Nr. ♦ ZS. Jahrgang Ausgabe M Nr. Bezugspreis: Viertel jäh: UM,— M..-wn-tU!«.-«. frä ins Hans. Saraus zahlbar. Post» hrzug: Monatlich 10,— M. einlchU Zu» i'.ellungsgebllhr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich lkchv M, fstr das übrige Ausland bei täglich clnmaU Anstellung 2 UM M. Poftbe» üelluugen nehmen an Oesterreich, Ungarn Tichecho-Slotoalet, Däne» ««U Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz.- Eingetragen in die Post-Aeitungs-Preisliste. Der»vorwärts" mit der Sonntags- beilog«»Voll und Zeit" und der Unter- Hgltuugsbeilage Jöcimroclt* erscheint »o�entäglich zweimal, Sonntags und Montags cinmaU Telegramm- Adresse: »Sazialdeniotral verlin». Konntags Ansgave Oerliner Oolksblntt � 2S Nksnnig) Anzeigenpreis: vi« ochtgespalten« Ronpareillezeil» kostet St» M»kleine Anzeigen» das tettgedruckte Won ILO M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Wortes, sede» weitere Wort U— M. Stellengeluch« und Schlasstellenanzeigen das erst« Wott U— M. sedcs wettere Wort M Pfg. Worte Uder 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Kamilien-An- zeigen für Abonnenten Zeile Z.— M. Die Preise verstehen sich einschließlich TeuerungSMschlag Anzeigen für die nächste Nummer müsien bis S Ahr nachmittags tm Hauptgeschäft. Berlin SW 68, Linden- straße 3. abgegeben werden Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abends. . Tentrslorgan dir tozialdcmokratirchcn parte! Dcuttcbiands Redaktion und Expedition: SW HZ, Linöensir. Z Mernsprechrr: Amt Morthpla«, Nr. l�l Si)— l?1S7 Sonntag, den v. März l#*£t vorwärts-verlag G.m.b.H., SW 08, Linüenstc. Z Kernsprecheri Amt Morihplah. Nr. li7S»— S4 Der Reichstag über London. Aus der erwarteten Nachtsitzung des Reichstages fft nur eine ausgedehnte Abendsitzung geworden, nachdem jene längere Pause, die vorgesehen war, um den einzelnen Parteien die Möglichkeit zu geben, über die angekündigte Erklärung des Reichskanzlers zu beraten, überflüssig geworden war. Wie wir bereits mitgeteilt hatten, war es nämlich lange zweifelhaft, ob Herr Fehrenbach eine regelrechte Erklärung abgeben oder überhauvt nichts sagen würde. Der Reichskanzler wählte einen Mittelweg und gab, wie er sagte, mit Rücksicht auf die Stellung unserer Unterhändler in London, eine ziemlich nichtssagendeErklärung ab, die nur äußerlich, nicht inhalllich die Grundlage der Reichstagsdebätte bilden sollte, welche nun sofort beginnen konnte Es fei gleich vorausgeschickt, daß die Sitzung im allge- meinen ruhigund würdig, zuletzt allerdinas etwas ein- tönig verlief. Die geschickten und sachlichen Worte, mit denen der Reichstagspräsident Genosie L ö b e anschließend an die lärmenden Zwischenfälle vom Freitag die Sitzung eröffnete, schafften sofort im Hause eine dem Ernst der Situation ent- sprechende Atmosphäre, in der die nachgetragenen Erklärungen Adolf Hoffmanns und Crifpiens zur Geschäftsordnung als gänzlich belanglos und gleichgültig absolut unbeachtet blieben. Unter gespannter Aufmerksamkeit des dichtbesetzten Hauses eröffnete der Redner der sozialdemokratischen Fraktion Ge- nosse Hermann Müller- Franken die Debatte. Seine Rede enthielt in der Hauptsache zwei wichtige Momente: ein- mal die ausführliche Äehandlung der Frage des Wieder- aufbaues der zer st orten Gebiete und ferner die scharfe Abrechnung mit dem unaufrichtigen Einheit?- frontrummel. Unser Redner wies mit um so größerem Nachdruck auf die Möglichkeit und die Notwendigkeit einer Wiederherstellung Nordsrankreichs unter deutscher Mitwirkung hin, als das deutsche Gegenangebot bekanntlich allzu wenig darüber sagte. Seine Ausführungen, namentlich die Bekannt- gäbe des siingst in Genf zustande gekommenen Abkom- mens»Mischen den Bauarbeiterverbänden Deutschlands und Fran�Bs. wurden mit sichtbarem Interesse allseits aufge- Kommen. Indirekt lag wohl in diesem Teil seiner Rede eine Kritik der Form der deutschen Gegenvorschläge, aber die un- mittelbare Wirkung seiner Ausführungen auf das Ausland kann nur die Stärkung der Position des deutschen Unter- Händlers in London sein. Und noch nützlicher für die Stellung Dr. Simons' war die scharfe Abrechnung des Wortführers der deutschen Arbeiterschaft mit der äußersten Rechten. Mit be- sonderer Schärfe wandte sich Hermann Müller gegen das provokatorische Treiben der deutschen Ratio- n a l i st e n, das in dem Stapellauf des Stinnesfchen„Tirpitz"- Dampfers in Hamburg seinen volksverderblichen Höhepunkt erreicht hat. Ebenso energisch forderte er von der Regierung ein enffchloffenes Handeln gegen die Selbstfchutzorgani- sationen, diese„Sturmtruppen gegen die deutsche Republik", durch deren Weiterduidung die Reichsregierung unsere Lage am Verhandlungstisch in so überflüssiger Weise erschwert hat. Im übrigen betonte Müller gapz unzweideutig die Uner- süllbarkeit der Pariser Beschlüsse, gleichzeitig aber die Rot- wendigkeit, jede noch so schwache Brücke, die zu einer Ver- richtete, war, vom rein parteipolitischen Gesichts- pmckt aus betrachtet, eine ziemlich dankbare Aufgabe, aber gerade deshalb hätte er bester unterbleiben sollen. Die Unabhängigen hätten sich ruhig in dieser Stunde hierin die- selbe Zurückhaltung auferlegen sollen, wie der Redner unserer Fraktion. Zumal, und das ist die Hauptsache, die fest- gehalten zu werden verdient, auch die Unabhängigen nach wie vor die Pariser Beschlüsse als undurchführbar und im Widerspruch mit den Interessen des deutschen und des internationalen Proletariats stehend ablehnen. Nicht ohne Geschick nahm Dr. Stresemann namens der Deutschen Volkspartei Dr. Simons in Schutz gegen die Breitscheidfchen Angriffe, aber seine Ausführungen, die übri- ens in der Hmiptfache auch eine Antwort auf Lloyd George ein sollten, unterschieden sich nur wenig von denen der Deutschnationalen. Das Haus, das bereits ziemlich müde war, als S ch i f f e r mit anerkennenswerter Knappheit den Stand- Demokraten darleate. leerte sich punkt der leerte vollständig, als WWWWWWR m zu . siändigung führen kann, zu betreten. Daß die Ausführungen unseres Fraktionsredners den lebhaften Beifall nicht allein unserer Parteigenosten, sondern fast der gesamten Linken des Hauses ernteten, erhöht nur ihren Wert und 1 f ihren Nutzen. Der Zentrumsabgeordnete T r i m b o r n begnügte sich mit dem Verlesen einer kurzen Erklärung, die nicht viel mehr sagte, als die seines Parteifreundes, des Reichskanzlers Fehrenbach. Die Deutschnationalen, die sich während des Vor- stoßes Müllers ziemlich unruhig verhalten hatten, schickten nun chren Vorsitzenden H e r g t, der sich wohlweislich hütete, auf die sozialdemokratischen Anklagen zu antworten und sich dabei hinter das„hohe Ziel" der Einheitsfront verkroch, über dessen �endgültige Durchbrechung durch Müller er einige Kw- kodilstränen vergoß, die wohl niemand besonders tief rührten. Ilm so ausführlicher unternahm es Hergt, gegen Lloyd George zu polemisieren. Ausgerechnet Herr Hergt. der Sprecher der früheren Konservativen und Vaterlandsparteiler! fj Wenn etwas geeignet war, die Stellung Lloyd Georges in- ' direkt zu stärken, so war es sicherlich nicht, wie es Hergt giftig unterstellte, die Rede Müllers, sondern die Polemik, die Herr Hergt namentlich in der S ch u l d f r a g e gegen den englischen Premierminister führte. Und wenn der Freund der Lielfferich und Westarp auf John Maynard K e y n e s sich noch öfters be- rufen sollte, so ist zu befürchten, daß dieser tapfere Engländer und alle Gleichgesinnten ln den Ententeländern sibließlich daraus verzichten, ihren Kampf gegen den Versailler Frieden aufzu? t en. Im Namen der Unabhängigen hielt sodann Dr. Breit- scheid eine reichlich lange Rede, die sich im allgemeinen in derselben Linie bewegte, wie die Müllers. Der scharfe Angriff, den Breitjcheid gegen Dr. Simons' Verhalten in London � Ssi mMm enwkraten darlegte, Stöckers kommunistische Tiraden einsetzten. Man hörte beim Verlaffen des Saales Sätze wie:.Jamps gegen die Bourgeoisie und gegen das Burgerwm", unterstrichen durch die baritonartigen„Seh? wahr!" Adolf Hoffmanns, und ent- fernte sich mit der Ueberzeugung, nichts Weltrevolutionäres zu versäumen... Alles in allem: die Einheitsfront der deut- schen Arbeiterschaft gegen 0'.e Pariser Beschlüsse ist im Reichstag erneut zum Ausdruck gekommen, zugleich aber ihre Kampfstellung gegen die eigenen Ratio- na listen. Und wenn überhaupt etwas in London im In- teresie Deutschlands und des Friedens noch günstig wirken kann, so fft es dieses doppelte Ergebnis der Reichstags- debatte. Die Erklärung ües Reichskanzlers. Reichskanzler Fehrcabach: Der Reichstag hat den Wunsch geäußert, über den Gang der Verhandlungen in London unterrichtet zu werden. In den Tagen, da unsere Augen mit der größten Aufmerksamkeit auf London ge- richtet sind, den Ort ernstester Entscheidungen der deutschen Lebens- stagen, ist natürlich der deuffche Reichstag als Repräsentant des deuffchen Boltswillens mehr als je von dem Verantwortungsgefühl durchdrungen, das den politischen Faktoren auferlegt ist. Es hat aber auch das Kabinett die Frage sorgsältig geprüft, ob und inwie- weit es im gegenwärtigen Moment mit Erklärungen in diesem hohen Haus« die Aufgabe fördern oder schädigen kann, die unseren Unterhändlern in London obliegen. Diese Erwägungen haben das Kabinett zu der Ueberzeugung geführt, daß wir uns während der schwebenden Verhandlungen auf ein Mindestmaß ö f f e n t- licher Erklärungen zu beschränken haben.(Hört! hört! und Unruhe bei den Komm, und Unabh.) Ich holte mich daher für verpflichtet, über folgende Erklärungen nicht hinauszugehen:' Dos Kabinett muß enffcheidendes Gewicht darauf legen, daß unsere Unterhändler bei der Durchführung ihrer Ausgaben durch einen in seinen Folgen unübersehbaren Eingriff von hier nicht g e- stört werden. Im Einklang mit den vom Reichstag gebilligten Richtlinien hat der Minister"des Auswärtigen vom Kabinett den Auftrag mitgenommen, daß er seine Unterschrift unter keinerlei Ver- pflichtungen setzen darf, die das deuffche Volk nicht tragen könnte. An oiesem Auftrag ist nichts geändert worden und wird nichts ge- i ändert werden. lBeifall bei der Mehrheit.) Das Kabinett ist über- >'eual, daß der Mnister des Auswärtigen alle Unierhandlungsmög- ! lichkciken innerhalb der gezogenen Grenzen ausnutzen wird. lZuruf Hofsmann: Welches sind die Grenzen?) Lassen Sie mich der sicheren Erwartung Ausdruck geben, daß das deuffche Volk die Unterschrift seiner Beauftragten einlösen wird, wenn sie eine Zusage deckt, die nach sorgsamster Prüfung die Grenzen äußerst möglicher Leistungen' innehält, daß das deuffche Volk aber eben so fest hinter seinen Beauftragten stehen wird, wenn sie sich weigern, ihren Namen unter«in Schriftstuck zu setzen, dessen Erfüllung unmöglich ist.(Lebhafter Beifall bei der Mehrheit.) Das Urteil der Sozialdemokratie. Abg. Müller-Franken(Soz.): Die Rede des Reichskanzlers hat keine Ueberrafchunqsn gebracht. In ihr ist für. mich der enffcheibende Satz der, daß der Reichsaußen- minister alle Unterhandlungsmöglichkeiten innerhalb der gezogenen Grenzen ausnützt. Ich kann mir diese Erklärung des Reichskanzlers nur io auslegen, daß er auf Grund der Verhandlungen in London zurzeit nicht in der Lage ist, uns mehr zu sagen.(Unruhe bei den Kommunisten und Unabhängigen.) Wir verkennen die Situation in keiner Weise, unter der der Reichsoußenminister in London zu ver- handeln gezwungen ist und ick verstehe, wenn die Reichsregierung gewisse Bedenken gehabt hat. diese Verhandlungen hier zuzulassen. Aber auf der anderen Seite soll man sich darüber klar sein, daß in dieser für das Reich sowie für das Volk schicksalsschweren Sltualion der Deuffche Reichstag Gelegenheit bekommt, seiner Aussaflung Aus- druck zu geben, besonders anläßlich der jüngstcu Rede des englischen RUnisterpräsidenteu Lloyd George in London. Unsere Stellung zur Erklärung des Reichskanzler», soweit der sachliche Inhalt der Unter> Handlungen in Betracht kommt, lehnt sich an an die Erklärung, die ich bereits im Auftrage meiner Fraktion von dieser Stelle aus am Z. Februar abgegeben habe: Wir halten die Pariser Ab- machungen für unausführbar für Deutschland. Im Falle der Ratifizierung würden noch unserer Auffassung Regierung und Parlament sich einer Unwahrheit schuldig machen. Die Unter- schrist würde aber auch gar nichts nutzen, weil die wirtschaffficho Krisis, unter der alle Länder leiden, sich zur europäischen Katastrophe auswachsen würde. Aber bei diesen negativen Fest- stellungen kann es nicht bleiben, denn auf der anderen Seite sind nun einmal Trümmerfelder, denen gegenüber wir positive Vorschläge zu machen haben. Diele Leute in Deutschland haben vergessen, daß wir im Kriege unierlegen sind. Dieses Unterliegen hat an sich ge-, wisse Konsequenzen für uns. Und wir, die größte politische Partei der Arbeiter, Angestellten und Beamten, haben immer erklärt, daß wir alles tun wollen, damit diese Ruinen wiederherge- stellt� werden, an denen sich der Haß in Europa immer aufs neu« entzünden würde, solange sie bestehen bleiben.(Sehr richtig!) E» gibt sehr viele Mitglieder von Ententekommissionen oller Art in Deuffchland. Es wäre angebracht, einige dieser Mitglieder nach dem wiederaufgebauten Ostpreußen zu führen, um zu zeigen, was deutsche Tatkraft während des Krieges in ver- hältnismäßig kurzer Zeit dort geleistet hat. Und die Ev- klärung, daß wir bereit sind, in ähnlicher Weise in Nordfrank-, reich wirken zu wollen, unter voller Berücksichtigung der Wünsche der Bevölkerung und in gemeinsamer Arbeit deutscher und seanzöss» scher Arbeiter. Angestellten und Archileklen. würde bald auch «ine Versöhnung anbahnen, die Früchte für hie Wiedergesundung Europas tragen könnte.(Sehr richtig!) Aber ich weiß, daß es in Frankreich Leute gibt, die das nicht wollen— Kriegszge» w i n n le r, die die gleichen Gewinnchancen, die sie während des Krieges hatten, über den Krieg hinaus ausnutzen möchtcy. Wir wissen ober auch, daß diese Kriegsgewinnler in Frankreich ebenso- wenig beliebt sind wie bei uns.