine Unteragenten empfangene Geld zu seinem flotten Leben und zu allerhand Speku- laiionen. Er hat damit Handelsgeschäfte aller Art gemacht und auch sogar mit gestohlenen Automobilen gehandeil. In den letzten Tagen trug er sich mit dem Gedanken, seine politischen Geschäfte ganz auf- zugeben und nach Magdeburg überzusiedeln. Dazu ist es dann jedoch nicht mehr gekommen. Wie schon mitgeteilt, unterhielt Rozenblum auch Beziehungen zu Mädchen der Halbweft und er verschmähte es auch nicht, diese an sich zu fesieln und für sich auf die Straße zu schicken. Trotz der Vernehmungen einer sehr großen Anzahl von Zeugen und Zeuginnen, darunter auch rücke russische Studenten und Student rrnen, durch die Kriminalkommissare Boele und Dr. Schuppe ist es bisher noch nicht gelungen, eine bestimmte Spur von dem flüchtigen Täter zu finden. Wahrscheinlich hat er gleich nach der Tat Berlin verlasien oder aber er ist in der Reichshauptstadt unter» getaucht._ Wegen schweren Raubes stand der bisber unbescholtene Geschäftsführer Moritz Mädel- träger-vor dem Schwurger ickit des Landgerichts I. Der Kaut- mann Moses Klein, der bei Müller in der Mulackstr. 18 wohnte, erhielt am 30. Mär, 1620 in früher Morgenstunde einen unbeim- lichen Besuch. Drei Männer, die sich als Kriminalbeamte ausgaben, pochten kräftig an die Tür und verlangten Einlaß, da eine Haus- sn-buiig abgebalten werden miisie, well Klein des Gold- und Silber» diebltahls verdächtig fei. Einer der Männer nahm eine Durch- suchung aller Behält,! isse hör. der andere hielt dem Klein forlgesetzt eine Pistole an die Schlafe, während Klein die Hände hoch halten mußte. Der dritte knöpfte ihm die Weste aus. fand darin eine Brief- tasche und entnabm dieser einen Betrag von 18 000 M. in Fünlzig- markicheinen. Klein wurde dann ausgefordert, mft zur Kriminalpolizei zu kommen. Auf der Straße schwangen sich plötzlich die angeblichen Kriminalbeamten auf einen gerade vorübersahrenden Wagen der Elekirilchen. um mit dem Gelte davon zu fahren. Klein verfolgte sie sofort und es gelang ihm, den einen der drei Täter zum Ab- steigen zu zwingen. ES war derjenige, der dos Geld an sich ge- nommen halte. Um von Klein loszukommen, gab der Ergriffene dem Klein 18 000 M. zurück und flüchtete mit dem Rest von 8000' M. Dieser Mensch soll der Angeklagte gewesen sein.- Klein traf ihn einige Wochen später zufällig in der Mulacksiraße und erkannte ihn mit Bestimmtheit wieder. Er ließ ihn festnehmen. Der Angeklagte warf bei der Festnahme eine Erkennungsmarke weg und ließ sich dann unter falschem Namen in die Gesangenenbücher eintragen.— Trotz des BeftreiienS des Angeklagten kamen die Geschworenen;u einem Schuldigspruch. Da der von dem Rechtsanwalt Dr. Max' Kantarowtez vorgeladene Geiängnisarzt Dr. Hirich begnt- achtete, daß der Angeklagte ein geistig minderwertiger Men'ch ist. wurde er vom Zuchthaus verschont und nur zudreiFahrensechs' Monaten Gesängnis verurteilt. Ter neue Kämmerer. Unter dem Vorsitz des Stadtverordnetenvorstehers Dr. Wehl tagte am Freitag vormittag im Berliner Rathaule der Läer-Stad:- verordnetenousichuß zur Vorbereitmig der Wahl des Stadt- kämmererS von Berlin. Nach eingehenden Beratungen über dl« ein- gegangenen Bewerbungen wurde einstimmig befchlosien. den Fraktionen die Wahl des Stadtrats Dr. K a r d i n g-Flensburg als geeigneten Kandidaten zu empfehlen. Ein Vorschlag, nochmals mit dem zum Bürgermeister von Charloitenburg gewählten Kämmerer Scholtz in Verbindung zu treten, wurde mit 10 gegen 9 Stimmen abgelehnt. OrtSlohu und Erwerbslofenunterstützuug. En der Presse ist darauf hingewiesen worden, daß die Erhöhung rtSlohneS. die mit Wirkung vom 1. März d. I. ,n Kraft tritt. auch eine Erhöhung der Erwerbslosemmierstützung herbeiführen müsie. Diese Auffasinng ist unzutreffend. Das Reichsarbens» Ministerium bat bei der Erhöhung der Unterstützungssätze für die Dauer des Winters ausdrücklich daraus hingewiesen, daß eine Be- will'gung gemäß§ 9 Absatz 6 der ReichSverordniing über Erwerbs- losensürsorge(d. b. Erhöhung der UnterslützungSböchstiätze biS zum Betrage des OrtslohuS) nur noch in besonderen Aus- nahmesällen in Frage kommen könne. Die Herauftetzung des OrtSlohneS hat also eine Erhöhung der Unterstützung nicht zur Folge. Fritz Kano f. Gestern morgen 7l/t Uhr hat.der den Berlinern bekannt« Genosse Kano, früher Unlerbezirkssekreiär für die Ost- und Westpriguitz. seinem Leben freiwillig ein Ziel gesetzt. Bis zur letzten Stunde seines Lebens hat er für seine Idee, den Sozialismus, gewirkt und gekämpft. Die Erfolge der Partei in letzter Zeit, besonders i• seinem Agitationsbezirk der Prignitz, sind nicht zuletzt auf seine unverwüstliche ArbeilSktaft'und feine UeberzeugungStreue znrückm- führen. Im besten ManneSalter stehend, hätte K. noch Jahre>m Dienste der Partei fruchtbare Arbeit leisten tonnen. Ter Bezirks- verband Brandenburg wird ihm für seine geleistete Arbeil ein dauerndes Andenken bewahren. Polizeistunde am 11 llhr ab 1. März. DaS Polizeipräsidium teilt mit, daß die Schlußstunde für Gast« und Schankwirifchaften in Groß-Berlin vom 1. März ab allgemein— auch für Sonnabends und Sonntag«— auf 11 Uhr festgesetzt wird. Oberstadlschn'rat Paalsea hat gestern sein Amt angetreten und wird seine Sprechstunden ab Montag und Donner Slag von 1—2 Ilbr nachmittags im Perlincr Raificmse.-ü Treppen, Zimmer ,hg,.hctzLH- Er wird bis auf weiteres verlreteu!Lr die Angelegenheiten. der Volks- und Mittelschulen durch Kreisschulrat Dr. Dickboff, lSxrett stundet Montag, Dienstag und Donnerstag von 12— l'/c, v!ft nachmittag» tm Berliner Rathanse, Zimmer 09). für die Angc- legenheiten der Höberen Schulen durch Kreisschulrat Dr. Starick sSprechstunde: Montag, DienStag und Donnerstag von 12— l'/j Ulr nochmitiog« im Berliner Raihause, Zimmer 9S). Abgesehen von besonder» dringenden Fällen werden dieselben KreiSichulraie den Oberstadtlchultat mit Rücksicht aus die Fülle der von ibm zi» nächst übernommenen Arbeiten während ihrer obige» Sprech- stunden vertreten. Ss Slwe Menschenkind. von Marlin Andersen Nexä. Eine Weile war es still. Lars Peters Hände arbeiteten langsamer und hielten ganz an. Er sah und starrte wie geistesabwesend vor sich hin, so war er in letzter Zeit oft. Plötzlich erhob er sich, ging zur östlichen Luke h'm und öffnete sie: es war noch Nacht, aber die Sterne waren schon ein wemg verblaßt. Drüben aus seinem Stand rief der große Klaus, ganz schwach, fast unhörbar. Lars Peter schloß die Luke und ging zu ihm hinüber, er stolperte auf merkwürdige Art durch die Sckeune. Stine folgte ihm nzit den Augen. .Was willst du denn nun wieder?" fragte er tonlos und strich mit dem Arm den Rücken des Gaules entlang, wobei er zu ihm in den Stand trat. Der große Klaus zupfte ihn mit seinem weichen Maul an der Schuster. Das war die sanfteste Liebkosung, die Lars Peter sich denken konnte, und dann gab er ihm Hafer. �._... Stine drehte den Kopf nach den beiden um— sie sah den Dater nicht gern in dem Zustand, in dem er sich augenblicklich beland. Was konnte es denn nützen, den Kopf hängen zu lassen!.Will er schon wieder fressen?" fragte sie scharf..Das Tier frißt uns das Haus überm Kopf weg! .Ja, aber er tonn auch was leisten— und wir haben einen weiten Weg vor uns." Lars Peter kam zu ihr zurück und nabm die Arbest wieder auf. .Wie viele Meilen ist es denn bis Kopenhagen?" .Sechs, sieben Stunden Fahrt, denk' ich. Wir haben ja eine Ladung mitzunehmen.". .Hu, so ein langer Weg." Stine schauderte,.und wie kalt es ist!"._ .Ja, wenn man allein auf dem Wagen sitzen muß. Du könntest gut mitfahren, du! Der Zweck der Fahrt sst ja nicht so furchtbar erfreulich, und womit»oll man sich auf dem langen Weg die Zeit vertreiben? Die traurigen Gedanken kann man dann nicht loswerden." .Ich kann hier nicht ankommen, erwiderte Stine kurz. Wohl zum zwanzigsten Mol begann Lars Peter ihr zuzu- reden..Wir könnten doch so gut Sohannsens bitten, a"fzu- passen— und die Kinder die paar Tage hinüberschicken, sagte er. Aber Stine blieb unerschütterlich. Sie hatte nichts für die Mutter übrig: da konnte man sagen, was man wollte: sie wollte eben nicht in die Stadt und ihr drüben in der Sklaverei guten Tag sagen. Und nun sollte der Dater lieber mit dem Gerede aufbören. sonst wurd« sie böse und erinnerte ihn an Großchen. Sie haßte dte Mutter mit einer Kraft, die ganz unheimlich für ihre Kindersahre war. Nie berührte sie den Namen mst einem Wort, und wenn die andern dieses Thema anschlugen, verstummte sie, und es war nichts aus ihr herauszukriegen. So gut und aufopfernd sie sonst war, in diesem Punkt war sie verstockt. Für Lars Peters gutmütigen Sinn war dieser Haß ein Rätsel. So gern er hier auch versöhnlich gewirkt hätte, es blieb ihm nichts anderes übrig als abzulenken. .Schau nach, ob du etwas für den Haushall brauchst," sagte er. .Ich brauche etn Paket Tafelsalz: dos, das sie hier im Dorfladen haben, ist so garstig-grob, man kann's nicht auf den Tisch setzen. Und dann brauch' ich etwas Kardamon. Ich will versuchen, selber einen Kuchen zu bocken, das gekaufte Brot wird so schnell trocken." .Kannst du das auch?" rief Lars Peter bewundernd. .Ich brauch' noch mehr." fuhr Stine unbeirrt fort.„Aber das beste ist. ich schreib' es auf: fönst vergißt du die Hölfte wie neulich." .Ja. tu' das lieber." erwiderte Lars Peter sanft.„Mein Gedächtnis hat nachgelassen. Ich weiß nicht— sonst Hab' ich doch sünfzigerlei besorgen können, obne etwas davon zu ver- gesien. Aber das mit Mutter ist wohl dran schuld. Und dann vielleicht auch, daß man älter wird. Großvater hat übrigens bis zuletzt ein Gedächtnis gehabt wie ein gedrucktes Buch." Stine stand schnell auf und schüttelte ihr Kleid.„Sieh— das nwir" getan!" faate sie und atmete tief auf. Dann steckten sie die Lumpen in Säcke und banden diese zu. „Dobel kommt allerhand Geld heraus," sagte Lors Peter und schleppte die Säcke zur Scheunentür hin, wo schon altes Eisen und andere Metolle aufgestovelt waren, die auch mst zur Stodt sollten.„Und wie spät ist's denn geworden? Nach sechs. Da ist es ja bald hellichter Tag." Stine schlug die Scheunentür zurück, und die frische Frost- luft strömte herein. Im Osten über der See war der Himmel kall und grünspanfarben, mit einem schwachen, goldnen Schim» mer— der Tag war im Anmorsch. Draußen a"f den offnen Wukmsn begannen die Vögel L-ben-cei-ben von sich zu oeben. Es war. als ob der Lärm vom EMernnsst her ihnen den Tages- anbruch meldete: Schwann für Schwann schnatterte los, flog auf und steuerte dem Meere zu. „Wir bekommen einen klaren Tag," sagte Lars Peter, während er den Wagen vor die Scheunentür zog.