Kr. IAH» 38. �ohrgottg Ausgabe ZS Nr. bS VezagSdretS, Nert«IMrl.-!l�— M., monatl. 10.— U. tai m» Hau», uotmi« joSlbot, Postbezugs Aonatltch 10,- aiL emlchU gu- stellungsg-bübr. Unrtr Kreuzband füt DttUlchianö und Oesterreich 16£0 M, für das Äbrqe Ausland bei iiiglich einmal. Zustellung Z1.Z0 M. Poftbe- stellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tlchecho- Slowakei. Däne- mark. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz.- Eingeirageu in die Post-Zeilungs-Pretslist». ZSl.Aorwärts" mst der Tonn lag» btilage.Boll und Zest� und der Unter- ba/tungsbeilag» �eimwelt' ericheint wochentäglich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal. Telegramm- Adreff»! »lazlaldeiaatrot Bcclte*1. Bcrlinct? Volksblatt (20 Pfennig) »»zeigenpreis: W*«chtgespaltell, Ronpareillezekle kostet iJO all„»leine Anzeigen- da» letlgedruckte Wort IL» M.(zu- liisfig zwei fettgedruckt» Worte), lede» weitere Dort t— M. Stellengesuche und Schlafstrilenan, eigen da» erst» Wort V— M, jede» wettere Wort SO Pfg. Worte über Ib Buchstaben zählen für zwei Worte. Familieu-An- zeigen für Abonnenten Zeile Z,- SOI SU Preise«erstehen(ich etnfchließlich Teuerunga, Uschlag. «rrzetgen für die nächste Nummn müssen bi» S vhr nachmittag» im hauvigeschäft. Berlin EW SS. Linden- straft« g. abgegeben werben Seöffnet von S Uhr früh bis S Uhr abend». Zentralorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfchlande Neüaktion and Expedition: EW öS, Linöenstr. Z Krrnsprechrr-«mi MortstPIan. Rr. tSl«v— i»lv7 Sonnabend, den 12. März 19�1 vorwärts-verlag G.m.d.h., SV) 68, Linöenstr. Z _ Kern spreche»> stlm» Moritzpla». Rr. 1I7S3-S4 In den Unterhaltungen seit ein! Helms II., die dort in einer beschrankten plaren zirkuliert, die Hauptrolle. Diese gewisser engerer Kreise sp eidlgungsschrift W einig« Äeit die Verteidigungsschrift die dort in einer beschränkten Anzahl Verteidi! lelt il» von Exem- ngsschrist Piaren zlriuuert. oie Hauptrolle. Diese Vertewigungsschris ist in die Form einer geschichtstabellarischen Darstellung ge kleidet, die mit dem Jahre 1884 beginnt und mit den: 4. Augus .ihre 1884 beginnt und 1914 abbricht. Schlußfolgerungen im allgemeinen werden nicht gezogen, höchstens hie und da flüchtig angedeutet, der Stil der berühmten Randbemerkungen ist gänzlich aufgegeben zugunsten eines Anscheins vollkommenster Objektivität. Wilhelm spricht daher immer auch von sich selber in-der dritten Person: der Kaiser oder respektvoller: S. M. de? Kaiser. Den Hauptinhalt bildet eine Auszählung von Mon» archenbegegnungen, Thronbesteigungen, Ämtsantritten von Präsidenten, Botschaftern und sonstigen Dingen, die man in jedem Geschichtskalender nachlesen kann. Stellenweise wird die Sache interefianter. So heißt es am 18. August 1891 über den Besuch Wilhelms bei Zar Alexander III. in Narva:„Der Zar sogt, daß er die R e p u» hilik Frankreich hasse, und fordert zur Wiederher» Stellung der Monarchie in Frankreich auf." Aber schon am 17. August 1892 wird vermerkt:„Russisch-fronzösische Militär- konvention. Im Fall der Mobilmachimg auch nur einer Macht des Dreibunds wird die unverzügliche Mobilmachung der gesamten französischen und russischen Streitkräfte und ihre schleunige Einsetzung zu entscheidendem Kampfe vereinbart." Es werden dann weiter im Lauf der Jahre sorgfältig all« Tatsachen registriert, die für die Einkreisung Deutschlands und die Borbereitung des Weltkriegs von der anderen Seite ng des Weltkriegs von lgspolitik/ durch die unverantwortlichen Torheiten der sprechen. Wie aber diese Einkreisungspolitik, die tatsächlich ....... vorhanden war, deutschen kein der srstierzeit doch so viel besprochenen. B5ürb% gehalten worden, in dieses tabellarische Geschichtswerk aufgenommen zu werden. Es entrollt sich das Bild einer rasenden diplomatischen Tätigkeit, um einen Weltbund gegen Deutschland zusammen- zubringen, man sieht, wie alte Feindschaften begraben und neue Bündnisie geschlossen werden, während es auf deutscher Seite immer nur von Zeit zu Zeit in regelmäßiger Monotonie heißt:„Erneuerung des Dreibundes" und alles andere vorbei- April 1898 heißt es:„Englischer Dündnisantrag an Rußland abge- l alten." Da- gelingt. raf Münster in aris Delcafl� ein d e u t s ch- f r a n z ö f i s ch e s A b r o m- m e n vor. um zu verhindern, daß die portugiesischen Kolonien unter englischen Einfluß kommen, erhall aber keine Antwort. Den Anspruch, der eigentliche Schöpfer des Lölkerbund- gedankens gewesen zu sein, nimmt Wilhelm H. in folgender Eintragung am 24. März 1905 in Anspruch: Vorschlag des Kaisers an den Zaren und Witte,«inen DSlker- bund zu gründen durch Verbindung des Dreibunds mit der fron- zösisch- russischen Allianz unt« Wahrung der Gruppen und Anschluß. Möglichkeit fiir alle anderen Gruppen oder einzelne Staaten. Der Vorschlag wurde in BjörkZ vom Zaren, in Rominten von Witte akzeptiert. Eine Pröstdialmocht war nicht in Aussicht genommen. Das völkerbündnis ist demnach ein Gedanke Kaiser Wilhelm«, nicht Wilsons. Das geplante Vündnis sichert jedem Teilnehmer völlige Parität und Freiheit. Wilson» Völkerbund ist die Beherrsch u n g der Welt durch die Angelsachsen in der Tarnkappe. Die bekannte Mission Haldanes in Deutschland im Fe- bruar 1912 findet folgende Darstellung: Deutschlands Bemühen um einen Neutralitätsvertrag mit Eng- kand scheitert an unannehmbaren englischen Forderungen- Der Ber- such Englands, die deutsche Flottenentwicklung durch Baubeschrän- kungen zu lähmen und eine neu« Marinevorlage zu verhindern, scheitert. Wäre Deutsi�kand damals auf den englischen Porschlag eingegangen, so hatte es heute jedenfalls mehr Kriegsschiffe, und auch sonst wäre manches anders! Den Abschluß bildet eine„llebersicht über die Tage der Mobilmachung 1914". Sie beginnt:„April: Mobil- machung der e n g l i s ch e n Banken in London. Aufhäufung des Goldes. Juni: Berginn der englischen Mobil- machungsvorberitungen. 1 5. I u l i: Rußland. Die in den Monats« Aoril bis Mai angeblich zu Hebungen eingezogenen Mannschaften wurden bis Kriegsausbruch unter den Fahnen zurückgehallen... 20. Juli: Einberufung der belgischen Reserveoffiziere zum Heere." Etwa» später folgt die Bemerkung:„24.-25. Juli be- ginnt in Frankreich(nach George» Ohuek) die rnobilimtioa g�rale.* Und dann erst am 25. Teilmobilmachung Oesterreichs gegen Serbien. Für den 26. wird„Beginn der Kriegs- bereitfchaftsperiode für das ganze europäische Rußland, also auch gegen Deutschland" vermerkt. Wilhelm ist fest davon überzeugt, daß die anderen den Krieg wollen. So stellt er auch seine Ablehnung des bekannten russischen Vorschlags, den serbischen Streitfall an den Haagcr Schiedshof zu überweisen, folgendermaßen dar: Der Borschlag des Zaren, das östcrreichisch-serbische Problem dem Haager Schiedshof zu übergeben, findet keine Zustimmung. (Rußland will die Zeit der Verhandlungen zur Weiterführung der Rüstungen ausnutzen.) Aehnlich wird zu den bekannten Abmachungen Bivianis in Petersburg bemerkt:„Der Gedanke war, durch weiteres Hinausschieben militärische Borteile zu erlangen." Die Schrift schließt mit der Eintragung: 4. August. Sir Edward Grey fordert von der deutschen Regie- rnng ein« Erklärung, daß sie dem Vorrücken der deutschen Truppen in Belgien Einhalt gebiet», sonst werde England Belgien schützen. Das war die englische Kriegserklärung. Wilhelms Schrift ist ein Plädoyer auf Freispruch vor einem Gerichtshof von Pazifisten. Wem keine andere Ge- fchichtsquelle zur Lerfügung stände als diese Darstellung, der müßte allerdings zu der Ueoerzeugung kommen, daß Wilhelm eigentlich immer nur den Frieden gewollt und schließ- sich n u r a u s A n g st. die andern könnten ihm zuvorkam- men. losgeschlagen habe. Und in dieser Art der Auffassung liegt ja auch tatsächlich ein Stück der Wahrheit über die äußerst