flg. 121 � ZS. Jahrgang Musgabe A Nr. HZ Bezugspreis i Pi«t«ljiihrI.S0� M.. wonatl. IS,- N. fest r»s Haus, voraus zahlbar. Post» bezug: Monatlich Uh—Äb.ewschl. Zu» ftollllngsgibLhr. Unter Srenzbanb für DZUtschlaud und vekerreich tk�o M., für das übrige Ausland bei täglich elnvlal..Zustellung A.ö0 M. Postbe. stellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn. Tichecho» Elowalei, Däne» rnarl. Holland, Luxemburg, Schweden und die Schweiz.— Eingetragen ü» I die Post-zeitungs- Preisliste. Der»Borwärts� mit der Sonntag«. bellage.Boll und Zeit' und der Unter» chaltungsbeilage J&ewlwelr' erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegraium» Adresse: «fBjialtematcat verlin-. Sonntags-Ausgabe Verlinev Volksblstt s 20 pksnnio) Anzeigenpreis: Di» achtgespallkne NonoareMezell, kostet 5,S0 M„Niet»« Anzeigen- das tettgcdrulkte Wori l.S0 M, iede« weitere Wort l,— M Elellengesuche »nd Schiasstellenanzelgen das erste Wori M. ledes weitere Wort KV Pfg Wort» Uber IS Buchstaben zählen für zwei Worte ssoinilien-An. zeigen iiir Abonnenten steile 3,- M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerungsiuschlag Anzeigen iui die nächste Nummer müssen die 6 Uhr nachmittags im Haupigeschäft. Berlin EW K8. Linden» ltraße 3. abgegeben werden ibcössnet von 9 Uhr früh bis S Uhr abend» Zentralorgan der fozialdemokrati Tcben parte! Deutfchlands Neüaktion unü Expedition: GW 68, Linöenftr. 3 Fernsprecher: Amt Morttzplap, Rr. lSl i»0— lSltt? Vonvärts-Verlag G.m.b.H., EW 68, ein6engr.Z Fernsprecher- Ami Morthplah. Nr. ll7SZ— 5t vergoßt es nicht! Als Berlin vor einem Jahre, am Sonnabend, de» 13. März 1820, aus dem Schlummer erwachte, da wußten die wenigsten, daß sich in den ersten Morgenstunden e i n P u t s ch vollzogen hatte. Die Brigade Ehrhardt war in der Nackt von Döberitz nach Berlin einmarschiert und hatte die Stadt besetzt, deren Garnison teils im offenen Einver- nehmen mit den Meuterern stand, teils von den Ereignissen überrumpelt wurde. Damit hatte für den Augenblick eine Verschwörung triumphiert, an deren Spitze General L ü t t w i g und Land- wirtschaftsdirektor Kapp standen, deren Fäden dirigiert wur- den von ehrgeizigen und abenteuerlustigen Offizieren wie Major B i s ch o f f. Hauptmann Papst, Oberst Dauer usw. Im Hintergrunde— vorsichtig jede verantwortliche Handlung vermeidend— stand General Ludendorff. Die verfassungsmäßige Regierung hatte der Gewalt weichend Berlin verlassen, um von anderer Stelle den Wider- stand zu organisieren. Das war an sich richtig gehandekt. in mindesten fraglich bleibt aber das Urteil darüber, ob .. Ä der damalige Reichswehrminister Noske— was bellte freilich eine rein historische Frage ist— mindestens den Versuch eines bewaffneten Widerstandes hätte wagen müssen, zumal er selbst an dieser Stelle bekundet hat, daß ein paar Dutzend Maschinengewehre in der Nacht vom 12. zum 13. genügt hätten, um den ganzen Spuk in Nichts zu zerbläfen.- Noske sah' sich' allerdings einer vollkommenen Felonie seiner hohenOffiziere gegenüber, die mU Ausnahme des Generals Reinhard und des Majors von Gilsa Widerstand für nutzlos und die Truppen für unzuvcr- lässig erklärten. Unserer festen Ueherzeugung nach gegen besseres Wissen. Unzuverlässig waren nur d i e H.e r r e n s e l b e r, die Truppen hätten ihnen gehorcht, wenn die OÄzlere den Mut oder besser gesagt den Wille n gehabt Väüew zu kommandieren. Daran freilich fehlte es. Liefen ?ch zwischen der Generalität und Ehrhardt mancherlei Fäden. eine nicht minder klägliche Rolle wie z. B. der General von Oven, der dreimal in fünf Togen seine Stellung wechselte, der es erst fertig bekam, sich bei Lüttwitz über feine Ab- fetzung zu beschweren und dann, als das Abenteuer schief ging, seinerseits Lüttwitz zum Rücktritt zu drängen., Mst Lug und Trug ist in jenen Tagen von den Der- schwörern überreichlich gearbeitet worden. In einem Ar- tikel der„Deutschen Zeitung" über Hauptmann Pfeffer finden wir soeben die Bemerkung, daß der Offizier einem Stand angehört, der Unwahrhaftigkeit für ehrlos hält. Dann waren Ehrhardt und seine' Komplizen ehrlos bis dort binaus. Mit einer Lüge begann Ehrhardt sein Unternehmen, indem er seinen Truppen vorredete, in Berlin sei ein bolschewistischer Aufstand ausgebrochen, den zu unterdrücken die Brigade einmarschieren müsse. Ueber die verlogenen Proklamationen der Besetz'ingszeit ließe sick ein Bvch schreiben. Der letzte Lügentrumpf wurde nach Scheitern '-es Ilnternebmens ausgespielt. Als damals im Reickstag über d?nNücktritt derKapp-Regierung und dem Abzug derMeuterer- kruppen verhandelt wurde, kam hochrot und erregt ein Ossi- -ier heremgellürzt. der atemlos meldete, daß sich soeben im Norden Berlins' eine kommunistische Regierung gebildet Hobe. Es war binterlistiges Theater, an der— Im Einzelnen sebr plump ersiindenen— Meldung kein o r t wahr. Die Bersckwörer gedachten eben, sich hinter en Gaswolken eines künstlich entsachten Bolschewiken- ' l,reckens gefahrlos zurückzuziehen. Die Offiziere ''ek Kapp- Tage haben jedenfalls nicht bewiesen, daß der "'"l'�rsKnkrd die Unwfckrhaftigkeit für ehrlos hält. Mit der Berloaenbeit paarte sich erschreckende g e i st i g e ' n r e i f e. Ein Ofstzier aus d?r Umgebung Ehrhardts hat � einigen Wo�en ein Buch hera-isgegeben. Mit Ehrhardt durch Deutschland", in dem auck der Anteil der Brigade an dem Kopp-Abenteuer dargestellt ist. Schon die Kapitel- Überschrift„Das Kappenfest" verrät die geistige Höhe auf der die„Erretter Deutschlands" thronten. Bon dem son- ftiacn Gei�eszustand des Verfassers, der in jenen Tagen eine nicht unbedeutende Rolle spielte, bekommt man einen Begriff. wenn man- in dem Buche lieK. daß dieser Offizier das Gelin- a-n des(?cnerositrei''s sofort bezweifelt, als ihm der Kon- d i t o r bei dem er Mobrenköpfe l!) einkm-ft. versichert, daß er nickt mitllreiken würde und als fein Friseur ibm die irWicke Auskunft gibt, er würde für streikende Gesellen Italiener l!) einstellen. Drei Worte eines Ctraßenbahnschaff- ircrs aenügen. um Hc'en selben Offizier fest davon zu über- steugen, daß die Sonokisten nicht für die Verfassung, sondern npr für die Ratediktawr kämpften us«. usw. Bezeichnend aber für den Geisteszustand der Abenteurer ist noch folgendes Geständnis des Lerfassers: Die Ehrhardt- Offiziere sind tief enttäuscht, als ein Herr Kapp zum Reichskanzler ausgerufen wird, gewiß wohl ein braver Mann in ihrem Sinne, aber doch ein— Zivilist! Sie halten die Sache„janz ohne Zivil" schmeißen wollen. Dafür findet jener Verfasier aber warme Worte der Verteidigung für den eng- tischen Spitzel und Spion, den Abenteurer und Hochstapler Trebitsch-Lincoln.der zusammen mit dem verkrachten Rechtsanwalt Drederek dos„moralische Element" in der Kapp-Regierung verwirklichte, in jener Regierung, die feier- sich verhieß, Deutschland von unsauberen Elementen zu reinigen. So waren die eigentlichen Verschwörer gewiß nicht mehr als eine Gesellschaft polstilcher Phantasten, hirnloser Eisen- fresier und gerissener Betrüger. Dennoch bedeutete der Auf- stand eine große Gefahr, weil hinter ihm die unverhohlenen Sympathien der reaktionären Parteien, der Deutsch nationalen und der Deutschen P a l k s- Partei standen. Diese beiden Parteien dürften heute dem Generalstreik aus den Knien danken, daß er zehn Tage lang das Erscheinen ihrer Hauptorgcne verhinderte, sonst hätten sie�. sich noch zehnmal mehr k o m p r o m i t t i« r 1, als es. so tatsächlich geschehen ist. Soweit„Lokal-Anzeiger" „Deutsche Zeitung" in Not- und Schaukasten-Ausgaben er- scheinen konnten, habest sie Kapp z u g e j p b e l t. ?: Aber auch die R ech s$ p ort e i e n siel b-er lügen heute. wenn sie behaupten, daß sie mst dem Kappabenteuer nichts zu- tun gehabt hätten. Nur die Scheu vor dem Mißlingen des Pntsches hielt sie ab. sich jubelnd in Kopps Arme zu werfen. Sie� wollten erst abwarten, wie die Sache lief. Ihre Proklamationen aus diesen Tagen sind bewußt zweideutig und lassen nach jeder Seite hin einen Rückweg.'Kein Zweifel: Hätte Kapp sich behauptet, so wäre seine Tat von diesen Parteien soso r t sanktioniert worden. Aber auch jetzt noch sind die Schuldbeweise erdrückend. Wie ein Hohn auf alle geschichtliche Wahrheit liest es sich, wenn heute Organe der Rechtsparteien diesen gar ein Verdienst am Scheitern des Kapp-Putsches zuschreiben. Weiter ist reaktionäre Dreistigkeit wohl noch nicht getrieben worden. Der Kapp-Putsch ist einzig und allein zuschanden geworden an dem einmütigen und geschlossenen Widerstand der gesamten Arbeitnehmer- s ch a f t, der A r b e i t e r, Angestellten und Beamten, die in diesen Tagen eine Einheitsfront entschlösse- ner Abwehr gebildet haben, die in der Geschichte beispiel- los dasteht. Aber gerade jener großartige Generalstreik, der �allein die republikanische Verfassung ge- ! r e t t e t hat, ist von den Reaktionären als„größtes Ver- � brechen" befchimpft worden. Nur dies„Verbrechen" hat verhindert, daß aus Deutsch- land ein zweites Horthy-Ungarn wurde. Wie die Dinge sich unter Kapp-Lüttwitz entwickelt bätten, dafür zeugt wohl am besten jener Befehl ihrer letzten Regterungsstunden, sämtliche Streikposten zu erschießen. Es bat sich- in jenen Tagen gezeigt, daß die E i n h e i t s- front der deutschen A rb e i t n eh Mersch a f t. die damals von den höchsten Ministerialbeamten bis herab zum letzten Arbeiter ging, unüberwindlich ist. Leider hat üe die wemgen Boge der höchsten Gefahr nicht üb«r- dauert. Die Kommunisten, die erst die Beteiligung am Generalstreik abgelehnt, sich dann neutral erklärt und erst ihm angeschlossen hasten, als die Arbeiter sich um ihren Verrat nicht kümmerten, suchten nun hinterher sich der Bewegung für ibre Zwecke zu bemächtigen und sie über das Kiel des Verfall, ingsschutzes hinauszutreiben zur Erringung � der R S t e d i k t a t u r. Schwere Wochen der Erschütterung folgten. Im west- 'lichen Industriegebiet legte der kommunistische Teil der Roten Armee die Wallen nicht nieder, im Vogtland trieb ein' H ö l z sein Unwesen. In dem Augenblick, wo es ehrlicher Wille oller republikanischen Kreise und höchste Zweckmäßig- ' ke.it war, sich gegen rechts zu wenden und die kappistische Bewegung mit Stumvf und Stiel auszurotten, in die'em Augenblick ging der Wahnsinn links los, und es wurde eine Abwebr nach dortbin nötig. Die Kappisten hätten weit weniaer gerillen fein dürfen, als sie tatsächlich waren, wenn lle nichstdiesen Augenblick benutzt hätten, um sich in S i ch e r- heit zu bringen. Die reaktionäre Justiz vollendete das Uebrige. Sie wandte sich ansschsieststch gegen die Friedensstörer links, , so da5«s nötig war. ein A m n e st i» g e f e tz zu schallen, das �ie Frieden sbre�er auf beiden Seiten begnadigte. Die Führer sollten freilich von der Amnestie ausgenommen � bleiben. Aber durch eine hanebüchene Auslegung dieser Be- stimmung wußte das Reichsgericht fast alle Führer der Kapp feite außer Verfolgung zu setzen, der geringe Rest ist angeblich der deutschen Justiz unerreichbar. Heute, ein Jahr nach dem Verbrechen, ist noch kein einziger Kappverbrccher be st rast, eine ewige Schande der Justiz! Es gibt freilich auch eine Historische Gerechtiakest. Sie wird sich durchsetzen, wenn die Arbeiterschaft die Lehren der Äapp-Tage beherzigt. Der oben zitierte Geschichts- schreiber der Ehrhardt-Brigade bezeugt in seinem Buch, daß in den Kreisen der Putschisten man die S e l b st z e r s l e i- schung der Arbeiterklasse als wichtigen Fak- t o r in Rechnung gestellt und deshalb an das Zustandekom- men einer einheitlichen Abwehrbewegung nicht geglaubt hat. Diese Selbstzerfleischung ist auch heute noch die größte Hoffnung aller Reaktionäre. Sie ist die Quelle ihrer Macht und ihres Mutes. An dem Tage, wo die Einheitsfront des Proletariats nicht nur Zwangsgeburt der höchsten Not-, sondern Dauererscheinung ist, hat die Reaktion in Deutschland endgültig ausgespielt. Sapern verweigert üie Entwaffnung. , In der LfsenUichen Sonnabend fitzung des Reichsrats wurde der Gesetzentwurf zur Ausführung der Art. 177 und 178 des Friedensver- träges mit den Ssimmen qller Länder gegen die boyerifchen Stimmen angenommen. Es handelt sich um ein Gesetz, ha- die Entwaffnung der Orgesch, der Einwohnerwehren und sonstiger„Sslbstschutz"-Organisationen sicherstellen soll. Im Anschluß an den Ausschußbericht des Gesandten Dr. Nieser erklärte der da tierische Gesandte von B reg er im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung d-rn Gesetzentwurf mit der Tatsache, daß die Entente den Friedensvertrag ge- brachen habe, als nicht im Einklang und im gegenwärtigen Augen- blick außenpolitisch nickt für notwend'g, während er innenpoli» tisch die eben hergestellte Einheitsfront(?) zerstören lönne. Die Bayerische Staatsregierung erhebt gegen den Entwurf nachdrück- lichen Widerspruch. Vorsitzender Reichsm'nister des Innern Dr koch: Der Gesetzent- tuurf bezweckt, unser« Gesetzgebung in Einklang mit den Bestim- mungen des Friedensvertrages zu bringen. Die Reichs- regierung hat in dieser Frage noch nie einen anderen Standpunkt eingenommen, weil sie sich der« Durchführung des Fcicdensvcrkrages nicht entziehen kann. Selbst der Bruch des Friedensvertroges durch die Entente kann keine Veranlassung für die Um- g e h u n g einer klaren Bestimmung des Friedensvertrages unscrerseiis lein. Der Borwurf der bayerischen Regierung, die Bor- legung dieses Entwurfs sei dem Ansehen der Reichsregierung abtrüg- lich, müsse mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen weiden. Es wäre unverantwortlich, wenn die Reichsregierung durch Bichl» ausführung des Friedeiisvertrags seht der Entente die besonders er» wünschte Gelegenheit in weiteten Repressokien gebe. Staati-sekretär Göhr? schließt sich im Namen Preußens den Aus- führungen des Reichsministers Dr. Koch an und erklärt, dem Gesetz. entwurs zuzustimmen. Gesandter v. Preger behorrt auf seinem obigen Standpunkte. Reichsminister Dr. koch widerspricht: Dein Sinn des Friedens- Vertrages ist im Ausführungsgesetz vom 81. August 1919 durch die Borschrist entsprochen worden, daß.Vereine, die d-m Art. 177 zu- widerhandc'n, der Auflösung unterliegen. Bisher hat es lediglich an der Möglichkeit zur Durchführung dieser Bestimmung gefehlt. Der Gesetzentwurf schallt somit keine neue Rechtsnorm. Das Reick ist für die Durchführung des Friedensvertrages oerantwortl-ch. | Die Durchführung erfolgt nach dem Gesetzentwurf in einer Form, ' die eine Auslösunq von heute aus morgen vermeidet. Der Gesetzentwurf wurde hierauf mit 42 gegen 7 bayerische Stimmen unverändert angenommen. Inzwischen macht man In Boyern gegen das Reich mobil. Die bürgerlichen Blätter Münchens beschäftigen sich erregt mit dem E n t w a f f n u n g s g e f e tz gegen die Selbstschutzorgani- sationen. Die„Münchev-Augsburger Abendzeitung" spricht von einem„Uebertall" auf Bayern und von einer Ungeheuer- stchkeit, die von Bayern ver'ongt werde. Die„Bayerische Staats- zeltung" schreibt von einem unbegreiflichen Borgehen, welches dos höchste Befremden erregen müsse, zum Protest herausfordere und das Gefühl einer Brüskierung wachrufe. Das Blatt.wendet sich auch gegen das Galopptempo, in dem der Gesetzentwurf durch die gesetzgebenden Faktoren gebrocht werden soll, und erklärt, daß der bayerische Ministerrat gegen den Gesetzentwurf schärfsten Ein- s p r u ch erhoben habe. Da? Blatt bemerkt dann noch, daß man im Hinblick auf die inneren Zusammenhänge das Dorpehen Berlins(!I) nur mit einem recht scharfen Ausdruck zutreffend charakterisieren könnte. Die Aufgeregtheit in München ist augenscheinlich nur gespielt. Denn daß man ernsthaft denken tonnte, das ganze Reich ließe sich dauernd von Kohr auf der Nase tanzen, kann auch von München nicht erwartet werden. verlernen. Die Kommunisten revanchierten sich, wdem sie dem Migtrauensantrag der Unabhängigen ihre Zustimmung— versagten! Was sich übrigens die Unabhängigen beim Eindringen ihrer Mißtrauensresolution dachten, ist ihnen wohl selbst nicht rechi klar. Hatte doch Tags zuvor ihr Redner imAusschuß.Är. Breitfchcid, nach den scharfen Ausfällen von Stinnes gegen Dr. Simons ausdrücklich erklärt, er wolle „keine M i n i ft e r st ü r z e r e i" treiben. Offenbar war er sich der Folgen einer solchen Stürzerei bewußt. Wozu dann die leere Geste des Mifztrauensantrages im Plenum? Die sozialdemokratischen Abgeordneten, die ebenso wenig wie Breitscheid gewillt sind, durch„Ministcrstürzerei" die Geschäfte von Stinnes und Helfferich zu besorgen, haben ohne Begeisterung, aber aus einem Gefühl der Verantwortung her- aus gegenüber der Arbeiterschaft, für den Antrag der Koa- litionsparteicn gestimmt: sie haben nicht, wie die Unabhän- gigen, zweierlei Ansichten, und sie scheuen sich nicht, das, was sie hinter den verschlosienen Türen des Aus- schusfes für richtig erkannt haben. auchvorderOeffent- lichkeitzu vertreten, so undankbar diese Aufgabe auch sein mag. General v. Geeckt berichtet. Die Korrespondenz B. 8. meldet. General».Geeckt habe vor den Offizieren und Beamten des Reichswehrministeriums Bericht über feine Eindrücke in London erstattet. Er soll bei dieser Gelegenheit u. a. solgende Aussprüche getan haben: 1. Während die BeHandlungsweise der Deutschen in Versailles und Epa seitens der Franzosen und Belgier sich nicht wesentlich von derjenigen unterschieden hätte, die man einem Kafsernvolk aus dem Innern Afrikas zuteil werden lieh«, Hätten sich die Eng- länder in jeder Weise korrekt und als„ßentlemen" benommen. 