fthtTS fdwgad« B TU. St VczogSvrel», Ä. auntttL thr-VL fsri ta« Ha«, weas»ehlbar.?»> dezug: ManaNlch lo,— ZIl.ew internationalen Lage beschäftigte. Giolitti erklärte, daß Italien im Falle der Inkraftsetzung von Gegenmaßnahmen gegen Deutschland sich von jeder militärischen Aktion zurückhalten werde. Alle anwesenden Minister erklärten sich damit einverstanden. Vertragsbruch unö 2. Internationale. Düsseldorf ist durch belgische Truppen besetzt worden, die sich auf Befehl der belgischen Regierung in Bewe- gung gesetzt haben. Da drängt sich die Frage auf: Was sagen hierzu die belgischen Sozialisten und vor aqem die vier Sozialisten, die Mitglieder der belgischen Koalitions- regierung sind: Vanderoelde, D e st r 6 e s, Wauters und A n s e e l e? Seit Kriegsende haben wir uns bei ähnlichen Fragen, die die Haltung der belgischen Sozialisten betrafen, stets die weitestgehende Zurückhaltung auferlegt. Wir haben unaus- gesetzt auf das schwere Unrecht hingewiesen, daß das k a i s e r- liche Deutschland am belgischen Volk begangen hat und das das republikanische Deutschland wiedergutmachen muß und wiedergutmachen will. Wir haben die Unterzeich- nung des Bersailler Vertrages durch Vanderoelde als belgi- Künstaufenö Mark. Von KansBauer. *jn den Besitz von 5000 Mark kann man dadurch gelangen, daß man 200 Skizzen schreibt. Dadurch ferner, daß man fünf Raub- mörder dingfest macht, auf deren Ergreifung eine Belohnung von je 1000 Mark ausgesetzt ist. Oder, auch dadurch, daß man für 10000 Mark Dollarnoten zu einem Kurse von öS aufkauft, sie liegen läßt und sie wieder losschlägt, wenn sie VS stehen. Oder auch dadurch, daß man sich einem Adressenschreibbureou verdingt und 1 656 000 Kuwerts mit einem Vor-, einem Zu-, einem Stadt- und einem Straßennamen versiebt. Oder dadurch beispielmäßig, daß man(hier- bei kommen allerdings nur Damen in Betracht) Siegerin wird in einer mit einem ersten Preis von 6000 Mark dotierten Schönheits- konkurrenz. Es ergibt sich also folgende Gleichung: 200 Skizzen— 5 Raub- mörderermittlungen= Dollarnotenspekulation= 1 658 000 Kuwert- odressen= schöner Frauenleib. Mich interessiert besonders die Be- Ziehung des ersten Gliedes zu dem letzten. Rekapitulieren wir: 200 Skizzen sind ebensoviel wert wie der zweifellos schöne, mit 5000 Mark prämiierte Fraucnleib, den Ich kürzlich in einer Illustrierten Zeitung abgebildet sah. Ich setze mich hin und schreibe, um 5000 Mark zu verdienen. Jene Dame hingegen hatte sich nicht hingesetzt und nicht geschrieben. Sie war irgend- einmal geboren worden, war aufgewachsen, hatte eines Tages von der Konkurrenz gelesen und war, weil sie eine Dame war und kein Mann und weil sie nicht eine Dame wie irgendeine Dame, sondern eine Dame mit schlanken Hüften, unverwelkter Haut, goldblondem Haar wor, mit 5000 Mark belohnt worden. Ferttg. Jeder ihrer FViger war wie drei Skizzen, der Weißglanz ihrer Zähne wie das lOprozenlige Anziehen der Dollarnoten, ihre Hüfte wie 300 000 Adressen, ihr« Brüste wie die Ermittlung zweier Raubmörder, das entzückende Grübchen um ihr Kinn wie die zehnmalige Hingabe einer Dirue honoriert worden. 400 Mark plus 1300 Mark plus 900 Mark plus 2000 Mark plus 400 Mark. Gleich olles in allem(Finger plus Haar— Pius Weißglanz plus Brüst« plus Grübchen) 5000 Mark. Zurückgeführt auf gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit entsprach die Schönheit jener Dame noch dem Urteil des Kollegiums demnach etwa 800 Arbeitsstunden, und zurückgeführt auf die Erzeugung von 200 Skizzen erforderliche Nervenkraft einer in meinem Großhirn- tappen aufgespeicherten elektrischen Spannung, deren genaue Größen- angabe der Errechnung des Psycho-Psychologen vorbehallen bleibe. Die Sache ist einfach. Der Dichter Ierobian Haferstroh besingt die preisgekrönte Schönheit in 400 Gesängen und benötigt zur Fertigstellung eine» jeden Gesänge» ein« Nacht. Die Gesänge sind so herrlich� daß er schen Devollmächstgten kmnn erwähnt und die Mlkbesetzung von Frankfurt a. M. durch belgische Truppen, auf Grund von beschwichtigenden Zusicherungen, die wir damals erhielten, nur beiläufig zur Sprache gebracht. Ueber vieles andere seitdem haben wir ebenfalls geschwiegen. Jetzt aber ist d a s M a s; voll! Die belgischen Sozialisten haben mit keinem Worte gegen die Pariser Be- schlüsse protestiert, von denen die belgischen Gewerkschaf- t e n durch den Mund der Amsterdamer Gewerkschaftsinter- nationale selbst anerkannt haben, daß sie verdammenswert sind und daß sie das deutsche Proletariat zu einem Sklaven- dasein verurteilen. Um nun die Durchführung dieser De- schlüsse zu erzwingen, lassen die Ententeregierungen, also auch das belgische Kabinett Carton de Wiart mit seinen vier sozio- fistischen Mitgliedern, unter Durchbrechung des Friedensver- träges, neue deutsche Städte besetzen. Auf der Konferenz der Internationale 2yz in Wien hat der deutsche Unabhängige Dr. H i l f e r d i n g, um die Zweite Internationale zu diskreditieren, auf das Verhalten der bel- gischen Sozialisten zu den Pariser Beschlüssen hingewiesen. So leid es uns tut, und so sebr wir wissen, daß die Zweite Internationale nicht für die Sünden einzelner ihrer Mit- Glieder oder Sektionen verantwortlich gemacht werden kann, so muffen wir sagen: Hilferdinghatdurchausrecht! Er hat übrigens in Wien nur das ausgesprochen, was wir bereits im„Vorwärts" nach der Bekanntgab« der Pariser Be- schlüsse angedeutet hatten. Wir erwarten von dem Bureau der Internationale, daß es zur Wahrung seiner eigenen Resolu- tionen und der Ehre der Zweiten Internationale, die noch immer die mächtigste von allen dreien ist, die nötigen Schlüsse aus diesem Verhalten der belgischen Partei, oder vielmehr der einzelnen verantwortlichen belgischen Parteigenossen zieht. Denn wir ipiffen sehr wohl, daß es in der belgischen Partei viele Genossen gibt, die diese Hcltung auf das schärfste verurteilen. Leöebour. In diesen Tagen möchten wir die Polemik gegen andere Par- inen, namentlich gegen die Unabhäng'ge Sozialdemokratie, die uns in den meisten Fragen sachlich am nächsten steht, auf das stritte Mi- nimum beichränlen. Aber im Interesse der Gesamtarbeiterschast können wir den kleinen Zw'schenfoll, der am Schluß der gestrigen Reichstagssitzung durch den Abgeordneten Ledebour provoziert wurde, nicht unerörtert lassen. Aus dem Reichstagsbericht wird man entnommen haben, um was es sich dabei handelte: Unter den Druck- schriften des Reichstages war auf Veranlassung der Regierung die Rede Lloyd Georges in englischer und in deutscher Sprache verbreitet worden. An sich war dies« Verosfentlichung ziemüch überflüssig, da die gesamte Presse diese Rede bereits nwhwre Tage zuvor abgedruckt ' hatte. Nun war bei der Drucklegung der deutschen Uebersctzung ein offenkundiges Versehen passiert, indem eine Stelle von etwa dreißig Zeilen, die übrigens in. der englischen Fassung richtig wiedergegeben war, weggelassen wurde. In der vergleichenden Sta- tistit über die indirekten Steuern in England, Frankreich und Deutsch- land fehlten die einleitenden Sätze, und das