kr. 12�»ZS. Jahrgang Musgabe tK Nr. 66 Bezugspreis: StelelfaijrL 30,- M.. monaü. 10,- SBt frei w« Haus, voraus zaliibar. Post- bejug: Monatlich id.— 3R_ etn(d)Lgu- «ellmigsgebühr. Unter Rrenjbanb fstt Semschland und Oesterreich>SL0 M., für das übrige Ausland bei täglich einmal. Zustellung 21.50 M. Postbestellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tichecho-EIowakel. Däne- mark. Holland. Luxemburg. Schweden und die Schweiz.- Eingetragen in die Poft-Zeitungs-Preislilta Der.BormärtS" Mi» der Sonntagsbeilage»Polt und Zeif und der Unter- gsdellage»SemuDeU* erscheint Sgltch zweimal, Sonntag« und Montag» einmal. r\ Morgen Ausgabe Telegramm- Adresse: »Sozlaldemokral Berlto", - v Vevlinev NolKsblatt f 30 Pfennig) Anzeigenpreis: Dte achtgespaltene Nonvareillezeile kostet 5L0 M.klein» Anzeigen- da» iestgedruckte Bort>50 M.(zu- lässig zwei seUgebnickte Wortei, lebe» weilere Morl 1.— SU Stellengesuche und Schiassiellenanz eigen da» erst« Wort l>— SU. lede» weitere Wort 50 Psg. Wo«e über Ib Buchstaben zählen sllr zwei Worte. ffainilien-An- zeigen für Abonnenten Zeile 3,— M. Die Preise verstehen sich einschließlich Teuerung»', Uschlag. Anzeigen für die nächste Nummer müssen di» S Ahr nachmittag» u» Hauvtgeschäst. Berlin SW S». Linden- straße 3. abgegeben werden Seoffnet von 9 Uhr früh bi» 5 Uhr abends 5. Zentralorgan der Cozialdemokrati fchcn parte» Dcutfchlandd Redoftion nnd Expedition: SW öS, Lindenstr. Z Kernsprecher:«m» MortUpla«, Nr.»SlS«— ISIS? Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SM 63, Lindenstr.? Fernsprecher i Rm» iviorihpla«. Nr. ll7S»-»4 Polen bankrott. Salto witz. 17. März.(Eigener Drahlberichl des •Sonodcts".) Die in Sattowitz erscheinende„Gazetla Ludova" vom IS. März Ar. 61 enthüll folgende Bekanntmachung: Mos von ans unabhängigen Gründen stellen wir mit dem henllgen Tage die Entgegennahme von Depositen in polnischer va- lata ein. Eine Aendernng dieses Deschlusies wird znr rechten Zeil bekanntgegeben. »Zeuthen.«. März 1S21. Lank Ludowi. Etzlasf. Eckert. Mazi« Zzyh. Die vorflandsmilglieder der Dank Ludowi in BeulHen erkennen hiermit den Banfetoll des polnischen Staates vor aller Oeffenllichkeit an. Die polnische Volksbank in Gleiwih nahm schon vor vielen Wochen kein polnisches Geld mehr entgegen und weigert sich, dafür deutsches Geld einzuwechseln. Einstellung des Trahtverkehrs. . Oppeln. 17. März. Die Interalliierte Kommission macht be. kannt, daß der Telephon- und Telegraphenverkehr von Sonnabend, den 111. März, 12 Uhr mittags, bis Montag, den 21. März. 12 Uhr mittags, für das Publikum gesperrt ist. In Fällen, die besonders � wichtig und dringend sind(Sterbefälle, schwere Krankheiten, Unfälle), wendet man sich an den Kreistontrol- leur, nm die Erlaubnis zu erhallen, den Telegraphen zu benutzen. Prefle te l e g r a m m« können nur durch Zeiwngsberichierftatter, dtts ihre Identität nachweisen können, abgesandt werden. Es folgen Tüchtoermertvorschriften für Telegramme. Pressedepeschen werden zensiert. Oberschlesier, reiset rechtzeitig! Dem Deutschen Schutzbund, Zweigstelle Berlin, wird aus vres- lau geme'dei, datz nach dem IS. März. 12 Uhr nachts, kein Abstimmungsberechtigter die vbstimmnngsgreuze postieren darf. Polnische Freiheit. Satt o mttz. 17. März.(Eigener Drahkberlcht des.Vorwärts'.) Zu den Landkreisen Pietz und Sattowitz sind bereits hunderte von deutschen Gewerkscbaitern gezu'ünaevermahen in di« polnischen ve- rufsvereiuignngeu übergetreten. Das vezirkstarlell der freien Ge- werkschasteu hat einen icharsen Protest an die Znteralllierte Som- Mission zu Händen des Generals Le Rond, des englstchen Vertreters Oberst Vercioal und des Vertreters Ztallen, de Marinis, gerichtet. va»«««tell fordert militärische lleberwachuug der Abstlmmungs- lokale in den ländlichen Orten. Sonar Law zurückgetreten. London. 17. März.(Reuter.) Zw Unterhause teilte Lloyd George mit. daß Bonar Law aus Gesundheils- !1 runden zurückgetreten sei. Diese Mitteilung erregte m Unterhausc große Ueberraschung. Bonar Law war neben Balsour das bekannteste Mitglied des Kabinetts Lloyd George. Wir werden auf das Ereignis seines Rücktritts noch zurückkommen.__ Kronstadt genommen) Dem Riga er Sowjetoertreter h auezky drahtet Ischl- tscheria, daß Sronstadt von der Roten Arme« eiuge- u o m m e n worden ist. Vordlska Vretzcentraleu meldet aus helfingfors: Die Forts von Kronstadt Nr. 4, 5 und 6 haben sich ergeben Deutfck-rWfthes Abkommen. Berlin, 17. März.(MTB.) Dte verhaudlnugea über Ans- bau und Skabillsiernng der bereits zwischen Veulschlaud und Rußland bestehenden Beziehungen haben zur Ausstellung eines vor- lSnflge» Protokolls geführt, das am IS. Februar 1321 in Moskau von den Beauftragten de» Auswärtigen Amte» und des volkskom- mistariats des Aeutzeru unterzeichnet worden ist. va» Protokoll enthält neben einem Zusatzabkommen über die endgüllige Abwicklung der Kriegsgesangenenangelegenhellen ein Abkommen über die Rechte der beiderseitigen Vertretungen und Staatsangehörigen. Dies« zweite Abkomme« nimmt die bereit» besiehenden gegenieitigeu per- tretuugen zur Grundlage und erweitert ihre Recht« in könsülarischer nnd handelopoNlischer Hinsicht. Zu bezug ans die Rechte der beider- seittgen Staatsangehörigen find Im Abkommen Bestimmungen ge- trösten, die den ungehinderten wlrtschastllcheu Verkehr zwischen den beiden Ländern erniöglichen und sichern sollen. Da» Protokoll bildet gegeawärlig den Gegenstand der Prüfung bei den in Frage kommenden Regierungsstellen in Verlin nnd Moskau. Es besteht die hossnung. daß beide Abkommen au» dieser Prüfung im wesentlichen unverändert hervorgehen werden und daß daraufhin eine Unterzeichnung und ein Zakrasttrelen nach Maßgabe der gesehllcheu Bestimmungen beider Länder baldigst erfolgen wird. die Milchversorgung in Gefahr. Don Senator Lindemann(Hannover). Die in letzter Zeit besonders lebhaft betriebene Agitation in landwirtschaftlichen Kreisen für den freien Handel mit Milch und Butter muß jeden, dem das Wohl- §rieöen öurch öie Arbeit! Zrieüen öurch die Arbeit! Da» Bureau de» Znternakionalea Gewerkschasts- huade» hat am 14. und 15. März über die politische Weltlage beraten und folgend« Entschließung gefaßt: Der Internationale Gewertschastsbund stellt fest, daß der Ab- bruch der Verhandlungen in London«ine sehr lritisch« Situation ge- schassen hat. Ueberzeugt von der Berechtigung der Wiedergutmachungen sowie �' von der Tatsache, daß der Wiederaufbau der verwüsteien Gebiete e n unbedingtes Erfordernis für das ökonomische Gleichgewicht Europas und für die Wiederherstellung des wahren Friedens darstellt, erklärt er, daß diese Resultat« nur durch«in Zusammenwirke» der Arbeiter aller in Betracht kommenden Länder erzielt werden können. Daher kann der Internationale Gewerkschafisbund es nicht zugeben, daß Zwangsmaßregein ergrissen werden, welche diese Pro- bkme nickt zu lösen vermögen. Anstatt die Sache der Wiedergutmachungen zu fördern, v« r» täng e rt die Aufbietung mil tärischer Gewalt nur die Periode der Unsicherheit und ermöglicht es der Reaktion und dem Mi'ilarlsmu», neue Kräfte zu sammeln, den Hotz unter den Döitern neu zu ent- fachen und Europa in neu« Abenteuer zu verwickeln. Die Anwendung einer solchen Poltik kann nur dazu führen. di« Gefahren zu vervielfältigen, di« abzuwenden Psticht der Arbeiter aller Länder ist. Der Internationale Gewerkschafisbund stellt fest, daß das Schei- «ern der Unterhandlungen in London ' das Werk der kapital' stischen Diplomotte *t, die, nachdem sie den Krieg provoziert hat. nicht imstande ist, den Frieden zu sichern, und erklärt, daß, im Gegensatz zu dieser Haltung, auf der Grundloge der Prinzipien, d e aus dem Londoner Internationa'en Gewerkschaitskongreste festgelegt wurden, zwischen den verschiedenen Ländern Uebereinkommen obgeschlosten werten können, damit die verwüsteten Gebiet« in möalichst kurzer Ä«it neu aufgebaut und die materiellen und moraMchm Spuren des Krieges endlich ausgelöscht werden. Er nimmt die von den Ber. tretern der deutschen Arbeiterbewegung abgegebenen Erklärunsen zur KennMis, in denen der drinaende Würrich der deutschen Gewerk- schatten ausgesprochen wurde, für den Wirderaufbau zu arbetten. Er bestätiat, daß das Genfer Uebereinkommmen zwischen den französtschen und deutschen Bauarbeiterorgonisationen über dt« Wiedergutmachung der durch den Krieg verursachten Schäden dieser Aktion als Grundlage zu dienen hat. Um die Durchsührungsmoda- llläten diese» Uebereinkommens festzusetzen, wird«in« spezielle Konferenz der Gewerkschaslsvertreter ans den betreffenden Ländern für den ZI. März d. I. nach Amsterdam emberusen werden. In dem Bestreben, den völligen Frieden schnellstens wiederher- zustellen, und angesichts der einander widersprechenden Erklörungen der Sachverständigen beider Parteien. Ichlägt der International« Gewertschastsbund vor, daß ein« unparteiische Enquete'* abgehalten werde, wodurch zwischen den verschiedenen Ländern— nötigenfalls durch Schiedsspruch— e ne Uebereinstimmung erzielt werden soll, sowohl was die wiederautzumochmden Schäl-en, als auch was die Leistungssähigkeit des Schuldnerstaates betrifft. Bis zu der endgültigen Regelung soll«lne von letztgenanntem Lande aus- zunehmende Interna!! ona'e Unle he die notwendigen Summen auf- bringen, damit die Arbeiten des Wiederausbaues unverzüglich m Angrisf genommen werden können. Der Zalernaklouale Gewcrk'chastsbund erklärt, daß der Welk- friede nicht von einer m'sttärischen Besehnngspolitit abhängig ge- macht werden darf. Er fordert, daß man auf diese Gewalkwaß- nahmen verzichte und daß endlich dle iaternolionale Sostdarstäl zum Ausdruck gebracht werde, die ollein die Verwirklichung einer Posttit der Wiedergutmachungen erwög'ichen und eine Bürgschaft bieten kann für den Frieden durch die Arbeit. Die zweite Internationale. Da» Erekutivkomitee der Sostalistischen Internationale tagt am iü. und 19. März in London, lln'ere Partei vertritt Genoste W e l S. In der Aniweipener.Bolk�gaiet' berichtet HuySmanS, daß in London beiprocken werden soll: l. die Ausführung der Ent- icheidungen de? Genfer Kongresse«. 2. die politische Logein Georgien, die durch den Einfall der Bolichewisten entstanden ist und 3. die Frage der LondonerKonferenz.. Englische Ttndienreise. London. 17. Mär,(WTB.).Dolly herald' meldet, daß ein Ausschuß der englischen Labour Party unverzüglich Unlersuchun- oen in Deutschland über dle Loge de» deutschen prolelarlat» als Folge der letzten Entschstehuagen der Entente anstellen wird. und alsdann viele Eltern nicht imstande sind, die nötige Milch für ihre Kinder zn kaufen. Der Milchkleinhandelspreis, der jetzt je nach der Gegend 2 bis 3 M. für den Liter beträgt, würde dann aller Vorattsstcht nach sofort auf den Betrag von etwa 4 M. und mehr hinaufschnellen. In der Reichsstelle für Speisefette hat. man nun einen Bor- schlag ausgearbeitet, nach dem die Kommunaloerbände mit den Erzeugern oder deren Organisationen Lieferungs- vertrüge über Milch abschließen sollen. Den Kom- munalperbänden soll gestattet werden, denjenigen Mttchliefe- ranten, die über eine gewisse Mindestzahl von Litern für die Kuh hinausliefern, einen höheren Preis als den Höchst- preis zu zahlen. Die Reichsstelle will durch die Preisdiffe- renzierung eine Erhöhung der Produktion erzielen und durch die Milchlieferungsverträge verhindern, daß chei plötzlichem Eintritt der freien Wirtschaft ein zu starkes Hinaufschnellen der Milchpreise eintritt. Die ganze Bewegung läuft auf eine, wie sich schon sehr übersehen läßt, außerordentliche Steigerung der M i l ch p r e i f e hinaus. Die Kuhhalter haben den Nutzen und zahlreiche Kinder werden das Opfer dieser Preiserhöhung sein. Dedauerllch ist an der ganzen Angelegenheit, daß die Reichsfettstelle von dem Vorwurfe, daß sie durch ihre. Maß» nahmen, wenn auch ungewollt, an einer Beschleunigung der Preiserhöhung mit Schuld hat, nicht freizusprechen ist. Die Reise des Hern Geheimrafs Rothe in die verschiedensten Provinzen und. seine Verhandlungen mit den landwirtschaftlichen Kreisen unter Ausschluß der Bedarfskominunalverbände haben die Begehrlichkeit der Landwirte noch mehr angeregt, als dies sonst schon der Fall war. Der Deutsche Städtetag hatte sich in einer Ent» schließung gegen diese Maßnahmen gewandt. In einer ge» meinschaftlichen Konferenz mehrerer deutscher Großstädte mit der Reichsfettstelle sind wiederum die schwersten Bedenken gegen die Milchlieferungsverträge geltend gemacht, die über ziemlich leicht behandelt worden find, und auf die unter anderem geantwortet wurde, daß Breslau bereits 126 Milchlieserungsverträge abgeschlossen habe. Obwohl die Stadt auf Anfrage späterhin erklärt hat, daß sie noch keine Verträge abgeschlossen habe(!), ist in einer neuerlichen Verhandlung von der Reichsfettstelle erklärt worden, daß die Lieferungsverträge für sie eine abgeschlossene Sache seien. Da alle privaten Vorstellungen nickts gefruchtet haben, muß die Oeffentsichkeit auf die drohende Gefahr bezüg- sich der Milcbversoryung hingewiesen werden. Gegen die Lieferungsverträge bestehen starke Bedenken. Die Kuhhalter sind nur zu einem ganz geringen Teil organi- stert. Der Abschluß von Verträgen mit jedem einzelnen Kuh- Halter ist wegen der Berschiedenheit der von ihnen gestellten Bedingungen und aus Mangel an Zeit sowie ohne kost- spielig'e Vermehrung des Bureau personal? der Städte gar nicht möglich. Viele Landwirte haben sich schon geweigert, Verträge abzuschließen. Selbst wenn man mit den ländlichen Organisationen sogenannte Oberverträge abschließen würde und diese wiederum mit den einzelnen Kub- Haltern vertragliche Abmachungen tresten würden, so würden die Organisationen doch nicht dafür garantieren tonnen, daß die einzelnen Kuhhalter nun die Milch auch wirklich liefern! Ein Teil der Knhhasier hat schon erklärt, daß sie sich auf feste Preise nicht festlegen wollen, mit anderen Worten, es soll der im freien Markt geltende Preis verlanat werden. Die„Bescheideneren" baben die Aufnahme einer Klausel verlangt, daß eine Erböhung der Preise jederzeit gefordert werden könne. Die Bedarfskam- munalverbände würden dann nichts anderes mehr zu tun baben, als mit jeder Liekergemeinde oder gar einzelnen Kub- Haltern fortdauernd über Preiserböhungen zu verhandeln. Es würden also in diesem Falle die Verhandlungen über di? An» träge auf Prelserhöbung gar nicht abreißen. Jede Liefer- gemeinde würde auk jedes Gerücht von einem höheren Preise in irgendeiner anderen Gegend sofort mit neuen Anträgen kommen. Es würde also das Gegenteil von dem eintreten, was die Reichsfettsielle bezweckt, und die dann gar nicht zn vermeidende, sich überstürzende Preisentwicklung würde uns in allernächster Zeit den freien Marktpreis bringen. Diese Entwickl'.mg würde deshalb sich noch schneller voll- ziehen, weil die alten Bestimmungen, daß in bestehende Liefe- rungsbeziebungen nicht eingegriffen werden darf, nicht auf- rechterhalten werden sollen und nrnnnebr die Städte sich gegenseitig überbieten würden, um mehr Milch für ihre Ein- wohner zu erhatten. E» würde also ein vollständiges Chaos mm «ttstehen und die Preisbewegung erst'dann zum Stillstand kommen, wenn die meisten Arbeiter, Angestellten und Be- amten und der sogenannte frühere Mittelstand den regelmätzi- gen Milchbezug für ihre Säuglinge, Kinder und stillenden Mütter längst eingestellt haben. Dann wird„man", das Keistt nur diejenigen, die den nötigen Geldbeutel haben,„in Milch schwimmen", weil bei der mangelnden Kaufkraft der breiten Bevölkerungsschichten deren Nachfrage nachläßt. Die Milch