M.1S?�Z«.?tchrga«s , Musgabe A Nr. 52 Bezugspreis t ?«teW}5I)tL3a- 9JL, monntL 10,— Ä Kit ins fxnis, voraus zahlbar. Post» b-zug: Monatlich 10,— einschl. gu- siellungsgebllhr. Unter itreuzdanb fiir Deutschland und Oesterreich 16,50 M, für da« übrige Ausland bei täglich «iiunal. Zustellung at50 M. Poftke- itelluugen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tschecho-SIowalei, Dün«- Marl. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen in die Post-Zeitungs-Preisliftr. Der.Vorwärts» mit der Sonntags- bsiiage.Voll und Zeit» und der Unter- Haltungebeilage �Heimwelt» erscheint Gachentäglich zweimal, Sonntags und Montag« einmal. Telegramm»Ad reffet »Sozlald-nnotra« Berlin»'. Morgen-Ausgabe Vevlinev Nolksblstt Pfennig) SlnzeigenpretSi- vi« achtgespalten« Nonoareillezell« lostet SL0 M„diletve Anzeigen- da» seUgedruitte ZSort 1.50 M-(zu- lässig zwei fettgedruckte Worte), jede, weiter» Wort I.— M. Stellengesuche »nd Schlasftellenanzetgen das erste Wort L— M. sedes weitere Wort tf> Mg. 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Von der deutschen Delegation waren Reichsminister Dr. Simons. die Staatssekretäre Bergmann und Schröder. Ministerialdirektor v. Simson und von le Suire und Staalsfetretär Lewald anwesend, serner der Bolschafler Sthamer. Lloyd George, der Präsident der Konferenz, erössnete die Sihung, indem er vorschlug, zunächst die Leparationssrage zu besprechen. Reichsminister Dr. Simon» wllligle ein und legte den Standpunkt der deutschen Regierung zu den Pariser Beschlüssen in der Reparakionsfrage dar. die in der vor- liegenden Form unmöglich ausführbar seien, öiuzelheilen darüber cnchallen die beiden Denkschriften, die er der Konferenz überreichte. Reichsmiuister Dr. Simons� gab sodann einen Ueberblick über die deutschen Gegenvorschläge(die wir weiter unten folgen lassen. Red.). Lloyd George bemerkte namens der Alliierten, daß die deutschen Vorschläge nach seiner Meinung auf einer gänzlichen verkeuuuug der Bedürfnisse der Lage beruhten. Die Alliier- le» würden aber unter sich beraten und morgen ihre Aut- wort geben. Darauf wurde die Sihung gegen 1 Uhr geschlossen. Französische Version. Räch dem haocwbericht hat Lloyd George noch e-. klärt, daß, falls der Inhcll der Vorschläge im einzelnen den von Dr. Simons hierüber abgegebenen Erklärungen entspreche, die Vorschläge weder eine Prüfung noch eine Erörterung verdienten. Di- Alliierteu träfe« nachmittags i Uhr zusammen. Lloyd George empfahl den Sachverständigen der Alliierten, die will- t S r I s ch e n Sachverständigen und den Marschall F o ch mit einbegriffen, in ihren Hotels sich bereit, uhullen. um einer Aufforderung des Verfilzenden der Konferenz sofort Folge leisteu zu köuneu. Ergänzender Bericht. London. L März.(EE.) In seinen Darlegungen verbrejtete sich Dr. Simons ausführlich über die sorgsame Arbeit, die auf d.e deutschen Memoranden verwendet worden sei und die durch die Weite der Gesichtspunkte und den Geist der Versöhnlichkeit, der ihnen innemohnte. die Alliierten in Erstaunen setzen würde.(?) Nach den Mittekluirgen der Londoner Berichterstatter der P a- riser Prest« hätten die Ausführungen des deutschen Außen- Ministers keinen günstigen Eindruck hinterlosten. Lloyd Georgs soll stch, wie der„Temps* zu melden weiß, sogar geäußert haben, man müst« die Sitzung schließen, weil, wenn weiter in dieser Weise gesprochen würde, man noch dahin gelangen werte. Deutschland Geld zu schulden. Der üeutsche Gegenvorschlag. Die Pariser Beschlüste der Alliierten vom 29. Januar 1921 sind, wie in den überreichten Denkschriften ausgeführt, Wirtschaft- lich und finanziell unerfüllbar. Deutschland ist jedoch bereit, bei seinen Gegenvorschlägen bis an die Grenze der Möglichkeiten zu gehen, die sich bieten würden. wenn feine Leistungsfähigkeit sich in Zukunft wesentlich bessern wird. In dieser Hoffnung hält die deutsche Regierung die Auf- stellung eines Zahlungsplanes auf folgender Grundlage für möglich: a) der Jehlwert der von alliierter Seit« geforderten 42 Annui- täten beträgt bei der Deutschland angebotenen Rückdiskontierung der Annuitäten mit 8 Proz. jährlich etwas über S0 Milliarden Goldmark. Ewe ähnlich« Ziffer ist auch in Aeußerungen der alliierten Preste wiederholt genannt worden. Auf diese rund 50 Milliarden Mark find die gesamten bisherigen Leistungen Deutschlands auf Grund des Friedensvertrages, soweit sie aus Reparationskonto gutzufchrei- den find, in Anrechnung zu bringen. Ein geringerer Abzug für die Vorleistungen würde auch Gesamtzahlungen bedingen, welche über da« hinausgehen, was als znkünstige deutsch« Leistung». fähigkeit verständigerweise erwartet werden kann. Es wäre zweck- mäßig, wenn eine besondere gemischte Sachverständigenkommistion den genauen Wert der Vorleistungen bald möglichst feststellen würde. Durch den Abzug des Wertes der Vorleistungen von dem oben ur.- gebenen Ietztwert der in hen Pariser Beschlüssen geforderten Annuitäten ergibt stch der Gesamtbetrag der von Deutschland noch zu leistenden Zahlungen. Dieser Betrag soll baldmöglichst im Wege internationaler Anleihe bekchostt werden. Da es jedoch nicht möglich fein wird, den ge- Ütsittng oder»Atß wu{*in*TZ größeren Peil in nächster Au» kunst durch«in« einheitliche internationale Anleihe auszubringen, wird zunächst eine T« i l m o b i li si e ru n g anzustreben sein. Zu diesem Zweck schlägt Deutschland vor, eine Anleihe in möglichst großem Ilmsange, etwa bis zu 8 Milliarden Goldmark, auszugeben, welche möglichst auf allen internationalen Finanzplätzen zur Zeichnung gelangt und in allen Emistionsländern von Steuern jeder Art befreit sein soll. Der Zinsfuß der Anleihe soll möglichst niedrig gehalten werden, die Tilgung mit 1 bis IVe Proz. nach fünf Iahren einsetzen. Deutschland ist bereit, für den Dienst der Anleihe den An- leihegläubigern die nötigen Sicherheiten zu gewähren. Abge- sehen von dem Dienst der Anleihe übernimmt Deutschland für die nächsten fünf Jahre die Zahlung einer Annuität vou je 1 Milliarde Goldmark. Diese Annuitäten werten in erster Linie durch Sachleistungen gedeckt werden, hierfür soll nach Möglichkeit der freie Verkehr zwischen deutschen Lieferanten und alliierten Bestellern eingeführt werten. Deutschland erklärt serner erneut seine Bereitwilligkeit, durch Arbeit bei dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete mitzuwirken. Auch diese Leistungen sind auf die Annuitäten zu verrechnen. Der Betrag der deutschen Reparationsschuld, der nicht sogleich durch die internationale Anleihe oder anderweit gedeckt ist. wird mit ö Proz. verzinst. Gegen diese Zinsen kommen bis 1. Mai 1926 die oben er- wähnten Annuitäten von se einer Milliarde Goldmart in A n r e ch» n u n g. Der Zinsbetrag, welcher hiernach etwa noch ungedeckt bleibt. wird am 1. Mai 1926 ohne Berechnung von Zinseszinsen der Kapi» talschuld zugeschlagen. Die weiteren Abmachungen über die Finan» zierung der Restfchukd Deutschlands, insbesondere auch über die Tit- gung, welche nicht vor dem 1. Mai 1926 beginnen soll, bleiben vor- deHalten. Sobald als möglich sollen w ei tr r e Teilbeträge im Weg-: der internationalen Anleihe ausgegeben werden. d) Es. wird angenommen, daß die in den Pariser Beschlüsten vorgesehene zwölfprozentige Abgabe von der deutschen Ausfuhr eine Beteiligung der Alliierte« an einer in Zukunft zu erwartenden Besterung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands bezweckt. Der Grundgedanke einer Beteiligung der Alliierten an einer wirtschaftlichen Besserung Deutschlands wird anerkannt. Dieser Gedanke hat jedoch schon dadurch weitgehende Berücksichtigung gesunden, daß die vorstehenden Vorschläge sich nicht auf die jetzige Leistungsfähigkeit Deutschlands gründen, soi,- dem eine vernünftige Einschätzung der Zukunft in Rechnung stellen. c) Alle noch nicht erfüllten finanziellen und Lieferungsverpflich» tungen Deutschlands aus Teil Vlll Abschnitt 1 nebst Anlagen und Teil X des Vertrages von Versailles sind als abgegolten anzusehen. Das gleiche gilt von der Hergabe des Erlöses für zerstörtes Kriegs- gerät(Art. 169) und von der stch aus Teil X. ergebenden Verpflich» tungtung Deutschlands, die Liquidation und Zurückbehaltung des in den alliierten Ländern befindlichen deutschen Privatver- mögen s zu dulden. Unberührt bleibt die Verpflichtung Deutsch- lands zur Restitution aus Artikel 238 digunq erfahren? die Fraktionsführer haben ihr zugestimmt. Sie .beabsichtigten Tariferhöhungen fe.en nicht einmal die Werksdirek-> enthält die früheren Vorschläge und hat bezüglich des streitigen rionen gehört worden. Punktes(Ziffer st der früheren Ausschußanträge betr. Remston des innig» ... ten Haushalts ist abhängig von der Durchstihrung der neuen Ver- v>Ätungsoroamsation. Die schleunigste Feststellung des Haushalts für 1921 ist eine dringende Notwendigkeit. Die Abschlußziffer betrögt SL Milliarden, sie ist sehr hoch. Auf die Werke allein entfallen davon 2,3 Milliar- den. Die vielfach planlose und unverantwortliche Wirtschaft im Jahre 1920 hat viele Ausgaben mit sich gebracht, die nicht not- wendig gewesen wären.(Hört, hört!) Allein an Vekleidungsmate- rial befindet sich in den Vororten für 80 Millionen Vorrat, wovon heute kein Mensch mehr etwas abnimmt. Die Einnahmen Berlins stehen in immer stärker gewordenem Mißverhältnis zu den Aus- gaben. Fm Jahre 1920 kostet der Beamtenapparat 1200 Millionen? Berlin ist eine Versorgungsonstalt für«in Heer von Personen ge- worden, die mehr oder minder zufällig an dem gedeckten Tisch Platz genommen hoben.(Unruhe bei den Komm.) Hier muß auf Ein- schränkung mit aller Kraft Bedacht genommen werden? auch Urlaub. Arbelts.zeit usw. sind unter diesem Gesichtspunkt zu revidieren. Berlin hat 2%' Milliarden feste und 2 Milliarden schwebende Schuld? an Verlusten in der Lebensmittelversorgung sind durch die Ernähnmgspolitik des Reichs 400 Millionen erwachsen.