Nr. 257. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions Gebühr beträgt für dte fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Bor mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 3. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! | Die Kohlenarbeiter in 27 558 Arbeiter beschäftigt, darunter 2353 Frauen und 2129 giebt Gruben, in welchen ein erwachsener Mann täglich Offrau- Karwin. Der geringe Werth des Lohnes wird noch geschmälert jugendliche Arbeiter; 1892 verwandte man auch Kinder 34 Kreuzer, eine Frau über Tag 32 und ein jugendlicher von 12-14 Jahren während der Schulferien als Stein Arbeiter 29 Kreuzer*) verdient. Freilich steigen auch die ausklauber auf den Halden. Alle in Betrieb stehenden Häuerlöhne bis 2 Gulden und darüber, aber das sind von dem Der erste Mai dieses Jahres wurde von vielen Arbeitern Unternehmungen vertheilen sich auf nur neun Befizer. Es Ausnahmen und Durchschnittszahlen, und an den vielen des Ostrau Karwiner Steinkohlenbeckens als Feiertag be- fördern: die Zechen des Freiherrn von Rothschild über Lohne muß auch gelebt werden im Jahre, an welchen nicht gearbeitet gangen. Als die Belegschaften der Nordbahnschächte in 12 Millionen Meterzentner Kohle, die der Nordbahn über Tagen Polnisch- Ostrau mit Rücksicht auf den folgenden Feiertag-9 Millionen und die der Gebr. Guttmann rund 4 Millionen. wird. Im ganzen Gebiete find die Löhne in den letzten auf den 3. Mai fiel Christi Himmelfahrt- wie üblich nur Diese drei Unternehmen find eigentlich eins; Rothschild ist Jahren fortgesetzt gefallen. Noch vor 20 Jahren hat das eine achtstündige Schicht verfahren wollten, wurde ihnen das der Hauptaktionär der Nordbahn, die Guttmann sind durch Schnurgedinge für den Streckenbetrieb in der Kohle von den Werkbeamten untersagt; in einem Echacht wurden die ihn groß geworden und jetzt seine Rompagnons, fie be- 16 Gulden betragen, heute erhält der Arbeiter hierfür Arbeiter, welche nach achtstündiger Arbeit ausfahren wollten, herrschen den Kohlenmarkt in Wien und Innerösterreich 2 Gulden 50 Kreuzer bis 3 Gulden, und dabei war das zurückgehalten, die früher antretende Nachtschicht nicht in den vollständig. Im letzten Fasching hat einer dieser Guttmann Profil früher geringer als jetzt. Bei diesen Akkordarbeiten Schacht gelaffen. Dieses Vorgehen wurde beliebt, damit es nicht einen Hausball veranstaltet, der 42 600 Gulden kostete, ist der Arbeiter übrigens dem Beamten auf Gnade und scheine, als ob die Arbeiter mit der Feier des 1. Mai etwas Bigarren wurden dabei geraucht das Stück zu 3 Mart 20 Pf., Ungnade ausgeliefert. Entweder wird erst bei der Gedingerreicht hätten." Darauf hin begann der Streit, die Ar- und zum Dessert kamen für 4000 Gulden Erdbeeren auf abnahme, also nach vollendeter Arbeit, der giltige Lohnsatz bebeiter verlangten die achtstündige Schicht und eine Lohn- den Tisch. Rothschild ist auch der Hauptmacher bei der kannt gegeben oder höchstens acht Tage vor der Aberhöhung um 25 pCt. Eine Schaar Streifender wandte österreichischen Südbahn, diese muß, obgleich sie in Steier- nahme. In beiden Fällen kann der Arbeiter nicht mehr fich nach dem Dreifaltigkeitsschacht, um nachzusehen, ob dort mark sehr billige Kohlen bekommen könnte, theure Ostrauer zurück. Auch direkte Betrügereien seitens der Beamten gearbeitet werde, die Gendarmerie feuerte unter Steinkohlen verfeuern. Außer diesen drei theilen sich noch kommen vor, wie der Untersuchungsbericht darthut. die auf der Straße Daherziehenden; gleich die erste Salve vier Grafen, ein Erzherzog und eine Gewerkschaft in den durch warf mehr als zwanzig Personen in den Staub die Arbeiter erzielten Profit. Früher gab's noch einige durch die enorme Theuerung" in Mährisch- Ostrau, welche die des Weges, und, wie Graf Kanniz im österreichischen fleinere Unternehmungen, sie sind jetzt alle glücklich ver- auch der Bericht zugiebt, durch die späte Lohnzahlung Abgeordneteuhause mittheilte, waren die meisten der Geschluckt, der Hochadel und die Hochfinanz arbeiten Hand in Löhne werden monatlich und zwar ca. zwei Wochen nach tödteten in den Rüden getroffen. Diese Megeleider Hand und völlig unbeschränkt, der Volksmund nennt das dem Monatsschlusse ausgezahlt durch regelmäßige Abzüge und Strafen. In den meisten Gruben müssen die Arbeiter ihr tommandirende Gendarmerie- Wachtmeister hat unlängst erst ganze Gebiet nur mehr: das Reich Rothschild's. einen Drden bekommen entfeffelte einen Sturm des Un Die Arbeitszeit der Ostrauer Kohlengräber ist nominell Gezähn und Geleuchte selbst bezahlen. Aber auch dabei machen willens und der Entrüstung selbst in Bürgerkreisen; die eine sehr verschiedene, es giebt zwölf, zehn- und acht- manche Unternehmer noch einen Extraschnitt. Während ihnen österreichische Regierung wurde im Abgeordnetenhause ge- stündige Schichten. Aber die achtstündige steht nur auf dem selbst das Del pro Schicht nur 1½ Kreuzer fostet, rechnen nöthigt, eine Untersuchung über die Lage der Kohlenarbeiter Papier, zu ihr fommen noch wöchentlich bis fünf vier- fie es ihren Arbeitern bis zu 4 Kreuzer an. Viele Grubenim Oftrau- Karminer Becken zu veranstalten. Die Wiener stündige Zustandsschichten hinzu, viele Arbeiter wohnen verwaltungen machen wieder für andere Unternehmer die Berghauptmannschaft entsandte einen Referenten in das über eine Stunde vom Werke entfernt. Jeder Arbeiter ist Vermittler; so kommt es, daß es Abzüge giebt für Uniformen Streifgebiet, dieser verhörte 16 Betriebsbeamte, in 15 Gruppen verpflichtet, wegen des Verlesens und Gebetes eine halbe und Zivilkleider, für Feldpacht und Versicherungspolizen. 74 Arbeiter, darunter 19 entlassene, gab einige allgemeine Stunde früher beim Schacht zu erscheinen; das Herbeischaffen Die Strafen sind sehr hoch und gehen oft über die Höhe Daten aus Eigenem hinzu und so entstand der Bericht, des nöthigen Zimmerholzes muß außerhalb der Schichtdauer eines Schichtlohnes hinaus. Wer unreine Kohle fördert, der vor einigen Tagen dem österreichischen Abgeordnetens geschehen. In der Zeit vom Oktober bis März werden zahlt einen Gulden. Mancher Belegschaft werden in einer hause vorgelegt wurde. Es wäre besser gewesen, wenn die Verladungsarbeiten auch an den Sonntagen vorgenommen; Schicht 3 bis 4 Hunde( Kohlenkarren) gestrichen( nicht Untersuchung nicht der doch mehr oder weniger mit die Arbeitszeit der Verlader beträgt sechzehn und bezahlt). Bei derartigen Löhnen kann die Lebenshaltung der betheiligten Bergbehörde, sondern einem Unparteiischen über mehr Stunden. tragen worden wäre. Der Bericht rechnet auch in vielen Stücken Der Lohn, der für diese aufreibende Arbeit die Arbeiter nur eine erbärmliche sein. Die von den Unters mit ganz allgemeinen Zahlen, er ist ungenau und unvollständig; Schächte sind bis zu 597 Meter tiefgezahlt wird, ist nehmern eingerichteten Lebensmittelmagazine führen denn als unentbehrlich" Folgendes: Mehl, Sped, trotzdem enthält er des Beweiskräftigen soviel, daß man die Lage ein sehr geringer. Bei einer Zeche beträgt er im Durch auch der Kohlenarbeiter in Ostrau- Karwin nur als eine un- schnitt für den Häner nicht mehr als 25-30 Gulden im Seife, Erdäpfel, Hülsenfrüchte, Reis, Brot, Quark und Monat. menschliche bezeichnen kann. Dies scheint auch im Allgemeinen zuzu- Häringe. Auf den Betrieben des Grafen Wilczek wird das bei einer Das in Frage kommende Gebiet umfaßt eine zum Berg- treffen; anderen Zeche bekömmit jeder bau verliehene Gesammtfläche von 68 Millionen Quadrat- Häuer, dessen Bruttoverdienst über dreißig Gulden*) Der österreichische Gulden ist 1 Mart 64 Pf. werth und metern. Bei sämmtlichen Werken waren im Jahre 1893 hinausgeht zur Aufmunterung eine kleine Prämie. Es hat 100 Kreuzer; 1 Kreuzer ist also nicht viel mehr als 1/2 Pfennig. Feuilleton. Erinnerungen eines Kommunarden. Aus dem Französischen von Jakob Audorf. Paris, den 7. Juni 1871. Geehrter Herr Doktor! einmal, was das ist, die Güte", und ich will keine Anerkennung. Die Undankbarkeit, welche, wie jemand, ich 29 weiß nicht wer, gesagt hat, die Unabhängigkeit des Herzens ,, Da ich erfahren habe, daß Sie der Hinrichtung des darstellt, ist nach meiner Ansicht unsere erste Pflicht. Der Jacques Meylan beiwohnten, eines Menschen, der unglück jenige, welcher das Gute thut in der Hoffnung auf Belicher Weise mit mir denselben Namen trug und mit lohnung, sei es in dieser oder einer anderen Welt, ist nichts anderes als ein Spekulant." ,, Wie Sie auch Ihre gute Handlung nennen mögen, Herr Doktor, jedenfalls haben Sie sich um meine Person ein Verdienst erworben, denn niemand zwang Sie, mich zu Die Wunden, welche ich von mehreren Kugeln, die mich getroffen, erhalten, waren glücklicher Weise nicht gefährlich. Eine Rugel hatte meine linte Schulter getroffen und war unter dem Schlüsselbein, ohne dieses zu verlegen, hinten retten. Im Gegentheil!" wieder hinaus gegangen. Eine andere hatte die Muskeln Sie irren sich durchaus! Nur die Liebe zur Wissenmeines rechten Oberarmes zerrissen, jedoch gleichfalls, ohne schaft hieß mich so handeln wie ich gethan." ernstlich den Knochen zu schädigen. Ich begreife wohl, daß Sie Ihre Sympathie oder Aus meiner tiefen Ohnmacht erholte ich mich ver- Ihr Mitleid für die gefallenen Opfer nicht eingestehen hältnißmäßig schnell, doch konnte ich es erst nach und mögen." nach fassen, daß ich dem Leben erhalten oder wieder-" Opfer? Es giebt auf der Erde kein Opfer! Ich gegeben sei. fenne nur Fette und Magere, Starke und Schwache, Esser Ich war durch die vorhergehende Aufregung, körperliche und Gegeffene." Ermattung und den folgenden Blutverlust derart geschwächt, daß ich lange Zeit weder klar denken noch zu reden verlegte mochte. Nur sah ich von Zeit zu Zeit meinen seltsamen Retter um mich beschäftigt, wie er mit sonderbar leichter Hand meine Wunden untersuchte und verband. Eine alte in der Hand zu mir ins Zimmer. Tienerin pflegte mich in seiner Abwesenheit. Da zeigt sich ein schwieriger Umstand, den ich nicht Am zweiten Tage, nachdem mich in der Nacht das vorhergesehen habe und welcher meine Klugheit auf die Wundfieber tüchtig geschüttelt und ich mich in meiner Probe stellen wird", sprach er, sich meinem Bette nähernd. Phantasie unausgesetzt mit Sylvia beschäftigt hatte, war Wissen Sie? Ihre Rettung beginnt ein schwierigeres ich wieder etwas flarer bei Besinnung und ich konnte nicht Unternehmen zu werden, als ich mir gedacht und ist ganz umhin, den Doktor meinen Dank aussprechen. geeignet, die Eigenliebe eines Mannes der Wissenschaft zu Der Schall der Hausglocke erschreckte mich. Der Arzt einen Finger an die Lippen und horchte. Fürchten Sie nichts", flüsterte er, ich stehe für Alles." Einige Augenblicke nachher trat er mit einem Schreiben Mein guter Doftor", sprach ich zu ihm, ich danke erregen." Ihnen mein Leben. Wie werde ich Ihnen jemals meine Mit diesen Worten hielt er mir einen Brief hin, der Erkenntlichkeit bezeugen können." mit dem Stempel der Mairie des IX. Arrondissements " Ich bin nicht gut," antwortete er, indem er meine versehen war. Folgendes war der Inhalt des amtlich en Wunden fast schmerzlos verband, ich weiß selber nicht Schreibens: welchem ich jetzt gottlob nicht mehr verwechselt werden kann, so würde ich Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie mir seinen Todtenschein ausstellen wollten, ein Dokument, dessen ich dringend bedarf. Aus tluger Vorsicht, damit man nicht eines Tages vielleicht gar diesen Banditen, von welchen wir jetzt glücklicher Weise befreit sind, Denkmäler errichte und sie zu politischen Märtyrern mache, wird von Amtswegen die Ausfertigung von Todtenscheinen verweigert. Ich nehme deshalb meine Zuflucht zu Ihnen und bitte Sie, meinen Dank im Voraus anzunehmen. Genehmigen Sie, geehrter Herr Doktor, die Versicherung meiner Hochachtung. Baron Lucien Meylan, Oberstlieutenant der Nationalgarde ( der Ordnung), Nichter des Kriegsgerichts im IX. Arrondissement." Ich sehe nicht ein," sprach ich, nachdem der Doktor mir den Inhalt des Briefes mitgetheilt, was Sie hierbei beunruhigen kann." Sie müssen begreifen," erwiderte er mir, daß ich vor der Alternative stehe, entweder ein falsches Dokument auszustellen, oder aber dasselbe zu verweigern. Im letzteren Falle wird dieser Baron, um sich zu rächen, nachspüren lassen und mich denunziren. Wer weiß, was alles sich ers eignen tann? Das Berbrechen, einen Verwundeten zu retten und einen Todten wieder zu beleben, ist von den Gesetz gebern freilich nicht vorausgesehen worden; aber nach dem was wir in den letzten Tagen erlebt, muß man sich auf alles gefaßt machen. Kennen Sie diesen Meylan?" Brot, um die Arbeiter ja recht unter der Fuchtel zu haben, täglich beim Schichtenwcchsel ausgefolgt. Die Ostrauer Kohleukönige können ihre Arbeitersklaven überhaupt nie genug fesseln. Darum ist auch die Zahl der Arbeiterhäuser Legion; beim Tiefbauschachl in Mährisch-Ostrau aNein wohnen 1334 Personen in Rothschild'schen Häusern. Selbstverständlich taugen diese Wohnungen nichts oder nicht viel; sie sind schlecht und vernach- lässigt, die Keller voll Wasser. Manche Gebäude sind auch infolge von Bodensenkungen schadhaft geworden. Die Ausbesserungen werden zwar alljährlich durch den Kolonie-Aufschcr vorgeschlagen, aver die Arbeiter behaupten, wer nicht schmiert, dessen Wohnung werde doch nicht aus- gebessert. Um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeiter kümmert man sich so gut- wie gar nicht. In einer Grube war für die ganze Belegschaft nur eine, zehn Liter haltende Kanne für Trink- wasser vorhanden. Die Behandlung von feiten der Beamten und Aufsichtsorgane ist in vielen Fällen eine hundemäßige; jugendliche Arbeiter werden mit Stöcken behandelt, Schimpf- Worte, wie„Galgenstrick",„Lnmp", sind etwas alltägliches. Aber trotz ihrer elenden Lage und all der angeführten Quälereien, trotz ihrer geringen Bildung,— die Arbeiter des Ostrauer Beckens sind meistens Polen und viele hat die Gier ihrer Ausbeuter verhindert, schreiben und lesen zu lernen — haben auch diese armen Arbeiter erkannt, daß auch für sie das Heil und die Rettung nur in der Bereinigung, im Sozialismus liegt. Und sie haben sich zusammengeschlossen, und ihre Organisation zählt schon mehrere tausend Mit- glieder. Glück auf! Ihr getretenen Brüder. Glück auf! Druckfehler- Berichtigung. In dem gestrigen Leitartikel: «Der Tod des Zaren", zweiler Absatz, 12. Zeile, muß es statt„Bildung und Besitz" heißen:„Bildung und Aus- k l ä r u n g Volttische TlelierNcht. Berlin, den 2. November. Ein Gedenktag. Heute feiert die„protestantische Welt" Brandenburgs— die Welt außerhalb Brandenburgs bat andere Tage und andere Feiern— die Einführung der Reformation und die„Säkularisation" der katholischen Kirchen güter vor dreihundert und fünfundfünfzig Jahren (1339). Die Säkularisation, d. h. die Umänderung der Äesitzvcrhältuisse und die Verwandlung einer gemeinschäd- lichen Eigeulhunisform in eine den öffentlichen Interessen förderliche wird heute von allen unseren Staatsbehörden als größte Heilsthat verherrlicht, in einem Augenblick, wo olle diese nämlichen Staatsbehörden sich zu einem Ver- nichtungskampf gegen die Sozialdemokratie rüsten, weil sie eine Säkularisation anstrebt. O heilige Einfalt! Und o Logik! Oder ist es etwa„revolutionärer" oder„umstürzlerischer", Kircheneigenthum in Staatsund Fürstcneigenthum zu verwandeln, als kapi- talistisches Eigenthum in Gemeineigenthum? Ist es ein Werbrechen, die Säkularisation im allgemeinen Jnter- esse zu erstreben, statt im dynastischen? Begreifen die Lob- redner der Reformation nicht, daß sie den„Umsturz" ver- herrlichen— Umsturz in des Wortes verwegenster Bedeutung? Und wissen sie nicht, daß Louis Blanc seine Geschichte der großen französischen Revolution mit Luther und der Re- sormation begonnen hat?— Der Beginn der Neichstagssession soll, so heißt es, um einige Wochen hinausgeschoben worden sein. Die Kanzler- und Mimsterkrise giebt diesem Gerücht eine ge- wisse Wahrscheinlichkeit, aber vielleicht hat auch blos diese Wahrscheinlichkeit es erzeugt. In jedem Fall ist folgendes Verzcichuiß des Arbeits- Pensums, das dem Reichstag zugedacht ist, von Interesse: Beim Beginn der Session werden zunächst der Etat und das Tabak st euergesetz erscheinen; ob wieder eine Vorlage über die Neuregelung des finanziellen Ver- h ä l t n i s s e s zwischen dem Reiche und den Bundesstaaten ein- gehen wird, scheint nach den Aeußernngen von verschiedener Seite zweifelhaft. Wenn man sich erinnert, daß der Finanz» minister Dr. M i q u e I im Juni bei den Berathungen des Herrenhauses die Durchführung des Reformplanes der Reichs- „Leider zu genau! Er ist mein Bruder. Doch scheint Mir, daß Sie einen solchen Schein in irgend einer unbestimmten Fassung ausstellen könnten; etwa so, ohne zu sagen ich sei todt, daß ein so und so Genannter sich unter einer Abtheilnng gefangener Föderirten befand, welche in der Kaserne Lobau füsilirt wurden." „Aber das kann für Sie ernste Rechtsnachtheile herbei- führen. Könnte Ihre Frau nicht zum Beispiel glauben, vollständig das Recht zu haben, sich wieder zu ver- Heirathen?" „Ihrer Treue bin ich gewiß! Aber um Ihr Rettungs- werk zu vollenden, bitte ich Sie, mir einen Paß zu ver- schaffen, damit ich, sobald meine Kräfte genügend zurück- gekehrt sein werden, die Grenze gewinnen kann." „Schon recht, ich werde mich dessen schon annehmen. Ich gehe aus, werde aber zu aller Vorsicht eine Wache vor meiner Hausthttr stellen, um die etwa Zudringlichen zu ver- hindern, sich ihr zu nähern." „Noch einmal, guter Doktor, meinen Dank!" „Wenn Sie mich noch einmal so nennen, werde ich mich erzürnen. Ich habe Ihnen schon gesagt, daß ich nicht gut bin." „Ich füge mich; gut, Sie sind schlecht, sehr schlecht; aber jedenfalls aus eine sehr sonderbare Weise!" ** Das klein« Haus am Boulevard Clichy. Der Doktor Jean Marcas hatte sich von mir die Wohnung Sylvia's bezeichnen lassen und aus mehr als einer Ursache beschlossen, ihr einen Besuch abzustatten. Vor allen Dingen wollte er sich überzeugen, ob sie auch stark genug sein würde, die Freudenbotschaft zu ertragen, daß ich nicht todt, sondern am Leben sei. Auf der anderen Seite würde Sylvia jedenfalls nicht unterlassen. Schritte zu thun, um meine vermeintliche Leiche zu erhalten und so beisetzen zu lassen, wie ich es gewünscht. Dadurch konnte nicht verfehlt werden, die Aufmerksamkeit auf die Art und Weise meines Verschwindens zu lenken und zuletzt einen Lebenden zu eut- decken anstatt eines Todten. Das niußte und wollte mein neuer seltsamer Freund um jeden Preis vermeiden. Er traf beim ersten Besuch Sylvia sehr bleich, jedoch ruhig und resignirt. finanzreform für eine unabweisbare Nothwendigkeit erklärt, so ist die Einbrivgliilg der bezüglichen Vorlage wieder zu erwarten. Als wichtigste Vorlage schließt sich hieran der Entwurf über Maßnahmen der U m st u r z b e w e g u n g e n. Schon seit dem Frühjahre sind die Novellen zur Ge- richtsversassung und zur Strafprozeß-Ordnung festgestellt, sie werden dem Reichstage gleich im Anfange zugehen; desgleiche» das Reichsseuchen-Gesetz, der Entwurf zur Bekämpfung der U n s i t t l i ch k e i t(lex Heintze) und die Be- kämpfung des unlauteren Wettbewerbes. Dann sind einige Vorlagen mit Aenderungen der Arbeiierversicherung zu erwarten, zunächst die Versicherung des Handwerks, sowie eine Revision der Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Ebenso sind mehrere Novellen zur Gewerbe-Ordnung vorbereitet, zum Beispiel zum Gewerbebetriebe im Umherziehen (§ SS), deren Ausnahmebestimmungen für die Sonntagsruhe (§ 105d) hierhin gehört, auch der Plan zur Errichtung von Handwerker- und Gewerbekammern. Dazu kommen noch die Entwürfe betreffs Regelung der B i n n e n s ch i f f f a h r t und der Flößerei. Wiederholt ist neuerdings ein K o m p t a b i l i t ä t s- Gesetz(Gesetz über die Verwaltung der Einnahmen und Aus- gaben) des Reiches angekündigt worden, ebenso nachfolgende Vorlagen: die B ö r s e n r e f o r m, das seit mehreren Jahren genannte Gesetz betreffend das B a n k- D e p o t w e s e n, das auch schon 1833 eingebrachte Auswanderun gs-Gesetz, die Heranziehung des Reichs fiskus zu den Kommuual-Ab- gaben. das Waarenverzeichniß zum Zolltarif, eine Novelle zum Bra nnt wein st euer-Ge setz, Neuregulirung der Gebühren des Zeitungsvertriebes, eine Umgestal- tung der preußischen Kriegsakademie, der Q n e- brachezoll, das Reichsheim stätten-Gefetz u. s. f. — Wenn auch von allen diesen Vorlage», mit deren Ausarbei- tung die Behörden zum Theil noch beschäftigt sind, nur ein kleiner Theil dem Reichstage zugeht, so würde doch die Session eine sehr arbeitsreiche werden, und eine erkleckliche Anzahl von Anträgen dürsten wieder unerledigt bleiben. Dazu kommen noch die Anträge aus dem Hanse, von denen der des Zentrums aus Wiederzulassung der Jesuiten sicher zu erwarten ist.— Kaiserliche Kundgebung in Sicht? Ein pommersches Blättchen, von dessen Dasein wir auf diese Weise zum ersten Male hören, die„Poimnersche Reichspost", hat in Erfahrung gebracht— vermuthlich bei dem Stettiner Kaiser- besuch— daß „in nächster Zeit in irgend einer Form eine kaiserliche Kund- gebung das deulsche Voll auf den Ernst der Lage aufmerksam machen und im Geiste der Königsberger Rede dringend zur Mirarbeit aufrufen wird". Aber in der Königsberger Rede ist das ja schon ge- schehen; und durch Wiederholung können solche Kundgebungen nur leiden.— Ter Eindruck, den die neueste K a n z l e r k r i s e ini In- und Auslande hervorgebracht hat, ist ein so durchaus ungünstiger, daß die Urheber dieser Krise ein sehr begreif- liches Interesse daran haben, den Dingen ein gefälliges Mäntelchen umzuhängen. Sie sind dabei aber sehr un- geschickt. So wird jetzt behauptet, die Meinungs- Verschiedenheiten hinsichtlich der Maßregeln gegen die Umsturzbestrebungen hätten mit dem Rücktritte Caprivi's, der tiefere Ursachen habe, gar nichts zu thun. Aber es hatte ja auch niemand gesagt, daß Caprivi gegangen sei, weil er mit seiner Auffassung der Umsturzgefahr nicht durchgedrungen sei. Im Gegentheil, was auffiel, war gerade, daß er zurücktreten mußte, obgleich er mit seiner Auffassung betreffs jener Maßregeln gesiegt hatte. Die allgemeine Ansicht in Deutschland und im Auslande ist, daß rein persönliche Gründe den vorigen Kanzler zum Rücktritt gezwungen haben, und das ist es, was überall einen so schlechten Eindruck gemacht hat. Wenn man widerlegen will, setze man hier an und verrathe uns die„tieferen Ursachen". Ist diese Krise, diese Erschütterung der ganzen Reichsmaschine die Folge einer persönlichen Differenz zwischen dem Kanzler und Monarchen, oder nicht? Das ist die Frage, um die es sich handelt, und auf die man bis heute aus den betheiligten Kreisen, wo allein die Wahrheit bekannt ist, noch nicht geantwortet hat. Das gilt ja als der wesentliche Unterschied von konstitutionell und despotisch regierten Staaten, daß dort Prinzipien- und hier Personen- fragen ausschlaggebend sind. So wie die Kanzlerkrise sich bis jetzt der Welt darstellt, gleicht sie wie ein Ei dem andern einem jener politischen Verwandlungsstücke, wie sie früher im Orient Mode waren.