Kr. 11� ♦ 3$« Jahrgang Ausgabe A Nr. HI Bezugspreis! BiertÄjiihrl. U>� M.. moaatl. 10,— N. Tzei tns Haus, voraus zahlbar. Polt» dezug! Monatlich>0.— 3JL etnlchLgu. tttllmlgsgebühr. Unter Kreuz band für Deutschland und Oesterreich ISL0 M. für das übrige Ausland bei täglich einntal. Zustellung 2lch0 M. Poltbe. flellunxe» nehmen an Oesterreich, Ungarn Tlchecho-TIowale,. Däne» tnarl. Solland. Luxemburg. Schweb« und die Schweiz.- Eingetragen» die Post-Zeitungs-PreisIiliL. Der.Sortvorts" mit der Sonntags» bejlage.Boll und szeif und der Unte> iztltungsdeilage �eimtnelf* erscheint »ochentäglich zweimal. Sonntag» und Montags einmal. Seiegramm» Abresset «chozlaldemotral verlln». Morgen-Ausgabe vlinev VolksbleiN f 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Die achigespaltene RonvareMezelle tolle! WO 3H,.Nlelne Anzeigen' da» iettgedruckte Wo« l�0 M. UU— ISI il? Sozialüemotratie unö Lonöon. In einer allgemeinen Funktionärversammwng im.�ehrerver- einshaus" nahmen die Berliner Funktionäre nach einem ausfuhr- llchen Referat des Genossen Dr. Braun vom Parteioorstand über die Londoner Verhandlungen folgende Entschließung an: „Die Parteifunktionäre und Bctriebsvertrauensleut« der S.P.D. Groß-Berlins billigen die hallung der Reichslagsfraktion zu den Pariser Entschädigungsforderungen der Entente und zu den Londoner Verhandlungen. Die deutsche Arbeiterschaft ist bereit, im Zusammenwirken mit den Arbeitern Frankreichs und Belgiens die Sriegsschäden nach besten Kräften wieder gutzumachen. Die Forderungen der Ententemochtbaber gehen aber weit über die Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes hinaus, das durch den Frieden von Versailles einen großen Teil seines natürlichen Reich- iums verloren hat. Unter schärfster Mißbilligung aller nationali st ischer Revanchetreibereien deutschnationaler Kreise wird die sozialdemokratische Arbeiterschaft den unersüllbaren Verstlavungitorderunaen der Entente den Opfer- williasten Widerstand entgegensetzen. Die Konferenz spricht der Bevölkerung des neubesetzten rheinischen Gebiete» ihre h e rZ» lichste Sympathie aus und hofft, daß endlich auch die Ar- beiterschaft der Ententeländer in entschiedener Weise den Kampf gegen die nur kapitalistischen Zoleresten dienende Politik ihrer mili- karistischen Illachlhaber ausnehmen wird." Zur Regierungsbildung in Preußen wurde nach- stehende Entschließung angenommen: /„Die Parteifunktionäre und Betriebsvertrauensleute der � S.P.D. Groß-Berlins begrüßen die entschiedene Stellungnahme der sozialdemokrallschau Landtagssraklion gegen die Bildung einer Reqierungskcalition von der Deutschen Volkspartei bis zur So- zialdemokratie. Die bisherige politische Betätiqung der Deutschen Dolkspartei, der Vertreterin des großkavitaliftischen Unternehmer- tums, beweist immer klarer, daß eine Regierung, an der st« be- teiliqt ist, niemals eine Politik treiben wird, die auch nur den be- fcheidensten sozialdemokratischen Ansnrüchen gcnüqen kann. Die Landtagswahl hat der Sozialdemokratie erheblichen Stimmen- Zuwachs, der Deutschen Dolkspartei Stimmen verlust ge- bracht, sie bedeutet ein Verlrauensvalum für die TSNgkeil der so- '.ialdemakraiischen Mnister in Preußen. Die bisheriae Regierung»- koalitian hat eine durchaus arbeitsfähige Mehrheit im Landtag erhalten. Die Funktionäre erwarten, daß die Landtagsfraktion sich, nur auf dieser Grundlage zur Teilnahme an einer neue".Reaierung bereit erklärt. Die Unterstützung einer b ü r g e r- lichr'n Minderheitsregier u-ll g, lei es auch nur durch wohlwollende Neutralität, ist unter allen Umständen abzulehnen." Ferner wurde noch folgende Entschließung angenommen: �Die Varteifunktionäre und Bctriebsvertrauensleute der S.P.D. Groß-Berlins verurteilen es auf das schärfste, daß einzelne Parlelgenosien sich in bürgerlichen Zeitungen über parteikaklische Fragen auseinanderleben. Dieses Verfahren zeugt von wenig politischer Selbstachtung und läsit lediglich ein starkes persönliches Reklamebedürfnis erkennen. Die Konferenz fordert, daß der Parteioorstand die Beachtung der Parteitags- b« s ch l ü s s e, die die Mitarbeit an bürgertiKen Blättern verbieten. von allen Parteigenossen erzwingt." Auf das Referat des Genossen Braun und die anschließend« Diskussion kommen wir demnächst zurück. Simons hofft nicht. Wolfs schreibt: llu der englischen Presse ist behaupket worden. er Reichsmlnistcr des Aucwärligen häkle bei seiner Abreise aus London einem Pressevertreter gegenüber geäußert, er h o s s e. b a l d ,ieder zu kommen. Wir sind ermächligl. festzustellen, daß der Mnister eine derartige Aeußerung nicht getan hat. Italiens Vorbehalt. Rom. lt. März.(WIB.) Der„Tr'.buna" wird aus London -leg-aphierl: Die Frage der Pefch'agnahme der Zahlungen für die us Deutschland bezogenen Waren ist so verwickelt, daß Graf Sforza »fort eine grundsätzliche Einwendung machen mußte. Er rklärle. er könne seine Billigung nur im allgemeinen geben, bevor r nicht nur die Fachmänner in der Regierung, sondern auch die itleresflerlen italienischen Industrie- und BanNeule zur Beratung erangezogen habe. Er hol sich überdies vorbehalten, einen etwaigen inlwurs der Sachverständigen dem Parlament zu unlerbrellen. Und Amerika! Das Verhalten der amerikanischen Besatzung zur Zollabsperrung Rheinlandes und zur Zollbeschlagnahme an der Westgrenze Zeutschlands ist der Gegenstand eines großen Rätselratens— eigent- ick» recht überslüssigerweise. Aenn die amerikanisch« Zone liegt mischen der anglobelgischen im Norden, der französischen im Süden md der Grenze Frankreichs und seines Schutzgebietes Luxemburg m Westen. Blieben also die wirtschaftlichen Preßwalzen im Danke«. ,ebiet auch unangcwendet. so würd- das nicht allzuviel ausmachen. «nn so deutschenfreundlich sind die Amerikaner gewiß nicht, um twa eine Umgehung der Sanktionen zu fördern. Run hat. nach iner thavasmeldung, der nordomerikanische Knegssetretär bekannt- ,egeben. daß das Verhältnis der amerikanischen Truppen im Rhein- and unverändert bleibe und daß dem vberbefehlshaber Ge- itnjl Allen keine neuen Instruktionen übersandt worden ""««ha hat die«nwltetomsliMm»«ch üb« dt« Pankeezon« geherrscht, und wenn das Verhältnis unverändert bleibt, dann bleibt auch die Befehlegewall dieser Kommission. Rur an du Eroberung neuen deutschen Gebiets scheint sich Amerika nicht zu betelligen. Washington. 11. März.(Haoas.) Ein Bertrauter Hardings wird demnächst nach Europa fahren, um sich über den D ö l t e r» b u n d zu unterrichten. Senator K n o x schloß sich du Auffassung Hardings über die Notwendigkeit du Vertagung der Cnt- schließung an, die die Wiederherstellung des Friedens mit Deutsch» land fordert. Der Protest öer C.G.T. Die von uns bereits kurz gemeldete Erklärung der fron- zösischen Gewerkschaften gegen die„Sanktionen" hat folgenden Wortlaut: Du Vorstand du C.G T. hat den Protest der Arbeiterorgani- satlonen Deutschlands gegen die Beschlüsse der Pariser Konferenz, der ihm durch das I.G.B, zugegangen ist, zur Kenntnis genommen. Die französische Arbeiterorganisation erklärt in Beantwortung dieses Protestes, daß sie sich keineswegs mit der von der sranzö- sischen Regierung eingenommenen Haltung solida'risch erklärt. Die Beschlüsse, Veröffentlichungen, alle Handlungen des Allgemeinen Arbeitsverbandes beweisen, daß er alle» mißbilligt, was die Busklavung eines Volke» zur Folge haben könnte. Ebenso wie du Arbeitsverband gegen die Bedrohungen du mili- tärischen Besetzung Stellung genommen und seiner Auffassung in diesem Punkte in unzweideutiger Weise Ausdruck verliehen hat, eben- so mißbilligt er jede Politik der Vergewaltigung und Unter- d r ü ck u n g und erklärt sie als«ine G«fahr für alle Völker und als ein Hemmnis für den Befreiungskampf du Arbeilu. Di« Auffassungen du französischen Gewerkschaftsbewegung sind den Vertretern der deutschen Organisation bereits wiederholt bärge- legt worden. Was die Wiedergutmachung betrifft � deren Pflichtberechtigung von den deutschen Gewerschaftsorganisationen anerkannt wurde— so waren diese bereits Gegenstand eines gemein- samen Communiqucs. das von den beiden Zentralen im November vorigen Iabrcs in Berlin redigiert wurde. Der Mgemeine Arbeitsvcrband erklärt aufs neue, daß diese Wiedergutmachungen, wie überhaupt die ganze durch den Krieg ge- schaffene Lage, Gegenstand der Verständigung zwischen den Arbeitern der verschiedenen Länder sein muß und nicht einer Politik des Hasses dienen darf, sondern der Annäherung und engen Zusammen- arbeit der Völfu. An dieser Zusammenarbeit müssen die Ar- beiterorganisationen hervorragenden Anteil nehmen, denn nur die in der gewerkschaftlichen Internationale vereinigten Organisationen, die dort ihre Kräfte zusammengefaßt haben, sind einzig imstande, den Kampf zu führen gegen den Egoismus du kapitallste« und die engherzige und gefährliche Politik ihrer Regierungen. Nichts vermochte diese Ansicht zu ändern, und nichts wird sie ändern können. Die französischen Arbeiter sind wie bisher bereit, die Kameraden Deutschland» zu verteidigen, und sie weisen alle Versuche zurück, ihnen— fmd dies im Widerspruch mit den Verträgen selbst— eine unerträgliche Last aufzuu- legen. Sie uklären sich heute wie ebedem zu gemeinsamem handeln mit der Generalkommi ssion der Gewerk- schaften Deutschlands bereit, um die Annahme des von beiden Zentralen vereinbarten Programms von den Regierungen der beiden Länder zu erwirken._ Hapern gegen das Grgeschgefetz. München, 11. März.(Eig. Drahkbuicht des.vorwärts".) Dem Rcichsral liegt zurfeil ein Gesetzentwurf vor. du endlich den .Selbstschuh" abschaffen soll. Mie wir hören, hat jedoch die kahr- bayerische Slaotsregierung Einspruch gegen die Be- ralung erhoben, die also zunächst hiuau»geschoben wu- den muß. lieber den Inhalt dieses Gesetzentwurf» ist mitzuteilen: Die in Erfüllung des Friedensvertrags bisher er- lassenen Bestimmungen über die Unzulässigkeit von Ver- einigungen, die mit Dingen militärischen Charakters sich be- fassen, sind nach der Auffassung der Alliierten unzureichend, um die in den Art. 177 und 17S des Friedensvertrages niedergelegten Absichten in vollem Umsange zu verwirklichen. Daher ist oerlangt morden, daß bis zum 15. März d. I. in dieser Beziehung ver- schärfte gesetzliche handhoben bereitgestellt werden. Dem Verlangen soll durch den aufgestellten Gesetzentwurf Rechnung ge- tragen werden. Er vubietet nochmals Vereine, Selbsifchutzorganl- salionen und sonstige Vereinigungen, duen Milglledu lm Waffen- gebrauch geübt werden, uad die sich mit Angelegenheiten befassen. die aus eine Mobilmachung hinzielen. Der Regierung ist hauptsächlich darum zu tun, daß eine ein- heitliche Anwendung der bezüglichen Vorschriften verbürgt wird. Zu diesem Zwecke werden der Reichsminister des Innern oder ent- sprechende Kommissare ermächtigt, die notwendig erscheinenden An- ordnungen zu trefien. Auch wird ein vomReich«tag gewählter Beirat van 15 Personen bestellt, dessen Zustimmung bei grund- legenden Aussührungsbestimmungen einzuholen ist. Das Verbot einer Vereinigung soll für das ganze Reichsgebiet wirksam sein und alle Verzweigungen der Vereinigung sowie neue Der- einigungen erfassen, die sich sachlich als Fortsetzung der verbotenen darstellen. Strenge S t r a s b e sti m m ung e n gegen Zuwider« Handlungen sind vorgesehen. rue i t t r. �[ i g{ e i t, vor. Noch Regierung vorwärts-veriag S.m.b.y.» SV 68» Linüenstr.Z Fernsprecher- Am« Mortyplav. Nr. 11753—54 Stinnes gegen Simons. Nachdem verschiedene bürgerliche Blätter über die erste Sitzung des Auswärtigen Ausschusses Einzelheiten veräffent- licht haben, obwohl die Verhandlungen ausdrücklich für v e r- traulich erklärt worden waren, wurde in der zweiten Sitzung am gestrigen Vormittag von sozialistischer Seite auf diese nur von bürgerlicher Seite begangenen Indiskretionen hingewiesen. Da aber trotzdem dieselben Blätter in ihrer gestrigen Abendausgabe auch über diese zweite Sitzung aller- Hand Mitteilungen bringen, wobei Wahres und Unrichtige» vermengt ist, glauben wir unsere Leser nicht länger im Un- klaren über die Situation lassen zu dürfen. Dos Markante an diesen Verhandlungen war das über- raschende Auftreten von Stinnes als zweiter Redner der Deutschen Volkspartei gegen Dr. Simons und gegen die ge- famte Reichsregierung überhaupt. Im Ton und in der Form ruhig und leidenschaftslos, in der Sache ober außer- ordentlich scharf, kritisierte er sowohl die schlechten Vor- bereiwngen der Londoner Konferenz durch die Reichsregic- rung wie auch vor ollem das Angebot des fünfjährigen Provisoriums in letzter Stunde durch Dr. Simons, dessen Erfüllung gany unmöglich wäre und das ein für künftige neue Verhandlungen unheilvolles Präjudiz geschaffen habe. Dieser Vorstoß von Stinnes kam umso überraschender, als in der ersten Sitzung nicht nur Dr. S t r e s e m a n n für die Deutsche Volkspartei, sondern sogar Helfferich für die Deutschnationalen sich in ihrer Beurteilung des Ver- Haltens unserer Delegation eine unverkennbare Zurückhaltung auferlegt hotten, im Vergleich zu den Stimmen, die in der rechtsstehenden Presse gegen den Außenminister laut geworden waren. Aber Stinnes ging sogar noch r Er warf der jetzigen Regierung Führe»! Ideenlosigkeit, Planlosigkeit usw. nie ist ein so vernichtendes Urteil über die der„Fachminister" abgegeben worden wie in dieser Rede des eigentlichen Führers der Deutschen Dolkspartei! Infolge dieses Vorstoßes schien eine Zeitlang die Stel- lung des Außenministers erschüttert zu sein und eine Krise innerhalb der Regierungskoalition' auszubrechen drohen. In- zwischen legte sich die Erregung allmählich, zumal Dr. Simons in einer längeren Rede seinem gefährlichen Gegner nicht ohne Geschick zu antworten verstand. In den Abendstunden schien es, als ob innerhalb der Regierungsparteien die Einigkeit vorläufig wiederhergestellt sei. Die Sozialdemokratie, deren Standpunkt in der heutigen Debatte durch den Genossen Wels entwickelt wird. wird sich, bei allen Reserven, die sie zu der Formulierung des deutschen Gegenangebotes und zu anderen Einzclfragen machen muß, nicht dazu hergeben, eine Regierungskrise zu provozieren und damit die politischen und sonstigen Geschäfte des Herrn Stinnes zu besorgen. In der Beurteilung der „Vorzüge" der gegenwärtigen bürgerlichen Reichsregierung stimmt sie— wenn auch natürlich von ganz anderen Gesichtspunkten aus— mit Herrn Stinnes überein. Auch die Unabbängigen haben bereits gestern durch den Mund ihres Redners im Ausschuß, Dr. B r e i t s ch e i d. diese lieberein- stimmung in der Geringschätzung zum Ausdruck gebracht. Es fragt sich nur, worin gegenwärtig, innerpolitisch und außen- politisch, das kleinere Nebel für die deutsche Arbeiter« schaft liegt: in einem Fortwursteln der„Fachmimster* oder in einer Beseitigung dieser„Fachminister" zugunchen der„starken Männer" von der äußersten Rechten. Freilich, auf die Dauer wird dieser Zustand des Fortwurstelns unhaltbar sein. Dann wird es vielleicht an de? Zeit sein, das V o l k zu befragen, ob es seine Dummheit vom 6. Juni 1920 einsieht, die zu den Zuständen geführt hat, die Herr Stinnes gestern in so trefflichen Ausdrücken wie„Führer- losigkeit",„Vlanlosigkeit"..