(Sehr richtig!) Darauf kommt es aber nicht an: es kommt in erster Linie aus die Arbeitermafsen an. und ich kann nur wieder betonen, daß die organisierten deuffche« Arbeiter sich Immer und immer wieder bemühen werden, mit de« französischen Arbeikern zu einem Pakt zu gelangen, nm ein gemeinsames Wiederaufbauprogramm zustandezubringen. Ich möchte auf eine Taffache aufmerksam machen, die in den meisten Kreisen Europas nicht bekannt zu fein scheint: Bis Mitte Februar haben in Genf unter dem Borsitz des Präsidenten des Internationalen Arbeitsamtes des Völker- bundes. Albert Thomas, Verhandlungen zwischen den Vertretern ber_ deutschen und französischen Arbeiterorganisationen stattgefunden über die Frage des Wiederaufbaues der zerstörten Gebiete in Nordfrankreich. Der enffcheidende Passus der gemein- famen Entschließung, die am Ende der Verhandlungen gefaßt wurde, lautet:„Die Organisationen der Bauarbeiter Frankreichs und Deutschlands hoben den Wunsch, an dem Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Frankreich gemeinsam mitzuwirken. Wir erwarten, daß diese Arbeiten unverzüglich aufgenommen werden. Wir wünschen, daß die Wiedergutmachung keine Quelle unbercch- tigter Gewinne werde." An diesen Verhandlungen hat der Leiter der französischen B a u a r b e i t e r o r g a n i s a t i o n e n teilgenommen. Aufgabe der europäischen Regierungen wäre es, auf diese Enffchließung Rücksicht zu nehmen, doch scheint es, als ob sie den Ententeregierungen unbekannt geblieben ist. denn sonst wäre es unbegreiflich, warum die Anbahnung einer praktsschen Lösung des Wiederaufbauproblems nicht erörtert wird. Auch die deutsche Regierung müßte diese Bestrebungen sör- dern, bei denen die deuffche organisierte Arbeiterschaft gegenüber der ganzen Welt als mächtiger Garant des Aufbaues wirken würde. Wir sind uns darüber klar, daß mit Gold allein die Frage des �Liederaufbaues nicht zu lösen ist, was die Schwierig- leiten der Londoner Verhandlungen natürlich erhöht. Ich glaube beute noch, daß Lloyd George unter dem ersten Ein- druck der deuffchen Vorschläge steht, sonst wäre die niedrige Be- wertung des deuffchen Angebots unerträglich. Ich will keinen Ver- gleich ziehen mit den Ausführungen des englischen Nattonalükonomen Keynes, aber ich will darauf hinweisen, daß Deutschland eine An- leihe von 8 Milliarden Goldmark anoeboten hat, für die es den Gläubigern die notwendigen Sicherheiten bieten will. Keine der Finanzautoritäten, mit denen ich über dieses Angebot ge- sprachen habe, hält die Aufbringung dieser Summe auf dem wter- nationalen Geldmarkt für möglich. Da aber mobilisierbares Geld gebraucht wird, ist hier eine Brücke der Verständigung. Mit Anwendung von Sanktionen kann man nur neue Un- ruhe in die Welt bringen, die der Ruhe so sehr bedarf. Man kann polittsche und wirtschafffiche Zusammenhänge zerstören, aber man kann nicht zerstörte Gebiete auf diese Weise auf- bauen, was bei gutem Willen nicht allzu schwer sein würde. Nach VA Jahren Krieg muß die Welt einsehen lernen, daß brutale Gewalt kein Faktor ist, um Ruinen wieder aufblühen zu lassen. Von der Regierung erwarten wir, daß man in London jeden möglichen Der- Handlungsweg betritt.(Zustimmung links.) Die Anwendung von Sanktionen muß vermieden werden, soweit das an uns liegt. Wenn unsere Gegner sie dennoch anwenden, so wird jedem objektiv Urtei- lenden klqr sein, daß das moralische Recht auf unserer Seite ist.(Lachen rechts. Zustimmung links.) Ein Verhandlunqsgegen- stand kann zum Beispiel die Frage der Vorkristungen sein. Ihr Wert wird ja von einer gemffchten Aommffsion geprüft werden. Der Matz- ftafc fihr di» Ersatzleistungen kam, ab« m» die Leistungsflhigkeit fein, die un» noch gebli««, ist. fAllgemeine Zustimmung.) Wir müssen innerhalb dies« LeisiungssShigkeit bis an die äußerste Grenze gehen.(Sehr wahr!) Es würde nichts nützen, sich dagegen sträuben zu wollen. Nicht allein fremdem Zwange solaend wollen wir das, sondern aus innerem Drange, well nur so ein Fonds von Der- trauen hergestellt werden kann, der notwendig ist, um in der Zukunft bewaffnete Konflikte umer den Völkern zu vermeiden, und das ist uns« heißest« Wunsch.(Lebhafte Zustimmung bei den So» zialdemokraten.) Ein« solche, von un» selbst gewählte internationale Aufgabe sollte man nicht erschweren, indem man anstatt wirt» schaftlicher Verhandlungen mit dem Säbel rasselt. Do» dient nur den Nationalisten hier im Lande. Wir haben heur« wieb« den Zustand wie im Kriege, daß sich die Militaristen und Nationalisten aller Lander gegenseitig in die Hände arbeiten.(Unruhe rechts. Zustimmung bei den Sozial. demokraten.) Es gibt nicht nur bei uns Männer, die den Geist von 1914 noch pflegen. Als unsere Aufgabe beirachten wir es, diesen Leuten im eigenen Lande das Handwerk zu legen. Leider finden wir hi« nicht immer die Unterstützung derjenigen Kreise, die uns dabei unterstützen sollten. Es ist äußerst unbequem, daß uns Lloyd George jetzt wieder daran erinnern kann, daß die Eni- waffnungsklausel nicht ausgeführt ist, daß die Selbst- fchutzorganisationsn weiter bestehen, die wir schon deshalb bekämpft haben, weil wir sie als Stoßtruppe gegen die deutsche Republik ansehen. lGroße Unruhe rechts.) Wir »«langen schleunigste Entwassuung dieser dewafsnete» Landen. Es genügt nicht, daß die Regierung Erklärungen abgibt; wir verlangen, daß die Regierung handelt. Ich erinnere an das. was wir in der Entwaffnungsfrag« in d« Erklärung meiner Fraktion bereits gesagt haben. Es ist heute in diesem Lande viel von der notwendigen Bildung einer Einheitsfront die Rede. Solange solche Gegensätze in der Entwaffnungsfrage vorhanden sind, ist die Einheitsfronk praktisch unmöglich. (Graf Westarp sDnat-s: Sehr richtig!) Ich freue mich, daß Sie, Herr Graf Westarp, das so offenkundig zum Ausdruck bringen. Wir find mit den übrigen Parteien einer Meinung darin, daß das un«- füllbare Paris« Diktat von uns nicht akzeptot werden kann, wie ab« üb« diesen negativen Standpunkt hinaus ein« Plattform für die Einheitsfront gebildet w«deu kann,»«siehe ich nicht. Es schadet un» nicht, wenn das vor d« ganzen Welt zum Ausdruck gebracht wird. Wie wenig wir uns noch oerstehen, zeigt d« Umstand, daß in Deutschland in dieser Situation noch die merkwürdigsten Dinge passieren. In Flensburg ist in dies« Woche auf der Stinnes- werft ein neu« Dampfer herausgebracht, der ausgerechnet mit dem Namen eine» Manne« in di« Welt hinausgeht, der als«in« der typischsten Vertreter des alten Regimes gilt.(Erregte Zurufe rechts.) Dieser Mann wird von den weitesten Kreisen des deutschen Volkes als einer der schlimmsten Reichsverderber angesehen.(Erneuter Lärm rechts.) Die Arbeiterkrelfe Deutschland» empfinden es als die frechste Provokation.(Zustimmung links, erneuter großer Lärm rechts.) Und da oerlangen Sie(nach rechts) von uns die Bildung ein« Einheitefront mit Ihnen! Wir find jederzeit bereik. die«rbeiterschaf« vor Sklaverei zu bewahreu. ab« Tlrplh lehueu wir dabei ab. Präsidenr£96« Herr Abg. Graes«, Sie haben zu vielen Malen dem Redner zugerufen, er spreche im Namen des französt» Sjen od« des englischen Volke». Diese Zuruf« rüge ich als unzu» sjlg.(Lebhaft« Beifall.) Abg. Müll«.Franken(Soz.) sortfahrend: Beleidigungen von der Rechten habe ich aufgehärt übelzunehmen. Wood George hat be- wiesen, daß es für deutsche Verhältnisse ihm völlig an Verständnis fehlt. Was an uns«em Steuerwesen»«besierungsbedürftig ist, wissen wir selbst sehr genau. Wir leiden noch an dem Erbe d« Btsmarckkchen Steuerpolitik. Wir müssen uns»e gesamt« Steuerorganisation auf einen neuen Baden stellen. Weiß Lloyd George, wo« die Erhöhungen der Preise für Tee, Tabak, Zuck« usw. für Millionen armer Teufel bedeuten? Wieviele Mil- Konen deutscher Proletari« können keinen Zuck« kaufen! Eine der- artige Belastung führt zu Sklavenarbeit. Ab« mik Sklavenarbeit wird Europa nicht aufgebaut. (Lebhaste Zustimmung.) Wenn Lloyd George von den blühenden Städten spricht, so sollte er die Bürgermeister der deutschen Städte fragen, wie es damit bestellt ist, ganz abgesehen von Kinder. sterblichkeit und Wohnungsnot. Dabei sind viele Städte genötigt gewesen, das Existenzminimum zu besteuern. das der Reichstag den Proletariern freigegeben hell.(Lebhafte Zu- trotzdem noch mdwekte Beweis liefern, daß wir stnmmmg.) Dich« Aermfi« soll« wir Steuern ausladen? Zwar werden wir den auch darin bi» an die Grenze de» Möglich« gehen wollen, aber die Arbeiterklasse der ehemals feindlich« Länder müßte wifien. daß die Verelend u na der deutschen Arbeiterschaft auch die der anderen Länder nach sich ziehen muß. Wiederausbau und Erholung, der« olle Völker bedürfen, werden h«beigeführt werden nur durch den Willen all« Verständigen, ab« n cht durch die Männer, die solch« Sanktionen ersinnen.(Lebhast« Beifall link».) (Weit«« Bericht auf der dritten Sei«.) Teilrevolution in Rußland. Ein Funtsprach der Sowietregienmg spricht davon, der Auf st and der Kronstaoter Matrosen und der Petersburger Arbeiter sei durch die konterreoolutio- nären Umtriebe des mit der Entente in Verbindung stehenden Generals K o s l o w s t y ins Leben gerufen worden. Die Tat- fache eines Petersburger Aufstandes wird hier also amtlich von russischer Seite zugegeben. Zwar hieß es in einer Meldung vom 2. März, der Aufstand sei bereits wieder unterdrückt wor den, aber diese Nachricht stellte sich insofern als vorellig her- aus, als am nächsten Tage die Matrosen von neuem Herren der Lage waren. Nach den letzten Drahtungen soll Petersburg vollständig in der Hand der Ausständigen unter Führung Kost lowfkys, K a l i n i n und andere Sowjetkommissare sollen als Gei eln verhaftet und S i n o w se w, der Diktator von Petersburg, soll in das benachbart« Oranienbaum geflohen sein. Als Hauptgrund für den Aufstand wird die katastrophale Lage auf dem Lebensmittelmarkt angegeben. Daneben ver- langen die ausständigen Arbeiter vor allem Wiederherstellung der persönlichen und politischen Freiheit. Fest scheint ferner zu stehen, daß es auch in anderen GebietenRußlands zu revolutionären Erhebungen ge- kommen ist. So in Odessa und Moskau. In Moskau scheint die Bewegung blutig unterdrückt worden zu sein, aus Odessa stehen noch genauere Nachrichten aus. Ob die Nach- richten angeblich bolschewistischer Blätter über Kosaken- und Bauernaufstände im Orenburger Bezirk und an der südlichen Wolga den Tatsachen entsprechen, mag dahin- gestellt bleiben. Das Moskauer Regierungsorgan„Prawda" nennt die Lage jedenfalls„ungeheuer schwierig". « Prag, 5. März.(MTB) Die hiesige„Wolsa Rossij"«hielt üb« Reval folgenden Funkspruch: „Nach dem Willen d« Kronstadt« Matrosen, Roten Gardisten und Arbeft«, ist alle Macht in K r o n st a d t in die Hand des Pro- oisorischen Revolutionskvmitees ohne einen einzigen Schuß übergegangen. Die Kronstadt« Kommunisten gestehen selbst ihre Fehl« zu. Die arbeftende Klasse in Kronstadt ist entschlossen, sich nicht mehr vondenSchöuredereienderKommunisti- scheu Partei»«führen zu lassen, die sich Vertreterin de» Volke» nennt, ab« in Wirklichkeft das Gegentell davon ist. Genossen. glaubt nicht den Worten der autokratischen Kommissare, welche Euch überzeugen, daß in Kronstadt ein Stob weißer Offizier« mft dem General koslotvski an der Spitze arbeite. Das ist eine frecheLüge. Die Flafte, die Besatzungen d« Forts und d« Festung von Kronstadt haben ihre Ergebenheft und ihre beb in- gungslose Unterwerfung unter das Provisorische Revolutionskomitee proklamiert. Die Kronstabter Genossen fordern Euch auf, Ihr wöget Euch Kronstadt sofort anschließen und Euch mit ihnen fest»«binden, damit durch gemeinsam« Anstrengungen di« langer- sehnte Freiheit errungen werde. Genossen! Die Lage ist ernst, wir«warten sofortig« Antwort." Helflugfor», 5. März.(TU.) Nach den letzten Berichten feuert die rote Artillerie von den Hügeln vor der Stadt Moskaz i n die Arbeiterviertel, wo der Aufstand ausgebrochen ist. Mehrere hundert P«sonm wurden von dem Granatfeu« getötet. Aus allen Gegenden wird eine Zunahme der Aufstandsbewegung gemeldet. Petersburg ist von dem übrigen Lande a b g e- schnitten. Lebensmittel sind nur noch wenig vorhanden. Dle Stadt- steht unt« Kriegsrecht. Alle Hauptstraßen w«den von roten Truppen bewacht. Insurgenten verteilen Waffen und Munftion. Die Lätiüer im Reichsrat. D« Reichsrat hieb am Sonnabendabend um dieselbe Zeit, als die Reichstagssitzung begann, eine öffentliche Sitzung unt« Vorsitz des Minifters Hemze ab. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildete der Gesetzentwurf üb« die Vertretung der Länder im Reichsrat. Art.«1 Abs. 1 d« Reichsverfassung soll danach wie folgt gefaßt werden:»Im Reichsrat hat jedes Land mindestens eine Stimm«. Bei den größ«en Ländern entfällt auf 700000 Ein. wohner eine Stimm«. Ein Ueberfchuß von 350000 Einwohnern wird 700 000 gleich gerechnet. Kein Land darf durch mehr als zwei Fünftel all« Stimmen vertreten fein."— In der Begründung wird darauf hingewiefen, daß die vorgeschlagene Neuerung befond«s mft Rücksicht auf Preußen getroffen werden soll. Preußen zählt jetzt mit seinen 13 Provinzen nur 11 Stimmen im Reichsrat, so daß nicht alle Provinzen ihre Vertretung finden.— Das Plenum des Neichsrats nahm, dem Borfchlag des Ausschusses enffprechend, den Gefegentwurf unverändert an. Die Dewährung der neuen llanüräte. Der Sturm der reaktionären Presse gegen die Perfonatooliffk des preußischen Innenministeriums hat in der letzten Zeit an Hesttg keft zugenommen. D:elfoch wird von dieser Seite behauptet, daß vielen der nicht sachlich vorgebildeten Landräte jetzt hätten Regie- run.gsafsessoren beigegeben werden mjjsftn, die die Ge- schäst« erledigen, die früh« der Sandrat selbst erledigt habe. Genau das Gegenteil von dieser Behauptung ist nchtrn. wie sich aus folgender Zu>ammenstellu«g, die vom preußischen Mimsterium des Innern aufgestellt ist, ergibt: Von den 430 Landratsämtern Preußens werden zurzeit S7 von Sozialdemokraten verwaltet. Von diesen 57 jetzt von So- zialdemokraten verwalteten Landrotsämtern waren im Friedensjahre 19 1 3 32 Aemtern Regierungsassessoren zugeteilt. I etz t find bei den- selben 57 Landratsämtern nur noch 8 Regierungsassessorev beschäl tigt, und zwar je einer bei den Landratsämtern in Nauen, Halle, Linden, Blumenthal. Bochum und Wiesbaden. Dem fozialdemokro- tischen Landrat des bedeutenden Kreises Niederbarnim sind wie vor dem Kriege auch jetzt 2 Regierungsassessoren Zuge- teilt, ebenso wie dem n i ch t sozialdemokratsschen, s a ch l i ch vorge- bildeten Landrat des Kreises Teltow, in dem tue Verhältnisse ähnlich liegen wie im Kreise Niederbarnim. Der dem Landret des Kreises Bochum zugeteilte Regierungsassessor ist gleichzeitig bei der Polizeidftektion Bochum tätig, während vor dem Kriege bei dem Landratsamt und der Polizeidirektilm Bochum je ein befände- rer Regierungsasscssor beschäftigt war. Dem sozialdemokra- tischen Landrat des sehr wichtigen Kreises Waldenburg, bei dem stets«in Regierungsassessor beschäftigt war, war nur vor- übergehend ein Regierungsassessor zugeteilt; es wird ihm dem. nächst wieder einer zugeteilt werden. Dem jetzt von einem« o- zialdemokraten verwalteten Landratsamt Hörde waren im Jahre 1913 zwei Regierungsassessoren zugeteilt, jetzt keiner. Nur vorübergehend war bei diesem Landratsamt em Regierungsassessor beschäftigt. Bei 25 weiteren setzt von Sozialdemokraten verwaüewn Landratsämtern, denen früher stets ein Regierungsassessor zu- geteilt war. ist jetzt kein Regierungsassessor beschäftigt, und zwar weder zur Hllseleiswna noch zur Ausbildung. In keinem Falle ist einem von einem Sozialdemokraten geleiteten Kreise, dem früher kein Regierungsassessor zugeteilt war, jetzt ein solcher zugeteilt wor- den. Es werden also jetzt bei den von Sozialdemokraten verwalteten Landrotsämtern ganz bedeutend weniger Regierung s» assessoren beschäftigt als früh«, wo diese Landratsanfter von fachlich vorgebildeten Beamten verwaltet wurden. Die ixiu Hamburger Bürgerschaft trat am Sonnabend, den 5. d. M., zum erstenmal zusammen. Die 150 Sitze oerteilen sich auf Sozialdemokraten 67. Demokraten' 23, U.S.P. 2, Kommunisten 18 (darunter Wilhelm Herzog als zweit« Borsitzender d« Fraktion». Deutsche Lolkspartei 26, Wirrschaftsbund 6, Deutschnationale 18. Unter den Mitgliedern befinden sich Dr. P e t e r s e n, M. d. R.