Ausbleiben eines lozi- gischen Ueberganges ließ über den rein versehentlichen, durchaus technischen Ursprung dieser Lücke gar keinen Zweifel. Da meldet sich aber der alte Ledebour zum Wort«, und mit seiner übl chen Wichtigtuerei und Aufgeregtheit bezichtigt er die Re- gierung einer absichtlichen Fälschung! Natürllch gab er damit nur der Regierung und den bürgerlichen Parteien die Ge- legenheit zu einem leichten und wirkungsvollen Gegenangriff. Lede- bour erwiderte zwar, daß er damit nur de?.Völkerverständigung"(!) habe dienen wollen: die einz'g« Wirkung seines Auftretens kann ober nur die sein, daß chauvinistische Ententejournalisten Ihren Ageniuron und Blättern telegraphieren, der unerschrocken« deutsche Revolutionär habe eine schwere amtl'che Fälschung enthüllt. Es wäre höchste Zeit, daß die U.S.P. ihren alt gewordenen Löwen etwas bändigt. Fast jedes Auftreten von ihm Im Reichstag gestaltet sich zu einem Erfolg...der äußer st en Rechten oder der Kommunisten. Ob sich Ledebour die Rolle des Fraktionsführers der U.S.P. selbst angemaßt hat oder ob er Im Einverständnis mit Ihr handelt, wissen wir nicht. Wir glauben aber, es läge im Inter» l ausnahmsweise einen Verleger findet, und da» Buch geht so gut, daß es ausnahmsweise 5000 Mark Reingewinn abwirft. Die preisgekrönte Schönheit, wie sie ist geboren worden, ist Zeit ihres Lebens preisgekrönt schön, ißt, trinkt, läßt sich verehren und stirbt eines Tages. Ihre Schönheit wurde ebenfalls mit 5000 Mark bewertet. Allen Spaßes: ist es nicht ganz abwechflungsreich, daß man sein Geld esorum verdienen kann und esorum? Und allen Ernstes: wir stecken noch tief in Barbarei und Unkultur. wie lange ist die Eiszcll her? Die fernen Vergangenheiten der Urzeit erscheinen uns meist in schemenhafter Dämmerung, weil wir uns von den Jahrtausenden, die sie zurückliegen, keine exakte Vor- stellung machen können. Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, wenn uns für die einzelnen Perioden und Kulturen ganz genaue Zahlenangaben gemacht werden. Mögen auch die Berechnungen nur ungefähr sein, so bieten uns doch diese Zahlen einen viel be- i stimmteren Anhalt als alle komplizierten wissenschaftlichen Fach» angaben. Deshalb verdienen die Jahreszahlen besondere Beachtung, die der Ciszeitgeologe E. Werth für die absolute Dauer der Spät- und Nachalacialzeit errechnet hat und über die Hug« Mötefindt in der „Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" berichtet. Für die Dauer des Rückzuges de» Eise« von der südschwedischen Eisrandlage, d. h. bis zum Ende der Eiszeit, werden hier 5000 Jahre angenommen. Die Epoche des Mesolithikums wird mit 4000 Jahren berechnet, und von diesem Zeitpunkt bis auf den heutigen Tag sind etwa 7000 Jahre verstrichen. Man kann daher annehmen, daß 16 000 Jahre oergangen sind, seit der Rückzug des Eises begann. Bevor da» Eis zu weichen begannn, ging ober eine lange Abschmelzpcriode der eiszeitlichen Gletscher vor sich. Diese Abschmelzperiode hat man stüher mit 4000 Iahren angenommen, und dabei die Stillstandslagen, in denen der Prozeß aufhörte, miteingerechnet. Werth aber behauptet nun, daß da» eigentlich« Schmelzen bereits 4000 Jahre gedauert hat und daß die Gesamtzeit der zahlreichen Stillstandslagen auf wenig- stens noch 4000 Jahre berechnet werden muß, so daß die ganze Rück- zugsbewegung der Gletscher mit 8000 Iahren angenommen werden muß. Von da an hat er bis aus unsere Tage 16 000 Jahre errechnet, so daß sich im ganzen 24 000 Jahre für den Ansang des Endes des Eis- Zeitalters ergeben würden. Mit diesen Zahlen stimmen die geologi- lchcn Beobachtungen zusammen, die aus Grund der Ablagerungen de, Schweizerbildes bei Schaffhausen gewonnen wurden. Auch hier ergab sich die Berechnung von etwa 24 000 Jahren seit dem Deginn der Abschmelzpcriode. Danach hätte also die Späteiszeit vor rund 25 000 I a h r e n begonnen, und es ergibt sich dann die folgende Chronologie der Urgeschichte: die Abschmelzzeit der letzten elszeit- liehen Gletscher, die sogenannte Magdalenienkultur reicht vom Jahre 23 000 bis 9000 v. Ehr., das Mesolithikum von 9000 bis 5000 v. Chr., das Vollneolithikum von 5000 bis 2000 v. Chr., und dann beginnt die noch heute währende Metallzeit. wie Mustafa Kemai lebt. Mustafa Semal, der türkische Führer. der den Feind«, seine» Volke» soviel zu schassen macht, lebt, wie«in esse der unabhängigen Fraktion sekbst, wenn fie diese Nolle«wem anderen Manne übertragen würde, der nicht jeden zweiten Tag da» Parlament in ein Affentheater verwandelt und die arbetter- feindlichen Parteien zu leichten Eitzungsersolgen verHilst. IrreführenSe Serichterstattung. Unter der Ueberschrift„Die Regierungsbildung in Preußen" schreibt der„Lokalanzeiger": „Wie wir erfahren, haben es die Mehrheitssozialisten abgelehnt, sich an der Regierungsbildung im Reiche und in Preußen zu be- leiligen." In dieser Fassung ist der Satz kompletter Unstnn. Die Sozialdemokratie hat— das betrifft namentlich Preußen— durchaus keine allgemeine Ablehnung ausgesprochen, an der Regierungsbildung teilzunehmen. Vielmehr hängt ihre Stellungnahme ganz ab von dem Charakter einer sich bildenden Ziegieningskoalition. Allerdings lehnt die Sozial- demotratie ein Zusammengehen mit der„Deutschen Volks- partei" ab. Wenn diese Weigerung vom„Lokalanzeiger" einer generellen Ablehnung gleichgesetzt wird, so ist das eine sehr durchsichtige Mache. Hochverräter unü Ehrabschneiüer. Nach viertägiger Verhandlung hat am Montag das Landgericht Schwerin den Grafen Siegfried von Moltte, den Redakteur der deutschnationalen„Mecklenburger Nachrichten", wegen Leleidi- gung des Polizeiobersten Langt zu 2500 M. Geldstrafe verurteilt. Der Prozeß führte in die K a p p- T a g e zurück. Oberst Lange hat damals, wie erinnerlich, sich rückhalllo» auf feiten der V e r- f a s s u n g und der Republik gestellt und ist mit der Waffe für sie eingetreten. Seitdem datiert eine fürchterliche Hetze aller Reaktionäre gegen Oberst Lange, an deren Spitze Graf Moitke stand. Gnade dieser Mann, der selber sich den Kapp- Rebellen Lettow-Dorbeck und wendhausen als Pressechef zur Verfügung gestellt, also aktw am Hochverrat mitgewirkt hatte und nur wegen der seltsamen Amnestieauslegung des Reichsgericht» nicht bestraft werden konnte, gerade er hatte die freche Stirn, den Obersten Lange des H o ch v e r r a t s in mehreren Zeitungsartikeln zu beschuldigen! Weil Oberst Lange die Regierung beschützt hatte, be- hauptete Graf Moitke. er hätte aus einen Lintsputsch hin. gearbeitet. Ferner machte er Lange den Vorwurf, daß er sein« Ossi- ziere bespitzelt Hab«. In der Bewclsoufnahme brach der Vorwurf des Hochverrats vollkommen zusammen. Bezüglich der Frag« der Be- spitzelung sagten zwar ein paar ehemalige Ossiziere, ausschließlich Freunde des AngeNagtcn ur.d jetzige Leiter von Orgeschgruppen usw. aus. daß sie sich überwacht gefühlt hätten, doch konnten auch ihre Aussagen widerlegt«erden. Das Gericht kam jedenfalls zur Erkenntnis, daß in beiden Punkten der Wahrheitsbeweis nicht geführt sei und verurteilte den Grafen Moitke zu 2000 M. Geldstrafe. Interessant war auch hier wieder da» Verhalten des S t a a t s a n w a l t», der den Prozeß in erster Instanz bereits durch seine Passivität verloren hatte und auch In zweiter Instanz fast alles dem Vertreter des Obersten Lange überließ, der sich Inzwischen als Nebenkläger dem Verfahren angeschlossen l)att«. Jedenfalls hat der Prozeß erwiesen, daß der hochadlige Gras von Moltkc als Hochverräter dreist genug ist, ander« verleumderisch des Hochverrat» zu bezichtigen. Mit dem Grafen HertzberM- L o t t i n, dem Freihcrrn von Stüntzner-Carbe usw. wird, er demnächst einen deutschnattonalen adligen Ehrab- schneiderklub ausmache« können. Petersburg unter sckwerftem Geschützfeuer. Siockholm, 8. März.