2, Nach Abbruch der Verhandlungen über die Wiedergutmachung habe er �General Seeckt) Verhandlungen über die Entwasfnungssrag« abgelehnt, um in ihr für alle Fälle freie Hand zu behalten und sichnichtzubinden. Es würde, wie dies bisher auch geschehen sei. genau in den Grenzen des Friedensvertrages weiter entwafsnet. aber nicht mehr. Z. Die Franzosen würden eines Tages froh sein, wenn sie auf unsere Gegenvorschläge zurückkommen könnten. Ob sie wollten oder nicht, unsere Feinde müßten wieder mit neuen Derhand. langen an uns herantreten und dieser Tag werde seiner Ansicht nach nicht mehr fern sein. 4. Im Osten, wo die nächsten Wochen berclls entscheiden würden, würde man ebenfalls einer«nlschlofsenen Haltung der deutschen Regierung begegnen, die aber dort entschlossen sei, auch dl« letzten Konsequenzen zu ziehen, falls es dort,«ntgegen dem Friedcnsvertag von Versailles, zu Zufällen im deutschen Gebiet kommen sollte. Kein vernünftiger Mensch wird etwas dagegen einzu- wenden haben, daß Seeckt im Kreise seines Ministeriums über feine Erfahrungen in London spricht. Aber hier liegt offenbar wieder einer jener Uebergriffe von Militärs in den Aufgabenkreis der Politik vor, die uns während des Krieges so oft das Konzept verdorben und letzten Endes jzu dem großen Zusammenbruch geführt haben. Wie ist es möglich daß zur selben Zeit, in der der Führer der deutschen Delegation Dr. Simons, erklärt, man wolle nicht Böses mit Vöiem vct- gelten, sondern Müsse neue Mittel und' Wege■ suchen, um zu einer Verständigung zu gelangen: einer seiiler Unter- gebenen in provozierendem Ton von Kafsernbehand- l u n g, letzten Konsequenzen und ähnlichen Dingen aus der wllhelminischen Requisitenkammer spricht! Man stelle sich eine ähnliche Tonart auf der Gegenseite und ihre Wirkung auf die deutschnationale Presse vor, um die große Ungeschick- lichkeit dieser Entgleisung zu begreifen. Sachlich mag manche Aeußerung des Chefs der Heeresleitung nicht unrichtig sein. Aber' wenn er die richtige diplomatische Formel dafür in- mitten dieser ungeheuer schwierigen Situation, in der jedes falsche Wort alles verderben kann, nicht finden konnte, hätte er um so eher die Pflicht gehabt, zu s ch w e i g e n, als er der verantwortliche Mann der Heeresleitung ist. Die putsthgerüchte. Zu den berslüiedenen Presiemitieilungen über«in« angebliÄ bevorstehende Neuauflage des Kapp-Pursches eifabren die P.P.N. vom StaatSkommiflar iür öffentliche Ordnung: Ob die zur Begründung dieier Bebauvtungen verwandten Doku-� mente ganz und gor aus der Luit gegriffen sind oder zum Teil der Wahrheit entsprechen, hat sich bisher noch nickt scsistellen lasten. Eingebende Nachforschungen sind im Gange. Allgemein mnh dem- gegenüber an der Ansickit fesigebalten werden, daß von einem Reck-tsputsch. an dem die Rechtsparteien und die größeren Rechtsorganisationen unmittelbar oder mittelbar teil- nehmen, nicht die Rede sein kann. Andererseil« muß natür* lich mit dem Veffehen. unbesonnener Pläne bei vereinzellen Ouerlöpien und demgemäß mit einem phantastischen �trei/jZ dieser vereinzelten Elemente immer gerechnet werden. Dem» grn«äß sind umsastende Maßnahmen eingeleitet worden. Wegen der angeblich für Sonntag geplanten Demonstrationen wird daS Berliner P o l i z e iv r ä s i d i u m rechtzeitig alle zur Auirecht- erhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung erforderlichen Maß- nahmen treffen und allen Versuchen, diese zu stören, mit voller Energie entgegentreten._ Der üarbenüe Aollernprinz. Durch«ine Berliner Korrespondenz, die seinerzeit die Sonnen. feldschen Räubergeschichten über Sklorz und Scheidemann ver- breitete, wird jetzt die Prefle mit umfangreichen Zuschriften der Vermögensverwaltung, jenes Prinzen Friedrich Leopold von Hohenzollern überschüttet, gegen besten Verschwendungssucht der preußische Finanzminister einzugreifen es für notwendig gehalten hat. Die prinzliche Verwaltung sucht es so darzustellen, als ob für das Vorgehen des Finanzministers weder eine persönliche noch sach- lich« Berechtigung vorgelegen hätte. Der Finanzminister hatte, wis erinnerlich, auch einige Aussagen von Angestellten des Prinzen über die ihpen zuteil gewordene Behandlung der Ocsient» lichkeit übergeben, die auf eine starke geistige Verirrung des Prinzen, um es milde auszudrücken, schließen losten. Die prinzliche Berwal- tung behauptet nun, daß diese Vernehmung nicht vorschriftsmäßig. sondern nur durch einen— Gewertschaftssekretär erfolgt sei, und will damit wahrscheinlich andeuten, daß es sich um eine „sozialdemokratische Mache' handle. Demgegenüber verweist das Finanzministerium in einer Zuschrift an die PPN. daraus, daß die Vernehmungen von dem damaligen Gcwerkschaftssekreiär Becker als Vertreter des Hofbeomten-Verbandes vorge- nommen wurden und daß dieser Gewerkschaftssekrestir von der Deutschen Volkspartei.- Montags Reste für Kleidung besonders billig Sie neue Schnittinusterliste ist erschienen SS US CÄflID JDieQuten MMiJm Jtigafetien URTEIIEU. SIE selbst! MWWSMMÄWS�NW! WÖM* ' Theate�licBitspieSe etc. Voiksböhns Opernhaus izuhnCosi lan lulte t'/o utir: Carmen Schaaspieihaus 2 Uhr: Mcrln ßtur.n i Uhr: Der Stjurtn DeutschesTlieater S/o Uhr; Russisch,'jaslsyiel; Da» Gewitter Uhr: Die Juntiirau t. Orlcasä iluntag ö-/z: Faust I. Teil I Kammerspiele ItVjLhf: Zweiie Oifonil. /int- führuaid. Schauspiclscbalc c!-.. Uhr: FtlihliBgs Fr» scheu 7"; Uhr Der«Snix der dunklen Kammer Mo. Si Deutsche Kieir.stBdteT Gr. Schanspleihaus (KarlsiiaCel 21,5 Uhr; Her. tiever(Aus, Ah) 7: Der kduutianii von Venedig (AuSer Abonnement) Mo7: DerKeuinienn», Venedig (lt. Abeil 4. Abend) Theater I. d. S&iigQiter Str. 3:Utir: Erd�eS�t « uitr: Salome (Orslta, Hartau, Holltnann, Branden I Alont.; Jekaterina Iwanowna nicnslag:$nl<>me Mittwoch: Rrdgelat Donnerstag: Salome Freitag Jckatcrhu iwanmnia Sonnthend: Salome Fonntag; Salome Montag; Rausch KömMienbans dt'hr: Die Sache mit Lola wmße ammdm Vo» Uhr not idaiSenoors Berliner Theater 3 Uhr: Dar letzte Walzer non/iJie ' kotfägaü V* Chr mii Emroy Sturm, WoOmann,_ Brandt, Kfgcf. L. ßülowpl 2l>.. Uhr; WaliehiÄteins Tod 7 Uhr: Da-*, und Di« Komodic der Irryngen Lesslng-Tligater 3 Uhr: Frau v.«r rens Gewerbe Kcnte und Montag?>/, Uhr: Sin idealer Gatte (Durieti*. Göll. Loos) Dienst.?'�: Plemmet Dorsch) Mittvr 7ha: Ein idealer Gatte (Durieus, Oölt, Loos) Donncrslaio r ii m 1 Male: » uitr: DerFranemt Lustspiel in 4 Arten ron Hermann Essig fDorsch,Salf?ierJunKermann) Ereit. T'/j: Der Prauenmat Sbb T'/j: Ein idealer(iatte Stg.?'/»: Der Prauenmat"1 MonL?hz: Ein Idealer(iatte Deiilsclrcs Künstier-Tiisaier 3 Uhr; Pjgm.Bon Allabendlich)'•, Uhr: DieScheldcnpsreise mit Max Adalbert_ � Residenz-Tleatep' � Lady Winder» mores Fächer Adele Sandrock Käthe Maaclc Martina Kestncr Jul. Falkenstein TriancT' 7' v. iriaiiiiu- iHcaicr u Lecpoidine Konsianlla in nielünufllachaf IsleK Abbe('hntpauncuj und in Abschledssou�er i| kB firfining, Hern.. Vallentin, A. E. Lichn. Hugo Flink. Martielok Werckmelsier Sonnt 4 U.' Kammermusik Unter den Linden 44 Ossanevas Soiin Eugen Burg, Mad; Chrlsfans, Keinr. Schroth. Hans Alber» Uhr; Conerfti-Tnoiner I SV. Uhr: Doaerteure u BiePeslmeisterin IVeutnahea Opermüna« 7 Uhr: ToSCa «rlodr. Wlihrlniat.Th. 7:Uhr Boheil dlüTSnzerifi Kl. Ü�rlmnapieihRii» 7% uhr. Reigen Kom ifi4:]ir Oper 3 Vi L'lu• Der Blberp?«/. 7".u.:Zi0eßaerblüt IdUMtMpiClhas&IS 3l/o Uhr; Der Her r Seaathr 3Vd U�r: Arnold Rice?: m bis Mausetalle Wetropol-Theatc-p Zum 1. Malr: uh'fBie blaue Saznr Ärnr«. OperettMXbcat. KrH» Werner u&Deflaoioie ESmana 31a. tJlir: Die CtikostmoneA Xouem VoikmtbvsUvr fEt. DerMann Fjodoi* NrUillnr-Thont.Olinrl. 3 Uhf; Der ver 7.l Ält-Heioeibefg ThnUa-Tliejaf er 3 Uhr: DU' Kf?iopupppe w.uiir Mascottchea Th.itiM XolleMdopfplRiji 3/j Uhr Der Vieigvlleitr' 7 unr Weaaüeliserwsclii Theuter ile« VVontenn 3'/, Uhr: Die Frau im hermelin 7". Uhr-, ScüwalWiliDCliZEil Tkioi.d.Kommamlanirnfltr. -'fcu, DeriHjUngteÄiiölaf tVnllu or-Tbe»fer U'ht: Eine Ballhacht vv.uhrDieTaüzerSfin WaihslJs-Tbeater ? Uhr; Tie i'laod 7. VoaelisSsdisr Morgen ö Uhr: Die Wnlküre renüwmx irrn;■. n i.iiüy ewu tt-.ä»'nBuor ÜerDiaiiii-Prastiisäls CUausbeestr. 110 Cklcfitör Ho�fmannat �Nßr(ld.Sänoef Anfang« Uhr. des Kontert» S't L'ht und GroBer Dntl Dr. Klaus Casino-Theater Lothringer Str. 3J. Tägl.»/� Der neue Scüfnsierl Der Großfürst Ein lustiges Stlklt aus dem Berliner Leben in 3 Akten. Berliner Humor! Berl. Tjf.en! Sonnia J Vi,: l!0ileni|U3ien. 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Der sslim der Bepubük Rladasns Oßbarrf Ifai�nn.: P 0 1 a Negri Reglet Ernst Lubiisch Wochentags 7 und ��9 Uhr Sonntage: 4j 6 und 8 Uhr Vervcrkoaf von 11 bis 1 Uhr 9 A MAY in dem Msy- Molstertilm »Oer Leidensweg der Inge Klafft� M l T V I R r R R v E I narBSre!» ZBiSa, Heinz StZeHa Alaert Stclnrlicfc/ Konrad Veidi Reglet Robert Dinesen Die Fiucht ins Jenseits Stiuatlöns-DrAma In 6 Akten Haupt darste 1 Ic�; Cfa ar 4 es Willy Kajaer Kcgie: Praaa Beils Die rote Kedoate mit Ma. iia Leiko üerm ann VaileaHa Reglet Banns Kobe Endlich nngcslSrl B. B. Luttsplel Rill Leo Peukcit Aal eiici»cltli.ct> Wauichl Der taaxende Tor Scbaaspltl in 4 Akten mit Vsidemar Psüander Richard Aleximder Im B B. Lnrlvoici l er Vinslcrrnltc Die drei Tanten am Lotte Neumann Reglet Rudolf Blebrach Hasemanna Töchter ' B. B. Film mit Konrnd Orchet Der Clorta-FUn de. Uli DlS sMLÄVöMiS zu Oesoo Henptrcüe; Kaiia Milerandortf «»»■»s»r.: Paul Lent Si»( Musik. Pr. H. landsberaer Die Lieblinrfslran den Maharadscha (IL Teil mit Gunnar Tolnaes iol cialU Hues• Enu Xomaa■ fnii Kortier Regie; Max Mack Haupfscbiager Die Z.!cbl'a" sirau des Maharadscha »IL Tel GeBoadeter Spielplan ts den NenkdHner 2el«Wi«>»!..>>> i.ü.i..■■..!■■ lanin OK.Y A2erfiDdles>9i«tz{ und U.Y«chüncberqs Aul vielseitigen Wunsch findet M E U Y E von 4-— ��6 t b noch einmal eine jn�enaYOriitclInttg 4 tu Mircbenfilms Der kleine Muck »tatL Jeder Erwachsene h»l wieder ein Sind frei! e»MIII�-«i>k»>b»a»atMMI!»MeindWd>e.. nicnter am KottbuserTdi Fol.: Mölitzpl. 148)4. TSgl 7li, II Sonnlng» nachm. 3 Uhr Elite- Sänger Seit I. 3.: heuet Programm, u. a.. DorchsMletaom» ooer Zwang». elnqunrtiernng; Sonntag Nil ehm. tjdhePieise VorveTK. täal.. II I'/, U.4 h an ilei Theaterkasse u Leipziger FirußeSl(iniltelkoionnaden) KGnstlerhaas Älv Ueilevuestr 3 Mitiwoch ;t,ll»Joachim Bellachini Sas Siebestcben des JSensctien Naturwissenschaftlicher Erkenntnis fiepender Demonstrat onsabend mii 103 olehtr. Koloakai-Gemäiden Geschlechtslose acschJpfe/ Sexueller Dimorphismus/ Das Geheimnis der pir.ertät/ Hochzcüssitton I Steinachs Venüngtingstheorie/ Darwins Entwicklungslthrc I McnschenzOchnmg/ Liedestänze und BelruchtungS- tknze/ Zellseelen/ Die Weltgesetze der Liebe/ Warum wir sterben Karten ä 10 Mnrtt, 9 Mark und 3 Marl« Im KCnstlerheo« von 10-g Uhr täglich rT'ni■' TTi I-—) i iTimii T'-TiTTfl"'' I'Im" T"....... i----""— T ililTTgiTiiin" j H« 1 ' 1 CAO�eS SchausP'e//)ö Abonnement-Einladung*AI für die Spielzeit 1921-1922 Am Freitag, den 25. Hirz, beginnt die Ausgabe der Abonnements für dl« SpleUc» 1921/1922. Den bisherigen Abonnenten ist Gelegenheit geboten, ihr innegehabtes Abonnement bis inkL Donnerstag, den 24. März, an den Abonnementskassen de« Grossen Schauspielhauses zu erneuern. Vorbestellungen auf Abonnements werden an der Abonnementskasse des Grossen Schauspielhauses und der Theaterkasse A. Wertheim entgegengenommen. Jedes Abonnement erstreckt sldi auf sechs verschiedene Stücke.— Den bisherigen Erfahrungen enfsprcdicnd wurde das Abonnemcnhystcm dahin geändert, dass künftig fede Abonnementkarte auf einen bestimmten Tag und Datum lautet, so dass Jeder Abonnent sdion bei Erwerb eines Abonnementhelies Übet Tag und Datum einer Jeden der sechs Vorstellungen genau unierrichtet. Ist. Fdr das Spleljehr 1921 1922 sind folgende Sföcke Jn Aussicht genommen: Köntg Lear....... Shakespeare Götz v. Berltchingen.... Goethe GerShsnte Widerspenstige Das Leben ein Traum. Calderon Revue mit Tanz und Gesang..... |... Shakespeare Penibesilea............ Kleist Saal a. David(ein Sprechoraforium) Hannibal........... Grabbe Kelter. Bauern j..... vecher Soldaten J Jadith Hebbel Abonncmcnlpreis ßr 6 Vorstellungen: (inkl. Luitbörkelts- und Umsainieuef) Pflrkct?lo§cn•••••• M. 120.*™" j BäIkoo••••••••**• M. 72» Farkettring M. 90.— 1 t. Ring••••••••••• M. 54.— Ringlogcn M» l�O.1—| 2. Ring.•«»•••s.«. M» 36» � 3. Ring........... M. 18.— Die Abonnementkcssc des Grossen Schauspielhauses Ist HSgllch vormittags vdn 10-2 und abends von 7-9 gcdflnct. Daselbst ausführliche Prospekte. Täglich 7.30 Sonntags IV. Uhr halbe Crei/ei Vomrksul an der Kasse 10—2, sowie A. Wcrlhclm und latalidendank — i Neue Welt, tiasenlielde I08/U4(GruBer Saat) KB Frtltig, den 28. März, abends 7'/, Uhr: Karfreitag».(on;ert o: Z d�Domchor�- Hugo Rödel I Karin Solifiten: CornelSs S. Branzell Bronsgeest? Karten 9 bis 3 so M. Bote 4 Bock, Werf beim, Konzert-* Va-st Badlna, Neukttlin, Berestr. 43. '/> Karten zu Vorzugsurclsi,» 3�0 M. ßucf.handiung Vor s �1 q-Sris. L'nQenstr.3. BucDh.indlüng FrelhelttBreitestraBe W I i�Uuh Kenzert t Ihrom eigenen Hülm Arthur Nikisch AßoHo-Thealefl 7li, Direktion; James Klein. T/, Wtoiiliirsosifcisiiif Oa»(rolle AasstattanRsstQck In 4 Bildern Ißdatne ühteu's mit der weltberQhmten i Saharet als Grälin Dubarry Leder ISO Mitwirkende!— Sonntag SV. das vollnt. Stuck mit Saharet.— jeder Ei wachsene I Kind treii— Vorv rk ib lO Uhr uminierbiocb Sn izrrt lieh fn Hncm vom SO. Dezrmbrt 1930 dai ertm Br of an untere Ma iargeaaU- icfiafi are fulgt,„Die tvrllere Enfwlrfilwg der UOnst erlsdien An/nahmen dsr OamitlMen Grammophon- Ah!'engeselMmfi lud heule einen derartigen Grad ron UoBktmmerheU erreich!, dass nur■'e-n anspradirvolGlen Hörer kein Wunsch mehr unet ulU bleibt' Oper/ Operette/ flcder, KSreoha/ Tänze Ccklaiaidonjn/ SeiepetLise, Beeile/ Gaäie in.tnm entfilz« 8. Oleke.ter Sramnispiisii-Siiezi Jiaiis: Berlin aar w 8» FrieürliLsfrafie 188 FrezsekU end VsnaM kteUalsc Rfjolggtßdt-fheater Hunnitfti ismr&wiubrücke täy(!. 1.30 GalaaÄäuger Im Balisa«! TAN Z' Blülhner-ÖFchester LCizowstr 78, Btiltbnersaal. "."u' Rlassisehiir Abeod Dirlsem 5. �eyfrtwitt. Sbl: N. Plslirif-Bcai Q�s�nflJ «P M it. HAK 81 Ö NTfT fe O N Z E R T des Phflbartn* Orcbeeter» Uirig Pioi. M Ha. ei Anfane 7'/iUhi Einirlti 4 M. Schülersiai. Heute u'Igl. 8 U LichtblliMrvortrlge: EiMbB oderMSdchen Admiralspaiast av.: Flirt in St Moritz H',t Die roten Schuhe ■Motä.?Ve: Dit roten behübe CwvMtÄufch I I Sarrasanl i Tä"l>U Sonnt auch JU. Prärie und PuSta rnjisn Cnwb Menkai ochm. K nd balbeFrtlfe I Circuskasse ab 10 U obre 1 Jntetbrechung geölirei Variete.Cal* Jloritzplatz OranleoatralSe 93 34 täplich» Uhr; Elite-ProaraiMBi Nr. 151 ♦ 5$, �ahegasg 2. Seilage öes vorwärts Sonntag, 13. März 1YS1 * r~ GroßSerliR Feuerwehr Berlin". Ztsch ew«m mit dem Fisku« unter dem 31. Juli 1SZ7 abge-> schlkifienen vergleich ist die Feuerwehr im Gebiete der alten Stadt Berlin von der Polizeibehörde verwaltet worden, während die Ee- dü«md« die Kosten zu trogen hotte. Der Gemeinde stehen hierbei etatsmäßig gewifie Siechte zu, sie hat aber keinen unmittelbaren Einfluß auf die Verwendung der bewilligten Gelder. Dieses Der- hältnis wurde schon früher als mißlich empfunden, ist aber nach Aildung der Gemeinde Groß-Berlin unhaltbar geworden, da jetzt in dieser neben der staatlich verwalteten Feuerwehr von Alt-Berlin die gemeindlich verwalteten Wehren der bisherigen Vororte bestehen. Die altberlinsr Wehr ebenfalls unter städtische Verwaltung zu bringen, ist jetzt unabweisliches Bedürfnis. Der Minister des Innern hat sich am 26. Februar 1921 mit der Uebergabe des Feuerlöschwesens an die Stadtgemeinde nach Maß- gäbe der genannten Bedingungen unter dem Vorbehalt einverstanden erklärt, daß der Staatskafl« außer jährlich 99 000 M. Zuschuß keinerlei finanzielle Verpflichtungen erwachsen dürfen. Die Bedingungen besagen unter anderem: Die Abteilung für Feuerwehr des Preußischen Polizeipräsidiums wird am 1. April 1921 von der Stadtgemeinde Berlin über- ttommen und von diesem Tage ab als.Feuerwehr Berlin� von der Stadt verwallet. Di« Kosten des Feuerlöschwesens werden von der Stadt Berlin getragen. Der Staat gewährt zu diesen Kosten unter den bisherigen Bedingungen einen Zuschuß von jährlich 99 000 M. Die Beamten der Berliner Feuerwehr sind gegenwärtig nn» mittelbare Staatsbeamte. Von der Stadt werden sämtliche Beamte, Feuerwehrmanns- und Bureauanwärter, Festangestellte, sowie die Bureauhilfskräste und die Lohnangcstellten übernommen, sofern siemitdemlleber- gang in den städtischen Dienst einverstanden sind. Den Lohnangestellten wird die bei der Feuerwehr verbrachte Zeit auf das Dienstalter angerechnet. Die Stadt tritt ferner in die Ber- träge ein, die mit den zur Zell der Uebernahme bei der AbteUung privatdienstllch beschäftigten Personen bestehen. Das Einkommen der Lohnangestellten wird wie bisher nach dem jeweilig laufenden städtischen Arbeltstarif geregelt. Die Uebernahme der Beamten und Anwärter erfolgt zu den gegenwärtig geltenden BesollrnngssStzen vorbehaltlich einer Abänderung derselben gelegentlich der bevorstehenden Revision des Gruppen- planes. Die Dienstkleidung der Feuerwehrmänner und Beförderten ist mit Ausnahm« des Umhanges als Schutzkleidung anzusehen und demgemäß unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Im Verwallungsdienst sind Vorgesetzte der Oberbürgermeister -md deffen Stellvertreter(der Dezernent für das Feuerlöschwesen), sowie die Dienststellen der Feuerwehr: im Wach- und Sicherheits- dienst die Dienststellen der Feuerwehr: im Feuerdienst lediglich die Inhaber der Polizeigewall und die Dienststellen der Feuerwehr. Die Ingenieure, Bureau« und Telegraphenbeamten bleiben auch bei der Stadt lebenslänglich angestellte Beamte. Für die Beamten soll bis zur gesetzlichen Regelung dasjenige Mitbestimmungsrecht gellen, das den Berliner Kommunalbeamten im allgemeinen zusteht; bestehende weitergehend« Rechte bleiben bis dahw aufrecht erhallen. Die Feuerwehrbeamten dürfen nur zu Tätigkeiten herangezogen werden, die normalerweise unter ihre Dien stobli egenhellen fallen. Irgendwelche Verwendung zur llnter» drückung von Unruhen und dergleichen ist hiervon ausgeschlosien. V. verhafinug eines polizelmajors. Auaahme von Bestech uugsgeldcru. Sie da« WTB. berichtet, Ware» schon längere Zeit dem Polizei- vräfidiu« Gerücht« de« Inhalt« zugegangen, daß die Zulasiung von Kraftwagen bei der SerlehrSstelle von Zuwendungen nicht unbeträchtlicher Summen abhangig gemacht wurde. Während e« sich bisher um ungreifbare Gerücht« handelte und jedesmal dann, wenn der Polizeipräsident der Socke auf den Grund gehen wollte, die Verbreiter der Angaben unsicher wurden und mit ihren Mitteilungen zurückhielten, ist es jetzt endlich gelungen, rn einem Einzelfalle als Uebeltäter den Polizeimajor Lambek zu überführen, zu berhanen und in da? PolizeigefängniS cinzu- liefern. Obwohl Larnbel üver die Zulassung von Kraftwogen nicht zu entscheiden hatte, hat er einem an ihn herantretenden Bewerber Schwierigkeiten vorgetäuscht, dabei aber doch durchblicken lassen, daß«S ihm bei Aufwendung besonderer Bemübungen möglich sein würde, diese Schwierigkeiten zu überwinden. In dem nach- Genossen und Genostlnnen! vergeßt heute nicht Sie Nugblaiiverbmtung Treffpunkt In öeo bekannten Lokalen, keiner üarf fehle« gewiesenen Falle hat er eine Brieftasche mit tausend Mark entgegengenommen. Da dieser Fall nicht der ein- zige seiner Art sein dürfte und der Polizeipräsident an der rest- losen Aufklärung der Angelegenheit das stärkste Interesse hat, wird gebeten, zweckdienliche Angaben bei der Kriminalpolizei» Zimmer 89. zu machen._ die Neuorganisation öer stSötisthen werke. In der