(Dem), D a u d, M. d. R.(D. Bp.). G u t k n e ch t. M d. R.(Dnat.). Zum Präsidenten wurde Genosse Dolksschullehrer Roß wiedergewählt. Die Senatsbildung, die all« Wahrscheinlichkeit nach in ein« Be- stätigung des alten Senats unter geringfügigem Personenwechsel be- stehen wird, ist noch nicht«folgt. Die Sounenseldanklage«wettert. Die holländische Regierung hat gestattet, daß Ernst Sonnenseld wegen all« Straf raren abgeurteilt werde, die im Haftbefehl behauptet sind. Die letzte Jährt. «» war ein recht«, herbsrlscher Borsrühlingstag. an dem wir Franz viederich das letzte Geleft gaben— weft hinaus vor die Tore Berlin, nach dem Waldsriedhof Stahnsdorf. Immer aufs Leben bedacht, Haft«« selbst keine letzt« Bestimmung getroffen. Aber seine Lieben haben au» seinem Empfinden heraus die Wahl für fein« letzte. Ruhestätte getroffen. Fern von d« Unrast der lärmenden Großstadt, mitten im Frieden d« stillen Landschaft, von d« ernsten Architektur d« Liesern umragt und von d« Lieblich- kell der hellen Birten umzittert, ist sein Grab so recht nach seinem Sinn. Hi« hat« gewandert und die Natur belauscht, und hl« gehl« wieder«in zur Mutt« Erde, mit d« er immer in engem Bunde war.... Seichte Regenfeuchngkeit sprühte. Auf den Feldern und Aeckern regt« es sich bereits: d« braune Bode» goß scharfen Brodem aus, zu neu« Fruchtbarkeit bereit. Städt« und Bauern waren an da Arbeft auf ihm. Es lag auf allem der feine Duft des Werden«, ein leise« Ahnen de» sich ankündigenden Frühlings klang au» Busch und Gebreiten. Ein Tag ganz nach dem Herzen Diederich», d« als Dichter und Mensch d« Künd« und Wegbereit» des Kommenden war. In d« Friedhofshalle bereiteten Mozarts Weihetlänge, von Vangvollen, kunstreichen Stimmen de« Guttmannschen Chor» ge- jungen, die Andachtsstimmung des Abschieds und de» feierlichen Be- kenntnisse» zum Wert und Wert des Mannes. Ein reich« Kranz au« Llebe, Verehrung, Hochachtung ward ihm gewunden von all denen, die im Namen d« Tausenden rühmendes Zeugnis für sein Wirken und Schaffen ablegten. Den Kollegen, den stets opfa- und hilfsbereiten, den guten Kameraden, der allen Jungen ein un«» müdlich« Rat« war. führte un» Genosse K l ü h s als Sprecher der Redaktion de».Vorwärts" vor Augen. Erschüttert stehen wir an d« Bahre de» Dichters, Freunde» und Kam«aden. d« so un«- wartet au» d« Füll« seines Schaffens von uns ging, des Dichters der Freiheit, des Freundes der Unterdrückten, de» Samereden der Kämpfenden. Aber wir handeln in seinem Sinne» wenn wir von der traurigen Abschiedsstunde den Blick in di« Zukunft Achten, die neu« Kämpf« bringt, aber auch neue» Werden au» D«gongenem sprießen läßt. Aus Diederich» Versen hob b« Sprech« ein paar hervor, die sein innerste» Wesen, seine teilnehmend« Freude an alle« Waden kennzeichnen: Und ob er Sonnenfernen fände. Den Eeherbsick begrenzt die Zeit: Der Menschheft fernste« Werdensend« Reift neuen W«dens Ewigkeit. Dm sugendfrffchen Kämpf«, der in schwierig« Zell un Zchwqrzen Winkel(Dortmund) opsermutig begann, de» anjeuerndea Streit« für Freiheft und Lufftieg, den Denk« und Lehr«, den gütigen Menschen und lieben Freund ehrte Genosse Molkenbuhr namens de» Parteivorstandes. Und dann gab un» Heinrich Schulz(Zentralbildungsausschuß) voll inner« Bewegtheft die liebevollste und treueste Charakteristik des ganzen Menschen. Er sprach als sein langsähriger Gefährt«, selb« Niedersachse und ein Stück Dichter. Im eisgrauen Bart blieb Diederich voll« Lebens- sreud« und d« Jüngsten einer, well er nie aufhörte, innerlich jung zu sein. Im Jungen sah er die Schönheft de» Lebens, und er, der tiefe Dicht«, war vor allem ein Schönheitssucher, d« uneigennützig in allem Neuen und Jungen Schönheitswate fand und weit« gab. Sein höchstes Lebensziel wor, die Verbindung zwischen d« Schönheit und der sie ersehnenden Masse herzustellen. Darum war er«in Freiheitskämpfer nach außen und ein restlos« Schönheftswerber in der Partei. Sein Beispiel leuchtet uns weit« voran.— Von der Volksbühne sprach Genosse I. Schikowski. Die Volksbühne hat. so führte er au», einen schweren Verlust erlitten. Diederich war ihr d« treueste, aufrichtigste Freund, der mft unermüdlich« Arbeitsfreude sein reiches Wissen in den Dienst d« idealen Sache stellte. Die Saat, die er ausgestreut, wird weit« blühen und Früchte trogen, zum Segen de» Volke» und der Kunst. Das Regengewölk hatte sich verzogen, hoch stand d« licht« Himmel, ol» wir, nachdem ein friedevolles deutsches Lied von Weber verklungen war. die letzten Grüße Franz Diederich ins Grab sandten, dem ewig Jungen und Lebensfreudigen, dem Gütigen und Frohen, dem Kämpf« und Dichter. In letzter Stunöe. Von Anselms Heine. Sie hatten eigentlich zur Abstimmung nach Ober- schlesien fahren wollen, ihrer beider Heimat. Ganz fest hatten sie es sich vorgenommen. Nicht mehr Deutsche sein? Unmöglich! Und selbst, wenn man gar nicht an sich selb« dacht«— ganz Deutschland war ja in Gefahr, wenn Oberschlesien abgetrennt wurde. Täg- lich las man es in den Zeftungen:.Äohlengebiet. Ausfuhr, Heiznot." Nein, man mußt« hin! Aber dann kamen all di« vielen Hmder- risse. Die Dorb«eftungen waren so umständlich, Else hatte kein Reisekleid, und ein« Vertretung für Rudolf war auch nicht so leicht zu beschossen..Und weißt Du, Männchen, auf zwei mehr od« wenig« kommt es ja nicht an. Und überhaupt, morgen ist das Be- gräbni» von Meta, Mutt«, da k a n n ich gar nicht fehlen, es wäre herzlos. Sie ist doch meine Jugendfreundin. Heute früh ist sie au» München angekommen. Wir müssen gleich nachher hingehen und kondolieren." Die Jugendfreundinnen saßen mit Rudolf im Wohnzimmer. Meto sprach unaufhörlich. Sie stiert« vor sich Hut und sprach in di« Lust hinein. Ihr sonst so lebenslustiges Gesichtchen war wie v«- fLaaert.Seit zwei Jahre« habe ich sie nicht mehr besucht. Ich hotte keine Zeit. Imm« so viel zu tun. So schwer. Urlaub zu bekommen im Bureau. Jetzt ist sie tot. Erst im Sarge habe ich sie wieder- gesehen. Und sie hatte Sehnsucht nach mft. ich weiß. Sie rief nach mir. Alle«zählen das. Ihre Kind« wollte sie um sich haben, hat sie gesagt, als sie trank wurde, dann würde sie uüeder gesund wer- den. Ab« ich bin nicht gekommen. Ich hatte kein« Zelt. Da kam gestern das Telegramm. Sie war tot. Jetzt auf einmal ging es! Jetzt hotte ich Zeit für unsere Mutter. Jetzt, da es zu spät ist." Sie brach in bitteres Wemen aus. Rudolf und Else wechselten einen langen Blick. Sie verstanden sich. Sanft legte Else ihre Hand auf Metas heißes Haar.»Wirft Du es verstehen, Meta, wenn ich morgen beim Begräbnis nicht a» Dein« Sefte bin? Wir reisen nach Oberschlesien. Roch in letzter Stunde. Unsere Mutter ruft." .Zigeunerblut' in da.Komischen Oper". Die Theaterstücke und Operetten wand«n neuerding» von ein« Bühne zur andern. K a l m a n n s Operette, die früher b«eits an ein« andern Berlin« Bühne gespielt wurde, ist etwa» umgetauft jetzt in der Komischen Oper neu aufgefrischt worden. Aber„Zigeuiierblut" ist wenig darin! Sentimentalität und forcierte Urwüchsigkeit, Czardas- und Walzerrhythmen sind die wesentlichsten Bestandteile. Manches Ge- fällige und Melodische hebt die Stimmung. Darstellung und Tanz wirkten in der Aufführung mehr als die Gesangsleistungen. Gustav Charte war ein prächtiger Zigeunerprimas, dessen leise Selbst- ironte die Rolle um so erträglicher mochte. Else Müller bewährte ihre draufgängerische Originalität. Schön in Erscheinung und gra- ziös in der Bewegung bewies Elly Leux ihre all« Qualität, ab« stimmlich war sie nicht auf der Höhe. Flott und lustig gab Lotiis K a l i g e r einen jungen Lebsgrasen. Eine überaus ulkige Figur stellt« Karl Reißer auf die Beine.— Das Publikum war dankbar und verlangte di« gongbarsten Nummern äa capo. ®U Btefi« B»lk«»p« Verl« gibt am Montag, beu 7. Mär,. 694 Uhr. im Walhalla-Theater unter Leituna von Richard Hagel.Pen Troubadour". vorrräg«. Gesellschaft der Freunde d« Charl»ttenb»r«r Kirnssgewerds- und Handwetteischule, Tienslag, L Uhr abends, ftl d« ssbarlortenburger Kimstgewerteschule, Wi'merZdorfer Stt. 166, X. vor- tra-j-hend Dr. Mai Osborn: Kunst und Presse.— Mttwoch, S. März. S Uhr, Cezession. BortragSabend Silli Schoendvrn lBolksbuhne) Stucken, Äiegel, Tbomas Mann, Rudolf Leonhard.— IoZma Selim und Dr. Ralph Benatzky wiederholen ihren heiteren Abend am Mittwoch, 8. März, in den Kawmerspielen. Beginn 8 Uhr. Eine Schewtschenko.tzeler i» Berlin. Die Ukrainisch« Gesellschaft in Berlin veranstoltet am Freitag, den 11., Uhr, eine GedächtniSseftr an- läßlich der 60. Wtcderkehr deS Todestages des ukrainischen Rationaldichters Taras Schewtschento im Logendans, Joachimstbalcr Str. 12a. Rene Laar-Marten. Eine»ndgllllia- Zerle neuer für das Metz!« Saaczeblet benimmt« Marlen befindet sich in Vorbereitung. Die fron- zöfiichen Behörden Hab«, de» bekannten panzöfischen PhtlateNste« Mou» lader. der auch ein geschickter Zeichner ist. out b« ZlnZerttguxg der Cot. wmi«««traut, Vr.?0H ♦ 58. Jahrgang 7. Heilage öes vorwärts Sonntag, 6. MärZ 1921 BE«e2e�j�B�«ssaH Der verurteilte Staatsanwai An i- Das Urteil im Kommunistenprozeß. Kassel. 5. Mörz.(Eigener Drahtbericht des„NsrwSrts".) Bor> einen ungünstigen Eindruck nicht gemacht. Aus der dem Gerichtsgebände Stacheldraht. Sipo. Lostautos und vielleicht Ucberzeugung, daß sie K o m m u n i st e n sind, kann natürlich«in auch Maschinengewehre. Die Kommunisten haben in einer � Grund zur Verschärfung des Urteils nicht ongc- Demonstrationsversammlung am Freitagabend einen Demon-! nommen«crden. stratiouszug angekündigt, um' gegen den Staatsanwalt, der I• politische Angeklagte als ehrlos und schamlos bezeichnet hat, zu i Das Urteil, noch mehr aber die Urteilsbegründung be- protestieren.! deuten eine Verurteilung des Stoatso nw o l t s, Bor dem Gerichtsgebäude haben sich Tausende von Ar- beiter» aller sozialistischen Parteien eingefunden. Der Zuschauerraum des Gerichtssaales ist dicht besetzt. Der Vorsitzende verkündet das Urteil: Es ergeht folgendes Urteil: Die Angeklagten Küster und Lohagen werde» frei- gesprochen. Dl« fünf übrigen AngeNagten werden wegen verbrechen gegen die Verordnung des Reichspräsidenten verurteilt: Slingmüller zu g Rloualeu Gefängnis. Schroer und Z e l s e r zu 4 Monaten, h a r b i ch und R a b b i ch zu je 2 Monaten Gefängnis. 3« 1 Monat Untersuchungshaft wird angerechnet, das Material wird eingezogen, zur Tragung der Kosten werden die Angeklagten verurteilt. An die Verlesung des Urteils knüpft der Vorsitzende folgend« UrtÄlsbegrSndung: Ebenso wie scher Angeklagte, der unschuldigt beschuldigt ist. das Stecht hat. freigesprochen zu werden, so haben auch der Staat und die Allgemeinheit ein Recht auf Verurteilung eines Schuldigen. Davon kann sich das Gericht nicht abbringen lasten durch Proteste und Um- züge einzelner Parteien. Die Angaben der Angeklagten in der Haupt. Verhandlung stimmen mit der Wahrheit nicht überein. Das Gericht legt seinem Urteil dos Urkundenmaterial und die Aus- sagen im Borverfahren zugrunde. Das Gericht nimmt an. daß in Essen ein« Bezirksoberleitung bestanden hat, in Dort- mund eine Unterbezirksleitung, und daß offenbor noch andere Be- zirksftäb« bestanden haben, so auch in Düsseldorf. Die Leitun- gen standen anscheinend mst einer Zentrale in Berlin in Ber- bindung. Die Institution hatte den Zweck der Zersetzung der legalen militärischen Derbände und außerdem den Zweck der Zusammen- fastung von Personen zu militärischen Zwecken. Die Rot« Armee war in Skizze fertig, deren einzelne Ausführung aber noch fehlte. Da» Gericht kann stch der Auffastung nicht anschließen, daß es sich bei dem beschlagnahmten Material um Spitzel Material handelt. Die bayerischen Einwohnerwehren bestehen-mit Genehmigung der zuständigen Stellen, daher ist das Gesetz nicht andauernd durchbrochen worden. Der Staat hat auf den Schutz durch eine Rote Armee in unzweideutiger Weise ver- zichtet. Die Bildung einer Roten Armee war bislang nicht nötig, um die vermeintlichen Angriffe von rechts abzuwehren. Es gibt andere Mittel: Anrufung des Schutzes der Behörden. Vorlage des Materials, wenn daraus ein Angriff gegen das Proletariat hervor- geht. Das Schaffen von Armeen von rechts und links soll gerade vermieden werden, wt daraus Bürgerkriege erstehen. Zum Begriff der Notwehr gehört der Angriff von Person zu Person. nichtt von Klasse zu Klo sie. Das Gericht hat den Angeklagten m i l« dernde Umstände in weitestem Sinne zugebilligt. Sie haben nicht Unehren hast gehandelt. Darum kommt Auchkhans nicht tu Betracht. Doch ifcj: Borgehen war sehr gefährlich. Es ist nicht wahr, daß die RichteDAngeklagten aus dem Arbeiterstande gegenüber kein Verständnis aufbringen. Der Richter ist genau so gut Arbeiter wie die Angeklagten, und wenn die Angeklagten den Begriff des P r o l e- tariats so auffasien, daß jeder, der weniger als ein Existenzmini- mum bat. Proletarier ist, dann ist der Beamte und Offizier ebenso Prol�Ä� wie jeder Handarbeiter. Die Angeklagten haben persönlich des ehemaligenKriegsgerichtsrats Dr. Meyer, wie sie schärfer kaum gedacht werden kann. Man sieht aus den Urteilsgründen deutlich, wie dos Gericht sich die größte Mühe gibt, von den parteipolitischen und haßerfüllten Ausführungen dieses merkwürdigen Gerechtigkeitsvertreters soweit als möglich abzurücken. Wenn das Gericht auch einige der An- geklagten für schuldig erklärt, so hat es doch mit erfreulicher Energie abgelehnt, wie das Herr Staatsanwalt Meyer ver- langte, die Angeklagten als politische Gegner zu ächten, sie als ehrlos zu erklären und sie ins Zuchthaus zu stecken. Mit. anerkennenswerter Deutlichkeit sagt das Gericht, daß die Angeklagten nicht mit anderer Elle gemessen werden dürfen, weil sie K o m m u n i st e n sind. In der Rede des Staatsanwalts war das der immer wiederkehrende Refrain gewesen, daß die Angeklagten als Kommunisten außerhalb des deutschen Volkes ständen, daß sie als Kommunisten ehrlos seien, daß die ganze Kommunistische Partei ehrlos fei und daß man ihr gegenüber das deutschnatlonale Racheschwert handhaben müsse. Es läßt sich darüber streiten, ob das gefällte Urteil in allen Punkten der Gerechtigkeit völlig entspricht. Gemessen an den Zuchthausanträgen des Staatsan- walts und seiner d e ut s ch n a t i o n alen An- k l a ge r e d e. ließt es sich mit seinen Gründen jedenfalls wie ein Musterbeispiel der Objektivität. Das Gericht hat einige Angeklagte freigesprochen, andere verurteilt. Viel schärfer und wuchtiger