Str. 118+38. Jahrgang Ausgabe B Nr. 59 Bezugspreis: Bierteljährl. 30,-, monatl 10, frei ins Haus, voraus zahlbar. Bof bezug: Monatlich 10.-M., einschl. 8u ftellungsgebühr. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich 16,50 M., für das übrige Ausland bet täglich einmal. Buftellung 21,50 M. Bostbe stellungen nehmen an Defterreich, Ungarn Tichecho Glowatet. Däne mart. Holland, Luxemburg, Schweden, und die Schweiz. Eingetragen in die Boft- Zeitungs- Breislifte Der Borwärts" mit der Sonntags betlage Bolt und Zeit" und der Unter bartungsbeilage Heimmelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm Adresse: Sozialdemotrat Berlin". Abend- Ansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 20 Pfennig Anzeigenpreis: Die achtgespaltene Nonpareillezetle Loftet 5,50 m Aleine Anzeigen" bas iettgedruckte Bori 1,50 m( zuläffig zwei fettgedruckte Worte) jedes weitere Bort L- M. Stellengefuche und Schlafftellenanzeigen das erfte Bort LM. tedes wettere Bort 60 Bfg. 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Lord Robert Cecil erklärte, England sei verpflichtet, feine Unterschrift unter dem Versailler Bertrag in Ehren zu halten. Wenn irgendwelche Henderungen geschehen sollten, so fönne dies nur mit der freien und vollen Zustimmung aller mit unterzeichner des Vertrages erfolgen. Die Zeit für eine Aenderung des Vertrages, wenn überhaupt eine solche stattfinden sollte, sei nach seiner Ansicht noch nicht gekommen. Die deutsche Ausfuhr im letzten Jahre, abgesehen davon, was nach Frankreich für Reparationszmede ge fandt wurde, habe 250 Millionen Pfund betragen. Das bedeute, daß Deutschland 130 Millionen Pfund Sterling bezahlen jolle. Lloyd George erklärte mit Bezug auf die Frage, weshalb der zweite deutsche Borschlag nicht angenommen worden sei, er fei davon abhängig gemacht worden, daß Oberschlesien deutsch bleibe. Die Deutschen wären später zurüdgekommen und hätten ertiärt, es tue ihnen sehr leid, aber ein Dorf in Oberschlesien sei an Bolen übergegangen( 1) Für einen Fall wie Oberschlelen sei der 12prozentige Ausfuhrzoll eingeführt. Denn wenn sich der Gebietsumfang Deutschlands vermin. bere, so gehe auch der Ausfuhrzollbetrag, den Deutschland zahlen müsse, herab. Es handle fich meder um eine englische, noch eine franSir Edward Carson sagte, es müffe den Alliierten und zösische Regelung, sondern um eine Regelung der Alliier den Deutschen vollkommen flar gemacht werden, daß der Bersailler ten. Man könne nicht erklären, es handle sich um eine gerechte For Vertrag bestehen bleiben müsse und nur durch alle Unterzeichner des derung an Deutschland, die erzwungen werden müsse, und zugleich, Bertrages abgeändert werden könne. Der Premierminister und wenn man auf ihrer Erzwingung bestehe, sagen, man bringe Europa die Regierung hätten bei allem, was bisher erfolgt sei, das ge- in Berwirrung. famte Unterhaus und das ganze Land hinter sich. Es sei wesentlich, dies der deutschen Regierung flar zu machen, da. mit sie sich darüber, was England beabsichtige, feiner Täuschung hingebe. Clynes, Borsitzender der Arbeiterpartei: erhärte, während man für eine Regelung der Schwierigkeiten mit Deutschland mehr durch ein Uebereinkommen als durch Gewalt ein getreten sei, habe man zu Gewaltmaßnahmen gegriffen, beren Ende nicht abgesehen werden könne. Die Ansicht der Arbeiterpartei sei, daß feineswegs alle mittel erschöpft wurden, um eine Cöfung auf dem Wege eines Uebereinkommens zu erreichen. Die Arbeiterschaft set der Ansicht, daß die Anwendung von Santtionen wahrscheinlich die furchtbaren wirtschaftlichen Schwierigkeiten Englands nur noch erhöhen werde. Nur durch die Wiederherstel lung des normalen Handels in Europa fönne der Wunsch, Deutschland zahlen zu lassen, verwirklicht werden. Die bisher angewandten Maßnahmen machten Borbehalt mit Bezug auf Oberschlesien Eine Schuld fönne erzwungen werden. Er wolle sogar noch weiter gehen und sagen, man mürbe nie zu einer Einigung mit Deutschland gelangen, wenn Deutschland wiffe, daß fie unter feinen Bedingungen erzwungen werde. Angenommen, Deutschland glaube, daß Cinnes wirklich die Ansicht des englischen Boltes in dieser Frage wiedergebe, und daß, trotzdem das englische Bolt der Ansicht fei, es sei eine gerechte Forderung, es sie niemals erzwingen würde: würde dann irgendeine deutsche Regie rung hervortreten und irgend etwas vorschlagen? Lloyd George fagte, er wolle fein hartes Wort gebrauchen, das Schwierigkeiten her vorrufen könne, aber die Deutschen hätten ihre Schwierigkeiten mit der öffentlichen Meinung in Deutschland. Sie hätten eine öffentliche Meinung, die nur mit der einen Seite des Falles bekannt gemacht werde(?) Sie nähmen nicht die Berantwortung für den Krieg auf sich und glaubten nicht, daß sie für die Verpflichtungen Frankreichs und Belgiens verantwortlich seien. Mit Bezug auf die Zahlung von 50 Proz. des Wertes eingeführ= ter Waren an das Schazamt erklärte Lloyd George, wenn die Deutsche Regierung es ablehne, die deutschen Lieferanten zu entschädigen, Vorwärts- Verlag G.m. b. H., SW 68, Lindenstr. 3 Fernsprecher: Ami Morisplay, Nr. 11753-54 Schauspielerfragen. Bon Mag Hochdorf. Plato fah in allen Künstlern eine sehr eble, aber sehr staatsgefährliche Menschheit. Er schlug daher vor, daß man die gefährlichsten von ihnen, die Schauspieler, zwar ehre und mit der Myrthe, dem Grün der Unsterblichkeit, schmüde. Dann aber müsse man die Schauspieler aus dem Lande jagen, denn sie seien im Grunde Feinde des Staates, fie feien revolutionär und vor allem nicht im ungestörten Besitz jener Eigenschaften, die den ordentlichen Bürger zieren. Die Schauspieler haben einige Jahrtausende gebraucht, um dieses Vorurteil zu bekämpfen und den Beweis von ihrer bürgerlichen Würdigkeit zu erbringen. Es ist ihnen nicht immer sehr leicht geworden. Sogar Konrad Ethof, ber " Leffing der deutschen Schauspielkunst", hat sich erniedrigt gefühlt bis zum Wurm". Das Ringen des Schauspielers um sein bürgerliches Ansehen hat eigentlich noch nicht aufgehört bis auf den heutigen Tag. Und als der politische Umschwung des Novembers 1918 auch den Umschwung der höheren Geistigkeit bringen sollte, versuchten die deutschen Schauspieler mit mächtiger Anstrengung, in den ungeschmälerten Besitz aller staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten zu gelangen. Nun, es ist ihnen noch immer nicht ganz geglückt. Es fehlt noch immer das einheitliche deutsche Theaterrecht, über dessen Notwendigkeit seit Jahrzehnten eine beträchtliche Bibliothe zusammengeschrieben worden ist. Nur eine, allerdings eine nicht unbeträchtliche Sicherheit haben die deutschen Schauspieler durch die Ereignisse seit 1918 erreicht: Die Organisation der deutschen Bühnengenoffenschaft ist zu einer freien Gewerkschaft ausgebildet und umgebildet worden. Die deutschen Schaufpieler fügen sich dem Bunde der freien Gewerkschaften im Kartelle ein. Sie haben einen Mitgliedszwang zum Gesetz erhoben. Die Arbeitgeber des Theaterwesens, Direttoren und städtische und staatliche Theaterverwaltungen, fönnen nach bindenden Abmachungen nur Mitglieder der Schauspielergewerkschaft anstellen. Diese Nachahmung wirtschaftlicher Organisationsformen Deutschland unfähig zu zahlen, für das Theater ist in letzter Zeit sehr heftig und abfällig fritisiert worden. Es wurde der deutschen