Nr. 259. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Bost- Abonnement: 3,30Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Desterreichs Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Juferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vor mittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Sentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 6. November 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt kein boykottirtes Bier! Der landwirthschaftliche Kredit brachte, dazu verwandt würden, die Grundbesitzer, die ihr Luft, den Großgrundbesitzern gefällig zu sein, die sämmtlich Land selbst bebauen, von der Grundsteuer zu be- Legitimisten, d. h. Anhänger der fortgejagten Dynastie und freien. Der Antrag wurde verworfen, weil in Frankreich. er folglich seine Feinde waren. das Budget aus dem Gleichgewicht bringe. Die Bei Napoleon III. glaubten die Herren mehr Paris, 2. November 1894. Sozialisten, die ganz böse Burschen find, haben Glück zu haben. Und wirklich erlangten sie auch gleich Das Ministerium und die ministeriellen Abgeordneten diese Geschichte den Bauern erzählt und ihnen ge- nach dem Staatsstreich des 2. Dezember 1851 schreien, als ob sie am Spieße ftäten, daß die Sozialisten sagt: da seht Ihr, was die Versprechungen der Bourgeois- die Einrichtung des Kredit Foncier( Grundkredits), dem sie daran hindern, am Glücke Frankreichs zu arbeiten; und Deputirten werth find! als Taufgeschenk eine Unterstüßung von 10 Millionen Franks dech wurden sie ohne die Sozialisten nichts thun, oder viel- Um diesen Hieb zu pariren, haben sich die Deputirten in die Wiege gelegt wurde. Wie es der Name besagt, sollte mehr es würde so aussehen, als thäten sie nichts. Seit die ans Wert gemacht und wollen jetzt der Landwirthschaft den diese Gesellschaft den Grundbesitzern Vorschüsse gewähren; aber Eozialisten mit der Propaganda auf dem Lande begonnen landwirthschaftlichen Kredit geben, dieses Wundermittel, die Verwalter des Justituts dachten anders. Sie rafften auf dem haben, zittern unsere Gegner vor Angst, die Bauern, das sie von allen Uebeln erlösen soll. Es finden sich Lande alles Geld zusammen und verwandten es zur Spekuwelche bisher die große Armee der Reaktion bildeten, sogar unter den Reaktionären Steptifer, welche die absolute lation in städtischem Grundbesitz und in egyptischen Schuldwürden zum Feinde übergehen; um fie davon Wirksamkeit der Panacee*) bezweifeln. Der Soleil", ein verschreibungen. Nach einem solchen Erfolg unterstützte die abzuhalten, hat man unter mächtigem Reklame orleanistisches Reaktionsblatt, schrieb in diesem Sinne: kaiserliche Regierung, die um jeden Preis den Grundbesitz lärm und inbrünstigen Liebesversicherungen angekündigt, Worauf es autommt, das ist, den Bauer in den Stand sich verpflichten wollte, eine neue Gesellschaft, die diesmal daß man ihnen alles mögliche Gute erweisen, Alters- zu sehen, daß er seine Geschäfte ohne Anlehen be den Namen:„ Landwirthschaftlicher Kredit" annahm. Diese versicherungs Rassen für sie wie für die Arbeiter er forgen tann; das Aulehen ist ein Aderlaß, der schließlich Gesellschaft bewies ihren Eifer für die Landwirthschaft richten, ihnen unentgeltliche Arzthilfe gewähren und sie sonst die stärkste Konstitution und das solideste Eigenthum zu dadurch, daß sie einen großen Theil ihres Fonds auf den mit allen möglichen menschenfreundlichen Einrichtungen be- Grunde richtet." Bau der großen Oper verwandte, deren Tänzer und Tänzeglücken würden. Man hat zahlreiche Reden gehalten, aber rinnen sich mit den vom Londe kommenden Beefsteaks und fich wohl gehütet, auch nur das kleinste Gesezchen zu beGemüsen ernährten. willigen. M Sie haben Pech, die Herren Bourgeois; was sie gethan haben, das wendet sich gegen die Landwirthe. Um diesen den Verkauf ihrer Ernten zu hohem Preise zu ermöglichen, hat man die Zölle erhöht; und siehe da, seit dieser Erhöhung über den früheren Stand, wird der Wein immer billiger, und der Weizen, welcher 22 Franks der Doppel zentner foftete, wird jeht zu 16 bis 18 Frants verkauft. Was man nicht gethan hat, ist den Bauern genau ebenso nüglich. Die Abgeordneten versprachen schon seit Jahren, den Gewinnst aus der Rentenumwandlung( Konversion) für die Erleichterung der auf die Landwirthschaft drückenden Lasten zu verwenden. Das würde nur gerecht und billig sein; denn gerade die Bauern und kleinen Leute tragen die Verluste der Umwandlung, zu deren Durchführung man nur darauf wartet, bis die Finanzleute der hohen Bank alle betheiligten Werthpapiere in ihren Portefeuilles dem Publikum auf gehalt haben. Bei der Umwandlung der 4 pct. in 3½ pCt. im verflossenen Jahre ergriff Jaurès die Gelegenheit, um die Abgeordneten an ihre Wahlversprechungen zu erinnern und zu fordern, daß die 68 Millionen, welche die Konversion einHans Sachs." Nicht Kredit mit Zinsen, sondern Kredit ohne Zinsen; Kredit, der nichts kostet, verlangen die Großgrundbefizer des Soleil". " In der vorigen Legislaturperiode brachte unser Genoffe Lafargue eine Gesetzesvorlage ein, die den Klein grundbesitzern diesen famosen Kredit sichern sollte. Sein Vorschlag war in wenigen Worten der: Die Stadtgemeinden sollten den Landwirthen unter Bürgschaft ihrer Gemeinderäthe Summen in der Höhe des halben Ernte- Ertrages vorschießen und die Rückzahlung in Produkten zum laufenden Marktpreise erhalten. Auf diese Weise würden wir den Bauer von dem Kauf mann oder Wucherer befreien, der ihn ausbeutet. Aber ein solches Kreditsystem hat zur Voraussetzung, daß die Stadt gemeinden die Ernährung der städtischen Bevölkerung über nehmen; und das würde dem Bourgeoishandel und der Finanzspekulation schaden. Man beeilte sich deshalb, den Vorschlag bei Seite zu schieben. Und diese Art des Kredits ist es auch nicht, was die Herren Großgrundbesitzer wollen. Sie hatten unter Louis Philippe die Gründung einer Landwirthschaftsbaut gefordert, die Geld zu 2 pCt. ausleihen und ihre Fonds aus der Sparkasse herausziehen sollte. Allein Louis Philippe hatte keine *) Allheilmittel. Bis hierher haben die landwirthschaftlichen KreditGesellschaften von der Landwirthschaft nur den Namen gehabt. Nachdem die Grundbesitzer alles Vertrauen zu den Kapitalisten verloren hatten, dachten sie nur daran, sich selbst zu retten. Sie gründeten landwirthschaftliche Syndi fate, die sich zu Kooperativ- Gesellschaften umgestalteten: Maschinen, Sämereien, Dünger und andere für den Ackerbau nöthige Waaren kauften und an die Mitglieder vertheilten. Da die Syndikate im Handel Glück hatten, so dachte man daran, sie in Kreditbanken umzuwandeln. Die Kammer hatte ihnen dieses Recht zugestanden und die von Syndikaten gegründeten landwirthschaftlichen KreditGesellschaften von den Patent- Kosten sowie von der Steuer auf Mobilien- Werthe befreit. Die Grundbesitzer hatten, wie unter Louis Philippe, verlangt, die Fonds für ihre landwirthschaftlichen Banken aus den Sparkassen zu ziehen; aber die Finanzleute, welche der Meinung sind, daß sie allein das Recht haben, die Volks ersparnisse zusammenzuraffen und einzusacken, bewirkten, daß diese Forderung verweigert wurde, die ein Attentat auf ihre Privilegien war. So um die Hilfsquelle der Sparkassen gebracht, zeigen die Grundbesitzer teine große Begeisterung für die landwirthfammentamen, um sich an Singen, Dichten und Tonsehen dichtet. Zur Kunst des Meistergesanges sein Leben lang zu erlustiren. Meister Jörg Sachs lächelte und meinte: Nun, bis der Bub die Feilweis von Hans Folk kann, hat's wohl noch gute Wege." zu halten, entschloß er sich aber schon in Wels; die Buchdruckerpläne hängte er wieder an den Nagel. Ta lebte vor 400 Jahren in der schönen alten Reichs ftadt Nürnberg einmal ein ehrsamer Echneidermeister Namens Ueber Burghausen, Detting und Landshut wanderte Jörg( Georg) Sachs, dem am 5. November 1494 ein Söhne unser guter Geselle nach München, wo ihm die Meisterlein geboren ward, das er Hans nannte. Es war in der Meister Andreas aber griff in seine Tasche und zog singerkunft auch gleich einmal aus der Noth half. Ohne Stadt eine schlimme Beit, eine furchtbare Seuche wüthete einen jener viereckigen Klippenschillinge heraus, die Mittel langte er auf der Herberge der Schuhmacher in und raffte schnell viele Menschen dahin, weshalb man sie als Denkmünzen vertheilt wurden, wenn man einmal die Bayerns Hauptstadt an und mußte dem Herbergsvater, auch die Geschwinde Krankheit nannte. Deswegen hatten es Reichskleinodien der deutschen Kaiser und ein paar andere dem Wirth des Gasthauses seinen Rock zum Pfande für die Eltern Hänsleins auch sehr eilig damit, ihm einen Werkwürdigkeiten dem Volke öffentlich zeigte. Die feine Verköstigung abtreten. Da nahm sich die gutherzige Namen geben zu lassen, und zwar geschah das noch am Reichskleinodien waren vornehmlich: die ganz goldene, mit Wirthin des schmucken, verständig dreinblickenden Burschen selben Tage, an dem das Knäblein zur Welt kam. Bei dem ungeschliffenen Edelsteinen besetzte Reichstrone, der Reichs- an, und da sie wohl aus seinen Reden gemerkt hat, er verFamilienfest der Namensgebung war der ehrsame Messer- apfel, der Reichsszepter, alles Zeichen der Herrscherwürde stehe sich auf Sangeskunft, sprach sie: schmiedemeister Andreas Sponn Zeuge gewesen. deutscher Kaiser, die lange Zeit in der Reichsstadt Nürnberg Sohn, kannst Du reimen eben Das Werkzeug, das ein Schuhknecht hat In der Werkstatt Und auch dabei sein' Arbeit, frei Will ich den Rock Dir geben. Der fam nun eines schönen Tages, nachzuschauen, was aufbewahrt wurden. feine Gevattersleute machten, die auch bei Geburt ihres Der Klippenschilling sollte dem Kinde das WohlHansels krant gewesen und noch nicht ganz genesen waren. wollen seines Herrn Bathen immer vor Augen führen Raum war er eingetreten, jo hub der kleine Hans und dem Kleinen als Spielzeug, aber auch als mächtig an zu schreien mit voller Kraft seiner kleinen Pfand dienen, daß Meister Sponn sich späterhin seiner Das erbaute den jungen Handwerksgesellen gar sehr, Lunge. annehmen und ihm die Kunst des Meistersanges er nannte und beschrieb des Schuhmachers Geräthe und Der Gevattersmann, dem sein Bathe dargebracht wurde, lehren wolle. Hat's aber nicht gethan, vielmehr hat der ihre Verwendung in wohlgefügten Bersen, und lachenden summte dem Knirps ein Liedlein vor, was diesem wohl zu junge Hans, der nach dem Besuch einer guten Schule zwei Mundes reichte die Wirthin dem jungen Dichter seinen Rock gefallen schien, denn er stellte nun seinen Gesang ein und Jahre lang die Schuhmacherei lernte, die Einweihung in wieder. Kunst bringt Gunst! war still. die Geheimnisse der Dicht, Tonsatz- und Sangestunst von In München war es aber auch, wo Hans Sachs sein Nun, der Hansel scheint ja wohlauf zu sein; eine dem Leinwebermeister Lienhard Nunnenbeck erhalten. poetisches Meisterstück vor der dortigen Zunft der Meisterfräftige Stimme hat er und das Singen scheint ihm auch In der Schule, in der Handwerkslehre und in Nunnens finger ablegte. Denn jene Dicht- und Singschulen waren Freude zu machen. Wenn er zu seinen Jahren tommt, bed's Unterricht hat der Hansel nun fein aufgemerkt und zuuftmäßig eingerichtet; die Schüler oder Jünger sangen nehm ich ihn in die Lehre und bringe ihm die löbliche in allen Dreien was Tüchtiges gelernt. Dann ist er auf nach Melodien, die schon vorhanden waren, alte vorhandene, Kunst des Meistersanges bei." die Wanderschaft gegangen, um das Gelernte zu üben und feltener neue, selbstgedichtete Texte; hatten sie darin eine Meister Sponn war nämlich Meister in der Nürn auswärts zu spähen, wo er noch etwas dazu lernen gewisse Sicherheit erlangt, so galten fie als Gesellen; berger Sängerschule, einem Verein, in welchem eine Anzahl tönnte. Die Reise ging von Nürnberg nach Regensburg, Meister wurden sie erst, wenn sie eine der berühmten alten Handwerksmeister nach des Werkeltages Laft und Hiße zu von da über Passau, Braunau, Wels und Reichenhall nach Melodien der großen Meister verwendet oder neue Tonweise erfunden hatten zu einem Zum vierhundertften Geburtstag des größten deutschen Zum vierhundertsten Geburtstag des größten deutschen Salzburg, wo ihm die neue Kunstübung des Bücherdrückes eine Dies Meisterstück legte unser Bollsdichters" bringen wir diesen Artikel, der aber für heute den bekannt wurde und ihm die Lust kam, umzusatteln, von selbstgedichteten Liede. Raum wegnimmt für das Feuilleton. Die Leser werden das der Schuhmacherei zur Druckerkunft überzugehen; etwas Hans eben damals 1514 in München ab, und zwar von dieser scheint er schon damals gelernt zu haben. Später benutte er die Melodie des Altmeisters, den man den Fehlen desselben für einen Tag freundlich entschuldigen. ( Red. d. Vorw." hat er auch ein Preislied auf die löbliche Druckerei ge- Marner nannte, den sogenannten„ langen Ton des Marners." schaftlichen Banken, deren Kassen sie mit ihren eigenen Sous| Der Trommler wirbelt und mit gefälltem Bajonnett geht es auf| Vertuschungsversuch die folgende Darstellung der Vorfälle ( Groschen) füllen müssen; und um sich die Bitterniß der Ent- die Masse ein. Keine Hand wurde erhoben. Alles bei dem Zusammenstoß im Walde zusammen: täuschung zu vertreiben und ihrem schlechten Humor Luft flob sofort. Wer jung und träftig war, entfam. Nur die" Deffen ungeachtet( trotzdem der Prozeß verloren war näm zu machen, haben sie die Sozialisten angegriffen, machen, haben sie die Sozialisten angegriffen, armen alten Männer wurden zusammengestochen. Ein 70 jähriger lich) wollten sich die Leute zufrieden geben und verlangten Die allgemeinen Sündenböcke, die Schuld find an allem Un Greis war das erste Todesopfer, ein Bajonnett durchbohrte ihm nur vom Freiherrn von Boller das seit 2 Jahren fällige Die allgemeinen Sündenböcke, die Schuld find an allem Un- das Hirn. Ein Lungenstich tödtete einen 65 jährigen Greis. Berechtigungs holz, bezw. das Geld hierfür.( Das glück, das die armen Kapitalisten trifft. Acht Schwer verwundete schweben zwischen Leben dritte Jahr ist nun bereits auch verfallen.) Allein da kamen Meline, der Oberhäuptling der Grundbesizer, hat gegen und Tod. Zahllose Leichtverwundete haben die Bajonnette sie schön an! Alles Bitten half nichts, weder bei der Gutsdie Sozialisten gedonnert, die, durch ihre verderb gespürt. Kein Soldat hat eine Verlegung, Nie herrschaft noch bei dem gutsherrlichen Oberförster Graßmann in. lichen Lehren den Grundbejiz entwerthen mand griff fie an. Der Vorfall ist unerhört. Warum Fuchsmühl. Es wurde ihnen zwar versprochen, am ( déprecient par leurs doctrines la valeur de la terre), der hat man nicht erst einen Scheinangriff gemacht, lieber die 25. Oftober werde ihnen das Holz angewiesen, aber das Verdas Pfand der Gläubiger ist" und die den Bauer ver Gewehrkolben benützt? Warum hat der Bezirksamtmann nicht sprechen wurde nicht gehalten." locken, das heimische Feld im Stich zu lassen gesagt: Wenn ihr in einer Viertelstunde den Wald nicht ver- Also unzweifelhaft lag eine Provokation der nothWarum hat er nicht gewartet bis leidenden Bauern vor! und in die Industrie städte zu wandern*), zum Abend, bis die Leute zu Hause waren, um sie verhaften zu lasset, lasse ich schießen? und er beendigte seine Rede mit folgendem Keulenschlage: laffen? Ein Mann hat 14 Bajonettstiche; die meisten Wunden Die Fuchsmühler Angelegenheit ist mit der militärischen " Je mehr Sie die Sozialisten sich Ihrem Ziele haben die Leute von hinten erhalten. Eine Viertel. Niederstechung fliehender, wehrloser Menschen im Walde nähern, desto mehr wird das Land entvölkert werden. Es stunde weit haben die Soldaten die Leute ver noch nicht zu Ende. Wenn von niemand anderem, so ist nur zu leicht vorauszusagen, was an dem Tag, wo Sie folgt. Ganz unbetheiligte wurden verlegt! Und die wird von der Sozialdemokratie für eine Sühne gesorgt die Verstaatlichung des Grund und Bodens durchgesetzt armen Leute haben sich nicht gewehrt, feine Miene gemacht, ob- werden. Bezeichnender Das erwartet auch das Volt. haben, geschehen wird: Sie können das Land anbieten, gleich sie die Mittel dazu hatten. Die Aufregung und Entrüstung Weise bemerkt die Augsburger Abendzeitung":" Daß wem sie wollen Sie werden niemanden finden, der es in der Bevölkerung ringsum ist nicht zu schildern. Mittwoch die nächste Folge dieser Vorkommnisse die ist, daß bei einer bebaut. Sie haben nicht nur den allgemeinen Ruin der Abend hielt Herr Regierungsrath Frhr. v. Andrian Gemeinde kommenden Wahl die 31 fozialistischen Stimmen, versammlung ab." Ihr sollt, wie mir der Oberförster GraßLandwirthschaft herbeigeführt, Sie haben auch die all- mann sagte, Euer Holz für 1893 alsbald erhalten!" sagte der die bei der letzten Gelegenheit aus Opposition gegen den gemeine ungersnoth dekretirt( décreté la famine Serr Regierungsrath. Also jest geht es, aber erst mußte Gutsherrn abgegeben wurden, sich vervierfachen, ist universelle.)" Blut fließen! Die Hauptrolle spielt jeht Staatsanwalt und sicher." Die Fuchsmühler Bajonnetstiche sind ein schmerzUm die Entvölkerung des Landes und den Ruin der Untersuchungsrichter, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung(!) 2c. liches Aufklärungsmittel, aber sie haben zur Aufklärung der Landwirthschaft zu verhüten, macht der Schutzöllner Meline, Die Gemeinde ist ruinirt! Was hier steht, ist die bayerischen Bauern mächtig gewirkt. dessen Schutzölle unsere Industrie zu Grunde richten, ohne Wahrheit." Gallus. Dolitische Leberlicht. Dolitische Gin geheimnißvolles Flüstern geht durch d der Landwirthschaft den geringsten Nutzen zu bringen, den Wer kann sich angesichts dieser Vorgänge noch durch Vorschlag: die Formen des Verkaufs von Immobilien das offiziöſe Telegramm täuschen lassen? In das Gebiet Berlin, den 5. November. ( Grundeigenthum) zu vereinfachen, damit der Grund der unfreiwilligen Komik ragt troy aller Tragik des Vorund Boden leicht von Hand zu Hand zirku- kommnisses der Schlußpassus hinein, der uns von zwei Sol- Ein Blick hinter die Koulissen. Es ist gut, wenn die in ihrer Iiren fann" wie die Panama- Aktien. Das ist es daten erzählt, " gegenseitigen Ver- das Volk lernt, wie man heutzutage Geschichte macht. Die gerade, was die Finanzherren verlangen: sie wollen auch theidigung" eine Anzahl armer alter Bauern mit Stichen gegenwärtige Kanzler und Ministerkrise denn sie i st Ist es dem Ver- noch nicht vorüber ist recht dazu angethan, jeden das Land der Bauern sich ergattern, nachdem sie ihnen ihr in den Rücken regalirt haben. hübsches klingendes Silbergeld aus der Tasche geholt haben. fertiger diefer werthvollen Auskunft denn möglich, Dentfähigen nachdenklich und bedenklich zu machen, und ihn Der landwirthschaftliche Kredit, diese berühmte Panacee, irgend eine flare Vorstellung mit dieser Schilderung zu das bekannte Wort des schwedischen Reichskanzlers gebüh wird die Zentralisation des Grund und Bodens befördern, verbinden? Uns jedenfalls nicht. Solche Scurrilitäten rend würdigen zu lassen. Ein interessantes Schlaglicht auf die soziale Revolution beschleunigen und die Aufgabe der klingen fast wie eine Verhöhnung der öffentlichen Meinung. die Krise wirft eine Berliner Korrespondenz, die wir in der Sozialisten, welche das Land zu verstaatlichen haben, er- Wie irgend ein offiziöser Skribifax für die Militär- Kölnischen Boltszeitung" vom 16. Oktober finden, die hat auch der Be also ungefähr 14 Tage vor dem Ausbruch der Krise geleichtern, indem er die Zahl der zu expropriirenden Grund- behörde zur Feder gegriffen, befizer vermindert. fiter des Fuchsmühler Waldes, der Freiherr von Zoller, schrieben ist. Wir lesen da: das dringende Bedürfniß gefühlt, sich reinzuwaschen. Er„ Ein geheimnisvolles Flüstern geht durch die läßt in süddeutschen Blättern ein Rechtfertigungsschreiben politischen Kreise, und überall fragt man sich: was wird werDie Fuchsmühler Wald- Schlacht einem Unglück aber, die gegen ihn erhobenen Anschul- segen die Umſturzbestrebungen in den verschiedenen Nemtern veröffentlichen, das langathmig genug ausgefallen ist, zu den? die bereits angedeutet, werden die Entwürfe, welche hat eine mächtige Erregung hervorgerufen, in Bayern und bigungen nicht widerlegt, vielmehr bestätigt. So muß er ausgearbeitet sind, einer nochmaligen Durchsicht unterzogen zu dem Zwecke, möglichst viele Steine des Anstoßes wegzuräumen über dessen Grenzen hinaus. Da haben sich nun die Be- zugeben, daß ein früherer Prozeß seines Vorgängers gegen und einen für alle Theile gangbaren Weg zu schaffen. schwichtigungskommissare der Regierung ans Werk gemacht die Gemeinde um das Gemeindeholz von der Gemeinde Kunststück gelingen wird, muß sich bald zeigen. Es triselt und folgende offiziöse Depesche in die Welt gehen lassen: 1878 gewonnen wurde. Er selbst hatte dann versucht, ihr auf etwas. Von gut unterrichteter Seite wird mir mitgetheilt, der Amberg, 5. November. Die„ Amberger Boltszeitung" andere Weise beizukommen, indem er sich den Paragraphen Reichskanzler fei zurückgekehrt mit dem Eindruck, daß er sich nach erfährt aus dem umfassenden amtlichen Berichte des Obersten des Forstgesetzes wegen Zwangsablösung der Gerechtsame zu wie vor des Vertrauens des Raisers erfreue; auf der andern erfährt aus dem umfassenden amtlichen Berichte des Obersten Nutzen machte. Während des langwierigen Prozesses wegen Seite steht aber auch fest, daß der Kaiser das vom Miniſterdes hier garnisonirenden Regiments, daß die schonendste Säube- uzen des hier garnisonirenden Regiments, daß die schonendste Säube- dieser Ablösung, deren Berechtigung die Gemeinde nicht an- Präsidenten Grafen Eulenburg