würde dann aber ohne besondere Rettungsaktion den Kindern und Müttern, die ohne sie nicht leben können, entzogen werden. Wenn also diese Maßnahmen der Reichsfettstelle zur Tat werden und dann die dargelegten Folgen eintreten, so muß auf das allerentschiedenste eine großzügige Aktion zur Ver- b i l l i g u n g der N o t m i l ch für die minderbemittelte Be- nölkerung gefordert werden. Die Kosten können nicht von den Gemeinden getragen werden, da diese keine Einnahmequellen haben. Die Kosten muß vielmehr ausschließlich das Reich tragen. Die Reichsregierung ist für die Maßnahmen der Reichsfettstelle verantwortlich zu machen und muß schon jetzt die Erklärung, daß sie zum Ersatz der Kosten bereit ist, un- zweideutig abgeben. Die Städtevertreter haben sich einstimmig bereit erklärt, um den Kuhhaltern entgegenzukommen, diesen etwa 80 Pf. für das Liter Milch mehr zu zahlen, sofern an der Zwangs- Wirtschaft der Milch nicht gerüttelt wird. Jetzt ist demgemäß in einzelnen Bezirken, z. B. Berlin und Magdeburg. bereits dieser Aufschlag gewährt. Sollten nunmehr doch noch Lieferungsverträge abgeschlossen werden, so kann das nur unter einer abermaligen Erhöhung, nämlich durch Zuschläge. geschehen. Wir würden also eine zweite wesentliche Erhöhung der Milchpreise unmittelbar nach der ersten Erhöhung in diesem Jahre erleben, ein ganz haltloser Zustand! Es gewinnt fast den Anschein, als ob sich die Reichs- regierung ganz von den. hochagrarischen Kreisen leiten läßt. Letztere betreiben, ohne Rücksicht auf die 2lll- oemeinheit, zielbewußt die Sabotage der Zwangswirtschaft für Brot und Milch. In den leitenden Stellen sollte man sich ober darüber klar sein, daß es nur eins geben kann, nämlich Zwangswirtschaft oder freie Wirtschaft. Jedes Mittelding ist ein Zwitterding und kann bei der Sinnesrichtung der agrari- schen Kreise heute gar nicht mehr mit Erfolg durchgeführt werden. Alle scheinbaren Lermittlungsvorschläge laufen nur darauf hinaus, durch ihre Undurchführbarkeit Berwirnmg an- zurichten und dadurch den Zusammenbruch jeglicher Bewirt» schastung zu erreichen. Dieses Ziel geht aber über die Leichen zahlloser Kinder. Ehe nicht der Markkurs sich so West gebessert hat, daß durch die Einfuhr ausländischer Butter und Mllch >sich ein Preisausgleich ergibt, kann daher von der Aufhebung der Zwangswirtschaft über Milch nicht die Red« sein. Zum 18. März. Der 18. März ist für die Berliner Arbeiterschaft stets ein Tag ernsten und dankbaren Gedenkens gewesen. Sie Höst das Andenken der Männer in Ehren, die an diesem Tage im Jahre 1818 für Freiheit und Demokratie in den Straßen Berlins ihr Leben ließen. Etwas Tieftragisches hat der Tod dieser Manner, die ihr Ziel dicht vor Augen sahen und doch den besten Teil nicht verwirklichen konnten, weil das unver» besserliche feige Bürgertum sie im Stich ließ. Aber auch wir- heutigen sind noch Opfer dieser Tragik. Wäre der Sieg der 18er nicht nur ein vorübergehender gewesen, so wären uns dl« Jahre 1914 bis 1918— zum mindesten in dieser Form — erspart geblieben. Ein seit zwei Generationen freies und demokratisches Deutschland hätte niemals den Haß der Welt in diesem Maße gegen sich gehabt, wie der halb abso- lunstische Staat des an Cäsarenwahnsinn leidenden letzten Hohenzollern. Dennoch feiern wir den 18. März als einen Sieges- ta g. Denn was an diesem Tage im Jahre 1848 geschah, hat die Zest der schärfsten Reaktion niemals völlig rückwärts revidieren können. Und das gibt uns ein hohes Maß von Zuversicht auch gegenüber den reaktio- nären Verschwörungen und Putschversuchen. Historische Tatsachen von der Wucht eines 18. März 1848, eines 9. Rovem- der 1918 lassen sich nicht aus der Geschichte aus- radieren. Nach jeder Revolution gibt es noch eine lange Zell des Schwankens, des ungewissen Auf und Nieder. Aber was vor der Revolution war, das kehrt nicht mehr zurück. Wie der 18. März 1848 das absolutistische Deutschland endgültig überrannte, so hat der 9. November 1918 das halb- absolutistische Deutschland zu den Dingen einer ver- gangenen Geschichtsperiode geworfen. Der 18. März selber hat hierfür Zeugnis abgelegt. An diesem Tage brach vor einem Jahre das Kapp-Aben- teuer endgültig zusammen. Was dieser Streich historisch bedeutete und wie er überwunden wurde, das ist in einem früheren Gedenkartikel dargelegt worden. Heute möchten wir den Blick auf das Gegenwärtige richten. Der Ausfall der letzten Preußenwahlen hat eine erneute Gefahr der Reaktion für Preußen heraufbeschworen. Die fortgesetzte Diskreditie- rung des Wahlaktes durch die linksradikalen Parteien, dazu die ewige Parteispaltung haben dahin geführt, daß eindrei- viertel Millionen repubukanischer Wähler bei den Preußen- wählen zu Hause geblieben sind. Ihr Verhalten hat einzig und allein zurStärkung derReaktion geführt. Es ist nichts anderes gewesen, als wenn eine große Armee kampflos ihre Waffen an die Gegenseite abgibt. Der gewiß erfreuliche Wahlerfolg der Sozialdemokratie hat den allgemeinen Rückgang der Linken nicht verhindern können. Gewissenlose Demagogen der Linksradstalen haben einem Teil der Arbeiter eingeredet, daß es ganz gleichgüstig sei,«b man eine sozialistisch-republikanische oder eine reaktionäre Re- gierung habe. Den durch solche Phrasen Verführten dürsten jetzt die Augen auf- und übergehen. Ein Bück nach Bayern genügt, um zu sehen, daß es doch ein Unterschied ist, ob ein Land sozialistische oder deutschnationale Minister hat. Aber man braucht über Rückschläge nicht zu verzweifeln, wenn aus ihnen die bessere Einsicht und der Wille er- wächst, begangene Fehler zu vermeiden. Die Einsicht, daß die Arbeiterschaft durch Selbstzerflei- s ch u n g sich um die besten Früchte der Novemberrevolution gebracht hat. ist im Wachsen. Das zeigen bei allem das Wahl- resultat von Preußen, das Wahlresultat von M e ck l e n- bürg. MU der inneren Gesundung der Arbeiterbewegung wird auch die Macht der Arbeiterklasse wieder steigen, die Ge- fahr der Reaktion schwinden. » Eine Kundgebung„für die Republik gegen die Reaktion" veranstalteten gestern in der„Neuen Welt" republi- konische Verbände unter Leitung des Republikanischen Fllhrerbun- des. Als Referenten sprachen Reichstagsabgeordneter Egg er- st e d t- Kiel(S.P.D.), Landtagsabgeordneter R a b o l d(U.S.P.), Landlagsabgevrdneter K u t t n e r(S.P.D.) und Bundesoorsstzender Riefstahl. Alle Redner betonten unter lebhaftem Beifall der Derfommlung, daß die geschlossen« Front aller Republikaner das einzige, aber auch das sicher wirksame Mittel sei, um eine Wieder. kehr der Reaktion zu verhindern. Der zerplatzte korruptlonssthwinöel. Der Sonnenfeld-Prozeß hat geendet, wie er enden muht«. Als politischer Prozeß hat er angefangen, um sich zu einem ganz gewöhnlichen Strafprozeß gegen Defraudanten, Fälscher und Erpresser zu ent- wickeln. Immer deutlicher trat hervor, daß die Angeklagten gemeine Verbrechen begangen hatten und ihr politi- sches Getue nur Kulisse war, um den Raub zu decken. Nicht wegen angeblicher Regreßansprüche, sondern um sich persönlich zu bereichern, hat Ernst Sonnenfeld an- derthalb Millionen ftemden Geldes in seine Tasche gesteckt, und nicht um die sittliche Atmosphäre Deutschlands zu reinigen, ine Erpressung gegen den Ge schädig- hat man den ganzen Fall in die Atmosphäre Zkandals eingetunkt. sondern um eine t e n zu begehen, eines politischen Je schärfer die Konturen des gemeinen Verbrechens her- vortraten, desto mehr loste sich der polstische Schwindel in nichts auf. Der Ausgang des Sonnenfeld-Prozesses bedeutet das Ende des mit so großem Geschrei insze- niertenKorruptionsfeldzugesgegendieSo- zialdemokratie. Hier wurden die Wurzeln der ganzen, Kampagne bloßgelegt, und es zeigte sich, daß diese Wurzeln faul waren. Ein Jahr oder noch länger hat sich die deutsche Oeffentlichkeit über die Phantasien eines Defrau- bauten aufgeregt, die er nur ersonnen hatte, um sich die defraudierte Summe zu ertrotzen. Was die Sonnenfelds selber von ihrem„Material" hielten, das geht am besten aus den Briefen und Telegrammen des alten Sonnenfeld an seinen Sohn hervor, die immer wieder in den Angstschrei ausklingen: „Dein Material ist nicht ausreichend, wenn du weiter nichts hast, dann steht die Sache schlimm für dich.. Trotzdem wird das„Material" schließlich losgelassen, als der Erpreßte sich nicht von einer Strafanzeige abhalten läßt. Hat es nicht geholfen, den Raub zu sichern, fo soll es doch der Rache dienen. Es findet sich ein ehemaliger fozialdemokra- tischer Abgeordneter, der mit bodenloser Leichtfertigkeit auf den Schwindel hereinfällt und ihn mit seinem Namen deckt. Durch seine Autorität bekommt die Sache ein gewisses öffentliches Ansehen. Ein in Unfrieden geschiedener ehemaliger Angestellter des Erpreßten, der gleichfalls in der j Partei Aemter bekleidet hat, hilft die Sache weiter schieben. Es wird noch eine bürgerliche Korrespondenz gewonnen, die mit der nötigen Geheimnistuerei und Effekthascherei die Sache aufmacht— und der„sozialdemokratische Korruptionsskandal" f ist fertig. Derweil sitzen im Hintergrund Vater und Sohn 'Sonnenfeld, Erpresser und Defraudant, und wärmen sich die ' Hände an dem Feuerchen, das sie angezündet haben. Und das ist die Gesellschaft, auf deren Zeugnis Ijin die gesamte rechtsstehende und linksradikale Presse gewagt hat, hochanständige und hochangesehene Führer der Sozialdemokratie durch den Dreck gemein- ster Berdächtigungen zu ziehen! Die Sonnenfelds sind als Defraudanten und Erpresser verurteilt. Moralisch verurteilt aber ist' auch jene Presse mit ihrem Korrupt tionsgeschrei als die H e l f e r s h e l f e r i n ei n e r g e m e i- nen Verbrecherbande. Aus Parteihaß und Partei- fanatismus hat ein großer Teil der deutschen Presse sich dazu erniedrigt, das Spiel eines gerissenen Millio- nendefraudanten zum entscbeidenden Faktor ihrer Po- lftik zu machen! Eine Warnung für Leichtgläubige und ve» bohrte Fanatiker. Von den meisten dieser Blätter«jwarten wir nicht, daß sie auf Grund des Sonnenfeld-Prozesses die Wahrheft bekennen werden. Die Sache ist ja inzwischen mit soviel Advokatenkniffen verzerrt und kompliziert worden, daß das Publikum den einfachen Zusammenhang nicht mehr er- kennt, wenn es nicht mitderNafe daraufgestoßen wird. Und die Leute, denen ihr Korruptionsschwindel ein so willkommener Wahlhelfer war, werden sich hüten, das zu tun. Donnerstag nachmiftaa, am 15. Berhandlungstage, verkündete der Vorsitzende, Landperichtsdirettor Schulze, folgendes Urteil, dem noch eine krause Rede Hermann Sonnenfelds mit Gebet. Ge» dicht usm. vorausgegangen war: Frau Sonnenfeld, Gertrud Schlack, Dumann und Hauptmann von Frankenberg werden freigesprochen, Ernst Sonnenfeld wegen schweren Diebstahls, Betrugs und Urkundenfälschung zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis mit dreijähriger Bewährungsfrist für die letzten sechs Monate. Hermann Sonnenfeld wegen Begünstigung in Tatein- hell mll versuchter Erpressung zu einem Jahr, W u t t k e und Herbert Sonnenfeld wegen T egünstigung zu je drei Wochen Gefängnis verurteilt. Diesen beiden Angeklagten wurde außerdem die Bewährungsfrist zugebilligt. Den beiden Sonnenields wurde die Untersuchungshaft voll angerechnet. Bezüglich der Regreßansprüche, die Ernst Sonnenseld immer ins Feld geführt hafte,, kam das Gericht zu der Ansicht, daß sie höchstens in der Phantasie des Angeklagten vorhanden jeien. Märzgewalt. So steig herauf, du starker Zag, vu Tag der roten Körnersaat! vein Sonnenlicht, Dein Stundeuschlag. Ist Weiheschmuck der größten Tot! Vom heißen Pflaster blutbetaut Winkt mahnend vein Vermächtnis,- Achtzehnter März, wir feiern laut Dem leuchtendes Gedächtnis l vu hast den vonner einst geweckt, ves Echo nimmermehr verdröhut, vu sahst die Mächtigen gestreckt Lud die Beherrschten steggekrönt, Aua Deiner Vumpfhett Zwangöverfchlag Brach endlich los das Dulden Und holte zwischen Rächt und Tag Als Gläubiger die Schulden.> ver Kerker barst, die Kette sprang, Die Freiheit griff zum Kahnenschast, Racktarmig durch die Sassen schwang Zorubebend sich des Volkes Kraft, Die lang im Winkel mutlos schwieg, Gegeißelt und gebunden, Run, da die Rot zum höchsten stieg, Ward endlich sie gefunden. Dumpf schnaubt das Eiseuroß der Zeit, Aus vollen Schlote» quillt der Qualm, La schweren Aehren, enggereiht, Steigt aus den Aeckern Halm an Halm, Lud immer weiter furcht der Pflug, Lud neue Aecker prangen,— � vu Volk, das«inst die Vorfchlacht schlug, vie Saat ist ausgegangen! Entschleiert liegt der Zukunft Bah«, Mtlltonen Auge« sehn das Tor, Mit neuen Waffen angetan Stürmt es aus ganzer Onte vor, Wir stürmen vor, wlr dringen et» Lud auswärts. Stieg um Stieg«,- Achtzehnter März, wir denken dein, Bahnbrecher unserer Siege. ®. G. Gervinus. Em l)albes Jahrhundert ist am 18. März ver- flössen sell dem Tode des Gefchichtsschreiber» und Lfte- raturhistorikers Gervinus., Er war schon zu Lebzellen vom Strom der Zeit beiseite gespült. Den» er war seinen liberalen Idealen treu geblieben. Wie er 1837 zu den berühmten Göttinger Sieben gehört«, die dem welfischen Staat»- streichfer Ernst August mannhaft die Brandmarke ausdrückten und ihr« Exsstenz opferten, so ist er auch 1848 und nachher fteu zu seiner Sache gestand«». Als der König von Preußen die Kaiserkrone aus den täuben de» Parlaments ausschlug, schrieb Gervinus in der„Deutschen eitung":„Der Monarch.