— „Sie erkennen mich jedenfalls wieder," sprach der Doktor zu ihr, indem er sie mit Hochachtung grüßte,„ich war einer der improvisirten Zeugen, welche Ihrer Trauung beiwohnten." „Waren Sie auch während der letzten Augenblicke Jacques' gegenwärtig?" fragte sie voll Erregung,„jeden- falls starb er so brav, wie er gelebt." „Sagen Sie, wie ein Held!" „Wissen Sie etwa, wohin seine Leiche gekommen ist? Ich habe ihm, wie Sie wissen werden, versprochen, ihn seinem Wunsche gemäß beerdigen zu lassen und möchte gerne mein Wort halten." „Gerade deswegen konime ich zu Ihnen, um Sie zu bitten, keinerlei Schritte in dieser Beziehung zu unternehmen, sondern sich ganz mir anzuvertrauen. Ich verspreche, die Ihnen so theure Person Ihnen auszuliefern, aber es muß noch bis jetzt die größte Vorsicht beobachtet werden. Nur durch eine List kann ich dazu gelangen. Ihnen, wenn Sie direkt das bezügliche Verlangen stellten, würde man jeden- falls die Erfüllung desselben verweigern." „Theileu Sie denn nicht den Abscheu, welchen die Reaktion den Besiegten gegenüber zur Schau trägt?" „Dieser Abscheu ist mehr scheinbar als wirklich vor- Hauben. Sein Zurschautragen hat nur den Zweck, die- jenigen, welche etwa an Vergeltung denken könnten, zu erichrecken und zu schwächen." „Aber glauben Sie, daß so viel Heldenmuth unnütz ge- wesen ist? Die Geschichte lehrt uns, daß Verfolgungen nie im Stande waren, das Fortleben großer Wahrheiten zu ver- hindern." „Gewiß, sehr oft waren weltbewegende Ideen Saaten, welche dem Blute entkeimten. Doch kann man sich darauf nicht verlassen, es trifft das nicht immer zu. Es ist ver- 'ehrt und gefährlich, sich mit der Legende des Märtyrer- thums einzulullen. Eine Idee kann auch groß werden ohne Verfolgung, bis zu dem Tage, wo sie stark genug ist, zu siegen. Läßt sie sich diesen Augenblick entwischen, so kann es sein, daß sie nie wieder oder aber erst in viel späterer Zeit und in anderer Form wieder erscheint, weil ihre Schüler und Anhänger die Hoffnung verloren haben. Aber entschuldigen Sie, bitte, diese Disputation, welche in diesem Augenblicke Die Aegirssöhne lärmen bereits nach neuen Ver- stärkungen unserer herrlichen Kriegsmarine. Die„Kölnische Volkszeitung" hat in Erfahrung gebracht, daß eine neue große Marineforderung in Aussicht steht. In hohen Marine- kreisen fordere man einstimmig neue Panzerkreuzer, denen nach der über die Seeschlacht von Aalu von Seiten des Admirals Werner und des österreichischen Admirals Frei- Herrn von Sterneck geäußerten Meinung die Zukunft ge- hören soll. Die besagten seemäunischeu Aegirssöhne sollen in ihrem meergöttlichen Heißhunger so weit gehen, eine ganz« Flotte von Kreuzern zu verlangen. Weshalb auch nicht? Wo die Marssöhne so vollauf gefüttert werden, dürfen die Aegirssöhne doch nicht zurückstehen.— Die Schlacht im Fuchsmiihler Walde. Ueber die militärische Ordnungsstifterci unter den Bauern des bayeri- scheu Ortes F u ch s m ü h l, von der eine Depesche vor einigen Tagen kurz Nachricht gab, liegen jetzt ausführliche Mittheilungen vor. Nach den Angaben der„Amberger Volkszeitung" hat die Sache folgenden Ursprung: „Die Gemeinde Fuchsmühl bezog von jeher von der Guts- Herrschast alljährlich eine bestimmte Menge Brennholz unentgelt- lich. Der neue Gutsherr, Baron von Z o l l e r, verweigerte die Holzabgabe, wollte aber eine Abfindungssumme geben. Da das Angebot der armen Gemeinde zu gering schien, würbe vor ungefähr sechs Jahren ein Rechtsstreit anhängig gemacht. Freiherr von Zoller verklagte 200 solcher Rechtler beim Land- gericht Weiden auf Anerkennung ihrer Adlösungspflicht. Diese wurden auch verurtheilt, ergriffen aber Berufung gegen das Urtheil beim Ober- Landesgericht Nürnberg; das Ober-Landes- gericht Nürnberg wies die Klage des Barons von Zoller ab und erklärte dessen Lehenswald für einen Staalswald, bei dem eine Ab- lösung gegen den Willen der Rechtler nicht stattfindet. Der oberste Gerichtshof in München hob aber in der Revisiousiustanz dieses Urtheil am IS. Oktober auf und stellte das Weidener Urtheil wieder her. Als die Kunde eintraf, daß der Streit zu Gunsten des Gutsherrn entschieden wäre, entstand eine allgemeine Aufregung bei der gesammten Bevölkerung. Alle Ortsbewohner, selbst die Frauen und Kinder, verließen den Ort, zogen mit Sägen, Hämmern, Aexte», Schaufeln in den Wald und drohten, alle Bäume zu fällen. Es sollen auch Drohungen laut geworden sein, daß man das Schloßgut in Brand stecken wolle. Der Bezirksamtmann von.Tirscheurentb, durch den Draht um Hilfe zur Beschwichtigung der aufgeregten Volksmenge angerufen, begab sich sofort mit 12 Gendarmen nach Fuchsmühl und suchte in längerer Rede, die Bevölkerung zu beruhigen. In der Ueberzeugung, daß sie um ihr uralles Waldrccht schnöde betrogen werden sollten, beharrten die Bauern bei ihrem Vorhaben. Nunmehr requirirte der Bezirksamtmann sofort Militär. Ueber die weiteren Vorgänge berichtet ein besonders nach dem Schauplatze ausgeschickter Bericht- erstatler der„Münchener Neuesten Nachrichten" folgendes: Von dem requirirten Militär wurde ein Angriff mit der blanken Waffe auf die Bauern im Zollerschen Walde unter- nommen. obwohl die Bauern der Aufforderung des Bezirks- amtmanns, die Waffen niederzulegen, sofort nachkamen. Die Aufforderung zur Entfernung war nur von den Nächftstehenden verstanden worden. Vor den mit aufgepflanztem Uatagan an- greisenden Soldaten flohen die Bauer». Die Aelteren kamen nicht rasch genug vom Platze. Zwei nahezu siebzigjährige halbtaube Greise wurden erstochen, über dreißig wurden verwundet; einer erhielt dreizehn Stiche in den Rücken, andere mehrere in Unterleib und Rücken. Wider stand wurde nirgends ge- l e i st e t. Ein beabsichtigter Aufruhr oder gemeiner Diebstahl bei der Waldverwüstung ist ausgeschlossen. Der Waldbesitzer, Landgerichtsralh Baron von Zoller in München, ist ein Bruder des Chefs der Geheimkanzlei des Prinzregenten. Das im Schlosse untergebrachte Militär schoß Nachts auf einen eine Drahtmeldung in das Schloß bringenden Briefträger." Dieser schauerliche Vorgang reiht sich den schlimmsten mili- tärischen Exzessen an, von denen die neuere deutsche Geschichte Kunde giebt und spricht Bände über die obrigkeitliche Fürsorge für den Bauer. Die Lehre wird bei den bayerischen Bauern nicht verloren sein.— Zur Kamerunschande haben wir nachträglich noch zu bemerken, daß unsere gesanimte bürgerliche Presse, auch der Theil, ivelcher die Leist'schen Schandthaten aufs schärfste mißbilligte, durchweg von den„Dahomeh w e i b e r n" ge- sprachen hat, statt von Dahomeh f r a u e n. Das Wort Weiber, obgleich an sich durchaus keine Nichtachtung auS- drückend, hat durch den Sprachgebrauch doch etwas Gering- schätziges erhalten und sollte in dem Falle Leist doch wohl auch andeuten, daß die Dahomehfrauen sowie die Frauen anderer afrlkanischer Stämme, was Scham- und Ehrgefühl betrifft, nicht ganz auf gleiche Stufe mit europäischen Frauen zu stellen seien. Das ist aber ein großer Jrrthum. sehr nutzlos ist. Ich kam hauptsächlich, um mich nach dem »stand Ihrer Gesundheit zu erkundigen, Ihnen meine ienste anzubieten und Sie zu bitten, sich mir ganz anzu- vertrauen und sich recht zu schonen." „Ich danke Ihnen von Herzen, lieber Doktor, aber ich bin ruhig und fühle mich auch stark. Der letzte Wunsch meines Geliebten war, an der Seite meines Vaters zu ruhen und ich würde glücklich sein, wenn ich seinen letzten Willen erfüllen könnte." „Ich werde mein Möglichstes und sogar Unmöglichstes thun, um Sie dabei zu unterstützen. Aber versprechen Sie mir, diese Ihre Wohnung nicht zu verlassen, bis ich Sie wieder aufgesucht habe." „Ich verspreche es Ihnen." „Ich bin jetzt gezwungen, Sie zu verlassen," sagte der Doktor,„aber ich werde mir erlauben, von Zeit zu Zeit bei Ihnen wieder vorzusprechen. Hier ist meine Adresse," sprach er zu Sylvia, indem er ihr seine Karte überreichte. „Zu welcher Stunde es sei, bei Tag oder Nacht, ich stehe Ihnen zu Diensten. Ein Wort und ich eile zu Ihnen. Aber ich würde kein wirklicher Arzt sein," fuhr er fort, in- dem er ihre linke Hand ergriff,„wenn ich nicht selbst den Puls gesunder Personen fühlen sollte. Verhalten Sie sich ruhig, ganz ruhig," setzte er hinzu, indem er ihr fest ins Auge bückte.„Fühlen Sie nicht zuweilen Schmerzen in der Gegend des Herzens?" „Ja, mein guter--" Der Doktor Jean Markas machte eine Bewegung deS Unwillens. „Was haben Sie?" forschie Sylvia. „Nichts, nichts, fahren Sie fort!" „Ich sagte, lieber Doktor, daß schon seit den ersten Tagen des 5trieges ich oft, recht oft Beklemmungen und ein starkes Herzklopfen fühlte, und zwar mitunter recht schmerz- hast. Ich habe es jedoch Jacques immer verschwiegen, um ihn nicht zu beunruhigen." „Man muß etwas dazu thun und zwar sogleich. Ich werde Ihnen sofort eine Vorschrift der Verhallung geben, sowie ein Rezept schreiben, welches Sie mir versprechen, pünktlich zu befolgen." „Und dann wiederhole ich Ihnen: Ruhe, nur Ruhe I " Ueber die Mainzer Schöppenstädterei wird uns aus Mainz unterm 1. November geschrieben: " 3 wischen Lipp' und Kelchesrand" ist noch ein " Beamten Die eheliche Treue wird in Dahomeh zum mindesten so strikt zünden? Fürwahr, der Mann hat die Millionen von legenen Kellerei tam leiber ein Duhend Weinflaschen zum geübt wie in Europa, und der Ehebruch wird weit strenger Flüchen, die ihm ins Grab nachfolgen, wohl verdient. Schaden. Sonst blieb alles heil und ganz, und fein bestraft. Jede Frau, die sich mit einem anderen Mann foftbares Bourgeoisleben mar gefährdet. Als mir furz vergangen hat, ist ohne Gnade dem Tode ver besteigung ein Manifest erlassen, in dem es heißt: Der Zar Nikolaus 11. hat sofort bei seiner Thron nach der grausigen Katastrophe zufällig die Unglüdsftätte betraten, fallen. Das erklärt es auch, warum die Frauen, welche war diefelbe dicht befeht von von Leist mißbraucht wurden, so verzweifelt schrien sie Leid" unseres ganzen geliebten Volkes ist und möge das feiner konnte sie finden. Da die Polizei es sich aber in den Kopf Möge uns das Bewußtsein trösten, daß unser Leid das in Zivil und Uniform. Alle suchten die mysteriöse Bombe, aber waren nicht blos in ihrer weiblichen Ehre geschändet, sie wolt nicht vergessen, daß die Kraft und Festigkeit des gesetzt zu haben schien, in dieser Nacht etwas Bombenmäßiges hatten auch durch die Schuld ihres Vergewaltigers das heiligen Rußlands in feiner Einigkeit mit uns und ausfindig zu machen, so erklärte man schließlich ein Stück Eiſen, Leben verwirkt. in seiner unbegrenzten Ergebenheit für uns einen alten Lampendocht, ein angesengtes Beitungsblatt und ein liegt. Wir aber erinnern uns zu dieser traurigen aber feier- paar verrostete Nägel, die der Polizei Inspektor Ballabio in Ein Schächtverbot hatten die Regierungspräsidenten zu lichen Stunde, in welcher wir den urväterlichen Thron des höchsteigener Person aufgesammelt hatte, für die Ueberreste der Hannover und Marienwerder vor etwa Jahresfrist russischen Reiches und des mit ihm unzertrennlich verbundenen furchtbaren Bombe, und allen war geholfen. Wir hörten, wie wegen der nach einer verbreiteten Anschauung mit dieser Barthums Polen und des Großfürstenthums Finland besteigen, des ein wissender" Polizeibeamter einem ,, reinen Thoren", Schlachtmethode verbundenen Thierquälerei erlassen. Auf Vermächtnisses unseres entschlafenen Vaters und von ihm erfüllt der in Frack und Lack auf dem Trümmerfelde" stand grund der Deshalb Dom Minister des Junern ver thun wir vor dem Angesichte des Allerhöchsten das heilige Ge- und fröftelnd und zähneklappernd die Bombenrefte anlaßten Erhebungen hat dieser im Einverständniß mit dem lübde, stets als einziges Ziel die friedliche Entwickelung, die Macht betrachtete, mit großer Sachkenntniß erklärte, daß die Bombe Kultusminister, der Weser- Zeitung" zufolge, jene Verbote auf- und den Ruhm des theueren Rußlands und die Beglückung aller augenscheinlich durch das Fenster hindurch ins Polizeibureau gegehoben. Weshalb werden denn die erforderlichen Er- unserer treuen Unterthanen zu haben." Das Manifest schließt worfen werden sollte, daß sie aber von dem Fenstergitter abhebungen erst nachträglich veranstaltet? Das zeugt nicht gerade mit dem Befehl, den Treueid zu leisten ihm( dem Kaiser Nikolaus) geprallt und vorzeitig explodirt sei. Beweis: eine bedenklich ge= von besonderer Sorgfalt der betreffenden Regierungspräsidenten und seinem Thronfolger, dem Großfürsten Georg Alexandrowitsch, krümmte Gitterstange. in ihrer Amtsführung. der auch solange Thronfolger zu tituliren sei, bis aus der Ghe Diese neueste Bombengeschichte ist wahrhaftig schon zu dumm des Baren mit der Prinzessin Alix von Hessen ein Sohn hervor und erinnert an andere ähnlichen Kalibers. Als man in der gehen würde. Kammer über die Crispi'schen Willkürakte und Verbrechen auf Zu diesem Manifest werden die Leute, die von dem Sizilien und über die Verhaftung des armen De Felice sprach. neuen Baren eine Bethätigung des Kronprinzen- und die Mehrheit der Abgeordneten von der Wahrheit der von weiter Weg, schrieb vor etwas über einem Jahre der„ Vorwärts" liberalismus erhofft hatten, verwunderte Augen machen. den Vertheidigern De Felice's angeführten Thatsachen überzeugt, dem bei der Nachricht, daß die äfthetiſche Kommiſſion der Mainzer Ganz im Geifte seines Vaters weiß der sechsundzwanzig- letzteren günstig gesinnt zu ſein ſchien,- da explodirte plöglich eine Stadtverordneten in ihrer Mehrheit sich für die Aufstellung Bombe, und De Felice war gerichtet. Und des von den Du- esseldorfer Stadtvätern abgelehnten Denkmal jährige Jüngling feinen Unterthanen nichts anderes zu der Kammer der Freiheit an Hals und Kragen gehen sollte, für Heinrich Heine in Mainz ausgesprochen und daran die fagen, als daß sie in der Einheit mit ihm und in der immer hörte man vorher das unangenehme Gepraffel eines Hoffnung geknüpft wurde, auch das Plenum der Stadtverordneten Ergebenheit für ihn( das uns" im Text ist der sogenannte explodirenden Polizeibömbchens. Morgen soll hier die erste BerBersammlung werde dem Denkmal des todten Dichters, des majestätische Plural, den Potentaten gebrauchen, wenn sie sammlung der Liga für die Vertheidigung der Freiheit stattfinden, Sängers der Loreley, einen geeigneten Plaz zuweisen. Sie von ihrer eigenen werthen Person reden) ihr Heil und Glück und richtig haben wir heute Nacht schon die einleitende Bombenhaben sich nicht getäuscht, Sie kannten Ihre Pappen erblicken sollen. Durch dieses Manifest werden die Mitthei- explosion auf der Terragiostraße gehabt, ganz ebenso wie vor heimer! Warum sollen aber auch die Mainzer Bourgeois lungen bestätigt, daß der neue Zar sich nicht durch hervor wenigen Tagen, als unser Heros in Rom die Auflösung der Die Bourgeoisie ist überall dieselbe, selbstfüchtig und habgierig ragende Geistesgaben auszeichnet und somit feineswegs aus 55 Mailänder Sozialistenvereine vorbereitete, im höchsten Maße, nach unten frech und brutal, nach oben bevor der väterlichen Art geschlagen ist. So ist der" Bossischen in der Nähe von Polizeistationen, wirklich sonderbar, höchst Bombe vor einer anderen Polizeistation explodirte. Immer und friechend! So auch hier in Mainz! Die Furcht, nach oben Beitung" von einem Gewährsmann, der 10 Jahre lang Zeit sonderbar! Und die würdigen Männer mit dem Dreispitz, die anzustoßen, hat entschieden. Nachdem aus allerhand vagen Grün- gehabt, den Baren als Großfürst zu beobachten, eine Schilde die Polizeistationen bemachen, haben noch niemals einen von den der entscheidende Beschluß seit anderthalb Jahren verschleppt rung zugegangen, aus der hervorgeht, daß er eine sehr diesen verdammten Bombenwerfern gesehen oder gefunden. Die worden ist, erfolgte endlich in der gestrigen Sigung der Stadt mangelhafte Bildung erhielt und daß ihm von Kindheit Festellung der Thatsachen genügt Grläuterungen sind überverordneten die Entscheidung und wurde die Aufstellung des auf stlavische Ehrfurcht vor dem Zaren eingeprägt wurde. flüssig. Es ist noch ein Glück, daß in Mailand dieser BombenDentmals mit 23 gegen 13 Stimmen abgelehnt. Der Schluß dieser Schilderung lautet: unfug noch niemals ein Opfer gefordert hat, nur einige Bourgeois Nun, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die im nächsten Jahre stattfindende Stadtverordnetenwahl wird aller Voraus- hat von ihm auch die Geringschäzung der anderen Länder und viel verloren. Der Thronfolger sieht alles durch das Auge des Vaters und birne kommen dabei aus Rand und Band; aber daran ist nicht ficht nach eine solche Verschiebung herbeiführen, daß der Frage, Völker, ohne hierbei Ausnahmen zu Gunsten des einen oder ben Byzantinern zum Troy, mit Erfolg näher getreten werden des anderen Landes zu machen... Die Deutschen sind ihm Aus Italien wird der Vossischen Beitung" tele. ebenso gleichgiltig wie Franzosen, Engländer oder andere Rom, 2. November. Auf grund des Anarchisten. Die Heuchelei und Verlogenheit unserer gesammten Bölker. Niemals hat sich bisher bei ihm ein Gegensatz in den gefeßes wurden die sozialistischen Abgeordneten Brambürgerlichen Ordnungsparteien tritt jetzt so recht deutlich Meinungen zum Vater gezeigt, und es läßt sich mit Bestimmt: polini und Agnini nach fruchtlosen Haussuchungen wegen Bildung in den Nachrufen zutage, welche die ihnen dienende Presse heit erwarten, daß er eintretendenfalls ganz in dessen Fuß von Umsturzvereinen und Aufhegung zum Klassenbaß vor den stapfen treten werde." bem verstorbenen Bar von Rußland widmet. Auch wir Polizeirichter geladen. In Mailand fand gestern unter Diese Geringschätzung der nichtrussischen Völker wurde Theilnahme von etwa 1500 Personen die erste Versamm. kennen das: Von den Todten nur Gutes! und wir achten besonders dadurch ihm eingeprägt, daß er von ihrer Gelung der neuen Freiheitsliga ftatt. 50 Beitungen es, so weit das sich mit den Pflichten der Wahrheit verträgt, schichte nur ganz nothdürftige Kenntniß erhielt, aber gründlich und 30 Abgeordnete haben ihren Anschluß an die Liga erklärt. aber angesichts des offenen Grabes schamlos lügen, das ist mit russischer Geschichte der letzten Jahrhunderte, in In der Versammlung sprach für die konstitutionellen Radikalen unter allen Umständen verwerflich. Und schamlos gelogen russisch offizieller Beleuchtung natürlich, gestopft wurde. Cavallotti, für die Republikaner Taroni, für die Demokraten ist es, wenn unsere gesammte bürgerliche Presse jetzt auf und der so vorgebildete Jüngling ist nun wieder wie sein musst und für die Sozialisten Turati. Alle Redner fanden einmal dem todten Zaren alle möglichen Tugenden an- Bater dazu berufen, auf das Wohl und Wehe von großen Beifall. Sie erklärten ausdrücklich, auf die Grundfäße der hat. Das Wohl seines Boltes soll ihm das höchste und Praxis des Gottesgnadenthums den maßgebenden Ein- reichung des Zwecks der Liga ihre unabhängige Stellung wieder die niemand an dem lebenden Baren entdeckt hundert Millionen russischer Unterthanen nach der Theorie verschiedenen von ihnen vertretenen Parteien, die sich bisher feindlich gegenübergestanden haben, nicht verzichten, nach der ErZiet gewesen sein und außerdem noch als zweites Ideal der Weltfriede. Das, eine ist so fluß auszuüben! Der Frieden Europa's ruht in seiner Hand. einnehmen zu wollen. Buchen der aus anderem Holze geschnitzt sein als die Bourgeois anderswo. fann! onet dichtet, 。 " man graphirt: andere falsch wie das andere. Daß unter dem verstorbenen Zar aus der Wahl seiner Rathgeber. Voraussichtlich Belgien. Die Parlaments Session, die am viel vom Wohle des Volkes gesprochen worden ist wer wollte es leugnen? Aber welcher Tyrann und Despot, wohl der alte Stamm der Barenberather am Ruder bleiben. Reichstages beginnt, soll mit einer großen Thronrebe, wird bei der gänzlichen Unerfahrenheit des jungen Mannes 13. b. M. also zwei Tage vor Eröffnung des Deutschen ſeit die Welt steht, hätte nicht vom Wohle des Volkes ge- Die Russen machen sich nur Hoffnung darauf, daß Pobe- welche die baldige Vorlage einer umfassenden sozialen sprochen? Die Nero, Tiberius, Caligula, Napoleon und bonoszew, der russische Rezerverfolger, heimgeschickt wird, da Reform Gesezgebung ankündigen wird", ein Konforten, fie hatten das Wohl des Volkes im Mund. Der Bar als Thronfolger sich nicht gut mit ihm gestanden geleitet werden. Die Botschaft hören wir wohl, doch es Auf Thaten kommt's an, nicht auf Worte. Und wenn es habe. Im Uebrigen wird alles hübsch beim alten bleiben, fehlt uns der Glaube. Das Wort soziale Gesetzgebung" je einen Monarchen gegeben hat, dessen Regiment verderblich alles gehen wie hergebracht ist durch die demagogisch- charlatanistischen Pfuschexperimente - so lange es geht. war für das Volt, und Unheil brachte über das Volk, so Aus dem Manifeft sehen wir noch, daß der schwind- der Aera Bismarc gründlich in Berruf gebracht worden war es der verstorbene Bar mit seiner grausamen, kurz süchtige Großfürst Georg, von dem es hieß, er soll der und bedeutet thatsächlich scheinsoziale Gesetzgebung im Interfichtigen, jeden geistigen und wirthschaftlichen Aufschwung Thronfolge entsagen zu gunsten seines jüngeren Bruders effe des Kapitalismus. Und ganz so wird es auch in hindernden Gewaltpolitik, von der auch keine Klasse der Bevölkerung Nußen hatte. Nie war in irgend einem Lande die poli- Michael, dennoch als Thronfolger anerkannt worden ist. Belgien sein. Die jetzigen Machthaber sind dort wie tische, nationale und religiöse Verfolgung ärger als in Rußland Mailänder Polizeibomben. Aus Mailand schreibt Geschäfte sie besorgen müssen, und auch gerne besorgen. anderswo unter dem Einflusse des Kapitalismus, deffen unter dem verstorbenen Baren. Und ein Hort des Friedens man uns unterm 1. November: foll der gewesen sein, der in Frankreich den Chauvinismus Heute Nacht, Puntt 12 Uhr, gab es am Magentathore einen Nach einer Korrespondenz der Kreuz- Zeitung" wäre das furchtbaren Krach. Vor einem fleinen Parterrefenster eines soziale Programm" der belgischen Regierung hauptsächlich der zu erwecken suchte, in Zentralafien unaufhörliche Minir- Hauses auf ber Terraggiostraße, in welchem sich ein Bolizei- Initiative des Königs zu verdanken( das gehört nun einmal arbeit verrichten ließ, um England erfolgreich angreifen zu bureau befindet, war eine" Bombe" explodirt. Die Explosion zur Taktik der Kreuz- Zeitungs"-Leute) und es enthielte folgende können, und dessen bezahlte Agenten auf der Balkan- Halb- war wirklich etwas start, stärker als es sonst bei Mailänder Punkte: insel ohne Unterlaß Verschwörungen und anarchistische Bomben üblich ist; es wurden denn auch etliche Glasscheiben. Attentate betrieben, um einen neuen Weltbrand zu ent zertrümmert, und in einer dicht neben dem Schreckenshause geUeberlassen Sie sich nur nicht immer demselben Gedanken. Sie haben hier einen reizenden Garten von Schatten und Sonnenschein. Gehen Sie fleißig spazieren und lesen Sie. Lesen ist die beste zerstreuung. Deshalb auch bitte ich Sie, zu entschuldigen, daß ich mir die Freiheit genommen, Ihnen zu schreiben und mir erlaube anzufragen, ob mein Besuch Ihnen in diesen Tagen der Trauer und Einsamkeit unangenehm sein würde. Verschmähen Sie nicht den Ausdruck meiner unbegrenzten Ergebenheit entgegenzunehmen. Baron Lucien Meylan. Ich werde es versuchen, lieber Doktor." Infolge des Besuches meines Retters machte Sylvia den Versuch, seinem Rathe nachzukommen. Sie suchte unter den Büchern, welche wir ehedem gemeinsam gelesen, mit N. S. Obschon meine Mutter auf einige Tage von Borliebe solche aus, welche Echilderungen enthielten, die Paris abwesend ist, beauftragte dieselbe mich, Ihnen ihren Aehnlichkeit mit ihrer eigenen Lage hatten. Jedoch regte Trost anzubieten. Gebrochen durch die geistige Erschütterung sie sich durch diese Lektüre wohl mehr auf, als daß dieselbe der letzten Tage, haben die Aerzte ihr unweigerlich See zu ihrer Beruhigung beigetragen hätte. Eines Tages wurde sie in ihren düstern Betrachtungen durch den Klingelzug gestört und als sie öffnete, überreichte ihr der Thürhüter( concierge) ein Schreiben. An der Aufschrift und an dem mit einem Wappen verzierten Siegel erkannte sie sofort den Absender. Wer hat den Brief gebracht?" fragte fie. Ein Dienstmann," erwiderte der Hüter. Ist Antwort darauf nöthig?" Sylvia verneinte und ging, um den Brief allein zu öffnen; derselbe war, wie sie es sich gedacht, vom Baron und Theure unglückliche Cousine! bäder verordnet. Sie ist infolge dessen gestern Abend nach Dieppe abgereift." Die Unfall- und Arbeiterversicherung für die Arbeiter unter Heran ziehung der staatlichen und Provinzialfaffen, sowie der obligatorischer Beiträge der Arbeitgeber, den Achtstundentag für die Arbeit in den Bergwerken