verurteilt aber als selbst diese ist— der Staatsan- malt Dr. Meyer! Hinaus mit diesem Mann aus der Rechtspflege! kapitalkräftigste» MaSt soll ein gut Stück der iftriegslosten zugeschoben werden. Der neueile Vorschlag, der— einstweilen inoffiziell— in London und Pari« ausgeheckt worden ist, geht dahin. daß all? durch den Krieg verursachten Kosten und Verluste zusammen- gerechnet und rhne Deckung dann nach Maßgabe der Ein- w o h n e r z.a h l von jeder der beteiligten Nationen verlangt werden soll, wobei nalürlich die Summe, die man von den Kriegsgegnern heranspresien bat können, i« Anrechnung zu bringen wäre. Da Amerika io große Vorteile aus dem Wellkrieg gehabt Hobe und vor seinem Eintrilt in den Krieg die übrigen Nationen auch in seinem Jnteresie gekämpft hätten, sei es nickt mehr als recht, daß es seine volle Quote an der Schuldenlast trage. In New Dork meint man aber, wenn auf einem solchen o�er ähnliche» Wege die Well- Verschuldung geiilgt werden solle, könne man lange warten. Amerika habe, bevor es in den Krieg einirat, ausdrücklich sestgesiellt, daß es in leiner Hinsicht mit den Alliierten gemeinsame Sacke mackc. außer wo praklische Gründe dies angebracht erscheinen ließen. Es habe sich vollständige Handelsfreiheit vorbehalten und werde auck in der Kriegskoslenfroge keine eigenen Wege gehen. Eine solche Idee könne überhaupt nicht diskutierl werden. Ein anderer Vorschlag will an Amerika die Schuldverschreibungen»edieren, welche Deutschland iu der Wiedergutmachungssache den Alliierten geben soll. Zunächst würde man damit die Verschuldung der Alliierten an Amerika aus der Welt schaffen, dann würden die Alliierten Amerikas Goidhori anzapfen können, und schließlich— was aber nicht gesagt wird— würde Amerikas neuer Zolltarif nicht allzu hoch werden lönneu. weil Amerika doch Deutschland Gelegenheit geben muß, seine Fa- brikate abzusetzen, andernfalls es ja nickt zahlen lönnie. Amerika müsse dock einsehen— so kommt es aus London und Paris— daß die Alliirten nicht einmal die Zinien auf ihre Verschuldung zahlen könnten. Zum mindesten solle Onkel Sam sich für letztere aus der deutschen Entschädigung schadlos halten. WietfthQft Die Mark. «m 6. März galten: 100 Gulden holländisch..... 2157 M. 100 Kronen dänisch....... 1101„ 100 Kronen schwedisch...... 1303, 100 Lire italienisch....... 230, 1 Pfund englisch....... 244, 1 Dollar amerikanisch..... 62, 100 Franken iranzvstsch..... 450, 100 Franken schweizerisch..... 1038, Berglichen mit dem Stande der Mark Ende Februar hat sich unsere Valuta nicht wesentlich verschlechtert, trotz der schwer»« wirtschaftlichen und politischen Srifi«, die in London ihrer Loiung harrt, jjn New Jork z. B. hat der Markkurs in den letzten Tagen sogar etwas anziehen können. Man muß dies ober nicht so g! �- legen, als werde Deutschlands Zukunft nun günstiger beuitelU. Sondern die Spekulation hält sich zurück, wartet den endgültigen Ausgang der Londoner Konferenz ab und hat wahrscheinlich auch eine schlimme Wendung, wie üblich, im voraus eSkompriert. Amerika zahlt alles! Daß Deutschland die Hauptlasten des Weilkrieges tragen muß. gleichviel, ob eS in der Lage ist, zu be- zahlen oder nicht, ist bei gewissen Führern der Enienie eine aus- gemacht« Sache. Aber auch den Vereinigten Staaten, als der Industrieller Kapitalbedarf. Die Industrie schluckt nach wie bor riesige neue Kapitalien. So wurden im Monat Februar 1921 weit über 2 Milliarden neue Aktien und Obligationen geschaffen. Mir 2393 Millionen Mark erreicht der Februarbedars der Industrie eine Rekordsumme sim Januar 192l: 1551 Millionen Mark, im Februar>920: 807 Millionen Mark). Die Zunahme verteil: sich gleichmäßig ans alle Kategorien. Im einzelnen wurden geschaffen: 1329(Januar 908» Millionen Mark Stammaktien. 428(247» Millionen Mark Vorzugsaktien und 636<39ü) Millionen Marl Obligationen. Unter den letzleren befindet sich das ZeichnungSergebniS auf die Anleihe von Bayerischen Wasierlraft-Werke A. A. mit 500 Millionen Mark. Bei den Vorzugsaktien handelt es sich auck diesmal nicht um sogenannte Stimmrechts-Aktien, sondern in der Haupiiacke um einstimmige Vorzugsaktien, wie zum Beispiel die 250 Millionen Vorzugsaktien der AEG. Soziales. Arbeilsnot und Areizllgigke». Aus dem Reichsarbeitsministerium wird mitgeteilt: Wie am Verhandlungen des vorläufigen Reichswirtschaftsrats bekannt ge- worden ist, beabsichtigt der Reichsarbeitsminister die Verordnung über die Freimachung von Arbeits st ellen in naher Zeit wesentlich einzuschränken. Zunächst war geplant, die Borschris- ten dieser Berordnung, durch die die Freizügigkeit der Ar- beitnehmer beeinträchtigt wird, völlig aufzuheben. Im Reich?- wirtschastsrat sowohl wie von der Vertretung der deutschen Städte ist aber daraus hingewiesen worden, daß die Großstädte mit be- sonders großer Arbeitslosigkeit, wie Berlin, Kzamburg usw.. bei' der gegenwärtigen Lage des Arbeitsmarktes bis auf werteres noch vor dem Zuzug arbeitsfremder Arbeitskräste geschützt werden mutzren Es wird deshalb nunmehr daran gedacht, die Beschränkung der Frei zügigkeit in den Großsindten mit besonders ungünstigem Arbeits' markte noch fortbestehen zu lasten, zugleich aber auch die übrigen Bestimmungen der Verordnung nur auf diese Zentren der Arbeits- lofigkeit zu beschränken und für das übrige Reich die ganze Verordnung aufzuheben. Die Regierungen der Länder, die Ver- tretungen der Städte und die Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie der vorläufig« Reickzswirtschoftsrat sind gebeten worden, zu diesem neuen Vorschlage Stellung zu nehmen. Sobald. ihre Erklärung vorliegt, wird die endgültige Entscheidung getroffen werden. Xnöolph Hertzog BERLIN C 2 Br Qder stras s e Seft\r Angebote Z ► Schleierstoffe bSKÄSÄdU�'Mü MllS59 2175 31 n. Opale. bedruckt.« 68-1 IScrnbreft. 1050 1£>20 O/TSO acmeierstorre hell- und dunkelgrundig, das Meter M. X A U AU O 1 1•«. ff einfarbig, erstkl. QuaL, ca 100-115 cm 60 Q C(0 Q/T1 »jCnieierStOrre breit, reiche Farbenauswahl, das Mtr.M. ZD JÖ D_ 1_ und Zepbire, ca. 78-60 cm breit, 1 /280 OA25 OjIOO Cr Kate für Herrenhemden und Blusen,... das Meier M. XO Z\J AT! ]VyTa«*iMAl«M a Dn� Atlasse, bedruckt, ca. 78-80 cm breit, 1 060-i /TOO OO iVlUSSeime Punkt-, Ltreiken- u. Oirvdl Muster, das Meter M. L Z XO ZZ Kräuselstoffe ÄÄÄSkÄSQ50 51°' 57 80 usw. usw. 00 usw. usw. 50 usw. 03 usw. 00 Wäschestoffe SLS T 1200 14;o 16 Wäschestoffe?Ä�.1M.�.kri,t.lgeA0!w!M: 2550 � 35"° Schleierstoffe 33° 36"° 39°° icieiderstoffe weiß bestickt, große Auswahl, das Mir. M 18 2,�)«l/'O BluSeil,'Fianelie in verschiedenen Streifen, das Mtr. 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Teil Kammerspieie ll'/s U.: Eise Lasker-ScbQlcr Vorlesanc J'/j U.: Frühlings Erwachen i'j Uhr: Der König der dunklen Kammer Montag T1/» Uhr. Der König der dunklen Kammer Gr. ScbanspieüiaQs (KarlstraBe) 2V, Uhr; Flor. Geyer(Auß. Ab.) 7 Uhr; Florian fleyer(Auß. A.) Mo, 7; Florian Oeyer(Auß. Ab.) Volksbühne 2Va: K.lfhchcn von Heilbronn 7 Uhr Kapltfin Braßbounäs Bekehrung; Theater I. d. üüniffgrützer Str. Nachm. 3 Uhr: Raugch s Uhr: Salome (Orska. Hanau.-Hollmann, Demburg, Branden) Mont.; iekaterlna Iwaaowna Dianstag: Salome Mi»«, Jekaterlna Iwanstraa Doanerstag: Salome I rat tag: Weiterer Kunstabend Josma Sellm Sonnab.; Heiterer Kunstabend Josma Sellm Sonnlag; Salome Mont; Jekaterlna Iwanowna SomMlenhaiis Uhr: Die Sache mit Lola *w$0e £ammtSm '/»8 Uhr mit Pailenbers Berliner Theater 3 Uhr: Der letzte Walzer Täglich Uhr 7>L Besidenz- Theater Abends T1/, Uhr: LadyWtoileniiErßsFäeher Hanal Anutödt Adele Sandrock Kfithe Haack Jul. Palkeagteln ru? Trlanon• Theater � henpoidine Konstantin in rteOenwlIachattdeH .Tt'bD Chateanncnt t.3 in Abgchiedssonper von SchniUler. Ilka flrünlng, Herrn. Vallentln, A. E. Liehe, Hugo Flink Sonnt 4 U.: Die Rascbhotft, 7 Uhr 7 Uhr KTM Unter den Linden 44 Casanovas Salin fugen Burg, Helnr. Schroth, K..i Alher», Martina Kettner. J'/a Uhr: (( Lesslng-Theater 3 Uhr; Frau Warreng Gewerbe uv? Ein idealer Gatte (Duricux, Götz, Loosi Montag 7 Uhr Peer Cynt Diensta-» bis Donnerstag Ein idealer Gatte (Durleux. Götz, Loos) Freit. 71/?: Flamme(Dorsch) Sonnabend bis Montag 7V,: Ein idealer Gatte (Duneux, Götz, Loos) Dsutselies Könstier-Tliesler 3 Uhr; PygmalSon Allabendlich?'/, Uhr: DieScheidungsrelse mit Mak Adalbert ContraLTliftater 3Va Uhr: Deserteure u�DlePostmeisterin ISentnnheg Opcrnlinug u.: Margarethe Krlcdr.WUiK-lmNt.TIi. vv.uhr Halieit ßlBTänzErin KL SrlianMpielhaii» /'/, uhr Reigen KomtKrhe Oper y/i Uhr• Der Biberpelz "au. Zigennerbint IjitHtMpielhnuo 3','> Uhr: Renaissance '$/4 Uhr; Arnold Rleck in DieMausefalle netropoLTh<*«itor 3 Uhr Hollaodweibcbeo u.: Holland Weibchen Nonott Uperoetontheat. 3,/jUhr: Die CzikosbaroneS Fritz Werner uhr': Def Iahende Etiemann SfeueN T«lk«thrater "au. PsriklBS 7, Tyrus dlohlllor-Tlieac. Chnrl. 3 Uhr; Der Melneldbauer "au. Doktor Klans Tlinlia>Theater 3 Uhr: Die Kinopuppe "A uhr Mascottchen T h.am X o K E e n d<> r f p 1 a t r 3V» Uhr; Der Juxbaron '�r WennLiEbeerwachl Theater de» WeBten» 3'/t Uhr: Die Frau Im Hermelin "'.uhr. Setiwfiltießlioeiizeit Th.I.d.Kommundantenstr. "au. DepvEFjiingjeAäßlsr Wallner-Theater SV. Uhr: Eine Ballnacbt jv.uhrDieTanzgrünn Walhalla-Theater 2 Uhr: Lohcngrin "AUhr: Vogelhändier Morgen ö>,« Der Iroubadcur Bfints 2 yorsleiianp avTli: Kleine Preise Kim, d Hälfte 7,15 ü. Casino-Theater L athrlnger Str. 37. Tigl.'/� Der neue Schlager) Der Großfürst Ein lustiges Stück aus dem Berliner Leben In 3 Akten. Berliner Humor! Berl. Typen! 9mm««Ai Potsdamer Str. 38 Turmatr. 12 Hamlet! Drama in 6 Akten mit| Aut* Xlelsen Alezunderpl.-Paag. 1 Die Licbllngsfrau dee I Maharadscha III. Teil. 1 | Friedenau, Rheinstr 14| DU Oehelmniaae von Londor. Sonnabend, 12. s Uhr abend« � In letzter Stande Zum Besten der Abstimmung SchleMer Zahrmartt» Trachtenfest Glück auf, mein Oberschleflen! MMIE, 2 große Äallorchester> Aufführungev»* Tombola Veranstaltet o. d. Arbeitsg-meinschast des Oeutfch-n Schutzbundes Karlen von idfl bis 250 Morl bei A. Wertheim und im Abmlralspulast »»««»»»»»»»»»»1 ...................... i|i8p.'--->W|l'--'dIM»-> Die 40-Pf.»Zieareite Königin von Saba ßß ßß in allen Zigarrengesdiäften zu habenl .1'lilHlllll....... Hl"'!"'....................... Illllllll...... "öf Folies Caprice"üf Linienstr. 132(Oran-.enb.Tor) Im Separee Ihr letztes Abenteuer Nacktkultur mit Ferd. Grönecker Telephon: Norflen 8650 A.Scholz, Hasenheide 114 Achtun«; l Heute, Sonntag, 6. Mirz: Letzter Tag Bayer. Biertest Wunderb. AlpendekoraL Anlange Uhr. EinlaBdUhr S Kapellen 30 bayer. Hadi Zieika's Mariareleasaa! Leipziger Str. 101-102, Eb.Lindst«dt,Restdl Kamps in der Verbrecherhähle kommt.**'■------— steigert durch ein paar Beigaben, dürr zeug und einem Etsenbahnzug, der schl! bürg: Zugendheim, Rosinenstr. s.— Frauenchor Tempelhof(8— 10) tat Sängerhelm, Kaisei-MIHelm., Eck- Werderstraße.— Dienetag. 7>4 IAr: So*. Männerchor Hallesche»Zor>nder Aula der 11. Realschule, Boeckhftr.>/}& Di«„Stimmung wird noch ge- Eck« Trsiner Weg.— Soz. Männerchor Mariendors(sich eine Laad zwischen einem Flug- Ehausseestr. 1».- Feeitag. TV, Uhr: Soz. äSannetchoc Seßlichl einen Fluß stürzt..>au f/.V. l o t t e a b u r g, Aula der kreunbe B o r s i g» rnststr. i.— Männerchor Wilhelm-, Eck« Werderslraße. Unter den Darstellern zeichnt« sich aus neben Esther Tarena als Wilhelm-, Eck, W-rderslr-ß«.„,_ „BeNlerprinzrssin' besonder« Felix Bäsch als Lord und Irmgard Bern I_ 1- Ostttfeiertog, vorm. 10 Uhr, im Lehrer.Vereinshaue.«lezanderplatz O, alt Entsichrte. Einen Heiterkertterfolg hatte Josefin« Dvra als lesewütig« Länger- Morgenspra ch e. Di, Stntrittskarten gehe» de» Sereine» M- 'ouiigt u' Milhlenstr. tlt.— $«■«»*• enzstr.Usi, bei Rrendvrs- ________....renzlauer l-rckior..Sarmonie-E h» r. >i«m«ns.Ob»realschule, Schloßstr. 27.— Lreder- Wittenau- Tegel bei Zafchin-kH. Reu« T-mpelhgf(8-10) im Silngerheim.«aiser» Köchin, die diesen Hintertreppenroman verschlingt und in kritische» ve» Das Floß der Tote». So betitelt sich«in Filmdrama, welches gegen- wärtig in der S ch a u b» r g am Potsdamer Platz gegeben wird. Der Stoff weicht im wesentlichen ab von demjenigen, der zumeist noch verfilmt wird. Der Berfasier Karl Figdor hat mit gutem Stnn ein« Sch-r-fatci. stropbe und da« daran sich knüpfend« Lebensschicksal zweier Mensoicu in '-"unkt der Betrachtung gerückt. Die sechs Akt« de» Drama«, i» Eged« Nissen als Tochter Maria, Otto Gebühr als Roland Clewing als John■ Kelleh sowie Frida Richard als dessen - u vollbesetzte» denen Aud Ford, Karl Mu"" geben. Dazwischen führten Liftlott« Jo�l Tanzschöpsungen vor. die gleichfall« großen _. ynd und Hilli Marttni ihre fall fanden. ge- neuesten Di« für heute um lltt Uhr-ngesetzt« Jilmdorftellmta im U. l Aleranderplatz für die Mitglieder der Filmliga(Volkschor) beoinnt tcch- nischer Schwierigkeiten wegen«ine Stund« spater. Krankeubrot. Der Magistrat verlw hat die Krankenbrotportion«in- heitlich auf 1000 Gramm je Kops und Woche festgesetzt. Die Krankenbrot- Hersteller haben Anweisung, de» Ergänzungsabschnitt des Berechtigung«- scheineS zum Bezug« von Krankenbrot vom 7. Marz 1SS1 ab bei der Brot» abgab« nicht«ehr zu berücksichtigen. Einmach ezucker. Nach Mitteilung der Reichszuckerftell« gestattet die �«»jährige bessere Zuckerernte die Verteilung einer Einmachzuckermeng« von 3 Pfund auf den Kopf der Bevölkerung. Um den Bezug dieses Ein- erleichtern, hat der Magistrat bei oen zuständigen Pfund aus machzuckers möglichst zu erleichtern, hat der Magistrat bei den zuständige« Stelle» veranlaß:, daß ein Teil dieses Zucker« schou jetzt zur Verfügung gestellt wird. Di« näheren Einzelheiten werden demnächst belanntg-geben werden. Milchbelieserui .»md ts-Liler-Kran' kenkarten voll itog, I Miefi '»1 Am Montag, den 7., erhalte» die ii-Liter-Kronkenkarten th Liter Frischmilch, die Belieferung der lt-Liter-Krankenkartea fällt au». Die übrig« Belieferung bleibt wie bisher. Brotkarte Stichwort Sommer. In der Woche vom 7. bis 13. März darf Brot nur aus die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren �Ilbsihnitte dos Stichwort Sommer tragen. stattfindet, Stellung nehmen. Redner sind: Rektor Paul Gärtner. Oberlehreriu Lydia S t ö ck« r, Gemeindevorsteher Otto Ostrowski und Professor Paul Oest reich. Im Vogelhaus« des Zoologisch«» Gartens ist eine Granslüoel- a« s e l als Geschenk eines Berliner Liebhabers eingetroffen, der sich um die Vogelsammlung schon mehrfach verdieilt gemacht hat. Die Grau- flügelamsel darf wobl als der indische Vertreter unserer Insel- oder Schwaizdrossel bezeichnet werden, der sie auch in der schwarzen Grand» jarbe und dem gelben Schnabel ähnelt. An diesem ersten Märzsonntag betrögt der Eintrittspreis ohne Altersunterschied 150 M. Bon 4—10 Uhr fpitlt die Kapelle des Obermusikmeisttr« a. D. Knoch. Am Donnerstag Elitekonzert unter Leitung von Kapellmeister Sauerbor» und Mitwirkung »omhafter Solisten. v den 9. Mä?z, � w—*■.