fr. 167 38. Jahrgang Ausgabe A nr. 55 Bezugspreis: Blerteljährl. 80,-, monatt. 10,-2 frei ins Haus, voraus zahlbar. Soft. bezug: Monatlich 10,- M., einschl. SuStellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 16,50 M., für bas übrige Ausland bei täglich einmal guftellung 21,50 M. Boſtbe. fieЛungen nehmen an Oesterreich, Ungarn Tichecho- Slowakei, Däne mart Hoband, Luremburg, Schweden und die Schweiz. Eingetragen in Die Bost- Zeitungs- Breislifte. Sa Borwärts" init ber Gountags age Bolt und Belt" und der Unter haltungsbeilage Seimmelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm Adreffe: Sozialbemofrat Berlin". Morgen- Ausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 30 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezetle Loftet 5.50„ Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Mort 1,50 M.( zu. täfig zwei fettgedrukte Borte), jedes weitere Wort 1-9 Stellengesuche und Schlafstellenanzeigen das erste 25ort 1, tebes weitere Wort 60 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familien- Anzeigen für Abonnenten Zeile 3, Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungszuschlag Enzeigen für die nächste Rumuner müssen bis 5 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin G 68, Linden ftraße 8, abgegeben werben. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Expedition: SW 68, Lindenstr. 3 Bernsprecher: Amat Merisplas, Nr. 151 90-151 97 Sonnabend, den 5. März 1921 Doch noch eine Brücke? Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Amt Morinplas, Str. 11753-54 Georgien in Not! Bon Paul Olberg. Der lleberfall Sowjetrußlands auf Georgien fann nicht Aus dem endlich hier vorliegenden genauen Wortlaut der Stimmung für diesen oder jenen Plan einer Berbreiterung der Regesamten Rede Lloyd Georges geht hervor, daß die Entente gierungsbafis" zu machen, sich haben entschließen müssen, zuzugeben, anders als ein ehrloser Friedensbruch bezeichnet von Deutschland bis Montag mittag entweder die Annahme daß wenig oder gar keine Neigung" bei uns dafür besteht. Nach werden. Er ist doppelt zu verurteilen, da er gegen eine friedder Pariser Beschlüsse fordert oder die Unterbreitung unserer Kenntnis der Dinge besteht fogar in den Kreisen unserer liche Demokratie gerichtei ist. Ich glaube das um so eher beDon Borschlägen, die auf anderen, im gleichen Reichstagsfraktion weniger Neigung denn je, auf irgend haupten zu dürfen, dls ich Gelegenheit hatte, während meines Maße befriedigenden Wegen seine Verpflichtungen aus dem welche Sirenentöne zu reagieren, zumal man sich von einem Eine der Internationalen sozialistischen Studienkommission die Berdreimonatigen Aufenthalts in Georgien als Teilnehmer an Bertrág ven Bersailles( unter Berücksichtigung der in den gehen auf die bereits erfolgten oder noch zu erwartenden Angebote hältnisse an Ort und Stelle zu untersuchen. Pariser Vorschlägen gemachten Jugeständnisse) erfüllen". nicht den geringsten Rugen für das deutsche Volk ver spricht. Sanktionen und Friedensvertrag. Die Republik Georgien besteht erst seit drei Jahren. Die Sowjetmachihaber und jene, denen die Phraseologie der Dritten Internationale Gemeingut geworden ist, schwärmen zwar für das Selbstbestimmungsrecht der fleinen Böller und rufen in pathetischen Proklamationen die vom englischen Imperialismus gefnechteten Völker Indiens Georgien haben sie lange nichts wissen wollen. Die amtlichen und Irlands zum Freiheitstampf auf, aber von einem freien Die Frage ist nun: Darf aus diefer Wendung gleich gefchloffen werden, daß die Lage eigentlich nicht so fritisch fet, mie es zuerst den Anschein hatte, da Deutschland die flare Auf Bon einem Kenner des Völkerrechts wird uns geschrieven: forderung erhalten habe, ne u e Gegenvorschläge zu unterbreiten? So wenig wir in der Beurteilung der Situation zum Als Garantien für die Durchführung des Friedensvertrages sieht Optimismus neigen, so sehr müssen wir darauf dringen, daß der Friedensvertrag in seinem 14. Tell( Artikel 428-433) die Be jede Möglichkeit zu einer Berständigung von der Regierung iehung des Rheinlandes innerhalb bestimmter Grenzen durch die und der Delegation voll ausgenutzt werde. Und es ist ja ein- Herten auf die Dauer von 15 Jahren vor. Wenn Deutschland Stellen und die Presseorgane Sowjetrußlands riefen eine leuchtend, daß, wenn die Entente absolute Inversöhnlichkeit feine Verpflichtungen aus dem Vertrage schon früher erfüllt, foll Berleumdungspropaganda ins Leben, durch die hätte zeigen wollen, Lloyd George fich auf die Forderung der diese Besatzungszeit vertürzt werden, wenn es fich aber während sie die Stellung der sozialistischen Republik Georgien, die sich Annahme der Pariser Beschlüsse einfach hätte beschränken der Besatzungszeit oder danach weigert, seinen vertraglichen Ber- des uneingeschränkten Bertrauens der Bauern und' Urbeiter tönnen. Nur Gewiffenlosigkeit oder Fatalismus vermag an pflichtungen nachzukommen, fo foll nach Artikel 430 die Besatzungserfreute, zu untergraben hofften, und stießen damit in das diesen Worten Llond Georges gleichgültig vorbeizugehen. zone nach ihrer Räumung ganz oder teilweise wieder bejezt Horn der alten zaristischen Reaktionäre, deren panflawistischer Allerdings enthält auch diese Redewendung eine schmere werden. In diesen Bestimmungen wird also deutlich die Oftupation Ideologie eine Wiederangliederung der Randstaaten an GroßEinschränkung, die jeden übereilten Optimismus wiederum der Rheinlande als Bürgschaft für die Erfüllung der vertraglichen rußland vorschwebte. weimal wurde sogar die gesamte verbietet: unfere neuen Vorschläge sollen nämlich die Alliier Berpflichtungen behandelt und die Ausdehnung der Begeorgische Mission in Moskau von der Außerordentlichen ten in gleichem Maße" befriedigen wie ihre eigenen fagung nur in zeitlicher, nicht aber in räumlicher Beziehung als Kommission ohne Grund verhaftet und das eine Mal, im Bariser Beschliffe. Bird dies überhaupt noch möglich sein? Folge vorfählicher Michterfüllung angedroht. Juni 1919, auf 17 Tage, das andere Mal, im November besBir magen nicht, diese Frage zu bejahen, wollen aber auch Wesentlich verschieden von diesen allgemeinen Bürgschaften selben Jahres, auf anderthalb Monate ins Gefängnis genicht die Hoffnung aufgeben, daß es noch gelingt, die Entente für die Durchführung des Bertrags find die in den§§ 14 und 18 worfen. Dant der Proteste der russischen Arbeiter wurde sie davon zu überzeugen, daß ihre Bedürfniffe sich auf andere Art der 2. Anlage zum VIII. Teil des Bertrages vorgesehenen Re- zwar wieder entlassen, aber sie war in der Folgezeit so viele: no viel beffer befriedigen laffen, als durch die bloße preffalien. Gin find zunächst auf den Fall einer vorfäß Schikanen ausgefeßt, daß sie es im März des Jahres 1920 Unterzeichnung eines Ab lichen. Nichterfüllung gegen die einzelnen Bertragsverpflich vorzog, den Sowjetstaat zu verlassen. ganz unerfüllbaren fommens. fungen beschränft. Sie sind ferner dem Ermessen der einzelnen Im Mai 1920 gelang es der georgischen Regierung endDürfen wir aber unter den jetzigen Umständen der deut- alliierten Mächte überlassen, während die Maßnahme des Art. 430 lich nach langen Unterhandlungen, die offizielle Anerschen Regierung oder gar der deutschen Delegation abfolut der Gesamtheit der clliierten und assoziierten Mächte vorbe tennung von der Sowjetregierung zu erlangen und mit freie Hand bei der Formulierung dieser neuen Vorschläge halten find. Schon aus diesem Grunde tönnen sie sich nicht Rußland und Aserbeidschan einen Friedensvertrag abzulassen, die wohl die legte schmache Möglichkeit einer Verständi auf die Belegung deutscher Landesteile befchließen. Das georgische Bolt nahm diesen Erfolg mit großer gung bilden? Der Einsatz ist zu hoch und die gemachten Erziehen; denn sonst würde der Art. 430 mit ihnen nicht im Ein- Begeisterung auf, da es an die ehrlichen Absichten Sowjetfahrungen sind zu unbefriedigend, als daß die Sozialdemo- flang stehen und im wesentlichen überflüssig fein. Es mag dahin rußlands glaubte und nun mit dem arbeitsreichen Aufbau unfratie varauf verzichten fann, aus dem bisherigen Berlauf der gestellt bleiben, ob die Belegung von Staatsgebiet als Repressalie gestört und friedlich beginnen zu können hoffte. Im November Dinge ihre Schlupfolgerungen zu ziehen: die Bedenken, die wir überhaupt nicht über das, wes als Repreffalie zufähig ist, hinaus vorigen Jahres, furz vor meiner Abreise aus Tiflis, fand dort hereits über die Form, in der der Riechsminister Simons am geht hätte sie in§ 18 der Anlage II zugelassen werden tönnen, eine Konferenz zwischen den Führern der Sozialdemo Montag seine Gegenvorschläge unterbreitete, zum Ausdruck so hätte sie nach den onerkannten Regeln für die Formulierung von fratischen Bartei( aus deren Mitte die Regierung gebildet ist) gebrocht haben, werden auch bis weit in die Reihen der bür Abkommen des privaten und öffentlichen Rechts ausdrücklicher Er- und dem Vertreter Sowjetrußlands statt, in der dieser den gerlichen Parteien geteilt. Jegt erkennt man, wenn auch wähnung bedurft, um so mehr, cis gerade Maßnahmen dieser Art Georgiern die Ehrlichkeit der freundschaftlichen und friedlichen etwas spät, daß man dem Hauptunterhändler viel zu weiten in dem 14. Teil des Friedensvertrages eine eingehende ausdrüd Gefühle der Sowjetmacht Georgien gegenüber versicherte. Aber Spielraum gelaffen hatte, und daß man zumindest, wie es die liche Erörterung gefunden haben. die Bolschewisten schließen ja bekanntlich unter den freundfozialdemokratische rafiion gefordert hatte, dem Auswär Der Ausgang des Versuchs der Franzesen, sich im Frühjahr schaftlichsten Versicherungen Verträge ab, um sie nicht zu tigen Ausschuß die Möglichkeit hätte einräumen men, 1920 über diese Rechtslage hinwegzujeßen( Belegung Grant halten. Der oben erwähnte Vertrag gab Aserbeidschan auf, Kenntnis wenigstens vom Inhalt, wenn nicht gar nom Bort furts), ist ein Beweis für die Richtigteit borteben. aphtha und Betroleum gegen Austauschprodukte an Georgien Iaut der deutschen Gegenvorschläge zu erhalten. Wir haben der rechtlicher Darlegungen. Die Konferenz in London zu liefern. Es tam auch zu einigen Transporten. Aber dann in ,, Vorwärts" am Tage der Abreise der deutschen Delegation fann möglicherweise das Problem, welches auch in Epa eine Rolle hielt Aferbeidschan plötzlich auf Befehl seines größeren Herrn bie Geheimhaltung ihres Angebots gegenüber der brei geipielt hat, wieder aufrollen. Es ist bestimmt zu erwarten, doß in Moskau die Georgien gehörigen Waggons und Lokomotiven ten Deffentlichkeit, besonders gegenübe rder fenfationslister- bei der eindeutigen Redytslage Drohungen, mit Santtionen, wie sie zurück. Die Krone des Ganzen war dann der Einmarsch nen internationalen Journalistit ausdrücklich gebilligt, doch be- auch bereits in dem litimatum vom 3. März durch die Androhung sowjetrussischer Truppen in Georgien. zog sich diese Zustimmung selbstverständlich nicht auf die der Befehung Düsseldorfs, Duisburgs und Ruhrorts durch die EnAusschaltung des Auswärtigen Ausschusses. Selbst bei tente wieder ausgesprochen worden sind, die Interfchrift einer Der fnappen 3eit, die für die Ausarbeitung der endgültigen deutschen Regierung nicht finden werden. Gegenvorschläge und bis zu ihrer lleberreichung übrig bleibt, it es diesmal unbedingt erforderlich, daß auch das deutsche Parlament die Möglichkeit erhalte, ein entscheidendes Wort mitzureden. Trotz der Sanktionen! Erfte Sanktionsbedenken. Echo in Wien. Als den tieferen Grund dieses lleberfalls gibt die amtliche Presse Somjetrußlands mit zynischer Offenheit den Versuch der Sowjetmachihaber an, Georgien dem Bolschewismus zu unterwerfen. Bevor wir das dokumentarisch belegen, möchten wir daran erinnern, daß die Außenpolitit Sowjetrußlands in Paris, 4. März.( EE.) Gegen den Plan Lloyd Georges einer enger Berbindung mit der nationalistischen Bewegung der 50prozentigen Besteuerung der deutschen Ausfuhr macht sich in Eng. Semalisten in Sleinasien steht. Die Sowjetregierung ist sich land und auch in den übrigen Ländern wachsender Widerstand natürlich darüber klar, daß die Jungtürken mit Sozialismus geltend. Bekanntlich soll von der Extrabesteuerung deutscher Waren und sozialer Revolution nicht das geringste zu tun haben, ihnen Berlin, 4. März.( IB.) Unter der Leitung des Reich in den allilerten Ländern nur ein Teilbetrag an Deutschland bezahlt tommt es lediglich darauf an, die jungtürkische Bewegung in fanziers fand heute namittag eine Aussprache des Sachverständigen werden, während der gleiche Teil der Entschädigungstommiffion zu ihrem Kampf gegen England für die eigenen Zwede nutzbar ausfcuffes über die wirtschaftlichen Wirkungen der von der Londoner auführen wäre. Die Finanzjachverständigen erklären, daß dieses zu machen. In einem vom 26. Januar d. I. datierten Brief Senferenz angebrohlen Zwangsmaßnahmen statt. Alle Anwesen- Berfahren zu zahlreichen Beroidlungen führen müßte. aus Balu berichtet Radek der„ Prawda"( in Moskau), den waren eiser Meluung darüber, daß die Maßnahmen auf das Kemal Pascha werde unter gewissen Bedingungen den Kampf trutsche Wirtschaftsleben Ichwerfie Wirtungen ansåben werden, daß gegen England in Mesopotamien begimen fönnen. Die erste diese Wirkungen aber die Regierung von dem Standpunkt, die Unter- Ellenbogen verurteilte den Siegerwahnsinn der Lloyd Grenze mit Sowjetrußland". Diese Grenze sei mit Hilfe Wien, 4. März.