komplizierte Geschichte des Kriegsausbruchs. Die Tabellen des Exkaisers sind natürsich von derselben ungeheuerlichen Einseitigkeit, von der auch die ententistischen um die Welt ins Unglück hineinzustoßen, die unfähigsten und gewissenlosesten saßen aber leider doch in Berlin und Wien. Die Art war hüben und drüben dieselbe, verschieden war hoch- stens der Grad. Aber dieser Gradunterschied hat es eben zustande gebracht, daß Deutschland in den Augen der ganzen Welt als der einzige Kriegsschuldige erschien und seine Schuld mit der Niederlage und einem stirchtbaren Frieden bezahlen mußte. Kämen ober auch die Pazifisten dazu, Wilhelm II. frei» zusprechen, so würde das Urteil der Politiker über ihn nicht erschüttert werden. Es war eines der größten Mißver- ständnisje der Weltgeschichte, daß in Deutschland fast dreißig Jahre long ein Mann regieren konnte, der dieses Geschäft vielleicht von allen siebzig Millionen Deutschen am allerscylech- testen verstand. Lacherlich der Glaube des Auslandes, dieser irrlichterierende Geist habe den Krieg begonnen, um die Welt- ' errschasi zu erobern; oder er habe überhaupt jemals große iole mit großen Mittein verfolgt. Darauf war er niemals wie ein Kind vor den .! I..»............... zugeschnitten. Und jetzt? Jetzt steht er wie Scherben und klagt, er könne nichts dafür. Simons über London. Zu Beginn der heutigen Reichstagssitzung wurde An Telegramm der Landesverfammlung Kärntens zur Kenntnis gebracht, wonach die Landesverfammlunz mit tiefem Bedauern Kenntnis nimmt von der Besetzung weiterer deutscher Gebietsteile durch die Entente. Sie spricht dem deutschen Volk« ihre herzlichste Anteilnahme aus mit der Versicherung, daß dos Gefühl der Zugehörigkeit zum deutschen Volke durch die Gewaltmaßnahmen der Feinde nicht vermindert werde. Sie gibt der Hoffnung Ausdruck, daß deutsche Tatkraft, deutscher Fleiß und deutsche Einigkeit onch die Folgen dieser neuen Gewalt- taten überwinden werden.(Lebhafter Beifall.) Es folgt die Regierungserklärung über London. Minister des Auswärtigen Dr. Simons: Die Londoner Konferenz ist eine Fortfetzungoon Sva und ein E r f a tz für Genf. Sie wissen, daß uns in Spa«ine solche Konferenz versprochen worden ist. In Spa ist zum erstenmal an die Stelle des unfruchtbaren Notenwechsels eine Verhandlung von Mann zu Mann getreten über die Hauvt- Und Kernfrage der wirtschaftlichen Not unserer Zeit: die R e p a ra t i o n s fr a g e. Wir hatten Anspruch darauf, daß die Behandlung dieser Reparationssrage vorgenommen wurde auf einer Konferenz in einem neutralen Lande. Das war nicht ohne Wichtigkeit für uns, denn man konnte hoffen, daß in einem neutralen Land« die Reparationssrage unter einem um- fasicnderen, mebr tuternationafen Gesichtspunkte hätte in Angriff genommen werden können. Aber wettn uns statt einer Em- tadung nach Gens«ine solche nach London zuging, so konnte die deutsche Regierung sich ihr nicht entziehen. Zu groß war für uns dos Jnterest«, daß wir endlich einmal Klarheit bekamen über den Umfang unserer Verpflichtungen aus dem Friedensvertrage. Wir konnten nicht formeller Vorteile halber den großen Vorteil aus der Hand geben, der in der endlichen Einladung, über die Re- parailongirage zu verhandeln, lag. Die Konferenz in London hatte außerordentlich starke Hindernis!« zu überwinden. Diese Hindernisse sind hauptsächlich entstanden durch die vorhergegangene Konferenz in Paris. Denn, wie ich das immer hervorgehoben habe, in dem Moment, wo dir Alliierten ihre Forderungen ziffernmäßig der Welt vnd uns verkündet hatten, hatten sie fich so festgelegt, daß eine Uebereinkunft sei« erschwert war. Und naturgemäß mußte sich als Gegenwirkung gegen die einseitige Festlegung der Alliierten im deutschen Volke«ine feste Meinung bilden über die Annehmbarkeit and llnannehmbarkrlk dieser Forderungen. die mich ihrerseits einer Festlegung gleichkam. Es hat sich hier klar gi'zeigt, daß nur bann eine Aussicht auf Verständigung besteht, wenn die beiden maßgebenden Faktoren für die Reparationssrage im beiderseitigen Studium g« v r ü f t und miteinander in Einklang gebracht werden. Dies« beiden Hauptfaktorcn sind nach dem Friedensvertrag« selbst einerseits der Schaden, der in den ehemals befetzten Gebteten angerichtet ist in dem Umfang, w welchem wir ihn im Friedensvertrag übernommen haben, anderer- seils die Leistungsfähigkeit der deutscheu Wirtschaft, die nicht zerstört werden darf durch die Forderung auf Schade»- ersatz. Gerade deswegen, weil die leidenschaftslose und sorgfältige htAfetv Pitt linfftphmrjftfc fiir rittf* Jahre» angeregt, ein« solche fammenkunfi durch Sachverständige beider Teile in die Wege zu leiten. Ich bedauere es darum, daß die Wege, die zu der Kon- ferenz von Brüssel geführt haben, nicht bis zu Ende weiter- gegangen worden sind. Darauf ist es auch zurückzu- führen, wenn die Londoner Konferenz nicht zu einem Ergebnis geführt hat. Zweimal haben in Brüssel die Sachverständigen versucht, den Den Sachverständigen in Arüsiel wurde die Arbeit dadurch erschwert, daß Frankreich nicht geneigt war, die Repa- rattonsfrage von ibnen behandeln zu losten. Das zweite Mol kamen Sachverständige der Alliierten und Deutschlands zusammen, und durch sie sind auch eine ganze Anzahl von Aufklärungen ge- schaff sn worden. Diese Aufklärungen konnten aber nichtzu Ende kommen, weil die Sachverständigen der Alliierten, ehe alle Probleme erörtert waren und ehe die Verhandlungen der Wirt- fchaftsleute stattgefunden hatten, zu einem zusammengefaßten Bericht an ihre Regierungen gekommen sind. Dieser Bericht ist nicht einmal zu unserer offizielten Senatnis gelangt, wlr kennen nur Aus- :üge aus ihm.(Hört, hört!) Bei dieser Behandlung der Lebens- fragen der deutschen Wirtschaft hatten wir schon kaum auf ein gemessenes Ergebnis hosten dürfen. Unter diesen ungünstigen Auspizien wurden die vorberrttmigea für London unternommen. Diese Vorbereitungen haben sich zunä auf eine sehr eingehende Prüfung der Pariser B! Die Prüfung hat stattgefunden durch die aufopferungsvolle Tatig seit einer großen Anzahl von Sachverständigen aus alle» Teilen Deutschlands, Männern, die sich herausgensicn haben aus ihren Berufsgeschäften, um dem Vaterland« ihre Kenntnisse zur Lerfügung zu stellen. Ich halte es für meine Pflicht, auch von dieser Stelle aus den Sachverständigen den herzlichsten Dank der Reichsregierung auszusprechen.(Beifall.) Außer der vo» ............. Denkst an- lachst erstreck: Seschlusse. diesen Sachverständigen ausgearbeiteten vorliegt, haben wir Ihnen auch noch eine andere Denkschrift vor- s ch r i f t, die Ihnen erc I; st er i u m ausgearbeitet gelegt, die Im Reichsfinanzmin worden ist und sich hauptsächlich befaßt mit' der Besprechung der Deakschrist der Sachverständigen der Gegenseite. Die Regierung hatte im Einverständnis mit den Führern der Par- teien nach Kenntnts von den Pariser Beschlüssen das Verspreche» gegeben, daß wir nunmehr mit Gegenvorschlägen an die Alliierten herantreten würden. Das war ein kühnes Versprechen. Der Friedensvertrag enthält Bestimmungen, wonach es der deutschen Regierung freistand, innerhaib einer verhättniemäßig kur- Frist an die Alliierten G Zcn Gesamrvörschlüge zu dem Reparatians- iirl» uuiyii av stillschweigend den, und zwar namentlich dadurch, daß man das Reparationsproblem auf die Tagesordnung von Spa gesetzt hat, und daß ma» diese Tagesordnung für G e n f, später für L o n d o n v e r t a g t hat. Es ist der deustchen Regierung von vielen Seiten, im Ausland e im Inland, der Vorwurf gemacht worden, daß sie von dieser wie Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht hat. Demgegenüber darf ich nur auf folgendes hinweisen: Bestimmte Vorschläge der deutschen Reichsregierung in Reporationsdmgen waren so lange fast unmög» sich, solange der Umfang des deutschen Wirtschaftsgebiets schon in re'm territorialer Beziehung so in Frage gestellt war, wi« es durch 5m Friedensvrrtrag geschahen war. Ich will gar nicht hhtwelsen auf die Verhältnisse im Saargebiet und im Rheinlande, sondern nur auf den Punkt, der un» sekt besonders am Herzen liegt, die Unsicherheit betreff» Oberschlefiens. Was auch gesagt werden mag— Oberschiesiea ist und bleibt für Deutschland eine Lebenssragel Das sogenannte Valutaelend kann nicht von einer einzelnen Nation gelöst werden, sondern nur in einmütigem Zusammenarbeiten aller Völker. Seiner der Sachverständigen ist verantwortlich für die höhe der Gegenvorschläge, die wir nachher gemacht haben.