und Steinbrüchen, die obligatorische Vieh- Vernicherung und die Sonntagsruhe in allen staatlichen und städtischen Dienstzweigen. bie Die Unfall- und Arbeiter versicherung" soll wohl Unfall- und Krankenversicherung- vielleicht auch I ne validen versicherung sein. Nun, was das ist, das wissen wir in Deutschland. Und der Achtstundentag" sieht wohl ganz hübsch aus, ist in Wirklichkeit aber Nichts, denn er beschränkt sich blos auf die Bergwerke und Stein brüche, und bedeutet nichts anderes als die Achtstundenschicht, die in vielen Bergwerken schon eins geführt ist. Von einem allgemeinen Normal Arbeitstag, von Schutz Schutz der Frauen und Kinderarbeit ist in diesem prächtigen Programm Dieser verächtliche Schurke," rief Sylvia aus, indem nicht die Rede, dem der Korrespondent der Kreuz- Zeitung" sie den Brief mit Etel fallen ließ. D, wenn ich mich an mit ernsthafter Miene sein Schauspielertalent dadurch diesem Menschen rächen, ihn halten könnte unter meinen bekundend ob seines angeblichen Radikalismus einen Füßen, um ihm meine ganze, ganze Verachtung aus- barten Widerstand der Klerikalen Rammermajorität zudrücken! Wenn ich wollte," flüsterte sie nach einigen prophezeit. Nun, daß der himmlischen Garde, Minuten, während sie sich in einen Ruhesessel warf, mittelst der chriftlichen Liebe( die kein Geld koftet) die ihren Kopf nachdenkend in ihre Hand stüzend, sozialen Schäden kuriren will, diese homöopathische Dosis wenn ich wollte- aber nein, noch nicht! Ich von Arbeitergesetzgebung noch zu viel ist, das glauben wir bin zu schwach, ich bedarf einiger Tage, um meinen Plan gern, da uns die christliche Liebe der Herren bekannt ist. zu durchdenken und zu reifen und mehr Kraft, um meine Unsere Genossen werden sich mit einer solchen himmlischen Rache ganz genießen zu können. Er will mein Vermögen, Bettelsuppe jedoch nicht abspeisen lassen, und sie haben der Abscheuliche, und ahnt nicht, daß ich seine verrätherische bereits durch die gestern von uns mitgetheilten Forderungen Denunziation in Händen habe. Er möchte mein Vermögen, fräftig protestirt. um seine niedrige Eitelkeit und seinen gemeinen Ehrgeiz zu Das geplante Arbeitsministerium" ist der befriedigen, und dieser hinterlistige Mörder meines Jacques, reinste Schwindel, wie schon aus der Thatsache erhellt, daß wenn ich gewissen Anzeichen glaube, liebt mich zwar nicht, Herr van den Peereboom an die Spize desselben wie fönnte eine solche niedere Natur wissen, was wirkliche treten soll. Herr van den Beereboom hat die belgischen Liebe ist, aber er begehrt mich mit der ganzen Lüfternheit Eisenbahnen unter sich, und verwaltet sie ganz im und Brutalität dieser moralischen Versumpftheit seiner Geiste unseres Herrn Thielen. Man dente sich ein Ich hoffe, daß unser gemeinsames Unglück die leichte Standesgenossen. Ich werde noch einige Tage warten," deutsches Arbeitsministerium mit unserem EisenbahnMißimmung, welche zwischen uns Platz gegriffen, vergessen fuhr sie in ihren Betrachtungen fort, aber ich werde Bismarck an der Spike das ist's was den Belgiern zu ihn kommen lassen, daher, hier zu meinen Füßen in gedacht ist! seiner Dummheit und Eitelkeit. Nichts leichter als seine In verschiedenen deutschen Zeitungen wird das Märchen Hoffnungen zu entflammen. Er wird kommen und wenn er verbreitet, die belgischen Sozialisten arbeiteten an der 203da sein wird, bittend, ganz erniedrigt, kriechend und nieder- trennung der wallonischen- fransisch sprechenden trächtig, werde ich ihm seinen Verhaftsbefehl ins Gesicht- Landestheile von Belgien und deren Anschluß an Frant schlagen und ihn aus dem Hause jagen, wie einen miserablen, reich. Das ist eine ganz haltlose Behauptung. Die belgischen betrunkenen Bedienten!" ( Fortsetzung folgt.) Sozialisten haben Wichtigeres zu thun. Der Ruf nach einer lautete: Trotz aller meiner Bemühungen konnte ich unseren unglücklichen Jacques nicht retten, da es mir unmöglich war, frühzeitig genug feinen Aufenthalt zu entdecken. Es ist mir sehr schmerzlich, Ihnen seinen Tod mit zutheilen. Auch ist es mir bis jetzt nicht gelungen, seine Ueberreste aufzufinden, um denselben eine passende Beerdigung zu theil werden zu lassen. machen wird. Wenn ein großer Schmerz uns bewegt, hat die mensch liche Natur das Bedürfniß, denselben mit anderen zu theilen und sich Gleichfühlenden zu nähern. Ich wage es deshalb zu hoffen, daß Sie sich nicht weigern werden, Ihre Thränen mit den unseren zu vermischen und gemeinsam mit mir und meiner Mutter den theuern Todten zu beweinen. SBevchrtöimg mit Frankreich ist in den wallonischen Pro- oiuzeu beiläufig so alt, wie die Bildung des belgischen Staates vor 63 Jahren; und der Ruf ist hauptsächlich aus Bürger» und Baucrnkrciscn erklungen. Die Sozialisten haben wahrhaftig keinen Grund, den Anschluß an die Re- publik Casimir Periers zu wünschen.— Im Anschluß an Vorstehendes lassen wir zwei Tele- granime vom heutigen Tage folgen: Brüssel, 2. Nov. Ein Theil der konservativ- klerikalen Presse veröffentlicht einen Aufruf zur Bildung einer neuen Partei unter dem Namen„Rvyalistische Partei" zur Bekämpfung des Sozialismus. Brüssel, 2. Nov. Das Sozialistenblatt„Peuple" pnblizirt einen Artikel gegen das Pluralvotum und such! nachzuiveisen, daß durch dasselbe die Vertretung des Landes eine nicht genügende sei. Wenn das Pluralvotum nicht bestände, würden die Sozialisten die Mehrheil in der Kammer erlangt haben. Ter„Royalistischen Partei" wünschen wir Glück zu zu ihrem Feldzug gegen den Sozialismus. Möge sie ebenso große Erfolge davontragen, wie unsere deutschen Ordnungsbankrotteure im Kampf gegen den„Umsturz", und eine ebenso schone„Pleite" zu stände bringen! Eine „schöne Pleite" ist bekanntlich das beste Geschäft; und unsere belgischen Genossen werden ihnen gewiß nach Kräften behilflich sein.— Daß der„Peuple" sich so nachdrücklich gegen das Pluralsystem erklärt, ist nur zu begrüßen. Man muß das Eisen schmieden so lange es glüht.— In Nikola Christitsch hat jetzt Serbien einen Ministerpräsidenten vom Schlage der Bismarck und Crispi. Er ist jetzt 70 Jahre alt und steht zum vierten Mal aus diesem Posten. Schon 1842, unter Alexander Karageorgic- witsch, hat er eine Revolution als Regierungskommissar in Blut ertränken helfen. Achnlich wirkte er, unter Milan im Jahre 1883 gegen die Revolutionäre von Sailschar. Sein Wahlspruch war stets:„Ich gehorche dem Fürsten, und aste Anderen müssen mir gehorchen." So lange natürlich wie es dauert.— Das Frauenstinimrecht in Utah. In dem nord- amerikanischen Mormoncngebiet, das erst vor kurzem zum selbständigen Staate erhoben wurde, ist eine Konvention zur Ausarbeitung einer Verfassung des Staates gewählt worden. Ehe die Konvention noch zusammentrat, ver- Pflichteten sich beide politischen Parteien, daß die Frauen das Stimmrecht haben sollten. Die Veränderung der eiten ist allerdings merkwürdig. Vor wenigen Jahren ielweiberei, und jetzt politische Gleichstellung der Männer und Frauen. Neue Staatsgcbilde entschießen sich, wie das Beispiel Neuseelands beweist, leichter als alte zur Ein- führnng von Neueinrichtungen, die dem Geiste der Zeit entsprechen. Das Fraueustimmrecht wird in Utah ein Boll- werk gegen alle mormonischen Vielweiberei-Gelüste sein.— Südamerikanisches. In der Republik P e r u herrscht seit längerer Zeit Bürgerkrieg. Nachdem beide Parteien sich lange Zeit ohne äußere Störung nach Herzenslust be- kämpft hatten, ist es den„Insurgenten" eingefalle», das britische Konsulat in Callao anzugreifen. Infolge dessen sind 5 englische Kriegsschiffe in den Hafen von Callao, den wichtigsten des Landes, beordert worden. Auch von einem anderen Orte Pern's wird gemeldet, daß„Insurgenten" gegen einen britischen Vizekonsul Gewaltthätigkeit verübt haben. Unter solchen Umständen ist ein Eingreifen Eng- ' lands in die Ereignisse mit Bestimmtheit zu erivarten. Und wenn die Engländer für die Regierung eintreten, so wird dies der Sache der Insurgenten wohl bald den Garaus machen.— Die brasilianische Polizei nimmt es in ihren Leistungen mit den Polizisten der alten Länder Europa's völlig auf. Selbst in Rußland verstehen es die Schergen des Zaren kaum besser, das Knüppel- und Knutenregiment zu führen, als in der neuen südamerikanischen Republik. Ueber das Treiben dieser polizistischen Strolche berichtet in der „Frankfurter Zeitung" eine Korrespondenz aus dem süd- brasilianischen Ort P o r t a l e g r e, wo es viele deutsche Kolonisten giebt: Daß die Polizei in Brasilien ans den bedenklichsten Elementen besteht, ist bekannt, und man wundert sich daher auch kaum mehr über ihre Schandthaten. Was aber jetzt verschiedenen Blättern ans der deutschen Kolonie Hamburgerberg gemeldet wird, ubersteigt doch alles bisher Dagewesene. Dort erschienen nämlich am 26. August zwölf gut bewaffnete Munizipal- g a r d i st e n aus San Leopvldo, um einen Schwarzen gesangen zu nehmen, welcher unter dem Verdachte stand, einige Tage vorher in Estancia Velha einen gewissen Americo erschossen zu haben. Nachdem die Polizisten zuerst bei einem Pferderennen erschienen waren, statlelen sie zwei deutschen Wirthschaflen Besuche ab, wo sie arge Nnflälhereien begingen und sich so drohend benahmen, daß die Übrigen Gäste sich zurückzogen. Später drangen sie dann in das Haus eines Herrn H o s st ä t t e r ein. wo sich der gesuchte Neger als iinecht befand. Die Polizisten Über- rumpelten ihn nebst einem andere» Schwarzen, der unschuldig und ganz harniloser Natur gewesen sein soll, in einein Neben- Hause. Der erstere wurde geich erschossen und ihm dann. damit er auch sicher todt sei, der Hals durchschnitten. Dann wurde der andere Schwarze gezwungen, den blutigen Säbel des Halsabschneiders abzulecken, und da er sich nicht gleich dieser Zumulhung fügte, kurzer Hand von hinten ebenfalls niedergeschossen und dann um den Kopf kurzer gemacht. Frau Hofstätter, vor deren Augen die grauenerregende Mordszene sich abspielte, flehte den Sergeanten, den Führer der Expedition und eigentlich Schuldigen, kniefällig an, doch ihren Knecht zu schonen, doch vergebens. Ein paar Kinder her Faniilie Hofstätter hatten sich voller Schrecken über diese Gräuel geflüchtet und kamen erst spät am Abend wieder zum Vorschein. Herr Karl Diefenthäler, der mit der Familie Hofstätter ein Hans bewohnt, kam am Abend von der Station nach Hause, als er die Schüsse hörte und das Haus von der Polizei umzingelt sah. Nach der Ermordung der beiden Schwarzen drangen die Polizisten in die Wohnung Diefenthäler's, angeblich um eine Haussuchung vorzunehmen. Unter ben lästerlichsten Trohulige» wurde nun Diefenthäler gezwungen, sich ruhig zu verhalten und mit anzusehen, wie die Banditen in der Uniform der Sicherheilswächter die Z i in m e r ausplünderten. Auf die Weise verschwanden die sämmtlichen im Hause befindlichen Waffen, 1500 Tollars in baarem Gelde nebst der Sparkasse der Kinder, goldene Uhren und � sonstige Gegenstände. Von einer Bestrafung der Missethäter hat man bis jetzt noch nichts gehört.— China- Japan. Während die Japanesen ein zweites Expeditionskorps ini Norden China's gelandet haben, und nichr und mehr ihre militärische Ueberlegcnheir bekunden, wird von der Nordgrenze China's ein Ereigniß gemeldet, das vielleicht von weittragenden Folgen sein wird. Ans London wird unterm heutigen Datum gemeldet: Wie den,„Reuter'schen Bureau" aus Shanghai gemeldet wird, haben kleineBandenchinesischerDeserteure mehrere Posten an der russischen Grenze ange- griffen und sich einer Anzahl Waffen und Munitions- v o r r ä t h e bemächtigt. Ein Angriff wurde zurück- geschlagen; in dem Gefechte wurden 60 Chinesen getödtet. Die Sache scheint also ziemlich ernst gewesen zu sein und die russische Regierung hat jetzt den lange gewünschten Vorwand zur Einmischung. Ob der Thronwechsel auf die russische Erobernngslnst lähmend wirkt oder anfeuernd, das wird die nächste Zukunft uns zeigen.— pcu'tcinackmlsikeu. Bon der Agitation. Eine rege Agitation folgte dem Schlüsse des Frankfurter Parteitags auch in der Mainzer Gegend. Ueber die Versammlung in Mainz, wo Genosse Bebel vor ca. 5000 Personen sprach, sowie über die grobe Volksversammlung in Darmstadt, wo Genosse Liebknecht rcferirte, haben wir bereits berichtet. Genosse Bebel hielt außerdem noch Versaiumluugen ab in Gießen und Ofsenbach, deren jede von vielen Tausenden besucht war.— Eine andere Versanim- lung fand in Wambach statt, wo Genosse Paul- Hannover das Referat übernommen hatte. Thema war hier: Tie Agrarfrage. Weiter sprachen die Genossen Geck-Offen- bürg in Weisenau und H e ch t s h e i m. T r i l s e in Bretzenheim und Lauben heim, Jahn-Berlin in G o n s e n h e i n> und G i n t h e n, Dr. L ü t g e» a u- D o r t- m n n d in N i e d e r- I» g e l h e i m und in K v st h e i m Genosse O p i s i z i u s- B o ck e n h e i ni. In B i s ch o f s h e i m sprach Genosse Meist- Köln, in Nüsselsheim Genosse Pens-Dessau. Genosse Brey-Hannover in Mainz und Kastel, und in Arheilgen und Griesheim Ge- noffe Dr. David-Gießen. Ueberall war der Geist unter den Erschienenen ein guter und wird die Agitation gute Früchte tragen. Daß aber auch der Humor nicht fehlte, dafür sorgte der gescheidle Bürgermeister des benachbarten Ortes Gänsen- heim. Sprach da Genosse Jahn aus Berlin Über die Sozial- demokratie und die bürgerlichen Parteien und meinte, ein früher crtheiller Rath, die Sozialdemokraten möchten den Staub von den Füßen schütteln und auswandern, werde nicht befolgt werde». Wir blieben vielmehr rnhig hier im Lande und richten uns häuslich ein, wem dies nicht gefalle, der könne ja obigen Rath befolgen und gehen."„Das geht zu weit", rief der kluge Bürger- meister von Gansenheini als überwachender Beamter,„die Ver- sammlung ist aufgelöst!"„Vorerst, verehrter Herr Bürger- meister", so lautete die Antwort aus die Auflösung, „haben Sie gar nichts aufzulösen, sondern uns ruhig zuzuhören, Sie können aber auch nach Hause gehen. Wahrschein- lich baben Sie von einer Versammlung in Frankfurt gehört, die aufgelöst wurde und sind davon angesteckt. Sie vergessen aber, daß wir uns nicht in Preußen, sondern in Hessen befinden, und daß ein Vereins und Versammlungsgesetz bei uns nicht existirt. Oder können Sie uns ein Gesetz nennen, nach welchen! Sie zu der Auflösung berechtigt wären?" Lächelnd zog der Gestrenge einen Zettel aus der Tasche und bezeichnete den§ b des Gesetzes vom 21. Oktober 1873, also das Sozialistengesetz, als Unterlage der Auflösung. Ein homerisches Gelächter war die richtige Antwort auf diese Weisheit und ohne sich weiter um die Auflösung zu kümmern, brachte Genosse Jahn sein Referat zu Ende und die Häuser von Gansenheim stehen heute noch wo sie gestanden haben! In Hanau sprach der Genosse Mehner- Berlin über: Die Sozialdemokraten im Kampfe mir den bürgerlichen Parteien vor einer zahlreich besuchten Versammlung. Die Mchnert'sche Angst-Petitio» gegen die Sozial- demokraten, die dein Bundesrath und dem Deutschen Reichstag zugehen soll, ist außer den sächsischen Gemeinbevorständen auch der„Leipziger Volkszeitiing" zugegangen und wird von der letzteren in ihreni Wortlaut zum Abdruck gebracht. Unser be- schränkter Raum gestattet es uns leider nicht, das ganze Mach- werk zu veröffentlichen, einige Theile glauben wir indeß unseren Lesern nicht vorentbalten zu solle». Nachdem gesagt worden ist, daß die„internalionale, vaterlandslose Umsturzpartei" auch in „unserem Vaterlande"(nämlich Sachsen) leider zu einer Macht geworden(sie!), welche den bestehenden Staat in seinen Grundvesten zu erschüttern droht, wird die„NN- begreifliche Milde"(!) getadelt, die man gegen die Sozialdemokratie hat walten lassen. Dann werden, getreu der allen Gepflogenheit, zur Begründung der Ausnahmemaßregeln die„ruchlosen Attentate" herbeigezogen, welche die An- a r ch i st e n in I t a l i e n und Frankreich begangen haben. Nun heißt es wörtlich w-iter:„Soweit will ja angeblich die Sozialdemokratie nicht gehen; sie pflegt die anarchistischen Ver- brechen Ausflüsse des Wahnsinns zu nennen, deren Urheber nicht bestraft werden könnten, sondern ins Irrenhaus gehörten, oder sie stellt die Attentate als„bestellte Arbeit" hin, wie sich eines der ersten sozialdemokratischen Blätter nicht entblödet hat, das Attentat auf den Minister Crispi eine Komödie zu nennen. Bei Einsichtigen besteht darüber kein Zweifel, daß ohne die inter- nationale Sozialdemokratie eine nennenswerthe anarchistische Be- wegung nicht vorhanden sein würde, deswegen gerade ist es aber allerhöchste Zeit, endlich Schritte zu thun, um die Sozialdemokratie und damit auch dem Anarchismus Halt zu gebieten! Vielleicht ist es noch nicht zu spät." In dem Folgenden wird nun der Mittelstand mobil ge- macht, der nach Mehnert nicht etwa durch den Kapitalismus— bei Leibe nicht— sondern durch die Sozialdemokratie vernichtet wird. Dann giebt die reaktionäre Sippe ihren Wunschzettel zum Besten; dort heißt es: „Zum anderen wünschen wir, daß die Aufreizung zum K l a s s e n h a ß, wie sie bie Sozialdemokratie in öffentlichen Ver- sammlungen und in der Presse mit unerhörter Dreistigkeit unter den Augen der Behörden beireibt, als solche und ohne daß die Aufreizung zu„Gewaltthätigkeiten" als gesetzliches Erfordcrniß für die Slrafiälligkeit verlangt werden muß, unter erhebliche Freiheitsstrafe gestellt wird. Wir glauben uns zu dieser Forder- ung um so mehr berechtigt, als die öffentlichen Versammlungen und die Presse der Sozialdeniokratie tagtäglich jedem, der es wissen will, zeigen, daß die sozialdemokratische Agitation leider nicht ohne Erfolg eine Bevölkerungsllasse gegen die andere aufhetzt und dadurch den Frieden stört, ohne indessen dabei un- mittelbar zu Gewaltthätigkeiten aufzureizen, wohl wissend, daß letzteres sie dem Strasrichler überliefern würde. In innigem Zusammenhang hiermit steht die von den Sozial- demokraten ebenfalls sowohl in ihrer Presse, wie in ihren ösfent- lichen Versammlungen beliebte Art, erbichtete oder entstellte Thatsachen öffentlich zu behaupten oder zu verbreiten, um dadurch Staatseinrichlungen oder Anordnungen der Obrigkeit verächtlich zu machen. Aalglatt entschlüpfen die daraufhin Angeklagten dem Straf- richter, da sie nach den gegenwärtigen Bestimmungen des Straf- gesetzes in den allermeisten Fällen dessen nicht überführt werden können, daß sie gewußt haben, die von ihnen öffentlich be- haupleten oder verbreiteten Thatsachen seien erdichtet oder ent- stellt gewesen. Durch entsprechende Streichung des oben bezeichneten Er- orderniffes in der diesbezüglichen Bestimmung des Strafgesetzes erhoffen wir, daß diesem Uebelstande abgeholfen rvird. Ferner ist es ein Krebsschaden unserer öffentlichen Kritik und der gutgesinnten Bevölkerung geradezu unfaßlich, daß man nicht einschreitet, wenn die Entbehrlichkeit unserer angestammten Monarchie gepredigt und deren Ab- schaff ung öffentlich behandelt, wenn die be- stehende Staatsform in jeder Hinsicht verhöhnt, die Religion verschmäht und beschimpft wird. Neichen zum strafgesetzlichen Einschreiten gegen solches Ge- bahren die heutigen Gesetze nicht aus. so ist eine Ergänzung der- selben unerläßlich, wenn anders nicht die Achtung und Ehrerbietung vor unserer angestammten Monarchie und vor der Religion, die, noch darf es behauptet werden. den größten Theil unseres Volkes beseelt und beherrscht, mehr und mehr verschwinden soll. Wir wollen auch an dieser Stelle nicht verhehlen, daß wir eine Gesetzgebung nach der Richtung wünschen, daß bei den- jenigen Delikten, welche eine ausgeprägte Rohheit der Gesinnung des Thülers erkennen lassen, die unserer Meinung nach falsch angebrachte jetzige Humanität beseitigt wird." Auch im Preßgesetz haben sich nach Meinung der Petenten Mängel herausgestellt: ,�Von hervorragenden Mängeln wollen wir namentlich zwei hervorheben. Ter erste ist die fehlende Definition des Begriffes „verantwortlicher Redakteur". Der infolgedessen hervorgetretene Umstand, daß der Strafrichter bei der Bestrafung des„vsr- aiitivorllichen Redakteurs" fast nie den wirklich Schuldigen, sondern beinahe ausnahmslos einen vorgeschobenen Strohmann, den„Sitzredaklenr", trifft, das heißt auch diesen nicht eigentlich fühlbar, weil derselbe regelmäßig für die ihm zu theil werdende Freiheitseiitzichnng irgendwie entschädigt, eine Geldstrafe aber für ihn bezahlt wird, führt geradezu zu einer Verhöhnung des Gesetzes und der richterlichen Entscheidungen seitens der- jenigen Presse, der an dem Bestände des inneren Friedens und der Ordnung nichts gelegen ist. Dieser Zustand ividerspricht dem deutschen Rechts- und Ehr- begriffe. Rechlsgrundsatz und Zweck der Gesetze ist, den Schuldigen zu treffen, und nicht eine vorgeschobene Person. welche ein Gewerbe daraus macht, den Thäler zu decken, um ihn desto ungestörter gegen Recht und Gesetz handeln lassen zu können. Der fernere Umstand, daß die sogenannte»„verantwortlichen Redakteure" häufig wechseln, damit ihre event. Vorstrafen bei der Aburtheilnug nicht ins Gewicht fallen können, beschränkt die Gesetzanwendiing in ungebührlicher Weise, während der wahrhast Schuldige frei ausgeht." Wahrlich, dieses elende, schmachvolle Machwerk macht jeden Kommentar überflüssig. Wer all die monströsen Urtheile sich in die Erinnerung zurückruft, die wir von jeher, namentlich aber in den letzten Monaten aus Sachsen zu berichten in der Lage waren, wer z. B. an die Behandlung des kranken Genossen Eich- Horn im Dresdener Gefängniß denkt, der muß mit Abscheu erfüllt werden über das Maß von Gefühlsrohheit. das sich in dem Tadel über„unbegreifliche Milde" und die„schlecht angebrachte Humanität" zeigt, die angeblich in Sachsen walten soll. Den Machern des Pamphlets die gebührende Antwort zu geben, überlassen wir, da das schon unter dem jetzigen Strafgesetz gefährlich ist. besser unseren Ab- geordneten im Reichstag. ¥* Der Redakteur der Bielefelder„Volksmacht", Genosse G r o t h, hat, wie genanntes Blatt mittheilt, seine Stellung ge- kündigt. Er wird seine Tdütigkeit am Blatte nach seiner Hast» entlassiing, welche gegen Mitte Dezember erfolgt, nicht wieder aufnehmen. Genosse Groth geht in gleicher Eigenschaft nach Rostock, um die Leitung des dortigen Parteiblattes zu über- nehmen. Der Grund seines Wegganges dürfte in dem Umstand zu finden sein, daß er seine Lage verbessert und in seine Heimath kommt. Genosse Groth war, so schreibt das Blatt weiter, an unserem Blatte seit 1. Juli 1890, also 4V« Jahr, thätig und hat während dieser Zeit manchen Strauß mit den Gegnern aus- gekämpft. Nicht weniger als 1�/2 Jahr Gefängniß— die Geld- ftrasen nicht zu rechnen— hat ihm während dieser Zeit sein Kamps eingetragen. � Reform oder Revolution? Der Würzburger Magistrat hat die dortigen Sozialdemokraten gewarnt, Hochs auszubringen ans die„revolutionäre Sozialdemokratie". Den Slrafantrag zu stellen bleibt dem die Versammlung überwachen- den Beamten überlassen. Der Magistrat von Würzburg faßt die von uns angestrebte Revolution der Geister eben auch als eine Revolution mit der Heugabel auf und da die Hochwohl- löbliche schwerlich geneigt sein dürfte, sich die nöthige Kenntnis über unsere Auffassung der Revolution durch eingehendes Studium der sozialistischen Literatur anzueignen, so wird den Würz- b u r g e r Parteigenossen wohl mchts übrig bleiben, als das Hoch anders zu formnliren. Die ssozialistifche Bewegung ivird natürlich deswegen keinesfalls zurückgehen, über solche kleine Witzchen geht eme Partei, wie die unsere, ejnfach zur Tages- ordnung über. * Ein Wahlsieg wird der Wiener„ A r b e r t e r- Zeitung" ans W a g st a d t genieldet. Dort wurden bei der Gemeindeausschuß-Wahl im dritten Wahlkörper alle Kandidaten der Sozialdemokratie gewählt. Polizeiliches, Gerichtliches ee. — Zu je einem Monat Gefängniß wurden in Pirna i. S. zwei Parteigenossen verurtheilt, weil sie einen Polizeiwachtmeister des Amtsmißbrauchs und des leichtfertigen Umgehens mit dem Zeugeneid beschuldigt hatten. Der Wahrheitsbeweis wurde als nicht erbracht angesehen. — Eine ganze Anzahl Grünaer Genossen, die am Sonntag, den 16. September in Claus' Restaurant Lieder sozialdemokratischer Tendenz gesungen haben, sind deswegen von der Amtshauplmannschafl Chemnitz mir Strafmandaten von je 5 M. bedacht worden. Gerichtliche Entscheidung ist angerufen. Einer der Bestraften ist nach seiner Angabe überhaupt«icht in dem bezeichneten Restaurant gewesen. — Polizeilich verboten wurde in Leipzig eine Metallarbeiter-Versammlung, in welcher Frau Rohrlack sprechen sollte. Außerdem soll das Bureau einer anderen Versammlung. die am Montag Abend stattfand, wegen Beamlenmißachtung zur Verantwortung gezogen werden. Am Bureaulisch soll bei der Wortentziehung gelächelt worden sein. Jene Versammlung, in der noch anderen Rednern das Wort hätte entzogen werden müssen, sei der Grund des Verbots. — Sächsischer Kurs in Bayern. Vor der Münchener Strafkammer stand die Vorsitzende des Münchener Frauen- und Mädchen-Bildungsvereins, die gelegentlich eines Ausflugs eine Ver- 'ammlung arrangirt haben sollte. In Wirklichkeit hatte es sich nur um einige Vorträge gehandelt. Als der Beamte„auslöste", habe man den Platz nicht geräumt und ihm„Unvernunft" vorgeworfen. Das Verbrechen mußte durch 50 M. Geldstrafe gesühnt werden. —„Der Pfaffenspiegel" von Corvin wieder einmal beschlagnahmt. Die Buchhandlung der Erankfurter„Volksstimme" wurde dieser Tage durch den esuch der Polizei beehrt, welche das vorgenannte Buch beschlag- nahnile. Nun, wahrscheinlich wird es baldigst wieder frei- gegeben, wie es wohl schon dutzende Mal geschah. Detresck»en. (Wolff's Telegravhen-Purean.l Frankfurt a. M., 2. November. Die„Frankfurter Ztg." meldet aus Wiesbaden: In der Heuligen Stadtverordnetensitzung wurde die Aufnahme einer städtischen Anleihe von 3 600 000 M. behufs Konversion der sprozenligen städtischen Schuld und zur Deckung der Elatsbedürfnisse pro 1894/95 genehmigt. Troppan, 2. November. In Peterswald, Orlau, Poremba und Lazy weigerten sich heute Abend über 2500 Bergarbeiter an- zufahren, weil eine zehnstündige Schicht eingeführt ist. (Depeschen-Pnrean Herold.) Paris, 2. Nov. Die republikanischen Blätter bringen weitere Artikel über den verhafteten Kapitän Dreyfuß und fordern die Todesstrafe für denselben. Für die Israeliten Frankreichs sei das Verbrechen des Juden Dreyfuß ein Unglück. Verantwortlicher Redakteur: I. Dierl(Emil R oland) in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing iu Berlin SW., Beurhstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 257._ Sonnabend, den 3. November 1894. 