�Ideenlosigkeit" charakterisierte. Im jetzigen Augenblick aber müssen wir uns damit be- gnügen, auch diese Regierung vor einem Sturz durch Herrn Stinnes zu schützen. Und wir wären sogar im Hinblick auf die Wirkung auf das Ausland lehr erfreut, wenn jene Formel, die der Regierung das sogenannte„Vertrauen" der Koalitionsparteien ausdrücken soll und der wir uns aus den oben dargelegten Gründen anschließen, dürften, auf den Widerspruch der Deutschnationalen und der Stinnes-Gruppe innerhalb der Deutschen Volkspartei stoßen würde. Die Feind- schaft der äußersten Rechten ist nämlich in unseren Augen der e i n z i g e A k t i v p o st e n der gegenwärtigen Reichs- reaierung: in diesem Sinne mag sie sich auch unsere, „Vertrauens" erfreuen bis zu ihrem schließlichen Zusammen« bruch. m Die Reichstagsdebatte über London wird wahrscheinlich noch am Montag fortdauern. Die Regierungsparteien suche» nach der Formulierung eines Beschlusses, die— ohne ein eigentliche, Vertrauensvotum zu sein, den Standpunkt der Regierung recht» : fertigt. Für ein volles Dertrauensvotum würde die So, zialdemokratische Partei nicht zu haben sein. Wahrscheu». , lich wird man beschließen:„Der Reichstag billigt es. daß die Re- giernng sich dem Paris« Diktat nicht gefügt hat." In d« Ab, j lehnung d« Paris« Forderung« sind all« Partei« einig. �ntmtknükgungsretsi Zur demokratische» Priuzeuschwärmerei. In der Angelegenheit des Prinzen Friedrich Leopold, über die wir bereit» in der gestrigen Abendausgabe berichteten, hat sich da,„B. Z." bzw. die hinter ihm stehende HolzhSndler- g e s e l l s ch a f t besonder» darüber entrüstet, daß das Finanzministe- rium auch eine Entmündigung des Prinzen Friedrich Leopold durchzuführen versucht hat. Dem Finanzminister wird im„B. X." vorgeworfen, er trete in die Fußtapfen Wilhelm» II. Da» Gegen- teil ist der Fall. Infolge Einmischung des ehemaligen Kaisers ist nämlich das 1917 bereits schwebende Entmündigungsverfahren feiner- zeit niedergeschlagen worden. Wie nun der Geisteszustand des Prinzen und seiner Ehefrau beschaffen ist, dafür existieren eine ganze Reihe von Zeugenau»- sagen. Wir wollen au« ihnen nur da» wesentlichste hervorheben und insbesondere Dinge weglassen, die nur schwer öffentlich wieder» zugeben sind. Nach übereinstimmenden Aussagen mehrerer Angestellter des Prinzen machte es diesem z. B. ein diabolisches Vergnügen, sein« Angestellten durch schwere Getränke betrunken zu machen. Das geschah meist in Anwesenheit seiner Gattin, und beide weideten sich dann an dem Zustande der Betrunkenen. So mußte ein kränklicher Diener jeden Abend zwei bis drei Flaschen Sekt in sich hweintrichtern lassen, wobei ihm der Prinz erklärte:„Sie trinken nicht etwa zu Ihrem vergnügen, sondern zu meinem Vergnügen." Auch besonders scharfe Schnäpse wurden für die Opfer zurechtgebraut, zu ihrer Zu- sammensetzung wurden verwandt: schärfste englische Saucen, Pfeffer. Portwein und Sherry. Der Prinz und seine Frau hatten ein sichtliches Vergnügen daran, wenn die Diener mit ver- zerrter Miene versuchten, dies Gebräu herunterzuwürgen. Gelang es aber einem, sein Gestcht nicht zu verzerren, so hatte der Prinz kein Vergnügen daran und er verschonte ihn künftig. Ein anderer Diener mußte auf allen Bieren vom Vade» zinnner in das Ankleidezimmer kriechen und dazu wie ein Hund bellen. Auf den Pfiff des Prinzen mußte er angekrochen konnnen und aus einem mit Aleisch gefüllten Napf, der auf dem Außbodeu stand, wie ein Hund„fressen". Die Hunde galten dem seltsamen Prinzen überhaupt mehr als die Menschen. Während im Kriege da» Volk hungerte, erhielten die Hunde des Prinzen auf Vefehl gebratene Schwei ne- kokelettes, Sahnenschnihel, Kalbskotelette» usw„ überhaupt uur da» beste Aleisch. Die Tiere waren so übersättigt, daß ste meist die »ollen Futternäpfe stehen ließen. Dann mußte ein Diener dem LiebNngshund Tom die gebrateueu Sahnenschnihel in» Maul stopfen. Dabei hatten die Diener den Eindruck, daß e» dem Prinzen weniger um die gute Fütterung der Hunde zu tun war, als um zu zeigen, daß ihm die Hunde lieber waren als die Angestellten. Nielleicht wollt« er auch seiner Verachtung über die Leiden de» Volke« Auedruck geben, denn von den Deut- schen sprach er meist als den deutschen„Schweinehunden" und beschimpfte bei jeder Gelegenheit da» deutsche Volk. E» ließe sich noch vielerlei Aehnliches anführen, aber wir denken, daß dem„B. T." diese Mitteilungen über seinen Schützling zunächst genügen dürsten. Eine vorläufige Grtsklafienetnteiluns. --- �----?---------~ wc Ulli» �JCVlUcsT' artikel begründe! sind, ferner auch um den Beamten tn den höher gestuften Orten die ihnen zustehenden Beträge endlich auszahlen zu können, hat sich die Reichsregierung entschlossen, dem Reichstag eine vorläufige Ortstlasfeneinteilung in Form eines „ 9'!* Ö 6 B Zur Verabschiedung vorzulegen. Wie wir hören, wollen die Fraktionen unter Zurückstellung grundsätzlicher Bedenken da» Vorgehen der Reichsregierung billigen. Die Arbeiten zum endgültigen Ortsklassenoerzeichnis werden erst in einigen Monaten abgeschlossen sein. Für die Beratung dieses Verzeichnisse» haben sich die Fraktionen des Reichstages volle handlungsfrei. h e i t vorbehalten. Das erwähnte Notgesetz soll noch vor Ostern verabschiedet und die Deträge so schnell al» möglich ausgezahlt werden. die pläüopers im flulock-prozefi. Lreslau, 11. März.(III.) Freitagvormittag wurde die am Mon- tag unterbrochene Verhandlung wieder aufgenommen. In längerer Rede führte Staatsanwaltsschaftsrat Dr. R o g i v u e aus, daß bei jedem der Angeklagten eine fortgesetzte selbständige Hand- l u n g vorliege. Die Angeklagten hätten Dergeltungsjustiz verübt, und die Lynchjustiz sei von vornherein beschlossen gewesen. Trotz des erdrückenden Veweismaterials hätten die Angeklagten alles tn Abrede gestellt. Der Staatsanwalt halt die Angeklagten im vollen Umfange für überführt. Der A m- nestteerlaß vom 4. August 1929 könne hier nicht a n g e- wendet werden. Es handle sich hier nicht um die Abwehr politisch Er Unter Angrisfe. Nach den eigenen Angaben der Beschuldigten hätten. dieselben nie mit Politik befaßt. Erschwerend komm« in Frag«. daß der Oberleutnant von Aulock ausdrücklich einen Befehl erlassen Hab«, die Mißhandlungen sollten unterbleiben. Er habe hierbei zum Ausdruck gebracht, daß es eine Schande sei, wehrlose Soldaten zu mißhandeln. Walter als Vorgesetzter müsse mit dem gleichen Maß« gemessen werden wie B i s k u p, wenn letzterer sich auch schwerer vergangen Hab«. Er beantragt« gegen Walter und Biskup die höchstzulässig« Strafe von je S Jahren, gegen Drefka eine solche von 4 Jahren Gefängnis. Der Verteidiger des Angeklagten Walter vertritt den Standpunkt, daß das Amnestiegesetz vom 4. August 1920 Anwendung finden müsse. Er griff einzelne Belastungszeugen, insbesondere den Zeugen h e i t n e r, in scharfer Weise an. Sonnabend früh 9 Uhr wird die Verhandlung fortgefetzt. die Rechtskomöüie in Stargarü. Stargard, 11. März.(Eig. Drabtberickt deS.Vorwärts".) Der Verteidiger schließt fi-b natürlich dem Antrag de« Staatsanwalt» auf Freisprechung de« Angeklagte» an. Er schildert die ideale Ver» anlagung des Angeklagten(1), der auf» Geldverdienen nichts gab. Das Pfefferfche Menschenmaterial fei ehrenwert, aber ver- wildert gewesen. Es war kein Aufbau, sondern ein Abbau einer militärischen Organisation. Die Gewährsmänner der.Frei- heit"— Zeugen Jfenberg und Büllemeyer— feien die Ursache zu dem ganzen Schwindel, der.in diesem Prozeß zur Sprache gekommen ist. Der Zeuge Büllemeyer sei ein Dieb, er habe den Schreibtisch des Hauptmann« P'effer erbrochen, er habe Urkunden gefälscht und auch falsch gespielt. Hassent- lich werde auch in diesen Fällen der Staatsanwalt einschreiten, wie er gegen den Angeklagten eingeschritten ist. Der Angeklagte verzichte» auf das letzt« Wort. Das Urteil wird Sonnabend, 9'/, Uhr morgens, verkündet werden. Auf dem Platze des Angeklagten liegt eine Karikatur des Zeuge» R a b o l d, gezeichnet von der Hand de« Hauptmanns Pfeffer l Man verläßt den Saal mit der Frage: Wer Haiden Angeklagten besser verteidigt. Staatsanwalt Rami» oder Rechtsanwalt Dollnicki Erwerbslose(dbersthlefierl Da» Reichsarbeiksministerium hat Vorsorge getroffen, d> werbslose. die zur Abstimmung nach Oberschlesien reisen, die stützung durch die bisher zuständige Gemeinde unter v e r z i ch t aus die Kontrolle während der Dauer der ersorderlichen Ab- wesevhcil, und zwar weuo nölig vorschußweise, erhallen. Sämtlich« bisher abgelassenen Züge nach Oberschlesien haben in der fahrplanmäßigen Zeit ihren Bestimmungsort erreicht. Es sind bis jetzt 20 Züge ohneStorungam Zielpunkt eingetroffen. Auch fehlerhafte Karten gelten! Nach einer Anordnung der Interalliierten Kommission sind , Wahlkarten oder Passierscheine mit Fehlern oder o h u» S t e m- p e l neben der Unterschrift oder ohne Stempel auf dem Lichtbild vollgültig. All- Paßstellen haben Anweisung erhalten, n, e- mand dieser Mängel wegen zurückzuweisen. Aostimmungsberech» tigte mit mangelhaft ausgefüllten Wah'karten müssen diese vor dem Abstimmungstag noch bei dem paritätischen Ausschuß ihres Wahl- ortes berichtigen lassen. Die Wahlkarten find trotzdem gültig, wenn die Berichtigung nicht mehr möglich ift. Blinde und Analphabeten sind abstimmungs- berechtigt. Sie dürfen die Wahlzelle in Begleitung einer von ihnen gewählten Vertraueusperson betreten, die jedoch stimmberech- tigt sein muß. Dielfach kommen aus dem Reich die an Abftim- das EnÜe Üer wafierturm-Teagöüie. Essen«l.d..&, 11. März.(Eig. Drahtbericht de«.Bocwärt«".) Der .Waflerturm'-Prozeß bat gestern fein Ende gefunden. Da« Schwur« gericht hat in der Wasserturmsache nach sehr kurzer Beratung samt- lich« Schuldfrage« bei allen fünfzehn Angellagten verneint. Die Schuldfragen lauteten auf Mord, Totschlag und Raushandel. Di« StaatSanwallsckaft hatte mittel« einer iünstlicheu Konstruktion versucht, all« Mitglieder der Arbeiterwehr bi« auf mehrere hundert Meter im Umkreis de« Wasserturms de« Morde« oder de« Totschlag« schuldig zu erklären, da«in gemeinsamer Mordbefehl bestanden habe. Dieser geradezu ungeheuerlichen Konstruktion sind die Geschworenen nicbt gefolgt. Der Freispruch ist von der Essener Arbeiterschaft als selbstverständlich aufgenommen worden._ Amnestie in Thüringen. Weimar. 11. März.(WT.P.) trz Thürtagische Kandtag Hot heule die vorläufige Verfassung für Thüringen endgültig verabschiedet. Au« diesem Anlaß hat die Thüringische Land«»- regierung eine Amnestie für politische und disziplinarische Ver- gehen erlassen. orte» mitteilen, damit die Stimmkorte nachgesandt werden kann. Hütet die Wahltarteu! Auf den Bahnhöfen in Oberschleflen versuchen polnische Agenten sich an die aus dem Reiche kommenden Oberfchlesier heranzudrängen und ihnen die Ausweis« und die Wahlkorten ab- zufordern. Ste geben sich al» deutsche» Empfangs- o m i t e e aus. Sowie sie die Wahlkarte haben, verschwinden sie damit auf Nimmerwiedersehen. Alle Abstimmungsberechtigte» aus dem Reiche seien darauf hingewiesen, daß niemand von deutscher Seite ihnen ihre Wahlkarten abfordert. Sie werden, ersucht, ihre wahlkart« keloessalls aus der Hand zu geben. « Kall owiß, 11. Mär,.(Eigener vrahtberfcht des„Vor- wärt?".) Der großpolvische Agitator, da» führend« Mitglied der Oberschlessschen Volksparlei. hoinka Liguda.»st in das de n t- sche Lager übernegangeu und weist in der Presse daraus hin. daß der Anschluß cm Polen Oberschleflen, Ruin bedeutet, wie die Er- fahrungen in den ehemal» deutschen Provinzen de» polnischen Slaale» beweisen. 