Nr. 13fr* 3S.?abrga«g Ausgabe B Nr. 65 vezngSpret»» SlettcüäljiLaO,- SU monatt. W,-«t ntx ins Jiou#. voraus zahidar. Postbezug: Monatlich lll.- M. elvi cht. Zu- stellungsgedUhr. Unier Kreuzband für Deutschland und Oesterreich ISL0 9U für das übrige Ausland bei tllglich einmal. Zustellung 21.50 M. Poftd«. Sellungen nehmen an Oesterreich. Ungarn Tichecho-Stowalei. Düne- wart. Holland. Luxemburg. Schweden and die Schweiz.- Eingetragen w . die Poft-Zeitungs-Preislifts Der vorwärts- mit der Sonntag» beilag«.Boll und Reif und der Unter- haltungsdeilag« J&eimmelt* erscheint wochenttglich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal. Avend Ansgabe lelegramm- Adresse: �sozialdomotrat verll»». Oevlinev Volksblntt 5 20 Pfennig) AnzeigenpretS, Die achlgelpaiien» aonvareillezeil« lostet bchv M.äiotnc Anzeigen» da» ietlgedruckte Wort UVi M(zu- lässig zwei lettgebruett. Wortes lebe« weiler» Wort l.- M Stellengesuch« und Schlatilellenanzeigen da« erste Wort>.— Dl. lebe« weitere Wort SV Big Worte Uber lb Buchstaben zählen für zwei Wone Romtlien-An- zeigen HU Abonnenten Zeile ll.- M Die Preise oerstehen kch einschliestlich Teuerung» mlchlag Anzeigen für die nächst« Nummer müssen bis d Uhr nachmittag» im Sanpigelchaa«erlin SW«S Lindenstraße 3, abgegeben werben»edftnel von s Uhr srüh bis s Uhr abend«. �entralorgan äer fozialäemokratifcken Partei Veutfcklancks Keüaktion unü Cxpeüition: SW 68, Linöenstr. 2 gernsprecher: Amt Marthplav. Nr. lSl»0-lälv7 Freitag, den 18. März Iv&l vorwärts-verlag G.m.b.H.. SW 68. Linöenstr.Z Fernsprecher! Am« Morivpla«. Nr. 1 1 7 r»;i 54 /luch Mülheim besetzt. Mülheim sRuhr). lS. MSrz. heul« morgen gegen 7 Uhr ist der westliche Teil Mülheims mik dem Bahnhof Speldorf von französischen und belgischen Truppen beseht worden. Die Besetzung erstrelkt sich zurzeit aus den Bahnhof Speldorf einschließlich der Zugangswege und der näheren Umgebung. Ein Befehl des Kommandeurs der alliierten Truppen wurde angeschlagen, nach welchem das Personal sämilicher Verkehrsanslalten(Eisen bahn, Post. Telegraphen usw.) ihm unterstellt ist. Sonar Lows Rücktritt. London, IS. MSrz.(LE.) Die Nachricht von Bonar Laws Rücktritt als Leiter des Unterhanse», Geheimsiegelbewahrer und Führer der Unionistenpartei, die sich gestern nachm.ttag im Unter- Hause verbreitete, erregte ungeheure lleberroschung und Erregung. Bonar Law richtete an Lloyd George ein herzliches Schreiben, welches der Ministerpräsident dem Unterhause vorlas. In diesem Schreiben erNärte Bonar Law. daß die Arbeitvüber- bürdung in den letzten Jahren seme Gesundheit erschüttert habe und daß r» Ihm unmöglich sei, seine Aemler beizubehalten, doch bleibe er Mitglied des Unterhauses. Lloyd George war bei Verlesung des Brieses so erschütiert, daß es ihm nn m S g l l ch war, seine Rede z u E�» d e z u h a l t e n. ln der er beabsichtigte. Bonar Law den Dank fS&Hne treue Mitarbeit auszusprechen. Er konnte sch'.ießl-ch seiner Gefühle nicht mehr Herr werden und sank mit cioer Bewegung, durch die er andeutete, daß er nicht in der Lage sei weiterznsprechen, auf seinen Sitz zurück. Lloyd George verNeß dann sofort das Haus. Zm ff�komen der Opposition sprachen Asquith und Elyne», welche dlp Eigenschaften de» Führer» der Uniouisleu rühmten. Bonar Law wird sich heule noch Nach Südfrankreich zu längerem lluseulhali begeben. Die Frage seiner Nachfolgerschaft ist noch nicht geklärt. An erster Stell« werden Rstbert hornes und Edward C a r s o n genannt. Bonar Low, der S3 Jahre alt ist, trat 1900 in» politische Leben. Er ist in Neu-Braunschweig in Kanada geboren, dort er- zogen und besucht« die Universität in Glasgow. Im Jahr« 1886 wurde er Teilhaber der Elsenfirma William Jaks u. Co. in Glasgow. Im Ja�' /1900 zog er sich von den Geschäften zurück und wurde für den iWahlkreis Glasgow Mitglied des Unterhauses. In seiner Jungfernrede griff er Lloyd George heftig an. weil dieser die Politik der Regierung ,nn Burenkriege scharf kritisiert«. Im Jahre 1902 wurde er parlamentarischer Sekretär im Handelsministerium. Im Jahre 1911 wurde er Leiter der Unionistenpartei. Man bezeichnete diese Wahl als ein Kompromiß, weil sich die Partei weder auf Chamberlain noch auf Walcher Long hatte einigen können, welche die Nachfolger Balfours werden sollten. Als die Koalitionsregierung unter Asquith gebildet wurde, wurde er Staatssekretär für die Kalo- nien und Mitglied des ministeriellen Krlegstomitees. In dieser Zeit begann seine groß« Freundschaft mit Lloyd George. Noch dem Sturze Asguiths sollte er die neu« Regierung bilden, doch schlug er Lloyd George vor. Er selbst wurde Leiter des Unterhauses. Die mittelbare