(Hört, hört!) Die Gegenvorschläge find gemacht worden aus polltischen Gründen, allerdings nach Anhörung sehr tüchtiger und erfahrener Männer Im Auswärtigen Amt, aber auf Grund der Derantwort- lichkeit der Regierung selbst(hört, hört!), und zwar in letzter Linie aus Grund der Verantwortl chkeit meiner Person. (Hört, hört! und Sehr gut!) Wir hatten uns klar gemacht, daß wir dabei den doppelten Fak- tor mitspielen lasten mußten: die Schadloshaltung der Gegner und die Leistungsfähigkeit unserer Wirtschaft. Deshalb sind wir ausgegangen von den festen Forderungen der Kon» fercnz in Paris. Wir hatten den Gesamtwert der f e st e n An- n n i t ä t e n genomen und ihn zurückgerechnet auf den Gegen- wartswert. Wir mußten diese ganzen aus 4? Jahre ausein- ondergezogenen Annuitäten wieder zurückdiskontieren auf die Gegenwart. Wir kamen bei dieser Berechnung auf eine Summe, die ziemlich übereinstimmte auch mit den Angaben der gegnerischen Presse. Je nachdem man die Annuitäten nach dem Jahres- betrag berechnet oder nach den halbjährlichen Raten, kommt man auf eine verschiedene Summe. Außerdem hatten die Pa- riser Beschlüsse vorgesehen, daß, wenn wir den ganzen Wert der Annuitäten jetzt gleich bezahlen würden, innerhalb der ersten zwei Jahre, daß uns dann die Rediskontierung zu 8 Prozent angeboten werden sollte. So kamen wir zu unserem Angebot von rund 5 0 Milliarden Goldmart, abzüglich der Vorleistungen, die den Gegnern ja bereits bekannt waren und die den Betrag von 20 Milliarden Goldmark ausmachten. Wir hatten unmittelbar vor der Abreise nach London die Mitteilung bekommen, daß namentlich die Reparationskommission eine ganz ander» Summe heraus- gerechnet hatte. Die verschiedenen Summen erreichen kaum die Hälfte der von un« angegebenen Summe; das kommt aber von der Anwendung einer ganz anderen Berechnungsmethode der Reparationskommisston Die Reparationskommisston richtet sich nach dem Versatller Friedensvertrag, wonach uns eine Anzahl Leistungen gar nicht angerechnet, sondern nur gutgeschrieben wurden. Es war von vornherein darüber kein Zweifel, daß di« S0 Milliarden Goldmark das Aeußerste waren, was da deutsch« Wirtschaft vertragen konnte. Doneben war auch llar, daß wir diese 30 Milliarden nicht auf einmal aus den Tisch legen konnten. Nun Ist sehr aufgefallen, daß wir bei der Verzinsung nicht mehr von 8, sondern von S Proz. sprachen. Einen größeren Zinssatz konnten wir nicht anbieten, da er die denkbare Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft überschritten hätte. Die Geldknappheit ist aber nicht nur entstanden aus der Unterbrechung der normalen Handelsbeziehungen, aus dem Rückgang der Wirtschaft, sondern auch wegen der Flucht de» Kapital» vor den ungeheuren Steuerlasten In allen Ländern. Deswegen hatten wir gerade diesen Ausweg gewählt, daß eine Anleihe kommen sollte, die Steuerfreiheit genießen sollte. Finanzmänner, auf deren Urteil ich sehr vertraue, hoben mir den wahrscheinlichen Erfolg auf 8 Milliarden geschätzt. Allerdings gehört dazu eine weitere Voraus- setzung. Wenn Deutschland die Verzinsung leisten iollte. lo mußt, ste einen Vorrang haben vor Art.kel 48. wonach die Reparati- onssorderungen in erster Linie zu decken sind. Wir haben nun unseren Vorschlag so ausgebaut, daß wir neben der Anleihe von 8 Milliarden, neben dleser Verzinsung, eine Iahresrare von l Milliarde Goldmark für die ersten süns Lahre bezahlen wollten. Mehr glaubten wir nicht anbieten zu können. In Paris war die variable Leistung von 12 Proz. vom Export eingeführt worden. Diese Form mußten wir ablehnen, aeil tie wirtschaftlich widersinnig und in ihren Foloen nicht zu übersehen �t. Die Delegation hakte von der Berliner Boglerung die Weisung erhallen, in wichtigen und entscheidenden punkten nicht von den Richtlinien abzuweichen, die sie mitbekommen hatte, ohne die vorherige Billigung der Reichsreglerung eingeholt zu haben. Wir haben unfern Vorschlag so gemacht, wie er in unserem Weißbuch wiedergegeben worden ist. Leider find durch ein versehen der Reich«d rockerei Teile der Rede von Lloyd George in Teile meiner Rede hineingelangt.(Heiterkeit.) Die Konserenz- leilnehmer waren überanstrengt und hatten auch nur wenige Slun- den zur Durchficht zur Verfügung. Da ein Erfolg nicht beschieden war, sind und bleiben diese Tatsachen vertraulich, da wir ein Versprechen gegeben haben, das wir auch halten müssen. Ich weiß allerdings nicht, ob dieselbe Vertraulichkeit auch aus der Gegenseite bewahrt worden ist. Unser Gegenvorschlag hat auf der anderen Seite größte Entrüstung zur Folge gehabt, so daß e» mir nicht möglich war, eine ausführliche Begründung zu geben.(Lebhafte» Hört, hörtl) Ich habe meine Rede abkürzen müssen gegenüber den Zeichen der Erregung auf der Gegenseite. (Lebhaftes Hört, hörtl und Bewegung.) Von vvrnhencin wurden unsere Vorschläge als undiskutabel angesehen. Die Antwort kam am Donnerstag. Lloyd George hat zunächst di« Schuld- frage ausgeworfen. Er hat dann die Belastungsfrage gestreikt und nachzuweisen gesucht, daß in Deutschland zn wenig Stenern dezahlt werden, daß Deutschland durch den Krieg im Gegensatz zu den alliierten Ländern fast gar nicht getroffen worden sei. Dann hat er das Ultimatum gestellt, das uns in London angedroht worden war; er hat gesagt, vaß dieses Ultimatum am Montag in Kraft treten würde, wenn wir nicht bis dahin vollkommen gleich- wenige Vorschläge zu den Pmiser Forderungen gemacht hätten. Selbstverständlich mußten wir versuchen, nunmehr in VerHand- lungen mit den Gegnern zu kommen. Ich hatte erzielt, daß in den Tagen von Sonnabend und Sonntag zwischen Mit- gliedern der beiderseitigen Delegationen eingehende und sehr nach- drückliche Verhandlungen über neu« Vorschläge gesühn wurden. Bei diesen Verhandlungen hat man zunächst versucht, die Verkürzung der Pariser Frist von 42 auf 30 Jahre herbeizuführen. An sich waren die Gegner dazu geneigt; aber es zeigte sich sehr bald, daß die Bedingungen, unter denen man ein« solche Verbesierung der Pariser Vorschläge erzielen tonnte, untragbar waren, denn sie würden zur Folge eghab' haben, daß wir während 30 Iahrcu jährlich drei Milliarden Goldmart zu zahlen gehabt hätten, und daß sich darüber hinaus der variable Faktor so sehr erhöht hätte, daß er dem Gesamtwert der Pariser Forderungen von schätzungsweise 226 Milliarden Goldmark nahekam. An«ine solche Erhöhung de« variablen Faktors tonnte meiner An- ficht nach von deutscher Seite um so weniger gedacht werden, als wir uns nicht der Notwendigkeit aussetzen tonnten, für jede« det 30 Jahre drei Milliarden fest zu versprechen, auf die Gefahr hin, daß gleich zu Anfang ein Zurückbleiben der Ziffer eintrat. Ich habe mir dann besondere Mühe gegeben, den Geflchtspunkt der Mitwirkung am technischen Wiederaufbau Nordfrantreich» in den Vordergrund zu rücken. Diesen Gedanken hott« ich in Spa in den Mittelvuntt gestellt. Dabei trat un» aber in den Weg, daß die Gegenseite außerordentliche Besorgnisse vor der deutschen Tätigkeit hatte, daß namentlich die Franzosen sich einbildeten, wir wollten den Wiederaufbau der zerstörten Gebtete so durchführen, daß wir große deutsche Arbeilerkolonlen nach Nordsraokreich brächten, die dann jahrelang wir Weib und Kind dort verweilten und allmählich Kraatreich mi! deutschen Siedlungen besetzten. Die Daumscheauben. Davor hatten sie ganz außerordentlich« Scheu.? Dazu kam die Furcht der französischen Unternehmer vor der deutschen Konkurrenz.