«nus ha: sich selbst verlassen, seine Sache ist in Deutschland, was auch die preußsschen Bajonefte schaffen mögen, gänzlich verloren." Zunächst srellich behielten die Real- vollliker recht. Gervinus wurde in Heidelberg, also im liberalsten deutschen Lande, in Baden,«in Hochoerratsprozeh angehängt. Er wurde zu Gefängnis oerurteilt und erst in höherer Instanz davon befreit. Das Bürgertum ließ seinen ideologischen Dorkämpfer>tn Stich und wandte sich der wirtschaftlichen Machteroberunit zu. Ger- oinus, unversöhnlicher Gegner der preußischen Polllik, wurde ziemlich ignoriert beerdigt am Tage, da die aus Frankreich heimkehrenden Truppen«inzogen. Gervinus erschien seinen Zerrgenossen als schrullenhafter Doktri- när, als typischer deutscher Professor �im atten Sinn«), der von der Wirklichkeit nichts verstand. Hafte er nicht Preußens Beruf, durch Gewalt ein Deutsches Reich zu schassen, geleugnet, weiter an eine smögschst gewoltiose) Revolution geglaubt, tzezen di« Wegnahm« von Elsaß-Loihringen protestiert? Vielleicht wurde heut« mancher anders über ihn denken, wenn er den Weg hätte zu End« gehen können. Die Werke, In denen Gervinus feiner Zell den Spiegel vorge- halten, standen all« im Dienste seiner Ideen: sie sollten das Bürger» tum zur Polllik erziehen. Er wollte es aus der Erschlaffung, der jeder polllische Wille gebrach, emporheben und rief in seiner Ge- schichte der poetischen Nationaliiteratur die Millebenden von der Literatur fort zur schöpferischen Tat. Heute gilt Gervinus als Begründer der wissenschaftlichen deutschen Literaturgeschichte, und man besinnt sich, daß er den„Zeltgrurid- charakter" eingeführt hat. Sein vielbändiges Werk über Shakespeare offenbart uns, wieviel ernster er das Wesen deutscher Btldungsoer- iiefung gefaßt hat als die lllerarischen Schaumschläger von nachher und heut«. Aber näher als fein überholtes, aber immer noch lesenswertes Werk(auch die nur begonnene Gefchich-e des 15. Jahr» Hunderts ist hier zu nennen) steht uns heute der Mann, der, sp wenig «r Sozialdemokrat gewesen ist, die Bedeutung der Demokratie und der Massen für die Zukunft erkannt und seinen Glauben durch sein Handeln besiegelt hat. Die INederdeuksche Woche. Die niederdeutsche Sache bat schon während des Krieges lebhaften Ausschwung genommen. Dieser große deutsche Bolksstamm, der heute über«in« Reih« von Staaten und Provinzen zerstreut ist. ist sich seiner Zusammengebörigkell wieder bewußt geworden und hat die Pflege heimatlicher Art und Sprach« lebhaft aufgegriffen. Träg«? der Bewegung sind wesentlich die.gebildeten Schichten", die vor«In. zwei Generationen noch zum Teil die angestammte Sprache als„gewöhnlich" verletzen haben. Aber di» breit« Mass« des Volke», die viel treuer alles noch volkstümlich Lebendige bewahrt und auch in die„Fremde" die Liebe zur hei- mische» Art mitnimmt, ist doch im Grund« der Mutter boden, ohne den die Bewegung eine artige Spielerei wäre. Da der Sozialismus te neswegs die Menschheit in«inen ungeg.iederten Brei verwandeln will— das besorgt der Kapitalismus—,.braucht er solchen Sirö- mungen keineswegs«nigegenzufteten. Vorausgesetzt, daß sie nicht in den Patriotismus üblen Angedenken» oder in politische Utopist«- rie oder gesellschaftlichen Sport entarten. Die Idee der Slammes- staaten Ist in Deutschland isurzell nicht zu verwirklichen, wir haben ernstere Sorgen. Aber die Bewahrung und Pflege stammhafler Eigenart ist eine Kullurausgabe, di« auch d e Sozialdemokratie be- grüßt. Sie darf nur nicht zu reaktionärer Mummerei führen. Und dafür ist ja gesvrgt, daß wir bei aller Liebe zu allen schönen Bräuchen. Arten und Unarten nicht ein oder mehrer« Jahrhunderte zurück können, selbst wenn es Käuze gäbe, die es wollten. Berlin ist ein großes Sammelbecken niederdeutscher Ein- Wanderung geworden, und es zähll— wie auf der anderen Seite des großen Teiches New Pork— viele niederdeutsche landsmann- schaftliche und plattdeutsche Vereine. Sie hatten sich unter Führung des Westfalenbundes zu dieser Woche zusammengetan. In zwei Kirchen ist, plattdeutsch gepredigt worden, im Zoo sind alte Tänze und Reigen in alter Tracht geianzt worder. sst« sind viel lustiger und lebendiger als die amerikan sche Fox- tröttelei). Aus einem niederdeutschen Liederabend ist das plattdeutsche Lied, das sich wegen feiner Musikalität besonders zur Vertonung eignet, zu Ehre» gekommen. Schi eßlich ist ein in den Formen des mittslallerlichen Mysteriums abgefaßtes Drama Lucifer des Münsterer Dichters Karl Wagenseid im Neuen Volkstheater mit gutem Erfolge, der nicht zuletzt auch der guten Regie zu danken war, aufgeführt worden. Es braucht« nicht erst bewiesen zu werden, daß die Sprache Reuters und Groths auch dem„hohen Stil" gewachsen ist.(Nur muß da» plattdeutsch« Ohr mehr daran gewöhnt werden.) Es wäre durchaus wünschenswert, daß wir auch Proben der in Hamburg wieder lebendig gewordenen realistischen platideutscheü Bühne zu hören bekämen. Pros Kästner(vom Kultusministerium) hat sich für die platt- deutsche Muttersprache, die auch wieder in d e Schule gehört, wacker eingesetzt. Die älteste Kultur Niederdeutschlands, die in den grandi- ose» Hünengräbern gipfell, führte Pros. Schuchhard, ihr bester Kenner, in Wort und Lichtbild vor. Der großen plattdeutschen Dichter ist nach Gebühr gedacht worden.... So gab es einen Zusammenklang vieler Saiten, die doch alle aus den gemeinsamen Grundwn abgestimmt waren. D e Brweaung mag sich weller«ntsalien, aber sie soll im Auge behalten, daß sie noch viel volkstümlicher werden muß. wenn sie ihr« Ku turaufgab« erfüllen soll._ K. H. D. Borträg« nnb Rezitationen. Dr. Bruno Wille spricht in d» Stadlhall« Klofterstrahe Sonntag 71/, Uhr über Beltretigi on.— Einit Friedrich spricht gus(Jinlabung der Arbeiler-KunstauSstelllmg Sonntag 3'/, Uhr im Beethooensaal Dichtungen von Freiligrath, Herwegh, Tolstoi usw. Gin« Aranz-Nlederich-Rummer dringt H-ft» der Zettichrist zur Verbreitung de« repudlikantschen Gedanken«.Die Stund«-. öige Ausschuß f ü r Fragen der produktiven und unter st ützenden Erwerbslosenfürsorge nach sofortiger Wahl unverzüglich zusammentreten und dann außerhalb des Saales sich mit den Arbeitslosen in Verbindung fetzen solle. Die Einsetzung dieses Ausschusses wurde ein- ft i m m bg beschlossen. Er wird schleunigst über die bereits vorliegesiden Anregungen, z. B. über die Frage einer ein-, maligen Beihilfe, beraten. . Sitzungsbericht. Der heutigen Sffentlichen Sitzung, die nach 5 Uhr beginnt, ist von%5 Uhr ab eine geheime Sitzung vorangegangen, in der der Ausschußbericht über die Kämmererwahl erstauet worden ist.— Zur Beratung in öffentlicher Sitzung stehen die Berichte des Steuerausschusies über 1. Konzessionssteuer. für Gastwirtschaften, Schankwirtschaften und für den Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus, 2. die Wertzuwachssteuer, Z. die st lindeste!, er, 4. die Ge meindeeinkommensteuerordnung, 5. die Ordnung für den Anschluß an die Stadtentwässerung und die Erhebung von Entwäsierungs- gebühren. Die Äonzessionssteuer ist vom Ausschuß mit einigen Modifikationen angenommen worden. In der Plengrberatung wird die Ausschußfastuaz sowohl von der Rechten und den Demotraten, � wie von den Kommunisten beanstandet: Dr. st e l m k e tDem.) und, Ostrowski(Komm.) bringen Abändenmgsanträge zu den nach dem Anlage- und Betriebskapital bzw. nach dem Ertrag gestaffelten, Steuersätzen ein. Schließlich verweist die Versammlung auf Antrag' Danziger(U. Soz.) die ganze Materie an den Ausschuß zurück.> hierauf beantragt Gäbe!(Komm.) die Vorwegnähme der Beratung und Zlusschußberichterstattung über die die Unterstützung der Erwerbslosen betreffenden Antröge in Anbetracht ihrer Dringlichkeit. Der Antrag Gäbet wird abgelehnt. Auf der Zuhörertribüne erhebt sich bei der Feststellung dieses Ergebnisses durch den Vorsteher Dr. Weyl«in wüstes Ge- schrei, ans dem ,'ich besonders die Worte: Verräter! Schufte! abheben. In den Lärm hinein dringt die Mitteilung des Borstehers, daß gefälschte Tr Hb ün entarten verwendet worden sind, deren Druck in einer anderen als in der zuständigen Druckerei stattgefunden haben muß.— Der Lärm aus der Tribüne wiederholt sich: wieder ertönt der vielstimmige Ruf:..Verräter!'— Die Versammlung nimmt, da der Referent für die Wertzuwochssteuerordnung, Stadtv. Paul stirsch, noch nicht anwesend ist, den Entwurf einer stunde- teuer in Beratung und genehmigt ihn nach kurzer Beratung in Wahl eines Kämmerers� Bon, Ausschuß ist Dr. Äarding- Flensburg vorgeschlagen; von den Kommunisten wird durch Dörr der Bankbeamle Emonts in Vor- schlag gebracht. Gewählt wird Dr Sarding mit tZS von 183 Skimmen: 20 entfalle» auf Emonts, 11 auf Bürgermeister Scholz- Char- lottcnburg. 2 auf Sinowjew- Petersburg(Große heiterkeil), je 1 aus Frau Lungioih. Eichhorn, Leo und Erzberger. 11 Zettel sind weiß. Ueber die Eemeindeeinkommensteuerordnung für 1921 berichtet S ch a l l d r i ch(Dnat.) Die Magistratsvorschläge werden vom Aus- schuß zur Annahme empfohlen. Dr. Steiniger(Dnat) lehnt die Dorlage wegen ihrer un- sozialen Gestaltung ob. Die Versammlung nimmt die Borlage mit großer Mehrheit an. Ebenso gelangt ohne Erörterung die Ordnung für den Anschluß an die Kanalisation zur Annahme— Die Wertznwachssteuerordnung bleibt einstweilen ausgesetzt. Zur gemeinsamen Beratung werden nunmehr gestellt der Aus- schußbetricht über den Antrag der 11. Soz. betreffs der p r o d u k- tioen Crwerbslosenfürsorge und über die früheren An- träge der Kommunisten wegen Gewährung von Unterstützun- gen ag Erwerblose sowie die neuerlichen Anträge Gäbel vom 10. März betr. Zahlung von Beihilfen an Erwerbslose, Einrichtung von Speiseanstasten, Anerkennung des Asyls für Obdachlose als Wohnung und Zahlung einer Beihilfe an Obdachlose.— Der Ausschuß hat die Beschlußfassung über die Anträge Gäbel vertagt: ent- sprechend dem Antrag Weyl beantragt er die Einsetzung eines ständigen Ausschusses zur Prüfung der Anregungen für eine produktive und unterstützende Erwerbslosen ffirsorge. Östron) 3(i(Komm.): Bis zur Stunde ist seit einem Viertel- jähr für die weitere Crleichtxrung' des Loses der Erwerbslosen trotz aller unserer Bemühungen nichts geschehen.(Entrllstungskund- gedungen mif der Tribüne, die sich andauernd während der Rede wiederholen.) Letzten Donnerstag haben die Arbeitslosen«ine starke Demonstration vor dem Rathaus veranstaltet, ebenso haben sie sich heute, weil sie hier zu wenig Gehör linden, draußen oersammelt. Ein Sanitäter, der für Ruhe und Ordnung sorgte, ist dabei von einem Sicherheitsmann verprügelt worden.(Sturm auf der Tri- büne.) Redner zittert die Zunahme der Zahl der Erwerbs- und Obdachlosen und erklärt die.bisherige Leistung der Stadt für eine bloße Hunaerunterstützung.— Vom Maaistrotstische fällt das Wort: ..Schwindel!' Der Bor st eher erteist dem Rufer eine scharfe Rüge; von der Tribüne wird gerufen: Sattgefressener Parteibonze!) Stadtrot Weise: Wenn man hier trotz aller Mühe, die man sich gibt, so als Schuhputzer behandelt wird, ist es kein Wunder, wenn einem ein unparkamentariiches Wort ent- schlüpft. Der Magistrat hat alles getan, was in der Möglichkeit war, der Not der Arbeitslosen zu steuern. Bei der vorgenommenen Kon- trolle hat sich ein großer Teil gar nicht ausweisen können. Auch die Kommunisten würden nichts anderes haben schaffen können, wenn sie in der Verwaltung säßen.(Ruf von der Tribüne: In der Quassel- bude nicht!) Die- von Ostrowski-angesührten Zahlen stimmen nicht. (Zurus von der Tribüne: Wir werden euch im Arbeiislosen-Obdach t er Fgistmq der Ausschußvarschläge, der durch Annahme eines An- ragSZ�Borchardt(Soz.) noch einige Begünstigungen für die trags MW.... zur Verwlchung von Laubenkolonien bestimmten Hunde eingefügt werden. Hierauf schreitet die Derlammümg zur Weise fährt lort: Der Wagistrat wird auch weiter mit aller Krasl sich bemühen, der Not zu steuern: aber dazu ist notwendig, daß nicht bloß agitatorisch, sondern daß positiv gearbeitet wird. Dörr(Komm.) beantragt, ein« Deouwtion der Arbeits- und Obdachlosen, zuzulassen und sie mit ihren Wünschen und Beschwerden anzuhören.(Stürmische Zustimmung auf der Tribüne.) Dieser Antrag führt abermals zu stürmischen und tumultuarischen Szenen, nachdem der Vorsteher unter Berufung auf frühere Vorgänge abgelehnt hat, den Antrag zur Abstimmung zu bringen.— Adolf H o s s ma n n(Komm.) regt an, die offizielle Sitzimg zu unterbrechen und als einfache Bürgerversammlung die Deputation zu empfangen. — Koch(Dnat.): Wir haben keine Veranlassung, die Verhandlung weiter hinauszuzögern.(Zurufe links: Heuchler! Elender Heuchler! D«r Zuruf wird von der Tribüne ausgenommen.) Der Bor st eher mach» den Bermittlungsvorschlag, draußen im kleinen Sitzungszimmer durch eine aus ollen Fraktionen zusam- mengesctzte Bersammlungsvertretimg die Deputation zu empfangen und anzuhören. Inmitten des andauernden Lärms, der die Versammlung wäh- rend dieser Verhandlung durchtobt, sucht Stadtrat Brühl darzü- tun, daß es ein Verbrechen wäre, Versprechungen zu geben, die vi« Stadt nicht halten könne. Dave(Dem.): Der Vorschlag de? Vorstehers ist geschältsord- nungsmäßig unzulässig. n. E y n e r n(D. Dp.): Es wird Sache des Ständigen Ausschusses sein, sich direkte Informationen zu verschaffen. Ad Hoffmann(Komm.): Es ist der Hunger, der die Mafien draußen dazu treibt. Wer nicht hören will, muß fühlen!(Stürmi- scher Beifall und.Hänveklotschen auf der Tribüne; betäubender Lärm.) Der Vorsteher macht'jetzt den Vorschlag, den Ständigen Ausschuß schon heute zu wählen, zu konstituieren und die Wünsche der Arbeitslosen entgegennehmen zu lasten.(Zustimmung.) In der Erörterung sprechen noch Rosemann U. Soz.) und B r o l a t(Soz.), der schleunige und energische Hilfeleistung für die Erwerbslosen für dringend geboten erklärt, wenn die Wellen der Erregung nicht über unfern Kops hinwegschlagen sollen. Mit dem Dorschlag Weyl ist er einverstanden, den Erwerbslosentindern, die jetzt zur Konsir- malion stehen, sollen aber aus Antrag sofort ohne Prüfung Einseg- nungskleider bewilligt werden. Hierauf wird ein Schlußc.ntrag angenommen. Das Schlußwort von N a w r o c t i(Kamm.) gibt wiederum zu einer Reihe«Ott Tumultfzenen Veranlassung, da der Redner die Forderung auf sofortige Zahlung einer Beihilse an die Arbeitslosen u. a. auch mit den heftigsten Ausfällen auf die Mehrheit und auf die Sozial- demokraten begründet. Abermals bricht ein tosender Sturm aus, als Dr. Steiniger(Dnat.) beantragt, die Anträge vom 10. März einem Ausschuß zu überweisen. Hiei wird schließlich der Ausweg gefunden, die Anträge dem für die Prüfung der Erwerbslofenkrage vorgelchlagenen Ständ gen Ausschuß zu überweifen. Dieser Ausschuh von IS Mi gliedern wird daraus beschlossen und durch Zuruf gewählt. Er konstituiert sich im kleinen Sitzungszimmer und nimmt sofort seine Arbeit auf.— Die Zu- Hörerschaft auf der Tribüne beruhigt sich allmählich. Ueber die Wertzuwochssteuerordnung berichtet hierauf Stadtv. Paul Hirsch(Soz.). Ein Antrag Koch, die Beratung bis nächsten Dienstag zu vertagen, findet keinen An- klang. In der Debatte versuchen die Vertreter der Deutschen Bolkspartci und der Deutschnationalen eine Ermäßigung der Sätze durchzubringen.— I a tz v w(W. Agg.) ist der Meinung, daß nur die Belebung der Bautätigkeit uns aufhelfen könne, daß ober die WertzuwachsstFuer die Arbeitslosigkeit nur vergrößern werde. Die Borlage wird nach den Ausschußvorschlägen angenommen. Die erst heute angekündigten Dorlagen über die Derstadtlichung der Feuerwehr, die Erweiterung des Friedrichsfelder Friedhofs. und die Errichtung eines städtischen Anschlagswesens sollen nach dem Wunsche des Magistrats alsbald Ausschüssen überwiese« werden. Die beiden Parteien der Rechten widersprechen, nehmen aber schließlich bezüglich der Feuerwehr ihren Einspruch zurück. Schluß nach%10 Uhr. Nächste Sitzung: Dienstag. —-------_ ,jß Eröffnung ües neuen provinziallauütages. Der Brandenburgische Provinzialiandtag, ber auf Grund de«.. allgemeinen und unmittelbaren Wahlen am 20. Februar neugebilder ist und gegenwärtig S2 Abgeordnete umfaßt, trat gestern mittag im Londeshaus zu seiner 51. Tagung zusammen. Oberpröfident Dr. Maier eröffnete den Provinziallandtag mit einer Aniprache. in der er u. a. auf die veränderte staatsrechtliche Stellung der Provinzen hinwies. Als. bedelltungsvollste Punkte stehen auf der Tagesordnung die Wahlen zum Staatsrat vtzd die von der Staats- regrerung unterbreitete Borloge, die die gutachtliche Stellungnahme zu einem Gesetzentwurs über die in der preußischen Bcifassung an- gekündigte Erweiterung der Autonomie der Pro- vinzen zum Gegenstand bat. Bon den übrigen Vorlagen sind Siwe Menschenkind. 