( Nationairat) Der Sozialdemokrat Bedingung hierfür fei die Herstellung einer gemeinsamen schrift von Berpflichtungen abzulehnen, die Deutschland zu Georgefchen, Briandfchen und Millerandfchen Politik gegen Deutfd) der Kemalisten bereits über Armenien, das dem Bolschewisfüllen außerftande fci, nicht abbringen fönnten. Bei einer Besprechung, die gleichzeitig der Reichsminifter des land, beren Kesten schließlich die englischen und franzöfifchen Armus nunmehr ausgeliefert fei, hergestellt worden. Aber auf Janern mit den parlementarischen Vertretern des befehten Gebiets beiter zu zahlen hätten. Wahre Bölfernersöhnung sei nicht mög- die Kemalisten, die rein türkische Ziele verfolgten, sei fein abhielt, wurde festgestellt, daß die angekündigten Zwangsmaßnahmen lich. menn nicht bei ber Entente das Berständnis für die Notwen- Berlag. Benn in London eine Revision des Bertrages von fwer, aber nicht unerwartet jeien und daß die Reglerung bigfeit des Berzichts auf Niederhaltung der Besiegten auf Sèvres zustande täme, sei es möglich, daß die Kemalisten wegen der zu befürchtendes Schädigungen soweit als möglich Ber- hämmere. Die heute leider schon vergessenen Worte vom Berzicht ihren Kampf gegen England einstellten. Deshalb müsse man forge getroffen habe. Die angebrohten Maßnahmen fönnten auf Annegionen und Rontributionen müßten enblich einmal wahr immer auf der Bacht sein. Radek fährt dann wörtlich fort: Auf der Wacht sein, ist absolut notwendig. Aber nicht nur feine Beranlassung geben, die von der Reichsregierung bis- werden. Dabei ist zu bedenten, daß gerade die Haß- und Strafher eingenommene Haffung zu ändern. politit die Ariegsheter in Deutschland wieder zur Macht das. Man muß auch attiv vorgehen. Je stärfer wir im Kaufafus bringt.( Lebhafter Beifall.) sind, desto fester wird auch unsere Lage in Turkestan, desto realer wird unsere Unterstüßung sein und desto mehr fönnen wir die Orientrevolution beschleunigen im Interesse der Weltrevolution." Noch deutlicher geht die swestja" am 30. Januar d. J. auf den eigentlichen Kern der Frage ein, indem sie auf den schwarzen Bunttim Rautasus"( gemeint ist natürlich Georgien!) hinweist, der erst we grabiert werden müsse, wenn man dort diplomatisch und strategisch NennensDie Parteiführer beim Meichskangler. Um Abend warden die Parteiführer zum Reichsfangler berujen. Die Besprechung, die gegen 7% Uhr begann, dauerte mehrere Stunden. 20 Tote um Florenz. Mailand, 4. März.( Tll.) Bäbrend in Floreng die Anthe wieder hergestellt ist, nehmen die linruhen in der Umgebung der Stadt Die ganz eindeutigen Absagen, die die Soglafdemokratie in der isten ortgang. Die Zahl der Verwundeten überiteigt jest Letzten Zeit dem Rufen nach„ Einheitsfront" erteilt haben, scheinen 300, bie ber Koten 20. Verhaftet wurden nach den letzten Meldungen endlich insofern gewirft zu haben, als auch die bürgerlichen Blätter rund 700 Perfonen. Der Eisenbahnvci lehr in ganz Stalien ist wertes erreichen wolle. bei der Erwähnung der neuen Verfuche der Regierungsparteien, I wieder aufgenommen. 4 Zu diesen rein imperialistischen Gesichtspunkten gesellen fich innerpolitische. Es ist natürlich, daß die demokratische Berfaffung Georgiens der Sowjetregierung ein Dorn im Auge sein muth, da der„ üble Einfluß" auf die Nachbarn im Kaukajus auf die Dauer nicht verhindert werden könnte. Die bolsche: pistische Presse sucht im Auslande den Eindruck zu erweden, daß die georgischen Arbeiter selbst die Bolschewiferung ihres Landes wünschen. Diese Behauptung muß als haltioje Irreführung auf das schärfste zurückgewiesen nerden. Die georgischen Arbeiter und Bauern betrachten den Bolschewismus als ein internationales Unglüd und lehnen ihr entschieden ab. Davon konnte ich mich mehr als einmal bei meinen zahlreichen Besuchen bei den Parteiorganis sationen, Gewertschaften und Genossenschaften überzeugen fowie bei meinen Unterhaltungen mit einfachen Arbeitern. Die georgische Arbeiterschaft hat sich in überaus glücklicher Weise vom nargistischen Geist durchdringen lassen. Seit der Spaltung der ruffifchen fozialdemokratischen Bartei gehört sie bem linten menschewistischen Flügel an und lehnt die! anarcho- blanquiftischen Methoden des Bolschemismus durch aus zielbemußt ab. Die abschreckend auf der anderen Seite die Verhältnisse in Aferbeidschan auf Georgien mirten mußtent, mag folgender Zwischenfall erläutern, der interessant genug ist, um festgehalten zu werden. Kurz nach der Ankunft der Internationalen Studienfommission in Tiflis fam eine Bauerndeputation aus serbeidschan unter Lebensgefahr heim lich herüber, um der Kommission eine Denkschrift über die Verhältnisse in Aserbeidschan zu überreichen, welche an der Hand eines eingehenden Tatsachenmaterials über die grauen haften terroristischen Zustände im bolichemistischen Aserbei dschan berichtete und mit der Bitte schloß, die Internationale Kommission möge das Proletariat der ganzen Welt zu einem Protest gegen diese Schredensherrschaft auf rufen. Lob des Bauern.n " Die fozialdemokratische Reichstagsfraktion gibt ihrer Ent- 1 üstung über die durch nichts zu rechtfertigenden militärischen Angriffe der Sowjettruppen auf die sozia- andwirt Gauger aus Becliß das Lob der Kleinen, der liftische Republik Georgien Ausbrud." Goll das helfen? Die Szenen, die fich am Freitag auf dem Höhepunkt der außenpolitischen Spannung im Reichstag abspielten, waren täglich und unter jeder Würde. Schuld daran trugen die Rabaupolitiker der äußersten Rechten wie der äußersten Linfen, in deren Gehirne der Unterschied zwischen dem Deut fchen Reichstag und einer Trillerpfeifenversammlung absolut nicht hineinzubringen ist. Als der Präsident Löbe die Sigung schlog, war es höchste Zeit. Noch einen Moment und es wäre zwischen den beiden Extremen die schönste Kirchweihgaudi, angegangen. Was sich die Herrschaften eigentlich dabei denten, ob sie glauben, daß durch eine Keilerei zwischen Adolf Hoffmann und Herrn v. Graefe Lloyd George gegen Deutschland milder ge fimmt wird, das ist uns letzten Endes unbegreiflich. Allerdings, von Rechts wegen müßte er ja Mitleid empfinden mit einem Lande, in deffen Barlament jo etwas im Augenblid der äußersten Gefahr möglich ist. Aber sicher wird uns diese ganze Hysterie auch nicht die kleinste von den ungeheuren Lasten conehmen. Auf der Tagung des Reichslandbundes hat der Bauern gefungen. Wir zitieren aus seinem Referat die folgenden mit stürmischem Beifall aufgenommenen Säße: „ Ein ganz erheblicher Stein auf unserem Bege, auf dem Wege, auf dem wir die Berkämpfer unabläffig vorwärts trieben, ist der Egoismus unserer Bauernmaſſen." Bir müssen dem Bauer die Bortelle noch viel näher bringes, über die Zäune seines Hofes hinaus. Da ist nämlich die weit jehr oft für ihn mit Brettern vernagelf." " „ Wir erzählen den Leuten von Organisation und Zwangswirt fchaft. Das hat eine ganze Weile gezogen. Aber mit der Zeit kommt ihm auch das oben hinaus." " Fragen Sie einmal einen Sozialdemofraten, wie er Ihnen sein Programmein einziges! vorbetet. Beängstigt ist man; man ift erstaunt; man sieht sich erschroden um und sieht sich mit Ehrfurcht diese Bucht an und die Gedanken, die die Leute haben. Fragen Sie aber einmal unsere Leute! Da müssen Sie fchon ganz hoch raufkommen, ehe Sie einen finden, der ein Programm hat." Bon „ Einer der Hauptsänder ist der besigende Bauer. 3dealismus teine Spur.... Da können Sie sieben, unter hundert bleibt immer nur einer im Sieb hängen." Schöne Selbstgeständnisse! Bei den Wahlen aber gehen die Landbündler trebfen mit Aeußerungen, die Bebel oder Stoutsfy 1895 getan haben oder getan haben sollen! Aeuße rungen, die im Grunde.die gleichen Ansichten entfalten und deshalb als Beschimpfung der Bauern verlästert wurden! Aus dem Ordnungsland. " 3 Das gilt namentli chauch von der aufgeregten Manier, auf die sich die äußerste Linte von Gigungsbeginn an eingestellt hatte. Leider waren die Unabhängigen einmal wieder nur ganz von der Angst erfüllt, daß ihnen die tommunistische Konfurrenz den Rang ablaufen könnte. Sachlich wollen sie genau dasselbe wie wir: daß alle Berständis gungsmögliteiten erschöpft, aber dem unerfüllDie georgifche Arbeiterschaft zieht aus diesen Tatsachen baren Dittat der Entente der festeste Widerstand entUnfer Münchener Parteiblatt, die Münchener Post" vernatürlich ihre Konfequenzen und zeigt keine Neigung, das gegengesetzt wird. Barum da das aufgeregte Gefchrei über öffentlicht einen Brief des schon mehrfach erwähnten bolicheristische Ideal zu ihrem eigenen zu machen. Freilich geschäftsordnungsmäßige Fragen dritten und vierten Grades? Mayer- Koy, burd) ben der stellvertretende gibt es auch in Georgien bolfchemistisch gesinnte Arbeiter, die Ledebour, über deffen- fagen wir einmal mithe fchau Landeshauptmann der bayerischen Einwoh die Not des Landes und der Zeit für ihre Propaganda aus- spielerische Beranlagung auch in den Reihen der U.S.P. nerwehr, Obergeometer Kanzler, schwer bloßgestellt rußen. Aber ihre Zahl ist so gering, daß fie feinen Anspruch mancher feine eigene Meinung hat, ist in folchen Augenblicken wird. In dem Briefe heißt es: darauf machen können, als Bertreter des georgischen Boltes ein ebenso ungeeigneter Spieler an der Rampe wie Adolf 3m vorigen Jahre machte ich einmal Herrn Kanzler einige Zeit Gehör zu finden. Hoffmann, über den man sich bei minder ernsten Anlässen nach dem Kapp- Putih Mittelung von dem beabsichtigten Verrat Die Mostauer Sowjetregierung handelt ebenso, wie es herzlich amüsieren tann, aber nicht in Augenbliden, wo von Geschügen an die Enteniekommiffion durch drei kommunen, der Zarismus tat, nach dem Grundfaz: divide et impera. höster Ernst das Gebot der Stunde ist. Und man foll um diese Gefchüge zu retten. Aber ich war entfcht, als derfelbe Heute begzt sie die Armenier gegen die Tataren auf, morgen auch nicht solche Leute loslassen, wie den Unabhängigen Kanzler, der ich so oft als glaubigen Christen im privaten Gespräch gegen Georgien. Bei der erstbesten Gelegenheit jedoch verrät Bogtherr, der einen gewiß an sich nicht unbeachtlichen und in der Oeffentlichtelt als Vorsitzender des Bezirksvercins Rofensie die Armenier an die Türken und unterstüßt die Kemalisten Werftarbeiterstreit im Augenblid für michtiger beim der Bayerishen Volkspartei befarnt hatte, in meiner Gegenmit Waffengewalt gegen Armenien. Daß sich die taukasischen erklärt als die Rücksichten auf London, wo das Schick wart Im Bureau der Landesleitung der bayerischen E.. Anweifung Böller dabei zerfleischen, fümmert die Sowjetmachthaber fal des deutichen Boltes einschließlich des deutschen Prole- gab, die Berräter unter irgendeinem Vorwand aufzusuchen und beiwenig. Sie nennen das in ihrer Sprache:„ die Weltrevoluariats für Jahrzehnte entschieden wird. Wenn Herr Bogt- felfe zu schaffen, um zubringen, und zwar unter Hinterlassung tinn nach Steinasien tragen und in Kleinasien den westeuro herr zur Begründung dieses Standpunktes fagt, vielen Ar- cines Merimets, das die Motive der Tat zweifelsfrei ertennen liege päischen Kapitalismus befämpfen" und beruhigen sich dabei. beitern läge das Hemd näher als die Jade", jo tann das nur Nur dem Umstand, daß die Beauftragten ängstlich allerhand EinTatsache bleibt es aber trobem, daß die äußere Politif den Eindrud von Binfelbemagogie oder fläglichster Kurz- wände erhoben, ist es jujufdyreiben, daß sich Kanzler schließlich mit Sowjetrußlands gleich seiner inneren aggressiv und reaktionär sichtigkeit erweden. Ernste Leute merden sich schaubernd einer förperlichen 3üchtigung der lingeber zufriedengab. ist, und das Sowjetrußland unter der falschen Flagge des fragen, ob denn wirklich die Politit einer immerhin nicht un Mayer- Koy schreibt dann weiter, Kanzler habe wiederSozialismus der größte Feind des Sozialismus ist. Als die beträchtlichen sozialistischen Gruppe von solchem Niveau aus holt den Führern nahegelegt, in ähnlichen Fällen die Angeber Bolschewisten im August vorigen Jahres ihren Kampf gegen betrieben wird. zu verprügeln und hinzugefügt, fie brauchten nicht Bolen nicht vor dem Fall Warschaus beenden wollten, fonnten An die Einheitsfront haben wir nie geglaubt. Für ängstlich zu fein, hinter ihm stände der Ministersie wenigstens als Argument für fich das reattionäre und im die Deutschnationalen ist sie nur ein Bormand, innerpolitische präsident, der werde im Falle von Anzeigen schon dafür perialistisch- militärische Regime Bolens ins Feld führen. Bei Geschäfte zu machen, und außerdem macht ihr hirnverbranntes forgen, daß die Angeklagten frei fämen. Er, Kanzler, habe Georgien hingegen entfällt dieses Argument von vornherein. chauvinistisches Treiben, des ftarrsinnige Festhalten an ichon mehrfach Einmahner.nehrleute, die durch Gemaltafte Die Internationale Arbeiterschaft sollte mit der ganzen herausfordernden Gesten, jedem vernünftigen mit dem Gesez in Konflikt gekommen wären, befreit. Autorität ihres vereinigten Brotestes gegen die Gewalt- Menschen eine Einheitsfront mit ihnen unmöglich. Bir