vertretene scharfe Vorgehen rung des Fuchsmühler Waldes eingeschärft war. Die beiden erkennen wollte, hat Herr v. Zoller den Bauern das grundsätzlich durchaus billigt, allerdings in der getödteten, sowie die verwundeten Bauern hatten die Soldaten Rechtholz verweigert. Das führte gerade die Er- Hoffnung, daß im Staatsministerium eine Einigung auf ein wirkErames fames Attionsprogramm sich erzielen lassen werde Vorläufig mit Aerten und Sägen bedroht. Die den Verlegten bei bitterung herbei, da die Bauern durch diesen Ausgiebt es noch feine Einigung. Graf Gulenburg ist bei schlechter gebrachten Stiche in den Rücken rühren von Soldaten her, fall in ihren Einnahmen geradezu ruinirt wurden. Laune, was man sich daraus erklären kann, daß er ungern Wasser welche sich gegenseitig bei der Vertheidigung und wie aus dem vorhin angeführten Berichte her in seinen Wein schüttet. Defto siegesgewisser geberdet sich die unterstügten. vorgeht, wird jeßt, nach dem Blutvergießen, das tonservativeronde, welche feit langem an dem Sturze Man erzählt sich, Die schonendste Säuberung des Waldes! Alle Berichte zurückgehaltene Bachtholz aus dem Jahre 1893 aus des Grafen Caprivi arbeitet. ftimmen darin überein, daß die Bauern keinerlei Widers geliefert. Giebt es einen schlagenderen Beweis für die daß die erste Frage, welche ein in diesen Tagen angekommener " Kreuz- Zeitungs" Politiker an einen ihm befreun stand geleistet haben. Der beste Beweis dafür liegt darin, Frivolität des Zoller'schen Verhaltens während des Rechts- beten Herrn gerichtet habe, die gewesen sei: If Caprivi daß von den Bauern zwei getödtet und dreißig verwundet streites? immer noch im Amte? Der Herr soll sehr verwimmbert Ferner wurde bem edlen Freiherrn der Vorwurf gegewesen sein, als er hörte, daß Caprivi immer noch nicht gestürzt wurden durch Bayonettstiche, während von den Soldaten macht, daß er in letzter Beit für 300 000 m. Holz gefei. Es gehört mit zum Handwerk, daß nunmehr gewiffe Blätter tein einziger eine Verlegung davongetragen hat. Und auf der Flucht sind die Bauern niedergestochen worden schlagen habe, so daß den Bauern vor Augen stand, falls ihre Hände in Unschuld waschen für den Fall, daß etwas passirt. So heißt es in einem neueren Berichte nach Erwähnung sie den Prozeß gewinnen sollen, würden sie aus dem Wald Desto fröhlicher erörtert man unter sich die freudige Möglichkeit, der Thatsache, daß der Bezirksamtmann mit 50 Mann ihr Rechtholz überhaupt nicht mehr erhalten können. Darauf daß es endlich zu einem Krach kommen und ein dem oftelbischen und insbesondere dem ostpreußischen Adel genehmerer ReichsMilitär in den Wald ging, wo die 200 Bauern Holz Es läßt sich gar nicht fällten: Nur ein Mal wurde lediglich zum Zweck der Erlangung tangler ans Ruder gefangen werde. von Mitteln zur Ablösung des Rechtholzes nach vorangängigem leugnen, daß sich seit den Königsberger Tagen manches Alle legen ibre Werkzeuge weg, weil es ihnen Benehmen mit der toniglichen Regierung der Oberpfalz verändert hat; die oftpreußischen Herren haben zwar von der Bezirksamtmann heißt. Sie treten auf seinen Befehl vor die systematisch tief eingegriffen, was den Berechtigten ganz gut be: Raiser manches zu hören bekommen, aber sie haben auch ihrergefällten Bäume. Drei Mal fragt er fie, ob sie aus dem Walde tannt ist, aber auch hierbei sind solche Summen auch nicht an seits dem Kaiser manches gesagt und sollen gehen wollten. Keine Antwort erfolgte. Biele hörten die nähernd in Betracht gekommen. babei nicht ungeschickt zu Werte gegangen sein. Worte nicht, viele ermaßen ihre Tragweite nicht. Nach der Also er verweigert den darbenden Bauern das Holz, gespielt haben. Auf der anderen Seite fehlt es an jedem Sie sollen einen ganz besonderen Trumpf qusdritten Frage wendet sich der Bezirksamtmann bündig zum gespielt haben. Auf der anderen Seite fehlt es an jedem Lieutenant: Jegt gebe ich Ihnen das Recht zum Angriff!" auf das sie ein Recht haben, greift aber selbst tief cin", Gegengewicht, ein Vertrauensmann des Reichskanzlers war nicht um sich die Mittel zur Ablösung des Rechtholzes zu bezur Stelle. Go fann man in der That gespannt sein, was da Man sollte denken, Herr Meline wäre ein schlesischer schaffen, obgleich ihm diese Ablösung noch gar nicht zu herauskommt." stand. Nun halte man einmal mit dem Zoller'schen Junter. R. b. V." Eigene Tonsäße erfand Hans Sachs dreizehn, zu denen er 695 Lieder dichtete. Im Jahre 1567 zählte der Meister selbst 4275 Meisterlieder in 275 Tönen. Die Meisterlieder hatten vornehmlich einen frommen oder doch lehrhaften Juhalt. Der Hauptruhm unseres Hans Sachs als Dichter beruht aber nicht in diesen etwas nüchternen, ja langweiligen Dichtungen, sondern in den Schwänken und Fastnachtsspielen. Die Schwänke berichten allerlei luftige Vorgänge ans dem Leben, Anekdoten aus der Geschichte alter und nener Zeit, die Haus Sachs in den vielen Büchern seiner eigenen Büchersammlung las oder aus dem Muude der Leute auffing. Auch in diesen Gedichten hat er die Absicht, die Hörer und Leser flüger und besser zu machen, ins dem er ihnen menschliche Fehler und Schwächen lächerlich vorstellte, sie sollten sorgen, so zu handeln, daß sie sich nicht dem Gelächter der Leute aussetten. antwortet er: Auf den Tannen wachsen die Krapfen*) Wie hier zu Land die Tannenzapfen, Auf Fichten wachsen Semmelschnitten, Gierpläh*) thut man von Birken schütten*), Auf Weidenköpfen Semmeln stehn, Milchbäche unter ihnen gehn, Die fallen dann in den Bach hinab, Daß jedermann zu essen hat. Auch gehn die Fische in den Bachen Besotten, gebraten, gefalzen, gebachen"), Und gehen dem Gestade ganz nahe, Daß man sie mit den Händen fahe*), Auch fliegen um ihr mögt es glauben! Gebratne Hühner, Gäns und Tauben; Wer sie nicht faht und ist zu faul, Dem fliegen felber sie ins Maul. Die Säue immer wohl gerathen, Laufen im Land um, find gebraten, Jede ein Messer hat im Rück, Damit schneidt jeder sich ein Stück. Nun, jetzt wissen wir's. Und wer mit dem Korre Nur einen grünen Wasserkrug nahm Wasserkrug nahm er mit sich. Aber auch der ärgerte ihn schier สิน Tode! Zuerst hängte er ihn an einen Nagel, aber da stieß er beim Hin- und Herwandern in der Belle immer daran. Wüthend riß er ihn von der Wand und stellte ihn zum Brunnen, aus dem er sein Waffer holte. Da tam nun die Sonne und sein Wasser ward badewarm und schaal. Bon neuem geärgert, stellte er das Gefäß nun in einen Winkel, warf es aber in der Finsterniß der Nacht um, als er niederkniete und betete, so daß seine ganze Belle schwamm von Näffe. Da hing ihn der zornwüthige Mönch an die niedrige Decke seiner Hütte. Als er am Tische saß, um fein trocken Brot zu verzehren, hatte er das freilich wieder vergessen und stieß an den Krug, als er einmal aufstand, sp daß er ganz beschüttet ward. Pudelnaß und zitternd vor Wuth riß er nun den Krug herab und warf ihn zu Boden, daß er in tausend Echerben zerbrach, und trat mit Füßen darauf herum. Da plöglich tam ihm der Gedanke, daß es nicht zu verwundern war, wie er sich mit seinen Brüdern im Kloster nicht vertragen hatte, weil er nicht einmal mit einem Wassertrug Frieden haben konnte. Am Ende" so dachte er bei sich liegt der Fehler bei Dir?" Er tehrte ins Klofter zurück, ließ von seiner borstigen Art und hatte fortan Ruhe und Frieden, weil er seine Reizbarkeit und Ungeduld bezwingen gelernt hatte. oft mit Bildern versehen, aus denen die Vorgänge dem Solche Dichtungen wurden zur Zeit des Hans Sachs Leser sich noch handgreiflicher barstellten und besser einprägten; diese Bilderbogen mit lustigen Versen wurden für In anderen Schwänken hechelt der Dichter andere wenige Kreuzer von Bürgern und Bauern gekauft, daheim Fehler und Untugenden, so in dem Heinz Widerborst un an die Wand genagelt oder geklebt und immer wieder von verträglichen Eigensinn und fähzornige Reizbarkeit, die er Jungen und Alten betrachtet und mit Nutzen gelesen. Man auch in dem Schwant vom eigensinnigen Mönch mit dem nannte sie fliegende Blätter", weil sie von Hand zu Hand Wassertrug köstlich abstraft. War da mal bei Regensburg durchs ganze Land flogen. Um die Fastenzeit gings in alter Zeit luftig her in in einer Karthause ein Mönch, der sich mit seinen Brüdern gar nicht vertrug und über jede Kleinigkeit gallig wurde den deutschen Landen wie auch anderwärts; vor der und tobte. Der nahm vom Oberen des Klosters Urlaub, Beit der ftrengen kirchlichen Fasten, in der keine um als Einsiedler im Wald Ruh und Frieden zu finden. Feste und Lustbarkeiten abgehalten werden durften, wollten die Menschen noch einmal recht aus Herzens Gar luftig weist der Dichter alle Nichtsnute und Kurz, das Schlaraffenland ist äußerst pläfirlich, und Faulpelze in das märchenhafte Schlaraffenland und sagt um all die Herrlichkeiten braucht man sich garnicht an damit, daß sie in die wirkliche Welt nicht passen; diejenigen, zuftrengen: welche er damit verspottet, sollen aus dem Schwank ents nehmen, daß sie mit ihren Fehlern und Mängeln behaftet in der wirklichen Welt nicht fortkommen können. Einige Proben sollen ein Bild geben von der Art unseres Dichters. Eine Gegend heißt Schlaraffenland, Den faulen Leuten wohlbekannt, Das liegt drei Meilen hinter Weihnachten; Und wer nach diesem Land will trachten, Der muß sich großer Ding' vermessen: Durch einen Berg von Hirsebrei essen, Der ist wohl dreier Meilen dick. Ist man in diesem Märchenparadies einmal angelangt, ja, so tann man herrlich und in Freuden leben, denn: Jm selbigen Schlaraffenland, Wo aller Reichthum ist bekannt, Da sind die Häuser gedeckt mit Fladen, Lebkuchen Thüren sind und Laden, Bon Specktuchen Deck' und Wand man find't, Von Schweinebraten die Balken sind. Um jedes Haus ist dort ein Zaun Geflochten mit Bratwürsten braun, Von Malvasier sind da die Bronnen, Kommen einem selbst ins Maul geronnen. Wer als der Faulste ward erkannt, Der wird zum König in dem Land. Landes verwiesen. Dagegen werden alle fleißigen und tüchtigen Leute des Seit dem 15. Jahrhundert schon erwähnen viele Schriftsteller das Schlaraffenland; das Land der Schlaraffen oder Schlauraffen, was so viel bedeutet wie faule, üppig lebende, gedankenlose Müssiggänger: Hans Sachs gab 1530 in Hans Sachs gab 1530 in feinem Schwant die erste ausführliche Schilderung. " Krapfen, Krebbel, ein Fastnachtsgebäck ähnlich der Berliner Grund Inftig, ja ausgelaffen sein. Festliche Gelage und Pfannkuchen; Eierpläß: Eierfuchen; schütten: schütteln; fahen: Schmausereien, öffentliche Umzüge und Tänze in allerlei fangen. Verkleidungen und endlich auch theatralische Aufführungen vorkommt. liche des Gindrucks noch erhöhen. Die Strife wird Recht verständig das und recht anständig. Wer genauer zusieht, bemerkt freilich den Pferdefuß des Kartells. Gegen diese gefährlichen Sozialdemokraten bedarf es des Busammenschlusses aller staatserhaltenden Parteien", und der Verschärfung der gefeßlichen Waffen zur Bekämpfung des Umfturzes"- und wie die Litanei der schlottrigen Angstgesellschaft noch lautet. " spondenten der Kölnischen Bolts Beitung" hinter die Oberschlesien auf Wunsch dieser Landestheile ausgedehnt| Massen, auf deren einmaliges Aufgebot, sondern auf ihre Dis Roulissen blickt, kann sich auch zurechtlegen, wie es gemacht werden. ziplinirung und ihre Schulung beziehen. Das Massenaufgebot worden ist. Wir haben es ganz unzweifelhaft mit Nach den Satzungen des Vereins soll seine Thätigkeit mit seinen tönenden Phrasen, dem„ dröhnenden Schritte der einer jener Hofintriguen zu thun, von denen man seit einem namentlich bestehen in der Beobachtung aller Fragen und Bor- Arbeiterbataillone", tönnte für einen gegebenen Augenblick geMenschenalter gemeint hatte, sie seien in Deutschland nicht gänge auf nationalem Gebiet und in der Wertretung der fährlich werden, aber es war eine einmalige vorübergehende Gemehr möglich. deutsch- nationalen Interessen vor der Deffentlichkeit durch fahr, während wir es jetzt mit einer bleibenden, beständigen zu den Bethun haben. Wir möchten die erste, die wilde" Zeit des Sozia Da loben wir uns doch die Art der Franzosen. An rebungen der polnischen Preſſe, weiter in der Heranziehung lismus mit dem ungeregelten Ansturm eines Boltsheeres vergeeignete Mittel, hauptsächlich auch gegenüber politischen Intriguen und Verschwörungen fehlt es auch Deutscher für den Erwerb ländlicher und städtischer Liegenschaften, gleichen, die jetzt geschaffene Bewegung aber mit einem wohlbei ihnen nicht. Aber es find Jutriguen im großen Stil, sowie deutscher Handwerker und Gewerbetreibender, Gastwirthe, organisirten stehenden Heere, das über eine sichere und bleibende Intriguen, die sich großer Mittel bedienen und schließlich Kaufleute, Aerzte, Rechtsanwälte, Betriebsbeamten und Arbeiter: Organisation verfügt, bie so lange allen anderen gegenüber im ftets an die Deffentlichkeit gehen müssen, die ihnen ihr Gift in der Kräftigung des deutschen Mittelstandes in Stadt und Bortheil sein wird, als wir uns nicht aufraffen und uns entnimmt und dauernden Schaden verhütet- nicht solch klein- Land durch geeignete Mittel, insbesondere auch durch Sicher: schließen, von den Sozialdemokraten zu lernen und uns gleichliches Klatsch- und Räntefpiel, wie es, nur um geringere stellung der Kundschaft und Kreditgewährung in Nothfällen; falls eine Organisation zu schaffen, die auf ähnlicher Grundlage Dinge, aber gleichwerthig, in hunderttausend Privathäusern durch Veranstaltung von Wanderversammlungen( deutsche Tage) beruht und eine ähnliche Arbeitsfreudigkeit aller Theilnehmer zur Besprechung nationaler Angelegenheiten und schließlich durch vorausseßt. Mit einer solchen Organisation würden wir Förderung des deutschen Schulunterrichts. jedenfalls noch mehr erreichen, als mit Abwehrgesehen, und eine Je mehr sich die Fäden der jezigen Krise enthüllen, Ein Theil der Aufgaben, die sich der Verein gestellt solche Organisation mag auch dem Kaiser vorgeschwebt haben, desto peinlicher ist der Eindruck, und desto beschämender für hat, nehmen sich harmlos genug aus; in der Mehrzahl ver- Umsturz aufrief. Wie weit wir von ihr entfernt find, darüber als er alle wohlgesinnten Elemente zum Kampfe gegen den Alle, die da glaubten, mit dem neuen Deutschen Reich sei rathen fie indeß deutlich genug, daß man es mit einem realist tein Wort zu verlieren bei unseren zertlüfteten Verhältnissen ein neuer Geist in das Deutschland der Regierungen ein- tionären Gebilde zu thun hat. Und wie könnte das auch an- und unseren zum Theil ganz selbstischen Bielen nachjagenden gezogen. Und wir sind erst am Anfange der Enthüllungen, ders sein? Verdankt der Verein doch seinen Ursprung den Parteien. Wenn man diese betrachtet und damit die Organis und jede weitere Enthüllung über die Krise wird das Pein Pilgerfahrten der Kennemann, Hansemann und Konsorten fation der Sozialdemokraten vergleicht, so hat man allen Anlaß, nach Varzin. Als sie dort zu Hofe gingen, hat der ehe- nicht stolz zu sein. Die Fraktion Rickert geht bereits ins Geschirr, um malige Reichskanzler sich des Breiteren über die Polenfrage als Regierungsvorspann bei der Durchbringung der polizei- ausgeplaudert. Altes Gerede war's, das man bereits vor lichen Machtmittel zur Bekämpfung der Umsturzbestrebungen" einem Dutzend Jahren Duzende von Malen von ihm gezu dienen. Das Organ dieser sogenannten Freifinnigen hört. Aber diese pilgernden Patrioten haben sich dort da Vereinigung, die Liberale Korrespondenz", erklärt nämlich, durch zu einer That begeistern lassen. An ihrem Bunde daß man gegen die Maßregeln im Rahmen der Caprivi'schen wird jede Regierung eine Stüße finden für Gewaltmaß Vorschläge nichts einzuwenden habe. Von diesen Vorschlägen regeln gegen die polnischen Bewohner der deutschen Ost fennt man bisher nur den„ Rahmen". Daraus sollte doch marken" und die Vortheile der Sicherstellung der Kundschaft auch ein freisinnig Vereinigter noch nicht ersehen können, aus der Kreditgewährung werden sich die zahlreichen ge- Lothringen ernannt wurde, soll nach einer Versicherung der ob der Inhalt blindlings angenommen werden kann. Aber riebenen Burschen zu Nuge zu machen wissen, denen der Danziger Zeitung" auf die Intervention des Großherzogs von bei diesen Manchesterleuten scheint die Anhänglichkeit an Patriotismus nur als Deckmantel für die Wahrnehmung Baden zurückzuführen sein. Zur Angelegenheit des Kladderadatsch" gegen Beamte den Ehrenbürger von Danzig so groß zu sein, daß sie bereit ihrer Interessen dient. sind, Alles unbesehen zu verschlucken, was mit der FabrikDas Zentralkomitee der vereinigten Kriegs- des Auswärtigen Amtes bringt die Westdeutsche Allgemeine firma Caprivi u. Ko. abgestempelt ist. Veteranen West, NordNord- und Ostdeutsch- Beitung" vom 3. November eine Erklärung, daß sie sich überzeugt sie die Behauptung aufgestellt hätte, Herr v. Marschall, land 3 hat an den Reichstag eine Petition gerichtet des babe, fie sei bas Opfer einer groben Täuschung geworden, als Inhalts: der Minister des Auswärtigen, sei der Urheber der ,, Kladderadatsch" Daten veröffentlicht: Derselbe möge an die hohen verbündeten Regierungen das Artikel. Der Prozeß der genannten Zeitung geht deshalb doch Im Jahre 1872/73 bestanden in Preußen 914 Niederlassungen ( für Mönche und Nonnen) mit 8795 Mitgliedern, sodaß damals Ersuchen stellen, dem hohen Reichstag einen Gesezentwurf seinen Weg und wird wahrscheinlich wieder neues Licht auf das durchschnittlich auf 10 000 Personen der Gesammtbevölkerung 8,57 vorzulegen, nach welchem allen noch lebenden Kriegsveteranen Treiben der Hintertreppenpolitiker fallen laffen. und auf 10 000 Angehörige der römisch- katholischen Kirche 10,64 aus dem Jahre 1848, 64, 66, 70/71 oder doch wenigstens denDer Beutezug ist gestern von dem schweizerischen Ordensleute entfielen. Im Jahre 1875 war die Zahl der Niederjenigen, deren Nothlage nachweisbar ist, vom laffungen bereits auf 955 gestiegen, von denen in jenem Jahre geldwebel abwärts ein lebenslang dauernder Volk abgelehnt worden. Die bezügliche Depesche 840 aufgelöst find und weitere 19 sich freiwillig aufgelöst haben, brenfold von den 3insen des Reichs.In.lautet: fodaß am Jahresschlusse noch 596 vorhanden waren. Bis validenfonds oder aus anderen Mitteln ausgezahlt zum Schluffe des Jahres 1886 wurden sodann 150 ausschließlich ber Krantenpflege gewidmete Niederlassungen ,, Die Erziehung von Prinzessinnen." Einen über mit staatlicher Genehmigung neu eröffnet. Seitdem sind schwänglichen Leitartikel auf die hessische Prinzessin Alix, in der Zahl der Niederlassungen und der diesen an die jetzt glücklich in den Hafen, zwar nicht der Ehe, aber gehörigen Mitglieder folgende Beränderungen eingetreten. Es der alleinfeligmachenden russischen( griechischen) Kirche ein waren vorhanden am Schlusse des Jahres gelaufen ist, schließen die Münchener Neuesten Nachrichten" 746 Niederlaffungen mit 7248 Ordensleuten bei Erwähnung der fatalen Thatsache des Religionswechsels 890 8305 aus politischen Gründen mit folgenden Worten: Ueber die katholischen Orden in Preußen werden statistische 1886 1887. 1888.984 1889.9880 9517 10 428 " 1890.. 1027 11 217 " . 1891., 1094 " " " Tu 1892.. 1146 1893.. 1215 12 152 13 129 14.044 werden soll. " Daß Graf Eulenburg nicht zum Statthalter von Elsaß" Bern, Sonntag, 4. November. In der heutigen Boltsabstimmung wurde mit ungefähr 329 000 gegen 140 000 Stimmen, bezw. in 1812 gegen 81/2 Kantonen, die von den Ultramontanen und einer Gruppe von Protestantisch- Konservativer auf dem Wege des Boltsbegehrens verlangte Verfassungsänderung, nach welcher die Eidgenossenschaft aus den 3olleinnahmen jährlich 6 Millionen an die Kantone abgeben sollte, verworfen.Das spanische Ministerium ist wieder zusammens geflict. Sagasta bleibt Ministerpräsident und sonst bleibt auch Alles beim alten. Nur, daß ein paar Namen gewechselt sind. Man hat vielfach getadelt, daß die Prinzessin, um Zarin werden zu können, die griechisch- orthodoxe Konfession angenommen hat. Aber wer die Erziehung von Prin und sie bewegt sich doch. Herr Crispi hat sich zwar effinnen fennt, wird seinen Zadel nicht sowohl gegen viel Mühe gegeben, die Ruhe des Kirchhofes auf Sizilien fie, als gegen jene richten, welche ihre Schid und im übrigen Italien herzustellen, allein ein Bolt läßt fale zu bestimmen hatten. Die Prinzessinnen Zu Ende des Jahres 1890 entfielen biernach durchschnittlich sind teineswegs so beneidenswerthe Wesen, sich nicht lebendig begraben. Das Feuer glüht unter der auf 10 000 Berfonen der Gesammtbevölkerung 8,74 und auf wie sie dem romantischen Sinne unserer Asche, und dann und wann brechen die Flammen hervor. 