(DA.) Nach einer Meldung der„Nor- diska Preßcentrelen" aus Helsingfors haben die Kronstädter Ma- ttosen am 7. März, nachmittag» 4 Uhr mit de« Bomdarde- ment der Stadt Petersburg begonnen. Allem Anschein nach feuern die Aufrührer mit den schwersten Festungsgeschützen der Batterien von SysUrbet, Rovonnemae und Tambowka. T r o tz k i ist in Petersburg eingetroffen und soll die Operationen selbst leiten. Gleichzeitig verlautet, daß die Dolksregierung angeficht» der Gefahr Trotzki zum Diktator mit unumschränkten BefUAnissen i ernannt hat. englischer Korrespondent berichtet, allein in einem einfachen Hause außerhalb seiner neuen Hauptstadt Angora in unermüdlicher Arbeit. An den Wänden seines kahlen Zimmers sieht man zwei schöngear- bettete kaukasische Schwerter und einige Bilder von mvhammedani- schen Heiligenstädten, die ihm von indischen Delegierten geschenkt worden sind. Aus dem Schreibtisch, an dem Kemal arbeitet, liegen zwei Exemplare des Koran und ein heiliger Kranz, der ihm von mohammedanischen Bewunderern in Afrika und Arabien geschenkt worden ist. Sobald der Friede geschlossen ist, will Kemal sich vom politischen Leben zurückziehen und Landmann werden. Russische Heilungen im Ausland. Die Talsache, daß ein großer Teil der russischen Bevölkerung aus Rußland hat fliehen müssen, drückt sich auch darin au», daß in Europa außerhalb Ruhlands eine ganze Reihe russischer Zeitungen erscheinen, in denen bekannte russische Politiker und Schriftsteller den Kampf gegen den russische» Bolschewismus führen. In der„Deutschen Berleger-Zeitung" wer- den die wichtigsten dieser Organe zusammengestellt. Danach erscheinen > in Berlin:„Goloß Rossij"(Die Stimme Rußlands).„Rul"(Das Steuer),„Wremja"(Die Zeit),„Rußkij Emigranz"(Der russische Auswanderer): in Poris:„Pvslednija Jswestija"(Neueste Nachrichten),„Obschtee Delo"(Gemeinsame Sache),„Ierreiskosa Tribuna" (Jüdische Tribüne),„Bulletin d'Jnsormation: Pour la Rühle": in Neval:„Narodnoje Delo"(Die Sache des Dolkes): in Riga:„So- wodnaja"(Heute): in Prag:„Wolja Rossij"(Der Wille Rußlands). Die Vruckleh'erfcheu der Dichter. Zu den D'ckitern. die über einen in ihren Werten enideckien Druckfehler die gute Laune der- loren, geHörle vor allem Vicror Hugo, den schon ein falsch gesetzte» Komma zur Verzweiflung bringen konnie. Er selb» rühmte sich in einem an Vaudelair« a-r'ckleten Brief, bei der nnl dein Druck der ersten Ausgnbe der.L�renve de« siicles" beirauien O'fizin durchgereyl zu haben, daß sie ihm, und zwar lediglich ,ur Koireklur der J''telpu»liioii4ze>chcn. elr verschiedene NevisionS- abilige liefern mußte. Nicht nnnder rmpfindtich tiir die Tücken de» DruckirblerreustlS war der engli'che Tichler TbomaS Camp- bell, der im Jahre 1844 in der Westminster-Abtei»» London bei- gesttzl wurde, und dessen Dichlnngen Goelhe. Sco» und Byron zu dem Besten gezähll habe», wo» vre engliiche L'leraiur hervor« aedracht bat. AI» CampbeN eine» Abends vor dem Zubettgehen e-nsiel, daß er in der Kvrreliiir«nie» Gedichte», da» am nächsten Tage eii'cher- en sollte, ein falsche» Semikolon halte stehen loslen, inachle er sich ivforl aus und wanderte in der Nachi zu Fuß an die zehn Kilomeier. um in der Druckerei zu veranlassen, daß da» Semikolon durch ein Komma ersetzt Trelde. Levier Drlo-Abend Schnmann-Hesi-Dechert am S. MSr, In der Swgatadcmie: F-rnoll Trio von Sworif, O-moU Trio von Mendelssohn, Tondichtung Liiamae von Paul Iuon. Im Tom veranstaltet Vrosessor Waller Fischer am kommende» Donnerstag 8 Ubr ei» Oraeltonzcrt. Mltwl'.trnde! Lill Wickop(Sopriui». Irene Nippt(Alt), Harr« Busse-Hass« fViolure). Tadaist Kurt Schwitter» liest am Mittwoch, de» 0. MSr», abend« 7*1, vi,,, tu der Kunstausstellung„Der Sturm», Potsdamer Str. tiita, eigen» , Dichtungev. s a D!e Aufnahme öer VerAewaltkgung. Die Berliner Morgenpresse befleißigt sich in ihren Kortr mentaren, mit denen sie die nunmehr in Kraft getretenen „Sanktionen" begleitet, im allgemeinen einer bemerkens- lverten Zurückhaltung. Man hat den Eindruck, als wenn selbst unsere Nationalisten einsehen, daß lautes Geschrei diesem Augenblick der deutschen Sache nur neuen, unüber- sehbaren Schaden bringen könne. Die„Deutsche Tages- Zeitung", die im Kampf gegen die Außenpolitik des Ministers Simons bisher eine der lautesten Ruferinnen im Streit war, schreibt: Die deutsche Delegation wird morgen die cheimreise antreten. Sie kann das mit dem Gefühl, nichts unversucht gelassen zu haben, was zur Entspannung der Lage dienen tonnte. Wohl märe es möglich gewesen, ihr diesen Gang zu ersparen. Sie •h dar er bewahrt geblieben, von neuem etwas von derWürdedes t-ietches zu vergeben, wie das In Spa geschehen ist. Das Ägrarierblatt kommt aber zu dem Schluß: Das deutsche Volk aber will leben und muß leben. Und deshalb wird es diesen Frevel der Sanktionen hinnehmen müssen, vorläufig, der Gewalt weichend, aber seiner Würde vnd seines Lebenswillens bewußt, die ihm ein sklavisches Iasagen, die ihm die Lüge einer Zusage über seine Kraft verboten haben. Schärfere Töne findet, ihrer ouszenseiterischen Stellung gemäß, die rechtsbolschewistische„Deutsche Zeitung". Sie ist hin- sichtlich der deutschen Mitschuld erbost und fragt pathetisch: Wie ist so etwas überhaupt möglich? Lloyd George macht offen die moralische Verantwortung am Kriege zur Grundlage seiner gesamten Politik gegen Detuschland. In Hunderten von Schriften und Tausenden von Zeitungen wird täglich unter Beweis gestellt, daß Deutschland am Kriege nicht schuldig war. Alles, was in Deutschland geistige Kräfte in sich spürt, ringt um den Sieg der Wahrheit und um die Ausrottung der schändlichen Lüge von der Schuld Deutschlands am Kriege, und da stellt sich ein deut- scher Minister in den Tagen der schwersten Entscheidunzen um das Sein und Nichtsein des deutschen Volkes in einer fremden Stadt vor fremde Ausfrager und bekennt:„Halbwegs habt Ihr recht, Deutschland ist mitschuldig." Was nützt da die Ein- schränkung, daß auch die anderen ihren Teil an der Schuld tragen? Die«Tägliche Rundschau", die der Deutschen Volkspartei nahesteht, begnügt sich mit folgender, nicht ganz unberechtigter Frage: Wir sind gespannt, ob die französisch-sozialistischen Kreise die Politik ihrer Negierung unter st ützen werden. Der H i l f e r u s der deutschen Soziali st en war bisher immer vergeblich, und nichts