m|. Nr. 137»38.7ol)gga«9 Ausgabe A Nr. 70 BczuasvreiS: STtertritätirl. 30,— 3R. monatl W,— M. frei ms Saus, voraus zahlbar. Post- bezug; Moualltch 10.- M. emfchl. Au- ftellungsgedühr. Unler Areuzdanb für Deutichland und Oeüerreich ISL0 M, für das llbr'g» Ausland bei täglich einmal. Zustellung 2I.bO Sl Poilbe- flellungen nehmen an velierreich. Ungarn Tlchecho-Siowalet. Däne- marl Kolland. Luxemdurg. Schweden und die Schweiz.- Eingetragen« >>�Dte Palt-Zeiiungs-Vreisliltr Der.Borwärt»' mit der Sonniags- detlage.Boll und Zeit' und der Unter- haltua.sdellage �Kcimwelt' erscheint wochrntägltch zweimal. Sonntags und Montag» einmal. Morgen Ansgabe Telegramm. Adresse! �»ojlaldemolrol verli»». Berlin er PoIh�DIatt � 30 Pfennig) AuzetgeuvretS: Dt« achtge?pa!ten» Nonvaretllezet!« lottel dcho M.Steine Anzeigen" da»'etlgedru-tt» Wor, l.« M szu- lässig zwei irngedruitt» Worte>. irde» weiter,«°ri l.- M Elellengeluche und Schlasstellenanzeigen da» erst» Wori t.- M. lebe, weitere Wor» 00 Big Won» über Id Buchstaden zählen für zwei Won» Zormlien-An- zeigen>Ur Abonnenten Zelle 8.- M. Dt, Dreil» verliehen sich einschließlich Teuerung» michlag. Snzngen tür die nächste Nummer müssen die» Uhr nachmittags tm Kauvigeichäil Berlin SB üd. Luiden. ltraß» 3. adgegeden werden Kr öffnet von 9 Uhr früh bis d Uhr abend». »SS �entralorgan der rozialdcmokrattfchcn Partei Deutfchlands Redoff ton und Expedition: SW 68, üindenfti. Kcrusprecher:«int Morilipla«. Nr. lS>i)v-läl S7 Mittwoch, den 23. März IVZl vorwärfs-verlag G.m.b.H.. SW 68, eindenstr.Z Sfcrnsvrccheri'Ami Morlvpla«. Nr. ll7S»-St himmelfthreienöer Polenterror. Verzwesflvngsruf öer Gewerkschaften. G le i w I h. 22. Alärz.(Eigener Drahlberichf des..Vor- mörls".) wie ich soeben aus dem vlunde maßgebender Führer der freien Gewerkschaften vernehme, herrscht in der gesamten deutsch orientierten Zlrbeiier'chasf kaum noch zu überbietende Erbitterung über die schändlichen Talen der Sokol- und wordbuben von der„vosowka Polska" in den Orten mit polnischer Mehrheit. Zu Hunderten wurden Ar- bciler mit dem Gummiknüppel von der Arbeitsställe ver- trieben, schwere verlehungen sind die Regel. Zunkkionäre der Gewerkschaften müssen ihre Wohnungen aufgeben und in sichere Gebiete flüchten, um nicht in ihrem heim überfallen zu werden. Die deutschen Gewerkschaften können dieser syslewa tischen Verfolgung nicht länger tatenlos zusehen. Gegenmaßnahmen werden erwogen für den Zoll, daß die Interalliierte Kommiision nickt schon in allerkürzester Zeit eingreift, was bei der stillen Duldung dieses Schandtreibens durch die französischen Besatzung Struppen leider sehr unwahrscheinlich ist. Die von mir befragten Gewerkschastssuhrer stehen auf dem Standpunkt, daß der Oberste Entente-Rat sofort die nötigen Anweisungen an seine Oppelner Kommission ergehen lassen maß: den Gewerkschaften selbst ist es unmöglich, sich noch ein- mal an die Interalliierte Kommission zu wenden, da sie schon die letzten Vorstellungen gegen den Poienlerror nicht entgegengenommen. sondern an ihre jungen Leute verwiesen hat. Angesichts der völligen Schuhlosigkeit der der Interalliierten Kommission anvertrauten Bevölkerung dürfen die Gewerk- schafleu die Verantwortung, weitere Verhandlungen abzu- warten, nicht mehr übernehmen, nachdem heute die Terrorbanden auch schon aus unbestritten deutsches Gebiet überae- griffen haben und jede Stunde mit weiterem Umsichgreifen des Tobens zu rechnen ist. Die Geduld der deutschen Gewerk- schaften ist erschöpft. Versagt die feierlich versprochene Hilfe der Interalliierten Kommission, so bleiben die Arbeiter auf sich selbst gestellt und dann kann es geschehen, daß unler der erzwungenen Abwehr ebenso Unschuldige leiden müssen, wie es durch den polnischen Terror geschieht. Die deutschen Gewerkschafter Oberschlesieus hallen es für dringend angebracht, der Oeffenklichkeit von ihrer Ucber- zeugung Kenntnis zu geben, um allen vorwürfen vorzu- beugen. (Siehe auch Z. Seite.) ' Der rheinische Sinnenzoll. Von Dr. I. I a st r o w, Professor der Staatswissenschaften au der Umversität Berlin. Die Drohung der Entente, das besetzte Rheinland von dem übrigen Deutschland durch eine Zollschranke abzuschnüren, ist von uns in aller Form als vertragswidrig bezeichnet wor- den, da der Artikel 2?l1 des Derfailler Friedens rheinische Zoll« maßnahmen nur zu dem Zwecke kenne,„die wirtschaftlichen Interessen der Bevölkerung zu wahren", nicht aber als Straf- Cr-.-- V*.1 EiK Manifest öer Labour Party. Der Parlamentarische Ausschuß des englischen lAewerkschastskongresses und das Exekutivkomitee der eng- lifchen A r b« i't e r p a r t« i beschlossen in einer am 17. d. M. abgebaltenen gemeinsamen Sitzung, folgendes Manifest zu erlösten: Die aemeinsame Tagung des Parianten tarischen Ausschusses des aZewerk�choststongrestes und des Exekutivkomitees der Labour Party äst der Anficht, daß die Ursachen der Wirtschafts- ? r i s> die auf England lastet, qrößtenteil außerhalb des Landes liegen. Ganz Europa ist durch den Kriea verarmt. Große Teile E"rvpas wurden durch den Frieden ruiniert. Millionen unserer früheren Kunden sind heute zu arm. wil uns Handel zu treiben. und was NuSlond betrifft, so hat uulere Po'! ist bewußt zu seinem Elend und«einem Abschluß von der übriaen Welt beigetro-en. Di« riesig« Tributlorderuna, die die Entschädigungsbeschlulse enthalten, wird die ZlbiahmSgllchkeli für vnlere Waren in Deutsch- land noch weller verringern. Unser Export noch Deutich- l a n d betrug— zum Vorkrieaspreis berechnet— im letzten Jahr weniger als ein Achtel dessen, was wir im Jahr vor dem Krieg dorthin ausführten. Wir verfrachteten im lebten Jahr nach deutschen, rustischen und österreichifch-ungarilchen Häfen weniger gl» ein Zehntel dessen, was wir ISIZ oerlandten. Dieser Rückgang allein würde genügen, um die heutig« Arbeit»- l 0 s i g k e i t zum grüßten Teil zu erklären. In dieser allgemeinen Verarmung, welche zugleich unsere Ab- nebmer ruiniert und unsere Arbeiter zum sfeiern zwingt, lieat ab« noch Schlimmeres alz die unvermeidliche Vergeudung von Werten di'rch den Krieg. Die Blockade Rublands war ein« höchst kurz- sichtige Politik Eine Vestimmunq des Friedensvertrages nach der ~ der anderen hat ihr Teil dazu beigetraaen, den Ruin zu vollenden, den cher Krieg begann. Oesterreich wurde zerstückelt, aber Pari« vergaß, für den notwendigen Handel zwischen den ausein- anderaeristenen Teilen Sorge zu tro->en. Es schnitt eine Weltstadt und einst blühende Industrie von ihren früheren Kohlenoorräten ab. Deutschland wurde mst Recht zur Arbeit aufaefordert. um die Entl�ädiaungszahluna zu ermöglichen. Aber der Vertraq, der diese Pcrvstichiunqen auferlegte, nahm ibm seine