„Jetzt dürfte es ruhig Tauwetter werden." Er fing an, den Wagen zu be- laden, während Stine hineinging, um Feuer für den Kassee anzumachen. Als Lors Pe'er in dte Stube kam. spielte der Feuerschein von der offenen Ofentür über den Boden hin. der Raum war voll kräftiger Düfte, es roch nach Kaffee und Gebratnem. Christian lag auf den Knien vorm Ofen und feuerte mst Heide- kraut und getrockneten Kuhsladen, und Stine stand am Herd und rührte m der brutzelnden Bratpfanne. Die beiden Kleinsten saßen rittlings auf der Bank und gafften entzückt in die Stube, während der Schein vom Ofen auf ihren nassen Mä'.'lchen schimmerte. Die Morgendämmerung tastete nachdenklich über die zugefrorenen Fensterscheiben. „Bitte schön, Vater!" sagte Stine und setzte die Brat- pfanne auf den Tisch, auf drei kleine Holzklötze...Es sind bloß gebratene Kartoffeln mst ein paar Speckhappen drin. Aber biste, du sollst es allein essen?" Lars Peter lachte und setzte sich zu Tisch. Er begann sofort, wie er's gewohnt war, die Kleinen zu füttern: sie be- kamen jeden zweiten Bisten. Das Gesicht über den Tischranü vorgestreckt, mit aufgesperrten Schnäbeln lagen sie da— wie zwei junge Vögelchen: Christian botte eine eigene Gabel und stand beim Essen zwischen Vaters Knien. Stine stand mit den: Bauch gegen die Tiscbkante und sah den Kindern zu, sie Mst ein breites Küchenmesser in der Hand. „Willst du nichts mithoben?" fragte Lars Peter und schob die Bratpfanne besser auf den Tisch hinauf. „Es ist nur für dich etwas da, wir andern bekommen nach- her schon unser Teil," erwiderte Stine balb ärgerlich. Aber Lars Peter fuhr unverzagt fort, die Bissen in die Kleinen hineinzustopfen. Dos Essen schmeckte ihm nicht, wenn er nicht ein paar aufgesperrte Münder um ssch hatte. „Ein himmlischer Happen für einen, der eben aufgewacht ist. was!" sagte er'mit brei-em Laiben: seine Stimme hatte wieder ihren tiefen, erwärmenden Klang. Während er Kaffee trank, zogen sich Schwester und Paul schnell an: sie wollten ihn aufbrechen sehn. Während ange- spannt wurde, liefen sie dem Vater und dem großen Klaus zwischen den Beinen durch Die Sonne ging gerade auf. Sie zeichnete ein rotes Gsitzergewebe auf das Ufereis und die reifbedeckte Landschaft: das Röhricht raschelte im Sonnenaufgang wie sich kreuzende Eisklingen. Don dem Riesenleib des großen Klans stieg weißer Damvk in den Morgen avi, und die kurzen, bastigen Atemzüge der Kinder waren wie Mafchinen�ampfftöße. In ibren Lappen- fchuben sprangen sie wie zwei übermütige, breittatzige Imme Hunde um den Wagen herum.„Grüß' Mutter!" riefen sie immer wieder. Lars Peter beugte sich vom Gipfel der Fubre hinab, wo er zwischen den Säcken gut eingebohrt saß.„Soll ich nicht auch von dir grüßen?" kragte er. St-ne wandte den Kopf ab. Dann griff er zur Peitsche und begann zu schwitzen. Und der große Klaus legte sich langsam ins Geschirr. (Forts, folgt.) Den loh auf de» Schiene» hat der SO Jahre alte Arbeiter flcninDen. Er wurde unter der Heiiabiiick« in Neukölln tot aufueiunde». Ob ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, bedarf noch der«usklärung. Aernsprechamk.Dönhoff". Zu der von einer hiesigen Korre» svonden, gestern verbreiteten Meldung, das; da» im Bau besind» ltche ffern'pte.bamt.Dönhoff" votau-sicktlxli am 1. Fult serttg» gestellt tein werde, wnd uns von anitlicker Seite mitgeteilt, dag der Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Amte» noch utcht feststeht Opfer feine» Beruf». Der sLsährige Dachdecker Karl Richter and der Raumeistr 8 stürgte gestern bei Stbettett auf dem Dache eines Haute« in Dahlem in die Tiefe und war auf der Stelle tot. Die.VorwZrks'-Spedltlou sffiliale der Z. g.) in Z e h l e n d o r i befindet sich jetzt Teltower Str. S, Laden. Eharlottenburg, Spandau. Heute Sonnabend S—S Mr I u r I- sttiche Sprechstunde im Sclretariab Lharlotieuburg, Rosinenstr. 4. Wahtsetkel und Kirch«. In der unter dieser Uebenchrilt erlolgien Veröffentlichung in der Donneistag.Abendnummer des.Vorwäits" ist eine Verivechielung insoiern enthalten, als e» statt Zionslirche Eriöferkirche heilen m uz. �Wunder des SchnesschtchS." Der neue mit Lebensgefahr und gröhten Schwierigkeiten ausgenomutene Film, der herrliche Lutnahmeu des Hoch- gebirges zeigt, wird zehi regelmäßig in der Treptow-Sternwarte dorgesuhri. Die nächsten Veranstaliungen finden statu Sonntag, den??. Februar, dorm, lt Uhr, nachm. 3 und 7 Uhr, SDlcntog, d. 28. Februar, oachm. 8 und 8 Uhr.—.Drahtlose Telegraphie und Telephonie", Vortrag mit zahlreichen Experimenten und Filmen von Herrn Dr. Verch kEes f. drahtl. Telegraphie) am Sonnabend, den 26. Februar, abends 7M Uhr, im grasten Hörsaal der Trepww-Sternwarie. heu» fttaisir.Wilhelm-Siiaste) sei» l. Zugenöfefi und ladet alle Eenosseu herz- lichst da,n ein. Do» Programm— Prolog, Festansprache, glaoiersalo, ernst» und bester» Rezitationen, Bolkstitnze, lebende Bilder und zum Srfv'a» da» Ius-Ndsplel„Spielmann» Sibuld"— verspricht«inen aenustreiche» Abend.— Eintritietarien»um Zuzendtcsi zu 2L0 M. einschl. Steuer find bei Hörig. Waifenstr. Z4; Timm, Lindenstr.», und a» der Abendtass« zu habe». 5 ilmschau. .Der Streik der Diele." Der Abenteurer, und Detektidfilm Sit offenbar eint starke AnzichungSlrost aus und so werden diesem Genre viele Kon- zefsionen gemacht. Aus diesem Gebiete fällt es daher manchem Film- manuskripUiescranten auch schon schwer, sich selbst und den anderen aus- zuweichen. Aus dem Bestreben heraus, etwas ganz Besonderes zu bieten, en. stand nun„Der Streik der Dieb«, eine dramatisw-groteske-sathrisch- bumoristische Welttrogödi« in ö Akten von Alfred F ekele. Wer Grotesken, Saivren oder Humoresken schreiben will, must nicht nur die Sprache de- herrschen, sondern ei» Wortkünstler sein. Und wer sie versilmen will, must gar reich« und absonderliche Geschebnisse aneinanderreihen. So geschieht mich, bunt wechselnd allerlei im Lande der Palmen und des KakiuS und daß dieses etlichen Freude macht, bewies der Beifall, der im Touentzienpalast bei der Uranssührung des.Streiks der Diebe" ge- zollt wurde._ Groft-Serliner Parteinackrichten. Heule. Sonnabend, den 20. Februar: ."-.Pt(«batlattcbBia). 7 Uhr w Lokal von Bllhneman», Helmholst. Ikaste ZS, Fam�enabeitd der ö. Srupp«. All«u>ss«n find hierzu eingeladen. ... ��2(Buch). Übt bei Pietrowsky, Bahnbofstrake. außeearbent- licher Zahlabend. Thsma: und die K.P.D.. Petra(Rofe»thal>. Nachmittags 5 Uhr wichtig« FunttionitrstKung bei Aun�ozialifte«: ADbeitsansschuß« Uhr Sitzung. Gr»Vve»es»sen»H, 7 lltzr �'veDtteL° n�f* Aadenstr. S. M« Gruppenleituage« Morgen, Sonakag, den 27. Februar: .. � Avt. Vormittag».,Lorwitrts".?gitotion. Di« Fvnttionör« werde» ge- b«e». dl,«att��ev�zempl-r, bei Seisfert,«nlenftr. 1«> Mg-rreng-schöst), Vorträge, vereine unü versammlunaen. .»rdeUee�SteuoKraph«»..«reud»". Am Sonntag, den»7. F-dru-r, vor- .L l U6ii hti.Bieberstein, Abalbertstr. 89. Miigli-derveis-mmlung.— «tB(ihc.eaautit(fftaUni>(n«.«.«iL Lichtenberg, MltgNedernersammlung om Montag, de» 28. gebruar, abend» 7 Uhr. im Lotal von Piepenhagen. Schorn web erftr. 89. Abt. Delstenseet Mitgliederversammlung am DIen»tag. »Ä■ 2Sf a�,nt>S,»ilnkttich 7 Uhr, im Realgymnasium, B-elckpromenade. «it. Pankm»! Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 2. Marz, abend« 7 Uhr, im Lotal von Schulz, Flora sir. S6. Sozialpolitik im Reichstag. Mus aller Welt. tvemelnfamen 5elbstmord durch Erschienen verübten im Eym» nasium in Londsberg a. d. Warth« der 2Z Jahre alt« Student Echeunemmt und sein« gleichaltrig« Braut. verschlltte«. In der Grube.Sophie" bei Wolmirsleben (Bezirk Magdeburg) wurden drei Arbeiter durch Niedergehen der Streck» o« r s ch ü t t« t. Zwei der Derunglückten konnten nur als Leichen, der dritte schwer verletzt geborgen weiden. Zm Aoko erschaffen. Das Auto des Generaldirektor» der Bis- marckhütt«, Scher,, der sich auf einer Dienstfahrt mit dem Direktor Kl öd er von Cleiwitz nach Bitmarckhüt!« befand, wurde kurz vor Bismarckhütt« beschossen. Eine Kugel traf Direktor «oder tödlich. Der Seneroldireltor blieb unverletzt. Di« Täter sind noch unbekannt,«benlo de Ursache zur Mo:dtaL Grosifeoer in München. Freitag früh brach Großfeuer w den Deutschen Werken ssrühere Artillerie-Werkstätten) au«. Vernichtet wu««n u. a Eisenbahnwaggon». Das rasche C n greifen der Feuer. wehr verhinderte die drohend« Weiterverbreitung des Feuer». Sport. ***■»««(««■ Svlelvereivlgnng am Sonntag, den 27. Februar, S!S'.2Ü-®0suf"i—?• in Sieiautendorf.Ost,«-meindetportplatz, sn�mp-Iii-s,»-iser.Wtlhelm..ie Arbeitsbedingungen der Hausangestellten geregelt werden.(Bei- fall bei den Sozialdemokraten.) Abg, Lambach(Dnat.) wünscht Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer in den dazu geeigneten Unternehmungen. Neichsarbeitsminister Dr. Brauns: Unsere soziale Gesetzgebung ist erst jüngst in Washington anerkannt worden. Auf der«inen Seite ruft man immer lauter nach neuen Gesetzen und aus der anderen Seit« klagt man Über die Galoppgesetzgebung in Berlin. Di« Bestim» mungen der Zivilprozeßordnung können wir aus keinen Fall auf die Schlichiungsausschllsse anwenden. Für die Beteiligung der Kriegsbeschädigten an der Verwaltung ihrer Angelegen- besten werde ich sorgen. Die Arbeikslojenfürsorg« wird teils für z u hoch, teil» für zu gering gehalten. Wir haben also wohl die richtige Mitte gesunden. Für Arbeitsdeschas- f u n q ist in erster Linie zu sorgen. Die Sechsundzwanzig, wochenqrenz« kann nicht ausgehoben werden, aber bei Au»- nahmen ist ein Entgegenkommen möglich. Die Ardeiter selbst haben eine Kommission eingesetzt, die im November den Fünf-Goldmart- Fond» kontrolliert hat. Bei der Ueberleitung von Frauen in die Hauswirtschaft mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürsorg« wirk! ein paritätischer Ausschuß mit. Im Ministerium wird da« endgültige Gesetz für die Hausangestellten vorbereitet und nicht ein Notgesetz, Mitte März wird der Entwurf den Interessenten vorgelegt. Die Angelegenheit der Reichswochenhils« wird so beschleunigt, daß dos Gesetz nochindieserTagung»Periode verabschiedet«erden kann, vorentwllrf« für da» Angestellten- recht, für die Grundzüge des Arbeitsvertragsrecht, und die Frage eines Sanderg, setze» über den Urlaub werden in deu Unterausschüssen im Arbeitsmintsterium geprüft. Die Entschließung Hergt betreffs Gewinn- und Kapitalbeteiligung ist oußerordent- lich unklar. Dem Antrag von vornherein feindselig entgegen» zutreten, liegt keine Veranlassung vor. Abg. Geisler(D. vp.): Die Entschließung Hergt ist tatsächlich zu unklar. Luch viel« Unternehmer lehnen die Gewinnbeteiligung ab. Redner wirft den Arbeitern Liederlichkeit. Spiel» sucht usw. vor und fordert Schaffung von Kleinaktien. Abg. Erflng(Ztr.): Di« Behauptung de» Herrn Geisler, die Ar» bester seien dem Spiel ergeben, ist eine unerhört« Belli- d i g u n g. Abg. Frau Lehm(Dnat.): Die Wünsche der Heimarbei- t e r I n n e n sollen nun endlich erfüllt werden. Abg. Frau?>i«gler(U.S.P.): Schon lang« haben wir ein«in, hestliches Recht für die Hausangestellten gefordert, aber die Regierung hat dies« Lngelegenhest Immer wieder verschleppt. Lu» meiner eigenen Jugenderfahrung weiß ich, daß die Hausangestellten noch viel mehr ausgenützt werden als die Fabrikarbesterinnen. Abg Schimmelpfennlg(Dnat.): Der Deutsche Landarbeiterver» band weigerte sich, bei Lbschließung von Tarifverträgen die Arbelkuehmergrupp« de» Pommerschen Laudbund« als gleichberechtigt anzuerkennen. Wir protestiere« dagegen« daß sich der Lrbeiteminister diese Stellungnahm« zu eigen machte. Abt. Karsten(U. Eoz.): Ich möchte wissen, wie viele von den 55 000 Mitgliedern der Arbeitnehnierg.'-uppe des Landbundes wirk- liche Arbeiter ssnd. Die Vertreter des Landbunde», in der Hauptsache Offiziere, sind nicht sachverständig und geeignet. Tarifverträge abzuschließen. Der Pommersche Landbund ist keine wirtschaftssriedliche Organisation, sondern er vereint in stch die Schmarotzer Deutschland».