ist von den französischen Sozialisten oder von den englischen Arbeitern geschehen, den neuen Gewalt- akt der Feinde zu verhindern. Eine Warnung, in welchem Geist man diese Tage nicht übe? sich ergehen lassen solle, enthüllt ungewollt der Scherlsche ..Tag", der von der„Stimmung des Jahres 1914" spricht,„die durch unsere Reihen weht". Die unabhängige„Freiheit" weist nochmals auf die U n- e r f ü l l b a r k e i t der Eegenprojekte der Entente hin und erinnert an die furchtbaren Wirkungen, die dieser neue Krieg der Entente gegen Deutschland auf alle anderen Volkswirtschaften ausüben werde. Die Arbeiter- Aja s s e jedes Landes müsse alles daran setzen, um sich im Kampf gegen die Kopitalistenklasse die Macht zu erobern, die notwendig sei, den Frieden zu schaffen. Im übrigen kommt ein Aufruf des Zentralkomitees der U.S.P. zu einer scharfen Ver- nrteilnng der„nationalbolschewistischen Rettungspläne", deren Resultat neue Menschenvernichtung, Güterzerstörung, Massen- Verelendung und lintergang sein würden. Die„Rote Fahne" endlich verkündet zum ungezählten Male ihren alleinseligmachenden Plan eines Bündnisses mit Sowjetrußland und vertritt die mehr als kindlich- naive Anschauung, daß die Lloyd George und B r i a n d einer proletarisch-diktatorischen Vertretung Deutschland» gegenüber freundlichere Töne finden wurden, als gegenüber der gegenwärtigen Regierung! öosarttpe verleumZunflen. Das Ministerium für Bolkswohlfahrt hatte In den letzten Tagen eine Konferenz von Iugendpflcnurn und-leitcrn veranstaltet, an der auch der bekannte Professor D r u n n e r als Referent mit dem Thema.Kampf gegen Schmutz in Wort und Bild" vorgesehen war. Soweit er zu diesem Punkt sprach, behandelte er sein Lieblinzskind, den von ihm eingereichten, der Oeffentlichkeit nicht mehr unbekannten Gesetzentttmrs. Im übrigen aber ritt er eine wütende Attacke gegen den Genossen Wo'fgang Heine, gegen den„Vorwärts", gegen die Arbeiterschaft und gegen olle, die nicht seiner Meinung in der Beurteilung von Fragen der Kunst sind. Zu seiitbr großen Heber» raschung mußte aber der Herr Professor bemerken, daß sich zu solchen Konferenzen, deren Kosten zum Teil aus staatlichen Mitteln gedeckt werden, heute auch Personen einfinden, die nicht mehr jeden Angriff auf die Arbeiterschaft ruhig einstecken. Sein Vortrag war in voller Nbe angehört worden, um so nachdrücklicher wurde aber der Versammlung in der Ausspräche vorgeführt, daß die Ar» deiterschaft heute noch genau so denkt wie früher, daß sie den nötigen Schutz der Jugend vor Schmutz jeder Art vertritt und fördert, daß Kunstfragcn aber nicht ohne weiteres hiermit zu vermengen sind und daß es eine grobe Ungchörigkeit sei, in dieser Art politische Gegner herunterzureißen. Weder Heine noch der„Vorwärts" haben den Iugendschutz abgelehnt. Keiner von beiden fördert jene wüste Flut von Schmutz, die sich in bestimmten Presseerzeugntssen über die Großstädte ergießt, und auch hinsichtlich des Kino. s ch u n d e s tun sozialdemokratische Verwaltungsbeamte, was ihre Pflicht ist. Die große Ueberraschung, Gegnerschaft zu sinden, verleitete Herrn Brunner zu der Behauptung, daß die Arbeiterschaft und da- mit der„Vorwärts" früher eine schärfere Stellung gegen den Schund eingenommen hätten, daß ober heute das dahinterstehende Groß» kapital der Kinoindustrie diese Stellungnahme v e r h i n» der». Dagegen hagelte es Proteste, und dennoch erklärte Professor Brunner in Gegenwart von etwa 15l> vom Staate berufenen Ver- ttctcrn der Jugendpflege aus allen Teilen Preußens:„der Eiasluß des großen Kapitals der Kinoindustrie, das hinter dem„Vorwärts" steht, verhindere diesen au der energischen Bekämpfung de» Schmutze». Dieser ungewöhnlich schmutzige Anwurf eines Magnes, der den stolzen Titel eines Vorkämpfers gegen den Schmutz in Wort und Bild führt, verdient festgenagelt zu werden. Auf die Aufforderung hin. de» B e w e! s für seine unerhörten Anschuldigungen zu bringen, blieb Brunner diesen natürlich schuldig. Wir erwarten, daß er schleu- nigst alles Material gegen den„Vorwärts" der Oeffentlichkeit be- kanntgibt, anderenfalls müssen wir ihn als einen böswilligen Verleumder bezeichnen._ ver Stcuerausschuß des Reichstages nahm am Dienstag die von den Regierungsparteien gestellten Anträge zum Einkommensteuer» gcsetz in Beratung. Staatcsekretär Zapf erklärte, daß sich die Regierung im allgemeinen auf den Boden der Anträge gestellt habe. Abg. Keil(Eoz.) erklärt im Namen d« Sozialdemokratie, daß sie bei der ersten Lesung mitarbeiten werde, sich aber ihre endgültig« Ltellungnahme vorbehalten müsse. Groß-berün Was kostet eine Neise! Die neue Fahrprelssteigerung. Die außerordentliche Steigerung der Unkosten im Betriebe der ReichSeisenbabnen machen eine Neuordnung der BesörderungSsötze errorderiich, die für den Güterverkehr zum 1. April, für den ge« samren Personenverkehr zum 1. Juni d. I. geplant wird. Um sich von der ungeheuren Steigerung dicicr Sätze«in Bild zu machen, bringen wir in der nachstehenden Zusammenstellung die Fahrpreise zwischen Berlin und einer Reihe wichüger Slädte und lügen dreier Zusammenstellung auch die Fahrpreise, die vor dem Kriege Geltung hatten, bei. Die erste Zahlenreihe bei jedem Orrenomen sind die Preise vom Stande 1. Jun» 1831, die zweite Reihe die Friedenspreise. Don Berlin nach' dm L Rl- 2 s- Kl. 4. KI. Hund-r. Zuscht. -von«.rrr«, I.ary.«m m--» qtj Rm» Aachen.. Augsburg. Basel.. 6-10 64 62 Bremen Breslau 89 38 33 S7 flH. 873 208 123 84 60,70 80,20 19 60 13,— 614 360 200 120 80 48.40 28,90 18,90 12,80 887 519 289 174 103 70.40 43,— 27,60 18 90 380 223 131 75 49 29,— 17,90 11,80 7.60 373 219 129 73 49 2860 17,60 11.60 7,50 Kassel.... 266 216 125 72 48 28,10 17,30 11,40 7,40 Köln..... 677 280 192 118 73 58 3 45 80 27,20 17,80 11,60 Dresden... 170 115 59 83 26 18 8 14,20 8,50 6 60 8.30 Essen.... 500 293 183 98 66 60 3 38,60 23.70 15,40 10,— Frankfurt a.Main 611 853 198 120 91 62 8 41 40 25,50 16,60 10,80 Hamburg... 290 170 95 67 33 29 8 2270 13.00 8.90 6,80 HcrbeSthal.. 662 387 216 122 87 67 3 51.80 81.— 20.80 13 30 Hof..... 836 197 107 66 43 34 8 26,— 16,— 10,50 680 Königsberg.. 597 L50 194 114 78 60 8 47,20 28.90 18 40 12.— Leipzig.... 165 07 58 83 22 17 3 18,20 7,90 6,10 8.30 Magdeburg., 142 84 48 28 19 3 5 2 10.80 6,80 4,40 2 90 Mainz.... 677 328 188 112 76 58 S 45,80 27.20 17,80 11,60 München... 654 888 217 180 86 66 8 61,20 80,70 20,10 13,10 Nalibor.... 486 285 163 95 64 49 3 81,70 23,10 15.— 980 Saßnitz.... 278 162 96 5 4 80 28 8 21,— 13.50 18,50 5,60 Stettin.... 185 79 44 27 18 14 2 10,30 6 50 4,20 2,70 .. 652 382 215 129 86 61,10 80,60 20,— 13 40 Teischen... 242 142 79 49 82 25 8 18,80 11,90 7,00— Die übrigen Preise für Monalkarten. für den Dorortberlehr stehen bis zur Stunde noch nichl fest, aller Wahrjcherulichkert nach werden sie sich jedoch entsprechend erhöhen. Stuttgart. 