Bühnengenossenund durch die in der Reparationsfrage von den Alliierten befolgte fchaft vorgeworfen, fie mechanisiere durch sozialpolitische MaßBolitit rde dem Empfänger größerer Schaden zugefügt, als dem zahlenden Teil. Unter dem Beifall der Opposition fragte Clynes, so tue fie dies auf eigene Gefahr, da fie dann ristiere, den deutschen nahmen das fruchtbare Dasein des Schauspielers, sie schädige wieviel von diefen letzten Beschlüssen auf Rechnung Frant- Handel zu verlieren. Außerdem sei Deutschland durch den Bertrag durch Gewerkschaftspolitik die Freiheit des Bühnentinitlers reichs und wie wenig davon auf Rechnung Englands tomme. verpflichtet, auf Anforderung zu liefern. Weiter beständen ter- und damit auch die Freiheit der Kunst überhaupt. Und wenn Clynes forderte Aufschluß darüber, weshalb die Regierung feine nativen, wie z. B., daß Arbeiter und Dienste zu Repara- die Kunst in Gefahr fei, so rechtfertige sich jeder Widerstand Schritte getan habe, um einem von den beiden deutschen Borschlägen tionszweden in den verwüsteten Gebieten von Deutschland gegen die Organisation. Es blieb nicht aus, daß sich Bühnen zuzustimmen. Er slimme nicht mit Lloyd George darin überein, geliefert werden. Dies sei bereits geschehen, und er hoffe, die Alli- genossenschafter gegen ihre Organisation wendeten. Sie Daß der ierten würden es fordern, da er der Ansicht sei, die Deutschen feien wollten der weitschichtigen Macht eines Bundes entgehen, bereit, in dieser Hinsicht viel mehr zu tun, wenn fie dazu aufges dessen gewerkschaftlichen und fortellierten Aufbau fie als ein es unmöglich gemacht habe, eine vorläufige Regelung in Betracht fordert würden. Eeiner Ansicht nach sei die angenommene Methode Hindernis ihrer künstlerischen Bewegungsfreiheit ansahen. zu ziehen. Die gesamte Lage bezüglich Oberschlesiens fei das stärkste Berte von 30 bis 40 Millionen Pfund Sterling von Deutschland nach Bühnenfünstlern nichts daran liegen konnte, ihre Organisa die praktischste. 3m vergangenen Jahre seien Waren im Es ist natürlich, daß den kleinen und hilfsbedürftigen Argument zugunsten einer vorläufigen Regelung. Deutschland, wisse nicht, was sein Schicksal betreffs feines Gebiets, England eingeführt worden. Wahrscheinlich werbe fich der Betrag tion zu sprengen. Sie dachten höchstens daran, die gewerkseiner Bevölkerung und feiner Macht sein werde, und dies sei der dieses Jahr auf 50 bis 60 Millionen erhöhen, und davon würden schaftlichen Grundfäße mit einer sehr radikalen Sozial, stärkste Grund dafür, daß augenblicklich feine drastischen militä- nach Abzug aller Vergütungen ungefähr noch 20 Millio- politik zu erfüllen. Da sie vom Schicksal in die große rischen Maßnahmen getroffen werden dürften. Für die bisherige ein Weg fei, um die gerechten Forderungen der Alliierten zu befrie- fchien ihnen jedes Mittel des profetarischen Arbeiterkampfes nen Pfund übrigbleiben. Gerade weil er der Ansicht sei, daß dies Maffe des proletarischen Arbeitsvolfes hineingeftoßen wurden, Berzögerung seien die Allierten zum Teil felbst verant wortlich. Hätte Lloyd George nicht warten fönnen, als die bigen, ohne Deutschland wirtschaftlich zu zerstören berechtigt. Aber einige Bühnenfünstler, die vom Geschmad Deutschen um eine weitere Woche baten? Das Gelb tönne niemals und fogar ohne militärische Maßnahmen über die bereits der großen Masse getragen und auch mit wirklicher Kunsterfolgten hinaus zu ergreifen, habe er als Anwalt des Friedens überlegenheit begnadet waren, empfanden den Schwarm ihrer durch militärische Maßnahmen eingetrieben werden. Lloyd George und des guten Einvernehmens diesen Weg gewiesen. Weiter macht schwächeren Kameraden als ein Heer, das allzu leidenschafthabe selbst erklärt, die Welt brauche Lloyd George der deutschen Delegation zum Borwurf, daß fie fein lich die Hoheit der vom besseren Glück begünstigten Künstler ein gedeihendes und zufriedenes Deutschland. weiteres und feftes Angebot gemacht habe, und fährt bann fort: zerblättere. Sie fürchteten, in der freien Entfaltung ihrer Mürden diese Maßnahmen zur Wohlfahrt und Zufriedenheit führen Ich weiß, warum. Dr. Simons hatte nicht den Auftrag erhalten, zu und nicht vielmehr zu der Gewißheit weiteren wirtschaftlichen regeln. Ruins? Clynes fagte: Wir haben den Krieg gefämpft, um den Kriegen ein Ende zu machen, wir bekommen jedoch einen Frieden, der weitere Kriege zur Gewißheit macht. Cinnes fragte, ob denn der Völkerbund so schadhaft sei, daß er diese materiellen und finanziellen Schwierigkeiten zwischen Deutschland und den Alliierten nicht zu behandeln vermöge. Bei einer Frage dieser Art hätte auch Amerita als Schiedsrichter angerufen werden fönnen. Die Berantwortung für die bisherigen Schritte habe jetzt die Regierung zu übernehmen, und er befürchte, nach sechs Monaten werde daß die Armeen wieder in Bewegung gefeßt seien. Es müffe ein man bedauernd erklären, daß es unmöglich gewesen sei, das Geld Ausweg gefunden werden. Es müsse mit Deutschland zusammen In dieser Weise einzutreiben, und daß sich die militärischen Maß gewirkt werden. nahmen als wirkungslos erwiefen hätten. Wedgwood Ben erklärte, England dürfe nicht von Lloyd George Frankreich ins Schlepptau genommen werden, das nicht wolle, daß Deutschland wiederhergestellt werde. Deutschland war nicht bereit, zu regeln. Es war flár, daß, so sehr auch Dr. Simons nach einer Regelung strebte, er nicht wagte zu regeln. Deutschland war nicht von der Notwendigkeit einer Regelung überzeugt. Um Deutschland von dieser Notwendigkeit zu überzeugen, find wir zur Aftion übergegangen. Sir Donald Maclean fagte, es sei eine wahre Katastrophe, führte aus, die Rede von Clynes fönne nur den praktischen Erfolg Der Arbeiterführer Thomas fagte, die Arbeiterpartei sei mit haben, daß der Widerstand Deutschlands gestärkt werbe. Die Allierten hätten sich in der Reparationsfrage nach dem Rat ber Regierung barin einig, daß Deutschland die Berantwortung ihrer Sachverständigen gerichtet. Die aufgestellten Zahlen trage, daß man Deutschland zahlen lassen müsse, und daß, wenn man feien von den alliierten Finanzfachverständigen nach eingehender Deutschland gestatte zu entkommen, das Unrecht triumphieren würde. Beratung mit den deutschen Sachverständigen aus. Indem die Arbeiterpartei nichts tun würde, um die Regierung in gearbeitet worden. Nachdem die allierten Sachverständigen alles gehört hatten, was die deutschen Sachverständigen zu sagen hatten, feien fie zu dem Schluß gefommen, daß Deutschland zahlen tonne. Es sei wirklich feine fibermäßige Forderung, daß Deutschland in den nächsten beiden Jahren hundert Millionen Pfund plus zwölf Brozent feiner Ausfuhr bezahle ihrer schwierigen und heillen Aufgabe zu hindern, übernehme fie feine Berantwortung für die Politit, die jetzt befolgt werde. Chamberlain erklärte, die Rede Thomas' zeige ein fundamentales Einvernehmen zwischen der Arbeiterpartei und ber Regie rung mit Bezug auf die enge Freundschaft und Harmonie mit den Allierten, fowie die Erzwingung der deutschen Reparationen. Kunst und in der wirtschaftlichen Ausnutzung ihrer Talente übermäßig beschränkt zu werden, menn jene genossenschaft. lichen Elemente, die eine Politik des Alltags in die Genossenfchaftspolitit hineinbrachten, alle Macht in die Hände befämen. So drückte sich, wenn man genauer zusah, eigentlich nicht eine