gestrigen Sitzung der Deputation für Werke entwickelte der Vorsitzende Stadtbaurat Horten über die Verwaltung städtischer Werke in großen Zügen das Programm, welches er bei der Neu- organisation der gesamten städtischen Werke Berlin« zu verfolgen gedenkt. Auf Wunsch der Deputation soll der Vortrog de« Stadt- bauratS Horten in schriftlicher Form niedergelegt und den Mit- gliedern der Deputation und den übrigen in Frage kommenden Stellen zugängig gemacht werden, damit unter Zugrundelegung diese« Materials die Diskussion über die Frag« der Reuorganisation der Werke eröffnet und weitergeführt werden kann. In der gleichen Sitzung beschloß die Deputation, den verschiedenen jetzt zu Berlin zusammengeschloffenen Gemeinden den Ankauf don Brenn- holz zu untersagen, da die bei einer Reibe der Gemeinden vorhandenen Bestände bei richttger Verteilung reichlich genügen, den Bedarf zu decken. Endlich wurde beschlossen, die Ausgabe von Brennholzkarten zum Holzbezuge zu ermäßigten Preisen an Minderbemittelte einzu st eilen, weil die Verhält- nisie fich inzwischen vollständig geändert haben und insbesondere das Reich feit einigen Monaten die Zahlung des für diese Zu- Wendungen ursprünglich geleisteten ZuschuffeS eingestellt hat. Sammelkarte« der Berliner StraHenbah». Die neue» Sammelkarten für 7 Fahrten zu 7 R. werden von Montag, den lt. d. M. ob durch die Schaffner auf den Strecken der vormaligen Großen Berliner, Berliner Städtischen und Berliner elektrischen Straßenbahn ausgegeben; sie gelten auf alle» Strecken der Berliner Sttaßenbah». Die bisherigen Sammelkarte» dürfen auch weiterhin bis zum 31. d. M. gegen Lösung eines Zu» satzfahrscheineS aufgebraucht werden. Weitere SezirksSmter bestätigt. Der Oberpräfident hat gestern drei weitere Bezirksämter be« stätigt und zwar die Bezirksämter der Verwaltungsbezirke Tier- garten, Tempelhof und Pankow. Wie ein« Korrespondenz berichtet, wird die Prüfung der An- träge auf Bestätigung der Wahl für eine Reih« von Bezirksämtern dadurch erschwert und verzögert, daß Einsprüche, zum Teil mit aus« fti Eftlichen Begründungen, gegen die Gewählten und ihre bisherige Amtsführung eingegangen seien. Zur Untersuchung dieser Sin- spräche mußten Akten eingefordert werden. Ferner lägen mehrere Einsprüche gegen Formverstötze bei den Wahlen vor, die gleichfall« der Prüfung bedürften, von der AusfichtSbehörde werde jedenfall» alles getan, um die Angelegenheit zu beschleunigen. Tie hilfsbereite» Berliner. Dem am DonnerStagmorgen an die Berliner Einwohner vom Oberbürgermeister erlassenen Äuftuf zur Aufnahm« von Kindern und Eltern zur Abstimmung reisender Oberschlesier sind binnen zwei Tagen Tausende von Berliner» selbstlos gefolgt. Allen, deren Angebot angenommen worden ist, aber auch allen anderen, denen wegen der großen Zahl der Angebote kein schriftlicher Bescheid zu- gehen kann, sei hiermtt öffentlich herzlichst gedanit. Unabhängige Praktiken. Kürzlich regten sich in der„Freiheit' die Unabhängigen über daS Verhalten unserer Genoffen anläßlich der Besetzung de« Bezirks- amtsS de» 3III. Verwaltungsbezirks(Tempelbof-Mariendorf-Marisn- feld-eLichtenrade) auf. Wie aus einer uns übermittelten«ingchendeo Darstellung unserer Genoffen hervorgeht, beschlösse» zunächst alle drei sozialistischen Fraktionen, daS Bezirksamt unter Ausschluß der Bürgerlichen zu besetzen. Inzwischen hatten fich die Parterleitungen der S.P.D. und US.P. für die paritätische Besetzung der Bezirks- ämter ausgesprochen. Die Unabhängigen im Xlll. Bezirk aber erklärten, sich nicht daran kehren zu wollen und beanspruchten nun» mehr für sich drei, für die V.K.P.D. einen besoldeten Stadtrats- Posten. An einer der späteren Verhandlungen nahm auch der Stadt- verordnete Leid(U.S.P,) teil, weil seine Parteigenossen ihn al« Bezirksbürgermeister in Vorschlag bringen wollien. Dieser Kandidatur stimmten sowohl die Kommunisten, als auch unsere Genoffen zu Die Unabhängigen lamen jedoch von diesem Vorschlag wieder ab und präsentierten nunmehr ihren Genossen Richter, den unsere Ge- »offen aus bestimmten Gründen ablehnten. Sie schlugen nunmeh' den Genoffon Groß- Lichtenrade als Bürgermeister vor. Em ähnliches Spiel trieben die Unabhängigen bei der Besetzung de» SchulraiSpostenS: erst schlugen sie den Rettor Kuchenbecker, dann unseren Genoffen Lehrer Witthauer vor und schließlich wählten st« den Bürgerlichen ScheSke. Roch am 23. Februar konnte man von ihnen nicht ihre endgültige Stellung zur Besetzung des Bezirksamts erfahren. In der Bezirksversammlung, die die Wahl vorzunehmen hatte, waren 7 S.P.D., 7 U.S.P., 8 V.K.P.D. und 16 Bürgerlich« vertreten. Unabhängige und Kommunisten wollten gemeinsam stimmen. ES hätte also der unabhängige Bürgermeisterkandidat Richter 10 Stimmen erhalten muffen. Er erhielt jedoch nur 9, während unser Genosse Groß 24 Stimmen erhielt, so daß einer der Linksstehenden für ihn gestimmt haben muß. Die Wahrheitsliebe dieser Unabhängigen wird durch die Tat- fache gelennzeichnet. daß sie in einer AuSlchußsttznng auf Anfrage der Bürgerlichen erklärten, niemals im Ernst daran gedacht zu haben,»hre Genossen Leid oder Bogtherr als Bürgermeister in Vorschlag zu bringen, sie hätten vielmehr.nur auf den Busch llopseu wollen.'_ Achtmig, Mieter! Zu der in der gestrigen Morgennummer des.Vorwärts' ver- öffentlichten Notiz über eine am heutigen Sonntag bei allen Mietern Berlin» zu veranstaltende Sammlung für den Berliner Mieterverband erhalten wir folgende Zuschrift: Die im Gau Berlin deS Bunde« deutscher Mietervereine zusammengeschloffenen Mieterorganisationeu von Berlin stehen sowohl dem vom Mieterverband für den 18. März ver- anstalteten Mietertag. als auch den für denselben Tag angekündigten Sammlungen vollkomme» fern. Hakenkrenzler al»„Propagandisten der Tat". In einer von der deutsch-völkischen Arbeitsgemeinschaft ab- gehaltenen Versammlung in Steglitz sprach der Hauptgeschäft«- führer Röhl au» Homburg über.Völkisch« Zeitfragen'. Bei Be- Handlung der jetzt besonder« beliebten Frage.Die Schuld a» Kriege' mußte natürlich auch der Sozialdemokrat KautSly all Kronzeug« für die Unschuld Wilhelm» herhalten. Daß die Hakenkreuzler die deutschen Arbeiter von dem Wahn der Völkerverbrüderung, in deu die in Judas Diensten stehenden Führer sie gebracht haben solle«, defreien wollen, versprach Herr Röhl den Versammelten und schloß: Wenn es auch jetzt noch deu Anschein hat, als ob der böl- kijche Gedanke fich nicht recht Bahn brechen wolle, fo tragen wir doch die Gewißheit im Herzen, daß der große Tag kommt, an dem wir fürchterlich« Abrechnung hatten werde«. Im Jntereffe de« deutschen volle» muß gegebenenfalls die Propaganda der Tat gepredigt werden.— Zum.Predigen' mag der Mut der Leute vom Schlag« Röhl wobl gerade noch ausreichen. 181 Skine Menschenkind. II. Mütterchen. Von Marlin Andersen Itexä. .Wirklich! Und was willst du jetzt machen? Willst du herumreisen?"' Ja. er wollte sich jetzt etwas im Lande umsehn— mit Hilfe des Schleifsteins draußen. .Kannst du denn etwas von alledem, was du zu können vorgibst?"' Johannes schnitt eine Griinoffe..Etwas hat man ja als Kind dem Alten abgelauscht; aber dos ist so eine Art Spiegel- fechterei, verstehst du. Man schwatzt über dies und das mit den Leuten, bekommt sein Geld und ist weg, bevor sie Zeit gehabt haben, die Sache zu untersuchen. Es macht viel Spaß. so herumzukommen, und auf die Weise kann die Polizei einem nichts anhaben." .Aha", sagte Lars Peter..Du bist auch mit der Land- strahenkrankheit im Leibe geboren, wie man begreifen kann. Ein« langweilige Krankheit, Bruder!" „Wieso? Man erlebt doch immer etwas Neues. Es ist so furchtbar öde, immer in demselben Schlendrian zu traben" .Ja, das Hab ich auch gemeint: aber eines Tages entdeckt man trotzdem, daß es nichts anderes ist als eine haßliche Krankheit— in den Knochen bildet sich Lust statt Mark! Nichts will gedeihen für den, der auf der Landstraße nach dem tägsichen Brot umherstreift: er vergeudet das Ganze, ein Heim kriegt er nicht und eine Familie auch nicht, mag er sich auch ansiedeln, soviel er will." .Du hast doch beides", sagte Johannes. .Aber es ist schwer, es festzuhalten, du. Wer umher- streist. hat meist alles vor sich liegen, und es ist eklig, nichts im Rücken zu haben. Und das Verfluchte ist, daß wir kleinen Leute zum Umherstreifen erzogen werden müssen: am besten ist es. wenn wir nicht wisien, woher wir morgen zu essen kriegen sollen, wenn wir herumlausen und bei Hinz und Kunz danach suchen müssen. Auf die Art finden wir Ge- schmack am Herumrennen!— Na, aber nun mußt du dich selbst ein paar Stunden Unterbalten: ich Hab versprochen, si-r einen Nachbar etwas Mist zu fahren." Während Lars Peters Abwesenheit zeigten Stine und ihre Geschwister dem Onkel das Besitztum. Er war ein komischer Kerl, und sie schlössen ball, Freundschaft mit ihm. Besonders gut konnte es ihm nicht gehen, denn er lobte alles, und das nahm auch die mißtrauische Stine für ihn ein. In dem Punkts war sie nicht verwöhnt: selten genug wurde das Elsternnest mit allem, was dazu gehörte, bewundert. Er hals ihr bei der Abendhantierung, und als Lars Peter nach Haufe kam, war ein Leben in der Stube wie schon lange nicht. Nach dem Abendessen kochte Stine Kaffee, sie holte die Schnapsflasche hervor und die beiden Brüder tran- ken einen Schwarzen. Johannes plauderte von daheim; er batte ein Auge für das Lächerliche und verschonte weder die Heimat noch die Brüder, und Lars Peter mußte lachen, daß er der Länge nach auf dem Tisch lag.„Ja, das ist richtig!" rief er.„Genau wie in unserer Kindheit!" Es gab viel zu fragen und in der Erinnerung von neuem zu durchleben; so warm und froh wie heut abend hatten die Kinder den Vater Gott weiß wie lange nicht gesehen In allem ließ er er- kennen, daß das Erscheinen des Bruders ihn reicher gemacht hatte.. Auch die Kinder spürten ein eigentümliches Gefülil von Wohlstand— sie hatten einen Verwandten bekommen! Seit Großchens Tode war es so leer um sie gewesen; wenn andere Kinder von ihrer Familie sprachen, mußten sie schweigen. Einen Onkel hatten sie bekommen— nach einem G roßchen das Ansehnlichste von aller Verwandtschaft! Und er war auf die wundersamste Art ins Elsternnest hineingeplumpst, zu ihrer aller— und seiner eigenen Ueberraschung! Es kribbelte in den kleinen Körpern vor merkwürdigem, freudigem Er- leben: jeden Augenblick mußten sie hinaus und an der Wundermaschine hemmfingern, die da draußen in der hellen Nacht stand und schlief. Aber dann brach Stine in das Ganze ein und komandierte die Kleinen zu Bett. Jetzt mußte es sein! Die beiden Brüder plauderten bis über Mitternacht, und die Kinder känipften so lange wie möglich gegen den Schlaf an, um nichts zu versäumen. Schließlich Überrumpelle er sie, und auch Stine erlag. Sie wollte nicht vor den Erwachsenen zu Bett gehen und schlief über einer Stuhllehne ein. Der Morgen kündigte sich auf eigentümlich freudige Art an; man schlug die Augen mit dem Gefühl auf. daß etwas die ganze Nacht am Bettrande gestanden und gewartet hatte, um einen beim Erwachen fteundlich in Empfang zu nehmen I— man wußte bloß nicht, was es war. Ja. da drüben auf dem Nagel an der Tür hing eine Tuchmütze— der Onkel war hier! Er und Lars Peter waren schon draußen in Tenne und Scheune. Johannes interessierte sich für alles, was er sah, und war voller Ideen.„Das könnte ein gutes kleines Besitztum wer- den," sagte er immer wieder.„Es ist bloß vernachlässigt." „Ja, man hat sich mit allem möglichen andern abrackern müssen," erwiderte Lars Peter zur Entschuldigung.„Und das mit der Frau konnte einem ja auch nicht mehr Laune machen. Ihr habt es drüben wohl erfahren?" Johannes nickte.„Deswegen kannst du dich doch nicht aufhängen," sagte er. Lars Peter wollte an diesem Tage im Moor einen Graben auswerfen, zur Entwässerung eines Stückes sauern Bodens Johannes nahm einen Spaten und begleitete ihn. Seine Art zu arbeiten hatte Schwung, Lars Peter konnte mit Müh' und Not Schritt halten.„Man merkt deine Jugend," sagte er. „Es ist Schmiß in dir." „Warum ziehst du nicht Gräben durch das Ganze und machst die Hügel eben? Dann hättest du ein Stück gutes Wiesenland," fragte Johannes. Ja. warum? Lars Peter wußte es selbst nicht.„Stands einem jemand bei der Arbeit zur Seite!" sagte er. „Bringt dir dos Torfmoor irgendwelchen Nutzen?" fragte Johannes, als sie einmal den Rücken geradereckten. „Nein, nur den Torf, den wir selbst brauchen. Es ist ein saures Stück Arbeit, ihn zu pressen." „Ja, mit den Füßen! Du solltest dir eine Preßmaschw« für ein Pferd anschaffen; dann können zwei Mann an einem Tag viele Klafter ferttgbringen." Lars Peter wurde nachdenklich. Vorschläge und Ideen strömten ihm zu, und er hatte das Bedürfnis, alles einzeln gründlich zu prüfen und zu untersuchen. Aber Johannes ließ ihm keine Zeit. Dann interessierte ihn der Lehmgraben. Darin fei un- gewöhnlich gutes Material für an der Sonne getrocknete Ziegel, fand Johannes. Ja. Lars Peter wußte es nur zu gut. Im ersten Sonnner hatte Sörine hier Ziegel zum Bau des Wirtfchastsflügels ge- strichen, und der war richtig wind- und wetterfest. Aber wem, man es nun nicht bewältlzen konnte, das Ganze auszunützenk inze auszunützen! G«q. folgt) Milchpreks 3 Mark pro Liter. Das Nachrichtenamt des Magistrats teilt mit: Nachdem schon seit dem 1. Mär� d. I. die Provinz Sachsen unter Zustimmung der ReichSstelle für Speisefette die Milchpreise erhöht hat, folgt nun- mehr notgedrungen auch die Provinz Brandenburg. Der Stallpreis ist auf 1,60 M., mit Prämie 1,65 M. erhöht lv»rden. Trog dieser Erhöhung sind von der Reichsstelle noch Milchbelieferungsvertäge mit höheren Preisen vorgesehen, so dast noch eine weitere Erhöhung der Produzentenpreise eintreten kann. Die Transportspanne au? dem Lande sowie die Spanne in der Stadt sind auf Antrag des Handels ebenfalls erhöht worden. Der Kleinhandelspreis in Berlin stellt sich hiernach mit Wirkung vom 14. März d. I. ab auf 3 M. pro Liter._ Vermißter Sanitätsrat. Bor der Ueberfübrung in ein Sanatorium verschwunden ist der 63 Jahre alte Sanitätsrar Dr. Leo Selig aus der Kaiier-Friedrich- Str. 60 zu Neukölln. Selig, der an beginnender Gehirnerweichung litt und auherordentlich nervös war, sollte dieserhalb in ein Sana- torium übergeführt werden. Davon wollte der Kranke jedoch nichts wissen. Als nun am 22. Februar ein Krankenwagen vor dem Hauie vorfuhr, mit dem Selig in das Sanatorium gebracht werden sollte, lief dieser davon und ist seitdem spurlos verichwunden. Wie festgestellt wurde, ist er in der Erkstraste auf einen in der Richtung nach Treptow fahrenden Straßenbahnwagen gesprungen. Seitdem ist er nirgends mehr gesehen worden. Es wird angenommen, daß er seine wiederholt geäußerten Selbstmordabsichten zur Ausführung gebracht hat, vielleicht aber ist er irgendwie aufgegriffen und seines krankhaften ZustandeS wegen in eine Anstalt gebracht worden. Die Angehörigen des Vermißten haben für die Ermittlung des ver- schwundenen eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt. AlS S. die Wohnung verließ, hatte er etwa 400 M. bares Geld bei sich. Tödlicher Unfall einer Radlerin. Ein Fräulein Theodora Stubenrauch aus Charlottenburg, Kcmstr. 118, wurde Freitag nach- mittag auf einem Fahrrade auf dem Lützowpwtz von einem Straßen- bohnwagen angefahren und so unglücklich zu Boden geschleudert, daß es schwere Verletzungen erlitt. Man brachte die St. zur nach- sten Rettungsstelle, wo aber nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Aufzeichnungen, die man in ihrer Geldbörse fand, deuten auf geistige Verwirrung hin. Zweimal von Dieben heimgesucht wurde im Mai vorigen Jahres die Volksbadeanstalt an der Schillingsbrücke. Unter anderem wurden vier Motöre und Treibriemen entwendet, deren heutiger Tagespreis etwa zusammen 22 300 M. beträgt. Der Maoistrat hat beschlossen, dem Anstaltsverwalter und den Kriminalwachtmeistern, denen die alsbaldige Ergreifung der Täter und Wiedererlangung der gc- stohlenen Werte zu danken ist, Anerkeunungsgelder von je 200 M. zu gewähren. Laubeneinbrecher. Schon fest längerer Zeit häufen sich die Laubeneinbrüche auf dem Gelände in Bohnsdorf bei Grünau. Gestern mirtag gelang es, einen Einbrecher festzunehmen. Zwei junge Burschen hatten die Abwesenheit einer Eigentümerin benutzt, um gründlich bei ihr auszuräumen. Nachdem sie Wäsche und sonstige Habseligkeiten bereits in einen Reisekorb verpackt hatten, wurden sie überrascht. Sie ergriffen die Flucht, einer davon wurde gefaßt und als Alfred Genz aus Köpenick festgestellt. Das letzt« Festkonzert des Bezirksbildungsaussibüsses findet heute, vor- mittags 11 Uhr, im großen Saal der Neuen Welt, Hasenheide 108/1l4, statt. Werke von Gustav Mahler. Mitwirkende: Herr Eduard Mörike, 1. Kapellmeister des Deutschen Opernhauses(musikalische Lciwngi. Herr Sydney Biden(Bariton). Da» auf 100 Mann verstärkte Blülhner-Or- chest-r. Einzelkarten zum Preise von 4 M. sind noch an der Kaffe zu haben..— Theater. Heute, nachmittags 3 Uhr, und morgen, Monwg, den 14,«hends Vk Uhr, im Nosc-Theater, Große Frankfurier-Straße 132, „Dos Tal des Lebens", Lustspiel von Max Dreher. Eintrittskarten zum Preise■von"3,30 M. einschließlich Kleiderablage und Theaterzettel sind noch bei hen�Kontrolleurcn. am Eioogizg de! Theaters zu babeii.— Heitere Kunst. Orchestermusik—"Sflifml— Parodleil— Scherze. Nachmittags 4V4 Uhr in Schwarz' Festsälcn, Möllendorfftr. 25'26. Veranstaltet vom Bildungsausschuß Lichtenberg.(Vorlragsmeister Dr. B. Wünsch.) Nachfolgend Tanz. Eintrittspreis 3 M. Lusch-Lichibildervortrag für Kinder nachmittags 3 Uhr in der Schulanla Gotenburger Str. 2. Eduard Friese, ein alter treuer Genoffe, ein Veteran unserer Partei, ist gestorben. Im Osten Berlins war er als ein treuer, eifriger und stets hilfreicher Genoffe bekannt. Schon Mitte der 80er Jahre schloß sich Friese der Partei und seiner Gewerkschaft an. und seither war er im kleinen unermüdlich tätig. Infolge eines Schlaganfalls war Eduard Friese seit 10 Iahren invalide, stand aber trotzdem immer feinen Mann, wenn es galt, für die Partei zu wirken. Nun hat am 10. März ein neuer Schlaganfall seinem Wirken im 61. Lebensjahre ein Ziel gesetzt. Damit ist wieder einer unserer Alten dahingegangen und mit ihm ein leuchtendes Beispiel für die Jungen, die berufen sind, mehr und mehr die Lücken zu füllen, die der Tod gerissen. Der Tod hat uns ferner im SS. Lebensjahre den Genoffen Hermann Olberg entrissen. Hermann Olberg gehörte zu den Aeltesten und Aufrichtigsten. Alle, die ihn kannten, ob Freund oder Feind, hatten ihn lieb gewonnen. Ueber ein Menschenalter hat er in Berlin W. für die Partei gewirkt. Nur wenige noch werden sich seiner Tätigkeit erinnern können, die er in dem Leseklub Westen für die Partei geleistet hat, als noch keine feste Parteiorganisation bestände Eine brave Rekkungskat. Nahe der Charlottenburger Brücke sprang vorgestern nachmittag ein etwa ISjähriges Mädchen in den Berlin— Spandauer Schiff ihrtskanal. Der Obcrwachtmeifter Hakler von der Schutzpolizei, der in diesem Augenblick an dem Tatort vorbeiging, entledigte sich schleunigst seiner Oberkleider und sprang der Unglücklichen nach. Er brachte sie ans Ufer und rief sie nach etwa IS Minuten wieder ins Leben zurück. Dann schaffte er sie noch dem Schießstand Jungfernheide, wo für ärztliche HUfe ge- sorgt wurde. Stichwort Tanne. In der Woche vom 14. bis 20. März darf Brot nur auf die Brotkarte abgegeben und entnommen werden, deren Abschnitte das Stichwort„Tanne" tragen. Di« Mi« und �-Ltr.