Handelsmarine und drei Viertel seines Eisenerzes, verringerte die Kohlenzukuhr für seine Industrie, schloß die Banken und Geschäfte, welche allein seinen auswärtigen Handel vermitteln. Sowohl im Ramen der Humanität wie in unserem eigenen Interesse müssen wir daqegeu vrolest erheben. Die Sterblichkeits- Ziffern in Mittelevropa beweisen, daß es die Kinder sind, welche diese Rechnung mit ihrem Leben bezahlen. Als Arbeiterbewemma müssen wir die Entschädiglmasbeschstisse Jörn Standvunkt der Arbeiter, iowohl des Landes, welches zahlen s oll als dessen, an das die Zahlungen gehen, beurteilen. Gezahlt werden kann nur durch Export, den wir ohne Gegenleistung erholten. Das bedeutet weitere Schwierigkeiten für unsere Industrie. Deutschland, auf der anderen Seite, würde gezwungen sein, 42 Jahre lang nur die notwendig"«! Lebens- bedürfnisse einzuführen. Das bedeutet, daß unsere Wirtschaft sich nicht wird«holen können, und daß— als Folge— die Arbeils- soligkelk steigt. Die Ueberfchwemmung des Weltmark'«? mit Gütern, di« tat- fächlich durch Zwangsarbeit hergestellt sind, wird unser« eigenen A-beiler ein« noch nie dagewesenen Form der Konkurrenz gegenüberstellen. Wir glauben jedoch nicht, daß die Entschädigung in der von Par', geforderten höhe bezahlt werden kann. Im Auaenblick hat Deutschland keinen Erportüber» schuk zu verzeichnen, sondern sein Export bleibt im Gegenteil hinler dem Import zurück, und es besteht keine Aussicht ans«ine Be st e r y n g unter den gegenwärtigen Verhältnissen. Es ist un- denkbar, daß Europa 42 Jahre lang ei» bewaffnetes Heerlager bleibt, nm diesen unmöqlicheu Tribut zu erzwingen. Ebenio sicher ist«s aber unserer Mc'nung nach, daß Deutschland, bei einiger Bewegungsfreiheit und gründlicher Revision der wirlfchastlichen Bestimmungen des Friedensvertrages, in der Lage sein w'rd, für die tatsächlichen Verwüstungen Wiedergutmachung zu leisten. Der Frankreich zugefügte Schaden muß vor allen Dingen ersetzt werden. Wir würden es vorziehen, wenn das— soweit die französische St mmung und die sranzöstschen Interessen es er- lauben— durch deutsches Material geschähe. Keine brl- tische Forderung ist dringender als diese. Unserer Ansicht nach, ent- hält die Entschädigungsrechmmg Posten, die unvereinbar sind mit de» vor dem Abschluß des Wastenstillstandes gestellten Bedingungen, auf Grund deren Deutschland sich unter- morsen hat. Diese Posten sind es, welche auch die gerechtfertigten ftan- zö fischen Forderungen kompromittieren. Rur juristische Wortflauberel kann aus dem Satz: „Schäden, welche der Zivilbevölkerung der Alliierten oder deren Eigentum durch Land-, See- oder Luftangriffe Deustch'ands zugefügt worden find'(Punkt 8 des W llonfchen Friedensprogramms. Die Red. d.„Vorwärts'.) die Verpflichtung für Deutschlond konstruieren, den alliierten Regierungen ihre Ausgaben für Venstenen und Vergütungen au Versanal zurück'uerstatten. Eine ehrliche Interpretation der Bedingungen, auf Grund deren Deustchland sich unterworfen hat, würde zur Festsetzung ein« niedrigeren Gesamt summe führen. Der nächste Schritt muß dl« Wiederaufrichtung der ruinierten Wirtschaft des Kontinents und die praktisch« Wiederauf- nachm« der gegenseitigen haudelsbez'ehungen fein, nicht die Erzwingung einseitiger Jahlunaen. Das erfordert aber die g r ü n d- licheRevision der wirtschasttichen Bestimmungen aller Friedens- oerträge und den Abschluß eines ehrlichen Friedens mit Ruß- land. Do somit unserer Ansicht nach die augenblickliche Arbeits- l o s I g k e i t in England di« direkte Folge seiner selbstmörderischen auswärt' gen voliük ist, veriangen wir nicht nur eine nochmalige Prüfung der Entschädigunasforderungen, sondern auch eine j Aende-unq der Gesam'.polltlk der Alliierten gegenüber Zentraleuropa und Rußland. Dieses Manifest, dessen Inhalt so vollkommen den Grundsätzen des Internationalismus entspricht, gewinnt noch an aktueller Bedeutung durch die bevorstehende Amsterdamer Konferenz, die sowohl die Gewerkschaftsorgani-j fationen Englands. Deutschlands, Frank-! r e i ch s und Belgiens, wie auch Vertreter der einzelnen parlamentarischen Fraktionen und den Exe- kutivausschuß der Zweiten Internationale zusammenbringen wird. Bisher haben ausschließlich die kapitalistischen Macht- Haber Europas das Wort gehabt. Es ist ihnen nur gelungen, heillose Verwirrung anzurichten. Jetzt werden auch die Vertreter des internasionalen Proletariats auf den Plan treten, und ihre, vom Geist des praktischen Intsr- Nationalismus getragenen Lösungen des europäischen Wiederaufbauprchblems gemeinsam der Well verkünden.» oder Erzwingungsmittel. Auch in der Note vom 15. März. in der wir gegen die Gewallakte unserer Gegner den Völker- bund an seine Pflicht erinnern, haben wir dieses Argument mst Nachdruck betont. Die wiederholte Betonung dieses Arguments konnte den Anschein erwecken, daß, wenn die Entente versichert, die Zoll- schranke im Interesse der Rheinländer für erforderlich zu bal- ten, sie zur Errichtung befugt wäre. Dieses nachzuprüfen, hat man bisher in der Oeffentlichkest unterlassen. Der genannte Artikel 270 lautet: Die alliierten und assoziierten Mächte beHallen sich oor, für das deutsche, von ihren Truppen besetzte Gebiet, eine eigene Zollordnung, sowohl für die Einfuhr wie für die Ausfuhr in Gellung zu setzen. sofern ihnen eine solche Mahnahme erford«lich erscheint, um die wirtschaftlichen Interessen d« Bevölkerung dieser Gebiete zu wahren. Unter der„Zollordnung', zu deren Erlaß die Alliierten unter Umständen befugt fem sollen, versteht man die Ordming des Zollverwaltungsrechts(worunter hier und im folgenden rijcq. mug einen uutynien für die äußere Verwaltung des ollwesens vorfinden: Die Einrichtung der Zollämter und der v>renZbLwachung, die Mitwirkung der Polizei und sonstigen Behörden, Bestrafung der Zollumgehungen und gerichtlicher Schutz gegen Zollüberhebungen, ferner Zollerleichterungen im kleinen Grenz- und Marktverkehr, Zollstundung, ver- schiedene Arten von Niederlagen für kürzere oder längere zollfreie Ausbewahrung u. a. m. Die Zollpolitik eines Landes kann wechseln, seine„Zollordnung" kann gleichwohl(wenn sie ausreichend elastisch ist) dieselbe bleiben: wobei unrer Zoll- ist. Unsere Zoll- Zoll- 1869. ,....