(Bewegung rechts.) Für die Arbeitslosen sind Summen aufgewendet worden, die zu dem damit Erreichten in keinem B«r- hältnis stehen. Berlin ist natürlich nach wie vor tredit- fähig, hat.aber doch unter diesen abnormen VerhAtnissen schwer zu le'den. Wie das Reich und die Länder, wird stch auch Berlin nach der Decke strecken müssen. Anleihen können mir äußerstenfalls und in Notständen in Frage kommen: auch die außerordenllichen Ausgaben werden auf die ordentlichen Einnahmen in der Haupt« fache anzuweisen sein. Schließlich werden' Gewerbe- und Grund- steuer weiter angespannt, und die Gemeindeeinkommensteuer wird ebenfalls noch ausgebaut werden muffen.— Wir brauchen ein« übersichtliche Organisation der Verwaltung. Die neue Finanzver- waltung ist noch nicht vollendet. Einige Vereinfachungen haben schon durchgeführt werden können. Ein gutes Zeichen für die gute Wirkung der Eingemeindung ist, daß man im Westen schon wieder von uns loszukommen sttcht, sie wittern Morgenluft. (Heiterkeit.) Gemach,. ihr Herren! so leicht wird euch das nicht werden.— Ich glaube an Berlin, ich glaube mich an die Zukunft Berlins.(Lebhafter Beifall.) Die Etatsdebatte wird über acht Tage stattfinden. gestern vom Magistrat zugegangenen anderweiten Vorlage wegen heute vom Magistrat zugegangenen anderweiten Vorlage wegen Erhöhung der Straßenbahnlarife zu. Diese Borlage Hot vorgestern in der Vcrkehrsdeputatton ein« Wür° Der Antrag v. Eynern wird mit 98 gegen 58 Stimmen abge- lehnt,, der Schiedsspruch a n e.r k a n n t. Auch die Anträge Dörr verfallen der Ablehnung. Feststellung öes Staöthaushaltsplans für 1920. Oberbürgermeister Boß: Ich Habs in Vertretung des noch nicht gewählten Kämmerers beute den Etat für 1920 bei Ihnen einzuführen mich ent- schlössen. Der Etat ist mehr ein Kassenabschluß als ein wirklicher Finanzplan:«inen solchen haben die ganz außergewöhnlichen Ver- hältniffe, unter denen Graß-Verlin zustande kam, unmöglich ge- macht. Der Abschluß ist natürlich sehr unerfreulich. Der Versuchs der Gjy�nte, die deutsche Volkskrast zu zerstören, wird mit unge- merorganisationen zu verhandeln") lediglich eine Revision der miß schwächt»« Kräften fortgesetzt? wann wird die Vernunft siegen, bräuchlichen Auslegung der Tarifbestimmungen bezweckt, erklärt die wann wird es zum wirklichen Wiederaufbau kommen? Niemals j sozialdemokrasische Fraktion, der Vorlage nunmehr ihre Zuftimmunok war d« Macht des Kapitals größer als heute. Unsere Bevölkerung geben zu wollen. Eine soförtige Verabschiedung der fft immer noch unterernährt, lebt zum Teil im bittersten Elend. �Vorlage hält die sozialdemokratische Fraktion schon um deswillen Den Humanitären Bestrebungen in Amerika und bei den Neutralen,- für geboten, weil sonst ein weiterer finanzieller Ausfall von mehre- Tarifvertrages, Achtstundentag und Betriebsratbsfngniffe) der Tarif' revision eine Fassung erhalten, die ihr eine Mehrheit zu sichern ge- eignet ist., Nachdem die Dringlichkeit der Vorlage anertoimt ist, gibt Wer- m u t h(Soz.) folgende Erklärung ab?„Die sozialdemokratische Frak- tion hat durch ihren am 24. Februar gestellten Antrag, die Ziffer 4 zur näheren Beratung an die Tarifkommission zu überweisen, er- reichen wollen, daß die darin erwähnten Mängel erörtert und durch Abänderung des Tarifvertrages abgestellt werden sollen. Da sie überzeugt ist, daß der beanstandete Punkt 4 der Vorlage in seiner neuen Faffung(„es ist alsbald über eine Revision des Tarifvertrages, ins- besondere soweit es die§§ 9, 11, 12, 13 angeht, mit den Arbeitneh- mr Millionen die Stadt zwingen müßte. Taufende von Arbeitern und Angestellten zu entlassen und den. Berkehr erheblich emzu- schränken." Mielitz(U. Soz.) beantragt betr. der Benigniffe der Betriebs röte folgende Faffung:„Die Befugnisse der Betriebsräte sind im Einvernehmen mit deii in Frage kommenden Arbeiterorganisationen zu regeln." Nachdem Stadtbaurat Adler noch hervorgehoben hat, daß die Ablehnung der Erhöhung sofort die Einstellung van Linien und Cm- loffungen in großem Umfange zur Folge haben müsse, kommt in dir Abstimmung der Passus betr. der Revision in der oben niitgeteilten Fassung zur Annahme. Auch der Passus„der durchlächerte Acht- stundentag zur vollen Durchführung zu bringen" wird angenommen. Der Antrag Mielitz wegen der Betriebsratsbesugniffc wird abgelehnt? es verbleibt dabei, daß diese Befugnisse aus den Umfang bc- schränkt bleiben sollen, die den Betriebsräten nach dem Gesetz zu- stehen. Darauf wird auch die Tariferhöhung befchlosien. Wänderungsanträge der Deuffchnationalen wegen Ermäßigung für Studenten, und des Zentrums wegen weiterer Ermäßigungen für Kinder und Schüler werden abgelehnt. Die Erhöhung auf 1 Mark tritt am 3. März, die Einführung der Umsteigekarteu am 7. März in Kraft. In der Gesamtabstimmung stimmen gegen die Vorlage die Kommunisten und die beiden Parteien der Rechten. Eine lange Erörterung knüpft sich dann an die Vorlage betr. die Bewilligung von MiMn zur Verbesserung der Kost für die Besucher des nächtlichen Obdachs. Auch diesmal spielt in der Aussprache die Klage über die nunmehr sett 25 Iahren„vorübergehend" im Obdach untergebrachte Polizeistation für geschlechtstranke Weiber eine Hauptrolle. Zur Verbesserung der Abendsuppe und des Morgentronks wer- den für die beiden Monate März und April 1921 je 100 000 Mark bewilligt. Schluß 1410 Uhr. Gberftaütfchulrat paulfen über seine Ziele. Wilhelm Paulsen, der in voriger Woche in sein Amt eingeführte Oberstadtschulrat der neuen Stadtgemeinde Berlin, halle am Dienstag die Vertreter der Presse zu einer Besprechung eingeladen, in der er seine Grundsätze und Pläne vortrug. Ich fühle, sagte er ein- lellend, in diesem Augenblick des Anfanges die ganze Schwere ver Verantwortung gegenüber meiner Aufgab«. Aber ich weiß, daß sie selbstverständlich nicht von einem Mann zu lösen ist. Die Schule ist letzten Endes eine Wirkung aller Kräfte der menschlichen Gesellschaft überhaupt. Er wandte stch dann gegen die Beunruhi- gung, die in weiten Kreisen entstanden sei, well er stch einer kirch- lichen Konfession entzogen habe. Er sei kein Feind der Religion, aber er glaube, daß der Religionsunterricht in seiner bisherigen Form die Quellen der Religion verschüttet habe. Religiöse Dogmen und rellgiäse Kämpfe bringen uns auseinander— wir wollen wieder Religion leben! Zu der Anzweiflung der Durchführbar- kell seiner Pläne bemerkte er, daß er es für einen Frevel halten würde, plötzlich das ganze Schulwesen umwerfen zu wollen. Dazu fehlen ja in den Menschen die inneren Bedingungen, aber wo sie. sich etwa finden, wolle er ffir eine Umgestaltung der Schule seine Kraft einsetzen. An der Schule könne das Bolksganze gefunden, sie m ü s se alle Teile des Volkes z u s a m m e n f ü hr e n. und das Glücksgefühl der Aolkszusammengehörigkeit wiederbringen. Seine Gedanken hat Paulsen in einem an Lehrer, Eltern, ältere Schüler und an Freunde de« Schule gerichteten Aufruf niedergelegt, den er zur Grundlage der Erörterung machte. Die Schule möge, mahnt er darin, die erste Kundgebung unseres Wil- lens zur Gemeinschaft sein. Als Unterrichtsanstall hat die Schule in der vergangenen utilitaristischen Zeit mit ungeheuer klug ausgebildeten und entwickelten Methoden, die die Gefahr über uns alle brachten, das Menschliche in uns zu objektivieren und zu mechani- sieren, ihren Zweck erfüllt. In der heutigen Zeil des tiefstens. Unglücks aber wissen wir. daß nur mit der Entfesselung der schöpfen- schen Kräfte in uns und der Jugend der Aufbau unserer geistigen und materiellen Wirtschaft geschehen kann. Dafür die Voraus- setzungen zu schaffen, ist unsere Aufgabe. Die neue Schule ist nichts Fertiges, kann auch nicht von Behörden und Gesetzgebung verordnet v) Sline Menschenkind. IL Mütterchen. Von Martin Andersen Jtcgä. Lars Peter ließ seine schwere Faust auf den Tisch fallen, daß alles sich hob— der Wirt mit.„Man hat sich die längste Zell schofel behandeln lassen— kannst du das verstehn! Ich bin nicht mehr Schinder als du und die andern. Und hör' ich den Namen noch einmal, so holt euch alle der Satan." „Begreifsicherweise, begreiflicherweise! Es war ja doch auch bloß Scherz, Lars Peter Hansen. Und wie steht es zu Hause? Frau und Kinder gesund?" Seine Augen zuckten noch, so oft Lars Peter sich bewegte. Lars Peter antwortete ihm nicht, sondern trank noch einen Schnaps. Der Lümmel kannte ja die Geschichte mit Sörine recht gut. „Weißt du was— hättest die Madam mitnehmen sollen. Den Weibern macht so eine Fahrt nach der Hauptstadt Spaß," versuchte der Krugwirt von neuem. Lars Peter sah miß- trouisch nach ihm hin. „Was sind das für hundsföttifche Narrenspossen?" sagte er finster.„Du weißt recht gut, daß sie da drin sitzt." „Was— sitzt sie da drin? Sie ist dir doch nicht etwa fort- gelaufen?" Peter Lars nahm noch einen Schnaps.„Sie sitzt fest— zum Teufel!" Der Krugwirt merkte, daß es nicht anging, den Unwiffen- den zu spielen, man erntete bloß Undank dafür.„Nu glaub' ich doch, daß ich was läuten gehört Hobe." sagte er.„Wie— is sie nich dem Gesetz n' bißchen zu nah gekommen?" Der Schinder lachte Hohl auf.„Gewiß doch! Sie hat ihre Mutter totgeschlagen, wird behmtptet." Der Schnaps begann feine Wirkung auf ihn auszuüben. „Ach. Herrgott— ja, so kann es kommen." seufzte der Krugwirt, und er wand sich, als ob er Leibweh hätte.„Und nun willst du wohl zum König?" Lars Peter hob den Kopf.„Zum König?" fragte er. Der Gedanke überraschte ihn: vielleicht war das das Wunder. auf das er so lange gehofft hatte. „Ja, der König hat über Leben und Tod zu entscheiden. das weißt du doch. Kann er einen nicht leiden, so sagt er bloß: Macht mir den Burschen einen Kops türzer? Und ebenso kanu (je die Ketten lösen, wenn er Lust hat." „Und wie bekommt so ein armer Teufel wie ich wohl Zu- tritt zum König?" Der Schinder lachte hoffnungslos. „Den kann jeder verlangen," sagte der Wirt breit.„Ein jeder im Lande hat das Recht, vor seinem König zugelassen zu werden. Erkundig' dich nur in der Stadt? jedes Kind weiß, wo der König wohnt." „Das weiß man wohl auch selber," entgegnete Lars Peter mit Selbstgefühl.