Gegnerschaft aus, die mur Gegenfäge innerhalb des genossenschaftlichen Lebens betonte. Der Widerftreit der Weltanschauung und der politischen Bekenntnisse wurde in die Genossenschaftsdebatten hineingezogen. Auf der einen Seite wurden die Radikalen als Bolschemisten verschrien, auf der anderen Seite die gemäßigten Größen, die man bald mit dem Namen der Brominenten belegte. als Reaktionäre verTeumbet. Und jedes Wort wurde mit aller agitatorischen Gründlichkeit ausgelegt und ausgenutzt. Das Kartell der Bühnengenossenschaft mit den übrigen Gewerkschaften, die am Theaterbetrieb teilnehmen, hat ohne 3weifel Wohltaten gebracht, die den nüßlichen, nicht überragenden und doch so notwendigen Theaterhilfskräften sehr förderlich waren. Die durch den Betriebsrat charakteri fierte Einigkeit zwischen den technischen und fünstlerischen Angestellteri des Theaters hat sich aber nicht überall bewährt. Es find llebergriffe der technischen Arbeiter vors gekommen und leberhebungen der unfünstlerischen Elemente, die fich in die fünstlerische Disziplin einmischten. Solche Erfahrungen wurden dann von den Unzufriebenen verall. gemeinert und benutzt, um die ganze Organisation zu ver urtellen. So verbittert waren die Prominenten, daß der Bruch zwischen ihrem geringen Häuflein und der großen Ge nossenschaft, die jeden Bühnenfünstler nom größten Helden bis zum fleinsten Statisten abwärts umspannt, unvermeidlich fchien. Schon drohte die Weigerung der Prominenten, die 2 Broz. der Gage, die in die Kasse der Genossens haft abzuführen sind, zu bezahlen. Sie hät' en sich damit geweigert, an all den Werfen teilzunehmen, die der allgemeinen Schauspielerfache dienen, als da sind: Unterstützung der Engage mene. Pron ennerforang und ähnliches. Die ruhigen Temperamente haben aber nach langwierigen Berhandlungen wiederum gefiegt. Die Prominenten be schlossen, sich nicht von ihrer Gewerkschaft zu trennen. Es wird ihnen gestaltet, innerhalb der Genossenschaft fünftighin ein träftiges Wort von ihren Bedürfnissen und Wünschen vor zubringen. theaters! Demokratische Prinzenschützer. Die Leiden" des Prinzen Friedrich Leopold. Die Durchführung der Sanktionen. Paris, 11. März. Die Beratungen des Obersten Rates über Das Preußische Finanzministerium hat vor einiger Zeit die Be- die wirtschaftlichen Sanffionen sind auch gestern fortgefeht worden. fizungen des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen, namentlich Das franzöfifche Finanzministerium soll eine bejou. die große, im Bosenschen gelegene Herrschaft von Flatow dere Abteilung errichten, die in Verbindung mit der InterKrojan te wieder in staatliche Verwaltung übernommen allierten Rheinlandkommission die Beschlagnahme der deutschen und cinen staatlichen 3wangsverwalter eingesetzt. Wegen Zölle im befehten Gebiete durchführen soll. Die deutschen Zolldiefes mehr als gerechtfertigten Schrittes erhebt die bürgerliche Bresse ämter im befehten Gebiet find nunmehr unter Befehl der ein ungeheures Geschrei gegen den Finanzminister Lüdemann, 3nferalliierten Rheinlandtommiffion gestellt worwobei das, ach so demokratische„ B. I." an der Spike des fapitoli den. Diefe hat für jedes unbotmäzige Verhalten der Zollbeamten nischen Gänsegeschratters steht. Strafen von 5 Jahren Gefängnis und 5000 mart Ein zweispaltiger Aurifel wird dem Elend der armen prinzlichen Geldstrafe angedroht. Wie die Pariser Blätter melden, soll die Familie und der Härte des grausamen Finanzministers gewidmet, Berstärkung der Belagungstruppen durch eine weibei dessen Leftüre Steine weinen fönnten. Dermeil lebt die bemit- tere Division in der nächsten Zeit erfolgen. Außerdem beabsichtigt leidenswerte Familie Prinz Friedrich Leopold in Saus und die Interallierte Rheinlandkommission, cine scharfe Kontrolle der Braus in Lugano und führt einen Lebenswandel, der das Ent. Rheinschiffahrt, insbesondere der Kohlenfransporte einzurichten. segen der Bevölkerung bildet. Namentlich Prinz Die erste Folge. Friedrich Leopold Sohn tut fich durch wahnsinnigen Curus, finnlose Verschwendung und widerwärtige Orgien in einer Weise personen-& raftwagen, Caftautos, Wagen usw. beLudwigshafen, 11. März.( WIB.) Taufende von hervor, daß sein Aufenthalt in Lugano zum allgemeinen liefen gestern und heute die zur Rheinbrüde führenden Standal geworden ist. Es widerstrebt uns, auf diese Dinge näher liefen gestern und heute die zur Rheinbrücke führenden einzugehen, von denen ein Sensationsblatt wochenlang leben Straßen, um vor der Errichtung der neuen Zollgrenze noch tönnte, aber ein Punkt fann nicht stillschweigend übergangen werden: mit Gefährten aller Art derart vollgefüllt, daß polizeiliche Absperwaren über den Rhein zu bringen. Manche Straßen waren im Gegensatz zu den wahnsinnigen Lurusgenüssen, der Gelbver- mit Gefährten aller Art derart vollgefüllt, daß polizeiliche Absperschleuderung und der Schuldenmacherei steht die elendefle Behand- tungen und zeitweilige Einstellung des Straßenbahnverkehrs notlung der Dienerschaft. Natürlich nimmt sich auch die stramm natio. wendig wurden. nale Bresse des Prinzen on. Wie sollte sie nicht einen Mann schützen, der seine Diener vorzugsweise als„ dreckige deuisce tungen der Pfalz ist heute die Borzenjur verhängt worden. Kaiserslaufern, 11. März.( WTB.) leber sämtliche Zet. Schweine" tituliert. Bater und Sohn durchzusehen versucht hat, so würde das allein fchon Wenn das Finanzministerium eine Entmündigung don feine Rechtfertigung in der Tatsache finden, daß, die Familie Brinz Leopold in fürzester Zeit 10 millionen Schulden in der Schweiz an gehäuft hat. Es sind aber auch noch ganz andere Dinge vor handen, die wir nicht vor die Deffentlichkeit bringen möchten. Wenn aber die bürgerliche Preffe darauf besteht, so fann ihr auf diefem Gebiet reichlich gebient werden. Amerika und die Zollsperre. Telegramm des Korrespondenten des" New York Herald" in Condon, 11. März.( WTB.)„ Daily News" veröffentlichen ein Roblenz, monach die Oberfommission zu dem Beschluß gefomumen sei, daß in der Frage der deutschen 3olleinnahmen nichts ohne die Mitarbeit oder wenigstens das Einverständnis der ameri tanischen Truppen unternommen werden könne. General Allen, der amerikanische Befehlshaber, habe feine Instruktion über diese Angelegenheit aus Washington erhalten. Man erwarte, daß die Alliierten mit der amerikanischen Regierung verhandeln werden, aber inzwischen herrsche Verwirrung. So ist der Friede unter den deutschen Schauspielern gerettet. Man möchte den Frieden mit Hosianna preisen. Denn es handelt sich nicht nur um einen leeren Romödianten streit, der die Deffentlichkeit nichts angeht. Es handelt sich um eine sehr wichtige und ernsthafte Sa che der Kunst. Denn die deutschen Schauspieler tragen doch im wesentlichen dazu bei, daß wir noch 1921 in den fünstlerischen Wettbewerb mit den anderen Nationen treten fönnen. Gewiß, vieles erfäuft im Operettenstumpffinn, Nadttanz und Kinogewöhnlichkeit; hören wir aber ruhig und ohne falsche Boreingenommenheit hin, so steht die deutsche Schauspielkunst von 1921 auf einer sehr anständigen Höhe. Männer des Auslandes, die jetzt zu uns fommen, und die uns mit Sachverständnis studieren, haben uns das bestätigt. Dabei find die Erwerbsforgen des deutschen Schauspielers heute schlimmer als die jedes anderen Arbeiters der Hand und des Kopfes. Gerade, was