----- w«---,-!/-■u.-Lt-twuii an Lichte der Weltwirtschaft. Karte» zum Preise von 2 M. sind an der Abendkasse erhältlich. Ludwig-vau-Beethodeu-Ateud« veranstaltet dar Volksbildung»» ausschuß Alt-Glienicke am Sonntag, den 8. März und Sonn- tag, den 13. März, abends H6 Uhr, in der Aula der neuen Gemeindeschule. Dre mitwirkenden Künstler, Leo Kestenbero Nicolas Lambinon als Bioli- nisten sowie Gottsried Zeelander und Theodor Fleck all Cellist und Klaviervirtuos dersvrechcn«inen genußreichen Abend. Zur Kosten wird für beide Abende i M. erhoben. Billett sind und bei den Geschäftsleuten de« Orte« zu erhalten ...—------____... jurd/ ä.. gen zu ersetzen und die volksbildnerischen Möglichkeiten de« Fi'lm»'''in weitestgehendem Maße auszunutzen, hat neuerdings sein Augenmerk'auch der Ausgestaltung des Heinilichtspielwesens zugewandt. Unter anderem hat der genannt« Konzern die Heimlichtspiel« Stettin und Hannover sowie die Hroß-Serliner parteknackrichtea. Heute. Sonntag, den S. März: _*• Kreta. 8 Uhr nachm. im Bernhord-Rose-Theater, Frankkurter �r-�Bor�lelluug�,Lm Tal de« Ltt>«us. Einlaßkarten fiub noch am Eingang « Uhr no«.. im.Kois�f-. Potsdam« Str.«. Morgen, Montag, den 7. März: I. Rrets(Kall,(che, tat), Elternbeiritt, und Kandidaten meto« per nächsten Körung d« Arbeitsgem«inschast, 714 Uhr. dai Drogge, Diesfenbachßr.»7. ei». -»(Yarlotten»«»«). 7t, Uhr im kleine»«aal de«..«okk-lhausea�. Rosinenstr. s, Konserenz sämtlicher gunktlonär, Eharlottenburg». Ohne L«' timoiion kein Zutritt. �(Ren»!»). 714 Uhr. Aula. Realgymnasium, Kaifer-Friedrich-Str. Ll0, Fünft, ondtoerfaramlURg.«» nehmen teil sämtlich« Partei- und«elrlebs- funttlonär« von Neukölln, Britz. Buckow, Rudow. lsi. Kreta(veißrusee). 7 Uhr im Lokal von o-mpe. Lichtenberger Str. 1, Allgemeine Kreissunktionärversammlung. l.«bt. 8 Uhr bei Schmidt. Am gir! 1.».«.«it. TU Uhr bei R sickert, St. „irkua lll, Funkttonärfitzung. , 8». Atzt. rmSMstt Funktionäre, B-tri.bev-rtraucnel.ut, und Slternbtträl,." 9' � Z �»'£i!ma9»u°wo. Si|,,ne b« Smcktion� aller Deckung der an der Sasse Zilmschan. I« MariuorhauK gelangt der sünsattlge Film.Dt« Geliebte de» Grafen Barenne' zur Aufführung, der«ine starke Wirkung keineSsnll« versehlt. Der Graf Barenne liebt die Schwester des Staatsan- walt» Lasorge, die er aber nicht heiraten darf, weil seine adelsstolze Mutter N. Abt. Referent: Dens U.»dt. 7 I «.«dt. 7 34. Abt. 7 �________ und Betriedsvertrauensleute. «. Abt. 7 Uhr bei«rilger, ,-»�-W--- 1-o sav, v v- tzz- w'»,isr sÄwr t«reutziger. bei GroHa, Milastr. _ it bei Sillwald, Putdvf-r r bei Obligo,«tralfi � närsitzung?� tzung der Funktionär« Sussiienstr. 5s. Di, Frauen der Wohlsohrte. ______..- JAS# PUss tommission find besondera»ingeladen. 37. Abt. 7(4 Uhr bei Tschamcker, Rathenomer Str. 7s, Sitzung dar vezirta- sichrer und Betrlebsvertrauensleut«. 33. Abt. 7(4 Uhr bei Trsimper, Fleneburaer Str. I, «3. Abt. 7 Uhr bei Behrens, Tegeler Str. 22, Sitzung Betriebevertrauensleute. 43. Abt. 7 Uhr bei«i-bel. Pankstr. 82...... 44. Abt. 7 Uhr bei Kerfin, Pankstr. 80, Sitzung und der Bezirksssihrer. 43. Abt. 7 Uhr dei Behrendt, Mol-! 47. Abt. 7(4 Uhr hei~"--- 48. Abt. 7 Uhr bei Betriebsvertrauensleute. Sitzung sämtlicher Funkttonär». Itzling des Adtellnngavorstandes VS-WZLS- _______.äre. ünkttonir». - und 30. n. 8t.«lti tSchlneberg.Frtrdeaa»). 7 Uhr im„vurghof, Hanptftr. 3», '■ ssenfchafi der 48.«erk-us, stelle. Mch. sKi!3(iebrn)«tfammtimg der K-nsumgeno! tig, Tagesordnung. 31. Abt.(Frieden»»! weiterts Horständs?tz�w uijtt«w«. vsssrT&Mawa Montag, den 7. März, au». IuagsoziaUste«.»rbeitsemsschuß, 7 Uhr Sitzung im vorwSrtLgebSube. /lus aller Welt. Vrohfeuer in einer Papierfabrik. Die Papierkavri? Jossen« berg u. Co. bei S 0 l i n g e n ist duich Sroßfeuer zerstölt worden. Mord. In der Nackt zum Sonnabend wurden in Mühl» hausrn i. Tb. der Kaufmann und Spracklebrer Oskar Barth und leine Ehefrau in ihrer Wohnung durch Beilbieb« ermordet. Al» Täler wurde ein demsch-rusfischer Flüchtling namen« Hochbau» Verhaltet. 383 000 Mark«nierschlagen. Umfangreiche Unterschlagungen sind bei der Magdeburger Giro-Zentral« der Provinz Sachsen. Thüringen und Anhalt aufgedeckt worden. Al« Haupt- läter kommt der bei der Giro-Zemrale angestellte Bankbeamte August Kleemann in Betracht, der Kriegsanleihe im Werte von 363 000 Mark unteischlug. wobei einige andere Beamte bebilf« lich waren. Der giößte Teil der KiiegSanleibe tonnte ihnen wieder abgenommen werden, io daß der Schaden der All o« Zentral« sich auf etwa 80 000 Mark beläui». öriefkaften üer Neüaktwn. Jahr nicht bekannt) schreiben) des Koist F. 6. 77. Johann Strauß(E-burtstag und Jahr nicht bekannt) war Haf- Musikdirektor(nicht Ballettmeister, wir Sie schreiben) de, Kaisers Franz Joses: Sohn de» am II. Mär» 183S aeborenen Eduard Straub. Nicht oerwand: mit Richard Strauß, dem«omvaaisuu des„Rosenkavalier", der.Losephs- Legende' usw. sSchl-tz des redaktionellen Teil».) deutsdie Wcmbrandinarke Minpl Tablettensdm�vorHiis�ri. Erhältlich in den. Apotheken und Dvo�arien H.von ahne 4 n. 7 M. mii TrisdensUautschni 5 Jahre schriftl. Garantie. Zahnziehen mit BetXubunH bei BeftellunH von Gebiuen gratis. Kronen v. 30 Mk. an. _ Spez.: Zähne ohneQanmen. Keine Luxuspreise. iMabti-?raxis Katvani, fianziger Strafe t. Z (Ohne Berontworttmg der Redottton.) Kneifer ober örille! (Nachdruck verboten.) Sa» empfiehlt der Augenarzt!— Di« Nack» teile der alten Knetsertoniirutiion�— Srzwunge- »es Schielen.— Sedsiörungen, Kopsschmerzen, Reroosilät durch schlechtfitzende Kneifer.— Wie Hilst«an dem ob?— Die Eifindung de» Kneifers.— ÄoiumbuS und der Kneifer.— Ein Kneifer, der den Damen gefällt.— Ein Kneiser, der auch bei« Retten sep. sitzt.— Di« Brill« Sberflüsig. Bis vor kurzem sahen alle Augenärzte die Be- Nutzung des Kneifer» sehr ungern und verördnelen auescklietzlich Brillen, und heute noch raten viele entschieden vom Kneifer ab. Soweit eS sich um einen Kneifer gewöhnlicher Konstruktion bandelt, haben sie durchaus recht, denn ein solcher kann unter Umständen mehr schaden al» nützen. Bei der Brille sieben die Gläser wagerecht nebeneinander und senkrecht vor dem Auge. Der Brennpunkt der Gläser steht richtig vor der Pu- Pill«, und das Aug« sieht infolgedesien gerade durch de» Brenupuail hindurch. Ju dieser Stellung verbleibt die Brill« auch det heftigen Kopsbewegungen. Anders beim gewöhnlichen Kneifer. Ob die Gläser einigermaßen wagerecht nebeneinander» stehen(ganz ist es fast nie der Fall), da» kommt ganz darauf an, ob der Nasenrücken sebr breit oder sehr schmal ist. Je schmäler er ist. desto mehr hängen die Gläser nach abwärt«, und desto mehr rückt der Brennpunkt nach der Nase zu, so daß da« Luge nicht mehr durch den Brennpunkt. sondern oberhalb und seitwärt« desselben durch den Rand deS Glase» fiehl. Hierdurch wird es in eine schielende Stellung gezwungen, und dies« anstrengende Stellung ver- ursacht mit der Zeit Sehstörungen, Kopfschmerzen und nervöse Erscheinungen. Zu letzteren trägt auch da» schlechte Halten de« Kneifer» und die dadurch bedingt« fortwährende Beunruhigung seine» Träger» viel bei; manchem wird schon allein hierdurch die Benutzung von Augengläsern gründlich verleidet. Außerdem aber hat ein solcher gewöhnlicher Kneiser die Neigung, vornüber zu fallen, so daß die Fläche de« Glase« schräg zur Blick- richtung steht. Dadurch wird da» Bild aber immer etwas verzerrt, um so mehr, je schärfer da» Gla» ist. Die BefceSungcit hier Abhilfe zu schaffe«, find sicher fast so alt wie die Erfindung de« Kneifer» selbst, aber e» ist«ine noch ältere Er« fahrung, daß die einfachsten Gebrauchsgegenstände gerade infolge ihrer Einsochhett am schwersten zu verbessern find. Siehe Ei de« KoiumbuS I Alle Bemühungen führten wohl zur Besierung des einen oder anderen Uebelstande», die meisten Fehler aber blieben. Die erst« glückliche Löiung de» Problem», einen Kneifer zu lonstrnieren. der alle Vorzüge der Brille ohne ih'r« Nachteile hat, brachte der - L o b m a n n- K�t e i f e r. Dieser Kneifer hat vor allen Dingen infolge seiner zwar sebr raffiniert erdachten, aber trotz- dem sebr einfachen Konstruktion den Borzug. daß er unbedingt festsitzt, selbst bei Personen, bei denen sonst kein Kneifer halten will. Trotzdem reibt oder drückt er nicht lästig, sondern sitzt so weich und angenehm, wie eine gutpasiende Brille. Er fällt nicht vornüber, sondern der Feder« Bügel lehnt sich leicht in die Augenhöhle hinein, er hängt ni»t seitwärt« herab, sondern sitzt wage- reckt nenau vor den Augen. Er entstellt deshalb da» Geficht nicht im griingsten. wie e» die hän- genden, oft mit Mühe balancierten, plump aus- sehenden Kneifer alter Konstruktion mn. Jeder Arzt, der den Lohmann-Kneifer « die Hand bekommt, wirb erklären, daß er dl« schwerfällige und entstellende Bnlle wirklich überflüssig macht. Da« elegante und sehr un« auffällige Aussehen diese» Klemmer» aber hat ihn besonder« der Damenwelt lieb und unent- behrlich gemacht. Zahlreiche freiwillige Anerkennungsschreiben bestätigen die». So schreiben u, a.: Frau Staatsrat«da G., Weimar:»Nachdem ich mich an diese so sehr angenehmen leichten Gläser mit der drucklosen T.'chnik gewöhnt habe, ist mir jede andere Kneiferart unerträglich ge« worden.' Herr Leutnant B. Berndt:„Mit dem Lohman«. Kneifer bin ich außerordentlich zutrieben, denn beim Lausen oder Reiten fitzt er völlig fest, was «in großer Borteil ist.' Di« patentierten Lohmann-Kneifer werden nur leiten» der Herstellerin selbst, Lohmann-Kneifer, Berlin W, Potsdamer Straße 134a, in Berkehr gebracht und find nur allein von dieser Firma zu beziehen: gründliche Augenprüfung wird zu jeder Zeit kostenlos gewährt. Auswärtige Abnehmer werden gebeten, Prospekt SE zu verlangen, und bekommen dann gleichzeitig Mttteilung, welche Angaben erforder- lich sind, um«inen unter Garantie tadellos sitzende« Lohmann-Kneifer zu«halten. Kr. t<� ♦ 3S.?ak?gang 3. Heilage des vorwärts Soantax, t. März 1�21 fin öas republikanifthe Deutfthlanö! Der folgende Aufruf des«uzegründeten„Republikani- fchen Zieichsbundes' geht uns'zu: Mehr o!s zwei Jahre sind feit den Tagen verflofien, die den militärischen und politischen Zusammenbruch Deutschlands und den Einsturz der monarchistischen Staatsform brachten. Die Republik wurde zum einzigen Aus- weg aus dem Chaos. i Las Werk von Weimar ist in dem ausgesprochenen Mehr- he its willen des deutschen Volkes gesichert. Aber die Republik hat noch um ihre g e i st i g e Verankerung zu kämpfen. Allen denen, die heute im Kampfe gegen die Republik stehen, muß die geschloffen« Front aller Republikauer gegenübergestellt werden. Denn ein Sturz der demokratischen Republik brächte dem deutschen Volk nicht die verheißene Rettung, sondern völligen Unter- gang. Die unausbleibliche Folge wäre Bürgerkrieg bis aufs Messer im Innern und neuer Krieg, Zertrümmerung des Reiches und völlige wirtschaftliche Erdrosselung von feiten der Entente., Diesem Unheil ist zu wehren, solange es noch Zeit ist. Rur auf republikanischer Grundlage kann der Wiederauf- bau des deutschen Voltes mit Aussicht auf Erfolg betrieben werden. Und wie die Erringung von Frieden und Wohlfahrt im Innern, so ist auch die Wiedererlangung einer geachteten Stellung im Rate der modernen Völker nur auf demokratisch-republi- konischer Grundlag« möglich. Diese Erkenntnis muß Gemeingut werden aller fortschrittlich gesinnten deutschen Volksgenossen. Dazu ist eine durchgreifende Aufklärungs- und Erziehungs- arbeit erforderlich. Diese Arbeit aber kann nur geleistet werden durch eine organisakorische Zusammenfassung aller auf dem Loden der Republik stehenden Persönlichkeiten und verbände. Nicht um Gründung einer neuen Partei handelt es sich, son- der» mn die Schaffung eines Bundes, der eine not- wendige Ergänzungsarbeit für alle republikanischen Par- teien leistet, eines Bundes, der, außerhalb der partei- und wirt- schaftspolitischen Arena stehend, sich zur Aufgabe stellt: Pflege der idealen Grundlagen und Werte repu- blikanischer Staatsregierung und Förderung einer entsprechenden Kultur des persönlichen und gesellschaftlichen Lebens. Erziehung de« deutschen Volkes zu einem politischen Ehr- und Persönlichkeits- gefühl, dos den Anhängern des alten Obrigkeitsstaates den Stolz des Republikaner» entgegensetzt. In diesem Sinne rufen wir alle ehrlich zur Republik stehenden Männer und Frauen der verschiedensten Be- rufsstände in Stadt und Land zur Mitarbeit auf. Schart euch um das schwarzrotgoldene Banner der begeisterten Vor- kämpfer der nationalen Einbsits- und Freiheitsbewegung von 1815 bis 18481 Der Republikanische Reichsbund soll alle vereinen, die unser Volk vor neuem blutigen Unheil bewahren wollen und be- reit sind, an der Sicherung seines geistigen, sozialen und politischen Aufstiegs mitzuarbeiten. Seine heiligste Aufgabe wird sein, die Herzen unseres Volkes in trübster Zeit aufzurichten und zu erfüllen mit der festen Zuversicht auf die Verwirklichung des hohen Ideals, von dem der republikanische Sänger Hoffmann von Fallersleben sang: Einigkeit und Recht und Freiheit Sind des Glückes Unterpfand. Blüh' im Glänze dieses Glücke«, Blühe, deutsches Vaterlandl Weimar, im März 1S21. Harald Abatz, Hamburg. Achilles, Oberbürgermeister, Altenburg. Jldelung, Präsident des Hessischen Landtags, Mainz. ErHardt Auer, München. Bärwinkel, Ministerialdirektor, Weimar. Baudert, Staats- mmist�-Weimar. Bauer, Reichskanzler a. D., Berlin. Bornemann, Direktor im Hessischen Staatsministerinm, Dannstädt. Böhme, Staatsrat, Altenburg. Vnck, Sächsischer Ministerpräsident, Dresden. Büchel, Staatsrat, Altenburg. Frcn Minna Cauer, Verlin. Dr. Des- sauer, Professor, Frankfurt a. M. Erich Dombrowski, Berlin. Hen- ninz Duderstadi, Berlin. Eckard, Fabrikant. Solzungen. Ehrlsr, Polizeipräsident, Frankfurt a. M. Franz Carl Endrss, Schriftstellsr, Gautingen b. München. Ant. Erkelenz, Berlin. Dr. Emst Feder. Berlin. Frölich, Staotsw in ister, Weimar. Dr. Guttmann, Rechts- an wall, Gotha. Dr. Ludwig Haas, Staatsminister a. D-, Karlsruhe. Konrad Hämisch, Preußischer Staatsminister. E. Hartmann, Staats- rat, Rudolstadt. Dr. Theodor Neuß. Berlin. Karl Hildenbrand, Württembergischer Gesandter. Berlin. Hörsing, Oberpräsident, Mag- deburg, Dr. Jahn, Ministerialdirektor, Weimar. Paul Kampssmeyer. Chefredakteur. München. Knauerl, Bürgermeister, Sonnsberg. Paul Kühne, Parteisekretär, Kassel. Kühner, Staatsrot, Weimar. Lange. Oberst, Schwerin. Hermann Leber, Parteisekretär, Jena. Lenimer. cand. rer. pol., Wiesbadm. Dr. h. c. Max Liebermann, Präsident der staatlichen Akademie der Künste, Berlin. Lobe, Präsident des Reichstags, Berlin. Luppe, Oberbürgermeister, Nürnberg. Metzschke, Staatsrat, Altenburg. Willy Meyer, Hauptmann a. D., Berlin. Dr. Paul Nathan, Berlin. Hans Mehring, Redakteur, Warnemünde. Franz Renner, Pößneck i. Thür. Chefredakteur Otto Nuschte, M.dL.. Berlin. Carl v. Ossietzky, Berlin. Pfeuffer, Stadtrat, Jena. Dr. med. Ludwig Pohlschroeder, Köln. Prof. L. Ouidde, München. Dr. Gustav Radbruch, Professor, Kiel. Dr. Martin Rade, Professor, Marburg a. d. Lahn. Ernst Rocholl, Kassel-Bellenhausen. A. Rudolph, Staats- rat, Weimar. Frau E. Sachse. MchL.. Altenburg. Carl Severing. Preußischer Staatsminister, Berlin. Siokovich, Staatsminister a.D., Mscklenbnrg-Schwerin. Dr. Sommerfeld, Iustizrat, Eismach. Stampfer, Chefredakteur, Berlin. Dr. Walther Schücking, Professor, Marburg a. d. Lahn. Tantzen, Ministerpräsidmt, Oldenburg, g. Timm, M-d-L., München. Dr. Kurt Tucholsky, Berlin-Friedenau. Ulrich, Staatspräsident, Hessen. Wichtendahl, M.diJ., Hildburghausen. Artur Zickler, Berlin. Der Arbeitsausschuß: Freiherr v. Brandmstein, Thüriug. Staatsminister. Dr. Eduard David, M.d.R., Reichsminister o. D. Pfarrer a. D. Emst Klein, Frankfurt a. M. Prof. Dr. Hugo Preuß, M.dL., Reichsminister a. D. Redakteur Karl Detter, Berlin. Geschäftsstelle des Bundes: Weimar, Schwanseestr. 