� Abg. MalzuHu(Komm.): Mit den Kleinattien wird ein f ch« i n. delhafte» Manöver getrieben. Herr Geisler— es gehört eine besondere Moral dazu, seine Arbestsgenossen zu osrrateu. (Redner erhält«inen Ordnungsruf.) In der Einzelberatung antwortet beim Reichsverssche» rungsomt auf Anfrage de» Abg. Hoch(Soz.) Staatssekretär Gelb: Die Einführung de» Markensystem» an Stelle des Kartensystems ist beabsichtigt. Infolge der letzten Er- böhung der Derstcherungsgrenze liegen noch S0 000 rückständige A n t r ö g e vor. Sie werden aber jetzt aufgearbeitet. Di« Unter- suchung wegen der beanstandeten Unregelmäßigkellen im Versicherungsamt ist im Sange; in der nächsten Woche wird entschieden werden, ob«in Disziplinaroersahren eingeleitet werden soll. Darauf werden die Anträge und Entschließungen de» Ausschusses angenommen. Angenommen werden ebenfall» der Antrag aller Par- teien auf schleunige Borlegung des Hausangestellteng«« setze», der unabhängige Antrag aus Vorlegung«ine» Urlaub- gesetzt? für Arbeiter und Angestellte, die sozialdemokratischen Anträge auf Erhöhung der Reichswochenhils« und auf Wiederverwendung des entlassenen Lazarettpersonol» so- wie ein Antrag aller Parteien außer Unabhänqigen und Sommu- nisten auf Gewährung unverzinslicher Vorschüsse an die Länder zur Förderung de« Wohnungsbaue». Der Antrag H e r g t (Dnat.) auf Vorlegung eine« Gesetze» über die Gewinnbetei. l i g u n g der Arbeiter und Angestellten wird gegen die beiden Rechts- Parteien abgelehnt Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Vizepräsident Bell schlägt vor, die nächst« Sitzung abzuhalten Sonnabend. 12 Uhr, mit folgender Tagesordnung: Rotetat. zweit« Beratung de» Haushalt» de» Reichspräsidenten. Disposi- tionsfond». Militärgerichts, Rechnungehofes und Finanzministerium». Abg. Rosenfeld(U. Soz.) beantragt, als ersten Punkt auf die Tagesordnung den Etat des Reichsmintsterium, de» In» n e r n zu setzen. Wir wollen den Notenwechsel zwischen Reichsregierung und bayerischer Regierung in der Entwoffnungsfrag« kennenlernen. Wir wollen ferner Aus- kunft darüber, was an den Nachrichten über den kommendeu Rechts- putsch wahr ist.(Lärm und Gelächter bei der Rechten.) Abg. Adolf Hoffmanu(Komm.): Wir schließen uns dem Antrag und den Ausführungen des Vorredner» an. Glauben SK(nach recht») nur nicht, dadurch, daß Sie den Etat des Ministerium» de» Innern fortwährend von der Tagesordnung abfetzen, die Entente täuschen zu können.(Lärm rechts.) Sie wollen das Volk wieder anlügen.(Großer Lärm, der Redner erhält«inen Ordnungsruf.) In der nun folgenden Abstimmung über den Antrag Rosenfeld wird dieser gegen die Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten ab- gelehnt. Es bleibt bei der alten Tagesordnung. Schluß OH Uhr. der Siedlungstag in Serlin. Im Reichsarbeit»m«ni st«rium tagt« Freitag die Mit- gliederversammlung der Gesellschaft zur Förderung der inneren Kolonisation unter Leitung des Regierungspräsi- deuten a. D. v. Schwerin, der einleitend darauf hinwies, daß die Siedlungsbewegung von der Gesamtheit de» Landvolt«» ««tragen und in Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Organisationen erfolgen müsse. Der Geschäftsführer Dr. Keup forderte, daß die Siedlung Sache der Länder, nicht de» Reiche» fein muß. Di« Bemühungen, au» dem Reichsdarlehen Geld für da« flache Land zu bekommen, hatten nur geringen Erfolg. 4 Milliar» den find 1919 einschließlich Beramannswohnungen ausgegeben war- den, davon für ländlich« Siedlungen nur 2 Proz. Um Privat« kapital für die Siedlungsgesellschaften zu gewinnen, sollte e» von der Kapitalertraasteuer befreit werden. Die mecklenburgisch« Re- gierung Ist vorbildlich vorangegangen. Die Zwischenkredilmiktel. die 1910 aus 100 Millionen aufgefüllt wurden, müßten erhöht werden. Da» Reich will seine Truppenplätz« verkaufen, statt st« für Siedlunaen freizugeben. Ministerialdirektor A r t i r u, vom preußischen Landwirffchafis- ministerium sn-tte, daß da» Siedeln eine große Kunst fei. Beim Verkauf von Gütern heißt es heute, wie betrügt man den Steuer-� f i s k u s, wie entgeht man dem Derkaufsrecht der Skedlunas- gefellfchaften? Aenderunq des Berka'-lsrechts ist beim Reich bereit» anqeregt.' Den Drrwurl der Säumlatelt bei der Bildung der Land- lieferungsverbänb» weist er zurück, Enteignunesverfobren feien über-, all im Gana«. Im Jahr« 1919 waren 9. im Jahr« 1920 nur 80 Da- mänen pochffrei geworden. Das Inventar 0« Domänen-»«hört den Pächtern, Inventar ist ab« kür die Siedlung sehr michtia, Einigungen üb« die Kaufpreis« ab« äußerst schwierig. Bei d« Verarmung de» Staate» muß Vrivatkapital helfen. All« Kosten de» Kauf- preise» müssen von den Siedlern aufgebracht werben. Er wie» s-rner aus den Zwana hin. die Lehrer, jo Bahnwärter kopitast. steren zu müssen, d. h di- Unterhaltskesten für st« durch die Sied- lungen aufbringen zu müssen Dl« höh« der Raukosten t'estt die Rentabilität der Siedlungen in Frag» Wie lang« sollen die Doi-kcst?nz"schLsse noch gegeben werden? Bei Selbstbau er- holten die Siedler 2 Stundungsjahre. Nicht die Quantität, sondern die Qualität macht es. o. Grövenitz. Dorsigend« de» Landlieferungsverbonde, Sachsen, spricht von Agrarbolschewismn». Der Hunger nach Land für Lnliegersicdlung, d. h. Vergrößerung Nein« Stellen, sei ungeheuer, die politische Verhetzung selten» de» Bauernbund«» sei schuld.' Reichstagsabg. Blas(Soz.) fordert die Anliegerstedlung. Er sagt, daß«» für die Sozialdemokratie sich nicht um ein« Partei, angelegenheit handelt, sondern dem oberfchlesischen Grvßgrund- besitz zugunsten der Arbeit« und Kleinbauern zu Leib« gegangen werden muß. Er fchloß mit einem warme» Appell: Rettet Ob«- schlesten für Deutschland. D« Siedlungstag hat gezeigt, daß es an autem Willen, di, Eiedluna vorwärt» zu bringen, nicht fehlt, die Schwierlgkeiten aber doch außerordentlich groß sind. Die größte Sorge ist dl« G« l d» b e s ch a f f n n g. Zurzeit sehlt es auch an Land, es ist abzuwarten, was die Londlieferunasverbänd« zur Verfügung stellen««den. Unsere» Erochtens müßt« da» Eiedlungswert seinen Schwerpunkt bei den finanziell leistungsfähigen Landgemeinden finden. die angehalten werden müßten, kleinen Eiedlergrupprn den Auf» bo'i von Siedlimgen zu erleichtern. Sie können da» in seder Be- ziehung. In Tausenden von Gemeinden könnte damit begonnen werden Genosse Braun, der ja schon viele« durchgesetzt hat. sollte hier vor allem mit ganzer Kraft einsetzen. Dr. S t r i r m« r. l'/z Milliarden vanznschüsse. Auf Grund de» Gesetze» zur vorläufigen Förderung de» Wohnungsbaues vom 12. Februar 1921 bat die Reichsregie- runq den Ländern 1H Milliarden Mark zur.Bezufchussung" von Wohnunosbauten zur Verfügung gestellt. Für di« Gewährung von Baubeihilfen sind von der Reichsregierung mit Zustimmung de» Reichsrat» astgemein« Grundsätze«lassen worden, di« in allen wesentlichen Purkien den bisher geltenden Bestimmungen de» Reich-rats üb« die Gewährung von Darlehen au» Reichsmitteln zur Schaffung neu« Wohnungen vom IE Januar 1920 ana«» paßt sind, ff« darf daher noch mst ein»? rechtzeitigen Aufnahm« der Wohnunssbautütigteit für da» Jahr 1921 gerechnet w«d«n. ?uge�dveranftaltunflen. Berel»«r»»U»r.Z»ge»d Hrvtz.BrrN». Serrrtaelat- RLS.«. Z» dr» tritn H Sonnabend, ten 25. Februar, abenbs 7 Ahr: NoNI»?«rr-»trre», Im Zrnlrolluorndhrlm. eindrnftr.». 2. s-f.» Tr— N»rlott«-b»rg! Zugrndhrlm. Rosinenstr. L Beginn des..Esp«r»nt»'.«itt(u» Reldungrn wrrden»och entgegengenommr». Souniag. deu 27. Februar, vormltlags: MSmiUl 8'"! ml' lu'wfcle i».«.»dach dr» Bot-nllchrn Sorten». ZreffpunN lst« Uhr«Nicherplig.- temreW Ivgendhekm. Cm, um fflrrmnui«. straft« 6/7.«anberung nach«rvftbeeren. tieffpualt 7 Uhr o»»« Nanaldrlick-. Grgefih-Oewels unerheblich. fiaffd, 25. Februar.(Eigener Drohtbericht des„Vorwärts".) � Es wird mit der Vernehmung de» 24jährigen Angeklagten Lohagen aus Elberfeld begonnen. Mit seiner pathetischen Art zu reden, seinen langen Goaren und jelnem Schillerkragen scheint er dem Vorsitzenden zu mißfallen, denn der Vorsitzende ist bei der Vernehmung ziemlich scharf. Der Angeklagte erklart, sechs Adressen verwendet zu haben, um die Postschnüfseleien. die sich feg« für Ltedersbrtese interessierte». zu umgeben. Er ilt belastet, das Dezernat für Verkehr und Nach- richtenwesen inne gehabt zu haben Die Verteidigung beantragt Haftentlassung, der Staatsanwalt widerspricht. Es wird sodann der Zeuge Anf-der-Straße vorgeführt s?), bei dem Harbich gewohnt hatte. Er ist 2ö Jahre alt. Der Vorsitzend« macht den Zeugen darauf oufmerklom. daß er die Aussage ver- weigern könne, wenn er befürchte, sich durch seine Aussagen einer Strofoerfolgung auszusetzen. Der Zeuge verweigert die Aus- sage, worauf der Vorsitzende Ihn entlaßt. Auf-der-Straße wird aber vom Staatsanwalt inHaftgenommen. Der letzte Angeklaate Z e i s e r erklärt, er sei Immer ein Segner osler illegalen Abwehrorganlsotionen gewesen und sei des. wegen in Sitzungen sogar als Spitzel bezeichnet worden. Di« Düsseldorfer hatt-n um jeden Vreis eine Not« Armee organisieren wollen trotz des Widerspruch» Klingmiiller». DU Düsseldorfer wollten sogar im Fall» einer Besetzung de» Ruhrgebiet» die Zechen in die Luft sprengen und den Krieg gegen Frankreich beginne«. Er erklärt« da» für Wobnsinn. Ueber den sogenannten Defebl zum Handeln befragt, sagt Zeiser, er stamm» auch au» den Kapp-Tagen. Hierfür al» Zeuge könnte der österreichische Kriegs-Oberleutnant und jetzige K.P.D.-Redakteur Dr. Viktor Stern vernommen werden, mit dem er domMs die militärisch« Abwebroktton von Esse» au» geleitet Habe. Bei Zeiser sind in dem Wasserbassin auf dem Ivosett militärische Richtlinien gefunden worden. Zeiler erklärt, er habe die Dichtung des Bassins reparieren wollen und da habe er das Schriftstück, das er zur Prüfung am Abend vor seiner Ver» Haltung vom Angeklagten Rabbich Im„Ruhr-Echo" erhalten hatte, hinelnqeklemmt. weil er im Augenblick kein andere» Papier in der Tasche gehabt habe. Da» Gericht lehnt die Haftentlaflung Lohagens ab, da die Gründe zur Haft nach wie vor weiter bestehen. Weiter werden alle Veweisanträge über vorhandene Orgefch-Orgaalsatjonen abgttehul, ebenso darüber, daß hinter den Angeklagten die V.K.P.D. steh«. Da» Gericht nimmt an. daß die Angeklagren an das Bestehen von be» waffnete» Orgesch-Organisationen geglaubt haben und daß sie zwar nicht von der V.K.P.D., aber von irgendeiner Seite beeinflußt waren. Das Gericht lehnt auch ab, Dr. Paul L e v y zu vernehmen. Zeiser, über die Methode betragt, wie die Kommunisten ihr Ziel erreichen wollten, leugnet scharf, daß die D.K.P.D. eine Minder» heitsherrschast anstrebe. Sie wolle die M e h r h e i t ge- Winnen. Gewalt nur, wenn Gewalt stch zeigt. Die Kommunisten hätten sich im Falle eines Rechtsvutsches der demokratisch- republikanischen Regierung zur Verfügung gestellt.