10 000 Angehörige der römisch- katholischen Kirche 10,94 Ordens Frauenwelt erscheinen. Da heißt es folgen" Werden sie auch jetzt noch erstickt, so wird das Crispi'sche leute, und seitdem ist deren Zahl noch höher gestiegen, da sie und entsagen", nicht viel anders, als Regiment doch unzweifelhaft ein Ende mit Schrecken bis zum Schlusse des Jahres 1893, also in 3 Jahren, um 25,2 beim Militär. Die Prinzessin wird von von frühester nehmen. Keine Gewalt tann ein Kulturland wie Italien vom Hundert gewachsen ist, während die gleichzeitige Zunahme Jugend zum unbedingten Gehorsam und zum dynasti zum Tode verurtheilen. Heute erhalten wir folgendes Teleder Bevölkerung wenig über 3 v. H. betragen haben wird. schen Opferdienst erzogen. Gesellt sich zu dem Die durchschnittliche Mitgliederzahl der Ordensniederlassungen Bunde, den Fürstenkinder schließen, wahre gegenseitige Liebe und gramm: betrug im Jahre 1872/73 9,6, zu Ende 1886 9,7 und am bürgerliches Cheglück, so darf man das als besonders freund meldungen aus Palermo wurde die feierliche Eröffnung des neuen Rom, 5. November. Nach hier eingelaufenen Private Schluffe des Jahres 1898 11,5, ist mithin ebenfalls sehr beträchtliche Fügung des Himmels ansehen. Ob sich die beiden jungen Studienjahres der Universität durch Rufe: ,, Es lebe De Felice!" lich gestiegen. Aus diesen Ausführungen geht auch die interessante That Leute, auf welche jetzt die Blicke der ganzen Welt gerichtet sind, gestört. Diese Rufe wurden von mehreren Studenten ausgestoßen sache hervor, daß nach der staatlich verhängten Aufhebung der wirklich„ lieben"?. Ob Prinzessin Alix demnächst den russischen während der von Professor Impallomeni gehaltenen GröffnungsThron zieren wird? Man hat viel von der Abneigung rede Ueber die Reform des Geschworeneninstituts". Professor Orden im Jahre 1875 bereits im Jahre 1888 deren Zahl wieder Nikolaus II. gegen feine Braut und das Heirathen überhaupt Impallomeni hatte im Prozeß De Felice den Kaffationsantrag auf die frühere Höhe gekommen war. Somit war auch jener gesprochen. Wäre das richtig, so stände es um die Barewna" unterstützt. Die anwesenden Vertreter der Behörden verließen Impallomeni hatte im Prozeß De Felice den Kaffationsantrag bismarckische Streich ein Schlag ins Waffer. schlimm. Denn die Geschichte lehrt uns, daß gekrönte Weiber die Aula. feinde auch in diesem Puntte nicht mit sich reden lassen. Ein Verein zur Förderung des Deutschthums in den Ostmarken ist am 3. November in Posen gegründet worden. Seine Thätigkeit bleibt zunächst auf die Provinz Posen beschränkt, kann aber auch auf Westpreußen und " uns Es lebe De Felice! Für Crispi klingt das wie die Posaune Diese armen Prinzessinnen! Und mit der Erziehung des jüngsten Gerichts. der Prinzen ist es natürlich nicht viel anders. Wie Die Komödie der französischen Nationaltrauer als er einen Brief an Kaiserin Katharina II., die größte um den verstorbenen russischen Baren wird von den recht hatte doch der alte Jean Jacques Rousseau, ber Monarchinnen und H- ren"( nach Byron) mit den tapitalistischen Parteien Frankreichs mit zeichneten die Fastnachtszeit aus. In Kirchen, auf Markt Worten begann:„ Wenn ich das Unglück hätte, als Fürst geschwächten Kräften weiter gespielt. Verschiedene Zeitungen find in Trauerrand erschienen und den Bauchrutschereien plägen, in Sälen von Gasthäusern oder in den Wohnungen geboren zu sein." des Herrn Cafimir Perier und seiner Minister soll heute behäbiger Bürger gaben Schauspielertruppen ihre Vor- Die Kölnische Zeitung", die einmal der Wahrheit eine große Loyalitäts- und Sympathie Vorstellung in den stellungen, welche sich aus Schülern, Studenten, jungen die Ehre giebt das ist wohl noch nie dagewesen. In beiden Kammern( Nationalversammlung und Senat) folgen. Burschen des Bürgerstandes, auch Meistersängern bildeten. einem Artikel über den sozialdemokratischen Natürlich werden unsere Genossen diesen famosen ReDie meisten Fastnachtsspiele des Hans Sachs sind auf Parteitag ist das Wunderbare aber doch paffirt publikanern", die am Grabe eines der grausamsten Despoten geführt worden, bei vielen wirkte der Meister selbst als und zwar am vorigen Sonnabend. Die ganze Krokodilsthränen vergießen, den Standpunkt klar machen. Larsteller mit. In Nürnberg ist( für geistliche Stücke) die Wahrheit ist's freilich nicht, aber doch ein Stück Wahrheit. Wie der Kapitalismus die Menschen demoralisirt, ihnen Katharinenkirche, später ein von der Meistersängerzunft In dem betreffenden Artikel heißt es: jedes Scham und Freiheitsgefühl nimmt und sie der eigens dazu erbautes, ungedecktes Schauspielhaus Wenn wir der Ansicht sind, daß sich trotz der auf dem Partei brutalsten Barbarei zuführt das ist aber niemals zu den Aufführungen benutzt worden. Ebenso wie in den Schwänken, behandelt unser Dichter von einer inneren Schwächung der Partei nicht rechtfertigen lasse, tassischer bewiesen worden, als durch das Verhalten der in den Fastnachtsspielen Erlesenes wie Erlebtes und Ge so bestärkt uns darin vor allem die ganze Physiognomie der Wer französischen Bourgeoisie gegenüber dem Barenthum. hörtes mit liebenswürdigem Humor und gutem Behagen. sammlung. 3 läßt sich beim besten Willen nicht leugnen, daß Bei der Metelei in Cayenne auf den HeilsAuch an der großen Boltsbewegung seiner Zeit, die die Delegirten mit einem entschiedenen Ernst an ihre Aufgabe inseln- wurden, nach einem Telegramm, unter anderen herantraten. Es ist hier nicht der Ort, das Utopistische in der die Anarchisten" Bauthier, Margaux und Simon Biscuit man Reformation genannt hat, nahm Hans Sachs lebhaften ganzen Bewegung nachzuweisen, aber sicher ist es, daß es der thätigen Antheil. Fast die ganze Bibel hat er in Gedichten Bartei gelungen ist, ein gewaltiges Menschenmaterial nach einer getödtet. Die Greuelthat, die wir jüngst ausführlich beverschiedener Gattungen behandelt und ihren Inhalt auch bestimmten Richtung zusammenzufassen und weite Kreise mit sprachen, wird nächstens vor die französische Kammer denen zugänglich gemacht, für die ein umfangreiches Bibel- ihrem Geifte zu durchdringen. Wohl bildet unserer Ansicht nach kommen. Wir enthalten uns also für heute jeder weiteren buch zu fostspielig war. auch heute noch der blinde Proletarier das Groß der Bewegung, Bemerkung. Stets eifrig sein Handwerk übend, widmete Hans Sachs aber es sind auch schon sehr viele, zu viele, unter ihnen, die sich der Dicht und Sangeskunst nur seine Mußestunden nach zu einem Verständniß durchgearbeitet haben, die wirklich zielFeierabend und wir müssen staunen über die Menge von bewußte Sozialdemokraten geworden sind. Wer das nicht glaubt, der braucht nur den letzten Parteitag mit den Anfängen der BeStoffen, die er verarbeitet hat. Fast das ganze literarische wegung zu vergleichen. Im Anfange war es in erster Linie der Wissen seiner Zeit hat der wackere Handwerksmeister dem Radau, der in den sozialistischen Versammlungen herrschte, und Bolte zugängig gemacht, und immer schwebt ihm als Zweck ihr Symbol war Tölde's Präsidentenknüppel. Wie haben sich dessen Nutz und Frommen vor, immer liegt ihm die Wohlfeitdem die Sozialdemokraten parlamentarisch gemausert! Wenn fahrt aller am Herzen. eine bürgerliche Partei über Verhältnisse zu berathen gehabt hätte, Nach der Rückkehr von seiner Gesellenwanderschaft bei denen so viele widerstreitende Ansichten zur Aussprache 1516 hat er sich mit Kunigunde Kreuzer verheirathet; dieser tommen mußten, so wäre es faum ruhiger zugegangen als bei The entsprossen fünf Töchter und zwei Söhne, die aber alle vor dem Vater starben. 2011 Belgien. Wir erhalten folgendes Telegramm: Brüffel, 5. November. Die gestrigen Stichwahlen zu bin Provinzialraths- Wahlen verliefen ruhig mit Ausnahme von Antwerpen, wo vor den Redaktionen der katholischen Blätter feitens der siegenden Liberalen stürmische Rundgebungen stattfanden. In der ſiegenden Liberalen stürmische Rundgebungen stattfanden. In Brüssel siegten die Katholiken, sodaß auch die Provinz Brabant Brüssel siegten die Katholiken, sodaß auch die Provinz Brabant zu den sechs Provinzen hinzukommt, in denen die Katholiken bereits im ersten Wahlgange siegten. Der katholische Sieg in Brüssel ist deshalb wichtig, weil er den Katholiken das Recht giebt, 19 fatholische Senatoren zu wählen. In Charleroi haben bie Sozialisten, in Gent die Liberalen und Sozialisten, in Namur die Katholiken und in Lüttich die Sozialisten gefiegt. Bei 154 Sozialisten 47 Mandate erhalten. Die Katholiken behaupten Stichwahlen haben die Katholiken 33, die Liberalen 74 und die demnach von 655 Mandaten 417, die Liberalen 181 und die Sozialisten 57.Melville lebt noch. Aus England wird telegraphirt: London, 5. November. Vor einem Hause in Tilney Street den Sozialdemokraten. Diese Männer, von denen ein großer Theil zuerst auf einem niedrigen Niveau der Bildung und des politischen Verständnisses standen, haben es fertig belommen, sich Hart traf es den schon betagten Meister Sachs, als er die parlamentarischen Formen anzueiagen, und es ist ihnen da 1560 feine Gattin durch den Tod verlor, doch schritt er durch gelungen, über Schwierigteirlie hinwegzukommen, die sonst noch zu einer zweiten Ehe mit Barbara Horscher, in der er leicht at den heftigsten Auftrisdeen zu allgemeiner Ber zu Freude und Luft zu fröhlichem Schaffen als Dichter wieder feindnng hätten führen können. ten sticht nur die Parteigemann, das erst in den letzten Jahren seines Lebens erdisziplin, die hier einen Sieg errott hat, nicht nur das lahnite. Er starb in der Nacht vom 19. auf den allgemeine Gefühl der Zusammengehörigkeit, sondern es ist vor in der Nähe des Hydepark explodirte gestern Abend eine Bombe. 20. Januar 1576 und ward am 25. Januar zur letzten allem die politische Schulung, die einen um so größeren Triumph Das Haus wurde erheblich beschädigt; in den benachbarten feiert, als sie sich an Elementen bewährte, die zu einer Häusern sprangen die Fensterscheiben. Nach einem Gerücht, Ruhestätte gebracht. folchen Schulung von vornherein wenig geeignet erschienen. welches der Bestätigung bedarf, war das Attentat gegen den in Am 5. November begehen wie den 400 jährigen Organisation!" dies ist vor allem das Bauberwort, dem der Nähe wohnenden Richter Hawkins gerichtet, der kürzlich Geburtstag Hans Sachsens, eines der größten Volksdichter bie Sozialdemokraten ihre großen Erfolge zu verdanten haben, mehrere Anarchisten verurtheilt hat. aller Zeiten. Manfred Wittich. Erfolge, die sich nicht nur auf die Zusammenfassung großer Die Bomben waren gewiß echt. Die von Walsall find auch echt gewesen. Herr Melville, der Chef der inter- I nationalen Spigel- Polizei in London konnte seinerzeit die Echtheit des Materials wie der Füllung bezeugen, denn einer seiner Leute hatte es ja bestellt. " Am Thore Indiens ist's nicht geheuer. Ein Telegramm vom gestrigen Tage aus Bombay besagt: ( Meldung des Reuter'schen Bureaus".) Die Waziristämme an der Grenze zwischen Afghanistan und dem Pendschab griffen die indischen Truppen, welche die Abgrenzungs- Kommission begleiteten, an und wurden nach er bittertem Kampfe zurückgeworfen. 250 Waziris wurden getödtet, von den indischen Truppen wurden 44 getödtet; ein englischer Offizier fiel, fünf wurden verwundet. " Indem ich noch darauf hinweise, daß die Vollstreckung in Beamtenbeleidigung zu acht Wochen Gefängniß vers das zu 3 erwähnte Grundstück keineswegs von der diesseitigen urtheilt worden. Das hiesige Landgericht, welches über die Bes Verwaltung, sondern von dritter Seite veranlaßt worden war, rufung des Verurtheilten verhandelte, beließ es bei der Strafe. bitte ich, hiernach beurtheilen zu wollen, ob Ihre oben erwähnte Wegen Groben Unfugs", begangen durch eine ZeitungsAeußerung den Thatsachen entspricht. notiz über die Sedanfeier, wurde der Redakteur der Wurzener Beitung", Genosse Riem, vom dortigen Schöffengericht zu vierzehn Tagen Haft verurtheilt. Gegen dieses Urtheil legte Genoffe Riem Berufung ein und wurde dieselbe vor dem Landgericht Leipzig verhandelt und verworfen. Sie würden mich zu Dank verpflichten, wenn Sie sich veranlaßt fehen wollten, eine entsprechende Berichtigung, deren Form ich Ihrem gefälligen Ermessen anheim gebe, eintreten zu lassen. Hochachtungsvoll ergebenft gez. Fürst Fürstenberg, Reichstags- Abgeordneter. Parteinachrichten. Es war also ein ernstlicher Kampf. Hinter den Waziris flecken und stehen die Russen. Daß diese seit Langem in Ludwigshafen sprach am 1. November der Genosse Von der Agitation. Vor einer imposanten Versammlung in Judien wühlen und daß es dort stark gährt, ist ebenso v. Bollmar über: Die gegenwärtige politische Lage und die bekannt, als daß in Afghanistan, dem Borlande oder Sozialdemokratie. In Alsfeld sprach in einer von etwa Glacis" Indiens, wie man es genannt hat, der alte Haß 700 Personen besuchten Versammlung Frau Eichhorn gegen die Engländer systematisch von den Russen geschürt Dresden über die Sozialdemokratie und ihre Gegner. Nach wird, und daß der englische Einfluß hauptsächlich an der dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag meldete sich Person des tränklichen Emirs hängt. Der Angriff der ein Gegner, Herr Weck, zum Wort( und warf der Sozial Chinesen auf russische Grenztruppen ist ein Seitenstück zu fowie gegen die Arbeiterschutzbestrebungen. Auch ersuchte er um demokratie vor, sie sei gegen Bildung, Gefittung und Religion, dem Kampf an der afghanischen Grenze, und dürfte eng Belehrung über den Zukunfsstaat". Diese Belehrung wurde mit ihm zusammenhängen. Der Zusammenstoß zwischen ihm in ausgiebiger Weise von Dr. David zu Theil, der die Be England und Rußland würde ganz Asien zum Schauplatz hauptungen des Herrn Weck als oberflächliche, aus Unwissenheit haben, und unzweifelhaft in Europa ausgefochten werden. oder Einsichtslosigkeit hervorgegangene Verleumdungen nachwies. Nach Madagaskar schicken die Franzosen eine Expedition von 20 000 Mann, für die zunächst 80 Mill. mittags 11 Uhr, findet für den Wahlkreis Ruppin Parteikonferenzen. Sonntag, den 18. November, Vor Franks gefordert werden. Ein theures Vergnügen. Und Templin in Berlin Brunnenstr. 188 bei Gründel eine wenn die 80 Millionen verpulvert sind, dann fängt das Kreistonferenz statt. Auf der Tagesordnung steht die Vergnügen wieder von vorn an. Von den 20 000 Mann Agitation und Organisation und wie vervollständigen wir die aber werden nicht viele ins Vaterland zurückkehren. Man felbe. Der Stuttgarter Schaberprozeß, über den wir noch näher berichten werden, hat für die Angeklagten einen unerwarteten Ausgang genommen. Der frühere Redakteur der Schwäb. Tagwacht", Eichhoff, sowie der Mitarbeiter desselben Blattes, der Schriftsteller Agster, wurden zu je 2 Monaten Ge fäuguiß verurtheilt, sowie Tragung der Kosten; der Staatsanwalt hatte nur eine Geldstrafe von je 500 M. beantragt. Die Verurtheilten werden Revision beim Reichsgericht einlegen. schwerde Grillenberger's gegen seine Verweisung vor die Straf -Das Oberlandesgericht München hat die Bes fammer wegen Beleidigung des Stadtmagistrats verworfen. Es fommt nun die Sache am 9. November zur Verhandlung. Soziale Ueberlicht. Leerstehende Wohnungen sind in Altona dem„ Hamb. Echo" zufolge jezt über 1500 vorhanden, die meisten sind solche, die über 500 M. Miethe toften. Das ist gewiß fein Wunder; Die Zahl derer, die ihre Bedürfnisse infolge des allgemeinen wirthschaftlichen Niederganges einschränken müssen, wird eben eine immer größere. Werft von Blohm in Hamburg. 30 Schiffbauer und MaschinenWeitere Arbeiterentlaffungen werden gemeldet von der bauer sind entlassen worden. Auch auf der Staatswerft auf Steinwärder sind in den letzten Tagen wieder sehr viele Arbeiterentlassungen vorgenommen worden. Arbeitsuachweis und Polizei. Der Stadtrath von udwigshafen will den Arbeitsnachweis der Polizei unters selben dem Gewerbegericht zu überweisen, wurde abgelehnt. stellen. Ein Antrag des Stadtraths Genossen Ehrhart, den= Nun, diesem polizeilichen Arbeitsnachweis werden die Arbeiter wahrscheinlich möglichst fern bleiben. 458 545 Wanderer wurden im Jahre 1893 in den Wanderer- Arbeitsstätten bezw. Verpflegungsstationen der Provinz Sachsen und des Herzogthums Anhalt beherbergt. Das tommt In einer Arbeiterkolonie Sayda wurden in dem Berichtsjahr gleich einer Abnahme von 86 555 Personen gegen das Vorjahr. 537 Personen aufgenommen. Durchschnittlich waren 140 Personen in der Kolonie. Welch eine ungeheure Summe von Elend ist in diesen dürren Zahlen ausgedrückt, aber einen Nothstand giebt es nach dem Ausspruch des Staatsministers v. Bötticher nicht. erinnert sich bei diesem Anlasse in Frankreich der Tonkin- Für den 4. badischen Reichstags- Wahlkreis Expedition, die bis jetzt 150 000 Menschen und über( örrach Müllheim Staufen Breisach) findet am eine halbe Milliarde an Geld gekostet hat. Sonntag, den 11. November d. J., Nachmittags 1/22 Uhr be Diesen Wahnsinn, in dem keine Methode ist, nennt man ginnend, in Lörrach eine Wahlkreis- Konferenz statt. Kolonialpolitik. Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Delegirten vom Parteitage. 2. Bericht über die bisherige Thätigkeit im Wahlkreise. Japan- China. Die Expedition der Japaner gegen 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Organisation im Wahldie wichtige Seefeftung der Chinesen: Port Arthur, hat treise. 5. Agitation im Wahlkreise betr. 6. Verschiedenes. einen theilweisen Erfolg zu verzeichnen. Aus einigen Punkten sind die Chinesen nach harten Kämpfen zurück Rüdt's Austritt. Es wird uns geschrieben: geworfen worden. Port Arthur haben sie aber bis jetzt feine parlamentarische und außerparlamentarische Thätigkeit seinen Dr. Rüdt hat infolge der Beschlüsse des Parteitages über behauptet. Während die Japaner auch selbst nach Austritt aus der Partei erklärt, daß er auch sein Mandat als chinesischen Berichten fiegreich vorrücken, hat in Peking fozialdemokratischer Abgeordneter niedergelegt habe, davon ver eine kleine Balastrevolution stattgefunden. Der bisher lautet nichts, obgleich dieses die nothivendige Konsequenz seines allmächtige Mandarin Lihungtschiang, der die Schlachten Austritts aus der Partei wäre. auf Korea verloren hat, ist in Ungnade gefallen und zum Der Austritt Rüdt's aus der Partei veranlaßt die„ Vossische einfachen Korpsführer degradirt; und der von ihm eine Zeitung"( und andere Blätter. D. R. d. B.) zu der Aeußerung: suchte in Elberfeld ein größeres Fabritgeschäft„ einen durchaus „ Wer arbeiten will, findet auch Arbeit." Durch Inserat Zeit lang in den Schatten gestellte Prinz Kuny, der nicht Der Vorwärts" habe zu früh gejubelt, als er alle Gerüchte von suchte in Elberfeld ein größeres Fabritgeschäft einen durchaus ohne Fähigkeiten sein soll, ist zum Diktator ernannt worden. verwies und sie glaubt, der Schritt Rüdt's werde eine Spaltung Ausgänge und kleiner schriftlicher Arbeiten". Auf dieſes Inserat Spaltungen innerhalb der Partei ins Reich der Fabel zuverlässigen Mann mit guter Handschrift zur Besorgung der Weiter wird amtlich telegraphirt: " Der Richter Huyuff und Kapitän von Hanneken haben in der badischen Sozialdemokratie herbeiführen. Die gute Tante bin liefen in der betreffenden Beitung weit über 400 Offerten ein. irrt. Rüdt's Austritt aus der Partei war nach den Beschlüssen Gegen die Konsumvereine versucht das Dresdener den Befehl erhalten, eine neue Armee nach des Parteitages selbstverständlich; es gab sogar nicht wenig Kleinbürgerthum mit einem neuen Mittel an zu stürmen. Die deutschem Muster als Kern eines neuen großen Delegirte auf dem Parteitage, die der Meinung waren, daß auf Filialen dieser Vereine sollen nämlich als Wanderlager an Heeres zu organisiren." grund der Briefe Rüdt's, die der Neuner Kommission im gesehen und demgemäß besteuert werden und zwar bis zu 60 M. Lettere Nachricht entbehrt nicht einer gewissen Komit. Original vorlagen, eine Aufforderung an ihn, sein Mandat für jede Woche und jede Filiale, Der Liebesmüh ist freilich An die Bildung eines neuen großen Heeres", das auch niederzulegen, ebenso gerechtfertigt gewesen wäre, wie der umsonst sein, das ganz und gar dem Wortlaute und dem au gebrauchen ist, hätten die braven Chinesen vor gleiche Antrag bezüglich Stegmüller's. Um so besser, daß der Geiste des Gefeßes widerspricht. dem Krieg denken müssen. Jetzt ist es zu spät. Austritt Rüdi's aus der Partei auch ohne direkten Beschluß Sprechstunden der Fabrikinspektoren für Arbeiter außers erreicht wurde; zur weiteren Konsequenz. der Niederlegung seineshalb der Fabrit scheinen erfreulicher Weise mehr und mehr eine Den Genoffen Bebel und Echoenlant gingen seitens Mandats, wird sich Rüdt ebenfalls verstehen müssen. Eine Spaltung innerhalb der badischen Sozialdemokratie des Fürsten Fürstenberg in bezug auf Aeußerungen, wegen des Austritts Rüdt's aus der Partei halten wir für die beide über denselben als Großgrundbesizer gemacht, ausgeschlossen, wenn wir auch nicht bestreiten wollen, daß einige folgende Schreiben zu, die wir in ihrem Wortlaut ver- Anhänger Rüdt's wegen des ihm ertheilten Zadelsvotums un öffentlichen. Das Schreiben an Genosse Bebel lautet: zufrieden sind. Der Parteitag hat nicht aus persönlicher Vor Donaueschingen( Baden) eingenommenheit feine Beschlüffe gefaßt, er hat sie aus der Sache, wie zur Zeit London, den 1. November 1894. fie von den beiden Parteien ihm vorgetragen waren, geschöpft. Sehr geehrter Herr! Erwägungen wie die, daß der großen Masse der sozial In Ihrer Eigenschaft als Mitglied des Vorstandes des demokratischen Partei der Kampf gegen die Kirche und das Befozialdemokratischen Parteitages und im Hinblick auf Beitungs- fenntniß unbequem sei" wie die Bossische Zeitung" meintberichte, welche über den Inhalt einer von Ihnen haben dabei ebenfalls keine Rolle gespielt, denn es handelt sich am 7. Mai dieses Jahres in Rehl gehaltenen Rede vorliegen, in dem einen Falle um die Frage, ob Rüdt den Vorgeftatte ich mir, Ihnen Abschrift eines heute von mir an Herrn fchriften des Parteiprogramms gemäß gehandelt Dr. Schoenlant gerichteten Schreibens zu übersenden und damit habe, was der Parteitag verneinen zu müssen glaubte; den Ausdruck der Hoffnung zu verbinden, daß abweichende und im anderen Falle handelte es sich um Briefe, in welchen politische Ueberzeugungen Sie nicht verhindern werden, die von Rüdt in so unverantwortlicher Weise gegen alte Parteigenoffen Ihnen in Kehl und von Herrn Dr. Schoenlant in Frankfurt a./m. heßte, daß ein entschiedener Tadel wegen dieser Hezereien das zum Ausdruck gebrachte Anschauung von einer meinerseits gegen Mildeste war, was ausgesprochen werden konnte. den Kleinbesitz gerichteten Thätigkeit den Thatsachen ensprechend zu berichtigen. Hochachtungsvoll -S Fürst Fürstenberg, Reichstags- Abgeordneter. Erwähnt sei, daß Genosse Bebel, gestüßt auf eine Korrespondenz, die seiner Zeit in der Frautfurter Beitung" gestanden hatte, in Kehl hervorhob," daß der Fürst Fürstenberg den Ankauf von Bauerngütern im Großen betreibe und damit selbst eine soziale Umgestaltung vorbereiten helfe. Das Schreiben an Genosse Schoenlant, welches in Abschrift auch dem Genoffen Singer, als Vorsitzenden des Sozialdemokratischen Parteitages in Frankfurt a. M. zuging, lautet folgendermaßen: Donaueschingen( Baden), zur Zeit London, den 1. November 1894. Sehr geehrter Herr Doktor! Nach mehrfachen Zeitungsberichten Nr. 297 der Frank furter Beitung vom 26. Oktober und Nr. 252 der Badischen Landeszeitung" vom 28. Oftober cr. haben Sie auf dem sozialdemokratischen Parteitage in der Sigung vom 25. Oktober gefagt: Die demokratisch gesinnten Bauern im Süden und Westen sind durch das Kapital, durch Wucherer und Latifundienwirthschaft, die das Bauernlegen nach Art des Fürsten von Fürstenberg betreibt, bereits so strangulirt, daß sie uns politisch und sozial zugänglich find." Ich weiß nicht, auf welches thatsächliche Material fich diese Aeußerung ftüßt, lege aber meinen persönlichen sozialpolitischen Anschauungen gemäß Werth darauf, den obwaltenden Irrthum zu berichtigen, indem ich konstatire, daß geführt zu werden. Das Hamburger Echo" wird ersucht, mits zutheilen, daß die Hamburger Fabritinspektion nunmehr auch an Sonntagen für Auskunftsertheilungen geöffnet ift. Gegen die Juden. In der freien" Schweiz, und zwar in dem Kanton St. Gallen, will man, wie es heißt, 50 000 Unterschriften zusammenbringen, um auf dem Wege der Boltsinitiative die Juden durch ein Gesetz von allen Aemtern, Offiziersstellen u. f. w. auszuschließen. Daß die 50 000 Unter schriften zusammenkommen, bezweifeln wir vorerst noch sehr. Gewerkschaftliches. Das Gewerkschaftskartell von Luckenwalde giebt bes kannt, daß es eine Zentralherberge für sämmtliche Gewerkschaften bei Schütze, Beeligerstr. 