___.... Freihandel znm Schutzzoll übergegangen, hat im Jahre 1891 die Caprivische Mittellinie befolgt und ist mst dem Tarif von 1902 dem Pro- gramm des Bundes der Landwirte gefolgt: aber die Zoll- ordnung ist dieselbe geblieben. Wenn diese äußere Ord- nung des Zollwesens im Interesse der Bevölkerung Aenderungen notwendig macht, so soll die Okkupationsvcrmal- tung sie vornehmen dürfen. Darunter finden sich z. V. Ericich««- rungen des kleinen Grenz- und Marktverkehrs im Berkehr mit Frankreich und Belgien, sonstige Erleichterungen(oder auch Erschwerungen) bei der Abfertigung, sowohl der Einfuhr wie der Ausfuhr über die Westgrenze: leichtere Zugänglichkeit der Zollämter, verbesserter Rechtsschutz u. a. m. Ganz gewiß sehr westgehende Befugnisse, die iwl illapaler Handhabung sehr peinlich wirken können. Aber von Maßregeln, die über den Rahmen einer Zollordnung hinausgehen, eine eigen« Zollpolitik inaugurieren, dos Rheinland vom übrigen Deutschland abschnüren, davon ist in dem oben abgedruckten Wortlaut der Bertragsbestimmung nicht die Rede! Nun ist dies allerdings der Tert der deutschen Ueber- setzung, der lediglich von uns im„Reichsgefetzblast" hinzu- gefügt ist. Im französischen Urtext lautet der Artikel: „I-ss Puisaanoes alliöes et associees, dans le, casoö�os rnesures lour paraitraient nöcearaire« pour sauvc~arder los inurOts 6conomique8 de la population des territoirea alleinandeä ooeupes par leurs troupes, se röservent d'appliquer i ees torritoiros na röginie douacier spöoial, tont en oe qui touehe los hnportations. que los exportations." Der Ausdruck„regirnn douanier", der hier gebraucht ist. ist nicht ganz eindeutig. Man kann darunter die jeweilige Zollvolitik verstehen, wie das Wort r�girn« gebraucht wird. um das System im großen zu bezeichnen(aneinn regime, regime feudal). Aber die Franzosen brauchen daneben das Wort regime auch in einem bescheideneren, den Einzelhestcn zugewandtem Sinne, wie die Lexika uns als Beispiele nennen: regime des cheVaux, regime du feu. In dieser Detail» regelung liegt die Tendenz zu dem Begriffe der Rcglemeu- tierung, die bei Zollreglement und Zollordnung vorschwebt.. Ja, Sachs-Billattc macht die Synonymenzusammenstellung: „I-s gouvemement est la tote, il ordonne, l'administration est le bras, eile execute; le rögime röerle!" Bei dieser nicht ganz sicheren Deutbarkest wird man zu-. nächst geneigt sein, seine Zufb'cht zu dem englischen Text zu nehmen, der neben dem franzosischen gleichberechtigt als Urtext gilt. Aber da stoßen wir auf eine ganz merkwürdige Fassung. Die entscheidenden Worte lauten:„a special customs r d g 1 in a!" Hat der Redakteur des englischen Textes die Schwierigkeit gemerkt und ihr durch bloße SBUjcr» holung des französischen Worte« au» dem Weg« gehen wollen? Äf» tötl die Frage zwar nicht unbedingt bejahen: denn der Gebrauch französtscher Fremdwörter bat in der täglichen Vprache Englands eine weitere Ausdehnung, als gewöhnlich angenommen wird. Immerhin etwas Neues bringt der eng- lische Text für die Frage, ob Zollpolitik oder Zollordnung ge- Peini ist, nicht hinzu. Da muh man suchen, aus der Urkunde selbst neuen An- balt zu gewinnen. Für das Saarbecken, das Bestandteil des französischen Zollgebiets ist, wird wenigstens für die Dauer von fünf Iahren die Errichtung einer Zollschranke gegenüber Deutschland untersagt(Test HX Abschnitt 4, �Anlage § Sil. Und da sollte für die unbedingt deutsch bleibenden Ähemlande diese Errichtung glatt gestattet sein? Ist es überhaupt möglich anzunehmen, daß sine so ungeheuerliche Maßregel, wie die Abschnürung eines Tests Deutschlands von feinem Hauptgebiet so ganz nebenbei»im Interesse der Be° völkerung" gestattet werden könnte?— Jeder, der eine Urkunde verfaßt hat, muß sich gefallen lasten, daß ihm gesagt wird:»Du hast nicht mehr Rechte, als deutlich gesagt ist; denn wenn du wolltest, konntest du deutlicher sein! Um so mehr der, welcher so viel Gewicht darauf gelegt hat, die Urkunde einseitig zu verfasten und zu diktieren! So viel steht jedenfalls fest, daß der erste, der die Urkunde zu lesen bekam, die deutsche Regierung, an eine Zollordnung o achte''). Wir sollten es auch den Alliierten nicht so leicht machen, sich derartige Befugnisse beizulegen, indem wir unsere Einweichung bloß darauf stützen, daß Artikel 270 nur für das Interesse der Rheinländer, nicht für die Zwangsvoll- streckungsgelüste der Alliierten da sei. EineBinnenzoll- linie mitten durch Deutschland hindurch ist noch dem Friedensoertrage überhaupt nicht gestattet. Aber für die Entente ist Sanktion nichts anderes, als die Anwendung von Gewalt. Die deutsche Note an den Völker- Hund erwähnt die Aeußerung des französischen MinisterprSsi- denten in der Deputiertenkammer am 4. Februar, daß die ge- plante Maßnahme über den Bertrag»hinausgehen"' würde. Wir haben schon heute allen Anlaß, den Alliierten zu bestätigen, daß sie ein bloßer Gewaltakt ist und bleibt, selbst wenn sie später einmal mit dem»Intereste der Bevölkerung" motiviert wird.„ Die kommunistischen Provokateure. Immer deutlicher zeigt sich, worauf die von der»Roten Fahne" durch hysterische Schreikrämpfe vorbereitete Aktion der Kommunisten hinausläuft. Die Berliner Arbeiterschaft soll ohne jeden Anlaß und natürlich, o h n e um ihr E i n- Verständnis gefragt zu werden, in eine w i l d e S t r e i k- a k t i o n hineingerissen werden. Namentlich auf die st ä d t i- s ch e n Arbeiter hat man es abgesehen, man möchte nach uns zugegangenen Betriebsmittellungen die Gas-, E l o k- trizitäts- und Transportarbeiter zur Arbeits- einstellung veranlassen, um zunächst einmal wieder das äußere Bild des Generalstreiks, Lahmlegung des Ver- kehrs und Erlöschen des Lichtes, hervorrufen zu können. Wir hoffen, daß die städtischen Arbeiter überlegt und besonnen genug sind, um sich nicht zu blinden Werkzeugender Macht gelüste herzugeben und sich nicht in eine Aktion hereinhetzen zu lassen, der«! Endziel sie selber nicht kennen. Gleichzeitig scheinen es die K.P.D.-Leute wieder auf die Besetzung der Betriebe abgesehen zu haben. Darauf deutiet ein kvnmvnnllZsches Plakat hin. das am Dienstag in verschiedenen Stadtteilen angeschlagen war. Diese Plakate behaupten, daß tn Mitteldeutschland die gesetzlichen Betriebs- •> Der Einwand, daß die deutsche llebersetzung darauf ausgehe, tunlichst zu unser«, Gunsten zu übersetzen, sst so irazu» treffend, daß man chr vielmehr vorwerfen muß, vielfach weniqer zu unseren Gunsten zu fem als der Urtext. Der ArttW 270 selbst liefert ein Beispiel. Nach der deutschen llebersetzung sollen die Alliierten zu der Zollordnung berechtigt sein, wenn sie»erforder- l i ch" erscheint: uach beiden Originalen nur, wenn sie»notwen- big" erscheint f»veeess»ir«, aecesseiVH. Deutstbe Zerieukiaöer in Schweben. Auch in diesem Jahre wird wieder skandinavische Gastfreund- schaft zahlreichen unterernährten deutschen Kindern die Möglichkeit gewähren, sich zu kräftigen und eine Zeit ungetrübten Glückes zu »erbringen. In dem soeben bei Eugen Diederichs in Jena erschienenen„Deutsch-Nordsschen Jahrbuch" werden Briefe solcher deutscher Fsrienkinder aus Schweden, die in den