11. Jabrg. Arbeiter! Nartelgenossen! Trinkt kein bonkottirtes Kier! Lolrsles. Ein«euer Erfolg. Die Boykottkommission er« hielt gestern folgende ZuscKrift zugestellt: Hiermit theilen wir Ihnen ergebenst mit. daß wir uns mit der Kommission der Brauerei-Arbeiter in der Heuligen Konferenz über die Arbeitsbedingungen verständigt haben, und verpflichten wir uns ausdrücklich, die verabredeten Bedingungen innezuhalten. Hochachtungsvoll Brauhans Hohen-Schönhausen, Kommandit-Gesellschaft. Wir bemerken, daß die Brauerei Hohen-Schönhausen anfangs dieses Sommers von einer Reihe Berliner Gastwirthe gegründet worden ist; auch heute sind ihre Theilhaber ausschließlich in Gastwirthskreisen zu suchen. Der Dresdener Boykottsieg in Richter'scher Beleuch- tung. Die krankhafte Sucht des freisinnigen Heerführers ohne Heer, gegenüber dem stetigen Vordringen der Sozialdemokratie die bekannte Politik des Vogel Strauß zu spielen, verleitet den großen Mann oft zu den putzigsten Kapriolen. I» Dresden hat die Arbeiterschaft über die Waldschlößchen- Brauerei nach hartem Kampfe gesiegt. Darob allgemeines Wehklagen von rechts bis links in der bürgerlichen Presse. Antisemitische Blätter, ihnen voran die„Krenz-Zeitung", schieben in ihrer Herzensangst wieder dem jüdischen Großkapital die Schuld an dein neuen Erfolg der Sozialdemokratie zu. Irgendwie soll der Sieg ja auch erklärt werden. Von der katzenjämmerlichen Stimmung, die im Lager der Ordnungsmänner herrscht, giebt sehr drastisch gerade ein Bericht Zeugniß. der vom Organ der Junker veröffentlicht wird. „Geradezu peinliches Aufsehen", so heißt es da,„erregt heute die Nachricht, daß die große Brauerei zum Waldschlößchen. die feit Mai dieses Jahres von der Sozialdemokratie boykottirt war, vor dieser kapitnlirt hat; und zwar hat die Brauerei- Verwaltung diejenigen Bedingungen jetzt in der Hauptsache zu- gestanden, wegen deren Verweigerung seinerzeit der sozial- demokratische Boykott verhängt wurde. Die Verurtheilunz des jetzigen Umfalls der Brauerei in allen nicht- sozialdemokratischen Kreisen ist um so entschiedener und schärfer, als man allgemein weiß, daß die Waldschlößchen» Brauerei vorzüglich finanziell gestellt ist, daß sie im Ge- schäftsjahre 1. Oktober 1892 bis 30. September 1893 13 pCt. Dividende vertheilt hat, und daß sie auch für das Geschäftsjahr 1. Oktober 1893 bis 30. September 1394, das also die Boykott- zeit mit einschließt, die gleiche Dividende zur Vertheilung bringen will." So ist die Stimmung in den Kreisen der Staatserhaltenden; offen wird von jedermann zugegeben, daß der volle Erfolg im Dresdener Boykottkampf den Arbeitern zu Theil geworden ist. Anders Engen Richter. Und wenn die Sozialdemokratie den letzten Freisinnshelden aus seiner Position vertreibt, so ist doch im Richler'schen Moniteur von der Niederlage keine Spur zu lesen; es wird höchstens zugestanden, daß die in der freisinnigen Volksparlei am sanftesten aufgehobene bürgerliche Gesellschaft gerade einmal rück- wärts siege, während der bekannte Rückgang die Sozialdemokratie zufällig nach vorwärts führe. So ungefähr geschah es nach Eugen Richter auch in der Hauptstadt Sachsens. Er schreibt: „In Dresden sind die Sozialdemokraten klug genug gewesen, den Boykott über die Waldschloß-Brauerei aufzuheben. In Ueber- einstimmung mit den bekannten Zugeständnissen der Berliner Brauereien hat die Dresdener Brauerei sich verpflichtet, keinen Arbeiter wegen feiner Zugehörigkeit zu einer Organisalion zu maßregeln oder zu entlassen. Doch wahrte die Brauerei sich die volle Freiheit, ihre Arbeiter ohne Rücksicht aus die Parteistellung anzunehmen oder zu entlassen. Ferner hat die Brauerei sich ver- pflichtet, ihren Park am I. Mar nächsten Jahres und an zwei oder drei Sonntagen des Sommers den Sozialdemokraten zur Verfügung zu stellen." Die Sozialdemokraten waren klug genug, den Boykott in Dresden auszuheben; das heißt aus dem Richter'schen ins Deutsche übersetzt, die Sozialdemokraten waren klug genug— einen vollen Sieg zu erringen! Wir gönnen Eugen Richter das kindliche Spiel, denn wir müßten leine Gemüthsmenschen sein, wenn wir dem Führer der auf dem letzten Loch pfeifenden Partei solch unschuldiges Vergnügen verleiden wollten. Zur Lolalliste. Jung, Großgörschenstraße 24, ist von der Liste gestrichen worden, weil er die Kontrolle verweigert und Boykottbier scbänkt. I. Klaas, Frankfurter Chaussee 99, schänkt ebenfalls Ringbier. Ueber die Thätigkeit der Berliner Polizei bringt das „Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin" auch für 1692 wieder ein umfangreiches Zahlenmaterial. An das Kriminalkommissariat gelangten im ganzen 67 827 Anzeigen über vorgekommene„Ver- brechen und Vergehen"(sagt das„Jahrbuch"). Darunter be- fanden sich jedoch auch 9120 Anzeigen über Unglücksfälle, 254 über versuchte Selbstmorde, 534 über Selbstmorde, ferner 6151 Anzeigen„verschiedenen Inhalts", die nicht spezialisirt sind, die aber(nach Angabe früherer Jahrgänge des„Jahrb.") auch solche über plötzliche Todesfälle, gesuchte Personen, Spiel in auswärtigen Lotterien,„grobcnUnfug", Kurpfuscherei" K.:c. enthalten; schließlich noch 6337„Nachtragsanzeigen", die ebenfalls nicht spezialisirt sind. Zur Bcurtheilung des Berliner„Verbrecherthums" sind diese Zahlen also nicht verwendbar, zumal da die unbegründeten An- zeigen mitgezählt sind. Hierüber kann man nur aus der speziell für Berlin aufgestellten Kriminalstatistik, auf die wir später zurückkommen, ein einigermaßen zutreffendes Bild gewinnen. Immerhin ist es aber interessant zu sehen, wie auch in der Thätigkeit der Polizei die steigende Kriminalität sich bemerkbar macht. Die Anzeigen über„Verbreche» und Vergehen" betrugen in den Jahren 1892—1883 rückwärts 67 827, 57 574, 50 038, 41 237, 84 326. Ueber Diebstahl wurden in den betreffenden Jahren allein 23 214, 20 299, 13 036. 15 373, II 466 Anzeigen gemacht. Von den zum Kriminalkoinmissariat Sistirten wurden 1892 zur Jsolirhast gebracht: 4315 Männer, 898 Frauen, 36 Kinder, zusammen 5749 Personen, gegen 5234, 5122, 4283, 4233 in den Vorjahren rückwärts bis 1883. Hauptursache war auch hier der Diebstahl, 1892 bei 2485 Männern, 630 Frauen, 31 Kindern, zusammen 3146 Personen, gegen 2323, 2707, 2220. 2091 in den Vorjahren rückwärts bis 1883. Unter je 160 zur Jsolirhast Gebrachten lag Diebstahl vor in den Jahren 1392 bis 1388 rückwärts: bei 55, 54. 53, 52, 49(weiter in den Jahren 1337 bis 1830 rückwärts: 46, 43. 49. 56, 59. 60, 60). Bei allen diesen Angaben muß man sich jedoch, wie gesagt, stets vor Augen halten, daß sie nicht von der Berliner Kriminalität,> sondern nur von der Thätigkeit der Berliner Polizei ein Bild zu geben geeignet sind. In den Zahlen über die zur Haft Ge- brachten erscheint die Kriminalität schon vollständig verwischt, weil die Verhängung der Haft von Bedingungen abhängig ge- macht wird, die oft auf ganz anderen Dingen als auf der Art und Schwere des Vergehens beruhen. Daher sind auch die Zahlen über Familienstand, Beruf und Alter der Verhafteten nur niit Vorbehalt zu benutzen. Wenn sich z. B. unter 893 verhafteten Frauen nur 33 verheirathete befanden, so liegt das mit daran. daß Personen mit eigenem Hausstand und fester Wohnung seltener in Untersuchungshaft genommen werden. Auch das auf- fällige Ueberwiegen gewisser Berufsgruppen(z. B. Kellner, Haus- diener, Laufburschen) wird man theilweise so zu erkläre» haben. — Im ganzen hatte das Kriminalkoinmissariat 1892 153 569 Sachen(die oben besprochenen 67 827 Anzeigen eingeschlossen) zu bearbeiten, während bei der 4. Abtheilung des Polizeipräsidiums überhaupt 396 446 neue Sachen eingingen. Das gefammte Per- sonal der Polizeiverwaltung belief sich auf 5383 Köpfe. Von diesen kamen allein aus die„Exekutive" 4730, unter denen sich 3597 Schutzmänner, 342 Wachtmeister, 113 Lieutenants u. f. w. befanden. Dieses Heer von Beamten könnte bedeutend ein- geschränkt werden, wenn die vielen überflüssigen Schreibereien weg- fieien, wenn man weniger schnell mit Straßenabsperrungen zugunsten des Hofes und des Militärs bei der Hand wäre, bei welcher Ge- legenheit bekanntlich erst durch die Ansammlung einer größeren Zahl von Polizisten eine Ansammlung des Publikums bewirkt wird, und wenn man die Polizisten nicht in Arbeiterversamm- lunge» schickte. Wenn die Polizei nicht so oft da wäre, wo sie nicht gebraucht wird, dann würde man es seltener erleben, daß sie da nicht ist, wo sie gebraucht wird. Vom„Licht der Ziiknnft" wurde am Donnerstag Abend in der Urania eine anschauliche Probe vorgeführt. Zwar ist dies Licht noch unscheinbar und schwach und klein, aber wer will auf dem Gebiete der Elektrizität— denn elektrisch ist dies Licht der Zukunft selbstverständlich— leugnen, daß es dem Menschen- Hirn nicht über Nacht gelingen kann, die bisher von der Natur noch halb verschleiert gehaltene neue Gabe völlig zu enthüllen und die schon heute von kühnen Denker» vorgeahnte Entdeckung der Gesammtheit nutzbar zu machen? Ein amerikanischer Tech- niker, Tesla, beschäftigt sich mit dem Problem, die Elektrizität ohne Draht frei rn der Luft fortzuleiten. Die aus den Pfaden des amerikanischen Denkers von der hiesigen Urania unternommenen Versuche wurden in einem von Herrn Spieß gehaltenen Experimental- Vortrag vor dem Publikum demonstrirt. Herr Spieß leitete Ströme von hoher Spannung aus einer Wechselstrom- Maschine in einen Trans- formator, von da in einen anderen und von diesem zweiten Transformator zu einem Kondensator. Auf diese Weise wurde ein Strom von so hoher Spannung erzielt, daß der Liaum auf einige Entfernung hinaus von Elektrizitätswellen erfüllt ward. Mit verdünnten Gasen gefüllte sog. Geßler'sche Röhren, die von der Bühne in den Zuschauerraum hinabgercicht wurden, begannen in den Händen der Gäste intensiv zu phosphoresziren; das Gas hatte sich in elektrische Schwingungen und diese hatten sich in Licht umgesetzt! Gelingt es, das auf grund dieser Experimente erzielte Resultat weiter auszubauen, so wird nach Ansichi des Herrn Tesla ein Licht geschaffen, so einfach und so— billig fast, wie das der Glühkäferchen, die im nächtlichen Waldesdunkel leuchten. Was Herr Tesla von der Zukunft der Elektrizität denkt— vorläufig ist es noch Problcma. Wer vermag in unserem Zeit- alter aber zu ermessen, ob sein Gedanke in naher oder fernerer Zukunft nicht eine Umwälzung in der Gesellschaft hervorruft? Unsere künftigen Staatsretter. In der„National- eitung" vom heutigen Morgen lesen wir: Ort der Handlung: altestelle der Pferdebahn in der Leipzigerstraße, an der Friedrich- siraße. Zeit: Nacht zum Donnerstag 11�/» Uhr. Personen des Dramas eine Dame, welche auf die Pferdebahn wartet, und ein junger Mann, anscheinend ein Student. Der Jüngling umkreist die Dame mehrfach und versucht sie anzusprechen. Die Dame tritt zurück und wendet sich ab. Der Jüngling wird um so zu- dringlicher und flüstert endlich der Dame, an die er dicht heran- getreten ist, etwas zu. Was es gewesesen. Niemand weiß es. Aber im nächsten Moment fällt ihre Hand klatschend auf seine Wange. Der Gezüchtigte entfernt sich eilend, die Zeugen des Vorganges rufen laut ein Bravo, die Dame aber steigt lautlos in den mittlerweile herangekommenen Wagen. Die ganze Szene dauerte kaum eine halbe Minute. Es war ein eindrucksvolles „Lied ohne Worte". Was soll in der Sumpflust des Militarismus, des After- Patriotismus und des servilen Streberthums auch anderes ge- deihen, als solches Gesindel? Der Morastboden, dem ein Leist und die Prachtexemplare der antisemitischen Saufkohorten entwachsen konnten, muß Staatsrettcr von genau derselben Qualität hervorbringen, wie sie sich in den Steineke und Konsorten so lieblich darbieten. Jede dem Untergang verfallene Gesellschaft hat noch die Staalsretter im Kampfe für die höchsten Güter und gegen den Umsturz jc. ic. gehabt, die sie verdiente. In der Fachschule der Maler Berlins beginnt der sog. halbe Kursus für das Wintersemester 1394/95 am 11. Noveniber im Schnllokale Manteuffelstr. 7(Aula der 193/195. Gemeinde- schule). Anmeldungen zu diesem Kursus werden, wie uns die Schulkommission miltheilt, in den Filialen und von der Eröffnung ab im Schullokale entgegengenommen. Die Fahrpreise auf der Pferdebahn. Die Winterausgabe des Fahrplanbuches der Große» Berliner Pferde-Eisenbah» weicht dadurch von den früheren Ausgaben ab, daß die Angaben über die Länge der Linien und die Dauer der Fahrt fortgelassen worden sind. In bezug auf den Tarif selbst ist zu bemängeln, daß bei der Feststellung der Fahrpreise die Länge der Strecke nicht berücksichiigt worden ist, wie aus folgenden Beispielen zu ersehen ist. Der Preis für die Strecke Spittelmarkt— Treptow, 6200 Meter, beträgt 20 Pf., für die 100 Meter kürzere Strecke Alexandcrplatz— Nollendorfplatz 25 Pf.!, für die Linie Bülow- straße— Nosenthaler Thor, die 6500 Meter mißt, werden 20 Pf., für die 160 Meter kürzere Linie Moabit— Gneisenaustraße da- gegen 25 Pf. erhoben. Für die Linie Görlitzer Bahnhof- Bahnhof Friedrichstraße. 4560 Meter, zahlt man 15 Pf., ebenso für die 400 Meter längere Linie Hasenhaide— Rath- haus, für die Strecke Seestraße— Weidendammer Brücke, die nur 4000 Meter lang� ist, dagegen 20 Pf.! Die Strecken Kottbuser Thor— Behrenstraße und Schlesisches Thor— Hallesches Thor sind je 3200 Meter lang, die«rstere kostet 10, die letzlere dagegen 15 Pf.! Von der Dresdenerftraße einerseits bis zur Potsdamer Brücke sind es 3300 Meter, bis zur Schlesischen Brücke anderer- seits 3160 Meter, erstere Strecke kostet 10, die letztere kürzere 15 Pf.! Der Preis für die Strecke Brückenstraße— Potsdamer Thor, 3200 Meter, ist 10, für die Strecke Alexanderplatz— PotZ- damer Thor, gleichfalls 3200 Meter, 15 Pf.! Dies sind nur einzelne Fälle von vielen. Es wäre interessant, die Grundsätze kennen zu lernen, nach denen bei Feststellung der Fahrpreise verfahren wurde. Jedenfalls sollte die Beseitigung derartiger auffälliger Ungleichheiten möglichst bald bewirkt werden. Ueber den Schlächtermeister Herrn Robert König, Paulstraße 30, ist durch den zufälligen Umstand, daß eine Portion Fleisch konfiszirt wurde, die sich auf dem vor seiner Thür hal- tenden Wagen des Leberhändlers Kohn befand, das Gerücht ver- breitet worden, er verarbeite Pferdefleisch. Eine von Herrn König und auch von anderer Seite gegebene Darstellung läßt eine derartige Annahme völlig ausgeschlossen erscheinen, so daß wir, gleich anderen Blättern, die seinerzeit der Konfiskation er- wähnten, uns verpflichtet fühlen, ausdrücklich darauf hinzuweisen. daß nur eine fatale Verkettung von Umständen dem über Herrn König verbreiteten falschen Gerücht Nahrung geben konnte. Ueberfahren und schwer verletzt wurde vor dem Hause Hannoverschestr. 19 am Freitag Morgen von seinem eigenen Ge- fährt derMitfahrer Kühne aus der Schwedterstraße. Der Verunglückte war durch einen Fehltritt von seinem Sitz herabgefallen und von den Rädern des schweren Wagens so unglücklich verletzt worden, daß er schleunigst nach der Charitee befördert werden mußte. Kümmelblättchen-Spieler, die zwar mit Erfolg gearbeitet hatten, sind nachträglich von der Polizei ermittelt und verhaftet worden. Der polnische Arbeiter P. befand sich am 27. v. M. auf der Durchreise nach Hannover auf dem hiesigen Lehrter Bahnhofe und machte dort die Bekanntschast eines Mannes, der ihm mittheilte, daß ler dreißig Stücke Rindvieh nach Hamburg begleiten solle, zunächst aber noch nach dem Schlesischen Bahnhof fahren wolle, um den„König der Türkei", der heut dort an- komme, zu sehen. P. leistete der Aufforderung, aus der Stadt- bahn mitzufahren, Folge und ließ sich, als der König der Türke» nach längerem Watten nicht eintraf, nach einem Wirthshause in der Markusstraße führen, um in einein Glase Weißbier Trost für die getäuschte Hoffnung zu suchen. Dort saßen aus„reinem Zufall" zwei Männer, mit denen der Polenführer bekannt war. Zur Unterhaltung wurde ein Spiel vorgeschlagen, und bald war das Kümmelblättchen in vollein Gange. P. wollte anfangs trotz Zuredens, und obgleich sein neuer Freund einen Hundert- markschein nach dem andern gewann, sich nickt zum Setzen ent- schließen, gab aber schließlich nach und setzte 3 M. Als man ihm erklärte, der Satz sei zu gering, setzte er 8 M. und verlor. Jetzt war ihin der Muth ivieder geschwunden, und die Spieler ver- ließen ihn, nachdem sie durch ihr weiteres Zureden keinen Er- folg hatten. Jetzt gingen dem Polen die Augen auf; er er- stattete Anzeige und bezeichnete aus dem Verbrecheralbum den berüchtigten Bauernfänger Otto Thiede als Schlepper und den Schlächter August Seiffert als einen der Spieler. Beide haben zwar keine Wohnung, konnten aber doch von der Polizei�",;.. mittelt und hinter Schloß und Riegel gebracht werden. In ihrem Besitz wurden noch die üblichen Spielapparate, wie„Blüthen". Spielmarken, die als Geldstücke benutzt werden und Karlen, die noch die von dem Kümmelblättchen herrührenden Längskniffe zeigten, vorgefunden. P. erkannte auch Beide bei der Gegen- Überstellung wieder, obgleich sich der eine inzwischen den Vollbart hatte abnehmen lassen. Beide wurden dem Unlersuchungs- gesängniß eingeliefert, während der Dritte noch nicht gefaßt worden ist. Ein Soldat, der al» Gefangener nach der Militärstraf- anstatt zu Spandan transportirt werden sollte, ist am Dienstag Abend aus dem Zuge der Hamburger Bahn zwischen Station Paulinenaue und"Berger Damm bei voller Fahrt heraus- gesprungen. Der Zug wurde sofort zum Halten gebracht und die beiden Unteroffiziere, welche den Gefangenen begleitet hatten, suchten die Gegend mit Laternen ab. konnten aber des Ent- sprungenen nicht wieder habhaft werden. Furcht vor dem Arzte ist dem löjähriaen Hermann W-, Königs- Chaussee 73 wohnhaft, verhängnißvoll geworden. Der Knabe ist in einem Eisenwaaren-Geschäft angestellt und hatte sich beim Verpacken verschiedener Gegenstände an einem Nagel eine leichte Rißwunde an der rechten Hand zugezogen, welcher er jedoch keine Beachtung beilegte. Obwohl der Lehrling heftige Schmerzen zu ertragen hatte, erst die Hand, später auch der Arm anschwoll, machte er, aus Furcht vor ärztlicher Behandlung, weder seinen Elter» noch dem Chef hiervon Mittheilung, bis der letztere den Zustand des Knaben am gestrigen Tage erkennend, seine Ueberführung nach dem Krankenhause Friedrichshain an« ordnete, leider zu spät. Die Wunde war vermuthlich nicht sauber genug gehalten worden, hierdurch ist eine Blutvergiftung ent- standen, welche bereits solche Ausdehnung angenommen hatte, daß am heutigen Tage dem kleinen W. der Arm abgenommen werden mußte. A«S dem Nachlast des Malermeisters Seeger, der bekannt- lich mit seiner ganzen Familie freiwillig aus dem Leben geschieden ist, habe» die Gläubiger auf eine Dividende nicht zu rechnen. Die geringen Aktiven von 4769 M. werden fast ganz in Anspruch genommen durch die bevorrechteten Forderungen im Betrage von 4466 M. Die übrigen Forderungen betragen bis jetzt 12219 M. Lebensgefährliche Brandwunden erlitt gestern das vier- jährige Kind der in der Krautstraße wohnenden Schneider Kühn- schen Eheleute. Frau K. war gerade im Begriff, eine» mit kochendem Wasser gefüllten Kessel von der Maschine zu nehmen, als derselbe plötzlich ihren Händen entglitt und der siedende In- halt sich über das an der Erde spielende Kind ergoß. Das Kind erlitt dabei so schwere Verletzungen an Kopf und Händen, daß es in beinahe hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus am triedrickshain geschafft werde» mußte, woselbst es bereits ver- orben ist. Die Mutter ist infolge der Aufregung über den Vorfall selbst schwer erkrankt. Jäh aus dem Leben geschieden ist am Donnerstag Abend der in einem Eisenwaarengeschäfl angestellte Kommis Gustav H. Als der erst 23 jährige Mann an» gestrigen Abend aus dem Ge- schäft zurückkehrte und die elterliche, in der Brunnenstraße belegene Wohnung betrat, wurde er auf das freudigste durch die Anwesenheit seines älteren, aus London zurückgekehrten Bruders überrascht, der ganz unerwartet hier eingetroffen war. In inniger Umarmung hielten sich die beiden Brüder um- schlungen, als plötzlich Gustav H. einen leisen Schrei ausstieß und dann schwerfällig zu Boden sank. Da er kein Lebenszeichen von sich gab, schickten die besorgten Eltern zum Arzt, der nur noch den plötzlich eingetretenen Tod des blühenden jungen Mannes, durch Herzschlag verursacht, konstatiren konnte. Der Bedauernswerthe war in den Armen seines Bruders gestorben. Gefährliche Zahnbürsten. Den weilten Leuten fällt«S nicht ein, die Zahnbürstchen vor dem Kaufe zu untersuchen; man sieht nur auf den billigen Preis und weiß wohl, daß es bessere und schlechtere Zahnbürstcken giebt, nicht aber, daß die schlechteren auch zu gefährlichen Werkzeugen werden können. Dies kann aber dann der Fall sein, wenn die Borsten leicht ausfallen und in das Innere des Körpers gelangen. Während im Allgemeinen nur geringe Beschwerden durch solche Borsten verursacht werden,.wenn sie sich in oder zwischen den Zähnen festsetzen oder wenn sie in den Schlund gerathen, kommt zuweilen ein schwererer Fall vor. Es wird neuerdings berichtet, daß ein Chirurg wegen einer Blind- darm-Entzündung zu operiren hatte und im Wurmfortsatz als Ursache der Entzündung Borsten aus einer Zahnbürste vorfand. Daher ist zu empfehlen, nur solche Zahndürsten zu verwenden, deren Borsten mit Draht und nicht nur mit Leim befestigt sind. Polizeibericht. Am 3l. v. M. stürzte sich ein Mann aus dein Fenster einer in der Sebastianstraße belegenen Heilanstalt auf den Hof hinab und starb bald darauf.