(Man traut seinen Ohren nicht, wenn man den Komnlunisten Zeiser hört, es klingt so ganz und gar nicht kommunistisch...) Dr. Wolfs stellt Haftentlassungsontrag für Zeiser und begründet ihn auch mit der Behauptung, der Angeklagte Schroer Hobe den Namen Zeiser mißbraucht, um seiner Tätigkeit mehr Achtung zu verschaffen. Tie Richtlinien, die im Klosett gefunden wurden, können auf die angegebene harmlose Weile sehr gut hineingekommen sein. Der Staatsanwalt widerspricht: Zeiser sei dos geistige Haupt de« sich bildenden Verbandes gewesen. Das Gericht lehnt die Haft- e n t l a f l n n g ab. Der Staatsanwalt beantragt, die Flugblätter, In denen die Reichswehr zum Ungehorsam aufgefordert wird, zu verlesen. Weiter soll verlesen werden die Urkunde über die Einstellung des Ver- fahren? gegen den Jnngdeutschen Orden. Der Staatsanwalt erklärt, er habe nicht erst dl« Untersuchung eingeleitet, nachdem dieser Orden die Statuten geändert habe, sondern der Junadeutsche Orden habe seine Statuten aus Entaegenkommen gegen die Behörde geändert, trotzdem der Staatsanwalt den betreffenden Paragraphen als nicht unter das Gesetz fallend erklärt hatte. Dr. S ecket bittet, die Dewelsonträg« der Staatsanwaltschaft abzulehnon als nicht zur Sache gehäriq. Dr. D o l f f: Die Staatsanwaltschaft behauptet, die Orgesch sei eine harmlose Organilotion, ich werde das Gegenteil beweisen. Der Antrag auf Verlesung der Flugblätter wird abgelehnt, ebenso wird die Verlesung de» Einstellungibelcheide» gegen den Iungdeutlchen Orden abgelehnt. Dr. W o l f f beonindet daraus etliche M Veweisanträge über die Bewaffnung von Rechtsorganisalionen. Die Verhandlung wird auf Montag vertagt. Prozeß Sonnenfelö unö Genossen In der Freitagsitzling wurde zunächst die Beweisaufnahme im Fall„Nordstern" zu Ende geführt. Bersicherungsdirektor M o r« l l bekundet, daß die versicherimgsgeiellschost„No.rdstern"_ durch die Zahlung der Provision an Ernst Sonnenfeld nicht geschädigt war» den sei. E» wird dann der Fall Bruno Rätsch erörtert. Am S. September 1019 hatte ein Kaufmann Gustav Lenz Anzeige beim Reich:ver«ertungzamt erstattet, daß Ernst Sonnenseld und sein Bater nach der Revolution ein erhebliche» Vermögen er» worden hätten, wäbrend sie vorher so aut wie nichts besaßen. Der Anzeiger glaubt, daß sie diese, Geld durch Verschiebung von Heeresgut erworben� hätten. Do er aelesen habe, daß da» Reichsverwertungsamt derartige Sachen verfolg« und eine Belohnung für die Anzeige bezahle, weise er auf diesen Fall hin. Belm Reichs» verwertunoeamt war ein Kaufmann Bruno Rätsch angestellt, aber nicht al« Staatsbeamter vervfttchtet. Dieter machte von der Anzeige dem Herbert Sonnenfeld Mitteilung. Der Angeklagte Herbert Sonnenfeld äußert sich auf Befragen, des Vorsitzenden dazu folgendermaßen:„Während mein Bater, Hermann Sonnenfeld, zum ersten Male in Haft und mein Bruder Ernst in Holland war, tele- phonierte ein Herr, der seinen Namen nicht nennen wollte, er hätte mW in sehr dringender, wichtiger Anaelegenheit zu sprechen. Er kW dann zu mir, zeiqte mir seinen Ausweis und erzählte, daß gegen meinen Bruder Anzeige erllattet sei,«r hätte Schweig«- g e l d e r von Sklarz empfangen, sein Vermögen über die H o l l S n- dUcht Grenze gebracht und dunkle Schiebungen gemacht. Ich wollte zunächst mit der Sache nicht» zu tun hoben. Dann kam der Herr ifcder erneut zu mir und zeigte mir ein Aktenstück, au» dem hervorging, daß die Staatsanwaltschaft in einer anderen Sache gegen meinen Bruder ein Verfahren eröffnet habe. Ich suchte ihn dann noch bei setner Behörde auf und erfuhr, daß es sich bei diesem Gtrofv erfahren darum handle, daß mein Bruder Waren, die er von der Morketenderei gekauft hatte, weiter verkauft habe und deshalb wegen Wucher gegen ibn eingeschritten werden soll. lWeqen diese» Verfahren» ist Ernst Sonnenseld au» H-Rand nicht ausgeliefert worden.) Herr Rätlch verlangte von mir 8000 Mk. und erklärte, er würde dann diesen Akt der Staatsanwaltschaft ,. verHeften". Angeklagter Hermann Sonnenfeld: Al» ich von diesem Fall bärte, setzte ich mich mit Rätsch in Verbindung und machte ihm den Vorwurf, daß er sich eine» schweren Verbrechens schuldig ge- macht habe. Er behauptete, daß er kein Beamter sgi, und daß das verbrannte Schriftstück keine amtliche Urkunde war. Auf mein Drängen verpflichtete er sich, 8000 M. in Roten zurückzuzahlen. Er blieb aber schon mit der ersten Rat« im Rückstand und erklärte, er könne nicht zahlen, da er inzwischen stellungslos geworden war. Ich drohte ihm, falls er die Raten nicht zahle, die Sache zur öffentlichen Kenntnis zu bringen. Zwei Tage darauf erfuhr ich, daß Rätsch sich erschossen hotte. Der kaufmönnische Angefüllte Gustav Lenz als Zeug« gibt zu, daß er die Anzeige beim Reichsverwertungsamt erstattet Hab«. Am Nachmittag wird eingehend über die Provifionen oder sonnigen Zuwendungen verhandelt, die Sonnenfeld und Major v. Frankenb-rg bezogen haben. Letzterer war der sog. Leiter der Sklarzschen Marketenderci für die Lüttwitz. und Grenzlchutztruppen, Sonnenfeld seine rechte Hand. Der Verantwortung Frankenberg» wird von Sonnenfeld verschiedentlich widersprochen, und die Anklage bezeichnet in diesem Punkt(wegen besten Sonnenfeld nicht ausge- liefert ist) Sonnenfeld als glaubwürdiger denn Frankenbera. Montag Fortsetzung.______ Wirtschaft Der S kahlwerks-Derband. Die im Stahlwerts-Verband syndizierten Produkt« haben nach dem soeben erschienenen Geschäftsbericht de» Stahlw«rt»»V«rbandes sür die Zeit vom 1. Juli 1919 bis 80. Juni 1920 folgenden Absatz gehabt: Halbzeug. Der Forlfall der«rh«bl chen Beteiligung ver westlichen Werke macht« eine ausreichende Halbzeugbelieserung un- möglich, und für die Ausfuhr kamen nur gering« Mengen in Spezial- aussührung in Frag«. Der Gesomtversand betrug 814 782 Tonnen sRvhstahlgewIcht) gegen 489 809 Tonnen im Vorjahre oder 124 847 Tonnen weniger. Nach dem Inland« wurden 802 828 Tonnen gleich 98,11 Proz. abgesetzt, nach dem Ausland« 12 284 Tonnen gle ch 8.89 Proz. gegen 436 154 Tonnen oder 99,28 Proz. bzw. 3155 Tonnen oder 9,72 Proz. Im Geschäftsjahre 1918/19. Eisenbahn- oberboumoteriol. In schwerem Oberbau war sowohl sür das Inland ol» auch für das Ausland der Auftragsbestand umfang. reich, aber die wedecholt vorgenommene Kürzung der den Werten zugetellten Lrennstofsmengen, der Eisenbahnerausstand im Januar, die politlsehen Unruhen im März und sonstige Ehrungen b« ntröch- tigte» die Herstellunasmöglichkeit der Werte außerordentlich. Im Frühjahr wurde der Versand etwas günstiger: die Erzeugung genüg!« jedoch nicht zur Desried'gung der anhaue nd starken Nochsrag«. An Oberbaustoffen kamen 588 814 Tonnen(Rohstahlgewicht) zum Der. fand, da» sind 229 097 Tonnen wenig« al» in der Vergleichszeit IQIS'IO(818 911 Tonnen). Der Anteil de» Inlandes betrug 488 72« Tonnen oder 79.54 Proz., der de» Auslandes ISO 08« Tonnen oder 20,48 Proz. gegen 789 727 Tonnen gleich 93,11 Proz. bzw. 56184 Tonnen gleich 6,89 Proz. Das Formeisengeschäft litt, wie schon im Vorfahre, besonder» unter den Folgen der pol tischen Umwälzung. Di« ständig zunehmende Verteuerung der Daustosfe und Arbeitslöhne schloß eine kräftige Wiederbelebung des Daumarkte» aus. Am Auslandsmarkt« log gute Nachtrage vor, de? sedoch nicht ernstlich nachgegangen werden konnte. Der Versand dahin hielt sich deshalb in bescheidenen Grenzen und betrug nur etwas über 3 Proz. des Formeisen-Cefamtansatzes. An Forme isen wurden insgesamt 384 743 Tonnen(Rohstahlgewicht) versandt gegen 441 820 Tonnen in 1918/19 oder 57 077 Tonnen weniger. Bon dem Ve-sand entfielen auf das Inland 872 860 Tonnen gleich 96,78 Proz., auf das Ausland 12 383 Tonnen gleich 8.22 Proz. gegenüber 402 397 Tonnen gleich 91,08 Proz. bzw. 89 425 Tonnen gleich 8,92 Proz. im Vorjahre. Stabeifen-Ausfuhr. Der Umsatz des dem Stohwerks-Ver- bände angegliederten Stabeisenaussuhrverbande» betrug im Berichtsjahre 279 486 Tonnen. Es wird notwendig fein, den Bericht des Stahlwerks-Verbandes noch kritisch zu betrachten._ Schiffohrtspreis«. Die übliche Eurovasahrt der Dollarkönige wird«euier. Wie a»S New Dort gemeldet wird, haben die Schiff- iabrtögesellschaslen. beftdloste». die Fahcvreiie für die Pastagiere t. Klaffe um 10 Prozent zu erhöhen. Die Erhöhung soll iofort in Kraft treten, kommt also noch rechizeina vor dem Einsetzen der amerikanischen Touristenflnt. Rotürlicd hätten oi« Reedereien gern auch die Preise»ür die anderen Klassen u»d fürs Zwischendeck ver« leuert. Aber da die«riSwauderung der Eurovomüden lroy olle» Elends immer noch schwach gebt, würde man mit abermaliger Per« teuerrnig der UeberfadrUpreis« doch schlechte Geschäfte machen. Dank vom Hause Frankreich. Dem einst so blühenden Haft» von Antwerpen gebt es gegenwärtig recht fchlecht. Die große Be» deuturrg dieses Haienplaye» beruhte früher»n der Hauptsache auf dem gewaltig sielgeirden Bertebr mit Deutschland. Die rbeinisch- westfälischen Industriegebiete bildeten sozusagen daS Hinterland für Antwerpen, die Wurrel keiner Grüße. Durch den Krieg ist da» anders geworden. Der Haß gegen alles Deuische, der in Belgien den Ion angibt, bar bisher die WrederankuNpfnng der abgeristene« Beziehungen zu verhindern gewußt. In Frankreich dagegen, da» den Belgiern Ersatz für den verlorenen Verkehr mit Deutschland bringen sollt«, bat man naturgemäß mehr Jiuereffe daran, di« französischen Häsen auf Kosten des unbequemen Konkurrenten Lnt- werpen ,» fördern. Da« gebt so weit, daß Frankreich sogar Zu- schlagSgebühren kür den Berkehr mit Antwerpen erbebt. um den belgischen Hafenplatz zugunsten von Cberbour und Havre zu isolieren..DU Antwerpeuer Handelskammer nift deshalb die belgische Regierung stürmisch um Hilfe an. In einer Eingabe an den delgrschen«ußennrinister beißt(»:„Antwerpen will sich nicht an dem Umsatz der nördlichen Haien»um Nachteil der zerstörten Gebiete bereichern. Aber die französischen Hären zehren an nirsere», Umsatz, da sie uns den ellaß-lolhring>schen Marli wegkapern. Nu» wird das System der Zuichlagsabgoben auch noch auf da» Saargebiet angewandt. Und Erzladuugen, die eigentlich nach Antwerpen bestimm» waren, müffen setzt über Düniirchen nach der Saar gehen, um die 36 Frank Gebühren pro Tonn« nicht zahlen zu müffen. Morgen kann diese« System noch auf da» Rubrgebiet ausgedehnt werden. und so wird der Bersailler Vertrag mit nuserer Hilf« gegen un« ielbst angewandt! Der Aiilwerpeiier Handel ist erbittert über diese« Vor gehen, hinter dem man böse Absicht vermute» darf, da wir systematisch von unserem ualürl'chen Absatzgebiet abgeschnitten werden. Die Freiheit und di« Zukunft des Antwerpeuer Hafens steht auk dem Spiel!" Sine VeU-Kohleukrifl»? In Snaland hebt neuerdings ein ge- waltiges«estöune der Belgwerksbesitzer und der mit idnen ver- wandten Kapitalisten an. Man jammert über eine nahe bevor« stehende Krist» aus dem Welr-Koblenmarkte. Angeblich sollen die Borräte an Kohlen in allen Ländern derart angeivachsen iein. baß ein Zusammenbruch der Vre>>e erwartet werden müsse. Dann würde der Kohlenbergbau.unproduktiv" werden— natürlich wegen der hoben Löhne der Arbeiter. Man kennt dieie Argumentation. Seit reichlich sechs Jabren haben die Bergwerkebesitzer an ihren Gruben Raubbau getrieben, haben Rieiengewinne eingesteckt, die Preise un- aufhörlich in die Höhe geschraubt. Kaum erscheint aber am Hort» zoiue die entfernte Möglichkeit, daß mit den Verkaufspreisen ab» gebaut werden mnß. heißt e« i'oior«: jetzt wird der Betrieb un« ptoduliivl Und da« erste w>rb fem. daß man den Arbeitern oeringere Löhne zumuten wird. Die Unternehmer, die trüber sich mit verbäliuismäßig be'cheideueren Gewinnen zuiriedenoeben mußten, wollen von tdren KriegSwuchermfiien nicht einen Schritt abgeben— aber der Arbeiter soll sofort wieder in» alte Elend zurück l Die rumänischen Oelselda sollen in die Hände einer englisch- sranzSsi'che» Gruppe komme», an deren Sp'tze die Baague cte pari» et des Rays Bar steht. Wie au« London berichte» wird,«oll dies« Gruppe die Konzession zur Ausbeutung sämtlicher Oelfelder für 30 Fahr« erhalt«», woiür der ruinä'itlchen Regierung eine Anleihe von 1 Million Lei b?w>lliat w-rden soll. «St» Ei» Ihrrn 8u«l»r I»» und wt»d«r orii-lt-liNilg werden, telte ich vnent- (zeitlich jedem gnckertrantcn mit Fr. IBw. Walldorf M.443 bei Frankfurt a.M. Moderne, fertige •idlUJ? fi-f fCjJ M. SCHULMEISTER Moderne, fertige INR»'KtB MBU f)»s HWBBBH'fe.B Dresdener Straße 4, Kottbuser Tor Herren- und Knaben-Konfektionshaus SS* A7, e/ff. O&r Bezirfcivtrband Berlin S PA •f.