„Beinah war' man ja selber zur Garde ge- kommen und hätt' Posten vorm Schloß gestanden. Wären nicht die Plattfüße ein Hindernis gewesen, so--" „Ja, so einfach ist das denn doch nicht, denn er hat viele Wohnungen. Der König hat keinen Verkehr, siehst du, sinte- malen es nur den einen König im Lande gibt. Und immer nur mit seiner Frau zu schwatzen, das kann kein Teufel aushalten — der König so wenig wie wir gewöhnlichen Sterblichen. Drum langweilt er sich und zieht aus einem Schloß ins andre und spielt Aufbesuchkommen mit sich selbst. Deshalb mußt du gut rumftogen. Ein Fürsprecher ist auch nicht ohne. Du hast doch Geld bei dir?" „Ich Hab' für über hundert Kronen Waren draußen auf meinem Wagen." sagte Lars Peter, sich in die Brust werfend. „Ja, denn in der Hauptstadt gehn die meisten Türen schwer, wenn sie nicht geschmiert werden. Kann auch sein, daß die Schloßtore ein bißchen kreischen, aber dann—" Der Krugwirt rieb die Finger gegeneinander. „Dann schmieren wir eben," sagte Lars Peter mit großer Geste und brach auf. Er hatte jetzt gewasiigen Mut und brummte eine Melodie vor sich hin, wahrend er dem Pferde das Zaumzeug umlegte und den Wogen bestieg. Jetzt wußte er, welchen Weg er zu gehen hatte? und nun hieß es: vorwärtskommen und handeln. Tag und Nacht hatte es ihm vor Augen gestanden, daß er irgend etwas unternehmen, müsse, um Sörine aus dem Ge- sängnis zu befreien, aher was? Bei Nacht über die Ge- fängnismauer zu steigen und sie herauszuholen, wie man's in den Romanen los, dazu eignete er sich wohl nicht. Aber zum König gehen, das tonnte er! Ware er in seiner Jugend nicht aus ein Haar zur Wachmannschaft des Königs gekommen? „Er hat die Größe und den Bau!" hatte man damals gesagt. Aber dann hatte man ja seine Plattfüße entdeckt und ihn für ganz untauglich erklärt? ober, wie gesagt, auf ein Haar... 3. In des Königs Refidenz. Lars Petcr Hansen war rächt ortskundig in der Haupt- stadt. Als junger Bursche war er mit feinem Bater dort ge- wesen, später hatte sich nie eine Gelegenheit zu einer Reffe nach Kopenhagen geboten. Er und Sörine hatten oft genug davon gesprochen, mit den Waren hinzufahren und sie un- mittelbar an die großen Aufkäufer abzusetzen, statt sie den Umweg über die kleineren Aufkäufer daheim in der Provinz- stadt gehen zu lassen, aber es war immer beim Plänemachen geblieben. Heute jedoch sollte es unternommen werden. Er hatte sich eine große Firma gemerkt, deren Reklamen überall. in der Provinz zu sehen waren.„Skandinaviens größte Firma in Lumpen, Knochen und alten Metallen", so erzahlten die Plakate, und sie zahlte den„höchsten Tagespreis". Namentlich der letzte Umstand hatte es ihm angetan. Lars Peter stellte seine Berechnungen an, während er durch die Lynaby-Straße nach dem„Triangel" fuhr. Wenn er's ftach den Preisen zu Hause in seiner Kreisstadt berechnete, hatte er für gut hundert Kronen Waren auf dem Wagen? suchte er nun die Hauptstadt auf, so mußte er auf fünfund- zwanzig Kronen mehr rechnen können. Vielleicht reichte das aus, die Unkosten für Sörines Befreiung zu decke». Auf die Weise schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe, holte Sörine aus dem Gefängnis— und verdiente obendrein Geld! Es kam bloß darauf an. daß man die Sache richtig anpackte. Er lüftete den Schlapphut und wühlte in seiner Haarwildnis— er war guter Laune. Am„Triangel" hielt er an und fragte nach dem Weg. Dann bog er in den Blegdams-Weg ein ugd dann in eine Seitenstraße. Ueber einen hohen Zaun weg sah man Berge von altem, verrosteten Eisen: Spiralen und durchlöchertes Blech, verbogene eiserne Bettstellen, verbeulte rostrote Kohlen- kästen und Ämer. Hier mußte es sein. Ueber der Einfahrt zu. dem Grundstück stand: L e v i n s o h n u. Söhne. Export. Der Schinder bog durch den Tarweg ein und hielt am Ende des Hofes verblüfft an. Bor ihm dehnte sich ein endloser Komplex von Lagerplätzen und Schuppen hinter- und. hinter- einander, von eingefriedigten Haufen von Lumpen, schmutziger Watte und rostigem Eisenblech. Auf den Seiten waren wieder Höfe, und dahinter wieder andre. Er und der große Klaus konnten bis ans Ende der Zellen herumfahren und ein- sammeln, sie würden es nicht jertig bringen, nur einen von den Höfen zu füllen! Ueberwältigt faß er da und gaffte; den Hut harte er willkürlich verstohlen abgenommen. Aber dann nahm er sich zusammen, fuhr an einen der Schuppen heran und sprang ab. Er hörte Stimmen aus dem Innern und stieß die Tür auf. Drinnen' im Halbdunkel saßen ein paar junge Mädchen und sortierten irgend etwas Widerwärtiges. das wie blutige Zotteln aussah.(Fortj. folgte) ra »erben. Sie muß«in« Tat der Volk»Sffentllcht«it selbst sein, der Eltern. Lehrer und Schüler. Staat und Stadt kSnnen ihr nur die Voraussetzungen ihrer Entwicklungsmöglichkeiten geben. Der Aufruf, der Mitarbeiter werben will, enthält eine Reihe Leitsätze zum inneren und äußeren Ausbau des Schulwesens. Die Schule soll nicht lliucmchts- und Erziehungsanstalt sein, son- dern schlechthin die Lebens statte der Jugend, beherrscht von ihrem ureigenen Lebensgcseg. Paulsen will die Schule dem Schulmeister entreißen, um die schöpferische Kraft im Kinde auslösen zu können. Die Schule soll sein eine Stätte sinnvoller Arbeit, die tatsächliche Lebensbedürfnisse bestreitet. Das Kind soll in seiner Arbeit den gewaltigen Produktionsprozeß der Volks- Wirtschaft ahnen, soll anfangen, ihn werktätig zu begreifen. In der kommenden, wirtschaftlich und kulturell reicher entfalteten Gesell- schast wird die Schule den Arbeits» und Erbauungsftätteu der Menschheit zugeordnet. Das Kind wächst in Lebens- und Arbeits- gemeinfchaften natürlich heran, es dient der Gemeinschaft und die Gemeinschaft dient ihm. Die Schule soll sein der Weg des Kindes zu sich selbst, nicht zu Dogmen, Zwecken, Programmen. Sie kann nur unpolitisch und u n k i r ch l i ch sein, frei von dem un- erträglichen Zwang eines Bekenntnisses. Sie kann nur Einheit«- schule sein, eine einheitliche, aus innerer Notwendigkeit er- wachsen« Kulturveranstaltung vom Lindergarten bis zur Hochschule. Paulsen betonte, er sei Sozialist und unerschütterlich in seiner polltischen Ueberzeugung, aber sein Amt betrachte er nicht vom eng-parteiprogrammatischen Standpunkt au». Er gehe auch nicht mit einem fertigen Programm an das Schulwesen heran. sondern wolle die Schul« aus einen Weg führen, auf dem sie sich weiterentwickeln könne. Wenn die bürgerliche Gesellschaft, erklärt« er, nicht mitwirken will, so wird das Proletariat sich seine Schule schaffen. Wir wollen eine Schule des ganzen Volkes. Sollten aber die Sozialisten bei diesem Werk allein gelassen werden, so habe ich den Glauben an die historisch« Entwicklung und an die Masse, daß sie dann die neue Schule von unten auf durch» setzen wird. das dunkel um öen Strausberger Ueberfall. Trotz eifriger Arbeit waren bisher all« Bemühungen der Ber- liner und Strausberger Polizei, der Räuberbande auf die Spur zu kommen, vergeblich. Don den zuständ gen Behörden sind setzt IS MV M. als Belohnung für die Aufklärung des Derbrechens ausgesetzt worden. Wesentliche Bekundungen werden vier W a n- der vögel machen können, die, wie die Ermittelungen ergeben haben, vier Räuber begegnet sind, als diese am Sonnabend abend nach dem Bahnhof Strausberg-Ost gingen. Die Männer, zweifellos Mitglieder der Räuberbande, riefenden„Wandervögeln" zu, nicht weiter zu gehen, denn eben fei auf der Chausiee ein Autoonmibus überfallen und ausgeplündert worden. Dabei sagte noch einer der Männer zu einem anderen, »er soll« fa die Tasche festhalten". Diele Tasche, die, w!e mitge» teilt, einem Reisenden geraubt wurde, ist 50 Zentimeter lang und etwa 20 Zentimeter hoch. Sie ist aus braunem Rindleder gefertigt. das durch feine starke Benutzung stark nachgedunkelt ist. Di« Ber» schlösse waren schadhaft und reparaturbedürftig. Wer irgendwe'che zweckdienliche Angaben machen kann, möge sich umgehend bei Kriminalkommissar Werneburg, Zimmer 80 des Berliner Polizeipräsidiums, Hausanruf 601, melden. O Zwei«eitere Raubüberfäll« beschäftigen noch die Kriminalpolizei. I« der vergangenen Rächt gegen 12Vi Uhr wurde der Student Stefan P. aus der Genchiner Straß«, als er sich auf feinem Heimwege befand, am Lützowufer, In der Näh« der L u tz o w- brücke, von Wegelagerern überfallen und keiner Brieftasche, die 600 M. bares Geld enthielt, beraubt.— In oer Pettenkofer- st ras)« wurde ein Kaufmann aus der We chfelstroße überfallen. Jbm raubten die Wegelagerer eine Wildledern« Brieftasche mit 3000 M., einen Scheck über 1300 M. und eine goldene doppel- kapselig« Uhr. In beiden Fällen entkamen die Räuber unerkannt. Zum Landral de» kreise» vstprieguitz wurde der Regierungsassessor E g i d t gewäblt. Achtung, Oberfchlefler. die mit dem Gericht zu tu» habe», Um allen AbsiimmungSberecktigten die Teilnahm« an der Hb, stimmnng zu ermöglichen, hat der preußislbe Justizminister angeordnet, daß die Gerichte Gesuchen der Parteien, An. geklagten, Zeugen, Sachverstand gen, Schöffen oder Geschworenen, au» Anlaß der Abstimmung in Oberschlesien um Verlegung anstehender Verhandlungstermin« in weitestem Maße entgegen- kommen sollen. E» empfiehlt sich, derartige Anträge jetzt nach Bekanntgabe de« AbstimmungSterminS unverzüglich zu stellen « Der HauvtauSschuß der Erwerbslosenfürsorge hat folgende» be'chlossen: Diejenigen Erwerbslosen, die zur Abstimmung »au Oberschlesien reiien. sind für die Dauer ihrer Abweienbeit. die sich aus die Zeit vom S b i« St. M ä r z d. I. erstrecken dari, von der Kontrolle auf dem Arbeitsnachweis zu entbinden. Die Slammunlerstützung ist ihnen für die Dauer von ,wei Bochen im voraus zu gewähren, während die Zuschläge allwöchentlich an «die zurückbleibenden ZuichlagSberechtigten abzuführen find. Die Vorauszahlung erfolgt nur. wenn der ErweibSlose nachweist, daß er im Sefitze der AbstimmungSanswetse ist. In ZweifetSsällen erieili die Geschäftsstelle h-imattreuer Oberschlesier die nötige Su-k»,'ft. Da» Ende einer Segelfahrt. Gestern fanden Fischer in der Räbe von N a p u l h ein geteniertes Segelboot ,L o g a r y t b m u Da» Boot schleppte an einer Leine die Leiche eiiieS guigekleideten junge» Mannes mit sich. Bewobner von Kapuih wollen geieben haben, daß der Herr mit einer jungen D a m e die Havel ent» lang geiegelt war. In den Taichen deS Toten, der nach dem Forst- haute Templin gebracht wurde, fanv man ein« Hochvahnlane, eine Brieflasche mit einer Haarlocke und Pipiergeld. Durch eine offene Tür im Vorortzug bei Lichterfelde wurde der Dresdener Schnellzug, der