66 90 �meritakühs für Serlka. Die amerikanischen Kühe sollen jetzt auch in Berlin einziehen. Der Deutsche Zentralausschuß hat aus der Spende der American Dairy Cattl« Company der Stadlgemeinde Berlin 90 Mtlchlühe zur Verfügung gestellt, die zurzeit noch in Bremen sieben und nach einer Quarantänezeit in kurzem ihrem BcstimmungSorte zugeführt werden sollen. ES ist beadsichligt, die Tiere auf dem städtischen Gute zu Tasdorf unterzubringen, wo genügende Stallungen vorbanden find. Wegen des leicht übertragbaren TcxatficberS müssen die Kühe von anderem Vieh dauernd getrennt ausgestellt und ständig unter amtstierärztlicher Aufsicht stehen. Di« gewonnene Milch toll den am meisten gefähidelen tuberkulösen Kindern der Stadtgemeinde Alt-Berlin durch Vermitilung deS Milchamle« zugeführt werden. Nach dem von der Verwaltung der städtischen Güter und der AuSlandshilse aufgestellten Voranschlage werden die Erträge aus der Milchwiriichasl voraussichtlich jähr- lich 485 050 M. betragen. Die lausenden Ausgaben für Uutev Haltung der Kühe stellen sich aus 603 050 M. und die einmaligen Ausgaben für Transporte. Jnstaiidietzung der Stallungen usw. aui 62 000 M., so daß milhin ein Zuschuß von rund 18 0 000 M. erforderlich ist. Jit dankbarer Anerkennung der hochherzigen Spende hat der Magistrat die Stadtverordnetenvcr'ammlung ersucht, die ersorder« lichen Zuschüsse aus Mitteln des StadthauShaltS zu leisten. Drohbriefe polnischer Agitatoren. Es ist bekannt, daß die polnischen Agitatoren die verderblichsten Mittel in Anwendung bringen, um die Reichs-Oberschlesier von der Reise nach Oberschlesien abzuhalten. So senden ste ietzt Drohbriese an die Abstimmungsberechtigten hinaus, um auf dieselben einen Ein- druck zu machen. Vor diesen Drohbriefen kann nicht genug gewarnt werden. Gefahren für die zur At stimmung Reisenden sind nicht vor- Händen. Aber e» gibt ängstliche Gemüter, auf welche solche Droh briefe doch Eindruck machen. Ferner ist beobachtet worden, daß die Polen selbst in den Stadtbahnzügen Zettel ankleben, durch welche die obstim- mungsberechttgten Oberschlcsier aufgefordert werden, für Polen zu stimmen. So find Zettel mit folgender Aufschrift beobachtet worden: „In Polen Schmalz und Brot, In Deutschland Schuld und Not! Drum stimmt für Polen!" Auf solch« Schmutzfinken, welche die Stadtbahn mit diesen ?etteln beNeven, muß das Publikum ein besonderes Augenmerk oben._ Zwei grosse WohnungSeinbrüche beschäftigen die Kriminalpolizei von Groß-Berlin. Beide wurden im Westen der Stadt oerübt. Am Kurfürstendamm drangen die noch unbekannten Täter zur Nachizeit mit Gewalt in ein Pensionat ein, in dem besonders Ausländer wohnen. Zweien dieser Gäste stahlen sie für 111000 M. Pelz«, Kleidungsstücke und Reisesachen. Auf die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes haben die Bestohlencn eine Belohnung von 11000 M. ausgesetzt. Für 100 000 M. Schmucksachen fielen Einbrechern in der Wohnung«ine» Privatmannes tn Westend in die Hände, darunter kostbare Goldsachen, außerdem chlne» fische Vasen, Perserteppiche und Kleidungsstücke. Für die Wieder- veschaffung sind 10 000 M, Belohnung ausgesetzt. Mitteilungen sind an die Dienststelle U I, 1 des Berliner Polizeipräsidiums zu richten. — Aus den Räumen der Kirchengemeinde St. Morien in der Bischof- straße 4/5 stahlen Einbrecher Decken und Tcppiche im Werte von Zylugpostverbindange« zur Leipziger Messe. Zur Leipziger Messe wird zwischen Berlin und Leipzig«in« Flugpost mit zweimal täglichem Verkehr in jeder Richtung betrieben und außerdem eine Flugpostverbindung Leipz g— Nürnberg-Fürth— München— Augcburg mit täglichem Hin- und Rückflug im Anschluß an einen der Postslüge Berlin— Leipzig eingerichtet. Die durch- gehende Flugpost Verlin— Leipzig— Augsburg verkehrt vom 5, bis 14, März ab Veriin 8,0, an Leipzig 9,15, an Rürnberg-Fürth 12,15, an München 2,0, an Augsburg 2 40. Zurück ab Augsburg 7,45, an München 8,10, an Rürnberg-Fürth 10,0, an Leipzig 12,50, an Berlin 2,15 Den Flugdienst Berlin— Leipzig betreibt hierbei der Rumplcr Luft-Verkehr, Berlin, während d e Flüge Leipzig— Augsburg von den bayerischen Rumplerwerken, Augsburg, ausgeführt we:i>en. Die zweite Flugpostverbindung Berlin— Leipzig wird von der Dcutsckzen Lust-Reederei, Berlin, gemeinsam mit der Lloyd Lustverkehr Sablatnig G. m. b. H., Verlin, hergestellt und verkehrt vom 6, bis 12. März ab Berlin 1,9, an Leipzig 2,15, zurück ab Leipzig 9,0, an Berlin 19,15. Außerdem findet am 13. Mörz ein Flut Leipzig— Berlin statt. Zur Fiugbeförderung sind alle Sorten von Brief- sendungen sowie dringende Pakete und Zeitungen zugelassen. Auf der Strasse vom Tode überrascht wurde gestern nachmittag eine Frau von etwa 50 bis 69 Jahren, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte. Sie brach an der Ecke der Königgrätzer und Prinz-Zllbrecht-Straße plötzlich be- wußtlos zusammen und wurde nach der Rettungsstelle in der Eich- hcrnstraße gebracht. Hier konnten die Aerzte nur noch den Tod fest- stellen. Die Leiche wurde beschlagnahmt und dem Schauhause zuge- 'ührt. Bei sich trug die Unbekannte einen Karton mit der Ausschrift Hellenstedt, Lehnin, und zwei Sparkassenbücher auf die Namen Pensionär Karl Preith und Emilie Liebich. Die Frau ist ziemlich zroß, hat blondes, graugemischtes Haar und trug einen langen. chwarzen Mantel, eine blau und silbergrau gestreifte Bluse und einen schwarzen Rock._ Tie Tunnel für die Neuköllner Untergrundbahn in der Berg- und Berliner Straße, von denen der eine vom Her- mannplatz, der andere von der Kirchhofstraße aus in zusammen- lohender Richtung in das Erdreich vorgeschoben werden, sind setzt nach Stillegung des Baues hinsichtlich der Beton- und Dichtungs- arbeiten bis zur Reuter- bzw. Rosenstraße vollkommen fertiggestellt. Der Bodenaushub zwischen den letztgenannten Punkten ist so weit vorgeschritten, daß die lichte Höhe im mittleren Teile etwa 3 Meter beträgt. Zur Beförderung bzw. Beseitigung der Erdmassen aus der Tunnelstrecke sind sowohl in der Weichsel- wie in der Kirchhofstraße provisorische Ausfahrtrampen hergerichtet, von denen aus die Sand- messen durch Zugmaschinen zum Schiffahrtskanal bzw. Tempelhofer Feld befördert werden können.— In der Hermannstraße hat oie Herstellung der Tunnelwände erhebliche Fortschritte gemacht. Bezlrksversammlung Schöneberq-sfriedenau. Am Montag nahm die Bezirtsverianlmtung der Bezirks Xl Schönsberg-Friedenau die Wahl eines SladlratS vor. An Stelle de? zum stelloer tretenden Bäracrineister im Bezirk Tiergarten gewähUen Dr. Baier, schlug die bürgerliche Mehrheit den MagistralSrat Lornien vor. Dieicr Herr, der trüber in Cbarloltenburg tälig war. belonte bei seiner Vorstellung im Ausschuß, daß er sich mit aller Kraft gegen die Einheit«-- gemeinde Berlin gewindt habe. ES wäre ihm auch gelungen dein Gesetz die schlimmsten Giftzähne zu entreißen. Das genügte den Bürgerlichen einschl. der Demokraten, ihn iür Schönebcrg zum Stadtrat zu wählen. Er wurde mit 33 Stimmen gewählt. Der von der U.S.P. vorgeschlagene Kandidat erhielt nur 16 Stimmen der soz. Varteien. Ein Antrag der Demokraten, von der Ausnahme der steno» graphischen Berichte über die Bezirlsver>ammlungen Abstand zu nehmen, wurde aus ein halbes Jahr vertagt. Eine Trauerfeier für Dllhelm Förster