-Krankenkarten werden am Sonntag, den 13., und Montag, den 14. d. M., voll beliefert. Die übrige Belieferung bleibt wie bisher. Städtisches Fleisch. In dieser Woche gelangen in den Verkaufsstellen für städtisches Fleisch auf Abschnitt 95 der Groß-Berliner Lebensmittelkarte 2S0 Gramm Büchsenfleisch oder Speck zur Ausgabe. Außerdem kommt ohne Marken gesrorenes Lamm- und Rindfleisch zur Ausgabe. Das Lammfleisch kostet 12,10 M., das Rindfleisch 8 M.(Suppenfleisch) bis 11,20 M.(Filet usw.) je Psund. 3. Schüle�orstellung des Jugendamts NeukSlln. Am Dienstag, den 15. d. M., nachmittags 3 Uhr, findet eine Schülervorstellung von Mozarts „Zauberflöte" im Theater am Nollendorfplatz statt. Einfuhrungsvortrag mit Erläuterungen am Klavier Niontag, nachmittag 3!-- Uhr, in der Aula der Realschule, Boddmstraße. Karten zum Preise von 2,50 M. einschl. Garderobe und Bortrag sind im Rathaus, Zimmer 226. zu haben. Im Berliner Aquarium sind nach langer Zeit wieder zwei Olm« ein- getroffen, die in dem etwas verdunkelten kleinen Behälter Nr. 22 auf der Süßwasserseite untergebracht find. Diese augenlosen,«it äußeren Kiem- büschein begabten Molche leben ,n den unterirdischen Gewässern Krains und haben, da sie nie einem Llchtstrahl ausgesetzt sind, kein« eigentliche Hautfarbe; sie sind daher blaß-fleischrotlich, nehmen aber, wenn sie in der Gefangenschaft selbst nur an schwaches Licht kommen, bald eine mehr oder weniger dunkelschiefergraue Farbe an.— Im Zoologischen Garten findet heute von 4—10 Uhr großes Konzert der Kapelle des Obermusik. Meisters a. D. Knoch statt. Am Donnerstag Elite-Konzert unter Leitung von Kapellmeister Sauerborn und Mitwirkung namhafter Solisten.— Vom 15. d. M. ab kostet der Eintritt Wochentags und Sonntags 4 M., für Kinder unter zehn Jahren 2 M., an den ersten Sonntagen im Dianas 2 bzw. 1 M. Das Finanzamt Urban(4) wird s-ine Bureauräume von der Sreber- straße 1—? nach der Belle-Mliancfftr. 6(früher Kaserne des 1. Garde- 1 -jIji nmeui' rcjlegen vnh BWBt wahrend oc§ Umzuges von. Montag, den 14. März, fciä Freirag, de» IL. März, geschloffen. Dies MnanAasse nimmt jedoch ihren Betrieb in den neuen Räum« schon am Mittwoch, den 16. März, wieder auf. Der Gesellschaftsabend der Frauenortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Ausland ist wegen der ernsten politischen Loge, die eine Abhaltung von Tanzlustbarkeiten nicht ge- stattet, auf den 26. April verschoben worden. Die Karten be- hallen ihre Gülligkeit für diesen Tag. S.P.D.-Lbleuie und Funktionär« des MieterverbandcS, Ortsgruppe Neukölln. Sitzung am Montag, den 14. März, abends 7 Uhr, im Lokal AUcrstr. 7. Fiimschau. „Der Liebling der Frauen", ein Drama ans dem Künstlerleb«»(was man so im FUm„Künstler" nennt) von Hans Gens, ist in den Terra- lichtspielen zu sehen. Viel Liebe— Verführungen und Enttäuschungen— Szenen aus einem Apachenkeller sowohl als aus der Haute- volee— ein Film für die Tauentzienstraße. „Der Leidensweg der Inge Krasst"(Tmumtzieupälast). eine echte Filmerei voll Sensationen und Sentiments, die überall in der Well Ipielt und glatt jede Unmöglichkeit durch ein Bild als möglich beweisen will, wird von Mta May so nnglaubwürdiq verkörpert, daß man sie schließlich voll Erleichterung ins Kloster gehen sieht. Weiter gings nimmer, Wenns auch abgesehen vom gedanklichen aniüsant war. Groß-Serliner Parteinachrichten. Heute, Sonnlag. den 1Z. März: 3. fliti«(Wcdding). Nachvltttagz 3 Uhr in der Schulanla, Gotenburger Strast« 2, Lichtbildervortrag für Kinder aus Wilhelm Buscha Werken(Max und Mortß). Eintrittspreis für Kinder A Pf., für Erwachsene 1 M. 3. Abt. Flugdlattverbreitung bei Kracht, Lützowstr. 100. Alles erscheinen. 20. Abt. Flugblattocrbreiiung von den bekannten Lokalen aus. <3. Abt. Bormittags 10 Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Lo- kalen aus. 09. Abt.(Wilmersdorf). Vormittags S Uhr Flugblattverbreitung von Andreas, VfaUburger Str. 55, cos. 71. Abt.(Wilmersdorf). Vormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von Jonas, Durlacher Str. g, aus. Morgen, Montag, den 14 März: 2.«reis(Tiergarten). Elternbeiräte des Kreises Tiergarten: Versammlung bei Berger, Levetzowstr. LI, abend» 7 Uhr. Referent Lehrer Gürke:„Werk- tätige Erziehung. Sozialistische Lehrer sind hierzu eingeladen. 0. fttfi» lWilmersdorft. 7(4 Uhr Fraucnabend bei Pieper, Holsteinische Straße. Vortrag des Genossen Petersdorj. l9. Treis(Pankow). 8 Uhr bei koritkowski, Florasir. 73, Franenabend. Vortrag des Genossen Meyer über„Unterricht in Lebenskunde als Ersatz für Religionsunterricht�. 20.«reis lReinickendorf). 7 Uhr im Rathaus Reinickendorf(Großer Sitzungssaal), Erweiterte Lreisvorstandssitzung. 9. nnd 10. Abt. 7% Uhr'm„Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 117, Franenabend. Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. 17. Abt. 7 Ubr in der Schulaula, Raglcrfiraße, Vortrag von Frl. Rulffs vom Zuaenbfürsoraeaint über„Aufgaben und Tätigkeit der?uoeusfürsorge". 22. Abt. 7 Uhr bei Bauer, Große Frankfurter Str. 1. Frauenleseabend. Referentin Else Scheibenhuber. 44. Abt. 7 Uhr bei ilerfin, Pankstr. 00, Bezirksfübrer und, Betriebsoer. traucnslcuts treffen sich zu einer Aaitationsversammlung. 73. Abt.(Schtzneberg). 7H Uhr bei Grundt, Meiningerstr. 8, Sitzung der Funktionäre. 35.«bt. 7 Uhr bei Paetz, Friebrich-MIHelm-Str. 90, erweitere Vorstands- � 154. Abt.(Rirberfchöneweide). 7 Ubr fn der Gemeinbefchnle, Berliner Straße. Franenabend. Refcrentin CTriede Rrineck. M. d. R. 138. Abt.(Reinickentorf-Ost). 6 Uhr bei Linbliedt, Resibenzstr. 1201121, Sitzung des engeren Vorstandes mit den Funktionärinnsn und dem Zugenb- ausfchuß. Iungfozfallsten. Arieitsansschntz: Sitzung abends 7 Uhr im Vorwärts- gebSude.— Srnpvc R-rden: 714 Uhr wichtige Besprechung der Funktionäre Treffpunkt Putbuser Str. 3/0.. RcnMln. Elternversammlnng b« Grteger. Sessingstr. 9, Eck« Ksvistraß«, abends 714 Uhr. Hierzu sind alle Eltern, deren fttnber die 16. Mädchen- Gemeindefchule befnch en oder deren Kinder Ostern dort eingeschult werden, eingeladen. Tagesordnung: Anfitellung der Kandidaten zum Elternrai. Achtnng, Techniker Groß-Berlin»! 6>4 Ubr tm Berliner Raihaus, ßim- mrr 109, Zusammenkunft aller Techniker, die auf dem Boden der S.B.D. stehen. Uebermorgen, Dienskag, den 15. März: *. Kreis(«eddlng). 7 Uhr ln der Schnlaula. Pankstr. 47, Sitzung her «rei-o-rtreter und Funktionäre." Referent Snstao Heller, M. d. E.;„Preußen- wähl und die Entente".„ 9.»reis kWilm-r-b-rf). 7V, Uhr in der Aula der Sherrealfchnle. August«. straße, Ecks Seepark, Versammlung der Kreisvertreter und der Mitglieder des 9. Kreises. Referent Genosse Katzenstein:„Di- politische Lage". 34. Abt. 7 Uhr Elternversammlnng für die 303. G«meindeschi-I«, Ibsen- straße. wozu alle Eltern eingeladen sind. 30. Abt. 7V, Uhr bei Bärwalde, Schligelstr. 8, Frauenabend. Rekerenk Alfred Puls:„Die Poesie in unserer gelt". 74. Abt. sgehl-ndors». 714 Uhr im„koiserhof", Potsdamer Str. 41. Refe. rent Ernst Heilmann, W. d. L.t„Die Lehren der Sandtagswahlen und Regie- 133. Abt.(Bnchholz). Slternverfawmlung bei Kähne. Berliner Straß«. Referent Lehrer»reutztger!„Der Elternbeirat als Binbegllrd zwischen Schule und Haus". 141. Abt.(R-fenthal). 7 Uhr bei Petran, Hauptstraße, Frauenabend. Referent Genosse Buchholz......._... Blankenburg. 7 Uhr bei Klug, Bahnhofstraße. gahkabend. Referent Ge- nasse Gerwien:„Sozialismus und Kommunismus". S.P.D.-Elternbeiräte der 370. Gemeinbefchnle. 7 Uhr in der Schulaula, Pasteurstr. 5, Elteruverfammlung. Referent Dr. Witte:„Schulsysteme". » 20.«reis(Reinickendvrf). Donnerstag, den 17. Mär,, abend, 7 Uhr, im Rathaus Wittenau, Kreisvertreterversammlung. Alle Abteilungen müssen ver- treten sein._ Uebungsstunden der S.P.D.-Ehöre. Anfragen sind zu richteu an». Schulz. Eh-rloticnburg.»irchstr. 33. Montag. 714 Uhr: Arbiitergefangoercin„Einigkeit"-Bnchholz bei Hennig, Pafswallcr Str. 50.— Soz. Männcrchor Friedrichshain im „Andreas-Kastno", Andreasftr. 3.— Franenchor„Frohsinn"- Eharlotten- bürg: Jugendheim, Rostuenstr. 4.— Frauenchor Tempelhof(8— 10) im Sänaerheiw. Kaifer-Wilhelm-, Ecke We-derstcaße. � Liederfreunde Borfig- walde- Wittenau- Tegel bei Schade. Beidtstraße, Ecke Berliner Siraße. — Dienstag. 714 Uhr: Soz. Männerchor Kalles ch« s Tor in der Aula der U. Realschule. Boeckbstr. 0/10.—.Larmonie"- Weißensee(8 Uhr), Pistorius-. Ecke RSIkestraße.- Donnerstag. Sänaerchor S.P D.. P a n k o w (714 Uhr) bei Enael, MUblenstr. 45.— Freier Männerchor R« i n i ck- n- darf 1714 llhr) bei Lindstedt, Restdenzstr. 120, Ecke Grüner Weg.— So,. Mäonerchor Mariendorf(8—10) bei Niendorf, Ehaussecstr. 10.— Frei- tag. TO Uhr: Soz. M-nn-r-bor Prenzlauer Tor. BStzow-Bral'eret, Prenzlauer Allee.— Männerchar„Harmonie"- E da r l ot t e nb u r g, Aula der Siemens-Oberre-lfchule, S-bloßstr. 27.- Mäonerchor Tempelhos (8—10) im Sängerheim,«aiser-Wilhelm-, Ecke Werdcrstratze. l ihaler Hof, Berlin R. 54, Rofenkhaker Str. tllS, Sitzung: Stellunanahme zu l den neuesten Entlassungsverfügungen der D.P.H.-Berltn.— Poftbel. rsbeamte ' und Diätare: Montag 147 Uhr im Eewerkfchastshaus, Engelufer 14,15, Ber» slmunluna. Dentscher Portierve/rband. Branche bee Geschäfts" und Industriehäus erz Montag 7 Uhr im Englischen Hof, Älexanderstr. 27c, Branchenvers ammlung. G.P.D.-VÄer und Lackierer Alle Kollegen, die auf dem Boden praktischer Gewerkschaftsarbeit stehen, werden gebeten, Mittwoch 7H Hhr in den Bubi» � Sälen, Neue Känigstr. 26, zu einer Versammlung KU erscheinen. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Bezirk Norden 14. Montag, den 14. März, abends �8 Uhr, in Büttners Festsälen, Schwedter Str.. 22/23, Mit� gliederversammlung.— Donnerstag, den 17. März, 7*# Uhr, in der„Bier- glocke", Belle-Alliance-Str. 10«, Versammlung der Krieg sbesch�Ldtgten- Vertrauensleute des Reichsbundes aus den Betrieben und Bureaus Groß-Berlins. Tagesordnung: Kriegsbeschädigtenvertrauensleute und Be- triebsratswahl.— In der Deutschen Fri�cnsgesellschaft, Ortsgruppe Berk», Neue Philharmonie, Köpenicker Str. 96/97(Apollosaal), ivricht Montag, den 14. März, abends 8 Uhr, der ungarische Schriftsteller Ludwig Hatvany, Der- fasser des Buches„Das verwundete Land", über„Ungarn und der Ptwfis* mus". Gäste sind willkommen.- Freireligiöse Gemeinde, Ortsgruppe Buch. Montag, den 14. März. 714 Uhr. im Lokal von Schulpich, Vereinsabend, �oui- gäbe der Einlaßkarten zur Jugendweihe in Buch.— Arbeitcr-Samarvter- Sol-nne» Berlin«. V. Abt. Köpenick: Mitgliederversammlung am Montag, den 14. März, abends 7 Uhr, Lokal Kippekohl, Schönerlinder Str. 5.— Prüfung der Kurfusteilnehmer am 12. März, Schule Dorotheenftraße fKopentck).— Abt. Lichtenberg: Funktionärsitzung am 15. März, Lokal Pickeuhagen, Scharn- weberstr. 00.— Ziot. Eh a- l o t t e o b u r g: Prüfung der Kursusteilnchmer am Donnerstag, den 17. März, Leibniz-Realgvmnasium, Schillerftr. 123,127. Mitgliederversammlung am 18. März, Lokal von Thelen, Kaiser-Fviedruh. Straße 45 0.— Abt. Weißecksee: Dienstag, den 15. Marz, im Lokal von Borchard, Pifwriusstraße, neben Ortskrankenkasse, Bortrag: Dr. Messing über „Geschlechtskrankheiten"._ Gerichtszeitung. Die Riesenöiebstähle bei der Generaikriegskah»!. In viertägiger Verhandlung hatte sich die 4. Strafkammer des Landgerichts I mit den UnterscUcifen bei der Generalkriegskaffe zu beschäftigen, die eine Höhe von weit über eine halbe Million erreicht haben. Wegen Diebstahls war der Bureauhllfs- arbeiter Fritz Niebisch, der seinerzeit flüchtig geworden war mid wegen Hehlerei der frühere Gastwirt Hugo Major angeklagt. Die Zweigstelle der Generalkriegskasse in Berlin befaßte sich seit der Novemoerumwälzung und dem Waffenstillstand mit der Annahnte und Verwertung der fremden Geldsorten, die sich bis dahin im Besitz der Truppenteile oder einzelner Heeresangehöriger befunden hatten. Die Summen wurden in oersiegelten und verplombten Beuteln oder Paketen abgeliefert, über deren Empfang entsprechend der auf ihnen angebrachten Inhaltsangabe vorläufige Ouittung erteilt wurde, wäh- rend die genaue Durchzählung und endgültige Quittung vorbehalten blieb und dann in die Schließfächer der Darmstädter Bank einge- lagert. Der Angeklagte Niebisch war im Schließfachraum beschäf- tigt; er soll dabei oft längere Zeit ohne Aufsicht gewesen sein und Gelegenheit gefunden haben, sich große Posten von ausländischem Papiergeld im Wert von mindestens 675 00 0 M. anzueignen. Als in der zweiten Hälfte des Januar 1919 eine Durchzählung der ein- zelnen Beutel in Aussicht stand, verschwand er von der Bildfläche. Es wurde festgestellt, daß in 13 Beuteln die koloffalen Beträge fehlten. Niebifch ist nach Brasilien entflohen und später in Rio Preto, wo er sich verlobt und angekauft hatte, entdeckt und schließlich von der brasilianischen Regierung ausgellefert worden. Der Mitangeklagte soll von ihm größere Posten der Wertstücke zum Umwechseln hier zugestellt erhalten und Gelder zu seiner Verfügung bereit gehalten haben. Nach der sehr komplizierten Beweisaufnahme wurde Wasor zu einem Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 4 Monaten Untersuchungshaft verurteilt, während das Verfahren gegen Niebisch eingestellt wurde, weil er von der brasilianischeu Re- gierung wegen s ch w er e n Diebstahls ausgeliefert, aber nur wegen leichten Diebstahls hätte verurtellt werden können. Es wird sich nun entscheiden müssen» ob er innerhalb der ihm gestellten Frist nach BrasiUen zurückkehren oder es daraus ankommen lassen will, nun hier wegen einfachen Diebstahls abgeurteilt zu werden. ?ugenüveranstaltunyen. Verein Arteiter-Zngend Groß-Berlln. Sekretariat: RS. 40, In den gellen 23. Somikag, den 13. März: »reis Kallesche, Toe. Ein Lichtbildervortrag„Märkische Landschaftsbilder" findet um 0 Uhr im gentrossuaendheim, Lindenstr. 3. statt. Eintritt IM.— Kreis Beddinq.„Pufch-Adend" mit Lichtbildern findet um 0 Uhr in der Gotenburger Sir. 2 tAvla) statt. Eintritt 1 M.— Kreis Prenzlauer Tor. Ein „Glasbrenner-AHend" findet in der Sonnenburger Str. 20 um 6 Uhr statt. Montag, den 14. März: Kermsdarft Roonsirnße(Turnhalle). Bortrag:„August Bebel".— Zohanni». thal: gohannes-Werner-Stroße, Bortrag:„Was sind und was wollen wir?"— Tempelhof: Lyzeum German, astr. 0l7. Mödchcnabend.— gehlendarf: Mickley, Potsdamer Str. 25, Bortrag:„Der Wert des Wanderus". Vorträge. Vereine iinü Verfammlimaen. Rohrleger und Helfer. Bau. und Befiiebsrohrfeger: Montag 0 Uhr außer- ordentliche Branchenverfammlupg im Gemerkfchaftshaus. Deutscher Kutardeiterverband. Unser Bureau ist von Montag 1 Uhr bis Mittwoch aefchlossen. Ahstempelung für Arbeitslose Dienstag 0—10. Verband der Buchbinder und Päpierverarbeiter. Luxuspapierbranche: Man- tag 3 Uhr im Eewerkschaftshaus Versammlung der streikenden Kolariftinnen.— 5 llhr in den Berliner Vereins- und Konzertsälen, Kommandantenstr. 56, Brancheuversammlung. Deutscher Trausportarbeiteroerdand. Sektion l, Lederbranche: Montag 7 Uhr bei Witte, Poststr. 29, Gruppen Versammlung der in den Schuhfabriken schäftigteu.— Bertrauenemänner der Gruppe I, Tuche, Filze: Montag 145 Uhr bei Witte, Sitzung. Gruppe III, Samt- und Seidcumaren: Mittwoch 5 Uhr Schule. Ntederwallstr. 12, Grupvenversammlung.— Mustermacherinnen, Auf- mocherinnen usw. der Gruppe Vl, Kurzwaren, Tülle, Spitzen: Mittwoch 5 Uhr Schulaula, Hinter der Garnisonlirche, Reue Friedrichstraße, Gruppenversamm- luna.— Sektion IV, Droschken., Privat- und GeschLstskraftwagenfiihrcr, Wäscher und Hilfsarbeiter: Dienstag 7 Uhr Im Kewerkschaftshaus, Engel- Ufer 14/15, Scktionsver, ammlung.- Pferd clzruschkcnführcr: Montag 714 Uhr im Gewerkschaftshaus, Enaelufer lZ, Brancheunerfammlung. Dentfchee Kol'arbeiterverband. Musikiustrumentenarbeiter: Montag 5 llhr Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147, chrclammlung aller S.P.D.Kallegen: Stellungnahme z>: dem Protest oeaen die Vvbl der Branchenkommifston. Mit. gliedsbuch dgc S.R.D. ist miitzvbrinoen. Deutscher Derkehrsbnnd. Betriebsräte, Funktionäre nnd Bertranenslsute sämtlich« Dienst pell»» im O.P-D.-Bezirt Berlin: Montag ä llhr im Rosen. Sport. Noxkamps im ZlwulralSPalast. Di« Großkampftage l« Noxe» zeigen eineu eigenartigen Charakter. Auf den billigeren Plätzen im zweiten. Rang ein sportbegeistertes Publikum, aus den natürlich ausverkauften 200-, 156- und lOO-Mark-Plätzen zumeist eine aus Schiebern, Lebedamen und anderen mit den oberen Zehntausend in Beziehung stehende buntgemischte Gesellschaft, die für ihr Geld auch den entsprechenden Nerven- kitzel empfinden will. Luch diese Art Sportbeflissenen sind bei dem Groß- kampftag am Freitag voll aus ihr« Rechnung gekommen. Das Haupt- interesse konzentrierte sich aus das Zusammentrestcn des Dänen.Eck e- roth mit dem belgischen Boxmeister de Paus, die w fünfze!;� Runden einen sehr harten Äamvf lieferten. Beide mußten zahlreiche sehr schwere Schläge einstecken. Durch Punktwertung wurde Eckervth zum Sieger erklärt. Ebenfalls über fünfzehn Runden ging der Kampf zwischen dem Türken Sabri Mahir und dem schottischen Meister Mac G o l d r i 6. Ter Kampf wurde von den Schiedsrichtern für unent- schieden erklärt. Einen schr spannenden Kampf lieferten Merken- Elberfeld und Koch- Gera. In der sechsten Runde gelang es Merken, leinen Gegner zu Boden zu bringen, so daß dieser sich auszählen lassen mußte. Sertenspiel« der Fr. Hockey-Vereinigung(M. d. B.-T. u. Sp.-B.) am heutigen Sonntag: Klasse A: Aus dem Spielplatz an dxr Schönhauser Allee: Fichte 12 l— Fichte 1 l(Lichtenberg) 114—3. Lichtenberg l— Schön- holz l(Borussia) 3— 414. Spielplatz Lichtenberg, Normannenstr.: Bo- russsa I— Fichte 10 I(Fichte 1) 10—1114. Spielplatz Wilmersdorf. Fr. Tschft.: Wilmersdorf I— Fichte 8 I kRoland) 214—4. Klasse B; Spielplatz Schönhauser Allee: Fichte 10 II— Fichte 12 II(Lichtenberg H) ft— 1014. Roland I— Lichtenberg II(Fichte 10 il) 1014—12. Spielplatz Wilmersdorf Fr. Tschft.: Moabit I— Lichtenberg in(Wilmersdorf) 014 bis 11 Uhr.