4. Bankstelle: Bank für Thüringen(vorm. B. M. Strupp A.-G.), Filiale Weimar. �ugenüveranftaltungen. Snefe Seket-ri-t-«».->», Z» de»». Sonntag, den S. Zllärz: ge»tr»li»g»»dhei»i, EW. 68, Lindenstr. 3. Stiftet volk,liedee-ie»d unter Mitwitkung dtt Genossin Lisa A l b t e ch t und de» Genossen Waltet Eptnglet, Dresden. Anfang 8 Uhr. Eintritt frei. Montag, den 7. März: Ketmedors. Zugendheim Roonstr., Turnhalle. MUgliedetvetsammlung.— Zohanuisthal. Jugendheim Zohannss-Werncr-Etr. Mitgliederversammlung.— Msricnsilde. Jugendheim Dorfstr. 51""''---------------—~ tersbnrger Viertel)" schastsbewogung".-____.... lung.— Zehlcadors. B. Rille?, Potsdamer Str. 25. Mitgliederversammlung. �oliannLs-Wertier-cirr. utciigiieocnjcriantmmng.— Jugendheim Dorfstr. 54, Mitgliederversammlung,— Osten(Pe. irtrl). Schule, Ettaßmannstr. 8, Vortrag:..Moderne Gewerl. g".— Teltvw. G. Äupsch, Hoher Steinwea. Mitgliederversamm. Gerichtszeitung. wegen Meuterei im Charlottenburger Untersuchungsgefängnis standen der Konditor Otto Wehrstedt, der Tischler Otto von S m i e t o w s k i und der Arbeiter F. Dehnte vor dem Schwur» gericht des Landgerichts III. Die drei Angeklagten saßen zusammen in einer Zelle des Untersuchungsgefängnisses von Char- lottenburg und schmiedeten den Plan, aus der ungastlichen Ställe zu entfliehen: sie wollteil den diensttuenden Aufseher in die Zelle locken, einschließen. und dann entfliehen. Am 2lZ. Juni 1920 sollte der Plan ausgeführt werden. Auf ihr Klingeln kam der Gefängnis- Wachtmeister Degener an die Zelle und fragte nach ihrem Begehren. Er wurde gebeten, die Zellen tür zu öffnen, da das Nachtgeschirr umgewechselt werden müsse. Als der Beamte die Tür öffnete, trat Wehrstedt zunächst hinaus, suchte dann aber plötzlich den Beamten in die Zelle hineinzustoßen. Degener wehrte sich aber kräftig, es entstand ein Handgemenge und Degener rief um Hilfe. Nun stürzten die beiden anderen auf ihn los und warfen ihn trotz lebhafter Gegen- wehr zu Boden. Smiekowski entriß ihm den Revolver und den Zellenschlüssel, sie schleppten Deaener in die Zelle und warfen die Tür zu. Auf die HUferufe des Zeugen stürmten Beamte herbei und vereitellen die Flucht der Angeklagten. Wehrstedt und Lehnte ver- steckten ssch unter einer Steintreppe, wo sie entdeckt wurden.— Das Gericht verurteilte W« h r st e d t zu 2 Jahren Gefängnis, unter Anrechnung von 7 Monaten Untersuchungshaft, v. Smiekowski als Zusatzstrafe zu einer gegen ihn erkannten 2iShrigen Zuchthausstrafe zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren Zuchthaus. Behnke gleichfalls in Zusammenziehung mit einer zweijährigen Gefängnis- strafe zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis. VortrZge. Vereine unü Verfammlunoen« Dttttsch« Tron-vortarbriter-verbovd. Nahrungsmittel-Grosihandcl. Dirus- tag, abenos i Uhr, Arminhallen.«ommandavtinsir. 58/5», Susierst wichtiae Ber» lomutlung her zum Arbettgeberverbant> a-HSrenbev Betriebe.— Seitlo» N. Montag abend 7 Uhr, im„Englischen Hof-, Alexanderstr. 27c, Funktionärver. lounmlung.— Bertreuensleute aus allen Gruppen des Graphlschen Gewerbe»! ... Branchenversammiung. Brauchenversammlung. Montag abend 7 Uhr, in be» ,18, Bericht übet die Tarifverhandlungen und Ab- Saphiensalen, Sophienstr. 1? stimmung darüber. R-ler Ehark>tte»d�«l Montag abend Uhr im Bollshau», R-sinenftr. 4, ��Ä�lssAU'lung.«Ichtige Tagesorduung. -. S.P.S..Maler nnd LaSierrrl Bezirk Westen, EchSneberg, Wilmersdorf und nedenau. Slenstag abend 7 Uhr bei Rückert, Eteinmetzstr. ZSe. wichtige»er- pmmmng. Alle Kollegen, die auf dem Boden praktischer Gewerkschaftsarbeit en, werden gebeten, zu erscheinen. «.».»..Metollaebetter«.«orfig, Tegel. Dienstag, 3 Uhr, im Lokal mm i, a/cgcl, m-"*=------'-----—---— uCitt, hunselen, Eoph darüber. «h«tlotte»bmto»I Montag ammlung. Wichtiae Tage ..-Maler nnd Lackiererl B> Friebei sammli stehen. ®*---------------- i'B'.cti-iuy,«j uql, im 0iuji nun. Ecke Echöneberaer Str., Bersammulng aller S.P.D.»Sollegen. Ausstellung der Kandidaten zur Betriedsratswahl. . 2-V.D..Hol,a:bcitce. Donnerstag, 7 Uhr. im Gewerkschaft-bause, Engel- Ufer 15, Versammlung der Delegierten und Erfaftdelegierten zur Generalver- sammlung, der Verttauensleute, Betriebsräte und Sommifsionsmitglieder. Ta- gesordnuna: 1. Die Generalversammlung. 2. Die Stichwahl. 3. Der Berband». «"st-rteiter Südwesten. Montag, iV, lll>r, Mitgliederversammlung UN Lokal zum Leuchtturm, Blücherstr., Ecke Fontanepromenade. Holzarbeiter. Versammlung der streikenden Stockarbeitcr Montag, 4U, Uhr, m der Schulaula, Markusstr. 4».— Tischbranche: Dienstag, 4>,7 Uhr. in der Schulaula, Petersburger Str. 4, Branchenversammiung.— Mustkinstramenten- arbeitet: Donnerstag, 5 Uhr, im„Reichenberger Hof, Reichenberoer Str. 147, Versammlung der Seneralversammlungsdelegierten. Partei- und«erbandsbücher 1, 81h Uhr, in im„Englischen Hof". sind mitzubrlngcn.— Möbelpolierer: Montag, Tilcxanderstt. 27c, Branchenversammiung. zentralverband ber Schuhmacher. Montag, 7 Uhr, Bezirkspersammlungen der Schoharbeitcr. Dienstag, 7 Uhr. Branchenversammlung der Maschinen. arbeit er im Markushos, Markusftr. 18. Versammlung Montag, 7 Uhr, im Schuliheift, Brlükenstr. 6b. osiarbeiter. im Markushof, 3Ji Deutscher»ertmeister-Bertaad. Beziriksverein 20, Textilindustrie. Rouats- ____________ gedete: Otto Flemming, Pestalozzistr. 18, mitzuteilen. geutralverban» ber Maschinisten»nb HeHer. Eharlottenburg, Die Bezirk«» > Mm onat Versammlungen finden von April ab jeden Donnersiag nach dem 15. im im«leinen Bolishause, Chariottendurg, Wallstr. SS, bei Werner, abend» 7 Uhr statt. Ieuttalverbanb der Angestellte». Arbeitslose Mitglieder. Montag mittag 12 Uhr, Bersammlung Gnttemvler-Logenhaus, Linlenstr. 121.— ASS..Konzern. Montag abend 7 Uhr, Mitgliederversammlung, Musikersäle, Kaiser-WiNielm- Strafte 31,— Chemie, Ebemischer Großhandel. Montag, abend IVi Uhr, öffentliche Versammlung, ttlniqsbank. Große Frankfurter Etr. IIS.— Provinzial- und Semeindebehorde». Montag abend 7 Uhr, Funktionärversammlung. Häver- lands Festsäle, Neue Friedrichsir. 35.— gigaretten-Industrie, Montag adenb TA Uhr, Mitgliederversammlung, Musikersäle, iiaiser-Wilhelm-Etr. 31.— Textil-Bekleidung. Dienstag nachmittag 5\i Uhr, Fachgruppen-Versammlung. Musikersäle, ltaiser-Vilhelm-Str. 31. Kabelwerk Oberspree. Aätel, Riederschöneweide, der E.P.S. Es ist Pflicht, daft die Kollegen zahlreich erscheinen, da wichtig«»e. schlüsse gefaftt werden müsse», Mitgliedsbücher der Partei und der Gewerkschaft müssen mitgebracht werde». Dir Fraktto» kvmmt um SA Uhr dort zusammen. — Der Obmann. ».?.». Bezirk vn, Montag, TA Uhr abends, bei Sttauft, Pmpelallte». Reorganisation.— Reichsbunb be» �, den 7. Mäez, abend»>48 Uhr. aftenbofer, Chausseesir. 84. Bor- ...________________________ und die Umanerkennung.— Bt. irk A, L i ch t e n b e r g, Dienstag, den 8. März, abends 7>4 Ubr, im TSzilien- Bezirk 2. Andreas- WWW �_______. Wf____________... Rente. Arbeitcr-Esperantisto». Am 7. März, 7'4 Uhr, Monatsvcrsammlung im Sophien- Lyzeum, Weinmeisterftr. 18/17.— Lyzeum, Rathaus strafte. Referent: Kamerad Röder, Magdeburg.— Bezirk 2. Osten, Montag, den 7. Marz, 7 Uhr. Mitgliederversammlung, Aula, Andreas- strafte 1/2. Referent: Röder, Waadcburg: Umanerkennung der Rente,— Gäste willkommen. -Ja■; i ft I MDM i, tz%■ IM. BHDa In in tzadratenJ erweitertea Verliufirättmen; BERLIN C* '", h- �'/ SPAN D A U ERST RASSE �6 ■ �:f y•'-j Wäschestoffe M Sesonders preiswerte Angebote Für LeiltwSseli«: Madapolam Ortg.Elaise.WareQ(JA 80cm breit» Mtr.ö.� v/ Ori� Ware MaJapolam VorxSisl.QuaHtätrt � CL 80 cm breit. Mtr.•/.£ »tarkttJ.Qosl. J J Linon »tarkfiä 80 cm br. Mtr. HemJentucli ■ebwere QuaL 1 1 7� 80 cm br. Mtr. X X.£ ä/ Für Bettwiocli«; Gestreift Satin n/\ 80 ob breit Mtr. 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S« waeudiiche»«ter Um»ahlraiche BeteUigung bittet Van' DntTdKr Polltf'Bund Bagitfaoanijt«roß- Berlin t M-y oerfchied die Ehefrau unf er es M>tftliede<>, tKoffwann. FaoülleSottmgllii Friedenau. Tharwaldf-n> Mal.-a».-_n.a-----«|Ma M vu«*ceötgang imoei f am Mautag. den 7. ----------• 8 Übe. chh-fw- birg, Zempeldofer Weg, Rtugdahnhof Ederaftraße. Mm 3.«stq oerfchied nach längerem Leide» unter krleäilcd l.ittr 'AÄSWM« Di-nataa.beu3.MSq.nach. mittagasUhe, auf dentAiöch. Hof derEemeind« Beifienfee in der Baelfettrafi« statt. «stee ihre»«ubenie»! bittrt 9cleit Für die zahlreichen Beweise Innigster Anteilnahme von fern und nah in Wort, Schrift und prächtigen Blumenspenden beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen, Max Hoppe, hierdurch allen würmsten Dank. 144D Im Namen aller Hinterbliebenen C h a rl o tt en b u rg, Anna Hopp«, I. März 1921. Sömmeringstr. 22, T. I. Für tuttfel gange spreche % die Überaue Vielen Be- der TeUnahme beim Heim- > metner mnigstaeliedten betli Riedloer fb. 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Cbarlotienöarg, WnnepsdopferSkr. 50.51 Aussprache über London. Lm Reichstage wurde am Sonnabend die Sitzung um 6 Uhr nachmittags begonnen. Präsident Cöbe eröffnet die Sitzung mu folgender Erklä» r u n g: Wir haben gestern unsere Verhandlungen unterbrochen, als eine neue Gefchäftsordnungsdebatt« sich entspinnen wollte, bei der der Präsident das verlangte Wort zur Geschäftsordnung nicht er- teilte. Es hat darauf eine Aussprache im Aeltestenrat stattgefunden. Sie hat damit geendet, daß mein Vorschlag ange» nommen wurde, daß die ausstehenden Meldungen zur Geschöftsord- nuilg heute vor Erledigung der Tagesordnung angenommen werden. Ich habe den Bemerkungen zur Geschäftsordnung immer einen weiten Svielrmnn gelassen, ich möchte aber bitten, daß der fach- lichen Beratung durch diese Bemerkungen zur Geschästsord- nuna nicht vorgegriffen wird. Nach der anderen Seite hin bitte ich, durch Zwischenrufe keinen Redner in seiner Redefreiheit zu beschränken. Wenn jemand glaubt, daß etwas geschieht, das fein Gefühl nicht ertragen kann, so dient er der Geschäftsführung besser, wenn er den Saal verläßt, als wenn er seinem Unwillen allzu ungestümen Ausdruck gibt. Wenn so in loyaler Weise ver- fahren wird, dann werden wir auch diese Tage der Erregung über- stehen, wie es der Würde des Reichstages entspricht. Abg. Hofsinann(Komm.) protesiiert im Namen der SLft.P.D. gegen das gestrige Verhalten des Präsidenten Löbe, der Lloyd Georges Rede nur unvollständig wiedergegeben, durch angeknüpfte sachliche Bemerkungen eine nationalistische Einheitsfront vorgetäuscht und eine Aussprach« hierüber verhindert habe.(Beifall bei den Kommunisten.) Abg. Cn'pin(U. Soz.) schließt sich im Namen der U.S.P. dem Protest an.(Beifall bei den U. Soz.) Präsident Löbe: Sie werden es oerstehen, daß ich, trotzdem ich dos Bedürfnis fühle, auf diese Vorwürfe einzugchen, es im gegen- wärtigen Augenblick nicht tue.(Lebhafte Zustimmung.) Bei der Revision der Geschäftsordnung werde ich darauf zurückkommen. Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt: Eulgegeunahme einer Erklärung der Ucichsregierung. Abg. Levi(Komm!) beantragt, als weiteren Punkt auf die Tagesordnung zu setzen: Stellungnahme der Parteien zu der Er- Karung der Reichsregierung.(Zurufe: Das ist doch felbstver- ständlich!) Präsident Läbe: Es ist selbstverständlich, daß sich heute eine Aussprache der Parteien anschließen wird. Der Antrag Levi wird abgelehnt. Sodann gab der Reichskanzler Fehrenbach die Er- k l ä r u n g ab, die wir an der Spitze des Blattes wiedergeben. Ihr folgte die Rede Hermann Müllers, die an der gleichen Stelle zu finden ist. Der nächste Redner ist Zlbg. Trimborn(Zentr.): Die Zentrumsfraktion sieht es zurzeit für ausgeschlossen an, vom Reichstag aus auf den Gang der Ber- Wandlungen in London in ersprießlicher Weise einwirken zu wollen. Sie muß die De r a n t w o r t u n g für die Führung der Berhand- lung der Reichsregierung überlassen. Die gegebenenfalls ge- troffenen Abmachungen werden ja auch der Beschlußfassung des Rcichnags unterliegen. Eine An n a h m« der Pariser Be- schlösse ist nach wie vor völlig ausgeschlossen.(Beifall bei der Mehrheit.) Nach der Auffassung der Zentrumssraktion stellen die von uns gemachten Vorschläge die äußerste Grenze unse- »er Leistungsfähigkeit dar.(Zustimmung.) Es darf nichts unter- schrieben werden, da» nicht gehalten werden kann. Di« Abwehr auf die Rede von Lloyd George muß au« den vorhin angegebenen Eoüuds» den deutschen Berhandlungsführern überlassen werben. Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß die Verhandlun» gen einen Ausgang nehmen, der gerecht ist und der der Der- f ö h u u n a dient.(Beifall.) Abg. herql(Dnat. Dp.): Uns Bolksvertretem(Lochen links) erwächst die Pflicht, das nachzuholen, was der Natur der Sache noch von unserer Regierung hier nicht getan werden konr.re. Die Rede Lloyd Georges ist in der raffiniertesten Weis« auf die Mentalität der Welt und nicht zum letzten aus die Mentalität des deutschen Voltes eingestellt. Di« zahllosen unrichtigen und solchen Darstellun- gen in ihr auf das richtige Maß zurückzuführen, ist jetzt unsere Aufgab«. Redner wirft Abg. Müller-Franken vor, durch Betonung der Parteigegensätze die Stellung Lloyd Georges wesentlich gestärkt zu haben, hinsichtlich der Londoner Vorschläge Hirne er die Wahl einer e äderen Basis gewünlcht. Die Gegenvorschläge gehen über das unserer Leistungsfähigkeit hinaus. Redner geht auf Lloyd«Seorges Rede im einzelnen ein. Er rechnet mit dem englischen Minister unter dem Beifall der Rechten ziemlich scharf oh und fährt dann fort: Daß die Entente unter ungeheuren Kriegs- schaden leidet, wird von uns anerkannt, ober der finanzielle Um- fang, den man ihnen gibt, ist nicht im entferntesten berechtigt. Wir bestreiten auch, daß sie ausschließlich oder überwiegend auf unser Konto zu setzen sind. Wer hat denn z. B. die rumänischen Petroleumquellen zerstört? Wir haben uns zum Ersatz dieser Schäden nach Maß abe unserer Leistungsfähigkeit bereiterklärt: Das Gegebene wären Naturalleistungen. Aber Frankreich hat unsere eingehenden Angebot« hierzu, an denen die organisierten deutschen Arbeiter mitgewirkt haben, überhaupt nicht beachtet. Es ist selbst daran schuld, wenn die z e r st ö r- ten Gebiete noch nicht wieder aufgebaut sind. (Sehr richtigt) Wo sind die 80 Milliarden Gold mark geblieben, die für die Zwecke de» Wiederaufbaue» hingegeben war- den sind? Vermutlich sind sie für andere Zwecke verwendet worden, nur nicht für die im Friedensvertrage bestimmten. Nicht allein die Entente hat erhebliche Menfchenoerluste zu beklagen; auch bei uns find sie enorm gewesen, nicht zum wenigsten durch die Ab- sperrung.