— Am l. M. fanden vier Brände statt. Witterungönbersicht vom 2. November 18S4. Wetter-Prognose für Sonnabend, den 3. November 1894. Ziemlich warmes, vorherrschend wolkiges Wetter mit mäßigen bis frischen südwestlichen Winden ohne erhebliche Niederschläge. Berliner W e t t e r b u rea u. Gerickks-Äelkutlg. Gewerbegericht. Der sogen.„Schneidermeister" Schmidt, ein„Schwitzer" aus der Mäntelbranche, wollte der Näherin Siedow zwei Jockels nicht bezahlen, weil sie dieselben nicht fertig gemacht hatte. Sie versuchte beim Gewerbegerichte ihr Heil, wo sie beantragte, Herrn Sckniidt zur Zahlung des Akkordpreises für vier Jockels mir 90 Pfg.— neunzig Pfentgen— pro Stück zu verurtheilen, sowie zu einer Istägi�en Lohnentschädigung im Betrage von 12— zwölf — Mark. Bezuglich des rückständigen Lohnes behauptete der Be- klagte, nicht nöthig gehabt zu haben, für zwei der Jockels irgend etwas zu bezahlen, da in seiner Werkstatt ein großes Plakat des Inhalts aushänge, daß unfertige Sachen nicht bezahlt würden. 1,8V M. für die anderen beiden Jockels wolle er zahlen. Be- klagter giebt auf Vorhalten der Klägerin zu. daß dieselbe zwei Mal bei ihm war, um die beiden strittige» Jakets fertig zu machen, behauptet aber, daß Zuthate» fehlten. Er hält die Klägerin für verpflichtet, auf sein Verlangen noch öfter zu kommen. Betreffs der angeblich unrechtmäßigen Entlassung wendet der Beklagte ein, die Klägerin sei„selbst ge- gangen". Die Beiveiserhebung fiel hinsichtlich des letzteren e�.v.vaNdeS zu Gunsten des Beklagten aus, Frau S. wurde mit der Entschädigungs- Klage abgewiesen.— Die S,S0 M. für die vier Jackeis erhielt sie jedoch zugebilligt. In dem Umstand, daß der Beklagte die Zuthaten nicht zur rechten Zeit hatte und die Klägerin zwei Mal vergeblich sich zur Ausfertigung der Sachen zur Verfügung stellte, erblickte das Ge- richt die Verpflichtung des Beklagten zur Zahlung des vollen Lohnes. Nicht eine Schuld der Klägerin an der Unfertigkeit der Jockels liege vor, sondern eine solche des Beklagten, führte der Vorsitzende aus. Das famose Plakat hatte also dies Mal seinen Zweck verfehlt: den Zweck nämlich, alle unangenehmen Ver- zögerungen aus die Schultern der armen Näherinnen abzuwälzen. Gin eigenthümlicher Sachverhalt lag der Anklage wegen Diebstahls zu Grunde, welche gestern vor der 128. Abiheilung des Schöffengerichts gegen den Möbelhändler A l b u verhandelt wurde. Der Angeschuldigte wurde eines Tages von einem nach Berlin zugezogenen EhepaarZ besucht, welches eine alte Wohunngs- einrichlung zu kaufen wünschte. Die Käufer suchten sich eine Anzahl Möbel aus, deren Einzelpreis von dem Verkäufer in sein Notizbuch eingetragen wurde. Nachdem die Käufer weitere Wünsche nicht äußerten, verlangten sie, daß der Angeklagte einen Gesammtpreis mache. Der letztere rechnete zusammen und gab Löö M. als die Gesammtsumme an. Auch die Käufer, das Hänsch'sche Ehepaar, hatte sich Notizen gemacht. Sie erklärten sich zufrieden gestellt und verließen den Laden. Am Nachmittage desselben Tages erschien Frau Hänsch, bezahlte 285 M. und ließ sich über diesen Betrag Quittung geben. Die gekauften Möbel wurden sofort nach der von den Kaufern bezeichneten Wohnung gebracht. Wie der Angeklagte im Termine versicherte, hatte er am folgenden Morgen die verkauften Gegenstände in sein Hauptbuch eintragen wolle» und dabei keinen gelinden Schrecken bekommen, als er entdeckt habe, daß er sich zu seinem Nachtheile um Ivo M. ver- rechnet hatte. Die Gesammtsumme betrug nicht 282. sondern 385 Mark. Er sei sofort nach derWohmmg der Eheleute Hänsch geeilt, dort feien aber nur die Handwerker zugegen gewesen, welche itvch mit der Einrichtung beschäftigt waren. Er habe sich in dem Glauben befunden, daß der von thm begangene Jrrthum von den Käufern wohl erkannt und benutzt worden war, zu solche» Leuten habe er nicht das Vertrauen haben können, daß mit ihnen eine gütliche Einigung möglich sei, er habe deshalb kurzen Prozeß gemacht, einen Möbelwagen ge- holt und die verkauften Sachen wieder nach seinem Geschäfte bringen lassen. Die Eheleute Hänsch wollten der Meinung ge- wesen sei», daß sich der Gesammtpreis der Möbel um Ivo M. ermäßigt habe. Während der Staatsanwalt einen Diebstahl für vorliegend erachtete und eine Gesmigmßstrafe von einer Woche beantragte, wies der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wronker, darauf hin, wie viel innere Wahrscheinlichkeit doch dafür spreche, daß der Angeklagte nicht einen Diebstahl begehen, sondern sich nur das Besitzrecht an den Möbeln sichern wollte, von denen er an» nehmen mußte, daß sie unter strafbarer Benutzung eines von ihm begangenen Jrrthums aus seine», Besitze gelangt waren. Der Gerichtshof trat diesen Ausführungen bei und fällte ein freisprechendes Urtheil. Die Geschichte eines LotteriegewinuS beschäftigte gesier» zum vierten Male das Gericht. Der Kaufmann Robert Mathesius war des versuchten Betruges angellagt. Das Schöffengericht hatte ihn mangels geiuigender Wiedererkennung freigesprochen, der Staatsanwalt Berufung eingelegt und die Scraskammer den Angeklagten zu 500 M. Geldstrafe verurtheilr. Die eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht verworfen, es gelang dann aber dem Angeklagten, das Wlederausnahme-Ber- fahren zu erwirken. In der vorigen Verhandlung war folgender Sachverhalt für erwiese» erachtet worden: Ter Angeklagte war im Juli vorigen Jahres in dem Heinze'scheu Lolteriegeschäfl an« gestellt. Am LI. Juli hatte di» Ziehung einer auswärtigen Ktrchenlotterie stattgefunden und am folgenden Tage erschienen viele Kunden, um sich nach dem Schicksal ihres Looses zu er- kundigen. Zu diesen gehörte auch die Kaufmanns- Ehefrau Hoffmann. Sie wandte sich an den Angeklagten, nannte ihm ihre Nummer und erfuhr, daß dieselbe mit einem Gewinn ge- zogen sei. Der Angeklagte nahm dann Einsicht in eine Liste und erklärte der Frau Hoffwann, daß der Gewinn in einem Hemdenknops zum Werthe von Ii) Mark be- stände. Die etwas enttäuschte Frau machte eine Be- merkung, daß sie für den Knopf keine Verwendung habe. Der Angeklagte erbot sich darauf, ihr 2 M. dafür zu zahlen, Frau H. lehnte aber dies Anerbieten ab und entfernte sich. Sie entdeckte am folgenden Tage durch persöulicheu Einblick in die Liste, daß sie nicht einen Knopf zu 10 M., sondern ein Besteck zum Wertbe von 80 M. gewonnen halte. Sie machte von dem Vorkommnis im Hrinze'schen Geschäst dem ihr bekannten, kürzlich verstorbenen Geh. Reg.-Ralh Scharnweber Mittheilung und dieser veraulaßte sie, Anzeige zu machen. Als der Angeklagte der Frau Hoff- mann gegenüber gestellt wurde, behauptete er, dieselbe nicht zu kennen und von der ganzen Geschichte nichts zu wissen. Wenige Tage, nachdem die Berhandlung gegen den Augeklagten und deffen Verurtheilung veröffentlicht worden war, lief bei Gericht eine eidesstattliche schriftliche Mtttheilung von einem Bergwerksdirektor a. D. Hoffmann ein. Derselbe gab an. daß er häusig im Heinze'scheu Geschäft zu thun habe und dessen Per- sonal kenne. An einem Juli-Tage des vorigen Jahres sei er vor der Thür des Heinze'scheu Geschäftes Ohrenzeuge einer Unterhaltung gewesen, welche eine Dame mit einem etwas bäuerisch gekleideten Herrn führte. Dieselbe habe von dem Anerbieten erzählt, welches ihr im Geschäft gemacht worden sei und mit dem Finger auf einem hinter dem Ladentische stehenden Herrn zeigend, habe sie hinzugefügt:„Das ist er". Dieser bezeichnete Herr sei nicht der verurtheilte Mathesius gewesen. Auf grund dieser Mir- theilung wurde das Wiederaufnahme-Versahren angeordnet. Im gestrigen Termine blieb die Zeugin mit aller Beslimmtheil dabei, daß sie sich in der Persönlichkeit des An- geklagten nicht irre. Mit aller Entschiedenheit bestritt sie, daß sie je ein Gespräch mit irgend einem Herrn geführt habe, wie es der neue Eutlastnugs- zeuge Hoffmann gehört haben wollte. Der letztere mußte sich eine eingehende Prüfung seiner Verhältnisse und seiner Vergangenheit gefallen lassen. Der Gerichtshof konnte der Aussage dieses Zeugen, welcher außerdem einräumen mußte, nervenkrank zu sein, kein solches Gewicht beilegen, daß die vielen belastenden Um- stände dadurch aufgehoben wurden. Der Angeklagte wurde wiederum zu 500 M. Geldstrafe, im Nichtzahlungssalle zu 50 Tagen Gejängniß verurtheilt. Einen„Mnstcr-Polizeibeamten" hatte die Stadt Hörde in Westfalen in dem von Barmen übernommenen Sergeanten Wilhelm Adam. Eines Tages halte er den Austrag erhalten, eine Festlichkeit zu übermachen. Dort hatte es ihm so gut ge- fallen, daß er nach Hause ging, Zivilkleider anzog und dann zu den, Festlokal zurückkehrte. Unterwegs traf er einige Ingenieure des Härder Vereins und einen Studenten, welche eine Abschieds- kneipe gehalten hatten. Die Leute unterhielten sich vielleicht etwas laut; Adam trat sofort aus den etwas abseits stehenden Studenten zu, hielt diesem einen Revolver vor die Nase und beschimpfte den jungen Mann. Alsdann stieß er ihn und schleppte ihn in das Gefüngniß. Nachher legte der brave Beamte seine Uniform an und begab sich in die Zelle des Festgenommeuen, riß diesen heraus und stieß ihn unter Schimpfworten auf die Straße. Die Strafkammer»» Dortmund hat den Polizeibeamten, der jetzt die Stelle eines Straßenbnhu-Schaffners bekleidet, wegen widerrecht- sicher Festnahme, Beleidigung und Mißhandlung zu sechs Mo- naten Gejängniß verurtheilt. VAvteinsckritfitett. AnS der Schweiz wird uns geschrieben: Die von der Geschästsleitungskoiumission der sozialdemokratischen Partei für den am 17. und 13. November in Biel stallfiudenden Parteitag veröffentlichte Tagesordnung enthält außer der„Proportional- Vertretung für den Nationalrath"(Referent Paul Brandt) lauter Punkte, welche nur innere Angelegenheiten der Partei betreffen. Ein Antrag der Sektion Zürich IV, das Parteikomitee soll Auf- schluß geben, warum es den Ausschluß Greulich's tadelte, klingt etwas streitbar; die persönlichen Feinde Greulich's hätten gerne seine politische Vernichtung herbeigeführt und sind offenbar schlechter Laune, weil sie das„erhabene" Ziel nicht erreichten. Die Sektion Basel beantragt, daß Parleistreitigkeilen vor ein Schiedsgericht und nicht vor die Oeffentlichkeit gebracht werde» sollen. Grenchen beantragt, der Parteitag soll dem Beschluß des Berner Gewerkschaftskongresses zustimmen, wonach die Redaktion der„Arbeilerstimme" Angriffe aus Genossen unterlassen soll eveut. der Redaktioiiökommissioi, zu weiterer Entscheidung unterbreitet werden sollen. Genosse Harter in Zürich, früher Re- dakleur der„Arbeiterstimnie". beantragt die Grün- düng eines tägliche» Parteiblattes in Zürich. Die Geschästsleituiigs-Komiuissio» stellt den Gegenantrag, es sei dem Gewerkschaftsbund die„Arbeiterstimme" als Organ zu überlasse,, und der Baseler„Vorwärts" als Partei-Organ zu erkläre». Die Baseler Genoffen beantragen die Gründung eines Fonds zur Unterstützung gemaßregelter Genossen. Ein weiterer Punkt ist „Stellung der sozialdeiuokranschen Partei zun, Arbeiterbund und Arbeitersekretarial", worüber Genosse Steck in Bern referire» wird.— Es wäre im Interesse der schweizerischen Arbeiter- bewegung sehr erwünscht, wenn die Züricher Quelle der Streitig- keileu versiegte. Bei allen Zusammenkünften spielt sie eine Rolle und immer kehrt sie wieder. Ob der Bieler Parteitag, der nach seiner Tagesordnung einen große» Theil der Verhandlungen den von Zürich ausgehenden Streitigkeiten widmen wird, sich zum letzten Male damit zu beschästigen hat, muß leider bei der vor- haudenen Sachlage bezweifelt werden Darum auch wohl»volle» die Genossen in Solothurn nicht mehr die Parteileitung über- nehme». Soztsls LJeliculiclik. Recht christlich muß da? Verhalten eine» PfarrerS in Fermersleben genannt werden, über den der Magdeburger „Volksstimme" folgendes mitgelheilt wird: Am 25. Oktober machte der Arbeiter Max Echlöltig auS Fermersleben seinem Leben durch Erschießen ein Ende. Nach vierjährigem Kranken- lager, keine Hoffnung aus Genesung, gerieth derselbe in Ver- zweiflung und griff zur Mordwaffe. Die Angehörigen des Ver- storbenen baten nun den Herrn Bastor. er möchte doch am Grabe des Unglücklichen die Grabrede halten, da der Verstorbene doch nur aus Verzweiflung sich sein trostloses Leben genommen hätte. Doch der Herr Pastor ließ sich nicht erweichen und schlug es mit den Worten ab:„In, Hause des Verstorbenen wolle er e,ne Rede halten, am Grabe aber nicht, es wäre ja ein Selbstmörder, r-a gezieme es sich nicht, eine Leichenrede zu halten."— Ob wobl die Angehöngen des Tobten, die bisher recht fromm waren, für diese Art Christenlhum das nölhige Verständniß gehabt haben werden? Arbeiterrisiko. Bei dem Bahnbau der Verbindungsbahn Untertürkheim-Kronwestheim wurden beim Graben eines Schachtes für einen Brückenpfeiler neun Arbeiter durch Rutschen der Erdmaffen verschüttet. Vier wurden todt auS der Tiese befördert, während weitere vier bis heute noch unter der Erdmasse begraben liegen. Wen die Schuld trifft, wird die sofort eingeleitete Untersuchung ergeben. Di» meisten der Verschütteten sind Familienväter. Städtischer Arbeitsnachweis. Auch in Köln ist nun- mehr das Statut für den städtischen Arbeitsnachweis von der Stadtverordneteiisitzung endgiltig angenommen worden. Eine geringe Aenderung erfuhr der von uns kürzlich besprochene Ent- wurf nur insofern, als dem Oberbürgermeister das Recht zuge- sprochen wurde, die Wahl des Vorsitzenden resp. dessen s-tell- Vertreter zu bestätigen. Der Maximalbeitrag der Stadl soll pro Jahr dem Entwurf entsprechend 8000 M. betragen. Zeiche» der Roth. Dieser Tage wurden in Leipzig-Plag- witz 10 Arbeiter gesucht für eine Dachpappen- und Asphaltfabrik. Der Unternehmer konnte reiche Auslese halten, denn es hatten sich früh zwischen 8—7 Uhr Morgens bereits Hunderte von Ar- beitern eingefunden.— Jedoch! Nothstand giebt es nicht. Eine freisinnige Versammlung in Sachsen ans- gelöst. In einer Versammlung der freisinnigen Volks- partei, welche am 31. Okiober in Leipzig stattfand, sprach Dr. Fränkel-Weimar, der einstmalige Handelssekretär, über den Fall„Leist". Im Laufe deS Vortrags nimmt der Redner Ge« legenheit, sich in scharfen Worten gegen„Leutenanlismus" und „Affessorismus" zu wenden. Die„Schneidigleit" nehme schon beim Korpsstudenten den Anfang, und auf„schneidige" Beamte würde nur gesehen. Bei dem Satze: Schneidige LeutenanlS äschern in Afrika Dörfer ein, sengen und brennen bei den ge- ringsten Anlässen— entzog ihm der überwachende Beamte das Wort. Der darauf folgende Beifall schien letzterem so gesähr- licher Natur zu sein, daß er sofort die Versammlung auflöste. Interessant ist es, eine freisinnige Versammlung in Sachsen auf- gelöst. O, Gesellschaft voller Widersprüche! � Die„bewaffnete Macht", beleidigt durch einen Schuljungen. Während der Vogelwiese trug der H jährige Laufbursche Lehmann Plakate aus. Es waren dies Geschäfts- empfehlungen für irgend ein Riesendamenzelt. Der findige Knabe ging von der Voraussetzung aus, daß die Söhne des Mars, die in der Jägerkaserne wohnen, für die starke Jungfrau ein besonderes Interesse an den Tag legen würden und er glaubte, seinem Auftraggeber einen besonderen Dienst zu er- weisen, wenn er sich der Zettel in der Kaserne entledigte. Er wollte eintreten, wurde jedoch an der Ausführung dieses Vor» Habens durch einen dort Posten siebenden Einjährig-Freiwilligen gehindert, und als er sich daraus nichts zu machen schien, wurde ihm die Arretur angedroht. Der kühne Jüngling glaubte, er könnte es mit dem Soldaten aufnehmen. Entrüstet über seine Abweisung, rief er:„Was, Sie wollen mich arretiren, da kommen Sie mir gerade recht, Sie alberner Kerl". Doch nicht genug damit. Er erging sich noch in Bezug auf den Sol- daten in anderen Redensarle», die diesen sehr ärgerten. Es erfolgte schließlich die Festnahme des verwegenen Zellelträge-, und'er mußte sich vor dem Dresdener Schöffengericht wegen Beleidigung der bewaffneten Macht verantworten. Man konnte mit einiger Berechtigung annehmen, daß das Gericht unter Be- rücksichtigung der Jugend des Angeklagten und des Umstandes, daß er den Eindruck eiueS beschränkten Menschen machte, auf ein mildes Urtheil erkennen würde. Jedoch, weit gefehlt. Der Knabe wurde wegen seiner unbedachten Aeußerung zu vier Wochen G e f ä n g n i ß verurtheilt. Ab er wohl nun Respekt vor der bewaffneten Macht bekommen wird? Der gemastregelte LandgerichtSrath Pfizer, der„der Achtung, die sein Beruf erfordert, für unwürdig erklärt" wurde, ist, wie wir der„Schwöb. Tagwacht' entnehmen, laut Verfügung des Justizministeriums für w ü r d i g erachtet worden. als Rechlsanivalt beim Landgericht Ulm zu praktiziren. Jufolge dessen wurde derselbe vor dem dortigen Landgericht als Rechts- anmalt beeidigt.— An Praxis wird eS dem Manne sicher nicht sehlen. EntbchrungSlöhue der Unternehmer. Sächsische Webst uhlfabrik(Louis Schönherr) in Chemnitz. In der Sitzung dek Aussichtsralhs wurde beschlossen, der General- Versammlung die Vertheilung einer Dividende von 12 pCl. (gegen 11 pCt. im Vorjahre) vorjuschlaaen.— Baumwollspinnerei in M, t t w e i d a. Die Generalversammlung genehmigte den Geschäftsbericht und die Bilanz per 30. Juni l894. ertheilte der Direktion und dem Aufsichtsrath Decharge für das Geschäftsjahr 1893/94 und beschloß, dem Vorschlage der Ge- sellschaflsorgane entsprechend, die sofortige Auszahlung einer Dividende von 15 pCl.— Sächsische Stick maschinen- f a b r i k. Wie verlautet, gestaltet sich der Abschluß der Gesell- schaft für das verflossene Geschäftsjahr so günstig, daß die Dividende die bisherige Schätzung, welche 10 pCl. betrug, nicht unwesentlich übersteigen soll; in interessirten Kreisen bofft man, daß dieselbe mindestens 13 pCt. betragen werde. Der Mehr- Umsatz gegen das Borjahr soll sich auf 500 000 M. belaufen.— Mechanische Baumwollzwirnerei Kempten. Di« mit 400 000 M. Aktienkapital ausgestattete Gesellschaft erzielte im Jahre 1893/94 einen Fabrikations-Ueberschuß von 115 043 M. (im Vorjahre 126 158 M.). Nach 82 795 M. Unkosten und Ab- schreibungen beträgt der Reingewinn 52 252 M. �57 457), woraus 100 M. pro Aktie gleich 10 pCt.(wie im Vorjahre) Dividend« verlheilt werden. Oeffentliche Arbeitsnachweise in der Schweiz. Nach- dem in Bern, Basel, St. Gallen. Schaffhausen und Biel seit Jahren öffentliche Arbeitsnachweise bestehen, soll nun ein solches auch in Winterthur errichtet werden. Die Arbeiterunion bat in der Frage die Initiative ergriffen, indem sie durch ihr« Vertreter in der Gemeindeversammlung eine bezügliche Molion stelle» ließ, welche auch vom Stadtrath(Magistrat) befürwortet und ohne Opposition gutgeheißen wurde. Der Stadlralh soll nun der nächsten Gemeindeversammlung die entsprechenden An» träge unterbreiten. Die Arbeiternnion hat zugleich mit der Motion einen von ihr ausgearbeiteten Statuteneutwurs vorgelegt, der jedenfalls das Beste ist von Allem, was bisher auf diesem Ge- biete bekannt geworden ist. Dem Bureau, das aus einer mämi- lichen und weiblichen Abtheilung mit besonderer Leitung bestehen soll, werden außer der Arbeitsvermittlung als weitere Obliegen- heiten noch zugewiesen: Prüfung deS ArdeitsmarkteS, statistische Erhebungen über die Arbeitslosigkeit. Anregungen beim Siadtraih zur Schaffung von Arbeitsgelegenheit für Arbeitslose, Verwaltung der Naturalverpflegung. Die Arbeitsvermittlung erfolgt nn- entgeltlich, die Kosten hat die Stadt zu bezahlen. Der Bureauvorsteber wird von sämmtlichen stimmberechtigten Bürgern durch die Urne gewählt, die weiblichen Angestellten auf Vorschlag der Kominission durch den Gemcindeausschuß(Stadtverordneten). Die elfgliedrige Aufsichtskommisston besteht aus je fünf Ver- tretern— darunter je eine Frau— der organisirten Arbeiter „iid der organisirten Unternehmer mit einem Mitglied des Stadtrathz als Vorsitzenden. Bei Arbeitseinstellungen verhält steh das Bureau passiv, jedoch soll es sich die Regelung des Streit- falles angelegen sein lassen. Die Gewerkschaften sind berechtigt, im Bureau die Adressen ihrer Verkchrslokale und Kassirer bekannt zu aeben; das„Umschauen" soll eventuell polizeilich untersagt werden, ebenso sollen eventuell die Nachbargemeinden zur Beitragsleistung an die Kostensummm heraugezogen werden. Wird der Entwurf ohne wesentliche Abänderungen von den städtischen Behörden bezw. der Gemeindeversammlung akzeptirt, o wird hier ein mustergiltiges Institut auf breitester demokra- tischer Grundlage und allen sozialpolitischen Anforderungen entsprechend geschaffen. Der Nchtstuudentag in der Praxi». Ueber die Wirkung de? Achtstuuden-Gesetzes' in Illinois(Ver. Staate») äußme letzthin di« Fabrikiuspektorin Floren« Kelley auf dem Kongreg der amerikanischen Fobrikinspektoren in Philadelphia:„Als das Achtstundengesetz erlasse» wurde, behaupteten die Fabritanten. sie könnten mit anderen Staaten nicht mehr koniurrire». Da« Gesetz ist noch zu in»g, um sein» Wiiknug abzuschätzen, aber di« Thalsach« ist» daß kein Fabrikant den Staat verlassen hat und daß bei keinem Bankrott dieses Gesetz als Ent- 1 schuldigung herhalten mußte. Die Wahrheit ist, daß, gerade wie die Streits in diesem Jahrhundert die Verbesserung der Maschine zur Folge hatten, die Verkürzung der Arbeitszeit die Ersparniß von Zeit und Stärkung der Arbeiter zum Gefolge hat. Es mag sein, daß, wenn der Staat die Arbeitszeit von 10 auf 4 Stunden herabsetzen würde, die Fabrikanten diefes Staates nicht mit denen anderer Staaten konkurriren könnten; dennoch sind wir zu der Annahme berechtigt, daß jene Fabrikanten, welche die Reduktion der Stunden von 10 auf 8 afzeptirten, feinen nennenswerthen Schaden hatten, da in der kurzen Zeit, wie bereits erwähnt, ebenso viel Waaren hergestellt wurden. Hierbei darf nicht übersehen werden, daß in jedem Geſchäfte eine fogen.„ ichlechte Saison" herrscht. In keiner Fabrik wird zwölf Monate im Jahre gearbeitet. Durch Verkürzung der Arbeitszeit wird diese schlechte Saison" auf ein Minimum reduzirt, da nie mehr Leute angestellt oder die Fabriken vergrößert werden, um bei verkürzter Arbeitszeit das gleiche Quantum wie früher zu produziren. Die Verkürzung der schlechten Saison" ist ein großer Vortheil für die Arbeiter und läßt sich in einer großen Anzahl von Geschäften durchführen. In Geschäften, wo eine Arbeit, die der Mode unterliegt, ganz plöglich geliefert werden muß, fann in Schichten gearbeitet werden. Dadurch wird der Ueberarbeitung der Leute vorgebeugt, so daß sie nicht ihre ersparten Bazen dem Arzte geben müssen. Gewerkschaftliches. In der Seidenweberei von Delius in Bielefeld, beren Arbeiter und Arbeiterinnen bekanntlich zum allergrößten Theil im Streit sich befinden, ist seit dem 1. November eine neue Fabrikordnung eingeführt worden. Nach derselben haben beide Theile nur eine dreitägige Kündigung nothwendig. Achtung, Porzellanarbeiter! Die Sperre ist bis auf weiteres über folgende Orte verhängt: Albersweiler, Arzberg ( Maler), Berlin( Maler), Probstzella, Schwarzenbach, Thale. Mitglieder, welche in diesen Orten in Arbeit treten, werden vom Verbande ausgeschlossen. Die Maschinenschleifer der Porzellanfabrik von Zielsch in Altwasser stehen im Ausstand. Drei Mann von ihnen wurden gewählt, um beim Unternehmer wegen Erhöhung des Lohnes vorstellig zu werden; sie wurden entlaffen. Die übrigen erklärten sich mit den dreien solidarisch und legten die Arbeit nieder; Zuzug ist fern zu halten. Eine zweite Agitationstour unternimmt Genosse Legien durch das rheinisch- westfälische Kohlenrevier. In diesen Bergarbeiterversammlungen sollen auch gleichzeitig die Wahlen zum nationalen Bergarbeiterkongreß mit vorgenommen werden. Lager. Arbeiterinnen in der Holzindustrie. Bon Dr. Josef Schwarz. Eingelaufene Druckschriften. nahme an denselben auch anderen Personen als Mits Die Gleichheit. Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen.( Stuttgliedern des Vereins gestattet wird oder wenn die Vorstellung gart, J. H. W. Die z' Berlag) ist uns soeben die Nr. 22 des 4. Jahrganges in einem auch für Nichtmitglieder des Vereins zugänglichen zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor. Lokale stattfindet. Ob ein an dergleichen Vorstellungen theilnehgewerkschaftlich organisirten Arbeiterinnen in Deutschland. Der Kongreß der englischen Trades Unions zu Norwich. Aus frauenrechtlerischem mendes Nichtmitglied mit einem Mitgliede in verwandschaftlichem Bedentliche Trugschlüsse. Verhältnisse steht oder nicht, begründet hierbei feinen UnterFeuilleton: Bier Tage. Aus dem Russischen von W. Garschin. Der chriftliche Staat( Gedicht). Von Hoffmann von schied." Gegen diese Polizeiverordnung vom 10. Juli 1851 Fallersleben. Arbeiterinnen- Bewegung. Kleine Nachrichten. scheint Ihr Verein verstoßen zu haben. Wie Privatvorstellungen Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Bf., ohne solchen Verstoß zu arrangiren, ist Ihnen jegt wohl verständdurch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsfifte für 1894 unter Nr. 2660) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestell- lich, eventuell sprechen Sie zwischen 12 und 1 Uhr vor. gelb 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Inseratenpreis die zweigespaltene Fischerin. Die allgemeine Fischereizeitung" von Hofer u. Betitzeile 20 Pf. Weigelt in Neudamm oder die Deutsche Fischereizeitung" von Reform oder Revolution! von C. von Massow. Berlin. Berlag von Der Jesuit und der Freidenker. Lustspiel in 3 Aften von Fr. W. Gerling. Berlin. Verlag von W. Rubenow. Otto Liebmann, W.. Süßowstr. 27. Preis 4 M. Recht der Frauen zum Studium und ihre Befähigung für alle Be rufsarten. Von Hedw. Henrich- Wilhelmi. Berlin. Verlag von W. Rubenow, Brunnenstr. 134. Prets 50 Pfg. Sollen die Dissidentenkinder gezwungen werden, am Schul- Religions: unterricht theilzunehmen? Bon Dr. Böltel. Berlin. Berlag bei Wilhelm Rubenow, Brunnenstr. 134. Unsere Badettenkorps. Von*** Leipzig. Berlag von Wilhelm Friedrich. Briefkaffen der Redaktion Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( Zwei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Stendal. Schicken Sie Ihre Adresse an die Expedition und Sie werden die Listen zugeschickt erhalten. E.§. 1. Sie müssen durch Zeugen, Ihre Geschäftsbücher und dergl. den Beweis führen. 2. Der Ehemann ist für voreheliche Schulden seiner Frau nicht verantwortlich. 3. Durch gerichtliche Schenkung. J. R. 51. 1. Ja. 2. Gendarmenmarkt, deutscher Dom. 55. 1. Ja. 2. Nein. A. Z. P. Auskunft über die Vermögenslage der Seifenschwindelfirma sind wir nicht in der Lage zu ertheilen. Gustav. 1. Ist zulässig. 2. Nein. " unter in Stettin wird Ihrem Zwede genügen. G. B. 30. Jnhaltlich Ihres Miethsvertrages haften Sie und Ihre mitgebrachten Sachen wahrscheinlich auch für den Fall einer Ermission für die Miethe bis Ablauf der Miethszeit. In solchen Fällen, in denen über die Tragweite eines Vertrages um Aufschluß ersucht wird, ist es gerathener, mündlich unter Mitbringung des Vertrages anzufragen. P. Zwecks Bewilligung des Armenrechts hat Ihre Mutter sich zunächst an den Gemeindevorsteher( in Berlin an den Bezirksvorsteher) mit dem Antrag zu wenden, ihr zu bezeugen, daß sie zur Beftreitung der Prozeßkosten unvermögend ist. Nach Empfang dieses Zeugnisses richtet sie an das Landgericht, bei dem die Klage anhängig zu machen ist, unter Beifügung des Zeugnisses ein Gesuch um Bewilligung des Armenrechts. In dem Gesuch hat sie darzulegen, aus welchem Grunde fie flagen will und welche Beweismittel ihr zur Seite stehen. des Gottesdienstes abzuhalten, berechtigt das Gefeß die Polizei Jüterbog. Zu dem Verbot, eine Versammlung während verwaltung nicht.§ 6 der Regierungsverordnung vom 26. Mai 1838 bestimmt für den Potsdamer Regierungsbezirk: ,, während des Gottesdienstes sowohl Bor, als auch Nachmittags muß aller öffentliche oder den Gottesdienst störende Gewerbebetrieb ruhen. Daher bleiben während dieser Zeit die Raufläden der Handelsleute, Bäcker, Schlächter u. s. w., die Gewölbe und 4 W. R. 1. Es heißt richtig„ mir". 2. Sie können auf Boutiquen geschlossen; in den Kaffeehäusern, Wein, Bier- und Herausgabe des Schirms flagen. Branntweinschänten dürfen teine Getränke gereicht oder Gäste Weiß 37. Sie haben nur an einem Ort Steuern zu gefeßt, auch teine Spiele gefpielt werden u. f. w." Ganz abge zahlen. Widersprechen Sie der zweiten Veranlagung unter Dar- sehen davon, ob und inwieweit die Bestimmung noch heute rechtslegung des Sachverhalts. giltig ist, würde auch ihre Rechtsgiltigkeit der Abhaltung einer Meyer 100. 1. Mündliche Miethsverträge mit einer Versammlung hindernd nicht im Wege stehen. Vielmehr verstößt Miethe über 150 Mart sind auf ein Jahr giltig. 2. Nachträglich das Verbot, eine Versammlung während des Gottesdienstes abtönnen Sie nach vorbehaltlicher Zahlung der Miethe Abzüge halten zu lassen, zweifellos gegen das Vereinsgesetz vom 11. März nicht machen. 3. Ihr Handwerkszeug darf der Wirth feit dem 1850. Die landräthliche Verfügung mißversteht vollkommen das 1. 10. nicht einbehalten. Klagen Sie auf Herausgabe und Vereinsgesetz, wenn sie von dem Recht und der Pflicht, die Er= Schadensersatz. laubniß zur Abhaltung der Versammlung zu versagen", H. W. 72, R. B. Ja. fpricht. Die Polizeiverwaltung hat keinerlei Erlaubniß" zur P. Sch. 41. Der Ursprung des Rarthäuser Bräu ist uns Abhaltung einer Versammlung zu ertheilen. Sie ist lediglich unbekannt. Seien Sie vorsichtig. verpflichtet, eine Bescheinigung darüber zu ertheilen, daß die Bersammlung rechtzeitig angemeldet ist. Melden Sie demnächst eine Versammlung an, verlangen Sie eine Bescheinigung über die Anweldung und strengen Sie das Verwaltungs- Streitverfahren und eine Schadensersatzklage gegen den Polizeiverwalter an, wenn abermals ein Wersammlungsverbot erfolgen sollte. . at this G. K. 23, 63, 2. B. 54. Nein. Die Silber und Aluminiumschläger von Fürth haben Drechsler Berliuchen. Der Meister ist nicht berechtigt, beschlossen, zunächst auf Silber eine Lohnforderung zu stellen, Ihren Lohn zu kürzen. Berufen Sie sich bei Ihrer Klage auf und zwar für das Buch Schlagen 30 Pf., für das Beschneiden§ 115 der Gewerbeordnung. 20 Pf. Da in einigen Werkstätten dieser Lohnfaz schon bezahlt 2. S. 100. Gin Anspruch auf Erhöhung der Penfion wird, in einer Wertstätte sogar 32 Pf. für's Schlagen, so ist zu steht Ihnen leider nicht zu. hoffen, daß diese bescheidene Forderung anstandslos bewilligt$. R. 100. 1. Was der Schlafbursche beanspruchen kann, wird, zumal gegenwärtig in dieser Branche ein sehr flotter Gehängt von der mit seinem Wirth getroffenen Vereinbarung ab. schäftsgang zu verzeichnen ist. Daß die Gemeindevertretung in N. ein Verbot erlaffen habe, Schlüssel an Schlafburschen abzugeben, kann der Wahrheit nicht entsprechen. 2. Heine, Landsbergerstr. 62. Friedrichsberg. Stellen Sie Klage an. Gunta Borghardt. Ünferes Entfinnens 1887. R. und 3. Reiner das wußten Sie nicht? 2. H. Gothenstraße. Seiner Wittwe. O. P. 25. 1. Gin polizeiliches Führungsattest stellt die Polizeibehörde aus. 2. Ja. 3. Wie des Langen und Breiten wiederholt auseinandergesetzt ist, erachtet das Ober- Verwaltungsgericht die Ausweisung eines be straften Preußen aus jedem Ort, mit Ausnahme feines Geburtsorts, für zulässig, wenn die Behörde aus der Bestrafung auf Gemeingefährlichkeit schließt. 17 Wochen dauert bereits der Streit eines Theiles der Arbeiter in der lithographischen Anstalt von Wezel und Naumann in eipzig. Von den ehemals 77 Ausständigen sind jedoch ca. die Hälfte anderswo untergebracht und da es an Streifbrechern nicht gefehlt, dürfte man wohl über kurz oder lang vor der Thatsache stehen, daß Streifende überhaupt nicht mehr vorhanden sind und der Streit im Sande verläuft, wenn nicht über die Firma die Sperre verhängt wird, so lange, bis daß die Besitzer die Forderung der Arbeiter anerkennen. Die Graph. Presse" will jedoch diese Maßregel nicht befürworten, so lange nicht der Versuch gemacht ist, eine Verständigung über die streitigen Punkte herbeizuführen. Man hofft, daß dies doch noch gelingen werde, indem die Firma durch die Einstellung der Streifbrecher, meistens Leute, deren Leistungsfähigkeit hinter der der Streifenden weit zurücksteht, schon sehr großen Schaden gehabt hat. Die Textilarbeiter Mährend halten zu Weihnachten eine Zertilarbeiter Ronferens in Brünn ab. Die Tagesordnung wird später bekannt gegeben. Der Entwurf des Arbeitslosen- Versicherungsgesetes, das für die schweizer Gemeinden St. Gallen, Tabbat und Streubenzell geplant war, ist vom Gemeinderath verworfen worden. Vermischtes: Cholera. Büttich, 1. Nov. Mehrere neue Erkrankungen an Cholera und ein Todesfall sind hier vorgekommen. Aus Jupille werden zehn Erkrankungen und drei Todesfälle, aus Herstal drei Erfrankungen gemeldet. Die Häufigkeitsuntersuchungen der deutschen Sprache, die über 20 Millionen Silben mit 10 906 235 Wörtern ausgedehnt worden, sind jetzt so weit gebiehen, daß das alphabetische Ordnen des Gesammtstoffes beendet ist. Damit ist eine Arbeitslast über wunden, zu dessen Bewältigung ein einzelner Arbeiter 58 Jahre gebraucht haben würde. Es hat nunmehr die Buchung aller Ergebnisse auf Buchungsblättern zu erfolgen, berart, daß für be bie jedes Wort und für jede Ableitung eines Wortes ein besonderes Buchungsblatt angelegt und auf diesem in 88 Spalten nach gewiesen wird, in welchem Stoff und mit welcher Häufigkeit das Wort vorkommt. 06 Ackerstr. 92. Ein Gastwirth ist nicht verpflichtet Speisen oder Getränke an jedermann zu verabfolgen. In der Art der Weigerung tann eine Beleidigung liegen. Haberland 10. Uebersteigt die Gegenleistung für Gewähung der Wohnung den Werth von 200 M., so ist die Wohnung in Berlin miethssteuerpflichtig. Es haftet in erster Reihe der Wohnungsinhaber. A. W., Liebenwalde. Die lange Abwesenheit ihres Mannes berechtigt die Frau noch nicht zur Eingehung einer zweiten Ehe. Die zweite Ghe kann sie nur eingehen, wenn ihre erste Ghe durch Richterspruch oder Tod des Ehemannes getrennt ift. Dem Tode ficht die gerichtliche Todeserklärung gleich. In Ihrem Falle scheint zehnjährige Verschollenheit vorzuliegen; menden Sie sich mit dem Antrage auf Todeserklärung an das Amtsgericht. Briefkaffen der Expedition. E. O. Schmidt, Schriftfeher. Bitte um Angabe Ihrer Adresse. Ein an Sie gefandtes Kreuzband tam als unbestellbar zurück. O. M., Pallisadenstraße. Ja wohl; an den Zahlstellen der Freien Voltsbühne" sind Textbücher für Ibsen's Stüßen der Gesellschaft" zu 20 Pf. zu haben. enstags Viktor Enderberg, Rigdorf. Ihre Bücher sind eingetroffen und liegen zum Abholen bereit. " Besuchszeit verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. 6 Altes und Neues Museum am Luftgarten. Besuchszeit täglich, mit Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-3 Uhr, in den Sommermonaten von 9-8 Uhr; Sonntags im April- September 12 bis subr, Oftober und März 12-6 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-3 Uhr( unentgeltlich). Die Nationalgallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-3 Uhr ( montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis 6 Uhr, im März und Ottober 12-6 Uhr, Februar und November 12 bis uhr, Januar und Dezember 12-3 Uhr( unentgeltlich). un stgewerbeGeöffnet an ben Wochentagen( Montags Museum, Prinz Albrechtstr. 7. ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 Uhr, Sonntags, April- September von 12-6 Uhr, Oktober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Dezember und Januar 12-3 Uhr( Unentgeltlich). Museum für Bölterkunde, Königgrägerstr. 120. Besuchsseit wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich).-ygiene: Museum, Klosterfir. 86. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer Museum für dem Dienstags und Freitags von 10-2 Uhr( unentgeltlich). Naturkunde, Invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im KunstGewerbe- Museum. Außerdem Montags und Sonnabends von 11-3 Uhr. Museum für deutsche Boltsirachten und Erzeugnisse bes Hausgewerbes, Klosterstr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs von 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 60 Pf., Kinder 25 Pf., Aleg 100. 1. Soweit ersichtlich, war das Polizeiverbot wereine Gonntags 10 Pf. Reichs post- Museum, Leipzigerstr. 15. eungefeßlich. 2. Die Verjährungsfristen in Straffachen richten sich öffnet Sonntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich nach der Art des Vergehens; Sie haben Angabe hierüber unter: 11-2 Uhr( unentgeltlich). außer Donnerstag und Freitag von 11-8 Uhr( unentgeltlich). Aussichtsthurm laffen. Sprechen Sie gelegentlich wegen des ersten Vorfalls 50 Bf. Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler zwischen 12 und 1 Uhr vor. Wilhelmstr. 92, Gonntags 11-2 Uhr, Wochentags 10-4 Uhr. 60 Pf. Entree. W. R. V. Oeffentliche Theatervorstellungen dürfen Sternwarte, Endeplag 3a. Mittwochs und Sonnabends von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. in Berlin ohne polizeiliche Erlaubniß nicht stattfinden. Als Invalidenir. 67-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends. öffentlich wird jede Theatervorstellung betrachtet, an welcher Entree 50 Pf. Buschlag für Theater von 50 Bf. bis a M. Aquarium, außer den von dem Unternehmer ausdrücklich eingeladenen Per- Schadowstr. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntage 50 Bf., an jebem Tegten Sonntag im Monat 25 Pf. Castan's Panoptttum, Friedrichsonen oder außer den Mitgliedern einer geschlossenen Gesellschaft straße. Geöffnet 10-10 Uhr. Eintrittspreis 50 f.-affage, auch andere theilnehmen können, mithin auch alle in einem Banopittum Uhr. Marine. Gintrittspreis 50 f. öffentlichen Lokale veranstalteten Borstellungen, wenn von dem 50 f. Neapel- Panorama am Bahnhof Thiergarten, zwei neue Panorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree Lokale während der Vorstellung nicht jeder Nichteingeladene resp. Dioramen: Ratatomben des Kapuzinertlofters zu Palermo und Béfuvausbruch jedes Nichtmitglied der Gesellschaft ausgeschlossen werden kann. Sonntags 25 Pf. Gintrittspreis. Das Panorama ift bis 17 Uhr Abends Die von Vereinen zur Erheiterung ihrer Mitglieder veranstalteten bo B.- Borsig's Garten mit Balmenhaus, Alt- Moabit 85-86 zu besichtigen. 8oologischer Garten, Suzowufer. Theatervorstellungen sind daher öffentliche, wenn die Theil- Eintrittspreis 50 f. Berband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 12. November 1894, Abends 8½ Uhr: Ordentliche General- Versammlung im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37. Tages Ordnung: 1. Raffenbericht, Bericht der Revisoren und Bericht des Arbeitsver mittlers. 2. Erfahwahl zum Vorstand und der Kommissionen. 3. Bestätigung der vorgeschlagenen Beisiger zum Vorstande. 178/13 | Karton- Arbeiterinnen! Die Fabrit von Cohn u. Fried länder, Stralauerstr. 58, ist wegen der vorgekommenen Angriffe auf die Sittlichkeit gesperrt. Drts Krankenkasse der Buchbinder. 10-10 Sonntags Achtung! Stockarbeiter. Achtung! Oeffentliche Versammlung mit Frauen am Sonntag, den 4. November 1894, Abends 7 Uhr, bei Buske( früher Seefeld), Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: 1. Vortag des Herrn Dr. med. Paul Bernstein über:" Ansteckende KrankRommission, 4. Verschiebenes. heiten und die Seilferum- Behandlung". 2. Diskussion. 3. Wahl der AgitationsNach der Bersammlung veranstaltet unser Berein ein gemüthDie Agitatious- kommission. General- Versammlung 229/4 liches Beisammensein mit Tanz. 2066 4. Antrag auf Renderung des§ 9 des Statuts( Gehalt des Arbeits- Montag, den 12. November d. J., vermittlers und Rendanten betreffend), 5. An den Vorstand gelangte Anträge. Ohne Mitgliedskarte kein Butritt. 11A Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Für nur 6 Mark Nachnahme meine verfende ich gegen berühmten Concert- Zug- Harmonika's, 35 Zentimeter hoch, 10 Tasten, 2 Register, 2 Bäffe, 3 Bälge mit Metalleckenschonern. Werth fast das Doppelte. Jedes Abends 8 Uhr, Festsälen, in Schader's Contaton, Orts- Krankenkaffe d. Gelbgießer, Berlin. Alte Jakobftraße 32, Tages Ordnung: Sonntag, den 11. November, Vormittags 10% Uhr: 1. Berlesung ber Protokolle. 2. Er im Louisenstädtischen Klubhause( Inh. Beruh. Schneider), fahwahl des Borstandes. 3. Wahl der Kommiffion zur Prüfung der Jahres rechnung. 4. Antrag des Vorstandes betreffend Statutenänderung. 5. Ver schiedenes. 08- Annenstraße Nr. 16: General- Versammlung Der Vorstand. Hoffmann, Borsigender. 74/20 der Vertreter der Arbeitnehmer. Tages Ordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes§ 48 3iffer 1 d. Statuts. 2. Wahl des Instrument ist genau abgestimmt, Berpackung wird nicht Verband der Sattler.Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 3. Abberegnet porto 80 Pf. Schule zum Selbsterlernen des Spielens wird gratis beigelegt. Preisliste versende gratis und franto. Man falle nicht auf die in anderen Zeitungen angebotenen minderwerthigen Instrumente herein. Hermann Severing, Neuenrade( Westfalen). Sonnabend, Abends 9 Uhr, bei Krüger, Fennstr. 5: 213/6 Versammlung. änderung des§ 20, 1. Abfaz des Statuts.4. Feftfegung der Kranken- Unterftügung der in Heimstätten untergebrachten Rekonvaleszenten. 5. Berschiedenes. Sämmtliche Vertreter find hiermit eingeladen. suits 910 Berlin, den 2. Novembre 1894. 7785 T di Der Vorstand. Für den Inhalt der Zuierate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonnabend, 3. November. Opernhaus. Der Prophet. Schauspielhaus. Das Leben ein Traum. Leffing- Theater. Die Kugel. Deutsches Theater. Die Kameraden. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Schiller Theater. Der Meineidbauer. Neues Theater. Figaro's Hochzeit. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater.( Théâtre libre.) La Tante Leontine. Boubouroches. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Bellealliance- Theater. KönigKrause. Alexanderplat- Theater. 40 Modell. Verbotene Liebe. Ein Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Neu! Sensationell! Neu! The 3 BrothersNighton unübertreffliche Leistungen am HufEisen- Apparat. Jola Kowats, die Perle des Ungarlandes. William und Bobb. Urfom. Excentrits am Doppelreck. Zum Schluß: Pusebach auf Korea. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. Castan's Panopticum. Adolph Erunt- Theater. Charley's Hassan Ali Zante. Borher: Die Bajazzi. Central- Theater. O! diese Berliner! National- Theater. Die Weber. der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase Reichshallentheater. Spezialitäten- das kleinste Menschenkind. Vorstellung. Unserm Rollegen und Trudelbruder, dem Schmied August Möwes, zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß die Krufen bei Frigen Polka tanzen. 793b Sch. G. Sch. S. N P. H. 1 m. 9. August, Dir sch. t. auf'n Boden. Danksagung. Allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten sage ich für die überaus große Theilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, des Destillateurs 791b Paul Malicke und für die schönen Blumenfpenden der Stammgäfte meinen herzlichsten Dank. Berlin, den 1. November 1894. Wwe. Malicke nebst Sohn. Herren- Anzüge nach Maaß guter Ausführung für 30. unter Garantie Neu! Neu! H. Graf, Blumenstr. 3. Osang's Bier- und Speise- Haus, jekt Reichenbergerstraße 184. Abends: Musikalische Unterhaltung. Sonntag: große Einweihung. 801b = Den Parteigenossen empfehle mein Weiß- und Bayerisch- BierLokal mit Vereinszimmer und größeren Räumen. Bei BeerdiGesellschaften. American- Theater. Spezialitäten- Merikanische Riesen- Gacteen ungen um Aufenthalt für größere Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. SpezialitätenSchiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Sonnabend, 3.November, Nachmittags 3 Uhr: Schüler Vorstellung. Der Menonit. Abends 8 Uhr: Der Meineidbauer. Sonntag, den 4. November, Nachm. 3 Uhr: Festvorstellung zur Feier des 400. Geburtstags von Hans Sachs. Das heyss Eisen. Der fahrende Schüler im Paradies. Der Doktor mit der grossen Nasen. Der Bauer im Fegefeuer. Zum Schluß Hans Sachsen's poetische Sendung von Wolfgang Goethe. Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Dichter- Abende im Bürgersaale des Rathhauses, Abends 71/2 Uhr, Uhland etc. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schuly. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Josefine Dora. Bum 64. Male: O! diese Berliner! Große Posse mit Gefang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Mujit von Jul. Einödshofer. Raffeneröffnung 62 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Tage: 0, diese Berliner! National- Theater. Große Frankfurterstraße 182. Gastspiel des fliegenden Serpentin- Ballets, arrangirt v. Balletmeister Géza Zinner. Vorher: Die Weber. *** Schauspiel in 4 Atten von Regie: May Sam ft. Rassenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. In Vorbereitung: in noch nie gesehener Größe. ,, Sanssouci“ Kottbuseraraße 4a. Jeden Sonntag und Donnerstag: Stettiner Sänger Anfang Sonntags ( Meysel, Häckel, Pitro, Britton, Eberius, Steidl und Blank). Uhr, Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pfg. Billets à 40 Pfg.( nur für die Wochentage giltig) sind im Vorverfauf in der Zigarrenhandlung von Reßler, Rottbuserplay, zu haben. Stets wechselndes, amüsantes Programm. 16182* Für gute Speisen und Getränke ist ftets gesorgt. Paul Hilpert, Riedorf, Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 4 November, Nachmittags 5 Uhr, bei Zubeil, Lindenstraße 106: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Aufnahme neuer 195/7 Der Vorstand. J. A.: H. Holz, Muladstr. 21. Mitglieder. Buchhandlung des„ Vorwärks" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. Im Verlage der Ersten Wiener Volksbuchhandlung ist soeben erschienen und durch uns zu beziehen: Das Toziale Elend und die besitzenden Klassen in Oesterreich. Von T. W. Teifen. IV und 180 S. Gr. Oftav. Preis broschirt 2 M., elegant gebunden mit Rothschnitt 2,70 M. Ein unentbehrliches Handbuch für Jeden, der im Kampfe gegen das Elend zeugende Wirthschaftssystem steht. Er findet hier reichliches Material. Zum ersten Male wird hier der Versuch gemacht, die ökonomische und politische Rückständigkeit Desterreichs zusammenfassend darzustellen. An der Hand der Statistik schildert der Verfasser einerseits die im steten Fortschreiten begriffene Anhäufuug aller Reichthümer in den Händen Weniger, andererseits die schrecklich wachsende Massenarmuth und das die Armuth begleitende förperliche und geistige Siechthum der Menschen. Das Buch zerfällt in fünf Theile: 1. Der Bauer und der Adel. 2. Der Arbeiter und der Industrielle. 3. Der kleine Mann. 4. Der Arme. 5. Die Frau. Der IV. Abschnitt verfiel zuerst der Konfte kation, dem erhobenen Einspruche mußte aber troß Proteftes der Staatsanwaltschaft von der höheren Instanz stattgegeben werden. Herrmann- u. Karlsgartenftr. Ecke. Die bürgerlichen Klaffen Sonnabend, den 3. Charlottenburg. November, Abends von 7 Uhr ab bei Steinke, deipnisstraße 76: Großes GänseAusschieben. eden Sonnabend gr. Gänieausspielen. Kl. Vereinsz. z. verg. Kein Ringbier. E. Hübner, Stalizerstr. 125. 800b Saal, GrenadierBuske's traße 33, rüher Seefeld, ist zu Festlichkeiten und Versammlungen noch frei. Große und kleine Vereinszimmer noch zu vergeben. Wo speisen Sie? In der Pommerschen Küche Oranienftr. 181 bei G. Buckow. Mittag mit Bier 50 Pf., Frühstück u. Abendessen( für 30 801L* bis 50 Pf.) große Auswahl. Rein Ringbier. Zimmer mit Piano zu vergeben. Passage- Panopticum. Münchener Brauhaus 51 wilde Weiber aus Dahomey. Die Herenschaukel, neueste Illusion. Circus Renz Carlstrasse. Sonnabend, den 3. November cr., Abends 71/2 Uhr: Tjo Ni En. Vollständig neues Genre! Die Manege in 2 Minuten zur Bühne verwandelt. Sensationelle Tänze, u. a. les grelots vivants( Origin.) jeu des barbichons ( Original) 2c. Außerdem: d. onpr Hengst Blondel u. Monstre- Tableau von 60 Pferden, vorgeführt von Dir. Fr. Renz. Liberator, Der Tod als Pathe. ger. von Herrn R. Renz. KonkurrenzSchule, ger. von Frau Renz- Stark und Frl. Wally Renz. Der phäno menale Reiter Mr. Clarck. Klowns Gebr. Villand etc. Sonntag: Nachm. 