10] n. Mütterchen. von Martin Andersen Neri Es stellte sich heraus, daß das neue Gewerbe. Geld«in- brachte, und Lars Peter überwand seine Mneigung dagegen. Er überließ es auch weiterhin dem Bruder, herumzusatzren und zu kaufen und zu verkaufen, aber er beteiligte sich an der Heimarbeit, lernte das Schinden und Wurstmachen sowie das Kochen von Seife und Schmiere aus Dingen, die als Vcr- kaufsware ganz unmöglich waren. Es fiel ihm nicht schwer, sich hineinzuleben, die alte Familiengeschicklichkeit kam zu ihrem Recht. Ein schlimmer Gestank stieg in diesem Pommer von dem Effternnest auf. Die Leute hielten sich die Nase zu und peitschten rasch auf die Pferde, wenn sie auf der Landstraße vorüber' ahren. Geld war mit Jvbannes ins Haus gekommen, es fehlte nie an etwas. Aber weder Lars Peter noch die Kinder wären guter Laune; sie merkten vor ollem, daß das Elsternnest noch mehr als früher im Munde der Leute war. Und das Schlimmste war: sie empfanden es nicht mehr als eine Ungerechtigkeit, die chnen widerfuhr. Jetzt hatte man allen Grund, auf sie herabzusehen; sie hotten nicht das be- freiende Gefühl, in ihrer Rechtschaffenheit unangreifbar zu sein. Dem Johannes war olles gleichgültig. Meistens war er draußen auf seiner Schindertour und machte Geschäfte. Er verdiente gut, und das machte ihn stolz. Ost kaufte er ein Stück Vieh und verkaufte es dann wieder. Er trieb sich bcrum wie die Leute erzäblten— spielte mit anderen Hand- fern Karten und besuchte Tanzvergnügungen. Es kam vor. �»aß er in Schlägereien verwickelt wurde und mit zerbeultem Lops und grün-« und blaugeschlagen nach Hause zurückkehrte. Gell» brauchte er sicher reichlich; wievie' er verdiente, ließ sich nicht kontrollieren. Das war ja auch seine Sache. Aber er spielte sich etwas zu deutlich als derjenige auf. der das Ganze hoch hielt, und erwiderte ein freundliches Wort mit Schimpfreden. Darum vermied- Lars Peter es. sich in diese Dinge hineinzumischen, und berührte sie gar nicht; er wollte Frieden im Hause haben. � Zlber eines Tages kam es zum ersten Krach. Johannes hatte sich ein für allemal an dem großen Klaus versehen, und als Lars Peter einmal nicht zugegen war, zog er den Gaul aus dem Stall und spannte ihn an; er wolle ihm Manieren beibringen, sagte er zu den Kindern. Leicht wurde es ihm nicht, das Tier vor den Wagen zu bringen, es peitschte drohend mit dem Schweif und zeigte die Zähne; und als es sich in Be- wegung fetzen sollte, da rührte es sich nicht, soviel Johannes es auch prügelte. Schließlich sprang er vom Wagen, außer sich vor Wut: er ergriff einen Schwengel von der Egge und begann, mit dem schweren Stück Holz auf die Knochen des Tieres loszuschlagen; die Kinder ichrien. Der Gaul stand zitternd da, in Schweiß gebadet, seine Flanken flogen. So oft sein Peiniger auf ibn zusprang, schlug er hinten aus, dag die Funken aus dem Wagenbeschlag sprühten. Endlich gab er den Koinpf auf, schleuderte seine Waffe beiseite und ging auf seine Kammer. Stine hatte versucht, sich ins Mittel zu legen, war aber weggestoßen worden. Jetzt ging sie zu dem Tier hin. Sie spannte es aus, gab ihm Wasser zu trinken und legte einen angefeuchteten Sack über sein wundes Kreuz, während die Kleineren ihm weinend Brot gaben. Bold darauf kam Äo- Hannes umgekleidet heraus; er sah nach niemand hin, spannte schnell an und suhr fort. Die Kleinen kamen aus ihrem Ber- steck hervor und schauten ihm.nach„Reist er jetzt weg?" fragte Schwester Else. „Ja, möchte er nur! Oder möchte er in die Irre fahren. so daß er nie den Weg zurück fände, denn er ist richtig garstig," sagte Christian. Keiner von ihnen konnte ihn jetzt noch leiden. Alff den Feldpfaden weit drüben am Moor kam ein Mann gegangen, dos war der- Vater. Die Kinder liefen ihm entgegen und erzählten durcheinander, was geschehen war. Lars Peter starrte sie einen Augenblick an, als begriffe er nicht, was sie sagten, dann begann er zu lausen; Stine be- gleitete ihn in den Stall. Da stand der große Klaus und war ganz jämmerlich anzusehen; seine Knie schlotterten, und er zitterte noch immer, wenn jemand mit ihm sprach: das Hinter- teil war fürchterlich zugerichtet. Lars Peters Gesicht war ganz grau.„Er kann Gott danken, daß'er jetzt nicht hier ist!" ' sagte er zu Stine. Dann befühlte er die Hinterbeine des Gauls, um festzustellen, ob nichts zerbrochen war; behutsam hob der große Klaus ächzend Bein nach Bein.„So ein Blut- Hund!" sagte Lars Peter und strich sanft über die Beine des Gauls hin.„Meinen alten, braven Burschen so zu mihhan- dÄn!" Der große Klans kratzte und scharrte auf dem Pflaster: er machte sich das Mitleid feines Herrn zunutze, ihn um eine Extraration Hafer zu erschlagen. „Du solltest ihn tüchtig verprügeln," sagte Christian ernst. ";,3ch sollte ihn lieber zur Tür hinausjagen," erwiderte der Vater finster.„Damit wäre uns allen am besten gedient." „Ja, weißt du was, Vater— kannst du raten, warum Iohansens uns in diesem Sommer nicht besucht hoben? Sic baben Angst davor, bei uns zu essen; sie sagen, wir»nachten Rohrungsmlltes aus Vieh, das krepiert ist." „Woher hast du das, Stine?" Lars Peter sah sie ver- zweifelt an. „Die Kinder haben es mir heute nachgerufen. Sie fragten, ob wir nicht eine tote Katze zum Wurstmochen haben wollten." „Ra, ich habe mir so etwas schon gedacht." Lars Peter lachte tonlos.„Ra, wir können sie glücklicherweise entbehren, glücklicherweise, jawohl.— Zum Henker, Hab ich mich etwa um ihren Verkehr bemüht?" Er schrie es hinaus; der kleine Paul begann vor Schreck zu weinen. „Ra, na, ich Hab dich doch nicht ängstigen wollen." Lars Peter nahm ihn auf den Arm.„Aber man muß ja aus der Haut fahren, wenn das so weiter gebt!" Ein paar Tage später, gegen Morgen, kam Johannes ganz mit Schmutz bedeckt und gar übel zugerichtet nach Hause� Lars Peter mußte ihn vom Wagen herunterhelfen, er könnt-» kaum auf den Beinen stehn. Aber sein Mundwerk konnte er gebrauchen, daß es eine Art hatte. Lars Peter schwieg zu seinen Grobheiten und schleppte ihn auf«in Strohlager aus der Tenne; dort schsief er sofort ein. Wie ein geschlachtetes Bieh lag er da, leichenblaß, die schwarze Locke vv'.n in der Stirn: das Haar klebte ibm an den Schläfen— garstig sah er aus. Die Kinder schlichen schaudernd zur Tür der Tenn? und spähten in das Halbdunkel hinein; wenn sie ihn erblickren. flohen sie in größter Eile aufs Feld. Es war unheimlich spannend. Lars Peter ging und kam, schüttete Hafer ans und schult? Häcksel für die Pferde. Wenn er an dem Bruder varbeiko»??. ! blieb er nachdenklich stehen. So muhte man also sein, um ! sich unter den Menschen behaupten zv können: glatt und geleckt nach außen, kalt und herzlos noch innen. Den da sah niemand über die Achsel an— bloß well er frech war Die Frauen fanden ibn schon, sie machten sich seinetwegen gegen Abend auf der Landstraße zu tun. nnd die Männer—• In, sein Zechen und Raufen um die Mädchen überwältigte sie j wohl. -(Forts, folgt.) hervorzuheben die Wahlen der durch die Neubildung de? Land«? Russisch« Ausluuftssielle fLr Veulsch«. Du«h den Lerdaird ruf- tage« neu zu bestellenden provinziellen Organe sowie die Vorlage sifch« Sroßtaufleute. Industrieller und Finanziers E.N. ist eine über die Deckung eines FeblbettageS für das Jahr 1920. Ferner Rechtsauskunftsstelle ins Leben gerufen, die sich allen staattichen wird die gleiches dringend notwendige Beratung de« Hausbalt-. plant« für 1921 dem Prov.nz.alland.ag obliegen obschon b.sber rmb( äur Verfügung stellen wird Die Auskunft wird mündlich oder ern Hai,«hallsplan nrchl vorgelegt werden konnte, von grober ve- nötigenfalls fchriftstch erteilt. Ml- Auslünfte sind kostenlos. Die demung für die Provinz Brandenburg ist ferner die Bereitstellung Auskunftsstelle befindet sich in der Kanzlei de- Verbandes russischer von Mitteln zur Gewährung von Zui'atzbeihilfen zu den durch Großkaufleute, Industrieller und Finanziers E.V.. Berlin W.S0. Stoaisgesetz vom 12. Januar 1921 vom Tlaat bewilligten Beihilfen Prager Straße 21 I. und ist jeden Dienstag und Freitag von 4 bis zur Ausgleichung der durch das Hochwasser im Sommer 1920,� nachmittags geöffnet. im Warthe- und Oderbruch herbeigeführten Beschädigungen, 2u der Lesehalle der städtischen Volksbücherei Iteukölln liegen Da die Fraktionen sich in den Vorbesprechungen über die Be-,'n J*6" � lagen eine Anzahl neuer Bücher zur Ansicht h«« 3?rÄfih,..ms«t*. vi, sh.i. und Vorbestellung aus. Unter anderem auch Werke von Bröger, Gogol. Dostojewski. Bonsels und Ernst Zahn, ferner auch 18 Lände der»Internationalen Bibliothek". S.P.D. /Ulgemekne Funktionär- Versammlung am Dienslag, den 22. März, abends 6 Uhr im Lehrer- verelashtuis, Alexauderstr. 41. Tagesordnung: 1. Wohnungsnot und Mietssteuer. Referent: Hermann SWer- schmidt. M. d. R. 2. Stellungnahme zum Berliner Mieterverband. Referent: Max Groneseld.' An dieser Versammlung können nur Funktionäre teil- nehmen, die im Besitz einer ordnungsmäßig ausgestellten Ausweiskarte sind. Auswciskarte und Mitgliedsbuch sind am Saaleingang vorzuzeigen. Der vezirtsoorstaud. Putbuser - IM Uhr setzung de« Präsidiums nicht haben einigen lönnen, wurde dt« B>l- düng des Vo, stand?« vertagt. Während der Vertagung ist es gelungen, eine Wahlgemeinschaft von den Demokraten bis zu den Kommunisten herzustellen. Da von den insgesamt S2 Abgeordneten des Provinzia'.landtages die Link« 47 zählen kann, so wurde nach Wiederaufnahme der S tzung zum Präsidenten der sozialdemokratische Abgeordnete Hänchen(Guben) gewählt, während der frühere deusschvolkspartei. liche Präsident Oberbürgermeister D r e i s f e r t(Kottbus) zum V ze- Präsidenten gewählt wurde. Der Landjag nahm sodann einen sozial» demokratischen Antrag an. aus dem Sitzungssaal da» dort angebrachte Kaiserb ld zu entsernen. ein Antrag, der vom früheren Landtage wiederholt abgelehnt- worden war. Eine Anzahl Kommissionen wurden nach dem Derhällniswahlsystem besetzt. Die Wahlen zum Staatsrat sollen am Sonnabend stattfinden. Der Mörder als GutsverkSufer. Ein Verbrechen auf der Landstraße. Der Raubmord an dem Landwirt Gröfchke au« Lübben beschäftigt jetzt auch die Berliner Kriminalpolizei, da der Mörder nach den bisherigen Festeklungen wahrscheinlich ein Berliner ist. Jedenfalls aber hat er sich hier aufgehalten, und er wird daher auch noch in Berlin gesucht. GrS'chke, der beabsichtigt«,«in Gut zu kaufen, hatte in ver» sckiiedenen Zeitungen inseriert und unter anderen Angeboten am 27. o. M. ein ihm sehr günstig erscheinendes erhalten, da» in Mückendorf zum Verkauf stehen sollte. Das Angebot war mit Max Lebmonn unterzeichnet, dem angeblichen Eigentümer. Antwort ließ er sich nach einem in der Nähe des Anhalter Bahnhofs gelegenen Hotel schicken. Gröschke schrieb auch dorthin und erhielt zur An-wort. daß der Briefsckreiber sich mit Grö'chke am Anhalter Bahnhos treffen wolle. Zur Vorsicht nahm der Landwirt nicht dl« verlangte Anzahlung mit, sondern nur etwa 2000 Mark. Am selben Abend dieses Tages erhielt Frau Gröschke ein Tele- g r o m m, das mit Walter, dem Bornamen ihres Mannes unter- zeichnet war und dahin lautete, daß er das Gut gekauft habe, vor- ersi gletcki dableibe und dem Verkäufer Max Lohmann, der am nächsten Taqe dorthin kommen werde, die Anzahlung von 15 000 Mark auszuhändigen sei. Bei der Frau erschien dann auch ein Mann, der sich für den bisherigen Besitzer des verkauften Gutes vor'ellte und um Auszahlung der 15 000 Mark bat. Weil aber das Geld noch auf der Bank lag. und diese schon geschlosten war, mußte er bis zum nöch' en Tage warten und wurde von Dir Frau nach dem Hotel zur Eisenbahn gesandt, wo er die Nacht verblieb. Am anderen Morgen fuhr er wieder fort. Al» aber keine Nachricht von khrem Mann eintraf, wurde Frau Gröschke stutzig, erkundigte sich und erfuhr so, daß olles Schwindel war. Bald darauf wurde zwisibm Neuhof und Iochzenbrück die Leiche eine» zu- oäckst unbekannten Mannes aufgefunden, in dem man den ver- mißten Gröschke erkannte. Er hatte mehrere Mesterstich« erhalten und war vöMg ausgeplündert worden. Es fehlten sein Bargeld und alle Wertsachen. Der Mann, der als Max Lehmann bei Frau Gröschke das Geld in Empfang genommen hat. wird von dieser und den Hotelange- stellten, wo er übernachtete, als etwa 1,50 Meter groß beschrieben, mit schwarzem Haar, einem dunklen Schnurrbart und großen blauen Augen. Cr ist breitschultrig und trug einen schäbigen Anzug und abgetragenen Ueberzieher, sowie einen schwarzen Hut und macht» den Eindruck eines einfachen Manne». Es ist aber möglich, daß man es mit zwei Verbrechern zu tun hat, von denen der »ine den Landwirt verschleppte und der andere in dieser Zeit da» Geld bei der Frau abgehoben hat. Auf die Erklärung diese» Der brechens ist eine hohe Belohnung ausgesetzt. Zweckdienliche Mitteilungen sind an Kriminalkommissar Tretttn tm Zimmer 105 de» Berliner Polizeipräsidium» zu richte». vle Potsdamer waffenfunde vor Gericht. Ausschluß der Oeffeallichkeit..» DI« Potsdamer Strafkammer unter dem Vorsitz de» Landge- richtsdirektor» Heller verhandelte gegen vier ehemalig« Angehörig« de» Maschinengewehrdepot» II! in Potsdam. Bekanntlich wipft« im September 1920 ei» große» Waffenlager in der Garde-Ulanen- kaserne zu Potsdam entdeckt. Wegen Derbrechens gegen da, Ent- waffnungsgesetz, militärischer Unterschlagungen und schwerer Ur- kundenfälschung waren der Schirrmeister A., der Vizefeldwebel F., Sergeant B. und Vizefeldwebel Sch. angeklagt. Die Anklag« wirst den Angeschuldigten vor, oersuckt zu haben, mehrere hundert Maschinengewehre an Berliner Schieber zu verkaufen. Zu dem Prozeß ist der ehemalige Kompagnieführer, jetzige Platzmajor o. Deelwendal und viele andere militärisrH? Zeugen geladen Der Anklagevertreter Staatsanwalt Dr. Gysae beantragt den Aurfchluß der Oeffentlichkelt wegen Gefährdung der Staats. sicherheit. Er erbat sich zur Begründung d eses Antrages in nicht- öffentlicher Sitzung das Wort. Den Vertretern der Presse wurde auf Anregung des Staatsanwalts wäbrend der Begründung seines Antrages die Anwesenhe't gestattet. Der Staatsanwalt führte au», daß im Interesi« der Angeklagten die Gerüchte erörtert werden müßten, die«ine angebliche früher stattgefunden« Berheimllchung von Waffenbestönden behaupteten. Was an diesen Redere'en wahr sei, könne man vorher nicht sagen. Di« öffentlich« Erörterung solcher Gerücht« bring« aber die Gefahr mit sich, daß solsck« Nachrichten In die Oefsentlichteit dringen und dann in hohem Grad« nachteil ge Folgen für die Staatesicherheit zeifgen könnten. An der Verhandlung selbst sei absolut nichts zu verderben, da die Angeklagten ja geständig feien, auf die An- geböte Berliner Slbieber einaeganaen zu fein. Aber für Ihr Ver- halten, für ihr subjektives Empfinden müsse die Besprechung dieser E-rrüchte möglichst eingehend erfolgen, und dies könne im Inter- «sie der Staatssicherheit nur in nichtöffentlicher Verhandlung er. fo'oen. Die Verteidiger sch'osien sich dem an und das Gericht be- schloß, die Oefsentlichteit auszuschließe». Da» Urteil wird erst iu später Nachtstund« gefällt werden. Wieder eine(Branalzünderexploflon. Da« gefährlich« Hantieren mit Granatzündern wird trotz aller Unglücksfälle fortgesetzt. In de? Wohnung des 55 Jahre alten Händler» Hugo König im Hause Ruppiner Straß« 38 explodierte gestern ein Granatzünder__________________.......... � mit solcher Gewali. daß nicht nur da» Zimmer schwer beschädigt j r n, 1l 6s<>uss«str.- wurde, sondern auch König und ein bei ihm sich aufhaltender bisher>u>«. m«il-meter. etat? am Ii., afctnbj 5% Uhr. an Bhf aietgarietu noch unbekannter Mann schwere Verletzungen erlitten.„ T»»tiftt».««t»i««»t»tft?»»de-. vrt»gttipp« triptnick. Sonntag, dm Beide mußten nach dem nächsten Krankenhause geschafft«erden.' Noch den angestellten Ermittelungen beschäftigte sich König seit Iungfernfteid« 3 Uhr.— Abt. W«dd!»g, bisher„ssttiet Wanbethund-. 20. ai8r«: tiniger Zeit damit, auf den Truppenübungsplatzen in Tegel und Jüterbog Granatzünder zu sammeln und in seiner Wohnung zu ent- Sächs. Schweiz. Abf. Donnerstag, den 24. MLrz, abends g.is Ubr GSrlitzer— Kreie laden, um dann das wertvolle Metall zu verkaufen. � R't.W.n.-tsammlung � Ein sorgsam erwählte» Program« bittet da» grotze Konzert de» Blüthneiorcheuer». welches vom slädliichtti«uSichutz iüt Voltsuntei Haltung am Dienstag, den SS. Mät», tn Lichtenberg in der Glaubenslirche am Wagnerplatz abend»?>/, Uhr siatlstndet. S» kommen zum Vortrag: Bot spiel zu. Pariisa i', KarsrellagSzauber au».Parsisal'. Sphärenmusik von Rubmltein. Largo von Händel, OuoerlLren zu»Iphigenie in«tili»* und zu.Egmonl». Da« Blüldt erorckiester spielt unter Leitung de« Kapellmeisiei« Heirn®. Meyiowltz. Ausieidem wirkt Frau Rose Walter lSoprani a>« Eolosängerltt mU. Karten zu di.sem sehr empfehlenswerten Konzert find zum Piebe von 8,50 M.