politit Gomjetrußlands, das im Namen des inter- fönnen uns chenfemenig mit den chauvinistischen Be- Die neue Cohnffenet. Genosse Reit teilt uns mit, daß seine Aus= nationalen Proletariats zu handeln vorgibt, anfämpfen, um fürwortern des Renancefrieges in eine Linie stellen wie mit führungen in dem Bericht über die geftrige Gigung des Steuernicht mitfchuldig an diesem blutigen Imperialismus zu werden. ben bols chemistischen Befürwortern des revolutionären ausschuffes des Reichstags unrichtig wiedergegeben sind. Er Krieges gegen die Entente. Aber nicht darum handelt es sich. habe ausgeführt: Die Regierungsparteien versuchten jetzt die EntEs geht einfach darum, ob bei aller Meinungsverschiedenheit fegung des Steuertarifs durch neue Vorschriften über Abschrei lastung der großen Eintommen statt durch eine Herahmenigstens das Maß von äußerer Ruhe und Bürde im bungen, Erickbeschaffung, Bemessung des Betriebsvermögens ufm. fritischen Augenblicke gewahrt bleiben soll, die der einen un- zu erreichen. Wenn man aber das Einkommen der Lohn- und Geleugbaren Tatsache entspricht: daß das ganze Bolt gehaltsempfänger mit seinem vollen Inflationsmert erfaffe, fo fchlossen und ohne Unterschied der Partei die fönne man nicht das Einkommen aus landwirtschaftlichen und inwahnsinnige Milliardenforderung der Entente ablehnt. dustriellen Betrieben nach dem Goldwert bemessen. Ein Beschluß der Reichstagsfraktion. Nach Empfang eines Rundschreibens des Internationalen fozia listischen Bureaus an die sozialistischen Parteien aller Länder bezüglich der Angriffe der Sowjetarmee gegen Georgien hat bie fozialdemokratische Reistagsfrattion folgende Entschließung angenommen: Franz Diederich zum Gedächtnis. Erst auf diese Starrschen Bersuche gründen sich nun die in der folgenden Zeit gelungenen Arbeiter en der Verbesserung und schließlien Herstellung brauchbarer Glühlampen. Namentlich war es tie von Start erprobte Berwendung vertohiter Rohfafer Baumwoll und Bambusfaser, die Coifon n. a. zur Herstellung der neuen Glüheine befonders starke Widerstandskraft besitzen müsse, bamit er einer birnen veranlahten. Die wichtige Erkenntnis, daß der Glühförper möglichst hohen Stromftät fe ausgelegt werden fann, ist also Edison zu verdonfen. Cr fteilte nicht nur die erften wirklich goedmäßig vermenubaren Glühbirnen her, fondern war auch der erste, der in den Städten, in denen die elektrische Beleuchtung Eingang fand, die Tinrichtung auch ins Bert fette. Gleichwohl darf Starr das Verdienst, der modernen Beleuchtungselektrizität eine richtige Grundlage geschaffen zu haben, nicht geschmälert werden. Fülle ihres Gefchehens menig Raum zur Würdigung derer, die aus Ein Jubiläum ber eleifrischen Glühlampe. Die Erfindung der der Front geriffen wurden. Heute bu, morgen ich! irgendwie cleftrifchen Glühlampe wird fajt allgemein der jüngsten Seit zugeRobert Grösi, mit Franz Diederich in Dresden in feiner find wir alle Kononenfutter einer tollen Epoche. Aber gerade darum iprochen, und ihre prattische erwendung liegt denn auch in der befien, futboßen Geit innig verbunden, widmet dem Wienschen und fühlen wir es doppelt schmerzhaft, wenn irgendwo einer aus unserer Zat erst wenige Sthrzehnte hinter uns; denn erst seit 40 Jahren, Dichtet diesen schönen Nachruf: feit im Jahre 1881 die Vorführung der Glühlampe auf der elettriMitte geriffen wird, dessen Wesen unverwüstliche Zuversicht und un- ichen Ausstellung in Baris so großen Erfolg fand, hat sie ihre eigentAis Redner trat Diederich felten hervor; er fühlte, daß ihm die erschütterlichen Glauben an die Menschheit ausstrahlte. Gin Menschliche Berbreitung gefunden. Aber schon im Jahre 1838 war in Gabe populärwiffenschaftlicher Darlegung versagt war; aber wenn von dieser lichtfehenden Art blieb Franz Diederich. Aeußerlich der wissenschaftlichen Streifen die regung aufgetaucht, in iuftieeren er einmal zum Vortrag antret, jo hörte mohl jeder heraus, daß hier Typus des sympathischen deutschen Gelehrten, war er nichts weniger Raum geschlossene glübei be Kohle zur Beleuchtung zu verwenden. en Mann spred, der aus dem Quei eines tiefen, reichen, gründ- afs eine etwa lebensunfundige Schreibt schnatur. Auch in den Daraufhin stellie J. Starr, ein amerikanischer Thefifer, die verlichen Wissens schöpfte und es mit jedem Worte tiefernst und schwer schwersten Berioben seines an Möten reichen Lebens, auch in den fchiedensten Bersuche an und nahm im Jahre 1843 schon ein Patent nohm. Er hat in Dresden die Jugendbewegung mit aus der Taufe chaotischen Gewittern unserer Tage nerfor er die Seiterfeit der auf eine von ihm erfundene Lampe, deren Licht durch einen ins gehoben, er war der geistige Ratgeber unserer Bildungsbestrebun Seele nie ganz. Er befannie mit Rabelais, daß des Menschen Bakuum der Glasglocke gebrachten Rohlenstab hervorgebracht wurde. gen, er wirkte im Dürerbund Seite an Seite mit Ferdinand Ave oberstes Fürrecht Lachen heißt", und er prägte einmal gesprächs Lampe nicht zu rechnen war, und daher feste Starr jeine Verfuche Es ergab sich jedoch, baß mit einer praktischen Verwendbarkeit dieser narius und Baul Schumann. Eine Schöpfung eigenster Art blieben weise das Wort:„ In irgendeiner Situation ist jeder Mensch fort, bis er ein Jahr später. also vor 75 Jahren, die ersten Erperidie, Weihnachtsausstellungen, die er mit besonderer Liebe vorbes fomisch.. mente machte mit der Herstellung oon Glühlampen mit Metallfäden, reitete und leite!:. Als Theaterkrititer hat sein Name heute noch Dieses Bewußtsein von der Romit, die allem Jrdischen verwandt ferner mit Sohlefäden, endlich auch mit seinen Fäden aus verkohlter in Dresdner Kunstfreifen besten Klang. ift und tem geschärften Auge selbst in der Tragit noch fichtbar Rohfafer. Wollte man fein gefamtes Schaffen würdigen, jo müßte man bleibt, erhielt ihm auch in den schwierigsten Lebenslagen jenen gol eingehen auf die stattliche Zahl Bücher, die von feinem Fleiß und benen Humor, der Straft bedeutet, weil er sich über das Irdische Können zeugen, auf die Anthologien, in der sich sein Forscher und hinaus hebt. Ein Humor, dem nichts Menschliches fremd ist und Entdeckerdiang auslebte, auf die literarhistorischen und essayistischen ter gern verzeiht, weil er alles versteht; der Güte ist, weil er um Schriften, die sein Verwad sensein mit den Schäzen deutscher Kunst alle Berettungen des Daseins weiß. Geri fonnte ihn eine geund Literatur erwelfen. In clebem stedt ein zäher Fleiß, denn er miffe norddeutsche Eigensinnigkeit einen Etreich( pielen, aber autlet fchürfte ebenso tief bis zum Grunde seiner Queilen, wie ihn das feines Gemüts lauerten immer Berföhnlichkeit und gradlinige Chr Icichyte Handgelenk des float dahinbfigenden Stilisten versagt war. fiteit. So wird er allen in Erinnerung bleiben, die ihn fannten: Aus allen, was er fchries, sprach ein schwer mit den Wort ringen eine gefchloffene, aufrechte, sonnig geartete und immer tapfere Ber der Dichter, dessen lyrische Begabung uns dier Bände beserie, fönlichkeit, stets darauf ausgehend, Kräfte zu entdecken, zu weden von denen die Lyritbände 26 erps meber Stimmungen und entwidein zu helfen. Wie seine Neigung zur Jugend ihn inner und„ Die weite Heide" die stärksten bleiben werden. Hier lich spannfräftig und jung erhielt, so find nicht wenige unter den fingt der Sohn seiner niederdeutschen Heimat vom Zauber feiner jüngeren Talenten des Sozialismus, die ihm erfie starte Anregung Rutterscholle, von ihrer herben Einsamkeit und Melancholie, ihren und Förderung danten." Moorstimmungen rnb träumenden Wasserfäufen. Diese Versonnenbeit rubte wie gebändigte, geflärte Kindheitserinnerung auf dem Grunde feiner Seele. Srgenèrole lauert sie auch in den Urtiefen jeiner späteren Kampflyr t, in der die Signaie der neuen Zeit fchrillen, die Schiote rauchen oder der Krieg finn und erbarmungslos daherftampft. Bir schmieden eiserne Schlen der Zeit cu den Jus", tönt es in dem Bande„ Die Hämmer bröhnen"; ber Kämpfer hebt darin sein Haupt, die Großstadt focht und brodeftaber wiederum als Eigenftes bleibt auch hier die naturfarbene Stimmungsmalerei fedischer Flüge, verbunden mit Goetheschem, erd. haftem Dot mismus. Auch an der Not wachlen, größer werden, Eine deutsche Schneefallt. Der befcnnte Meteorologe Sell tämpfen, jiegen bas sind Afforde Diederichschen Wesens; sie ver mann hat auf Grund 35jahriger Beobachtungen( von 1881 bis 1915) schmelzen mit seiner Beschaulichkeit, mit seiner ewigen Neigung, den Verfuch gemacht, die Verbreitung der Schneefälle in Deutsch ,, aus dem Korn das Gold von Körnern zu lösen", zu klängen einer land statistisch festzustellen. Nach einer Mitteilung in den Sitzungsnicht gewöhnlichen Menschlichkeit, die sich den Horizont von Partei. berichten der Berliner Akademie hat er die deutschen Schneeverhält nisse durch Linien gleicher Zahl der Schneetage( sochionen") gra= schablonen nie verergen ließ. Defe eigene, nie verlegende, bis an die Quellen bes Seins phisch veranschaulicht. Die Zahl der Schneetage schwantt im Tiefland reichende Menschlichkeit Diederichs, das war es, was ihm Herzen den Gipfel der Zugspige bie Zahl von 191. Es laffen sich gefeß zwischen 19 im Oberrheintal und 70 in Masuren; fie erreicht auf Das Bleibende vom Dichter und Schriftsteller zu mäßige Beziehungen zwischen der Anzahl der Tage mit Schneefall werten, mag einer späteren Zeit vorbehalten sein. Die Gegenwart und der mit Schneebede feststellen, die einen Schluß gestatten auf dröhnt mit ehernem Tritt über Grüber hinweg und läßt mit der die Bildung ewigen Schnees und früherer Eiszeiten, leicht gewann. 1 Das Werdende. Hufs Werdende vertraun: Der Glaube muß beltehn. Das Werdende durch ichaun: Stirnaufrecht wirst du gehn. froh am Werdenden baun: O Lenz, wie küßt dein lehn! Franz Diederig. Der Kampf um das deutsche Theater im Elsaß. Die Theaterfommission des Gemeinderats in Mülhausen beschloß, falls die Aufsichtsbehörde beutfcfprochiae Caftspiele des Baller Stobitheaters nicht genehmigen follte, für die Saifon 1921/32 bas Stadttheater für französische Borsteüungen nicht herzugeben. Uraufführung eines niederdeutschen Mysteriums. Sm Menen Boltstheater findet am Sonnabend, den 12. März, uam. 3 Uhr, anlählich der Wiederdeutlichen Festwoche die tranfiührung des Niederdeutschen Myste riums uzifer" bon Rarl Wagenfeld statt. Die beutiche Zecie", eine dramatische Regenbe des Münchener Dichters Bernhart Rebie, wurde vom Stattbeatet aitomis( Ober falefien) zur alleinigen Uraufführung erworben. Die Tichtung stellt bmbolise mit ſtarter Dramatik dar, mie, von allen tot geglaubt. un tum aufbaut. Die Uraufführung findet am 12. März als Fenspiel für die ermariet die deutsche Ecele zu neuem Leben erwacht und neues MenschenAbsumunungswoche ftatt. Else Laster- Schüler lieft Sonntag 12 Uhr mittags in den Kammer. spielen den Wunderrabbiner von Barcelona". Gin deutscher Gelehrter in einer internationalen Korporation. Profeffor Dr. V. Schüdine- Marburg ist aufgeforbert worden, als deutscher Bölkerreáiler der ganzen Welt gewonnen werden sollen. Gelebiter in das Stinatorium der Internationalen Arabemie für Bölferredt im Saag einzutreten, für die die bedeutendsten Bor dem Zug von Bühnenangehörigen noch Berlin wirb wegen der grogen 8ahl der Engagementslojen und der Strije in ber film induftrie gewarnt. •»M Kr. 1S7 ♦ ZS. Jahrgang Heilage öes Vorwärts Sonnabenü, 5. März 1*21 �roß-3eran Ingenieur und Arbeiter. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft deutscher Betrieb?' ingenieure hielt Genosse Ingenieur Richard 93 o l d t(M. d. L.) kürz- lich im großen Saal des Ingenieurhauses«inen Vortrag, der sich m-t -, dem Beruf des modernen Vetricbsingenieurs in seinem Verhältnis zur Arbeiterfrage auseinandersetzte. SSvldt schilderte zunächst die Betriebswirtschaft der Vorkriegs- zeit, die jenen falschen Weg eingeschlagen hat: die Anwendung des Taylorsystems nach dem amerikanischen Vorbild schemotisch o»s deutsche Verhältnisie zu übertragen. Mit der Arbeiterschaft als Ganzes wurde nicht verhandelt, man suchte aus dem Arbeiter indi- viduelle Höchstleistungen herauszuholen. Wenn die Rationalisierung des Menschen in der neuen Wirtschaft durchgeführt werden muh, so hat der Dctriebsingenieur sich hier geistig einzustellen. Er muß eine soziale Mcnschenökonomie anzuwenden lernen, der Ar- beiter muß mit seiner inneren Anteilnahme an der Wirischast inter- cssiert werden. Auch im Betriebe ist das Autoritätsprinzip zusammen- gebrochen, neue Formen der Betriebsdemokratie ringen sich empor, und der Vetriebsingenicur wird nur erfolgreich wirtschaften können, wenn er diese neue Kunst der Menschcnbehandlung lernt. Reue Erziehungsprobleme am Arbeiter und am Ingenieur fordert die Zeit, und auch der Ingenieur muß ein Vollmcnsch werden, muß heraus- wachsen aus dem Gesichtsfeld seiner unmittelbaren sachlichen Tätig- keit, muß die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die sozialen und poii- tischen Fragen der Zeit verstehen, muß in gereifter Weltanschauung sich der Aufgaben bewußt werden, die der Beruf heute an ihn stellt. In der sehr lebhaft gelührten Diskussion waren die meisten Redner mit dem Grundgedanken des Bortragenden einverstanden. Einzelne Kritiker forderten, daß der Redner noch mehr praktische Borschläge hätte machen müssen. Mit diesem Einwand setzt« sich Genosse Woldt am Schluß sehr eingehend und lebhaft auseinander. Er gab zu, daß man über diesen Punkt hätte deutlicher werden müssen. SIber er selbst trage nicht die Schuld daran, sondern die Be- grenzungen, die in der Behandlungswcise derartiger Borträg« im Berein deutscher Ingenieure üblich sind, lasten keine Erörterimg politischer Fragen zu. Woldt betonte, daß er mit dem Borsitzenden in Konflikt gekommen wäre, wenn er die Konsequenzen klar aus- gesprochen hätte, die sich oiis seinem Vortrag von selbst ergeben. Man kann dem Betriebsingenieur kein Kochrezept mitdringen, wie er mit dem Arbeiter am Verhandlungstisch fertig wird. Dazu ist es notwendig, daß es die Ingenieure endlich lernen, sich mit den Fragen der Arbeiterbewegung ousein- anderzusetzen. In Zukunst hat man den werdenden Ingenieur schon auf der Hochschule in den sozialen und positischen Fragen zu orientieren. Er darf nicht weltfremd in seineu Berus hineinkommen, und auch der Verein deutscher Ingenieure in allen seinen Fachsektio- nen hat die Aufgab«, viel mehr dahin zu leisten, als es bisher ge- schehen ist. dem Betriebsingenieur in der Praxis auf diesem Gebiet Aufklärungsarbeit zu geben. Die Zichörerschalt setzte sich ans führenden Betriebsingenieuren der Berliner Industrie zusammen, und es war ersichtlich, daß sie den Ausführungen des Vortragenden mit großem Interesse folgte. In- sofern verdient dieser Vortrogsabend besonders registriert zu werden, weil das erstemal— soweit wir orientiert sind— ein Mann aus der Gewerkschaftsbewegung hier über ein derartig brennend wichtiges Thema zu sprechen Gelegenheit harte. Der schweigsame GberpräsiSent. Dringende Dorsiellnngen des Magistrats. Der Magistrat ist mit Rücksicht daraus, daß Über die aus Der- .''fcngen des Oberpräsideirten zur Bestätigung eingereichten Wahl- ergebniste für die Mitglieder der Dezirksämter, die zum Teil schon längere Zeit vorliegen, eine Entscheidung noch nicht ergangen ist, bei dem Oberpräsidenten dringend um Beschleunigung vorstellig geworden. Er hat darauf hingewiesen, daß es geboten sei, jedes Bezirksamt, sobald es gebildet sri, sein« Tätig- keit beginnen zu losten. Ein Abwarten, bis alle Wahlergebnifi« vor- lägen, sei weder nötig noch zweckmäßig. Der allmähliche Aufbau der neuen Berliner Verwaltung dürfe nicht länger ver- zögert werden. Der SpitzelmSrüer geständig. Das geheimnisvolle Derbrechen an dem politischen Agenten R o z e n b l u m in der Petersburger Straße ist jetzt durch das Ge- ständnis des gestern verhafteten Mörders Buchwalter restlos auf- geklärt. Es handelt sich danach in der Tai um einen Mord aus politischen Motiven. Buchwolter, besten Berhastung wir bereits mitteilten, gibt zu, seinen Landsmann David Rozenblum in der Petersburger Straße erstochen zu haben. Wie er sagt, hat er sich in der ersten Zeit noch der Tat in den Wäldern in der Umgebung Berlins verborgen gehalten. Erst gestern begab er sich nach Birtenwerder, um in der Dills Winkelmann in der Bergallee 1, einem Kinder- erziehungsheim, einen Unterschlupf zu finden. Diese Billa wurde unter der Leitung des Kriminaloberwachtmeisters Zicgler von Ber- liner Kriminalbeamten und Beamten der Ortspolizei von Birken- werder umstellt. Bei der Durchsuchung fand man Buchwalter in einer Kiste versteckt Er leugnet die Tot nicht und gibt als Beweggrund an, daß er geglaubt habe, Rozenblum habe ander rusfisch-bolschewistischen Partei Verrat geübt. Der Verhaftete bestrettet, von irgendeiner Organisation mtt der Ermor- dung des Verräters beauftragt worden zu sein, behauptet vielmehr, daß er aus eigenem Antriebe und oui eigene Verantwortung ge- handelt habe. Er wird wegen Mordes dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Die Frau mik dem grünen Hut. Zwei dunkle Verbrechen in der K» r f ü r st e n st r a ß e sucht die Kriminalpolizei aufzuNären. In dem Hause Kurfürstenstr. 20 wurde in der Nacht zum 3. Februar bei dem Kaufmann Rolse e i n- gebrochen. Die Täter erbeutc'len für 100 000 Mark Sachen. Von der Kriminalpolizei wurde damals u. a. Zeugen auch die Pförtnersfra» Schimmelpfennig vernommen, um vielleicht Anhaltspunkte zu gewinnen. Die Frau berichtete auch über ihre Wahrnehmungen und Beobachtungen. Roch am Tage der Der- nehmung wurde sie abends auf dem Flur ihres Hauses überfallen und durch einen Schlag mit einem stumpfen Werkzeug über den Kopf zu Boden geschlagen. Sie wurde so schwer verletzt, daß sie noch jetzt im Elilabeth-Ärankenhause oernehmungsunfähig daniederliegt. In ihren Phantasien hat Frau Schimmelpfen- nig wiederholt eine Frau mit einem grünen Hut und einen breitschultrigen Mann erwähnt. Es wird vermutet, daß diese Beiden mit dem Einbruch zu tun hatten und die Zeugin über- fallen haben. Wer über diese beiden Verdächtigen irgendetwas mit- teilen kann, wird ersucht, sich bei der Dienststelle?, 14 im Zimmer 87 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 407, zu melden. Auf die Er- mittelunq der Einbrecher und die Wiederbefchaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung von 15 000 Mark ausgesetzt. Das Ende der MonatSnebcnkarte«. Bisher wurden neben den Monatskarten im Eisenbahnverkehr auch Monatsnebenkarten für Angehörige, Hausangestellte usw. ver- kaust, die einen großen Vorteil für die Benutzer darboten, da ihr Preis nur die Hälft« der Stammkarte betrug. Die Monatsncben- karten ermöglichten es. den in den Vororten wohnenden zahlreichen berufstätigen Personen derselben Familie zu billigem Preise zu ihren Arbeitsstätten zu gelangen. Nunmehr hat die Eisenbahnver- waltung angeordnet, daß diese Monotsnebenkärten in diesem Monat zum letzten Male ausgegeben werden. Sie werden End« de, Monats aufgehoben und vom 1. April ab nicht mehr zur Ausgabe gelangen. Unabhängige Strategie. Ein« ergötzliche Episode spielte sich gelegentlich der Wahl der Bezirksamtsmttglieder im Bezirk Xll lSteglitz) ab. Zur Dahl der unbesoldeten Stadtrat» waren fünf Wahlvorschläge eingereicht worden, darunter auch einer der Unabhänoigen Fraktion mtt dem Spitzenkandidaten A l s e r m a n n. Bei Auszahlung der abgeae- denen Stimmen ergab sich zum allgemeinen Erstaunen, daß die Liste Alfermonn überhaupt keine Stimm« erhatten hatte, � dafür aber zehn weiß« Zettel vorhanden waren. Jeder- mann mußte ous diesem verblüffenden Resultat den Schluß ziehen, ! daß die tinabhängigen aus Unmpt darüber, daß ihnen die bürger- � ttche Mehrheit keinen besoldeten Stadtrat zugebilligt hatte, nun frei- willig auch auf einen unbesoldeten verzichtet hätten. Aber es kam anders. Nachdem der Vorsieher oerkündet hatte, daß drei Volks- partsiler, zwei Deutschnationole und ein Sozialdemokrat zu imbe- soldeten Stadträten gewählt seien, erbat Herr Alfermann das Wort, um feierlichst Protest gegen die eben vollzogen« Wohl zu erheben, well— man höre und staune— über alle fünf Listen in einem Wohlgang abgestimmt worden sei, anstatt über jede Liste besonders wie sie(die Unabhängigen) es erwartet hätten. Der Vorsteher klärti Herrn Alfermann über die Geheimnisse der Verhältniswahl auf unl gab ihm anheim, seinen aussichtslosen Protest schriftlich anzubringen Zu der erste» Blamage der weihen Zettel und der zweiten de- unsinnigen Protestes, kam nunmehr die dritte und schmählichstem Herr Alfermann ging als Parlamentär zu den„Feinden" auf de, äußersten Rechten und unterhandelte auss eifrigste mit ihnem um dann den Antrag zu stellen: die Versammlung möge die Wah noch einmal vornehmen, um i'en Unabhängigen die durch einen Irrtum entgangene Stadtratsstclle doch noch zu verschaffen. Di« Sozialdemokraten bewiesen sich als gute Nachbarn und unterstützter die Bitte,— aber vergebens, die Rechte lehnte eine nochmalige Wah> ob, sichtlich zufrieden darüber, daß ihnen die Torheit der Unab� hängigen noch einen Stadtrat mehr gebracht hatte, als sie erwarter dursten, und daß die Unabhängigen sich damit gleichzeitig völlig aus dem Bezirksamt ausgeschaltet hatten. Bei dem mitgeteilten Wahlresultot ist durch Ausfall einioei Zeilen der Inhalt verstümmelt wiedergegeben. Es muß heißen m zum Schulrat wurde gewähtt Dr. Anders, Friedenau, zu Stadträter vorläufig ohne Dezernat Aßmann, Steglitz(Soz.) und Dr. Lengner Lichterfelde(Dem.). Auch die Namen der unbesoldeten Stadträte wurden infolge Hörfehler beim Telephonat entstellt: sie lauten richtig: Leimbach(Soz.), Gebhardt, Brohm, Preuß(D. Bpt.), Winch ler, Bunge(Dnat.)._ Die gestrige Sitzung de» Sleuerausschusie» der Berliner Stadt verordneienversammlung nahm einen unerwarteten Verlauf. Ali der Vorsitzende. Stadtverordneter BrunS, die Sitzung eröffnete stellte sich heraus, daß von den lS Mitgliedern des SluSschusies nu: 6 Bürgerliche und 4 Vertreter der Linken erschienen waren. Nack kurzer Beratung wurde mit den 6 Stimmen der Bürgerlichen grger die Stimmen der Linken in zweiter Le'ung bei der Beratung de H�a u S a n g e st e ll t e n st e u er beschlosien, den ersten Hans angestellten st e u e r f r e i zu lasien. Die Versuche, die noch fehlender Ausschußmitglieder heranzuholen, scheiterten. Als nunmehr di Bürgerlichen den Antrag stellten, die ganze Stenervorlage abzu lehnen, verließen die Mitglieder der Linken unter Prolest vi Sitzung, so daß diese mit nur sechs Bürgerlichen und dem Bor sitzenden beschlußunfähig wurde. Tariserhöhuug aus der Alachbahn Warschauer Drücke— Lichie» berg. Die Hochbohn-Gesellschaft hat bei den städtischen Behörden eine Toriserhöhung auf der Flachbahn Warschauer Brück« — Lichtenberg beantragt, die folgende Fahrpreise für diese Flach- bahnstrecke fordert: Einzelfohrscheine von 0,50 M. aui 0,60 M.(zurzeit 0,40 M.), Monatskarten von 85 M. auf 40 M.(zurzeit 25 M.) Schüler- und Polizeikarten von 10 M. auf 12 M.(zurzeit 8 M.) Wochenkarten von 5 M. auf 6 M(zurzeit 4 M.). Uebergangsfahr preis im Verkehr mit der Hochbahn auf weitere Strecken als fün Stationen von 0,15 M. auf 0,20 M.(zurzeit 0.10 M.). Die durck den Stodtverordnetenbeschluß vom 6. Januar d. I. bereits geneh- migte Tarifierung hat die Hochbahn-Gesellschoft nicht zur Einfüh- rung gebracht, weil schon damals über weitere Erhöhung der all- gemeinen Tarife von Straßenbahn und Hochbahn Verhandlungen schwebten, so daß eine abermalige Erhöhung auch des Flachbahn- tarifes vorauszusehen war. freigäbe von Sohl-mkartenabschnttlen. von heut« ab werden ntnahme und Abgabe von Kohlen folqende weitere Abschnitte freigegeben: Abschnitt S:> der ö-Zenwer-, Abschnitt 19a und b der lO-Zentner-, Avschnitt 29a und I> der 20-Zentner-. Abschnitt 89a und b der ZO-Zen liier-, Abschnitt 49a und d oder Abschnitt 59 und 69a und b der 40-Zentner-Osenkarte, Abschnitt 19 und 20 der Sonder- karte.— Infolge größerer Lagerbcstände in Gasnußknks dürfen in der Zell vom 5. bis 31. März für jeden Haushalt gegen Vorlegung der bis zum 31. März 1921 geltenden graublauen Auswciskarte bis zu 5 Zentner Gosnußkoks von einem beliebigen Kohlen- Händler entnommen werden. Grofi�Serliner parteinachrtcb�en. heute. Sonnabend, den 5. März: 121* Abt.as muß Alma besorgen," sagte er schließlich, zu dem Wirt ge- wandt—„sie spielt ja mit der Prinzessin." „Ja, natürlich!" rief der Wirt ent'ückt—„selbstverständlich macht Alma die Sache! Aber heute abend—?" Er sah den Kapellmeister scharf an. „Das überlaß mir, lieber Freund! Das überlaß bitte mir!" rief der Kapellmeister gekränkt. Lars Peter gab sich Mühe mitztlkommen. Das waren zwei komische Kumpane, wenn man sie so reden hört«, und die Sack'« selbst war ernst genug. Wer die Stubenwärm« macht« ihn allmählich ganz schläfrig— nachdem er den langen Tag in der frischen Luft umgebracht hatte. „Also, g'.tter Mann. Sie wvllen zum König?" sagt« de? Kapellmeister, ibn b-im Rockausschlag ansasiend. Lars Peter na'-m ttch z-ffammen. „Man w'"'r�e ia aern einen Versuch machen, den Weg zu finden, ja," erwiderte er mit gespannter Aufmerksamkeit. „Ra, denn hören Sie mal her. Ich wcrd' Sie mit meiner Nichte bekannt machen, die spielt mit der Prinzessin. Nun ist die Sache die, müssen Sie wisien— aber das bleibt unter uns — die Prinzessin erlaubt sich hin und wieder eine kleine Extra- tour, sie langweilt sich, offen gesagt. Sie macht es inkognito. verstchn Sie— so unbewußt, wie wir das nennen— und dann ist meine Nichte immer bei ihr. Sie kommen also mit ihr zu- sammen— und muffen dann das übrige selber besorgen." „Man ist sicher nicht danach angezogen, sich in so vorneh- mer Gesellschaft zu bewegen." sagte Lars Peter und schaute an sich herab.„Und die richtige Uebung in solchen Liebeleien hat man ja auch nicht mehr. In jungen Jahren hätte man die Sache besser verstanden!" „Deswegen dürfen Sie sich keine grauen haar« wachsen lassen," sagte der Kapellmeister,„hochstehende Personen hoben oft einen merkwürdigen Geschmack.— Es müßte verflucht fon- dcrbar zugehen, wenn die Prinzessin sich nicht sterblich in Sie verliebte. Und wenn sie sich Ihrer erst angenommen Hot, dann können Sie Gilt drauf nehmen, daß Ihre Angelegenheit in guten Händen ist." Der Wirt war nicht faul beim Dedienen, und Lars Peter sah die Dinge rosiger und rosiger an. Er war überwältigt von den vornehmen Verbindungen des Kapellmeisters und seinem Talent im Auffinden von Auswegen— er war wirklich unter brillante Leute geraten! Und als Fräulein Alma kam, hochbusig und mit Stirnlocken. lachte er übers ganze Gesicht. „So ein Prachtmädel!" sagte er erhitzt und ausgelasien.