34, eingerichtet hat. Ju der Schraubenfabrik von Ludau u. Steffen in Hamburg find Differenzen ausgebrochen; es wird um Fern haltung des Zuzugs gebeten. Der Rüdt's Erklärung das sei weiter der" Bossischen Zeitung" gegenüber bemerkt: Wenn er zwischen dem Zentrum und den Nationalliberalen zu wählen habe, er den Nationalliberalen Eine Arbeitseinstellung ist, wie bereits gemeldet, am wähle, hat auf den Parteitag gar teinen Eindruck gemacht, weil Dienstag Abend am Bremer Freihafen seitens der bei dem Unters es sich um eine solche Wahl nicht handelte. Diese Erklärung nehmer Schlöndorff beschäftigten Hafenarbeiter erfolgt. erhielt auch die gebührende Beleuchtung durch die Thatsache, Grund ist in der Beschäftigung nichtorganisirter Arbeiter seitens daß, als Rüdt bei den vorjährigen Reichstagswahlen gegen einen des Unternehmers zu suchen. Nachdem ein diesbezüglicher Protest Nationalliberalen in engerer Wahl stand, er sich um die Stimmen erfolglos war, legten 150 Mann die Arbeit nieder. der Zentrumswähler, in übrigens durchaus korrekter Weise, bewarb. Hätte Rüdt in gleich forrefter Weise auch im Landtag gehandelt, der Tadel hierüber wäre ihm erspart worden. = " Depelchen. ( Depeschen- Bureau Herold.) Die badischen Parteistreitigkeiten scheinen durch den Parteitag eine endgiltige Lösung doch noch nicht gefunden zu Wien, 5. Nov. Durch den Abgeordneten Lewakowski fam haben. Der Delegirte für Lörrach, G. Marquardt, es in der heutigen Sigung des Abgeordnetenhauses zu einem welcher der Konferenz der badischen Delegirten nicht beiwohnte, peinlichen Zwischenfall. Präsident Chlumezky hatte dem verda er schon abgereift war, erläßt im Offenburger Bolts torbenen Kaiser von Rußland einen warmen Nachruf gehalten, freund" folgende Erklärung: In Erwägung, daß durch den worauf Lewałowsti fich erhob und sagte:" Ich proteſtire gegen Frankfurter Konferenz Beschluß der badischen Delegirten des diese Kundgebung des Hauses namens der von dem verstorbenen Parteitages die Zwiftigkeiten in der Partei nur im Allgemeinen, Baren so schwer bedrückten polnischen Nation!" Infolge dieser aber nicht in der speziellen Lörracher Angelegenheit erledigt Erklärung trat der Polenklub sofort zu einer Berathung zu sind, erkläre ich im Namen meiner Parteigenossen, daß ich mich fammen und ließ dann durch seinen Obmann, Ritter v. Balesti, dem Konferenzbeschlusse nicht anschließe. Ein derartiges Bu- ausdrücken, daß der Klub die Worte Lewałowski's bedauere. geständniß würde auch für unsere lokale Angelegenheit bindend Legterer habe unberechtigter Weise das Wort ergriffen und in fein, und hätten wir uns der Willkür Stegmüller's, den wir erregter Stimmung ohne Rücksicht auf die öffentlichen Interessen nach wie vor nicht als Sozialdemokrat betrachten, zu unterwerfen. und das nationale Wohl gesprochen. Antwerpen, 5. November. In voriger Nacht fanden Parteipresse. Die Leipziger Volkszeitung" theilt mit, daß zwischen den Liberalen und Katholiken blutige Exzesse statt. Die die Zahl ihrer Abonnenten in Monat Oktober um 9000 zu- Liberalen zogen in dichten Gruppen vor die katholischen Vereinsgenommen hat, also jetzt auf 21 000 gestiegen ist. Die Redaktion lokale, welche fie total demolirten. Die Katholiken gaben fortspricht in einer Notiz den Parteigenossen, welche in ſelbſtlofer gesetzt Revolverschüsse auf die wüthenden Angreifer ab. Die und angestrengtester Weise für das Organ thätig gewesen, ihre Polizei unterließ es gänzlich, einzuschreiten; mehrere Polizisten Anerkennung aus und ermahnt zu weiterer Agitation. machten sich nur durch die Rufe:" Hinweg mit der Klerisei!" bemerkbar. Die liberalen Mitglieder der Bürgergarde schlossen fich in Uniform, mit allerhand Waffen versehen, dem Zuge der Liberalen an. Die Entrüstung der Blätter über die standalösen Borgänge und die Aufregung im Publikum ist groß. " Der Beobachter", unser Chemnizer Parteiorgan, ist am letzten Sonntag zu vielen Tausenden von Exemplaren im fächsischen Erzgebirge verbreitet worden. Hoffentlich wird auch hier der Erfolg nicht ausbleiben. 1. seit dem Zeitpunfte, in welchem ich die Verwaltung meiner Besizungen als Erbe meines Rechtsvorgängers übernommen habe, von mir überhaupt ein bäuerliches Anwesen auf irgend welche Art erworben ist, wohl aber deren fünf verkauft sind, 2. eine Thätigkeit, welche Bauernlegen" genannt zu werden verdiente oder genannt werden könnte, auch von meinen VorParteifinanzen. Die Lokalkommission der Sozialdemofahren, soweit meine Ermittelungen reichen, nie geübt worden ist, 3. jedenfalls in der Zeit vom 1. Juli 1884 bis jetzt im fraten Köln 3 quittirt bereits über 1020 M., die für den Lokalganzen Umfange der ausgedehnten diesseitigen Verwaltung fonds eingegangen sind feitens meiner Rechtsvorgänger der Ankauf von nur zwei tleinen bäuerlichen Wohngrundstücken davon das eine aus einer Vollstreckungsmasse- dagegen der Verkauf von acht solcher landwirthschaftlichen Anwesen stattgefunden hat, 11 11 Volizich, Gerichtliches: c. " Brüffel, 5. Nov. Es verlautet, daß die Regierung kein Gesetzesprojekt, die proportionelle Vertretung betreffend, einbringen werde, weil Saffelbe keine Mehrheit in der Kammer erlangen würde. Der Courian", ein Organ der Klerikalen, bringt eine Buſchrift des sozialistischen Führers van der Belde, in welcher dieser sein ganzes tollektivistisches Programm, be - Das Gängertfest in Mittweida, das die un- treffend das Eigenthum, die Produktionsfrage und die Arbeiter. schuldige Ursache so vieler Auflösungen von Gefangvereinen reformen, farlegt. 4. die bei jedem größeren Landbesih unvermeidliche, durch bildete, hatte am Donnerstag vor dem Chemnizer Land- Paris, 5. Nov. 5. Nov. Heute fand die Prozeßverhandlung Tausch und Kauf wie auf grund anderer Rechtstitel in der gericht ein weiteres Nachspiel. Der Weber Springer aus Franken gegen das Sozialistenblatt" Chambard" statt. Der Vertheidiger, laufenden Geschäftsführung sich vollziehende Grundstücksbewegung berg war der Aufforderung des Schußmannes, den Garten des der sozialistische Abgeordnete Jaurès, griff in seiner Rede die während der Verwaltungsperiode vom 1. Juli 1881 bis jetzt sich„ Schüßenhauses" zu verlassen, nicht gefolgt und hatte sich auch Ahnen des Präsidenten Perier heftig an, worüber allgemeine durch ein Mehr des Preises der veräußerten über den seiner Arretur widersetzt. Er war in erster Instanz wegen Bergebens Entrüftung entstand. Der Direktor des Chambard" erhielt ein der erworbenen Grundstücke von 87 928,34 M. fennzeichnet. wider das Vereinsgefeß, Widerstands gegen die Staatsgewalt und Jahr Gefängniß und 3000 Fr. Geldstrafe. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 259. Dienstag, den 6. November 1894. Arbeiter! Parteigenoffen! 11. Jahrg. Die Verhandlungen wegen Beendigung des Bierboykotts find abgebrochen worden, weil die Ningbrauereien eine Bedingung stellten, beren Annahme mit der Ehre der Arbeiterschaft unvereinbar ist. Die Vertreter des Brauerrings hatten die Stirn zu fordern, daß der Friedensschluß davon abhängig gemacht werde, daß 33 Arbeiter nie mehr in den Betrieben der Ringbrauer beschäftigt werden. Arbeiter! Parteigenossen! Ohne jeden Anlaß seitens der betreffenden Arbeiter sind am 16. Mai Hunderte aufs Pflaster geworfen worden. Und nun sollen nach monatelanger Aussperrung, nach monatelangen Entbehrungen dreiunddreißig Arbeiter dauernd dem Elend, für immer der Eriftenzlosigkeit, also dem langsamen Zugrundegehen überliefert werden, dreiunddreißig Mann, von denen keiner Schuld an dem Boykott trägt. Sie sollen als Opfer des Kapitalistenübermuthes auf der Strecke bleiben. An der barbarischen Doppeldezimirung des 16. Mai hatte der Brauerring nicht genug seine Nache verlangt die Vernichtung von weiteren dreiunddreißig Existenzen. Arbeiter! Genossen! Wir wissen, daß wir in Eurem Sinne gehandelt haben, als wir diesem ungeheuerlichen Anfinnen ein empörtes furzes Nein entgegenseßten und die Verhandlungen abbrachen. Die Arbeiter Berlins konnten und wollten einen ehrlichen Frieden schließen; niemals aber werden wir unsere Hand dazu bieten, niemals werden die klassenbewußten, in den Gewerkschaften und der Sozialdemokratie organisirten Arbeiter dulden, daß ein geschlossen wird, ehrloser Friede Nun ist die Entscheidung getroffen. Der Boykott muß mit erneuter und vermehrter Energie fortgeführt werden. Die Parole Kein Tropfen Ringbier muß mit unwiderstehlicher Macht zur Durchführung gelangen. Jeder einzelne Arbeiter muß seine ganze Kraft aufwenden, um den Boykott zur vollen Wirkung zu bringen. Dazu ist nöthig, daß die gesammte Arbeiterschaft mit verdoppelter Kraft Hand ans Werk legt, die zur Organisation, Ueberwachung und Durchführung des Boykotts erforderlichen Maßregeln energisch zu unterstützen. Es bedarf aller Kraft, aller Energie, denn die Brauerdirektoren haben offen erklärt, die Unterwerfung der Berliner Arbeiterschaft durch neue Massens maßregelungen erzwingen zu wollen! Arbeiter, Parteigenossen! Der Brauerring hat zwar Millionen zur Verfügung und wird in diesem Klassenkampfe auch fernerhin Hunderttausende opfern; hinter uns aber stehen die Massen, auf unserer Seite ist das Recht, ist die Begeisterung, ist der Opfermuth. Und an Euren Opfermuth appelliren wir abermals. Die unschuldigen Opfer kapitalistischen Uebermuthes dürfen nicht dem Hunger preisgegeben werden. Seit Monaten liegen diese Hunderte existenzlos auf der Straße. Wir wenden uns deshalb an die Arbeiter von ganz Deutschland um thatkräftige und schnelle Unterstügung. Der Kampf ist uns aufgezwungen worden. Die Berliner Arbeiterschaft hat den Handschuh aufgenommen und sie wird den Kampf durchführen bis zum Ende. Arbeiter! Euer Klassen Interesse nicht blos, Eure Klassen Ehre ist im Spiel. Da giebt es keinen anderen Gedanken als Sieg! Vorwärts zum Sieg! Rein Tropfen Ringbier! Hoch der Boykott! Boykottfreies Bier liefern: Brauerei Carlsberg, Friedrich Neichenkron, Charlottenburg. Brauerei Wilhelmshöhe, E. Lehmann, Berlin. Brauerei Pichelsdorf, Direktor Hoffmann. Münchener Brauhaus, Attien- Gesellschaft, Berlin. Süddeutsche Brauerei, Karl Kinz u. Ro., Berlin. Brauerei Müggelschlößchen, Friedrich 3 hagen. Nordstern- Brauerei, Berlin. Rathenower Exportbrauerei Niederlage. Juh. Max Juh. Max Dennhardt, N.W., Hannoverschestr. 18a. Tel. III. 8178. Schloßbrauerei, Fürstenwalde. Niederlage bei Franz Heiser, N., Liesenstr. 5. Bürgerliches Brauhaus( in Firma Müller), Frankfurt a. D. Niederlage Greifswalderstr. 228. Phönig- Brauerei, C. Radon, Lichterfelde. Brauerei Jagdschlößchen, Eberswalde. Niederlage Edm. Henter, Swinemünderstr. 45. = Tokales. Die Boykott- Kommission. 122 1898 pro Tag 195 Tonnen, Sonnabends 265 Zonnen, 1894 162 " " " " Die juristische Sprechstunde kann heute, Dienstag, nicht Differenz 103 Tonnen. Auch in dieser Brauerei ist ein ganz bedeutender Ausfall zu abgehalten werden. verzeichnen. Von Montag, den 5. d. M., wird einfache Kolonne Die alte Mär von der Wirkungslosigkeit des Boykotts eingeführt, die Nachtschicht ist überflüssig geworden. Die Arbeitswird gerade jetzt wieder frischweg in bürgerlichen Blättern fol- zeit wird von der arbeiterfreundlichen Direktion verlängert, denn portirt. Könnte man den Anekdoten der arbeiterfeindlichen jetzt müssen die noch dort beschäftigten Brauereiarbeiter von Bresse Glauben schenken, so müßte selbst die Versumpfung des Morgens früh 1/24 Uhr bis Abends 1/28, auch 1/29 Uhr arbeiten. Boytotts schon an ihrem Ende angelangt sein und der ganze ge- Was aber die Hauptsache ist, es wird an Löhnen gespart, um waltige Kampf sich zum wefenlosen Scheine verkrüppelt haben. den Ausfall einigermaßen zu decken. Dem ist nun nicht so. Der Boykott wirkt so empfindlich, wie er seit Monaten gewirkt hat und nichts lehrt besser die bringen wird? Ob diese Thatsache die indifferenten Arbeiter zur Besinnung Wahrheit über den Stand des Krieges, als die Zahl, die proDie Brauerei Paßenhofer faische Ziffer, mit der wir, wie so oft, so auch heute wieder die Richtigkeit unserer vermessenen Behauptung bekräftigen können. Wir wollen heute eine kleine Blüthenlese über den Ausstoß ( Verkauf) verschiedener Brauereien bekannt geben. Es wurden ausgestoßen im Bürgerlichen Brauhaus( Otto Müller.) 1893 legte Woche im Ott. 1894 letzte Woche im Dkt. Montag Brauerei Tivoli, Strausberg. Niederlage Stabernad, Dienstag Mühlenstraße 49a. Louisen- Brauerei, Bellermannstr. 71a/ 72. Brauerei Königs Wusterhausen, Niederlage Reichen bergerstraße 33. Brauerei Danz, Freienwalde a. D. Vertreter: W. Marten, N., Gartenstr. 152. Bürgerliches Brauhaus, Luckenwalde. Niederlage Guft. Spiekermann, Weberstr. 66. Export- Brauerei Grabow a./D. bei Stettin. Niederlage Marthen, Bellermannstr. 6. Brauhaus Hohen- Schönhausen bei Berlin. Theater. 66 Tonnen 48 " Mittwoch 42 " Donnerstag Freitag 40 " 45 105 Sonnabend Summa 346 Tonnen 31 Tonnen 27 26 " 27 " 29 " 67 " 207 Tonnen Der Ausfall gegen voriges Jahr beträgt auf die oben angegebene Beit also 139 Tonnen. Gar elend steht es auch in der steht bekanntlich unter der bewährten Leitung des Herrn Direktors Goldschmidt, der erst fürzlich der Boykottkommission gegen über ertärte, daß seine Arbeiterfreundlichkeit so leicht keinen Proletarier in Noth gerathen lassen werde. Bei aller Arbeiterfreundlichkeit brachte Herr Direktor Golds schmidt es aber doch fertig, am vergangenen Sonnabend zwei Familienväter auf die Straße zu setzen, die beide über vier Jahre in seinem Betriebe als Brauer beschäftigt waren. So arg hat unseres Erachtens der Boykott auf Bazenhofer nicht gewirkt, daß zwei tüchtige Arbeiter zum Winter knall und fall entlassen werden mußten. Der Durchschnittsausstoß an den fünf ersten Werktagen in der legten Oktoberwoche betrug 1893 pro Tag 210 Tonnen, 1894 pro Tag 112 Tonnen. Des Sonnabends wurden ausgestoßen: 1893 290 Tonnen, 1894 170 Zonnen. Es sei bemerkt, daß diese Zahlen nur für das in Berlin ge bliebene Bier gelten. Aktien Brauerei Gesellschaft Moabit. Der Durchschnittsausstoß an den Wochentagen mit Aus- Im Monat Oftober 1893 wurden wöchentlich 30 Sud, schluß des Sonnabends betrug( in dem gleichen Zeitraum als à 125 Tonnen gebraut, 1894 dagegen nur 18 Sud à bei obenbenannter Brauerei) im Jahr 125 Tonnen. er Einzelheiten, sogar in wichtigen Einzelheiten, für ver- Bufälle fich alles zu einem guten Ausgange gewandt hat, vor zeichnet halte, doch als Ganzes ebenfalls den Eindruck feine Mitbürger hintritt und öffentlich erklärt: Ich bin ein ganz Freie Bolksbühne. Ibsen's Schauspiel„ Die Stüßen des Naturgetreuen gemacht. Aber ich glaube, es heißt gemeiner Kerl, aber ich will mich bessern. Ich möchte einmal zutrauen, daß er der Gesellschaft", mit welchem das erste Spieljahr der gerade im Sinne des Dichters handeln, der in den Stüßen der einem Bernick nicht feine " Freien Voltsbühne" eröffnet worden war, ist jetzt von neuem Gesellschaft" die Lüge auch im Selbstbetrug bekämpft und be- Nichtswürdigkeit einfieht, geschweige daß sie offen in den Spielplan des Vereins aufgenommen und am Sonntag bingungslose Wahrheit fordert, wenn man sich über die oben eingesteht, und an die Möglichkeit einer Besserung verNachmittag im Lessing- Theater" für die erste Abtheilung ge- erörterten, unvermeidlichen Mängel der Beurtheilung klar zu mag ich vollends nicht zu glauben. Ich vermisse in geben worden. Eine Wiederaufführung des Stückes war schon werden sucht. Leider kann auch eine Beurtheilung vom rein den Stüßen der Gesellschaft" bei der Behandlung des Konflikts Deshalb gerechtfertigt, weil eine solche, wenn man den damals literarischen Standpunkte aus nicht gut als Vermittlerin zwischen den Wuth der Konsequenz, welcher Ibsen in seinen späteren viel geringeren Umfang des Vereins berücksichtigt, heute nur für den beiden Parteien dienen. Einmal will der Dichter augen- Stücken auszeichnet. Wenn er den Konsul Bernick bereuen und den fleinsten Theil der Mitglieder als eine Wiederholung gelten scheinlich gar nicht durch das Kunstwert allein wirken. Die umkehren läßt, so liegt darin auch etwas von jener Lüge, die tann. Aber ich glaube, daß auch diese wenigen erfreut sein Tendenz ist ihm die Hauptsache, mit ihr wendet er sich an sein der Dichter bekämpft. Es ist ein angenehm beruhigendes Gewerden, die herbe Satire auf die sittliche Hohlheit einer sich Publikum. Er wird sich also auch nicht darüber beklagen fühl, den Konsul als reumüthig bekennenden Sünder in die für ganz besonders woblanständig und moralisch haltenden wollen, daß das Gros des Publifums über der Tendenz Arme seiner Familie fich retten zu sehen. Aber die Annahme, Gesellschaft noch einmal sehen zu können. Echließlich bieten das Kunstwert vergißt. Sodann aber ist, wie ich glaube, daß auf dem abschüssigen Boden, auf dem er sich bewegt, folche Wiederaufführungen auch eine willkommene Gelegenheit, der literarische Werth des Stückes überhaupt nicht be- überhaupt noch ein Rückwärts und Aufwärts möglich sei, Bergleiche zu ziehen und daran die Fortschritte des Vereins zu deutend genug, um die starke Wirkung, die von der ist ein Selbstbetrug des Dichters, ähnlich dem, welchem messen. Tendenz ausgeht, überwinden zu können. Der Gefahr, das Kunst- der Konsul erliegt, indem er meint, daß er trotz der Lüge, Wenn ich richtig beobachtet habe, haben Die Stüßen der Ge- werk auf Kosten der Tendenz zu schädigen, die nicht nur als die am Anfang feiner Laufbahn steht und dieser die Richtung sellschaft" am Sonntag nicht nur einen mindestens ebenso starken Ausgangspunkt, sondern auch als dauernd beibehaltene Nicht- gegeben hat, durch sein sonstiges Leben ein moralischer Mensch Eindruck gemacht, wie bei jener ersten, durch eine festliche schnur für die Gestaltung der Charaktere und der Handlung geworden sei. Stimmung begünstigten Aufführung, sondern sie sind auch ebenso, diente, ist Jbsen nicht entgangen. Daraus folgt jedoch nicht, daß wie damals, als ein Beit- und Gesellschaftsbild von großer die Tendenzdichtung überhaupt zu verwerfen sei, sondern zunächst Naturwahrheit aufgenommen worden. In anderen Gesellschafts- nur, daß sie dem Künstler eine besonders schwierige Aufgabe schichten hat man bekanntlich anders über das Stück stellt. Noch schwieriger ist freilich die Aufgabe, die sie den geurtheilt, und namentlich in Norwegen, dessen bürger- Bublifum ftellt, am schwierigsten dann, wenn der Dichter seiner liche Gesellschaft es schildern will, hat man bei seinem Aufgabe nicht vollkommen gewachsen war. Erscheinen erklärt, es entspreche ganz und gar nicht der Der Gang der Handlung des Stückes ist diesmal in der Wirklichkeit. Ich fann nicht wissen, wer im Recht ist; aber ich Vereins- Monatsschrift Die Voltsbühne" sehr ausführlich behandelt Die Aufführung ließ wenig zu wünschen übrig. Ferdinand möchte nicht blos die Haltung der Gegner des Stückes be- worden. Ich kann also darauf verzichten, nachzuschreiben, was greiflich finden, indem ich ohne weiteres annähme, daß gerade dort gesagt ist. Den Kern der Handlung bildet die fittliche Suste führte die Entwicklung des Konfuls Bernick vom geachteten, die Naturtreue des Bildes ihnen den Anlaß gegeben haben mag, Wiedergeburt" des Konfuls Bernick, der seit Jahrzehnten in sich selbst für einen Ehrenmann haltenden Bürger bis zum veres unwahr zu nennen. Einem sogenannten Zeit- oder Ge- der ganzen Gesellschaft als sehr moralisch" gilt, als eine rechte brecherischen Egoisten, der an sich selbst verzweifelt, mit vielsellschaftsdrama gegenüber befindet sich das Publikum in einer Stüße der Gesellschaft, der aber feinen Heichthum und sein feitiger Gestaltungskraft durch. Aber den plötzlichen Umschlag eigenen Lage. Die Parteien selber, der mit dem Dichter an- Ansehen durch sehr unmoralische Mittel erworben und behauptet glaubhafter zu machen, vermochte auch er nicht. Neben ihm flagende und der angeklagte Theil des Publikums, werden als hat. In dieser Wiedergeburt" liegt die eigentliche Schwäche fand besonders Marie Reisenhofer in der Rolle der Lona Richter aufgerufen. Eine Einigung wird da kaum erreichen sein, des Stückes. Wie Bernick, nachdem er seine wirthschaftliche und Heffel stürmischen Beifall. und zu einer einstimmigen Entscheidung, einer ablehnenden gesellschaftliche Existenz einmal auf einer Lüge als Fundament fann es nur oder einer anerkennenden, dann kommen, begründet hat, durch die Verkettung ungünstigen Eine Haus Sachs- Feier ist am Sonntag Nachmittag im immer weiter abwärts und beinahe zum Schiller Theater hübsch und entsprechend veranstaltet wenn nur der eine Theil des Publikums zu entscheiden hat. Umständen der Dichter worden. Herr Direktor 2öwenfeld leitete die vor recht vollem Die Stüßen der Gesellschaft" haben mit diesem Uebelstande in Verbrechen getrieben wird, das weiß uns Bernick entwickelt sich vor Hause begangene Festvorstellung mit einem Vortrage ein, in dem besonders hohem Grade zu kämpfen. Das stark Tendenziöse, das sehr überzeugend zu schildern. Stückweise als ein ganz dem Stück innewohnt, erschwert eine unparteiische Beurtheilung. unseren Augen gewöhnlicher er nicht ohne Humor das Wirken des Nürnberger Meisters verEs scheidet die Geister sofort in ein Hüben und Drüben. Wer Egoist, dem schließlich selbst das Leben seiner Mitmenschen nicht zu anschaulichte und ihn als guten Bürger pries, der züchtig Drdre fich getroffen fühlt oder sich wenigstens gemeint glaubt, schilt das theuer ist, wenn er dadurch seine Stellung befestigen kann. parirt habe, als es einem hochwohlweisen Rath nicht löblich erBild unwahr, wer sich nicht gemeint glaubt, lobt die Naturtreue. Aber einem Menschen, von dem wir das glauben, tönnen wir schienen sei, daß ein einfacher Schuster in Stadt- und Weltnehme an Auf mich hat das Bild, so sehr ich es in manchen nicht zugleich zutrauen, daß er hinterher, wenn durch glückliche chronit Antheil Luther'schen Händeln " " von Die Gesellschaft, deren Hauptstütze der Konsul ist, hat der Dichter mit großem Geschick gezeichnet. Hier bewährt sich seine Meisterschaft in der Schilderung menschlicher Schwächen. Daß er übrigens hier wie überall in seinen Dramen nicht blos den eng begrenzten Kreis im Sinne hat, den er vor uns hinstellt, Was ist unzweifelhaft. an einzelnen Vertretern be stimmter Gesellschaftsschichten zeigt, hat in der Regel weit über diese engeren Grenzen hinaus Bedeutung.er Br. und Die Brauerei Friedrichshain braute im Oktober 1893 12 Sud à 1122 Tonnen, gleich 1350 Tonnen pro Woche, 1894 6 Sud à 1122 Tonnen, gleich 675 Tonnen pro Woche. Die letzte Woche( 27. Oftober bis 3. November) ist folgendes Bier ausgefahren worden: Sonntag Montag Dienstag Mittwoch. . 