«»>.. zr-llioa» Unter»enoffe Otto Aibrocht Neullllln,«aritzelir. 10, II ist am n gedr. vertiorden S(n lewrm«ndentrn l ®l» Beerdigung erfolgt beule, Eonnadend. nachm «>,. Udr, von der Leiche»- ball» de» tdemeinde-grled- bot». Mariendotjer Weg. uu». 174 4 •it tldt-Uungileitunft. Rdconvalcsceuten Blutarm« und Krank« trink' Depuv BcrK«t.34. Morj.«» lDnsiiin-.Prflilukllr-n.Spar- (erein ZeWendorl M lling. ««. m. k. 6- •nsnta», den t«5».»«> aaihaL 4 Uhr. tat KaNxtlak- gähinbatf. BatabaattsNu&O> Vatzaeatdeat»che (Beneral-BetfomiQliiDg las«»Ordnung- I. Bdrtrag de, S-n. ivütler »der: Die Entwicklung der ttoninm-enoslrnschaften und deren Betried» mittel, i. Be- Mpuftfaffung Uder Eiweiler»»» der Beirledomlttel durch Au,- »ad« von Hau»,nt»ilen nlw . I SBltttiluugrn: Kpeziftiailon der Unkosten nlw. 168/4 LanilparzeIlenaBb'r-?it#fc,v bouimaaplaB,_ land. 4 Vit. gm an. Hude———' habn 47, lmBe- ohn, Siraleu. 90. 479$* Bendafir. 60. Hustenl Heiserkeit, Aatban and Langenleidea ,«, San.-Rat Dr. W,aach«ld,r,| 3rust- Tee i»ch Ori>l.- Vorschr.li I eil Jahren trzt Ich| emplohlen u bewahrt Pakete ru»— u 9.so Elefanten- Apotheke 1 Rarlln ,W-I.V Lelpzl er SiriB, 74. Dönhoi-ntat Bnabea«racblcnl Soeben erachten I Der wei�e Schrecken in Polen Aus dem Inhalt: Die Ereignisse eor dem Pootom Im Prauenge'ingnl, Wronkl.— Dar Po|ioni In wronki.— Foltarkammein im Onen. S« Satten pral« l Mk. En beliehen durch den Verlag Carl Hoym Nacht. Louis Cahnb.cjr, Hamburg II St63b* Soeben erschien! Soeben erschien! Heft 31/32 der Kleinen Bibliothek der Ruuischea Korrespondenz s Karl Radek Das dritte Jahr des Kampfes der Sowjetrepublik gegen das Weltkapital Ans dem Inhalte; Die Nledenaee Koltschaks, Judenitschs und Deniklns./ Die Verhandlungen mll Enctand./ Oer Kileg m» Polen./ Idar Wa(fenrii«ola?z W* s "Teciinlküm Eutin Naschinenoau und Bauiach Suditiurti z.V«iUn.llli4liiii laucherdanUn Das sicherst Mntel.das Kauchan ganz od.«eilte». ir..... 0 Inelmusteir Wirke ver* W WOHend. Auskunft um«. ver«>an Aitik-flg-Englbrecnl,. München RS, Kaoueinerttr.,« lausende befreit! K Bandwurm WSMU nett Hopf wmm Spul* n Hiabenroatniet brirttiat leidn u. Ichneu da» unldiVbl. TRebica-Banb- »ucmmiltei. nuiährigrEr. lolgr Für Cr» SR 10-.für RmS.SR 7Jki(2lltersanB«b.». »ch» nnd wn-itom nur mit it i>.'>uei!�,7N«ot*i SS, Eilendahnstr. 4. � MWMMMMWIIIIMMIWW reHmmHrowJHfn!Hw»»iNiifwwi»m»wwiMnnnn»i»»fHW iiMimiiümfimtiimriiiimniiiumn11 MüKel Ausverkauf! ,»y»■ V V V» aaumang F* zu feiten dilligen Preisen"Wff »uch auf Kredit bei flciisflcr Va- und«dznhla», Liefere frei Hau». Lieser« auch auswärt» Möbel-Grotz Seduhpuk».*Ur&in' (iberall zu beziehen! Teppentlnöl-Ware In Dosen mit Banderole Grnfte frankfurter etrahe 141 l Jnvalidenftrafte S, Eingang Ackerftrafte I Uaiaii-liihiilÄLlIe luvlüli Ontcit. ■■■WIM!» «tili Tagespreise fflr Knpfer, Hessing, Blei, Zink etc. Knpfer, Botgofi, Messing usw. kauft zu den höchsten Tagespreisen• BmkowürStP.lt�Ä -ußerb. nL. Oberlandesgerichlsrat fachgemäne Rechlsberaiung. Sbwicklunp tchwierigfter Sbe. Alimenten, Bertrauensfachen. ErtutNelungen. »mer Str. 115. Lliftaw?4»i. Mrcktor Fehisch.• Nutzeisen jeder Art: Rund», Alach-, Quadrat-«. 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Palkensteln Btg.4, halbe Pr,: Die Freundin Volksbühne./bm Zum ersten Male; 7 Uhr KapitAa Broßbounds __ Bekehrung lesslng-llieater Heute Ms Montag 7". Uhr: Ein idealer Gatte (Durieux, Götz, Loos) Dienstag 7»/,: Zum?Z. Male: Ein Idealer Galle (Durieux, Götz, Loos) Deutsehes Künstler-Theater Allabendlich 7'/, Uhr:| DieScheidnngsrelse mit Max Adalbert und Trade Hesterberg Coatral-Theater uf!Die Postmeisterin Ikentaehra Opernhitua t uhr: Carmen Wrled r.tVIlhelmat.Tli. t«/, unr Hoheit die Tänzerin Kl. Srhanaplelhans iv, uhr. Reigen Kamlarhe Oper p/, u.: Liebe i. Schnee (.aataplellinun l'h Uhr; Arnold Rlcck In Die Mauselalle Jletrnpol-Thraler afiollandweibchen kenca Operettrntheat. Prttx Werner Uhr: Der leehende Ehemenn Wenen Tolkathoaier "/.u.: Perikles t. Tyrus Sehlller-Thrnt. Charl, 1 Uhr: Don Carlos tv>u. Helden Thalla-Thentep "/.uhr Mascottcben Th.nmTEollendorrplata ZV, Uhr: Wilhelm Teil 'Uhr: Wenn Liebe erwacht Theater«tea Westena � Trlanon-Theater Leopoldlne Konstantin In XbleGeaellaehattdek Abb« Chateaaneut Hierauf: Ahschledssoupar von Schnitzler. llks Qrünlng, Herrn. ValtenttB, A. E. LIcBo, Hugo Flink Sonnt.« U.: Kammermusik Königstadt-Theater Bahnhof iannsvltzhrücke Tigl.7.30 aala.SSarar Im Ballsaal TANZ Admiralspalast Baby b Ball Stg. 3'/.: Die lustige Pupp« Tj, Uhr: Dia roten Schuhe ApoUoIhcaferl 7'/, Direktion: James Klein. TV, P Das grofie Ausstattungsstück In 4 Bildern| Madame flnharrg's Siebeslebenl mit der weltberühmten| Saharet I Reines Variete Programm Rauchen»stattet: �Residenz-Kasino� Blumenflc. 10 Ab Connebenb tägNch: Ein Ntrandfent in EwInemQnde Nur für die ältere Iugenb Eommertallette erw. als Grälin Dubsrrz'. Tt/.Ubr: Tk.l.d.Hoenmnndnntenstr. 'V, u.; Denerjüngte Molar Wnllncr-Theator "'.uhrDieTanzgrSfin u* 'TV. Unter den Linden 44 Casanovas Soba Engen Burg, Msdjr Christians. Hans A Ibers, Heinr. Schreib StgJV» Die Plarrhauskomödle Rose-Theater 7'?, Uhr: Dr. KlatlS g-vgm Vnrleti.Cnf* jnoritziilatz Oranlenslraße SS B4 Täglich 8 Uhr: ElitB'ProgrBinii% Geher IM Mitwirkende vollst. Stück mit Saharet. 1 Kind frei!— Vorv rk ab t— Sonntag ZV, das et.— Jeder Eiwachsene 5 10 Uhr ununterbroch.| Konditorei Neukölln, Boddlostr. 65 am Rathaus Intime Musik t» t Neu renoviert Eigene Konditorei Casino-Theater lothringer Str. Z7. TSgl.V.S Der neue Schlager t Der Großfürst Ein lustiges Stück aus dem Berliner Leben In 3 Akten. Berliner Humer! Berl.Tjpenl Sonntag ZV»' Eine tldelc Ehe. 'ü8 Polies Caprlce's8 Llnienstr. 132(Oranienb.Tor) Im Söpar�e Ihr letztes Abenteuer Nacktkultur mit Pcrd. Grünecker Telephon: Norden 84M) Schall und Baach im ütofen Schauspielhaus Telephon: Norden BMA Kon*. TV, U, Beginn 8% U. 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Nach einigen mißverständlichen Bemerkungen über den angeblichen Plan der deutschen Regierung, die oberschlestsch« Frage mit der Wiedergutmacdungs?rage zu verknüpfen, stellt„Robotnik� mit Bedauern fest,„daß die polnischen Minister alles tun, um die gerechte und hellige oberschlesische Sache zu kompro- mittieren und fährt dann fort: „Fürst SopUHo, der während seines Aufenthalts in London und als Minister in Warschau geschwiegen hat, hat in Paris einer Zunge freien Lauf gelassen. Dieser fürstliche Diplomat hat-»wem Mitarbeiter der„jemps' gegenüber erklärt, daß die Augliede» rung Oberschlesien» an Polen nicht nur die p o l n' s ch e Valuta und die polnisch« Industrie heben, sondern auch„die technische Basis für die polnisch« Armee bilden wird, die dann auf die Höh« der französischen Armee gebracht werden könnte, und daß dann beide Armeen, die Wacht im Osten und Westen bildend, den Frieden in Europa sichern würden.* Wir können es verstehen, daß dem.Fiobotnik* diese Ausführungen äußerst unangenehm sind und glauben ihm gern. daß ihn und die polnischen Sozialdemokraten bei dem Ab' stimmungstampf von Oberschlesten ganz andere Motive leiten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, daß die Sozial- demotraten w Polen seit geraumer Zeit in die O p p o- sition gedrängt sind und daß dort augenblicklich Elemente das Hest in Händen haben, die ähnlich wie Sapieha denken. Und diesen Elementen wird da» oberschlesische Volk am 20. Mörz die Antwort auf die Zumutung geben, sich als Svekulationsobfekt für die polnische Valuta und al».stech- ntsche Basis für die polnische Armee* betrachten zu lassen. r• toaboa, 25. Februar, lchollondsch Nieuwsbureau.)„Man- che st er Suärdian* ist der Ansicht, daß der Bertrag zwischen Polen und Frankreich Verpflichtungen mit sich bringen wird, die Polen» finanziell« Wiederher st ellung an- möglich mache» werden. Polen müsse sich auch seineu Nachbarn gegenüber vernünftiger und korrekter als gegenwärtig betragen, aber es sei sehr wahrscheinlich, daß die Verbindung mit Frankreich gerade die entgegengesetzte Wirkung hoben werde. Die Pole« sollen eS schaffe«... tsnda«. 24. Februar.(WTB.) Der Warschauer Korrespondent der»Times* erklärt, die Eil« und Energie, mit der die polnischen und französsschen Staatsmänner da» Bündnis zwischen Polen und Frankreich zustand« gebracht hätten, deute darauf hin, daß Frankreich für die Londoner Konferenz den Dündnisver- trag bereithalte« wolle, so daß e» die Möglichkeit Hab«, «ine Konzentration polnischer Truppen lvv Mei- leo von Berlin vorzunehmen, fall» Deutschland sich ren'tevt zeige und Großbritannien ein« reso- lute französische Politik nicht unterstütz«. Der ..Manchester Guardian* erklärt, man könne mit Sicherheit anneh- men, daß da» Bündnis gegen Deutschland gerichtet sei. Georgkea im flbwehrkampf. Dlfli». 24. Februar.