heute am teuersten ist, die Kleider, spielen für Männer und Frauen der Bühne eine ungeheure Rolle. Noch liefern die Theaterdiret toren nicht das bürgerliche Kleid, das der Künstler braucht. Kuhelos und zum Herumziehen verurteilt, muß der deutsche Schauspieler heute noch leben wie in alter Bett. Und daß gerade dieser Mangel an ständiger Hausung heute eine der bösesten Qualen ist, das braucht nur angedeutet zu werden, damit jeder Mensch von Herz es sogleich versteht. Gewiß, bei den Schauspielerfragen spielt alles Materielle eine große Rolle, Mit einem vom B. I." geschilderten Projeft von Rapitalisten, aber es foll immer wieder trotz aller materiellen Not etwas weds Ausnutzung des prinzlichen Vermögens eine Gesellschaft zu Ideelles erzielt werden. Das Kunsttheater ist zu gründen, hat das Finanzministerium nicht das mindeste zu tun. retten auf Kosten des niedrigen Geschäfts- Renntnis erhalten. Außerdem aber hat bas Finanzminister um Es hat nur von diesen Plänen, die sich übrigens zerschlagen haben, Wer ein soziales Herz befizt und für die Erregungen der Kenntnis von ungeheuren Holzschlägen, die in lezter Beit Kunst nicht unempfindlich ist, der wird es sehr natürlich finden, in den Bädern von Fatow- Krojante vorgenommen worten find, London und die Gewerkschaftsinternationale daß auch die Bühnenfünstler mit aller Energie ihr wirtschaft um die Schweizer Schulden zu teden. Natürlich ist das liches Dasein stärfen wollen. Denn gerade heute ist wirtschaft glatter Raubbau. Ferner find dem Finanzministerium Geldliche Gebundenheit mehr als je gleichbedeutend mit geistiger flebungen über die Schweizer Grenze bekannt, und zwar in e nem Gebundenheit und wirtschaftliche Freiheit gleichbedeutend mit Falle über 400 000 m. Der Urheber dieser Schiebung dürfte der geistiger Freiheit. Da die Reinigung der Köpfe in den schwie- Bublitation im" B. L." nicht fern stehen. rigen Berhandlungen mannigfache Mißverständnisse beseitigt Schließlich wird noch en Bluff ausgespielt. Die Herrschaft hat, die zum Teil aus allzu großer, allzu beharrlicher Schweig- Flatow- rojante war ursprünglich bei der Festlegung der Fimmen, der Sekretär der Gewerkschaftsinternationale, fam gefamfeit der Prominenten herstammten, ist auch diese fast banale ponischen Grenze tei weise an Bolen gekommen. Bei der end- rade vom italienischen Gewerkschaftskongres zurüd. Dort sei in erster Bahrheit wiederum zu ihrem Rechte gekommen. Das Wort gültigen Grenzregulierung wurde sie jedoch ganz zu Preußen Reihe der parteipolitische Versuch gemacht worden, den von den Prominenten, das beinahe ein häßliches und zer geschlagen. Das foll angeblich zurückzuführen sein auf den Enfluß mosta u ausgeschlossenen Serrati mit Hilfe der Gewerkschaften reizendes Schlagwort ewiger Feindschaft geworden wäre, hat englischer füftlichkeiten, die mit dem Hause Friedrich Leopold wieder in die Mcsfauer Internationale hineinzubekommen. Da die jezt feinen gefährlichen Charakter verloren. Alle Parteien verwandt sind. Jett erzählt man: Wenn die Rechte des Prinzen an italienischen Gewerkschaften von Moskau umworben worden wären, feßen sich wieder mit dem großen, ernsthaften Willen zur getaftet würden, fo würde das Land wieder an Bolen tommen! hätten die Serrati- Leute fie dazu veranlaßt, ihren Anschluß von der Einigkeit an den Beratungstisch. Allerdings darf nicht ver- Man hat sogar bas Auswärtige Amt zu einer Einmischung ge- Bedingung abhängig zu machen, daß Serrati in Mostau wieder m.t hehlt werden, daß der Streit der Meinungen damit drängt. Natürlich ist das Ganze durchsichtigste mache, da machen dürfe. nicht aufhört. Im Gegenteil, das Heer der Schauspieler bleibt bie Grenzregulierung endgültig ist und Boiert nichts zurückver- Bon der angeblichen Rundgebung Samuel Gompers' gegen weiter in mehrere Lager geteilt. Die Parteiengegenfäße, die langen fann die Amsterdamer Internationale ift Fimmen bisher nicht unter. heute das politische Leben bestimmen, spiegeln sich auch in der Die treibende Kraft der demokratischen Brinzenbegeisterung sind richtet. Er hält die Stellungnahme des amerikanischen GemertBelitit der Schauspielergenossenschaft. Was Shauspielerfrage anscheinend hot händlerische Interessententreise, die bei dem Wald- fchaftsführers gegen die scharfe sozialistische Politit der ift, muß fortan nur innerhalb der Gewerkschaft erörtert morden in Flatow- Krcjante gut verdienen und deren Gewerkschaftsinternationale immerhin für möglich. Die Nachricht, werden. Andere Gruppierungen und Bersplitterungen darf es Profit zu schwinden droht, wenn das Ganze unter geordnete daß er selber, Fimmen, nach den Bereinigten Staaten zu reifen be nicht geben. Jeder Heerbann fämpft so innerhalb der Gemein staatliche Berwaltung fommt. Jebenfalls ist sehr interessant, daß das abfichtige, sei eine amerikanische Ente. Die Internationale fchaft um feine Jdeale. Und die Wirklichkeit, die das Ideal B," bas Fachblatt des Holzgroßhandels als Rron hätte gegenwärtig in Europa reichlich genug zu tun. schüßen und beherbergen soll, ist darum so schwer zu finden, und Schwurzeugen bemüht. weil gerade beim Schauspielerstand ungeheuer dornige Probleme zusammengefügt werden sollen: das Wirtschaftliche mit dem Künstlerischen, das Mägbare mit dem Unwägbaren, das fröhlich Schwebende mit dem, was die Menschheit eisern umFlammert und in Not bringt. Auch ein Zeitbild. Bon M. Parkich. Ein fleines Aderstädtchen, wie es viele gibt. Bei Frau Paftor ist großer Geburtstagskaffee, die ganze Gesellschaft ist schon verfam melt, als ich ankomme. " Darf ich Ihnen noch ein Stückchen Kuchen anbieten, Frau Rätin?" Die Frau Rätin ist eine große, starte Dame. Sie hat einen Bufen vorn und einen im Rüden, auf der Ausbuchtung ihrer Hüf ten nach hinten muß es sich gerade so bequem fizen wie auf meiner Großmutter Sorgenstuhl. „ Aber gern, meine Liebe," antwortet sie und bemüht sich auf ihrem Teller, auf dem schon ein Stück Pfirsichtorte, ein Stück Butter. tuchen und etliche Plätzchen liegen, Plaz zu schaffen. worden. Die griechtiche, die türkische und bie temalistische DeleDas Orientproblem ist auf der Londoner Ronferenz nicht gelöst gation begaben sich in ihre Se mat zurüd. um neue Instruktionen einzubolen. In der Zwischenzeit bleibt alles beim alten. Als ich fürzlich bei meinem Better in der Stadt war, befam beffen Frau, Sie wiffen, sie ist mit ihren Anschauungen ganz und gar nicht mein Geschmack, eine Rechnung vom Buchhändler. Ich fage Ihnen, eine Summe stand darauf, ich habe die Hände überm Kopf zusammengeschlagen!" fein muß, wenn man fatt zu essen hat. Wir taufen nie Bücher," Ber tauft denn auch in dieser Zeit Bücher, wo man doch froh fagte mißbilligend die säuerliche Tochter der Frau Rätin und verfucht herauszubekommen, ob zu dem Butterkuchen nur gute Butter verwendet wurde oder auch Margarine. ben Pfund Schmalz gehabt," berichtet eine andere Dame. Denken Sie, von unseren beiden Neujahrsgänsen habe ich fieMein Mann brachte mir zwei Fasanen von der Jagd mit Wie hat der Hase geschmeckt?" Aus welchem Munde sie alle tamen, diefe Worte? Ich weiß es „ Ich glaube, dieser Rührkuchen ist Ihre Spezialität, meine wahrhaftig nicht mehr zu sagen. Nur daß mir sehr fade im Munde Ich glaube, diefer Rührkuchen ist Ihre Spezialität, meine war Liebe, ich aß ihn nirgends besser. Er ist doch nach dem bekannten