15 Tonnen 45 " 43 • " 52 • " Donnerstag 48 • " Freitag 50 · " Sonnabend 65 · • " Auch im Summa 318 Tonnen. 1893 in derselben Zeit die doppelte Anzahl von Tonnen ( ca. 650 Tonnen). Böhmischen Brauhause wirkt der Boykott noch mit ungeschwächter Macht. In der letzten Oktoberwoche 1898 betrug der Ausstoß durch schnittlich an jedem Tage, mit Ausnahme des Eonnabends, ca. 350 Tonnen, Sonnabends betrug der Ausstoß 650-700 Zonnen; 1894 in derselben Woche: Montag 240 Tonnen Donnerstag 245 Tonnen Dienstag 220 Freitag 255 Sonnabend 470 Mittwoch 185 " " Bemerkt muß hierbei werden, daß die berühmte Firma Aschinger allein 70 Tonnen pro Woche von dieser Brauerei bezieht. Auch in diesen Zahlen ist das Bahnbier nicht enthalten. Zum Schluß wollen wir noch die Wirkung des Boykotts auf die Gräfl. Reischach'sche in Stralau, eine kleine Brauerei, vorführen. Der Ausstoß dieser Brauerei betrug in der vorgenannten Oktoberwoche 1893 Montag 89 To. 1894 26 To. " Dienstag 70 24 " 〃 " " Mittwoch 72 20 " " " 20 " # " " " Freitag 82" " " " Sonnabend 90 " " 8 " " " Donnerstag 70 Sonntag 25 Summa 498 Zc. 22225 165 20. Seit fünf Wochen wird in dieser Brauerei überhaupt tein Tropfen gebraut, aus dem einfachen Grunde, weil die augenblicklichen Bestände noch monatelang ausreichen! Wir denken, daß diese Zahlen für heute genugfant zeigen, wie der Boytott wirft. Dieser glänzende Beweis ihres Pflichteifers darf die Arbeiterschaft natürlich nicht abhalten, immer weiter nach Kräften für die Durchführung des Boykotts thätig zu sein. Namentlich in der Flaschenbierfrage giebt es, wie wir gleich bemerken wollen, noch sehr viel nachzuholen; gar manche Hausfrau, die sich Parteigenoffin nennt, dürfte noch an zuhalten sein, sich beim Einkauf des Flaschenbiers peinlich zu vergewiffern, ob es auch aus einer boyfkottfreien Brauerei stammt. Nur wenn der Boykott bei jeder Gelegen heit pflichtmäßig geübt wird, ist sicher darauf zu rechnen, daß er zu einem für die Arbeiterschaft ehrenvollen Ende geführt Thut Eure Pflicht Arbeiter Berlins, und sorgt dafür, daß in Euren Kreifen nach wie vor tein Tropfen Boykottbier wird. trunken werde! Sur Lokalliste. Gastwirth Schade, Gitschinerstr. 61, ist| Frage übergeben: ob es angesichts der Bestimmungen des nicht, wie in Nr. 258 irrthümlich angegeben, von der Lifte ge- Kommunalabgabengefeges auch ferner für zulässig zu erachten fei, strichen worden; vielmehr führt Echade nach wie vor boykott- Ueberschüsse aus der Verwaltung der Wasserwerke in die freies Bier. Boykottfreies Bier wird ebenfalls von Schienemann, Stadtkaffe fließen zu lassen". Der Magistrat hat die Forterzielung Bülowstr. 56, geschänkt. von Ueberschüssen als zulässig erklärt und führt in dieser Hinsicht Teschner, Elisabeth- Ufer 42, Meinicke, Stallschreiberstr. 26, aus:„ Wir erachten die städtischen Wasserwerke für ein gewerb Bierwagen, Alexandrinenstr. 56 und Lange, Franzstr. 14, schänken fiches Unternehmen, welches gleichzeitig auch öffentlichen Ringbier. Der Schankwirth H. Saß, Kurfürstenstr. 31, Interessen dient, daher nach§ 3 des Kommunalabgaben- Gesezes schänkt Bier aus der Kaiserbrauerei. Im 6. Wahlfreis find zu behandeln ist. Die Grenzen zwischen„ städtischen gewerblichen folgende Wirthe, die Ringbier schänken resp. sich nicht fontrolliren Unternehmungen" und gemeindlichen Veranstaltungen zu gemeinTassen wollen, von der Liste zu streichen: Restaurant Gisteller, nüßigen Zweden" sind, wie der Gesetzgeber und fast sämmtliche Brunnenstr. 25, Höhne, Veteranenstr. 25, Echirmer, Brunnen- Kommentatoren des Kommunalabgaben- Gesetzes anerkennen, genau straße 81, Seidel, Schönhauser Allee 62, Eichler, Tresckow sir. 45, faum zu ziehen, und äußerst dehnbare und flüssige. Die Ent Franz, Wörtherstr. 36. scheidung fann nur nach der konkreten Sachlage getroffen werden. M = In Sachen der Neu- Ordnung der Gemeindeſtenern Sier ist es nun Thatsache, daß die Stadtgemeinde Berlin in den find jezt die Anträge des Magistrats mit sämmtlichen Protokollen städtischen Wasserwerken eine Finanzquelle erblickt und thatsächlich über die Verhandlungen der gemischten Deputation zugegangen. aus der Verwaltung derselben erheblichere Ueberschüsse, welche in Lettere bestand aus 10 Mitgliedern des Magistrats und 20 Mit den refp. Etats der Wasserwerke veranschlagt wurden, erzielt hat. gliedern der Stadtverordneten Versammlung, und hat die Be- Die Verwaltung dieser Werke ist daher durch Gemeinderathungen in 6 Gigungen, über die wir seiner Zeit berichteten, beschlüsse auf die Gewinnung von Ueberschüssen hingewiesen beendet. Die Schlußanträge des Magistrats gehen sielung eines Gewinnes gerichtete", d. h. also eine gewerbliche worden. Ihre Thätigkeit ist somit eine fortgefeht auf Gr dahin:" Die Stadtverordneten- Versammlung wolle 1. die vor Thätigkeit gewesen. Damit fällt das betreffende Unternehmen gelegten Entwürfe von Steuerordnungen a) der Umsatzsteuer, unter den Begriff eines gewerblichen". Die Forterhebung von b) der Hundesteuer, c) der Gemeinde Grundsteuer, d) der Ge- Ueberschüssen ist daher gerechtfertigt. Wollte man jedoch entgegen erklären, daß vom 1. April 1895 ab: 2. an Stelle der lediglich im öffentlichen Interesse" unterhaltene Anstalt ansehen meinde- Einkommensteuer genehmigen und sich damit einverstanden der bisherigen langjährigen Praxis die Wasserwerke als eine bisherigen Kanalisationsgebühr von 1 pt. des Nutzungswerthes und sie nach§ 4 des Kommunalabgaben- Gesezes behandeln, so eine solche Gebühr in Höhe von 2 pet. dieses Werthes erhoben wäre sogar in diesem Falle die Erzielung von Ueberschüssen erwird; 3. das Echulgeld an den städtischen Gymnasien, Real laubt, wie dies aus der Begründung des Gesetzes Seite 48 hervor gymnasien, Oberrealschulen und den höheren Mädchenschulen auf jährlich 180 M. und in den Vorschulen der zuerst gedachten An- geht." Die Magistratsvorlage wird die Stadtverordneten stalten auf 110 m. jährlich festgesetzt wird; 4. die Betriebs- und Bersammlung in der nächsten ordentlichen Donnerstags- bezw. Gewerbesteuer in Höhe von 100 pet. der staatlichen Veranlagung in einer anzuberaumenden außerordentlichen Sigung beschäftigen. als Gemeindesteuer erhoben wird; 5. so lange nicht über 150 pct. Was Herr v. Bötticher entscheidet. Eine Geschichte, die der vom Staate veranlagten Grund- und Gebäudesteuer erhoben uns anmuthet, als fei fie 1694 und nicht 1894 passirt, wird im werden, ein Verhältniß der Grund- und Gebäudesteuer zu der Lokal- Anzeiger mit obligater Wichtigthuerei bekannt gegeben. Einkommensteuer von 3: 2 festgehalten werden soll; 6. die Das Allerweltsblatt mit den Bordellannoncen meldet:„ Eine Miethssteuer als Gemeindesteuer in Fortfall kommt." Die Etikettenfrage hat, wie wie uns mitgetheilt wird, Exzellenz eden. Es war die Frage aufgeworfen Umsatzsteuer hatte bekanntlich die gemischte Deputatinn a b. v. Bötticher entschieden. # gelehnt; der Magistrat führt zu ihrer Begründung u. a. aus: worden: Erscheinen die Zivil tragenden Reichsbeamten bei einer Eine folche Steuer besteht seit langen Jahren in Kiel, Altona, Trauerfeierlichkeit in schwarzer Binde und weißen Handschuhen Emden, Hildesheim, Danzig und Frankfurt a. M. und soll jetzt oder in weißer Binde und schwarzen Handschuhen? Herr in sehr vielen anderen Städten neu eingeführt werden. Sie ist v. Bötticher hat nun anläßlich eines Spezialfalles die Entnach Urtheil von Sachverständigen da, wo sie besteht, ohne jed- scheidung dahin getroffen, daß er sich für weiße Binde mit weden bindernden Einfluß auf Verkehr und Umsatz verblieben. Schwarzen Handschuhen aussprach. Die Regelung dieser Frage, Diese Steuer wird der Stadt Berlin recht beträchtliche Ein- über welche vielfach Unsicherheit herrscht, dürfte für weite Kreise(!) nahmen zufließen lassen. Es sei bemerkt, daß im Jahre 1898 gericht Interesse haben." D, du heiliger Strohsad! lich- freiwillige Veräußerungen von bebauten und unbebauten 409 Millionen stattgefunden haben. Das jährliche Erträgniß die sich hauptsächlich gegen den Bureauvorsteher R. und gegen Grundstücken mit einem angegebenen Gesammtkaufwerthe von Eine neue Wucheraffäre( wider Meyer und Genossen), nach 1/2 pCt. des Veräußerungswerthes ist deshalb auf zwei einen angeblich ehemaligen fächsischen Offizier T. millionen veranschlagt. Bugleich mit der Einführung der richtet, liegt gegenwärtig in den Händen des UntersuchungsGemeinde Grundsteuer hatte die Deputation eine richters. Bureauvorsteher R. stand mit dem jeht flüchtigen M. Bauplaz Steuer und zwar zu dem Sage von 1/2 pet. in Verbindung, welch lekterer die Gelder für die zu Bewucherndes vollen Werthes vorgeschlagen. Dieser Beschlußso den hergab; die Opfer, welche Geld brauchten, wurden nach der bemerkt der Magistrat bedarf einer Modifikation: Der Gesetz Kanzlei des Bureauvorstehers, die sich merkwürdiger Weise in geber will, daß von der Bauplatzsteuer nur der Werth- den Geschäftsräumen des Rechtsanwalts 2. befand, bestellt. Als uw a ch 3, den ein Grundstück durch die Festsetzung von Strohmann, d. h. als Wechsel- Aussteller fungirte der obene Baufluchtlinien etwa erhalten hat, erfaßt und getroffen erwähnte T., der bis jetzt von der Polizei nicht zu ermitteln werde. Die Bauplatzsteuer folle eine weite Steuer dar gewesen. In welcher Weise Meyer und Genoffen arbeiteten, geſtellen, welche von dem pflichtigen Grundstück neben derjenigen geht daraus hervor, daß ein hiesiger Fondsmaller, der sich von Realsteuer erhoben werde, die von den übrigen Grundstücken zu R. eine Summe von 2600 M. geliehen hatte, wegen einer Schuld entrichten ist. Von denjenigen Liegenschaften also, welche durch von 5000(!!) Mart ist noch nicht einem Jahre verklagt werden Die Kommission der Brauerei- Arbeiter quittirt hiermit eine nach dem Gesetz vom 2. Juli 1875 erfolgte Festsetzung von tonnte. über den Betrag von 133,50 M., der als Ueberschuß einer von Baufluchtlinien in ihrem Werthe erhöht sind, sei ne ben der Ge- Hunger und Elend haben die unverebelichte Kohl aus den Gesangvereinen Nord, Gleichheit, Apollonia und dem Gesang- meinde- Grundsteuer die Bauplatzsteuer von diesem Mehr Schmargendorf zum Selbstmordversuch getrieben. Sie war, da verein der Töpfer veranstalteten Matinee bei ihr eingegangen ist. wertbe zu erheben. Den Ertrag der Bauplatzsteuer ver- fie seit einiger Zeit stellungslos war, die Nacht vom Sonnabend Desgleichen wird über 80 M. quittirt, die vom Vertrauensmann anschlagt der Magistrat vorläufig auf etwa 1 600 000 m. Die zum Sonntag obdachlos umbergeirrt und sprang aus Ver 30 der Holzarbeiter an die Kommission abgeliefert worden sind. gemischte Deputation hatte dem Magistrat zur Prüfung die zweiflung am Zoologischen Garten in den Kanal. Der Portier den unbequemen Neuerer als Wittenbergisch Nachtigall preise. auf diese Zensurfchwierigkeiten erzählte Beaumarchais ja Rammerdiener sich in den Amtsfrack werfen und die Rolle des G3 ist ja strittig, ob die Männer im Recht sind, die da schreiben, selber, mehr Wit, als er zum Abfassen seines Werkes ver- Unterpräfeften spielen. Simonette, Georg's Geliebte, wird als daß der dichtende Schuster sich den Teufel um die magiftratliche wandte, hätte es hätte es ihn gekostet, es zur Aufführung zu des Unterpräfekten fittsame Gemahlin vorgestellt. Aber da die Rüge gefümmert und nach kurzer Pause luftig weiter mit Knittel- bringen. In einer neuen Bearbeitung von Ludwig Fulda Kleine den Teufel im Leibe hat und der Kankan ihr näher liegt, versen auf schwarze und braune Kutten losgehauen habe. Wir wurde Figaro's Hochzeit am Sonnabend im Neuen Theater auf als die Sittsamkeit, so ergiebt sich ein heillofer Wirrwar daraus. wollen uns in diesen literarhistorischen Streit nicht weiter ein- geführt. Die lebendige Bühne kümmert sich blutwenig um fultur- Auf den Schultern Leopold's, des Kammerdieners, der alles mischen und nur bekennen, daß der Hans Sachs, der uns in geschichtliche Denkmale; und dennoch wirkte Beaumarchais' dirigirt und alles macht, ruht die volle Laft der Komik im dem Vortrage vom Sonntag Nachmittag vorgeführt wurde, Komödie erfrischend. Daß einmal Wiz, Geist und natürliches Stücke. Der Schauspieler, Herr Alexander, focht mit Bradie Rüge gewiß ernstgenommen und den Herrn Christus im Recht, so sehr fie chikanirt werden, dem verrosteten Borrecht der vour in seinen, aus hundert Verlegenheiten zusammengesezten Herzen gedankt haben wird, daß er ihn nicht unter der fort- Geburt eine Nase drehen, daß ein armer Bursch, wie Figaro, Situationen. geschrittenen Kultur des 19. Jahrhunderts hat schreiben laffen, der Findling, sich sein Bräutchen erkämpft troh dem lüfternen, allwo man Leute, denen die Feder einmal ausrutscht, Monate goldbewehrtem Grajen Almaviva, das ist auch heute Adolph- Ernst- Theater. Sonntag, den 4. November, gum lang hinter Plößensee's Mauern bei Rumfutsch, Mehlbrei und noch ergöglich zu hören und gern nimmt man dabei ersten Male, Der fleine Herr," Schwant in 3 Akten von Arthur Bibel büßen läßt. ein paar veraltete Theaterspäßchen mit in den Kauf. Der Lauw. In Szene gesezt von Adolph Ernft. Vorher„ Die ewige Nach dem dankend aufgenommenen Vortrage tamen vier Satire hat Fulda leider ein paar Pointen abgebrochen; wohl Braut," Liederspiel in einem Att von Mannstädt und Kren. In Fastnachtsschwänte des Dichters zur Aufführung; lustige Stücke, aus Prüderie wird die Frage des Herrenrechts", das dem Szene gefeßt von Adolph Ernst. Deren zwar hausbackene, aber feineswegs philisterhafte Moral auf Kavalier die Braut preisgab, ehe der Unterthan sie heimführen Der Lacherfolg von Charley's Tante wirft nach. Obgleich Herz und Nieren der reichsstädtischen Bürger gewirkt haben wird, durfte, kaum gestreift. Graf Almaviva ist zu aufgeklärt, um dies der neue englische Schwank des Adolph- Ernst- Theaters mit seinem wie sie noch vorgestern von einem harmlosen Publikum gern hin- Herrenrecht gewaltsam zu beanspruchen. Aber was er mit der Vorgänger den Vergleich nicht aushält, so blieb die Sympathie genommen wurde. Es erhielt die grundlose Eifersucht in dem einen Hand gnädig verschenkt, versucht er mit der anderen Hand des wenig kritischen Publikums dem Hause und dem HauptSchwant„ Das heyß Eysen" ihre gelinde Strafe, die dumme zu rauben. Echt junterlich! Manches sorgsam geschliffene darsteller erhalten. So oft Herr Tilscher( Archibald Rennik), Einfalt tam in dem Fahrenden Schüler im Paradies" recht Spottwort, das in der Uebersehung gewahrt blieb, wie die An- der wieder eine Verkleidungsrolle gab, auf der Bühne erschien, übel weg, in dem Doktor mit der großen Nasen" wurde die merkungen über die Mißhandlung der Zeitungsschreiber, die ein bebte das Haus vor Lachen, wenn auch jeder Anlaß fehlte. Wir närrische Geschwäßigkeit gar mit derben Prügeln bestraft und offenes Wort wagen möchten, über die über die Bühnendichter, tönnen uns diese merkwürdige Erscheinung nur als Nachtlang zum Schluß hatte der Bauer im Fegefeuer" es sehr arg durch denen der Polizeizenfor auflauert, und andere mehr, seiner Darstellung von Charley's Zante erklären. Pfaffenränte azu büßen, daß er fein armes Weib wirkten leider noch so, als wären sie nicht für 1784, Der Inhalt des Stückes ist bald erzählt. Zwei weitläufige tagtäglich ohne Grund in wilder Eifersucht geschlagen. Ein fondern für 1894 geschrieben. Die Darstellung griff diesmal Verwandte bemühen sich um die Erbschaft des reichen Dr. Kandy fehenswerthes Stück Kulturgeschichte zog in den Schwänken vor resolut zu. Die derben Späße brachte man derb zu Gehör und des Inhabers eines Knabenpensionats. Frau Archibald Rennit, eine den Augen des Zuschauers vorüber. Zum Schluß wurde" Hans scheute auch vor herzhafter Karrikatur nicht zurück. Dor furzem zum zweiten Male verehelichte Wittwe hat Aussicht, zur Sachs'ens poetische Sendung", das herrliche Gedicht Göthe's von Schlimmer stand es damit, wo graziöser, leichtbeschwingter Universalerbin ernannt zu werden. Als Bedingung stellt aber Herrn Felix mit Schwung und Begeisterung vorgetragen; und Humor zu seinem Rechte tommen sollte, da reichte auch das be- Dr. Kandy( Herr Hambrock), daß Frau Rennit( Frau Seemann) der Festakt hätte ein schönes Ende genommen, wenn nicht zu deutende schauspielerische Geschick des Herrn Bonn( Figaro) seine Wirthschaft führe und nicht wieder heirathe. Um das Ziel allerlegt ein lebendes Bild, in dem die Bolkemuse" Hans Sachs nicht zu und noch weniger die Schauspielerei von Frl. Wagen zu erreichen, stellt sie ihren zweiten Mann, den fleingerathenen mit dem Lorbeer schmückte, gar täglich anzuschauen gewesen( Figaro's Braut Susanne). Troy aller Bühnengewandtheit Archibald Rennit als ihren Sohn vor. Derselbe muß nun in wäre. Dies geschmacklos dargestellte Schlußbild mußte um so weiß sie sich nicht über ihr erstaunliches seelisches Phlegma hin- die Schule gehen, mit den anderen Pensionären effen und unangenehmer wirken, als die Regie ihre Aufgabe in den wegzuheben. schlafen, sich den strengen Hausregeln unterwerfen und sich von Dies Schwänfen mit musterhaftem Geschick gelöst hatte. Am Sonntag verabschiedete sich im Residenz- Theater mit den älteren Schülern alle Knabenstreiche gefallen laffen. Björnson's Fallissement" die wackere Schauspielertruppe führt natürlich zu einer langen Reihe unmöglicher fomischer Französische Komödien im Nenen und im Residenz des Theatre Libre von Berlin. Mit befriedigtem Situationen. So weit ist das Stück recht gut und lustig. Im Theater. Seit Napoleon seinen berühmten Ausspruch über das Künstlerstolz scheidet scheidet Herr Antoine aus der deutschen dritten Afte findet aber eine ebenso schnelle und gewaltsame Lustspiel Figaro's Hochzeit"( Der tolle Tag) von Reichshauptstadt. Mit dem klingenden Lohn war es schlimmer Lösung ftatt, die nicht nur nicht befriedigt, sondern ein Gefühl Beaumarchais gethan hat, wird immer und überall vom bestellt. Für manche, die gern die ungewöhnlich wohldisziplinirte, des Unbehagens zurückläßt. Alles löst sich in Freundschaft auf, Wetterleuchten der Revolution gesprochen, das diese Komödie be von ehrlichem Streben beseelte Künstlerschaar tennen gelernt beide erbschleichende Parteien werden befriedigt. deu tete; und heutzutage liebt man es manchmal noch, es so hätten, waren die Eintrittspreise zu hoch; und für die vielen, die Gespielt wurde sehr gut, so besonders von Herrn Tilfcher dar zustellen, als hätte das dreifte und bittere Gelächter des geist nur der Sensation nachzulaufen lieben, war die schlichte intime und Frau Seemann. Eine