„Das ist ja gerade die Nummer, die man brauchte, als man jung war" Fräulein Alma wollte sich ihm sofort aus den Schoß setzen, aber Lars Peter hielt sie sich vom Leibe.„Man ist verhei- ratet," sagte er ernst. Sörine sollte keinen Grund hoben, ihm etwas nachzusagen. Ein Blick des Kapellmeisters brachte Alma zur Selbste inkehr.„Warten Sie mir, bis die Prinzeffin kommt, dann werden Sie eine Dome zu sehen bekommen." sagte er zu Lars Peter. „Ach— die kommt ja gar nicht. Sie ist heut abend auf dem Ball," sagte Fräulein Alma verdrossen. „Dann geben wir zum Palais und suchen sie." Der Ka- pellmeister nabm seinen Hut, und man brach aus. Auf der Straße wurde ihm jedoch eine Nachricht über- bracht, ein halbwüchsiges Mädchen rannte auf ihn zu und flüsterte i�m etwas ins Ohr. „Ich muß leider fort," sagte er zu Lars Peter—„meine Schwiegermutter lieat im Sterben. Aber ich wünsch' euch viel Vergnügen, Kinder!" „Mach, daß du fortkommst!" rief Fräulein Alma hinter ihm her und nahm den Schinder unter den Arm.„Wir zwei zieh» jetzt los!" ..Eine Reihe Knöpfe. Alma!" brüllt« der Kapellmeister, als sie ein Ende von ihm entfernt waren-, feine Stiminc klang ganz wie die eines Ausrufers vor einem Iahrmarktzelt. „Ach, hall's Maul!" rief Fräulein Alma zurück und lachte laut. „Was hat er gesogt?" fragte Lars Peter erstaunt. .Fkümmer' dich bloß nicht um sein Geschwätz," erwiderte sie und zog ihn mit sich. ☆ Am nächsten Morgen erwachte Lars Peter früh— wie gewöhnlich. Am Himmel stand ein seltsamer Feuerschein, und erschrocken sprang er aus dem Bett. Brannte die Scheune? Da erkannte er, daß er nicht zu Hause war, der Feuerschein an der Fensterscheibe rührte von der städtischen Nachtbclsuch tung her, die gegen den Morgen ankämpste. Er befand sich in einer kleinen, schmutzigen Kammer, hoch oben— nach den Dächern draußen zu urteilen! Wie m aller Welt kam er hierher? Er setzte sich aus den Bettrand und begann sich anzu kleiden: langsam dämmerte es in ihm. In seinem Kopf wallte es und stieß es, wie die Stempelschläge in einer Dampfmaschine — Katzenjammer! In der Stube hörte er einen eigenartigen Lärm, als er jetzt lauschte: schnatternde Weiberstimmen, bei- seres Grählen und Lachen, Schimpfwort!— und um das Ganze das läutende Getöse der Großstadt. Durch Lärm und Tabaksnebel sah er blondes Stirnhaar schimmern und ein rotes Lippenpaar, bei dessen Anblick er den Geschmack von Ochsenmork im Munde verspürte— die Prinzessin! Aber wie kam es. daß er hie? lag. in einem plumpen eisernen Bett mit einer schrecklich zerlumpten Steppdecke? Er griff nach seiner Weste, um nachzusehen, wieviel Uhr es war— die alte silberne Uhr war fort! Erschrocken faßte er nach der Lrusttasche der Weste— die Brieftasche war da, Gott sei Dank! Aber wo zum Kuckuck war denn die Uhr? War sie vielleicht bimmtergefallen? Er zog schleunigst seine Hcsen an, um nach ihr zu suchen— die große Lederbörse legte sich leicht gegen den Schenkel. Sie war leer! Nun mußte er noch einmal nach der Briestasche sehen— leer auch sie. Lars Peter taumelte auf die Treppe hinaus und eilte hinab, besorgt, daß ein Mensch ihn sehen könnte, entwischte in eine Nebenstraße von Vcsterbro und stolperte bis zum Gast- Hof hin, spannte den großen.Klaus vor den Wagen und fuhr davon. Eine unbändige Sehnsucht nach den Kindern zu Hause hotte ihn gepackt— ja, und nach der Kuh und dem Schwein. (Forts, folgt.) 24. Abt. 10 Uhr vormittags bet Rösner, 3mmanueftirchfie. 25, Funktionär. 1 hung. 41. Abt. 10 Uhr vormittags beim Geruffen Röderis, Quizomstr. 105, Sigung er Bezirksführer und Betriebsvertrauensleute. 53. Abt.( Charlottenburg). Besichtigung des Gaswertes II. Treffpunkt pünft ich 9% Uhr vormittags bei Lur", Ufnauftr. 1. Um zahlreiche Beteiligung bird gebeten. 115. Alot.( Dichtenberg). 9 Uhr bei Gonell, Jungftr. 32, Ede Scharnwebertraße, Gigung der Funktionäre und Betriebsvertrauensleute. * Tumultfihung über London. Eine Konferenz ber erwachsenen Mitarbeiter des Bereins Arbeiterjugend eröffnet die Gigung mit folgender Erklärung: In der Angelegenheit, inbet heute abend 7 Uhr im Jugendhein des Ostens, Große Frantjurter Straße 16, mit folgender Tagesordnung ftatt: 1. infere Bildungsarbeit im die uns jetzt alle aufs tiefste berührt, nämlich in der Arbeiterjugendverein. Referent Geneffe Beimann. 2. Distuffon, 3. Berfchie enes. Bir legen Wert darauf, daß alle Genoffen unbedingt und pinttlich scheinen, ba der Genoffe Beimann auf der nächsten Konferenz eine Fortsetzung es cben angegebenen Bertrages geben will. Preis Hallesches Zor, Abi. 5-8, Gidwest. Montag, den 14. März, Bern sitisfarten zu 3,30 M. bei ben entsprechenden Funktionären sowie in der Bore ard Rose Theater, abends 74 ihr, Des Sal des Lebens". Cin pärtsbuchhandlung, Linbenstr. 2, zu haben. Jugendveranstaltungen. Sonntag, den 6. März: Borsigwalde: Wanderung nach Mahlow, Weinberg. Treffpunkt 6. Uhr Bari), Buchholz: anberung, Treffpunkt 6 Uhr Bafewalter Str., Ede Rofenthaler Str. Gesundbrunnen: Besuch des Bergwerksmuseums, Treffpunkt 610 Uhr Bab., Edfe/ Echwedenste. Rorben: Wanderung Ertner- Rüdersdorf. Treffpunkt 7 Uhr Bhf. Börse. Schöneberg: Saupt, Erte Rubensstr., Vortrag: Entstehung der Erbe". Schönhenser Borstabt 1: Bonderung Strausberg. Eteffpunit 7 Uhr Bhi. Schönheiser Aure. Rehlendorf: Banderung nach Großeeren. Treffpunkt 7 the thi. Zehlendorf Miite. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Der Berband Berlines Beefpätteninhaber fe männliche Konfettion tagt eden Mittwoch nach tem 1. im Marinehaus, Brandenburger Ufer. Siehe auch Injerat in der heutigen Rummer. Berliner Berein für Schulgesundheitspflege. Sigung am Dienstag, den 8. März, 8 Uhr, im Zentralinftitut für Erziehung ind Untericht, Potsdamer Str. 120. Tagesordnung: Serr Dr. phil. u. med. Sarms: Die Ursachen des Sittenbleibens bei Schulkindern. Brivatdozent Dr. Oegler: Das seguelle Problem des Schulkindes in Freudscher Beleuchtung. Freireligiöse Gemeinde. Sonnicg vorm. 11 Uhr im Rathaus, Stönigite., Borrag des Herrn Dr. H. Haffe: Pflüde die Rose. Harmonium: Du bist die Ruh. Schubert.) Gäste willkommen. Aus aller Welt. Berhaffung eines Raubmärders. Die Erfurter Kriminalpolizei berhaftete den Kaufmann Walter Hoffmann, der wegen ver uchten Raubmordes an dem Kaffenboten der niedersächsischen Hanelsbant in Hannover verfolgt wurde, und auf dessen Ergreifung ine Belohnung von 5000 m. ausgefekt war. Er hatte gefälschte Husweispapiere des Polizeipräsidiums Breslau bei sich. Sittlichkeitsverbrechen eines Pfarrers. Die Straffammer Reensburg verurteilte den 52 Jahre alten katholischen Pfarrer Anton Stoffel megen fortgesetter Sittlichkeitsverbrechen, begangen an er männlichen Jugend seines Kirchensprengels im Alter von 10 bis 15 Jahren zu 4 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. Bergmannsiod. Auf dem Simonsschacht der Grube de Bendet bei Forbach in Lothringen fand eine Schlagmettererplosion tatt. 11 Getötete find geborgen, über 150 Maun find noch in der Brube eingefchloffen. Ein großer Teil der Belegschaft stammt aus pem Kreis Saarlouis. 270 millionen verschoben. Die gegen die Merturbant in Budaveft emgeleitete Interjubung hat ergeben, daß der beschuldigte Direftor Marcel Bid für 270 Millionen Werte aus Ungarn inausgefchmuggelt hat. Die Untersuchung wird auf den ganzen Befchäftsgang der Merturbant ausgebeant, 3113. Sport. Freie Turnerschaft Sichtenberg, I. 1. Fußballabteilung trägt am Sonntag, en März, auf dem Bereinsplag, Friedrichskeide, an der Tresdow- lee, ein Besellschaftsspiel gegen Bifforia 12, Coorswaloe, mit allen drei Mannschaften Arbeiter- Sportfartell Merton- Briz. Montag, den 7. März, abends 8 Uhr, m Lofol von Frant, Ganghoferstr. 1, Startelligung. Wichtige Tagesordnung. Feber Berein muß vertreten fein. Arbeiter- Schachspieler. Johannisthal. Am Sonntag, den 6., vorm. 9½ Uhr, ei Schreiner, Friedrichstr. 6, Bortrag und Simultanspiel. Gäste willkommen. Spieltage des Arbeiter- Schachflubs Donnerstag, 8 Uhr, und Sonntag vormittag 0 Uhr im selben Lotal. Oberschöneweide. Spieltage Donnerstag, 8 Uhr, und Sonntag vormittag 10 Uhr bei 3mberg, Wilhelminenhofstr. 34. Baumschulen weg. Zwecks Gründung eines Arbeiter- Schachtlubs nimmt Fr. Brünning, Baum hulenweg, Alefbolaste 187, Meldungen entgegen. Westen. Der Berliner sbeiter- Schachthub beabsichtigt, im Westen eine zweite Abteilung zu eröffnen. Schachkundige, die in der Nähe der Manstein und Culmstraße wohnen, wenden ich aweds Aufnahme an August Moser, Mansteinftr. 15, und Paul Fritsch, Sulmftr. 13, Quergeb. 1. Spieltag ber Abt. Westen 1: Freitag, 8 Uhr, bei Bolzin, Schöneberg, Hauptstr. 86. Frage der Londoner Berhandlungen, Der Reichstag begann seine Gtzung am Freitag um 2 Uhr.| Hier vor aller Deffentlichkeit sollte über London verhandelt werden, aber nicht in den Fraktionsstuben; das würde auch auf das Ausland Bräsident Löbe einwirken. Die Berlogenheit von 1914-18 muß endlich einmal aufhören, das follten sich die Herren von rechts merken.( Große Unruhe. Der Präsident ruft den Redner zur Ordnung.) Abg. Müller- Franken( Soz): Es ist mir gar nicht eingehabe ich mich an die Reichsregierung gewandt mit der Frage, ob aber wir sind darüber noch gar nicht genau genug informiert.( us fallen, die Vorgänge in Stettin irgendwie zu unterschäben, fie bereits jetzt in der Lage sei, dem Reichstage Mitteilungen ruf der Komm.; Aber wir! Großer Lärm.) Der Streit ist nicht über den Stand der Angelegenheit zu geben. Die Reichsregierung mit der im Gewerkschaftsstatut vorgesehenen Mehrheit beschlossen hat diese Frage verneint, da die Informationen seitens der worden. Im Berhältnis zu London find die Vorgänge in Londoner Delegation noch nicht vollständig seien und der Text Stettin für unser Wirtschaftsleben nicht von so überragender Be der Ausführungen des englischen Premierministers nod) geprüft wird. deutung. Ich füge hinzu, daß ich mich ständig in engster Fühlung mit dem kabinett halte und daß zurzeit neue Informationen nicht eingegangen find. Es ist zunächst abzuwarten, bis der amtliche Wortlaut der entscheidenden Säße in Lloyd Georges Rede vorliegt. Abg. Ledebour( 1.Soz.) widerspricht. Wir halten es für durchaus notwendig, daß der Reichstag sofort in die Besprechung der Londoner Forderungen eintritt. Wir können nicht abwarten, bis der Wortlaut vorliegt und die Reichsregierung Stellung genommen hat. Die Tatsachen für eine solche Erörterung liegen bereits vor. Wir dürfen auch bei dem furzen Termin feine Zeit verhieren und man darf nicht auf die unselige Idee fommen, bie Bor fchläge von irgendeiner Seite für un disfutierbar zu erffären, damit der Vorwand für weitere brafonische Forderun gen geliefert wird. Abg. Levi( Komm.): Bedauerlicherweise geben die Aeußerungen der deutschen Regierung dem Reichstag genug Grund zur Er. örterung. Der Antrag Ledebour, fofort in eine Besprechung der Londoner Forderungen einzutreten, wird gegen unabhängige und Kommunisten abgelehnt. Das Haus tritt darauf in die Tagesordnung ein. Ein Schreiben der Reichsregierung, in dem die Bildung einer gemischten Rommiffion zur Bereinfachung und Berbilligung der Verwaltung empfohlen wird, geht an einen Ausschuß. Anfragen. Abg. Giebel( Soz.) fragt an, ob und wann das Reichs finanzministerium eine Berordnung über die Bildung von Gesamtbetriebsräten für seinen Geschäftsbereich beraten werde. Es wird mitgeteilt, daß Berhandlungen schweben, an denen die wirtschaftlichen Bereinigungen der Arbeitnehmer beteiligt werden. Auf die Anfrage Frau Juchacz( S03.), ob in absehbarer Zeit dem Reichstag ein Reichs wohlfahrtsgefe vorgelegt werde, wird geantwortet, daß noch keine Entscheidung erfolgt fei. Es folgt die erfie Beratung bes zwischen dem Deutschen Reich und der Reederei Treuhand- Gesellschaft m. b. H. in Hamburg abge fchloffenen Re e berei.2bfindungsvertrages. Abg. Schiffer( Dem.) beantragt mit Rücksicht auf die außen politische Lage Absehung von der Tagesordnung. Abg. Vogtherr( U.Soz.): Ich widerspreche dem Antrag. Sie wollen hier den Eindruck ermeden, als sei in diesen Fragen eine Einheitsfront vorhanden. Das wird Ihnen( nach rechts) nicht gelingen. Wir müssen bei diesem Gegenstand die Ereignisse auf der Balkanwerft in Steffin zur Sprache bringen.( Unruhe rechts. 3urufe: 3ur Geschäftsordnung!) Heute mittag 12 Uhr ist in Stettin der Generalstrelt ausgebrochen.( Große Ünruhe. Zuruf: Wer ist schuld daran?) Er wurde herbeigeführt durch das mangelnde Entgegenkommen der Reeder.( Der Präsident ersucht den Redner, zur Geschäftsordnung zu sprechen.) Alle diese Dinge wollen wir zur Sprache bringen. Abg. Müller- Franken( Soz.): Auf Veranlassung des Arbeits minifteriums werden morgen Ausgleichsverhandlungen stattfinden. Von viel größerer Bedeutung als Stettin ist das, was ich jetzt in London abspielt. Darauf müssen wir Rücksicht nehmen. ( Lebhafter Beifall.) Abg. Cevi( Romm.): Wenn Herr Müller London fir so wichtig hält, warum hat er denn nicht für die sofortige Besprechung der Londoner Forderungen gestimmt? Abg. Bogtherr( 11.Sez.): Es gibt fehr große Kreise der Arbeiter schaft, denen das Hemd noch näher ist als der Rod.