Ursache seines Rücktrittes mag sicherlich der ge» schwächt« Gesundheitszustand sein, denn Donar Law war seit mehre- ren Tagen bettlägerig, wenn ihn auch dies nicht hindert«, täglich Schach zu spielen und er auch die Fahrt nach Südfrankreich wird machen können. Die Opposition erklärt bereits offen, daß mit seinem Rücktritt die letzte Stunde für die Koalition ge- schlagen hat und es ist auch sehr fraglich, ob der neue Führer der llnionisten geeignet sein wird, mit Lloyd Georg« so intim zusammen. zuarbeiten, wie dies bei Bonar Law der Fall war. Es ist sehr wahrscheinlich, daß nach Ostern ein« neu« Parteitoalitlon in England entstehen wird. Es wird als möglich hingestellt, daß Lloyd George ein Zentrum zu bilden oersuchen wird, welches einen Teil der Liberalen und Konservativen umsaht. Aber auch von einer Koalition der Liberalen und der Labour Party wird gesprochen. Auf jeden Fall kann die politische Lage in England in du nächsten Zeit zu Ueberraschungen führen. glopS Georges Jurcht vor üer Arbeiterpartei. London. 18. März.(MTB.) Lloyd George hielt gestern auf einem politischen Essen in London eine Rede, in der er nachdrück- lich für die Beibehaltung einer großen nationalen Partei eintrat. Er erklärte, die L r b e i t e r p o r t ei bedeute jetzt eine erschreckend große Partei, die die herrschende Partei änglands werden würde, wenn nicht Schritte getan würden, die "�hler darüber zu unterrichten, welche Ziel« ste sich selbst stecke. ste Ziele seien für die gesamte Struktur der Gesellschaft so drohend, bnß es Irrsinn wäre, über Trivialitäten zu streiten. Lloyd George erNärte, man müsse an die große Mehrheit des Dolkes appellieren, die es ablehne, vom Wirbelstrom der Revolution fortgctrieben zu werden. Die Arbeiterparte« wolle die Z e r- störung der privaten Unternehmungen und die Um- wondlung du gesamten Mittel der Erzeugung w eine groß« Staats- Maschinerie._ Da Völkerbnvdral hat auf die Abstimmung in Wilna verzichtet, da wedu Polen noch Litauen Wut darauf legen. Die beiden Jntuesienten werden setzt zusammen mit den Vertretern de» DöUubundrat«, selbst cbte Lösung suchen. Gegen üie Reparatkonsbill. London,. 18. März.(MTV.) Wie die Blältu melden, hat die englische Arbeiterpartei beschlossen, in du drlitev Lesung du deutschen Reparativnsbill die Ablehnung der Bilt zu beantragen. Elyne» wird heute ein Amendement einbringe«. in dem es heißt: während da» Untuhau» will, daß Deutschland eine gerechteReparotlon bezahle, kann es einu Gesetzgebung nicht zustimmen, die keine annehmbare Politik du Alliierten darstellt, nur England Schaden zufügen und nur die Arbeitslosigkeit et- höhen würde. Das Gesetz ist eingebracht worden, bevor genügend Anstrengungen, um eine Regelung durch Uebueinkommen zu uziclen. oder ein geeignet« Versuch mit Hilfe de» Völkerbunde» odu eines anduen unpackeiischcn Tribunals gemacht worden sind, um feftzu- stellen, wie weil Deutschland in du Lage ist, zu zahlen. der Strafzoll vor üer franzosischen Kammer. pari», 18. März.(EE.) Du französische Finanzminister Paul D o u m e r legte gestern du Kammer die Gesetzesvorlag« vor, welch« eine Steuer auf Waren, die aus Deutschland eingeführt werden, vorsteht, die gemäß dem Londoner Uebueinkommen auf -öll Proz. festgesetzt ist. Die Einziehung soll an der Zollgrenze erfolgen, und zwar nach dem fakturierten Werte. Fehlt eine Fak- iura, so muh der Importeur den Wert du Waren vubürgen. In dem Augenblick, wo du franzgfische Ankäufer die Gebühren an da» Zollamt entrichtet haben wird, ist u gegenübu seinem deutschen Derkäufer von du Verpflichtung befreit, die 50 Proz. zu bezahlen.> Dos Gesetz bezieht sich aber nicht auf Waren, die durch Frank-' reich nur durchgeführt wuden und auch nicht auf jene, die vor dem IS. März 1921 voll bezahlt waren. Es können auch, Ausnahmen festgesetzt wuden, welche eine interministuielle Kommission zu be- stimmen hat, welch« durch eine eigene Verordnung eingesetzt wuden soll. Zweierlei Naß! p a r l s. 18. Würz,(hollandsch Nienwsbnram.) Acht fron- zöslsche Parlamentsmitglieder sind nach Ober- schlesiev abgereist, um während du Abflimmungszeil dort zu bleiben. Bei diesen Parlamentsmitgliedern handelt es sich um Natio- nalistea, deren polenfreundliche Gesinnung außer Frage steht. Wäh- | rend man den Mitgliedern der Internationalen Gewukschastskom- Mission kürzlich die Tür vor du Ras« zusperrte, als sie sich über Obufchlesien ein objektives Urteil bilden wollten, hält man es für ratsam, diese Herren für die Abstimmungstage als ehrenwerte Gäste j willkommen zu heißen. Nimmt man noch die Telephonspure und Telegrammzensur hinzu, die ein Zusammenarbeiten du deutschen Plebiszitorgane mit du deutschen Presse während du Abstlm- mung fast unmöglich machen, so vervollständigt sich das Bild: Frank- reich leitet die Abstimmung und legt Wert darauf, das zu betonen. Internationaler NetallarbeiterbunÜ. Bern. 18. März.