4 Uhr( ermäßigte Breise): Große Komiker- Vor#ellung. Abends 7/2 Uhr: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Ausstattungs- Komödie in 5 Akten von Ernst Bluhme mit theilweiser Benußung einer Idee von August Blanche. Dekorationen von Müller und Schäfer. Lichtbilder von Ludwig Richter. Flug und Tanzevolutionen von Géza Zinner. Adolph Ernst- Theater Bum lehten Male: Charley's Tante. Schwank in 3 Akten v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe in einem Aft von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Anfang 71/2 Uhr. Sonntag, den 4. November: Zum 1. Male: Die Armin- Hallen Kommandantenstraße Nr. 20. Säle und Vereinszimmer von 20-600 Personen. Achtung, Pankow! Den Genossen empfehle mein in der Mühlenstraße gelegenes Weiß- und Bayerisch- Bier- Lokal billard, Gesellschaftszimmer mit Piano zur geft. Benuzung. hier. Flaschenbiere, vorzüglich, liefert ausschließlich laut Bestätigung der Direktion. Plessner, Lothringerstr. 9. Heute, Sonnabend, den 3. Nov.: Großes Gänse- Ausspielen. 776b E. Reichert, Willibald- Alexisstraße 32. 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Im Rahmen einer Kritik des neuen Strafgesehentwurfes, dessen reaktionäre Tendenz scharf beleuchtet wird, zeigt der Verfasser, wie die bürgerlichen Klassen, getrieben von blindem Eigenthums- Fanatismus und blaffer Furcht vor dem aufstrebenden Proletariat, in der Gesetzgebung ihren eigenen Prinzipien und Forderungen ins Gesicht schlagen. Er fordert das flaffenbewußte Proletariat auf, die Gesezwerdung dieses reaktionären Machwertes mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu verhindern und zu erklären: Dieser Strafgesezentwurf ist der realtionäre Ausfluß der Uebermacht und des Uebermuthes der bürgerlichen Klassen, wir protestiren dagegen, daß ohne uns und gegen uns ein solcher Entwurf Gesetz wird. Durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungss spediteure zu beziehen: ArbeiterVerkehrs- Almanach für Berlin und Umgebung. Mit einem Plan von Berlin. Winterhalbjahr 1894/95. Preis 20 Pf. 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Eltern, der Luft bat, bie operes habet Aufnahme nach außerhalb. Näh. durch Bulle, Luisen- Ufer 53, Hof 3 Tr.[ 781b Geübte Kartonarbeiterinnen 10 finden dauernde Beschäftigung. Gutfrüher Tausendfreund. I mann u. Meyer, Mendelsohnstr. 2. Berantwortlicher Redakteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin, Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beutbitraße 2. Der kleine Herr. Schwank in 3 Akten v. Arthur Lauw. Vorher: Zum 1. Male: Die ewige Braut. Liederspiel in 1 Aft v. W. Mannstädt und J. Kren. Nur ringfreies Bier! P. Teichmann, 795b 100 Stück von 3 M, an. Für die hiesigen Leser liegt Auch werden Proben zu der heutigen Nummer unseres Stück verabfolgt. Schumann, Morisstr. 21, Blattes die gestrige Gewinnlifte Flur parterre. der preuß. Lotterie bei. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 257. Sonnabend, den 3. November 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Berhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ringbrauereien eine Bedingung stellten, deren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Riugbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eristenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug seine Rache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Ansinnen ein empörtes kurzes Nein entgegensezten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird. ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstüßen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massenmaßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstützung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Kein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Reichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl King u. Ko., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrichshagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frank. furt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, E. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Renter, Swinemünderstr. 45. Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Mühlenstraße 49a. Die Boykott- Kommission. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. man für eine solche That finden könne. Hätte die Angeklagte nicht behauptet, der Gendarm sei total betrunken gewesen, so würde sie ja gerade behauptet haben, er hätte bei vollem Be wußtsein, also aus Charakterschlechtigkeit sich so sehr vergangen, Einer vorsätzlichen und rechtswidrigen und gerade dies würde eine schwere, ja die schwerste Beleidigung Sachbeschädigung soll sich der Konfiseur S. schuldig ge- gewesen sein. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß um die macht und dadurch einen Grund zu seiner sofortigen Entlassung Feststellung des Grades einer etwaigen Trunkenheit des Gendarmen gegeben haben. So behauptete der Bonbonfabrikant Jähnice, nicht herumzukommen sei und beschloß deshalb die Bertagung. den S. auf Zahlung einer Lohnentschädigung wegen unberechtigter Weise beklagt hatte. Die vorfäßliche Sachbeschädi Geradezu überraschend dürfte auf das Berliner gung suchte Jähnide in ganz origineller Weise zu begründen. Der Publikum der Verlauf einer Berhandlung wirken, die vor Kläger habe, so sagte er, des Vormittags langsam, des Nachmittags einigen Tagen in Erfurt, also gar nicht so sehr entfernt von sehr schnell gearbeitet. Jufolge dessen hätten die Arbeiterinnen, der Berliner Luft, gegen einen fog. Sicherheitsbeamten welche die von ihm gefochten Tafeln zusammenhängender geführt wurde. Vor der Erfurter Straffammer stand der PolizeiBonbons zu brechen hatten, Vormittags herumgestanden, des wachtmeister Franz Louis Ebert aus Langewiefen unter Anflage Nachmittags die Arbeit aber nicht schaffen tönnen, troß größter der förperlichen Mißhandlung und Bedrohung mit einem Ver Anstrengung. Ein Theil der Tafeln fei deshalb gang ertaltet, brechen gegenüber einem Arrestanten. Die Beweisaufnahme gab wovon die Folge gewesen wäre, daß sich dieselben schwerer und folgendes Bild über die Ueberschreitung der Amtsbefugniß: schlechter brechen ließen und eine bedeutend größere Menge von Ebert hörte in der Nacht zum 9. März dieses Jahres, wie Abfall verursachten, wie bei regelrechter Arbeit. Der Beklagte mehrere junge Leute, welche aus dem Rathhausrestaurant heime rechnete dem Gerichtshof haartlein vor, wieviel Schaden ihm fehrten, sich überlaut unterhielten. Als er die Ruheftörer binnen weniger Tage durch die angeblich chifanös falsch ein- festnehmen wollte, waren sie verschwunden. Gegen 2 Uhr getheilte Arbeitstraftausgabe des Klägers erwachsen sei. Er be- Nachts gelang es ihm, einen der Ausreißer, den 3ifferte denselben auf 5,60 M. Um einer eventuell langwierigen 17jähr. Schmiedelehrling Heß in dem Moment zu erwischen, als Beweiserhebung vorzubeugen, ermäßigte der Kläger um diese derselbe vor der Hausthür seines Arbeitgebers, des SchmiedeSumme seinen Klage Anspruch. Beklagter wurde zur Zahlung meisters Müller, stand und Einlaß begehrte. Der Meister kam von 34,40 Mark für acht Arbeitstage verurtheilt. Gründe: diesem Wunsche feineswegs nach, rief vielmehr dem PolizeiDurch den Nachweis, daß Kläger des Vormittags langsam, des beamten zu: Nehmen Sie den Lehrling mit nach der Wache, Nachmittags aber desto schneller gearbeitet habe, würde nicht morgen hole ich ihn!" Ebert arretirte auf dieses Geheiß den eine vorfägliche und rechtswidrige Sachbeschädigung dargethan Heß. Als letzterer sich widersezte, applizirte er dem Wider werden. Das Tempo der Arbeit tönnten eine Menge Umstände spenstigen mehrere Ohrfeigen. Auf dem Wachtlokal angelangt, beschleunigen, abgesehen davon, daß ein bestimmter Maßstab für hieß Ebert einem Nachtwächter einen Ochsenziemer" herbeiholen, Nieder- die Schnelligkeit der Arbeit gar nicht zu beschaffen sei. mit welchem er dann den mittlerweile in einer Belle, also Louifen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichenbergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Gust. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. lage Marthe u, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Boykottirt sind die folgenden, dem Ring angehörenden Brauereien: Aftien- Brauerei- Gesellschaft Moabit, Berlin. Aftien Gesellschaft Schloßbrauerei Schöneberg, Schöneberg. Bergschloß- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Bockbrauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Kronen- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Berliner Unions- Brauerei, Berlin. Böhmisches Brauhaus, Kommandit- Gesellschaft auf Attien, A. Knoblauch, Berlin. nur Den Verurtheilten für dauernd Ein neues Arbeitsverhältniß sei dadurch begründet worden, wahrscheinlich ohne Zeugen, Internirten derart bearbeitete, daß er zum Polier ernannt wurde, behauptete der Maurer bezw. daß der junge Bursche die üblichen Blutunterlaufungen an Arm, Maurerpolier N. und verlangte von seinem ehemaligen Arbeit- Rücken und Kopf davontrug. Als Heß vor Schmerz laut geber eine Lohnentschädigung wegen unrechtmäßiger Entlassung, aufschrie, rief ihm der Wächter des Gesetzes die Worte obwohl er als. Maurer sich mit dem Kündigungsausschluß zu:" Hund, Dich schlage ich noch todt!" Der Angeeinverstanden erklärt hatte. Die Kammer III unter dem Vorsig flagte gab den Thatbestand im vollen Umfange zu, des Assessors Lohmeyer wies jedoch den Kläger mit der Begrün- will er eine Büchtigung" deshalb vorgenommen haben, dung am 30. Oktober ab, daß die Ernennung zum Polier nicht weil ihm Heß den Namen der beiden anderen Ruheftörer nicht den Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses bedeute. Daß der genannt habe. Letzteres wurde durch die Beweisaufnahme widerAftien- Brauerei Friedrichshain, Berlin. Kläger mit einer anderen Thätigkeit betraut wurde und einen legt. Es wurde konstatirt, daß Ebert an jenem Abend außerAttien- Brauerei- Gesellschaft Friedrichshöhe, vorm. Patzen- etwas höheren Lohn wie vorher erhielt, verpflichtete den Arbeit gewöhnlich aufgeregt gewesen und in diesem Zustande die Straf hofer, Berlin. geber nicht, auch zur Erneuerung der sonstigen Bedingungen des that pollführt. Die Staatsanwaltschaft beantragte mit Rücksicht Arbeitsvertrags. auf das offene Geständniß des Angeklagten eine Gesammtstrafe von 3 Monaten und 1 Woche Gefängniß. Der Gerichtshof ver Aus dem Kulturstaat Preußen. Wiederum hat sich jetzt meint jedoch nach Lage der Sache die mildernden Umstände. Es das Amtsgericht II mit einer Sache zu beschäftigen, bei welcher sei bedauerlich, so führte der Erfurter Gerichtshof aus, daß die Prügel, welche ein Gendarm mit dem Ochsenziemer ausgetheilt hier ein mit der Wahrung der öffentlichen Ordnung und Sicherhaben soll, die Hauptrolle spielen. Eine Frau Georgi aus heit betrauter Beamter seine Befugniß in so grober Weife verWeißensee fand eines Tages ihren Sohn mit verweinten Augen lett. Es wurde wegen vorsäglicher Mißhandlung, verbunden auf, und auf ihr Befragen erklärte ihr der Knabe, der Gendarm mit der Drohung der Begehung eines Verbrechens auf ein StrafB. habe ihn in einen Hausflur gedrängt und dort jämmerlich vermaß von 6 Monaten erkannt. hauen. Ein Kamerad des Prügelnden sei während diefer Prozedur unfähig zu erklären, ein öffentliches Amt wieder zu bekleiden, vor dem Hause auf der Straße geblieben und habe fich an der nahm dagegen der Gerichtshof Abstand, da Ebert bisher noch Brügelei nicht beteiligt. Da der Knabe, wie ein Arzt durch Attest unbescholten. bestätigte, wirklich fräftige Brügel bekommen hatte, und Frau Georgi annahm, der Gendarm habe den sich des besten Rufes erfreuen- Ein Bild aus dem Verbrecherleben wurde gestern vor den Knaben mit seinem Bruder verwechselt, der einen Tauben dem Schwurgericht am Landgericht II aufgerollt. Wegen ge Diebstahl begangen haben sollte, hielt sie ihre Vermuthung, daß meinschaftlichen Straßenraubes angeklagt, erschien die mehr als der Gendarm jedenfalls betrunken gewesen sei, erst recht für er- 30jährige Prostituirte Marie Starzinsta mit ihrem Zuhälter, wiesen, und dies bewog sie, gegen den Beamten bei seiner vor dem Arbeiter" Friedrich Wilhelm Nicklowe it, beide domizilgesetzten Behörde Anzeige zu erstatten. Sie erhielt darauf nicht los, vor den Schranken. Sie sollen den Tischler Zimmermann nur die Antwort, daß die angestellten Ermittelungen keinen An- aus Berlin des Nachts auf offener Straße überfallen und seines halt zum Einschreiten geboten hätten, sondern auch eine An- Wochenlohnes von 43 M. beraubt haben. Der Bestohlene flage wegen Beleidigung. Frau Georgi hatte nämlich in ihrer arbeitete in Rigdorf, hatte am Oster- Sonnabend, den 24. März Anzeige behauptet, der Gendarm sei total besoffen" ge- dieses Jahres seinen Arbeitslohn empfangen und war, nachdem wesen, und diese Behauptung, von der sich in der That nicht er nach Feierabend noch mit seinen Arbeitsgenoffen gekneipt leugnen läßt, daß sie drastisch ist, sei für einen Gendarmen hatte, gegen 10 Uhr Abends feinem Heim in Berlin zu und in hohem Grade beleidigend. Da nun einige Zeugen der Ansicht gepilgert. In der Schönleinstraße der Ecke machte er noch einmal I waren, der Gendarm fönne höchstens als angetrunken bezeichnet der Böckh- und Gräfestraße werden, und da der Gendarm selbst jede Betrunkenheit in Abrede Station", so daß es wenige Minuten nach 12 Uhr war, als stellte und sich auf das Zeugniß seines Wachtmeisters berief, be- er das Maybach- Ufer passirte. Hier redete ihn plöglich ein anantragte der Staatsanwalt die Vertagung, um den Wachtmeister gejahrtes Frauenzimmer an:, Schnuteken, darf ick mitjehu?" als Zeugen zu laden. Hechtsanwalt Dr. Halpert widersprach diesem Mit einer drastischen, in Berlin aber nicht seltenen Redensart Brauerei Oswald Berliner, Berlin. Brauerei Julius Böhow, Berlin. Brauerei Borussia, Attien- Gesellschaft, Niederschönweide bei Johannisthal. Brauerei Gambrinus, Aktien- Gesellschaft, Charlottenburg. Brauerei Carl Gregory, Berlin. Brauerei F. Happoldt, Berlin. Brauerei Königstadt, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Brauerei Pfefferberg, vorm. Schneider u. Hillig, Berlin. Brauerei A. Werm, Berlin. Bürgerliche Brauerei, Berlin. Bürgerliches Brauhaus, Otto Müller, Berlin. Norddeutsche Brauerei, Attien- Gesellschaft, Berlin. C. Habel's Brauerei, Berlin. Gebrüder Josty, Berlin. Schönhauser Allee. Echultheiß' Brauerei, Aktien Gesellschaft, Berlin, Abth. desgl. Abth. II Tivoli. = Brauerei Schweizergarten, Berlin. " " an Spandauerberg- Brauerei, vorm. C. Bechmann, Westend bei Antrage und führte aus, daß gerade das, was hier als so schwer wies er das Frauenzimmer ab; doch in demselben Augenblicke Charlottenburg. Vereinsbrauerei Rigdorf. Versuchs- und Lehrbrauerei, Berlin. Viktoria- Brauerei, Aktien- Gesellschaft, Berlin. Germania- Brauerei, David u. Martin, Berlin. Brauerei Stralau. beleidigend aufgefaßt werde, eher zu Gunsten der Angefagten stürzte ein Mann aus einer Bedürfnißanstalt heraus und ver spreche. Stehe fest, daß der Gendarm den Knaben Georgi, fegte ihm einen echten Verbrecherhieb mit der Faust an die er als daß dem man nichts vorwerfen könne, einen Rehle, so daß Zimmermann zu Boden stürzte. Nun fnieten der Bruder besitze, der eines Zaubendiebstahls bezichtigt war, Mann und das Weib auf seiner Brust, visitirten ihm fämntwirklich in so energischer Weise geprügelt habe, wie es liche Taschen, bis sie das Portemonnaie fanden, mit behauptet werde, dann sei die Behauptung, der Gendarm welchem sie das Weite suchten. 3. erstattete zunächst keine Ansei total betrunken gewesen, doch wahrlich nicht eine Beleidigung zeige, er ging aber allabendlich nach dem Maybach- Ufer, um des Gendarmen, sondern gerade die einzige Entschuldigung, die die Attentäter zu suchen. Eines Abends arretirten mehrere " M " nur " indeſſen jedenfalls im Untersuchungsgefängnisse Mittel und Wege natürlich theilt er Partei, die den nur als Arbeiter bezeichnet, dent " Versammlungen. Eine ähnliche = Es wurden Kriminalbeamte einige Dirnen, 3. kam hinzu und erzählte nun Für die in der chirurgischen Branche beschäftigten, trauensleuten wurden 150 M., den ausgesperrten Brauerei mehr sein Abenteuer, worauf er sofort zu Protokoll vernommen Arbeiter und Berufsgenossen fand am 31. Oktober arbeitern und Böttchern 50 M. zugewiesen, das Unterstützungswurde. Gleich darauf trat eine andere Prostituirte an einen der eine öffentliche Versammlung statt, in der Genosse Rohrlack gesuch eines franken Mitgliedes jedoch abgelehnt mit der MotiBeamten heran und theilte diesem mit, daß die„ pol'sche Marie" einen mit intereffantem Bahlenmaterial reich ausgestatteten Vor- virung, daß der Verein fein Unterstützungs-, sondern ein Kampfmit dem Schuster Wilhelm" den Straßenraub gedreht" habe. trag über die wirthschaftliche Lage der Arbeiter hielt. Die sich verein sei. Zum Schluß verwies der Vorsitzende auf die am Beide hätten sich in ihrer Stammkneipe, dem Verbrecherkeller der aus dem Vortrag entwickelnde Diskussion leitete zugleich den 19. November in drei Bezirken stattfindenden StadtverordnetenWittwe Dollinger, Stalizerstr. 59a, damit gebrüstet. Ehe die dritten Punkt der Tagesordnung:" Mißstände in der chirurgischen wahlen und ermahnte die Genossen, sobald der Ruf an sie erRigdorfer Polizei die Berliner Polizei zum Einschreiten veranlassen Branche" ein. Als ein Beispiel für Lehrlingszüchterei wurde an- gehe, vollzählig am Plaze zu sein. fonnte, begab sich Zimmermann mit einem Freunde zu der geführt, daß Kossack u. Kleinert 17 Lehrlinge, 2 Gürtler Schöneberg. Die Berichterstattung vom Parteitage in Mutter Dollinger'n" und frug hier nach der„ pol'schen und 3 Dreher beschäftigen. Die bei Kettner erhobenen StrafMarie" und erhielt von der Wirthin den Bescheid:" Da sitzt gelder werden ohne Kontrolle der Arbeiter verwaltet. Die Art Frankfurt a. M. erfolgte am 1. d. M. in einer öffentlichen Volkseene, wenn et die is, denn is se et, eene andere fenn ich nich!" und Weise, wie hier gearbeitet werden muß, zwingt die Arbeiter versammlung, die im Keßner'schen Lokale tagte. 3. that so wie meinethalben, er ließ sich ein Glas Bier geben, vielfach Vorsichtsmaßregeln außer Acht zu lassen, daher die vielen zunächst Revisoren für den Vertrauensmann gewählt und zwar als solche die Genossen Meiling, Schimanski und ließ dann seinen Freund sißen und entfernte sich, um Polizei zu Unfälle. Wiederholt sind auch Verstöße gegen die Bestimmungen Sadebusch. Den Bericht erstattete sodann Kasper= suchen. Während seiner Abwesenheit hörte der Freund, daß die über Feierabendarbeit vorgekommen. Organisirte Arbeiter er- Steglik. Derselbe befundete zunächst seine Genugthuung darüber, " pol'sche Marie" zu dem bei ihr sitzenden Schuster- Wilhelm" halten überhaupt feine Arbeit. Bei Löwenstein wird gleich- Steglih. Derselbe bekundete zunächst seine Genugthuung darüber, fagte:" Du, wir hätten vorsichtiger sein soll'n, Idet war er ja!" falls nach Feierabend und Sonntags gearbeitet, ohne die in der daß die Hoffnungen unserer Gegner auf eine Spaltung der 3. kam wieder, ohne Polizei gefunden zu haben, und wurde Resolution der vorigen öffentlichen Versammlung festgesetzten Partei wieder einmal zu Wasser geworden seien. Eine Spaltung nun von der„ pol'schen Marie" mit den Worten empfangen: Bestimmungen innezuhalten. Kuhnstein hat die bisher be- werde in der Sozialdemokratie nicht eintreten, wenn es auch an " Ich bin die polnische Marie", wenn Sie mir suchen, denn zahlten 5 pet. vollständig abgezogen. Bei Müller würden Fehden nicht gefehlt habe auch auf diesem Parteitage. Bu fagen Sie, ob id et war!" 3. beschwichtigte sie mit dem Be- für die Anfertigung von Heilserumsprißen Abzüge von 2 Mark solchen Meinungsverschiedenheiten gab auch die Gehaltsfrage der merken, fie sei es nicht, die er suche sei viel jünger. Bald gemacht. Zuerst gab es 16,50 M., gegenwärtig 14,50 m. Parteibeamten Veranlassung. Diese Frage sei ja vorläufig abdarauf entfernte er sich wieder und da er nun polizeiliche Hilfe Dem Vorschlage, bei Müller einen Vorstoß zu versuchen zur Gehalte nicht auszukommen vermöge, solle der Partei fern gethan, aber noch nicht todt. Wer mit 3000 m. jährlichem fand, ließ er die„ pol'sche Marie" fammt den Schuster- Wilhelm" Grringung befferer Arbeitsbedingungen, wurde entgegnet, baß Gehalte nicht auszukommen vermöge, solle der Partei fern verhaften. Beide Angeklagte bestritten den Raub. Die Starzinska man erst abwarten müsse, ob größere Bestellungen eingehen. Die Gehaltsfrage betreffend, sei auch der Antrag der Genoffen bleiben.