(emlchl. Zettel» bei der iiädtiichen Schulabtei ung. Ratrau«fttatze tv. Baracke 2(Lichtenberg 1S«7) zu haben lern er in den Zeitung«expeditionen de».Votwärts-, Wartenbergltraiie 2. und Boxbagener Skr.«2, sowie an der Kasse der städtischen Suaendbüdne, HoUeistr. 7— S. Milckibeliefernng. Heute«nd Sonnabend, den 19. d. M. werden dl« und'/.-Liter�rankenlarten voll betiesert. Die übrig« Belieferung bleibt wie bisher. Groß-Serliner parteknachrichten. heute. Freitag, den 15. März: M.*. M.«dt.®U für heut« avgesetzt, öfsenttiche Ballsversamnlmtg fällt tandebalder au». «it.«MOffl«. Tri tttr hrf W-lff«ais.r.Fri-drich.Str., Ecke ziosegger- Su-ttru>nZrst»utla.«biechnuua mit de» S-zirtsftlhrern. üsu««»»>». Ii Uhr bei tUtlert,»atser.Sri-drlch.Str. 38, FutlM-när. IS« 12»., IM. Abt. Paakow. Ihi llbr bei Llirdemann, Echulstr. 28. Arbeit«. MttgUedee der eandagitation und de« Aaiseier. leladen. ., �»r e l t e r»»« r s- o> m l- aa flir die 7. und 8.«e- amnoriaj'u.lt in der Schutaula, Ioachimsthaler Str. 81/32. Bortraz über Pflich- ten und Recht, der«tern im madernen Schuldetrieb. Referent:«öenosi, Lehrer Zungs�lallste».»t,»»« Rorbeni TU Uhr in der«emeind-fchul-, Straße 619, Einführung in die Rationalilkanomie. � Seuppe chermedatf: im Jugendheim, Roonstr., Vortrag üder:„Die Frau und der Sozialismu»".— »mwo, Lichtelfeid«! 7 Uhr im Jugendheim,»lbr-chtfte. Ii», Unterhaltung». Morgen. Sonnabend, den IS. März: 87.«dt.«harlottendorg. TU Uhr bei«runert, Schlüterstr. 47, FuuttionSr. _«»»Uaaemei-schaft(«jlalbmuljaHfiher Lehret nnk Lehrerin»«»»roh. QctllBt! Geniralversammlung ricchntlttags 5 Uhr im Stadthau«, ftloftcrflt. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2.«assenbericht. S. Wahl de« Borstandes. 4. Bericht der Kommission über Gegenwartsforderungen(Ergänzung zu» Schulprogramm der Partei). Mekneiösprozeß gegen Kessel. Am Donnerstag wurde in der Vernehmung des Kriegsgerichts, rats Meyer fortgefahren. Er bekundet, daß ihm damals nicht der Gedanke gekommen le!, mit dem AngsÜagten über di« falschen > Papiere, die Marloh bei der Flucht benutzte, zu sprechen.„Drei Wochen nach der Flucht Marlehs bin ich von Pfarrer R u m p an- gegangen worden, Marloh Papiere zu besorgen. In meiner kindlichen Harmlosigkeit(u) habe ich dem Pfarrer Rump diesen Wunsch erfüllt und habe ihm diese Papiere im aejchloffenen Kuvert mit der Aufschrift„Marloh" in die Wohnung geschickt. Dort ist das Kuvert dann aber geöffnet worden." Die Frage des Rechtsanw. Dr. Alsberg, ob damals nicht gerüchtweise verlautet habe, daß von oer�chieden-n Stellen Einwirkungen siartfänden, um den Prozeß noch nicht stattfinden zu lassen, bejaht der Zeuge: Herr von KeM hat mich mehrfach zu bestimmen versucht, den Prozeh nicht stattfinden zu tasten. Dieses Ansinnen Hab« ich aber schroff zurü ckgewiesen. Vor der Flucht geschah dies nicht, aber während der Abwesenheit Marlohs und nachdem dieser wieder ergrissen worden war. v. Kesiel appell«rt« immer a» mein vaterländisches Empfinden und sagte: der Prozeß sei jetzt unmöglich, schon mit Rücfticht auf den Oberst Reinhardt Ich erwiderte ihm, er sch en« bedeutet; der Prozeß ging« /tos aller Welt. GxplosionSkatastrophe. Zngolskadt. 17. März. Heute vormittag 11 Uhr enignttt sich bei den Bayerischen Sorengstosswerken im Munit onsjchuppen beim Entladen von Munition eine Explosion. Bisher wurden zehn Tote geborgen. Dt» Zahl der Berwundeten beträgt ebensall» zehn. Sport. »««n-A-ttinS-Perlin. Der Start für da»«riffnttng»renn-tt am Sonntag befindet sich wie alljährlich am Steuerhaus(Berlin, Tempel. böser Felds motzen«« Uhr gemeinsam für Berufsfahrer und Amateure. Da».Radrennen berührt die Ortichaften gaffen 7.00,«olff-n(Karten. lonti oll« S,00, Luckau 8,30, Solnu 8,10, Beischau 9,80, Kottbu«, Wendepunkt 10 Minuten ZwanaSpause(Silomeietiieln 128,4), tn Streit» 10,05. Dt« Rückfahrt ist bs« Zossen(I�S). die alelche, zweigt aber dann über Tel, nach VMten walde(2.10) ab, um über KönigSwusterhaufeit(»mschretbelontroll«) 3,20, zur Radtennbabn, wa noch S Kilometer zu fahren sind, zu führen. S«w,I»tel, der ,e. S»««,.«eee,»w»»a(M. d.»..r. u. S»..B.) am San». dtn Vi. Mckrz� o f f»-�Spielplätze Schdnhauser. Alle« Fichte 3 I ta t« 121 8�4)4 Uhr(i «rg I— Fichte 1 1 i-4U Ott I-Fichte 101 11-12'_________ Lürttembergisch« Str. Wilmeredars v-« l a s s e- Spielplatz Schönhauser Roland— Moabit 10Ü~}3 "u�te�lO �ZtenMrtz(Lartellplatz) Lichten. 10 1); Sem-indesplelplafp Reinickeudprs Schön- Lichtenbera): Spielvlatz Fr. Ts»». Wilmersdarf, nierodors— Borussia I0'4— 12(Ficht, 12 1).— «1 11 __(Ficht, 121). _ Alle« Fichl« 1 II— Ficht, 10 M#—1014 „„ ,«�?°l°?b-M-ablt Mcht. litt: Fichte L tt— Lichtenberg III U—t(Fichte 8); Lartellsptelplatz Lichtenberg Lichtenberg ll— Ficht« 10 ll 1)4—8 .Schönholz). Spiel« de»«SeMche» Spiel,«einig».« am Sonntag, de» 20. MS«, vor. mittag» 1014 Uhr. Nachmittag» Spielverbot für alle M.S.B..Veretne. Brav. denburg»2— Borussia in Lichtenberg Hauptstr. Ablershos— Wilmeredarf in Obcrspre» und dos- Wit Union— Weihensee in ll?. rusfia Adlershos, Cöpenicker. Pankow, PlchelMwerder WWW I>___ Frei— Rllstig.BorwSrt», Platz wird noch bekanntgegeben.' Luckenwald« ll— Merkur und Luckenwalde I— Allananla in Luckenwald«, Herkenbrücker Str. Nachmittag»« Udr findet I» Pankow, Pichelswerder Str. /Gemeinde- sportplatz), da»«it»sch«ibung»splel der Sieger von Abt. B(Rowawe») und «bt. v(Nardtska) der I.«lasse statt. Ein jeder beweise bei diese« Spiel l«i» Arbeiter-Sportdeweguno.. it Sonntag, den 20. mir». fllowstt. 58. l. tat nach Interesse an der «tveiter.Radf.-t 1.«dt. nach Grünau(Brösel). «»tanla— Strolau lu E»prnick,'"Miranstr°"Wsch iter.Rads..«»»».Solidarität-."Touren für > llbr Bill Nachmittag« nach Start 1U Nedlitz(Römerschanze). Start 7 Uhr. tzarten). Start l Uhr Fonuin rt 7 Uhr. Nachmittag,»ach Ziowawe» /Boll». evromenad» 18. Ecke Blücherstiatz«.-*• tz.«dt.»ach T Uhr Saussde- Platz(«trche).-«.«t. Reig� m>er Park. Start 1 llhr Wederwi-s«. Eck« Frank- Schönwald«(«llpfer). und Spielübung-n öo»Mtr»lvlatz.— 8.«dt. nach Buch'/Schulib-itz).' Start''l""i Str.*.— 7.«dt.»ach ZIrsfeld« bei Tegel- ri(V-ll-vue). St Eck« Vriitz.Eltgen. Straft».— 8. Vit noch Löwenbruch b. E und«inen zu befürchtenden Umsturz. nicht zu misten, was ei» Richter feinen Gang. Im Lauf« seiner Vernehmung wird Oberleutnant H o f m a n» von dem Vorsitzenden auf sein Zeugrisvcrweigerungsrecht aufmert- sam gemacht: Oberleutnant Hofmann macht jedoch keinen Gebrauch hiervon.— Vors.: Tauchte bei Ihnen allen die Vermutung auf, daß ein Haftbefehl gegen Marloh erlösten werden könnte?— Zeuge: Nein.— Vors.: Nachdem Sie durch«inen derartigen Dertrauensbruch, wie den des Leutnants o. Grolmann, von dem Haftbefehl, der nach einem dre' Monate langen Verfahren er- gangen war, erfahren hatten, hätten Sie da nicht doch Ihre Gründe über dde Zweckmäßigkeit zurückstellen wüsten?— Zeuge lsehr fest): Nein.— Vors.: Ich sage: Doch, jal— Zeuge: Ich sagte mir: NeinI Denn die Verhaftung schien doch nur eine Verbeugung vor der linlsradikalen Partei zu sein.— Vors.: Als Offizier müssen Sie sich doch darüber klar sein, wer einen solchen Haftbefehl ergehen läßt. Der geht doch von militärischen Vorgesetzten aus.— Zeuge Oberleutnant Hofmann schildert dann die Unter- Haltung bei Pfarrer Rump, in der über die Möglichkeit gesprochen wurde, Marloh in einer Heilanstolt unterzubringen oder ihn ganz verschwinden zu lasten Als Bedingungen hierfür diktierre Pastor Rump folgendes: 1500 00 Mark in bar, ein Ritter- gut, Auslandspaß und spätere Rehabilitierung Marlohs. Am Abend unterhieft ich mich mit v. Kessel und sagte ihm, ich käme von Pastor Rump. v. Kessel schnitt jedoch die Unter- hallung kurz ab.— Vors.: Kurz vorher war doch Oberleutnant Vogel weggegangen, auch mll Hilfe von Kameraden.— Zeuge: Damll hatte ich nichts zu tun.— S t ma t s a n w a l t: Ich möchte darauf hinweisen, daß tu Sachen Vogel der Angeklagte und der Zeuge ihr« Aussagen verweigert haben.— Staatsanwalt: Hat nicht o. Kestel beabsichtlgt, Marloh ins Baltikum zu schaffen?— Zeuge: Ich habe das selbst dem Pfarrer vorge- schlagen, da ich dorthin Beziehungen hatte.— St a a t s a n- w a l t: Sie haben doch auch ei» Empfehlung: schreiben au de» Grase» v. d. Goltz geschickt?— Zeug«: Deste» entsinne Ich mich nicht. In der Nachmittagssitzung teill der Vorsigende mll,' daß v. Kestel die gefordert« Kaution von 150 000 M. einaezahll habe und dementsprechend aus der Untersuchungshaft ent- lassen sei. Als nächster Zeuge wird dann Pfarrer R u nl p vernommen, und zwar zunächst unter Aussetzung der Vereidigung. Der Vorsitzende macht ihn daraus aufmerksam, daß Angriffe gegen seine Glaubwüidigkeit von der Verteidigung erhoben wür- den. Der Zeuge gibt an, daß Marloh und Leutnant Wehmeyer mit seinen beiden Töchtern verlobt sind. Marloh habe ihn nach der Erschießung der Matrosen j e e l s o r g e r i s ch(!) in Anspruch genommen und sei täglich m sein Haus gekommen. Am 1. Juni brachte Hofmann den Marloh zu uns und riet ihm zur Flucht. An dem Tage ging ein H e x e n s a b b a t in meinem Hause lo». E» wurde telephontert Ver)chtebene Offiziere kamen und warnten Marloh. Ich sagte, er solle sich in S ch u tz h a s t begeben, oder in «ine Heilanstalt. Nach meiner Erinnerung wurde dann auch für den Fall der Flucht erwähnt, daß er 100—150 000 M. bekommen sollte. Schließlich sagte o. Kessel, es sei vakcrländische Pflicht zu fliehen. Das war maßgebend, daß auch ich in die Flucht einwMgte. Ich fragte o. Kestel dabei, ob er Marloh nicht sprechen wolle. Darauf sagte er:»Um Gotteswillen, da mühte ich ihn ja verhaften. Ich darf davon nicht» wissen." Es ist für mich kein Zweifel, daß v. Kestel ,chon am 2. Juni im Dienste de» Kapp- Putsche» bei mir tätig war. Schon die ganze Zeit nachher sagt« er, daß er unausgesetzt für die Rechts- regierung arbeite.— A n g e k i.: Weshalb hätte ich denn fliehen sollen?— Zeuge(sehr heftig): Weil Sie strafrechiliäi und moralisch verantwortlich sind für die Erschießung der 29 Matrosen. — Bert.: Sie haben doch zwei Tage nach dem Gesuch schon oas sogenannte Meineidsbekenntnis niedergeschrieben. Das ist also die erste grobe Unrichtigkeit, auf die wir Ei« festlegen.— Zeug«: Damals handelle es sich um vaterländische Interesten. Aber au# den Akten ergibt sich ein achtfacher Meineid.— Bert.: Solange als ein Meineid„-m vaterländischen Interesse" geschieht, sind Sie ruhig, sobald aber gegen Marloh ausgesagt wird, ist e» ein Meineid für Sie.— Zeuge: Es ist ein Unterschied, ob jemand einig« Unrichtigkeiten beschwört oder einen Meineid leistet, eine Auesage macht, die von A ms Z unwahr ist.—Bert.: Das ist ein« merkwu'dig« Ausfassung von einem Eid. Es kommt dann noch zu heftigen Auseinandersetzunaen zwischen dem Angeklagten, dem Verteidiger und ebenso dem Zeugen Hof- mann mit dem Pfarrer Rump. Zeuge Hofmann tritt dem Psarver Rump in vielen Punkten entgegen und dieser antwortet mit großer Leidenschaftlichkeit und Erregung. Zum Schluste bittet noch«taatskcmmistar Dr. W e i ß m a n n vernommen zu werden, da er einige Unrichngkeiten. die in einem Berliner Mittagsblatte veröffentlicht seien, sofort klarstellen möchte. Der Angeklagte erklärt jedoch, er sei so erschöpft, daß er unter keinen Umständen weiter folqen könne. Die Verhandlung wird daraus auf Frellag 9 Uhr früh vertagt. �ugenüveranstaltunyen. Heute, Freitag abend 7y2 Uhr: bette Desellsi »bau«). Statt 1 übt Uhr Lapenbagenet Natt 1 Uhr Schul-, ötptzb-eten. Statt ,,-__ ftatlfit. 4* /Gesangsaal her Gemekndeschül •MrÖSsi der Matk Brandenburg.— Lichtenberg: Parkaue ll»~' Lassalle."— Tietzüt�, aa:„August leindeschule). Ä Bebel.-— ttönig« tnuster hausen: Barttag: vie Utgeschicht« der M_______ Bartrag:„Da, Solfslied".— SRabtetotfi trag:.Heidnische Feste und Sebriluche.-- 12).«arttag:„Wa, hat un« der Mär, aehtacht?"- Reu«ll» Nerd nnd Süd> Nogatftt. 58.«ertrag.Bugen».«Nobol und Nüartn.*- Riedetsck-nh-ute»! Blankenburger Str.«Spo, Gemeindeschule. Mädchenabend.— Rar»»"«»! Pafteutftt.,«»la der Realschul«,«orttag:„Erotik und«ItruUmu».*- Oft« /Peter»»urg« Surtct): Schule Siratzm rnnftr.«(Mäd»enhort, immer). Di». kusssan-abend.- R«lnicke»d»rf.0ft- Resldenzstr. 120121 bei Lindstedt. Batttag: „Fremdeniealan.'- Staaken- Gartenstadtschule. Re,!tatton»ab«ndt„Frellig. grath.—«eitzense«! Waelckpromenadt t(Ledigenheim). Autztratdentlich« Mit- gliebervetsainntlung._ vorträsti, tterefne und verdamm wnu>bend und Gcschäslosttzuug. Locher von 2 bis 7 llhr Louferan, / Stürmifthe Kriegsfthulöaussprache. (Schluß aus der Abendausgabe.) In der poetischen Re�chstagsdebatte am Donnerz'ag sprach nach dem Gen. Bernstein Abg. Dr. vreit'chcid(U. Soz.) über die Velzandlung der k.iegsschul'frage. An der Herausgabe der dip'omatischen Akten seit 1814 sind linksstehende Politiker n cht beteiligt worden.(Zuruf rechte: Sie haben sich ja geäußert!) Wir haben an den Zusammenstellungen keinen Anteil. Wenn S e(nach rechts) mit dem Argument operieren. Kautsky habe In seiner Broschüre.Teibrück und Wilhelm II.* von seinen Feststellungen hinsich.iich der Kregssckmld etwas zurück- genommen, so verweis ich auf seine danach erschienene, von Ihnen isis unnatonal verschriene Broschüre„Wie der Weltkrieg enistand", Äon der er kein Iota zurücfoenommen hat.(Der Redner zitiert dar- aus.) Daß die Regierung Vethmann chollweg den Krieg bewußt herausbeschiooren hat, das behaupten zu wollen, sind wir nicht töricht genug: denn mit Bewußtsein hat die ka'ierliche Regierung überhaupt nie etwas getan. Wir werfen der kaifer ichen Regierung vor, daß sie es nicht verstanden und beabsichtigt hat, Oesterreich-Ungarn von se'nem Derbrechen zurückzuhalten, sondern ihm be' seinem Vor- gehen den Rücken gestärkt hat. Die Schuld des kaiserlichen Dcut'ch- lands datiert schon von den ganzen Iahren unter der glorreichen Regierung Wilhe'ms II.(Unruhe rechts.) Wenn Kohr mindestens zum passiven Widerstand gegen das Reich auffordert, so sind wir in eine bedenk iche Krisis mit unheilvollen Wirkungen auf die auswärtig« Politik hineingeraten. Oder war das etwa Kohrs Schwaneime'ang? Diese Gefeh» drialeit wird mn der Daneri'chen Aolksparkei unterstützt.(Unruhe rechts und in der Mitte.) Werden die Cmetkievertretsr uns nicht entgegenhalten, daß wir ihnen ja tot- sächlich keine Garantien oeben können? Wenn Verhandlungsmöglich- leiten eröffnet werden sollen, so müßte das Reichskabinett rücksichkslos Maßnahmen gegen die bayerischen Reaktionär« ergreifen und sich stützen auf den einzigen zuoerlä'siaen Bundes- genossen, auf die norddeutsch; und bayerische Arbeiterschaft. Man muh doch aus den fruchtlosen Dislussionen heraus- kommen und brauchbare Vorschläge machen! Ob die Arbeiterschaft dann mit diesen Vorschlägen einverstanden sein wird, ist eine ander« Frage. Aber es ist Pflicht der Reichsreoierung, endl'ch eine positiv« Politik zu treiben, wie wir sie leider in den letzten zwei Jahren schme-Mich nerm stt tzciben.(l�bbaster Beisoll bei den U. Soz) Abg. Schnlz-Bromberg(Dnat.): Es ist merkwürdig, daß die Unabhängigen, die doch nur zerstören können, jeßt plötzlich ein Aus- bauprogramm von uns oerlangen.(Lachen links.) Der Angriff auf den bayerischen Ministerpräsidenten ist geeignet, unsere innerdeutschen Beziehungen zu tyrgiften. Die große Mehrheit dieses Nauses und der Länder ist der Auffasiung, daß es niemals eine friedfertigere Re- gierung gegeben hat, als die kaiserlich deutsche Regierung, die man geradezu als Muster aufstellen kann.