3n der katholischen GeisMchkeil»erstärkl sich der Widerstand gegen ihren Mißbrauch zur politischen Propaganda. Am Sonnlaz- morgeu soll von allen Kanzeln eine Vekarnilmachung des p ä p st» l i ch e u Kommissars Agnosera verlesen werden, welche diese» Mißbrauch aus da» schärfst« mißbilligt, die Priest« zur Zurückhaltung ermahnt und aus die Nichtigkeit de» Ei de», für Polen einzutreten, aufmerksam machk. den insbesondere polnische Seistllche im wallsahclsorl Ezeastochau da» Pilgern abnehmen! Nicolais Klage abgewiesen. In der bekannten Klage des Berliner Unioersitätsprofessor» Nicolai gegen den Senat der Berliner Universität wurde gestern das Urteil verkündet. Die Klage Prof. Nicolais wurde abge. wiesen. Da» Gericht ist in seinem Spruch den rechtlichen Aus» führungeu des Beklagten gefolgt, wonach der Rechtsweg u>»» zulässig ist und die formell juristisch« Voraussetzung für«ine Unterlaffungsklage nicht gegeben ist. Wie wir hören, wird Professor Nicolai gegen da» Urteil Berufung einlegen. Der Kläger beabsichtigt jetzt auch einen Schadenersatz- a n s p r u ch geltend zu machen und dadurch die Voraussetzung zu schaffen, daß sich das Gericht mit dem Urteil des Senates in m a i«- ri eller Beziehung befaßt._ Kerkhoff» Pech. Bei der Beratung des Etats des Reichs- wlrtschaftsministeriums im Hauptauslchuß des Reichs- tage« erklärte der Reichswirtfchaftsminister. daß das auf Grund der von dem deutschnationalen Abgeordneten v. d. K e r k- hoff gegen Staatssekretär Hirsch erhobenen Beschuldigungen ein- geleitete Diiziplinarv erfahren inzwischen auf Grund eingehender Er- Hebungen eingestellt worden ist. Das Cintrittsgelü der Berliner Museen. Wie wir schon vor einigen Tagen mittellten, besteht der Plan, vom 1. April ab für den Besuch unserer staallichen Museen ein Ein- trittsgeld von 2 M. zu erheben. Die dadurch erzielte Einnahme soll, so heißt e», als Zuschuß für die amtlichen Museumspublikationen verwendet werden. Diese zum Tell sehr kostspieligen Publikationen tragen überwiegend(Kaiser-Friedrich-Museum, Alte, und Reue» Museum) einen rein wissenschaftlichen Charakter. Die groß« Masse der Museumsbesucher hat kein Interesse an ihnen, sie soll aber durch die für seden Besuch gezahlten zwei Markscheine dazu beisteuern, einem kleinen Kreis von Fachgelehrten den relativ wohlfeilen Bezug der Publikationen zu ermöglichen. Die Pflege der Kunstwissenschaft darf gewiß nicht vernachläfstgt werden, aber die volkstümliche Kunst pfleg« darf es noch weniger, und wenn einer der beiden Faktoren zugunsten des anderen leiden muß. so sollte es bestimmt nicht dieser sein. Für die volkstümliche Sunstpflege gibt es heutc aber keine wichtigere Aufgabe al» die Popularisierung unserer Museen. E» gilt, die große Masse de» Publikum« zum regelmäßi gen, nicht nur zum gelegentlichen Besuch der öffentlichen Kunst- sammlungen zu erziehen. Das geplante Eintrittsgeld würde eine solche Erziehung sehr erschweren, wenn nicht unmöglich machen. Denn der Einwand, 2 M. bedeuteten heute nicht viel, ist hinfällig, die Erfahrung beweist es. Im Kronprinzenpalai« wird an drei Togen der Woche ein Eintrittsgeld von 1 M. erKoben und die Direktion hat festgestellt, daß an diefen Tagen der Besuch aenauumdieHSlftegertngeri st. al, andenfreien Tagen. Der Direktor der Nationalgalerie und des Kronprinzen palai» hat daher die Erhebung de» Eintrittsgeldes von 2 M. prin iell abgelehnt und wird im Gegensatz zu den anderen Berliner useen auch in Zukunft an der bisherigen Einrichtung festhalten. Der Einwand, daß das erhöht« Eintrittsgeld zugleich der Der- bllltgung der volkstümlichen Kataloge dienen soll, ist ebenfalls nicht stichhaltig. Besuchern, die das Eintrittsgeld nickt bezahlen können, nützen auch die wohlfellsten Kataloge nichts. Und daß eine Her- ellung der Kataloge zu volkstümlichen Preisen auch ohne ver- ärkte Besteuerung der Besucher möglich ist, beweist wieder da» Beispiel der Nationalgalerte. Ihre mustergültigen, im besten Sinne voltstkimlichen Führer, namentlich die kleinen Heftchen zu S0 und 40 Pfennigen, finden bei den Besuchern«wen so starten Absatz, dai fi» auch in Zukunft zu den bisherigen billigen Preisen vertw werden können. Derselbe Erfolg müßte sich auch bei den anderen Museen erzielen lassen, wenn die Sachs richtig angefaßt würde. Aber die messten amtlichen Kataloge find weder Fisch noch Fleisch, Ii» find für wissenschaftliche Zwecke unzulänglich, für die Bedürfnisse de» großen Publikum« aber zu trocken. Den leitenden Herren, die tn ihrer Mehrzahl hervorragend gelehrte und sehr tüchtig« Museum»- fachleute der alten Zeit stnd, mangelt offenbar der freie Blick für die Aufgaben der Gegenwart, oder fie besitzen nicht die unbureau- kratifch« Beweglichkeit, die erforderlich fft, um sich auf Aufgaben neu «inzustellen. Die Lag« der preußischen Staatsstnanzen zwingt im», auf mancherlei kulturelle Hoffnungen zu verzichten» deren Erfüllung wir Propellergeräusch die Bewohner. Auch die flatterten kreischend auf, al» ste da» Rattern von der Revolution erwartet hatten. Aber wenn es schon nicht vorwärts geht, so sollte es doch auch nicht gar zu schmerzlich rückwärts ehen. Und die geplante Mahnahm« des erhöhten Eintrittsgeldes unsere Museen müßte sich schon deshalb vermeiden lassen, weil materiell« Ertrag em fall minimaler, der ideell« Schaden aber ein sehr verhängnisvoller fein würde. Wir hoffen daher, daß die entscheidenden Instanzen noch in letzter Stunde ein Einsehen haben und von der unsozialen Maßnahme Abstand nehmen werden. _ 5. S. 3m„eroberten" Düsseldorf. Aus Düsseldorf wird unter dem 8. März berichtet: Nun ist auch Düsseldorf eine befette Stadt ge- worden. Als die Bürger zum größten Teil noch im Schlaf« lagen. erschienen schon die ersten Flieger über dem Weichbild der Stadt und weckten mit ihrem Möwen auf dem Rhein � aus ihrer Ruh« scheuchte. Der Stadt hatte sich in den letzten Tagen eine feste Entschlossenheit bemächtigt. Man hörte in keinem Kreise auch nur die leiseste Andeutung von Zaghaftigkeit. Als in den Frühstunden dann die ersten belgischen Tanks und Panzerwagen über die Oberkasseler Brücke ratterten, da trat ihnen die Bevölkerung mit einer anerkennenswerten Gleichmütigkeit gegen- über. Die Belgier müssen wohl auf bewaffneten Widerstand ge- rechnet haben, denn ste schleppten alles au Kriegsmatertal mit sich. was sich nur denken läßt. Bor allen Dingen warfen ste auck in unserem schönen H o f g a r t en sofort Schützengräben auf und stellten Maschinengewehre schußbereit auf die Wehren. Man hat hier in Düsseldorf über diese Maßnahme gelächelt. Sie ist aber doch ein ernstes Symptom für die fire Idee, daß Deutschland immer noch imstande fei, bewaffneten Widerstand zu leisten. Dieser fixen Idee ist es offenbar aber auch zuzuschreiben, daß in den Vororten Heerdt und Lörrick ganze Batterien Artillerie ausgefahren waren, die Schuß- richtung nach Düsseldorf hotten. Im Laufe des Bormsitags rückten dann auch von Benrath her Franzosen und Engländer in die Stadt ein. Di« Franzosen brachten ganze Fuhrparktolonnen mit und scheinen gewillt zu fein, länger« Zeit hier zu verbleiben. Sie zogen auch im Gegensatz zu den ande- ren Truppen sofort über die Haupssrraßsn der Stadt und zeigten stch auch bereits mit mitgebrachten„Dämchen" auf der Kömns-Alle«. In den große» Hotel» an der Königs-Llle« habe» die fremden Be- fehlshaber ihre Hauptquartiere aufgeschlagen. Ein lebhafte» Ge- trieb« entwickelt sich vor diesen Hotel». Man hat da» Gfühl, daß «in großes Theater gemacht wird, damit in den nächsten Tagen in den französischen Zemt.nyen viel Aufhebens über die Besetzung der friedlichen Stadt gemacht werden kann. Nachdem im Laufe de» Nachmittag» der Belagerungszustand verhängt worden war, spürte die Bevölkerung am eigenen Körper die Einengungen, die die fremd- Besatzung gebracht hat. Man trägt aber da» unvermeidliche mit Würde und hat mit besonderer Freude die Wort« de» Reichspräsidenten Ebert und de» Reichskanzler» Fehrenbach an die bedrohten Gebiet« gelesen, dt« diese durch An- schlag bekannt machen ließen. Düsseldorf wird die Wochen der Be- satzung auch weiterhin mit Festigkeit und Geduld trogen. Ohne veuffchlaud keine International« der Wissenschaft. Eine araktervolle Haltung gegenüber der Gehässigkeit, die in der fron« fischen Gelehrtenwell noch>mmer stark ist, hat der italienische Anschuß für den geplanten Internationalen Pathologenkongreß ein- genommen. Er hatte den Ententekollegen mitgeteilt, er beabsichtige, i« deutschen Pathologen zur Teilnahme an dem Kongreß aufzu- fordern, und falls die Franzosen deswegen ihr« Mitwirkung ab- lehnen sollten, würde er sein Amt niederlegen. Wirklich kam die Ablehnung au» Paris. Daraufhin hat der Ausschuß nun vorläufig den ganzen Kongreß abgesagt. Etwa, für Wellerpropheten. Die Wettervorhersage ist sa auch heute noch ein manchen Irrtümern unterworfenes Geschäft, und die Wetterpropheten haben au» diesem Grunde manchen Spott zu er- dulden. Wird die» mtt der Zett anders werden? Vielfach be- hauptet man, daß durch die immer zunehmend« Verbesserung des Nachrichtenwesens und durch d'e Vertiefung unseres Wissens von den Witterungsvorgängen der Idealzustand nicht mehr sern« sei, daß eine Wettervorhersage mit unfehlbarer Sicherheit abgegeben werden kann. Solch kühnen Hoffnungen tritt aber«in hervorragen- der Meteorologe entgegen. weist S ch m a u ß darauf s' gestallung stets eine Rolle ipicu, uiu> uun------u--»«--»»,-«»»»>>-------- Wahrscheinlichkeit, kein« Gewißheit, enthalten können. Es gibt«ine ganze Anzahl labiler Zustönd«, die stch niemals für eine Berechnung ihnen Hoffnungen tritt aber ein hervorragen- egen. In der meteorologtlcheit Zeitschrift lus hin. daß der Zufall in der Witterungs- »lle spielt, und daß alle Voraussagen nur eine �.......■"■ bt«ine chnung stischen ist. daß in 80. verwerten lassen. Er stellt daher eittgegen anderen optimistischen knien üb« M bei gleichen Witterungsfoktoren nicht immer,'sondern" nur Annahmen über da» Eintreffen von Wellerprcphezeiungen fcsi höchstens 90 Proz. aller Fälle gleiches Wetter folgt. Danach muß also der Wettervr�phet stet» auf ein Nichteintreffen seiner Lorher» sagen gefaßt sein._ Parsifol- ZyklnS i« der TtantSoper. Wagner».Barsifal" wird in der SiaaSoper an neun auseinander salgetideu Abenden(vom 20. b'S SR d. SWlS.i ausgeführt werden. Musik. Im 4. Bachton, ert der VolkSdüdn« am IS. Mir,, aben�z 7 Uhr tn der Karnisontirch« singt Helge Lindberg drei Arten au« Kantaten mit obligater Violine und Orgel. Außerdem da« Konzert D-Moll für zwei Violinen und die Sonate C-Moll au» de«.Musikaliichen Opfer" für ZZöt«, Violine und Orgel.— Friedrich®. Kochs leßt« Neuheit, drei Orchetteriteder für Bariton,«erde» om IS. März im Sinioniekonzert de« Deutschen. Od-rnhause« mtt Juliu» vom Scheidt alt Soüst ihre llrcmf-M. sührung erleben. Gtaarltchr« Kuuftgewerbemuseu«. In der llnterrichtSan- fl« 1 1 de« Kunstgewerbemuseum«, Prinz-Albrecht-Straße S. beginnt da« Sommerquartal 1SS1 am 7. April d.& Di» Anmeldungen baben daielbft— Zimmer w— tn der Zett vom 14. bis 89. MSrz von 10 bi« 2 Ilbr zu erfolgen. Hierbei sind von den Bewerbern Arbeite» vorzulegen, die ei» Urteil über ihre Befähigung und über Art und Umfang der bisher genossenen Vorbildung gestatten. Di««usnabmeprüsungen, von deren Er- rebni« die zunächst probeweise Aufnahme abhängt, finde» vom 91. Mär, bi« S.«prtt statt. ivte Errtchtutta eine» Institut« für ZeltnngSkuude w München. die von den Berufsorganisationen der bayrische« Biesse verlangt wird, be- schäsiigt« den bayrischen Lundwg. Die Rericrung erkannte zwar dt« Zweckmastigtett. will aber den Plan vorläufig bi« zur wetteren Klärung nur fordern, von den Parteien wurde da« verlangen der Presseorganisatlooe« duichwrg müerlmtzto— Kr. 4 ZS. Jahrgang Heilage öes Vorwärts iiiMwunnna— a——■mag Sonnabenö, 72. März 1�27 GroßSerkn HtanSalöse Vorgänge auf ftäützschen Gütern. In letzter Zeit finden sich in der kommunistischen sowie auch in der rechtsstehenden Presse wiederholt Artikel, welche tn der be- kannten Art über Vorxtänge auf den städtischen Gütern berichten und bei unbefangenen Lesern leicht den Anschein erwecken können, als ob auf den Gütern eine schauderhafte Korruption bcrrsche. Bon zu�ändiger Seite wird demgegenüber darauf hingewtefen, daß e? sich dabei um eine Zufammentragunq von Vorgängen handelt, welche zum Teil schon jahrelang zurückliegen und die, soweit die Äririk berechtigt ist, abgestellt worden wären, wenn die Verwaltung rocht- zeitig Kenntnis erhalten hätte. So erschien in der Rr. VS der„Roten Fahne" vom 28. Februar 1921 eine Noth, in welcher dem Administrotor chansen und dem Oberinspektor Bath in Hobrechrsselde brutales Verhalten gegen- über den Arbeitern und der auf dem Gute beschäftigten Schwester vorgeworfen wurde. Dasselbe Blatt brachte dann in der Nr. 195 vom 4. März 1921 einen Bersammlungsbericht. welcher eine Reihe so schwerwiegender Angriffe gegen die obengenannten Beamten enthielt, dasi, wenn sie sich als wah» erwiesen hätten, man allerdings von schlimmer Kor- N'ption sprechen könnte. Es sind sofort die notwendigen Schritte eingeleitet worden, und bereits am o. März 1921 hat aus dem Gute Isobrechtsfeld« der zuständige Dezernent Stadtrat Koblenzer eine Sitzung abgehalten, an weicher außer dem städtischen Güter- direktor der Stadtrat S t o l t, der kommunistische Stadwerordnete N a w r o ck i, ein Vertreter der Gewerkschaft der Kops- und.ffand- arbeiter, der Betriebsrot, eins in der fraglichen Versammlung ge- wählte Kommission der Arbeiter, die in Frage kommende Schwester sowie der angeschuldigte Administrator und der Oberinspektor teil- genommen haben. Das Ergebnis der Untersuchung war folgendes: Don dem Be- triebsrat wurde übereinstimmend ausgesagt, daß ihm trotz lang- sährigen Zusammenarbcitens mit Herrn Vach nichts davon be- k a n n t fei, daß der Herr gegen die Arbeiter tätlich vorginge. Auch sonst würden Klagen gegen den Herrn nicht vorgebracht. Festge�ellt wurde dagegen, daß Herr Bath im Oktober l9l8 einen Arbeiter, der tätlich werden wollte, aus dem Bureau gewiesen und dabei verletzt habe. Auch in einem späteren Falle ist ein polnischer Arbeiter, der sich arbeitslos auf dem Gutsbofe herumtrieb und von Herrn Daih in seinem Hühnerstalle getroffen wurde, vom Hose gewiesen und dabei verlent worden. Die Aeußerung des Herrn Bath, ihm feien schon wieder Hühner siestohlen worden, wurde für belanglos erklärt, weil tatsächlich Dieb�ühle vorgekommen sind und die Aeußerung aus den dadurch entstandenen Unmut zurückzuführen ist. Es wurde festgestellt, dost der Oberinspektor Bath in der Futter- diebstohlsaffäre nur seine Pflicht getan hat. Auch für die Anschuldigungen bezüglich des Verkaufs und der Abrechnungen in der Schlächterei in Hobrechtsfelde ließen sich Be- weis« nicht erbringen. Es handelte sich lediglich um Ber- mutungen. Soweit in der Stellmacher«? Privatarbesten verrichtet wurden, st'-b dieselben mit Wissen und im Austrage der Verwaltung ausge- führt, di'rcb die Bücher gegangen und in Rechnung gestellt. Nächtliche Kontrollen der Schnitterinnen sind nach den Fest- stellungen niemals vom Oberinspektor, sondern vom Borschnitter vorgenommen wordm. Allgemein wurde anerkannt, daß diese Kon- trollen notwendig seien, da gewisse Zustände, wie sie nicht nur bei den Schnitterinnen, sondern auch im Logierhaus eingerissen seien, nicht geduldet werden könnten. Auch die Beschwerden über den Verwalter des Gemeinschafts- hnusta fi-'-v in fjffi aiistimm'"». Demselben werden die Waren von der Verwaltung geliefert und in Rechnung gebellt. Die Preise werden ihm vorgeschrieben und richten sich nach dem jeweiligen Einkaufspreise. Daraus er- gibt sich dann, daß sie In der Reae? niedriger, mitunter aber auch teurer sind als im Handel. Das Recht zur Viehhaltung und zum Vcrlstttcrn der Speisereste kann dem Verwalter nicht �bestritten n:e:i&}, da letztere von ihm mitbezahlt werden. Eine Schweine- Haltung im angegebenen Maßstäbe hat niemals stattgefunden,'sie ist in letzter Zeit noch mehr eingeschränkt worden. Unterschiedliche Behandlung der Parteien bei Vergebung des Versammlungsraumes sind nicht auf bösen Willen, sondern auf irr- tümliche Maßnahmen zurückzuführen und werden in Zukunft ver- mieden werden. Soweit die Feststellungen, deren Ergebnis auch noch im ein- zelnen nachgeprüft werden wird. Es handelt sich also um Dinge, welche bei rechtzeitiger Bekanntgab« an die Verwaltung von derselben sofort abgestellt worden wären. Irgendeine Berechtigung, von Lotterwirtschaft und skandalösen Vorgängen zu sprechen, hat die Untersuchung nicht gegeben. eestätigvng öer ersten Sezkrksämier.