(Ei g. Drahtbericht.) Dl« georgischen Truppe» leistete« erfalgreicheu Vlderstaod, nahmen Ge'augeae und Srlegsmatrrial und warfen dl« Angreifet wuchtig zurück. Fall» au, Moskau kel» Befehl zu eine« neuen versiärflen Angriff erfolgt, kann der dolschewisüsche llebersall al» gescheitert betrachtet werde«. Bei den georgische« Truppen herrscht vorlreffllche Slimauing. • Wien. 25. Februar. fSig vrahtderlcht.) Die.Wiener Arbeiter- zeitung* bringt eiue« Aufruf von Karl Kaatsk« an da» luler- naüonale Proletariat zum Schutze Georgien». Auch Kemal greift ei«. pari», ZS. Febr. WTB. Nach einer Blättermeldung au» Kon- stantinopel haben die Kem allsten in die Angelegenheiten Se- orgi e 3J> eingegriffen. Sie haben der Regierung ein U l t i- mal um gestellt und die sofortig« Räumung der beiden südlichen Distrikt« Lrtvll und Lrdona verlangt. Diese« Ultimatum oerschärs« die an und für sich schon schwierig« Lag« in Se- orgie». »« Wegen unlerer in der Monlag-Abenbanegav« veröffenilichten Tepeick« an« T'fll« über den Sin fall der B olsGewiki in Georgien iüblt sich der in Berlin erscheinende rechtSladeitiiche „Riil*. bemüßigt, sich an un« zu reiben. Der.Aul*, der ausländisch» Interventionen in Rußland immer nock berbeisehnt. wirft un» vor. wir hätien von ihm im JaNuar gebrockte Mitteilungen über eine bolswewiftiich« Gelahr tu Georgien bemängelt und ibm darüber nock Vorwürfe gemacht. Der»erebrliche.Aul* irrt sich gewaltig. Wir habe« seinerzeit un« dagegen, gewandt, daß er e« für gut hielt, der georgischen Äe« gierung. die unter den denkbar schwierigsten«erhältnisien zu regieren hat. Steine in den Weg zu legen, indem er ibr erdachte Belchnldigvngen anhing. So vor ollem die unwahre Behauptung, daß Russen in Georgien verfolgt würden, daß Willkürherrschaft und dergleichen mehr in Georgien an der?aae«ordnung wäre. Gegen dies«„nwabren Unterstellungen und den Ton der Mitteilungen, der in diesem Falle, wie sonst, die Mufil macht«, sahen wir UN« der- 'anlaßt. Front zu machen._ Empfinden der Kammer verletzt hatten. Uhry setzte aber dessen- 1 letzten Tariferhöhungen genllgen bei welkem nlchl. ungeachtet seine Rede fort und kritisierte jede einzelne Kredit-! um die Selbstkosten der Eisenbohnen auch bei scharfer Durchführung sorderung. Besonders heftig protestierte er gegen die Bei- der in Aussicht genommenen Maßnahmen zur Einschränkung der beHaltung des Kultusbudgete für Gllsoß-Lothringen, Ausgaben zu decken. Es seien daher wettere Erhöhungen unerläß- welches in Frankreich aufgehoben worden sei. Am Schlüsse Üch. Dt« Erhöhung der Gütertarife werde am 1. April 1821. die seiner Red« verlangte der Abgeordnete die Aufhebung de« Erhöhung der Personen-, Gepäck- u.rd Expreßguttarise kurze Zeit später in Kraft treten. Die Reichseisenbahiioerwattung veron>chlagt die Einnahmen für 1821 im Personen- und Gepäckverkehr ouf 5,3 Milliarden, im Güterverkehr auf 21 Vi Milliarden Mark. Durch große Zugeständnisse an Polen, besonder» hinsichtlich L o t o m o t i v. bestellung, sei e» gelungen, zu erreichen, daß die Durchreise durch den Korridor künsllg ohne Patzdurchflchk und ohne alle Belästigungen geschehen könne, d«e sonst mit Grenz.. Überschreitungen verbunden seien. Außerdem aber soll« Ostpreußen tarifmäßig so behandelt werden, ol» stände e» noch direkt mit die bedauerlicherweise durch 8 30 de. Londe-steuerg-setz«. aufge- �«Alande*«din�g. Di. Mehrkost« würbe da» Reich hoben ist, wovon zahlreiche Gemeinden m ihrer finanziellen Notlage � � nehmen.„m Art. 93 der Verladung va.gejehenc Generaltommissariat» für Elsaß-Lothringen. die Regierung obstruiert. An Stelle der DorftandsmttgNeder von Rieppel und Adolf Cohen werden gewählt: Dr. S t e g m a n n und U m b r e i t. Darauf berät das chaus den vom finanzpolitischen Ausschuß ein stimmig angenommenen Antrag betr. Sleuersrelhctt de» Existcn'minlmums. Gebrauch gemacht haben.— Der Antrag wird einstimmig ange- j nomen.— Es folgt der Antrag desselben Ausschufle» für den Eni- wurf eines Gesetzes zur Abänderung des Einkommen sleuergeietzes. Rcichscisenbaharal ist bisher noch nicht geblldet. da die Verwaltung zunächst dir Schaffung der Wirtschaftsprovinzen abwarten wollte: jetzt Hot man jedoch die Arbeiten für die Ausführung de» Art 83 in An- Chefreb. Bernhard begründet den Antrag. Es wird emp- llnfs genommen Der Reichseisenbahnrat wird sich aus d.n bmit, foblen. daß dl« Steuer für das Steuersahr 1820 mit dm bes-h-nden Bezirkse.senbahnrat-n ausba-.'-n. Der Provisor, che ersolo'en cohoabtaeen akaeaollen sei. und die Einzieduna Reich-eisenbahnrot hat in der Frone der Tanserhöhungen mitnewirtt der Steuern für l�e erste St�uervierteljahr 1820 val-rblci'/en sol?! �»t au» Vertretern auch de» Preußischen Landeseisendobnrates tigen ein Einkommen bis zu 21033 M. ver-! /erner zur Ergänzung o'-s Vertreten, der Vinn...- . den Steueiafüma für die lebten drei,'�llfahrt. der Privatbahnen, sowie aller Kreise der Annestellten und vierttl Lahre de« Steuersahres ordnungsgemäß nachweisen, �beiter. Der Persvnenverkehr hat bei der kommenden Toris- Marx Arbeitnehmer der sanken): Wir stimmen dem Antra?»hohung nicht so stark herange�gen werd«, können, wie der soweit die steuern, und soweit Reviston öes engiistb-japam'scbenbünömstes London, 83. Februar.»Daily Mail* versichert, eine voll- kommen« Revision de««ngliich-japanischen Vünd- niise««erde demnächst erfolgen. Tie Dominion« würden auf der Konferenz, die sich mit dieser Frage beschäftige, der- treten sein,_ Das Elsaß— eine französtscke Kolonie. Part». 2t. Februar. fTU.) In der heutigen Sitzung der fron- zöstschen Kammer wurden die Kapitel de» außerordentlichen Etats betr. Subvention für Elsaß. Lothringen und Geheimorganisation der Sicherheltspolizet in Elsaß-Lothringen besprochen. Der Abg. Uhry(So,) erhob lebhaften Protest gegen diePolltikderverschwendung.dieim vor- liegenden Budget zutage trete. Unter dem deutschen Loche sei Elsaß-Lothringen stet» stolz darauf gewesen, alle Mittel für die notwendigen Ausgaden zu bekommen. Heut« seien die Provinzen de» Dusschusses nur mit Bedenken zu.—- Der Ausschußantrag wird angenommen. Dr. Schwartz �Arbeitgeber v. d. Banken) begründet den Antrag de» finnnzpolitischen Ausschusses zur RUchsuolopferuovelle. Es muß endlich festgestellt werden, wie da» Neichsnotopfergesetz im zweiten Teile gestaltet werden soll, damit der Grundbesitz in Stadt unfi Land weiß, in welchem Maße er herangezogen wird. Der Antrag zur Reichenotopsernovelle wird einstimmig angenommen.— E» folgt die Beratung eine» Antrage» betr. die steuerlich« Heranziehung der indirekt durch de» Krieg betroffenen Gebiet». Lhn begründet H« p p t (Arbeitgeber d. Landwirtschaft). Marx(Arbeitnehmer v. d. Banken): Es handelt sich hier um«in« Liebesgabe für die Landwirtschaft. Di« Arbeitnehmer lehnen den Antrag ab. Der Antrag wird im Hammelsprung mit Stimmengleichheit von 67 Stimmen abgelehnt.— Es folgt der von allen Truppen unterstützt« Antrag, wonach der Reichswirtschaftsrat einen Aus- schuh für die Heranbildung unserer wirtschaftlichen Kräfte einsetzen soll, unter Berücksichtigung möglichst aller Gewerbegruppen. Er wird angenommen. Es folgt die Interpellation über die Einführung de» Achtstundentage» im vankgewerbe. Vizepräsident Cohen stellt fest, daß der Reichsregierung mitqe- teilt ist, daß die Lntcrpellalion heut« zur Beratung kommen soll. Eine Antwort der Regierung ist aber nicht eingegangen. Ebenso ist auch kein Begternngovertreler zu ihrer Beantwortung anwesend. Marx: Der Reichswirtschaftsrat hat ollen Anlaß, grundsätzlich zu der durch die Richtbeaviwortung der Lnterpellation zum Ausdruck kommenden Nichtachtung durch die Regierung Stellung zu nehmen. Lch beantrag««ine Aussprache hierüber.— Auf Anfrage au» der Versammlung teilt der Vizepräsident mit, daß ihm aicht bekannt ist, warum die Regierung zur Beantwortung nicht bereit ist. Aufhänser(Bertr. d. techn. Lngest.): Wenn der Reickswirtschafts- rat sich heut« diele Behnndulng gefallen läßt, so wird damit ein Prozedenzf all geschaffen. Die Regierung-vertreter haben: fiuchlarttg den Saas»erlassen. Darin kommt � zweifellos zum Ausdruck, wie die Regierung Lnter- pellatwnen de» Relchswlrrschaftsrats zu behandeln gedenkt. Diese Behandlung darf der Reichswirtschaftsrat nicht ruhig hinnehmen, wenn er nich! ort seinem Ansehen verlieren will. Dir. Krämer: Für unser« Arbeit kann es gleichgültig sein, ob die Regierung vertreten ist oder nicht.— Ehefred. Bernhard stellt den Antrag, die Berhandlung zu vertanen, al» ersten Punkt auf die morgige Tagesordnung die Interpellation zu setzen und den Reichsarbc:lzni!nister zu benachrichtigen. Räch weiterer Geschäfisordnungsdebotte wird der Antrag Bern- Harb angenommen.— Nächste Sitzung Sonnabend 10 Uhr: Beratung der Lnterpellation. Mietsgesetz. Schluß 2 Uhr. Güterverkehr. Die Ztormaltransporkgebühreu find«m rund 600 Proz. erhöhl. Die Aufhebung der vusnahmetarik« ist bekanntlich durch den Friedensvertrag erzwungen. Di« Einnahmen werden jetzt geschätzt auf 16,44 Mlllarden. die Ausgaben auf 30.128 MMardeu Mark. Der Fehlbetrag von 13,688 Milliarden bedeutet gegenüber der früheren Schätzung«ine Besserung vou 711 Millionen Mark, wobei allerdings die letzten Erhöhungen der Bezüge de» Personals und der Kinderzulaqen. sowie die Wirkungen der neuen Ortsklassen«intellung nach nicht eingerechnet sind. Abg. Kohur kSoz.)? In den Eilzügen sollte man die 4. Klasse einführen. Durch ReName, Vervachtungen und ähnliche» kann man die Ein- nahmen steigern. Für die Schulkinder sind gewiss« Fahrtermäßi» gungen«inziiführen. Die Erhöhung der Tarif» sollte nicht auf dem Verordnunqs-, sondern orf dem Gesetzeswege erfolgen. Staats- lekretär E t I e l» r: Die Fahrprelsver-rünstlgunaen für destimmte Zwecke und Einrichtungen sind nrößtenteil» a»frecht Z" erhalten, obwohl die Eisenbahnverwaltung für die Zukunft grundsätzlich a"f d-m Standpunkt steht, daß e» nicht ihr» Aufgabe ist. einzeln» Elnrich- tungen durch Gewährung von Fahrpreisermäßigungen zu fördern. Anf der Berliner Stadt- und Mngbahn stnd Verkehrsverbesserungen erst mit der Elektrifizierung möglich. Weiterberatung Eonnobend._ SparkommWon. Berlin, 25. Februar.(WTB.) Do» Reichskadinett hat dl- Einsetzung einer gemischten Kommission unter dem Vorsitz des Retchsminister» de» Innern, bestehend au« sechs Vertretern der Reichsregierung, sechs Vertretern de» Reichsrat« und sechs Vertretern des Reichstag», beschlossen, der auf Grund der aekeisteten vor- arbeiten die weitere Prüfung der zur Bereinheitllchunqund Vereinfachung der Reichsverwaltnng zu«rgrrifenden Maßnahmen obsiegen soll. Di« Kommisston wird sich namentsich mit einer Rachprükung der Verteilung der öffentsichen Aufgaben zwischen Reich. Ländern und Gemeinden gemäß der Verfassung, mit der Organfiatton der Behörden, dem Derhältni» zwischen Reichs- und Landesbehörden, der Dezentrasisatton innerhalb her Reichsver» waftung, der Abgrenzung der Verwaltungsbezirk« befassen. Di« Nachricht, daß dieser Ausschuß die Neubildung de«-, Regierung in Preußen oder die Verminderung der Ministerien in Preußen beeinflussen solle, ist sofich Eine derartige Aufgabe ist vom Reichskabinett für die zu bildende go- mischte Kommission nicht in» Luge gesaßt.— Das wäre auch der Höhepunkt!_ Der taazeaöe Schatten. Un« wird geschrieben: Im gesegneten Oderbruch liegt ein Tori. Letschin geheißen. da« zirka 8000 Seelen zählt. In diesem Ort find i» ziemlich alle Parteien derwen. Rur Unabhängig« gib,'« dort nickt. Wenigsten« wurde am 20. d. Mt«. keine einzige U. S B.- Stimme abgegeben. Wir glaubten alio dem Gekpenster.Tchiff zu begegnen, ol« wir einige Tag« noch der Wahl>m.Letschin» Wochenblatt* folgende« Jnierai fanden: U. S. P. D. Ortsgruppe Lelschln BtlkgllederBerlammtung am Sonn'ag. den 27. d. Mts. nachm. 8V« Uhr im Hotel zur Post. Nack der Veriammlung Tan,-Kränzchen. Ueberraichnngen. Drei»tanzen.