(WTB.) Nach dreitägigen Derhandlungen ist die Tagung des Zentralkomitees und Exekutivausfchusses des I n t e r. nationalen Metallarbeiterbundes abgeschlossen j worden. Es nahmen daran teil Delegiert« aus Frankreich, Holland, Italien, Belgien, Deutschland, England, Ungarn, Oesterreich, der Tschechostowakei, Luxemburg, Schweden und der Schweiz. Den Vorsitz führte I lg- Bern. In du Stellungnahm« zur Moskauer Gewertschafts- internationale wurde die russische Revolution«instimmig und einhellig begrüßt und dem russischen Proletariat Unterstützung zuge- sichert. Mit Bedauern wurde festgestellt, daß di« Führer der Kommunistischen Partei, von denen die meisten wedu mit den Wirts chofllichen noch d«n politischen Vuhälwissen du westeuro- päischen Organisationen bekannt sind, für diese nur Beschimpfung und Spott übrig haben. Dies ist nicht der Wille des russischen Proletariats, sondern das Merk der despotische« Führer, die selbst der Arbeituschost die Wahrheit verschweigen. Deshalb können jene Rketallardeiterorganlsationen. welche der Moskauer Znler- nationale beitreten, nicht zugleich Mitglied de» Internationalen Me- tallardeitubunde» sei«. Gegen die in London beschlofiene weiter? Besetzung denkscher Städte wird Einspruch erhoben, weil sie den Friede« oerzägert und neue wirtschastliche und miMSrische Konflikte provoziert. Das Komilee erklärt sich solidarisch mit der deutschen Arbeiterklasse, die gewillt sei, ! alle Kräfte zum Wiederaufbau der zer st orten Gebiete � einzusetzen und die Pflicht einer Reparation anerkennt. Ein Wieder- aufbau der Produktion und Konsumkräfte der Dö'ker aller Länder bedingt die Zntunallonalifierung du Kriegsschulden. Di« allgemein« Abrüstung de, Militarismus ist zur Sicherung des Friedens in allen Ländern notwendig. Einem Statutenentwurf für den internationalen verband wurde grundsätzlich zugestimmt. Er soll demnächst dem internationalen Me- tallarbeiterkongreß, der aus den 26. Juli d. I. in Berlin angesetzt � ist. vorgelegt werden. Die Landesorganisationen'werden ausgefor-' 1 bete, die kämpfenden Verbände in Luxemburg und in Skandinavien finanziell und moralisch zu unttrstütze«, die Reederei-Mbfinöung. Bon H. Kahmann. Die deutschen Gesellschaften für Uebersee- und Binnen- schiffahrt mußten in der Kriegszeit ihre Schisse, soweit sie angefordert wurden, dem Reiche zu Kriegszwecken zur Verfügung stellen. Da mit dem Verlust eines erheblichen Teils der Schiffe gerechnet werden mußte, wurden den Reedun durch Gesetz vom 7. November 1917 Beihilfen zum Exsatzschiffbau bewilligt. Das Gesetz ist in der Annahme beschlossen worden. daß der Krieg für Deutschland einen günstigen Ausgano haben werde und daß wesentliche Veränderungen in den Hroduk- tionskosten nicht mehr eintreten. Das Gesetz sah deshalb vor, den Friedenspreis als Gestehungskosten zu gewähren und dazu einen Ueberpreis bis zu 7V Proz. Der Kriegsausgang aber zwang das Reich, den größten Teil seiner Handelsflotte an die Entente abzuliefern. Nach Ausbruch der Revolution trat eine erhebliche Steigerung der Produktionskosten ein, die bis Ende 1918 mehr als 100 Proz. detrugen. Das Gesetz vom November 1917 war daher nicht mehr aufrechtzuerhalten. Die Werften weigerten sich, auf Grund der alten Verträge den Schiffbau weiter auszuführen, und in Rücksicht darauf, daß den Werften nicht angesvnnen werden konnte, die angefangenen Bauten zu den alten Be- dingungen weiterzuführen und die Reeder nicht über Mittel verfügten, die Mehrkosten selbst zu übernehmen, bestand die große Gefahr, daß der Schiffbau vollständig zum Erliegen käme und weder für die in Beschäftigung stehenden Werft- orbeiter noch für die von der Front Zurückkehrenden Be- schäftigungsmöglickikeit bestand. Da das Reich an dem Wiederaufbau der Handslsflotte und an der Weiterbeschäftigung der an dem Schiffbau beteilig- ten Arbeiter und Angestellten großes Interesse hatte, mußte im Februar 1919 und Mai 1920 ein neues Abkommen ge- troffen werden, wonach die Wersten die gesamten Mehr» gestehungskosten zu Lasten des Reiches verbuchten. Der Per» trag sah allerdings vor, daß die Reedereien nach zehn Iahren mindestens 30 Proz. der Mehrkosten an das Reich zurück- zahlen. Es ist ganz selbstverständlich, daß sich dieses Abkommen schon nach kurzer Zeit als unerträglich für das Reich erweisen mußte, denn nach dem Vertrage konnte es den Reedern und Werftbesitzern fast vollständig gleich