- Wie derickitet wird, hat der Obeiprändent am gestrigen Freitag die Wahlen zu den Bezirksämtern der Verwaltungsbezirke Berlin- Mitte und Schöneberg-Friedenau bestätigt In den nächsten ! Tagen soll die Bestätigung weiterer Bezirksämter erfolgen. dos 5euergefiecht in öer Mtogarage. Bon Angehörigen der.K a i s e r d a m m- K o l o n n e" ist in der Nacht zum 1. August ISIS in Cbarlotlenburg ein Einbruch derübt worden, bei dem es zu einem Feuergestckit gekommen war. Das geiäh tiche Abenteuer hatte gestern sein Nackipiei vor dem Schwurgericht des Laudgerichis Iii Der Kaufmann Müller besitzt in der Kranken-Allee in Ehorlottenburg eine Garage. Fn der Nacht zun;. 1. August iHläkfen Müller und der Monteur Sieger in dem an die Garage grenzenden Kontor. Gegen 2 Ubr morgen? hörten sie in der Garage ein verdächtiges Geräusch. Sie nahmen ihre Revolver und. öffneten die Tür der Garage. Als sie dort ein- traten, erhielten sie zuerst aus der Garage und dann aus dem Vor- rglSraum Feuer, das sie ihrerseits erwider:en, ohne jemand zu treffen. Während des Feuergefechts zogen sich die Einbrecher in die Werlstatt zurück und einer von ihnen suchte durch ein Fenster zu entkommen. Der Monteur Sieger faßte ihn am Bein, um ihn icsizuballen, hatte dann ober einen schweren Kamps mit einem der Eiiiblecher, dem jetzt vor dem Schwurgericht stehenden Arbeiter Walter Leopold zu bestehen, der aui ihn zusprang und ihn zu würgen suchte. Er wurde unter Hilfeleistung des Zeugen Müller überwältigt, in das Kontor gebracht und von Mitgliedern der Ein- wohnerwe'hr festgenommen. Die übrigen der Einbrecher entkamen, nur der Aibeiler Aisred N e u m a n n, der Schmiere gestanden baben sollte, konnte noch ermittelt weiden. Leopold wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bei Neumann nahmen die Geschworenen auf Grund der AuSfühiimgen des R.-A. Donig Rücktritt vom Ver- such an und verneinten die Schuldfrage. Naubüderfall auf eine öauernfamilie. Mit Pistolen und Handgranaten ausgerüstet war eine dreiköpfige Räuberbande, die in der Maske von Landratsbeomten auftrat. Die Räuber erschienen am Donnerstagabend um 6% Uhr auf einem etwas abseits von dem Dorfe Herzsprung belegenen Gehöft, als der Ve- sitzer mit seiner Frau, seinem Sohn und seiner Tochter allein an- wesend war. Die drei Männer, von denen der«ine die vollständig« Kleidung und Ausrüstung eines Sipo-Bmmten trug, erklärten dem Bauernhofbesitzer, daß sie Beamte des Landrelsmntcs seien und den Austrag hätten, eine Revision des Gehöftes vorzunehmen. Als die Famllie vollzählig mit den drei Männern im Zimmer war, zogen die drei Männer plötzlich Mehrladepisto!«n aus der Tasche und kam- mandierten �höndc hoch!" Di« Wehrlosen konnten nichts anderes tun, als ihrer Aufforderung nachzukommen. Während nun zwei der Räuber das Ehepaar und den Sohn mit ihren Schußwaffen in SHach hiesten, forderte der Dritte die Tochter auf, afö Behältnisse und Schränke zu öffnen. Diese plündert« der Räuber dann vollständig aus. Außer 4000 M. bares Geld nahm er zwei silberne Herrenuhren, eine goldene Damenuhr mit Kette, ein« ooldene und zwei ander« Broschen, einen großen Posten Wäsche verschiedenster Art an sich. Endlich ließ er sich noch S große Würste im Gewicht von zusammen 15 Pfund und eine schworzlederne Zigarrenlasch« aushändigen, die in Silberdruck die Aufschrift„Bad Ems" trägt. Alle die'« Sachen packte er sodann in eine großen braunen Rucksack. Dann wurde von den Uebersallenen einer»ach dem anderen oeknebest und an Stühle festgebunden. Unier den Knebel banden de Räuber sodann noch ein Taschentuch, um die Vefreiung der Geknebelten zu erschweren. Hierauf ließen die Räuber sich den Hausschlüsse! geben, schloffen damit die Wohnung ab und ver- ließen das Gehöft durch ein Fenster. Den Uebersallenen gelang es bald daraus, die Fesieln zu lösen und benachrichtigten dl« Polizei, welche sofort die Verfolgung der Räuber aufnahm. Dieselben waren jedoch schon spurlos verschwunden. Die Verbrecher sind von anderen Leuten vorher schon in Herzspnmg und auf dem Wege nach Böllen- darf gesehen worden. Der„Sipo-Beamte" hat sich auch schon am Tage vorher aus dem Bahnhof Herzsprung aufgehasten und dort in die Diensträume hineingesehen, wahrscheinlich um sich zu vergewiffern, ob dort Polizeibcamte waren. Ein Landjäger von dort ist gestern nach Berlin gekommen, um hier mit Unterstützung des Raubdezernats der Bertiner Kriminalpolizei die weitere Verfolgung der Räuber aufzunehmen. Anrechnung privater Tätigkeit auf städtisches Dienstalter- Der Stadtverordnetenausscbuß, dem mehrere Magistratsvorlogen wegen der Anrechnung von privater Tätigkeit auf daS rubsgehaltS- fähige städtiflbe Diensteinkommen zur Vorberatung überwiesen worden waren, hat gestern seine Verhandlurmen beendet und beschlossen, der Stadtverordnetenversammlung die Klnnabme der Vorlagen zu emviehlen. Danach soll dem besoldeten Stadtrat K o b l e nz« r die seit dem 1 Juli 1894 im Krankenkaffendiens:« zugebrachte Tätig- keit a:ff sein pensionsfähiges Dienstalter angerzchnet werden. Auch ber Festangestellten der Stadt soll in denjenigen Fällen, in denen die praktischen Erfahrungen des Anzustellenden au? seiner bisherigen Privaltäligkeit von Nutzen für die Stadigerneinde sind, eine Verrechnung aus daS Besoldungsdienstalter erfolgen. Ferner soll bei den Magistratsinitgliedern bei Festsetzung des Beioldungsdienst- alters die im Dienste der allen Stadtgemeinde Berlin und der früheren Lorortgemeinden zurückgelegte oder dort bereits an- gerechnete Dienstzeit angerechnet werden. Tie Vordrucke zu den Nahrungsmittelattesten werden fortan nicht mehr von den Krankdnernährungsstellcn asß- gegeben, sondern stehen tn Papier- und Schreibwarengeschäften zunr Preise von 15 Ps. zunr Verkauf. Hierdurch werden dem Pudlrium die bisher mit der Abholung der Vordruck« von den Kranken« ernähnmgSstellen selbst verknüpften weiten Wege. Zeitversänmnlffe und Fahrkosten erspart und vielfach geäußeiteli berechtigten Wünichen wird Rechnung getragen. Die mit der Herstellung der Vordrucke beauftragte Druckerei hat sich der behördlichen Kontrolle sowohl hin- sichtlich des Worilautes und des Papiers wie auch hinsichtlich des Preises weiterhin unterworfen! den Verkauf der Vordrucke könne» alle Papier» und Schreibwarengeschäfte ohne weiteres übernehmen. Aushebung eines Rummelplatzes. Auf Beschwerde von Anwohnern der BiZinarckstraße in Charlottenburg über die zunehmenden Mißstände auf dem dorngen Rummelplatz und die damit zusammenhängende wachsende Unsicherheit hat die Kriminalpolizei m Cliarlotlenburg gestern abend durch zahlreiche Beamte unter Leitung des KriminalkommiffarS Engel- brecht den Rummelplatz absperren und ouSbeben lasten. Es worden insgesamt 150 weibliche Personen, darunter viele in noch reckt jugendlichem Alter, und 77 männliche Personen sestgetiommen und nach der Sopbie-Charlotten-Wache gebracht. Unter den Sachen der Sistierten fand man eine Reihe Dietriche und Revolver. Achtung» Postspitzelei! Polnisches Militär horcht in Könitz die FerngeiprÄhe mit Ostpreußen ab l Der Post« und Drohtverkebr mit dem be- setzten Gebiet wird auch wieder kontrolliert:„Der Staat ist in Gefahr, der Staat, der niemals sicher war!" Ein Raubmord in der Mark beschäftigt ebenfalls die"hiesige Kriminalpolizei. Die der Amtsvorsteher aus Sperenberg an'der Militärbahn hierher miticilt, ist dort der feit dem 1. März d. I. o«r- mißt« Schlaffere Adolf Steber aus Klausdors gestern in der Arndt- schen Schonung an der Chaussee Klousdorf— Mellen verscharrt aufgesunden worden. Es l egt zweifellos Raubmord vor. Dos Jackett des Ermordeten war am Tage feines Derschwindens in der Nähe der Fundstelle der Leiche mit Blut bespritzt aufgefunden morden. Strafsache Hiller— Helmhake. Wie der Generalstaatsanwast beim Landgericht I Berlin mitteilt, soll in der Strafsache gegen Oberleut- nant Hiller wegen Mißhandlung des Füsiliers Helmhoke, in der ftt» 14. März er. neuer Termin zur Haup.'oerhondlung vor dem Schwur- aericht des Landgerichts I ansteht, der früh?« Gardefüsilier Kail Püfchel(5. 8. 84 oder 27. 10. 97 geb.). der Jahre 1915 H lle�s Ordonnanz war, als Zeuge vernommen werhen. Da Püschel nickst ermittelt werden konnte, wird er aufgefordert, schleunigst seine Adresse zu den Akten 13 I 1652.20 der Staatsanwattschast I Berlin mitzuteilen.> Gegen eine Koalition mit Rechtsparieien. In che? Mitgliederversammlung der 106. Abt., Johannisthal, wurde noch einem Bar- trage des Genoffen Albrecht-Neukölln und einer lebbosten Aussprache folgend« Resolution einstimmig angenommen: l. Die Versammlung lehnt jede Regierungsb Idung mit der Boikspartei und den Deitt'ch- nationalen entschieden ab. Sie ersucht unsere preußische Landto�s« sraktton, sich nur an einer Regierung zu beteiligen, die sich aus den Parteien der bisher gen Koalition, oder mit Einschluß der Links« Parteien zusammensetzt, ll. Die Versammlung mißbilligt, daß Partei- genossen in führenden Stellunoen Artikel und Ansichten über pol t'sch« Tagesfrogen in bürgerlichen Blättern erörtern, bevor diese Fragen in Parteiblättern besprochen sind. Skine Menschenkind. II. Mütterchen. vo» Martin Andersen Tlexö. Der Scherenschleifer. Eines Machmittags spielten die Kinder im Sonnenschein um Giebel. Stine. stand in der offenen Küchentür und wusch das Geschirr vom Mittagessen ab. Aus der Luft draußen er- schollen plötzlich merkwürdig weiche Töne— eine ganze Welle, es war, als beginne der Sonnenschein selber zu spielen. Die Kleinen hoben die Köpfe und gafften in den Raum. Stine erschien in der Küchentür mit einem Teller und einem Wisch- tuch in den 5)änden. Auf der Landstraße, gerade da. wo man zum Elsternnest abbog, hielt ein Mann mit einem großen merkwürdigen Appa- rat: er blies rufend auf einer Flöte oder Klarinette, was es nun sein mochte— und starrte nach dem Hause hinüber. Da nie» mand Miene machte, seinem Ruf Folge zu leisten, setzte er sich in Bewegung und kam näher. Den Apparat schob er vor sich her. Die Kleinen stürzten ins Haus. Dann ließ er den Apparat an der Pumpe stehen und kam zur Küchentür-, Stine stellte sich, ihm den Weg versperrend, vor ihn hin. ,�at man heut was zu schleifen, zu nieten, zu löten oder sonstwie zusammenzubrennen?" leierte er herunter und lüftete dabei die Mütze einen Zoll von der Stirn.„Ich schleife Messer, Scheren, Rasiermesser und den Teufel und sein Ge- kumpe! Ich operiere Hühneraugen, kastriere Ferkel, schar- wenzle um die Madam und küsse die Magd— sage nie nein zu einem Schnaps, und einem Happen Brot!" Dann verzog er den M:nd und schloß mit einem Stück aus einem Liede: ..Hier kommt der Scherenschleifer, Scherenschleifer! Hallo! Schleife Messer, s-ftleife Scheren— hallo!' Hier kommt der Scherenschleiserbub!" sang er. daß es schallte. Stine stand in.der Tür und lachte, die Kleinen hingen ihr am Rock.„Ich Hab' ein Brotmesser, das nicht schneidet," sagte sie. Der Scherenschleifer fuhr seinen Apparat vor die Tür. Do gob es alle» mögliche: Wasserbehälter. Schleifstein, einen Bohrer zum Nieten, einen kleinen Amboß und ein großes Schwungrad— alles auf einem Schubkarren aufgebaut. Die Kinder vergaßen ganz, Angst zu haben, sie mußten hinaus und sich den spaßigen Apparat ansehen. Er behandelte das Brotmesser mit vielen Manipulationen, pfiff über die Schneide hin, um zu sehen, wie stumpf sie war. tat so, als sei die Klinge lose, legte sie auf den Amboß und nietete sie.„Man hat es sicher zum Hauen auf Pflastersteine gebraucht," sagte er. Aber das war dumnies Zeug, die Klinge war gar nicht lose, und mit dem Messer war auch kein Unfug getrieben worden. Er war sicher ein rechter Affe. Ein ganz junger Bursche war's, schmächtig und flink in den Bewegungen: sein Mundwerk stand nicht einen Augen- blick still. Und was für ein Gefasel er von sich gab! Aber hübsch war er. Er hotte schwarze Augen und schwarzes Haar. das im Sonnenschein blau wurde. Lars Peter kam gähnend in der Scheunentür zum Vorschein: er hatte sein Mittagsschläfchen geholten. In dem krausen Rackenhaar saß Klee und Stroh.„Wo kommst du her?" rief er heiter und kam über den Hof. .Llus dem Spanierland," erwiderte der junge Scheren- schleifer und zeigte grinsend seine weißen Zähne. „Aus dem Spanierlond— so antwortete mein Vater auch immer, wenn ihn einer fragte." sagte Lars Peter nachdenklich „Mit Verlaub, bist du aus der Odfer Gegend?" Der junge Mann nickte. „Dann kannst du mir vielleicht Auskunst über einen Anst Hansen geben— einen großen Kerl mit neun Söhnen?