(Bravo! auf der Rechten, höhnisches Gelächter und Zurufe links.) Trotzdem der Kaiser per« jagt und der Militarismus abgeschworen wurde, sind die Lasten von Versailles nicht leichter geworden.(Der Redner sucht durch Zitate aus Akten und aus Aeußerungen feindlicher Staatsmänner den Beweis der Schuldlosigkelk Deutschlands zu erbringen und wird von der Linken fortwährend unterbrochen.) Der Untersuchungsausschuß hat festgestellt, daß wir vor dem Richter- stuhl der Geschichte schuldlos dastehen.(Beifall rechts, Gelächter bei den sozialistischen Parteien.) Abg. Dr. Rießer(D.Vv.— mit dem Zuruf: Vaierlandspartesierl begrüßt): Ich war niemals Mitglied der Daterlandsparteli Abg. Breitfcheid hat kein Wort der Verurteilung des furchtbaren Friedens» Vertrages und der Sanktionen gefunden. Wir verlangen nicht nur Gerechtigkeit für die Gegner, sondern vor ollem auch für unser deutsches Vaterland. Sie dürfen die Schuldfrage aber nicht in einer den Feinden höchst willkommenen Weife herausarbeiten, namentlich gerade in diesem kritischen Augenblicke nicht, in welchem sich die Gegner hüten werden, ihrerseits auch nur die geringste Schuld ein- zugestehen. Auf der Internationalen Sozialistenkonferenz in Genf erklärte der englische Sozialistenführer Morrison, daß die deutsche Echuldresolution zwar anfechtbar gewesen sei, daß aber für die eng- lischen Sozialisten infolge des Schweigens der deutschen Sozialisten kein Anlaß vorgelegen habe, ihr Mißfallen zum Ausdruck zu bringen. (chört, hört! rechts.— Lärm bei den Soz.) Es ist eine Lüge, daß das deutsch« Volt den Krieg gewollt hat.(Bernstein fSoz.!: Ich habe nicht vom deutschen Volk gesprochen, sondern van der kaiserlich deutschen Regierung!) Werfen Sie sich doch einmal zum Vertreter oe�beutschen Volkes auf!(Bernstein: Das brauchen Sie mir nicht zu sagen!)(Der Redner bringt dann Beispiele über die Kriegsvor- bereitungen der Gegner.) Wilhelm II. war es vor allem, der mehr- fach sich bietende günstige Gelegenheiten zum Losschlagen nicht be» nutzte, um der Welt den Frieden zu erhalten.(Lärm und Zurufe link«.— Sehr richtig! und Bravo! rechts.) Bethmann Iollweg hat manchen Fehler gemacht, aber zum Kriege hat er nicht gedrängt. Ich erinnere da vor ollem in sein bekanntes Schreiben an den deutschen Botschafter In Wien, worin er schreibt, daß Deutschland sich laicht wegen Serbien in einen Krieg hineindrängen laste. Die Aufs" daß Deutschland der schuldige Teil ist, hat K a u t s t y kai ert. Er ist in seiner Schrift nicht Ankläger, sondern Verteidiger x deutschen Regierung der Entente gegenüben.(Lärm und Zurufe links und rechts.) Worauf es mir ankam, Hab« Ich bewiesen: Kautsky hat seine Behauptungen von der Kriegsschuld der deutschen Regie- rung zurückgenommen.(Abg. Breitscheid: Weil er sie überschätzt hat!— Lärm.) Abg. Dr. Petersen(Dem.): Ich stimme in vielen Punkten mit Breitscheid überein, andererseits ist es aber Pflicht jedes deutschen Abgeordneten, zu bekennen, daß von den Gegnern nichts zur Verhinderung des Weltkrieges getan wurde. Der Wunsch des hingen Deutschen Reiches nach Weltgeltung war nicht mehr schuld, als der Wunsch Englands, eine Seevormachtstellunq zu er- ringen, als das Verlangen Frankreichs nach Revanche usw. So haben also auch die anderen Staaken dieselbe moralische Schuld auf sich geladen. Ist der Führer einer Partei berechtigt, einer Re- herrscht noch der alte reaktionäre Geist. Die pazifistische Bescheiden- heit unserer auswärtigen Politik gleicht der des Fuchses, dem die Trauben zu hoch hängen. Erst zusammen mit dem Kapitalismus wird das arbeitende Polk auch diese Auslandspvlitit los werden. Wenn man jetzt beim Völkerbund Protest einlegt gegen die Sanktionen, so heißt das doch, den Teufel bcl seiner Großmutter verklagen. Die Regierung hat die größte Dummheit begangen, indem sie kein WirtschaftsverHöltnis zu Sowjet-Rußland hergestellt hat: die eng- tische Bourgeoisie war da viel klüger. Für uns gibt es keine Frage des Wiederaufbaues, weder in Frankreich ncch in Deutschland, denn das hieße ja nur, den Kapitalismus wieder ausbauen: für uns gibt es nur eine Frage des Sturzes des kapitelistifchen Weltsystems. Der rechtssozialistische Pazifismus ist ein Verrat an der Arbeiterschaft. Dem Proletariat bleibt als einzige Hoffnung Sowjct-Rußland und die kommunistische Internctionole. Wir rufen die Arbeiterschaft gerade in diesen Wochen zum Sturm auf, um der kapitalistischen Diktatur die Diktatur des Proletariats entgegenzustellen. Abg. Zand(Dem.) stellt in einer an ihn ergangenen Antwort des Auswärtigen Amtes eine objektive Unwahrheit fest. Abg. AIüller-Franken(Soz.): Die hohen Töne, die hier beim Etat des Aeußere» und d« Reichskanzlei gesprochen werden, sind durchaus zwecklos; hier im trnmgen zuteil werden und muß auf die wirtschafMch Schwache» genügend Rücksicht genommen werden. Die Verhältniste aus der Stadt- und Ringbahn in Berlin müssen sofort gebessert werden. Bei der Beförderung von Kindern, Schulaueflügen, Ausslügen von Jugendorganisationen und dergleichen müssen ebenfalls Erleichterun- gen gewährt werden. In der Umgebung des dazu bereiten Mi- nistcrs ist ein gut Teil des alten wilhelminisch-bureaukratifchea Geiste» erhalten geblieben. An den schlechten Verhältnisten der Eisenbahnen hat nicht die Revolution, sondern der Krieg schuld. Her Vorwurf, daß die Gewerkschaften mit daran chuld seien, Ist ganz lächerlich. Die Gewerkschaften haben immer auf eine wirtschaftliche Gestaltung des Eisenbahnbetriebe» hingear- beitct und alles, was sie tun tonnten, getan, um Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit zu heben. Der Ächtstundeniag muß endlich auch bei der Eisenbahn geregelt werden. An dem Material ist noch viel zu sparen. Man hat im vcrizen Jahre, als die Preise am hoch- sten waren, Unsummen von Material und Wertzeugen angekauft; ich habe dabei Werkzeuge gesehen, die man niemals wird gebrauchen können.(Hört, hörtl links.) Eine weitere Entlastung von Arbei- tern darf bei der herrschenden Arbeitslosigkeit nicht erfolgen. Auch 'an den Löhnen darf nicht gespart werden; wenn die Brot» preise die geplante Erhöhung erfahren sollten, würde man sogar mit einer weiteren Heraussetzung der Löhne und Gehälter rechnen müssen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Verkehrsminister Gröner! An der Fertigstellung des Etat» wurde mit größter Beschleunigung gearbeitet. Der Etat wird«r- heblich durchsichtiger gestaltet werden. In der Frage des Streikrcchks Hause hat dadurch niemand seine Ucberzeugung geändert und aus hat die Regierung einen ganz festen Standpunkt eingenommen: Ich das Ausland hat dieses Pathos keinen Einfluß. Zur Schvldfrage nur zwei Tatsachen: die Tirpih-Positik im Auswäriigrn Amke und die Forlschung in konstlmiinovel. Wilhelm II. hat es sehr gut ver- standen, das Vertrauen des Auslandes zur deutschen Politik zu zer- stören. Wir Sozialdemokraten haben uns immer für die Klärung der Kriec-sschuldfrage eingesetzt und auch die Veröffentlichung des von diesem Standpunkt etwas rbciter und Beamten in diesem Sinne informiert. Zur Hebung des IleberseeverkeHr» werden wir olles Mögliche tun. Auch wir sind der Anficht, daß es nicht auf die Meng« der Arbeiter, sondern aus die Qualität der Ar- beit ankommt. habe nicht den geringsten Änla! abzustreichen, und habe mein« inne ins, deutschen Materials durchgesetzt: auf der anderen Seite suchten wir| Ans eine Anfrage erklärt der Minister noch; In Polen werde» auf die Sozialdemokraten der anderen Länder dahin einzuwirken, � 82 000 Waggon» zurückgehalten. Wir sind durch die Entente genötigt, daß diese die Oeffuung der Archive ihrer Länder durchsetzen. Unsere Stellung zur Kriegeschuldfraqe ist ür die Kohlensendungen nach Polen Wagen zu stellen, auch wenn die ort befindlichen Wagen nicht zur rechten Zeit zurückkehren. Abg. höllcin(Komm.): Der Achtstundentag soll mit Gewalt b«- Aber die Eisenbahner werden sich ihrer Haut za festgelegt durch unsere Genfer Erklärung. Uebrigens merkwürdig, I seitigt werden. daß bei derartigen Fällen immer der Schatten Bismarcks von wehren wissen. rechts heraufbeschworen wird, der doch gerade die gegenteilige) Abg. Dr. Ouestel(Soz.): Höllein hat den Etat offenbar nicht Politik verfolgte, als die der Aera Wilhelm« II. Bismarck hat gelesen, wenn er behauplet, daß für d e Tuberkulosebekämpfung kein« immer davor gewarnt, es zu einem Bruch mit England und mit � Mittel«ingesetzt sind. Wir sind im Hauptaus'chuß— entgegen seiner Ruhland kommen zu lassen. Lm übrigen bin ich der Ansicht, daß das Behauptung— wohl dafür«ingetreien, Mittel zu bewilligen, aber Gerede über die Schuldfrage gar keinen Zweck Abg. Dittmcmn(U.Soz.): Diese Debatte ist zu ganz unrechter Zeit heraufbeschworen werden. Da sie nun einmal da ist, müssen wir Stellung nehmen. Gewiß, es gibt drüben genau solch« Ratio- nalisten, Chauvinisten und Imperialisten wie bei uns, aber unsere Aufgabe ist es, im eigenen Lande gegen diese Erscheinungen vor» zugehen. Wenn die Sozialisten in einer gemeinsamen Front mit den Deutschnotionolen gegen die Ententeländer und gegen ihren Imperialismus treten wollten, so würden wir dadurch nur die natio- nalistischen Instinkt» stärken.(Der Redner stellt die Krieasschuld Wilhelms II. und seines der Kriegsschuldokten lagt, er hätte der deutschen oas ironisch. Damit schließt die allgemeine Aussprache. Abg. Bernstein(Soz.) stellt persönlich fest, daß er dem deutschen Volke die moralische und staatsrechtliche Verantwortung für die Schuld der Regierung durch» au» abgesprochen habe. Slbstimmnngeu. Die Ausgaben für die Technische Rothllse werden gegen die Linke bewilligt. Für das Deutsche Museum in München wird der von 400 000 au� 500 000 M, erhöht. Angenommen wird eines Denkmal» für die im eine Entschließung auf Errichtung Auslande gefallenen Deutschen. gierung zu sagen: Stützen Sie sich auf die Arbeiterschaft, wenn der selbe Führer taktisch und parlamentarisch ablehnt, an dieser Re- (lierung mitzuarbeiten.(Zurufe und Widerspruch.) Erst angen Sie(zu den Unabhängigen) bei sich an, die Regierung zu unterstützen, die die Mebrhcit des Volkes hinter sich hat. dann erst wird Ihre Kritik und Ihr Verlangen berechtigt seinl(Beifall bei den Demokraten.) Abg. Släcker(Komm.): Es kann einem schlecht werden, wenn man Sie(nach rechts) von Vaterland und Patriotismus reden hört. Alles Geschrei kann die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß die deutsche Regierung uns in den Krieg gehetzt hat.(Zuruf rechts: Bolksverräter!) Die auswärtige Politik spiegelt die kapitalistisch« Klastenpolitik im Innern wider. Im auswärtigen Dienst sind von der Revolution nur 2 Sozialisten übrig geblieben, und nicht mal zwei ganze: Landsberg in Brüssel und Müller in Bern. Selbst Hermann Müller hat al» Reichskanzler nicht gewagt, Sozialisten in den auswärtigen Dienst zu berufem Im Auswärtigen Amt Beim Hausholt des Reichskanzlers tritt Abg. Dr. Beuermauu(D. Bp.) für den Wiederaufbau der deutschen Auslands- schulen ein. Die ausländischen Studenten dürfen bei uns keine Vor- rechte genießen, müssen aber sozial und gesellschaftlich al» gleich- berechtigt behandelt werden.' Angenommen wird eine Entschließung, der Reichszentrale für Heimatdienst einen parlamentarischen Beirat beizugeben. Die Haushaltspläne de» Reichskanzlers und des Reichsministerium» de» Auswärtigen werden angenommen. Es folgt der Haushall für das Reichsverkehrsmini- st e r i u m.(Defizit für 1820 16 Milliarden, sür 1821 8 Milliarden.) Rerchsverkehrsminister Gröner: Wir streben mit allen Mitteln nach Ausgabendeckung. Das Eisenbahnfinanzgesetz, durch dos der Betrieb auf«ine sparsam« kaufmännische Grundlage gestellt werden soll, werde ich baldigst vor- legen. Die technischer Wiederherstellung muß beschleunigt werden. Wir sehen von einer straffen Zentralisation ab und wollen weit- gehend« Selbstverwaltung. Für die Virtschaftsproolnz«» werden wir auch in der Eisenbahnverwaltung die erfordersichen Bor- bereitungen treffen. Die Selbständigkeit der Aemter und Direktio- nen soll erhöht werden. Die Aufrcchterhaltung des Betriebes ist nur möglich aus der Grundlage der Uulorität und Ordnung. Dafür hat auch die Eisenbahnerschaft wieder Sinn bekommen, und ich be- mühe mich durch persönliche Fühlungnahme, das B er t r a u e n zur Verwaltung, das nach dem Kriege erschüttert war> wiederher- zustellen. Die Arbcitswilligkcit ist im Wachsen. Für Wohnungs- fürsorge und andere soziale Aufgaben geschieht möglichst viel. Die Uebernahme der Eisenbahn auf das Reich besserte die Zustände. Im Sommer werden wir versuchen, im Rohmen der Kohlenbasss die Personen- und Schnellzüge zu vermehren. Hinsichtlich der Besserung des Güterverkehrs können wir beruhigt sein. Wir erstreben eine einheitliche Beamtenschaft und den Ausstieg der Tüchtigen in all» noch so hohen Stellungen. Abg. Lrunner(Soz.): Die Eisenbahnen müssen aus sich selbst heraus die Ausgaben bestreiten können. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß wir sür 1920 16,4 Mlliarden zuschießen mußten, um die Eisenbahnen über- Haupt in Gang zu erhalten.-Es gibt nur zwei Wege: Tariferhöhun- gen und Sparsamkeit. Di« wirtschafllichen Bedenken, die gegen Tariferhöhungen sprechen, muß man unter dem Zwang« der Slot- wendigkeit zurückstellen, zumal die Tariferhöhung nicht Schritt ge- hallen hat mit der Geldentwertung. Obwohl 65 Proz. Tariferhöhung ein« sehr stark« Belastung darstellen, müssen wir sie in Kauf nehmen unter Borbehall de» späteren Wiederabbau» Beim Personen- tarif müssen der arbeitenden Bevölkerung in großem Maß« Erleich- wir wollten von der Regierung erst Unterlagen haben, wieviel«r- forderlich ist. Wenn der Rachtragsetat kommt und die Unierlogen vorliegen, werden wir dafür sorgen, daß die Mittel erhöht werden. Abg. Dcglerk(Dnat. Vp.) bestätigt als Berichterstatter die An- gaben Quessels.— Abg. höllein(Komm.) hält feine Angriff« auf» recht und bezeichnet Ouesisl, Darstellung als Verdrehung der Tatsachen. Abg. Dr. Quessel(Soz.): W i r haben zu einer bürgerlichen Re» gierung nicht so viel Vertrauen, um ihr Summen zu bewilligen, ohne für ihr« Berwendung genau« Unterlagen zu fordern. Abg. Leckmann(U. Soz.) befürwortet Einstellung von 20 Millio- nen zur Bekämpfung der Tuberkulose unter den Eisenbahnern. Der Ausschußantrag auf baldige Erhöhung der für Tuberkulosefürsorge aufgewendllen Gelder w rd angenommen. — Der Antrag Breunig(U. Soz.), 20 Mllionen statt 15 Millionen für den bahnärztlichen Dienst zu bewilligen, wird gegen all« So» zialisten abgelehnt. Der Haushall de» Reichsverkehrsministerium» wird«ige» nommen. Es tolgt der Etat des R e i ch s p o st m l n i st e r i u m». Abg Taubadel(Soz.): Auch hier können und müssen Er- sxarnisse gemacht werden. Ein so wirtsthaftlicher Rcichsbetrieb darf nickt dauernd Zuschüsse erfordern. Die Unterbilanz wäre um 114 Milliarden Mark geringer, wenn die große Zahl der über- schüssiqen Hilfskräfte anderswie untergebracht werden könnte. Um Z Uhr abends oerlassen die Pressevertreter noch elfstündiger Sitzung aus Beschluß der journalistischen G e w e r k- s ch a s t den Saal. Freitag 11 Uhr: Weiterberatung, 2. Lesung de» Haushall» von 1821. tSchl-z dt»»tdakU-Ntllt» TtUe.) Llsgsnts Schuhe müssen Confinenfal« Gummiabsätze haben. 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März wie folgt: Es wurden an Stimmen abgegeben für Sozialdemokralen.... 130 291 Unabhängige...... 2 438 Kommunisten...... 14 5Ö9 Demokraten...... 13 030 Deutschnationale..... 68768 Deutsche Dolkspartei... 54 753 Dorfbund....... 18 343 Wirtschaftspbrtei.... 