Montag ll Uhr IS vormittags aui dem Anhalter Babnbof eingelrossen«it, gestreift. Es gab eine laute Detviianon. Wagenwand und Feiisterrabrnen de» Schnellzug? wurden beichädiat und durch berabiallende FenfteripOtier einer R- enden eine erhebliche Schnittwunde zugeiügl, eine andere leicht vei l tzi Der prei» für da» städtische Schweinefleisch, das in Meier Wo.t>e in den städti'che« vertaufsiiellen zur«uegabe gelangt, ist vom Magistrat auf>8 40 Mark für 1 Pfund herabgesetzt worden. Um da» Sleldergeld tu de» HuogeuhelkMteu führsn. wie wir berichteten, die Patienten der Hellstätte Grabows«« einen Kampf gegen die Sandesversicherungsanstalt Brandenburg. Den Entschluß, bei fortdauernder Derweizerung de» Kleidergeldes keine Liegekuren mehr zu machen, haben sie wegen Unnach- giebiukcit der Landesversicherungsanstalt inzwischen in die Tat uzn- Sie erwarten, daß die Patienten anderer Lungenheilstätten 'mit ihnen solidarisch erklären werden. Wir können nur be- dauern, daß«» zu diesem„Ciegekurftrei?" gekommen ist, der selbst- verständlich den ganzen Erfolg des Heilstättenauf- enthalte» in Frage stellt. Eine Modellansstellnng veranstaltet der Modell-Uieger-DuS Wien- tkrnl. Bergmannlir 107. bis tnll. 6. März. Die AuSttellunz ist von morgen« 10 Uhr bis abends S Uhr bei fteiem Eintritt geöffnet. Es geht um Gberfchlesieti! Der Tag der Abstimmung steht bevor. Hunderttausende rüsten sich zur Fahrt, um mit dem Stimmzettel in der Hand dafür ein- zutreten, daß Oberschlesien bei Deutschland bleibt. Ihr Eintreten für die deutsche Sache verhindert, daß 60 Proz. der deutschen Arbeiterschaft brotlos wird. Alles tun sie tür Euch, und nun bitten wir. uns zu helfe«, daß die zurückbleibcude« Kinder untergebracht werde«, und die Eltern beruhigt ihre Fahrt antreten können in dem Be- wußtsein, ihr« Kleinen find in guten Händen. Wer eines oder mehrere Kinder für die Zeit von 14 Tagen aufnehmen kann, der tue es im Interesse der großen Sache. Nennt uns Heime, Erholungsstätten. Anstalten usw., i» denen die Kleinen aufgenommen werden können. Jeder ist berufe» zu helfen; heftet iosort' Meldungen sind ,n richten an die OrtSgruppenberatungSstell« der vereinigten Verbände heimaitreuer Oberschlesier, Abt. Kinder- sürsorge. Berlin W 8, Französische Str. 59. sind Zum Beite« der Ferieokolouirtcu deS bevorstehenden Sommers et in der TrinlialiSkirche am Karl-August-Ptah tri Charlottenburg am Donnerstag, den 3. März, abend» s Ubr, ein Lichtbildervortrag stau. Dr. Sürth, Assistent an den Preußischen StaatSmuseen, wird über .Dt« deutsche» Dome« sprechen. Der Eintrittspreis ist recht niedrig AN 1 und 9 55. berechnet. Bersammlong aller Beamte» und Lugestetlten des Gefängnisses in Plötzentr« und des UntcrluchungS- und ZellengesängnisseS in Moabit beute,>/,? Ubr, im AiwShof, Perlebergcr Str. 26. Tagesordnung: 1. erwarten die Beamten von der Soziaidemokrati«? Referent: Adolf Buichick. 2. Frei« AuSlproche. DaS Erscheinen jede? Einzelnen ist dringend erforder- ich. Der S.P.D.>WerbeauSschuh der Iusttzbeamtcn. fionptvrrcin ffir GabelSbergcrsche Stenographie in Berlin E.B. Heute stjS Ubr Luiienstädtisibe Oberrealschule, 8 14, Dresdener Straße 113, und Hotel»Deutsch« Hoff. Luikauer Str. 15. Zilmschau. Eine Sandersilmvoritellnag für grast uns ttei» veronfialtet die Kulturabteiiung der Ufa mit dem BolkSkraftbund Sonntag, den 6. März. vormittag» st, 18 Uhr. in den Kammerlichtfvielea am Potsdam«, Platz. Zur Aiipd- ung gelangt der reizende Märchenfilm.Der kleine Muck'. Eintrittskarten 2,50 M.__ Hroß-Serline? partemachrichtea» heute. Mittwoch, den 2. März: tito£tsbe»> fCb«Äb# VA Ubr t» der übt SerfaBtcitium aller S.P.D.--<ÄteTrck...__ i Uhr bei. Großer, Str. 203., wichtige st it eu.t rörfütuitä. tsT Adr.! tzlbeab» 7V4 Ustr bei Schuck»t, Rsideredorser ose. tz, Sitzung sbmt» sich« SuMionii». Itz. Übt.: Abend« T Ilhe bel Schmitt, tzgiclefsir. 17, Funttionirsitzun». 77. Abt. lSchSnebergl- Dt» Fuicktionzrsitzuns findet nicht b-nue, sondern erst aw sireltog. den«. März, abend»« Uhr. bei Obst, Rariln.Luther-Str. S9, liner Str. 101, Miigliederorrsnmmlnng. Referent: Friedrich Bartels, M. d. L. 11t. Abt.(StSman): Abend, 7 Vi Uhr bei Bode, Lopenicker Sur. 112, Frauenabend. 122.«tt.(Bieadorf)! Abend, VA Ahr bei Borach, Marzahner Str. 81, Frauenabend. 138. Abt.(fiemtarft: Abend» 7 Uhr bei BStcher, Waldeiseefir., Ecke Ber- liner Straß«, Mitgllederoerfainmlung. Morgen, Voaverskag. den Z. März: I.«ret»(»Ute)! Abenb» 7 Uhr im„«ilraerh-«m'. Alt» Schtznh-ufer Str. 23,24. Sitzung de« Hesamtvorstande« mit den Abteilungaleitungen. 2. grei, Zrbeiterjngendveeein',»eferent: hsrnen ZSii-r-brltei �ugenüveranstoltunyen. heute abend i/f-S Ahr: : Jugendheim Schule, Berliner Str. t». Ritgliederverkammlung.— ugendbcim Lokal, Scdiinerlinder Str. 8, Mitgliederverfammlung.— "''' �"—' vortrage«: Schule, fHenl_______■___|_______._ I»., Friedrichshagen: Iug«nSt)etm Scharnweberstr. 105», Fortsetzung be- Bo „Die sozialistisch, Arbeiterbeweguilg.'— S-snRdbennnenr Zugendbetm Gotenburger Str. 2, Vortrag:„Au, dem Beraipcri'.— Srotz-Lichtersel «Sotenburger Str. 2, Vortrag:„Au, dem Bergioerk'.— Srotz-Lichterselbet?n- gcndheim Albrechtstr. 14e, Mitgliederversammlung.— ttaulebors! Jugendheim Adolistr. 25, Borrrag:„Der Lehrling'.— Lichtenbrrgl Zuaendheim Parkau« 10, .— Mahlebors! Jugendheim Schule. Waldersee'' .— Mariendors: Jugendheim Gumnasium, ttaiser WRfftWWPWWW.. Mitgliederversammlung. Mitgliederversammlung. Mitgliederversammlung.-««eben: iuatnol.____|.... enbheiin� Schul«, Putbuser Mitgliederversammlung— Osten sPctere�arge» Viertel)! Jugendheim Schul«, Stratzmannstr. 8. MLdchenabend.- Prenzlaaee Vorstadt: Zugendheim Seil«. sclderstr. 8, Vorirag:..Die Geschichte der Pariser Kommune'.— Rosen. tbal: Jugendheim Schule, SaNanienollre, Mitgliederversammlung.— SSdost tKtpcnicker Viertrl): Zugendherm Schule, Wrangclstr. 128, Mitoliedernersamm. jung.— SLbmeN: stentraliugendhelm Lindenstr. 3. 2. tzos� linke. 3 Tr., Di«- kufston, bcnd:„W'» lrhren uns die Landiagswahlenk'-.. leim Mllller.. 2. tzof lind ?'.— Semp! »ng.— Beb Eck« Triilstratze, Mitgliederversammlung. gendheim Schule. Koblenzer Straße, Mitgliederversammlung. ethoft Jugend» dtno: Jugend- - WUmersdors! Zu- Seiefkastev üer Neöaktioa. Brieslrch, An,kuns« mird pich' erteilt.— Zedne für den Brief- tasten bestimmten Anfrage rage man einen Buchstaben und»in« Rümmer bei. ckilia» Ansengen trage man in der Juristischen Sprachftu.rd«, Lindenstr. tz. 1. Hos Port. link», vor. Schriftstück« und Verträge find mitzubringen. H. ck. 17. Heimiulturperlaa, Wiesbaden, genügt al, Anschrift.— H.»etz. Steglitz. Wir erhalten den schwarzen Adler' regelmäßig. Steueröebatte öes Reichstags. (Schluß aus dem Hauptblatt.) Reichsfinanzminister Dr. wirkh: Ich habe nicht zum Wbau der Besitzsteuer» meine Hcmd ge- boten und werde das nienials tun. Auch Herrn Siinnes' Steuer- erllärungen werde» sorgfältig nachgeprüft. Wir müssen aber her- aus aus der bösen Atmosphäre, wo jede Nachprüfung der Steuer- Erklärung politischer Persönlichkeiten öffentlich erörtert wird, «och ehe das Verfahren abgeschlossen ist. An Erzberger ist niemals «in Strafbescheid ergangen: in der Angelegenheit Grußer unter« standen die Strafbescheide nicht meiner Kompetenz. 70 Fälle harren da noch der gerichtlichen Erledigung. Man kann nicht ohne weiteres ein Unrecht darin erblicken, wenn Staatsbeamte, bei den verhältnismäßig geringen staatlichen Gehältern, in den Dienst der Pri- vatindustrie treten. Bei dem Borwurf der nationalen Wurdelofig- keit gegen Staatssekretär Schröder muß man beachten, daß das böse Frage- und Antwortspiel am ersten Sitzungstage in Brüssel au» dem Zwang der gesamten Situation heraus geschaffen war. Die ungerechteste indirekte Steuer, die dauernd erhoben wird, ist das Weiterarbeilen der Notenpresse. lAllseüige Zustimmung.) Nur wenn man sämlliche Sieu ermöglich- ketten heranzieht, kann man überhaupt«ine Sanierung der beut- (!«.)-Ä(«.«n.) Abg. ftril(Soz.): an«: Im Gegensatz zur setzigen Stellung der deutschnationalen Fraktion ist st« im Juni 1920 für die Immunität Kerkhosfs em- getreten. Helfserich kann nichts an der Tatsache ändern, daß das Ergebnis der Boruntersuchung gegen Kerkhoff im Dohminkler Bo» richt anders erscheint als im Düsseldorfer. Ferner hat Regierung». rat Kaufmann zugegeben, daß der persönliche Eindruck Kerkhoff» Einfluß auf seinen Bericht gehabt hat. Wenn Helffench von der einseitigen Anhäufung der Besitzsteuer gesprochen und uns die Schuld gegeben Hot, daß wir jetzt aar neuen indirekten Steuern stehen, so stell« ich fest, daß, als w i r an d« Regierung tellnahmen. auch indirekt« Steuern erhöht wurden, wie die Umsatzsteuer, die Kofsiensteuer und die Tabaksteuer. In all den Jahren, als Helffe- rich Reichsschatzsekretär und Bizetanzler war, hat er kein« direkte« Steuern eingebracht, fondern nur indirekte mit der Wirkung, daß 1914— 1918 nur 502 Millionen an fortlaufenden direkten Steuern eingenommen wurden. Dem stehen im selben Zeitraum gegsn- Über an indirekten Steuern und Zöllen 7,2 Milliarden, an Ber- kehrssteuern 609 Millionen und an einer einmaligen Besitzabgabe etwas über 8 Milliarden, einschließlich Kriegsgewinnsteuern. Und da erklärt nun Helfferich, die Besttzsieuern seien«inseitig aufgehäuft worden: nein, in feiner Regierungszeii wurde das Volk mit indirekten Steuern derart belostet, daß jetzt nur das Miß- Verhältnis zwischen Besitz- und indirekten Steuern ausgegllM?» ist. Um der Noteninflatian zu begegnen, müssen erst einmal die»er steckten Millionen durch Rotenabstempelnng herausgezogen werde«. In den Steuerausschüssen sollten»ertret-r der verschiedensten Arten mm Steuerträgern sich befinden, sonst werden sie wieder wie ftüher ein« Versicherung auf Gegenseitigkeit dar- stellen. Bom Reichsnotopfer gebe ich zu, daß es für manche» Ab- gabepflichtigen einen schweren Schlag darstellt. Dies« können ja bei der Durchfühnma berücksichtigt werden. Abg. Kchnltz-Brmnberg lDnat.): Die Staatsanwaltschaft hat. ohne die Genehm lg'ing de« Reichstages zur Strafverfolgung«in- zuhulen. die sämtlichen Sachen Kerkhoff» vorsiegelt, so daß er vor dem Ruin stand.