Sonunermonaten des letzten Jahre« dort weilten, veröffentlicht. Wir gewinnen einen tiefen Einblick in die Gefühle, mit denen die armen ausgehungerten Kleinen die Freuden dieses Aufenthaltes aufnehmen. Immer wieder kehrt die Bezei'bnung.Schlaraffenland" wieder. So schreibt ein dreizehnjähriger Junge, der seinen Brief auch ..Schlaraffenland, Mai 20." datiert:»Ich glaub«, ich bin falsch ge- fahren und nach Schlaroffenlash gekommen. Am Bahnhos stand auch.Schlaraffenland" und auf dem Wegweiser stand»Schlarafsen- land". Und als ich weiter ging, kam ich durch einen großen Zucker- borg, untendrunter waren Haferflocken und ein Milchfluß." Die Phantast« dieses kleinen Münchhausen wird durch die realeren An- gaben seiner Genossen bestätigt. Ein Fünfzehnjähriger schreibt auch rwch recht kühn:»Es ist hier wie im Schlaraffenland. Denkt Euch! Hier putzt man weiße Schuhe mit Milch, schwarze mit Butter. Wenn für unseren Temer dos Brot nicht fingerdick mit Butter beschmiert ist, so frißt'er es einfach nicht, und wenn auf der Milch die Sahne nicht einen halben Zentimeter dick schwimmt, so säuft der Kater sie nicht." Ein junges Mädchen schreibt aus Lidköping:„Ich bin in der norigen Woche schon krank gewesen. Mir sind drei fettgebratene arme Ritter, in Schokclad« gewälzt, mit Kirschkompott und vier Pfannkuchen mtt Blaubeerkompott nicht bekommen. Jetzt geht's mir aber prachtvoll. Sie lachen all« über unsere» Appetit." Das Essen spielt in diesen Briefen begreiflicherweise überhaupt eine sehr große Rolle. Auch von Geschenken wird viel und begeistert erzählt.»Ich habe schon sehr viel Sachen bekommen," schreibt ein zehnjähriges Mädchen.»Schuhe, zwei Schürzen. Unterrock. Hofe, Strümpfe. Jacke, Hemd, Taschentücher und Schreibpapier. Ich.bekomm« zu jeder Diahlzeit ein oder zwei Gläser Mllch und ganz dick Butter auf das Brot und Käse." Gar mancher dieser kleinen Schlemmer wünscht sich die darbenden Nächsten au» Deutschland her.»Man geht jeden Abend so befriedigt und dankbar zu Bett." heißt es in dem Brief eine« Mädchens.„Alle sind so lieb und freundlich. Und doch, als ich gestern abend das Fährschiff von Deutschland kommen sah, dachte ich, wenn Du. liebe Mutter, doch mit ihm kämest, um hier fem zu können, denn Dir täte die Erholung noch nötiger als mir." Und ein Junge, der zu seinem Geburtstag so schöne Geschenke und so Herr- lichen Kuchen bekommt, schreibt nach Hause:»Ich dachte oft daran. wenn Ihr nur ein Lewes Stückchen haben könntet, wie sehr Ihr Euch darüber gefreut hättet." Au? alle» Briese» geht di« Güte und Freundllchkell hervor, mit rate abgesetzt und durch revolutionäre Arbeiterräte ersetzt mtt' den, daß dort die Betriebe in der Hand des Proletariats seien. und fordert zur Nachahmung auf. Nach früheren Er- fahrungen zu schließen, dürsten in Berlin zur Besetzung der Betriebe hauptsächlich die Arbeitslosen vorgeschickt werden. Aus allem ist zu ersehen, daß in den nächsten Tagen mit allerhand vom Zaun gebrochenen Aktionen der Kommunisten zu rechnen ist. Die Arbeiterschaft wird diesen tobsüchtigen Hitzköpfen gegenüber ihre Ruhe, Kalt- b l ü t i g k e i t und Besonnenheit behaupten. Wo kom- munistische Minderheiten ihre Mitarbeiter zu terrori- s i e r e n suchen, da werden sie auf entschiedenen Widerstand stoßen. Fsrieslaud-Reuter enthaftet. .Zur Verhaftung Frieslands geht uns von amtlicher Stelle folgende Mitteilung zu: Der in der VK.P.D an hervorragender Stell« tätige Friesland war unter diesem Namen m Berlin und Umgegend w«der ge« meldet, noch zu ermitteln. Es bestand deshalb der Der- dacht, daß es sich bei ihm um einen bosschewistische» Agenten handelte, der sich hier unter falschem Namen aufhielt, wie dies z. B. bei dem kürzlich abgeschobenen Russen Gnrolfli der Fall war, der hier als Wagner, Schulz und Rosenthol auftrat. Um Freeslands Persönlichkeit festzustellen, wurde er längere Zeit beob- achtet, bis es gelang, seine hiesige Wohnung Regensburger Str. 30 zu ermitteln. Er wurde nimmehr festgenommen, und bei der Unter- suchung ergab sich dann, daß er gar nicht Friesland heißt, sondern der am 20. Juli 1889 zu Apenrade geborene Schrift- st e l l e r Ernst Reuter ist. Als solcher hat er sich auch polizeilich angemeldet. Der Umstand, daß er seinen wirklichen Namen im politischen Leben verschwiegen hat, führte zu einem weiteren Ber- dacht, dem ebenfalls nachgegangen werden mußte. Nachdem auch dieser sich als unrichtig herausgestellt hatte, ist Reuter heute aus der Haft entlassen worden. Tie in ewigen Zeitungen über fem« Perhaftung angegebenen Gründe(Fässchung der Rathau»- Tribünenkarten. Red. d.„D.".) sind unzutreffend. Die Zeitungsmittellungen beruhen nicht auf amllichen Angaben. Die Polizeiaktion in Mittelöeutstblanö. Bon zuständiger Stelle wird den„P.P.R." geschrieben: Die Polizeiaktion im mitteldeutschen Industriegebiet wurde notwendig, um der Anarchie, die sich dort seit einiger Zell w großem Umfange bemerkbar machte, entaeqenzutreten. Die Werksleitungen der größeren Betriebe im Bezirk Merseburg führten seit längerer Zeit lebhafte Beschwerde darüber, daß sie in einem solchem Um- fange b e st o h l e n würden, daß der Schaden sich im Jahr« auf mehrere Millionen Mark bezifferte. Verdächtige Personen zu kon- trollieren durften die Torwächter überhaupt nicht mehr wagen. Wo der Versuch hierzu unternommen wurde, wurde er in den meisten Fällen mit s ch w e r st e n Mißhandlungen beantwortet. An- ordnunaen der Betriebsteilung blieben unausgeführt. Die ordent- lichen Behörden konnten gegen den Terror, der von unklaren verantwortungslosen Kommunisten aufgepcischten Masse nichts aus- richten. Schon vor einiger Zeit hoben die ordentlichen Behörden deswegen um polizeiliche Hilfe nachgesucht, die aus mehrfachen Gründen nickt sofort gewährt werden konnte. Jetzt sind die Hinder- nisse beseitigt und Oberpräsident Hörsing hat die Zusicherung er- ckalten, daß ihm für die Durchführung der Polizeiaktion diejenias» �tzolizeikräfte zur Verfügung gestellt werden, die ex für erforderlich halten sollte. Es handelt sich lediglich um eine polizeiliche Aktion zur Wiederherstellung geordneter Zustände. Die Polizei» lichen Kommandostellen habe» die strengst« Anweisung er- halten, jede Drovskakio» zu vermelden. Es ist aber auch kem ? weife! daran gelassen worden, daß mit größter Entschiede»- e i t gegen Räuber und Erpresser vorgegangen«erdep wird. Es handelt sich nicht um eine Einmischung in die wirtschast- liche Bewegung der Arbeiter, ebensowenig um eine BeewtrSchtigung ihrer staatsbürgerlichen Rechte._ Tagung der Heeres- und ZNarloekammern. Am Dienstag«irr- de» die Verhandlungen der Heeres- und der Marinekammer beendet. Gegenstand der Beratung waren das neue Difziplinarstraf. g