(Sehr wahr!— Widerspruch links.) Dos hätte Lloyd George in Betracht ziehen müssen, dann hätte er seine Aus- iührungen nicht gemacht.(Präsident Löbe ruft den Abg. Remmele wegen des Zurufs: Henker! jjur Ordnung.— Zuruf der Linken nach rechts: Sie sind die Mörder!) Nimmt man das durch- schnittliche Volkseinkommen zuyt Maßstab, fo sind unser« Steuerlasten gegenwärtig ebenso hoch wie die des Feind- bundes. Die Sanktionen sind hl dos Gewand des Rechtes ge- kleidete Gewalt! Sie sind ein Bruch des verfawer Friedensvertrage». (Sehr richtig!) Redner betont im übrigen, man dürfe über die Grenze der Leistungsfähigkeit nichts versprechen, er glaub« kaum noch an eine Verständigung und schließt. Abg. Breikscheid(U. Soz.) fordert die Entwaffnung, hält die wirtschaftlichen Forderungen dagegen für unausführbar. Er weist auf die internationale Tagung der unabhängigen Sozialisten in Wien hin. in der dieser Gesichtspunkt einheitlich betont wurde, lehnt ab» die nationale Einheitsfront in Deutschland ab. Bei dies» Ge- legenheit streift er noch einmal die Gefchäftsordnungsdebatte in der gestrigen Sitzung. Redn» fährt fort: Nach der negativen Seil« hin stimmen wir den Ausführungen de, Ministers Simons zu; von einer positiven Zustimmung kann kein« Rede sein, da uns ja die posiiwen Richtlinien von Simons nicht bekannt sind. Vielleicht weiß det Herr Reichskanzler etwas Näheres. D i r wissen nicht, wie Simons Droarcmm zustande kam, jedenfalls ohne Zutun der Volksvertretung. (hört, hört!) Im letzten Augenblick wurde eine Sitzung der Parteiführer einberufen; wir gingen nicht hin, da di« Ge» heimhaltung der Verhandlung auch gegenüber den Partei- freunden v»langt wurde. Doch wir hätten auch nichts dort er- fahren. Denn nach der Londoner Rede des Ministers Simone sind die Vorschläge erst während der Rsiie sormuliett worden. Wir stehen also vor der Tatsache, daß üb» di« Lebenssrag« des deutschen Vol?es im Eifenbahnkupee von einem Minsstsr, einem.General und mehre- ren Ministerialräten beschlossen worden ist.(Große Unruhe.) W'r Sehen weiter vor der Tatsache, daß das Kabinett 4 Wochen lang «raten hat. ohne imstande zu sei», in dieser Angelegenheit»u einem Ergebnis zu komme«. Simons trägt die staatsrechtliche Verantwortung, die politische Verantwortung für die durch diese Veriäumnis herbeigeführt« Situation trägt das bürger- liche Kabinett. Es würde ein Sturm durch Deutschland gehen, wenn«in sozialistische» Kabinett so gehandelt hätte. Daß Simons so austreten tonnte, ist nur ein Beweis, daß er i e i n e r Aufgabe nicht gewachsen ist. In dieser«rnsten Stund« wiederholen wir immer und immer wieder: es gibt keine Rettung aus der Not und keinen anderen Ausweg, als den Appell an di« proletarischen Klassen. Abg. Dr. Slresemann(D. Dp.) weist darauf hin, daß die Aus- führungen des Abg. Breitscheid nicht geeignet seien, die Stellung des Außenministers in London zu stärken. Rückblickend geht er ouf den Vertrag von Versailles und auf die Schuld in Kürze ein. II. a. habe üautsky kürzlich geschrieben: „Ich war sehr überrascht, als ich Einsicht in die Akten bekam. (hört, hört!) Deutschland hat auf den Weltkrieg nicht plan- mäßig hingearbeitet, es hat ihn schließlich zu oermeiden ge- sucht*(Zuruf des Abg. Bernsteiu ISoz.s: Er hat auch noch anderes gesagt!) Gewiß,» schrieb davon, daß die deutsche Reichs- regi»ung verantwortlich gewesen wäre gegenüb» dem beut- schen Nolle, ab»» lehnt jede Verantwortlichkeit gegenüber der Welt und den Feinden ab. Warum hat Herr Müll» den Stapel- lauf des Dampfers Tirpitz bei dies» großen weltpolitischen Debatte zur Sprache gebracht? Das ist heute durchaus nicht von ent- scheidender Bedeutung'(Zuruf des Abg. Müller sSoz.s: Das ist psychologisch zu werten!) Das wäre einem neuen England gegenüber möglich, wir hat en aber'.m ner noch das alte Eng- land vor uns. Ich bedaure es. daß man als Antwort auf unsere Vorschläge, die so weit gehen, wie nie in der Weltgeschichte Vorschläge gegangen sind, nur die eine Antwort hat: Strafmaß- nahmen anzudrohen. Wir wollen dankbar sein, wenn es der Ge- schicklichkeit der Unterhändler gelingt, inn»halb d» von d« Regie- rung gezogenen Grenzen zur Verständigung zu kommen. Gelingt das nicht, dann wird auch der Druck von Paris und London nicht das Ende d» Entwicklung sein. Wir sehe» in Ruhe d« Entscheidung von London entgegen.(Lebhafter Betfall rechts.) Reichskanzler Fehrenbach: Herr Strefemann hat die Angriffe des Abg. Breiffcheid gegen Dr. Simons bereits zurückgewiesen. Ich danke ihm dafür.(Hört, hört! bei den Unabhängigen.) Ich glaube (zu den Unabhängigen), Dankbarkeit ist kein übermäßiges Laster. Namens der Regierung erkläre ich, daß das Kabinett durch diese An- griffe in seinem Vertrauen zu dem Minist» des Aeußern nicht erschüttert wird. Wir haben ihn als einen gewiffenhaften. reiflich überlegenden Mann kennen gelernt und hacken die Berhand- lungen in keine besseren Hände legen können. Wae haben diese Angriffe in dem Augenblick auch für einen Sinn? Es gibt wohl kaum einen Swatsmann, dem eine verantwortungsvollere Aufgabe auferlegt ist als unserem Außenminister.(Sehr wahr!) G»ade die Leute, die ein Resultat von den wetteren Verhandlungen «hoffen, hätten doch keinen Anlaß, die Verhandlun gsart des Herrn Außenministers in ein« Art kritisch zu beleuchten, di« ich nur als ein« Schädigung seiner weiteren Berhandlungs- f S h i g t e i t ansehen kann.(Zuruf des Abg. Brettscheid.— Gegenrufe rechts: Ruhe! Ruhe!) Herr Dreitscheid hat weiter daran ge- zweifelt, ob die Regierung, speziell d« Kanzl«. bei d« Abreise des Außenminist«» Kenntnis von den Richtlinien gehabt habe, noch denen d« Außenminister in London zu verHand«, hatte. Nachdem diese Druckschrift im Haufe verteilt worden ist, nehme ich an. daß auch d« Abg. Brettscheid selb« nicht mehr auf dies« We'mung be- steht.(Bkifoll.) Abg. Schiff«(Dem.): Mein« Parteffreund« verstehen die Zurückhaltung, die die Reichsregierung sich auserlegt«Hat. und billi- gen die Erklärung des Reichskanzlers. Leide? ist es hi« zu einer persönlichen und sachlichen Kritik gekommen, die in diesem Augen- blick auf alle Fälle untunlich war.(Zustimmung.) Wir sind stolz auf die Stimmen aus dem bedrohten Gebiet, welche die Be- rettwilligteit betonen, alle Folgen ttagen zu wollen. Auch aus Ar- bettertreifen wird die Einmütigkett aller Stände betont. Die Ar- bell« wissen viel befs« als die unabhängigen Abgeordneten, was ihnen drohi. Wenn ttgend etwas die Erkenntnis von d« Solidari- tät d« Westinteressen noch beschleunigen könnte, dann wäre es die Verhängung der Sanktionen. Deshalb gegen wir d« Zukunft, so dunkel und so schw« sie ist, festen Mntes und ungebeugt entgegen.(Lebhaft» Beifall in d» Mitte.) Abg. Stock«(Kam.): Dre Regierung hat sich nnt da inhalt»- losen Rede Fehrenbachs nur lächerlich gemacht!(Die Abgeordneten all» nichtsozialistischen Parteien verlassen den Saal.) Redn« spricht in d» üblichen Art für die Diktatur de» Proletariat«. Abg. Deicht(Bayr. Bp.): Mtt uns«en Gegenvorschlägen sind wir bis an die äußerste Grenze gegangen. Wir billigen die Politik des Reichskabinetts Abg. El?enb«g«(Bayr. Bauernbund): Auch für uns find di« Pariser Forderungen unanncbmbar. Abg. Alp«,(Deutsch. Hann.): Wir hosten, daß da» Recht»- gefühl d» Kullurvölt» es verhindern wird, daß ein besiegtes Boll derart niedergetreten wird. Damit schließt die Aussprache. Nächste Sitzung: Montag, 7. März, 2 Uhr, Reederei-Abstndungsverttag, haushast, Kleine Vorlagen. Schluß: 9% Uhr. m .Dokalauzeiger*. Schwindel. In einem Stimmungsbild üb« die Reichstagssttzung vom Frestag v«stelgt sich d« schwerindustrielle „Lokalanzeiger* zu der Behauptung, daß die S o z i a l d e m o t r a- tie mit dem Verholten des Reichstagspräsidenten Genossen Löbe nicht einverstanden gewesen sei. Als Genosse Löbe dem Kam muniften h v f f m a n n das Wort»»weigerte, habe die Sozialdemo. kratie eisiges Schweigen bewahrt und im Aellestenausschuß Lobes hallung geladest. Wir stellen fest, daß an dies» Mitteilung kein wahres Wort ist: vielmehr stand die gesamte sozialdemo- kratische Fraktion hinter dem Reichstagspräsidenten, dessen Verhalten sie vollauf billigt._____ Simons bei �lopü George. Dondon, 5. März,(hollaudsch ZUeuwsbnreau.) Simons ist an» Doudon abgereist, wahrscheinlich nach Ehequer», um mil Lloyd George zu konsnieren. Ein Aufsatz von Keynes. Dondou, S. März.(MTB.) Keynes schreibt im„Manchester Guardian*: Wir haben Forderungen an die Deutschen gestellt, von denen wir wußten, daß sie sie unmöglich erfüllen können. Die Deutschen haben mtt Vorschlägen geantwortet, welche in d« entgegengesetzten Richtung irregehen. Ein g«echt«» Ergebnis hätte n««ziell werden können durch«ine Be- sprechung von Fragen wie. ob wir Deutschland erlauben und e» «mutigen wollen, einen großen Exporthandel zu ent- wickeln, weit« wie well wir Bezahlung in natura annehmen können und Deutschland anbieten kann, und schließlich üb« die Grundsätze, nach denen die Bewertung solch« Bezahlungen in natura stattfinden soll. Di« Pariser Forderungen stellen eine Abänd«ung des ursrünglichen Berttags dar, die, mag das nun eine Forderung zu- gunsten oder zuungunsten sein, die Deutschen anzunebmen nicht verpflichtet sind. Wir können sie daher'in leg ol er Weise nicht zur Annahme zwingen. Zu gleich« Zttt haben mir behauptet, daß sie den Derttag in and«« hinficht gebrochen haben, und bedrohe« st« mit«in« Strafattion, um st« zn zwingen, nicht den Vertrag in dies« Hinsicht durchzuführen, sondern gewisse Sachen, die außerhalb des V«ttags stehen, zu leisten. Das ist von uns«» Seich ein«nster Schritt, üb« dessen Natur wir uns Aar werden müssen... Bei der Zahlung d« zwanzig Milliarden Gold- mark bis zum L Mai kann nach Keynes Ansicht d« einzige B«- stoß darin bestehen, daß Deutschland nicht die Ltef«ungen gemacht hat, die von d« Reparatümskommission»«langt worden sind. Der einzige bedeutsame Verstoß beziehe sich auf die Kohlenliefe- rungen. Es fei da festgestellt worden, daß sich Deutschland mtt 2 bis 5 Proz. bezüglich des Spa-Abkommen» im Rückstände befindet. D« Bettag ist geringfügig, indeß wtt allgemein zugeben, daß, rund heraus gesagt, Deutschland die Spaer Verpflichtungen bezüglich d« Kohlenförderungen«füllt. Nehmen wir cm. daß Verstöße gegen den Friedensvertrag in Detailpunkieu des oben Angeführten vorgekommen sind, was sind wir b«echtigt zu tun? Ich hätte gedacht, es wäre unsere Pflicht, unsere Anschuldigungen ganz genau fe st zustellen, und, wenn Sttafmoßn ahmen angedroht waren, diese obhängiz zu machen, davon, daß dl« Deutschen es unterlassen, diesen Anschuldi- gungen abzuhelfen. Aber sind wir berechtigt, vage Anschuldigungen duszusprechen und dann Strafmaßnahmen anzudrohen, wenn nicht Deutschland seine Zustimmung dazu gibt, etwas zu tun. was mit den Beschuldigungen nichts zu tun hat? Das ist eine Frag« des inier- nationalen Rechts, und was noch bedeutsamer ist. der internatio- nalen Moral. Die vorgeschlagene Methode würde darauf hin- ausgehen, den Vertrag so gut wie vollständig zu zer- reißen und ihn zu ersetzen durch eine von Zeit zu Zell erfolgende Anwendung von Eewall, um diese od« jene Forderungen durchzu- setzen. Aber selbst, wenn das«ine g«echte Art des Vorgehens wäre, ist diese Art weise? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, ob wir die Absicht habe», die Bezahlung dessen, was Deutschland leisten kann, sicherzustellen oder seine bestehend« Schwächt zu verewigen. Welche Wirkung würden die von den Alliierten beabsichtigten Maßnahmen für die Reparation haben? Die strafweise Einbehastung eines Tele» des Erlöses der deutschen Exprnwaren würde letzten Endes von den Alliierten selbst bezahlt werden, und die Beschlagnahme der Zölle könnte dazu führen, daß di« Alliierten sich im Besitz d« Schiffsladungen deutschen Papiergeldes befinden, von denen Lloyd George neulich so be- redt im Unterhause gesprochen hat. Die schwere Bedeutung der Mitteilung der Alliierten beruht zum Teil darauf, daß wir uns dazu hergeben, die stonzöfische Po- l i t i t, die dahin geht, die Rheinlande von Deutschland zu trennen, selb« zu fördern, und zum anderen Teil in der Geringschätzung der notwendigen Form- und Rechtsvorschriften. Es scheint, daß wir in noch ausgedehnt««» Maße dieselbe Polttik wie in Irland ein- zuschlagen beabsichtigen und sie mtt denselben Argumenten rechtfertigen. Die Deutschen haben unrecht und das, glaubt man, berechtigt uns zu tun, was uns bellebt. Dieselbe Geistesverfassung und die- selbe Moral ist verantwortlichlich für die letzten Vorgänge in Irland, und wenn man dorm beharrt, so wird sie zu dem- selben Unheil führen. propaganüaverbot itt Gberfthleften. Kaklowitz, 5. März.(Eigen« Drahtbericht de»»Donnäris*.) Die Int« alliierte Kommission ließ am Sonnabend vormittag der deutschen Presse Aufklärung geben üb« die während d« Zeit vom 9. bis 22. März zur Sicherung von Ruh« und Ordnung m Ausficht genommenen Maßnahmen. Es muß betont w«?- tz daß das Vorgehen viel zur Beruhigung d« Massen während 5. Abstimmung beitragen wird. 4 Jede politische Propagandatätigkeit, VerarM? tung von Versammlungen, ösfenlliche Kundgebungen, Anschlagen oem Zetteln und Tafeln, Anbringen von Plakaten. Verbreitung von Drucksachen ist verboten. Oeffentliche Anstalten oder deren Rebengelasse od« die de» religiösen Zwecken dienenden Gebäude dürfen ahn« Genehmigung der Kreiskontrolleure zu anderen Zwecken nicht»«wendet werden, als zu denen sie regelmäßig be- stimmt find, von 10 Uhr abends bis zum folgeitden Tage bis 4 Uhr nachmittag» find geschlossen zu hallen: Theater, Kinos, Kanzertsälc, Tanzsäle. Zirkusse und andere Säle für Schaustellungen. Der Der- tauf von Gettänken od« Verkauf von Spirituosen. Schnäpsen. Li- kören und Süßweinen ist verboten. Das gleiche Verbot erstreckt sich auch auf di« Abgab« dies« Getränk» durch Destillateure, Weinhändler in den zum Zwecke d« Derproviantierung für das Publikum ge- öffneten Etablissements. Von 10 Uhr abends bis zum folgende» Tage S Uhr vormittag» sind geschlossen zu hasten: Schankwirt- schasten. Restaurants, Echankstuben in Hotels usw. Die L«ordnuny tritt am 9. März vormittags in Kraft. Di» Polen versuchen noch in letzter Stunde allerlei Mittel, um Stimmenfang zu tteiben. So tauchte vor einigen Tagen die sage- nannte„Oberschlesische Derufsoeremigung* auf, die m deutschen Zeitungen angab, eine deutsche Organisation zu sein. Bei nähe, r« Betrachtung entpuppte sie sich ab« alsnational-polnisches Unternehmen. Di« oberschlesische» Arbeiter, Angestellten und Beamten sind über den wahren Charakter dieser Organisation aus- gestört worden._ die Sreslauer Mensckensckinüer. Breslau. S. März.