(Eingeklammerter Verein stellt den Schiedsrichter.) Märkisch« Spielvereinigung. Propaganda-Fußballspiel„Stralau-Nor- diska". Sonntag, den 13. März, nachmittag? 2 Uhr, findet auf dem Platze von Stralau, Goßlerstr. 86(Bahnhof Stralau-Rummelburg) ein Fußballkampf zwischen den Mannschaften von Stralau und dem Meister der Gruppe v, 1. Klasse, Nordiska, statt. Gewinn-Auszug der 17. Preuz.-Südd.(213. Prensj.» Klassen-LotteHe Klaffe_ L Zichungstog 10. März 1921 isf)e-I»«no*««« Hammer«In» r».l fletsh «ad«war Ja«laar aaf 4ta«I.lrh.r »btelleaaea I aad Sh höh« a.ntna» gafalle«, I I�tlamaar la daa»aldaa 1 Clu dieweh». Nadbnid verboten. 1» der VormittagMiehonü ward an Gewinne über 313 4Urt gezogen« 2 llewinne zo 100000 U 153698 2 liewmn« za 40000 n 139087 8 Gewinne zu 1000.» 62001 79734 109430 191281 13 gewinne zu 500 n 21378 i41ll 92898 125828 I30S11 228804 14 Gewinne zu 400 il 6374 45676 80430 134797 164370 190169 207310 in der Naehmlttnasziehong worden iiewmne Oder 313 Hartz gezogen) 2 Gewinne zn 20000 W 120372 4 Gewinne zu 6000 n 112055 158474 6 Gewinnt zn 1000 U 65379 195334 217034 12 Oewinno zo 600 u 9841 43488 63906 65681 212560 215534 39 lie Winne ZU 400>» 19026 30970 37812 60242 52142 70107 88737 107575 112223 117316 136029 140149 151434 164469 158624 217758 222843 228573 3. Jklasjt 2 Ziehungstag Ii. Mä:z lail in der fonnlttzeaziehann worden Gewinns üoer 313 Hartz gezogen) 2 Gewinne zo 6000011 77700 2 Gewinn« zu 15000 a. 80-94 i Gewinne ZU 3000 H 14 1 988 4 winnst zo 1000 M 3-0 187�61 10 Gewinne zo 500»1 36797 5 4>S 87059 109735 706018 40 Gewinnt zu-00 v 184» 65 5 16790 60314 805 66 5? 71773 75685 735, q 873n8 90204 11630, JS3j6S 143581 162495 166540 174136 21292? 219:00 237700 In dei N.cmnitUesziehnne wurden tlewlnn- Oder 313 Hartz gezogen: 8 iewinne zo SOCO 0 19 78 1 2-961 260346 222802 3 liewtnne zo 1000>1:P54»2 16»ewinne zn 500 Ii 08653 80583 9 SS SO 10,947 1 08578 143669 226483 »37579 10■oewumz zn 400 ü 4454» 62004 04088 188470 310v81 Nr. tlt ♦ ZS.�ahrganA Z. Seilage öes Vorwärts Sonntag, 13. März 1921 Debatte zur Regierungserklärung. iSchluß aus der Abendausgabe.) Abg. Vels(Setz.) fortfahrend: Wenn eine Feuersbrunst über Deutschland dabingerast wäre und ln Stadt und Land olle chäuser. alles Vieh und alles bewegliche Gut M aijfs letzte vernichtet hätte, dann wäre jener Betrag heraus- .aekanMen, den man jetzt von uns verlangt. Es besteht der be- gründete Verdacht, daß die Londoner Konferenz von vornherein auf die Ablehnung unserer Borschläge angelegt war. Ich brauche nur die parlamentarische Situation des Ministeriums B r i a n d an- zudeuten und jeder wird mich verstehen. Unsere Delegation konnte nichts erreichen bei einer solchen ablehnenden Feindselig- k e i t. Bedauern müssen wir nur, daß die Borschläge nicht klar und bestimmt genug formuliert waren. Es war falsch, die Summe Zon 50 Milliarden zu nennen, ohne Hinzurechnung der Zinsen. Die Abrechnung der 20 Milliarden Mark für bereits gezahlte Leistungen zur Reparation hat auch nicht zur Klärung beigetrogen. Aber wir wissen, daß Deutschland finanziell leistungsunfähig ist und daß allein die E i n svanmmg unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Frankreich zu seinem Wiederaufbau verhelfen kann. Warum hat die Delegation keinen Plan zum Wiederaufbau vorgelegt? Der Wiederaufbau Nvrdfrankreichs mußte das Kern- stück der ganzen Derhondlungen bilden. Wir haben diesen Stand- punkt stets oertreten und ich bin sehr erfreut, daß die bürgerlichen Parteien und der Außenminister stch jetzt auch auf unseren Stand- punkt stellen. Früher hat man es leider an der nötigen Unter- stützung dieses unseres Standpunktes fehlen lassen. Ich möchte wohl wigen, welche Einflüsse sich geltend gemacht haben, daß im ent- scheidenden Stadium die Wiedergutmachungsfrage von unserer Re- gierung als bloße Zinonzfrage behandelt ist. Aus d�m Angebot des Provisoriums machen wir der Delegation keine Vorwürfe. Aber durch die Betonung der iinonziellen Seite des Problems ist hie Frage des A u s b a u s zu sehr in den Hintergrund gedrängt worden. Man hätte einen glänzenden, in allen Einzelheiten klaren, sofort in Angriff zu nehmenden P'l a n für den Wiederaufbau vorlegen müssen nach dem Muster unserer Leistung in Ostpreußen. Um einen solchen Plan hätten sich auch die Entenielapitalisten, selbst Herr Pioncare nicht herumdrücken können. Die Arbeiterschaft der betroffenen Länder hätte dafür gesorgt, daß cm solcher deutscher Vorschlag die notig««toßkraft bekommen hätte. Auf demselben Schuldkonto wir die Unterlassung in dieser Frage steht das Versagen der Regierung in der Frage der Entwafs- n u n g. Durch die Forderung immer neuer Kanonen und Waffen ist das Gerede von dem revanchelüsternen Deutschland entstanden. Das ist Unsinn. lZuruf Helffcrich: Ra also!) Wenn Sie ,.Na also!* rufen, Herr Heisterich, so stelle ich fest, daß der wcüaus überwiegende Teil des deutschen Dalles keime Revancheabsichten hat, daß es aber einzeln« verbrecherische Menschen gibt, die wiederum gerne das Blut der anderen vergießen möchten. Rur durch die Hattung dicl« verbrecheriscken Kreise wird es Frankreich immer wieder mög- lich' auch in England seinen Einfluß durchzusetzen; wäre der Gegen- sah' zu Frankreich rein wirtschaftlicher Art, so könnte man sich viel leichter verständigen. Auch das Verhalten des Rcichszerichts in der Lburleiluog der Kriegsverbrecher «lirkt in dieser Richtung. Vielleicht ist der Herr Außenminister mit mir der Anficht, daß zu dem jubelnden Empfang der Delegation auf dem Potsdamer Bahnhof kein Anlaß vorlag. Es zeigt nur. wie unpolitisch große Massen unseres Volkes noch immer sind. Die Verhandlungen in London sind nach unserer Meinung nur ein Uebergangs st avium zu weiterer Verständigung. Wenn die extrem-nationalistischen Kreise von der Reichsregieruna den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Entente foroern, so er- warten wir. daß' sie eine solche sinnlose Maßregel ablehnt. Die „Deutscht Zettung* hat gewissenlos und verbrecherisch aufgefordert. der Rewenung den Gehorsam zu versagen, wenn sie jetzt nicht Ernst macht, schreibt weiter, daß keine 5)and in Deutschland sich mehr für die Entente rühren würde. lRedner zitiert einen Absatz des Artikels der„Deutschen Zeitung*.) Das sind dieselben kreise, die Deutschland ins verderben gestürzt haben, dieselben Leute, die 1914 jubelno ausriefen: Endlich ist sie da. die heilige Siundei Das sind die Männer von der vaierlandspariei. deren Führer helffcrich die Last der Kriegsschulden den Feinden aufbürden wollte. Jehl wird un» die Rechnung dafür präsenstert.(Große Unruhe rechts.) Denken Ihre Freunde(nach rechts) vielleicht jetzt noch daran, Wil- Helm II. die Tausende von Millionen nachzuwerfen?(Zurufe rechts: Entsnteknechtl) Wir hoben das mit uns getriebene Spiel satt. Mit sentimentalen Phrasen, tun wir nichts, denn wir mögen so unschuldig sein, wie wir wolley, so geht heute doch Macht vor Recht.* 2llle Macht ober ist auf Seite unserer Feinde. Deutschland muß sich trotz seiner vergangenen glänzenden Militärgeschichte mit den Tatsachen ab- finden. In London haben die französischen Revanchepolitiker gesiegt. Die Sanktionen find Tatsache, und wir dürfen sie nicht vom Stand- punkt der Etappe aus auffassen. Die Sanktionen haben in dem besetzten Rheinland katastrophale Folgen, vor allem eine riesige Arbeitslosigkeit. Die Abschnürung des Rheingebietes liegt durchaus auf der Linie der französischen Polillk. Auch Süd- d e u t f ch l a n d will man mürbe machen, um es auf inuner vom deutschen Reiche zu trennen. Die Arbeiterschaft wird dem. gegenüber das Element des Zusammenhalls des Reichs bilden. Tayllerand Hot einmal gesagt: Man kann mtt Bajonetten alles machen, nur nicht sich darauf setzen. Vielleicht denkt die fron- zösische Regierung einmal an die Worte ihres berühmten Landsmannes. Allerdings gibt es in Deutschland Leute, die noch keine Rat leiden. So brachte die„Times* die Nachricht, daß St in»es die Hüttenwerke von Eastiglione kürzlich für 3To Millionen Mark gekauft habe. Lloyd George hat die wichtigste indirekte Steuer, bis Kohlensteuer, gar nicht in Rechnung gestellt. Wir wissen, daß alle Völker unter den Kriegsfolgen leiden, namentlich auch das fran- zösische. Wir wollen aufbauen, wir wollen einen Frieden der Arbeit.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) ?lbg. Graf Westarp(Dnot. Vp): Die neue Besetzung deutschen Gebietes ist ein Bruch des Völkerrechts und des Berfaillsr Vertrages. Der Außenminister hat dem Feind einen Freibrief erteitt für jeden Angriff auf deutsches Gebiet.(Lebh. Zustimmung rechts.) Die Angebote unserer Unterhändler in London sind nunmehr hinfällig geworden. Wir stimmen dem Antrage der Regierungsparteien zu; das soll aber kein Verkravensvokum für den Außenminister sein. Sein Verhalten bietet mancherlei Anlaß zur Kritik, schon weil es uns in unerwünschter Weise binden kann. lZustimmung recht?.) Reue Verhandlungen sind nur nach Aufhebung der Gewaltmaß- nahmen möglich. Wir dürfen nun keine Vorschüsse mehr für die Be- satzungstruppcn zahlen. Wenn in solch schwerer Stunde des Vater- landes der Volksgenosse den Volksgenossen beschimpft, wie es der Abg. Wels hier getan hat, so.müßte man am deutschen Vater- lande verzweifeln, wenn mau nicht die Hoffnung hätte, daß wir nun- mehr von der Krankheit der„internationalen Solidarität* und von d-r Krankheit des„Klassenkampses* geheilt sind.(Zuruf links: Sie Kriegsverbrecher!) Die alte Kraft des deutschen Volkes ist noch nicht vernichtet und zerschlagen. Wir haben noch unsere Ehre, solange wir sie nicht selbst aufgeben. Meine Partei hält fest an dem Gedanken der Befreiung von dem VersoUer Bertrage.(Lärmender, demonstrativer Beifall bei den Deutschnationalen.) Inzwischen ist ein Antrag der Loaiilionsparkeien, der Bayerischen Volkspartei, des Bayerischen Bauernbundes und der Deutsch-Hannoveraner folgenden Wortlauts eingegangene„Der Reichstag billigt, daß die Reichsregierun� trotz der in London angedrohten und jetzt vollzogenen Gewaltmaynahmen der Entente bei der Ablehnung der unerfüllbaren Forderungen verharrt.* Ferner ist eingegangen ein Antrag Aderhold und Ge- nassen(U. Soz.): „Der Reichstag mißbilligt, daß die Regierung durch unge. nügende Durchführung des Friedensvertrages von Versailles, ins- besondere durch Richtentwasfnung der Konterrevo- l u t i o n. sowie durch mangelhafte Vorberettung und Führung der Verhandlungen in London der Entente Vorwände für die Gellendmachung unerfüllbarer Forderungen und für die als „Sanktionen* bezeichneten Gewaltmaßnahmen geliefert und damtt zum Scheitern der Verhandlungen beigetragen hat. Der Reichstag spricht jedoch die Erwartung aus, daß die Regierung jede brauchbare Gelegenhett zur Wiedereröffnung der Aus- gleichsverhandlungen mit der Entente ergreifen wird.* Abg. Dr. Rreiischeid(U. Soz.): Es würde viel für die Hebung unseres Ansehens im Auslande beitragen, wenn die Herren der Rechten, die jetzt fluchtartig den Saal verlassen, ihn überhaupt nicht mehr betreten würden. Räch der Rückkehr des Dr. Simons stehen wir jetzt vor einem Berg von Scherben! Auch wir betonen in unserem Antrag, daß wir die Sanktionen als einen R e ch t s b ru ch und als Gewalttätigkeit ansehen. Im Auswärtigen Ausschuß haben die meisten Redner meiner Kritik an Dr. Simons zugestimmt, sogar Herr S t i n n e s hatte gewisse Berührungspunkte mtt mir. Cr sagte mit Recht, daß es der Regierung an Ideen und an politischer Führung fehlt. Auch wir fragen, was denn geschehen ist, um einen Plan für Reparation aufzustellen. Dem Reichsminister Dr. Simons hat es in London an Bewegungsfreihett gefehst, die ich vor acht Tagen für ihn forderte. Er war beschwert von den Sachverständigen, die sich nicht einigen tonnten, und vor allem von den nationalistischen Wir- k u n g e n seiner Reden in Süddeutschland. Es ist eine Irre- führung, wenn man von Lloyd George ebenso wie von uns be- hauptet, wir hätten gesagt, Deutschland habe die Schuld am Kriege und müsse alles bezahlen Er hat gesagt, die Herausforderung zum Kriege sei von der deutschen kaiserlichen Regierung ausgegangen.(Große Unruhe rechts.) Wir erklären als Deutsche, daß der letzte Grund für den Weltkrieg in dem von den internatio- nalcn Finanztreisen erzeugten Imperialismus zu suchen ist. Wir erklären aber auch als Deutsche, daß die verantwortlichen Stellen in Deutschland ihr oollgerüttelt Maß von Schuld an dem Ausbruch des Krieges auf sich geladen hoben. Wenn Graf W e st a r p behauptet, Deutschland trifft kein Schatten der morali- lchen Schuld am Kriege, dann haben wir die Pflicht zu sogen: Das ist eine Unwahrheit!(Pfuirufe rechts.) Wir kommen nicht um die Tatsache herum, daß durch Schuld unserer Regierung das Vertrauen der Entente zu unserem guten Willen erschüttert ist. Ich brauche nur auf die E n t w a s f n u n g s f r a g e zu verweisen. Herr v. K a h r kümmert sich heute schon wieder nicht um die Reichs- regierung. Wir verlangen von der Regierung, daß sie nicht neue Schritte der Entente abwartet, sondern selbst ernste Dorschläge macht. Es nutzt nichts, über die besetzten Gebiete Tränen zu ver- gießen und nichts zu tun.(Große Unruhe rechts.) Wir können zu- nächst den Wiederaufbau in Frankreich anbieten, denn die französische Arbeiterschaft ist mit uns der Anficht, daß der Wiederaufbau nur unter Mithilfe der deutschen Arbeiter möglich ist. Wir können weiter für die Regelung der Finanz fragen Angebote machen, um über die nächsten Jahre hinwegzukommen. Ohne Gewalt müssen wir zu einer internationalen Regelung der Reparation kommen. Sie(zur Rechten) werden Deutschland zugrunde richten, Sie haben das schon einmal getan. lGraher Lärm rechts.) Wir bauen unsere Hassnung aus die Stunde, in der aus der balben Revolution in Deutschland eine ganze wird. (Große Unruhe rechts.— Beifall bei der äußersten Linken.) Reichsminister des Aeußern Simons: Herr Breitscheid hat meinen Zusammenstoß mit Herrn Stinnes im Aus- wärtigen Ausschuß des näheren geschildert. Herr Stinnes hat mich angegriffen und ich habe mich gewehrt. Aber es war in der Hauptsache nichts weiter als eine scherzhafte Erwiderung auf einen scherzhaften Angriff.(Bewegung, Zuruf bei den U.Soz.: Wo hört denn da der Scherz auf?) Herr Breitscheid hat dann ebenso wie Herr Wels getadelt, daß wir in London nicht mit einem ausgearbeiteten Wiederausbauplan hervorgetreten sind. Niemand kann das mehr bedauern als ich. Aber der täuscht sich, der glaubt, die Regierung sei in der Loge, den Wiederaufbau in Nordfrankreich so zu machen, wie ihn Herr Wels geschildert hat. Der Minister recht, fertigt Westarp gegenüber seine Hattung. Abg. Dr. Levi(Komm.): Der Außenminister hat sein« ganze Politik nach Enqland orientiert, und diese Entscheidung hat zu einem vollständigen Fiasko geführt. Bayern hat mtt seiner Orgesch und mit seinem General von Moehl die Reichsregierung in die Knie ge- zwungen. Wo bleiben da die starken Mittel des Mini�ers Koch, die er bei den Kommunisten so schnell zur Hand hat? Nur die Der« bindung mit Sowjetrußland kann uns retten.(Heiterkeit.) Damit schließt die Aussprache: es' folgen persönliche Bemerkun- gen, hieraus die Abstimmung. Der Antrag H o f s m a n n(Komm.st die wirtschaftlichen Beziehungen zu Sowjetrußland aufzunehmen und der gegenwärtigen Reaierung das Mißtrauen auszusprechen, wird gegen die Kommunisten abgelehnt. Desgleichen wird der Antrag Ad er hold(U.Soz.) gegen Kommunisten und Unabhängige abgelehnt. Der Antrag der Regierungsparteien wird in der abgeänderten Fassung:„Der Reichstag billigt, daß die Reichsregierung die Ab- lehnung der Pariser Bedingungen in London der Unterwerfung unker die unerfüllbaren Forderungen vorgezogen hol", in nament- sicher Abstimmung— vor welcher die deutschnationale Fraktion er- klärt, dem Antrag z u st i m m e n zu wollen— mtt 268 gegen 49 Stimmen der Unabhängigen und Kommunisten angenommen. (Lebhafter Beifall.) Dos Haus vertagt sich auf Montag, 1 Uhr: Dritte Beratung des Reedereiabfindungsvertrages, Fortsetzung der Haushattsbera- tung, Gesetz über die Auflösung der S e lb st sch u tz o r g a n is a- tionen. Schluß 5 Uhr.,_ Vertagung öes Landtages. Auf der Tagesordnung stehen nur Anträge auf Aufhebung bzw. Einstellung von gerichtlichen Versahren gegen Abgeordnete. Gemäß des Antrags der Geschaftsordnungskommission spricht sich das Haus für die Aushebung des Strafverfahrens gegen den Abg. Freund (U.S.) aus. Im Falle der Abg. Rost Wolfftein(Komi), gegen die wegen einer im Jahre ISIS anläßlich der Wahlen zur Rationalver» sammlung gehaltenen Rede ein Verfahren schwebt, schlägt der Aus- schuh Vertagung des Beschlusses und Einforderung der Akten vor. Der Ausschußantrag wird mit bürgerlicher Mehrhett gegen sämtliche Sozialisten abgelehnt. Im Falle des Abg. K n o t h(Kom.), der sich wegen Verstoßes gegen den Erlaß des Reichspräsidenten in Untersuchungshaft befindet, beantragt der Ausschuß ebenso die Einforderung der Akten. Abg. vul ubert(Soz.): Wir beantragen Haftentlassung und treten für die Einstellung des Verfahrens gegen den Abg. Dr. Meyer- Ostpreußen ein. Nach weiterer Aussprach« wird gegen die Stimmen der S o» zialisten der Antrag des Geschästsordnungsausschusses angenommen, nachdem zunächst die Akten einzufordern sind; bei den Fällen der Abgg. Schalem und Dr. Meyer-Ostpreußen wird be- schlössen, ebenso zu verfahren Präsident Leinerl: Ich schlage dem Hause vor, sich bis zum 7. April zu vertagen oder es dem Ermessen des Präsidenten anheim zu geben, den Landtag zu einem früheren Termin zusammen« zurufen. Die Fesisehung der Tagesordnung für die nächste Sitzung fall dem Präsidenten überlassen bleiben, doch soll die dritte Beratung des Gesetzes über die Staatsrats- wählen in Oberfchlelien auf der Tagesordnung stehen. Wg. Adolf hosfmonn(Kom., zur Geschäftsordnung): Wir be- antragen, Montag eine Sitz-mg aozuhalten mit der Tagesordnung: Aussprache über die Rücktrittscrklärung der Minister. Abg. Dr. Aleyer(Kam.): Ferner beantragen wir, Montag die Wahl des Ministerpräsidenten vorzunehmen. Abg. Ludwig(U.S.): Wir beantragen, als Tag der nächsten Sitzung den 22. März festzusetzen. Abg. Siering(Soz.): Ich schlage vor, daß die nächste Sitzung nach dein Ermessen des Präsidenten einberufen wird, daß sie aber späte st ens am 7. Aril stattfindet. Unter Ablehnung aller anderen Anträge wird der Antrag Sie- ring angenommen. Schluß Vi 2 Uhr.