e f e tz und die allgemswe Versicherungspflicht für Weljr- machtsangehörige..' der die Schweden ihre klemm Gäste aufnehmen. Selbst der Zahn- arzt will nicht bezahlt haben:»lltein. er nimmt nichts, well ich ewe Deutsche bin." Die Kinder machen sich aber auch nützlich, soviel sie können. Eine Fünfzehnjährige, die bei emem wohlhabenden Bauern in Getared zu Gaste ist. schreibt:»Den Sitten und Gebräuchen habe ich mich auch angepaßt. Ich trage ein Kopstuch, weil es so windig ist, und ein paar Holzschuhe hat wir mein Bauer geschenkt, damit ich die»städtischen Schuhe", wie er sagt, schone. Auch schürze ich die Kleider hoch, wenn ich in den Stall gehe. Seit ein paar Tagen lerne ich melken. Ich will mir die Milch, die ich trinke, verdienen. Es ist ober eine harte Arbeit, mau muß Kraft dazu haben, und die fehlt bei mir." Traurig sind die Vergleiche aus diesem»Schlarafsen- land" mit Deutschland.»Neulich, als ein Auflatz über das Elend Deutschlands in der Zeitung stand, der wirklich schilderte, wie alles ist, fragte mich ein Fräulein hier in Hindby, ob da» nicht über- trieben sei," schreibt ein sechzehnjähriges Mädchen.»Ich tonnt« ihr gleich Beispiele au» Deinem Brief, liebes Mütterchen, anführen, und die Dame staunte gar sehr. Wer eben solch Elend am eigenen Leibe nicht verspürt hat. kann es kaum fassen." ver Reichskuustwarl über die Leipziger Messe. Der Reichs- kunstwart gab von seinen Eindrücken auf der Leipziger Wesse fol- gende Darstellung: Es ist nötig, daß man die Bilanz der Messe nicht nur nach den Umsätzen zieht, man muß auch ernstlich prüfen, was sie über unser Können und unsere Albeitstraft aussagt und inwieweit sie auf diesen Gebieten Ausblicke in die Zukunft eröffnet. Unter solchen Gesichtspunkten betrachtet, ist das Ergebnis durchaus erfreulich. Das Kunstgewerbe erscheint immer weniger alz Lage- legenbeit einzelner: man hm dos Gefühl, daß ein einheitlicher Will« auf den verschiedensten Gebieten nach gediegener und sachlicher Lösung der Probleme verlangt. Die Umstellung von Ersatz, auf Wertarbeit hat es mit sich gebracht, daß die Tätigkeit des Künstlers, besonders soweit er ech'er Handwerker ist, erhöhte Be- deumng gewann. Deutlich zu spüren ist überall der Wille, den Erbbesitz handwerklichen und technischen Können» nicht untergehen zu lassen. Man fühlt die Gefahr, daß dieser Besitz verloren geht, wenn nicht das volkswirtschaftliche Ge- wissen der Fabrikanten und Käuf« erkennt, daß in ihm ein wich- tiaes Stück Nationalvermögen liegt. Diesem»Vermögen" muß über eine schwere Krise hinübergeholfen werden. Sann da» her, brechen? Können Herzen brechen? Diese Frage wirst«in englischer Herzspezialist Dr. Goodall aus und beantwortet sie in bejahendem Sinne.„Ein gebrochenes Herz," so sagt er,»ist nicht nur ein rührendes Bild, das von sentimsntylen Geschichts- schreibern erfunden worden ist, sondern es Ist eine Tatsach« des tag- lichen Lebens. Aber die Dichter streu gründlich in einem Punkte: nicht aus Kummer und Schmerz, nicht aus Sorgen und Gram bricht das Herz, sondern aus Freude." Goodall behauptet, im Londoner Hqgtene-Institut«in Tier bs- obachtet zu haben, dessen Herz direkt aus Freude brach. In Fällen außerordentlich starker Erregung fühlen Leute manchmal einen scharfen Schmerz:m Herzen, der wahrscheinlich ovu de« plötzlichen Trotzt DaperuZ Di»„Münchener Neuesten Nachrichten* brachte» am Dienstag die aussehenerregende Meldung, daß ein am Montag abend in München abgehaltener Ministerrat sich mit der Sachlage befaßte, die durch das Gefetz zur Durchführung der Artikel!?? und 178 des Friedensvertrages geschaffen ist. Nach Meldung des genannten Blattes hat der Ministerrat sich einmütig dem Standpunkt des Ministerpräsidenten Dr. v. Lahr angeschlossen, daß die bayerischen Selbstschutz organifationen ihrem Wesen nach nicht unter das neue Gesetz falle» und deshay» aufrechtzuerhalten sind. Diese Meldung wird amtlich durch WTB- dementiert. Di« amtlich« Erklärung sagt, daß über die Stellungnahme der bayerischen Stamsreglexung zu dem Gesetz über die Durchführung der Artikel 177 und 178 de? Friedensverstag«» im Wiwsst.rrat keinerlei Beschlüsse gefaßt worden sind. Trotz dieses amtlichen Dementis wird gegen die Aufrichtigkeit der bayerischen Regierung, das Gesetz in Bayern durchzuführen,«u gesunde» Mißtrauen am Platze fem. Zoch geht weiter. Serltu. 22. März.(1BIB.) Gessern ist der vahuhaf Oster. seid bei Obcrhausen. welcher für die Verbindung zwischen Ober- Hausen und Essen wichtig ist, durch französisch« Truppen beseht worden. Die Verhaftnug des Bürgermeister» und de» Pollzel» inspeklors in Walsum erfolgte, well sich im Besitze des Bürger- melsters ein chinesischer Dolch befunden haben soll. Die beiden Herren wurden uach 2 H lägiger Hast wieder eullassen. Brüssel, 22. März. Die Kammer hat den Sstafzoll gegen Deutschland angenommen. Sonar llaws Nachfolger. London. 22. März., wird in einer üdertonfeifionellen Matinee am Karfreitag, IS Uhr, im Meislersaat da» Drama.Die Rütter' von Max Jung- nicket vorlesen.— Atsred Braun vom Schiller tbeater und Doris Rack« w i tz geben Aarireiiag. 8 Uhr. einen Varuagtabend in der Philharmonie (Kirsel, Lagerlös, Heine und Storm). »Di« Leute auf Dongaerd«. ein I» Kopenhagen bereit« anfgeiütrte» Drama van N.Anderien-Nexä, dem Verfasser unseres laulenden Romans, erlebte im Konstanze: Stadtthcater feine erfolgreiche deutsche Uraufführung. Da# Qberammergamer Vaffiousspiel wird lSZS wieder d-n-g-ss-sst werden. Eine neue Exvedition Knud Rasmnflen«. Knud RaS muffen, der sich zurzeit in London aufhält, hat feine Ver bandlungen mit der langdischen Ziegicrinig abgeschlossen, die auf eine neue Expediiion nach dem arktischen Archipel nördlich von Ameiifa hinzielen. Es leben dort ewe Menge von Esiimastämmen. die bislang nach uichi erforscht find. Die fepiditrau ivff drei Lahr« daueru, I Nr. 137 ♦ SS. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Mittwoch, 23. März 1�21 Der Serliner haushaltplan genehmigt Neue Erhöhung der Gas- und Elektrizitätspreise— Annahme der Hausangestelltenfteuer. Die Stadtverordnetenversammlui�g hielt' läusiq abgelehnt. Der Vermehrung der Assistenzarzt« beim Gesund- sich gestern mit der 2. Lesung des aus dem Ausschuß zurücktom wenden Haushaltsplans 19 20 nicht lange auf. Nach kurzer Erörterung wurde er ohne Aenderungen so, wie der ZÜMuß vorschlug, in Einnahme und Ausgabe mit annähernd K Milliarden Mark festgesetzt. Die Frage, woher für die außerordentlich gestiegenen Ausgaben der Stadt die. Deckung genommen werden soll, wurde im l�ause der Sitzung mehrfach aufgeworfen. Die neue Erhöhung des Gas- und Elektrizitätspreises, die gestern ge- nehmigt wurde, soll zur Beschaffung der Mittel beitragen. Der Redner der sozialdemokratischen Fraktion, Genosse Eon- r a d, betonte die Notwendigkeit, auch durch Verbesse- rungen der Technik eine Steigerung der Werkerträge anzustreben. Sehr lebhaft wurde um die Hausange stellten st euer gestritten, die der Stadt- säckel braucht. Sie wurde mit den Stimmen der Sozialdemo- traten. Unabhängigen und Kommunisten angenommen. Sitzungsbericht. .Au Beginn her heutigen ousterorbenttichen Sitzung erfolgt die Einführung der Swdträtin Frau Deutsch. Nach der Absicht des Vorstehers soll der gesamte Rest an uner- lchigten Vorlagen, Anträgen usw. vor den, 1. April erledigt werden: man will gründlich Inventur machen. Nur wenn heute stark geschafft wird, ist Aussicht vorhanden, um eine Sitzung am Bründonnerstag und am dritten Osterseiertag herumzukommen. Aus eine dringliche Anfrage der Deutschnationalen Dr. Steiniger, Koch und Gen., was der Vorsteher gegen die Urheber der TribünenkartenfLlschuag zu unternehmen gedenkt, erwidert Dr. W« y l, daß nach seinen In- svrmationen die Staatsanwaltschaft sich der Sache bemächtigt hol und sich bemüht, die Urheber festzunehmen. Das Bureau habe Vorkehrungen getroffen, um, soweit möglich, Fälschungen zu ver- hindern. Ein dringlicher Antrag der D. Vp. oerlangt schleunigst« Ergreifung von Maßregeln, den ungehinderten Verkehr mit dem Rachause während der Sitzungen zu gewährleisten. Der Antrag findet Widerspruch bei den Kommunisten-. v. Ey nern bemerkt zur Geschäftsordnung, man habe diesen Wider- spruch vorausgesehen, glaube aber schon durch die Stellung des An- txages erreicht zu haben, daß der Magistrw diese im eigentlichsten Sinne des Wortes dringlich« Sache einer Prüfung unterziehen wird. Darauf tritt die Versammlung in die Tagesordnung ein, die Nachträglich um einen Gegenstand, nämlich die Aestsehung des Si«ldchaushaltsplaa» für 1920. bereichert worden ist. Diese Beratung und die Beschlußfassung über neun damit im Zusammenhang stehende Vorlagen wird oorwegge- Nammen. Den Bericht des Etatsausschusse» erstattet Iursch tD. Vp.). Der Ausschuß beantragt die unverändert« G e n« h m i- «'ung des Etats, der mit SSOl 268 600 M. in Einnahme und Ausgabe balanziert: gleichzeitig soll der Magistrat bei Neubearbeitung des Lagerbuchs bei allen Werten grundsätzlich prüsen, ob sie sich zur A b st o h u n g durch Verkaus eignen.' Dr. Steiniger erklärt, daß dir Detitschnationalen gegen den Etat stiimntn werden. Leid(U..Soz.) und Dörr(Komm.) sprechen sich gegen die Veräußerung von Ksmmunalbcsitz aus: die Kommunisten werden ebensalls den Etat ablehnen. Für die Ent- fchließung betr. den Vertauf von Immobilien tritt v. E y n e r n lD. Vp.)«in: die Deutsche Volkspartei wird für den Etat stimmen. Der Etat für 1920 wird unverändert genehmigt. Die Entschließung wird mit 73 gegen 68 Stimmen angenommen.(Rufe bei den Kommunisten: Berlin auf Abbruch.) Heber die anderen dem Etatausschuß überwiesenen. Vorlagen be- richtet Stadw. Merten(Dem.). Sie betreuen Bewilligung von Mitte/in für die Anfuhr von Brennholz für Schwerkriegsbeschädigte, Bewilligung von 4 Assistenzärzten sür das Gesundheitsamt. Unter- stützung Minderbemittelter beim Umzug, Gewährung von Fuhr- kosten, Straßenbahnzeitkartcn usw. an gewisse Beamtentategorien u. a.— Die letzterwähnte Vorläge wird einein Ausschuß überwiesen: die übrigen Vorlagen werden angenommen, diejenige wegen Her- stellung eines Vereinsz-mmers im Ratskeller in Schmarqendors vor- heitsamt widersprechen die Vertreter der D. Dp., weil sie darin eine unerwünschte Stärkung der Zeniralisationsidee erblicken: Stabtmedi- zinalrat Dr. R a b e n o« legt wiederholt die Notwendigkeit dar, zur- zeit das Personal des Gesundheitsamts entsprechend zu vermehren, und die Mehrheit tritt dem Ausschußantrag bei. Auf Antrag Koch(Dnat. Vp.) wird die Vorloge wegen Ankaufs von Gelände zur Erweilerung des Friedhofs in Frledrichsselde einem heute noch zu ernennenden Ausschüsse überwiesen. Mit der Freilassung der Westhälfte des ehemaligen Exerzier- Platzes vor den, Schönhauser Tor von den Kosten der Anlegung der Gaudystraste, der Schwedter und der Eberswolder Straße aus Anlaß der gegenwärtigen Errichtung städtischer Bauten für gemem- nützige Zwecke erklärt sich die Versamntlung einverstanden, doch soll diese Einverständnlserklärung nur für den jetzigen Eigentümer gelten, »nd es sollen dort weder die derzeitigen Mietpreise erhöht, noch andere Baulichkeiten errichtet werden. Am 14. März hat ein Ausschuß die Magistratsvorlage beraten, welche die Deckung für die Erhöhung der Lohn- und Ver- gütungssätze der städtischen Arbeiter usw. durch Er- h ö h u n g des G a s p r e i f e s um 10 Ps.(von 1,25 auf 1,35 M. für den Kubikmeter), des Preises der Elektrizität für Licht um 50 Pf.(von 2 M. auf 2.50 M.) bzw. um 20 Pf.(von 1,20 auf 1,40 M.) herbeiführen will. Mit 7 gegen 5 Stimmen hat der Ausschuß dem zugestimmt. Deitmer(U. Soz.) erhebt Einspruch gegen das Verfahren des Magistrats, die Lohnerhöhung immer als Grund der Preissteigerung für Gas und Elektrizität anzugeben: es handle sich tatsächlich um die Erzielung des Gleichgewichts im Etat. Redner richtet Angriffe auf d!« Verwaltung, die noch immer aus der Kopp-Putschzeil in dem Gaswert Danziger Straße 26 Arbeiter durchschleppe, die keine pro- duktive Arbeit leisten. Auf Antrag des V o r st e h e r s wird die weitere Erörterung ausgesetzt, bis ein zuständiger Magistratsverlreter zugegen ist. Als Oberbürgermeister B ö ß kurz darauf erscheint, unterstreicht Letz (Komm.) im wesentlichen die Zlussührungen des Vorredners. B u ch w i tz(Dnat. Vp.) tritt den Angriffen des Borredners entgegen. Conrad(Soz.): Der Lohnerhöhung mußten wir zustimmen, und der Tariferhöhung müssen wir zustimmen. Die ftädiischen Tarife sind ja vergleichsweise immerhin noch niedrig. Die Werte müssen vor ollem ihre Technik ausbauen und vervollkoimnnen. Der Ratschlag, Gas nur als Nebenprodukt zu erzeugen und Koks und Ammoniak zur Hauptsache zu machen, hätte früher vielleicht Sinn gehabt, heute ist an Koks Uebervroduktion vorhanden. Im Interesse des Wiederaufbaues muß die Vorlage angenommen werden. Der Oberbürgermeisterletzt auseinander, daß 120 Millio- nen zu decken find, wovon die Tariferhöhung nur 73 Millionen deckt. Im Etat für 1920 ist ein Fehlbetrag von 400 Millionen, der in fünf Raten a SO Millionen abgetragen werden soll. Im Etat für 1921 werden 600 Millionen zu decken sein. Es muß nach aller Möglich- kcit vorgesorgt werden, daß Einnahmen zur Deckung schon ab 1. April flüssig gemacht werden, wenn auch fatalerweise— woran ja in diesein Hause niernand schuld ist— der Etat für 1921 erst Anfang Juni wird vorgelegt werden können 320 Millionen können durch StAiern und Werke gedeckt werden, die übrigen 280 Millionen wer- den sich vielleicht durch Minderausqaben einbringen lasten. Die Tariferhöhung läßt sich nicht hinausschieben: wir kommen um sie nicht herum und mästen sroh sein, wenn wir damit das Gleichgewicht herstellen können.