(Hört, hört!) Wir haben e» uns dann an- � München-Gladbach, 12. März.(TU.) Znfosgs der bertils gelegen sein lassen, noch Wegen zu suchen, die der d e u t s ch e n A r- ergriffenen und noch drohenden Maßnahmen der Enteute lieg» das b eiterschaft ermöglichen sollten, ihre Tätigkeit.für�das Re- Qesifcäff in der München-Gladbachsr Textilindustrie gänzlich darnieder. Arbeilseinjchränkungeu in größcrem Maße parationsproblem aus deutschem Boden zu gestalten. Die Pläne sind! gs nicht bloß für Frankreich gemacht worden, sondern um unsere eigenen großen Wohnungspläne durchzuführen. Wir werden Frankreich an dem teilnehmen lassen, was wir für uns selbst geplant haben. Dieser Gedanke de» Wiederausbaue» muß auch künftig unter uns in den Mittelpunkt der Verständigungsardeit gestellt werden. Solana« es strittig ist, wieviel denn von deutschen Vorleistungen oder Sachleistungen anzurechnen ist, solange die Durchführbarkeit de» Friedensoertrages überhaupt streitig ist. solange urWechselaufvieZutunst.(Sehr richtig!) sind die Bond» nur Nach Beendigung der Simons-Rede gab Abg. Trimborn(Zentr.) im Namen der Regierungsparteien eine Erklärung ab. in der es u. a. heißt: Wir billigen durchaus, daß die deutsche Delegation unter Füh- rung des Außenministers Dr. Simons bei den Verhandlungen>n London eine Z u st i m m u n g zu den Pariser Beschlüssen a b g e- lehnt und den Abbruch der Bcrhondlungen hingenommen hat; wir ftellen gleichzeitig fest, daß durch den Abbruch der Verhandlungen eitens der Gegner die bisherigen Angebote Deutschlands hinfällig geworden sind.(Lebhafte Zustimmung.) Abg. Wels(Soz.): Ich muß zunächst meine Verwunderung ausdrücken über einige Sätze in der Erklärung, die der Abg. Trimborn(Zentr.) verlesen hat. Ich bin erstaunt über den unpolitischen Geist, der daraus spricht, wenn man sagt, die bisherigen Angebote seien infolge der Sanktionen hinfällig geworden. Wir sind der Ansicht, daß auch ferner jede Mög- lichkeit, zu einer Derständ,oung zu kommen, ausgenutzt werden muß. Sie werden aus diesen Sätzen der Erklärung erkannt haben, wie ungeheuer schwer es gewesen ist, daß die Demokratische Partei und die Deutsche P o l k s p a r t e i sich unter einem Hut zusammenfanden.(Große Unruhe bei den bürgerlichen Parteien). Die Erklärung hat auch Bezug qenommen auf die Frage der Schuld am Krieg«. Um unser« abweichende Auffassung zum Ausdruck zu bringen, müßte die ganze Dorkriegszeit hier besvrochen werden. Da- zu liegt aber heute nicht die Möglichkeit vor. Lloyd George hat im September vorigen Lahres erklärt, daß das Studium der Dorkriegs- zeit ihn zu der Ueberzeugung geführt habe, daß olle beteiligten Staaten in den Krieg hineingeschlittert seien. Diese Erklärung steht in schroffem Gegensatz zu seinen Er- klärungen in London, die Deutichland als den allein schuldigen Ur» Heber des Krieges hinstellten. Wir Sozialdemokraten verneinen die Schuld, die die deutsche Regierung an der Entfesselung de» Krieges trifft, unter keinen Umständen. In Gens haben wir gemeinsam mit den Arbeitervertretern der allilerten Länder betont, daß da» k a p i- tat istische System die tiesste Ursache des Weltkrieges ist. Wir stehen aber augenblicklich vor einer Lebensfrage Europas.(Zurus rechts: Deutschland l) Nein, ich sage Europas, denn der Untergang Deutschlands würde den wirtschaftlichen Niedergang Europas noch sich ziehen. Wir müssen uns deshalb heute fragen, wen trifft dicsesmal an der Katastrophe die Schuld? Und ich glaube, wir können mit ruhigem Gewissen sagen: Uns nicht! Die Derhandlungen sind von den anderen unter Drohungen abge- brechen worden. Es ist nicht wahr, daß das deutlche Dolk seine Per- vfllchtunqen nicht erfüllen will. Das deutlche Volk hat den ehrlichen Willen, bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu gehen. Die Welt möge hören.: wir können uns gegen die Sanktionen nicht wedren und müssen sie über uns ergehen lasten, wir können aber nicht For- V.________ ��1.". fr St-»'» u—, i>•*?«v«-»» f fiinrtfta iphon.! bevor. London, 12. März.(Unterhaus.) 3n der ersten Lesung de» „deuischen Reparations-Bill" kündigte Abg. Boltomley(keines- wegs etwa e'n Revolutionär! Red.) an, daß er bei der zweiten Lesung am Montag beantragen werde, die Borlage zu verwerfe«. Der Kölner Sonderberichterstatter der.Tim«»- schreibt, die, Londoner Beschlüsse hätten bei der Rheinlandkommijsiou Bestürzung hervorgerufen. Man frage, wer den teuren Apparat bezah'en werde, der notwendig sei. um tie w.rtschaftsicheu SanNloneu zu eiz.v'.nze«. Zu welchem Maße wärde die Berliner Regierung für d'e Gestellung von Beamten verantwortlich sein? Weichen Ruhen brächieu diese Saukkionen? Wohin führe dieses alles? Die Errichtung einer k ü u st- l i ch e u Zollschranke, die das westl'che Indultriegebiei mitten entzwei schneide, sei ein sehr kompliziertes und gefährliches Unter- nehmen, das jedenfalls keine Lösung der Enstchädlgungsfrage bedeute. Der Berichlcrstatler schließt: Wenn man sich vor Augen hält, daß d'e Zölle an der Westgrenze Denksch- land» im letzten Monat nur 62 000 Psd. Ste.l. einbrachten, was weniger als 750 000 Pfd. Slerl. lm Jahre bedeutet, dann kann man die Schwierigkeit dieser besonderen Sanktion bevrelsen. Bor ollem muß man fragen: Wohin soll dies sühren?— Der „lila f In" behauptet, die Zolleinnahmea wü den jähr'ich etwa 125 bis 150 Millionen Goldmark belroaen, doch fei eine Berminde- rung zu befürchten. Es müsse nach emer erfolgreichen Beschlaanahme getrachtet werden. Die Rhe'.nlandtommisston tollte ermächtigt werden. Bergwerke. Wälder und Skaatsdomänen zu beschlagnahmen. wodurch man 400 bis 500 Millionen Goldma''k iabrlich erlangen könnte— Lank„Eche de Paris" tritt d'e Rheinlandkommission letzt mit den rhe'nsschen Bischöfen in Berbinduna, ebenso mit den hochschnlrektoren. Sie will auch mit Banken, Industriellen und der Geschäftswelt Fühlung nchmen. De? Zglstgr'k wirb so lang« nach den denffchen Sätzen in Krgst bleiben, bis nicht ein rheinischer Staat entstanden sein wird. Brüssel. 12. März.(TU.).Libre belgigue" sagt, daß die belgischen Znlercssen durch Zollgren'e und 50proze«tige Atg be geschädigt würden. Der sozialistische.P e a p l e" bezeichnet die Sanktionen als einen Bruch des Berioiller Vertrages. De? tatho- lilche„Standard" erwartet die Wiederaufnahme der Verhandlung«». Man ist der Meinung, daß man nach dem Frankreich gewährlen Pyrrhussieg baldigst z uncueu Beratungen schreiten werde. Oesterreich soll Milchkühe abgeben! Wien. 12. März. Die Blätter bemerken zu der neuen Rote de? Revorgllonskgmmllsion wegen de« Abliesernnq von 6000 Milchkühen durch ventlchösterreich. diese Forderung klinge fast wie Hohn. Sie habe nur das eine Guie. daß sie die An- b a r m h e r z 1 g k e i t dar Poiilit der Entente greifbar mache. Oester- reich sei zwo? dem El-wd überaniwortet warden, aber den letzten Tropfen Milch sollt? man der hungernden und enkkräfteten Bevölkerung doch nicht rauben. Slnrnfnng deS Völkerbundes? Amsterdam. 12. März.(Exchange.) Holländische.Handelskretz.' forderten die Haager Regierung auf, beim Völkerbund gegen die derungen erfüllen, die über unsere Leistungsfähigkeit hinausgehen.. m„i„,..A...