__ 3m Sounenseld-Prozeß wurde am Sonnabend die Beweis» aufnähme geschlossen. Der Vorsitzende ging noch einmal mit dem Angeklagten die einzelnen Anklagepunkte durch Am Biomag werden die Plaidoyers des Staatsanwalts und der Verteidiger be- giänen. HALPAUa ATELIER die unübertroffene QUAUTATÖ- CIGARETTE DEUTSCHERWEINBRAND. JAC.STüCK NACH F. A.G. WEINBRENNEREI EN HANAÜ5A. VertrieliSiesElIseliaft lilr Erennerei-Erzeipsse mlll. Ii E K L. I X 03 4, B*ialnt«ner Straße 45. Fempncher: KOnlgetadl(03 V«t*s 4f* fTandscfirfff, gtih*«n Ftnlt .POMfiaHor, 14 Kar. üoiut üiam. Irid bpiize, la Haitgummi, Prla!«ro(»c?%Ml* VSQk Q M«»» uthict' i ort iiküi. uuiui i/iaiu.-m« ffa B ijWI /ntnedeni � Schie ben ein KenztB Leben �3« ffjt B JLJH Von 45-_>L an. Ii Woctien Cm tausch. Veturetei geeaetit Pioanetp. gratia lUJanreGi autle Faclihandfpe Be- ntuig. Keparatnrea aller Halter riln V.. Frledrichatr- 74, gegenüber Kaiser-Cafe Fink Tudmaiüd elegante neue Form ?jf i r\ v i e r schönen Farben liliiliilllili���� iiiiiiiiiiüiiiiiiiiuiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiüiinii V. NANKEIHER OberwaHSh".©■?.Am Uri ierejruncJtoahnHod HaUSVOQf©fpl®fZ Bibliothek der Kommunistischen internationale Band I. Manifest, Richtlinien, Beschlösse des Ersten Kongresses.— Aufrufe und offene Schreiben des Exekuthrkbinitees bis sunt Zweiten Kongreft. Band II. Die kapitalistische Well und die Kommunistische Internationale.(Mannest des II. Weitkongresses der Komtrunistischen Imernatipnale.) Band III. LeltsEtse und Statuten der Kommunistischen Internationale. Band IV. L.Trotz|(li Terrorismus und Kommunismus. Anti- Kautsky.(II. A uilage.) Band V. Karl Radeks Theorie u. Praxis der Z'/g-lntemationale. Band VI. W. Newskl und S. Rawltschi Arbeiter- u. Bauern- Universitäten in Sowjetrußland. Band VII. Prof. E. Varga i Die wirlschaftspolitischen Probleme der proieiarischen Diktatur.(II. Auflage. Erscheint demnächst) Band VIII. Protokoll das Ersten Kongresses der-Kom« munlstischen Internationale.(Erscheint demnächst.) Band IX H. tenln i Der Imperialismus als jüngste Etappe des Kapitaiismus.(Erscheint demnächst.) Weitere Binde in Vorbereitung Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nachf. Louis Cahnbley, Hamborg II äZMb' schneiden s'ch ins eigene Heisch, wenn Sie Ihre Platin-, Gold-, Sllberwaren, Ihren. Kneten, Brennatirto Silber- 1 Srillanfen Zahngebisse bis TOOO M, (Einzelne Zähne II bis 800 Mk.) nicht beim Facbmann verkaufen. Staunen erregend Ist mein Angebot Uhr-nJawelengeschäti tt. Wfase Artiileriestr, 30 Tel. Nord. 1030 Tel.-Adr.-Platinwlese MdBEL günstiger Einkauf Speisc- Herren- u. Schlaf« Zlmmar Küchen sowie Einzel-Möbel zu bedeutend herabgesetzten Preisen S. 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Heilage ües vorwärts Sonntag, 1Z. tNärzlySt Sozialdemokratie und London. Ueber dieses Thema sprach Genosse Dr. Adolf Braun, M. d. R., am Freitag vor einer überfüllten Dersanimlung vor Ber- liner Parteifunktionaren und Vertrauensleuten. Der Redner streifte einleuend das Verhalten der Kommunisten im Reichstage in der Frcitagsitzung und fuhr dann fort:„So wichtig unsere inneren Aus- gaben find, so müssen sie zurücktreteil hinter den Ereignissen von London. Lloyd George hat in seiner Rede vom 3. März gesagtZ daß die Anerkenntnis der deutschen Schuld die Grundlage des Vertrags sei.' Wenn wir auch so unschuldig am Kriege wären wie weißgewaschenc Jungfrauen, so würden wir doch zahlen müssen, weil wir besiegt sind. Lassallc hat in seiner Schrift über das Verfassungsrecht gesagt, daß das Recht in der Macht wurzelt, und weil die Entente die Macht hat. daher fordert sie von Deutschland diese ungeheuren Wiedergutmachungen. Aber auch die Macht hat ihre Srenze in der Leistungsfähigkeit Deutschlands. Redner erläuterte dann die Pariser Forderungen, nach welchen z. V. eine fünsköpfige Faisiilie 31 Jahre lang 7500 M.— ganz abgesehen von den übrigen Steuern— aufbringen müßte.(Große Bewegung.) Der Deutsche Reichstag hat einmütig erklärt, daß es unmöglich ist, diese Forderungen zu erfüllen. Die Entente aber behauptet mit der gleichen Einstimmigkeit das Gegenteil. Allein dos beruht auf einem Mechenfehler. Sie hat nämlich das deutsche Doltsver- mögen von 1S13 ihren Forderungen zugrunde gelegt. Das heutig«, durch den Krieg und den Vertrag von Versailles geschwächte Deutsch- land ist aber mit dem von 1313 nicht zu vergleichen. Wir können nicht zahlen, was die Entente fordert. Der größte Teil unserer Industrie ist auf die Zufuhr auswärtiger Rohfroffe angewiesen. Wir haben 1313 11 Milliarden Mark dafür mit unserer Ausfuhr bezahlt, heute aber hoben wir eine passive Handels» bilanz von 2% Milliarden Goldmark— 37 Millior- den Papiermork. Reich, Länder und Gemeinden haben ge- waltige Defizite. Man darf sich durch die glänzenden Auslagen in der Leipziger Straße nicht täuschen lassen, im Norden Berlins sieht es anders aus.(Lebhafte Zustimmung.) Deutschlands ungeheure Armut gestattet nicht, die Ententesorberungen zu erfüllen. Wie kommt nun Frankreich zu seinen Forderongen? Der Grund ist im wesentlichen ein politischer. Im Hinblick auf das zerstörte Nordfrankrcich sagte man dort dem Volke, daß der Deutsche olles bezahlen würde. Und nur ei» Ministerium, das diese Parole oertritt, kann sich augenblicklich dort behaupten. Wenn wir zu einem geeigneten Zeitpunkte in die Regierung eintteten sollten, so nur mit einein ganz bestimmten Programm. (Sehr gut.) So müssen wir unter anderem fordern: Reinigung des Wchrministeriums, Aufhebung des Sreuzerbaue». Reinigung in Danern. Es gibt aber in der deutschen Sozialdemokratie keinen Mann, der Sehnlucht hätte, in die Regierung einzutteten. Wir handeln nur als Beauftragte des Volkes. Das hat auch die preußische Landtagsfraktion bewiesen, als sie erklärte: Mit der Deut- schen Bolkspartei gehen wir in keine Regierung.(Lebhafter Beifall.) Die Welt muß erkennen, daß ein neues Deutschland durch uns' aufgebaut werden soll.(Bravo.)- 'Was bedeuten nun die Sonklionen der Entevke? u i s b u r g, Düsseldorf und R u h r o r t haben ein« Be» utung wie kaum eine andere Stadt. Di« Reichsregierung hat die > I j diplomatische Lage erschwert, weil sie sich unter die Herr- schaft Bayerns gestellt hat, dessen Einwohnerwehren reat- s tionär, arbeiterfeindlich sind und gar keine militärische Bedeutung l haben. Das alles wird schwer« Rückwirkungen aus unser Wirt- schastsleben haben. Das linksrheinische Gebiet wird von Deutschland wirtschaftlich abgeschnürt. Dies soll die pol i- tische Abschnürung vorbereiten. Das ist ein gewaltiges, preußisches Problem, denn es handelt sich hier um da reichste Ljmd Preußens. Wenn nun die Entente die Hälfte des Wertes der beut- fchen Ausfuhr zurückbehält, dann könne» wir nicht mehr aus- führen, denn wir werden keine Zahlungsmittel für Lebensmittel und Rohstoffe haben. Hier zeigt sich die große Bedeutung der eigenen Handelsflotte, durch deren Verlust uns weite Absaßgebiete endgültig verloren gehen werden. Es wird für uns eine harte Zeit der Einfchränkun- gen und weiterer Entbehrungen sol.zcn— ober s i e wird nicht allzulange dauern. Die Besetzung kostet soviel, daß alle Rhemlandsteuern und Zölle nicht genügen. Jede Zollerhöhung aber bedeutet Arbeitseinschränkung. Die Arbeitslosigkeit wird gewaltig zunehmen und wir werden keine Steuern zahlen können. Die Enienie wird Millionen herausholen, aber sie braucht Milliarden. Das wird für die Franzosen ein furchtbarer Anschauungsunterricht werden und sie werden eines Tages vor die Schicksalsfrage gestellt sein, ob sie mit Deutschland zugrunde gehen oder mit uns gemeinsam arbeiten wollen. In all dieser schweren Zeit ist es unsere Aufgabe, der notiono- listischen Verhetzung entgegenzuwirken und dafür zu sorgen, daß der Gedanke des damokratischen Deutschlands lebendig wird, das wir zum Sozialismus führen wollen.(Lebhafter langanhaltender Beifall.) In der Diskussion führte A l t m a i e r aus, daß die alldeutsche Politik außerordentlich geschadet l)abe. Minister Simons sei der junge Mann von Stinnes. W e i d e tritt unter lebhaftem Widerspruch für eine Beteiligung an der Regierung in jedem Fall ein, verlangt jedoch, daß unser Pro- gramm dabei anerkannt werden müsie. Bernhard Krüger erklärt«, daß wir schon längst die er- sehnte Einheitsfront des Proletariats hatten, lvenn die Unabhängigen vor einem halben Jahre so vernünftig geschrieben hätten, wie es jetzt teilweise der Fall sei.. Mit der Deutschen Volkspartei dürfen wir unter keinen Umständen in die Regierung eintreten.(Beifall.) Nach einem kurzen Schlußwort des Genossen Braun wurden die bereits verösjentlichten Entschließungen angenommen. Wirtschaft Die Alart. Sm 12. März galten: 130 Gulden holländisch. 2150 M.(gegen die Vorwoche— 7 M.) 100 Kronen dänisch.. 1072..»»— 23, 100 Kronen schwedisch.. 1405,, 0„+ 12, 100 Lire italienisch... 281,,»X» 4-1« 1 Pfund englisch... 245..«»4-1. 1 Dollar amerikanisch.61..— 1, 100 Franken iranzösiscki. 445. r.. 4- 5, 100 Franken schweizerisch. 1058„„,.-j- 30, Wie aus dieser Gesamtdarstellung ersichtlich, hat die Mark gegenüber der Vorwoche ihren Wertstand fast unveländert behauptet, Die Abweichungen nach unten- oder oben sind nur geringfügig und beruhen auf cruem momentan stärkeren Angebol oder Nachfrage am Berliner Devisenmarlte. Da§ Jnlraflirelcn der„Saullionen", die Besetzung rheinischer Städre durch Entenlclruppen har also am internarionalen Geldmarkte keinen tiefen Eindruck gemacht, die deutsche Währung hat vielmehr eine bemerkenswerte Widerstands- krast bewiesen._• Deutschlands Außenhandel. Für das erst« fialbjnhr des verflossenen Jahres 1320 sind«ine Reihe von Ziffern des deutschen Außenhandels veröffentlicht war- den, die einen wenn auch nicht erschöpfenden Einblick in die Eni- wicklung unserer Ein- und Ausfuhr gestatten. Danach stellt sich die deutsche Ausfuhr in diesem Halbjahr auf insgcsoint 40,3 M i l l i a r- den Papiermart. An erster Stelle unter den zur Aussuhr gelangten Produkten stehen Eisen und Eisenwaren, sowie Maschinen, elektrotechnische Erzeugnisse und Fahrzeuge. Ihr Wert betrug insgesamt U Milliarden Mark oder V, der ganzen deutschen Warenaussuhr. Betrachtet man aber die Ausfuhr der ge- samten Jndustricerzeugnisse nicht dem Werte, sondern der Menge nach, so ergibt sich, daß ii- gegenüber der Ausfuhr des Jahres 1913 noch immer st ort im Rück st an de ist. Damals, 1313, wurden 43 Millionen Doppelzentner an Eisen und Eisenwaren, Maschinen usw. ausgeführt, 1323 waren es aber nur 10,4 Millionen Doppel» zentner. In dieser Differenz drückt sich der Beschäftigungsgrad der für den Export arbeitenden Eisenindustrie aus. Sie zeigt, daß bei geringer Produktion doch Riesengewinne erzielt werden, allerdings auf Kosten des inländischen Verbrauchers und der Arbeiter- fchoft. Ganz ähnlich ft-ht es mck der Textilindustrie, bei der allerdings die Schwierigkeiten der Rohstoffbeschaffung in Be» tracht zu ziehen ist. An Textilien wurden im ersten Halbjahre 1920 nur 427 233 Doppelzentner ausgeführt, gegenüber von rund 3 Mi!» lionen Doppelzentner im gleichen Zeitraum des Jahres 1313. Der Wert der exportierten Textilien stellte sich aber auf etwas mehr als 5 Milliarden Mark. Die wichtige chemische Industrie konnte im gleichen Zeittaum für 5,87 Milliarden Mark ausführen: die Menge der exportierten Chemikalien betrug nur.K der Ausfuhr des Jahres 1313. Für die deutsch? Einfuhr stehen zuverlässige Angaben über die Werte noch nicht zur Bersllgung. Aus einem Vergleich der Mengenangaben mit dem Jahr 1313 ist jedoch zu ersehen, daß die Nahrungsmittel sowie die Rohstosse ebenso wie früher den Hauptteil der Einfuhr bilden. Für Deutschland handelte es sich nach dem Kriege in erster Linie darum, Nahrungsmittel für die unter» ernährte Bevölkerung und Rohstoffe zur Ausfüllung der erschöpften Lager der Industrie zu beschaffen Die zunehmende Geldentwertung stellte sich allerdings der Einfuhr derartig hemmend in den Weg, daß Deutschland auch auf diesem Gebiete die Einsuhr in hoch» stem Maße einschränken muhte. Infolgedesien ist die Einfuhr van Nahrungsmitteln und Rohstoffen gegenüber der Vorkriegszeit sehr stark zurückgeblieben. Trotzdem betrug die Einfuhr an Roggen IL Millionen Doppelzentner, an Weizen 2,9 Millionen Zentner, an Mehl 711 000, an Mais IL Millionen, an Gerste 416 000 Doppel- zentner, während wir im Jahr« 1913 in Roggen und Gerste noch einen beträchtlichen Ausfuhrüberschuß hatten. Besonders charakte» ristisch für unsere Ernährungs.agc ist, daß an Zucker eine Menge von 576000 Doppelzentnern eingeführt werden mußte, während im Dergleichsjahre 1923 noch ein Ausfuhrüberschuß von 4,2 Mit» lionen Doppelzentnern bestand. lüNIlllllllllllllllUIIIIIIIIlllU i Trikotagen/ Hanclsclmke Herren-Unterjacken mit v« Aermein 9C50 (jn�Tfikotqualitäf, weiß............... Herren-Unterhosen weiß Trikot AQ50 gute haltbare Qualität....... Größe 4 und 5 mjt Hen en- Garnituren farbig gute Trikot quaütät, viele Farben......«»./ � Herren-Garnitur gestreift 19� haltbare, soiide Qualität, gute Verarbeitung.. Henen-Einsatzhemd laZephireinsatz tCOSO gute Verarbeitung, alle Weiten........... vO Herren-Einsatzhemd mit Doppel- OC50 manschette, la Zephireinsatz, gute Verarbeitung(j%S Damen-Handschuhe Leinen-imit. elegante Farben, gute Qualität.......... Damen-Handschuhe schweden- Imit., elegante Farben, gute Verarbeitung... 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Band folgt in KQrze, worin Reichsarbeltertekretär Bermaoa Müller die Oewerkschaftsbewegung nach dem Kriege, Ihre 349/11 neuen Probleme und Fragen ausführtlch behandelt- Bestellen Sie sofort mit anhängendem Bestellsdiein l/ Die Auflage wird bald vergriffert sein. Budthaiftllung vorwärts, Berlin SW. 68, Lindensir. 2 w* s i 8: |g| ii: : Bestellschein Ich bestelle hiermit bei der Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. SS, LlndenstraS« 2 Exemplare ■o* ■ZM Braun. Müllen Dl« aewerksdiaften. . Preis des I. Bande-: M. 45.- Lieferung sofort die des 2. Bandes nach Erscheinen unter Nachnahme. Vor- u Zuname; Ort u. Damm■ Straßen. Nr.:. tichmairfel—-u das sind die beiden Kleidungsstücke, die jetzt Im Vordergründe des Interesses stehen. Beide sind aogerordcntUdi praktUcfa u. wirken jugendlich und kleidsam zugleich. Sie finden bei uns solche Mäntel in ganz überwältigender Auswahl und berzertreuend Tuchmäntel Cover t-Coats TEPPICH-BURSCH Sis Einmaliges Angebot! Vom 14. bis 26. 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Dc»n m Bromberg erscheinenden Organ der freien Gewertschof- ten entnehmen wir, daß dem polnischen Reichstag(Sejml ein Gesetzentwurf vorliegt, der von einer Anzahl der in diesem Par-- lament sehr zahlreich vertretenen katholischen Prie.ster ein- gebracht ist und von den„Nationaldemokraten"(das Gewerkschosts- blatt bezeichnet diese Partei als„natwnal-konssroative Iunkergesell- schaft") unterstützt wird Nach den Andeutungen über den Inhalt scheir-i es sich um eine Art Schlichtungsordnung zu handeln, j War,'entgegen der Entscheidung des Schlichtungsamtes sich bemüht,' einen Streik hervorzurufen, soll mit Hast- oder Geldstrofei belegt werden. Richtet sich der Streit gegen einen staatlichen Betrieb, dann beträgt die Strafe bis drei Monate oder bis* 15 000 Marl. Wer andere an der Arbeit hindert oder zum Streik ausreizt, wird mit einem Jahr oder 25 000 Mark b e st r a f t Diese Strafen verdoppeln sich, wenn die Armee gefährdet wird. Wenn sich der Angeklagte bewußt ist, daß durch den Streik die Gefahr des Feuers, des Hungers oder des Fehlens der Lebensmittel, des Wassers, des Lichtes, der Heizung vergrößert werden kann, dann kann er zu Zuchthaus biszudreiIah- ren verurteilt werden. Wird ihm aber nachgewiesen, daß er beob- sichtigt habe, Exzesse hervorzurufen oder hat er den General- st r e i k durch Wort oder Schrift propagiert, dann verfällt er einer Zuchthausstrafe bis zu fünf Iahren. Dieses Gesetz wäre ein hübsches Angebinde für die Arbeiter in Oberschlesien. Sollte, was allerdings kaum zu erwarten ist, fläz bei der am 20. März stattfindenden Bolksab- stimmung eine Mehrheit der Oberschlesier für den Anschluß an Polen erklären, dann kämen die oberschlesischen Arbeiter gerade recht, um der Segnung des Zuchthausgesetzcs teilhastig zu werden, mit der die polnische Geistlichkeit die Arbeiter beglücken will. Amtlicher Unteruehmerschntz. Am Mittwoch fand vor dem Schlichtungsausschuß Groß-Berlin unter Borsitz eines Dr. I l t g e n ein« Verhandlung statt, die sich mit Lohnerhöhung der Eisenhandelsarbeiter beschäftigen sollte. Die Arbeiterkommisiion wußte, daß es hart hergehen würde. Aber dos, was eintrat, hatte doch kein Mensch erwartet. Statt der Arbeitgeb erkcmmission erschien nur der Syndikus Dr. Schmidt und ein Vertreter des R e i ch s w i r tfch ast sm i n i st e- r i u m s, Herr Schulte. Dieser Herr war als S a ch v e r st ä n« d i g e r erschienen, um dem Sinne nach folgende Ausführungen zu machen: Der Eisenwirtschaftsbund sei nur dazu geschaffen» um dem Eisenhande! das Genick zu brechen und ihm die Existenz zu untergraben. Durch die dauernde Deschneidung der Ge- winne der Eisenhändler sei dieses Gewerbe an den Rand des Abgrundes gebracht worden. Er und mit ihm das Reichs. wirtschaftsmini st erium müßten dringend davor warnen, den Eifcnhandel durch Erhöhung der Lohne noch weiter zu de- lasten usw. Arbeitgeberbeisitzer und Vorsitzender ließen sich von dieser a m t- l I ch e n Ieremiade leiten und lehnten die Forderungen der Arbeiter ab, obwohl im Eisenhandel— um nur wenige„notleidende Firmen" heronszuqreisen— folgende Dividenden ausgeschüttet wurden: Archi- med?? A.-G. 35 Proz., Deutscher Eisenhandel A.-G. 15 Proz., Mannesmann-Röhren 20 Proz., Otto Mannsfeld u. Co.(Werkssirma Sachs. Gußftabkfabrik Döhlens 30 Proz., Feske u. Sohn(Werkssirma Bismarckhütte) 23 Proz., Phönix 36 Proz. Wir erlauben uns nun die höfliche Anfrage an den Reichswirt- fchbftsminister Dr. Scholz, ob seine Beamten dazu da sind, als S a ch- walter der schwerindustriellen Unternehmer auszu- treten. Wenn Herr Dr. Scholz dieser Ansicht fein sollte, dürfte es u. E. notwendig fein, die Beomtsnzohl im Wirtschaftsministerium auf die Zahl h e r a b z u l e tz e n, die zur Erledigung der t a t s ä ch» l i ch e n Arbeiten dieses Ministeriums erforderlich sind. fchkäge abgelehnt Hot. Roch ausgiebiger Debatte wurde der Bor- schlag der Lohn- und lorifkommission angenommen. Mehrere Redner wiesen daraus hin, daß es gerade kleine Betriebe sind. die die Mindestforderungen bereits überholt haben, während die großen Unternehmer nur an den Abbau der Löhne denken. Die Tarifkommifsion wurde beauftragt, auch in Sachen der Ferien. frage den Schlichtungsausschuß anzurufen. Genosse Couis Schöne steht heute 25 Jahre als Kassierer im Dienste des Hamburger Gewerkschaftskartells und damit der deutschen Arbeiterbewegung überhaupt. Sie verdankt ihm unge- wem viel. Sein praktischer Sinn, sein klarer Blick und sein nüch- terner Derstand befähigten ihn dazu, die Homburger Gewerkschaft?