10 294 Zwei kleine P/zirke stehen noch aus: ihre Ergebniste werden an der Gesalülag« nichts ändern. Um diese Zahlen richtig einschätzen zu können, mutz man ste vergleichen sowohl mit den Ergebnissen der Reichstagswahl vom 6. Juni als auch mit der Landtags- wähl vom 20. Juni 1920. Es wurden damals gezählt: m 6 Juni 20. Juni Sozialdemokraten..... 119972 128479 UnÄhängige....... 35 894 24 576 Kommunisten....... 2 668 1 178 Demokraten....... 28 290 22 203 Deutschnationale...... 74 051 71 341 Deutsche Dolkspartei.... 61585 48717 Wirtschaftspartei....... 27 847 24 188 Die Ziffernreihen zeigen also, daß die Sozialdemokratie. die bisher schon auch in Mecklenburg die weitaus größte Partei war, wiederum an Stimmen zugenommen hat. Außer ihr kann nur die Deutsch« Volkspartei gegenüber der Reichstagwahl einen kleinen Zuwachs buchen, der auf Kosten der Deutschnationalen und der Demokraten gewonnen wurde. Bedenkt man, daß die Deutsch- nationalen unter der früheren Firma als Konservativ« vor dem Krieg« in Weckleuburg so gut wie alleinherrschend waren, so wird man erkennen, wie gering ihre Bedeutung in Wirklichkeit ist. Ja die Augen fallend ist jedoch der Stimmenverlust, den die Demokraten vo� Wahl zu Wahl zu verzeichnen haben. Don ihnen haben sich zweifellos die Sonderbünde abgelöst, die bei der Reichstagswahl noch «ls Deutscher Wirtschaftsbund mit einer einheitlichen Liste austraten und jetzt sich wieder in zwei Parteien, den Dorfbund und die Wirt- schastspartei, gespalten haben. Daß die Unabhängigen so gut wie ausgelöscht sind, ist schon früher hervorgehoben worden. Bei den Reichstagswahlen hatten sie noch eine ansehnliche Stimmenzisfer erreicht, aber schon 14 Tage später, bei der Landtagswahl am 20. Juni o. I., waren sie um ein Wesentliches zusammengeschrumpft, nachdem die Wähler entdeckt hatten, daß die Unabhängigen auch innerhalb der Republik nicht gewillt waren, die Regierungsgeschäfte mit zu übernehmen und so die Interesien ihrer Austraggeber wahrzunehmen. Daß die Spaltung dieser Partei einen weiteren Rückgang mit sich bringen, mußte, war vorauszusehen. Aber daß die früher� unter e in�r Firma segelnden Kommuni st«n und Unabhängi gen. zusammen jetzt noch nicht einmal die Hälfte ihrer Etpnmen von der Reichstagswahl, aulgebracht haben, ist doch«ine ZZatsqche, die nicht allein aus der Sp-Hung zu erklären ist. Der Landtag wird ungefähr dasselbe Bild in seiner Zusammen- setzung zeigen wie der alte, der aufgelöst werden mußte, well sich ttbti feste Regierungsmehrheit herausbilden konnte. Eine sozial- demokratrsch-demokratische Regierung würde nur möglich sein mit Hllfe der wohlwollenden Neutralität der Kommunisten. Da aber auf diese nicht zu rechnen ist, so werden andere Wege gesucht wer- den müsien, um eine tragfähige Regierungsmehrheit zu bilden. Ob dabei die Abgeordneten des Dorfbundes oder der WirtfchaDspartei mst in Frage kommen können, muß einstweilen abgewartet werden. Tschechen gegen Hapern! Die deutsche Arbeitcrprcffe in der Tschechoslowakei bringt ernste Nachrichten über Vorbereitungen zu einem mili- türischen Einmarsch in Bayern bei weiterem Widerstand der Äahrleute gegen die Orgesch-Entwaffnung. .Möchten, solange uns nicht Tatsachen eineS Schlechteren belehrcrr. nicht annehmen, daß die Prager Regierung sich zu solchen Diensten für die Entente hergeben wird: sie hat zivar der Entente ihre Herrlichkeit zu verdanken, aber sie hat so- eben erst erfahren, daß sie ihr Getreide in London nicht viel billiger erhält, als irgendein notleidender, aber nicht alliierter Staat. So scharf die gesamte deutsche Arbeiterklaffe den kahr- bayerischen Reichsverrat verdammt, so mag man sich doch in Prag nicht darüber täuschen, daß ein tschechoflowakifcher Ein- marsch, auch in Bayern, auf lange hinaus alle Aniätze zu einem freundlichen Verhältnis zwischen Reichsdeutschen und Tschechen bis auf die zartesten Wurzeln vergiften würde. Ter Anschluß unaufhaltsam. »kg. Gettosie Rente« sagte im Prager Parlament: Möge sich niemand täuschen; heute oder morgen wird sich Deutschösterreich mü Deutschland vereinigen, und wenn wir von allen dret Seiten von Deutschland umgeben sein werden und eine Politik gegen Deutschland machen, dann weiß ich nicht, wie wir dabei fahren werden. Die deutschen Kollegen haben hier oft über die Bedrückung gellagt. 3» bin daiür. daß die S p r a ch e n s r a g e der Nationali- täten bei uns gelöst witd, weil e« sonst nicht zur wirtschaftlichen Sanierung der Republik kommen kann. Da» würde der Staat auf dt« Dauer nicht aushalten._ Ein Rückzug Kohrs! München, 17. März.(TU.) In der gestrigen LandtagSfitzung sprach Ministerpräsident Dr. t>. Kahr über die Einwohnerwehr und erklärte, daß die bayerische Regierung sich für verpflichtet halte. olle Möglrchkeiten zu ersäöpsen. um die bayerische Einwohnerwehr zu erhalten. Bon einer Revolte gegen die Reich»» regierung sei niemal» die Rede gewesen, ebensowenig davon. daß die Beibehaltung der Einwohnerwehr und da» Festhalten am Reiche miteinander unvereinbar sei. Di« bayerische Regierung sei im Gegenteil der Meinung, daß ihr Kampf für die Einwohner- wehr«in Komps nicht gegen, sondern für dr« Einheit de» gleiche» �'«t(?) Ueber die Klagen gegen die Polizeidirektio» Tünche» erklärte der Minist«, Präsident, daß die Polizei selbst« v-rständlich jeden Anschein einer politischen Zweckeeinstellung vermeiden müsie. daß aber natürlich alle notwendigen Maß- nahmen gegen staatsgefährliche Umtriebe und zum Schutze der Staattordnung nickt al« unzulässige politische Maß- nahmen zu betrachten seien,(«uslegungsfrage. Tie Red.) Der Ministerpräsident erklärte weiter, daß er. über den Parteien stehend(?). ouck in Zukunft bestrebt sein werde, nur der Sacke zu dienen, um«ine Staatspolitik der mittleren Linie z« treiben. «Ordnungsblock" gegen Reichsregierung. Der bayerliche.Ordnung»block" bat den mit ihm gemeinsam arbeitenden Baterländischen verbänden ein Schrei»«,»«gesandt» in dem s» u. a. heißt: Die ReichZregterung fordert die Auslösung der bayenichen Selbstichutzorgantsation. W i t Bayern fordern aber eine Retcksregierung, die uns und unsere Bedülfnisie ebem'o gut versteht, wie»niere eigene Landesregierung. Em« Schmach ist e», wenn nun die Retchsregierung dem Feinde I ii g e st ä n d n i i s e macht, für die keinerlei Berpflichiungen mehr bestehen. Wir billigen die im Reichsrat abgegebene mannhafte Erklärung unserer bayeriswen Regierung und wir fordern, daß auch die RetchSiegierung ans Männern zuiammenaesetzt ist. die ein deutschfühlenöes Herz im Leibe und einen Begriff von Würde haben. Deutschnationale Praxis. Bei den wüsten Ausschreitungen anlisemitiicher Demonstranten in Wien am letzten Sonntag— sie zerrten auch den chtistlichiozialen Führer, Abg. Pfarrer Seipel, von wegen krummer Rai« und goldener Brille als„Saujud" aus der Straßenbahrt— ist auck dem reichsdeutiche» Leutnant Paul eine gelblederne Akten- tusche mit deutschem Reichswappen. enthaltend Papiere der pari- täuschen Abstimmungskommission für Oberschlesien und den Paß des Leutnants, abhanden gekommen. Eine Pogrom-Juteruatiouale! Für den Hetbst dieses JahieS ist ei» antisemitischer Weltkongreß vorgesehen der natürlich in Budapest abge- halten weiden soll. Die Idee geht von den Führern der.Er- wachenden Ungarn" auS. Unier anderem will man dort de- schließen, das Judentum als Nation anzusehen und demgemäß von den einzelnen Regierungen verlangen, daß die Juden als Aus- länder behandelt werden. An den Hochschulen sollen nur eine beschränkte Zahl von jüdischen Hörern ausgenommen werden, wie in Zaren- Rußland und Hortbh- Ungarn. Einem solchen inter« nationalen Kongreß dürfte ein durchschlagender Heiterkeitserfolg sicher sein. Danziger Howke. Im Danziger Volkstag kam es bei der Aenderung der Ge- richtsverfaflung zwischen einem Deutschnationalen und einem Un« abhängigen zu einem schatien Zusammenstoß, wobei schließlich der Unabhängige Fiicher dem Deuischnationalen Daßler einen heftigen Schlag ins Gesicht versetzte, so daß der Geschlagene stark blutete und sein Knet'er zertrümmert wurde. Der Verletzte er- litt einen Nervenckoc und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Prändent�sah sich genöngt, aus eine halbe Stunde zu vertagen. Nach Wiedereiöffnung der Sitzung kam es abermals zu heftigen Lärmszenen, so daß eine zweite Vertagung eintrat. Dann gaben die Unabhängigen eine bedauernde Erklärung ab> in der ste die Haltung ihies Fraktionsgenosicn als.angeblich in der Abwehr gestehen" billigten. Die Bürgetltchen antworteten mit lautem Pfui._ Unabhängige Entstellungen. Genosse Hermann Müller- Franken schreibt uns: In dem Be- richt über die Reichstagssitzung vom 16. März behauptet die.Frei- cheik", daß ich den unabhängigen Antrag auf Schaffung eines Reichsoolksgesundheitsministeriums als.reinen Quatsch" bezeichnet hätte. Dos fft falsch. Als der Abg. Lunert zu unserer Fraktwa herüberrtef-„Ihr müßt doch aufstehen!", antwortete ich ihm:.Reden Sie keinen Quatsch, wir wisien selbst, was wir zu tun haben." Zur Sache selbst bemerke ich das Folgende: Die Schaffung eines Reichsvolksgesundheitsministeriums ist zwecklos, solange die Exekutive auch in diesen Fragen bei den Lindern liegt. Wenn jedoch einmal die Exekutive beim Reiche liegen wird, so würde ein aus ärztlichen Kreisen entnommener tüchtsg-r Ministerial- direkter genügen. Wer glaubt, die Voltsgesundheit dadurch heben zu können, daß er die Ministerien, deren Kompetenzen sich jetzt bereits mehr als zuviel durchkreuzen, noch um eins vermehrt, h'.rldigt einem Aberglauben.~ Der Tarifkampf üer Teckrniker. Die organisierten Techniker der Groß. Berliner Me- talliydustrie tagten am Donnerstag in einer übervollen Ber- sammlung in den..Prachtsälen Ast-Berlin". Blumenstraße. All- Redner geißelten die in den bisherigen Tarifverhandlungen zutage getretene Arroganz des Unternehmertums sowie die Liebedienerei der Harmonieverbänd«. Folgende Resolution wurde mit allen gegen zwei Stimmen angenommen:„Die Mitglieder des„Bundes der rech- Nischen Angestellten und Beamten" aus der Berllner Metallindustrie bringen im Hinblick auf die kommenden Derhandlungen zum Aus- druck, daß sie die vom Afa-Bund aufgestellten Forderungen zum Schutze unserer jugendlichen" und der übrigen von den Zuschlägen aus dem Schiedsspruch vom 21. Dezember 1920 unge- rechterweise ausgeschlossenen Kollegen mit oller Entschlossen- heit vertreten werden.— Ueber die in dem geheimen Rundschreiben des D.B.M.J. empfohlen« Methode, den einen Teil der Angestellten mit Geld zu ködern, dem anderen Teil in gesetz- widriger Weife mit der Peitsch« zv drohen, gebt die BundesmitgNed- schaff verachtungsvoll hinweg.— Die Butab-Mitglieder verpflichten Sh jedoch, mst aller Kraft für die Herstellung der Einheltssronk der ngeflelllen Im„Asa-Bund" zu sorgen." Die pariser öescblüste erleAigt! Paris, 17. März. tWTB.) In einer Rede, die dem(wester unten gemeldeten) Vertrauensvotum vorausging, sagte B r i a n d in der Kammer u. a.: Die Wahrhest sei, daß das Pariser Abkommen nicht mehr existler«, denn wenn es bestünde, müßte es alle Unterschriften haben. Man sei also zum Friedensvertrag zurückgekehrt.(Lebh. Beifall.) Die Reparationskoimnission arbeite an der Festsetzung der deutschen Schuld. Sie könne jetzt zu einem Ziel kommen, well die Einigung unter den. Alliierten vorhanden sei. Er habe also recht gehabt, den Friedensvertrag von Bersailles mst einem fortgesetzten Werden zu vergleichen. Well er eben die Fehler des Vertrages erkannt habe, sei es offfnbar geworden, doh Frankreich nur seine Rechte erlangen könne, wenn er es den Alliierten sage, wie er es tatsächlich getan habe. Die Geste, die wir unternahmen. war eure ernste. Aber wenn Großmächte wie Frankreich, England, Italien, Belgien und Japan ihr« Fahnen vereinigen, um eine Zwangsmaßnahme im Dienste des Rechte« auszuführen, dann muß diese Geste Frücht« tragen. Man muß aber auch die Schmie- rizkeit«n bedenken. Es gebe solcher militärischer Art. Er begreife die Beunruhigung des Wgeordneten Lefevre. Auf der Pariser Konferenz habe er die Frage der nationalen Sicherhest Frankreichs zur Sprache gebracht. Di« Aufgab« der Ueberwachungskommiffion Rollet sei schmierig. Es bleib« noch, vieles Zu tun übrig. Er Hab« in dieser Frage den Militär» da» wort erteilt. Die, die Deutschland kennten. Höllen«in Programm vorgeschlagen. Seine"Aufgabe sei«» gewesen, dafür zu sorgen, daß die Alliierten es annehmen. Das hätten sie getan. Wenn noch Material vor» Händen fei, das Deutschland die rasche Fabrikation von Krieg»- Material gestatte, dann müßten Lorsichrsmaßregeln getroffen werden. Frankreich habe da» Recht, auf diese« Gebiet« laut zu sprechen. Der Mnisterpräffdent fetzt alsdann auseinander, daß er Vertrauen und Mitarbeit der Kammer verlange, nicht etwa um ihr die Verantwortlichkett zu üb erllagen, die auf die Regierung falle, sondern um ihre Autorität bei den beoorsteheuden neuen Verhandlungen zu stärken. Paris, 17. März.(MTB.) Die Kammer sprach der Regie» rung mit 491 gegen 70 Stimmen das Vertrauen aus. Vciand Halle am Schluß seiner Mittwcchrede noch betonl. daß Frankreich Deutsch» land gegenüber kein haß- und Äachegesuhl hege, wenn wir Operationen uaternehinea zur Sichersiclluag unserer Rechte, so verrichten wir keine kriegsoperalionen. Man versuche den Geist des deutschen Volkes zu vergifleu, aber wenn das deuksch« Volk das richtige Gefühl für seine Znleresiea habe, werde es er- kenuea, welches die Männer sind, die, um sich ihre übergroßen Ge- winne und Dividenden zu erhallen, nicht wünschen, daß Veuischlaud seine Schulden bezahlt. Aa dem Tage, an dem das deutsche Volk dieses begriffen hat, ist eine Annäherung und ein neuer Gedanken- Wechsel möglich. * Der Pariser Prozeß gegen die Kommunisten ist am Donnerstag nachmittag zu Ende gegangen. Sämtliche zehn Angklagten sind freigesprochen worden. Wirkung üer Sanktionen. Mülhausen I. Eff„ 17. März.(TU.) Im ganzen Lande fanden am Dienstagabend große Masienoerfammlungca stall, die von bei- beu sozialistischen Richtungen elnbernfen waren. Di« Zahl der in Mülhausen erschienenen Arbeiter wird auf über 25 0 0 0 ge- schätzt. Die Redner vernrkeilieo mit den schärfsten Worten die neue Besetzung deutschen Gebietes und forderten sofortige Aufhebung. Zu den Garuisoaeu stand das Militär marschbereit. Zum Schluß wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, weiche die Ein- setzung ciaer iulernalionalell Friedenslommisiiou zum Zwecke der RevJflon de» Versailler Vertrages unter Mitwirkung der iulernallonaleu Arbeiterschaft und die sofortige Aushebung der militärischen Sauklloueu im Ruhrgebiet forderte. Eafablaaca, 17. Mär,(w JB.) Das 65. marokkanische Schützeureglment, das im Rheinland Garnison beziehen soll, wurde heute nach Marseille eingeschifft. v r ü s s e l. 17. März.(III.) Die Regierung Hai eine Erhöhung der Einfuiirzölle beanlragl und mit Berufung aus die Finanzlage* die Vorlage über die flämische(!) Universität zurückgezogen. Teutscher Wegenboykott? Präsidium und Gcsamtvorstaud de» Zeutralverbandes de» deutscheu Großhandel» haben in einer aus allen Teilen des Reiches stark besuchten Zeatralvorstandssitzung beschlossen, den deutschen Großhand?! aufzufordern, dahin zu wirken, daß es als eine selbst- verständliche patriotische Ehrenpflicht jeden deutschen Kaufmanns augesehen werde, von dem Bezug aller für den dertl- scheu Markt entbehrlichen waren an» denjenigen feindlichen Län- der«, die sich den Zwangsmaßnahmen anschließen, abzusehen. Unpolitisch— aber begreiflich! Der Toö ßelmhakes. (Schluß au» der Abendausgabe.) Zeuge Krnmmrey: Er fei vom Angeklagten geschlagen wo». den. Er erwähnt dann noch den Fall Müller, desientwegen der Angeklagte vom Kriegsgericht verurteilt worden ist, ferner den Fall P ü s ch« 1 und erklärt, selbst gesehen zu haben, daß Oberleutnant Hiller mit dem Gewehr auf Piffchel geschlagen habe, so daß d ey, Kobben abgebrochen sei. V Kaufmann Fritz Franke, ehemaliger Unteroffizier, beflleffet, daß Helmhake während seiner letzten Sllafverbüßung von dem Am. gesagten geschlagen worden sei. Richtig sei, daß, als Helmhall zum Arrest abgeführt wurde, der Angeklagte gesagt hat:„Das Schwein bekommt nur wasier und Brot!"