sein, wie hoch der Ge- stehungspreis pro Tonne Schiffsraum zu stehen kam. Daher war es notwendig, den alten gesetzlichen Zustand durch Ab- schluß eines neuen Vertrages zu beseitigen. Das ist geschehen durch den vom Reichstag verabschiedeten Reederei-Abfindungs- vertrag vom 14. März 192L Danach werden den Reedern insgesamt 12 Milliarden Mark zur Berfüguna gestellt, wovon allerdings der Vekra von 7,3 Milliarden Mark bereits bewilligt und bis März 192 rund 1,8 Milliarden Mark zur Verfügung gestellt sind. Die Reeder übernehmen dafür die Verpflichtung, in der Zeit bis zum 10. Januar 1930 mindestens 2,5 Millionen Tragfähigkeits- tonnen Schiffsraum zu erbauen, und sie sind ferner oerpflichtet, für den Fall, daß eme Verminderung der Produktionskosten eintritt und der bewilligte Betrag zum Wiederaufbau von mehr als der halben Verlusttonnage ausreichen sollte, von dem Zuvielerhaltenen bis zu 2 Milliarden Mark an das Reich zurückzuzahlen. Weiter sind die Reeder verpflichtet. 90 Prof der ihnen zustehenden Summe für Neubauten und der Weiter» beschäftigung der deutschen Wersten zu verwenden. Nur 10 Proz. dürfen für den Ankauf von Schiffen-im Ausland« verwendet werden.' Die Sozialdemokratie hat dem Vertrage, freilich nicht leichten Herzens, zugestimmt und sich bemüht, ihn so zu ändern, daß in ihm sowohl die Interessen der Arbeitnehiner der Werften wie die der Steuerzahler besser als ursprünglich vorgesehen geschützt werden. Unsere Redner legten bei den Verhandlungen dar, daß derIndustriestaatDeutschland.der jetzt noch mehr als früher große Absatzgebiete gebraucht und gewaltige Warenmengen ausführen muß, eine leistungsfähige Handels- w zurz..__________________ handen fei, den deutschen Schiffbau einzustellen, die Werften ganz oder zum größten Teil zu schließen und zu der halbe« Million Erwerbsloser noch mestere Hunderttausende hinzu- zufügen. Der Vertrag stellt daher ein Stück produktiver Er- erbslose nsürsorge dar. wie sie ähnlich ja auch beim Wohnungsbau in die Erscheinung tritt. Schließlich ist doch zu beachten, daß die Reeder nach dem Gesetz sowohl als auch nach der Verfassung ein Recht auf Entschädigung des in Verlust geratenen Eigentums haben. Das Recht könnte nur beseitigt werden, wenn es mit Zweidrittelmehrheit im Reichstage be- schloffen wird. Das ist zedoch von diesem Reichstage nicht z» erwarten. Hätte der Reichstag sich nur veranlaßt gesehen, den Reedern als Entschädigung nur soviel Papiermark zu zahlen wie sie Goldmark in den Schissen angelegt hatten, dann würde ?.& ihnen nicht einfallen, auch nur ein Schiff bauen zu lafsen. Sie würden dann günstigere Zeiten abwarten, um von fremd» ländischen Reedereien überflüssige Schiffe zu kaufen. Die Folge märe, daß das Reich Hunderttausenden Arbeitern und An» gestellten die Erwerbslosenunterstützung gewähren müßte. Das sahen auch zunächst die Unabhängigen ein, denn nachdem sie nur Kritik an der Höhe der Summe geübt und sich darüber beschwert hatten, daß die Entschadigungs- summe abgabenfrei gewährt würde, sah sich der Unabhängige Dißmann, der als Vorsitzender des Deutschen Metallarbeiter» Verbandes die Verhältnisse im Schiffbau übersieht, veranlaßt, in der Sitzung des Reichstags vom 7. März 1921 zu erklären: Jt)a% wir eine Handelsflotte notwendig haben �ur Führung der deutschen Wirtschaft für den Export, für den Handel und Welt- verkehr, wird nicht bestritten"...„Wenn wir die Vorlage im Hauptausschuß zu verhandeln haben, dann ist vor allen Dingen zu prüfen, ob das, was als Entschädigung in Frage kommt, nicht das Maß des absolut Notwendigen und mit Recht zu Beanspruchenden übersteigt"...„Wenn hier Millionen gespendet werden sollen. dann verlangen wir, daß in diesem Vertrag als Grundbedingungen geordnete Lohn- umd Arbeitsverhältnisse, ein Mit- bestimmungsrecht der Arbeiter, die Anerkennung tariflicher Be- stimmungen und die Gewährung eines Existenzminimums mitauf- genommen werden." > Bon einer Absicht der Unabhängigen, den Vertrag durch eigene Anträge zu verbessern, merkte man jedoch in den Aus» schuhverhandlungen nichts. Die Unabhängigen stellten kewe eigenen Derbesserungsanträge. sondern stimmten den von uns gestellten Anträgen zu. FreUich nimmt auch der Unsinn nicht wunder— nach ihrem Verhalten gegenüber anderen Gesetzen—, daß die Unabhängigen bei der zweiten Beratung durch den Abgeord- neten Henke erklären ließen, daß sie gar nicht die Absicht hätten, den Bertrag zu ändern, und daß sie ihn g r u n d s ä tz l i ch ab» lehnten! Selbstverständlich lehnten auch die Vereinigten Kom- mumsten den Vertrag ab, da sie in den bewilligten Milliarden nichts wester als ein Geschenk an die Werftbesitzer