( Zustimmung.) Gleich den anderen Anträgen, die erklärte die Anschaffungen, die sie gleich am nächsten Diermorgen Abrechnung des Streits bei Papajewsky ergab eine Gesammt: Teltow- Beeskow Storkow- Charlottenburg, das Gehalt des gemacht hatte, damit, daß sie, die zwei Jahre Arbeitshaus" einnahme von 775,28 M., welcher eine Gesammtausgabe von Geschäftsführers der Parteibuchhandlung auf jährlich 3000 Mark und fieben Monate Barnim" abgemacht hatte und erst 762,90 m. gegenübersteht, somit ein Bestand von 12,38 M. zu festzusetzen, abgelehnt worden. Der Berichterstatter kam sodann am Charfreitag entlassen worden sei, gleich wieder auf verzeichnen bleibt. Sieran schloß sich die Abrechnung des Ber- auf die badische Angelegenheit( Rüdt- Stegmüller) zu sprechen und den Strich" gehen mußte. Dabei habe fie von einem trauensmannes. Den Einnahmen von 111,35 m. steht eine GeManne statt einer Mark aus Bersehen ein 20 Markstück erhalten, sammtausgabe von 104,65 m. gegenüber, mithin ein Bestand von war der Meinung, daß in dieser Angelegenheit vielleicht noch ein womit sie die neue Equipirung bezahlt habe. Schon um 12 Uhr 6,70 M. Zum Schluß gelangte eine Resolution zur Annahme, kräftigeres Wörtlein gesprochen werden müsse, als es der Parteis sei sie mit dem Nickloweit dem Arbeiter Rudolph begegnet, mit die ihr Einverständniß mit dem Referat befundet und den An- tag gethan habe. Nächfidem behandelte er die bayerische Angelegenheit und hielt die Bewilligung des Finanzgesetzes seitens der dem sie beide und noch mit einem gewissen Schulz in Rudolph's schluß an die Organisation empfiehlt. bayerischen Genossen im Landtage für einen taktischen und prinWohnung gegangen, wo alle vier in einem Zimmer genächtigt hätten. Auf diesen„ Rudolph" beriefen sich beide Angaben sich am Donnerstag Abend bei Herrn Keller in der späteren Parteitage vorbehalten bleiben. Die den Jnnungsfahnen folgenden Handwerksmeister zipiellen Fehler. Auch die Klärung dieser Frage würde einem Er war übergeklagten, dessen Ladung zwar beantragt war, der aber nicht geklagten, dessen Ladung zwar beantragt war, der aber nicht Köpenickerstraße wieder einmal ein Stelldichein, um, wie fich zeugt, daß auf dem Parteitage wieder ein Schritt nach ermittelt werden konnte. Der Vertheidiger bestand auf diesen er hieraus die Beugen und gab an, derselbe size in Haft. Sofort spielte der der Vorsitzende vernehmen ließ, die im Laufe des Monats in rechts gemacht worden sei und folgerte Pflicht, auf der Wacht zu fein in bezug Staatsanwaltliche Apparat, es wurde ermittelt, daß Rudolph Berlin eintreffenden Reichsboten entsprechend empfangen" zu erhöhte am 27. Oktober nach Rigdorf in Strafhaft überführt worden tönnen; man plant Petitionen an den Reichstag, erstens, damit auf Tattit, Organisation und Programm. Redner schloß hier= am 27. Oftober nach Rixdorf in Strafhaft überführt worden die Lasten der sozialen Gesetzgebung durch allgemeine mit, um der Versammlung Beit zur Diskussion zu lassen. Die fet und dorthin wurde sofort telephonisch die VorSteuern aufgebracht werden und im weitern wird dagegen pro- weiteren Punkte werden in einer späteren Versammlung erledigt führungs Verfügung übermittelt. Der Präsident konstatirt zunächst aus den Akten, daß die Angeklagten bei ihrer ersten polizei- Reichstanzler empfohlenen Schritte behufs Begrenzung der Ar- Kretschmer, Jäckel u. a. und sprachen sich im Sinne des teftirt, daß die von der Kommission für Arbeiterstatistit dem werden. Das Wort zur Diskussion nahmen Hackebusch, lichen Vernehmung und bei den ersten beiden Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter erklärt hatten, daß die Angeklagte zu I beitszeit im Bäckergewerbe zc. Gefeß werden. Die erfte Re- Referenten aus. Die Frauenfrage wurde von Frau Klaude in der fraglichen Nacht im Schlesischen Busch und der Angeklagte solution zu begründen, unternahm Herr Steinsetzmeister Völker, erörtert, und beklagte diese sich darüber, daß die Männer die in der fraglichen Nacht im Schlesischen Busch und der Angeklagte ber dabei die bausbackensten Ansichten in voller Gemüthsruhe Frauen benachtheiligt hätten und Berlin nicht eine Delegirte auf zu II auf dem Boden eines Hauses in der Staligerstraße geEr fennt vortrug. nächtigt habe. Erst am 19. April die Angeklagten batten natürlich theilt er Stände, fünf an der Zahl; den Parteitag entfenden konnte. Wie in jeder anderen Benicht die Meinung einer gewissen" ziehung hätten die Frauen auch in Geldangelegenheiten keine zur Verständigung gefunden", so bemerkte erklärend der Präsi der Unterstützung erfahren. Die Schöneberger Genossen machten eine nein, bei ihm ist selbst der rühmliche Ausnahme. In warmer Weise trat die Rednerin für den Besen in die Hand nimmt traten beide mit plöglich übereinstimmend der Behauptung hervor, in Rudolph's Wohnung genächtigt Minister ein tüchtiger Arbeiter, wenn er seine Sache nur ver- Aufklärung und Organisation der Schöneberger Frauen ein. zu haben. Gine Anzahl anderer Prostituirten befundeten steht! Der Redner verglich den Stand der Handwerker mit Silberschmidt fühlte sich zwar auch nicht voll be alle Beschlüsse des Parteitages, glaubte übereinstimmend, daß die Angeklagten sich damit gerühmt hätten, einem braven Esel, der des ewigen Blackens müde, jeßt anti- friedigt durch daß alle Delegirte nach bestem Wollen und in der Osternacht Einen gefledert" zu haben. Als aber der semitische Mucken friegt. Nicht vergessen soll aber werden, daß aber, Beuge Rudolph erschien, sagte dieser aus, er habe die Angeklagten der gute Mann das Anwachsen der Sozialdemokratie darauf Können auf dem Parteitage ihre Schuldigkeit gethan hätten. furz nach 12 Uhr getroffen und sei mit denselben nach seiner Woh zurückführte, daß die Lehrlinge leider Gottes heutzutage viel zu Falsch sei es, nun hinterher unfruchtbare Kritik zu üben, man fagen wir ur möge vielmehr dafür Sorge tragen, daß fünftighin andere Benung gegangen. Bezüglich der Kleidung, welche die Angeklagten in je wenig Prügel bekommen. ner Nacht getragen hatten, setzte er sich selbst mit den Angaben der Un- wüchige Kritik ließ der Referent Nummer zwei, der Oberschlüsse gefaßt werden. Im Interesse des Gemeinwesens hätten getlagten in so frassen Widerspruch, daß der Staatsanwalt in seinem meister der Bäckerinnung Germania, Herr Bernard, vom Stapel. sich nunmehr die aufgeregten Gemüther wieder zu ruhiger ge Plaidoyer direkt erklären tonnte, der Beuge Rudolph habe unter Ja, wenn die maßgebenden Kreise nur nicht Bebel's Broschüre meinsamer Arbeit zusammen zu finden. In das innere Parteifeinem Eide offenbar die unwahrheit ausgesagt. Trotz aller mit Bezug auf das Bäckergewerbe als Evangelium be- leben hätten die Zwiftigkeiten nicht einzubringen. Schwere ge dann trachteten, wäre Belastungsbeweise votirten die Geschworenen auf Nichtschuldig, nung dieses Herrn läßt sich vieles beffer! Nach der Mei- meinsame Arbeit stehe den Parteigenossen bevor, welche alle Kraft so daß die Freisprechung der Angeklagten erfolgen mußte. nung dieses Herrn läßt sich eine Kontrolle überhaupt in Anspruch nehme.( Beifall.) Diesen Ausführungen schloß sich nicht durchführen, weil die Bäckergesellen so infame Kerle sind der Referent in seinem Schlußworte an. Nachdem noch bekannt und dies sicher vereiteln. In dieser zweiten Resolution wird gegeben worden war, daß Herr Dr. Frankenstein, Haupts und pure Ablehnung der 12 Paragraphen der Kommission ge- Colonnenstraßen- Ecke, im Besitze des Heilserums ist und Unfordert; als Motiv, und zwar als sehr wesentliches, gilt auch bemittelte auch unentgeltlich zu behandeln erbötig fet, erfolgte bie Böswilligkeit" und" Unzuverlässigkeit" der Arbeiter im wie gewöhnlich der eingetretenen Polizeistunde wegen um Zweiter Wahlkreis. Die am 80. Ottober nach der Linden Bäckereigewerbe; man nennt die geforderten Maßnahmen: un- 1014 Uhr die polizeiliche Auflösung der Versammlung. Straße 106 einberufene Parteiversammlung erfreute sich eines gesunde und unfluge Bestrebungen. Es versteht sich eigentlich Verein deutscher Schuhmacher. Versammlung am Montag, 5. Novbr. außerordentlich guten Besuchs. Auf der Tagesordnung stand ein ganz von selbst, daß dieser sowohl wie alle Redner auf die Filiale 1. bei Tempel, Langestraße 65. Filiale II. bei Feind, Weinstraße 11. Referat des Genossen R. Schmidt über das Thema: Der Fortschritte der Sozialdemokratie exemplifizirten und die Revo- filiale III. bei Werner, Bülowftr. 59. Kampf gegen die Sozialdemokratie". Der Referent berührt in lution, die schreckliche, ankündigten, wenn die Regierung nicht Saale von Friß Schulze( früher Wandrey): Partet Versammlung. Tagesfeinem Vortrag die anarchistischen Attentate in Spanien und spornstreichs alle Wünsche der Herren bewilligte. Der SchneiderFrankreich und giebt im Anschluß daran eine Darstellung der meister Voltmar, ein bekannter Zwischenmeister in der Damen- onung: 1. Bericht vom Frankfurter Parteitag. a. Wahl des Bertrauens sich in Loyalitätsbezeugungen Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 4. November, Abends 6% Uhr, im und anarchistischen Theorie und Tattit, deren Gegensatz zu der Sozial- fonfektion, erschöpfte großen Eaale der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Bersammlung. Vorvon seinem Standpunkt allerdings sehr betrag des Frl. J. Altmann über: Wesen und Werth der Arbeit." demokratie er sodann begründet. Im weiteren Verlaufe feines wetterte gegen die Kontrolle der Arbeitsräume und Humanistische Gemeinde. Sonntag, den 4. November, Bormittags Bortrages bespricht der Redner die gegenwärtige Krise greiflich! in Deutschland und die Versuche der Gegner, die Partei ein biederer Schmiedemeister ließ durchblicken, daß die goldene 10% Uhr, Kommandantenstr. 79, Vortrag des Herrn G. Schäfer über:„ Die Theaterverein Zuftige Brüder". Jeden Sonnabend Sigung mit durch Gewaltmaßregeln zu unterdrücken. Der Devise unserer Beit eigentlich erst wiederkehren würde, wenn die Schornsteine ſittliche Bedeutung der Gemeinde und des Staates für die Menschheit." Neben Damen bei Reinhold, Hafenhaide 45/47. Anfang 9 Uhr. Gäfte willkommen. Gegner so schließt der Referent- auf zum Kampf für Re- der großen Etablissements und Fabriken eingeriffen sind. Polnischer Klub Jaroslaw Dombrowski", Rirdorf Das nicht abAbends ligion, Ordnung und Sitte, segen wir siegesbewußt die Parole: diesen sprachen noch diverse Innungsmeister über Befähigungsgehaltene Stiftungsfest vom 20. Ottober findet am 3. November, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit entgegen. Von einer Dis- nachweis und daß man jezo, statt zu bitten, fordern müsse. Die s uhr, im Lofal des Herrn Kummer, Berlinerftr. 136, ftatt. Arbeiter Bildungsschule. 2. und 4. Sonnabend im Monat, Abends tuffton nahm man Abstand, da die Versammelten mit dem Re- beiden besprochenen Resolutionen wurden dann auch einstimmig Waldemarstr. 14: Naturerfenntniß. 1. und 3. Sonnabend im Monat, Abends ferenten einverstanden waren, und es erfolgte zum Schluß die angenommen, ebenso eine dritte, welche den Handwerker 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstr. 179a, und Süd- Ost Schule Wahl der Revisoren, aus welcher die Genossen Putschte, Hinz stand und die Landwirthschaft auffordert, überall zu diesen 8-10% Uhr: Distutir- Uebungen. Bet allen unterrichtsfächern werden neue Fort mit der Bescheiden Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. und Rizing hervorgingen. Fragen Stellung zu nehmen. heit! Go lautete der Refrain aller Redner. Arbeiter- Sängerbund Berline und Umgegend. Borsigender Ab. Dabei ist Neumann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu es für den Kundigen doch überaus bezeichnend, daß die Leute in richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Er. Sonnabend, Abends Amt und Würden, welche der Versammlung beiwohnten, sich 9-11 Uhr: Uebungsfiunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Grüne Giche, Nixdorf, mäuschenstill verhielten. Nur der Vertreter der Deutschen Tages- smeralda, Tüfterstraße 82 bei Sänice. Hermannstr. 48. Ede Herrfurthfiraße, bei heidaus. 2yrania, LandsGanges Echo, Naunynftr. 86, bet Bubeil. zeitung", die man in wahrhaft verschwenderischer Weise auf die berger Allee 156 bei Goebel. Glück zu, Pafewalterstr. 3 bei Neumann. Gesundbrunner Tische niedergelegt hatte, bielt eine fulminante Rede über das Männerchor, Prinzen Allee 10 bet Bergmann Männer- Gesangheilige Recht des Mittelstandes. verein Liedertranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Bolts Reinickendorf. Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein garten, Bergfir. 6.- Gefangverein Sänger bain, Reichenbergerstr. 16, bet Soffmann. Deutsche Eiche II, Brandenburg a. b Havel, Hauptfraße, Eintracht" hielt am Sonntag, den 28. Oktober, Nachmittags, intel's Salon.- Frisch auf I, Friedrichsberg, Rummelsburgerstr. 23 bet Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 bei Otto Eine öffentliche Versammlung aller in der eine Versammlung ab. Die Kassirerin Frau Klingmann Emil Neumann. Schulze. Männer- Gefangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 Elettrizitätswertstätte beschäftigten Arbeiter unterbreitete der Versammlung den Kassenbericht vom letzten bet zeichniß. sand in Sand I, Friedrichsberg, Friedrich Karlfir. 11 und Arbeiterinnen tagte, gut besucht, am 31. Oftober im Quartal, der zu keiner Ausstellung Veranlassung gab und des- bet Emil Heinecke. Rolberger Salon". Genoffe Hoffmann zeigte in seinem halb von der Versammlung für gut befunden wurde. Die weitere Referate, daß der Druck, welchen der Unternehmer heutzutage Verhandlung drehte sich um interne Vereinsangelegenheiten. auf den Arbeiter auszuüben vermag, die Folge davon ist, daß Nixdorf. Die hiesige Bahlstelle des Verbandes der Möbelder befiklose Proletarier, wenn er leben will, seine Arbeitskraft polirer tagte am 29. Oktober. Zur Besprechung famen zunächst zu jedem Preise verkaufen muß. Redner empfahl den Anwesen- bie Werkstattverhältnisse bei Richter in der Knesebeckstraße. Es den, sich in der Organisation zusammenzuschließen, um sich hier wird mitgetheilt, daß die Möbelpolirer in jener Weifftatt sehr Theaterverein 2essing, Blumenstr. 46 bei Tarmuschat( jeden 2. und 4. Sonnabend). gegen zu schützen.( Beifall.) In der Diskussion wurde sodann oft Ueberfunden machen und auch schon des Nachts gearbeitet Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein erzählt, daß der Obermeister Wittmann in der Elektrizitäts- Werk- haben. Die Angelegenheit soll von drei Mitgliedern der Werk Fichte( Witgl. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- bt. stätte es liebt, für die Arbeiter Vergnügungen in boykottirten statt- Kontrollkommission untersucht werden. 3. Männer- Abth. Boechstr. 21. 2. Lehrlings- Abth. Alsdann gelangte Friedensir. 37. Stalizerftr. 65-56. Gemischter Chor Gleichheit, Abends 9 Uhr, Lokalen zu veranstalten. Der betreffende Herr ließ am Montag folgende Resolution zur Annahme: Die Möbelpolirer Rixdorfs Zwinglistraße 6a im Restaurant. Mitglieder werden daselbst aufvoriger Woche zu einem Vergnügen, das in dem boykottirten verpflichten sich, wöchentlich 25 Pf. für die ausgesperrten Brauerei Lokale von Noack in der Brunnenstraße stattfinden sollte, Billets Rose, Sigung jeden Sonnabend bet Bölz, Köpenickerstr. 62. BühnenArbeiter zu zahlen. durch den Werkführer Ulrich vertreiben. Ulrich hatte nun damit verband Normania, jeden legten Sonnabend im Monat Sigung beit Brivat- Theater- Gesellschaft Schiller, nicht viel Glück, er wurde fast gar keine Billets los. Nachdem Der Charlottenburger Wahlverein hielt am 31. Oktober B. einig, Königsbergerstr. 26. auch am Dienstag feine Mühe vergeblich gewesen, versprach er im Lokal Bismarckshöhe" feine ordentliche Vierteljahres- General- Sigung Abds. 9 Uhr bei Linke, Buttbuferstr. 24. Nach der Sigung: Fidelitas. Privattheater Gesellschaft Toni, Sonnabend 9% Uhr bei Buleger, Swine Theaterverein unige Brüder II, Sigung jeden am Mittwoch, alle die, welche ihm Billets abnehmen würden, versammlung ab. Der von Schnell verlesene Kassenbericht münderstraße 144. 45/47. auf eine Lifte zu sehen und diese der Direktion zu zeigen, die wies mit dem Bestand des vorigen Quartals im Betrage von Sonnabend, Abends 9 Uhr, bei Reichelt, Hafenhaide Nr Privat- Theaterverein Blaue Schleife jeden Sonnabend Abend um dann jedem daraufstehenden Arbeiter 2 Pig. zulegen werde. 198,75 M. eine Gefammteinnahme von 347,20 m. auf, der eine Uhr Sigung, nachher Fidelitas bei Bluhm, Wollinerstraße Nr. 27a. ( Große Heiterfeit.) Ein Arbeiter, der Ulrich Borhaltungen ob Ausgabe von 44,80 M. gegenüber steht, mithin ein Ueberschuß Theaterverein Berliner Bär jeden Sonnabend nach dem 1. und 15., Theaterverein Borussia, Wienerstr. 56 bet Walter. dieses arbeiterfeindlichen Verhaltens machte, wurde am Sonn- von 302,40 M. Die Wahl des Borstandes ergab folgendes Köpenickerſtr. 55a. Theatergesellschaft Satur, Lindenstr. 106 bei Boppe. Bergnügungsflub abend entlassen. Mehrere Anwesende sprachen auch die Ueber- Resultat: 1. Borsigender Scharnberg, 2. Borsigender Lutter, oftend, Gigung Abends 9 Uhr im Restaurant Rudolfs, Krautsstr. 6. zeugung aus, daß ein derartiges Anfinnen unmöglich gewesen 1. Rasfirer Schnell, 2. Kassirer Beyer, Schriftführer Flem- Geselliger Arbeiter- Berein Proletaria, Gonnabend nach dem 1. und wäre, wenn bereits alle Arbeiter der Glektrizitäts Werkstätte ming. Zu Revisoren wurden Diecke, Pfeiffer und Bredlow 15. jeden Monats, Abends 9 Uhr bet Sommer, Grünftraße 21. Bohemia, Sigung Abends 9 Uhr bei Wolter, Schwedterstr. 17. Rauchflub organisirt wären, wozu ihnen nun doch Gelegenheit genug gegeben gewählt. Die jeßigen Zahlstellen- Inhaber resp. Hilfskassirer: Blaue woltell, Gigung jeben Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer, Rauchilub Dornröschen, jeden Sonnabend, Abends worden sei. Nach einem Schlußworte Hoffmann's, in welchem Hermann Wernice, Krummestraße 19; Hermann Weinfraße 22. Stattlub Blaue Blouse, jeden dieser die Anwesenden aufforderte, tüchtig für die Durchführung Krause, Wilmersdorferstraße 89; Paul Wolter, Magazin- Uhr, bei Krüger, Fennstraße 5. Sonnabend bei Wuttte, Graudenzeritr. 2.- Stattlub Revolution, Sigung Tambourverein des Boykotts thätig zu sein, nahm die Versammlung einstimmig straße 15, und Gimpel, Osnabrückerstraße 28 wurden in ihren jeden Sonnabend 9 1hr bei Gerhardt, Grünauerstraße 27. Schüßenverein Fein Korn eine Resolution an, in der sie ganz energisch gegen das Vorgehen Aemtern wiederum bestätigt und Bredlow, Augsburger uf, Abends 9 Uhr bei Jatob, Inselstr. 1. der Herren Ulrich und Wittmann, in boykottirtem Lokale ein Berstraße 78 neu hinzugewählt. Die Verwaltung der Bibliothekt bei Karl Haun, köpnicerjir. 23a. Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lördag gnügen abzuhalten, protestirte und sich verpflichtete, von den aus übertrug der Verein dem Mitglied Bareinz, Raiser Friedrich Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. gebotenen Billets feinen Gebrauch zu machen; insbesondere pro- ftraße 69. Ein Antrag, ein Mitglied aus dem Wahlverein aus Deutscher sozialdemokratischer gefehtub in Paris. teftirte sie zugleich auch gegen das Gebahren derjenigen Mit- zuschließen, weil es gleichzeitig einem gegnerischen Gastwirthe Sonore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Bers arbeiter, welche mit besonderem Hervorthun Boykottbier trinken. verein angehört, wurde nach längerem Für und Wider ab- fammlung; reiche Bibliothet, Zeitungen, franzöfifcher Unterricht. London. Der einzige hiesige fozialdemotraitsche Berein Londons, ber Die jungen Leute, Damen wie Herren, wurden noch daran er gelehnt. Die Vorbereitungen zu dem am 8. Dezember im Lokal alte, von Karl Marx und Friedrich Engels 1846 mitbegründete innert, daß die Lokale von Seidel und Schulze, die Sonntags Bismarckshöhe" stattfindenden Stiftungsfest übertrug die Ver kommunistische. Arbeiter Bildungsverein befindet sich nach immer noch einigermaßen besucht sind, nicht boykottfreies Bier fammlung dem Vorstand und wählte zu dessen Unterstügung noch wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. führen. die Mitglieder Jebnert, Goerte und Bunge. Den Ver Eine Versammlung der Klempner, einberufen von dem Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter, tagte am 29. Oktober. Nach einem beifällig aufgenommenen Vortrag des Genossen Hoffmann erledigte die Versammlung die Wahl eines Beifizers für den Vorstand, mit welchem Amt der Kollege Opit betraut wurde, um dann in der weiteren Debatte die Gleichgiltigkeit der Berufskollegen gegenüber der Organisation zu geißeln. = " Friedrichshagen. Sonntag, den 4. November, Nachmittags% 2 Uhr, im Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle zuschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend find zu richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: Geselliger Berein Deutsche Giche, Ritterfir. 97 bet Bauer. Theaterverein Aurelia, Mendelssohnftr. 9 bei Mierhe. Bitherklub Gemüth ich te it, Lindenstr. 105, Restaurant Bürgergarten. Nordklub Gesellig= teit, Brenzlauer Allee 40, bet Drückler( jeden 2. u. 4. Sonnabend im Monat). genommen. Privat Theater- und Bergnügungsverein Weiße 1 Rue St. N° 690 In two Roh- so In Tabaken und Utensilien für Cigarren Fabrikanten !! billigster Einkauf!! W. Hermann Müller Berlin Neue Friedrich- Strasse 9. Streng reelle Bedienung. Creditgewährung nach Uebereinkunft!! Ein Jeder mache den Versuch. MöbelGelegenheitskauf zu außergewöhnlich billigen Breifen. Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000. Theilzahlung geftattet. Elegante Nußbaum- u. Mahagoni- Kleiderspinden u. Vertifows 30 M., einfache 20 W.; Sopbas, Bettstellen mit Matrage 20 M.; Waschtoiletten, KüchenMusikalien u.Instrumente aller Art gut und sehr preiswerth. Reparatur- Werkstatt. Verleih- Institut für sämmtliche Instrumente. G. 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Polvogt, Gleditschstr. 52. E. Rieck, Badstr. 64. W. Rother, Arndtstr. 31. E. Radloff, Charlottenburg, Berlinerstraße 50. H. J. Stoboy, Oranienstr. 170. Carl Stark, Neue Königstr. 73. G. Schaudt, Weißensee, Langhansstraße 71. A. Schumann, Gerichtstr. 20. W. Wolff, Wallstraße 82, Ecke Neue Roßstraße. C. Wolter, 3ionskirchplatz 2. C. Klinge, öpenick, Grünstr. 34.| R. Wegener, Moabit, Stromstr. 59. W. Kliem, Bernauerstr. 108. G. Knaake, Andreasstr. 24. J. Kock, Rastanien- Allee 80. A. Wittenbecher, Lübeckerstr. 4. W. Zapel, Staligerstr. 131. A. Zechelius, Manteuffelstr. 17. Es ist immer nach der Marke zu fragen, das Einkleben derselben beim Kauf ist Betrug. 781b* Achtung! Die Kommission. J. A. C. Kempe, Weinstraße Nr. 12. Achtung! Maler etc. Versammlung am Sonntag, den 4. November er., Nachmittags 5 Uhr, im Lokal des Herrn Neumann, Pajewalkerstr. 3. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Fleischer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Frauen. Der Vorstand. Otto Schmidtke, Filiale III, Moabit. 180/13 Straße Nr. 25: Mitglieder- Versammlung. NB. Dienstag, den 6. November, abends 8 Uhr, StephaFachverein d. Klempner. Sonntag, den 4. November, Nachm. 5 Uhr: Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert in ,, Hoffmann's Festsälen", Oranienstr. 180, Im Falle der Erwerbsunfähigkeit vom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab für jeden Kalendertag, ausschließlich der Sonntage, die Hälfte des durchschnittlichen Tagelohnes(§ 12) als Krankengeld u. 1. w. Artikel II. § 36 erhält als Absah 5 folgenden Zusay: Für die Ausstellung eines neuen Achtung! Wilmersdorf. Achtung! Erlaube mir ergebenst anzuzeigen, daß ich das große Gartenlokal Mölter's Volksgarten übernommen habe. mein 782b Empfehle allen Genossen, Freunden und Bekannten nebst deren Familien Weiß- und Bairisch- Bierlokal. Eroßer Saal zu öffentlichen Versammlungen, für Vereine und Festlichkeiten, sowie mehrere Vereinszimmer. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Ausschank der Brauerei Pichelsdorf. Heinrich Klingenberg. Ruderverein ,, Vorwärts". Sonnabend, den 3. November 1894: Quittungsbuches als Ersatz für ein ver- Winter- Vergnügen- Ball loren gegangenes sind 0,20 M. zu entrichten. Artikel III. Vorstehende Bestimmungen treten mit in den ,, Arminhalen"( großer Saal). Kommandantenftr. 20. Rus Einlasskarten inkl. Tanz 50 Pfg. Anfang Abends 82 Uhr. dem Tage der statutenmäßigen Bekannt Kein Ringbier! machung in Kraft. Berlin, den 18. Juli 1894. Kein Saalverweigerer! & Dobro, Worfiender. Louisenstädtisches Klubhaus E. Vorstehender Nachtrag wird hier durch genehmigt. Berlin, den 10. August 1894. ( P. S.) Der Bezirksausschuh. Kaiser. [ 7796 Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. 1. w. Oertliche Verwaltung Berlin A. Sonntag, den 4. November 1894 Vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Bersammlung i. Hofmanus Festsälen, Oranienst.180. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Heymann. - 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1894. 3. Regelung der Beitragssammlerstellen. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Es ist nothwendig, daß alle Mitglieder am Plaße sind. 234/4 Die Ortsverwaltung. Köpenick. Soz. Arbeiterverein für Köpenick u. Umg. Dienstag, den 6. Nov., Abds. 71/2 Uhr, im Lofal des Herrn Schulz, Schönerlinderstraße:[ 52/5 Vereins- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wih. 2. Diskussion.- 8. Vereinsangelegen Der Vorstand. unter Mitwirkung des Gesangvereins Freier Männerchor Nord- Westheiten. fr. Klempner( M. d. A- S.- B.) unter Leitung seines Dirigenten Hrn. F. Primmel. Komische Vorträge. Nach dem Konzert: Tanz. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Entrée 20 Pf. Anfang 5 Uhr. Da der Ueberschuß den ausgesperrten Brauerei- Arbeitern zu gute tommt, bitten wir, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Billets sind bei den Vorstandsmitgliedern und im Verkehrslokale bei Stramm, Ritterstr. 123, zu haben. Achtung! Britz. 153/ 5* Achtung! Montag, 5. Novbr., Abends 8% Uhr, bei Herrn Dorn, ( Brik), Bürgerstr. 4: Mitglieder- Versammlung des Volks- Bildungsvereins für Brit Tages Ordnung: Altes Schlaf- und Leder- Sopha ver fauft Admiralstr. 8, v. 2 Tr. I. 7276 Winter- Paletots su billigen aber festen Preisen empfiehlt Julius Lindenbaum, Große Frankfurterstraße 139. Besonderer Umständehalber ist mein 16. Annenstrasse 16. Juhaber: Bernhard Schneider( früher Louis Ehrenberg) empfiehlt allen Freunden und Bekannten seinen für Festlichkeiten, Vereine und öffentliche Versammlungen, ca. 250 Personen fassend, sowie mehrere Vereinszimmer. Saal Jeden Sonntag und Donnerstag öffentlicher Tanz. Kalte und warme Speisen zu jeder Tageszeit; Franz. Billard. Ausschank der Schloßbrauerei Fürstenwalde. ff. Grätzer- und Weissbier. 990L* Verkehrslokal und Arbeitsnachweis mehrerer Gewerkschaften. 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