— Vors.:„Hatten Sie den Eindruck, daß Helmhake recht krank war?" Zeuge: Ja. Zeuge Paul Bar nick, ehemaliger Unteroffizier, weih, daß unflätige Ausdrücke gang utid gäbe waren; er weiß auch, daß ein Befehl, dem Helmhake nicht» zu essen und zu lliuken .zu geben, bestanden hat. Der Zeuge hat gesehen, wie der Ange- klagte eines Tages, als Helmhake aus dem Unterstand herausge. führt wurde, diesen ansprach. Als Helmhake dabei nicht die Hand an der Hosennaht hielt oder halten konnte, hat ihm der Angeklagll «inen Stoß mit dem Fuß gegeben. Es kommt der Fall de» Zeugen Albert Schneider zur Sprache. Dieser Fall ist vom Kriegsgericht auf Grund der Am- nestle niedergeschlog«n worden. Der Zeuge bekundet, daß er in Galizien zweimal vom Angeklagten geschlagen worden fei, einmal mit der Reitgerte und einmal mit einem Spaten. Im letzten Falle sei der Angeklagte anscheinend betrunken ge- wesen. Der Angeklagte bestreitet dielen ganzen Dorfall. Nachdem noch etwa 6 Leumundezeugen, ehemalige Kameraden und- auch Untergebene des Angeklagten, vernommen worden waren, die übereinstimmend ihn als einen sehr strengen aber gerechten Os- fizier schildern, der sehr für seine Leute gesorgt habe, bekundet Zeuge Schlosser S i e g m a n n, daß er vom Angeklagten einmal vor die Brust gestoßen worden fei. Hiller sei nicht bloß im Felde, sondern auch in der Garnison so brutal gewesen: er habe die Leute nicht wie Menschen, sondern wie Tiere behandelt, mff Ausdrücken wie Ekel, krummes Zeug, fauler Kerl und dergleichen um sich geworfen. Der Aussage des Grasen v. d. Schulenburg müsie er widersp-rechen. Es sei ganz ausgeschlossen, daß Hiller ein vortrefflicher Offizier gewesen sei: das treffe vielleicht vom militärischen Standpunkte zu, aber nicht vom menschlichen. Die Leute seien geradezu instruiert worden, wie sie sich bei einem Besuch des Grasen v. d. Schulenburg zu verhalten hätten. Wenn der Graf bei solcher Gelegenheit fragte:„Wie geht's Euch, Zun- gens?", mußte prompt die Antwort erfolgen:„Gut!* Schlosser Gießner: Der Angeklagte habe ihn bei einer un- wesenllichen Gelegenheit angefahren:„Schämen Sie sich, Sie Ham- mell" Zeuge habe darauf gesagt, er sei kein Hammel, sondern Reservist, sei daraus aber mit wetteren Schimpfworten bedacht worden. Gärtner Bracke sagt u. a. aus: Er habe, als Helmhake an den Baum gebunden war, bei diesem Posten gestanden. Hiller habe gesagt:„Sobald das Schwein sich losreißt, bindet ihn wieder fest!" Es folgen die Aussagen mehrerer Belastungszeugen, die sich beim Staatsanwalt gemeldet haben und von auswärts hier- her gekommen sind. Sie> bestätigen im allgemeinen die Aussagen anderer Belastungszeugen über die Behandlungsweffe des Ange- klagten gegenüber feinen Leuten und über gelegentliche Schläge, die er austeilte. Sachverständiger Dr. Müller hat sich darüber zu äußern, ob der Tod Helmhake« durch die Behandlung, die ihm von Hiller widerfahren ist, erfolgte. Er äußert sich dahin, daß es sich nur um die Ohrfeige, den Fußtritt und die Nahrungsentzie« u n g handele. Es ist anzunehmen, daß der Tod infolge der euch« erfolgte, an der so viele Leute litten. Was für eine Krank- heit das war, ließ sich nicht feststellen. Kreisarzt Dr. N o w a ck hat als Todesursache blutigen Dünndarm- katarrh festgestellt. Die Ohrfeige und der Tritt in den Rücken hatten auf den Tod keinen Einfluß.— Generaloberarzt Dr. Wagner schließt sich diesem Gutachten an. Damit schließt die Beweis au j nähme. Rächst« Sitzung Freitag früh 10 Uhr. JS OewerMastsbewegung Ein frelgewerkfchastliches Jugenükartell. Am Mittwoch fand im GewerkichaftShauie die erste Boll- Versammlung deS Berliner gewerlichaftlichen Jugendkartells statt. Von fast allen freien Gewerkschalten, die überhaupt Jugendliche in ihren Reihen haben, waren Vertreter erschienen. Die Versammlung beschäftigte fich hauptsächlich mit dem Arbeitsprogramm, nach dem das Kartell arbeiten soll. Die Versammlung nahm das vorgelegte Programm nach längerer Aussprache unverändert an. Zum Schluß wurde ans der Grundlage einer Gruppeneinteilung von 6 Gruppen je ein Beilreter in den gei'chäsisführenden Ausschuß des Kartells gewählt. Danach setzt sich der geschäfisfübrende Ausschuß des Jugendkartells wie folgt zusammen: Dr. Löwenberg kZentral- verband der Angestellten), Kirchner(Bauarbeiterverband). Groß köpf(Graphisches Gewerbe). Meißner(Metallarbeiter- verband), P e r l m a n n(Transportarbeiterverband), Grätsch (Bäckerverband). Es ist zu hoffen, daß das Jugendkartell als ein Teil der Berliner Gewerkschaftsbewegung ein wichtiger Faktor in den Kämpfen für die Befreiung der Jugend werden wird. Streik in de« Huf« und Wagcnschmieden Groh-Berlins. Seit April 1920, also selt 11 Monaten, stehen die Arbeiter obiger Berufsqruppe in Lohnverhandlungen. Die Verdienste be- trugen 4— 5 Mk. für die bestquolifizierten Schirrmeister ohne jede Teuerungszulage. Die Arbeitgeber sind in der Berliner Schmiede- zwangsinnung organisiert. De" Wortführer dieser Schmiede ist der Schmiedcmeister Warnte, ein Reaktionär ersten Ranges. Seit April 1920 hat er jede Verständigung mit den Schmieden unmöglich gemacht. Am 23. April 1920 fällte der Schlichtungsausschuh einen Spruch, der die Löhne von 4 bis 5,50 Mk. und den Urlaub, der im Höchstfälle 7 Tage betrug, festsetzte. Die Innung lehnte diesen Spruch ab, zahlte wohl die Löhne, aber der Urlaub war zu hoch. Am 27. Juli 1920 wurde der Spruch für verbindlich erklärt. Am 30. Juli sprach der Schlichtungsausschuh den Schmieden eine Teue- rungszulage von 90 Pf. pro Stunde, gestaffelt in 3 mal 30 Pf., zu. Die Innung lehnte wiederum ab. Am 13. Juli kündigte die Innung diese� mit vieler Mühe zustandegekommenen Vereinbarungen und Sprüche. Die Schmiede, vertreten durch den Deutschen Metall- orbeiterverband, wandten fidj an das Reichsarbeitsministerium mit .dem Ersuchen, einen Tarif mu beiden Kontrahenten zu vereinbaren. Das geschah auch mit dem Erfolg, daß vom 10. Ottober 1920 bis 31. Dezember 1920 ein Tarif zustande kam, der Lohn und Urlaub in oben angeführtem Rahmen wiederum festlegte. Herr Warnke verpflichtete sich, mit aller Entschiedenheit bei den Schmiedemeistern dafür einzutreten. Herr Warnte hielt aber sein Versprechen nicht, sondern tat dos Gegenteil. Am 29. Dezember wurde die Innung durch Spruch verurteilt, 90 Pf. Teuerungszulage zu zahlen und bis zum 1. Februar 1921 einen Tarif zu schaffen. Die Innung lehnte alles ab. Am 3. März d. I. fand vor einer Sonderkammer eine Ver- Handlung statt, um einen Tarif zu schaffen. Herr Warnke und sein Stellvertreter waren angeblich trank, eine Verständigung war un> möglich Am 8. März-and ein weiterer Termin vor dem Schlich- tungsausschuß statt. Drrt erklärte Herr Warnke zu Beginn der Verhandlung, nur mit den Altgesellen, aber in keinem Falle mit dem Deutschen Metallarbeiterverband zu verhandeln. In der Ver- Handlung am 10. März lehnte Herr Warnke die drei Arbeitnehmer- beisttzer und den Vertreter des Deutscken Metallarbeiterverbandes ab.'Am 14. März erhielten die Schmied« den Bericht über die von den Herren Arbeitgebern systematisch oerschleppten Verhandlungen. Die Empörung unter den Arbeitern war so groß, daß sie die Arbeit einstellten. Dieser Kampf ist einer der schwersten Kämpfe, die die Berliner Schmiede zu führen haben, kommen doch annähernd 500 Klein- betriebe in Frage. Der Kampf wird geführt um die Anerkennung der Organisation und um den Abschluß eines Tarifvertrages. Wir bitten die Kutscher und Kunden der Groß-Berliner Schmiedemeister, die Schmiede in diesem Kampfe kräftig zu unterstützen und von den Schmiedemeistern zu verlangen, auf ihre Vorsitzenden einzuwirken. Uebt Solidarität, denn der Kampf um die Anerkennung der Organi- sation ist euer Kampf und muß trni Erfolg durchgeführt werden. Ter Streik der Möbeltrausportarbeiter. Seit dem 15. März befinden sich, wie bereits gemeldet, die Möbeltranepoitarbeiter im Streik. Während der letzten Jahre sind wohl wenig Arbeitergruppen so niedrig entlohnt worden wie die Möbeltransporiarcheitcr. Wenn auch die Löbne seit Ende August 1020 225 M. pr» Woche resp. 42 M. pro Tag betragen, so mutz doch zugegeben werden, daß auch dieier Lohn zur Bestreiiung aller Lebensdedürinisfe bei weitem nicht ausreicht. Die iogenaniuen Metergetder(Trinkgelder), die die Herren Arbeitgeber je nachdem als eiiien Teil des LobneS ansehen, werden von den Arbeitern, da sie bei ihrer schwere» Arbeit auch noch gezwungen sind, tagsüber unterwegs effen zu müssen, nicht nur restlos aufgebzaucht, sondern reichen mitunter now nicht einmal auS. Die Arbeiinebmer hoben es iatt, den Unwillen der Umziehenden wegen der hoben Kosten auf fich affladen zu lasten, weil so M« .Hoven Trinkgelder" den Umzug so verteuern. Dre Möbeltransp � rt« arbeiler wollen keine Trinkgs�demptäng�r fern, sondern sie wollen ihren Lohn so verdienen wie jeder andere Arbeiter. Ihre Forderung auf einen Wochenlohn von 400 M. bzw. 75 M. pro Tag für nichtsländiae Arbeiter ist, an dep Arbeitsleistung gemessen, wahrlich nicht zu hoch; dies um io weniger, da es fich bei den Möbeliranspoustirbeiieln meistenteils um Saisonarbeit handelt und die Möbeltranstzorlarbeilcr oft tage- und wochenlang aussetzen müsien. Die organisierte Arbeiterschaft wird um Solidarität ersucht._ Achtung, Metallarbeiter! Für die Delegrerien zur Generalversammlung findet heuhp 7 Uhr In den Zelten 22 eine sehr wichtige Besprechung statt. AnflMrtrltrt Der Frakuansvorstand. Acht»«», ZiictaIIi>rb«Uer.Scneri>l»ersi>mwIl>ug Delegiertenrarten abend nachmittag des Betriebsrats mit __________________,_____ idelcglert»! Die Ausgab« der _.... für die Delegierten der Wadliörpcr, die infolge techniiidce Schwierigkeiten Wahliörpcrverfammlungen nicht abhalten konnten, erhNgt in unserem Bureau, Zimmer 3, bei dem Kollegen Behrend bis Sonn- ''' Uhr. Als Ausweis ist erforderlich eine Bescheinigung drei Unterschriften für die Bahlliirper, die gch aus mehreren Betrieben zusammensetzen, ein« Bescheinigung des nach dem B.R.G. gewählten Obmannes und eines unserer Funktionäre.— Deutscher Site- tnllarbeiter-Berband, Ortsverwaltung Berlin. Achtnag, Transportarbeiter! Heute abend 7 Uhr Versammlung aller itm dem Boden der S.P.D. stehenden Mitglieder des Verbandes in den Prachisäl.'p Alt-Bcrlin, Blumenftr. 10.,._. AC®. Kabelwerk Oberspree. Sonnabend nachmitrag m Uhr bei Riitel, Niederschäneweidc, Grünauer Str. ß, Sitzuchg alfer S.P.D.-Bertrauensleute und Beiriedsräte. Tagesordnung: Stellungnahme� �-----=">- her der Partei und Gewerkst ommt um Ml Uhr dort zusammen, mt um til Uhr dort zusammen.— Der Odni verband der Buchbinder»ad Papierverarbeili »erkschaftshaus, großer Saal, Iahrcs-General« den Betriebsratswahlen. Mit» oft milbrwgen. Der Fraktionsvorstand Der Obmann. Heute abend srh Uhr im Gewerkschaftshaus, großer Saal, Iahrcs-Gcneralved(ammlung. Tagesordnung:: Jahresbericht. Reuwahl der Sesamtvcrwaltung. Stellungnahme zu den ein. gegangenen Anträgen. Verschiedenes. Es ist Pflicht, athsr Delegierten, in dieler Versammlung zu erscheinen. Delegiertenkarte gilt als> Legitimation.— Die Ortsverweltung._ � Deutscher Transportarbcitervcrband. Arbeiter, Arbeitel\nnen und Kutscher aus den Weingroßhandiungen und Likörsabciken. Heute abend-? Uhr in Boekers Festsälen, Webcrstraßc 17, Bersammlung.- Beschlußfassung üb SP den Schiedsspruch und eventuellen Streik. �Mitgliedsbuch Legitimiert. Sonntag, C., Reue Fricdrichstr. 33, öfscntlich«. W. W Brauercibetriebe. Bericht über die bisherigen Verhandlungen, a>ieunvgn Uhr ?>/, Uhr lei Unter den Linden 44 Casanovas Solm Fugen Burg, Mady Christians, Helnr. achroth, Hans Uders. v'VUhr. Der Strom Mkd» Varletd-Cafe Jlioritzplatz OranlenslraSe M 84 Täelich s Uhr: Biitc-ProBramn Volksbühne Theater am Bülowp'au. 7 uhr: WalienstEiDS Tofl Lessing-Tlisater 7 uw: Peer Gynt Sonnabend bis Montag TVj: Ein Idealer Gatte Dienstag 7: Zum I Male: Der Frauenmut (Dorsch.Saifner.Junnermann) Deutsches KGnstler-Theater Atlabendiich?'/, Uhr; DieScheidungsreise mit Max Adalbert OentrAl-Thenter u�Die Postmeisterin l>enia<-liPH Mpernlinu« u2ll!Els(Erslflferr.NörDberg Fried r. U li Ii plmHt.T I.. 7i/3uhr HohEit die Tänzerin Kl, SrhauHplelhaua v/j uhr. Reigen Komlnehe Oper i".u. Zigeunerblut linMtM|»lei)inuN l9U Uhr; Arnold Rleck in Die Mausefalle ffetropol-Thoater u. fiollandweibchen bleue» eiperettentbeat. Fritz Werner uh�Jer lachende Ehemann iSleucn VulkMthcater "/ou.Jngendfreunde Oehlllor-Tlient. ilhnrl. Der Biberpelz Thalln-Theater "/.uhr Mascottchen rb.ain hiolleu dorrplntB /uw Wenn liehe erwacht Theater den WeatenM 7'/. uhr: SchwaliiEnhochzcit Tb.l.d.Kommanitanlenstr, u. Der verjüngte Adolar Wallner-Thenter "/.uhrDieTanzgräfin Walhalla-Theater Frühllng-Feter FrelreHxlose Gemeinde GroB»Berlln Sanntae.den 27. März 1921(KOsteifeiena�i. mitlag 12Uhr Gr. Festballe des Stadthaases(Eingang Klosterstr.) n ter liebenswüroiger Mitwirkung: Gesang: Frau Elsa Himmel-Maneke Rezitation: Herr Marti nWol fg ang m. d. Etaotstheat. Konzcrtieitung: Herr Ernst Himmel Organist Eintritt S Mark mit Programm FinfaRIfSPtpn Pappelasteelä/n iQeschaftsstellel.Rlumen- UmaDRflnci) str,z2 iDuchhandl), Koppens: r. 6(R. Hof- mann). Rüdersdorfer Str. 48,, U Kart Warnebold Isabel Herma und das pSe März-PrograiDD] Eintrittspreise von 3— 3S M. fyrrrrrrTTyrTnrYTTrr�YrrrvrYYrrrrrrinr Geöffnet 8-6 Uhr Verkauf an Jedermann Bergstraße 29. StraBenbahn- Verbindung: 7,13, 47,48,22,46, 94,0, P, I Stadtnahn-Verbindung: Ringbahnhpl Neukölln. Zum Osterfest Billige Terkaafstage in Herren-a. Damenkieidung � Beginn> Freitags den 18. März 1921 - Herrenkleidung Herren-Anzige MUSÖ.1* �O.00 BnrsEhen-Änziigc von 125.�475.°° H�n moderne Streifen � marengo mit m. tadel- 00 losem reidensaiinfutter. Dfeil-Anziitje sehr starke-ond 1 dau.rhalte Qua.. SU. Ein großer Posten getragener Herren-JackeUa und Westen Jacketts........... von 20.� Westen................ 15.03 Damenkieidung- Elegante Kostüme u. Chev. i. vcrsch. 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Ueber ISO Mitwirkende I— Sonntag 3'/i das j vollst. Stück mit Saharet.— Jeder Ei wachsene I Kind frei!— Vorv.rk ab 10 Uhr ununtcrbioch. ASfäto. Cafe Orient/ dBESHDI Variete. WWWWWM�W Strausberger Platz,- Min.». Alexanderpi. Hervorragendes März-Programm Olly Cbrlstlanl I Lo Werden Aifredo| Dorn Dewitz Pnul dramsefa j MüUer-Tenz Die beiden Ostertcierlage t Verstärktes Programm Donnerstag, den 41. März 1921t Großer Ehren- und Abschiedsabend für das beliebte und bekannte TanzsDuett MüllersTenz IUP Beliebte Anaskapelle Haneld. l/ariele- Spielplan) | Rnnchen gestattet! Scbillersaal.Heute letzt Abend Lichtbildervortrag i Knabe oder Mädchen Potsdamer Str. 48 Alexander pl.-Pass. DerGraivanCasliosü-o ans dem Leben ü �rOOten Aoenteurers aller Zelten Tormstr. 12 Auf dringenue» Wunsch Der tanzende Tor mit Oesangseinlage Hauptdaisteuer V. Psilander Friedenau, kheinstr Ii Die Llebllngsfrau des Maharadscha III. Teil ORRENI (lochbahnboi Seines Tor Ein Abenteuer in Atlantic mit G. 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