- bewegung durch manche Stürme und Gefahren hindurch zu lavieren. n«ll«» Stils.) Zur Maifeier. Auf Anregung der beteiligten Organisationen hat der B»S- fchuß der Gewerkichaft�kommiision Berlins und Umgegend und das Bfa-Or«Skartell Groß-Berlin den VerkebrSarbeitern, Musikern, Gast. wiriSgebilken, Bübnenangehörigen und Artisten emvfohlen, ihre Arbeiten auib am 1. Mai zu verrichten. Die genannten Körperschaften ließen sich dabei von dem Grundsatz leiten, die Mai» ieier selbst zu einer w u ch t i g e n und würdigen Demon« st r a t i o n zu gestalten. Die Angehörigen der vorgenannten Ve» rufe werden daher gebeten, den Beschluß nicht mißzuversteben und im Juteresie der gemeinsamen Sache dieses Opfer zu bringen. Der Skrcst der Autor eparakurmonteure,-fchlosier und-hilfs- arbeiier. über den mir bereits berichteten, ist nun dank der Starr- köpfigkeit der Unternehmer auf der ganzen Linie entbrannt. Auf- gäbe derjenigen Betriebe, die dem Metollindustriellenverband anqe- hören, ist es, keine S t r e i k o r b e i t zu machen. Die Auto- reporaturbetriebe. die sich unserer Beweauna noch anschließen, muffen sich sofort im Zentralstreiklokal,„Musikalischen Fvcbs", Iostnftr. 7, melden Montag, 5 Uhr, findet eine allgemeine Funktionärverfamm- lung statt. Jeder Betrieb, auch der kleinste, muß vertreten sein. Die Tarisbewegvag der Maßschuhmacher beschäftigte ein« Branchenversawmlung, in der Schüler vom Zentraloerbcmd der Schuhmacher referierte. Er teilte mit, daß die Verhandlungen auf einem toten Punkt angelangt seien, da eine Generalversomm. lung der Berliner Arbeitgeber die Forderung auf Aenderung der Grundlöhne und Erhöhung der Prozentzu» auch mit750 «niJ schöner Sfickerel***/ Beinkleider 7�50 zjso Kn�iorm. mU breller Stickerei...... dL\3 NachthemderihauM. c/roo 7�00 m. breller Sfickerel od. 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Lerti auswärtige und innere Politik Sowjet-Rußlands/ Rykow: Wirtschaftsleben und Wirtschafl Sowjet-Rußlands, i G. Sinowjew: Der Ausbau der Sowjets und die Besampfunc des Bureaukrat U. Krshyshanowskl: Die Elektrisierung Sowjet-Rußlands. L. TriUhl: Die Hebune des oorts./ Jemachanow 1 Die Fragen des Transports./ Beschlüsse des VIII. Allrussische» Sowjet- kongresses./ Prof. E. Varga: Die Schaffung eines cinheitilclien Wiitschaftsplanes in Sowjet-Rußland. 1 J. Stepanowr Leber ausländische Konzessionen. I J. Larlai Die Landwirtschaft./ L. Trotzkli Em neuer Zeitabschnitt— neue Aufgaben./ Uranowskl: Die Sowjets und ihre Entwicklung Inden Jahren 1917—192(1./ A. Swiderskl: Drei Jahre' Lebcnsmiiteiversorgung./ Prof. E. Varga: Die Agrarfrage im revolutionären Ruß and./ N. Ossinskl: Die landwirtschattliche Kr se und oer so-iallstische Aufbau auf dem Lande/ F.Swctlow; Staatliche Organisation der Proaulttionspropaganda./ L.Trolr,hIi Zur Frage der Organisation der Arueit./ J. Larln: Versorgung und Verteilung./ N. Ssemnschko: Sowjetmacht und Volksgesundheit./ A. Lunatacharskl: Revolutionäre Aufklärt 122 Selten. Zu beziehen durch FRANKES VERLAG G.m.b.R utionäre Aufklärung./ G. Safarow i cn 1 Eine Gruppe der Teilnehmer Urltzkipiatz in Petrovrad während Plakate(Mehrtarbendrucke). Preis 4,50 M. LESPZIG SSEtWOOG fRiXHJOF UeberWchten- Schiedsspruch. ?«r unter dem Vorütz des Pro'. Dr. E. F r a n kc-Berlin tagende SHIichlungSauSjchutz für den Ruhibergbon hat folgenden Schiedsspruch gelallt: 1. Vom lö. März 1921 ab wird wird an vier Togen in der Woche im Änschlusj an die Siebenstundenichicht je eine Ueber- stunde zu dem wöchentliche» Lohnzusatz von iOO Pcoz. verfahren. 2. Folgender, Schichtlohnausschkag wird unter und über Tage gewährt: 8 M. für alle über öOjäbrigen, 7 M. für alle 18- bis LOjähngen. 6 M. für alle IS- bis Ibjährigen. 3 M. für alle 14- bis IS jährigen. 3. Den Parteien wird empfohlen, dah der am 39. Dezember 1919 -ur Leroeiierung der Lebenshaltung festgesetzte Betrag von 2 M. iür di� Tonne abgefahrener Kohlen den Arbeitern bor zur Ver- stigungT gestellt wird. 4. Für die vier Ueberschichten wöchentlich wird nach be- onderen von der Reicksregierung zu treffenden Abmachungen ein Berbilligungszuschlog zur Bezahlung von 2ö9 Gramm Fett, autzer- dem für die über und unter Tage Arbeitenden«in Lrotzusah von 37S Gramm gewäbrr. . Z. Dieies Ablommen lonn ab IS. März 1921 14 lägig ge- lzritdigt werden. Hierbei wird vorausgesetzt, dah daS Siebenstundengeseh bis 18. Lvril 1921 eingebracht wird. Aeruer wird zum Zwecke deS allmählichen Abbaues der Ueberschichten hinsichtlich der Lohn« und der überaus schwierigen Lage Dentichlands sowohl von den Be- dörden, als auch von den Aibeitgeberu in Niissicht genommen, stch st|r die Einführung aller möglichen technische« Verbesserungen föwie für die B e r m e h r u n L der Zahl der Häufer zu verwenden. örunner und öer Schmutz. Unter Berufung auf Z 11 des Preßgesetzes sendet uns Pros. Brunner folgende..Berichtigung': 1. Es ist u n w a h r, daß ich einen Gesetzentwurf gegen Schmutz in Wort und Bild eingereicht habe. 2. Es ist u n w a h r, daß id) in meinem Spandauer nicht öffentlichen Dortrag über„Kampf gegen Schmutz in Wort und Bild',„soweit ich zu diesem Punkt sprach', diesen Gesetzentwurf behandelte. 3. Es ist u n w a h r, dah ich in meinem Vortrog den„Vorwärts' oder die Sozialdemokratisch» Partei oder einen Angehörigen derselben als solchen genannt oder angegriffen hab<\ 4. Es ist unwahr, daß Ich ein Wort gegen die Arbeiterschaft gesprochen, dir Arbeiterschaft dem Sinne nach oder wörtliH überhaupt nur erwähnt habe. S. Es ist unwahr, daß ich erklärt habe:„der Einfluß des großen Kapitals der Kino- rndush�s, das hinter dem„Vorwärts' steht, verhindere diesen an der energischen Bekämpfung des Schmutzes'. 6. Wahr dagegen ist folgendes: Ich habe zur Eharakteri- fierung unserer Zeit u. a. gesogt, wir lebten heute vielfach in Para- doxen: einerseits In Erringung der höchsten Frauenrechte— andererseits die tiefste Erniedrigung der Frau als Objekt männlicher Lüstern- heit: einerseits die Bekämpfung' des Kapitalismus— andererseits die schrankenlose Herrschaft de» Kapitals auf dem Gebiet des Geisteslebens. D! e Strömungen des öffentlichen Lehens, die programmäßig gegen das eine wie das ander« gerichtet feien, sSrderleu unter dem Einfluß von Schlagworte» gerade das. was sie bekämpfen wollten. Das fei das Paradoxe. Ge> nannt habe ich, weil mein Thema und mein HSrerkreis unpolitisch sein sollte, weder eine Partei noch eine Zeitung. Erst ein Dis- kuffiaizsredner sprach vom„Vorwärts' und der Sozialdemokratischen Part.,, und zog damit die Politik w die Debatte. Ttch habe stets nur von Herrn Heine, niemals von Ihrem Genossen Heine gesprochen. Aus Heines öffenllichen persönlichen ASizriff habe ich in Wahrung meines Rechtes sachlich erwidert. f, Nachdem der„Vorwärts' von anderer Seile in die Debatte <>,?zvgen und ich wegen meiner Auffassung angegriffen worden war. habe ich darauf hingewiesen, daß der„Vorwärts' einer laxen, der Filmindustrie sehr erwünschten Handhabung der Filmzensur dos Wort redete, entgegen dem Standpunkt seiner Portcizenossen bei der Schaffung des Gesetzes und unter dem Ein. fluß des lnkeressierlen Saplial», wobei auf die begeisterte Zustim- nvrng der kraß einseitig gerichteten Presse des Filmkapitals(z. B. „Filmkurier' vom 39. 8. 29) hinzuweisen sei. Als dies mißdeutet wurde, habe ich sofort nachdrücklichst erklärt, daß ich dos nicht im Sinne geldlicher Beeinfkuflung. sondern einer der Zeitung lelbst ii.n b e w u ß t e n Mach« von feiten jener Intereflenien- treise genWiü habe. Berkin. 11. 3. 21. Reg.-Rat Pros. Dr. Brunner. Kusstschc«. Allzurussisches iv— PalSflina. In Poläftina gibt es eine Stadt, wo die Juden— gerade wie früher in Rußland— kein Wahlrecht haben, und aus der seder Jude nach wenigen Stunden ausgewiesen wird, wenn es ihm einfallen sollte hinzureisen. Es ist die rein arabische Stadt Nablus ldas biblische Sichcm) in Samaria. wo eine kleine Zahl reicher Seidenfobrikanten, die den jüdischen Wettbewerb fürchten, bei dem judenfeindüchen Gemeinderat und dem englischen Gouverneur durchgesetzt haben, daß die Pforten des Städtchens den Juden gesperrt werden. Als kürzlich eise jüdische Acrztin dienstholber dorthin berufen wurde, machte ihr die Polizei so peinliche Auftritte, daß sie gezwungen wurde, wieder abzureisen. Sie beschwert« sich aber bei der Landesregierung und man hofft nun, daß dieses Stück Mittelalter aus Israel ausgerottet wird. De- merkenswert ist, daß die 399 Seelen zählende Gemeinde der uralten Sekte der Somoriter stch dort unbehindert aufhält, obgleich sie streng orthodox nach jüdischem Gesetz leben. Nrania- Nortrüge. Sonnlaq, Sonnabend: Mit dem Fl ng» »«lia zur Slord. und O st i« e l il st c. Dienstag uud Freitag x Köhler: Forschungen an Menschenalsen. Monlag: .'hüringen. Mittwoch: Spanien. DornurSwg: Di«- schöne deutsche Stadt. r Musik. Der Lich'.bg. Bolkschor und Orchester gibt Mittwoch, V.i Nhr, die Schöpfung' in der Erlöserkirche law Bahnhes RummelSburgl.— Ter'A kodcmische Chor siihrt Montag, den 21. Mär,. 7 Uhr, im Hochschulsaal«Boraufführung Palmsonntag, vorm. 11', i Uhr) Bachs MathäuS-Possien auf.— Ter Qratoricnverein sübrt Palm- sonniag, 7� Uhr, in der Garnisonktrche Handels Messias aus. Kuultabend«. Montag findet in der Tribüne ein rusiischer yun st abend statt.— Einen Oberschlesi'chen Dichter- abend veranstaltet am Montag, 7M> Uhr, im Lesstngmuseum, Brüder- nraüe die Literarische Bereinigung des Berliner Lebrerverctns. Eintritt frei.— Kn der Buä'öondwng Reich u. Pollack findet Mittwoch eine Sc- däch!ntsfc!er für Christian Morgenstern statt. Mitwirkende: Gertrud Isolani. Hans Cochaczewer, Mcinbart Maur.— Erna Reig- Bert und Gerd Fricke von der Volksbühne lesen am Donnerstag, den 17., in der Berliner Sezestlon aus Werken von Hamsun. Else Eckersberg wurde von der Direktion Rotter auf mehrere Jahre Mpslichtet. eT Niederdeutsch« Woche- Sonntag, 7 Uhr, spricht im Herrcnhause Prof. Klie.tner über Niederiachscn und Niederdeuischwm..— Montag, den 14., fÄ f indeii im Kunstgewerbemuseum 2 Lichtbildervorträge statt. Prof. �chnckardt ivr!»t über die älteste Kultur Niedrrdeut chlands, Pro. Mielke ü�er das niederdeutsche Dort. Tlcnstag, den 15. Mar,, lpri�l Dr. Zttpcrs über das niederdeutsche Bollslied und aU� letzte Beianstalwng smdrt Mitpvoch. den 1«. März, cm BortrogSobend von Herrn Paul Wnrncke im Saale des Berliner SiadlhaincS über Frltz Reuter, John Brenk- man» und andere pkattdeuische dichter stau. Ter verein für Geschlechttkunde ladet zu seiner TründungSversamm- lung am IS. Marz, abend? 8 Uhr. im Plenarsaale d«S Herrenhause«. Leivstger Straße L. ein. Er hat e» Nch zur Aufgabe gemacht, die Er- k' nnrnls von den Zusammenhängen zwächen körperlichen und seelischen Vorgängen und einem der mach,'allen Naturtriebe in weitere Kreise ,u tragen. Er will die Entwicklung der Geschle»tSmoral im Lauf« der Ge- schichte aufdecken und durch seine AnfklSiung-arbett dt« Erkenntnis don dem wahren Besen dieses Naturtriebes verbreiten. Wir habe» dieser Zuschrift Raum gegeben, trotzdem fle«eit über den Rahmen einer Berichtigung hinausgeht. Sie berichtigt eigentlich nur Nebensächliches, wie etwq die Angaben, daß Brunner einen„Gesetzentwurf«ingeretchl' und darüber gesprochen habe. Dag er gegen den„Vorwärts' polemistert habe, gibt der Herr Profestor selbst zu, wenn er auch bestreitet, im Vortrog selbst unser Blatt genannt zu haben. Welcher Art diese Polemik war, erläutert Brunner ja in den letzten Sätzen seiner Berichtigung selbst. Wenn er behauptet, daß der„Vorwärts'„unter dem Einfluß des tnter- esstcrten Kapitals' steh« und dementsprechend«ine laxe Haltung ein- nehme, so ist das eine Behauptung, die allerdings gar nicht miß- verstanden werden kann! Die nachträglich« Einschränkung von der „unbewußten' Berichtigung Unterstreicht die unerhörte Behauptung nur, stellt sie aber nicht richtigl Deutschevolkspartei oüerSozialöemokratie? In unserer Donnerstag-Morgenausgabe nahmen wir mit sechs Zellen gegen einen Artikel Stellung, den Prof. Paul Lenfch zur preußischen Regicrungsfroge in der.Deutschen Allgemeinen Zeitung' veröfsentlicht hat. Lensch sendet uns«ine Entgegnung, die unter Fortlassung einiger unsachlicher Einleitungz- und Schlußsätze folgen- des sagt: Ich habe zunächst mit keinem Wort« aegendenBeschluß der preußtschen Landtagsfrakt kon gefchrigben, schon deshalb nicht, weil, als ich meinen Artikel abfaßte, solcher Beschluß noch nicht vorlag. Wenn der„Vorwärts" weiter behauptet, schon der Ort, in dem mein Artikel erschien, beweise, daß ich nicht mehr für die Sozialdemokratie, sondern für die Deutsch« Dolkspartei journalistisch tätig sei, so liegt hier eine komische Ver- wechselung vor. Ich bin mir bewußt, mit meinem Artikel für die Interessen der Sozialdemokratie gewirkt zu haben. Durch die Haltung unsere? Zentralorgans ist es indessen schon lange vielen Parteigenossen nicht möglich, im„Vorwärts" für die Sozialdemokratie tötig zu sein. Sie sind daher, wenn sie nicht jede journalistische Wirksamkeit für die Partei uberhaupt einstellen wollen, aus die bürgerliche Presse angewiesen. Da unseres Wissen« andere Stellen sich nächstens sehr ein- gehend mit dem Fall Paul Lensch beschäftigen werden, stellen wir nur in Kürze fest: Der Beschluß der preußischen Landtagsfroktion wurde am 9. März morgens im„Vorwärts" veröffentlicht, der Artikel Lenschs in der„D. A. Z.' erschien am V. März abends. Lensch hat also den Fraklionsbeschluh zum mindesten kennen müssen, ehe sein Artikel erschien. Zum anderen: Wir haben nicht nur aus' dem Ort. sonderst ausdrücklich auch aus Tendenz, Znhali und Ton des Artikels gefolgert, daß Lensch für die Interessen der Deutschen Volkspartei schreibt. Ob man nämlich den Interessen der Sozialdemokratie dient, indem man die Führung der Partei in einem gegnerischen Blatt der nmedersten demo- gogischen Motive bezichtigt, darüber erlauben wir uns anderer Ansicht zu sein als Paul Lensch. Wir nehmen von unserer Feststellung keine Silbe zurück. Ein würdiger Seelsorger. In Rogablen(Ostpreußen) treibt seit längerer Zeit der Pfarrer Ernst Christoleit sein Unweiea, indem er die Kanzel dazu mißbraucht, in der abstoßendsten Form Schmähungen gegen die Reichs» und Preußische Regierung und gehässige persönliche Beleidigungen gegen ihre Träger zu ver- breiten; die von ihm hierdurch in seine Gemeinde hineingetragene Zwietracht hat zu Anzeigen gegen den Pfarrer beim Evange- lischen Oberkirchenrat geiührt, der durch da« evangelische Konsisionum in Königsberg eine Untersuchung einleiten ließ. Diele Unter« suchung hat auch noch andere Verfehlungen diese» Geist» ticken ergeben, so Nyj da« Konsistorium sich genötigt sah. ihn vom Dienste zu entheben und da« förmliche Disziplinarver» fahren gegen ,hn wegen Mißbrauchs der Kanzel. Beleidigung und persönlicher Verfehlungen einzuleiten. Gesühnte Beleidigung des Reichspräsidenten.� Degen Beleidigung des Reichspräsidenten und Badi« scher Regierungsmitglieder wurde der Maschinist H e r l a n vom KarlSruber Landgericht zu 2 Docken Gefängnis und zum Tragen der Kosten verurteilt. Harlan hatte anderen Arbeitern gegenüber über die Lebensweise des Reichspräsidenten erlogene Behauptungen aufgestellt und ebenso über sozialdemokratische Mitglieder des badiichen Land- tages Dinge erzählt, für die auch nur den geringsten Beweis zu er- bringe» er nicht in der Lage war. G- Abschlagszahlungen und Seamtengehalter. Der ReichsverkehrSminister bat allen nachgeordneten Dienst- stelle» folgenden Erlaß bekanntgegeben: .Trotz der Fest'etziing des Erlasses Pom 30. November 1929 IV. 45, 140, 1266 und trotz ver ausdrücklichen Vorschrift, daß jedem Be- amte» bei den Gehaltszahlungen ein zum LebenSmilethall angemessener Betrag zur Verskigung bleiben muß. sind an den letzten Zahltagen einzelnen Beamten infolge übermäßig boher Abzüge so g e r i n g e B e t r ä g e auSgezablt worden, daß sie niimöglich auskommen können. Zur Vermeihung derartiger Vor- kommnisse ssnd die Zahlstellen von den Direktionen anzuweisen, auf dem kürzesten Wege an die Eisenbabndireilion zu berichten. iallS sich bei der Aufstellung' der Gehaltsliften infolge von Abzügen zur Tilgung von vorichüsien Abschlagszahlungen und Ueberzahlungen. Darlehen der Darlehnskassen unv. anßcr- gewöhnlich niedrig« Beträge eigeben sollten. Die Ditek- nonen haben die einzelnen Fälle zu prüfen und uötigen- fall« durch ander« Verteilung der Abzüge dafür zu sorgen, daß den Beamten angemessen« Beträge verbleiben. Stuöentenkrawalle in Wien. Meu, 12. März.(TU.) Di« sozialdemotratische Stv- dentenschaft veranstoltet« heut« im kle'nen Festsaa! der Uni- versttät eine Feier zum Andenken der Märzgefallenen, bei welcher der Abg. Dr. Otto Bauer die Gedächtnisrede hielt. Plötz- lich drangen in den Saal die deutschnationylen S t u- d e n t e n ein und störten die Bersammlung. Es kam zu Raufereien. bei denen einig« Studenten Verletzungen erlitten. Di« Versommiung wurde schließlich gesprengt. Di« sozialdemokratischen Studenten ver- ständigten die Wehrmänner in der benachbarten Sajerne, rooraiS zirka 200 dienstfreie Wehrmänner ohne Seitenwaifc zur Universität«illen, um Dr. Bauer zu befreien. Inzwischen hatten die deutschnotionalen Studenten die beiden Rompenflügel der Universität besetzt. Um den Wehrmännern den Eintritt In dos Innere der Universität zu verwehren. Es kam zu großen Raufereien, wobei die deutschnotionalen Studesilen mit Stöcken aus die Wehr- männer einschlugen, de sich mit Foust'chlägen wehrien. Polizei trennt» die beid-m Lager. Der Rektor Hot die Vorgänge an der Universität in einer Kundgebung an die Studenten aufs schärfste mißbilligt und alle Veranswltungen aus akademischem Boden, die w ssenschastlichen oder Humanitären Zwecken dienen, bis auf weiteres verboten. Meu. 12. März. sMTB) Der Rektor dep Universität er- läßt eine Kundmachung, worin alle Vcranltoltunaen auf akade- irischem Boden, die nicht wiflenschastlichen oder Humanitären Zwecken dienen, bi» auf weiteres untersagt werden. vergebene Oebesmübe. Zurzeit werden eine ganze Reihe polnischer Flugblätter in Berlin verteilt. Das eine droht mit dem deutschen Ariegsgespensi, wenn Obcrschlesicn bei Deutschland bleibt, vergißt aber, daß sich Polen von seinem ukrainischen Abenteuer noch immer nicht'erholt hat, daß es den Frieden mit Rußland noch immer nicht abgeschlossen und daß es sich dem französischen Militarismus so- eben auf Leben und Tod in die Arme geworfen hat. Andere Flugblätter gehen mit der deusschen Schuldenlast hausieren, vergessen aber, daß Polen soeben zu dem Derzweiilunosokt einer Zwangsonleihe greifen muhe, daß die polnisch" Mark noch nicht 19 deutsche Pfennige wert ist und daß man den Hungers retk der polnischen Eisenbahner durch Militari- sierung der Eisenbahnen niedergeschlagen hat. Ein drittes Flugblatt bittet die in Deutschland lebenden Ab- stimmungsberechtigten, im Namen des Sozialismus und der Sali- darität des Proletariat« der Abstimmung fernzubleibeu. Das dem»- kratische Deutschland befördert indes mit den deutschen Ab- stimmungsberechtiglen auch die in Deutschland lebenden p o l n i- schen Abstimmungsberechtigten und verpflegt sie. Ein viertes Flugblatt oergleicht Polen mit Deutschland. Wir denken, diesen Vergleich kann Deutschland getrost ausholten. Bisher 5s Souderzüge angerollt. Satlowlh, 12. März.