>.. n. hi.1« Ich konstatiere, daß man uns Forderungen gestellt hat, die nicht nur ggtideutlchen ZwaMSmaßnahmen cNnspruch 3" erheben, da\ Unmögliches zu erfüllen verlangen, sondern auch unberechenbor sind.! Maßnohmen als schädlich für den Handel zwischen Deutschland und Ueber die Ergebnisse des variablen Faktor» weichen di? Ansichten der den neutralen Landern ansehen. Sachverständizen um 100 Proz. voneinander ab. Man hat un» Forderi'nqen gestellt, die unvereinbar sind mit dem Perscnller Per- trag. Man hat uns gesagt, daß man auf der Ausfuhrabgabe nicht bestehe, daß sie durch andere ersetzt werden könne. Wir mußten ober wissen, was man statt dessen von uns verlangt. Darauf ist man uns die Antwon schuldig geblieben. Vielleicht ist man sich in London heute noch nicht bewußt, was 226 Milliarden Goldmark für un« bedeuten. Im Jahre 1S13 betrugen die gesamten Werte an Mobilien und Immobilien, die bei deutfchen Feuerversicherungen oersichert waren, 228 Milliarden Mark. Und man kann sagen, daß tn Deutschland fast alles Eigentum gegen Feuer versich-n ist. Lei Schluß des Blattes spricht der Redner fort. Die heutige Rede des Ministers des Auswärtigen wird wohl für den größten Teil der trotz des frühen Sitzungsbeginns sehr zahlreich erschienenen Abgeordneten und sonstigen Zu- Hörer eine Enttäuschung gewesen sein. Sie war nicht viel mehr als ein ausführliches Referat über den Gang der Lon- doner Verhandlungen, und zwar ein recht eintöniges. Sach- lichkeit, preußisch-geheimrätliche Sachlichkeit, die uns keiner nachmacht, war das Hauptmerkmal dieser fünfviertelstündigen Rede, an der die öffentliche Meinung der Entente nicht gleich- gültig vorbeigehen dürfte. Zum Schluß enchielt die Rede sogar einiges Neues und Gutes, und das Haus wurde etwas leb- hafter. Dr. Simons stellte fest, daß die Verletzung des Frie- densvertrages uns nicht berechtige, unsererseits Verletzungen zu begehen, wie es tn gewissen deutschnationalen Blättern ge- fordert wird.„Wir wollen Böses niegt mit Bösem vergelten" Dies in der jetzigen Situation ausgezeichnete Wort erregte ironische Zurufe auf den Bänken der Westarp und Helfferich. Simons streifte noch unter erhöhter Aufmerksamkeit des Hauses die Schuldfrage, ohne indessen irgendeinen neuen Ge- sichtspuntt vorzubringen. Indem er erklärte, er verlange nicht von der Mehrheit, daß sie jeden Schritt der Delegation billige, gab er selbst den wirklichen Ebarakter der Vertrauens- entschließung zu erkennen. Der Beifall am Schluß war im Hause nicht übermäßig, nur die reaktionären Tribünenbe- sucher, die offenbar über die wirkliche Stimmung in ihren Parteien sehr mangelhaft unterrichtet sind, brachen in Bei- fallskundgebungen aus, die der Präsident rügte. Sjnnkee passiv. Washlrgkon, 12. Mörz.(Havas.) Amtlich. Es wurde vereinbart, daß die omerikonischen Truppen am Rhein nicht an der Erz Hebung der Zölle teilnehmen. Immerhin werden die Vereinigten Staaten der Auiführuna der n e u e n(!) Politik der Alliierten keine Schwierigkeiten in den Weg legen. Der Völkerbund verschickt an seine Mit«Neder Rundschreiben wegen Rüstungsbeschränkung. Ausgerechnet jetzt! ßür Deutschland! Putschpläne? Die„Leipziger Dolkszeitung" veröffentlicht eine Anzahl Schrift- stücke, aus denen hervorgehen soll, daß für den 13. März ein neuer R e ch t s p u t s ch angesetzt ist, der wiederum von Ehrhardt or- ganisiert sei. In der Nacht zum Sonntag soll Berlin besetzt werden, die Verhaftung der Arbeiterführer soll sich anschließen usw. usw. An sich geht dies au» dem Inhalt der abgedruckten Schriftstücke hervor. Ob sie e ch t sind oder ob eine Mystifikation vorliegt, ist eine andere Frage. Innere Wahrscheinlichkeit scheint un» zunächst gegen die Echtheit zu sprechen. Iubilüumsputsche nur zur Inne- Haltung eines bestimmten historischen Datums hat es bisher in Deutschland nicht gegeben. Außerdem müßte sich jeder Mensch mit fünf Sinnen sagen, daß die gesamte politische Situation(Londoner Krise, oberschlesische Abstimmung usw.) mehr al» se einen Rechts- putsch zum Derbrechen am Volt stempeln würde. Ein endgültiges Urteil läßt sich natürlich nicht fällen, da wer weder die Originale der Schriftstücke kennen noch die Art und Weise, wie diese in den Besitz der„Leipziner Dolkszeitung" gelangt sind. Daß die Arbeiterschaft wachsam sein muß, weiß sie seit dem Kapp- Putsch. Zu Nervosität liegt aber t« i n Anlaß vor. In der Debatte über die Red« des Ministers Dr. Benesch im Senat zu Prag wendete sich der deutsche Sozialdemokrat Dr. Heller- Teplitz dagegen, daß der Minister vom ersten Tage an jene Politik der Sk-zerstoaten mitgemacht hat. di« nichts anderes ist. al» di« de» kapitalistischen I n p e r i a l i s m u«, als die Aus- dehnung de» kapitalistischen Expansionsbedürfnisses Frankreichs und Englands. Dem Redner sei es daher ein Herzensbedürfnis, ein wori über Dculschlsnd zu sprechen. Wir werden mit aller Somvaihle bei unseren deutschen Brüdern stehen und hoffen und wünschen, daß dieser neue Leidenekclch, den die verbündeten Entente-Kapitakisten bereiten, vor- übergehen wird und daß Deutschland aus diesem Kampfe heil und ungeschädigt hervorgehe. Wir können aber nicht wünschen, daß auch w i r In diesen Kampf hineingezogen werden. Wir müssen es heute sagen,«he es zu spät ist, baß unsere deutschen Arbeiter in einen neuen Krieg nicht ziehen werden. Jeder Versuch, uns in den Krieg zu oer- wickeln, wird an dem Widerstand der deutschen Bevölkerung scheitern. Diese Politik treibt Deutschland immer mehr in das reaktionäre Lager. Bon einer Konsolidierung Europas kann keine Rede fein, solang« Bürgerblut flicht. Was wir oerlangen, ist, daß sich der Ministor des Aeußeren für eine Revision der Friedensverträge einsetzt, und zwar so rasch als möglich, und daß er mitarbeitet an der Beseitigung des kapitalistischen Systems. Weil er aber Mitarbeiter an der Weitererhaltung dieser Zustände ist, die wir heute haben, lehnen wir sein« Erklärung ab.(Lebhafter Beifall.) Im deutschöstcrreichischen Bundesrat gedachte der Dorsitzende Genosse R e u m a n n, Bürgermeister von Wien, des Abbruchs der Londoner Verhandlungen und erklärte: Ueberall in der Welt, wo Deutsche wohnen, werden diese Maßnahmen das ttefste und schmerz- lichste Gefühl auslösen. Daß wir Deutsche in der Republik Oester- reich da, Unglück unterer Brüder im Reich als das unsere«mp- finden, bedarf nicht erst der Erwähnung. Aber aussprechen wollen wir es, daß wir unseren Volksgenossen in Zeiten schwerster Prüfung innig und herzlich zur Seite stehen und der Hoffnung Ausdruck »eben, daß Deutschland auch diesen schweren Schicksalzschlag uner- hüttert überwinden wird. Der Salzburger Landtag beschloß einhellig, im Lande Salzburg am 24. April eine Volksabstimmung darüber zu veranstalten, ob dem Völkerbund der Antrag auf Anschluß Oester- reichs än Deutschland vorgelegt werden soll. Der Abstimmungstag gilt für den Fall, daß die Bundesregierung nicht schon früher auf Grund eines Beschlusses des Notimialrates die Abstimmung im ganzen Staat anordnet. Vorstandswahl in der unabhängig?« Laudkagsfraklian. Die un- abhängige sozialdemokratische Fraktion des Landtages Hut gestern den Abg. Ludwig zum ersten und Abg. Leid zum zweiten Bor- sitzenden gewählt. Die Fraktion hat sich tn ihrer Sitzung mit der Frage der Regierungsbildung in Preußen beschäftigt Pfeffer freigesprochen. Sfargart, 12. März.((Eigener Drahtbericht des„vorwärts�.) Heute um>410 Uhr morgens verkündete der Vorsitzende den Frei- spruch o. Pfeffers von der Anklage, militärische verbände ohne Genehmigung der zuständigen Stelle organisiert und ihnen angehört zu haben, was durch die Verordnung des Reichspräsidenten vom 30. Mai 1920 verboten ist. Aus der Urlesisbegrüadung heben wir folgendes hervor: Bei der Ardeitsgentein» (chaft des Angeklagten hat es sich um eine wirkliche Ar- beitsgemeinschaft und um keine militärische Or» g a n i s a t i o n gehandelt. Die beschlagnahmten Anordnungen des Angeklagten für diese Arbeitsgemeinschaft erscheinen allerdings avf dem ersten Blick militärischer Natur, bei näherer Prüfung er- gab sich ober, dah bloß die Form militärisch, der Inhalt aber rein wirtschaftlicher Art ist.