(Na. not sink».) Dos Hot d« Reichstag ei»- mutig mißbilligt. � Damit schließt die allgemeine Aussprach«. In der Einzelbe sprechung begründet Abg. Giebel(Soz.) die Entschließung, daß auf Prwatdienstvertrag angestellte Reichsbeamte nichr zugunsten jugendlicher Personen entlassen wer. den, und daß Entlassungen wegen Arbeitsmangels nur in der Reihenfolge der Berordnnng über Freimachung von �Arbeitsstellen vom 23. März 1919 vorgenommen werden Die Berfügung. welche dazu verpflichtet, zu 25 Prozent die Privaiangestellten in andere Arbeitsstellen abzuschieben, ist unsinnig und muß aufgehoben werden. Gewiß soll man überflüssig« Arbeiisträst« entlassen, aber nicht nur deshalb, weil sie auf Privotdienswertrag angestellt waren. Statt dessen hat man werbeschreiden an Gymnasien und Höhere Töchterschulen verschickt, daß sich jugendliche weiblich« Personen als Beawtenamoärterinnen melden möchten. Die«in- gearbeiteten Arbeitskräfte, zum Teil Familienväter, aber entläßt man. Das ist nicht nur etne soziale Ungerechtigkeit, sondern be- deutet in den Finanzämtern auch �eine völlige Lahmlegung der Steuereinziehung.(Beifall bei den Soz.) Die Ab gg. Malzahn(Komm.) und Simon-Franke»(U. Soz.) sprechen im gleichen Sinn«. Damit ist die berotung beendet: in der Einzelabstimmung wird die begründete Entschließung in ihrem ersten Absatz gegen die Stimmen der sozialistischen Partei abgelehnt, im zweiten Ab- satz«ins immig angenommen. Die Abgg. Körner(Dnat.) und Dorsch(Dnat.) wende» sich gegen die Behandlung der bäuerlichen Steuerträger durch die Fi- naNzäinte».— Der Haushalt des Finanzministeriums wird an. genommen,«besfo Reichsverkehrsmmifterillm(Abt. für Waffer- firaßen). Mittwoch 1 Uhr: Erhöhung der Postgebühren, Entlastung der Gerichte, kleine Borlagen.— Schluß: 7% Uhr. aller Welt. Abstimmungsgaunerei. Die Kriminalpolizei in Oppeln verhafieie den in die An- gelegenheit der Fälichung von Legilimationskaiien verwickelic» Woischauer Kaufmann Sempinsii. weil er gefälschte Legttima- iionSkarten für Vojowka-Mitglieder gekaust hatte. Ein Saplao unter Mordverdacht verhaftet. Vor einigen Tagen ist in Hannover in der räü'elhaiien Angelegenheit der Ermor- dung des Pr maner« Nölt« und der beiden Tö-bier de, Brasilia»««!» Fran Zeinick, die de» Morde» an den d»«i Unglücklichen verdächtig iii.»unniebr auch der Kaplan Bayer von der Tt.-Goiehord«- Kirch« in Minden verhafiet woiden, der der Tat verdächtig sein>ol>. Die Tragödie in der Mühle. Während die Bewohner der bei Seebeim an der Bergstraße(Hessens gelegenen sogenannten P'eiiermühle aus e»n«r Hochzeii abwesend waren, begehrte ein Mann Elntaß unter dem vorwaud.«entrolleur' zu feilt. Nach kurzem Wortwechsel schoß er die S1 jährige Tochter Sophie Hartman» meder. Der Täter wurde verhaktet. Bahnkatastrophe in Itardamerkka. B?> einem Zngznsammenstoß in der Näh« von E h i e a g o wurden 40 Personen getötet und»00 verwundet. fias y � �rV\\� O"* �,1 ui Mj'l i' I* Otatraftertrctrag und AlleiatMlrlcfe ttr Prerti : Branfentart«4 Benia: Carl Bert, BartMalMMeeTKattartMWtt.J. Telephon: PtaUtarg 11& Kl«»»rch re'TSf« ich«tine Berlobunfl mü Sftm Siadt- fetretäc Erich Bagon] für «llsgeiiobn«. 29/3 W öelMWll. Speisezimmer! Großes' ichweres Büfett, ganz entzückende Ausiütirunli, rund gebam, fchwere Anrichte mit Tisch, Stühlen, nur 5400 Bedeutend herabgesetzter Preis Bifichliaung tührt zum Kauf, Möbelhau»...... ZlgMitevgroßhligölg. Sc4. Ailtrk. für Wiedervertiiuier Dehiivi. Aletxaudcrulatz 2. t Tr. lZödl. ksLnigiin Bettfedernfabrik Essen- Ruhr H., Bichaferstr.S« ?eut,chlaud« griihtcs Svezial» baue in nur Bettsedern, Daune» u. Eiujchttttstoffen. 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Üb« 21 Jahre_ 16,- . weidL.. 21..12- Sierdurch erhähen sich die im i 70 der Sassensatznng genannten von den unständig Befchäiiiatcn zu zahleodeu Beltriga Slefe betragen vom 1. März 1921 ab: « Klaffe 1 für männl. Beificherte unter 1« Jahren M. 338 2 3, I: weibL männL meid!. männL weidi. 16 von 16—21, . 16-21. üb« 21 Jahre 2t. 3- 6.56 4M 8,40 6.30 0" f ujcuu m m Da» Sranlengeih deträgt: für Mtlg lieber der 1«laffe M. 8.75 •'"»'* SS m» m�m» ��25 0 0 0 j* 0 0 �»�5 0 0» �» 0 9«»««WW> die»ie�anteifen Pelxminfel(Mode le) 650, 975 850, 1000 ■P MMN M> Plfisehmäetel KrionnenuüitU iafgrf. 325, 475 250, 360 b3'iS<•' Ml Ä> Aitracrauai äotel Impr oeldenraSntel S�SvG. 358 437 85,115 SiiiiFgechaiÄiE iiiriiTläiiiiicfil htof.röcke 135, 215, 326, 430 JCUis- 1. Ui.for FrOhjalirs-Neulieiteii enorm billig FrühjabrsmoJelle, Covertcoat siestreitte, kmierteNeuhti en. 145, 212-b5J Manfelklelticr von 359—1200, Kostüme von 146— 140 J Sportjacken, Trikot, von'-5—290, Elnstänuagsklelder von 145.— an Westmann 1. 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In einem Artikel der.Flensburger Bolkszeitung' wird aege» die Be- nennung des neuen Schiffes mil dem Name«.Tirpitz" protesliex«. Zugleich wird mitgeteilt, datz die De» fiarbeiter in einer Abstimmung mit überwiegender Zahl über die Zweidrittelmehiheit beschlossen baden, das Schiff nicht vom Stapel zu lassen wegen, wie es �e&t. des anrüchigen Namens und der Auwssenheit b e- rll'chtiger Persönlichkeiten, wie Tirpitz usw.(Herr Tirpitz mag daraus seine mahloke Popularität ersehen.) Da ein Vennitllungsvorschlag ergebnislos verlief, sperrte die Direktion der Werst heute vormittag die gesamte Arbeiterschaft, etwa 2000 an der Zahl, aus. Tirpitz, der mit Stmnes und anderen Persönlichkeiten auf der Werft erschien. taufte da« Schiff auf seinen Namen. Der Stapellauf erfolgte in- dessen nicht. Unpolitistbe Reichswehr? 5m W e h ra u ss chu ß des Reichstage« wurde am Dienstag der§ 34 des Wehrgesetzes beraten, der den Angehörigen der Wehrmacht innerhalb des Dienstbereiches politische Betätigung sowie ferner die Teilnahme an politischen Versammlungen verbietet. Genosse E ch ö p f l i n wie» darauf hin. dah dies« Bestimmung un- gerechtfertigt ist. Soldaten im alten Sinn« gibt es nicht mehr, gereiften Männern könne man nicht verbieten, sich in Versammlungen politisch zu informieren. Die Behauptung, daß die Disziplin unter' graben werde, wenn politische Betätigung zugeloflen sei, bezeichnete Schöpflin mit Recht als Lorwand. Die Rechtsparteien schickten ihr« Generäle vor. v. Schach. v. Gollwitz usw. Diesen alten Gamaschentnäpfen ist natürlich ein politisch denkender Soldat etwas Undenkbares. Üchr Ideal sind offenbar Leute vom Schlage der stumpfsinnigen Prügelhelden des Breslauer Freikorps A u l o ck. die Kapp für einen B o l s ch e- misten gehalten haben. Aber auch der Demokrat Haas konnte sich nicht zur Ablehnung des§ 34 entschließen. Erst recht verteidigte diesen der Reichswehrmini st er Geßler. Er erklärte, wenn politische Betätigung in der Reichswehr zugelasien wäre, so würde es bald dahin kommen, daß die Politik der Regierung von der Reichswehr diktiert würde. Herr Geßler will eben nicht begreisen. daß die Politik nur verboten wird für die K a s« r n« und nicht sür das Ka s i n a. Insofern hatte der Unabhängige Ä u h n t vollkommen recht mit der Behauptung, daß die Offiziere trotz des§ 34 ihr« Truppe in reaktionärem Sinne beeinflussen würden.— Wir haben im„Borwärt»" schon zahlreich« Beispiele gebracht, wie das unter „nationalem" Deckmantel gemacht wird. Man hält einsah ein« deutschnationale Parteired« und läßt bei ,�>«utschnational das „deutsch" weg. Dann ist die Rede unpolitisch! Schließlich wurde§ 34 von der Mehrheit unverändert angenommen. Ferner wurde angenommen ein Antrag des Genosien Rod- bruch(Soz.), wonach sich die Ausbildung der Soldaten auch auf ihre st aot» bürgerlichen und oölkerrechtlichev Ver- pflichtungen in Krieg und Frieden erstrecken soll. Mit knapper Mehrheit wurde ein Antrag Dr. R o s»n s eld(U. Soz.) angenom. men, wonach die Soldaten das Recht haben sollten, nach steile Wahl Zeitungen zu halten. BezÄchn enderweise waren die Demotra- tan Dr. Haas und Reichswehrmmister Dr. Geßler auch gegen diesen Antrag aufgetreten, wobei Reichswehrminister Geßler der Wahrheit zuwider behauptete, in der Zeitungestage würde liberal vorgegangen. Wir haben hier zahlreich« Fälle namhaft gemacht, in denen der„Dorwärls" in Kasernen verboten wurde. Die Dr�slauer Alenschenschinöer. Am Dienstag wurde in der Zeugenvernehmung sortaesahren. Der Zeuge Heimlich wurde am 17. März abends durch elf«oldateu mittels Auto nach dem Schlosse gebracht, wo er Spießrukeu lausen mußte; dann wurde er zum Generalkommando gebracht und dort gestag:, ob er der Unabhängigen Sozialdemokratie angehöre. Noch vor tfcf Antwort erhielt er Faustschtöge ins Gesicht. Ein Leut- n a n t«orf ihm vor, daß er in Gaudan einen Offizier erschossen haben soll«. Er verneinte dieses, worauf ihm der Offizier den De- volver an den Hal» setzte und mit Ersicheßen drohte, falls er nicht die Wahrheit sage. E» würde ihm so gehen wie dem Juden Schottländer. Auch im Keller wurde ihm eine Pistole an die Stirn gesetzt, und er wurde mit Gummiknütteln und anderen harten Gegen- ständen bearbeitet. Der Angeklagt« Walter rief dem Leutnant zu: Schießt da» Aas doch tot! In einer Ecke brach verbeuge dann bewußtlos zusammen. Als er wieder zu sich kam, schlug der An- geklagt« Biskup auf ihn ein. und zwar solange, vi» er keinen Laut mehr von sich gab. Man wollte ihn durchaus zu einem Schnld- kennkni» zwingen. Bar Schmerzen bekannt« er sich schuldig. Der nächste Zeug«, D r. H a n s e n- Chemnitz, war zu jener Zeit Arzt beim Aickock-Bataillon. Cr schildert den Walter als einen stram- men Soldaten, aegen den er nichts Nachteiliges sagen kann»! Der Arzt Dr. Werth er, damals beim Freikorps Paulsen tätig, hat einzelne Zeugen untersucht. Die Leute hänen sich körperlich und geistig ganz gut besundenlü Der Zeuge. Schifssarbeiter Keller. wurde am IS. März früh 4 Uhr in seiner Wohnung in Ts-hansch aus dem Bett« oerhastet, ohne zu wissen, um was es sich Handel«. Es wurde ihm zur Last gelegt, sich politisch betätigt zu haben, ferner Maschinengewehre beseitigt zu haben. Irgendeine strafbare Hand- lung hatte er nicht begangen. Rjan brachte ihn in» Generalkom- mando und stellte ihm zunächst dem Oberleumant A u l o ck vor. Im Keller wurde er dann mit harten Gegenständen bearbeitet. Walter habe ihn den Mannschaften mit den Worten