Backfischrolle wurde lieblich von vollen Beaumarchais wesentlich die Köpfe revolutionirt. So Kunstweise der Pariser Gäfte, ihr Repertoire mit literarischen Fräulein Schüler dargestellt. Auch Herr Hambrock konnte, wenn aber fünstlerische Arbeit und fünstlerische Studien und Skizzen nicht reizvoll genug. Den harten Weg zur auch nicht immer befriedigen. Die Darstellung der kleinen Rollen Empfänglichkeit. Als Beaumarchais mit seinem Lustspiel, das in Lebenserkenntniß und Wahrheit braucht niemand empor zu durch die Herren Paulmüller, Haßter!, Weiß, Lenau und Fräns der Kulturgeschichte eine bemerkenswerthe Rolle spielen sollte, Klimmen, der die Pariser Bosse vom Unterpräfetten fich lein Werner war abgerundet. Das Zusammenspiel und die Regie im Jahre 1784 auf den Plan trat, war die Revolution der ansieht. Die Komödie ist von Léon Gandillot und wurde waren vortrefflich, doch glauben wir nicht, daß die gute Dars Geister der Hauptsache nach bereits vollzogen. Wäre das nicht Sonntag Abends zum Gaudium des Publikums im Residenz stellung dem Stücke eine lange Lebensdauer garantiren wird. geschehen gewesen, so wäre Beaumarchais ein einsamer Prophet theater zum ersten Male aufgeführt. Wenn man sieht, wie viel Das Liederspiel„ Die ewige Braut" war über alle Maßen geblieben; fein Esprit, feine satirischen Epigramme, die in lustigen Wiz und Findigkeit die Pariser Schwäntefabrikanten von heute ver inhaltslos, so wie man es von Singspielen eben gewöhnt ist. Liebes- und Verwechslungsspielen verstreut sind, hätten nie so wenden, um immer mürrischere Situationen zu erfinnen, so bedauert Tänze, Evolutionen, alte Musit, ein paar nicht neue Kouplets, bligartig zünden tönnen, wenn sie nicht schon gemeinverständlich man immer mehr, wie so viel Berstand und Grübelei sich an Nichtig die um ein harmloses neues über den Bierboykott vermehrt geworden wären. Mit beiden Füßen hat Beaumarchais schon teiten und Schablonen abmartern; die Leute werden Gautler wurden, dazu einige mögliche und noch mehr unmögliche auf dem Boden einer neuen Welt gestanden, als er durch und Hofnarren ihres zahlenden Publikums und könnten doch Toiletten und um das Wichtigste nicht zu vergessen, eine den tecken Figaro über das ,, ancien regime" mit weit Besseres sein. Georg, der Unterpräfekt in einem kleinen, amüsementbedürftiges, heiteres, trititloses Publikum garantirten feiner Aristokratie, die sich eine verwüstende Herrenmoral zurecht langweiligen Nest, fährt nächtlicher Weile nach Paris, um sich dem Stücke einen Erfolg, der sich unserer Bermuthung nach nicht gelegt hatte, mit seiner fäuflichen Justiz und mit seiner großen mit seiner Simonette, einer fleinen Sängerin vom Bariété allzu oft wiederholen dürfte. Die Wiederholung des Stückes, Politit, die nichts war als fleinliche Geheimnißkrämerei, feinen Theater, zu amüsiren. Der Zufall will's, daß Simonette mit das eine Füllsel ist, hängt aber nicht von feinem eigenen Werthe, Spott ergoß. Wenn man sich über Gözenbilder so lustig machen ihrer Begleiterin ihren Georg auf seiner Präfettur aufsucht. Es sondern von der Wiederholung der Aufführung des Kleinen Herrn tann, wie Figaro Beaumarchais thut, dann ist die Macht der tommt aber noch schlimmer. Auch ein General mit seinem Adjutanten ab, mit dem es von der Bühne verschwinden wird wie die Gößen auch schon innerlich überwunden, und es verschlägt nur fommt zu Besuch nach der Präfektur, und da dem vergnügungs- Bajazzi mit Charley's Tante. Frl. Gisela Fischer( Direktorin mehr wenig, ob die Bensoren der Gewalthaber noch einmal sich füchtigen Herrn Präfekten der Besuch von Paris trengstens eines Damenquartetts) geftel sehr gut. Von den übrigen Daranstrengen, den Geist, den sie nicht tödten tönnen, wie Figaro verboten und ihm die Enthebung von seinem Amte angedroht stellern verdient noch die regierende Leitung drs Frl. Schlüter sagt, mit letter Kraftanstrengung zu tnebeln. Im Hinblick war, so muß Leopold, bes leichtlebigen Herrn Präfetten findiger( Schafwirthin) hervorgehoben zu werden. 100 . verkennt man des Hauses Lützow- Ufer 38 hatte den Vorfall bemerkt, er rief Mann bei der Herkulesbrüde in den Landwehrkanal. Beide dauernswerthe in der Regel eine furze Zeit bei den Pferden einen Schiffer zu Hilfe und es gelang, mittels eines Kahnes die wurden noch lebend aus dem Wasser gezogen. Auf dem Flur fampirt; ein anderer, bei der Firma Marzillier bediensteter Unglückliche dem Tode in den Wellen zu entreißen. Sie wurde eines Hauses Am Königegraben wurde Nachmittags die Leiche Kutscher, fonnte wegen der dringenden Arbeit nur dreimal in der hierauf nach der nächsten Polizeiwache gebracht. eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Abends versuchte sich Woche sein Bett aufsuchen. Wie lohnend die Arbeit( für die Arbeiterrifiko auf der Eisenbahn. Eine schwere Ver- ein in der Stralsunderstraße wohnhaftes Mädchen durch Kohlen- Unternehmer) im Speditionsgewerbe jedoch ist, erhellt daraus legung erlitt am Sonnabend auf dem Bahnhof in Ertner der dunft zu tödten, wurde aber durch einen Arzt ins Leben zurück zur Genüge, daß ein bekannter Fuhrherr bei einem großen UmSchaffner eines nach Berlin bestimmten Güterzuges. Kurz vor gerufen. In der Nacht zum 5. d. M. wurde ein Kriminal zuge, der zirka eine Woche in Anspruch nahm, 1700 M. Verdienst der Abfahrt des letzteren stürzte der Beamte, ein schon bejabrter schutzmann an der Ecke der Zionskirchstraße und Kastanien- Allee hatte; an Arbeitslohn wurden dagegen nur etwas über 1000 Mt. Mann, so unglücklich von seinem Bodfiß, daß er eine flaffende durch Strolche überfallen und an der Stirn erheblich verletzt. bezahlt. Die Anwesenden begleiteten die Ausführungen der Wunde am Hinterkopf davontrug. Der Berunglückte war längere Am 3. und 4. d. M. fanden vier kleine Brände statt. Redner mit lebhaftem Beifall. Am 21. November( Bußtag) Zeit bewußtlos. wird eine weitere Bersammlung bei Gründel, Brunnenstr. 188, abgehalten. Der Deutsche Schriftsteller Verband hielt am 4. und 5. November seine diesjährige ordentliche Generalversammlung in Berlin im Hotel Zu den vier Jahreszeiten" ab. Es wurde Witterungsübersicht vom 5. November 1894. eine wesentlich umgearbeitete Grundverfassung angenommen und Stationen. beschlossen, die Einrichtung einer Sterbetasse sowie einer Krankentaffe vorzubereiten. Die Versammlung ernannte ständige Ausschüsse für die rechtlichen und wirthschaftlichen Interessen der Schriftsteller, sowie für die Förderung allgemeiner literarischer Swinemünde Intereffen. Hamburg. Eine Keffelegplosion hat am Sonnabend Nachmittag in Berlin. dem Hause Weinstr. 21 stattgefunden. In diesem Gebäude be- Wiesbaden. findet sich die Baus und Maschinen- Klempnerei von Henneberg, München welche die Fertigstellung von Dampfmaschinen betreibt. So Wien wurde zuleht ein Kessel von fünf Atmosphären vollendet, welchen Haparanda Herr H. am Sonnabend auf dem Hofe des Grundstückes aus- Petersburg probirte. Als der Dampf erst 21/2 Atmosphären erreicht, ent- Cort. deckte der Fabrikant, daß der Haupthahn undicht sei. Der Aberdeen Dampf wurde abgelassen, und als Herr H. eben im Begriff war, Paris die Feuerung zu löschen, explodirte der Kessel. Der Apparat flog in die Luft und wurde gegen die Mauer des Nachbargrundstücks Weinstraße 22 geschleudert. Von dort prallte die wuchtige Masse wieder ab und flog auf das Dach des Hinterhauses. Sowohl die Mauer wie die Bedachung desselben haben erheb lichen Schaden erlitten; Menschenleben sind jedoch nicht gefährdet gewesen. • Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung SM 763 768 WSW 765 GSM 768 769 • 769 Still 754 NO 751 SSM 758 • . 748 767 . 1200 SW Windstärke (- 3421464332 Wetter 品 Temperatur 968668oo( nach Celfins 50 G. 4° R.) woltig heiter halb bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt bedeckt -9 Regen halb bedeckt heiter wolkenlos 11 10 Wetter- Prognose für Dienstag, den 6. November 1894. Etwas fübleres, vorherrschend wolliges Wetter mit leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. 01 Ganverein Berliner Bildhauer. Dienstag, den 6. November, Abends 8% Uhr, bei Schneider, Annenstraße 16: Versammlung. Tagesordnung: Modelleur- Abend. Verband deutscher Bimmerleute( Lokalverband Berlin). Mittwoch, den 7. November, Abends, 8% Uhr, bet Ehrenberg, Annenstr. 16: Bersammlung. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Reinte über Großindustrie und Handwerk". Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, den 6. November, Abends sy uhr, im Restaurant Stühler, Neue Grünstr. 38: Vorstandssigung. Vermischtes. Bild boten. Den Gerichts- Beitung. g rief Gewerbegericht. er= von Von der Hans Sachs. Feier in Nürnberg bringt das Wolff'sche Telegraphenbureau folgende Mittheilung: Nürn berg, 5. November. Zu der heutigen Hans Sachs- Feier im Rathhaussaale waren die Spigen der Behörden, Vertreter des Ministeriums, sowie ein zahlreiches Publikum schienen. Professor Göße vom Kadettenkorps in Dresden hielt eine Rede, welche die Bedeutung Hans Sach's auch für die Darauf setzte sich der Festzug in Bewegung. Man sah vier Reformation hervorhob. Gesang begang und schloß die Feier. Brachtwagen, bie ein ungemein lebhaftes farbenprächtiges Bug bildeten viele Hunderte Reisigen, Meistersängern, Rathsherren und Schauspielern, alle in prachtvolle Kostüme gekleidet. Der Wagen des Hans Sachs rief überall Jubel hervor. Nach dem Feftzuge Von einem nenen Unglückt wurde am Sonnabend Nach führten Dilettanten Schwänke von Hans Sachs auf. Abends mittag die chemische Fabrit von Landhoff u. Meyer in Grünau finden fünf große Festversammlungen statt, in denen Ansprachen betroffen, nachdem sie erst vor kurzem von einem Explosions- Der„ freie Arbeitsvertrag" fand am 1. November gehalten werden. Der Fremdenzubrang ist ganz enorm. Extraschaden heimgesucht worden war. Gin mit etwa 200 Zentner durch eine" Verhandlung vor der Kammer VII eine Beleuchtung, üge bringen Taufende von Besuchern, auch Norddeutschland ist Seifensteinlösung gefüllter Kessel ist, da sich vermuthlich Gase in die ihn in seiner ganzen Glorie erscheinen ließ. Gegen den Ber- start vertreten. Die deutsche und österreichische Presse hat vieldemselben entwickelt hatten, in die Luft geflogen, wobei das Dach liner Transportverein( Knopp u. Görke) flagte ein Arbeiter auf fach Spezialforrefpondenten entsandt. des betreffenden Gebäudes zum großen Theil abgehoben wurde. Bezahlung von Ueberstunden. Er habe, behauptete er, von des 2. G. 53. Sie würden sich strafbar machen. Zum Glück war von dem Arbeitspersonal im Augenblick der Morgens um 6 bis des Abends um 11 Uhr arbeiten müssen und Explosion niemand anwesend. für die ganze Woche 18 M. erhalten. Für die kolossale Unsere Strafrechtspflege. Neun Monate unschuldig in Arbeitsleiflung glaubt Kläger noch 9 Mart verlangen Briefkaffen der Redaktion. Untersuchungshaft haben der Schiffer Karl Meyer und der zu fönnen. Der Vertreter der Die Sprechstunde für juristische Angelegen Beklagten wandte Former Louis Philipp aus Oranienburg zugebracht. Sie standen ein, dem Kläger Kläger sei bei dem Engagement gesagt beiten fällt heute, Dienstag, aus. unter dem Verdacht der Brandstiftung; es hat sich jedoch durch worden, er bekomme für den Tag 3 Mark und die Arbeitszeit E. R., Luckenwalde. Schicken Sie Ihre Adresse an die Zeugenvernehmungen ihre Unschuld ergeben. Die Familien der dauere so lange wie der Tag. Zeugen bestätigten dies. Darauf beiden Männer, die am 31. Oktober aus der Haft entlassen bin wurde der Kläger abgewiesen. Grund: Es sei eine freie tann Ihnen eine derartige Anweisung ausstellen. Arbeitslos. Wenden Sie fich an Ihren Bezirksvo worden sind; haben inzwischen bittere Noth gelitten und auch Bereinbarung getroffen worden, die den Kläger verpflichtete, jezt noch sind ihre Verhältnisse recht traurig. Kein Mensch ent- so lange für 3 Mart zu arbeiten, wie der Tag dauerte"; von Franz 1875. Der Anspruch steht Ihnen zu, falls Kranken. schädigt sie! sogenannten Ueberstunden könne deshalb keine Rede sein. geld Ihnen nicht gezahlt ist. Wenn man je von einer Auswucherung der Arbeitskraft sprechen kann, so bezüglich der Entlohnung des erwähnten Arbeiters im Verhältniß zur Anspannung seiner Kräfte. Darum verstößt auch unseres Erachtens der fragliche freie Arbeitsvertrag" gegen die die für Miethe in 4 Jahren, vom 31. Dezember des Jahres ab 5. G. 46. 1. Die Forderungen für Logis verjähren in 2, guten Sitten". Da aber Verträge, welche gegen die guten gerechnet, in dem die Forderungen entstanden sind. 2. Im Sitten" verstoßen für null und nichtig erklärt werden können, gerechnet, in dem die Forderungen entstanden sind. 2. Im hätte das Gewerbegericht im vorliegenden Falle ein Mittel in finn nur dann einen Ehescheidungsgrund abgeben, wenn Raserei Gebiete des Allgemeinen Landrechts können Raserei und Wahnder Hand, grenzenloser Ausbeutung vorzubeugen. Die Verur- finn nur dann einen Ehescheidungsgrund abgeben, wenn Raserei theilung der beklagten Firma zu einer angemessenen Be: Befferung fortgedauert haben. Eine zweite Ghe kann die Frau und Wahnsinn über ein Jahr ohne wahrscheinliche Hoffnung zur zahlung hätte dann ausgeholfen. Alle Vorsitzende des Gewerbegerichts betonen immer, dasselbe folle die Intereffen auszugleichen des Unglücklichen während Lebzeiten ihres Mannes vor durch suchen. Durch obiges Urtheil ist sicherlich das Gegentheil rechtskräftigen Richterspruch erfolgter Ghetrennung nicht einerfolgt. Vor Wäschedieben haben sich zur Zeit unsere Hausfrauen sehr zu hüten. Am Sonnabend früh tam ein Mann in das Haus Naunynstr. 4 und machte sich dadurch ein Gewerbe, das er als Abonnentenfammler für das Deutsche Blatt auftrat. Auf dem Boden angelangt, ließ der Mann schleunigst einige Stücke Wäsche unter seinem Rock verschwinden, mit denen er auch entTommen wäre, wenn nicht zufällig die Eigenthümerin der Wäsche von dem Diebstahl Wind bekommen hätte. Die Frau begnügte sich damit, dem Diebe die Wäsche wieder abzunehmen und ihn Dann laufen zu lassen. der dahingehend, daß der Unterricht allwöchentlich Donnerstags stattM. B. 1001. Anmeldung ist erforderlich: einmalige finde, genügt aber. gehen. 3 ftande am Sonnabend früh im Thiergarten, nahe der RegentenDie in Seide gekleidete Dame, die in bewußtlosem Zuftraße, aufgefunden und nach einem Krankenhause gebracht wurde, hatte gestern die Besinnung noch nicht wieder erlangt. Die Vor dem Schwurgericht des hiesigen Landgerichts I be- Briefkaffen der Expedition. Lebensmüde hatte, um die Feststellung ihrer Persönlichkeit zu ver- gann gestern Vormittag die Verhandlung in einer umfangreichen Für die ausgesperrten Brauerei- Arbeiter gingen ferner hindern, aus allen Wäschestücken, die sie trug, die Zeichen ent- Meineidsfache. Auf der Anklagebant saßen: Das Dienstmädchen ein: Kringler 2, Ruderverein Vorwärts", 8. Sammlung, fernt. Zwei Wärterinnen in dem betreffenden Krankenhause Eva Marx und die frühere Frau Paftor Antonie Ripper Sigung am 1. Novbr, 1894, 2,-." Gesammelt im Generalbaß, wollen jedoch in der Eingelieferten die 30 Jahre alte S. wieder verwittmete Frau Dr. Schrecker geb. Müller. Die erste Ange: Burghofstraße 18, 1,-. Von einer fidelen Geburtstagsfeier, erkennen, die schon einmal sich wegen eines Selbstmordversuches eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben und vor der Einweihung beim Genossen Kerwin, Bantstraße 32b, 8,50. flagte wird beschuldigt, in zwei Fällen vor dem Kammergericht Rauchtlub Blauer Dunst" 1,30. Gesammelt bei bei der unter ihren Händen befunden habe. selben Behörde ein falsches Zeugniß mit dem Eide bekräftigt zu Amerit. Auktion eines Rohlfopfes bei Schuhmacher, BücklerBermuthlich an Bergiftung durch Wurst ist der Rekrut haben. Frau Ripper steht unter der Anklage, Adalbert Ehle vom 2. Garderegiment 3. F. gestorben. G. hatte erfte die ftraße 49, durch Reddehase 8,45. Von den organisirten Angeklagte zu diesem Verbrechen verleitet u und Maurern Neu Ruppins 7,45. von seinen in Frankfurt a. M. wohnenden Eltern Schlackwurst außerdem im Jahre 1892 versucht zu haben, eine andere Person den Linden 10,-. Schneider Werkstatt Unter gefandt erhalten, nach deren Genuß er verschied. Die Beerdigung zum Meineid zu verleiten. Es handelt sich um Vorkommnisse ftraße 61, 1,85. Geburtstagsfeier bei R., StettinerFeststellung der Todesursache inhibirt und ging deshalb erst ihrem Ehemanne führte. In vom durch Lewanhat die erste Angeflagte, bowsty 1,50 G. K. Trotz alledem 1,-. Von den Sternkickern gestern Vormittag vor sich. Von der Wurst wurde ein Stück die bei ihr diente, eidliche Aussagen zu Gunsten ihrer Herrin ab- aus der Derflingerstraße, durch Wormuth 1.30. Auf der Johnevom Oberstabsarzt den Bersuchsmäufen vorgeworfen und eine gegeben, diese sollen aber wissentlich falsch gewesen sein. Es büdel'schen Hochzeitsfeier gesammelt 8,60... 1- Arder Mäuse starb, nachdem sie von der Wurst genagt hatte. Es find 26 Zeugen zur Stelle, darunter sehr viele Frauen. Der beiterschutz 10,-. erscheint danach unzweifelhaft, daß die Wurst auch den Tod Ehle's Vorsitzende ermahnte diese eindringlichst zur Wahrheit, indem er Von 2 Zimmerern N. H., ein Maurer 3,-. Bon Babel 1,-. Im Arbeiterschutz au Mittelbuchen 2,54. herbeigeführt hat. hervorhob, daß bei der ganzen Affäre sehr viel Weibergeklatsch Pflanzerverein Süd- Dft 22,25. Gef. im treuen FreundLampenexplosionen scheinen zur Zeit zu den ständigen mitspiele. Auf Antrag des Staatsanwalts wird für die ganze schaftskreis burch Beiler 3,75. Regelschieben bei Zubeil Unfällen auf der Pferdebahn zu gehören. Auch am Montag Dauer der Berhandlung die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Abend ist in dem Wagen 147 der Neuen Berliner PferdebahnGesellschaft, der die Ackerstraße durchfuhr, die Lampe explodirt, ohne daß eine äußere Ursache oder eine Vernachlässigung seitens des Kutschees zu erkennen war. Ob auch diesmal wieder der Angestellte für den Schaden blechen muß? follte bereits Freitag Nachmittag stattfinden, wurde indeß behufs bei einem Ehescheidungsprozeß, den die zweite Angeklagte mit Spar- Agnes Bei der Geburtstagsfeier der Moabiter Vermißt wird seit Sonnabend Morgen 8 Uhr der 14 jährige Kellnerlebrling Paul Schön, bisher wohnhaft bei seinem Stief vater Ferdinand Baitner, Münchebergerftr. 18, Hof 2 Tr. er etwas über den Verschwundenen weiß, wird gebeten, an die Adresse des Stiefvaters Mittheilung gelangen zu lassen. ores Dersammlungen. 3. November 5,20. Reparatur Werkstatt von Prächtel, 4. Rate 3,-. J. Brandt, W. Halffter, P. Franke 8,26. Rother Geburtstag, Nigdorf, durch Schent 3,-. Gesammelt beim Vergnügen des Gesangvereine Eintracht" zu Rheinsberg 5,10. Von den Arbeitern der Fabrit H. Kleinschewsky 6,70. Für die Rollkutscher, Möbeltransport- und Speditions Geburtstagsfeier bei Herschleb, Adlershof durch Wegner 3,80. straße 16, eine Versammlung statt, die sich eines guten Besuchs Ges. in der Werkstatt W. Kümmel bei der Beerdigung 2,70. Bon arbeiter fand am Sonntag Abend bei Bolzmann, Lichtenberger- Von einer silbernen Hochzeit, Adolfstraße, durch Waschowski 5,56. erfreute, Die Misstände im Speditionsgewerbe der Agitationstommission der Vergolder Berlins 100,-Bier behandelte der Genosse Hoffmann in einem Referat und zog prozente von Löwe'schen Arbeitern in Martinicenfelbe V. Rate Schlüsse auf die Misere in diesen Branchen. Das Bestreben J. R. 9,80. Verein" Freie Geister" 4,50. Bautischlerei Mittag, aus den Ergebnissen der in Umlauf gewesenen Fragebogen 26,25. Rust 5,-. Von den Grüneberger Genossen durch Polizeibericht. Am 2. d. M. Abends wurde an der Ede müffe darauf gerichtet werden, so schloß er, durch Verfürzug der Belle- Alliancestr. 79, durch F. Höfer 18,-. Bettſtellwerkstatt der Mathieu- und Alexandrinenstraße ein Soldat durch einen unmenschlich langen Arbeitszeit allmälig zu geordneten Berhält Liebenwalderstr. 53 6,-. Amerikanische Auktion von d. JnnungsMefferstich an Kopfe und der Angreifer von dem Soldaten niffen zu gelangen. Die Diskussionsredner Wangenbeim, göpfen, Urbanstraße 26, 6,80. 2. M. Buchdrucker 1,50. Gürtler durch einen Säbelhieb am Kopfe und an der linken Hand nicht ette, Bachmann zc. fchilderten in lebhaften Farben die Olundershansen 3,-. Bierprozente Schuhfabrit Rosenthal 7,40. unerheblich verletzt. In der Nacht zum 3. d. M. erfchoß sich Bedrückungen durch die Unternehmerschaft. Jeht in der Saison Rothe Hochzeit Prinz Eugenstr. 20a, gef. d. Arbeitslose 1,55. ein Mann in seiner Wohnung, in der Grenadierstraße. werde die Arbeitszeit bis in die Nacht ausgedehnt, Ueberstunden Bum Troß der Prohen, Schäferstr. 4, 4,55. Rother Geburtstag, bis in Am 3. d. M. früh wurde im Thiergarten, in der Nähe des aber durch grobe Behandlung als bezahlt erachtet; der ges. durch Krebs, 5,80. Gef. durch W. Winzer beim Geburtstag 3. Luisen Denkmals, eine Frau bewußtlos aufgefunden und nach färgliche Lohn wird meistens erst Sonntags Nach- v. Frl. 2. Leipner 2,-. Schneider- Werkstelle Cohn, Charlotten der Charitee gebracht. Diefelbe scheint sich vergiftet zu haben. mittag verabfolgt. Einer der Redner traf fürzlich straße, 6. State, 12,-. Tischler Krankenkasse E durch Billhardt Nachmittags erhängte sich ein Mann in seiner Wohnung, einen Rutscher der Firma E. F. Witte aus der Köpenickerstraße, 20,05. der Wrangelstraße. Am 4. d. M. sprangen Vormittags der während einer ganzen Woche nicht in seiner Summa 356,01 m. Mädchen am Lüßow Ufer und Nachmittags ein Wohnung geschlafen hatte; in der Nacht hat der Be Summa 15 973,41 m. ein • Verein der Plätterinnen Achtung! Schönhauser Vorstadt. und verwandter Versammlung E am Dienstag, 6. November, Abends 8 Uhr, bei Feindt, Weinstr. 11. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Christeller über: Berufstrantheiten der Arbeiterinnen. 2. Diskussion.& M 3. Bierteljahresbericht. 4. Wahl der Revisoren. dubebitud 287/7 Go Indai 5. Ausgabe der Billets zum Vergnügen am 25. Nov. 1894( Todtensonntag). 6. Verschiedenes. # Bereits quittirt 15 617,40 m.; in Karton Arbeiterinnen!> Die Fabrik von Cohn n. FriedDen Genossen zur Nachricht, daß die Versammlung, welche am Sonntag länder, Stralauerftr. 58, ist wegen der in Schneider's Salon, Belforterstr. 15, wegen zu später Anmeldung vorgekommenen Angriffe auf die Sitt. meinerfeits nicht tagen konnte, bestimmt am Donnerstag, den 8. d. M., lichkeit gesperrt. Abends 8 Uhr, in demselben 20tal stattfindet. Referent ist bestimmt der Genosse Liebknecht, 2820 R. Augustin. 27/5 C. Bolzmann's Gesellschafts- Säle, Lichtenbergerstr. 16. Säle von Unterstühungsv. deutscher Tabakarbeiter und V500 Berſonen. 820L( Zahlstelle Berlin). Nene Friedrichstr. 44: Buske's Saal, Grenadierstraße 33, früher See101NB. Nach der Bersammlung: Gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Mittwoch, 7. November, Abends 8½ Uhr, bei Röllig, feld, ist zu Festlichkeiten und VersammUm zahlreichen Besuch bittet axil s Maler Der Vorstand, Spezialisten. Mittwoch, den 7. November, Abends 8 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20/21: Zusammenkunft. 188/11 lungen noch frei. Große und kleine Mitglieder- Versammlung. Bereinssimmer noch zu vergeben. Tages Ordnung: Ein heller Handelskeller m. 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Der vollzogene Ausbau unserer 2 Schaufenstern, in welchem 4 Jahre Organisation. 3. Wahl des Borort- Komitees. im 289/11 ein Delikatessen- Geschäft mit gutem ErBahlreichen Besuch erwartet Der Bevollmächtigte: Louis Dechand. folg betrieben wurde, ist Stallschreibers straße 21 a. vermieth. fofort od. später. Für den Inhalt der Jnierate über. Adolph Ernst- Theater Zum 2. Male: nimmt die Redaktion dem Publikum Der kleine Herr. gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 6. November. Opernhaus. Djamileh. Hänsel und Gretel. Schauspielhaus. Die Schule der Frauen. Der Geizige. Lessing Theater. Madame SansGêne. Deutsches Theater. Hamlet. Berliner Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Der kleine Herr. Schwant in 3 Atten v. Arthur Lauw. Vorher: Zum 1. Male: Die ewige Braut. Liederspiel in 1 Att v. W. Mannstädt und J. Kren. In Scene gesetzt von Ad. Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alcazar Variété- und Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage). Neu! Sensationell! Neu! Schiller Theater. Ein Falliffement. The 3 BrothersNighton Henes Theater. Figaro's Hochzeit. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Vogelhändler. Residenz- Theater. Der Unterpräfekt. Villa Vielliebchen. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. Bellealliance- Theater. Kyritz- Pyrih. Central- Theater. O! diese Berliner! Aleranderplak Theater. Ein Modell. Verbotene Liebe. Adolph Ernst- Theater. Der kleine Herr. Vorher: Die ewige Braut. Uational- Theater. Die Weber. Reichshallentheater. Spezialitäten Vorstellung. American- Thenter. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. unübertreffliche Leistungen am HufEisen- Apparat. Jolà Kowats, die Perle des Ungarlandes. William und Bobb. Urkom. Ercentrits am Doppelreck. Zum Schluß: Pusebach auf Korea. Entree: Wochent, 20 Pf., Sonntags 40 Pf. Anfang: Wochent. 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. R. Winkler. pegialitate Circus Renz Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellung. Spezialitäten Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Wallner- Theaterstrasse. Dienstag, den 6. November, Abends 8 Uhr: Ein Fallissement. Mittwoch, den 7. November, Abends 8 Uhr: Der Meineidbauer. Donnerstag, den 8. November, Abends 8 Uhr. Zum ersten Male: Die von Heinrich Laube. Carlstrasse. Dienstag, den 6. November cr., Abends 7/2 Uhr: Sensationeller Erfolg! Tjo Ni En. Ueberraschende Tänze, u. a. les grelots vivants( Origin.) jeu des barbichons ( Original) 2c. Außerdem: d. oftpr.Hengst Blondel ut. Monstre- Tableau von 60 Pferden, vor: geführt von Dir. Fr. Renz. Liberator, ger. von Herrn R. Renz. Die Spring pferde Parthenda und Paria, ger. von Frau Renz- Stark und Frl. Wally Renz. Schweiz, Bernauerstr. 108, ein breifach Genoffen Jungnick Bur Berliner) donneindes Hoch zum heutigen Geburtstag. Karl, hol ne olle Weiße ruff. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn Emil am 3. ds. Mis. nach kurzem, schwerem Leiden verstorben ist. Ernst Mees nebst Frau. Partei- Versammlungen. Dienstag, den 6. November, Abends 8 Uhr, Die Beerdigung findet heute, Dienstag, finden in allen 6 Wahlkreisen Versammlungen der Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Schönleinstr. 30, aus statt. 8376 Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Schneider Wilhelm Schulze Parteigenossen statt. I. Kreis: Röllig, Neue Friedrichstr. 44. II. 99 III. " 9 IV. 99 848b V. 19 im Alter von 38 Jahren am Sonntag, den 4. November, Abends 51/2 Uhr, am Herzkrampf verschieden ist. Dies zeigen an die tiefbetrübten Hinterbliebenen Wwe. Schulze nebst Kindern. Die Beerdigung findet Mittwoch, Nachmittag 4 Uhr; vom Trauerhause, Hollmannstraße 38, nach dem Neuen Jakobi- Kirchhofe in Brit statt. Den Genossen des 3. Wahlkreises zur Nachricht, daß unser braver Ge nosse, Schneider Wilhelm Schulze am Sonntag, den 4. November, ver storben ist. 270/1 Die Beerdigung findet Mittwoch, Nachmittag 4 Uhr, vom Trauerhause, Hollmannstraße 38, nach dem Neuen Jakobi- Kirchhofe in Brizz statt. Der Vertrauensmann. Schneider- u. SchneiderinnenVerband. Euch allen die traurige Mittheilung, daß unser Kollege, Freundu. langjähriges VI. وو Zubeil, Lindenstr. 106. Louisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37. Fiebig, Gr. Frankfurterstr. 26. Gründel, Brunnenstr. 188. Reichert's Salon, Müllerstr. 7. Tagesordnung in allen Versammlungen: 807b 1. Bericht und Abrechnung der Vertrauenspersonen. Preß, Lokal- und Agitations- Kommissionsmitglieder. 2. Neuwahl der Vertrauenspersonen, sowie der 3. Bericht der Delegirten vom Parteitage in Frankfurt und Diskussion. In Anbetracht der langen und wichtigen Tagesordnung werden die Versammlungen pünktlich eröffnet. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. Maurer! Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Ordentliche Mitglieder- Versammlung treues, thätiges Mitglied, der Kassirer am Donnerstag, 8. November, Abends 8 Uhr, bei Wilke, Wilh. Schulze, Andreasstr. 26. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Waldeck Manaffe über: Religion und Friede. Der Vorstand. am Sonntag, den 4. November, Abends 1/26 Uhr verschieden ist. Inmitten seiner 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheit. aufopfernden, raftlofen Thätigkeit er- 186/8 eilte ihn der Tod. Er war ein selbstKarlſchüler. Schauspiel in 5 Atten Zum 1. Male: Jeu de barre, loſer, eifriger Mittämpfer für die Be Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Direktion: Richard Schulz. Emil Thomas a. G. Anna Bäders. Joſefine Dora. Zum 66. Male: O! diese Berliner! Große Poffe mit Gesang und Tanz in 6 Bildern nach Salingre's Reise durch Berlin von Julius Freund. Musik von Jul. Einödshofer. Kaffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen und folgende Lage: O, biele Berliner! freiung des geknechteten Proletariats, tom. Reitszene, neu einstudirt und ausgeführt von den Herren Krembser, bem er getreu war bis in den Tod. Bayer und William. Der phäno- Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung menale Reiter Mr. Clarck. Der findet Mittwoch Nachmittag 4 Uhr vom für Berlin und Umgegend. Vereins- Versammlung fenfationelle Handequilibrist. Mr. Trauerhause Hollmannstr. 38 nach dem am Mittwoch, den 7. November, bends 8 Uhr, in Schmiedel's Fettsälen, Jules Keller 2c. Mittwoch: Tjo Ni En. Fr. Renz, Rommissionsrath. Armin- Hallen neuen Jakobi Kirchhofe in Brizz statt. 919/4 Die Bevollmächtigten. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Befannten, insbesondere dem Verein der Berliner Weißbierwirthe, der Innung, Kommandantenstraße Nr. 20. sage ich für die große Theilnahme bei Säle und Vereinszimmer der Beerdigung meines geliebt. Mannes, des Restaurateurs Herm. König, und für die schönen Blumenspenden der von 20-600 Personen. Stammgäste meinen herzlichen Dank. 836b] Wwr. König nebst Sohn. Ortskrankenkasse d. Bildhauer, Alte Jakobstr. 32. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Wilhelm Liebknecht über: Die Wissens schaft und die Frau. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ber 119/16 fchiedenes. Wir bitten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen besonders der Frauen. Männer als Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung aller in Zucker- und Chocoladenfabriken beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen Stuckateure u. verw. Gewerbe Buchhandlung des Vorwärtsam Mittwoch, 7. Nov., Ab. 9 Uhr, im Kolberger Salon, zu Berlin. Die ordentliche National- Theater. Generalversammlung Große Frankfurterstraße 132. Gastspiel des fliegenden Serpentin Ballets, arrangirt vom Balletmeister Géza Zinner. Die Weber. Schauspiel in 4 Akten von Regie: May Sam ft. Rajjenöffnung 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. In Vorbereitung: Der Tod als Pathe. Ausstattungs- Romödie in 5 Akten von Ernst Blukme mit theilweiser Benutzung einer Jdee von August Blanche. Ausschant von echt Culmbacher Bier. Castan's Panopticum. Hassan Ali der grösste Mensch der Welt. Prinzess Topase findet am 15. November 1894, Abends 81/2 Uhr, Annenstr. 16, statt. Tagesordnung: 1. a) Wahlen. Abends 81/2 Uhr wählen die Herren Arbeitgeber 1 Ersatzmann und 1 Vorstandsmitglied. b) Abends 9 Uhr wählen die Herren Arbeitnehmer 1 Ersahmann und 2 Vorstandsmitglieder. 2. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 3. Vertrag mit den Aerzten. 4. Krantenfontrolle; Mantogelder für Den Rendanten; und über fernere Bewilligung von künstl. Zähnen. 5. Zentralisation und Beitritt zu einem Verbande gemäß§ 46 des Krankenversicherungs- Gesezes. 6. Verschiedenes. Der Vorstand: J. Söfner. 71/14 Berlin Sw., Beuthstr. 2. • Neue Erscheinungen: Hans Sachs. Ein Erinnerungsblatt für das arbeitende Volk zur 400jährigen Geburtsfeier des Voltsdichters.-, 25. Postillon Nr. 23.-, 10. Teifen. Das soziale Elend und die besitzenden Klassen in Desterreich. Geb. 2,70. 275/9 brosch. 2,-. • Die Ereignisse von Falkenau und Ostrau im Parlamente -, 40. Volks- Lexikon. Heft 17-20. Naturkräfte n. Naturgesetze. Seft 4 ..-, 20. Meyer's u. Brockhaus' NB. Sollte die Erledigung der Tages Leriton, sowie andere bessere Werte fauft ordnung nicht stattfinden, so geschieht dies am 22. November 1894. Hannemann, Rochstr. 56. Fernsprecher IV, 895. Schneiderin empfiehlt fich für gut 23. Tages Ordnung: 1. Vortrag: Die Mißstände in der Chokoladenfabrik von Hildebrandt ( Pantstraße). Referent C. Hoffmann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es wird gebeten, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Branche alle in der Versammlung erscheinen. Die Herren Meister und Aufsichtsbeamten der Bildebrandt'schen Fabrik sind hiermit eingeladen. 69/10 Stempel! Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Vereins- Abzeichen. H.GUTTMANN Stempel, *( Schablonen-, Schilder Fabrik Berlin N., Brunnenstr.9 Stempel! Der Einberufer. Sperre! Sperre! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter! Die Pianofabrit von Höhne& Sell und Wuthe, Langeftr. 52, ist für alle Branchen gesperrt. 197/14 Die Kommiffion. NB. Alle Anfragen, soweit fie die Gravirung von Inschriften etc Lohnfommission betreffen, sind zu richten an A. Kleinlein, im Lokal Naunynstr. 78 bei Böger( fr. Rohr). Georg Wagner Uhrmacher, Oranienstr. 65, 1 Tr. Bitte auf die Hausnummer zu achten. Achtung! Muffinstrumenten- Arbeiter! Streik! Die Kollegen aller Brauchen d. Pianos fabrik von R. Ulbrich, Berlin, Kraus Achtung! figende stoftüme in und außer dem Uhren u. Goldwaaren in solider Straße 14, haben infolge Lohndifferenzen Maler Moabits. erau Fischer, Rottbuferstr. 16 Musführung zu den billigsten Preisen. die Arbeit niedergelegt. 8426 Massiv goldene Trauringe, gefeßlich Thue jeder Kollege seine Pflicht! gestempelt: 1 Dukaten 10,50 M., 11/2 Dut. 198/2 Die Lohukommission. Angekauft werden stets jede 15,50 M., 2 Dut. 20 M. Star. von Anzahl weißer Mäuse, Tanz- 4 M. an. 1 tücht. Beleger fofort verlangt. A Dienstag, den 6. November, fällt die Mitglieder Versammlung wegen Be das fleinste Menschen tin d. richterstattung vom Frankfurter Partei5735L* 180/15 mäuſe, Meerschweinchen, achtauben, Reparaturen BELiepmann, Rönigswusterhausen. 84/ 9* Merikanische Riesen- Gacteen tag aus. Otto Slumollke. Eichhörnchen, Kanarienvögel, in noch nie gesehener Größe. Passage- Panopticum. 51 wilde Weiber 3251 aus Dahomey. Redtmnun, Madaiftr. 2, am Schlesischen an Uhren u. Goldwaaren solid u. billig 844b N. Kroth's Bierhaus, Bahnhof Elisabeth- Ufer 38/39( Oranienplag). Jeden Dienstag: 841b Neuheit! Gänse- Ausspielen. Sozialist. Gratulations- Karten Ausschank der Brauereien Müggelschlösschen u. Königs- Wusterhausen. Gr. Mittags- u. Abendtisch. Empfehle meinen Weiss- u. Bairisch Die Herenschautel, Bier- Verlag. Kingfreies Bier. Ich neueste Illusion. führe, als unwahrheit zurück. Neuheit! in großer Auswahl. Lafale- brei- Kalender Patent Elfenbein Bilder Ein tüchtiger Tanzmeister und Arrangeur vieler Festlichkeiten wünscht Reell und billig in einem nichtboykottirten Ball- Lokale kauft man in der Norddeutschen Schuh- feste Stellung. fabrit von W. Hitschke, gegründet 1872, Max Balkow, Statinerstr. 13,& de Nomiralſtraße, Megerstr. 12 im Obst Geschäft. am Rottbuser Thor. 59702* Arbeitsmarkt. Dirigent. 838b Versilberer verl. Rottbuser Damm 100. 1Tischler verl. Stechel, Rüraffierstr. 10a. Lassalle. Marx etc. Muster werden an Wiederverkäufer Durchaus tüchtige Kraft für Männer- Für die hiesigen Leser liegt 1038L Gesangverein gesucht( Mitgl. des Arb. Emil Schade, Bierverleger, E. Seidel, Luruspapierfabrit, ihr bei Hilpert, Rigdorf, Karls- Blattes die geftrige Gewinnliße S.-B.). Meldungen Mittwoch Abend der heutigen Nummer unseres gartenstraße 1. weise jede Angabe, daß ich Ningbier franko zugesandt. Gitschinerstr. 61. 8-9 Berlin, N., Brunnenstr. 40. 843b 840b der preuß. Lotterie bei. Verantwortlicher Redatteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 259. Dienstag, den 6. November 1894. 11. Jahrg. Arbeiter! Parteigenossen! Trinkt hein boykottirtes Bier! feffor Jöst's Artikel" in Das Asylrecht und die russischen| fiber it's til vorer Butune" feine Spalten öffnet. Jein Angebot von 1642 Arbeitsuchenden gegenüber ftand. Sierauf Volizei Intriguen. uns wird geschrieben: " Ueberall trifft man diese verzwickte Gesellschaft an. wurde Wiedemann als Arbeitsvermittler einstimmig wiedergewählt. Die Abenteuer des Barons Ernst von Ungern- Sternberg" Die Befiger, mit Ausnahme des Nordens, tlagen über den beweisen, daß die russische Regierung nicht nur auf literarischem schwachen Besuch der Bezirks- und Vertrauensmänner- Versamm Wege allein eine Panik hervorzurufen sucht. Wenigstens war in lungen und ermahnen die Kollegen zur regeren Agitation. Der Das Asylrecht ist der russischen Regierung seit jeher ein der Pall Mall Gazette" vom 2. Juli zu lesen: Wie man uns Bevollmächtigte der Werkstatt- Kontrollkommission berichtet, daß Dorn im Auge gewesen. Und verwundern kann das niemanden. mittheilt, bemühten sich die russischen Behörden durch ihre 51 Sihungen mit 41 Werfstellen abgehalten wurden, in denen Die Alleinherrschaft hat alle Gründe, das Asylrecht zu hassen Agenten, mie der bekannte Landeysen, ausländische 1240 Kollegen beschäftigt sind. Die zur Kontrollkommission vorund zu befürchten, schon aus Selbsterhaltung. Macht es doch Anarchisten nach Rußland herüberzulocken, um fie an geschlagenen Kollegen wurden außer Mewes sämmtlich von der das Asylrecht möglich, daß in den zivilisirten Ländern nicht nur der Grenze verhaften zu lassen und der Welt zu zeigen, daß die Versammlung bestätigt. Bei letzterem erhob Rollege Konrad das offizielle, sondern, bis zu einem gewiffen Grade, auch das Anarchisten internationale Verbindungen haben, und daß daher Widerspruch. Auf Antrag Eichler wurde die Sache dem Vorstand oppositionelle Rußland vertreten ist. Und diese Verein internationales Vorgehen den politischen Verbrechern gegen zur Regulirung überwiesen. Ein Antrag Konrad, jeder Inhaber tretung läßt sich weder durch Drohungen, noch durch über nöthig sei. von Vergnügungsbillets hat spätestens sechs Wochen nach dem Gewalt mundtodt machen. Das Asylrecht ermöglicht So wurde auch letter Zeit, anläßlich des Pariser Besuches Bergnügen abzurechnen, wurde angenommen. Die Kollegen den oppositionellen Elementen die Herstellung ausgedehnter Be- des russischen Justizministers M. N. Murawiew, der als Staats- Bauer und Wiedemann stellten hierauf den Antrag, daß ziehungen und die Agitation, ohne daß sie die Willkür der all- anwalt im Prozesse wegen der Ermordung Alexanders II. sich mit Genehmigung der Generalversammlung die Vormächtigen russischen Staatspolizei zu befürchten hätten. einen Namen" erworben hat, den„ Daily News" aus Paris arbeiten zur Abänderung ber Statuten zum nächsten Das ist es, was die russische Regierung veranlaßt, teine( 11. Oktober) gemeldet: Der russische Justizminister M. Verbandstag vorgenommen werden. Die Versammlung stimmte Anstrengungen, keine Geldopfer, ja selbst teine Verbrechen zu verweilt zur Zeit hier. Die Ursache seines Besuches bildet dem zu, und sollen die Bezirksleiter und Obmänner der Kontrollscheuen, wenn es sich darum handelt, das Asylrecht aufzuheben. fein Geheimniß: er ist nämlich damit beschäftigt, eine tommission zu diesen Berathungen hinzugezogen werden. Da ver Ja, man man hat fich nicht gescheut, das heilige Bölfer offizielle Internationale" zu schaffen, zur Unterschiedene Anträge, betreffs Abänderung der Statuten, eingelaufen recht" der Unantastbarkeit fremder Territorien" zu verlegen brückung der internationalen nihilistischen und anarchistischen Ver- waren, stellte Rollege Röster den Geschäftsordnungs- Antrag, alle wenn es nöthig erschien. Wo man sich, wie in der bindung(!) Herr M. wurde seinem französischen Kollegen und auf Statutenänderung hinauslaufenden Anträge der eingesetzten Türkei, nicht sehr zu geniren braucht, hat man durch gefälschte allen übrigen Ministern durch den Minister des Auswärtigen Kommission zu überweisen. Dieser Antrag wurde angenommen. Depeschen russische Flüchtlinge aus dem Auslande nach der Türkei vorgestellt. Baron Morenheim ist aus dem Süden in Paris ein Auf Antrag des Kollegen Wiedemann wird dem Mitglied Bendgelockt, um sie dort nach der Manier wirklicher Räuber ge- getroffen und wird an den Verhandlungen theilnehmen." schneider eine Unterstützung von 25 M. gewährt. Konrad er fangen zu nehmen. So fiel ein gewisser Lusty einem solchen Obschon nun die Barendiener in Frankreich Glück hatten, mahnte die Mitglieder, bei Benüßung der Fachvereins- Bibliothek, Raube auf der Balkanhalbinsel zum Opfer, und der bekannte mißlang doch der gleiche Versuch in England. Es ist bekannt, die dem Verbande zur Verfügung steht, doch etwas mehr für Emigrant Viktor Burzer war nur mit Hilfe eines englischen was für eine Antwort die englischen Minister Rosebery und pünktliche Zurücklieferung der Bücher zu sorgen, da sonst bie Schiffes im Stande, der ihm gestellten Falle zu entgehen. Wo solche Asquith dem Lord Salisbury auf seinen Ausweisungsantrag Reftanten bekannt gegeben werden. Praktiken nicht möglich find, erstrebt man die Abschließung von so ertheilten und dabei wird es auch sein Bewenden haben. genannten„ Verträgen zur Auslieferung politischer Verbrecher". Bis Selbst wenn Salisbury wieder ans Ruder kommen sollte, einigung der Kaufleute fand am Donnerstag, den Eine Mitgliederversammlung der Freien Bers au einem gewissen Grade gelang das auch. So mit Deutschland, würde er es nicht wagen dürfen, einen ernstlichen Defterreich, Schweiz, Spanien, den Vereinigten Staaten von Amerika, Versuch zur Verkümmerung des englischen Asylrechts zu machen. Holland und Luxemburg. Kann sich aber eine despotische Re- Er würde einen Sturm der Entrüstung gegen sich entfesseln, der gierung damit zufrieden geben? Einmal beziehen sich mehrere sein Ministerium vom Plaze fegte. Und deshalb müssen sich die Berträge, wie der holländische und nordamerikanische nur auf gewisse russischen Regierungsmänner wohl oder übel mit der Thatsache Kategorien von Verbrechern", und zwar nur auf diejenigen, abfinden, daß England ein Zufluchtsort für die russischen VerFamilie abgesehen haben sollten. Zweitens sind diese Verträge" liefern wird und daß von dort aus die„ Bäterchen" tief verhaßte welche es auf das theure Leben der Mitglieder der garischen bannten bleiben, daß es feine„ interessanten Dokumente" aus: nicht sehr fester Natur. Es ist z. B. taum ein Jahr abgelaufen, Druckerpreffe ihre Erzeugnisse in die weite Welt verbreiten wird seitdem man mit Nordamerika einen solchen geheimen Vertrag abzur Aufklärung der Unaufgeklärten und zum Wohle des russischen geschlossen hat, und schon ist ein Antrag auf Aufhebung desselben Voltes. im Stongreß eingelaufen. Drittens endlich ist die Einhaltung der Verträge, sogar in tontinentalen Ländern, wie Deutschland und Desterreich, in bedeutendem Maße von der Presse und öffentlichen Meinung abhängig. Deshalb suchte denn die russische Regierung in Europa eine ihren Absichten günstige Stimmung hervorzurufen. Sie mußte Verwirrung hervorbringen, um beffer im Trüben fischen zu können. Diese Aufgabe übernahmen Leute wie der Oberst" Charles D'Arnaut in Amerita, eine gewiffe Dame Olga Norikowa sowie ein Herr de Windt in England, ein Professor Joest in Deutsch land u. f. w. Ihre Pflicht war es, die Anschauung zu verbreiten, daß die russischen Nihilisten" nichts anderes find, als gemeine Verbrecher", die den Schutz der Gesetze nicht verdienen. Doch das alles hatte blutwenig geholfen. Da tamen mit einem Mal die so ersehnten Bomben, die Zerstörung öffentlicher Häuser, ihnen auf dem Fuß folgte die schon längst ersehnte Panik; Perier und Dupuy versprachen das Vaterland zu retten und wurden zu„ Rettern"!" Das Schreckgespenit ist gefunden. Es heißt: Anarchist! der Tod Versammlungen. In unserem Versammlungsbericht des 4. Wahlkreises in der Str. 255 des Vorwärts" muß es heißen: Die Bezirksführer des Köpenicker Viertels haben bei dem Genossen Ga de gast, Oppelnerstr. 