(!) Die Zeugen Kohler und Na- bold, die Redakteure der„Freiheit", haben das Bild der übrigen Beweisaufnahme nicht wesentlich verändern können. Wäre es dem Zeugen Rabold darauf angekommen, weiteres Beweismaterial dem Gericht näherzubringen, so hätte er Gelegenheit gehabt, da» zu tun. Er hat es aber nicht getan. Die Zeugen Ffenberz und Lsillemeyer find veber- ßufer oder sogar Spitzel. Das Gericht kann sich des Eindrucks nicht verschließen, daß die Presie versucht hatte, das Gericht zu beeinflussen. Auch in der Reichstagssitzung vom 26. Februar wurde von dem alten guten parlamentarischen Brauch, in«in schwebende» Verfahren nicht einzugreifen, abgegangen. Die Verlegung des Gericht» nach Star- gard wurde mißdeutet, trotzdem von 42 vernommenen Zeugen 26 ihren Wohnsitz im hiesigen Bezirk haben. Das Gericht steht außer- bald und über den Parteien. Die deutschen Richter sind un» glück- licherwcise als rocsier de bronce eine» Staatswesen» erhalten geblieben.(!l) Dem Freisprach folgten im Zuschauerraum lauter Beifall und Bravorufe. Der Vorsitzende verbietet jeden Ausdruck des Beifall» oder des Mißfallens. Nach dem Geist, in dem die ganze Verhandlung geführt wurde, insbesondere aber nach der geradezu flammenden Derteidi- gungsrede des Staatsanwalts war ein anderer Aus- gang des Prozesses nicht zu erwarten. Zudem handelte es sich um ein© o n d e r g e r i ch t. vor das der Angeklagte gestellt wurde, das es außerdem noch für nötig befand, sich bis nach Star gard zurückzuziehen. Hierdurch bekam die ganze Verhandlung den Charakter einer Justizkomödie, wie wir deren feit der Revo» luiion schon eine ganze Reihe erlebt haben. Au» der Verhandlung bekam man mehr und mehr den Eindruck, daß der Vertreter der Anklage nicht allzu sehr daran interessiert war, sämtliche» Material zur Aufklärung der Taten Pfeffers herbeizuschaffen. Andererseits darf nicht übersehen werden, daß eine Reihe der» jenigen Zeugen, die im Vorverfahren als Hauptbelastung». zeugen gegen Peffer aufgetreten waren, in der Hauptverhandlung versagten._ Theater. , 5ec Mann Zsoöor"»«» H.v.wongeaheim (Neue» Volkstheater.) Den fünf Akten des Wangenheimfchen Stückes ging eine Tol- t a i f ch e Szene„Der Fremde und der Dauer" voraus. die von dem großen russischen Dichter und Menschengestaltcr kaum einen Hauch verspürcn ließ, aber durch den schlichten, tiefen Ernst d-r Ueberzeugung zn dem. was folgte, in ausgeprägtestem Kontrast stand. Der Fremde, der beim Bauern übernachtet, spricht dem erst nur verwundert Aufhorchenden, dem dann die Worte wärmend in die Seele dringen, von jenen urchristlich evangelischen Gedanken, die ■'ctstois unerschütterlichen Glauben bildeten. Gott hat die Erde als Eigentum für alle seine Menschenkinder geschaffen, hat geboten, daß jeder seinem Nächsten liebend diene, die Tötung eines Menschen- bruders als ärgsten Frevel geächtet. Warum macht sich da» arm« t?auer!g»vlk zum Mitschuldigen einer Gewaltherrschaft, die ihm nur ".nenl,�s Elend bietet? Nicht der Gewalt bedarf es, das Joch zu rechen. Nur daß die, die sich christlich nennen, Mut und Kraft zu der Betätigung wirklich christlicher Gesinnung finden. Weshalb ver- dingen sie sich gegen ihre Brüder zu Wächtern ungerechten Eigen- : ims, warum quälen sie einander in selbstsüchtig gehäfligem Streck und lassen sich zum Soldatenhandwerk pressen. Dem kindlichen Der- stände des Bäuerleins leuchten diese Reflexionen wie Bibelsprüche ein. Auch in dem Schauspiele des noch sehr sugendllchen Autors Wangenheim, der seinen Helden selber deklamierte, ist viel vom Neben Pott und von dem Wahnsinn« des Völkerselbstmordes, des Welt- ' iegcs, die Rede. Gott soll der Stern sein, der Fjodor leuchtet: er trachtet sich in jener kühnen Verachtung jeder kritischen Prüfung. ie in den Dramen unserer Jüngeren und Jüngsten Mode scheint, je 'vernünftig- toller er es treibt, um so zuversichtlich gewisser als rögcr einer großen göttlichen Mission. Ein Faust, der mit Gedan- km zweifelnd nie gerungen hat, doch dem sich jeder Einfall in einen Wasicrswrz großmächtiger Worte umsetzt, soll auf den Weg zur Er- höhunq und Erlösung geleitet werden. Am Anfang spannt die und jene Wendung zur Erwartung. So der Hymnus auf eine idealistische Baterliebe, die den Sohn mit heißen Segenswünschen entläßt. So einige satirische Wendungen bei der Begegnung mit dem Polizisten, der dem seinem Stern nachlaufenden Träumer die Straße sperrt. Einen Vorgeschmack von der poetischen Freiheit, die der Autor prak- tiziert, gibt freilich jene erste Szene schon. Der Vater, der so schwung- voll ethische Reden hält, figuriert auf dem Theaterzettel ausge- rechnet als— russischer Polizeipräsident! Das Wunder ist wie des Glaubens so dieser Dichtungsweise liebstes Kind. Nach der Ernüch» terung durch den Schutzmann kommt die Zeit de» Sinnentaumels, summarisch durch ein Paar oorübertanzender Damen symbolisiert, die dem jungen Menschen Gelegenheit zu überschwenglichen Extosen geben. Als eine der Hukdinnen ihm das Portefeuille stiebitzt hat, durchschaut er reuig den Trug. Ein weitere» Stadium repräsentiert ein literarischer Salon, in dem mit atemlos-automobilistischer Eil- sertiokcit Loblieder aui großstädtisch« Genüsse, wie Kaffees, Bars und Tanzlokale abgehaspelt werden: was ungewollte Heiterkeit im Publikum hervorrief. Ausbruch des Weltkrieges, in dem Fjodor durch «.amp? fürs Vaterland sich reinigen will. Rückkehr als Pazifist und Revolusionär. Ansprachen stn Parlament. Er fühlt sich als ein neuer Ehrisw«, berauscht sich und das Volt und findet zwischendurch now Zeil, dcs Baters Geliebte zu«robern. Die Masten, die seiner allerhöchsten Offenbarung, daß alle menschliche Vesonderheit im all- gemeinen Menschlichen aufgehen müste. nicht recht verstehen können, lasten ihn im Stich. Selbst Vater geworden, schließt er mit Reden über Einsamkeit und Gott. Die lärmende Deklamation der Schauspieler, var allem des Aurors in der Titelrolle, siel, den Eindruck kraster Unnatur noch steigernd, lähmend auf die Nerve». Nur Fränze R o l o f f in ihrer fanatischen Volksrede vor dem Parlamente packt«. Ein Teil de, Publikums demonstrierte gegen den Beifall am Schluß durch Zische». dt. GewerMastsbewegung Dabei gewesen sein. Es gibt in Berlin immer Leute, die unbedingt„dabei gewesen sein" mästen. Ob es nun ein Minister ist, der aus London heim- kehrt, oder ein Hut, der ins Master fällt, immer finden sich Leute, die Zeit zum müßigen Schauen haben. Man hat nur nötig, irgendwo auf der Straße irgend etwas Gleichgültiges aufmerksam zu betrachten und kann' sicher sein, bald Helfer bei dieser Beschäftigung zu finden. Neugierige lauschen mit Intereste den Reden der Berliner Straßenhändler, die mit Ausdauer und Geschick den Wert ihrer für den Gebrauch oft recht wertlosen Waren in den Lugen ihrer Zuhörer zu steigern wissen, und der sug- gestio« Einfluß, den sie ausüben, zeigt sich in ihren Einnahmen, die zuweilen nicht unbeträchtlich sind. Hier ist ein Pferd gefallen, dort sprang«ine Straßenbahn aus den Schienen, stets hindern Neugierige die Leute, die es angeht, an der Arbeit. Meist ist es Gedankenlosigkeit, die die Leute veranlaßt, den nebensächlichsten Dmgen Beachtung zu schenken, denn oft eilen sie nach mehr oder minder langem Aufenthalt mit Sturmschritten davon, denn sie haben—«irklich„gar keine Zeit". Das gilt nicht nur für die Frauen, sondern auch für die Männer — aber neugierig sind sie nicht, o nein, sie wollen, wie Ehomisto so liebenswürdig von den Frauen sagt,„nur alles misten". Die Unsicherheit im D-Zug. Ein neuer Raubüberfall zwischen Stendal und verlin. Gewiegt« Berbrecher haben sich seit einiger Zeck besonders die Coupes der nächtlichen Schnellzüge zum Schauplatz gefährlichster Taten ausersehen. Wo männlichen Fahrgästen gegenüber