• w,e antrag Strom vom Tage der Bestandsaufnahme im März ob gegen die Unabhängigen und Kommunisten beschlossen. Uebcr die neue Hausangesievlen-Steuer berichtet nunmehr Dr. Hertz(U. Soz.). Die Steuer soll für den ersten Hausangestellten 100. für den zweiten 500, für den dritten 1500, für jeden folgenden 2000 M. betragen. Die Steuer ist viertel- jährlich und auch dann zu entrichten, wönn die Hausangestellten auch mrr einen Monat(Vorlage: eine Woche) tätig waren. Aufwärt«- rinnen sollen dann als Hausangestellte zählen, wenn sie mehr als 20 Stunden ln demselben Haushalt beschäftigt werden. Ausbesse- rinnen und Näherinnen sind aus der Vorlage beseitigt. Kindergärt- nerinnen, Kinderpflegerinnen und Wärter von Heizanlagen vom Ausschusse hinzugefügt worden. Nach ausgiebiger Aussprache, an der sich hauptsächlich die weib- llchen Mitglieder der Versammlung beteiligten und in der L v h- mann(Soz.) die Hausangestelltcnsteuer als kleineres Uebel trotz ihrer Eigenschaft als indirekte Steuer, akzeptiert, weil sie nur den wohlhabenderen Teil der Bevölkerung trifft, werden die Anträge von rechts auf Steuerfreiheit des ersten Hausangestellten und auf Er- Mäßigung der Sätze für die übrigen abgelehnt und die Ausschuß- Vorschläge im wesentlichen angenommen: gestrichen wird auf Antrag der Sozialdemokraten der Zlusschußvorschlag, wonach der erst« Hausangestellte steuerfrei sein sollte, wenn der Haushalt besteht«us 1. einer Person über 60 Jahre mit nicht mehr als 20 000 M. Einkommen: 2. zwei Personen über 60 Iahren mit insgesamt nicht mehr als 30000 M. Einkommen, oder wenn zum Haushalt gehören mehr als drei Personen unter 16 Iahren. Die Uebevuahme der Feuerwehr von Alt-Berlin in städtische Verwaltung wird namens des in voriger Sitzung cingesetzien Ausschusses von S ch u l d t(Soz.) empfohlen und von der Versammlung mit großer Mehrheit be- schlössen.- Ueber die Frage, ob der Antrag des Zentrums wegen Gcwäh- rung von Zuschüssen an höhere private Mädchenschulen Groß-Berlins an den Ausschuß zurückzuverweisen ist. erhebt sich«ine langwierige Debatte, die mit der Verneinung der Frage endet: die weitere Be- ratung dieser Sache wird nach SLIO Uhr vertagt. Darauf wird noch die Vorlage betreffend die Einrichtung eines städlischen Anschlagwesens in Beratung genommen. Haß(Soz.) empfiehlt die Annahme noch den Magistratsvorschlägen. Auf Antrag Koch wird die Debatte ge- schlössen und in der Abstimmung die Vorlage in erster Lesung ge- nehmigt. Die zweite Lesung soll nächsten Donnerstag stattfinden. Nach 10 Uhr werden noch weitere Vorlagen erledigt. bestätigte und nichtbestätigte bezirksämter. Der Oberpräsident hat gestern eine weitere Zahl von Bezirks- ämtern bestätigt, bei einer Reihe von anderen Bezirksämtern da- gegen den meisten besoldeten Bezirksamtsmitgliedern die Be» stätigung nicht erteilt. In diesen Bezirken sind nur die unbe- soldeten Mitglieder vollständig bestätigt worden. Die Staatsaus- sichtsbehörde hat sich hierbei, wie mitgeteill wird, von dem Grund- satz leiten lassen, daß die Bezirksämter, die gerade jetzt sehr schwierige organisatorische Aufgaben zu erfüllen haben, sachkundig besetzt sein müssen. Dies um so mehr, als die Gewählten nicht in eingearbeitete Dezernate kommen, sondern völlig neu anfangen müssen. Bei ande» rer Zusammensetzung der einzelnen Bezirksämter würden wahr» scheinlich einige der Gewählten noch bestätigt werden. Aus die pol!- tische Stellung der Gewählten, heißt es wester, ist nirgends Rücksicht genommen worden. Soweit die Mitteilung, auf die später zurück- zukommen wäre. Ganz bestätigk wurden außer den bereits bestätigten und mitgeteillen Bezirksämtern Bezirksamt 10(Z e h l e n d o r f), Bezirksamt 12(Steglitz- L i ch t e r f e l d e), Bezirksamt 14(N e u k ö l ln), Bezirksamt 16 (Köpenick-Fried r i ch s h a g e n). Teilweise bestätigt wurden folgende Bezirksämter: Bezirksamt 3(Wedding): Be- stötigt:- Bürgermeister Redakteur Karl Leid, sowie die sämtlichen unbesoldeten Stadträte: Stempelfabrikont Zietemann, Bureau- gehilfin Bertha Lungwitz, Gewerkschaftsangestellter Kreienbrink, Zeichner Dörr, Studienrat Pros. Dr. Knicke, Architekt Wilhelm Pfeiffer: nicht bestätigt sind die sämtlichen besoldeten Stadträte. Bezirksamt 4(Prenzlauer Tor): Bestätigt: Bürger- meister Paul John, Redakteur, sowie die sämtlichen unbesoldeten Stadträte, nicht bestätigt: die sämtlichen besoldeten Stadträte. Bezirksamt 5(Fr i e d r i ch s h a i n): Bestätigt: Bürgermeister Ge- werkschaftssekretär Paul Mielitz, stello. Bürgermeister Arbeitersekret. Eugen Brückner: nicht b e st ä t i g t: sämtliche besoldete Stadträte. Bezirksamt 15(T r e p t o w): Bestätigt: Bürgermeister Gewerk- schaftsangestellter Julius Grunow, stello. Bürgermeister Redakteur Karl Mermuth, die sämtlichen unbesoldeten Stadträte: nicht be- st ä t i g t: die sämtlichen besoldeten Stadträte. Bezirksamt 17 25] Skine Menschenkind. II. Mütterchen. Don IN artin Andersen TlexL. Hinter dem Wagen kam Trupp auf Trupp, ein ganzer Aufzug: es sah aus, als hätte keiner das Schindergrundstück als erster betreten wollen. Wo die Obrigkeit voranging, konnten wohl auch andere Leute herantreten: aber der Amts- gehilfe und der Polizeidiener waren die einzigen, die Lars Peter die Hand gaben: die übrigen stießen sich gar sonderbor umher, steckten die Köpfe zusammen und siüsterten mitein- '. ander. V Lars Peter nahm die Auktionsgafte in Augenschein. Dieser und jener Hofbesitzer war darunter, alte, geizige Bauern, die in der Hosinung aus einen billigen Kauf erschienen waren. Im übrigen waren es meist kleine Leute aus der Um- gcgend des Sandes und des Hags, Häusler und Landhand- werker, die der Kredit lockte. Sie begrüßten Lars Peter nicht, sondern machten sich an die Bauern heran und scharwenzelten um den Polizeidiener herum: an den Amtsgehilfen getrauten sse sich nicht heran. »Sie treten wahrheftig auf, als ob man tief unter ihnen stände," dachte Lars Peter, lind was besaßen sie. Die meisten waren Leute, die nicht so viel Land hatten, daß man � einen halben Scheffel Mohrrüben darauf ziehen konnte. Gut, daß er keinem von ihnen etwas schuldig war! Selbst die Häusler aus dem Moor, denen er in ihrer Armut oft bei- gestanden hatte, folgten dem Beispiel der andern und sahen inn heute über die Achsel an. Nun, setzt war es ja nicht mehr zu erwarten, daß er ihnen nützen könnte! Es war übrigens recht komisch für ihn, hier umherzugshn und