sahen. j. Wenn der Vertrag, nachdem die Unabhängigen und Kom» munisten die Verabschiedung durch Anzweifelung der Beschluß- fähigkeit des Reichstages zu hintertreiben versuchten, trotzdem in namentlicher Abstimmung mit 237 gegen 58 Stimmen an» enommen wurde und die Werften westerarbeiten können, ann geschieht das entgegen der Politik der„grundsatzfesten" Revolutionäre. Denn daß eine Sozialisierung der Werften durch die drei Linksparteien heute nicht erreicht werden kann, tnuß auch den Unabhängigen und Kommunisten klar sein, und klar muß ihnen auch sein, daß sozialisierte Wersten den Reu- aufbau der Handelsflotte jetzt nur unter noch größeren Auf- Wendungen durchführen könnten, denn dann müßten ja zu- gleich Entschädigungen für die Schiffe und für die Enteignung der Wersten gezahlt werden. .« Unseren Bemühungen gelang es, zu erreichen, daß die nähere Vereinbarung über den Abfindungsvertrag dem Haus- Hallsausschuß des Reichstages zur Kenntnisnahme übergeben werden muß und daß diesem das Recht der Ablehnung einge- räumt ist. Außerdem ist es unserem Bemühen gelungen, fest» zulegen, daß auf diesen Vertrag die Bestimmung des Gesetzes vom Jahre 1917 Anwendung findet, wonach durch Reichs- gefetz vorbehalten bleibt, ob und in welcher Höhe das Reich an den Gewinnen der auf Grund dieses Gesetzes wiederherge- stellten Schiffe zu beteiligen ist und ob hinsichtlich der Vermen- mmg dieser Schiffe Beschiönkungen notwendig sind. Der Kessel-prozeß vertagt. Der Kessel-Prozeß konnte heute nicht weiterverhandell«erden, da der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. W e i g e l, infolge einer plötzlichen Erkrankung nicht erschienen war. Es besteht jedoch die Hoffnung, daß die Verhandlung morgen weitergeführt wird, da die Erkrankung des Vo> sitzenden nur leichter Natur sein soll. Die Ber» Handlung wurde deshalb auf morgen vormittag 9� Uhr vertagt. Das sthöne Gbersthleflea. Wie über ganz Schlesien weiter im Westen Deutschlands vielfach irrige Meinungen anzutreffen sind—«in Schicksal, da» e» ja mit dem ganzen deutschen Osten teilen muß—, so macht man sich noch heute oft genug gerade von Oberschlesien ganz unzutreffende Bilder. Selbst in Nlederschlesien gilt es noch bei vielen als das Land, in dem nicht» anzutreffen ist als Gruben und Hütten mit Ruß, Lärm und Schlackenhalden, mit ruppigen Städten und Dörfern und langweilig ödem Ackerland dazwischen. Wer aber einmal bei der alten Stadt Ratibor die Oder durch bLihende, Land dahinströmen sah, mit Flößen belebt, wer vom süd- Eichen Industriegebiet aus dem Südhorizont die Beskidenkette und die Karpathen aufblauen sah, wer die urwaldartigen Forsten der Pleffer Gegend mit ihren weiten, waldumgebenen Teichen gesehen und an den vielen Wassermühlen und uralten Kirchlein und Kapellen Oberschlesiens vorbeigewandert ist, der urteilt ander». Di« Teich« her Plesser Gegend sind allein etwas so Wunderbares, daß Lmit zu dem Schönsten zu rechnen sind, was ganz Schlesien dar» et; ständig tummeln sich Scharen von wilden Enten und Gänsen, no» Tauchern, Möwen und allerhand anderem Wassergeflügel auf ihren Fluten. Durch das Gewirr dieser Teiche, in denen«ine groß- artige Fischzucht betrieben wird— vornehmlich Karpfen—, ziehen sich hohe schmale Dämm«, beiderseits mit herrlichen alten Eichen be» pflanzt. Ober auf den Dämmen entlang laufen idyllisch« Fußwege, auf denen man stundenlang wandern kann. Durchlässe regulieren die Wasserhaltung dieser Teiche, die bis dicht an den alten schönen Bade- «t Gottschalkowitz herankommen und diesem Ort dadurch ein ganz eigenes Gepräge geben. Heimlich wandert es sich an der in einem tief ausgewaschenen Flußbett dahlnströmenden Weichsel, die meilenweit die Südgrenze Oberschlesiens bildet. Weitberühmt ist das Trachtenfest von K o- l o- « a g o r a; dieselben Trachtenbilder hat man oft genug bei den Fron- leichnamsprozesstoneu und des Sonntags beim Kirchgang in Hunder- ten von oberschlesijchen Orten. Da sind besonders die Schomberger Bauer» mit ihren Lederhosen und den Pelzmützen. Wer Ober- jchlesien» Schönheit preisen will, muß auch die alte» Eichen» «ölderam Oder ström durchwandert haben, muß die Industrie- arbeitertolonie Gieschewald gesehen haben, die den Eindruck eines ihylliichen süddeutschen Gebirgsdörschens macht-, er muß die idyllische Teufelsmühl« bei Neudeck, den Fernblick von der Erdmannshöh« bei Emcmuel?'