-- Den Schinder nannten ihn die Leute." D«s letztere fügte er still.hinzu. „Das kann ich— es ist mein Vater." „So?" sagte Lars Peter bewegt und hielt seine große Faust hin.„Dann darf ich dich wittkommen heißen, dann bist du ja Johannes— mein jüngster Bruder." Er behielt die Hand des jungen Burschen in der seinen und blickte ihn herz- lich an.„Also so schaust du setzt aus: ich Hab dich ja nicht ge- sehen, seitdem du ein paar Monate alt warst. Du bist Mutter ähnlich!" Johannes grinste ein wenig verlegen und zog die Hand zurück: die Begegnung ging ihm nicht so zu Herzen wie dem Bruder. l.Aber jetzt laß die Schleiferei fein und komm in die Stube," sagte Lars Peter,„dann macht das Mädel uns eine Tasse Kaffee.— Rein, das ist wirklich ein merkwürdiger Zu- fall! Und wie du Mutter ähnlich siehst." Er blinzelte und war vor Rührung ganz außer sich. Während sie beim Kaffee saßen, mußte Johannes von den Verhältnissen daheim erzählen. Die Mutter war vor einigen Iahren gestorben, und die Brüder waren in alle Winde verstreut. Die Mitteilung vom Tode der Mutter ging Lars Peter sehr nahe.„Also sie ist abberufen worden!" sagte er still..„Ich habe sie nicht gesehen, seit sie dich an der Brust hatte. Und ich Hab mich so darauf gefreut, sie noch einmal wiederzusehen— sie ist uns eine gute Mutter gewesen." „Ach ja," Johannes sprach gedehnt,„sie war immer so verdrießlich." „Solange ich zu Hause war, war sie das nicht— viel- leicht war sie lange krank?" „Mir ist sie jedenfalls nichts gewesen.— Rein, da ist mir der Alte lieber, er hat immer noch seinen Humor." »Treibt er noch sein alles Handwerk?" fragte Lars Peter voller Tellnahme. „Rein, das ist längst vorbei. Jetzt lebt er von feine? Pension!" Johannes grinste.„Er sitzt an der Landstraße und schlägt Schotter für Rechnung der Gemeinde. Aber er ist immer noch derselbe steifnackige Kerl und will herrschen. Dann bekommt er Händel mit den vorbeifahrenden Bauern und schimpft sie aus, wenn sie auf die Schofterhaufen fahren" Johannes selbst war mit seinem Meister zusammen« geraten: er hatte ihm ein paar Backpfeifen gegeben. Einen änderen Schlächter, der ihn hätte haben motten, gab es drüben nicht, und so war er bei Lynäs übers Wasser gefahren— mit dem Apparat, der draußen stand: er hatte ihn sich von einem alten kranken Scherenschleifer geliehen. „Also du bist Schlächter", sagte Lars Peter.„Ich dachte mir schon, daß du kein richtiger Scherenschleifer seist: du packft die Dinge so sonderbar an. Konntest du denn, wo du noch jung und gesund bist, den Atten nicht davor bewahren, daß er der Gemeinde zur Last fällt?" „Ach, es war nicht mit ihm auszukommen— und es geht ihm ja recht gut. Wenn man ein klein bißchen mitmachen— und sich ein wenig verlustieren will, dann reicht der Verdienst gerade nur knapp aus." (Forts, folgt.) Zv dem anaeMcheu Mord t« Schdnederq an Arskherr». Wans«». heim teilt der Reichslandbnnd mit: Es steht außer Frage, daß er «ine» natürlichen Todes gestorben ist. Die h nterlofsenen Er. sparniste lasten keinen Zweifel darüber, daß er in auskömmlichen Lerhäitnisten lebte. Kurse für da» Vfleqepttfoual aller Srankevausta�ken einschließlich Irrenanstalten, die 2 Jahre dauern und obiigarorisch sind, sind vom Gesundheitsamt der Stadtgemeinde Berlin engencht«! worden. Es ist dadurch allen Pflegepersonen die Möglichkeit gegeben,«ine um- fastende Ausbildung au erlangen. Außerdem wird beabsichtigt, in Berlin mehrere hauptamll'ch« Schulörate anaustellen. Voraussicht lich wird auch die frei« Aratwahl in der Lrmenrpaxi» für ganz Berlin «ingeführt werden. Ein Melertag, veranstaltet vom Berliner Mieterverband, findet am Sonnlag, den l». Mörz, stait. An diesem Tage werdrn in sämtlichen Stadtteilen Berlins bei allen Mietern Sammlungen für den Kampffonds de» Berliner Mieterverbandes vorgenommen. va» kfchechoslowaklsche Konsulat«eilt mit. daß die Bureau» seiner Unter st ützungS- sowie der M i l i t S r- und Renten« a b» e i l u n g bi« auf weitere« jeden Montag geschloffen bleiben. Alle anderen Bureau», inSbeiondere die allaemein« Abteilung, das Paßamt und da» Visumamt, sind wochentäglich von S— lS Ubr vormittags geöffnet. Ebarlorrenburg. Spandau. Heute Sonnabend von d— 4 Uhr im Sekretär, at. Rofinenfw.»- Jurtstische Sprechstunde. «o» HaopiversorgungSamt der i'rovina Braudenbnrg M mm- M ehr mit sömlliilien Abteilungen w Berlin�chöneberg l, Aeneral-Bode. Strohe funmittelbar am Rwgbabnbos Papeltrah«) untergebracht. Alle für d-«Hauptverior«ungsamt der Provinz Brandenburg bestimmten guichrillen find an dies« Adresse zu richten. Eine große Vemostrafionsuersammluug in Potsdam veranstaltet am Sonntag vormittag 10 Uhr im Lustgarten die gesamt« Arbester» schaft Potsdams. Drei Referenten der einzelnen Parteien werden zu gleicher Zeit das Thema:»Der 13. März und die politische Situa- Hon* behandeln. Unser Redner wird von der sogenannten En- gelstreppe am Stadtschloß aus referieren. HS i Uhr. eintritt 8 SB. ,I> ...„....» find bei dm B-zirle'' tw. Kit.(Baumscholeomez). Vormittag» ffpunft bei Soft, Baumschulenstr. 72. ist.«dt. Mekerfchlnhansev). Abhole» p h«? Treptow. Beginn Rh Uhr. findet nicht statt. Billett« find hei de» Beziclska! —------------------- �"* Schliebner durch die Bezirwfichrer. de« Ftnghlfitter em«aiw. Abendiaff« 'tverdrettunz. »am Sertnffeu ?ugenüveranstaltunyen. «-Mi»«rtattee.Zngend«»».«erlin. Sekretariat!««.«, s»»«» zelte»«. Sonnabend, den 12. März: tu» lh? Uhr im Sprechstunde, Ltndenstr. l>, t. Hof link», statt. Sonntag, den 13. März: Brei,««»ding, Srofier vusid.Lichtditderadend um I Uhr i» her Schul« Sotenturg« Str. 2. eintritt l JR.— Brei» chave�che« S»r> ei»� Lichtbilder- Vortrag„Märkische SandschoftSbilder", abend, S Lindenstr.», 2. Hof, S Zrp. link,, eintritt 1! im Aentralingendheim. vortrSae. vereine unü Versammlungen« Schlefier-Bemw lZ. Mar,. 7 Uhr,« »eeein Sroß-Berlln. M.._________ r»,«____ im Bolkshau«, Ztofinenstr. S, Mttgliederversammlung. Tage»orl>nnng: Regelung Zilmschau. Ae» Mau» ohne Name«. Tin« abentcuerkich« Angekegenbeit st, fech« Teilen nennt sich«In nener Film, den di« Ufa in Anlebming an Eeellger« Roman»Peter Bon, der Millionendieb', herausgebracht bat. Der«rite Teil gelangle im Uia-Theater am Kursürttendamm unter dem Titel»Der Millionendteb' zur Uraufsübrung. Stostlich lägt sich der Inhalt also Wirdergeben: Dem Banlbaui« Axel Potz in Kopenhagen droht durch veischlle Spekulalionen der Aulammenbiuch. Um das Unheil abzuwenden, fingiert der Reffe des Bankiers. Peter Bog. einen Eingriff in die Depofiten des Banlbause» und verschwindet al«»Mann ohne Namen'. Dem angedltchen Mivionendicb wird der Detektiv Bo''bh Dodd nnchgehetzt. Zwischen Bersolger und Bersolgtem Ipicien sich im Verlaus dee'Handluiig die originellilen Szenen ab. bei denen aber dcr Deteltiv stet» den Kürzeren zieht.— Di« Darstellung war tn allen ihren Testen lobenswert. Einen prächtigen Kerl verlörperte Harry Liedtte«st» Peter Bog; aber auch fein Gegenstück Bobbh Dodd(Georg Alexander) ton nicht minder zum Ersolg« de» Abends bei. Bon den Vertretern des schSnen Geschlecht» «ächten wrr M a d h S h r i kt l a n« al« Gert Riffen und S o r i L» u x Sadel) beionder» heroorbeben. Ein» ist jedoch sür die späteren Bor- rungen zu wünschen: etwa« mehr Ruh«, damit die auch technisch vor- zstglichcn LandschaslS» und Gedäudeausnahmen voll zur Lalung tommen. Groß-Serliner parteinackwicktten. Heule. Souuabead, den 12. März: i. tat Llnten- t» M «»-V Ät'1 Slilee. Lottbüser Uftr« 7t.«dt.(Schönidttg). 8 Uhr bei Odst. SBartin-Luther-Str. 8», eitern- ' ideesammlung. Wichtig« Tagesordnung. Be>>l>ll». l». eemeindeschul» obend« TM Uhr hei«rieger. Scsflngftr. 8. Sltirnnersammlung. eitern, deren Binder die Id. Gemeindeschul« besuchen oder Wictfdyafi Ort der Reih»dank hat die letzt« Februarwodie wieder die üblich« Anspannung gebracht, die diesmal laut vorliegendem Ausweis etne beionder» Itarke gewesen ist. Während die vorausgegangenen Wochen einen stetigen Rückfluß an Vanlnoten gezeigt halten, mußten diesmal für lSi)7 Millionen Mark papierene Zahlungsmittel neu tu den Verkehr gegeben werden. Damit stieg der Rotenmnlauf wiederum auf 47 427 Millionen. vi« deukfchm Spartaffen zeige» für den Monat Januar einen gewaltigen Zufluß neuer Einlagen. Der Zuwachs betrug rund 1400 Milltonen Mark. Diek« Bermebtung darf nicht ol« ein Zeichen wirtschaftlichen Woblergehen» gedeutet werden. Sie ist vielmehr ein Beweis für eine ollgemeine Stille in Handel und Gewerbe— überschüsstge Gelder finden im Handel und Gewerbe keine Aufnahme und werden deshalb bei der Sparkoffe unier- gebracht. Amerikanische» Kall. Nach einem Bericht aus Amerika gab es in den Vereinigten Staaten Im Jahre 1013 nur 3 Kallproduzenten. die zusammen nicht mehr al» 1000 Tonnen Kali erzeugten. 1914 waren e» schon 70 Produzenten mit einer Produktion von 9720 Tonnen, 1917 aber 93 Produzenten mit einer Produktion von 32 373 Tonnen. Im darauf folgenden Jahr« stieg die Zahl der Produzenten auf 128, während die Produttion in diesem, wie in dem folgenden Jahre 1919 sich fast unverändert gleich blieb. Für da» vergangen« Jahr 1920 wird die Zahl der Produzenten mit 33 ausgewiesen, die Produktion dagegen mit 48424 Tonnen, womit«tn Rekord in der amerikanischen Kallerzeugung erreicht wurde. Gegenüber der beut- schen Kaliproduktion sind da» verschwindend Nein« Ziffern. Da» Kali wird in Amerika übrigen» nicht Im Bergbaubetrieb«, sondern tn der Hauptsache au» Seetang gewonnen. endlich der durchaus«otwendsge» Operation von sachverständiger Seite unteraogen werde. Auf Antrag de» Verteidiger» sei er zwei» mal der Charile vorgeführt worden, die Profefforen hätten«in« Operation für notwendig erklärt! aber der zuständig« Arzt de» Lazarett« im Untersuchungsgefängnis, Dr. Bürger, habe eine Operation immer wieder nicht für nötig erachtet. Bei der weitere« Begründung des gegen den Dr. Bürger gerichteten Antrages wurde der Berteidrger vom Dorsitzenden kurz und bestimmt mit der Be» merkung unterbrochen, daß der Angeklagte sich In S t r a s h a f t de» find« und das Gericht nicht zuständig für die Frag« sei. ob der An» geklagte operiert werden muß. Er wolle nur darauf Hinwelsen, daß der Angeklagte früher selbst zugestanden hat, daß er Teile der Bettstelleverschluckthat und aus der Charit« entsprungen ist. Da» Gericht beschloh die Vertagung der Strafsache. /ins aller Welt.>- Zun Tode verurteilt. Da« Schwurgericht Güstrow perhanbektO gegen den Schlächtermeister Fritz Äähning au» Rostock, der an« gellaat ist, am 2. Dezember v. I. den Schlächtermeister Lindner au« Berlin vorsätzl'ch und mit Ueberlegung getötet und beraubt zu haben,«ähning wurde zum Tode verurteilt. Festnahme der Mörder vakoz? In Espinar sind drei Leute, di« mit der Ermordung des'panischen Ministerpräsidenten im Zufam« menhang stehen sollen, festgenommen worden. Sport. Sport des Sonnlag». gfUte t*t SBbNfAea S»lel»ir«knlznng. SB. 6. 8U�«.«,.•«- Beels» Uhr. Ssornsfia— Wilmersdorf in Slieinickendori-Ost, Demeindesportvlah. »dendurz 1�2—»«ustjlln in Lichtenberg. Houptstrah«. Adler—«eikense« St —-—---.{jazv Union— Siktorla in, Po- —Viktoria In, Pankow, rei In Cablow. lors.Ost, Thunerstroste. Oranienbnrg— Hcnsa— Arminia in Hohenneneildo emn» in Oranienburg, BSrenklau«, Marwitz— Fichte-Moadii in Wattn Witte, usseestraste. Turn». Wittenberge— vernan in Wittenberge, Hindern burgplatz. Woidmannslnst— Sliosenihal in Waidmannslust, Cnklovsirast«. Falke- Fortuna in Pankow,«iiiinaensirost». Biktoria�kber,walde— eisenfpalteret t» eberswalde. Alt-Glienicke— Neu-Zittan in Alt�blienicke, Riesdcrge. Jngenb» Baumschmenwe«, 'hausalle« ld/1«. Stern— Lichten. te-SUd— M. E. C. in ReukSlln, Tempel- (einsame Pappel). Froh-Frei— Potsdam In Lichterfeld«, Teltow«« tröste, cm Porksrledhof. Steglitz— �ukenwald« Hl in Steglltz-SIidende. Treb- tz in Trebbin, am neuen Schlltzenhan». i ff. T. e.�portplotz in Charloitenbura, Beglcrstraste(Bhf. Zfimg» !«) treffen sich um Vfl Uhr im Propagandaspiel Freie Turners-bosi�thar. >ra und S.4SI,0SS Kilometern, vier Fahr er. Grimm, Kaulmavn, Aeit» und Spencer, gaben bereit« nach 24 nvndiger Fahrt da» Rennen aus; ihre Partner bildeten neue Mann- schaslttt. Touilsienvereia„Die Ratnrsrennde'. Fahrten am Sonntag, den U. MSrz. «chtenberg! Tiefenree— Bachsee. Abfahrt 5 Uhr Ltchtenberg-ffriebrichsfelt». Welstersc«! Blumenthal-Wanderunz. Trefsp. 7 Uhr Bhs. Weistensee. iUnkewufterhausen--eil.' weite. Trefsp. 8 Weistensee, 'chinhause», weft, Orani SBetbet— f Abs. 6JS0 «im Liebenbäraer See.. ffernxug di, Dahnr�ors— SSittnchederg. na. T -Eichwe Oranleftraste. Vriefkaften der Redaktion. «et» Bindet Ostern tut eingeschult werden, sind eing. T°t,chlag7dem in der Nacht'zum 3."MSr, ,919�H°u-'-7g-ntümer H.-..i '--""''"' L-wl Hennig in der Hauptstr. 120 in Schöneberg zum Opfer qeiallen ist.?-us.,a8c2<. H'1? �cht,°-idere« mO Ihm.per.snbart Jjl. Znnasozialisten. Gruppe Süden,?>h Ahr im Saal der. G»di, Lindenstr. 8, Vorrrllgsadend.— Gruppe Hermtbois, VVh Uhr Blttcher, Ecke Waldersee- und Berliner Sirase, Bunter Abend. � Genaffenschastsmit�lieber bei 124. verkaus-stelle, stellcestr, 28� Sonnabend, Straste E» wären zirka 80 Zeugen vorgeladen worden, doch fand die Der- ein m>«r, wae«aieenee. und Verltner Strahe.«unter Aheni lS. Mi��nd! 7 Wr, MitgU-de�?rsamm?ung �-�HanschTearmen�sÄoä.' Handlung ein unerwärtete» Ende. Au» dem Lazarett des Unter. che 22. erscheinen aller part-igen»lstsch-n Mitglieder ist Pflicht. suchungsgesängnlffe» wurde gemeldet, daß der Angeklagte in hohem Morgen. Sonnkag. de» 13. März: «. Abt. fflugblattnerbreitung vormittag» 1% Uhr vom Lokal Rllckert, Gteinmeststr. 28«, cns. 21. Abt. Di, fflugdlattperdreltung findet von Pfeiffer, . statt. 8«. Abt. Treffpunkt zur fflugblattnerbreitung Grünau, Stahlheimerstrast«' 80. 82 Abt.(Steglitz), bannten Bezirk-lokalen Hausburgstr. 2, vormittag, tü Uhr bei ughlattverbreilung narmlttog, 10 Ubr von de» de- tt. tat(Lichterfrlde). fftllh 8 Uhr Flu-dlatwerbrettun«. Treffpunkt bei Hottenhauer, Branoldplatz 2. Im Besten h« Qnandt, Moltkeftr. 