( Große Unruhe.) Abg. Vogtherr( U.Soz.): Wir sind über Stettin genügend informiert. Der Antrag Schiffer wird gegen Unabhängige und Kommunisten angenommen. Die Rede Lloyd Georges. Bräfident Cobe: Der Wortlaut der entscheidenden Säße des englischen Premierministers ist mir foeben zugegangen, ich bringe ihm dem Hause zur Kenntnis.( Der Präsident verliest die Erflärung Lloyd Georges, soweit fie fich auf die Sanktionen bezieht. Das Haus hört die Mitteilungen in lautlofer Stille an, nur bei den Kommunisten ertönen hier und da halblaute Zwischenrufe.) Es wird wohl niemand in diesem Hause geben, der dieje Befilmmungen mit dem Berjailler Friedensvertrag für vereinbar hält. ( Großer anhaltender Beifall im Hause und auf den Tribünen. Ers Erregte zurufe der Kommunisten und Unabhängigen. Der Abg. Hoffmann( Komm.) begibt sich auf die Rebnertribüne. Die Abgg. der Rechten drängen in großer Erbitterung und erregt nach vorn und bedrohen den Abg. Hoffmann. Zahlreiche Zurufe: Raus mit dem Kerl!) neuter lebhafter Beifall. Bräsident Cabe: Das Wort zur Geschäftsordnung erteilt der Präfident nach seinem Ermessen. Ich habe das Wort zur Geschäftsordnung niemand erteilt und werde es in diesem Augenblic auch niemand geben.( Stürmischer Beifall im ganzen Hause. Lärm bei den Unabhängigen und Kommunisten. Der Abg. Hoffmann versucht zu reden.) Bräsident Cabe: Herr Hoffmann, Sie haben nicht das Wort. Ich bitte das Haus, die Geschäftsführung nicht durch unnötige linruhe zu erschweren. Ich wollte mich mit den Herren, die sich zur Geschäftsordnung gemeldet haben, privatim verständigen. ( Gelächter und ablehnende Zurufe auf der äußersten Binfen.) Ich wollte Sie darauf aufmerksam machen, daß der Präsident das Wort zur Geschäftsordnung nach einem Ermessen erteilt.( Bebe hafte Buftimmung bei der Mehrheit. Bärm auf ber äußersten Binten. Suruf des Abg. Hoffmann: Lesen Sie doch die ganze Rede por!) Präsident Cöbe: Sch märe diesem Wunsche gern nodefenmen, wenn mir die Rade in ihrem Bortlaut aur Berfügung Stände.( 3urufe der Unabhängigen und Kommniften: Hier haben wir fie!) Präsident Cöbe: Mir steht nur das zur Verfügung, was ich Ihnen vorgelesen habe.( Erneuter großer Bärm der äußersten Linken, Zurufe des Abg. Crifpien: Dann hätten Sie sie sich der fchaffen müffen!- Gegenfundgebungen der anderen Parisien.Minutenlanger Lärm. Die Abgg. Cal, Hoffmann( Komm.). Vogthere( 1.Goz.) perlangen das Wort zur Geschäftsordnung und zur Tagesordnung.) Präsident Lobe: Das Wort zur Geschäftsordnung wird nicht erteilt. Die Tagesordnung sicht fest. Bir tamen am nächsten Bunft der Tagesordnung..( Unabhängige und Kommunisten drängen nach der Rednertribüne und verlangen unter großem Lärm das Wort.) Präsident Löbe: Dann vertage ich die Sigung bis 14 Uhr mit derselben Tagesordnung. Schiuß 3 Uhr. * Um 4 1hr erscheint der Präsident nicht im Saal. um 45 Uhr wird mitgeteilt, daß die nächste Sigung erit am Sonnabend stattfindet, über die genaue Zeit wird noch mitteilung gemacht werden. Schluß 5 libr. 酒 Anstatt Reklame! Zu haben in Berlin in den durch Plakate kenntlich Sonnabend, den 5. März jedem Raucher ohne Kaufzwang w Probe- Zigarette ..Mein Geschmack Nr. 30 gratis!! Grundsatz: zugunsten Reklame- Ersparnis des Rauchers !! Probiere umsonst, so kaufst du richtig Zigaretten- Fabrik ,, Serail" Dresden Niederlage: Brunneustraße 42 enendori 2585 gemachten Geschäften wie nachstehend: Süd- Westen Sig. Balsam, Kommandantenstr.68/ 69 Paul Barthen, Kommandantenstr. 1/2 O. 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Sein diplomatischer Mitarbeiter meldet, es ständen neue deutsche Gegenvorschläge bevor. Sowohl in deutschen wie in ciliierten Streljen herrsche Zuversicht, daß eine Löfung gefunden Inzwischen liegt die ganze Rede Lloyd Georges vor. Mir laffen meitere Stellen Daraus folgen, wobei wir die schon gemeldeten Borwürfe ebenso weglassen wie des Redners Be= temerungen, daß er nur den wirfiichen Beltfrieden und unser Wohl wolle. Wir wissen das seit dem Waffenstilstand und seit Bersailles ausreichend zu würdigen und empfinden es täglich tiefer. Er lagte: Stolien und Belgien wird nicht ein Biertel der Summe angeboten, die zur Reparation des Schadens erforderlich ist. Und das nur unter der Bedingung, daß die, die es nötig haben, es zuer unter besonderen Borzugsbedingungen und in ihren eigenen Taschen fuchen müssen, während sie auf ihren eigenen Märften nur mit ühe Gelb aufnehmen fönnen, um die wesentlichsten Regierungsgeschäfte Ich tann 8u führen. bie Pinchologie nicht verstehen, bie es den Bertretern eines Landes, das für den verheerendsten Krieg verantwortlich ist, gestattet, feierlich mit folchen Be bingungen zu den Bertretern der Länder zu kommen, die die Opfer jener Berwüftungen gewesen sind. riidftdhtigung der in den Pariler Berfdlägen gemachten Sugestände hört habe. Der Kapp.Buifch war deutsch nationales niffe erfüllen, fo werben mir von diesem Zeitpunkt ab auf Grund des Wert, das läßt sich nachweisen. Biel eher müssen Friedensvertrages folgendermaßen vorgehen: Die Sanktionen. Die Alliierten find übereingefommen: 1. Die Städte Duisburg, Ruhrort und Düsseldorf auf dem redyten Rheinufer zu belegen. 2. Bon ihren Barlamenten Bollmachten zu erlangen, von ihren Staatsangehörigen zu fordern, einen gewissen Anteil von alken Deutschland fir deutsche Waren geschulbeien Zahlungen an thre perschiedenen Regierungen abzuführen. Dies bezieht sich cui Baren, die in diesem Lande oder in einem anderen allierten Staat von Deutschland erworben werden. die Kapp- Putichisten als ehrlos bezeichnet werden als die Angelagten, denn durch die Kappistenfchuld ist Bürgerblut gefioffen. Die glorreiche alte 3ett verund Handarbeiter. Diejenigen Offiziere, bie fich jetzt an die Spitze banten wir nicht dem alten Syftem, fondern dem Fleiß der Kopfder deutschnationalen Bartei geftellt haben, find Leute, die als Monarchisten terben wollten und doch nicht gestorben find. fondern jene Kreise, die im Kriege Getrede den Schweinen serNicht die Arbeiter haben den Zusammenbruch herbeigeführt, füfferten, meil Schweine für einen Deutschnationalen wert. poller sind als Menschen, Herr Staatsanwalt. Ich habe es 3. a) Der Betrag der Abgaben, die von den deutschen Zoll- bis ceftern für nätig gehalten, gegen ben Herrn Staatsanwalt gu ämtern an den äußeren Grenzen der besetzten Gebiete erhoben wer Staatsanwalt Dr. Meyer die Angeflagten als ehrlos bezeichnet demonstrieren. Sch fonnte das nicht mehr ertragen, daß der ben, find an die Reparationsfommiffion zu zahlen. b) Diese Zölle Staatsanwalt Dr. Meter bie Angeflagten als ehrlos bezciámet follen weiter nach dem deutschen Rolltarif erhoben werden. c) Am bat, und seitdem ich weiß, daß der Herr Staatsanwalt Meger Rhein und an den Grenzen der Brüdentöpfe, die von den alliierten Truppen befeht find, foll seitweilig eine Reihe von 3ollstationen er der im Brozeß gegen die Mörder Liebknechts und Rosa identlich ist mit dem Kriegsgerichtstaf Dr. Meyer, richtet werden. Der auf dieser Linie für Ein- und Ausfuhr von Luxemburg den Mörder Runge zu einer fo geringen Strafe Gütera anzusendende Tarif foll von der allierten Rheinlandtom perurtelft hat, feitdem ich me', baß er als Striegsgerichtsrat im mission in lebereinstimmung mit der Weisung den allierten Re- Marloh- und Kejjel- projek tätig war. Der Staatsanwalt hat nicht Bierumgen feftacjetzt werden. aus Pflichtgefühl, fondern aus nerbiffener Wut gegen die Lloyd George erklärte, daß die zweite Santtion folgende Be- Angeflagten feinen Zuchthausantrag eingebracht. Ich schäme deutung babe: Abzug vom Einkaufswert aller Güter, die von den mich für den Herrn Staatsanwalt! alliierten Ländern von Deutschland gekauft werden. Ein gewiffer Anteil davon wird in die befige Staatstaffe eingezahlt und der Mest wird mit einer Quittung der Staatstaffe über den eingezahlten Betrag an Deutschland überfandt werden Arbeit schafft Lösung. aus ungehörig. Borsihender: Das Gericht betrachtet den letzten Satz als burch Staatsanwalt: Ich bitte die Ausbrüde„ Ich schäme mich für den Staatsanwalt und aus verbiffener But" zu protokollieren. Da ich auf Grund deffen eine Beleidigungsflage erheben will. Dr. Wolff: Ich handle in Wahrung berechtigter Interefden und widerspreche baber dem Antrag. Der Staatsanwalt hat o ebrioje ngetfagte beletbigt, indem er sie als ehr los beze'dmete. Das Urteil wird Sonnabend 12 Uhr verfündet werden. Freikorps oder Räuberbande? Wenn die Deutsche Regierung gefagt hätte: 42 Jahre ist eine au lange Zeil", eine Abgabe von 12 Broz. auf unsere Ausfuhr ist nicht die beste Methode, unseren Verpflichtungen nachzukommen oder den Stoffgart, 3. März.( Eig. Drahtb.) Stach einleitendem Referat Betrag festzustellen, den Deutschland in einem gegebenen Moment vom geheimen Legationsrat v. Hermann, früher bei der Nonzahlen fähig ist, wir haben andere Wege, die uns beffer passen, doner Botschaft, und Schliest e dt, Borstandsmitglied des deutschen aber ebenso zum Siele führen", bann hätten wir uns miteinander Metallarbeiterverbandes, erklärte eine große Boltsversammlung, bie an diesen Verhandlungstijd gelegt und ganz ehrlich die Gegenvor von der Friedensgesellschaft veranstaltet war, einstimmig: fchläge geprüft, um zu einer vernünftigen Einigung zu kommen. Wir Der dringend notwendige Wiederaufbau des deutschen Baterlandes, maren bereit, alle berechtigten Zugeständnisse zu machen für die Der Breslauer Menschenschinder- Prozeh. wirklichen Schwierigfeiten, unter denen das deutsche Bolt und alle mehr noch der gesamten Kulturmelt, findet seine Förderung nicht in Breslau, 3. März.( I.ll.) Die heutige Bernehmung des Beunen anderen infolge des Krieges leiden, aber diese Vorschläge find, offen wirtschaftlicher Unterbrüdung, aber auch nicht in fruchtlosen, wenn auch gerechtfertigten Protesten wohl aber im internatio- iebach aus Leerbeutel bet Breslau hatte befonderes Intereffe. gefagt: nalen Zusammenschluß aller Werftätigen in Genoffen Schon lange vor dem opp- Butsch waren auf feiner Besitzung eine Anzahl Aulod Soldaten und Offiziere unter: schaften für gemeinwirtschaftliche Erzeugung und Berteilung, ber nebracht. Er mußte aegen die Leute aber Beschmerbe führen, weil Verbrauchsgüter. Hierdurch würde die wirtschaftliche Freiheit der sie sich nicht gut führten. Die Soldaten wurden denn auch aus Bölker wie der Einzelpersonen und damit auch der Weltfriede ent- bem Quartier entfernt. 2fm 17. März früh 7 Uhr wurde Fiebach scheidend gefördert. In diesem Sinne fordern wir den beftimmenden von einer Anzahl Aulod- Soldaten Einfluß aller Berttätigen und ihrer wirtschaftlichen Dr anifationen auf die Lösung der schweren internationalen Probleme der Gegenwart. beleidigend und erbitternd; sie zeigen den Wunsch, die Berpflichtungen zu umgehen. Hätte die Deutsche Regierung ihrem Balfe eine Besteuerung auferlegt, Dergleichbar mit den Eterern der aliiierten Bänder, jo würde fie in einer besseren Lage gewesen sein. Aber auch hier bestehen die Besiegten darauf, beffer wegzutommen els die Sieger. England hat während des Krieges drei Milliarden Pfund Sterling an Steuern erhoben, um die Kriegskosten aufzubringen. Deutschland hat feine folche Anstrengungen gemacht( Helfferich dachte ja, die anderen würden zahlen müssen! Red.) Es hat britannien. Hardings erste Botschaft. 1 auf seiner Befihung verhaftet. Der Grund der Rerhaftung wurde ihm nicht mitgeteilt. Mehrere Stunden mukte Fiebach sodann mit dem Gesicht nach der Band in seinem Bimmer stehen. Die Ehefrau des Fiebach hatte auf dem Papier sehr schwere Steuern auf den Befih fich inzwischen mit einem Anmalt in Verbindung aefeht und es wurde gelegt, aber jedermann weiß, daß fie nicht voll eingezogen werden.. eine aution von 30 000 Mart, von einem Banthaus fogar eine Geine indiretten Steuern find lächerlich gering, verglichen mit Groß bei Uebernahme der Präsidentschaft erklärt Harding, die neue nicht hierzu. Dagegen soll Oberleutnant Aulod gefagt haben, Fiebach Washington, 4. März.( WTB.) Ju felner Anfriffsboffchaft folche von 100 000 mort für seine Freilaffung geboten. Aber es fam Das deutsche Budget fah einen Zuschus von 20 Milliarden amerikanische Regierung beatfifige eine Politik der nichtein- nicht hierzu. Dagegen soll Oberleutnant Aulock gesagt haben, Fiebach folle der Truppe 2000 Mart jahenken, Mark für Eisenbahnen und Bost vor und für Ernährungszuschüsse mischung in die Angelegenheiten Europas zu befolgen. Sie lehnt 10 Milliarden. Hierzulande haben wir diese beiden Zuschüsse abge- es ab, an irgendeiner dauernden militärischen Allianz tellzu- dann mürde seine Freilassung erfolgen. Während er on her Band schafft und dem reifenden und verbrauchenden Publikum die vollen nehmen oder irgendwelche ausländischen wirtschaftlichen Ber- ftand, trat ein Golbat an ihn heran und rief aus:„ Siehst du, du Kosten, in einem Falle dem Betrieb der Eisenbahnen, der Post und pflichtungen zu übernehmen. Sie ist jedoch bereit, an einer son, Lump, jekt bist du in unferer Geralt. jetzt entkommst du uns nicht des Telephons, und im anderen Falle der Nahrungsbeschaffung, auf- ferenz über die Abrüftungsfrage teilzunehmen. Harding frill mehr!" Diefe Beukerungen bat noch Angaben eines Postens Bis. erlegt. Diese Zuschüsse bilden eine Berringerung, eine Herabsetzung für die Schaffung eines Weltgerichtshofes zur Regelung ftellfiger up getan. Der Buchbrucker Müller wurde am 17. März vor der deutschen Steuern und bedeuten eine Unterstüßung für die Fragen ein und erklärt: Wir werden keiner Nafion einen gerechten der Hauptpoft verhaftet, meil er ein Blafat ebrih. Zuerst deutsche Industrie. Daß Deutschland seine Steuern nicht auf gleiche Grund geben, mit uns Krieg zu führen. 