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts'.) Das Plebiszittvmmissartat für Deutschland teilt mit. daß die S o n- d e r z ü g e der Abstimmungsberechtigten in guter Besetzung und pünktlich eintreffen. Vis heute morgen sind 54 Sonderzüge angerollt. Die Weiterleitung, Unterbringung und Verpflegung in Oberschlesien vollzieht sich reibungslos. Die Interalliierte Kom- Mission hat sich an das deutsche Plebiszitkommissariat in Oppeln mit der Bitte gewandt, die Kommission in ihrem Bestreben der Aufrecht- erhaltung von Ruhe uud Ordnung zu unterstützen. Vorübergehende Amnestie für Stimmberechtigte. In der Zeit vom 14. bis 24. März werden auf Anordnung der Interalliierten Kommission Haftbefehle gegen Stimm- berechtigte nicht vollstreckt. Ausgenommen davon sind nur Kapitaloerbrecher, doch bleiben solche politischer Art von der Verhaftung befreit, serner Vergehen gegen Mitglieder oder Eigentum der Interalliierten Kommission. Durch diese vor» übergehende Amnestie erhält ein großer Teil der a u s g e- w i ese n e n oder geflüchteten Stimmberechtigten die Möglich- keit, sein Stimmrecht auszuüben. Ein Aufruf der Industrie. Auch die aberschlestiche Montanindustrie wendet stch tn einem von den führenden Werken Obcrschlesiens unterschriebenen Aufruf an die Bevölkerung und weist darauf hin, daß die Gruben und Hütten, sowie die gesamte übrige Industrie, Handel und Ge> werbe durch den Wegfall der Lieferungen aus dem Deutschen. Reiche und durch den Verlust der reichsdeutschen Absatzmärkte lahm- gelegt werden würden, wenn Oberschlesien an Polen siele. Dann würde das gesamte oberschlesische Wirtschaftsleben nicht nur in sein» bisherigen Aufwärts bewegung aufgehalten werden, sondern sogax zum größten Teil verkümmern. In Oberschlesien würde dann Arbeitslosigkeit. Not und Elend herrschen. In keinem Falle gibt es Mittel, die schweren Folgen abzuwenden. Die ober- schlcsische Industrie und Wirtschast sind nur lebensfähig im Deutschen Reich« und müssen ge.» trennt von ihm verderben.' Das englisthe Reparationsgesetz. L o v d o«. 12. Mörz.(MTV.) Ver Worllank der Gesetze». vorläge über die Einziehung der Separatiovs- betröge, welche dem llulerhau» vorgelegt wurde. Ist nunmehr «eröffeoklicht worden. Die Hauptpunkte dieser Vorlage sind solgende: Die Sanslent«. welche deutsche Daren in England einführe», werden verpflichtet sein, an die hanptverwallung der Zölle und Stenern einen gewissen Teil des Wertes dieser Waren abzuführen. der nicht über 50 Proz. hinausgehen soll und dessen höhe von Zeit zu Zeit durch das Schatzamt bestimmt werden wird. Die Veamten der Zollverwaltung werden alle so erhobenen Summen aus»igen» zu diesem Zweck erofsnetes habeukonto verbuchen und diese Velräge werden zur Abdeckung der vou Deutschland durch den Versailler Vertrag übernommeneu ver- pflichtuvgeu verwendet werden. Diese vestlmmungeu werden nicht auf deutsch« Waren zur Anwendung gelangen, die nur zur Wiederausfuhr nach Deutsch- lang eingeführt worden waren und dir nur im Durchgangsverkehr oder zum Umladen nach dem verciuigteu Königreich kommcn. Die Veamten der Zollverwaltung werden den Wert der Waren selbst bestimmen. Falls es hierüber zu Streitigkeiten kommcn sollte, werden sie der Zuständigkeit eine? vom Reichaschatzamt bestimmten Schiedsgerichtes unterbreitet werden. Die Veamten sollen das Recht haben, genaue Einzelheiten über die Art uud Herkunft der eingeführtco waren zu verlangey. Solche Saufleute, welche vor dem 3. März Verträge über die Ein- fuhr deutscher Ware« unterzeichnet haben, können stch an de« Obersten Gerichtshof wenden, um die vorläufige Einstellung oder Aufhebung der gerichtlichen Maßnahmen zu verlangen, welche eine Folge der Durchführung dieser Verträge sein würden, aber nur in dem Zolle, daß die velressendeu in Semaßheil der Vestiwmungcn diesxr Verträge Opfern ausgesetzt sei« sollten. Das neue Gesetz ermächtigt den Board of Trade, die Zahlungen, die an die Kommissare zu leisten sind, h e r a b z u- sehen oder auch bestimmte Waren vou Zahlungen zu befreien. und zwar auf Grund de» Urteil»«ine, Sachverständigenausschusses, der vom voard os Trade ernannt wird. Die tzanöelsbeziehunflen zu Enaianö. London, 12. März.(Reuter.) Di« in deut'chsn Blättern er- fchienene Nachricht, wonach Minister Donar Law im Unterfaui« on- gekündigt hätte, bi« zur Annahme eine» neuen Gesetzes über die Ab- gab« von den an Deutschland zu zahlenden Beträgen sür Worenl ese- rungen würden alle Handelsbeziehungen zwischen Eng'and und Deutschland abgebrochen, ist völlig unbegründet. Minister Bonar Law hat niemal» eine derartig« Erklärung abgegebctt. London und da» Rheinland. In der„Köln. Ztg.' behandelt Reichsminister Dr. Simons die Bedeutung der Londoner Konfe- renz für die Rheinprovinz. Die deutsche Wirtschaftskraft, so heißt es da, wird durch das neu« Zollregime sehr erheblich geschwächt. Der Boden, aus dem die deutsche Delegation ihren. Borschlag aufbaute, ist in psychologischer wie in ökonomischer Beziehung völlig verändert. Trotzdem wird dos Reich feine Brüder am Rhein nicht im Stiche lassen, sondern alles tun, was es tun kann, um ihnen in der schweren Lag« zu helfen, ln die sie um G-- samtdeutschlaildz willen geraten sind. Möchten die Machthaber bald einsehen, wie teuer ihnen selbst die Politik des Zwanges zu stehen kommt und wieviel weniger sie durch Gewalt erzielen, als ihnen Deutschland freiwillig angeboten hatte. GewerGhastsbewegung (Siehe auch 2. Beilage.) tzelst den �rdeitslosen! Die Berliner Gewerkschaftskrnnmission, das Ortskartell Berlin des Afa-Bundes uird die Freigewerkschaftliche Be- triebsrätezentrale für das Wirtschaftsgebiet Groß-Äerlin ver- öffentlichen einen gemeinsamen Äufrüf, der die bereits in unserer Nr. 105 besprochenen F o r d e r u n g e n des A.D.G.B. zur Behebung der Arbeitslosigkeit enthält und mit folgendem Appell an die Solidarität aller Arbeitenden schließt: Alles, was hierin gesagt ist, ist so klar und selbstoerständlich, daß sich die gesamte Arbeitnehmerschaft einmütig dahinter stellen kann und muß. Besonders wichtig sind die Punkte 6 und 7. Sie be- bandeln die allgemeine Reduzierung der Arbeits- zeit! Es muß möglich gemacht werden, olle Arbeitslosen in den Be- trieben unterzubringen. Der für die verkürzte Arbeitszeit aus- fallende Lohn soll zu � vom Unternehmertum und den Reichsbehörden getragen werden. Das restliche Lohn» drittel für diese Feierstunden sollen die Arbeitenden selbst tragen. Es handelt sich hierbei um einen Akt der Solidarität de r�Dollbesch ästigten im Interesse der Arbeitslosen und Kurzarbeiter. Bei der Reduzierung der Arbeitszeit auf 3(5 Stunden würden dann 44 Stunden, ti> 30„ ,,„ 42„, „ 24.„„ 40 bezahlt werden müssen. Wir wissen, daß wir hiermit ein großes Opfer von den noch voll in den Betrieben tätigen Arbestern und Angestellten verlangen. Doch dlefes Opfer ist nokwendig. um die Unternehmer und das Reich moralisch und faktisch zu zwingen, auch ihrerseits die Forderungen zu erfüllen. Die Größe dieses Opfers verschwindet, wenn man daran denkt, daß dadurch Millionen Arbeiter und Arbeiterkinder vor dem völligen wirt- schaftlichen Untergang gerettet werden können. Arbeiter und Angestellte! Wir fordern Euch auf, in allen Betrieben und in allen Orgemisationen Beschlüsse zu fassen und sie uns zu übersenden, aus denen klar ersichtlich ist, daß Ihr hinter diesen Forderungen steht und gewillt seid, ihnen den allerschärfsten Nachdruck zu verleihen. k Auf. dem Gute v o rn o», �.sißer v. zember IlliÖ zwei Familien zum 1. April l c i st, ist am l.. De- 1920 gekündigt worden. Die Gekündigten waren je l>t Jahre im Dienst und Vertrauens- leute des Demi dien L a n d a r b e i t e r v e rb a n d e s. Auf dem Gute I e s: r> tz. Besitzer Baron v. P uttkamer, ist zmn 1. April 1920 l3 Arbeueriomilien gekündigt worden. Grund hierfür ist B e r b o n d s Z u g c h ö r i g k e i st Einzelnen wurde anbeimgestellt, aus dem Verband auszutreten. dann könnten sie wieder bleiben. Die Familien waren 2, 4, 6 und 10 Jahre auf dem Gut beschäftigt. Auf dem Gut y i r w i n z, Besitzer Pommer slhc Land- baut Stettin, ist fünf Arbeiterfamilien zum 1. April 1920 ge- kündigt worden. Sämtliche Arbeiter sind Kriegsteilnehmer und waren Mitglieder der Organisation. Im Kreise Schi v elbein wurdd auf 7 Gütern insgesamt 39 Arbeiterfamilien zum 1. April 1920 gekündigt. In den weitaus meisten Fällen wegen ihrer Zugehörigkeit zum Deutschen Landarbeiterverband. Es ist unerhört, daß die Arbeiterfchoft die auf so„friedliche" Art und in so gutem Willen zur Zusammenarbeit dargebotene chand der Arbeitgeber zurückstößt und so jede Berständigungsmöglichkeit vereitelt. Sehen die„starrköpfigen" Landarbeiter denn gar nicht ein, daß die edlen Junker wirklich den Frieden wollen, daß sie näm- lich durch derartige harte Maßnahmen die Arbeiter e i n s ch ll ch- tern und sie so ihrem Willen gefügig machen wollen. Ja, nach diesem„Frieden", wie er unter Pen Gesindeordnungen des königlichen Preußen bestand, sehnen sie sich zurück, die Herren Krautbarone.'Und dagegen werden sich die Landarbeiter mit allen ihren Kräften wehren. Die Oeffentlichkest aber mag selbst urteilen, auf welcher Seste die wahren Sabeteure des Wirtschaftslebens stehen und dann wird sie wissen, wie„hoch" das Gefasel der ,D. T." von der Friedensliebe der Agrarier einzuschätzen ist._" Niederlage der Kommunisten w Fratlkfork n. M. Zu der FahreSgeneralverjammlung der Verwaltungsstelle Frank» nirt n.M. des D e u t i ch e n Metallarbeiter Verbandes batien die Kommmusten alle Mann aiifgebotejr und bereits eine Stunde vor Arbeitsschluß die Betriebe verlassen, um den Saal recht, eilig beietzen zu können. Für alle Aemter enthielt die kommunistische Vorschlagsliste Namen, nur für den Posten des Kassierers nicht.(Hört! Hört!) Die Wabl� der Lns» Verwaltung und der Kartelldeiegierten sowie der L'.erer- und Jugeiidlonitniinon ergab den Sieg der Liste der ber- einigten Vertrauensleute. Der bisberige Bevollmächtigt« > Kollege M u l a n S k g wurde mit über löOO Stimmen gegen, etwa MW tommumstische Stimme» wiedergcwäbit. Ebenso der bisherige Kassierer Kollege Ulrich, out den'2000 Stimmen entsiele».. Die Kommunisten, die biS jetzt drei Mandate im Gewcrk» schaftstartcll inne battcn, wurden nicht wiedergewählt. Eine Erklärung folgenden Inhalts geht uns mit der Bitte um Veröffentlichung zu: Mir zugehende Zuschriften lassen erkennen, daß man scharfe Kritik übt cm„me i n e m Verhalten" bei Verhandlungen und Versammlungen der letzten Zeit. An den in diesen Mttei- lungen erwähnten Veranstaltungen habe ich gar nicht teil» genommen. Es handelt sich vielmehr, wie jetzt festgestellt wurde. um einen Bureauangestellten gleichen lllamens vom„Deutsch» nationalen H a n d l u n g sg e h i l f e n- B e r b a n d". SW diesem Herrn bin ich weder fantllienrechtkich noch geistig verwandt oder verschwägert.— Erich F l a t a u, Geschäftsführer des Afa» Bundes. Ortskartell Groß-Berlin. Die Transportarbeiter der Metallindustrie! „Rote Fahne" nimmt in ihrer Rr. 119 abermals zu den die„frieöliebeuüeti* Agrarier. Der„Deutschen Tageszeitung" ist es wieder einmal gelungen, sich dos Gespött der Oeffentlichkeit zu erwerben. So läßt sie in ihrer Nummer vom<5. d. M. das Märchen verbreiten, das Scheitern jeder Berständigungsmöglichkeit zwischen Arbeitnehmern und Arbeit- qebern in der Landwirtschaft sei aus das starrköpfige Verhalten der Arbeiterschaft zurückzuführen, die brüsk die im guten Willen zum Zusammenarbeiten dargebotene Hand der Arbeitgeber zurück- stoße. Uns Icheint es geboren die Bergeßlicksteit der„Deutschen Tageszeitung" durch die Bekanntgabe folgender Fälle aus den Kreisen Lelgard, Slolp und Schivelbein zu beleben, die dos„fried- liche" Berhalten der Agrarier trefflich beleuchten. Auf dem Gute S tandemin, Besitzer v. Braunschweig, ist ani' 31. Dezember 1919 vier Arbeiterfamilien zum 1. April 1920 gekündigt morden wovon zwei 29 Jahre und zwei 10 Jahre im Dienst waren. Sämtliche Arbeiter waren Bertrouens» leute des Deutschen Landarbeit e r�v erbende s. Auf dem Gute A l t» S ch l o g e. Besitzer l5a n d b a N k � Stettin. Berwaller Administrator Damzog, ist am 11. November 1919 vier Arbeiterfamilien zum 1. April 1920 gekündigt worden. Sämtliche Arbeiter sind 1 bis 3, eine Famrne 37 Jahre auf dem Gute befchäf- tigt. Entlassungsgrund: Organrsiert im Deutschen Land- arbeiterverband. Vorgängen in der Funktionärsitzung der Sektion V des Transport- arbeiterverbandes Stellung und behauptet, daß die Oeffenllichkeu falsch unterrichtet wurde. Das Kommunistenblatt lügt, wenn es behauptet, der Sektions- leiter habe die Versammlung geschlossen, trotzdem die Mehrheit der Versammlungsteilnehmer im Saale anwesend war. Er hat viel- mehr ausdrücklich erklärt, daß er erst mit der Sektionsleitung, sprechen müsse, um die Situation zu klären. Erst nachdem dies geschehen sei, könne die Konferenz ihre Fortsetzung Finden. Die kommunistische Fraktion erklärte, an einer Besprechung in der Sektionsleitung nicht mitzuwirken. Die Sektionsleitung beschloß darauf, die Sitzung so lange zu schließen, bis die gewünschte Aussprache mit der gesamt- sektionsleitung möglich sei. Dann wurde die Konferenz geschlossen. Siachdem haben die Kommunisten allerdings die Sitzung von n e u e m e r ö f f, ct. Als sie aber einsahen, daß sie so nicht weiter- kommen, erklärtei. sie sich bereit, an der Äaslvrache in der Sektion-- leitung mitzuwirken� Im Verlauf dieser Aussprache nahmen die Kommunisten von der Besprechung des offenen Briefes Abstand, da dies eine Ange legenheit der Gefgmtoraanifationen fei und vor die Verbandsgeneralversammlung gehöre. Wenn die„Rote Fahne" behauptet, der Sektionsbericht fei von ihren Rednern sachlich kritisiert worden, so ist dazu zu sagen, daß von einer sachlichen Kritik keine Rede sein kann, denn die Redner der VK.P.D beschränkten sich ausschließlich auf allge- meine Phrasen und nebensächliche Redensarten, die mit der Tätigkeit der Sektionsleitung nichts zu tun hatten. Es wird ferner so dargestellt, als wenn die Dorschläge für die Sektionsleitung zustande gekommen wären, ohne daß die gesamte Körperschaft mitgewirkt habe. Auch dies trifft nicht zu. An der Aufstellung der neuen Liste hat die gesamte Sektions- leitung mit Einschluß der kommunistischen Vcr» t r e t e r gearbeitet. Irgendwelche Einwendungen gegen die gemein- same Liste find von keiner Seite erhoben worden. Solche Methoden müssen selbstverständlich zur Störung der Ge- werkschaftsarbeit führen und Zersplitterung und Zerletzuna verur- fachen Die organisierten Transportarbeiter der Groß-Berlmer Metallindustrie werden den kommunistischen Gewerkschaftszersplittrern am heutigen Sonntag eine Antwort erteilen. Jeder wird leine besten Kräfte dafür Einsetzen, daß die Liste 1 der freien Gewerk- schotten den Sieg davonträgt. Wir fordern alle unsere A ihänaer auf, heute vormittag 9� Uhr bestimmt zur Versammlung in der Fidicinstr. 1/2 zu erscheinen und für die Liste 1 zu stimmen. Lcrantw. iür den revakt. Tcib Tr. SScmr?eil». SSacIotlenbnta; für Steigen: Td.«lorft.'J?crl;n. Verlag: Varn?örs5-Ler!ag®. m. b$.. Serün. 2mJ; Scr- wärts-Vuchdruclcrei u. VerlagSamialt zjni4tein(ier U. Co., Sctlut, öindt iftt. 3, 4 Scnaqi Hierzu aar». Irnr Rheumatiker unk Kleroeuteideude. Ging auf Krücken und fährt jetzt wieder Räd. „Damit auch andere Leidende von ihren Schmerzen befreit werden, gebe ich öffentlich das Mittel bekannt, welches mich von meinen chronischen Gliederschmerzen befreite, und durch das ich meine Gesundheit wieder erlangte. Zwei Monate habe ich wegen der qualvollsten Schmerzen zu Bett gelegen, dann bin ich aus Krücken gegangen und setzt bin ich durch den Gebrauch von Togal soweit kicrgestellt, daß ich wieder radsahren kann. T o g a 1 ist das Wunder- barste, was ich je versucht habe und das einzige, was mir half. Ich häile nie geglaubt, Heilung von meinen furchtbaren Leiden auf so einfache Weise zu finden." Joses Busch seld, Erkelenz. Dieses Attest ist eines von den zahlreichen Tankschreiben über die bervorräqende Wirkung des Togal bei Rbeuniatisnuis. Ischias, Hexenschuß. Gicht, Schmerzen in den Gelenken und Gliedern und allen Arten von Nerven- und Kovischmorzen. Letztlich glänzend begutachtet! Iu jeder Apotbeke rrbältlich.__. Mme 4 u. 7 M. mit ItfedensUatttsstmU 5 Jahre schritt!. Garantie. Zahnziehen mit Betäubung bei Bestellung von Gebissen gratis. Kronen r. 30 Mst. an. Spez.; Zähne ohneGautnen. Keine Luxuspreise. ahn-Praxis Katvani, Sanzigsr Straße 1. Z W.e befreie ich mich von Rheumatismus? Rheumatismus Und CJicht sind StofNvechselkrankheUen. ßas B ut ist bei diesen schmerzhalten Leiden nicht imstande, alle Schlacken, die aus dam Verwepnunesprosess des Körpe-s als ROck stand bleiben, himyeeruspüte'tj Deshalb laeern sich diese Riickstähde. besonders die schädliche HätnsäufsJ' in den Muskeln und Gelenken ab Dort erzeugt sie die so Schmer zhalten, und die Bewegung hindernden Gichtknoten öder theumatrschen Verdickungen. Sie sind nur dauernd zu beseitigen dpreh die Abtraaung der Harnsäure- Abiaverungen. Zweckmäßig geschieht das durch die auf die alten unschädticen und bewährten Vorscmifien des verstorbenen Dr. med Olal Toft zurückgreifenden Levalhol-Tabletten. Diese Levaihol Tabletten haben folgende Zusammensetzung; rad. sarsapanllae 5, amm. spirie. 5, pntass jodld- 5, f. leg, art tabl. 100. Dieselben Sind leicht und.beqnem zu nehmen. Fordern Sie ausdrGcfcllch Levatholprä parate, weisen Sie Nachahmungen zurück. Levaihol ist in den Apotheken zu haben. 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