81. ngeflagte liege an schwerer Tuberkulose mit Abszeßbtldunq in hohem Fieber danieder, sei nicht fähig, an Gerichtsstelle zu erscheinen und so schwer krank, daß, wenn überhaupt, er erst in Monaten ver- handlungsfähig werden würde.— R..A. Dr. Kurt Pincus richtete im Anschluß hieran einen dringerülen Appell an da» Gerichi, bei der Staatsanwaltschaft dafür zu sorgen, daß dieser todkrank» Mann HckMfnchnng. 1. und 2. Ja.- M. 2. 1. Ja. 2. Sie kSnnen ba,«ericht anrufen. 8. Anwaltszwang besteht nicht.— M. g. 80«. Preustifche, Justiz. sterium, Berlin,«obstroste.— C. H. Bnrlg. 1. Rein: höchsten» die baren lagen, sofern nicht» andere, mit ihm nerelnhart ist. 2. und 8. 3a. ver. langen Ei« aber Abrechnung.— Richard 18. 1. Die AustrittserNörnng können Sie auch vor einem Notar obeeben. 2. Taus, oder Banfirmailonafchein.— T. H. Die einkllnfte au» dem Vermögen mllffen Sie«benfall» angehen. Baien» derjohr ISA. Alle» weiter« ersehen Sie au» dem Bordruck.— 88. 82. 1. und 3. Ja.— B. Ja, werden Sie also bei dem Demahilmochungsausschust vor» st-Mg.- R.«. 1«. Rein.- 88. B. 7». Rein. t. Rein. 2. und 8. etwa» Bestimmte» lflstl st» darüber noch nickt sagen.— W. 8«. Ja. — M. G. c». I. Zg. 2. Befragen Sie einen Arzt.— R. F.«0. 1. Sic müssen den Bcufct auf Abnahme de» Wagen, perklegen. 2. Rein: scsern der Torifeer. trag nickt« andere» bestimm». H. k». Rein.— L. L. 1. I. 1. Ja. S. V'c Unterst. NungsNage. 8. erwerben Sie von dem znstlndigrn Landgericht einen Peschlust. durch welchen dem ebemenn« ausgegeben wird,«ine» Bastenporschutz an Ihren Anwalt zu zahle». 4. So» hpngt no»'" Vermögenslage de, ehe» manne» eh. II. 1. Der Sohn hat nur A»,'p> auf Auieinanderfeüung. 2. Rein. III. 1. und 2. Bingen Sie aus JSetauegob« de» Anparate« bzw. Bert. ersatz. 8. Di« Blage mutz in Hamburg geführt werden.— 18. 8L IM. Bersich», rungsamt, Blaflttftr. 6S/G7. FRANKFURTER MESSE TOM ta-IH ARRILIRm AUSKUNFT: MESSAMT PRANKFURT A-RU-aBCRLIN W.B Erleichterte Zehlunssbedünsunsen I Herren-Kleidung nach Mass Gnh Verarltitoig /• Hässige Preise Julius Fabian, Qr. Frankfui tet Str. 37 0 finstliehe Zähne In natBrllcham Anwehen I Kronen. Brfickan uaw., Zahnziehen, Plombicrea mll Bciu» bunj, Umarbrlten»chlechtaltzcad. OebUee. 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Dezember 1920 Aktiva Kassa-Komo... 10131,08 Bank-Konto.,. 700.80 Effekten-Konto.. 280,00 Waren K.(Vor Ite) 64 8:,iS8 Beuieo»Unk.-Kont 2339.00 Gespann-Unk.-Knt 2 063,00 Crundstflcks-Koma 33000,00 Ge: iude-Konto.. 146000/0 Mascnlnen Konto. 1,00 Inventar-Konto.. 1,00 Gespann-Konto.. 30400 00 Konto-Korreiit-Knt.<9333,89 AM 8 Mar«, avend» so1-, unc. entlchlief nach schwerem Leiden mein iieder Bruder, unser unvet- getzilcher Onkel, der Schriftsetzer Hermann Olberg im 88, Lebensjahre. Z22Zb\ Für die trauernden Hinterbliebenen Rodert Olberg, BiUowftr, 67. Me Beerdigung findet am 14, Mörz, nachmilsags I | t'j Uhr, von der Halle des Friedhales der Luther- Dense inde, Lan wiz. Marienselder Straße, aus ftalt Einige Wagen facklerer o. Stellmacher für gutbezahlte, dauernde Beschäftigung gesucht.[• Fahrzeug- Wehe, Jonitz bei Dessau 3'8 t r/v Passiva Konto d Genossen Darlehns-Konto.. Hypotheken- Konso. Reservefonds Knt,. Konto-Korteot- Knt 900,00 90730,00 178050,00 12886,32 59"8ft.67 338--«o 99 st» Laufe des Gesc äfts- sahres hat sich die Mltglieder- sahl nicht verändert und betragt 18 Genossen. Das Ce- schaftsguthahen d. Mitglieder sowie die Haftsumme betrugen am 31. Dezember>920 je 900 Mark. 168/7 Berlin- Reinickendorf, den 10. Män 1921. Rodert Engel. Kart Martcbel. Kail Httpfner. Am 9. März oersiltrb nach kurzer Zirankhelt unerwartet unser lieber Kollege und langjähriger Versrassens» mann 82ZSb Hermann Olberg im 55. Lebensjahre. Sin ehrendes Andenken wird ihm stets bewahren Da» Personal der Buchdruckerei Sehr. Drust. Zinn Ua Blei vowie alle Altmetalle kaufe: zu Tacesnreisen Metallschmelzwerke, Waldemarstr. 74» Feleohon v\f>r»fzoiat7 YY5 miwlilemfl Ii. i.H mizf- L«» Qeld- otterie 7101 Sewinae zus. Mark 168665 1 60000 I30C00 Loi0ia3!ü.Sfl.[rr� H.€. Kröger Berlin V/8. Frlsdriclut. 102/83 an dei Lslpelgsr S.r._ Möbel i-hr billig! auch aus Kredit zu den Urinste« Zahlungsdedingunge« Liejere frei Haus. 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Oss'nsklt Die landwirtscha t ich» Kr se und cer so lalleiische Aulbau aui dem Lande/ P. Swetlow Staati cheOrtantsation der Proonkt onspropai.anc;a./ L.Trotzkl: Zur Frage der Organisation der Arbeit/ J. Larlnt Versorgung und Venei un•• 1 st. Eacmaschkoi Sowjetmacht und Volk ge»un3heli, A. Lnnatacharaklt Riv-nTiino- äre Aufslärung./ Q. Safarow■ Die Evolution der nabo alen Frage In iowj i-Ru3lan i./ lllaatratlonen i Ein» Gruppe der lei nehmer des Koneresses der Völker des Ostens.' Massenkundgebung au dem Unizkip atz in Petro rad wänrend des II. Weltkongresses der Kommunistischen Internationalem/ Zwei Piakate iMehrlarhenurucke). 122 8»1»». Zu nez-ehen durch Preis 4,80 84. FRANKES VERLAG G.m.b.H., LEIPZIG Bibliothek der Kommunistisclien Internationale UülllinillU.iiillllilliiiiililllllUillllililllililllllilUIIUIIIIillllUulllllilUiui.lilllllUIUIlUIIIIUIIIIIIilll'llllllUlilUIUlUHIUI Band I. 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Ierusalemerstratze ö/O; Ackerstraß» 174. Kese'üüstsWrer gesucht? Für die Buchdruckerei de- in Emden sOstfr) erscheinenden ..Ostsr. Vvlkszeiiung", vrgait der S.P.D., wird zum 1. April ein tfidhl. Geschdst-fllhrae gesucht. B er langt wird ein« energische Kraft, die w der Lage ist, alle Zweige des Gefchaits zu leiten und auch nach außeer hin zu vertreten. Schriitl. Bewerbungen mit Gehaiisan- tpriichen belieb» man dem unterzeichneten Borsttzenden der Preß'ommifston zu senden. P. Voerrnann. Emden, An der Schiichie 16. 187,1 j Großes Wiener Maus sucht(flr ihre Fayeacewaren- und Lusterabtellong filtere, zuverlässige Packer mit langjähriger Praxis Im Packen solcher Waren Angebote unier ttPayence• Packer 4509*4 an J. Danaeberg« Wien U Singerstraße L ISNS Schöne Werstarbeiterfreunöel Lm Reichstag wurden am Freitag zunächst Kleine An- fraaen eried'gt. Abg. Mumm(Unat. Dp.) verlangt von der Regierung, alle« zu tun. um die Eimvaaderuug der OsiZudea. mier denen viele Wühler und Schieber feien, zu verhülen.— Ministerialrat gering: Diese unerwünschte Einwanderung wird Haupt. fächl'ch durch Verschärfung der Paßvorschristen und nachdrückliche Handhabung der Fremdeupolizei bekämpft. Zur vorläufigen Jnter- nierung solcher fremd stämmigen Ausländer, deren Abschiebung ange- zeigt, r&er angesichts des polnischen Widerstandes nicht a'sbald durch- führhi. ir ist, bestehen mehrere Internlerungslagsr. Abg. Zld. hofstnann(Komm.) führt Beschwerde über das Austrete« verkleideter Derber iv Verlin. Am 27. Februar und am Z. März sind 40 und 2Z Mann nach Wismar transportiert worden. Ein Baron von Manteuffel hat 4000 Mark für Transport und Verpflegung gezahlt. Die Werbungen linden angeblich für Litauen statt.— Die Reichsregierung läßt er» ÄSren, daß weder ihr noch der Staatsanwaltschaft von den Vor- gäneen etwa» bekannt Ist. Nach Eingang der Anfrage sind sofort Erhebungen angestellt worden, deren Ergebnis noch aussteht. Abg. Mumm(Dnat. Lp.) führt zum vierten Male Beschwerde über Haussuchungen bei Deukschnakionalen und BoNsvarteilern im Siegerlande. Der ausführliche« schrift- l I ch e n Antwort liegt«in Bericht des Regierungspräsidenten in Arnsberg vom 80. Dezember zugrunde, in dem auf d'e Deanruhl- mmnen der Arbeiterschaft infolge von Pressemeldungen über die Orgesch hingewiesen wird. Eine Kommission hat 11 Durchsuchungen nach Waffen obn« Aufsehen vorgenommen, die zu greifbaren Be- weisen nicht führten. Im ganzen stnd Im Siegerlande SM Ge- wehre ermittelt worden, die nicht vorschristsmäß'g angemeldet waren. Da während des Rückzuges 1918 ungezähstes Sriegsmate-Ia! liegen geblieben ist. werden wabrfcheinl'ch auch heut« noch im Siegerlande Waffen zurückgehasten. Da der Bericht erst am g. März«ingegangen ist, tonnten d'e notwendigen ergänzenden Erhebungen noch nicht vor. genommen werden. Der Reeöerel-MfinSvngsvertrag. (Zweite Beratung.) Ein« Enffchließung des Ausfchufles fordert einen Zusaßvertrag, wonach das Reich an den Gewinnen aus den neuzubouenden Schiffen beteiligt werden soll: auch soll in einem Zusaßvert'age das Recht des chouptausschusfes festgelegt werden, bei MißbKigung der noch festzuseßenden Lusführungsbestimmungen den ganzen Bertrag auf- zuHeben. Weiter wird die Regierung ersucht, ähn'ich« Verträge auch zur Abgeltung anderer Liquid ationsschäden obzu. schließen und dafür zu sorgen, daß in der Reederei-Treuband Gesell. schast außer den Arbeitern und Matrosen auch die Angestellten ver. treten seln sollen. Abg. Deute(TL Soz.): Man sollte uns nicht glauben machen, baß durch die Vorlage die A-beitslosigkeit eingedämmt werde. Für die Arbeitslostgte't müßten Milliarden aufgewendet werden, jedoch auf einem anderen Gebiete. Staats'ekretär Müller: Das Abkommen ist ledigllch zu bevrteilsn au» wirtschaftlichen und soziale» Gründen. Für die t l« I a« n Reeder soll befonde-s gesorgt werden durch Abzwe'gung eines Nestenfonds. Für die Seoleur« stnd bereits 80 Millionen zur Ver» küft.-na gesteht worden. Abo. HSlleiu(Komm.): Die Bearündung durch den G�atsfekre» tä? Müller war einfach lächerlich. Dabei hat man schon 6,3 Milliarden heifeste ge'choben, um sie den notleidenden Herren S t i n n e s und Genosien. den Provykatei'ren des deutschen Volkes, in die Tasche zu , vielen.(Mit erhobener Stimm«:) Einen Rechtsanspruch des Reeder- kcwltols auf Kosten des ausgesogenen Proletariats bestreiten wir. (Kurufe recht«: Lauter!) Sie(zur Rechten) haben feinerze t die schamlose Lüa« vom Dank des Vaterlandes unter dem Proletariat ve'breitet.(Vrästdent Löbe ruft den Redner zum ersten Maie zur Ordnuna.) Redner polemisiert gegen Roste und wird vom Präsi- denten darauf hiv-xmleian, daß Zuckersteuer und Nosketheori« vom Tbema ab'iegen. Der Wiederaufbau, den Sie(noch rechts) betreiben, führt nur zur Ausbeutung der Arbeiter.(Nach weiteren ausschweifenden Ausführungen erfucht Vizepräsident B e l l den Redner neuer- lich, zur Sache zu sprechen, andernfalls er ihm da» Wort«irtz'ehen würde.) ble'be!(Abg. Remmele stürzt mit dem Rufe: Unerhört! nach vorn, der Vräfldent vermaa nicht, sich dos Wort zu oe-schasfsn. Nach einem wüsten Durcheinander vertagt Vizeurgstdent Dr. Bell die Sißunq für ein« Viertelstunde. Nach Wiedereröffnung der Sitzung erteilt er d�m Aba. Schumann das Wort.) Abg. Remmele(Komm.): Wer Hot das Wort? llnerdört! Haben Sie(zum Präsidenten) darüber abstimmen lasten? Höllein hat da» Wort! Sie wisten(zum Präsidenten� gar nicht, was Sie gemacht Habens(Zu e'nem rechtsstehenden Abgeordneten:) Sie Schafs» kovf S i«!(Ungeheurer Tumust und Gelächter. Die Glocke des Präsidenten verbalst unpebört.) Vizenräsidenten Dr. Dell ersucht den M>g. Höllein. die Tribüne zu verpusten.(Abg. Höllein. auf das Rednerpult mitten Fäusten auffch'aaend: Dch bleib«!— Wg. Remmele, auf die Ba-rier« zur R-dnertr!büne fortwährend m't der Hand ouk'chlogend: Unerhört! Unerhört! K«'n anderer als Höllein hat da» Dort llfw. uirn)— Vizepräsident Dr. Dell: Ich vertag« das Hau» auf eine halbe Stund« und werde veranlassen, daß der Aektesteuautfchntz«mbe- rufen wird. Die neue Sitzung. Um 4 Uhr eröffnet Präsident Löbe die S twng mst folgender Erklärung: Auf Wunsch meines Kollegen Dr. Bell habe Ich den Vorst ß übernommen. Wegen der großen Unruhe am Schlüsse der abgebrochenen S tzung sind oerlchiedene Worte des Vizepräsidenten nicht rerftonden worden.(Der Präsident stellt aus dem Stenogramm fest, daß über die' Wortentziehung«ine Abstimmung swtt'gefunden hat, die jedoch vom größten Teil des Hauses nicht bemerkt wu'de.) Abg. Dr. Levi(Komm.): Der Konflikt m't dem Kollegen Höllein, der sich durchaus im fachlichen Rahmen der Debatte gebolteu hat» ist durch die unsachliche Gefchäftsführuna verursacht worden. Präsident Löbe: Der Ae'iestcnausschuß, einlchffeßlich des Präsidenten bat oegen zwei Stimmen die Unparteilichkeit de« Vizenräsidenten anerkannt. Darauf werden d e Derbandlimaen fortgesetzt. Abg. Schumann(Soz.): Der Abg. Höllein hat sich mit der Bor» läge fast aar nicht beschäftigt und, soweit er es tat, waren feine Aus- führunaen von Sachkenntnis wenig getrübt.(Unruhe bei den Komm.) Auch wir stimmen nicht leichten Herzens der Vorlage zu, aber die Rücksicht auf die volkswirtschaftlichen Verhältnisse und die arbeitslose» Werstarbeiter zwingt uns dazu. Den Lorschlag de» Abg. Henke, ausländstchen Schiffsraum zu kansen. muß ich »lehnen,»«il wir mit veralteten Schiffe» die Konturvenz nicht auf. «hmen können. Wenn man nach Henkes Dorsch'ag den arbeitslose» Bauarbeitern Beschäftigung verschafft, so ist den Werftarbeitern damit nicht geholfen. Seffsst unabhängige Werftarbeiter fordern in Zuschriften an mich Arbeitsgelegenheit.(Hört, hört!) Unser vntrao, Arbeiter und Abgeordnete den Derst-og kontrollieren zu lassen, ist anoenommen, ohne daß uns die Kommunisten und Unabhängigen unterstützt hätten.(Hört, hört!) Da die Boraussetzungen, die wir bei der ersten Lesuna für unsere Kust'mmunn oufftellt-n. zum großen Teil erfüllt stnd. werden wir die Vorlag« im Interesse der produktiv«, Enverbslosensürsorge annehmen. Abg. Hoch(Soz.): Es handelt sich fetzt darum, ob lausende von Werfkarbeiteru arbeitslos auf der Skraße liegen bleiben. Da» Ist für un« entscheidend. Herr Henke«elß Zewen Vorschlag, dem abzuhelfen, ab« er lehnt die vorlagt ab. Artikel 1 des Vertrages wird gegen die Unabhängigen und Kam- muniften angenommen. Abg. Höllein(Komm.): Ich werde mich diesmal streng sachlich an das Thema hallen.