über die schwere und schlechte Zeit, tam mir zum Bewußtsein, als Liebe, ich aß ihn nirgends besser. Er ist doch nach dem bekannten arvon all dem süßen und fetten Zeug und den vielen Klagen Rezept: Nimm zwölf Eier ufm." zubereitet?" ich in der Eisenbahn faß und nach Hause zurückfuhr. " " Darüber darf man bei diesen schlechten Zeiten nicht sprechen, Frau Rätin," entgegnet verschämt und geschmeichelt lächelnd die Frau Pfarrer. „ Sie haben recht, es find harte Zeiten für unsereinen." " Denfen Sie, mein Mädchen, ich habe sie doch erst fünf Mo nate, hat schon zum zweitenmal Lohnzulage gefordert," quarrte die Dame neben der Frau Rätin. Eine Rette, aus dicen, weißen El. fenbeinperlen rollte auf der grünseidenen Bluse bei jedem Atem. zuge hin und her. Unverschämt! Es ist fabelhaft, was diese Mäbchen jetzt für Anforderungen stellen," ereiferte fich die säuerliche Tochter der Rätin. Sie war nicht ganz so toniplett wie ihre Mutter und erinnerte, mie sie große Stüde Kuchen hastig unter ihrer schnabelartigen Naje verschwinden ließ, an eine Ente, die Schneden verschlingt. " Die Zeiten sind zu teuer, jeder muß ans Sparen denten," fuhr die Dame fort, ich habe die Absicht, das Mädchen zu entlaffen und mir eine Stüge ohne gegenseitige Bergütung zu nehmen. Es gibt in den großen Städten soviel Töchter fleiner Beamten, die froh find, gegen das Sattwerden unterzukommen." Bie hat sich Ihr Schwein geschlachtet, Frau Apotheker?" „ Legen die Hühner immer fleißig?" Denten Sie, die kleine Schmidt, ihre Mutter war mit mir zugleich in Benfion, schrieb, fie tönne meiner Einladung zum Gefangsvereinsball nicht folgen, fie befize feine Tanzschuhe, und ihr Bater tönne ihr dieses Vierteljahr auch teine taufen." D, mein Gott, was find das doch für bittere, entbehrungsreiche Zeiten," Stöhnt eine Frau Gutsbefizer und zählt im Gelfte die elf Baar Schuhe nach, die sie für sich und ihre zwei Kinder auf Borrat stesen hat. Eine lange, dünne Dame, die bisher noch nichts gefprochen, aber um so mehr getröpft hat, erzählt: Aeußerungen Fimmens und Jouhaug. Breslau, 11. März.( Eigener Drahtbericht des Borwärts".) Die Breslauer„ Volkswacht veröffentlicht heute Aeußerungen mehrerer Kommissionsmitglieder des Internationalen Ge. wertschaftsbundes, die von Breslau bekanntlich vergeblich die Einreise in Oberschlesien zu erreichen fuchten. Genosse aus Die Spaltung der europäischen Boltswirtschaft in ganz Reiche. und ganz Arme hält Fimmen nach den Erfahrungen seiner holländiteure holländische Gulden, ber etwa 80 Broz. mit Gold gebedt ſei, schen Heimat auch für die reichen Länder für ein Unglüd. Der fönne von niemandem mehr bezahlt werden und sei dadurch ein hinbernis für die holländische Exportindustrie und ein Schaden für den Es Wie die Republik Panama entstand. Das drohende Kriegsgewitter, das sich gegenwärtig wieder einmal über die Republik Panama zufammenbraut, lerft die Aufmerksamkeit auf die ebenso furze wie intereffante Geschichte dieser von Gnaden der Bereinigten Staaten lebenden Mittelamerikanischen Republik. Bis zum November 1903 bildete der Isthmus von Panama einen Teil des füdselbständige Republik Panama schuf, war nicht von Banama, sonamerikanischen Staates Columbia, und die Revolution, die die dern von New Dork und Washington aus angefegt worden. Die ganze politische Attion hing cufs innigftè mit der geschäftlichen 2ingelegenheit des Panomafanals zusammen. Inszeniert wurde die Sache von einem strupellosen Gentlemen, der bei der neuen Panama- Kanalgesellschaft als leitender Beamter Dienſt tat. war ein Herr Philippe Barillat, effer befannt unter dem später angenommenen Namen Bunau Barilla und ein Bru ber des berüchtigten früheren Befizers des Pariser Matin". In Wahrheit aber war es Präsident Roosevelt, der als Drahtzieher hinter der Bühne feires Amtes waltete. Die ganze Ange ganisation tar. Einen Tag vor der Eröffnung der Feindseligkeiten legenheit stellte sich als Schulbeispiel einer tabellos arbeitenden Drerließ Roosevelt eine Verfügung, die den die Rebellen bekämpfenden columbischen Truppen das Betreten der Kanalzone innerhalb eines Der Wiederaufbau des griffigen Schaffens. Die internationale Umkreises von 80 Kilometern verbot. Die Telearaphendrähte wurStatistit des geistigen Scheffens, die alljährlich von der„ Droit den durchgeschnitten, und den damals noch in Panama weilenden 1919 erschienen und wird im Börsenblatt für den deutschen Buchments wurde die Unabhängigkeit Banamas erklärt; innerhalb von d'Auteur" in Bern zusammengestellt wird, ist nunmehr für das Jahr columbischen Offizieren wurde nahegelegt", zu bleiben, wo ste waren. Drei Tage nach der Bertagung des columbischen Barlahandel" in Ueberlegung mitgeteilt. Für uns find besonders interments wurde die Unabhängigkeit Banamas erklärt; innerhalb von effant die Zahlen, die für Deutschland angegeben werden. Das lieben Tagen war die neue Republit anerkannt, im Laufe von achtNachlassen der Bucherzeugung, das ich gleich im ersten Kriegsjahr gehn Tagen hatte diese die Kanalzone den Vereinigten Staaten zeigte, hat in Deutschland feinen Höhepuntt im Jahre 1918 erreicht, überwiesen, und in weiteren zweiundbreißig Tagen war der Bertrag als die Zahl der literarischen Werte nur noch 14 743 betrug, wah. vom amerikanischen Kongres ratifiziert. Jahre 1919 macht sich wieder ine fehr mertbare Erhöhung geltend. rend sie im Jahre 1913 35 078 Neuerscheinungen ausmachte. Im Die Beröffentlichungen in deutscher Sprache erreichten im Jahre 1919 die ftattliche Bahl von 26 194, näherten sich also dem Stande von 1914 wieder an. Diese Gesamtsumme fest fich aus 15 876 neuen Erscheinungen, 6432 Neuauflagen und 3886 Beitschriften zu fammen. Die fast 16 000 Neuerscheinungen stellen den größten An teil bar, den irgendein Land zur literarischen Erzeugung der Welt beigetragen hat. Mit Ausnahme der Militärwissenschaft, die mit weniger Werken als während des Krieges vertreten ist, zeigten alle einzelnen Literaturgebiete eine Zunahme bis zu 100 und 300 Broz. gegen das Vorjahr. Die Gesamtzahl der musikalischen Veröffent lichungen, die im Jahre 1919 erfchienen, beträgt in Deutschland 3822 Werte, alfo 1203 mehr als im Jahre 1918. Die ernste Musit ist nur mit 721, die leichte arer mit 2934 Nummern vertreten, was freilich fein günstiges Urtei Boer den Musikgeschmad der Nachfriegszeit zuläß Troß der Schwere der Zeit tennte das Abrehbuch des deutschen Buchhandels für 1920 feststellen, daß sich die Zahl der mehrt hat, nämlich auf 12 475 gegen 12 240 im Jahre 1918. Bon aufgenommenen Firmen während des Jahres 1919 um 235 ver. diefen Firmen beschäftigen fid, 3282 mit Berlag und 7426 mit Sorti mentsbuchhandel. Im ganzen wurden 1919 723 neue Buchhan delsfirmen gegründet. wäh Balhalla- Theater. Weinbergsweg 19/20: Tiefland". Leo Sützen. Groke Volksoper Berlin. Sonntag, 18. März, nachm. 2 11hr, im borf fingt ben Ecbaftiano. Musikalische Leitung Hermann Stange, szenische Leitung Hermann Bachmann. Symphonie- Orchefter Renkölln( Leitung: Ernit B. Mitlader). Grites Dreiter fonzert am 1. März in der Nenen Welt", u. a. Buchs G- moll Konzert und die in Berlin felten aufgeführte Symphonie in A- moll für großes Orchester von Fritz Ranfmann. Alfa Grüning wurde von der Direktion Notter auf mehrere Jahre verpflichtet. Teutiche Hochschule für Politit. 