5, abzurechnen. " Buntte der Tagesordnung: Feststellung einer Geschäftsordnung 1. November statt. Nachdem zur Erledigung der beiden ersten Punkte der Tagesordnung: Feststellung einer Geschäftsordnung und Wahl eines Lokals für die allwöchentlichen gemüthlichen Busammenkünfte je eine Kommission von drei Mitgliedern gewählt worden war, tam man zu dem Hauptgegenstand der Tagesord angestellten" veröffentlichten Artikel an, welcher sich gegen nung: Wie gestalten wir unsere Agitation in dem bevorstehenden Wintersemester? Kollege Jastrow griff den im Handels die Taktik des Dr. Quart und einen in der Leipziger Boltszeitung" veröffentlichten Artikel Handelsjünger und Sozials " demokratie" wendet und erklärt sich mit der Zaktit Dr. Quarc's, der die Handlungsgehilfen- Bewegung zu einer une politischen ma chen will, einverstanden. Genosse Heymann meint, daß eine derartige Taftit die Bewegung verwässern und vers fimpeln würde. Türt nimmt auf's entschiedenste gegen das Bers halten des Dr. Quart und den erwähnten Artikel der Leipziger Volls- Zeitung", welche die Bewegung der auf dem Boden bes modernen Klaffentampfes stehenden Freien Bereinigungen" todt Berichtigung. Die Berichterstattung über die Abrechnung gründete Verein für faufmännische Angestellte" fich dem bürger schweige, Stellung. Er führt aus, daß der von Dr. Quard ge des„ Bauhandwerker", die Herr Allete in der letzten Steinlichen Verbande kaufmännischer Vereine" angefchloffen habe, er arbeiter- Versammlung gab, entspricht in bezug auf die Zahl der zeigt, wie der Verein, statt zu agitiren, sich damit begnügt, feinen Abonnenten infofern nicht der Wahrheit, als sich gar nicht genau Mitgliedern von[ Professoren wissenschaftliche Borträge halten feststellen läßt, wie sich die Abonnenten auf die betheiligten Ge- zu laffen, wähnend, daß der Gehilfe schon wissen werde, wohin werkschaften vertheilen. Es ist demnach nur eine Vermuthung er gehöre". Türk erklärt diese Tattit als eine Tattit der von Herrn Allefe, wenn er angiebt, die Steinarbeiter hätten Heuchelei, welche in feiner Weise dazu angethan ift, uns auch allein 1800 und die übrigen 300 vertheilten sich auf die Maurer, nur einen Schritt weiter zu bringen. Folgender Antrag Heymann Töpfer, Zimmerer und Stuckateure. gelangt hierauf zur Annahme: Die Expedition des Bauhandwerker". J. A.: Ph. Thomas. " Im Anschluß an den Artikel im Handelsangestellten" er flärt die heutige Versammlung der Kaufleute, daß sie mit dem Vorgehen des Dr. Quarch in der Bildung unpolitischer kauf männischer Vereine in feinem Falle einverstanden ist, sondern betont, daß eine gewerkschaftliche Bewegung der Handlungs gehilfen nur dann eine wirkliche Interessenvertretung sein kann, wenn sie offen auf dem Boden des Klassenkampfes steht, und dem Einzelnen das Bewußtsein seiner Zugehörigkeit zur Lohnarbeiter lasse in nachdrücklichster Weise einflößt. Nachdem man beschloffen hatte, im Februar ein Vergnügen zum Besten der Brauerei- Arbeiter zu veranstalten, wurde die Ber fammlung um 12 Uhr geschlossen. Die Im Februar dieses Jahres versuchte es die russische Gendarmerie, mit der Hilfe eines gewissen Herrn Iwanow, der einen Zu unserem Versammlungsbericht der im Lackirer Aufsatz in der New Review" veröffentlichte, die in England gewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen geht uns von lebenden russischen Emigranten mit den Anarchisten in einen dem Unterzeichneten folgende Erklärung zu:" Ich erkläre die vou Zopf zu werfen. Der klägliche Versuch scheiterte an Herrn Rautenhaus gegen mich erhobenen Anschuldigungen für dem energischen Auftreten des englischen Bublifums. Die unwahr; weder biete ich mich anf Gehänge für 15 Pf. zu liefern, früher schon zu demselben Zweck herausgegebene Broschüre noch beziehe ich mich bei Offerten auf den von mir innehabenden Russian Memorandum", blieb völlig unbeachtet. In Frankreich Staffenposten, dem ich im Interesse des Gewerbes und der Inwurde der Versuch vom Glück etwas mehr begünstigt. Hier nung als Ehrenposten freiwillig und ohne Entgelt vorstehe. Ich wagt es niemand, außer den Sozialisten, die Regierung verwahre mich ferner dagegen, daß ich Burfchen von Rußlands, auf deren Hilfe im Kriegsfalle man sich Hoffnung macht, 17-18 Jahren als Lehrlinge bezeichne und arbeiten lasse, sowie anzugreifen und ihrem Treiben entgegenzutreten. Um so leichter gegen die Anschuldigung über brutale Behandlung in meiner Die Musikinstrumenten Arbeiter beschäftigten sich am gelang es der russischen Regierung, den französischen Philistern Werkstatt. Ich werde Herrn Rautenhaus genügend Gelegenheit 4. November in einer gut besuchten Versammlung mit der augenAngst einzujagen, und die Kopflosigkeit der franzöfifchen Brüder" geben, Beweise einzubringen. blicklichen Situation des Lohntampfes. Aus der regen Diskussion zu ihren Gunsten auszubeuten. Herr Sekersinsty, der Chef der Robert Müller, Lademeister der Lacirerinnung. ging hervor, daß die Kollegen sich in der Erwartung nicht ges russischen Spitzel, nahm eine Beit lang in Paris seinen Eine Mitgliederversammlung der dem deutschen Verstäuscht haben, daß überall, wo die Kollegen einig Forderungen Wohnsiz. Den französischen Kollegen" war die Ankunft bande angehörenden Metallarbeiter in Moabit und Charlotten- stellen, die Fabrikanten diese bewilligen müffen. Freilich dieses Herrn höchst willkommen. Mußten doch Herr Dupuy burg tagte am 15. Oktober im Lokale von Hermerschmidt, haben auch in verschiedenen schlechten Werkstellen und Ronsorten ihre Preß- und Polizeigesetze unter allen Berlebergerstr. 28. Nach einer anregenden Vorlesung und Dis Kollegen nicht den Muth, an ben Unternehmer mit Umständen durchseßen, und dazu gehörte der Schein einer un fussion über die wirthschaftlich- technische Revolution der Gegen- Forderungen heranzutreten. Die Betreffenden wurden er geheuren Thätigkeit seitens der Polizei, Maffenverhaftungen, wart, schritt die Versammlung zur Gründung der Filiale mahut, fich jetzt, wo ein Zuzug von außerhalb nicht zu Hausfuchungen, Ausweisungen, damit ad oculos demonftrirt Moabit" sowie zur Einsetzung eines Vertrauensmannes für erwarten ist, au einem Vorgehen zu entschließen, auch nicht erst merde, daß der Staat in Gefahr sei und daß Dupuy und Co. Charlottenburg. In den Vorstand wurden die Kollegen Hanig, auf die Lohnkommission zu warten, sondern von selbst heran. wirklich Wacht halten. Die reaktionären Gesetze wurden durch- Kaiser und Grycze wsti als Revisoren, Kaminsti als sutreten an den Fabrikanten. Bum Streit ist es bei Ulbrich gedrückt und nun begann die brüderliche französisch- russische Kassirer und Hofmann als Bevollmächtigter gewählt. Bum gekommen, wo die Kollegen einen um 15 bis 80 pt. erhöhten Aktion. Herr Seferfinsky war am Blaze, und seine Anweisungen Vertrauensmann für Charlottenburg bestimmte die Versammlung Tarif forderten, während der Unternehmer kaum 5 pt. be waren von um so größerem Werth, je mehr sie, der französischen den Kollegen Schulze. Gleichzeitig wurde die Errichtung einer willigen wollte. Bei Grand forderten die Kollegen Realtion Vorschub leistend, auch etwas für Bäterchen" abfallen Bibliothet beschlossen. In die Bibliothekskommission wurden die gleichfalls Bulage, ber Fabrikant ließen. Kurz nach einander wurden die ruffifchen Emigranten Rodegen 3 furgens, pie, Baltichat unb 3 ae om te nach Weihnachten in Aussicht, bedingte fich aber eine aus verschiedenen Gegenden Frankreichs verjagt. Aus Paris gewählt. Zum Lokal für die Bibliothet bestimmte man die bis Bedentzeit von 14 Tagen ans. Die Arbeiter setten nun wurde Lafarew und Dobrenowitsch ausgewiesen, aus dem Dorfe berige Bahlstelle Ni eß, Beusselstraße 62, und können daselbst ihre Lohnforderungen auf, und Grand fand es für gerathen, Mornė G. Plechanow, aus einem ländlichen Pensionat in Montées Sonnabends von 8-10 Uhr Bücher entnommen werden. Bezüg- ihnen schon am Sonnabend Abend durch den Werkführer mitBeliffier Dobrowolsky und N. Schukowsky, aus Toulouse lich der Versammlungsthätigkeit stimmte man dem Antrage zu, theilen zu lassen, daß er zugelegt habe. Auch Gude hat die Selstrenyi, aus Montpellier Margulis. vierwöchentlich größere und vierzehntägig fleinere mit Bor Forderungen fast durchweg, wie die Arbeiter sie verlangten, beFür die Schneidigkeit, mit der die Verhaftungen und Aus- lefungen abzuhaltende Mitgliederversammlungen stattfinden zu willigt. Bei Lehmann, bei Barthold und bei Wuthe weisungen durchgeführt wurden, diene folgender Fall als Beispiel: lassen. find die Kollegen noch zu feinem Vorgeben zu bewegen gewesen; Die Anordnung über die Ausweisung Dobrowolsky's lautete dahin, nur der Raftenmacher erklärte bei Wuthe, er könne für den bisa daß er:„ Arkadatsky genannt Dobrenowitsch genannt Dobrowolsky" Der Holzarbeiter Verband( Bahlstelle Berlin) hielt am herigen Lohn nicht mehr arbeiten. Er wurde entlaffen, die fechs auf grund der eingezogenen Erkundigungen" ausgewiesen 31. Dftober eine sehr gut besuchte Generalversammlung ab. Bor oder sieben Kollegen von ihm arbeiten gleichwohl, weiter. Bei wird. Während aber der wirkliche Dobrowolsky aus Paris ausge: Eintritt in die Tagesordnung giebt Roll. Hinz bekannt, daß das Bohn u. Co. haben die Kollegen eine Lohnerhöhung erreicht. wiesen wird, weist man einen anderen anderorts unter seinem Namen Mitglied Ernst Platschkowsky verstorben und ehrt die Versamm Bei Neumeier, wo verheirathete Leute beim Frontenpuzen mit ebenfalls aus. Die Befehle aber zur Ausweisung dieser zwei lung das Andenken in der üblichen Weise. Hierauf erstattet der 8 bis 12 Mart nach Hause gehen, fand der„ alte Stamm" die verschiedenen Personen werden in zwei Gremplaren an ein und Kassirer den Kassenbericht. Demselben ist Folgendes zu entnehmen: von den jüngeren Kollegen aufgesetzten Forderungen zu hoch, demselben Tage 12. August 1. Hauptkasse. Pelissier, wo etwa 35 harmlose Ruffen ihren Sommeraufenthalt Einnahme mit Bestand.. Ausgabe.. haben, Russen, die 3 Emigranten ausgenommen, sich ganz fern von der Politik hielten, und von denen einige fogar von ausgesprochen tonfervativer Gesinnung waren, fanden fast regelmäßig Hausfuchungen statt; die Polizeikommissare netmen jeden Tag neue 3269,92 m. Berhaftungen vor. Die Gesellschaft wird im Gefängniß zu 1333,15 Bonneville eingeferfert, und bald darauf erscheinen in den Heyblättern die wildesten Geschichten über die geheimen ZusammenBestand für's nächste Quartal 1986,77 M. künfte der„ Nihilisten" im Walde, über ihre Beziehungen 3. Unterstütungstasse. Englischen Komitee" 2c. 2c. Die Verdächtigungsarbeit Einnahme mit Bestand. 435,-. verrichtet ein gewisser Vopow im Figaro". Er schreibt die Ausgabe. 212,85 Nowoje Wremja" ab, ein Organ, welches den Engländern BeBleibt Bestand 222,15 m. ziehungen zu dem" Anarchisten" Stepniat vorwirft, und den Aus dem Bericht des Arbeitsvermittlers ergiebt sich, daß treuen Ueberfegungen" des Fräulein v. Schabelsky über" Pro- 569 Adressen von 478 Unternehmern eingelaufen waren, denen zum unterzeichnet. In Montées Bestand fürs nächste Quartal 2. Lokaltasse. Einnahme mit Bestand.. Ausgabe • . 4 • 8741,68 m. 4057,70 4688,98 m. " " " schließlich ließen sich aber ziemlich sämmtliche Kollegen zum Unterschreiben bewegen und der Fabrikant bewilligte 7 bis 8 pot. Zulage; er hätte auch mehr bewilligt, wenn man mehr gefordert hätte. gefordert hätte. Bei Neumeier sind die Kollegen ohne die Silfe der Kommission vorgegangen. Bei Niebert u. Co. forderten die Arbeiter Einhaltung der Arbeitszeit von 7-6 Uhr. Der Fabrikant gestand dieselbe zu, auf sein Ersuchen waren aber die Kollegen bereit, in der dringenden Arbeitsperiode die Ueber= stunde bis 7 Uhr zu machen. Die Redner ermahnen namentlich auch die Kollegen bei den Genossenschaften vorzugehen; die Genossenschaften hauptsächlich hätten die Preise verdorben. " Folgende Resolutionen bezw. Anträge gelangen zur Annahme: 1. Die Kollegen verpflichten sich, mit aller Energie für die Aufrechterhaltung der Arbeitszeit einzutreten und jede Ueberarbeit zurückzuweisen." 2. Die Kollegen erklären den Streit von " " Ulbricht für gerechtfertigt und verpflichten sich, die Streifenden I sammlung war ein Theil der Meisterschaft mit ihrer zünftigen die Frage, ob die Partet dadurch etwas verloren habe. moralisch und materiel zu unterstützen." 3. Jeder Musikinstru- stämmigen Gesellenschaft erschienen und fonnte man aus diesem Betreffs der Agrarfrage warnte der Redner vor einer Uebermenten- Arbeiter verpflichtet sich, soweit es in seinen Kräften steht, Umstande bereits im Voraus aynen, was die Glocke geschlagen schätzung des Werthes der v. Vollmar Schoenlank'schen Re auf die ausgegebenen Sammellisten freiwillig jede Woche zu hatte. Der Hauptheld dieser Gesellschaft war Meister Greul", folution, den eigentlichen Gutsbesißer würden wir nie für uns zeichnen und den Lohnkampf moralisch zu unterstützen. Ebenso welcher, wie uns gesagt wurde, Vorsitzender des Vereins der gewinnen. Zu der Angelegenheit mit den Genossen im bayeverpflichten sich die Kollegen, die Listen zahlreich abzuheben und Schweine- Engros- Schlächter ist. Bereits in animirter Stimmung rischen Landtage übergehend, welche sich durch Ännahme des so schnell wie möglich zurückzustellen. 4." Der von Wuthe ent- erscheinend, traktirte er seine Mannen mit Bier, daß es nur so Budgets mit großen Kreisen der deutschen Sozialdemokratie lassene Rastenmacher wird als gemaßregelt" erklärt und dem ent- eine Art hatte, jedenfalls, um dieselben in die richtige Versamm in Widerspruch setzten, bemerkte Kunert, daß Stadthagen sprechend unterstüßt. Ueber die Fabrit von Wuthe ist für die lungsstimmung zu bringen. Der kleine Gartensaal der Armin- Hallen, durch sein Amendement die Annahme der Resolution Branche Rastenmacher die Sperre verhängt." woselbst die Bersammlung stattfand, vermochte die Erschienenen Auer, Bebel und Genossen, welche den parlamentarischen VerDie Bau- Anschläger hielten am 28. Oktober eine Ver- nicht zu fassen und wurde polizeilich gesperrt. Die Ausgesperrten tretern der Partei zur Pflicht machte, bei den Gesammtfammlung ab. Auf der Tagesordnung stand ein Referat des faßten im Garten Posto und harrten der Dinge, die da kommen abstimmungen gegen das Budget zu stimmen, zur Unmöglichkeit Mitgliedes Otto Schenker über das Thema:" Das Helfer. Bu irgend welcher Berhandlung fam die Bersammlung über- mann, der in der Gehaltsfrage und der Frage der Ueber„ Das Helfer- fouten. Dieselben ließen auch nicht allzulange auf sich warten. gemacht habe.( Widerspruch Stadthagen's.) Nach Wart thum und das damit verbundene Prozentsystem". Der Bor: 3u tragende befürwortete folgende Resolution, die sodann in der baupt nicht, dafür sorgte in seiner gräulichen Stimmung Meister nahme der Parteiblätter in eigene Regie dem Referenten beiVersammlung einstimmig zur Annahme gelangte:„ Die Mit- Greul, sekundirt von seinen Freunden. Um den skandalösen pflichtete, erhält Genosse Stadthagen das Wort, um in glieder der Freien Vereinigung der Bau- Anschläger" erkennen Szenen ein Ende zu machen, wurde schließlich die ultima ratio längerer Rede die Ausführungen Bebel's zu diesen Fragen zu er weniger das Helferthum, als das damit verbundene Prozentwesen geltend gemacht und Meister Greul an die Luft befördert, um läutern. Zu der bayerischen Angelegenheit sich wendend, erklärte der modernen Arbeiterbewegung widersprechend an und versich ein wenig abzukühlen. Damit war aber das Beichen zum Stadthagen, daß er sein Amendement gestellt habe, weil die Repflichten sich, mit aller Energie dafür einzutreten, diese Unfitte im Nu in einen Rampfplay, auf dem auch unser Berichterstatter Eigensinn diktirt war. Bei der Resolution Schoenkank- v. Vollmar, allgemeinen Losschlagen gegeben. Der Garten verwandelte sich solution Bebel und Genossen von reaktionärem, doktrinärem aus der Welt zu schaffen und die Organisation fördern zu bald als unschuldiges Opfer auf der Strecke geblieben wäre. Die über die sich der Redner ebenfalls sehr abfällig äußerte, fehlte helfen." Polizei machte schließlich dem wüsten Treiben ein Ende und stolz die Betonung des Klassenkampfes; die erste( zurückgezogene) ReIn der öffentlichen Versammlung Berliner Maurer auf ihre vollbrachten Heldenthaten gingen die Herren Meister und solution enthielt sogar den nackten Staatssozialismus. Nachdem ( lokaler Richtung) am 4. d. M. erfolgte die Fortsetzung der in die zünftigen Gesellen nach Hause. Im Anschluß hieran theilen noch Seyfelder, Holzhütter und Baah sich im Sinne der Versammlung am 28. Oktober abgebrochenen Debatte über wir auf Ersuchen der Versammlungseinberufer noch mit, daß Sonnenburg's geäußert und Kunert und Stadthagen die Presse. Die Bersammlung war ebenso zahlreich besucht wie am 25. d. M. eine neue Versammlung stattfinden wird. die vorige. Namens der Revisionskommission der Geschäftslange Zeit sich in mehr akademischen Auseinandersetzungen über bücher der Vertrauensmänner bezüglich der Feststellung der die am 4. November im Saale des Herrn Schulz( früher Wandrey) oder jener Körperschaft ergangen hatten, folgte eine längere Ge Friedrichshagen. In einer öffentlichen Parteiversammlung, die Haltung der parlamentarischen Vertreter der Partei in der Summen, welche Blaurock aus dem Generalfonds erhalten hat, erstattete zunächst Dietrich Bericht. Die Revision erstreckte stattfand, erfolgte zunächst die Berichterstattung über den Partei schäftsordnungs- Debatte über die eingelaufenen Resolutionen. nur eine zur Annahme, worin sich bis auf das Jahr 1891. In der Debatte wurden bei un tag. In dem kurzen Resumee über die Verhandlungen desselben Von denselben gelangte beschränkter Redezeit die politischen, gewerkschaftlichen und perflocht der Delegirte Sonnenburg gleichzeitig eine Recht- fich die Versammlung mit den Ausführungen des Delefönlichen Gegenfäße, wie sie bereits in der vorigen Versammlung fertigung feines Verhaltens zu den verschiedenen An- girten Sonnenburg insbesondere in Bezug auf die zum Austrag gebracht wurden, wieder in lebhafter Weise erörtert. trägen, wobei er bedauerte, daß die Delegirten in der Bayerische Angelegenheit wie auch mit seiner Haltung auf Nach mehrstündigen Verhandlungen wurde gegen eine geringe Begründung der ihren Kreisen ausgehenden Anträge dem Parteitag in allen Fragen und Angelegenheiten einverstanden Minderheit folgender Antrag angenommen:" Um die Streitig durch immer wiederkehrende Anträge auf Schluß der Debatte erklärte; die übrigen wurden theils zurückgezogen oder abgelehnt. Hierauf erfolgte der Bericht des Vertrauensmannes. Seine teiten wegen der Preffe fernerhin zu vermeiden, beschließt die und Redakteure, ebenso die Anträge auf Uebernahme der Her- Abrechnung wies eine Gesammt. Ausgabe im Betrage von sehr beeinträchtigt wurden. Die Gehaltsfrage der Parteibeamten öffentliche Maurerversammlung, in Zukunft nur im Vorwärts" und im Bauhandwerker" zu inferiren und fordert alle Kollegen stellung der Partei- Blätter in die Regie der Partei würden nach 302,45 M. auf und verblieb in seinen Händen ein Be104,75 M. seiner festen Ueberzeugung immer wiederkehren, bis eine zustand Zur Prüfung auf, nur diese Zeitungen zu abonniren." der Jahres friedenstellende Regelung der Materie erreicht worden sei. rechnung wurden Noad, Märtens und Schleehuber Die Versammlung Berliner Schlächtergesellen, welche Das Zurückgehen der Parteibeiträge rühre nicht zum fleinsten gewählt. Die Wahl des Vertrauensmannes fiel wiederum auf am 4. d. M. einberufen war zwecks Besprechung der Zustände Theil aus der Unzufriedenheit der Genossen über die Ver- Sonnenburg. Nach längerer Debatte über die Mißhellig einer hiesigen Wurstfabrik in der Brückenstraße und des wendung der Gelder zu den viel zu hohen Gehältern einzelner feiten zwischen den am Drt bestehenden zwei Gesangvereinen, Kommissionärunwesens, war wieder einmal dazu außersehen, den Parteibeamten her.( Beifall.) über den Bierboykott, sowie die traurigen Schulverhältnisse, welch' finsteren Geist, welcher in den Kreisen der Herren Schlächter- In der Diskussion ging Genosse Kunert als erster Redner lettere das Thema zu einer nächsten öffentlichen Versammlung meister gegen die sozialdemokratischen Schlächtergesellen brütet, zunächst ebenfalls vom Referenten erwähnten abgeben sollen, erfolgte nach fast siebenstündiger Dauer der Schluß in besonderer Weise zum Ausdruck zu bringen. Zu dieser Ver- Austritt Dr. Rüdt's aus der Partei ein und verneinte der Versammlung. 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