die bru- tat« Gewalt aussichtslos erscheint, operieren sie mit Betäubungs- mittel», die die Opfer in festen Schlaf oersetzen, um sie bei der Be» raubung widerstandsunfähig zu machen. Wie dringend notwendig eine ständige Kontrolle der v-Zug-Coupe» in der Nacht erscheint, beweist erneut der folgend« Fall: In der vergangenen Nacht wurde ein Kaufmann auf der Fahrt von Duisburg nach Berlin betäubt und beraubt. Der Duis- burger hatte zwischen Stendal und Berlin in dem O-Zug die B«° kanntschaft eines Mannes gemacht, der sich ihm unter dem Namen Eduard Ha r t k e vorgestellt hatte. Der Reifegenosie bot dem Kauf- mann einen Kognak an, der ein Betäubungsmittel ent- halten haben muß. Der Mann siel bald in einen festen Schlaf, au» dem er auch noch nicht erwachte, als der Zug heute früh auf dem Schlefischen Bahnhof eingelaufen war. Als er endlich das Bewußt- fein wieder erlangt hatte, mußte er feststellen, daß der Reisegenoste ihm die Brieftasche mit 60000 Mark und die Uhr mit Kette geraubt hatte._ vereitelter Raubüberfall. Eine maskierte und bewaffnet« Räuberbande wurde von der Krimmalpolizei unschädlich gemacht, bevor sie ihre Tätigkeit beginnen konnte. Die Bande, die von dem Kircheneinbrecher Relchmuth geführt wurde, hatte es auf die Angehörigen eines Cisenwarenhändlers in der Wraagekstraß« abgesehen. Durch die Erkundigungen war die Kriminalpolizei darauf auf» merksam geworden, Beamte der Streifmannschaft beobachteten das Haus und versteckten sich in der Wohnung, als man glaubte, daß es zur Ausführung des Planes kommen werde. Sie warteten längere Zeit vergeblich. In der achten Abendstunde wurde die Frau an den Fernsprecher gerufen. Man teilte ihr mit, daß ste sofort nach einem bestimmten Zimmer des Polizeipräsidiums„zur Vernehmung" kommen müste. Die Beamten erkannten sofort, dah die Frau auf diese Weife von den Verbrechern au» dem Hause gelockt werden sollte. Aus ihren Rat folgte sie der„Vorladung" und nahm ihre Tochter mit. Kurz nachdem sie die Wohnung verlosten hotten, wurde aufgeschlosten und drei maskierte Räuber, mit Pistolen und Stricken be- waffnet, traten ein, sahen sich aber zu ihrer unangenehmen lieber» raschung in den Räumen drei kräftigen Männern gegenüber, die ihnen mit der Aufforderung: ,H ä n d e h o ch!" entgegenKaten. Zwei der Eindringlinge hielten e» für geraten, gleich umzukehren und zu entfliehen. Reichmuth dagegen griff zur Schußwaffe und stürzte sich auf die Beamten. Diese zogen ebenfalls ihre Pistolen und schössen auf den Verbrecher, dessen Widerstand durch«inen Beinschuß gebrochen wurde. Die flüchtigen Spießgesellen de» Verhafteten waren von den Beamten, die früher schon mit ihnen zu tun gehabt hatten erkannt worden. Sie wurden jetzt in ihrem Schlupfwinkel ermittelt und ebenfalls festgenommen. Ter fremdartige Umsteigefahrschein. Berkin gewöhnt sich schwer an Naiernnflrn im BeikehrSwelen. Der seil Moniag dieser Woche einaeifihrie llinsteigefabrichein der Berliner Diraßepbabn, der für l.bO M. zur Benutzung von zwei Siraßenbahnlinien tn forckauiender Nichlung innribalb zweier Stunden berechtigt. Icheint trotz allen öffemlicken Ankündigungen, besonder» in der Presie. in der Bevölkerung noch nicht genügend bekannt zu sein. Jedenfalls iit die Taifache zu verzeichnen, daß auf verschiedenen Straßenbabnlinwn der llm'otz an Umsleiaefabr« icheiuen in den ersten Taaen nur sehr gering ist. In den meisten Fällen verkauff ein Schaffner läglich nur etwa 6 b,S 10 Fahr- scheine, rn vielen Fällen fvgar erheblich weniger. Selbst auf solchen Linien, die an? Vororlen kommen, deren Slraßenbahnverbindimgen zumeist nur noch einer Sladtiichtung führen, hält sich die Benutzung de» Umsteigeverkehrs in beichiänkien Grenzen. Eine Eilchwerung in der Bedienung der Fahrgäste durch die mehtfache LoSung des großen NmsteigefahricheinS ist nicht mgetreten; die Form de» Fghr- fcheinS hat sich im wesentlichen bewährt Auf der Spur des Fäsichers. Zu den Million enfälschun- gen von Fruchtbriesschwindlern, die, wie wir mitteilten, vor einigen Tagen nach longwicriqen Ermittlungen aufgedeckt wur- den. erfahren wir. daß nach der Berhaftung seiner Spießgesellen der Haupttäter, Kaufmann Paul P e r n a ß, noch nicht ergriffen ist. Es ist ihm, obwohl er sich noch in Berlin aushält, bisher noch ge- lungen, sich durch Wechsel seiner Schlupfwinkel der Festnahme zu entziehen. Gestern wurde er auf dem Schlefischen Bahnhos gesehen, konnte jedoch auch hier wieder entschlüpfen. Der Verfolgte oerfügt, wie festgestellt ist, über große Geldmittel und plant, in» Ausland zu entfliehen. Er ist 30 Jahre alt und untersetzt und hat einen schwarzen, englisch gestutzten Schnurrbart. Mitteilungen, die zu seiner Ergreifung dienen können, sind an das Polizeiamt Lichtenberg zu richten. ver Hungerstreik in der tkungeuheilstäki« Grabowsee ist nach JMstündiger Dauer ohne jeden Erfolg eingestellt worden. Die Patienten sahen sich durch unverantwortliches Schweigen der be- treffenden Behörden dazu gezwungen, um die Gesundheit der schon schwerleidenden Patienten nicht weiter zu gefährden. E» wäre aber an der Zeit, daß die der Landesverstcherungs- anstatt Brandenburg vorgesetzte Behörde sich endlich einmal mit den Borgöngen beschäftigt. CHeansstthm»»«« der Weckie. Mi. Rose-Tbeater:.Der Strom' Da. Selfina-Tbeat-r:„Der Frauenmut'. Frei. Reue» BalkSlheater: �lugendsrenude'. SPtufik. Zum Buiiv-Ouartett-Konzert, da» 15. März in der Sing-Akademie ftalifindet, ha« an Stelle de« verhinderten Ed wm Fischer »iulietta von Mendelssohn den Klavierpart übernommen. Die Programme da« l». und SO. März find vertauscht werden. g«„Metrapal-Dbeater- muh wsolge technischer Schwierigkeiten die Eryoufsührung der flauen Maxur' um ewige Tage verlegt weiden. Generalversammlung der Berliner Buchdrucker. Der Verein Berliner Buchdrucker und Schrfftgießer hatte am Freitag eine gut besuchte Generaloerstimmlung. Zu dem Hauptpunkt der Tagesordnung:„Gauangelegenheiien und Besprechung von An- trägen der Bezirkrversammlungen" nahm M a s s i n i das Wort. Unter anderem jagte er: Die Beschäftigungsoerhällniffe im Berus be- fänden sich zurzeit, und zwar schon seit einten Wachen, auf einer Höhe, wie in den letzten Jahren nicht. Soweit es sich nicht um Drucker handele, bei denen die Verhältnisse wesentlich anders lägen, habe die Arbeitslosigkeit gänzlich nachg«. lassen, nicht nur In Berlin, sondern auch in anderen Stadien, so daß man von einer Arbeitslosigkeit nicht sprechen lönn«. Bei den Druckern herrsche dagegen ein« erhebliche Arbeitslosig« feit, deren Ursachen im einzelnen noch festzustellen seien.— In seinen weiteren Ausführungen gab Redner die Auffassung des Gau- Vorstandes zu einer Reih« von Anträgen kund, die die Bez'rksver- sammlungen gestellt haben. Dabei betonte er, daß der Vorstand hin- sichtlich der Arbeitslosen alles getan hob«, was möglich sei. Dann verwies Mafsini auf die in den nückisten Tagen in Berlin stattfindende Gauvorsteherkonferenz, die sich oi'cb mit dem mit End« Apr l ein- ketenden Ablauf des geltenden Lohnabkommens be- Ichäftigen wird. Spätestens wird darüber mit den Arbeitgebern Mitte April verhandelt werden.. In der lebhaften Diskussion, in der die verschiedensten Anttäge belvrochen wurden, vertrat Wolf für den 4. Bez rk die Auffassung, daß man nicht erst bis zu den Verhandlungen über den Ablauf des setzten Lohnabkommens warten, sondern alsba'd etwas zur Ver- besserung der wirtschaftlichen Lage tun sollte.'Er beantragt«, die Gauvorsteherkonierenz zu ersuchen, eine sofortige Lobnbe. w e g u n g mit dem Ziel einzuleiten, mindestens die setz'ge Wirtsckafts« beihilfe in eine wöchentliche Zulage von 33 Mk. umzuwandeln. Dieser Antrag wurde mit übergroßer Mehrheit abgelehnt. Dagegen wurde folgender Antrag Herrmann m t großer Mehrheit arge- n o m m e n: Die Generalversammlung