8. Abenbfurfus( 18 Borlefungen 15. März bis 27. Mai). Wirtschait und Technit: 1. Volkswirt. ichaft und Technit. 2. Fabrikorg nifation. 3. Be: febrer efen. 4. Straft. erzeugung. 5. Gefellschaft, Staat und Tecnit. Teilnehmergebühr: 30 M. für den ganzen Stunius, 3 M. für den Einzelvortrag. Vorlesungsraum Alte Bauakademie. Schinle plag 6. leber put und Geistererscheinungen mit Lichtbil ern spricht Dr. med. C. Aigner( München) Dienstag, 15. März, 7%, Uhr, in ber Aula des Marga etenlhzeums,& fflandstr. 10. venasfeld an ber Grenze zwischen Beffen und Thüringen bemnächst Tas Porzellangeld. Bie aus Staffel gemelbet wird, gibt die Stadt ein Borzellangeld aus, das in einer in dieser Stadt befindlichen Porzellanfabrit gegenwärtig bergeftellt wird. In Betracht tommen Martftude und Fünfundzwanzigpfennigftude. Arbeitsmarkt. Fimmen erzählt übrigens, daß die Holländer, obgleich! Die Beweisaufnahme wird geschlossen, nachdem Pfeffer erklärt auf, und legte dem Ingenieur eine Anzahl Papiere vor, aus benen fie im eigenen Lande weder Kohlen noch Eisen haben und ihre hat, er habe mit Roßbach und dem Landbund über einen Selbstschuß er schließen zu müssen glaubte, daß es sich um ein einwandfreies Es fam dann auch zum Abschluß, und der Käufer Arbeitstraft verhältnismäßig teuer bezahlt werden muß, jetzt bet nicht verhandelt. Der Staatsanwalt fährt fort: Dem Zeugen Geschäft handele Amsterdam eigene Hochofen einrichten. Die Grundlage dafür Rabold gehe zum großen Teil das fritische Urteil ab, fritisch ist es händigte dem Proturisten" gegen Quittung 20 000 m. aus. Zuder find die deutschen Kohlenlieferungen. nicht. Es liegt fein Material vor, das die Anflage stügen tönnte. erhielt er jedoch nicht. Als er sich bei der Zuckerverteilungsstelle Souhaug und fein französischer Begleiter Harmel vom Die deutsche Rechtspflege hat in der ganzen Welt den Ruf großer beschwerte, erfuhr et, daß er E windlern in die Hände Pariser Peuple find ebenso wie Fimmen der Meinung, daß die gehen. Dos Gericht darf sich von der Stimmungsmache ber benen ebenfalls Beträge von 20-30 000 m. abgeloft worden Pariser Beuple find ebenso wie Fimmen ber Meinung, baß die Objektivität.(!) Das Gericht wird auch bemgemäß objektiv vorgefallen mar, wie por ihm ichon einige 30 andere Leute, Gewerkschaftsinternationale zum Abbruch der Londoner Ber. Presse gegen den Angeklagten nicht beeinflussen lassen. Es muß waren. Der Kriminalpolizer gelang es jetzt, bie beiden„ Berkäufer". handlungen und zur Einführung der Santtionen fofort der Angeklagte freigesprochen werden. Stellung nehmen müsse. Die Franzosen bedauern das erste Auftreten des deutschen Außenministers in Condon, das ihnen die bis dahin geübte Kritik der Pariser Beschlüsse schr erschwert habe. Auf die Frage, ob ein geschicteres Auftreten der Deutschen Herrn Briand zu einer anderen Seltung hätte bewegen fönnen, eri Plären Sie allerdings, das sei eine Frage der inneren Politif. Die Bemühungen der französischen sozialistischen Partei sieht Inusaur nicht optimistisch an. Die französische Arbeiterschaft tönnte wesentlich nur durch ihre wirtschaftlichen Organi. fationen Einfluß auf die Ereignisse gewinnen. Eine Erklärung der C. G.T. Paris. 11. März. Der Verwaltungsrat der C.6.2. hat gestern abend eine Erklärung angenommen, in der gesagt wird, daß tie arbeitenden Krelle Frankreichs teine anderen Maßnahmen ins Auge fassen können als ein Abkommen zwischen deutschen und französischen Arbeitern über die gemeinsame Wiederherstellung der Kriegsruinen. Die CG.2. mißbilligt die Anwendung von Gewalt. Die neuen Besetzungen in Deutschland bedrohten den Frieden zwischen den Böllern. Der Verwaltungsrat hat ein Manifest ausgearbeitet, in dem in energischer Weise dagegen profeffiert wird, daß die Interalliierte Kommission im schlefischen Abstimmungsgebiet den Gewerkschaftren die Einreise verweigert hat. Die Kriegsverbrecher. Darauf beginnt das Plädoyer des Berteidigers. Groß- Berlin Sonderbare Käuze. Bie mitgeteilt, wurde gestern im Hause Fregeftrake 76 der 80 Jahre alte Frbr. Arno v. Wangenheim unter eigentüm lichen Umständen tot aufgefunden, so daß zunächst Mordverdacht norlag, der sich später aber als gegenitandslos erties. Es gibt sonderbare Räuze in der Großstadt- Menschen, die mitten in dem sie umgebenden Treiben ihr eigenes Leben führen. Die Kinder brüden sich oft scheu an ihnen vorüber, zuweilen aber treiben fie mit ihnen grausamen Spott, die Großen zuden die Achseln und machen sich ihren eigenen Bers zurecht. Zu jedem dieser Sonderlinge tommt eines Tages der Tod; ein Herzschlag, zuweilen auch Altersschwäche sehen ihrem Leben ein Ziel. Nachbarinnen werden aufmerksam, werden unruhig, man forscht nach und entdeckt den Toten in einer unaufgeräumten Wohnung. -W Ein Mord? Die Polizei erscheint, die Presse wird benachrichtigt. Der Gerichtsarzt aber stellt die natürliche Todesursache fest, und mit Bedauern hören es die Reporter, die sensationslüstern herbeigeeilt sind. Es ist fein Mord passiert! Die Zeitung ist nicht inter. effant und Frau Rätin hat feinen neuen Anlaß, über die Berberbt heit der Menschen im allgemeinen und die der unteren Schichten im Der Hauptausschuß des Reichstages beriet am Freis In der Wohnung des Toten liegt ein besonderen zu reden. Doch so ein Reporter ist ein gewiegter Junge. allerdings noch nicht auftag ben Haushaltsplan des Reichsjustizminifteriums. Dabei fragte geschnittenes Eremplar des Friedensvertrages. Das Reporterhirn Dr. Rosenfeld( U.S.) nach dem Stande der Aburteilung für arbeitet fieberhaft! Der Zote entstammte einem alten Adelsgeschlechte Kriegsverbrecher. Der Staatssekretär des ReichsjustizPatriotismus- Deutschlands Niedergang und am andern minifteriums gab Auskunft über die 3eugenvernehmungen Tage steht's in der Zeitung, daß der alte Sonderling ,, aus Gram der englischen und belgischen Zeugen, die vor dem Reichsgericht in über Deutschlands Schmach an gebrochenem Herzen gestorben fel." Leipzig erscheinen sollen. Was den augenblidlichen Stand der BerMit Entrüiftung lefen es männliche und weibliche Kaffeetanten, fahren anlange, so sei in einer Straffache die Anflage er hoben, in mehreren anderen stände der Abschluß der Unter- Hafenfreuzgymnafiasten vernehmen es mit Ehrfurcht, und die Jingofuchungen unmittelbar bevor. Demnach sei im Laufe einiger Wochen preffe schreibt von nationalem Hochgefühl".( Sie irrt natürlich auch mit dem Stattfinden von Hauptverhandlungen zu rechnen. hierin, wie immer, fie meinte nationalistische Verblendung.) Eine Berzögerung durch die neuesten politischen Ereignisse werde Ja, es gibt boch sonderbare Räuze. nicht eintreten. Das Lohnsteuergesetz. -AAP Pläne über einen städtischen Autoverkehr? Innerhalb der städtischen Verwaltung finden gegenwärtig Bes Der Steuerausschuß des Reichstags fette am Freitag, die Beratungen über die Einführung eines städtischen Autoverkehrs statt. ratung der Novelle zum Einkommensteuergeseg und Berlin hatte vor dem Kriege schon zwei städtische Autolinien, die der dazu gestellten Anträge fort und nahm zunächst den§ 39 an, sich aber nicht sonderlich rentierten. Jetzt sind nun zwei Privat der dem Reichsfinanzminister gestattet, mit Zustimmung des Reichsrats die Voraussetzungen zu bestimmen, nach welchen bie gruppen, hinter benen größeres Banttapital steht, mit den zu Steuerpflichtigen zur Abgabe einer Steuererklärung verständigen städtischen Behörden wegen der Einrichtung von Autopflichtet werden können. Auf Anfrage des Abg. Kell( Goz.) teilt linien in Berlin in Verbindung getreten. Die Stadt selbst will vor Ministerialdirektor v. Cahr mit, daß die Steuerpflichtigen mit mehr der Konzeffionserteilung aber erst in Erwägung darüber eintreten, als 10 000 m. Einkommen zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet ob sie nicht selbst einen Autoverfehr einrichten fann, der heute würden.