3h hoffe jedoch, daß, wenn wurde er im Peffamt geldlegen und mit Handgranaten bearbeitet, Etufe mit denjenigen in den alliierten Bändern gebracht hat, bebeutet uns von neuem der Krieg aufgezwungen wird, er dann ebenso mit einer Reitreitsche, in der Stacheln gewefen find. Sm Generalfommando mill der Zeuge auch von Walter geehrfriet an sich eine Berlehung des Vertrages von Versailles, und solange es merita in nationaler Verteidigung vereinen wird. 3n Arbetracht des Wettbewerbs des Auslandes erklärt sich die worden fein. Im Gefangenenraum fei er nicht mehr geschlagen, aber nicht eine Bosschaft für den Schuh der amerikanischen Industrie mit dem Tode bedroht werden. Man hobe ihm zugeredet, mindestens gleiche Besfeuerung einführt, fann es nicht geltend machen, daß es nicht imstande ist, die and fagt weiter: Wir fönnen nicht mit Erfolg verkaufen, wenn wir in das Freikorps einzutreten, dann würde er bald entlassen die amerikanischen Waren nicht in ameritanifden Jahr- merden. Die Musfogen des Buchdriders Ruppelt bestätigen die Forderungen der Pariser Beschlüsse zu erfüllen. zeugen auf die Weltmärkte bringen. Anßerdem fritt der Prä- des vorher vernommenen Zengen. Landgerichtsrot( Unterfuchungsfident ein für eine Derminderung der Steuerlaffen, angemeffene richter) Baichte erklärte, die Boruntersuchung sei nicht par Arebiterleichterung und für den Frieden in der Industrie. Man teiisch geführt worden. muk fich der Verpflichtungen und Schulten enflet igen, die aus dem Arieg herrühren; denn feine 3inififation könnte deren Berlengnung überleben. Die Verbrauchssteuern nach Lloyd George. Bier( per hl) 9 { Bein( par hl) Spiritussen( ver hl) Deutschland Cofomart 05 England Goldmart 34, Frankreich Goldmart 8.25 20% des etwa 40% des etwa 27% des Kleinhandels- Kleinhandels- Kleinhandelspreties preises preises • 80, 2392, 316, Tabat( per kg) Buder( per 100 kg) 2, 13, 1,4 44, 12,5 • Raffee( per 100 kg) 13, 23, 23, 133, Tee( per 100 kg) Nachdem Lloyd George nochmals die Gegenvorschläge in Grund und Boden verdammt und ihre weitere Erörterung als glatte Zelfvergeudung bezeichnet hatte, gab er eire Erklärung im Namen der Alliierten ab, in der er zunächst einige deutsche Bertragsverletzungen behauptet und dann fagt: Die Alliierten haben nicht rücksichtslos auf dem Buch staben ihres Schulbicheins bestanden, sie haben Frist gewährt, fie haben foger den Charakter ihrer Forderungen abgeändert; aber jedesmal hat die Deutsche Regierung fie außer acht gelassen. Troß des Vertrages und der in Spa übernommenen feierlichen Berpflich tung hat man die Kriegsverbrecher unbestraft qe'affen, obwohl die Unterlagen seit Monaten in Händen der deutschen Res gierung sind. Mitä: ische Organisationen hat man teils offen, teils heimlich im ganzen Band emporfprießen laffen, mit Waffen ausgerüstet, die hätten abge'iefert werden müssen. Die vorgebrachten Borsch äge haben die Allierten wider ihren Willen davon überzeugt, daß die Deutsche Regierung entweder nicht den 2Billen hat, Ihre Bertragspflichten auszuführen, oder daß sie nicht die Kraft hat, angesichts einer eigennügigen und furzsichtigen Oppofition auf den nötigen Opfern zu bestehen. Wenn das darauf zurückzuführen ist, daß die deutsche Meinung fein weiteres Feilschen um den Veritag eriouben können. Nach einem T.- Bericht enthielt die Botschaft feine Anfpiefung auf das Problem der Reparation. Beder Frankreich noch Deutschland sind in der Botschaft erwähnt. Der Sah über die Schuldverpflichtungen bezieht sich offenbar auf die Schulden der Alliierten. Streiffolmen in Dolen. Breslau. 4. März.( Einener Drohtbericht bes Bermärts".) Die Militerisierung der Eisenbahn in Bolen befeht meiter tro bflauen des Etreits. Die Spannung asischen den Sozialisten, hie vor furzem noch Regierungspartei maren, und ben rechtsftebenben Berteien ist oferordentlich verschärft. Bezeichnenb hafür ist z. B., daß bei der Berhandlung in der fezialdemokratifchen Interpellation über bie Militarisierung der Eisenbahn und die Einführung von Standgerichten gegen wirtschaftliche Streits der Abg. Dafanniti, ber bis vor kurzem stellvertretender Ministerpräsident war, dreimal zur Ordnung gerufen und von der Sihung ausgeschloffen murde. Die bünerliche Bresse befchuldigt die Sozialisten infolge des Eisenbohner. streits der Deutschfreundlichkeit. Die Hauptursache dieser bürserlichen Aufregung, die auch in der Proving, per allem in Galizien, zu schärfften politischen und wirtschaftlichen Spannungen führt, ist das enorme Einten der polnischen Paluta in den letzten Tagen. Ein Krotover Blett fteft feft, daß der amerifarische Dellor von 800 auf 900 Mart polnilcher Währung geftienen ist. Die deutsche Mart hat auf ben polnischen Börien diese Steigerung mitgemacht. Die Rüdwirtung auf Oberschlesien wird in der polnischen Presse allgemein besprochen. Der gekennzeichnete Staatsanwalt. Das Vereinsrecht der Soldaten. Der Mehrausschuß des Reichstages fekte am Freitag die Beratung des Wehrgefehes bei§ 35 fort. Nach längerer Ausspreche erhielt§ 35 entsprechend den Anträgen verschiedener Parteien folgende fassung: „ Nichtpolitischen Bereinen dürfen die Soldaten angehören, sofern nicht die Zugehörigkeit zu einem solchen Berein aus Gründen ter militärischen Zucht und Ordnung verboten wird. Solche Verbote dürfen nur vom Behrtreistommando ( Stationsfommando) erlaffen werden. Das Berbot ist schriftlich zu begründen und mit der Begründung bem Borstand des Ter eins zuzuf ellen. Gegen das Berbot ist Beschwerde an den Reichswehrminier zufäffig. · Der Reichswehrminister fann bestimmen, daß Berbote nur unmittelbar durch ihn er= Icffen werden können." Berteien unterfügten Antrag Dr. Delbrüd( Dnat) wie folgt Der zweite Absatz des§ 35 wurde nach einem fast von allen gefaßt: Die Solbaten eines Standortes, eines Truppenteiles ober der Befaßung eines Schiffes oder Schiffsverbandes burfen sich untereinander versammeln und vereinigen. Zeit und Ort der Bersammlung und die Gründung einer Bereinigung find dem aufändigen Borgesezten rechtzeitig zu melden, fo= fern sie mit dem Dien betrieb oder der militärischen Zucht und Ordnung unvereinbar find. Versammlungen und Bereini gungen, bie ausschließlich wissenschaftlichen, Sportfichen, Wohlfabrts: oder Unterhaltungszwecken dienen und die militärische Ordnung nicht gefährden, dürfen nicht verboten merden. Gegen Berbote der Borgefeßten ist die Be Ich werde im Dienstwege zulässig." Der Rest des Gefeßentwurfes wurde darauf in erster Lesung beenbet. Der dümmste Vorwärts"-Leser gefunden! Ein alter Redakteur pflegte vor Zeiten sefnen jungen Bolontären einzufchärfen: Glauben Sie nie, daß Ihnen der dümmste Lefer Ihrer Zeitung bereits persönlich begegnet sei." Staffel, 4. März.( Eisener Drahtbericht des Borwäris".) Der Berteidiger Dr. Wolff führte in feinem Baboyer u. a. aus: Der es nicht zufäkt, so macht bas bie Lage noch ernster und macht es um Staatsanwalt bat sich darüber entrüstet, daß in einem Schriftü so notwendiger, daß die Alliierten die Führer der öffentlichen den Kommunisten im Falle der Verhaftung Schweigepflicht Meinung erneut Σatfachen gegenüberstellen. Die erfte welent- vorgeschrieben ist. Jener Mann, der in Berlin den Orgel Affeffor liche Tatsache, deren fie fich bewußt perden müffen, ist die, daß die Heyl verraten hat, wellt nicht mehr unter den Lebenden, weil Allierten zor bereit find, jeder pernünftigen Borstellung, die die Orgeld- Feme tatsächlich existiert fich aus Deutschlands Schwierigteilen herleitet, Gehör zu schenten, und the Bubenbandwert ausübt Wir haben blefen Rat nicht befolgt und müssen dafür büßen. Die Angeklagten handelten in daß sie aber Notwehr gegen einen drohenden Angriff von rechts. Ein Rechtsfat s wir die Ansprache eines deutschnationalen Werftarbeiters an hat feine Gültigkeit, wenn er andauernb burchbrochen wird. Siinnes und Tirpik brachten, hielten wir es für ausgeschlossen, Bayern hat durch feine bewaffnete Einwohner mehr die daß jemand diese Rede für wirtlich gehalten und nicht für Bir haben daher beschlossen, im Hinblick auf die schon be Verordnung des Reichspräsidenten andauernd verlegt und den satirischen Einfall, der sie war, ansehen würde. gangenen Berlekungen und auf die in diesen Borschlägen bargelegte bamit die Reichsverfassung gebeugt. Den Anaetlogten hat daher bas Es ist nichts unmöglich! Der Hamburger Kor Entschloffenheit Deutichtends weiterhin dem Vertrag au frozen Bewußtsein ber Rechtswidrigkeit gefehlt. D'e Ungeflagten haben refpondent"( Deutsche Boltspartei) bringt von unterrichteter und ihn wegauerflären, im Hinblick auf die Herausforderung, heim ch gearbeitet. um nicht Defer der Gegenrevolution zu werden. Seite" ein gewitterschweres Dementi und die Telegraphen- Union die sich nicht nur in diesen Berichlägen, sondern auch in den Erfä Die Angeflagten müffen freigesprochen werden. Wegen des Strafverbreitet es durch die ganze Welt. rungen äußert, welche in offiziellen Darlegungen der Deulichen Re- makes follte ich eigentlich dem Staatsanwalt fnüppeldid ant gierung in Deutschland( Fehrenbachs Rede im befekten Gebiet; da morten, denn auf einen oroben Roh gehört ein grober Keil. Ich Aber das ist noch das wenigste. Unser satirischer Einfall wird haben wir es! Red.) gemacht worden find, daß wir handeln müfen streite mit einem Deutsch nationalen, mit einem Staatsen zum gewichtigen Dokument. Die unterrichtete Seite des Herrn auf Grund der Annahme, daß die Deutsche Regierung ihren Ver- walt, der in der Voruntersuchung zu den Angeflagten erflärt hat, Tirpi sieht nämlich in unserer fieinen Satire den untrüglichen Beweis, daß die ganze Aktion der Flensburger Werftarbeiterschaft - von Berlin her geleitet wurde! pflichtungen mit Bedacht nicht nachfommt, Wenn wir nicht bis Montag hören, daß Deutschland bereit ist, entweder die Bariser Beschlüsse anzunehmen, oder Borschläge zu unterbreiten, die er fei beufianaf onal bis auf die Knochen, Bor fo vie! Kombinationsgabe tapitulieren wir. Aber in er fei überzeugter Monarchist, er sterbe als Manauf anderem in gleldjem Maße befriedigenden Wege archi ft. wazu er allerdings schon vorher Gelegenheit gehabt hätte. unserer Zerinirschtheit bleibt uns ein Troft: wir fennen jetzt den Der Staatsanwalt hat eine deutsnationale Agitations bummften Leser des„ Vorwärts". Es ist die Herrn Tirpitz naheJetne Berpflichtungen aus dem Vertrage von Versailles unter Be rede gehalten, wie ich sie von einem Staatsanwalt noch nicht gestehende unterrichtete Seite des Hamburger Korrespondenten. Gewerkschaftsbewegung Die Lügenpraxis der„ Roten Fahne". ( ber Sands unb Ropf- Arbeiter- Berband) versucht Berwirrung in diej rationellen Technik und Wirtschaft gelten und wenn sie nach den Ge Reihen der Arbeitnehmer zu tragen. Die große Masse der Arbeiter fichtspuniten einer modernen Geschäftsführung geleitet werden, in und Angestellten hat mit dieser Gruppe nichts zu tun und lehnt deren hat Genosse Heinrich daran fleißig mitgearbeitet. Im Jahre 1918 Machenschaften grundsäßlich ab. übertrug der Parteivorstand ihm die Leitung der neugegründeten Zentralverband der Angestellten, Ortsgruppe Groß- Berlin. Gesellschaft für den Borwärts" Berlag. Mit Umficht, Geschick und unermüdlicher Ausdauer hat er das große Unternehmen durch die schwere Zeit der letzten Jahre geführt. Auf unserem lezten Parteitag wurde Genoile Heinrich in den Parteivorstand gewählt. Wir wünschen ihm am heutigen Lage, daß er noch recht lange mit gleichem Eifer und gleichem Erfolge im Interesse der Arbeiterschaft wirken möge! Mehr Borsicht! Die Rote Fahne" wirst in ihrer Abendnummer vom 3. März Zum Streit bei der Mitropa". dem„ Borwärts" vor, er habe sich demagogischer Mittel bedient, weil er, entgegen der Wahrheit, in der Notiz:„ Die B.K.P.D. Der Borstand des Kartells der im Gastwirtsgewerbe vertretenen und der Deutsche Eisenbahner- Berband" behauptet hat, die B.K.P.D. Arbeitnehmerorganisationen und die Zentralstreifleitung haben sich habe zu einer Mitgliederversammlung aller im Deutschen gemeinsam mit der Lage beschäftigt. Es wurde vereinbart, den Streit Eisenbahner- Berband organisierten Kollegen eingeladen, in der ein ber kaufmännischen Angestellten über das ganze Reich auszuRichtmitglied über organisatorische Fragen sprechen sollte. Dema- dehnen und die am Streit nicht direkt beteiligten gewerblichen Argogen follen wir sein, weil es fich in Wahrheit um eine öffent- beitnehmer, Handwerker, Transport- und Hilfsarbeiter aufzufordern, Einer bösartigen hitifitation ist eine Reihe unferer jede gemeinsame Arbeit mit eventuell auftretenden Arbeitswilligen liche Versammlung gehandelt habe. Um einmal an einem praf- abzulehnen. Die in der Mitropa" veriretenen freigewerkschaftlichen Parteiorgane zum Opfer gefallen. Es handelt sich um einen Brief, tischen Beispiel die Wahrheitsliebe der B.K.P.D. zu zeigen, drucken Berufsverbände haben ihre Mitglieder zu heute abend 8 Uhr nach den der Neistagsabgeordnete Genosse Defar Ged wir nachstehend den uns im Original vorliegenden Einladungszettel dem Café Stern, Oranienburger Tor, zu einer Versammlung einge an einen Saloniommunisten in Mannheim geschrieben haben, für die Versammlung ab. Er lautet: laben, um zu dem Streit der faufmännischen Angestellten Stellung zu der ihn in einem fiblen Blättchen, das er herausgibt, Anfang Achtung! Eisenbahner Groß- Berlins! Am Donnerstag, den nehmen und die Frage der indirekten Streifarbeit zu flären. Das Februar veröffentlichte. Mit wahrer Wollust baben fommunistische 3. März, abends 7 Uhr, in der Unionsbrauerei, Hafenheide, Erscheinen aller freigewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer der Brief ihren Leiern vorgefegt. Zeitungen diesen Gartensaal: Allgemeine Mitgliederversammlung aller im Deut- Mitropa" ist Pflicht. Ged follte in diesem Schreiben seine ganze Bergangenbett schen. Eisenbahner- Berband" organisierten Kollegen. Tagesordnung: verleugnet, die Kriegskreditbewilligung durch die Sozialdemokratie und feine sonstige Haltung während des Krieges für falsch und berbängnisboll erklärt und gewissermaßen um Berzeihung für feine Sünden gebeten haben. " Genosie 1. Die Gewaltpolitik des Hauptvorstandes des Eisenbahner- Ber- Chauffecarbeiter im Regierungsbezirk Frankfurt a. b. O. bandes gegen die Filiale Berlin. Referent: Kollege Otto Der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter Gau Ffo. beGefchte. 