(Gelächter.) Wenn die Rechte Arbriterinteresssn vorschützt, dann kommt der nackt« Pferdefuß kapita istifcher Prositsuchr hinterhergehinkt. Das Milliardenliebesgabeugeschenk hat auch schon bei anderen Gruppen Appetite ausgelöst Der Vertrag wird mit den Ausschußentschließungen in zweiter Lesung gegen Unabhängige und Kommunisten angenommen. Gegen die sofortige Vornahme der dritten Lesung erhebt Wg. Dr. Levi (Komm.) Einspruch. Das Haus vertagt sich auf Tommdend 10 Uhr: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung über die Verhandlungen w London.— Schluß K8 Uhr._ preußische Lanöesversammlung. 2. Sitzung. Freitag, den 11. März 1921« nachmittags 2 Uhr. Die Wgg Lichleusteiu(U.S.) und Adolf Hoffwana(Kam.) be. gründen die Anträge auf Einstellung der Gerichtsversahren gegen die Lbgz. F r« u n v(U.S.). Rost W o l f f st e i a(Kom.). K a o t h (Kom.), Schalem(Kam.) und oerlangen die Erledigung ohne Ueberweisuna an den Ausschuß. Abg. tzalmau»(Soz.) Mmnu den Vorrednern zu. Abg. Rippel(Dnatl) widerspricht und beantragt Ueberweisung an den Geschäftrordnungsausschuß.— Der Antrag Rippel wird mst den Stimmen sämtlicher Bürgerlichen gegen die der Sozialisten angenommen. Ohne Debatte werden kleinere Vorlage» in allen drei Lesunzen verabschiedet. Cs folgt die Beratung des Staatsvertraqs vom Id., 17, und 22. Februar 1921 zwischen den Freistaaten Preußen. Bayern und Thüringen über die Aufhebung von Gemeinschaftsverträgeu, Wg. SMao(Kom.) versucht eine lange Red« gegen die preußische Rechtsprechung zu halten. Präsident Leinert bittet den Redner, zur Sache zu sprechen und sich auf den Staatsvertrag zu beschranken. Abg. Kilian(fortfahrend',: Ich beabsichtig«, für den Staats- vertrag zu sprechen.(Stürmische Heiterkeit.) Nachdem noch einige Redner sich kurz in zustimmendem Sinne geäußert haben, wird die Vorlage in allen drei Beratungen ange- n o m m e n. Es folgt die erste Beratung des Antrages der Abgg. Dr. Porsch und Genossen auf Annahme eines Gesetzentwurfs betreffend vor- läufige Wohles zum Slaatsrak ia der Provinz Oberschleflea; der Antrag wird von Dr. P o r s ch begründet. Dr. v. Srle»(Dnatl.) stimmt d-m Antrag Borsch zu. Da jedoch nach Artikel 88 der Verfassung der Staatsrat erst i» Kraft treten soll, wenn die Prorniu'aklandtaqe neu gewählt stnd und in Oberschlesien die Provinziollandtagswahl in absehbarer Zeit nicht vor sich gehen kann, bitten wir. die Vorschriften über den Staatsrat ohne Rücksicht auf die Neuwahlen für Obcrichlcsicn i n Kraft trete« zu lassen. Wg. Eh erlern(Kern.); Wir Kommunisten empfinden den schien. uiqen Zusammentritt des Staatsrats als zwecklos und haben daher kein Interesse daran. Es ist bezeichnend, daß N« deutsch« Bour- geoiste. nachdem sie die oberfchlestsche Arbeiterschaft solange unter- drückt und ausgebeutet hat. jetzt gezwungen ist, um ihr« Stim- men zu betteln.(Schlußrufe. Stürmischer Lärm. Der Abg. Gräs-Anklom(Dnat.) ruft dem Redner zu: Schmutziger Kerl! Er wird vom Präsidenten Leinert zur Ordnung gerufen!) Abg. Dr. Leidig(D. Vp.) beantragt, die Verfassung im Sinne der Kriesschen Ausführungen zu ändern. Präsident Leinert: Da diese'' Antrag die Unterschrift von IS Ab- geordneten benötigt, kann ich licht die Abstimmung vornehmen. Abg. SchoUch(Soz.): Dem Wtrag Dr. Borsch stimmen wir zu, den Antrag Leidig lehnen wir ab. Wir können nicht eine Verfassungsänderung heute aus dem Aerme! he-ous schütten, ohne uns über ihre Kon- sequenzen klar zu fem. Im Interesse der Arbeiterschaft muß ich als geborener Oberschlcsier, der von den dortigen Verhältnissen mehr versteht als der Abg. Eberlcin, dessen Ausführungen widersprechen. Die Kommunisten haben von den Vorgängen in Oberschlesien wenig gelernt und werden erstaunt sein, was sich dort in der nächsten Zeit abspielen wird. Sie stärkeu durch ihre Parole Polen zuungunsten Sowjetruß'andsk Gytt fei Dank stehen vi« obetlchlesischen Kommunisten auf einem anderen Standpunkt als der Abg. Eberlein. Die oberschlesischen Arbeiter wissen alle, was ihnen droht, falls sie zu Polen kommen und werden sich ge- schloffen für Deutschland einsetzen.(Lebhafter Beifall.) Der Gesetzentwurs wird in der eisten und zweiten Beratung angenommen. Der sofortigen Vornahme der dritten Beratung widerspricht Adolf H o f s m a n n(Kom.). Nach längerer Geschäfts» ordnungsdcbatte schlägt der Präsident Leinert vor, die dritte Be- ratunq auf die morgige Tagesordnung zu fetzen. Das Haus vertagt sich auf Sonnabend, den 12. März, vor« mittags 11 Uhr. Zur Geschäftsordnung beantragt Wg. Dr. Lüdicke(Dnat.), von neuem die Wahl des MinisterprSfldaltea auf die Tagesordnung zu fetzen. Ich glaub«»icht, daß da» Zentrum «wen Kultusminister wie Herrn Haenlsch noch länger ertragen wird. Wg. Dr. v. Kraus«(D. Vp.): Wir beantragen, die Besprechung der RücktrikkserNärung der Slaalsregierung auf die Tagesordnung zu fetzen. Den Antrag der Deutscknattonalen unterstützen wir, da die Bildung der Regierung möglichst bald beschlossen werdj!» muh, der Aellest-nrot sich aber bis 7. April vertagt hat. Wg. Adolf Hosfmimo(Kom.): Den Anträgen der Deutschnativ- nalen und der Deutsche» Dolkspartei stimmen wir zu. (Heiterkeit.) Wg. Brust(Z,): Es ist unrichtig, daß im Aellestenrat Vertagung bis zum 7. April beschlossen worden ist. Es ist dem Ermessen des Präsidenten anhelm gegeben worden, den Landtag auch eher zu- sommenzuborufen Die Eile mancher parleleu, l« die Regierung zu kommen, ist ouffälliz. Wg Donünicu»(Dem): Die Deutlchnationalen wissen sehr wohl, daß verhandelt werden muh, haben sie uns doch selber ein« Einladung zu Verhandlungen geschickt.(Große Heiterkeit.) Abg. Dr. Cohn(U.S.): Wir«erde» daaegen arbeiten, daß sich das Regierunzssieuir noch weiter»ach recht» dreht. Der Kuhhandel der Parteien um dt« Regierungsbildung sollte aber mSg- flchst beschleuniat werden. Wg. Dr. porsch(Z.V Di« Wahl eine« Ministerpräsidenten ist vor Ostern unmäglich. Wir lehnen es ab, morgen«in« groß« Aus- spräche über die Politik des verflossenen Kabinetts zu eröffnen. Wg. Wolf hoffmcma(Kom.): Der Landtag Hot da» Recht und die Pflicht gur Kritisisrung der Tätigkeit der Minister. Abg. Gräf-Antlam(Dnat,): Der Ernst des Augenblicks bedarf emer starken Regierung Es ist Ar unhaltbarer Zustand, daß wir kein Liaatsministerinm mehr habe». Abg. klcrlug(Soz.): Es Ist anzutreffend, daß fett den Wahle» kür dl« Regierungsbildung nichts geschehen ist, ober erst ganz kurz vor Einberufung des Landtags könnt! man die Stärke der«in- zelnen Frokrionen überblicken. Wg. Dr. Cohn(11.61 verlangt, daß die Minister auch noch in d«r U«bergan z,zett das Beamten»ruemumgsrecht aus&ixit können. Wg. Grenomski(Z): Herrn Haenssch bekämpfen wir, aber wir brauchen dazu keinen Agitationsstoff von Herrn Gräf-Anklam. Er hat uns nicht so hundsgemein behandelt, wie(nach rechts) Ihre Kultusminister.(Heiterkeit links. Unruhe rechts.) Wg. Seoering(Soz.) spricht als Abgeordneter über dke Stellung der Ministe? in oer Uebergangspertode. Da« Geschick des Vater» lande» steht über den Formafftäten! Deshalb müssen die Entschei» düngen nach bestem Wissen und Gewissen getroffen werden. Der Antrag der Deutschnationalen wird gegen die Stimmen der Rechten und der Kommunisten abgelehnt, der Antrag der Deut» schcn Volkspartei gegen Rechte, Unabhängige und Kommunisten. Schluß V26 Uhr. » Der Lettesteural des preußischen Landtags sprach sich in seiner Freitagsttzung dahin aus, die Beratungen bis zum April �n vertagen. Dagegen erklärte sich die Rechte, die Unabhängigen und Kommunisten, die verlangten, daß die Frage der Kabinetts- bildung geklärt wird und daß deshalb am Sonnabend weiter getagt werden soll zwecks Vornahme der Wahl des Mimsterprästden» ten. Eine längere Aussprache rief noch die Frage hervor, wie der Ausdruck„vorläufig« Fortführung der Geschäfte durch die bisherigen Minister" zu interpretieren ist. Die Sozialdemokraten waren der Anficht, daß die Minister damit ihre Befugnisse in vokkem Um- fange behakten. Dem wurde von verschiedenen Seiten wider. sprachen. Eine endgültige Lösung erfolgte nicht. Prozeß Sonnenfelü. Di« Vernehmung des Staatsanwalts Gutsahr, dem nur eine Frage bezüglich des Angeklagten v. Frankenberg vorgelegt wird, Ä ergibt am Freitag nichts von besonderem Interesse. Ebenso sagen � die Zeugen Kurt und Martin Sochoezewski nicht» Reue» aus, die in ihrer Korrespondenz aus Grund des Sonnenfeldlcheo- Materials den„Enthüllungsfeldzug" begonnen haben. Au« ihrer Aussoge geht u. a. hervor, daß Georg Sklarz ihnen gegenüber sich erboten hat, mit Material ihre Anschuldigungen zu widerlegen. Die Zeugen haben das aber zurückgewiesen und Sklarz aufgs» fordert, klagbar zu werden. Der Zeuge Georg Sklarz äußert sich dann nochmals zu der gestrigen Aussage Davidsohu». Er bekundet, daß der Ab» geordnete S 0 l l m a n» wie der Wqeordnete Scheid«'-'-» ihm gegenüber di« Aeußmmgen bestritten hätten, die ihnen David» söhn in den Mund legt. Der Zeuge Sklarz erklärt nochmals, am Regiment Reichstag nicht einen Pfennig verdient zu haben.� Den Verkehr mit politisch führenden und geistig hochstehenden Persönlich» ketten Hobe er aus ideellen Motiven heraus gesucht. Sklarz bestreitet weiter, daß das Regiment Reichstag von einer Seite finanziert worden fei, auf die der Zeug« Davidfobn angespielt hat. Es werden dann noch zahlreiche Vriefe der Angekla'ffen ver» leien, die zum Teil schwer belastend sind. In einem Brief des alten Sonnsnfeld an seinen Sohn heißt e». Drahte mir sofort dringend, ob Du herausgeben wtlflfl weil ich ja nicht weiß, wo alles fft. verstehst Du mich? Deine hiesigen Dokument« find nicht ausreichend, um gegen die ganz« Gesell- schast mit Erfolg vorzuaehen. Viele Sachen stehen also aus schwachen Füßen, wenn Du«icht andere Beweise hast. Wer wie auch immer e« sei, wenn Du auch durch das Milieu irritiert worden bist, so Host Du doch falsch und unrecht gehandelt, wenn Dir auch, woran ich glaube, die Wsicht ferne lag, die strittige Summ« zu behatten. E» folgen noch die medizinischen Gutachten über den Geist««» zustand de« ollen Sonnenseld. Sanitätsrat Dr. Leppmanu Hütt ihn für eine» verrÜcktbeitsähnlicheo Kranken, der aber nicht so verrückt ist, daß ihm die fiele Willensbe' Immung ab« gesprochen werden kann. Er wie der Gerichtsarzt Dr. Rüger halten Hermann Sonnenfeld für vermindert zurechnungsfähig. Die Verhandlung wird auf Eonnabend 9 llhr vertagt. Tavidfohus Aussage. Genosse S 0 l l m a n n, der seinerzeit Vorsitzender des von tcr Partei eingefetzten Ausschusses zur Untersuchung des sog. Falles" Sklarz gewesen ist, schreibt uns: Nach Zeitungsberichten hat Davidsohn u. a. ausgesagt:„Am 1. Januar hat mir der Vorsitzende de» Ausschusses, Sollmann, im Gewerkschaftshause gesagt, es habe sich allmählich herausge' ellt, daß ich recht gehabt habe, nur hätte ich es nicht ia so krasser Form vorbringen sollen. Es ist mir unbegreiflich, wie Davidsohn zu einem der- artigen Mißverständnis gekommen sein kann. Seil ich sein„Material" kenne und im Untersuchungsausschuß Herrn Sonnenfekds sea. „Materia!" gebärt habe,!nn ich genau zu demselben Urteil über das„Maierial" und die Person Sonnenfelds gekommen, wie es der jetzige Pnzeß jedem Leser nahelegt. Weder zu Dovidsohn noch zu irgend jemand«mdeien Hab« ich jemals geäußert, daß das so- genannte„Material" für einen Parteigenossen belastend ist. » Gen. Richard Fischer schreibt un»: Ich werde aus die Prozeßberichte verschiedener bürgerlicher Blätter aufmerksam gemacht,«ach denen in dem Sklarz-Prozeß der Zeuge Georg D a v i d s 0 h» bekundet habe: »Im September 1919 lernte ich Hermann Sonnenseld kenneu in«in« Besprechung, zu der auch einig« andere Partei. genossen«ingeladen waren, darunter der Geschäftsführer des„Vor- wärts". Reichstagsabgerrdneter Richard Fischer. Bon diesem hatte ich«rfayren, daß ihm di» Sache bedenklich erschein« und daß er sich wehr« gegen das Eindringen fremd.kapitalisti» er Einflüsse in den„Vorwärts", und daß er einen weren Kampf in dieser Richtung g«gen Ebert und Scheide» 1 mann geführt hotte. Demgegenüber erkläre ich: Eine Einladung zu einer„wichtigen Besprechung" gelangte im Sommer 1919 von Baumeister an meine Gesthäftsadress«. Da ich aber zu der Zeit in Ferien war, so tonnte ich schon darum an dieser„wichtigen Besprechung" nicht teilnehmen, so daß ich bis zum heutigen Tage de» Vergnügen« entbehren mußte,„den alten Genossen Sonnenfeld"— nach Dooidfohn'scher Darstellung— kennen zu lernen. Ueber di« Eklarz.Wgelegenheit hat natürlich David« söhn auch mit mir gesprochen, und es ist schon möglich, daß ich die Sache für bedenklich erklärt Hab« unter der Voraus- setzung.daß die. Davidfohn'sche Darstellung rich. tig sei. Mein.Abwehren des Eindringens fremdkopttalis ischer Einflüsse in den„Vorwärt»" ist ureigenes phanlasieerzeugnis Davidsohu»: ich konnte ja solchen fremdkapitaüsiischen Einfluß schon um deswillen nicht abwehren, da im„vorwärts" niemals Privakkapval angelegt war od« augelegt«erden sollte. Auch die von ihm augeführten Differenzen zwischen EbvAScheidemann und mir hatten mit«apitÄeinfluß absolut»icht« ,u tu«: zwischen Scheideman» und mir haben überhaupt kein« Differenzen bestanden, und die Differenzen mit Ebert b«. trafen Kompetenzfragen. E« scheint also, daß in diesem Prozeß Hermann Sonnenseld nicht der einzige Verrückt« ist. Berün. den 11. März 1921. Aichard Fischer. vi» Berliner Anwesenheit der deutschen Botschafter bei den Re. gierungen Frankre'ch», England» und Belgien» ist«ich t. wie man wunkett. das Vorspiel ihrer Abberufung, sondern dient not- wendigen Besprechungen. Die Retchiregierung denkt nich- daran, au» dem Scheitern der Londoner Konseunz den Abbruch Ur hip.'c° matisch« Beziehung«» herzuleite» GewerMastsbewegung Schon wieder eine Sprengmine! hall« a. ll. März.(Eigener Drahtbericht des »Vorwärts�.) Die Bezirksleitung des Verbandes der Berg- arbeite« Deutschland» in hall« ist in der Lage, ein Rund- schreiben der D.