§ 44 erhält im Absah 1 folgende Fassung: Die von dem leichter rentabel zu gestalten ist, als der der Straßenbahn. Bindende Steuerpflichtigen in einem Kalenderjahr entrichtete Steuer, die auf Beschliffe liegen noch nicht vor. Es herrscht aber Neigung, die volle Mart nach unten abgerundete Rapitalertragssteuer Ausführung dieses Blanes, wenn irgend möglich, nicht dem Bri. wird, sofern sie mindestens 5 M. beträgt, auf Antrag auf die von paffapital zu überlaffen, sondern felbft an die Errichtung ihm für das entsprechende Rechnungsjahr endgültig geschuldete Ein. tommensteuer angerechnet, wenn der Steuerpflichtige Don Autolinien heranzugehen. über 60 Jahre alt oder bauernb erwerbsunfähig ist und wenn das fteuerbare Einkommen an sich tatsächlich aus Kapitaleintommen und Bezügen der im§ 9 Nr. 3 bezeichneten Art zu fammengesetzt ist oder hauptsächlich aus einer von beiden Ein tommensarten besteht. angenommen werden ferner Strafbestimmungen für Fälscher von Steuermarten. Die Vorlage über die Lohnsteuer foll gleich nach Ostern vor. gelegt werden. Bis zum 1. Juli 1921 foll möglichst das Gesetz fertig. geftellt werden und in Kraft treten. Eine von den Regierungsparteien eingebrachte Entschließung, die Ausfälle, die den Gemeinden durch die Aufhebung des§ 30 des Landessteuergefeges entstehen, zu fetzen, wird angenommen. Damit ist die erste Lesung beendet. Vertagung der Kämmererwahl. In der gestrigen nicht öffentlichen Sigung der Stadt Derordnetenversammlung berichtete Stadtverordneter Jursch( D. Vp.) über die Berhandlungen des Wahlausschusses zur Borbereitung der Wahl des Stadtfämmerers und empfahl die Wahl des Flensburger Stadtrats Dr. Karding sowie Bewilligung einer persönlichen, ruhegehaltsberechtigten Zulage von 7500 M. Es fam gestern noch zu feinem Beschluß, weil von tommunistischer Seite angesichts der erschwachen Besetzung des Hauses Einspruch erhoben und Bertagung beantragt wurde. Die Beschlußfaffung über das Gehalt des Räm merers, die der Wahl vorausgehen muß, fann infolgedessen erst in der nächsten Sigung am Donnerstag und bie Wahl selbst erst in der übernächsten Woche vorgenommen werden. mit denen der Ingenieur zu tun hatte, in dem Hause Schönhauser Allee 65 festzunehmen, wo fie in einer Wirtschaft gerade dabei waren, ihrer Erfola feftlich zu feiern. Sie entpuppten fich als ein gewisser of aus der Dandelmannstraße und ein gemisfer liger, der sich ohne Wohnung in Berlin aufhielt. Ein Leil des Geldes fonnte bet ihnen noch beschlagnahmt werden. Betrogene, die der Kriminalpolizei noch nicht bekannt sind, werden ersucht, sich auf dem Polizeirenier 10 M, bei Assistent Schwanz zu melden. Ein großer Brand beschäftigte in den letzten Stunden die Ber finer Feuerwehr in der Memeler Graße 14. Dort stand eine Tischlerei in Flammen. Diese hatten an Hölzern usw. reiche Nahrung gefunden, so daß bei 7. Bug längere Zeit tüchtig löschen mußte. Gleichzeitig hatte die Schöneberger Feuerwehr einen ver heerenden Dachstuhlbrand in der Gustav Müller, Ede Mit vier Schlauchleitungen Rolonnenstraße zu löschen. mußte die Wehr angreifen und längere Zelt tüchtig Wasser geben, um eine weitere Ausdehnung zu verhüten. Der Dachstuhl fonnte nicht mehr gerettet weroen. Die Entstehung beider Brände war noch nicht zu ermitteln. Keine Voranmeldung für städfishes Fleisch. Eine Voranmes dung für den Bezug von städtischem Fleisch auf Lebensmittelfarte ift fünftig nicht mehr nötig. Die auf Karten zur Ausgabe, tommenden Fleischwaren tönnen vom 14. März ab bei jedem be liebigen städtischen Fleischverfäufer bezogen werden. Boll und Zelf", unfere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. Die Ausgabe der Karten zur Jugendweihe findet jeben Nach mittag bei Tauschel von 4-7 Uhr statt. Empfangsberechtigt find die Mits glieder der Freireligiösen Gemeinde, die fich durch Vorzeigen der Mitgliedsfaite auszuweisen haben, oder bie Eltern. welche ihre Stinder zu bem Genossen Lagiance zum Unterricht ichiden. Die Familien, beren Kinder durch die Jugendweihe gehen, empfangen die Karten durch den Genossen Lagrange. Die freiwilligen Feuerwehren ber nach Berlin eingemeindeten Bororte wollen fich in einer auf Sonntag, ben 13. b. M., vormittags 9 br nach dem Netten Gesellschaftshaus in Berlin- Treptom( am Ringbahnhof Thepton) einberufenen Beifammlung zu einem Verband zusammenschliezen. Den neuen Verband werden 67 freiwillige Feuerwehren mit einem Mitgliederbestand von 2200 Mann bilden. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bernan. Die heute früh veröffentlichte Mitgliederversammlung findet erst at Sonnabend, ben 12. März, abends 8 Uhr, im Einfium- Gaal neben dem Lebens mittelamt statt. Referent: Willt. Lange. Stellungnahme zum Wahlausfall. Kreis Hallesches Tor, Abt. 3-8, Süd- West. Montag, ben 14. März, abends 7 Uhr, Bernh. Rose Theater Das Tal des Lebens". Eintritts tarten à 3,30 Mt. intl Garderobe ujm. bet sämtlichen Fanttionären ber betr. Abteis lungen. Gewerkschaftsbewegung Kampf um den Achtstundentag. Ein großer Wirtschaftskampf, bei dem mit dem Ausstand non etwa 200000 Arbeitern zu rechnen ist, bereitet sich in der amerikanischen Fleischkonservenindustrie vor. Nach einer Draht meldung aus Chifago beabsichtigen die in einem Trust vereinigten Fabrikanten dieser Industrie, den Acht stundentag abzu schaffen und gleichzeitig einen Lohnabbau von 12% Proz vorzunehmen. Die Arbeiter werden voraussichtlich diese unverschämte Forderung mit dem Ausstand beantworten. Der Schlichtungsausschuß als Konflikterreger. Auf Anruf des Zentralverbandes der Bäder und Konditoren hatte der Schlichtungsausschuß zum Donnerstag Termin zur Be ratung des Tarifes für das Bauergewerbe anberaumt. In diesem Termin verlangten auch die Hirsch Dunderschen als Tarif berater und Tariffontrahent zugelaffen zu werden. Der Antrag entbehrt nicht einer gewissen Tragit oder Komit. Hatten doch die selben Hirsche bei erstmaliger Beratung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer des Bäderberufes fich fagen lassen müffen, daß sie bei den Verhandlungen nicht teilnehmen fönnten. Auf irgendwelchen Wint haben nun die Hische vom Anruf des Schlichtungsausschusses Kenntnis erhalten und beantragt, zu der Berhandlung zugezogen zu werden. Diesem Anfinnen hat der Schlichtungsausschuß Rech nung getragen. Bei Beginn der Verhandlung erklärte der Zentral verband, daß er es ablehnen müsse, den Hirschen das Recht einzuräumen, über seine gestellten Forderungen mitzuraten, wie er sich selbst nicht anmaße, in die Forderungen der Hirsche hineinzureben, und daß der Schlichtungsausschuß die Ladung unrechterweise an diese habe ergehen lof.n. Staatsanwalt Ramin als Verteidiger. Stargard, 11. März.