(TU.). Der trste heute vernommene Zeuge, Kriminalbeamter Eichhorn, hat die Angeklagten in Zeithain und Im Ruhrgebiei vernommen. Die Attgestagten haben sich zwar in Widersprüche verwickest, aber ihre Aussagen stimmten ausfal- lend uberein. D« frühere Leutnant Ulbrich wurde nochmals vernommen und gefragt, wie es wohl komme, daß vom 17. März ab die Leute besonder, schw« mißhandelt wurden. Der Zeuge antwortet, daß nach Rücktritt der Kapp- Regierung die Gereiztheit der Leute zugenommen habe.. Sie rechneten damit, daß nunmehr die bolschewistische N e• gierung an« Ruder kommen würde. Ueber di« Truppe selbst be- fragt, berichtete der Zeuge von der allseitig, nicht zuletzt von d« Re- gierung anerkannten Tüchtigkeit der Truppe im Ruhrgebiet. E» sei sogar behauptet worden, daß man fest der Revolution noch nie eine so tadellose, disziplinierte(!!!) Truppe gesehen habe. Das Urteil dürft« erst am Dienstag od« Mittwoch gesprochen werden. • . Zu unserw Bericht vom 8. März 1981 wünscht d« Zeug« Wachtmeister Lampe b«tchtigt zu wissen, daß« nicht ausgesagt habe, die Gefangenen feien von Offizi««, und Spielleuren miß- handell worden. Er habe l-diglich ausgesagt, daß die Gefangenen mißhandest wurden. Von Spielleuten hat« nichts gesagt. Da- gegen hat er in einem Falle gesehen, daß ein Offizier einen Gefangenen mit der Hand geschlagen hat. verdrängungsschäden. In der Freitogsitzung des 24. Ausschusses des Reichstages wurde der noch nicht«ledigte S 10 des V«dräii- gungsschädengesctzes und die Antröge zu diesem Paragraphen ein- gehend besprochen. D«§19 wird mtt der Aenderung. daß Enffchü- digüngen bis zu 60 000 Mark sofort in bar zu zahlen seien, ange- I nommen. Di« Sitzung wurde auf Dienstag, de» S. März» vertagt. Gewerkschaftsbewegung vie Weltwirtschaftskrise. D« International« Gewerkschaftsbund, Amster- dam, oersendet da» folgende Schreiben an die ihm angeschlossenen Organisationen: Die gewerkschaftliche Internationale kann sich gegenüber der in allen Ländern zutage tretenden enormen i n d u st r i e l le n Krise nicht gleichgültig verhalten. Alle an die angeschlossenen Organi- sationen einlangenden Nachrichten sowie die Meldungen in der Presse zeigen, dah die Arbeitslosigkeit immer weitere Dl- m e a s i o n e n annimmt. In allen Zweigen der Produktion gehen die Unternehmer zur Schließung von Fabriten und Werkstätten über oder lasten kürzere Zeit arbeiten. Non überall kommen Nachrichten, daß man die Arbeiter zu zwingen versucht, sich eine Herab- seßung derLöhne gefallen zu lasten. Dos Bureau der gewerkschaftlichen Internationale hat hierzu Stellung genommen: es kann die Argumente der Unternehmer, die eine Einschränkung der Produktton für nötig erklären, n i ch t g e l t e n lassen. Es stellt fest, daß vor wenigen Monaten noch die Unter- nchmer erklärten, daß die Produttion verbestert werden müste, und sich bierbei gerade auf diesen Standpunkt beriefen, um die Ar- deirersorderungen zu bekämpfen. Es ist unmöglich zu behaupten, es werde zuviel produziert, mährend infolge des Krieges die entsetzlichste Verarmung in der Welt herrscht, die meisten Länder vom Elend heimgesucht und die Ruinen noch nicht aufgebaut sind. Man kann nicht sagen, die Lebensmittelproduktion weife ein Uebermaß auf, während Hunderttausende von Arbeiterfamillen nicht genug haben, um leben zu können. Es ist unerhört, daß in Amerika, in England, in Frankreich und Deutschland Spinnereien stillstehen, während Millionen Frauen und Kinder ohne Kleidung sind. Es ist eine Schmach, daß enorme Men- g-m von Baumwolle vernichtet werden konnten, daß große Bor- rate an Walle unbenutzt liegen bleiben, die Fabriken unter Rohstoff- nionge! leiden, während es in den meisten Haushalten mehr als je an Wäsche fehlt. Ein derarttger durch den Egoismus der kapitalisti- schenUnternehmer hervorgerufener Zustand, die ohne Rück- ficht auf das Allgemeinwohl nur ihre persönlichen Interessen im Auge haben, bedeutet an sich eine Derurteilung deg Systems, das derartige Mißbräuche möglich macht. Die Anmaßung der Unternehmer, diese Krise auszunützen, um die Löhne herabzusetzen, ist eine un verhüllte Drohung gegenüber den Arbeitern. Sie kann nur dazu führen, das Elend zu vermehren und die Krise zu verschärfen. Denn wenn die Unternehmer sich über den mangelnden Absatz ihrer Borräte be- klagen, so vergessen sie dabei, daß es die gegenwärtigen Existenz- Bedingungen sind, die die Slrbeiter zwingen, ihre Einkäufe zu be- schränken. Die Arbeiterorganisationen müsten- dieses Vorgehen m i t o l l e n Kräften bekämpfen und in den immer mehr anschwellenden Massen der Arbeitslosen den Kampfgeist und den Kampfwillen im Sinne der auf dem Londoner Gewerkschaftskongreß formulierten Forderungen entwiSeln. Die industriell« Krise ist über die ganze Welt verbreitet; eine Abhilfe kann nur e'me internationale Aktton bringen. Es kann in der gegenwärtigen Lage der verschiedenen Länder für eine Arbeitslosigkeit kein Anlaß mehr sein, wenn die Regierungen den durch die Valutadifferenzen verursachten Problemen eine Lösung im Sinne der von den Arbeitern formulierten Forderungen geben. die die verarmten Nattonen instand setzen würde, die für die Be- fricdigung der dringendsten Bedürfnisse der Indwiduen wie der In- dustrie notigen Anschafiungen vorzunehmen, während sie den gün- stiger gestellten Nationen die Möglichkeit bieten würde, ihre Waren abzusetzen. Das Bureau der gewerkschaftlichen Internationale macht die �rbeiterorganisatianen aller Länder nochmals darauf aufmerksam, dflß da? An wachsen des nationalen Reichtums die Ver- elendung der Arbeiter zur Folge haben kann und fordert sie daher auf, die Politik des wirtschaftttchen und finanziellen Imperialismus, besten Wirkungen sich gegen die Arbeiter kehren, zu bekämpfen. Das Bureau ersucht die angefchlostenen Zentralen dringendst, die internationale Verteilung der Rohstoffe zu fordern. Es ist unzulässig, daß z. B. in gewisten Ländern Kohlen- Mangel herrscht, während in Englaich, im Saargebiet und selbst in Frankreich die Kohlenproduktton teilweise stillgelegt wurde oder eine Stillegung bevorsteht, wezl sich die Kohlen in den Schächten stauen. Dos Bureau ruft die Zentralen auf, die systemattsche Propaganda für die Sozialisierung der Produktions- mittel im Sinne der Londoner Beschlüsse fortzusetzen und noch zu verstärken. Wenn die Produktion nicht mehr dem Nutzen einzelner dienen, sondern ausschließlich zugunsten der Gesamtheit funktionieren wird, wird von einer Verminderung der Produktion oder einer erzwungenen Arbeitslosigkeit nicht mehr die Rede sein können. Das Bureau fordert daher das organisierte Proletariat der ver- schiedenen Länder auf, die Manöver, die unter der Androhung der Schließung der Fabriken und des Elends auf eine Herabsetzung der. Löhne abzielen, mit einer energischen Propaganda zu beantworten und dieser die größtmögliche Aus de hnung zu sichern. Es ist weiter Pflicht des Bureaus, die Landeszentralen auf die Notwendigkeit zu verweisen, mit allen Mitteln eine Krise zu be- kämpfen, die der Weltreaktion alle Waffen gegen d«e Arbeiter und ihr« Organisationen an die Hand gibt. Indem wir Sie ersuchen, die gewerkschaftliche Internationale von Ihren im Hinblick auf dieses Schreiben genommenen Maß- nahmen auf dem laufenden zu erhalten, verbleiben wir mit brüderttchen Grüßen Das Bureau des Internationalen Gewerkschaftsbundes. 14. verbanöstag üec öottcher. l4. Verhandlungstag.) Frankfurt a. M., 3. März. Ueber den Tagesordnungspunkt: Berufs- oder Indu- strieverbond referierte Vorstandsmitglied F r ü ch t n i ch t- Bremen. Seinen Ausführungen liegt folgende Resolution zugrunde: „Der 14. Verbandstag der Böttcher erkennt die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses mü anderen verwandten Organisattonen zur Industrieorgonisation im Prinzip an. Der Ver- bandstag verkennt nicht die Schwierigkeiten, die ganz besonders in unserer Organisation zu überwinden sind, um einen geschlossenen Uebertrüt der Mitglieder zu ermöglichen. Die Generalversammlung beauftragt die Verbandslcitung, noch Abschluß der Vorarbeiten der zu dieser Frage eingesetzten Kommission des Gewerkschaftsbundes und der endgülttgen Beschlußfassung des nächsten Gewerkschafts- kongresies, in dem Sinne die nötigen Vorarbeiten mit den in Frage kommenden Organisationen zu treffen. Der eventuelle Zusammen- schluß oder Ueberttitt zur Industrieorganisation hat alsdann durch Urabstimmung zu erfolgen." Durch Beschluß des Verbandstages hält Schäfer-Kassel hierzu das Korreferat. Er stellt einen Antrag auf D e r s ch m e l- zung mit dem Holzarbeiterverba n d.— In der D I s- k u s s i o n über diesen Punkt gehen die Meinungen sehr weil auseinander. Die meisten Delegierten sind für Beibehaltung der Berufsorganisation, da diese bis jetzt die größten Vorteile gebracht habe Ein geringer Teil der Delegierten ist für die Der- schmelzung mit den Holzarbeitern. Einige Redner sprechen sich auch für eine große Arbeit er union aus, worin auch mit einem Mals alle Grenzstreüigkeiten beseittgt würden. Für den Gedanken, einen Nahrungsmittelverband zu schaffen, treten verschiedene Redner ein. Einig ist man sich, daß er weit größere Dortelle hätte als der Anschluß an den Holzarbeiterverband Nach den Schlußworten der beiden Referenten werden für die Resolutton Früchtnicht SS van 63 Stimmen abgegeben. Im wetteren Verlauf der Verhandlung wird eine Resolutton von Bremen, welche die Polltik des Gewerkschaftsbundes vor und nach dem Kriege verwirft, da diese Politik den Kampscharakter der freien Gewerkschaften vermisien lasten würde, abgelehnt. Ueber- Unsere Tariftaktik hiell S t« i n- Hamburg «in inftruktive-DReferot. Er sprach sich für den Abschluß eines Reichsmanteltarifs aus und begründete folgenden Antrag: „Es wird ein« Kommission von S Mitgliedern gewählt, welche in Verbindung mtt dem Hauptvorstand und den Gaulettern unver- züglich einen Entwurf für einen Reichsmantettarif auszuarbeiten hat. Die gewählte Kommission in Gemeinschaft mit dem Haupwor- stand und den Gauleitern wird ermächtigt, die Verhandlungen mtt den Beauftragten der Arbeilgeber des deutscheu Böttchergewerbes abzuschließen. In der Aussprache erklärten stch die meiste» Redner f.r eipen Reichsmanteltorif. Es wurde verlangt, daß auch die Be» stimmungen über die Ausbildung der Lehrlinge tariflich festgelegt werden. Viele Redner wandten sich energisch gegen die Akkordarbeit und das Prämiensystem. Gegen 1 Stimmen wurde der Anttag Stein angenommen. Jabrikenbefetzung in Luxemburg. Die Direktoren einer großen Fabrik in Differdinge» hatten ihren Arbeitern mitteilen lasten, daß 300 von ihnen zum 1. März entlasten werden müßten und daß der Betrieb eine teil- weise Einschränkung erfahren werde Falls die Belegschaft mit der teilweisen Betriebsstillegung nicht einverstanden sei, sähe sich die Direktion genötigt, 1500 Arbeiter zu entlassen. Auf diele Au» kündigung hin hielten dje Arbeiter der Fabrik eine Versammlung ab, in der sie den Beschluß faßten, den Fabrikbetrieb selbst in die Hand zu nehmen. Mitglieder der Betriebsräte erschi-wn in den verschiedenen Abteilungen und teilten den Abteilungsleitern mit, daß die Arbeiter die Fabrik in eigene Regie übernähmen. Auch in anderen Ortschaften Luxemburgs zeigen sich innerhalb der Arbeiterschaft Strömungen, die Werlleitung in den Fabriken an sich zu reißen, so namentlich in Esch und Redingen. Achtung, Streik in der Sargindustrie! Im beutigen Inseratenteil befindet sich eine Anzeige des Bereins Groß- Berliner Sargtischlermeister und Inhaber von Beerdigungsinstituten E. V. Wir bitten uufere Leier, im Bedaris- falle sich vorher davon zu überzeugen, ob die betreffende Firma, der die Beerdigung übertragen werden soll, nicht bestreikt wird. Zur Lohnbewegung der haudelshilfsarbAler und-arbeilerlunen des Einzelhandels. Der zwischen der Einzelhandelsgemeinschast und dem Deutschen Transportarbeiterverband abgefchlostene Lohntarif ist zum 28. Februar d. I. gekündigt worden. In einer gemein- famen Verhandlung, welche am 15. Februar stattfand, erklärten die Arbeitaeber nach stundenlanger Verhandlung, daß sie diesmal von ihren Mitgliedern ein gebundenes Mandat erhalten hätten und keinerlei Zugeständnisse machen können. Die Ar- beitnehmer haben dann in einer Funktionärverfammlung beschlosten, nochmals mit dem Arbeitgeberverband in Verhandlung zu treten unter der Voraussetzung, daß die Arbeitgeberkommission von ihren Mitgliedern Vollmacht erhält, auf Grund des eingereichten Lohnoer- tragentwurfs zu verhandeln. Die Antwort der Arbeitgeber sollte bis zum 24. Februar den Arbeitnehmern übermittell werden Am 28. v. M. teilte die Einzelhandelsgemeinschast dem Deutfchen Transportarbeiterverband mit, daß fle von ihrem Standpunkt nicht abgehen könne, sie empfehle jedoch den Arbeitnehmern. den Lohntarif auf einige Monate zu verlängern. Diesen Vorschlag konnten stch die Arbeitnehmer nicht zu eigen machen und beschlosten, zunächst den Schlichtungsousschuß zur Eni- s ch e i d u n g anzurufen. Die Verhandlung soll am Montag vor dem Schlichtungsausschuß beginnen. Von der Entscheidung des- selben wird es abhängen, ob die Bewegung durch ein« friedlich« Verständigung beendet wird. Keinesfalls werden aber die Handelsarbetter ihre Zustimmung zu einer Verlängerung des Lohntarifs geben. Die Löhne, die zur- zeit gezahll werden, sind derartig niedrig, wie sie bisher in keinem abgefchlostenen Lohnvertrage im Handelsgewerbe zu ver- zeichnen sind. für den redakt. reit: Dr. Stvut Pcilcr. Tdarlnttenbnrs: fite flnaeiant: Tt. Glocke. Nerlin. Setiaa: VorwärlS-Berlaq®. m. b. H.. Serlilt. Drucke Bor- «SrlS-BuSdruckerei n. Der laasanstall Baal ginnet u. Ca.. Berka, ßiitittte. 3. vier,» 3 Beilaqe». I prompt wirkend bei: Gicht Hexenschuß Rheuma Nerven' und Ischias Kopfschmerzen Togal slbeidet die Harnsäure aus und gebt daher direkt zur Wurzel deS Nebels. Keine schädlichen Rebenwirkungen, wird von vielen Aerzten und Kliniken empfohlen. In allen Avotbeken«rbältli-b.* A. WERTHEIM Ausstellung von Damenhüten Damensporthüte garniert, reiche Auswahl.......................... 42,00 Kleiner gesteckterT agalhut zweifarbig............................. Flotter Trotteur moderne Farben, aparte Gamicrungen, Liseretimitation- Schwarze Litzenhüte w nur modernen Formen................ 28,50 Liseretimitation m sehr schicken Formen................................ Tagalpikotformen in modernen Formen und Farben................... Kirschenpiquefs mod. 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