Ä.P.D. bekanntzugeben, aus dem mit aller Klarheit hervorgeht, daß die Kommunisten das Bestreben haben, einen der größten Verbände Deutschlands zu zer- schlagen. Das Rundschreiben ist an die Vertrauensleute der DJt.P.D. gerichtet und entstammt der Bezirksleitung der B.K.P.D. Halle-Merseburg. Es ist unterzeichnet von dem Sekretär B o w i tz t i und trägt das Datum vom 9. März d. I. Das Rundschreiben lautet: „Betrifft: Bezirks-Dergarbeiterkanfcrenz in Halle a. S. Werte Genossen l Am SS. Mai 1921 tagt in Gießen der Verbandstag des Berg- arbeit eroerbandes. Da aus dieser Tagung wichtige Entscheidungen zu erwarten sind, so müssen sich die kommunistischen Mitglieder des D.A V schon rechtzeitig über die Stellung von An- trägen und dergleichen verständigen. Zu diesem Zwecke findet für den Dezirk Mitteldeutschland am Sonntag, den 29. März 1921; vormittags 9 Uhr, im Volkspart zu Halle eine Bezirk». berqarbeiterkonferenz statt. Die Tagesordnung wird im Taqungslokal bekannt gegeben. Alle Ortsgruppen der v.K.p.D„ in welchen eine entsprechende Anzahl Genossen, die Mitglieder des Bergarbeiterverbandes sind, vorhanden sind, haben zu dieser Konferenz mindestens einen Delegierten zu entsenden. Die Dele- _ gationskosten trägt jede Ortsgruppe selbst. Den Delegierten ist w ein Mandat von der örtlichen Parteileitung auszustellen. Mit kommunistischem Gruß gez.: Untersi�rlft. . Di« Bezirksleitung des Verbandes der Bergarbeiter in Halle weist zugleich mit der Veröffentlichung des Schreibens ausdrücklich darauf hin, daß diejenigen, welche sich an der Konferenz der V.K.P.D. beteiligen, sich damit außerhalb des Verbandes stellen, wie das auch in einem Aufruf des Vorstandes in der«Berg- crbeiterzeitung* klar zum Ausdruck gekommen ist. Wir reihen diesen neuesten Beweis für die„ehrliche* Absicht der Kommunisten, die Einigkeit In den Gewerkschaften zu er- halten, den vielen hundert anderen an. Sie mögen nur ruhig so weiter machen. Je schlimmer sie es treiben und je offener sie den Kampf gegen die Gewerkschaften führen, desto eher wird die gesamte organisierte Arbeiterschaft erkennen, daß nicht die«Ge- werkschaftsbureaukratie* die Gewerkschaften zerschlägt, sondern daß diese Arbeit einzig und allein die Sonderbündler in der VF.P.D.. die Heloten Moskaus und Helfershelfer des Kapitals und der mit ihm verbundenen Reaktion besorgen. Retter des Proletariats. Immer wieder stellt es sich heraus, daß bei einem Teil der Linksradilalen Worte uns Handlungen fast nie übereiniliminen. Diese Menschen, die ihre eigenen Klassengenossen, soweit sie der S.P D. angehören, als Verräter. Lumpen uiw. beich-mvfen. sind in ihren Taten iebr oil selbst solche, wie wieder ein Beispiel ouS der jüngsten Vergangenheit ,eigt. Der Werl, eugmawer Willi Hernkind, zuerst Mitglied der 1l.S.P.D., dann der KPD., war inimer der wütendste Bekämpker der nach seinen Reden vollständig verlumpten und korrumpierten Sozialdemokrat,«. Jedes Mittel war ihm dab.'i lechl. Durch sein überradikoles Auftreten und durch die gewandte Handhabung blutiger Phrasen hatte er sich das Vertrauen des 'größten Teils der Arbeitertcha't der Firma Hirschhorn erworben. .Wie durch eine Gerichtsverhandlung die am 7. März lS2l vor der si! Strafkammer de? Landgerrchlö Bcrlin-Mitte festgestellt wurde, bat er das Vertrauen seiner Arbeitskollegen aber schnöde m i tz- a u.ch t, Das Gericht verurteilt- ihn zu sieben Monaten ''Gefängnis, drei Jahren Ehrverlust»nd Bezahlung der Gerichtskosten. Während seiner Tätigkeit als Beinebsrat bat dieser Kampier gegen die„Berlumpung der S.P.D.' nämlich große Unterschlagungen begangen. Unter anderem hat er 1409 Mark, die für die Opfer deSKavp-PutscheS im Ruhrgebiet, und 140 Mark, die für eine ver- unglückt« Kollegin gesammelt waren, für sich verbraucht. Die sogenannte Funklionärkasie ha» er um lbv� Mark erleichtert. Nebenher laufen noch eine ganze Menge anderer, ähnlicher Verfehlungen. Dieser Fall, der ja nur einer von vielen ist. beweist deutlich, � daß die«rbeitenchast Leuten gegenüber, die die Phrasen besonders � virtuos bandhaben und die eigenen Klasiengenosien des Verrates und der Korruption beschuldigen, sehr vorsichtig sein muß. Der peiral de» Malerverbande» nahm In seiner letzten Sitzung,« Ende Februar, ein« Entschließung an, die sich gegen die Bestrebungen der L.Ä.P.D.. den politischen Streit in die Gewerkschaften hinein» zutragen, wendet. Der Beirat verpflichtet den Berbandsvorstand, „gegen Mitglieder und insbesondere Funktionäre, die dieses Be- streben fördern und ihren Anordnungen entgegenhandeln. oder ihre gewerkschaftliche Tätigtest von der Weisung außer- halb des Verbandes stehenden Personen oder Or» ganisationen abhängig machen, mit allen ihm durch das Statut und die Verbandstaqsbefchlüsie gegebenen Mitteln vorzu- gehen und fo unsere Organisation gegen die sie schädigenden An- griffe zu schützen.* Ende de» Mlropa- Streiks? Nach Meldungen bürgerlicher Korrespondenzen>st am Freitag vor dem SchlickiiungsauSichuß eine Einigung in dem Streit der Angestellien der Mitropa erzielt worden. Von der in Frage kommenden Arbeitnebmerorganiiaiion sind uns leider bis RedallionSichluß keine Mitteilungen über den Inhalt der getroffenen Vereinbarungen zugegangen. Reue Forderungen der Kuhrbergleute. Der Deutsche Schnell- diensi meldet: Bei den jüngsten Veratungen im Rheinisch-Westsält- schen Bergbau ist von den Arbeitern eine Lohnerhöhung von S M. je Schicht für Gedinae und 6,49 M. je Schicht für sonstig« Ar- bester verlangt worden. Außerdem würde als Au-gle'ch für die in Zukunft wegfallenden Ueberfchichten eine allgemeine Lohner» höhung von 19 M. je Schicht gefordert. der Wiener Setrlebsrätekongreß. Vom IS. bis 18. Februar tagte in Wien der Kongreß der De- triebsräte der Metallindustrie Deutschösterreichs.„Die Gewerkschaft*, das Organ der Gcwertschaftskommisiion Deutschösterreichs, sagt in einem Ueberblick über die viertägigen ernsten und sachlichen Der- Handlungen u. a.: „Der Kongreß hat gezeiat, wie lich die Arbeiterschosi den Wiederaufbau verbellt und ist dabei nicht bei den engeren Deruf»- fragen hängen geblieben. Es wurde wahrhastig mit den g e- gebenen Tatsachen gerechnet und immer im Auge be- halten, daß dieser Aufbau sowohl eine wirtschaftliche wie auch eine finanzielle Schwierigkeit in sich birgt. Nicht nebulose Phrasen be- herrschten die Verhandlungen, sondern es wurde wohl verbanden, den Weg zum Ziel genau abzu st ecken. Indem sich der Kongreß auf gegebene Tatsachen beschränkte, hat er festgestellt, daß eine Besierung der Wirtschaft planmäßig erkämpft und durch- geführt werden müfle, und diese sich nicht auf Täuschungen auf- bauen dürfe. Ein Ueberblick über die Verhandlungen läßt er- kennen, wie dos Verlangen, praktische ökonomische Arbest zu leil'en, um die Produktion vorwärtszubringen, die Triebfeder aller Handlungen fein müsie. Im Gegensatz zu einem Bruchteil der Ar- beiter, der die bestehenden Machtverhältnisse ver« kennt und in den Betriebsräten nur revolutio- näre Werkzeuge sieht, um sofort ein politisches Ziel zu erreichen, hat der Kongreß mit der nüchternen und nackten Wahr- heit gerechnet und dementsprechend« Entschlüsie gefaßt. Damit hat er den einzig möglichen Weg beschritten, der Aussicht auf Ersplg verspricht. Die Meinungen waren aber auch darüber geklärt, daß sich die Betriebsräte beruflich enger zusammengefaßt als bisher in die Gesamtorganisation der arbeitenden Klasien einzufügen haben. Mit voller Deutlichkeit wurde wiederholt erklärt, sie seien nur leistungsfähig, wenn sie in den Gewerkschaften das Rückgrat für ihre Tätigkeit erblicken. Den Kongreß- teilnehmern war es daher nicht darum zu tun, eine selbständige Bctriebsrätezusommenfasiung vorzunehmen, sondern vielmehr dar- um. mit und durch die Gewerkschaften an der Hebung der Produktion mstzuwirken und auf sie selbst einen kontrollierenden und bes immendeo Einfluß zu bekommen.* Wir begrüßen vor allem das auf dem Kongreß so klar zum Ausdruck gekommene Streben nach einer einheitlichen Orgaoi- sationsform für die Betriebsräte, die untrennbar mit den großen Gewerkschaftsorganisationeii verwachsen ist. Hoffentlich ist der Tag nicht mehr fern, an dem dies« gesunde Ansicht der Metall- arbeiter Deutschösierreichs auch Gemeingut der deutschen Arbeiterschaft wird, die heute leider nur zu einem erheblichen Tell an der Rätespielerei einiger Gernegroße Gefallen findet, ohne zu erkennen, wie groß der daraus für die gesamte Arbeiterschaft erwachsende Schaden ist._ Die englische Bergarbeiterbewegung. Die Delegierten der vereinigten britischen Grubengewerkschaften berieten den Regierungsbeschluß, schon in drei Wochen auf die Kon- trolle der Bergwerke verzichten zu wollen. Der Versammlung wurde mitgeteilt, daß die Verhandlungen zwischen den Vertretern der Arbeiter und der Unternehmer über Festsetzung einer neuen Lohnskala zu keinem Ergebnis geführt hätten. Es wurde beschlosien, neue Dorschläge auszuarbeiten, um zu einer Einigung zu gelangen. Unter den britischen Bergarbeitern scheint eine starke Erregung zu bestehen, die sich auch im Unterhause geäußert hat. In der De- batte über die Aufhebung der Siaatskontrolle der Gruben trat der Regierungsvertreter Horn« für Lohn Herabsetzung nach dem ZI. März d. I. ein. Arbeiterporteiler riefen ihm daraufhin zu: „Dan« laßt doch die Bersardeiter fierd««.* S» P nicht unwahrscheinlich, daß es nach oder schon gegen Ende Mörz zum Kampf im englischen Bergbau kommt. Rücktritt Smillies. Der ausgezeichnete Führer der Bergarbeiter Großbritannien» und Borsitzende der Bergarbeiterinternationale, Gen. Robert S m i l» lie, hat schon die letzten Sitzungen des Exekutivkomitees nicht leiten können. Die bedauerliche Nachricht von seinem Rücktritt klingt also recht glaubhaft._ SotHtf-fi Travspartarbeiterverbans, Sektion V. Industriearbeiter: Sonn» tag Uhr im großen Saal der Patzcnhofe: Brauerei, Fidicinlir. 2/Z, allgo» mein« Sektwnsmitgliederversommlung. Wahl der Sektionsleitung und Wahl des ltassterers sowie der Senisianskommisston: Wahl der Mitglieder der engeren und der erweiterten Bezirksversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.-- Eisen», Riihrcn», Werkzeugmaschinen usw. Handelsbetriebe, die dem Arbeit- geberverband angehören: Sonntag 1» Uhr im Eewerlschaftshaus tRestaurant). Engelufer Uns, Bollversammlunz..... Zentraloerband der Schuhmacher. Msntag 7 Uhr Branchenversammlnng der Zuschneider, köpenicker Str. 127a. Branchenversammlung der Zwicker bei Boeler, Deberstr. 17._- fius öer Partei. Ein AchkzigZSHriger. Am 12. März wird der Genosie Wilhelm Klees in Magdeburg da» 89. Lebensjahr vollenden. Er gekört heute zu den Beterancn der Partei in des Wortes weitester Bedeutung. Schon die ersten Anfänge der sozialistischen Bewegung nach der Gründung des All» gemeinen deutschen Arbeitervereins hat er handelnd miterlebt. Bon Beruf Zigarrcnmacher. war er schon ir die sozial!' stlche Bewegung eingetreten, als er noch wenig mehr als 29 Jahre zählte. Ursprung» lich dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein angehörend, befand er sich unter denjenigen, die gegen den sogenannten Schweitzerschen Staatsstreich von 1869 öfkentlich pretestierten und zur Einigung der beiden bis dahin bestehenden Parteien aufriefen. So aebörte er zu den Miwerenlosiern des Cisenacher Kongresses von 1869, aus dem die„Svzialistiscbe Arbeiterpartei* unter Bebel- Liebknechts Führung hernerainq. Sowohl in der Gewerkschaft der Tabakarbciter als in der Parteibewequna war der Name Klees-Duckau lange ?ahre weil bekannt. Er geborte auch mit zu den Begründern der Magdeburger Parteivresie, die vor dem Sozialistengesetz enf'and und wie so viele ihresaleickien den Scklägen des Schandgesetzes er- lag. Während der Dauer des Sozialistengesetzes war er wi�erbolt in Prozcsie verwickelt und gehört? zn den Mitoerurteilten des Magdeburger Geheimbundprozesies. Alle polizeilichen und gerichtlichen Schikanen bat er mannhaft erduldet und stch nicht von seiner lieber- zeuquna abbringen lasten.?m Jahre 1893 wählten'hn die Magde- bi'rger Genossen in den Reichstag. 1898 wurde er von Wiibeim Bfannkuch. der ebenfalls dicht vor der Nollendung seines achtzigsten Geburtstages steht, abaeiöst und kandidierte dann im Wahlkreise Sarmi-Forst besten Mandat er tüs zum?abre 1903 ausübte. Zu» nebwendes Alter bat ihn dann längere Z?it von der öffentlichen Wirklamkeit feenaebaiten. Nach der Revolution wählten ihn die Magdeburger Genssten noch zum unbesoldeten Stadtrat, welche» Amt er beute noch mit seltener Pflichttreue ausübt. Alst dem Maade» burger Narteitoq von 1919 hielt der Senior der dortigen Genosten die Eröffnunasaulpracbe, in der er. angesichts der tiefgebenden Meinungsn-rsstiiedenheiten in der Fraa« der Budgetbewilligunq, ernst zur Einheit der Partei ermahnte. Diei» Einheit der Arbeiter- bewegung war ibm ein.Herzensbedürfnis Und auch die durch den Krieq hervorgerufenen Parteiwirren haben ibn in seiner lieber» zeuaunq nicht wankend gemocht. Dei alten Sozialdemokratie, der er sa lange gedient, ist er bis in fein hahes Alter treuqebst-ben. Ein Muster für so viele jüngere, die den Pfad zu verlieren drahten. Wir wünschen dem Alten, daß er nach einen recht langen und IU» kriedenen Lebensabend genießen und den Anst ieg der Partei, cher ihm eine Freude war. weiter handelnd miterleben kann. Beraum» für den reöatt. Bell' Dr. Werner Beller, Cdnelottendura: tltr«gzewent Tb Glucke. Berlin Birla«: Boewäels Berlaa G m b H. Berlin Drnk Bvr» n>SrIZ-?uchdruckerei n. BeriagsanNai» Viurl T inner u. Co.. Berlia.«inde iktr.« Bleri»> Bella«._< Umsonst Tabaksamen liirea. eoopilanzen Diese Aufforderung erscheint nnr einmal DemeiTiABAfk. selbst! H Beste Zelt Samen» c sien und AasVanft Aber Fermcntlerung und Belzang durch den Verein eo» Hebung des Tabakbaues. Stnitgart-Cannstnlt. 36S. RQckaorlo beilegen Wir Sie Iljcm Zucket los und wieder orbritsiöbiq werden, teile ich uneut» seitlich icbcra Zuckertranten mit.[121 A,r wßfl OUlßfJ Fr. L6w, Walldorf Di 443 bei Frankfurt a.M. AUSVERKAUF der durch Brand* Wasser* Raudi und sonstige Einwirkungen infolge Feuer vom 31. 1. zum 1.2. 21 beschädigten WareUj wie: Teppiche, Gardinen, Schuhe 'päare".6 Galanterie, Bilder usw. findet. V soweit Vorrat, von heute ab statt HERMANN UETZ Älexanderplafz mm II. Stock GX31GX9