( Eigener Drahtbericht des Borwärts".) Am Freitag beginnt Staatsanwalt Ramin sein Plaidoner, obwohl der Redakteur der Freiheit" Rabold noch zu vernehmen ist. Rabold hat telephoniert, daß er neues Material gegen Verhaftete Kriminalbeamte. Schäffer mitbringe. Er trifft aber erst um 11 Uhr in Stargard Oberschlesien als Freiland für Verbrecher. ein. Staatsanwalt Ramin beginnt aber schon um 10 Uhr mit einem Zitat von einem römischen Geschichtsschreiber sein Plaidoyer. In der Borkriegszeit war es üblich, daß die Kriminalbehörden Wegen des Frontbundes fönne Schäffer nicht belangt werden, der verschiedensten Länder sich gegenseitig alle erdenkliche Hilfe lei denn die Berordnung des Reichspräsidenten sei erst am 12. Juni in steten, auf welche Weise es gelang, bem internationalen Verbrecher Kraft getreten. Der Frontbund sei aber schon vorher aufgetum beizutemmen. Die Kriminalpolizei mar so gut wie international I ö ft worden. Für die Arbeitsgemeinschaft trat dann die entsprechend der Organisation des Verbrechertums. Bei uns ist diese Repp- Amnestie in Kraft, aber nicht für Hauptmann Pfeffer als Hilfsbereitschaft geblieben. Erst in der letzten Zeit fand ein Führer, da die Führer von der Amnestie ausgenommen find. Die Kriminalfommissar aus Warschau bei der Verfolgung und Feft Unflagebehörde hatte bei der Untersuchung mit großen Schwierig nahme einer großen Fälscherbande, die für Millionen polnische feiten zu kämpfen. Kronzeugen waren nicht zu erreichen( 1), denn Tausendmarkscheine fälschte und in den Verkehr brachte, in Berlin es bauerte zu lange, bis es zu diesem Brozeß kam. In diesem Bro- und anderen deutschen Städten die bereitwilligste und wirksamste zeß haben sich nun die wichtigsten Angaben der Roten Fahne" als unhaltbar erwiesen. Der Nachweis, daß im Auf- Unterſtügung. Anders erging es fürzlich Berliner Kriminalbeamten trage Pfeffers geworben worden sei, fonnte nicht geführt werden. Die Nachrichten über Waffen befik find Uebertreibungen der im oberschlesischen Abstimmungsgebiet und im neuen Bolen. 3wei Breffe. Die angeblichen Edertschen Flugzeuge haben sich als Beamte der Striminalinspektion A III verfolgten& mei Golb. Motorpflüge entpuppt. Auch nicht in einem einzigen Falle fonnte händler, bie nach großen Unterschlagungen nach Rattowig ge- baß fie es für wünschenswert hielten, menn der Hirsch- Dunder der Arbeitsgemeinschaft Pfeffer Waffen besig nachgewiesen werden. fahren waren. Mit vieler Mühe verschafften fie fich alle erforders Die Waffen der Einwohnerwehr waren wohl da, aber fie lichen Ausweise und setzten, des Erfolges gewiß, den Verbrechern gehörten nicht Pfeffer. Die militärischen Bezeichnungen erflären fich nach. Einen erwischten sie auch noch in Breslau und brachten ihn daraus, daß die Pfeffer- Leute Ueber diesen Konflift murde ein Rammerbeschluß herbeigeführt, her recht anschaulich zum Ausdruck bringt, wie ein Schlichtungsaus schuß nicht urteilen follte. Sagt doch der Kammerbeschluß, daß die geladene Organisation der Hirsch- Dunderschen berechtigt sei, an der Tarifberatung und tätigung teilzunehmen, da fie der Schlich. tungsausiuß gelaben habe. Begen diesen Kammerbeschluß protestierte der Zentralve band der Bäcker und Konditoren und lehnte Berhandlungen ab. Diesem Protest schlossen sich an die Freie Bereinigung der Bäckermeister sowie der Brotfabrikantenver band. Die Innungen als Bertreter der alten Zeit ließen eine Er. flärung abgeben geleitet van dem Grundsatz teile und herrsche" fche Gewerkvercin zugclaffen werden würde. Ist nun durch dieses Auftreten der Hirsch- Dunderschen teine Ber handlung zustande gekommen, so ist die Möglichkeit, bis zum Ablauf hinter Schloß und Riegel. Der Haupttäter jedoch war entschlüpft, bes jegigen Tarifes einen neuen zu vereinbaren, dadurch unterbun feine Spur führte nach Ratto wig. Von dort aus brachte er, wie den, und ist die Möglichkeit und Wahrscheinlichkeit gegeben, daß es auch noch als Candarbeiter eingefleischte Soldaten festgestellt wurde, feine Beute in fleinen Boften über die polnische auch im Bädergewerbe zum Kampf fommt. geblieben waren. Die Kronzeugen Ifen bera und Bullemeyer Grenze. As bie Beamten dort zugreifen wollten, wurden sie haben einen sehr schlechten Eindruck gemacht. Ganz abgesehen davon, felbft festgenommen. Ihre Papiere, darunter auch vom fran Daß wir patriotisch und olgemein menschlich empfinden, hat sich das zöfifchen Konsulat in Berlin, wurden nicht anerkannt. Die franzöfi Material, das man über Pfeffer mir gebracht, nicht als beweischen Stellen in Oberschlesien erklärten sich für unzuständig und verbauer und helfer im Streit. Den Schiedsspruch, in fräftig erwiesen. Man kann den Angaben des Angeklagten bis zu einem gewiffen Grade beitreten. Daß zwischen Pfeffer und seinen untergebenen ein freundschaftliches Berhältnis auf idealer Grundlage bestand, das war ja auch bei anderen Arbeitsgemeinschaften so. Uns scheint nur der Führer reicher gewesen zu fein. Das Material über die Fest ftellungen genügt nicht zur Anflage. Der Staatsanwalt unterbricht Der Rebatteur Rabold von der Freiheit" ist erschienen und mird vernommen. Unter bem von ihm vorgelegten Material befindet sich auch ein Schriftstüd vom Juni, in dem zu einer sein Plädoner. Verhandlung zwischen Pfeffer, Roßbach und dem Landbund eingeladen wird zur Organisierung eines Gelbst. schutes. Pfeffer fordert auch auf, die Leute sollten sich an geeig nete Rameraden wenden, denn in Arnswalde feien noch Pläge frei. Daraus gehe auch hervor, daß es sich nicht bloß um arbeitslose Soldaten handelt, sondern um eine zu Schaffende Organisation. wiesen an das Ministerium des Innern in Paris. Das Ende war, baß bie beiden Beamten furz vor Abgang eines Zuges in ein Abteil gesezt und nach Berlin zurüd gebracht wurden. Der Berfolgte, ein gewiffer Leo Gesersti, tann unter dem Schutz der Frangosen sein Treiben in Oberschlesien ruhig fortsetzen. Ein Beamter des Falschmünzerbezernats machte sich, ebenfalls mit allen erdenklichen Bapieren versehen, nach der Gegend von Bentschen auf, um einen Münzverbrecher festzunehmen. Ihm erging es nicht besser, statt des Berbrechers wurde auch er angehalten, auf die Bahn gefeßt und nach Berlin gebracht. Zuckerschwindler. Achtung, Bauarbeiter! Seit dem 14. Februar befinden sich die Brunnene dem uns vom Schlichtungsausschuß 30 Bf. zugesprochen wurden, lehnten bie Unternehmer rundweg ab. Es blieb den Kollegen nichts meiter übrig, als die legte Waffe anzuwenden und den Streit zu beschließen. Nun versuchen die Unternehmer, Bresche in die Reihen Der Streifenden zu schlagen, indem sie Karten an die Kollegen ner fenden und sie aufforbern, die Arbeit wieder aufzunehmen. Leider ist es auch den Unternehmern gelungen, einzelne Baustellen zu bea feßen. Wir machen deshalb alle Arbeiter, darauf aufmerksam, bag; wo Brunnenbauer beschäftigt sind, diese als Streitbrecher zu be handeln sind. Der Schiedsspruch für die Handelshilfsarbeiter und-arbeiterin nen des Einzelhandels fieht nicht, wie heute morgen im Borwärts" irrtümlich berichtet, eine Erhöhung aller Böhne um 7,5 Proz., so bern eine Erhöhung um 15 Broz. vor. Swei Ruderfchwinbler wurden hinter Schloß und Riegel gebracht. Ihr legter Streich richtete sich gegen einen Diplom- Ingenieur, der für die Beamten einer Banf Eintäufe besorgt. Ihm wurden u. a. Verantwo. für den rebaft. Teil Dr. Werner Beiler, Charlottenburg; für Arsergent 26 3entner 3uder angeboten. Einer der beiden Verkäufer Th. Glode. 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