vorgeführt: Das ist der mit dem Eijernev kreuz. Keller stug tatsächlich berechtigter Weise da» Kreuz und hotte es angesteckt. Dann wurde der Zeuge wiederum mit einer Peitsche geschlagen. Der Zeuge will die drei Angeklagten mit voller Bestimmtheit wiedererkennen. Bon morgens bis abends mußte er mit dem Gesicht nach der Wand zu stehen. Walter habe den Befehl gegeben, sobald sich einer umdrehe oder spreche, iolle�«� er s ch o s s e n werden. Er beobachtete auch, daß alle Leute, die da» Zimmer betraten, schwer mißhandelt wurden. L i» k u p sei der H a u p t t ä t e r gewesen. Er habe ihn nur mit der P e i t s ch e oder Gummiknüppeln in der Hand gesehen. Der Arbeiter Schröder ist ebenfalls am 16. März in Klein- Z�chanfch aus dem Bett heraus von einer Aulock.Patrouille oerhastet worden. Auch er erklärt, daß er nach feiner Einlie�erung ins Generetk-m manda schwer mißhandelt morden sei, und zmor durch Schläge mit einem Stahlhelm. Der nächst« Zeuge, Arbeiter 5V i n k«. war am 16. März auf der Poß-Brücke. Cr wurde unter der Beschuldigung verhaftet, eine Bekanntmachung der.neuen Re- gierung abgerissen zu Hadem Im Generalkommando fragt« ihn eln 0sst>ier, ob er seine kalte Abreibung weghabe. Nach Benhuin der Frage mußte der Zeuge von abends 7 Uhr bis früh 11"hr nit dem Gesicht nach der Wand stehen. Aehnlich erguig es dem inchsttN Zeugen, dem Schmied Schaar, und dem Ardeiter I a n u s. I-. Genosse Friedrich Slampstr bat stöb einer Daimop'ration unter- zieben müssen, di« glücklich verlau'en ist. Er bofft(und feine Kollegen mit ihm!), daß er in einigen Woben mit triicke« Kräften wieder an die Arbeit für den.vorwärts" und die Partei gehen lonn. Die rechten Kerkhoff-parteien. Im Reichstag ließ am Dienstag der Finanzminister auf eine Beschwerde, daß bayerische Finanzämter auch von den Kosten der Beherbergung, Beköstigung und sonstigen Naturalleistungen der im Betrieb beschäftigten Arbeiter di« Umsatzsteuer erheben, erklären, das entspreche der Rechtslag«, da die Be- freiung von der Umsatzsteuer dann nicht gilt, wenn Familienangehörige, die im Betrieb beschäftigt werden, im Hause mitwohnen und mitbeköstigt werden In der Ctotsberatung spricht zum Reichsfinanzmini st e- rium zunächst Abg. keil(Soz.): Dr. H e l f f e r i ch Hot nicht, wie wir erwarteten, sich zu Be- ginn der Debatte zum Fall van den Kerkhoff geäußert, obwohl wir dem Kampfer für die gute Moral dieses Vorzugsrecht gern einge- räumt hätten. So wird Herr van den Kerkhoff erst nach mir seinen Helfferich finden Die Brüsseler Sachverständigen der Entente behaupten, unser Etat sür 1020 sei zu Propagandazwecken stark frisiert, insbesondere seien die Posten zur Ausführung des Friedensvertrages höher angesetzt als in Wirklichkeit. Ich bitte um Auskunft darüber, in der Hoffnung, daß dies« Angaben sich als unzutreffend erweisen. Natürlich müssen wie offen und ehrlich vorgehen. In Brüssel ist auch von den deutschen Sachverständigen nicht immer richtig gearbeitet worden. Unterstaatssekretär Schröder hat wieder- holt erklärt, daß unsere direkten Steuern schon unerträglich hoch seien, daß aber die indirekten Steuern noch einen weiteren Aus, bau ertrügen.(Hört, hört! links.) Diese Aeußerungen waren politisch würdelos, materiell aber völlig unbegründet Wir hallen einen Beamten für ungeeignet zur Wahrung deutscher Interessen im Ausland«, der nicht zu wissen scheint wie empört das deutsche Volk ist über das völlige Versagen in der Ausführung der Defitzsteuerpolitik. Weiß Schräder nicht, daß noch 10 bis 12 MWardeu in heimlichen verstecken der Besteuerung entzogen werden, kennt er nicht die Ausführungen von Havensteins über die unerträglich« Notlage der tuberkulösen und hungernden Großstadt- linder? Er aber macht Ausführungen über di« schwer« Not der Millionäre aus Grund faljcker Berechnungen..Infolgedessen haben die alliierten Sachverständigen empfohlen, die Besttzsteuern in Deutschland zu ermäßigen, die indirekten Steuern, z. B. die Umsatzsteuer aber zu erhöhen. Leider hat auch der Reichs- finanzminister sich hin und wieder von der Stenerlcheu der Besitzen- den beeinflussen lassen. Die Novelle zum Einkommensteuergesetz konnte wegen der Opposiklou eines Teils der Regierungsparleieu noch nicht verabschiedet werden. Man will dort den Steuerwnf in den oberen Stufen mildern. Wirkliche Unterstützung hat der Minister bei dem Gesetz nur von den Sozialdemokraten er- fahren. Zur Besteuerung der notwendigen Lebensbedürfnisse der Massen hat Graf Westarp für«inen bürgerlichen Steuerblock feine Dienste angeboten. Wenn etwa unter der Führung des Herrn van den Kerkhoff ein solcher Steuerblnck zustande käme(Unruhe rechts), dann wäre sofort die geschlossene Front der. ganzen deutschen Arbeiterschaft hergestellt Die Steuermoral ist untergraben worden durch den Kampf der Rechten gegen die Besitzstellern. Zum Fall van den Serkhoff beantragte» die Deutschnationalen zu Anfang dieser Session Aus- segung aller Slrasverfahren gegen kerkhoff, was einmütig ange- uommey wurde. Kerkhoff und seine Fraktion hatte nicht, wie Erz» berger, das Bedürfnis, die Immunität aufzuheben. Und dann hatte Serkhoff nichts Eiligere» zu tun. als unter dem Schuh der Immunität die Siegel von seinem Geßsschrnuk sirasbarermeise zu entfernen.(Hört, hört!) Abg. Schultz- Bromberg stellte da- mals die Aufklärung dieser Angelegenheit in nächste Aussicht. Kerk- hoff hat die Aufklärung planmäßig verhindert Er entfernte di« Siegel, verweigerte die wichtigsten Auskünfte und machte sich die Diebstähle der entscheidenden Akten zunutze. Dann ließ er sich vom Flnanzamk Vohwinkel ein gefälschte» Ehrenzeuguis ausstellen.(Abg. Helfferich(Dnat.): Wer hat gefälscht?) Das wollen wir gerade wissen, ich frage den Finanzminister, wie der Vorstand des Finanzamts Vohwinkel zu der Ausstellung dieses ge- fälschten Ehrenzeugnisses gekommen ist. Die ganzen Schiebungen und Bestechungen sind in diesem Falle schon vor der Reooluliou. passiert zur Zeit der glorreichen Aera helsserichs. Und die Be- 1 stechun�szelber sind gezahlt an kaiserliche Beamte und Offiziere.[ Wegen des Eiegelbruchs muh der Staatsanwall noch einmal«in' Derfohren beantragen, denn dies gemeine Vergehen hat van den Kerkhoff erst nach der Versagung der Genehmigung durch den Reichstag begangen. Ich frage den Finanzminister, was es mit dem Fall der Firma Wagner auf sich hat? Herr Wagner, dsx Herrn van den Kerkhoff nicht ganz fernsteht, ist ebenfalls in«in Verfahren wegen großer Steuerhinter- ziehungen verwickelt Weller frage ich: was geschieht mll Steuerbeamteu. die fich zu Illwe laden lasten von Steuerpsliibtigen. deren Steuererklärungen beaaslandet waren. Wie löst sich da« Rätset dah viel« Indufmekömge trotz Reichsna topfer und anderer Besttzsteuern ei» vielfach größeres vermögen besttzgn. als vor dem» Kriege? Ist es richtig, daß Herr Stlnoes sich weigert, seine eigenen Steuererklärungen zu unterschreiben? Man sollte die Steuererklä- rungen von einer gewisten hohen Einkommensstuf« an zur öffentlichen Einsicht auslegen(Sehr richtig!) Besonder» die Kundschaft des Schieberbankbauie» Grußer sollte samt den hinterzogen«» Steuer« betrögen öffentlich bekanntgemacht werden. Herr Helfferich sowie■ die„Deutsche Tageszeitung" und die„Deutsche Zeitung" mühten dieses Verlangen eigentlich unterstützen, da sie es waren, die feierlich„feftsreltten". daß kein Mitglied des Hohenzollernhaufe» in irgendwelchen finanziellen Beziehungen zu G r u ß« r stände. Herr Abg. Kahl wird sicher auch daiür sein.(Abg. Kahl sD.Vp.s nickt.) Wir werden also gemeinsam diesen Antrag stellen.(Abg. Kahl: Sehr gut!) Natürlich müsten auch di« Namen derer genannt werden, die mit Strafbescheiden davongekommen find.-(Abg. Kahl: Ganz einverstanden!) Kann der Finanzminister erklären, wie es eigentlich kommt, daß die Sundschaft be» hause» Grußer nur Strafbescheide erhalten hat. während gegen Erzberger Strafverfolgung eingeleitet ist? Ist Erzberger der Steuerhinterziehung schuldig, muß er � natürlich seinen Richter finden: ist er aber unschuldig und wird er nur aus politischen Gründen verfolgt und verleumdet so muß er den Schutz des Hauses finden. Der Kampf gegen Erzberger ist kein Kampf für die Steuermoral, sondern der Kampf der Drückeberger vor der Steuerobgabe gegen die steuerliche Belastung des Lejitzes.(Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Helfferich(Dnat): Mein« Wortmeldung als Mllbe- richterstatter lag gestern in der Tat vor. Berichterstatter war eigeret» lich Abg. Henk«, aber er erschien nicht(Zuruf link«: Dr. Hertz halle den Austrag vom Ausschuß!) Meine Fraktion erklärt daß sie die Beschuldigungen gegen Kerkhoff eingehend geprüft hat mit dem Ergebnis, daß die gegen ihn erhobenen Vorwürfe noch Lage der amtlichen Ermittlungen nicht erwiesen sind. Kerkhoff hat selbst Untersuchung beantragt. Zur vollen Aufklärung tritt auf seine Bitte die Fraktion für die Aufhebung der Immunität ein. Es ist un- wahr, daß Kerkhoff den Behörden Auskünfte und Aufklärungen verweigert hat. Ebenso fehll jeder Beweis, dah sich Kerkhoff den Diebstahl seiner Akten zunutze gemacht habe. Ich bedauere, daß Abg. Keil einem unserer Vertreter in London, dem Staatssekretär Schröder, derart in den Rücken fiel. Daß die Novellen noch nicht, erledigt find, ist nicht unser« Schuld.- Neue indirekte Steuern find unvermeidlich, und wenn Sie(zu den Soz.) damit gegen uns agttieren wollen, so werden wir ljhnen schon das Agttationswasser abgraben. Da» Be- stizabZabengesetz kann in der jetzigen Form nicht durchgeführt werden: das hat auch Abg. Kell einmal zugegeben. 