veranstaltete die Deutsche esellschast für ethische Kulinr, das Schiller» theater und die Urania. Das Dessau-Oilartsti umrahmt« mit Haydn'S.Largo" und einem Adagio BeeibovenS die Gedenk« seier, und Profesior Pen zig gedachte Försters, dem er als Diener des GemeinichaitSlebenS der menschlicheu Gesellschaft biiidigte. Der kosmische Blick de» Astronomen schuf die rechte Peripesiive kür die sittliche Anschauung der Welt und erweiterte seinen Blick über die Kurzsichligkeit des TageSpolinkerS hinaus. Förster forderte die Durchdringung der sozialen Beivegung mit eihiiel-en Gedanken und wurde zu einem Apostel der Hnnionie»nd der Sittlichkeit, Georg Vaeschle las Goetbe, Schiller. Hölderlin in innerer Elgrisscnheit. Professor Spieß von der Urania würdigte den Verstorbenen als Gelehrten, Forscher und genialen Organi'ator. als Vertreter der deutschen W üenichasl auf internationalen Taaunoen. Mcderbenuhung des Volksbade» in der Tu�nstraße. Alis Er- suchen des Iugendpflegeamt? hat sich dos Landesfinanzamt Groß- Berlin, im Einverständnis mit der Ententekommisston, bereit erklärt. die Mitbenutzung der gegenwärtig noch Einquartierungszwecken dienenden Volksbadeanstalt in der Turmstraße durch die Berliner Bevölkerung wie folgt zu gestatten' Montags und Dienstags von 12 bis 6 Uhr, an den übrigen Wochentagen von 9 bis 1 Uhr (Donnerstags nur für Damen). Zunächst werden nur Schwimm- und Brausebäder verabreicht: in einiger Zeit sollen jedoch auch Wannenbäder verabfolgt werden.» Die Milchbrliekernng. Für den Monat April werden In den zum Milchamt Berlin pebö' enden Gemeinden in den nächsten Tagen Milch- karten Iür Kinder im Alter»am 7. bi« einichlicki'ch 12. LebenSjatne verausgabt und zwar in Berlin für die Kinder im 7. und 8. Lebcnsiabre am Moniag, den 14,, für die Kinder im 9. und 10. LebcnSjabre am Dienstag. den>5, und für die Kinder im 11. und 12, LebenSjadre am Mittwoch, den 16, März.— D'e Inhaber obiger Milchkarlen baben dw Avril-Milchkarlcn bi» zum SS. März einichbehlich den Kleinbäiidl-ni varznlegcn. Es dürfen stch Inhaber von ,B*- und.E'-Kinde» karten und von Karlen über >/« Liter, die mit.4» gete»,-zeichnet sind, nur in den durch cm Bl.ttat getknnzeichneien und.U'-Milchgefchästen, Inhaber der übrigen Milch« tarien saiso Kranlenkarten und.V'-Karten) nur in den durch Aushang lennilich gemachten„C'.Miichg'schäitcn zum Bezüge von Much anmelden. Tckiwangeren-«nv TSuglingSfürsorge in Retnickendorf. Die SöupiingSsüriorgerinnen finden bei ibren Hausbesuchen von Zeit zu Zeit neuaeborenr Kinder vor. denen eS an der nötigsten, manchmal an jeglicher Leibwä-che mangelt, E» icheint demnach nicht genügend belanni zu icin, das, die Reinickendorser Fürioraestellen Sauglingswäiche in dringenden Fällen an Mittellose nncntgclilich abgeben und an Minderbemiltettc zu billigem Piciie verkaufen. Wenn die mittellosen schwangeren Frauen sich bei, eilen dorthin wenden, könnte dem ersten Mangel gestenerr werden, I» den BcralungSstrven wild sür gesundheillich schwache Schwangere auch Mehl aus der AinerilahUse abgegeben, Aufierdcm erteilen die Fürlorgestellen ledigen werdenden Müttern, denen ihre Niederkunst meistens besondere Sorge bercilct, Rat in bezog aus EnIbindungranüaNen. Heime sür stillende Mittler u. a. Z» diesem Zwecke müssen sie von den Ratsiicheiiden am besten ichon in der Milte der Schwangerschast, wenigstens acht Wochen vor der Entbindung ausgesucht werden. Die Füriorgesteve sür Schwangere ist im Sfilichen OrtStcil Mittwoch nachmittag von b- 6 Uhr geöffnet, im westlichen OrtSietl Donnerstag nach» mitlag« von S— S Ubr, Da» Gbristrnium und die anderen Weltreltgtonen. Die Freunde der freien Boikstirche in Sieglitz oeranilaüen. ermuiigt durch den starten Besuch ibrcr ersten Vortragsreihe, eine zweite Reibe reiigiöier Vorträge. Herr MiifionSdirettor D Witte, der Letter der vom freien ProlestanlismuS getragenen deulichen Miisionfgesellichast, bält den ersten Vortrag mit Licht» bilde»» über Ebrilienium und Weltrel-gionen. Der Vortrag sindet DienS» tag, den 8. März im evaugewchen Gemeindehause, Steglitz, Mittelstr. 83, statt. „Längs der Ostküste der ildrin« lautet da» Tbema de« mit zahl- reichen Lichtbildern ausgesiallelen Vortrage«, den Herr Prosessor Dr Hugo Hariman» am Mittwoch, den 9. März, abend» 7'/, Uhr, im grohen Hörsaal der Treptow-Strrnwarte hält. Hroß-Serliner parteinachrichtea. Morgen. Mtlwoch. den 9. März: m. Abt.(«ohoodorv. TV, Uhr dei Hrwumo. Riedeistrab«. GeweMHastsbswegung �chtuag auf Spitzel! Das Mitteilungsblatt der freien Gewerkschaften in Zdvssel. darf macht darauf aufmerksam, daß Reichswehr« und Or» gesch-Offiziere als Arbeiter in Betrieben eingestellt war- den sind, die die Aufgabe haben, die Arbeiterschaft zu bespitzeln und das Material ihren Formationen, mit denen sie in Verbindung stehen, zu übermitteln.?n Vohwinkel wurden in voriger Woche wieder zwei Offiziere e,n t l a r v t, die sogar in der g e w e r t- schaftlichen Organisation und in der Partei schon Ein« gang gesunden harten. Ln E l b e r f e l d ist in voriger Woche wieder eine bayerischeAbteilungderOrgescheingetroffen. die von dort auf die Betriebe der ltyigegend verteilt werden soll. Auch in den Reihen der Arbeitslosen suchen die Orgeschleute schon sich einzuschleichen. Vor 14 Tagen meldete sich In Solingen jemand arbeitslos, von dem feststeht, datz er ncch vor kurzer Zeit in Düsseldorf Leute auf der Straße verhaftete, also als„Sipo' fungierte. An der Wachsamkeit der Arbeiterschaft werden die „sauberen' Pläne dieses Lumpengesindels scheltern. Niederlage der Unabhängige» in Magdeburg. Am Sonntag fanden in Magdeburg Neuwahlen zur Orts- Verwaltung des Metallarbeiterverbandes statt, die bisher mit Ausnahme des Kassierers aus Unabhängigen bs« stand. In brutalster Weise halten diese ihre Macht ausgenutzt und systematisch versucht, alle Funktionäre, die nicht unabhängig waren, zu verdrängen. Ueber die„Volksstimme' wurde der Boykott ver« hängt. Alle Versuche, zu einer Verständigung zu kommen, schlugen fehl, zumal den Magdeburger Unabhängigen die Wahl am 6. Juni besonders stark in den Kopf gestiegen war. Für den Sonntag war der Verbandsvorsitzend« D i ß m a n n in eigener Person erschienen. Er sprach viel von Einigung, von der Notwendigkeit des Zusammenschlusies gegenüber dem Unternehmertum und den kommunistischen Gewerkschaflszersplitterern. mußte aber aus der"�rsammlung heraus hören, daß er doch in erster Linie mit der Zersplitterung begonnen habe. Bei der Wahl der neuen Ortsverwaltung wurden gewählt: als 1. Bevollmächtigter chinfch(Soz.) mit 1703 Stimmen, 2. Bevoll- mächtigter Otts lSoz.) mit 1730 Stimmen, als 1. und 2. Kassierer Flügge fSoz.) und Bartsch(Soz.). Die bisherigen unabhän- giqen Bevollmächtigten erhielten: Kaulfers 1132 Stimmen, Dock 1st04, Bant 610 Stimmen. Die Kommunisten gaben 250 weiße Zettel ab.