— Mondscheinwolzer. Elntrnt: Domen 2 M. Herren 3 M. Um»ad re'chen Beinch botet Der Vorstand. I. A.: A. Tbtel«. wodurch bewiesen rft. daß die U.S.P. ei» Pbänomen, eine Partei der uubegrenzien Möglichkeiten ist. R'cht nur. daß st« Mit- glteder-Bersammlungen obn« Mitaüeder abhält, st« tanzt auch Mondscheinwalzer ohne e i n Tanzbein ihr rigen nennen zuzköunen Da» vorstehende Inserat ist auf alle Fälle«in yewei« daiür, daß die U S.P. mit Humor zu sterben versteht. Bayern» EletlrizNät-versorgnng. In der gestrigen Sitzung de» Bayerischen Staatshauehaliauzschussc» wurde der Plan über die Versorgung Bayern, mit Elektrizität beraten. Dabei teilt» Staat»- sckrctär Dr. S ch w e y« r mit, daß dl« Staatsregierung dem Land. tag den Dorschlag unterbreite, da» Boyernwerk in eine Aktien- g e s e l l s ch a s t umzuwandeln. Di» Durchführung de» Bayern- werke? ausschließlich mit staatlichen Mitteln sel unter den gegen- wärttgen Berhälmissen unmöglich und«, könnt« da» groß« Unternehmen ins Stocken geraten. Der Aufwand für da» Boyernwerk werde zurzeit auf 500 Millionen geschätzt. Kahrsch«»egicruvgsmekhode. Wie die unabhängige Zeitung „Der Kampf* mitteilt, erschien gestern«in Aufgebot von Kriminal- beamten in den Geschäfts- und Redaktionsräumen de».Kampf* in München zweck« Beschlagnahme der Ansichtspostkarten„Der rote Gardist*, da vieselben als Beweismittel für ein« Untersuchung gegen den genannten Betlag wegen Aufforderung zum Hochverrat von Bedeutung sind. ____________. Varte!kSmpse in Frankreich. Der Lusichuß der l oziali sti s ch. man dem Lande auferlegt habe, da» nun zu einer Kolonie geworden aesteinert. der Güterverkehr um 145 Proz. Denn auch die Möq- radikalen Partei hat desck'osien. acht Mitaliedern. '----.....----'""" m--- k------- 1—«m---------■- darunter den fetz'gen M nistern Sarrout und Daniel Vincent, die stch für Wiederausnahm« der dip'omotischen Beziehungen zum Vatikan ausgewrochen haben, mildernd« Umstände zuzubilligen tmd ihnen einen Sern* l s zu erteilen, dagegen die Abgeordneten _......—................................ �«... P u e ch und B l u y s e n au» der Pari«: auszuschließen. Auch ein Prote st stürm aller anwesenden elsassischen Neuerung und Dtederinstandsetzuna des Fahrparke«, nicht ohne Ein- der der Partei naheftebende Abaeorlmebe L. L. B v n«« t wurde ol» Abgeordneten, well die Ausführungen Uhry» offenbar das| fluß auf die Gestaltung der Lerkehrseinnahmen bleiben. Di« � außerhalb der Partei stehend bezeichnet. Republikanische Reichswehr. Der Ausschuß de- Reichstage» zur Beratung des Dehrgesetzc» nahm Freitag je n« Beratung auf. Zu 8 1 lagen Abänderung'-an- träge vor. die die Anforderung der Entente schärfer formulieren sollen. Abg. Delbrück(Dnotl. Vp.) wendet sich gegen die Forderungen der Enteute. Ein Antrag Schäpfsiu(Soz.) will im 8 1 zum Ausdruck gebracht haben, daß es sich bei der Reichswehr um eine repudl kanifche Wehr handelt. Dan der Rechten dagegen wird beantragt, daß e» sich um«in« Wehrmacht de» Deutschen Reiches handelt, die selbst» verständlich«in« solch« der Republik sei, solange«ine solch« bestehe. Dem sozialkemokrati'chen Antrag wrd sodann mV 15 gegen 8 Stimmen der Rechte» entsprochen und der Z 1 wie folgt gefaßt: .Die Wehrmacht der deutscheu Republik fit di« Reichswehr. Se wird gebildet aus der Reichswehr und der Reichsmarine, die aus freiwilllgen Soldaten und nicht im Wcf'en- dienst tätigen Militärbeawten bestehen und ergänzt werden. Alle Angehörigen dgr Wehrmacht müssen d'e deutsch« Staatsangehörig- kell besitzen. Die allgemein« Wehrpflicht ist im Reiche und in den Ländern abgeschafft.* Der so formulierte 8 1 wurde mtt großer Mehrheit angenommen. 8 11, der die Einrichtung von Landrmannschaslen zuläßt und de- stimmt, daß der Londeskommandant in Boyern Zug'« ch Befehls- Haber des bayerischen Verbandes ist, wird unverändert angenommen, nachdem Reichsrvehrministrr Geßler ein« Reih« von Fragen beantwortet, und Abg. Rosenfeld(U. Soz.) stch gegen die Vorrechte Bayern» ausgesprochen hatte. Zu 8 I7 liegt ein Antrag Emminger(Bayer. Dp.) vor, wonach im Fall« besonderer öffentlicher Noiständ« und Un- ruhen das Wehrkreiskommando die nötigen Anordnungen über ein evtl. Einschreiten der Wehrmacht t-eflen können soll.— Di« Ab gg. Dr. Rosenseld und Prof. Radbroch(Soz.) äußern Bedenken. Der Wehrminister spricht sür den Antrag. Der Antrag Emminger wird mit 12 gegen 8 Stimmen angenommen.— Montag Weiterberatung. Reichsverkohrsetat. Lm Houptousschuß des Reichstages berichtete am Frei- tag Staatssekretär S t i e l« r: Ein« Bilanzierung des Etat» fei ohne er hebst che Tariferhöhung vf» Erfahrung habe gezeigt, daß trotz der am 4. De- in Kraft getretenen Neuordnung der Gütertarife ein nicht mönsich. zember 1020 gezwungen, von Frankreich«ine Subvention von 380 M i l» Derkehrsruckgang nicht eingetreten sei. Im Gegentell habe sich l i 0 n« n zu verlangen. Da» sei die Folge de, Reglme», welches I noch den letzten Tariferhöhungen der Personenverkehr um 175 Proz. sei. Welter stelle«» ein« Folge de« admlnlstraliven Parasilentum» Nchkeit einer Besserung der allgemeinen Wirtschoftslage nicht in De- trocht gezogen werden soll«, so müsie doch damit gerechnet werden, Gewerksthafisbewegung Au den Setriebsrätewahlea. Jflr rein gewerkschaftliche Listen. (Siiw in den Musiker-Sälen tagend«, äußerst stark besuchte Ver- sanimlung der Metallarbeiter-Funktionäre nahm Stet- lung zu den bevorstehenden Betrieberaiswahlen. R e i n t n e ch t führte aus: Die E.P.D.-Metallarbeiter müssen in deu Betrieben bei den diesjährigen Dahlen ihre Listen von anderen Gesichtspunkten aus aufstellen, als dies im Dorjohre der Fall war Damals schlössen uns die Unabhängigen systematisch von jeder Gewerkschaftsarbeit aus: mir mußten unsere Kandidaten auf eigenen Liften zur Dahl bringen. Heute sind die unabhängigen Gewerkschastsmänner von ehemals durch ihre politisch« Arbeit in den Verbänden auf den Boden der realen Tatsachen zurückgeführt. Di« Kommuni st«n find mit ollen Mitteln am Werk, ihre Kandidaten, gemäß dem Mos. kauer Gebot, auf eigenen, rein parteipolitisch zusammen- gesetzten Listen zu präsentieren und durchzubringen. Zur De. kSmpfung der kommunistischen Gewerkschaftszerstörer müssen die S.D-D.-Kollegen überall versuchen, gemeinsame Listen aller auf dem Boden der Amsterdamer International« gehenden Metollarbeiter aufzustellen. In der Diskussion wurde von mehreren Rednern auf die llnznverlässigkcU der Unabhängigen M den Betriebsratswahlen hingewiesen. Einige Betriebe, die in neuester Zeit Betrledsratswohlen hotten, haben rein politische Kandidatenlisten aufgestclU: die Unabhängigen lehnten dort ein Zusammengehen mit den S.P.D.-Kollegen ab. In einem Betrieb« ist sogar Wohlenthaltung propagiert worden. Daraus sei er- ücbtlich, daß den Unabhängigen auch jetzt noch nichts an prok- t«scher Arbeit gelegen sei. Die Redner verlangen, daß die S.P.D.-Metallarbeiter ihre Stellung zu den Unabhängigen und Kommunisten durch Aufstellung eigener Partetllstev zum Ausdruck bringen.» Demgegenüber betonten andere Redner, und besonders B r o« l a t, daß die Metallarbeiter alle Leraillasiung hätten, ihr« Gewert- schalten gegenüber den Kommuni st eu, aber auch gegenüber den Unternehmern zu erhalten. Dos ist nur zu erreichen, indem alle Gewerkschaftler sich zusammenfinden zu gemeinsamer Arbeit auch in den Betriebsräten. Auch die Befchlüffe des Allge- meinen Deutschen Mewerlschastsbundes und der Freigewerkschaft. lichcit Betrieb srätezentrale sind zu beachten und zu hatten: sie schrei- k>«n die Aufstellung von freigewertschastlichen Listen vor. In Betrieben, wo die Unabhängigen es ablehnen, mit uns zusammen- zuarbeiten, sollten dann aber auch eigene Wahloorschläge ringe- reicht werden. Folgende Entschließung fand gegen«ine Stimm« Annahme: „Die am 23. Februar in den Mufiker-Sälen tagend« Bersamm- limg der Betriebsräte und Funktionäre der S.P.D. der Metallindustrie geht über das Manöver der D.K.P.D., den.Offenen Brief' als Grundlage zu den Wahlen für die Betriebsräte an- zuerkennen, zur Tagesordnung über. Die Dcrfammelten erklären im Einklang mit den Beschlüssen des A.D.G.B., daß in allen Betrieben unter Zurückstellung aller polittschen Meinung»- verschiedenhetteo rrin gewerfschafMche Listen aufgestellt werden müsten. Wird dieses Bestreben durch das Borgehen der Kommunisten, die Betriebsräte dem Einfluß ihrer politischen Richtung unterzuordnen, vereitelt, so sind die Funktionäre der S.P.D. entschlossen, Listen aller auf dem Boden der Amster- damer International« stehenden Gewerkschaftler und, wenn es die Umstände gebieten, reine S. P.D.-Listen aufzustellen.' Das Wohnungsproblem. Die Berliner Gewerkschaftskommisston hatte in einer früheren Versammlung Forderungen zur Abhilfe der Wohnungsnot aufge- stellt und sie dem Magistrot ei.igereicht. Einen Erfolg hat dies Vorgehen bis jetzt nicht gehabt. Am Donnerstag beschäftigte sich wieder eine Dersammlung der Gewerkschaftskommisston mit der Wohnungsfrage. Der Referent Dr. W o g n« r verwies daraus, daß W Prozent aller Arbeitslosen in Berlin dem Baugewerbe angehören. Um diesen Arbeit und den Wohnungslosen Unterkunft zu schaffen, muß der Wohnungsbau energisch gefördert werden. Seit einem halben Jahr besteht die Einheltsgemeinde. Sie hat aber auf dem Gebier des Wohnungs- und Siedlungswesens noch nichts getan. Wenn auf diesem Gebiete wirtlich etwas gelristet werden fall, dann muß es in die Hand einer einzigen Körperschaft gelegt werden, an deren Spitze ein Sachverständiger zu stellen ist. Heule sind für das Wohnungs- und Siedlungswesen mehrere städtiscstc Berwoltungsdeputationen zu- ständig. Dadurch wird die erfolgreiche praktische Arbeit stark beem- trächtigt. Es muß verlangt werden, daß das Bau- und Wohnungs- wesen gemeinwirtschastlich betrieben wird. Die Stadt Berlin muß einen Siedlungsdirektor anstellen, der sachver- ständig ist und Sitz und Stimme im Magistrat hat. Der Direktor fall den organisatorischen Rahmen schassen sür die planmäßige Be- arbeitung des gesamten Wohnungs-, Bau- und Siedlungswesens und was damit zusammenhängt. Für da? Wohnungswesen muß eine Art von Rätesystem geschaffen werden, in der Weise, daß eiue Gruppe von etwa 10 00 Wohnungen eine Gemeinschaft bildet. Diese Gemeinichaften sind zuiommenzufaflen m örtliche, weiter in Provinz- und Landesorganisationen, deren Spitze eine Reichsorganisation bildet. Diese Wohnungsgenosienschasten müssen» der Kommune gegenüber in demselben Verhältnis stehen wie heute die Hausbesitzer. Unbeschadet dieser Forderung nach einer grundsätzlich neuen wirtschaftlichen Einstellung erhob er. Redner, eine Reihe sofort durchzuführender Forderungen. Unter anderem verlangte er, daß die städtischen Körperschaften schärfsten Protest er- heben gegen die völlig ungenügende Unterstützung, die die Reichs- und Staatsbehörden der Stadt gegen Arbeitslosigkeit und Woh- mmqselcnd zuteil werden lasten. Die Stadt soll in kürzester Frist Mittel für den Bau von 10000 Kleinwohnungen im Flachbau mit Garten unter der Bedingung beivilligen, daß die Wohnungen im gemeinwirtschaftlichen Besitz bleiben und der min- derbemittelten Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Kasernen sollen für Bureauzwecke freigemacht und Bureauräum« zu- lammengelegt werden, damit Wohnräume verfügbar werden. Der Zuzug von außerhalb muß eingedämmt werden. Der Mieterschutz darf nicht durchlöchert werden. Dem Vortrage folgte eine längere Diskussion. Alle Redner betonten, daß zur Linderung der Wohnungsnot und der Arbeits- losigkeit endlich durchgreifende Maßnahmen getroffen werden müsten und daß die Gewerkschotten für die Erfüllung dieser Forderung einzutreten haben. Es wurde auch darauf hingewiesen. daß die wucherisch hohen Preise der Baumaterialien das Bauen sehr erschweren. Deshalb sollten die Gewerkschaften ihre ganze Kraft OdersekSester. 1. die nach dem I. Oktober 1920 in» Reich rerzogen. 