-oen oi i ganz Oberschlesien und die Hohe Tatra genossen nnd das romantische Jamnatal durchwandert sein. Dann die einzig- actigen Bilder des Wasstrverkehrs auf dem Grenzfluß Przemsa mit d«» flachgehenden Kohlenkähnen und Dampfern, die„Dreikaiser- »ichsecke" bei Myclowitz, die al'e Ruine zu Tost mit ihrem male- rifchea Burgtor, die vielen uralten Holztirchletn, ein Bergfest in Lockspitzel üer»Roten Jahne". Der Schreikrampf der„Roten Fahne" hat noch nicht sein Ende erreicht- Zum 18. März, wo sie mit rotem Ueberdruck erscheint, muß das sinnlose Toben auf den Höhepunkt getrie- den werden. Da man einem Unzurechnungsfähigen nichts übel nehmen darf, wollen wir uns hier nicht weiter darüber auf- regen, daß die rote„Klikuscho" die Sozialdemokratie abwechselungshalber als„Mistvolk(I), Bande, Gesindel, Lumpe ngarde usw." beschimpft. Kalte Kompressen und Eisbeutel dürften hier das beste Linderungsmittel für die Patientin sein. Aber die Sache hat wiederum den Haken, daß der reaktionäre Spitzel, der in der„Roten Fahne" unter der Maske eines tobsüchtigen Kommunisten fein Wesen treibt, die Arbeiterschaft zu Tollheiten zu provozieren sucht. In seiner heutigen fettgedruckten Proklamation„Klare Antwort" führt er zunächst aus, daß die Regierung Kohr a u f dieGefetzepfeift und die Orgesch sich n i ch t e n t w a f f- n en läßt. Der reaktionäre Lockspitzel der„Roten Fahne" emp- fiehlt hierauf folgende Antwort: El« jeder Arbeiter pselfi ans da» Gesetz and erwirbt sich ein« Waffe, wo er sie findet! Die bewaffneten Kräfte der Gegenrevolution sind gegen die Brust de» gesamten Proletariats gezückt. Ka.hr hat das erste Pfeifen- Signal gegeben. Noch nicht zum«nffcheidenden Angriff— erst zum Aufmarsch. Aus da» Signal muß die gesamte Arbeiterschaft seine A n t- wort geben. Di« klare Antwort kann nur eine sein, und zwar: Wie Kohr von der einen Seit«, so muß das Prol-U'n-'i nnu der anderen Seite: , Pfeife» auf das Gesetz! Ein jeder Gegenrevolutionär hat seine Waffe. Die Arbeiter dürfen auch nicht schlechtere Revolutionäre sein, wie es jene Gegenrevolutionäre sind. Wir kennen die Weise, wir kennen den Text. Mit solchen Locktönen haben schon vor einem Menschenatter die I h r i n g- Mahlow und Konsorten sozialistische Arbeiter ins Ber- derben zu Hetzen gesucht. Damals hat die Arbeiterschaft solchen Spitzeln widerstanden, die sie zur Freude der Reaktion vor die Fliittenläufe locken wollten, und hat sie hinausgefeuert, wo sie hingehörten.„Klare Antwort!" überschreibt der Spitzel der „Roten Fahne" sein Elaborat. Man sollte ihm aus den Reiben der Arbeiter die verlangte klare Antwort geben, dieselbe klare Antwort, die ein st Ihring-Mahlvw und Genossen erhalten haben. Wege für öie Erwerbslosenfürforge. Auf der Tagesordnung der 91. Sitzung des Hauptausfchuffes des Reichstages stand der Etat des Verkehrsministeriums, Abteilung für Wasserstraßen. Die im Wattenmeer zum Schutze der Halligen und zur Landgewinnung ausgeführten Bauten, die der Ergänzung bedürfen, gaben Veranlassung zu einer Debatte, an der sich Vertreter der Sozialdemokratie, Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen beteiligtem Es wurde betont, daß hier ungeheure Werte in Gefahr sind, und besonders von s o z i a l d e m o- kratischer Seite wurde angeregt, die Arbeiten zur Wiedcrher- stellung der durch Sturmfluten stark beschädigten Dämme einer großzügigen produktiven Erwerbslosenfürsorge nutzbar zu machen. Die Regierung erklärte dazu, daß ein großer Teil der Strandschutzwerte durch Unterspülung schwer beschädigt sei, die Aus- besierungen seien aber nur insoweit so che des Reiches, als sie zur Verhütung einer beim Abbruch der Insel unvermeidlichen Ver- schlechteruna der Wattfahrwasier dienten. Die Ausbefferungsarbeiten dienen auch dem Landesintereffe zur Erhaltung der Inseln selbst. Aus diesem Grund« muß sich auch Preußen an den Kosten be- teiligen. Es wurde beschlossen, unter Mitarbeit der betreffenden preußischen Ressorts eine Denkschrift herzustellen, die über diese Frage zunächst genau« Auskünfte erteilen soll. Für die Fortsetzung der Arbelten zwecks Kanaliflerung des Neckars und für den Ausbau seiner Wasserkräfte werden vom Hauptausschuß 80 Millionen Mark bewilligt. Weiter wurden zur Fortsetzung des Baues einer Groß-Schiffahrtsstraße von Aschaffenburg zunächst bis Bamberg unier Ausbau der Donau von Kehlheim bis zu? Reichsgrenze bei Passau einschließlich Der- wertung der an dieser Wasserstraße zu gewinnenden Wasserkräfte einem der vielen Grubenorte mit dem Umzug der Bergleute, die Bergmannskapelle vorwegmarschierend. Er muß die Dirkhahnbalz bei Tmorvg belauscht haben und in den Dschungeln am Paprotzaner Teich dem Gesang der Rohrdommel gelauscht haben, Damhirsch- rubel und LS-Ender durch schneeglitzernde Hochforsten sagen gesehen. um dann wieder in die blitzenden Lichterketten des Industnebezirks zu blicken, um dann erst ganz zu wissen, wie selw'ch'esifche