2. Distuffion. Die B.K.P.D- Fraktion im Eisenbahner ruft zum Sonntag, den 6. März, vormittags 11 Uhr, nach dem GeBerband. Bir fordern alle Mitglieder des Eisenbahner- Ber- werkschaftshause in Frankfurt a. d. D., Oberstraße 51, eine Konferenz bandes auf, zu diefer wichtigen Bersammlung zu erscheinen. der Betriebsräte bzw. Bertrauensleute der Kreis- Chauffeearbeiter ein. Der Brief ist eine glatte Fälschung. Niemals ist es bene Wir haben hier ausnahmsweise eine der fast täglich von der Auf der Tagesordnung steht unter anderem der Abschluß eines Tarif Genossen Ged eingefaßen, einen solchen oder ähnlichen Brief an Roten Fahne" ausgebrüteten Enten abgeschossen. vertrages zwischen dem Verband der Landkreise und dem Verbande jenen in Mannheim übel beleumbeten Satonfommunisten zu schreiben. Um all den Lügennachrichten und Falschmeldungen des Rom- der Gemeinde- und Staatsarbeiter Gau Ffo. Mit Rücksicht auf die Die Mannbeimer Bolfsstimme liegt mit dem von dem angeblichen munistenblattes entgegenzutreten, müßten wir den Umfang unseres Dringlichkeit und außerordentliche Wichtigkeit dieser Frage, die den Briefempfänger herausgegebenen Blättchen in dauernder Fehde Blattes nicht unerheblich vergrößern. Doch das ist überfiüffig! Weiß Kreis- Chauffeearbeitern im Regierungsbezirf Frankfurt a. d. Ober doch alle Belt, daß nach den Anweisungen Sino wjews List endlich eine tarifmäßige Gestaltung des Arbeitsverhältnisses bringen und hat es mehr als einmal als ein Rebolberblatt bezeichnet. und Verschlagenheit und Verschweigen der Wahr soll, ist es erforderlich, daß mindestens je ein Vertreter aus allen Dafür müssen sich ihre Redakteure von diesem Blättchen die übelsten persönlichen Beschimpfungen gefallen laffen. Der, BorKreisen an dieser Konferenz teilnimmt. heit zu den Rardinaltugenden der Moskauer Kirchengläubigen gewärts" hat schon in der Nummer vom 4. Februar auf die hören. Achtung! Graphische Hilfsarbeiter und arbeiterinnen. Tatsache der Fälschung hingewiefen. Trotzdem bringt es eine In der letzten Versammlung bestimmten 500 Mitglieder von Reihe von Parteiblättern übers Herz, neuerdings den Brief ganz 11 000, daß die Berliner Zahlstelle nach Moskauer Diftat geleitet oder auszugsweise zu veröffentlichen und daran allerhand kritische werden soll. Einen Antrag, von 50 Funktionären unterzeichnet, eine Betrachtungen über Ged zu tnüpfen. Es wäre unfers Grachtens Neuwahl des Ortsvorstandes und der Angestellten durch Urwahl vor- notwendig gewesen, daß sich die Barteiblätter, bevor sie auf einen zunehmen, lehnte die kommunistische Vorstandsmehrheit ab, ja fie fo. plumpen Schwindel hineinfallen, doch erst bei dem Hauptnahm nicht einmal die Begründung des Antrages entgegen. Rolleginnen und Kollegen! Euer Mitbestimmungsrecht sowie das Weiter beteiligten über die Echtheit des Briefes unterrichtet hätten, wenn bestehen unserer Zahlstelle find in Gefahr. Bei der Spaltungswut fie schon die Vorwärts"-Rotiz übersehen hatten. der Kommunisten liegt die Spaltung und damit die Bernichtung unserer Organisation sehr nahe. Dies darf nicht geschehen, In einer Zuschrift an uns behauptet der Leiter des Manne wollen wir im wirtschaftlichen Kampf nicht schuklos tastehen. Des- beimer Kommunistenblattes, das Original des Gedichen Briefes halb ist es Pflicht jedes Mitgliedes, in der am Sonntag, den 6. März, zu befizen. Es fann fich nur um das Original einer als ung vormittags 9% Uhr in der Bodbrauerei, Fidicinstraße, stattfindenden handeln, die dieser Herr irrtümlicher- und leichtsinnigerweise für Bersammlung pünktlich zu erscheinen und für den Antrag auf echt ansieht. Urwahl des Ortsvorstandes und der Angestellten zu stimmen, vor allem aber bis zur Abstimmung anwesend zu sein. Reiner darf fehlen! Aftionsausfuß graphischer Hilfsarbeiter und-arbeiterinnen. Buchdruder- Betriebsräte, Bertrauensleute und alle auf dem Boden praktischer Gewerkschaftsarbeit stehenden Stollegen werden zu der im Montag, den 7. März, stattfindenden Besprechung im Schultheiß, Neye Jafobftraße, abende 5 Uhr, eingeladen. Erscheinen dringend erforderlich. Legitimation Karte und Buch. Der Fratüons ausschuß. Zum Streit im Glas- und Keramit- Großhandel. Der Groß- Berliner Arbeitgeberverband des Großhandels, Fach gruppe Glas und Keramit, veröffentlichte in der B. 3. am Mittag" burch ein Inserat eine sogenannte„ Aufklärung" über den Streit der Angestellten in dieser Branche. Demgegenüber stellen wir fest, daß 1. in den direkten Berhandlungen am 26. Januar der Berhandlungs tommission der Angestellten überhaupt keine pofitiven Zugeständnisse gemacht wurde 2. der am 4. Februar gefällte Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses nur monatliche Zulagen von 15 bis 130 M. im Durchschnitt also 65 M. vorjah, 3. daß der Demobilmachungsfommissar nach den eigenen Borten des Bertreters des Arbeitgeber verbandes in erster Linie von diesem angerufen wurde, um festzustellen, wer angeblich in erster Linie die Schuld an den Streitigkeiten trage, und daß an erneuten direkten Berhandlungen die Arbeitgeber tein Intereffe hätten. Als letztes Wort wurden von den Arbeitgebern dann erneute Zulagen von 5 bis 150 M. im Durchschnitt also 22,50 m. geboten. Die Angestelltenfommission erflärte wiederholt, daß sie zu einer friedlichen Lösung durchaus bereit sei und ermäßigte die Forderungen um 75 m. Hervorzuheben ist dabei, daß die jetzt gezahlten Gehälter in diefer Branche zu den niedrigsten in Groß- Berlin rechnen. Wir erffären erneut, daß wir jederzeit zu Berhandlungen bereit find; wenn die Unternehmer aber glauben, daß sie das nicht nötig haben, wird der Streif der Angestellten in den nächsten Tagen bestimmt verschärfte Formen annehmen. Durch Zeitungsinjerate und bei den Arbeitsnachweisen werden jeht von fait allen bestreiften Firmen Angestellte verlangt. Wir sub bitten bie arbeitslose Stollegenschaft dringend um Solidarität. Die 3entratstreifleitung. 28 Hin Der Generalftreit in Stettin. Steffla, 4. März.( WTB.) Dem Generalstreitbeschluß ist bis zum Abend nur ein geringer Teil der Arbeiterschaft gefolgt, hauptsächlich die in den großen Berften beschäftigten Metallarbeiter und die Transportarbeiter im Hafenbezirk. Gas, Wasser und Elektrizitätswerte, fowie die Straßenbahn haben ihren Betrieb in Die Schöneberg- Friedenauer Bezirkssblente sämtlicher Gewerkschaften werden aufgefordert, soweit die Beschidung der neugewählten. Delegierten zur Gewerkschaftskommission noch nicht erfolgt ist, dies unbedingt vorzunehmen. breffen nimmt entgegen Rarl Sentel, Ghöneberg, Feurigftr. 62 IV. Deatscher Transportarbeiter- Methanb. Gettion 5: Induftriearbeitet. Gonn. tag vormittag 9% ihr in Gaal 1 des Gemertighaftshauses, Engelufer 14/15, Ronferens eller Funktionäre aus fämtlichen Groß- Berliner Metalls, Elettro- und Eisenbetriebeneber Funktionär hat beftinunt gu vafcheinen.Ms Ausweis bient Mitgliedsbuch der Gewerkschaft, Parteibuch und Funktionärlegitimationsfarte, Aus der Partei. 25 Jahre Parteidienst. Sozialdemokratischer Kulturtag. In der Woche nor Ostern( vom 23. bis 28. März 1921) ver anstaltet die Sozialdemokratische Partei Deutschlands in Dresden eine Rundgebung großen Stiles, die den Kulturaufgaben der Partei gewidmet sein soll. Borgesehen ist im Rahmen der Lagung ein sozialdemokratischer Lehrertag, eine Reichskonferenz der Bezirksbildungsausschüsse der S.P.D. und eine Führeraussprache der Arbeiterjugendbewegung. Der fozialdemokratische Lehrertag wird folgende Fragen behandeln: Die weltliche Gemeinsaftsfoule( Redner: Brof. und Landtagsabgeordneter Arzt, Radbruch, M. d. N., Kiel Dresden). Die Neugestaltung des Geschichtsunterrichts ( Prof. Ludo Hartmann, Wien und der Lehrer Nikolaus Henningsen Hamburg). Die Kulturaufgaben der Sozialdemokratie ( Staatssekretär Heinrio Schulz, Berlin). Das Schulprogramm der Sozialdemokrati. jchen Bartei( Dr. Lohmann, Berlin, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands). Heute var 25 Jahren betraute der Parteivorstand sein jeßiges vollem Umfang aufrecht erhalten. Auch die bürgerlichen Mitglied, den den Genossen Otto Heinrich, mit der Ge- Daneben werden auf einer gemeinsamen Tagung der sozial Blätter fonnten erscheinen. Die Hirsch- Dunderfchen und die christ schäftsleitung der Bremer Bürgerzeitung". Schon demokratischen Lehrerschaft mit den Vertretern der Bildungslichen Gewerkschaften haben sich gegen den Generalftreit erflärt. in wenigen Jahren gelang es ihm, nach UeberEbenso hat der Fabritarbeiterverband die Beteiligung windung größter Schwierigkeiten das Geschäft auf eine gesunde ausschüsse über das Thema:„ Die sozialistische Bildun sarbeit abgelehnt. Grundlage zu stellen und ihm den Weg zu einem modernen Zeitungs- und Lehrerschaft" sprechen der Präsident der Hamburger Bürgerbetrieb zu ebnen. Einige Jahre später ging Genoffe Heinrich nach fchaft R. Roß und der Geschäftsführer des Zentralbildungsaus Beendigung des Hamburger Streifs. Straßburg i. E. Auch hier machte sich bald eine erfreuliche schusses der Sozialdemokratischen Partei R. Weimann, Berlin. Der am Donnerstag ausgebrochene wilde Streif der Hamburger Aufwärtsentwidlung des Parteigeschäfts bemertbar. In Die Konferenzen der Vertreter der Bezirksbildungsausschüsse und Hafenarbeiter ist bereits am Freitag wieder beendet worden. Wie einer der beftgelegensten Bläge der Stadt erftand ein großes, mit der Arbeiterjugendbewegung find mehr interner Natur und werden uns ein Telegramm aus Hamburg meldet, wurden bei der Ur a ballen modernen Einrichtungen versehenes Zeitungshaus, das heute sich mit den besonderen Fragen dieser Gebiete beschäftigen. stimmung über den Streif 3091 gegen und 2664 für allerdings unter franzöfifcher Berwaltung steht. Es ist die erste Rundgebung dieser Art, die die Sozialdemokra Fortdauer des Ausstanbes abgegeben. Bereits im Laufe Als die Zahl der Parteibrudereien, vor allem in Rheinlanddes gestrigen Tages ist die Arbeit in weitem Umfange wieder auf- Westfalen, sich mit der Entwicklung unserer Partei in erfreulicher tische Partei Deutschlands veranstaltet. Eine Reihe namhafter andere Persönlichkeiten genommen worden. Weise vermehrte, machte fich die Anstellung einer Kraft notwendig, fozialdemokratischer Kulturpolitiker und die den Parteigeschäften mit sachverständiger Beratung zur Seite haben bereits ihr Erscheinen zugesagt. Nähere Auskünfte werden Falschmeldungen. stand und eine Kontrolle bei der Einrichtung und Geschäftsführung erteilt durch das Dresdener Lokalkomitee( Adresse: Lehrer Oskar Die Presse bringt Notizen von bevorstehenden neuen Lohn- ausübte. Mit diesen Aufgaben betraute der Parteivorstand wiederum Schulze, Dresden- A., Bartaer Str. 13). fämpfen der städtischen Angestellten und Hilfskräfte. Dies trifft unseren Genossen Heinrich, der im Jahre 1911 endgültig dem Rufe nicht zu! Das freigewerffchaftliche Tariffartell( 6 Großorgani- folgte und nach Berlin in das Hauptbureau als technischer Bei erante. für den rebaft. Teil: Dr. Werner Beifer, Charlottenburg: für Anzeigen: fationen) hat den Schiedsspruch vom 9. Februar angenommen und rat und Revisor übersiedelte. Wenn heute in den über hundert. Blocke, Berlin, Verlag: Borredote Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Ber den Tarif nicht gefündigt Cine verschwindend Kleine Gruppe Druckereien unserer Partei in der Hauptfache die Grundregeln einer würts- Buchdruderei u. Berlagsanstalt Bani Singer u. 6o., Berlin, Zirbenfir. 3. Drutsrhirr Mrinbrand Recept Bingen Rh. Scharlachbera Meisterbrand Die Marke des verwöhntesten Feinschmeckers Bertreter für Berlin: Carl H. Bizenhofer, Berlin W. 50, Fürther Str. 3. Tel. Uhlano 524 Sterzu 1 Beilage. 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