beauftragt den Gauverstand. in der Gauvorsteherkonferenz daraus hinzuwirken, daß ba'diast Verhandlungen zwecks einer erneuten Erhöhung der Wirtschaftsbeihilfe herbe'geführt werden, In deren Genuß auch die Klasse A des Tarifs zu kommen hat. Eine neue Generalversammlung fmdet am D-enstaa, den 22. März, 6 Uhr. in der„Neuen Welt" in der 5)asenheld« statt. In der der Bericht von der Gauvorsteherkonferenz aeaeben und auster- dem die Fesssetzunq der Beiträge und die Ve'ch'ußsassunq über den eventuellen Fortfall der Extrasteuer für Ueberstunden ersolgen wird. Die Beilegung des Streiks bei der Mitropa. Da eine Einigung nicht zti erzielen war, fällte die Schlichtung». kammer des Reichsarbeitsminifterium» einen Schiedsspruch, der die von der Direktion geforderten Verschlechterungen der Lohn- und Ar- beitsbedingungen ablehnte. Die Gebälter der Angestellten werden um 23—100 M. pro Monat erhöht, und zwar gilt dieses Lohnabkommen bis zum 30. Juni d. I. Maßreglungen dürfen nicht stattfinden. Die geforderte Bezahlung der Stre ttoge wurde abgelehnt. Neber die lonstiaen strittigen Vunkte sollen direkte Verbandiunaen zwischen der Direktion und dem Zenkalverband der Angestellten stattfinden. Noch der Direktion haben auch die Angestellten den Schiedsspruch an» genommen. Von den Diskussionsrednern wurde besonders den Transportarbeitern der Dank für die von ihnen bewiesene Solidarität ausgesprochen, da es nur mit ihrer Hilfe gelungen sei, den Angestellten zu einem, wenn auch bescheidenem, Siege zu ver- helfen. Der Schiedsspruch wurde von der Versammlung angenommen. Devffcher Dertmekstee-Vertavd. Fachqruppe Woqenhm- und JTarofTerle- droiKfjc. Versmiimlung Mittwoch, den 1« Miirz. ndend» V/t Wir, Im„Echultheih", Nene Iatvdstr. 24 25. Monlao, adends Uhr: Milglikderversammlunz im BerewstotlU Brandenburg, StuUaucr Str 2. oyeingoiv. 10. v>gorvs vonMli.-nie loicn-angcn. 1«. wie niieinernngee isn SiUrnberz. IS. Siegfried. 20. Margarethe tFaus».— S�iIIe»Tb:a:»l 3. Sllt-Heidelbera. 14. u 17. Doktor Klau». 15. Der ehemalige Leutnant. «. Helden. 18. Der»iberpelz. 20. Zettchen Sedert. Theater See Woche. Vom 13. bis 20. Marz. vokktühne: 18., 18. u. IS. Da» Pvilamt. Di» ftomUMe der gerungen. 11. u. 50. Kapitän BroMound« Bekchruna. 16. Das Sälchen von Heilbronn. 17. Nach Damaslu». 1. Teil. 18. ffiaHenTteins Tod.— Oper«hau»: 11. Meister» stnger. IS. Festvorstellung de» Verband», vemscher Moden: Zosephs-Legend». Tamasa. 16. Co«! tan tutte. 17 Mignon. 18. Amoretten. Dasazzi. 19. Cosi «an tutte. 20. Parsikal. 21. Pcrfifal.— Schauivielhau»: 14. Torquato Talso. 15. Pect Synt. 16. Der Sturm. 17. Marguis o. ficitd. 18. Zum 500. Male: Die Journalisten. IS. Richard HI. 20. Der Kronprinz. 21. Der Sturm.— Sco e, Schausvieihau»: Der Kaufmann von Venedig.- Deutiche« Theater: 1Z., 15., 17. u, 20. Die Zungfrau von Orleans. 14. u. 18. Faust l. 16. u. 19. Cäsar und «lcopatra.—«ammerivielei 13., 15., 17., 19. n. 20. Der König der dunklen Kammer. 14. Die deutschen Kleinstädiet. 16. Frühlings Erwachen. 18. Er ist an allem schuld. Der Heiratsantrag. Der Spieirr.— Lesstng-Theater: 14., 16., 19. Ein idealer Gatte. 15. Flamme. 17., 18., 20. Der Frauenmut.— Theater in »er«dniggräger Straße. 13 16., 17., 19., 20. Salome. 16. Erdoeisi. 14., 18. Zekaterina Zwanowna.— Dratschcs Opernhaus: 18. Tosca. 14. Siiooletto. 15. Rhein�iold.� 16. Figaros Hochzeit. 17. Die toten Singen. 18. Dtt Meistersinger 13. 16. T i D l t ch. Die Tribüne: Der Mann de« Schicksal». Blanca Vooneis Er- weckung. 14. Russischer Kunstabend.— Deutsche« Künstlertbeater: Die Schei- dungsreise.— Komödie nhau«: Da» weiße Liimmchen.— Berliner Theater: Di« spanische Nachtigall.— Kleine» Schauspielha»»: Roigen.— Trianon-Theatcr: Die Gesellschaft de» Abb» Chateauneuf. Das Abschiedssauper.— Otesid.nz. Theater: Lady Windermere» Fächer.— Zcntral.TIicatee: Di« Postincisierin.— Theater in der Kammandantensiroßc: Der verjüngte Adolar.— Fricdrich.Wil. delmstädtische» Theater: Ihre Hoheit die Tänzerin.— Komische vpee: Zigeuner- biUt.— Lnstspielhau»: Die Mausefalle.— Mctropol-Thraier: 13. u. 14. De- schlössen. Ab 15. Der blaue Mazur.— Rene» Operctteuihealer: Der lachende Ehemann.— Thalia-Theater: Maseottchen.— Theater am Äollendorsplaß: Wenn Liebe erwacht.— Theater de» Westen«: Schwalbenhochzeit. 17. Tanzabend Maria Leefer und Hass» Holm.- Kleine» Theater: Eafanovoz Sohn.— Wallner»Thcater: Die Tanzgrätin.— Walhalla-Theater: Der Voaelhändlcr. 14. Walküre.— R«se-Th«ater: 18. Vvkkse Klau». 14. Geschlossene Borstellung. 15. u. 19. Da« Tal de« Leben«. 16.— 18. u. 20. Der Strom.— Kasino. Th et r: Der Großfürst.— Lniseu-Theater: Der lockere Zeisig. 29. Griseldi».— Rene, Voll»- Theater: 13., 15. bi» 17. Der Mann Fjodor. 19. PeriNc» von Tyru». 14. Der Parasit. 18. u. 29. Jugendfreunde.— Volksbühne Norden: 15., 16. n. 17. Zu» oendfreunde. 1„ 2. u. 3 Reihe.- Folie, Eaprle«: Im Seoaree. Ihr letz'.e» Abenteuer. Nacktkultur.— Vdmiralspalast! 14., 16., 17. Die roten Schuhe. 15., 18. Flirt In St. Moritz. 19. Valletdall. S!ach«>tta»v»rstellu«gen. Solkibüdne: 13. u. 19. Wallenstein» Tod. 20. Do» Kaichen von Heilbronn.— Schauspielhau»: 13. Maria Stuart. 20. Torquato Tasso.— Große, Sckauloielhauo: 13. Florian Geyer. 20. Danton. — Deutsche» Theater: 18. Russische» Gastspiel: Da» Gewitter. 20. Kabale und Liebe.— Kammerspiele: 18. Frühling» Erwachen. 20. Die Büchse der Pandora. — Lesslng-Theatrr: 13. u. 20. Frau Warren« Gewerde.— Theater In der König- grätzer Straße: 13. Erdgeist. 20. Rausch.- Deutsche» Opernhai!,: 18., 11 Uhr: 9. Sinfoniekontert! 2�: Figaros Hochzelt. 20., 11 Uhr: Volkskouzert: 2(4: Martha.— Schiller-Thcate,: 18. u. 20. Der Meineidbauer. 16. Don Carlos. 10. Maria Stuart.- Die Trlbsin«: 13. u. 20.«unbury.— Deutsche» Künstier- theuter: 18, u. 20. Pygmalion.—«omödienhan»: 18. u. 20. Die SaG« mit Lola.— Berliner Theater- 13. u. 20. Der letzte Walzer.— Trianon-Theater: 18. u. 20. Die Raschhoff».— Refidenz-Theater: 13. u. 20. Die Freundin.— Zeit- tral-Theater! 13. u. 20. Deserteure.— Friedrich-Wilhelmstädtische» Theater: 18. u. 20. Hau» Huckebein.- Komische vpee:>3. u. 20. Der Biberpelz.— Lustspie!. hau,: 13. Der Herr Senator. 20. Renaisianee.— Metropol-Tl-eatee: 13. u. 20. Da» Holandweldchen.—»ene, vperettentheater: 18. Die Cstkosbaroneß. 20. Ei» Walzerlraum.— Thalia-Theater: 13. u. 20. Die Kinopuppe.— Theater am Molleudorsplatz: 13. Der Vielgeliebte. 16., 17. u. 19. Die Geschwister. Der zer» brochene Krug 20. Drei alte Schachteln.- Theater de» Westens: 13. u. 20. Di« Frau im Hermelin. 14. u. 15. Maria Stuart. 16. u. 17. Der Kaufmann von Venedig.— Kleine» Theater:«3. u. 20. Die Vfarrhauskomödie.— Watlucr- Theater: 13. u. 20. Eine Voll: acht.— Walhalla-Theater: 20. Der Troubadour.— Roie-Tbeatr,: 19. Dr.«lau».— Kafino-Theater: 13. u. W. KSllengualeN.— Lutien-Theater: 13. Schneeweiß»«» und Rosenrot. 19. Schwouenprinzessiy. 20 Rumpelstilzchen.— Rene» Bolbthealer: 18. u, 20. Nora.—«dmtralspalast: 20. Flirt in St. Moritz._ Geschäftliche Mitteilungen. «us«in»jährige« Bestehen kann das Spezialhau, Mr Damen- und Mädchen- -konfestion Oskar Wollbur«. Biunnenstraße 56/57. zurückblicken.«.!» bescheidenen Anfängen heran» erlang:« die Firma große» Ansehen, i» daß sie heute mit an erster Stelle zu nennen ist Zum Beweise ihrer Leistun�Mhigkeit veranstaktet die Firma einen Iubilaums-Berkauf vom 14. bis 26. März. Während dieser 12 ReName. tage werden bei jedem Einkauf 10 Proz. in bar zurückgezahlt. Aus das heutig« Inbiläumsinferat sei hingewiesen. VeranN». fsit den cedaU. Teil: Dr. Werner Vetser. Charlottendurg: sllr Aazeiaen: T».«locke. Berlin,«erlag: VorwärtS-Z'eriag®. m. d. Berlin, Druck: Vor- «sirtK-Buchdruckeret b. LerlägSänstält Paul Singer u. tc.. Sellin, Siudenstr. 3. 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