__ Abban der TemobilmachungSausschuffe. Im Reichszesetzblatt 1921 Seite 189 wird die Verordnung über die Beendigung der wirtschafllichen Demobilmachung vom 18. Fe- bruar 1921 bekanntgegeben. Hiernach sind die in den Kommunalocrbänden errich- toten Demobilmachungsausschüsse bis zum 31. März 1921 auf- zulösen. Den Demobilmachungsauslchussen lag es ob, die Verord- nung vom 25. April 1920 über die Freimachung von A r- beits stellen durchzuführen. Diele Verordnung selbst bleibtnochinKraft, jedoch wird vom Reichsarbcitsministerium beabsichtigt, den Geltungsbereich der Demobilmachungsausschüsse wesentlich einzuschränken und die Beschränkung der Frei» zügig teit aufzuheben, bis aus einzelne Städte und Landes- teile, wo die Wohnungs- und Wirtschaftsverhältnisse dies heute noch unmöglich machen. Aus diesem Grund« ist im§ 1 der vorgenannten Verordnung vorgesehen, daß die Landeszientralbehörde oder die von ihr bezeichnete Stelle die einem Demobilmachungsausschuß ver- bleibenden Aufgaben einem anderen Ausschuß übertragen kann, unter dessen Mitgliedern sich eine gleiche Anzahl von Ar- beitgebern und Arbeitnehmern befinden müsien. Im§ 2 der Verordnung wird dann die Reichsregierung er- möchtigt, den Zeitpunkt, zu welchen? das Amt der Demobilmachung?» kvmmissare durch die Landeszentralbehörde aufzuheben ist, selbst zu bestimmen. Nach dem§ 3 treten sodann alle Anordnungen der Reichs- Ministerien und der übrigen Demobilmachungsbehörden auf Grund der die wirtschaftliche Demobilmachung betreffenden Befugnisse mit dem 31. März 1922 außer Kraft, sofern nicht durch Gescß oder Anordnung ein früherer Zeitpunkt bestimmt ist. Der 31. März 1922 ist mithin als Schlußtermin der Wirtschaft- lichen Demobilmachung fe st gesetzt worden, und zu diesem Termin würden hiernach die Verordnungen vom 12. Februar 1920 über Einstellung und Entlassung von Arbei- tern und Angestellten sowie vom 8. November 1920 über Betriebsabbrüche und-stillegungen in Wegfall kom- men, wenn die weitere Entwicklung des Wirtschaftslebens nicht letzten Endes doch noch eine Verlängerung oder sogar Erweiterung derselben nötig macht. Di« Verordnung vom 21. November 1918 über Weiter- arbeit in Kriegsmaterial wird durch die Bestimmungen der Verordnung vom 21. Februar 1921 nicht berührt. Ebenso bleibt von dieser Verordnung unberührt die Verord- nung vom 23. Dezember 1918(Reichsgesetzblatt 1156) über Tarif- vertrage und Schlichtung'von Arbeits st reitig- ketten. Der zweite Teil dieser Verordnung über Arbeiter- und Angestelltenausschüfse ist durch das Betriebsrätegesetz(BRG.) in- zwischen bereits achjer Kraft gesetzt worden, saune die Verordnung vom 24. Januar ISIS üb«? eine vorlöufig« Sand» arbeitsordnung. Diese beiden Verordnungen sind keine De» mobilmochungsvorschriften. Sie sind vom Rat der VoÜsbeauftragten verkündet worden und haben Gesetzeskraft, können also nur durch den Reichstag außer Kraft gesetzt bzw. durch andere Gesetzes- bestimmungen ersetzt werden.__ Ter ungarische Sctzerfireik beendet. Der Streik der ungariscken Setzer wurde nack langwierigen Verhandlungen abgebrochen. Die Arbeitgeber baben eine Lohn- erhöhung bewilligt, die zwar den Forderungen der Setzer nicht voll entspricht, aber immerbin eine Annäherung an das Existenz- Minimum gewährleistet. Die Bedeutung der jetzigen ungarischen Streikwelle liegt vor allem darin, daß nach iVzjähriger völliger Unterdrückung die Arbeiterschaft überhaupt wieder in der Lage ist, den Kampf für ihre wirtschaftlichen Forderungen erneut aufzunehmen. Die Regierung, die dem Wiedcrerstarken der Arbeiter« j Bewegung die Politik der starken Faust gegenüberstellen will, be- absichtigt jetzt die Einfübrnng eines Gesetzes, das ihr die Möglich- keit gib:, das Vermögen der ungarischen Gcwerk- schatten unter staatliche Aufsicht zu stellen. Sollte ste diese Absicht in die Wirklichkeit umsetzen, so würde sich der Wirt- ichaftliche Kampf, den die ungarische Arbeiterschaft im Augenblick iührt, in einen politischen umwandeln. Hortby wird dann die Erfahrung machen müssen, datz ebensowenig wie der bisherige ille- gale weitzr Terror die Arbeitorbeweaung vernichten konnte, gesetz- liche Willkür hierzu imstande sein könnte. Wirtschast Da» technisch« Bühnenpersonal hiev Ende Februar in Berlin eine vom Transportarbeiterverband einberufene Reichskonfe- r e n z ab, die sich mit den Lohn-, Arbeits, und Organisationsverhält- nisten dieser Gruppe beschäftigte. Es wurde festgestellt, daß bei den Löhnen in den einzelnen Orten eine Spannung bis zu 200 Prozent besteht, die nur durch einen R e i ch s t a r i f beseitigt werden kann. Die Schaffung eines solchen Tarifes scheitert aber daran, daß das technische Bühnenpersonal nicht einheitlich, sondern in den verschiedensten Verbänden organisiert Ist. Eine einstimmig ange- nommene Resolution spricht sich grundsätzlich für die S cha f f u n g eines Reichstarifes aus, betont aber, daß unter den be- stehenden Verhältnissen vorläufig davon Abstand genommen und es einer späteren Konferenz Überlossen werden muß, erneut zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Inzwischen sollen Orts- oder Bezirksiarifs abgeschlossen werden, wobei darauf zu achten ist, daß der Achtstundentag durchgeführt wird. Ueber- stunden sollen nur geleistet werden, wenn keine Möglichkeit vor- Händen ist. neue Arbettskräste einzustellen. Eine andere Resolution, die sich mit der Schaffung einer Einheitsorgonisa- tion für die Bühnenarbeiter beschäftigt, HSV ein Zusammenar- betten aller in Betracht kommenden Gruppen für notwendig und beauftragt den Verbandsoorstand, mit den beteiligten Verbänden Fühlung zu nehmen und zu versuchen, eine geeignete Grundlage zu schaffen, dt« es ermöalicht, im Interesse des technischen Lühnenper- sonals ersprießliche Arbeit zu leisten. Im übrigen sollen die Vor- stände der verschiedenen Gaue Deutschlands des Transportarbeiter- Verbandes veranlaßt werden, der Organisierung des technischen Bühueirpersonals ihre Aufmerksamkeit entgegenzubringen und eine Agitation zu entfalten, die das technische Bühnenperso- nal restlos dem Transportarbeiterverband zu- führt. Ein dritter Beschluß erkennt an. daß der 1. M a i ein historisch gewordener Gedenktag ist, dessen Feier den Beschlüssen der in Frage kommenden Instanzen einheitlich von allen Bühnenar- beitern durchzuführen ist. Falls jedoch die Gewerkschaften oder die sozialdemokratischen Parteien die Theater am 1. Mai zwecks Auf- führung entsprechender Stücke festmachen, erklären sich die Bühnen- arbeiter bereit, die notwendigen Arbeiten auszuführen. Zum Streik im tvla». und Kerumik-Sroßhandel. Am 7. März fanden Verhandlungen vor einer Sonderkammer des Schlichtung»- ousschusses zwecks Beilegung des Streiks der Angestellten statt. Zu einer endgültigen Einigung konnte es nicht kommen, da der Vertreter des Arbcitgeberverbandes kein« diesbezüglichen Vollmach. ten hatte. Der Schlichtungsausschuß machte einen" E i n i g u n g s- Vorschlag, der als Basis für die direkten Verhandlungen zwischen den Parteien dienen soll. Noch diesem Einigungsvorschlag werden weitere 71- Proz. auf das letzte Angebot der Arbeitgeber be- willigt. Maßregelungen aus Anlaß des Streiks sollen unterbleiben und, wo fristlose Entlassungen ausgesprochen worden find, diese zurückgezogen werden. Der Abzug für die weiblichen Ange- stellten der Gruppen 1 bi» 4 soll nicht 15, sondern nurlOPro- zent betragen. Die Berhandlungskommission der Angestellten er- klärte sich bereit, auf dieser Basis mit dem Arbeitgeberverband um- gehend in Verhandlungen einzutreten. WSichearbciler und-arbetterlunen! Dom Deutschen Beklei- dnnqsarbeiter-Verband. Filiale Berlin, wird mitgeteilt, daß sich die Kollegen der Firma„Brillant', Berlin W. 30, Frankenstraße 9, seit Montag in einem Abwehr st reit befinden. Proletarier, übt Solidarität!