2. die nur vorübergehend«ich außerhalb Oberschlesiens anhalten, Ihr braucht Passierscheine! Zu I. in Oberschlesien geborene und dort bis!. Oktober 1920«-ohnbalt gewesene Stimmberechtigte(Kategorie A) und außerhalb Oberschlesiens geborene Abstimmungsberechtigte, die seit dem 1. Januar 1904, oder seit einem früheren Zeitpunkt bis I. Oktober 1920 dort nnunterhrochen gewohnt haben und nach dem I. Oktober 1920 ans dem Abstimmungsgebiet verzogen sind(Kategorie Q, Zu 2. alle Stlmmberecbttgten der Kategorie A, die noch heute im Abstimmungsgebiet ihren ständigen Wohnsitz haben, z. Zt. aber sieb außerhalb des Abstimmnngsgebietes aufhalten(z B. Studierende, Geschäftsreisende, Saisonarbeiter usw.), müssen zur Einreise zur Abstimmung Passierscheine haben, die zugleich als Stimmkarte dienen. Diese Passierscheine werden nur auf schriftliches Gesuch nach vorgeschriebenem Muster hin ausgegeben. Das Gesuch muß spätestens am 2. März 1921 beim Paritätischen AosschnB eingetroffen sein. Formulare hierzu und Beratung erteilt jede Ortsgruppe der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberscfifesier einsetzen in einer Aktion'für die Berbilliguug der Baumaterialien, denn sonst würden alle Dorschlöge nur Theorie bleiben. Eine vom Referenten eingebrachte sehr lange Resolution wurde dem Ausschuß der Gewerkschaften zur Beratung überwiesen. Die Versammlung beschäftigte stch noch mit der Frage, ob die Herberge des Gewerkschaftshauses. die im letzten Jahre einen Z u- schuß von 34 000 M. erforderte, ganz oder teilweise bestehen bleiben oder ausgehoben werden soll. Die Bersammlung entschied sich für das Wetterbestehen der Herberge im bisherigen Umfange. Die Verhandlnnsten in der Klavierindnsirie. Mit dieser Mellen zu den beabsichtigten die Unternehmer, die bisher auf den Durchschnittslohn von 6 M. gezahlte Wirt- schaftsbeihilf« von 10 Proz. in Abzug zu bringen. Die Arbeiter dagegen forderten die Festsetzung des Durchschnitts- lohoes auf 7,20 M. Sri den Verhandlungen versuchten die Unter- nehmer nun klar zu machen, daß der Abzug von 10 Proz. kein Lohnabbau sei. Mit geradezu bemitleidenswerter Hllflosigkeit wand sich dies« Nelnsagekommission unter den tristigen Gründen der Arbeitnehmer, mit denen diese die Forderung auf Er. höhuna der Löhne stützte, und onderersetts unter der Fuchtel des Dersiimmlungsbeschlusses der Unternehmer, der den Abbau der Wirtschaftsbeihilf« forderte. Eine Kommission, die ohne jede Selbständistkett mit gebundenen Händen erscheint und nidst mehr und nicht weniger als.Rein' sagen darf, ist keine Derhand- lungskommission. Berhandlungen, bei denen die Arbettgcber nicht in der Loge sind, eigene Gedanken zu entwickeln und neue Lorschlög« zu machen oder auf gemachte Borschlöge der Gegenpartei«inzu- gehen, sind von vornherein zum Scheitern oerurteilt. In der überfüllten Mitgliederversammlung der Musik- instrumentenarbeiter löste die Bekanntgabe des Verhandlung?- ergebniffes einen tosenden Entrüstung» stürm aus. Der Vor- schlag der Bronchenlcitung, die Entscheidung dem Schlichtung»- a u s s ch u ß zu übertragen, um jeden Vorwurf, die Arbeiter hätten leichtfertig den Kampf heraufbeschworen, unmöglich zu machen, stieß auf erheblichen Widerspruch. Schließlich beschloß die Ber- sammlung dem Dorschlag gemäß und verpslichtete die Betriebsräte, bei etwaigem Abzug der Wirtschoftsbeihilfe entschieden zu protestieren und die Forderung der Weiterzahlung bis zur Entscheidung durch den Schlich tungsausschuß aufrechtzuerhallen. Die Vo.ftandswahl der Töpfer. Zur Borstondswahl hat der Berufskollege Pufemann ein von gehässigen Unwahrheiten und Gemeinhetten strotzendes Flug- blatt verbreitet. Der Filialvorstand, die Kollegen Kemnitz, S e- g a w e und Brückmann werden in der gemeinsten Weis« herunter» gerissen. Aste Ladenhüter, die in Dutzenden von Versammlungen widerlegt wurden, werden hervorgesucht, um die nötige Stimmung für kommunistische Wahlen hervorzurufen. Dos Flugblatt wird das Gegenteil erreichen, da diese faustdicken Lügen von unseren Kollegen nicht geglaubt werden. Aus dieses Pamphlet zu ant- warten erübrigt sich. Hat man doch nicht einmal den Mut zu er- klären, daß die im Flugblatt empfohlenen Kandidaten die Kandtdaten der Kommunistischen Partei sind, sondern man bezeichnet die List« vorsichtigerwcise als.B o r s ch l a g e der Opposition', um Stimmentana zu treiben. Der empfohlene Kandidat für den ersten Vorsitzenden schloß seine Kandidatenrede in der Generalversamm- lung mit den Worten:„Unser Weg muß nach Moskau führen.' Kolleg ei, I Es gilt die Einheit der Organisation zu wahren. Wer nicht will, daß die Organisation zersplittert wird und sich bei der Wahl die Stimmen zersplittern, muß für dt« Vorschläge der Funktionäre: Max Semnlh. Sari Brückmonn. Karl Mewis usw.. stimmen. Die Vorschlagellste der Funktionäre liegt in den Wahl- lokalen au». Seht alle zur Wahl, es kommt auf jede Stimme an. Die Wahl findet in den Bezirkslokalen am Sonntag von 10 bis 12 Uhr statt. Wer am Wählen verhindert ist, kann seinen Stimmzettel an das Bureau des Verbandes, Engelufer 15, Im ver- schlostenen Kuvert unter Angabe seines Namens und seiner Mit- gliedsnummer senden oder dort abgeben. Streik tu den Sargtischlereie«. Dem ablehnenden Standpunkt der Berliner Holziudustrielle« in der Frage der Anerkennung des am 7. Februar 1921 vom Schlich» tungsausschuß Groß-Berlin gefällten Schiedsspruches haben siich auch die Berliner Sargfabrikanten angeschlossen. Di« in dieser Branche beschäftigten Arbeitnehmer sind bisher in der Eni- lohnung viel geringer gestellt gewesen, als wie in de» übrigen Tischlereien. Löhne von 4L0 M. bis 0 M. waren für Pf- lernte Arbetter als Durchschnittslöhne zu oerzeichnen, während SV Fabrikanten Riesengewinne eingeheimst haben. Um auch für die Arbetter ein« einigermaßen angemessene Entlohnung herbelzu» führen, versuchten sie mindestens den oben genannten Schiedsspruch. der einen Durchschnittslohn von 6,75 M. sestlegte, zur Durchführung zu dringen. Die Arbeitgeber lehnten aber jede Verhandlung ab. Nachdem noch am Montag«in von den Arbeitern ausgehender Ber- stich zur friedlichen Lösung fehlschlug, beschlossen sämtliche in dem Berus beschäftigten Arbeitnehmer, wie Tischer, Maler und Trans- portarbeiler, die Arbeit einzustellen, was auch in zirka 20 Bettieben geschehen ist. Eine kleinere Anzahl von Fabrikanten, die in der Scharsmacherorganisation nicht organisiert sind, Hab«« ohne weiteres die Forderungen anerkannt. Die Geschlossenhett der Ausständigen bürgt dafür, daß die übrigen Arbeitgeber zur Nachziebigkctt gezwungen werden. Das Arbettgebertum wird versuchen, Ardattswillige als Stteik- breche? heranzuziehen. Wir weisen daraus hin, daß solche cm Ar- beitslose gestellten Anttäge mit aller Entschiedenheit z u r ü ck g e- wiesen werden müssen. Deutscher Holzarbeiterverband. Die soziale Weltfirma Kudols Mosse. Der Angestelltenverband des Buchhandels, Buch- und Zeitung»- gewerbes schreibt uns: Welche haariträubenden Zustände auch heute noch in der schon immer durch ihre„hohen Gehälter bekannten Firma Rudolf Mosse herrschen, beweist folgender kürzlich vor dem Schlichtungsaiissckuß Groß-Berlin behandelter Faty Die Firma beschäftigte fett 5 Monaten einen jungen Mann mit dt�r Ausnahm« deutscher Stenogramme und ihrer Ilebevf.etzung t n die englische und französische Sprach«. Ott erhielt da» fürstliche Geholt von zunächst 275 M. und seit dem erfolgreich geführten Streik im Oktober vorigen Jahres 816,50 M. monat- l i ch! Dieses Gehalt schien der Firma offenbar sür eine« Steno- typisten mit englischen und franzosischen Sprachkenntnissen zu hoch und sie entließ den Angestellten. Die Entlassung soll angeblich er. folgt sein wegen ungenügender Leistungen. Merkwürdigerweise hat die Firma zu dieser Feststellung fünf Monate gebraucht! Solche Fälle stehen leider nicht vereinzelt da. Nur durch Klisge» fälle wie den vorliegenden erfährt die Organisation vielfach zvm erstenmal von dem Bestehen derartiger Gehaltsverhällnisse, da imnt« noch viele Angestellte in falscher Scham es unterlassen, sich an don Bettiebsrat und die Organisation zu wenden. Die Firma Rudolf Moste hat bis zur Stunde ttotz der klaren Bestimmungen des§ 71 des BRG. die Vorlage der Gehaltslisten zur Durchfuhrung der bestehenden Tarifverträge dem Bettiebsrat oerweigert. Die angeblich so demokratische Firma verstößt damit gegen die elementarsten Grundsätze der Betriebsdemokratie und den klaren Wortlaut des Gesetzes, lo daß der Bettiebsrat schließ« lich gezwungen war, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft zu erheben. Fälle wie der vorliegende beweisen jedenfalls die Notwendig» keit des festen gewerkschaftlichen Zusammen- s ch l u s s e«, ober auch das Aufgeben der Eigenbrötelei und rück» haltloser Klarlequng der Gehaltsverbältnisse. denn Bettiebsrat und Organisation sind nur dann in der Lag«, die abgeschlossenen Tarif- verttäge zur Wirklichkeit werden zu lassen, wenn die Kastegenschast ihnen die Unterlagen dazu liefert. Die Betriebsräte in der Tschechoslowakei. Das Ministerium für soziale Fürsorge Hai, nach einer Prager Meldung der TU.,«inen Gesetzentwurf über die Er r ich- tuirg vonBetriebsräten den zuständigen Körperschaften zur BecWtachtung vorgelegt. In. diesem Gesetzentwurf ist die vielum- stritten« Frage der B i l a n z e i n s i ch t seitens der Bettiebsrätc durch ein Kompromiß geregelt. Der Unternehmer wird nach dem Entwurf verpflichtet, zumindest«»? einmal im Jahre dem Be- ttiebsrat einen Bericht über den Stand de» U n t« r n e h- mens zu erteilen. Unternehmungen, die Geschäftsbücher führen und mindestens 300 Angestellte haben, müssen dem Betriebsrat jährlich«ine Abschrift der Bilanz für dos verflossene Jahr, de? Rechnungsausschusses, des Gewinn- und Der- l u st k o n t o s, längstens innerhalb 6 Monaten noch Ablauf des Gc< schäftsjahres vorlegen. c Der Bettiebsrat darf nicht in die Verwaltung und tzen Be- ttieb des Unternehmens durch selbständig« Verordnungen«in- greifen, und alle ihm zustehenden Aufgaben sind derart zu ersMen. daß der Gang des Unternehmens keinen Abbruch leidet. Der Betriebsrat zählt in Unternehmungen von 20 bis 60 Ar- beitern drei Mitglieder, was sich dann stufenweise bis zur Höchstzahl von 30 Mttgliedern steigert_ S P D.-Betriebsräte und-BcriraueuSseute! Montag 7 tldr in den Musikeriälen, Kaiser-Wilbelm-Sttaße 01. Beriammlung aller® P.D.-Flinkttonäre der Griwp« Holzindustrie. DienStaq 7 Ubr in den Bubiiälen, Rene Königstrotze 26, Ver» iammlung aller S.P.D.-Funktionäre der Gruppe Graphische Industrie. Tagesordnung: Untere Stellungnahme zu de» bevorstehende» Neuwahlen der Betriebsräte. In diese» Konferenzen erhalten alle Funktionäre, die die alten grünen Legitimationskorten noch nicht eingetauscht, die neuen Karten ausgehändigt MiigltedSbuch der Partei und Gewerkschaft legitimiert._ BettiebSsekretatiat G.P.D. S.JJ.D.-Junkfionflt« der städtischen Betriebe. Alle Bettiebe, in denen zur Bcttiebsratswahl Listen der Kommunisten und steten Ge- werkschasten aufges.ellt sind, müssen bis heute abend 6 Uhr Flug- blätter abholen— Betriebssekretariat, In den Zellen 23. Dvntfch»- Tr»»,P»rt»rd»!tcr,«rbi>od. Sektion I. ■ti-r.imi m S. bAwler. Octlcctec fflt varli»: J, 50.»n Sti. i w.«M 52t eMMMstkl SOMGm S.«.».S.. WWMflW