Land ist._ v« Valksverband der Bucha freunde. Bor reichlich Jahresfrist trat eine Verlagsgründung, die sick, stolz„Volksoerband der Bücherfreunde" nannte, mit einer pompösen Werbeschrift an die Oeffent- lichkeit heran. Dieses Unternehmen des Wegweiferverbandes. Berlin, wollte für«inen Jahresbetrag von jährlich 1 M. vier gute billige Büch« pro Jahr für durchschnittlich 22 M. im Gesamtpreise liefern. Damals warnten mehrere öffentliche Stimmenentlichen Haushalt auf 5646 Millionen festgestellt wird. Außerdem wird im ordentlichen Haushalt ein Zuschuß von 3578 Millionen zu leisten sein. schrieben hat Taut das schön« Buch von da„Stadtkrone". In seinen Waken„Da Weltbaumeist«' und„Alpine Architektur" hat» phantastische Entwürfe im Geiste seines verstorbenen Freundes, des Dichters Paul Scheabart vaöfsenllicht. Das Deuffche Theata führte bekanntlich neulich die„Jungfrau von Orleans" mit von Taut ent- worfenen Dekorattonen auf. Die Sulwrabgab«. Da vom Reichswirffchastsrat-Ausschuß zur wirtschaftlichen Förderung da geistigen Arbell eingesetzte Unteraus- schuß für die Vorbereitung einer Reichstulturabgabe hat sehr den Plan so weit gebracht, daß ein Fragebogen ausgearbellet worden ist zur Anhörung von Sachverständigen, die vor da welleren Be arbeitung des Gegenstandes bansen waden sollen. Außer den Der tretern da verschiedenen Kunstzweig« sollen da auch Vertreter des Verlags- und Sortimentshandels für Bücher, Musikalien und bildende Kunst gehört waden, damll eine allseittg befriedigende Regelung dieses für die Zukunft da geistig schaffenden Stände so unendlich bedeutungsvollen Gegenstandes«zielt wird. Seltsam« Erkennungszeichen. Es gehört nicht zn den Sellen- hellen, daß in Kleinkinderbewahranstallen und Findelhäusern nett- geborene Kinder verwechselt werden. Um sich gegen solches Mitz- geschick zu schützen, hat man jetzt in dem großen jüdischen Entknu» gungsheim zu Philadelphia ein« Methode eingeführt, die allen Verwechslungen vorbeugen dürft«. Si« besteht darin, daß man von allen Neugeborenen in dem Heim Fußabdrücke nimmt. Diese Prozedur ist sehr leicht auszuführen, und da Fußabdruck hat fich als ein ebenso sicheres und unfehlbare» Wiedaertennungs mittel«wiesen wie der Fingerabdruck. Da» vierte Element, va Lehr« richtet an den kleinen Zoll die schwierige Frage:„Wieviel Elemente gibt es?"„Dia." ant- wortet Kärtchen eifrig, denn a hat gm gelernt.„Feuer, Wasia. Luft und— und—", da stockt er ab« und kann auf das vierte Ding nicht kommen. Da Lehr« will ihm helfen und sagt:„Besinn Dich doch nur, das vierte ist, worauf du stehst," worauf Kärtchen triumphierend ausruft:„Meine Schuhe!" VolkKbühnehcnr,. Lieder von Schubert und Beetboven, Prot. Mover- Mobr,«fred Wittenberg. Heinrich Grilnield. Trio» von Beethoven und Brah««,W- Modriaalchor des Akademifchen Instituts für Kirchenmitfik(Leitung Be Karl Thiel). Chöre., „Stimmen der Völker». Die Sonntag im Staatlichen Schauspiel" bau» um tl Uhr beginnende MiltagSvaanstaltiinn bringt BoltS- und Kunbdicb tungen der S a l k a n v i l t'e r, n. a. Bruch stücke auS dem Drama RikitaS von Montenegro.Kailerin de» BallanS". Barttag Hermann .« i e n z l. Preise S und 3 M. tzfranz Werfet liest am Sonntaa. den 3. April, im Beethovens aal au« eigenen, zum Teil noch unveröftentlichlen Werten Kunilsübrungen. Soimtag 9>/> Udr finden Fübrimgen durch Museum«- beaml« im Museum für Bölkerlunde(Amerilanvche Kunst) und im Kail«- Friedrich-Rufeu«(Tizian und Venedig) statt. Karten ,n 1 M. am Eingang. ®/, Uhr M Vogler, Mittrmoaldrr Str. IS ffw-l. tton!lrlonf«r«nj: 7»/, UI>r bei Windol!,»netfenaultr. M. IM. Abt.(Oberichönewetd«.» Mitgliederoersammluvg: 7% Uhr l» der Vrio. Frischen str. Thema: Wirtschastoirage». Sief.:«e». gramer. » «l, die durch den Brand der Berliner Wetall- sen worden sind, treffen sich am Montag,.den I, Uyr.«1 Tepper, Dritnewaldstraffe, jocd« Deioantgabe und Stellungnahme zu dem ergangenen Urieil. Betrifft Weiterzahlung de» Lohne«. OeweMhoftsbewegung Einigung in deu Konditoretbetrieben. Die Arbeiter in den Konditoreibetrieben Groß-Berlins tagten am Donnerstagabend in den Mästterfälen, um über den Streit zu beschließen. Zunächst referierte T h i e m e über den bisherigen Er- folg der Lohnbewegung. Am 19. Februar hat der angerufene Schlichtungsausfchuß durch Schiedsspruch die Löhne für das in den Konditoreien beschäftigte Personal festgesetzt. Da die Ar- beitgeber diesen Schiedsspruch n l ch t anerkennen wollten, wurde am 4. März unter der Leitung des Borsitzenden vom Schsichtungsaus- schuh nochmals verhandelt. Die Vertreter der Arbeiterschaft stellten folgende Forderungen: Für Gehilfen in der Backstube