'leichsfinanzminister Dr. wirih: Ich werde mich nur mtt äußerster Vorsicht zu den vorliegenden Fällen äußern, denn die Herren von rechts kehren bei solchen Fällen den Stiel gern um. So heißt es in einem Artikel der„Kreuzzettung", den ich seither immer bei mir. trage(Heiterkeit), Kerkhoff sei selbst der Meinung, daß die Akten nicht zufällig, sondern nur darum ver- schwunden seien, um einen Fall Kerkhoff überhaupt möglich zu machen! Auch die„Täglich« Rundschau", die doch einer Reglerungspartei nicht gar so ferne steht, nimmt solche Schmutzereien auf wle: „Auf Veranlassung Dr. Wirths ist wohl das belastende Gutachten des ersten Bearbeiters der Erzbergerschen Steuerhinterziehung unbeachtet geblieben." Ich habe mich streng gehütet, irgendwie in das schwebende Erzberger-Verfahren einzugreifen. Doch je sorg- fälliger und zurückhallender sich der Finanzminister benimmt, um so schärfer wird er von recht» angegriffen, so daß eines der führende» Blätter der Rechten vom „Fall Serkhoff oder Fall wirkh" schrieb! Die Erklärung Helfferich? im Namen semer Fraktion ist mir sehr erwünscht. Auch ich habe die Angelegenheit weiter verfolgt habe mtt die betreffenden Beamten aus Vohwinkel und Düsseldorf hierher kommen lasse» und erwart« jetzt weiteren Bericht auch vom Regierungsrat Lauf- mann. Ich habe ihn insbesondere eingehend gesragl, ob er seine damalige Erklärung irgendwie von außen beeinflußt abgegeben hat die über die Erklärung hinausgegangen ist, wie sie vorher im Finanzamt vereinbort worden war. Er erklärt, daß er von keiner Sette beeinflußt worden ist, Dem Geschäftsordnungsaue» schuh bin ich bereit, Auskunst über den Fall Erzberger zu geben. Bei der Entscheidung über die Immunität Erzberger» wird ausführlich darüber gesprochen werden. Die Angriffe Keils gegen Staats- fekretär Schröder muß Ich auf das schärfste zurückweisen. Der Staatssekretär hat in Brüssel und anderswo sehr schwere Stunden durchgemacht und die Regierung ist ihm dankbar, daß er sie auf sich genommen hat Die Behauptung, daß er zur Vertretung deutscher Interessen ungeeignet sei, schießt über das Ziel weit hinaus.(Zu- rufe rechts.) Wenn die Zeitungen der Rechten Angriffe bringen, dann zucken Sie(nach rechts) nicht mit den Augen. Da ist die Ehre eines Mitmenschen Ihnen gleichgültig. Es war den Sachverständigen in Brüssel nicht zu verwehren, gewissen steuerlichen Ueberzeugungen Ausdruck zu geben. Die einzelnen Punkte können im Ausschuß nachgeprüft werden. Der Etat war keineswegs frisiert Wir rechneten mtt 40 Milliarden Fehlbettag. doch hat jetzt der ordentliche Haushall einen Fehlbettoq von 62,3 Milliarden, dazu kommt der Fehlbetrag der Eisenbahnen mtt 16,4 und der der Post mtt 2L Milliarden. Im ganzen ist ein Fehlbetrag von ktö.K Milliarden zu verzeichnen. Wenn die Alliierten nur«inen Augenblick unseren Haushall ansehen, dann müsten sie sich leicht davon überzeugen, daß unsere Etatszahlen stimmen. Dasselbe gill von den B e sa tz u n g e- tosten. Der Etat für 1921 hat einen ordentlichen Bedarf von 44V Milliarden. Der außerordentliche Haushalt für 1921 weist heute schon einen Fehlbetrag vo» 42% Milliarden aus. Wir kommen schon in diesem Jahr« um einen desinttioen Versuch der Ordnung unseres. ordentlichen Haushalls nicht herum. Die"o# gesamte Schuldverpslichtung des deutschen Volkes beträgt heute schon: Fundierte Schuld 8S,8 Milliarden, schwebende Schuld 161,54 Milliarden: Zahlungsverpflichtungen des Reiches 11- Milliarden, Sicherheitsleistungen 7 Milliarden, fundierte Eisenbahn- schulden und Restkaufgeld 21 Milliarden, Ersatz der Kriegsauswen» düngen der Länder IS Milliarden, Summa: 200 Milliarden Mark Schulden. Zur Beseitigung oder zum Abbau der Desttzsteuer kann kein Fi- nanzminister die Hand bieten. Anttägen auf Abbau der oberen Einkommenstufen kann ich nicht zustimmen. Meine Finanzführung ist in Zukunft unmöglich ohne Läsung des Problems yxuer Steuern. Eine zu große Verstärkung der direkten Steuern eines'bereits damit überlasteten Volkes schwächt die Konsumtraft des Volkes, aus der die indttekten Steuern sich ergeben sollen. Zlbg. Dr. Hertz(ll. Soz.): Die deutschnationalen Abgg. Schultz- Bromberg und Helfferich haben im Ausschuß den Finanzminister mit allen Mitteln zur Anerkennung der Ehrenerklärung des Finanz- amts Vohwinkel zu prosten gesucht Unter der Wucht des Materials mußten sie sich dann dazu bequemen, di« Forderung einer Ehren- erklärung als nicht mehr berechtigt zu bezeichnen. Ist es richtig, daß die helfferich und Westarp die Verfasser des unzutteffenden Ausschußberichtes in der.Flreuzzeitung" sind? Der Widerspruch zwischen der Erklärung des Finanzamtes Boh- winkel und der des Landesfinanzamtes Düsseldorf berechtigt zu dem Vorwurf einer gefälschten Ehrenerklärung. Kerkhoff hat merkwürdigerweise nicht einmal eine Abschrift der Unterlagen zurückbehal- ten, wie es seder Steuerzahler tut Leider Handell es sich nicht um einen Einzelfall. Kerkhoff h.u ja auch hier unter dem Mantel öffem licher Interessen versucht. jZrivatgcschäste Ju machen. Hier hat er abgestritten, irgend etwas mit der Firma Wagner u. Cngler zu tun zu haben: dabei ist er Direkkor der Aktiengesellschaft Krone, in deren Besitz sich diese Firma befindet. Das Disziplinarverfahren gegen einen höheren Beamten des Wirtschaftsministeriums wird im Inter- esse Kerkhoffs absichtlich verschleppt.(Bewegung.) Dieser Mann spiell» sich in seiner Heimat als Vorkämpfer gegen die Korruption auf. Am Niederrhein wird behauptet, daß Finanzbeamte gegen Be- zahlung falsche Steuererklärungen ausfertigen. Wieviel Beamte sind zur Prioatindustrie übergegangen? Als die Arbeiterschaft empört war über die Lohnabzüge, ist man mit staatlichen Machtmitteln gegen sie vorgegangen. Auch gegen diese Drückeberger müssen schärfere Maßnahmen Platz greifen Man darf nicht in einem Augenblick neue indirekte Steuern ankündigen, wo die Besttzsteuern infolge der veränderten wtttschaftlichen Verhältnisse viel milder geworden ssnd. Besonder» unerhört wäre die Verwirklichung de» Pione», die Zucker st euer um 700 Proz. zu erhöhen. Schon heute v c r- taufen viele Proletarier ihre Zuckertarten. weil sie sich den Zucker nicht mehr leisten können. Wenn der Minister die deutschen Finanzen sanieren will, so werden wir ihn gern unterstützen, solang« e« fidi um wirklich gerechtfertigte Steuern Handell: eine Erhöhung der in- direven Steuern aber würde mit allen Mitteln rücksichtslos bekämpft (Lebhafter Beifall bei den ll. Soz.) (Schluß in der Beilage.) Prozeß Sonnenfelö unÜ Geaoffen. Die Diensiagvonnittagssitzung nahm einen recht eintönigen Verlauf, da es sich leMglick, um die rechnerische Klarstellung der ein- zelnen Lieferungen an die Morketenderel des Korps L ü t t w i tz handelte. Es mußten deshalb sämtliche Rechnungen zur Verlesung gebrocht werden. Hieran schloß sich eine zahlenmäßige Erörterung der einzelnen Posten. E» wurde dann über Sonnenfelds Heber- preise verhandelt und wiederum wurde v. Frankenberg tzurck Sonnenfeld Voter und Sohn belastet. Donnerstag Fortsetzung. GewerA�aftsbowegung Neuer kommunistischer Unfug in Verzug. Eine örtliche Differenz in den A m b i- W e r k e n, Ober- ffbßiietDeide, soll allem Anschein nach wieder einmal dazu dienen, eine k a m m u n i st i s ch e„A k t i t) n", zu veranstalten. Die bekannten revolutionären Obleute unter Führung von S ch w a r z wollen den Konflikt benutzen» eine gewaltsame Schließung anderer Großbetriebe. zunächst des Kabelwerks Oberspree, zu erzwingen. Schon gestern, Dienstag nachmittag, erschien eine große An- zahl Kollegen von Ambi im Kabelwerk mit der Erklärung, morgen srüh wiederzukommen, um die Arbeiter evtl. g e- m a ltsam herauszuholen. Der„Fall Loewe sollte den Arbeitern eine Warnung sein und sie veranlassen, bei diesem neuesten kommunistischen Unsinn kaltes Blut zu bewahren und sich auf keinen Fall durch gewaltsame Drohungen einschüchtern zu lassen. Wer übt Terror! In unserer Morgenausgabe vom 2�. Februar gaben wir unter obiger Ueberschrift ein Schreiben bekannt, dos der Snndikus des Slrbeityeberverbandes der cherren- und Knaben- kleiderfabrikanten an eine diesem Aerbande nicht ange- berende Firma richtete, die nicht am Streit beteiligt ist. In diesem Tcbreiben wurde der Firma angedroht, daß man ihr»cheikomnien� und diese Drohung..wahrmachen' werde. Ueber die Derösfent. lichung seines Schreibens durch uns war der Arbeiigebervcrband dermaßen entrüstet, daß er der fraglichen Finna abermals ein lcitgercz Schreiben zugehen ließ. Wir versagen es uns, den ganzen Brief hier abzudrucken, um so mehr, als wir Wert darauf legen, unseren Lesern nur solche Arbeiten zu unterbreiten, die in einem einwandfreien Deutsch geschrieben sind. Einige Stellen rnogen aber doch hierher gesetzt werden, um zu zeigen, mit weichen Mitteln van Arbeitgeberseite gearbeitet wird. Es heißt in dein Schreiben u. a.: „Wir werden Ihnen nun einmal zeigen, wie man gegen Firmen wie die Ihrige vorgehen muß. Wir erlauben Ihnen auch, diese» Schreiben dem Schneideroerband zur Verösfentlichuna einzusenden, denn Sie würden Ihre cheldentat dadurch nur noch verschönern.' Es folgt dann eine lange Auseinandersetzung darüber, was Terror ist. Den Arbeitern wird vorgeworfen, daß sie Streik- brecher schlagen und mit Gewalt von der Arbeitsstätte fern- b-ten. Die Arbeitgeber hingegen wehren sich nur„mit w i r t- schaftlichen Kompsmitteln, aber nicht durch Anwendung der rohen Gewalt'. Wie diese wirtschaftlichen Kampfmittel aussehen, zeigt der Schluß des Briefes, der folgenden Wortlaut hat: „Sie haben, das bewnen wir nochmals, sich mit Ruhm bedeckt. Run sollen Sie den Unterzeichneten auf dem Plan finden. Er wird Ihr Verhalten nicht allein den Liefe- rantenverbänden schildern und um die Sperre ersuchen, sondern es auch den Detailfirmen mitteilen. gez. W. Stern. Syndikus Loewe nstein.' Wir wiederholen noch einmal unser« Frage: Wer übt Terror? Aach dieser neuesten Leistung des Verbandes der Herren- und Knobenkleiderfabrikanten kann die Antwort nicht schwer fallen. Herr Stern kann sich dazu gratulieren, daß er der Vertreter eines Ar- beitgeberverbondes und nicht einer Arbeiwehmerorgani- setjon ist. Sonst würde er sicherlich schon einen Staatsanwalt„auf dem Plan finden', der gegen ihn wegen Nötigung die Klage er- heben würd' 14. verbanüstag See Söttcher. Frankfurt«. M„ LS. Februar. Im hiesigen Gewerkschaftshaus begann heut« der Verbands' tag der Böttcher und B ö l t ch e r e i h i l f S ar b e it e r Deutschland». Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund ist durck Graßmann vertreten. Verbandsvorsitzender Winkelmann- Bremen eröffnete die Tagung mit einem Hinweis auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage Deutschlands. Das Gebot der Stunde für �die deutsche Arbeiterschaft sei, einig und geschlossen zu s am menzu- stehen, um nicht allein dem wieder kühner werdenden Unter- nebmertum, sondern auch dem' Pariser Diktat ein Paroli zubieten. Als Vorsitzende wurden S t e i n- Hamburg und Müller- Frankfurt a. M. gewählt. Nach Erledigung geschäftlicher Formali- täten erstattete Wagner-Bremen den Geschäftsbericht. Er besprach eingehend die Vorgänge bei der Revolution in Bremen, wo die Täligkeil der Gewerkschaften durch das Borgeben der Unabhängigen und Kommunisten stark beeinträchtigt wurde. Das Berbandsorgan wurde unter Zensur gestellt und die BerbandSbureauS zeitweilig geschlossen. Verbandsvorsitzender Winkelmann trat in die bremische Regierung ein. Aus Grund dieser Tätigkeit werden gegen Winkelmann bestige Angriffe erhoben, die sich zu einer größere« Beschwerde verdichteten, über die der BerbandStag entscheiden wird.— Wie andere Organisationen nahm auch der Verband der Böttcher nach der Revolution«inen starken Aufschwung, der die Anstellung weiterer Kräfte im Zentralvorsiand nötig mochte. Der Berichterstatter besprach dann noch eingehend die Grenzstreitigkeiten mit anderen Verbänden, wie den Brauern, Fabrikarbeitern' und Holzarbeitern. Trotz de« Ein- greifens der Generalkommisfion konnten die Differenzen nicht zur Zufriedenheit erledigt werdeil. Den Bericht der Revisoren erstaticte sodann Bagniewsli- Dresden und den Bericht des Ausschusses B ö t t g e r-Hannover. An die deutschen Strumpfwirker! Unserer Redaktion ging gestern abend ein Telegramm au» Buenos Aires zu, in dem mitgeteilt wird, daß sich die dortigen Strumpfwirker im Streik befinden. Agenten sind auch in Deutschland tätig, um Streikbrecher zu werben. Wir bringen diese Mitteilung zur Kenntnis der deutschen Strumpfwirker und erwarten, daß sie sich nicht dazu hergeben, ihren streileuden Käme- raden in den Rücken zu fallen. Drohender Streit in den Konditoreien. Trotzdem der Schlichtungsausschuß durch zwei Schiedssprüche die Löhne für da, Konditoreipersonal in dnrchau» bescheidenea Grenzen festsetzte, haben die Arbeitgeber diese beiden Schiedssprüche abgelehnt. Sie erklären, daß die Wirtschaftlichkeit der Betriebe in Frag« gestellt würde, daß eine Preiserhöhung nicht mehr möglich sei. Das letztere mag zutreffen, aber die Herren vergessen zu erwähnen, daß sie die Preise bisher so hoch schraubten. daß die Käufer sich dagegen auflehnten. Die Wirtschaftlichkeit der Betriebe ist auch nicht in Frag« gestellt, wo sich der Unter- nehmer um seinen Betrieb kümmert. Ist es einem anderen Klein- Handwerker möglich, reckst oft tagelang von seinem Geschäft fern zu bleiben und dem Iagdvergnügen zu frönen oder kostspielige Reisen zu unternehmen? Sie sehnen die Zeiten wieder herbei, wo sie den Gehilsen mit 30 bis 50 M. Monatssalär abspeisen konnten, stellten wir doch noch im Frühjahr 1919 fest, daß Familienväter für 35 Wochenlohn arbeiteten. Die Angestellten sehen nun tagtäglich den Unterschied ihrer Lebenshaltung und der ihrer Arbeitgeber, sie sehen den Luxus, der getrieben wird, und die Erbitterung über die scharfmacherischen Maßnahmen steigt aufs höchste. Lenken die Arbeitgeber nicht im letzten Moment ein, ist der Streik unvermeidlich. Die Organisation ist gewillt, den Kampf mit allen Mitteln durchzuführen, und sie appelliert dabei an die Mithilf« des Publikums. Wir haben bei der Gewerkschafts» kommission den Boykott beantragt und bitten alle Geschäftsleute, Restaurateure usw., welche gewillt sind, den Verkauf von Konditorei- waren zu übernehmen, ihre Adresse nach dem Derbandsbureau zu melden. Da eine ganze Reche Arbeitgeber uns dw Bewilligung zugesagt haben, sind wir in der Lage, in jedem Bezirk leistungsfähige Kondttoreien nochzuweisen. Do noch ein großer Teil Angestellter in Kost und Logis sich befindet, bitten wir die Genoffen, welche bereit sind, solchen Kollegen beim Streik vorübergehend Aufenthalt zu ge- währen, um die Angabe ihrer Adressen. Die Angestellten aber bitten wir, die Ruhe zu bewahren und die Parole der Organifations- leitung abzuwarten. Zentralverband der Bäcker und Konditoren. Berlin, Engeluser 14/15 III, Telephon: Moritzplatz 2396. Streik der Koloristinue«. Di« Koloristinnen. Heimarbeiterinnen und Veschäftigien bei selbständigen Koloriermeistern sind in der letzten Woche in den Ausstand getreten. Sie kämpfen um die Anerkennung des gefällten Schiedsspruchs, wonach der Lohn um 40 Proz. zu erhöhen ist. Die Koloristinnen sind mit dem Kolorieren der Buntpostkarten beschäftigt und verdienen durchschnittlich i m Akkordwöchentlich78Mark. Die berechtigte Erhöhung des Lohns um 30 M. ist seit Dezember v. I. gestellt. Seiten- der Zwischenmeister sind die Verhandlungen verschleppt worden. Man bat sich nicht dazu oerstehen können, entsprechend den» ersten Schieds- spruch des Schlichtungsausschusses die Löhne zu erhöhen. Kalo- ristinnen in den Photobetrieben baben infolge des Gesamtstreiks der Branche zurzeit einen Wochenlohn von 112 M., falls sie einen eigenen Hausstand haben 122 M. Das gab dem Verband der Buch- binder und Papierverarbeiter Veranlassung, mindestens diese Löhne für alle'Arbeiterinnen zu erreichen oder durch einen Streik das Zwischenmeistersystem niederzukämpfen. Don den Heimarbeiterinnen wird strenge Solidarität erwartet. Bericht über die Firmen, die den Schiedsspruch schon anerkannt haben, wird in der heute, nachmittags 3 Uhr, im Saal 11 des Gewerkschastshauses, Engelufer 15, stattfindenden Versammlung gegeben. Der Streik in der Luxuspapiersabrit Kutzner u. Berger, Jnh. Silberstein, Berlin N.. Lottumstr. 10, geht wetter, da sich der Inhaber dieser Firma nicht bereit erklären will, die Tariffötze anzu- erkennen. Di« Firma ist daher bis auf weiteres noch gesperrt! _ Die Streikleitung. Tie Wirtschastszeitnng deS Arbeiters ist die vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund heraus- gegeben«„Betriebsrätezeitung' geworden. Di« Februar- nummer(Nr. 9) bringt wiederum überaus reichen Inhalt, vor allem den Bericht über die Beirotssitzung in Berlin. Eingeheich behandelt wird das Problem der P r o d u k t i o n» k ontr o ll s, die Stellung der Betriebsräte zu den Werkskonsum anstaltey, Psycho» technik und Betriebswcssenschaft: ein Auffotz behandelt die Klarheit und Wahrheit in der Bilanz, ein anderer die Be- deutuvg der Organisation für die Perbilligung der Prdduktivu. Die Wirtschaftslage prüft eine Rundscha?!. die besonders wintschaftsgec»- graphische Kenntnisse vermittelt. In der Rubrik„Gesetz und Recht werden wichtige Beiträge gebracht. Bestellungen(vierteljährlich 3 Mk.) nimmt jedes Postamt entgegen. Jeder Arbeiter, der vor- w ä r t s strebt, findet hier die Schulung und Anregung, die er heut« dringender denn je braucht. Ter Budapester Leitung sstrcik. Die Verhandlungen zwischen den ausständigen Zeitungssetzera und den Druckereibesitzern haben bisher zu kein ejn E r g e b- nisgeführt. Durch Vermittlung der«.tzch nischen Nothilse ist es gelungen, abends eine Zeitung erschsina»d de» M-schietste»»cid Seilet. Die Aumeldungev z» dem sloatlichen Äeiiccrkursus lvom 7. bis IS. März i>. I.) haben sobald wie möglich bc! Herrn Rcchnungsrat Nick». Abteilung 2, Magozlnftr. 3/5, zu erfolgen.— Die Ortsverwaltung._ Wictfdyaft Einzahlungen auf da» Reichsnotopf«. Wie berichtet wird, ist der Gesamtbetrag des ReichsnotopferS«usgetamt auf 45 Milliarden geschätzt worden, von welcher Sume etwa ein« Milliarde in Form von Vorauszahlungen bereits im Jahre 1920. alfo bis zum I.April 1921. erboben werden durfte. Hiernach köirnteit bei einer Verzinsung von 5 Proz. 2,2 Milliarden als Zinsertrag für 1921 angerechner werden. Nun aber wird durch das Gesetz über die beschleunigte Erhebung de- ReichsnotopferS die Emziebung der Abgabe, soweil sie 10 Proz. des Vermögen» nicht übersteigt, mindesten» aber von Vs in zwei Raten am 1. Februar und 1. August vorgesehen. Von der Finanzverwallung wird demgemäß das Erträgnis aus LS Milliarden geschätzt, wovon je die Hälfte dem ReicdS- Haushalt von 1920 und 1921 zugute gebracht wird. Bon den 10 Milliarden deS Jahres 1921 wären zur Deckung eines Teils der Ausgaben deS außerordentlichen HanSbaltS 7.8 Milliarden ab«»- zweigen, so daß als Ecnnabmeaw'ay noch 2,2 Mrlltorden im odeut- lichen Haushalt zu buchen wären. Sllber-prelsftnrz. Die Hoffnung der Bimetallisten, den Preis des Silbers im Verhältnis zu Gold dauernd auf emer bestimmte« Höhe halten zu können, wird mehr und mehr zu Wasser. In der letzten Zeit ist ein arger Preissturz für das weiße Metall auf den, Weltmarkte erfolgt— allerdings ist auch der Goldpreis erheblich zurückgegangen, von Sgl/z Pence fiel Silber aus 32 Pence. Der Grund dieses Sturzes ist der gleiche, der schon früher immer auf den Silber- preis gedrückt hat. Einerseits ist die Silberprodukiion an und für sich groß und im letzten Jahre stark gesteigert worden,' anderer- seitS die Aufnahmefähigleit für das weiße Metall ein« beschränkte. China und Indien, die hauptsächlichsten Silberlonsumenten, haben neuerdings»hre Käufe gänzlich eingestellt, und dieS bewirkte deu Preissturz, von dem sich das Silber wohl nicht so beltz wird wieder erholen können. «erattvo. kür den rebci». Teil: Dr. Server«elser, Tvarwttenbilrg: für ilnzetgenz Tb. Glocke, Berlin. Verlag: Lorwürts-Veriag S. m. b. H.. Berlin. Druck: Bor» wärtS-Burboruckerel u. BerlaaZonNelt Daul Singer u. Co.. Berlin. Llobrnktr. S. Hier»» 1 Beilage. uk-irtol » Iii.....»___ sainen�sKPCf uro scunsrzjos Hühneraugen HarrchaulSdiMden uWarzeit Ja ilnnttie in■ Ornu 1 1 n vhäittdb HERMANN IIETZBmö Imhmi mk« SB m■™ B«■ M mümmm W rnKiim »i+ a+i»r».; '00\ . rar oen 17 � Oberhemden weiss, in» Pikee-Fallenelnsatz und festen Manschetten 95 00 Oberhemden fAfoo farbig, durchgehend Perkai, mit Ktappmanschetten■ und passendem steifen Kragen...............■ Nachthemden 5fös0 mit farbigem, waschechtem Besatz und Tasche..... Herren-Regensdiirme TC00 haltbare Qualität, mit Futteral......................./ Herpen-Regensdiirme QC00 Halbseid«, mit seidenem Futteral.................... Grosse Sortimente w Herren- Beinkleidern besonders preiswert, vorrätig in allen Grössen Sortiment I qrau gestreifter schwerer Stoff...... Z— Sortiment! 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