_ Seu'scher BtAntlffemrtart, B«tRx IT. Freitag 5 tlhr: MitgNeder-Ver- iatmnlung iin Alexsndrtn«. «mU» der techaische» Angestellt«, msi» Beamte» Beute Bersau-mlmu, der Sahor-uorlumetechniier im blauen Saal öe« Rardiichen Hole«, Invalider, Er 126, 7 lifir. Milglirdecaersammlungen: Lickiterieloe- Zeblendors, Rest H-hen, dllern. »dindenburatxunm l>Zg, 7>/. Uhr. Nordwest II, Zugendhan», Rdihenower Sin 8z. 7>.. Uhr.,-pan:«!». Rest. Slndner, Brekestr. stt, Vi, Uhr— Mittwoch: Gemein- j svme Versammlung Nordost und Norden ll. BStzow-Vrauerei. Prenzlauer Allee 242. Vi, Uhr.— Donnerztag Mltgliederoersammlunae»: Norden l. Srau-rei-An«schan! � Oswald Berliner, Vrnnnenstr. 140,?>/, Uhr. Südwesten, Vierglocke, Belle-Allianie- 1 Straße 107, 7", Uhr. Friedenau, Rest. Soheniollern. Sandsernstratze, 7>, Uhr. Lichtenderg. Rest, hur Sülle Franynrter Allee 228, Vi, Uhr. Osten 1, Hochbahn- Restaurant, Stralauer Allee 48, 7'/. Uhr. vi« Riesengewinue des Ankernehmerkums. Während immer größere Teile des arbeitenden Volke? in da? sckwärzcste Elend versinken, feiert d'.c Profilgier des skrupellosesten � Unlernehluernmis immer noi wahre Drgien. Nack wie vor wird die Konjunktur der durch den Krieg geschaffenen Zustände rücksiltilS- loS von den Besitzenden mlsgemitzt, wäbrend die Besitzlosen auS- geplündert werden. Kein Tag vergehl, on dem man nicht von den Aicsengewinnen der indm'-riellcn Unternehmungen zu berichten bäile, und diese Riesengcwinne werden mcht eiwa nur durch den Export, sondern ebensosehr aus dem JntandSmartle, also durch die Lcwucherung des eigenen Volkes erzielt. Ein besonders ekialanteS Bei'piel dalür bietet der Geschäftsbericht einer Baum- wolle n sp innere: in Bayreuth, der eben jetzt beröffentlichr loird. Dieie Gesellschaft, die ein Ailienkapital von 4l/3 MilliouHr Mark hat, hat im letzten Jahre einen Reingewinn' von nicht weniger als 19,6 Millionen Morl erzielt, also das Vier« fach: des Attieiikapitals. Dabei stecken in dem Aktienkapital l1'« Millionen Gratisaktien, die für das Jahr 1019 neben einer Dividende von 20 Proz. an die Aktionäre ausgegeben worden waren. Jetzt bekommen die glücklichen Aktionäre wiederum 20 Proz. Dividende und 9 Millionen Mark in Form von Crausakl'.en. Der ErneuerungSfondS des Unternehmens beträgt 8 Millionen Mark, so datz also auch hier fast daS Doppelte oeS bisherigen Aktien- kopiials als Reserve steckt, von den übrigen Rücklagen ganz ab« gesehen. Das Beispiel, das beliebig vermehrt werden könnte, ist s» lehrreich, weil eS ein klarer Beweis daiür ist, wie un'ere wirt« schastlichen Verhältnisse durch die Selbstsucht der Unternehmer be- herrscht werden. Eine Baumwollen-Spinnerei wie die Dayrcutber arbeitet in der Hauptsache nicht für den Export, sondern für den Inlandsmarkt. Der deutsche Verbraucher mutz also die ungeheuren Gewinne bezahlen, von denen der Geschäftsbericht dieser Ge'ellschaft Kenntnis gibt. Dies wirkt sich in den Preisen für alle Textilien in weitgehendem Matze aus, datz die breitesten Schickten deS Volkes nick: in der Lag« find, auch nur ihre allerdringendften Bedürfnisse an Wäsche und Kleidung zu decken. Das Unternehmertum ist seit dem Kriege gewöhnt, mit Gewinnen von Hunderten von Prozenten zu rechnen, während eS sich früher mit wesentlich geringerem Profite begnügen mutzte. Die Produktion wird eher ein- geschränkt, als datz man den Gewinnanteil berabsetzen würde. Und dabei herrscht beim Volke der denkbar größte Warenhunger, der aber be» den künstlich hoch gehaltenen Preisen nicht befriedigt werden kann. Darin liegt da? große Verbrechen, das der profitgierige Kapitalismus an der Allgemeinheit begeht: der Egoismus des Einzelnen sättigt sich vom Fleische deS eigenen volles. Eine Besserung dieser Zustände ist nur dann zu erwarien. wenn dieser Selbstsucht durch den Willen deS Volkes Zügel angelegt werden. Daß die heuttg« Reichsregierung mit ihren rein tapilalistischen Wirrschaftspolttikcrn dazu nicht fähig ist, bedarf keines Beweises. Ihr Ideal ist ja die freie Wirtschaft, das freie Spiel der Kräfte. gleichviel, ob bei dieser„Freiheit' daS Volk ins Elend gesiotzen wird, wie das tatsächlich der Fall ist. B. Vom Zellulosemarkt wird berichtet, datz er„ein irostlose« Ge« präge' zeige. In der ganzen Welt, in England, Schweden. Änicr.ko, Kanada fallen die Pieise rapide, die Ueberproduktion ist groß, obgleich in England zum Beispiel die Papierfabriken starte BelriebSernschrän- kungen vorgenommtn haben. In Schweden rechnet man mit weiteren Rückgängen der Preise iür Rohwaren. Rur in Deutschland mttly, man noch nichts oder nicht viel davon. ES geht bei uns in de'. Zellulose- und der mit ibr verwandten Papierindustrie genau ww mit allen anderen Industrien: die Presse aiss dem Inlandsmarkte werden durch die Exvorttätigkeit künstlich bochgehalten. Dazu kommt, datz eine Anzahl wichtiger Zellnloiefabrikcn in Ostpreußen nach nnd nach in die Hand von Hugo Stinnes gekommen sind, der seine- starke Position ausnutzt und der ganzen Industrie die Preise dikttert Die deuischen Jnlandpreise für Zellulose werden bald wesentlich höher sein als die Preise auf dem Weltmarkt«. ftm aller Welt. München« MZrd« in Mannheim»«hafte!. In Mannheim wurden die drei Mörder verhastet, welche am 15. Februar bei Paehl in der Nähe von Weilheim den Münchener Autobesitzer flauer und seinen Chauffeur Türk ermo-det und beraubt haben. Die Tät« sind Jugendlich« im Sllter von 15 bi, 19 Jahren, und zwar zwei Kausleui« und ein Schüler. Sie find geständig. Sie haben die Tat auf der Fahrt nach Garmisch ausgeführt, und zwar haben sie die beiden durch Schüsse vom Wagen aus getötet. Sie wollten das Auto stehlen. Vor dem Morde von Paehl hatten sie in Mann- heim 8000 M. unterschlagen und waren dann nach München ge- fahren, um dort ein neues verbrechen auszuführen. Typhu» in Polen.„Rzefzpospolita' in Warschau berichtet: Im Gouvernement Grodno haben die Tyvhuserkantungen zugo» nommen, so daß aus«inen Kreis je 4000 Fälle kommen. In Ost- g a sii z i e n macht der große Zufluß von Flüchtlingen aus Ruß- land die Typbusbekämpfung unmöglich. Die Zahl der Erkran- kungen bei Tarnopol ist doppell so groß wie Im Sommer 1920. Es fehlt an ollen Mitteln zur Bekämpfung der Epidemie. T-eranlw. für den redutt. Teil: Hr.»etnn Seifet, Tbarlettendurg! für«i-zeigen: Tb. GloSe.? er iin. Serlag: VorwSrrZ-Rerlag®. m. b. H., Berlin. Dtuef: Lor- «eirt�GnSdrurkerei n Berloflson'talt Snul Singet n. Co. Verlin einN-iftr. 8. Aus erster Hand »d Engrotlager W. Reinecke. 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