im Aller bi» zu 2! Jahren 300 M. pro Woche, für allere Gehlisen SIS M. Lodengehilfen und Servierdamen pro Woche 3S M. und 10 Proz. ihres Umsatzes. Min- desteinkommen 300 M. Hausdiener, Hilfsarbeiter, ungelernte Ar bell er im Wter bis zu 1V Jahren ISO M„ bis zu 24 Jahren ISO und über 24 Jahre 240 M. wöchenMch. Kutscher 270 M. wöchentlich. Weibliche Hilsskröste für Backstube, Küche und Hausarbeit im Alter bis IS Jahre 1ZS, bis 24 Jahre ISS, über 24 Jahre 17S M. wöchent- sich. Verkäuferinnen und Kassiererinnen bis zu 21 Jahren 16S„ ältere 18S M. wöchentlich. Ladengehilfen als Aushelfer 10 M. tag- lich und 10 Proz. ihres Umsatzes. Auch dies« Forderungen wurden von den Arbeitgebern a h g«- wiesen. Heute solle nun— so führte der Redner weiter aus— darüber abgestimmt werden, ob man in den Streik eintreten wolle oder nicht. Werde der Streik beschlosten, so müssen die Kallegen und Kolleginnen in voller Einigkeit treu zusammenholten. bis der S i e g errungen fit. Hetzfchold macht« davon Mitteilung, daß die Arbeitgeber «benfall« tagten, um sich endgültig zu entscheiden. Roch vor 11 Uhr werde über den Ausfall dieser Enffcheidung telephonisch berichtet werden. Inzwischen könne die Kollegenschaft wohl die A b st i m- mung vornehmen— Diese ergab 1235 Stimmen für den Streit, 09 Stimmen waren dagegen. Das Resultat wurde mit stürmischem Beifall begrüß'. In der zwölften Stund« traf die Meldung ein, daß von den Arbeltgebern beschlossen worden sei, dt« gestellten For- derungen zu bewilligen. Es wurde noch beschlosten, zwei Vertreter zu der am 17. April in Kassel stattfindenden Reichskonferenz zu entsenden. Gewählt wurden T h i e m e und Müller. Der Hamburger MetaNarbeiterftrerk beendet. Nach fast achtwöchiger Denier hat der Streik in den Landbetrieben der Eisenhütten Hamburgs sein Ende gesunden. Dos Ulli- matum der Unternehmeroerbänd« der Eisenindustrie hat zu einer Besprechung zwischen der Bezirksleitung des Mctallarbeiterver- bandes und der Verbandsvertretung der Unternehmer geführt, in der vereinbart wurde, daß die Arbeiterschaft anter Wegfall des Ultimatums die Arbett heute morgen wieder aufnehmen kann, falls sie sich mit folgendem einverstanden erklärt: Di« Lohnregelung erfolgt auf Grund des Berliner Schiedsspruches, der im Verlauf des Streiks gefällt worden ist. Der darin zuerkannte Urlaub soll im Jahre 192 l durch Pauschal- summ« von 100 bi» 175 M. abgelöst werden. Im Jahne 1922 werden die vor dem Streik erworbenen Rechte auf den Urlaub angerechnet. Maßregelungen dürfen nicht erfolgen. Dieses Abkommen hat bis 31. Mai 1921 bei stillschweigender Verlängerung von je vier Wochen, falls Kündigung ausbleibt, zu gelten Am Donnerstag tagt« im Zirkus Büsch in Hamburg die ent scheidende Versammlung der Streikenden. Nach der Debatte, in der sämtliche Diskussionsredner zur W« I t e r f ü h r u n g des Streiks aufforderten, erfolgte die geheime Abstimmung, die dennoch eine Mehrheit von 150 Stimmen für die Wiederaufnahme der Arbeli ergab.___ Handelshilfsarbeiter im Einzelhandel: Di« gestern abend stattgefunden« Funktionärversammlung ho' beschlossen, in allen Betrieben des Einzelhandels die A b st i m m u n g über die Arbeitseinstellung vorzunehmen. Die Stimm- zettel und das Abstimmungsrefultat aus den einzelnen Betrieben muß bis Sonnabend nachmittags 2 Uhr der Organifattonsleitung des Deutschen Transportarbeiterverbandes, Verwaltung Groß-Berlin. z. Hd. des Zbollegen P o l l m e i e r, übermittelt sein. Die Abstiw- mung der Kollegen aus den kleinen Geschäften, in denen keine Be- triebsvertretung vorhanden ist, erfolgt am Sonnabend in unserem Bureau, Zimmer 33, unter Vorzeigung des Mitgliedsbuches und ?lngab« der Arbeitsstätte. Veusscher Transportarbeiter onimiib, Bezirk Groß-Verlin g« ■tOi Geschäftliche Mitteilungen. Pit 54. S. ftofepf), SchSneberg, Hauptstr. 1, bietet zum Ofterfeft ete« Kaufqele�enhe�t in Herren- und Knabenbekleidung. Wir verweise« ovf da»? obiger Firma in gleicher Nummer_ Verm,«». flte den rrtott. Teil; Dr. Stntt Vcfte».' ».«ocke. Berlin«erlog:«orwSrtS.B-ilag»erllii. Msirll Bilchbnutirrj»«eriogsansiaU Voul Singer n, Od», Vrrllu, llisdenktr. A. Jznorm billig Ein Posten 1 Gelegenheit: Reinwollene Strickjacken w hobaebca. lebhafua Frühjahr«-Karben. herTorragend gnt« QnalitlteiL«ow. Vorrat» ISS- 235" 295" Damen- u. Backfisch-Mäntel Serie I in den verschiedensten einfarbigen, gestreiften, karierten und gemusterten Stoffen in reicher Formen- Auswahll Serie U Serie III Serie IV Serie V 125" 175" 245" 295" 345" neueste Frühjahrs-Mäntel Auch für eleganteste Konfektion enorm billige Preise. 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