mitanzusehen, wie die Leute sich um seine Brocken stritten. So klein waren sie also, daß sie sich die verschlissenen Sachen des Schinders zulegten— wenn sie nur Kredit bekamen und einen billigen Preis erzielten. D-r Amtsgehilfs kannte die meisten von ihnen beim Namen und ermunterte sie zu bieten.»Na, Peter Jensen vom Hag, heraus mit einem ordentlichen Angebot! Sie haben ein ganzes Jahr lang nichts bei mir gekaust!" So fiel er plötzlich über irgendeinen Häusler her. Oder:»Hier gibt es etwas zum Witnehmea für Ihre Frau, Jens Päsen!" Jedesmal, wenn er jemanden beim Namen nannte, zuckte der Angeredete zu- sammen, lachte verlegen und bot. Die Defangenheitsröte um die Augen der Leute verriet, daß sie sich stolz und geehrt da- durch fühlten, daß der Amtsgehilfe sie kannte. »Ein Haarkamm, wieviel wird geboten!" rief der Amts- gehilfe, als die Reche an die landwirtschaftlichen Geräte kam. Ein Gelächter wogte über die DersaMmlung hin; eine alte Egge war hervorgeholt worden. Die Reinigungsmoschine nannte er eine Kaffeemühle, und so hatte er für jeden einzelnen Gegenstand eine komische Bezeichnung. Zuweilen waren die Witze derart, daß das Gelächter sich gegen Lars Peter wendete. und zwar ohne viel Bedenken. Aber Lars Peter schüttelte es ab und nahm es hin als das, was es war. Es gehörte nun einmal zum Beruf des Auktlonarius, Witze zu reißen— das förderte den Umsatz. Auch der arme, elende Tagelöhner Iohansen hattte sich eingefunden, hinter den andern reckte er den Hals— im zerrissenen Arbeitsanzug und in gespaltnen Holzichnhen. So oft der Amtsgehilfe etwas sagte, lachte Iohansen laut auf, um zu zeigen, daß auch er mit dabei war. Den Lars Peter packte ein rechter Zorn auf ihn. Zu essen hatte er selten im Hause, außer dem, was man ihm in der Dummheit zusteckte: sein Ber- dienst ging iür Branntwein draus. Und nun machte er sich wichtig, der Lump! Und wahrhaftig, er bot auch— auf Lars Peters alte Stiefel! Niemand wollte sie ihm streitig machen, und so bekam er sie sür eine Krone.»Es wird wohl bar be- zahlt?" sagte der Amtsgehilfe. Da war er vor der ganzen Lersammluny lächerlich gemacht, er hatte ja kein Geld. »Das Geld kann er von mir bekommen," sagte Lars Peter und legte die Krone auf den Tisch. Iohansen gafft« ihn an; dann setzte er sich hin und begann, die Stiefel anzuziehen. Er hatte seit Jahr und Tag kein Lederschuhzeug getragen. In der guten Stube war der Tisch gedeckt mit zwei großen Schüsseln mit Butterbroten, einer Flasche Branntwein und drei Gläsern. An dem einen Tischende standen Kaffeetassen. Stine hielt sich in der Küche auf: mit roten Wangen wirt- schaftete sie da herum, gespannt, ob ihre Anrtchtung Beifall finden werde. Es war alles vorbereitet, noch mehr Butter» brote zurechtzumachen, wenn es nötig sein sollte, und jeden Augenblick war sie an der Türspalle und guckte hinein. Das Herz schlug ihr zum Halse hinauf. Hier und da kam ein Fremder in die Stube und schaute sich neugierig um; ober die Leute gingen wieder, ohne etwas zu genießen.— Ein Mann kam. der nicht au» der Gegend war. Stine kannte ihn nicht. Er setzte sich rittlings aus die Bank, nahm ein Stück geräucherte Laminkeule und schenkte sich einen Schnaps ein. Stine konnte an seinen Kiefern sehen, daß es ihm gut schmeckte. Aber dann kam eine Bauersfrau herein, zupfte ihn am Aermel und flüsterte ihm etwas zu. Er stand auf, spuckte das Essen in die hohle Hand aus und ging mit ihr zu den andern. Als Lars Peter in die Küche kam, lag Stine weinend über dem Küchentisch. Er hob sie auf und fragte:»Was ist los?" „Ach, nichts," erwiderte sie schnaubend, während sse sich freimachte. Vielleicht wollte sie ihn schonen, ihm vielleicht ver- bergen, wie sie sich schämte; es bedurfte vieler Ueberredung, bis er aus ihr herausbrachte, daß es sich um das Essen han- delte.»Sie rühren es gar nicht an!" schluchzte sie. Er hatte es selber bemerkt. Um sie zu trösten, sagte er:»Sie sind wohl noch nicht hungrig. Und sie haben ja auch keine Zeit." „Sie glauben, es ist ungenießbar!" beharrte sie.»Sie halten es für Hundefleisch oder dergleichen." »Ach, dummes Zeug!" Lars Peter lachte wunderlich. »Es ist ja auch noch nicht Mittagspause." »Ich Hab selbst gehört, wie eine Frau zu ihrem Mann sagte, er solle es nicht anrühren." Lars Peter stand eine kleine Weile da, dann klopfte er sie auf den Rücken und sagte:»Mach' dir bloß nichts draus. Morgen ziehen wir von hier fort und dreben allen eine Nase. Dann sängt ein neues Leben für uns an. Na, ich muß wieder zur Versteigerung hinaus. Sei ein vernünftiges Mädchen!" Lars Oeter ging zur Tenne hinijber, wo die Auktion jetzt stattfand. Um zwölf Uhr hielt der Amtsgehilfe inne.„Jetzt machen wir eine kleine Ruhepause, Leutchen, und stecken uns was ins Gesicht!" rief er. Die Leute lachten. Lars Peter näherte sich dem Amtsgehllfen. Jeder wußte, was er von ihm wollte; man drängte sich näher heran, um mitanzusehen. wie der Schinder sich seine Abfuhr holte. Er lüftete den Schlapphut und kratzte sich in seinem gewaltigen Schopf. �Jch wollte bloß fugen,"— seine mächtige Stimme drang bis in die fernsten Winkel—„wenn der Amtsgehllfe und der Polizei- dicner vorliebnehmen wollen, drinnen in der Stube steht Essen. Schnaps und Bier. Auch mit einem Schluck Kaffee können mir aufwarten." Die Leute stießen einander an: wie frech der Schinder heut auftrat! Einen von der Obrigkeit zu Tisch zu bitten, obendrein im Hause der Mörderin! Gespannt sah man auf den Amtsgehllfen: ein Hofbesitzer nahm firf, heraus, ihm warnend zuzublinzeln.(Forts, folgt.) (Lichtenberg): Bestätigt: Bürgermeister Stadtrat Vtto Sohn. die besoldeten Stadträte Schulrat Dr. Siggel, Stadtbaurat Dr.-Äng. Gleye, Stadtrat Witzle, Ratszimmermeister Fischer, sowie die un- besoldeten Stadträte Stadtsetretär Engler. Lehrer Köhler, Buch» druckerei-Exvedient Stimming, Schuhmacher Klüsen er, Schlosser Torgler und Prwatbeamter Hermann Weiß: nicht bestätigt: stello. Bürgermeister Kassenangestellter Fritz Thurm, besoldeter Stadtrat Bildhauer Heinrich Evers. Bezirksamt 18(Weißen- lee): Bestätigt: stello. Bürgermeister Schösse Krcmkenkassenange- stellter Taubmann, die sämtlichen unbesoldeten Stadträte; nicht bestätigt: Bürgermeister Krantenkassenangestellter Cmil Pfann- kuch, die besoldeten Stadträte: Handlungsgehilfe Richard Pfeifier, Gewertschaftsbeamter Ernst Fischer und Kaufmann Eduard Martin. Bezirksamt 20(Reinickendorf): Bestätigt: Bürgermeister Bei- geordneter Stadtrat a. D. Reichhelm, sowie die unbesoldeten Stadt- räte Schöffe Schwabedal, Schleifer Ärafunder, Metallarbeiter Alfred Schäfer, Rektor Kempin: nicht bestätigt: stello. Bürgermeister Werkzeugmacher Selke, besoldete Stadträte Zeitungsspediteur Paul Hecht, Buchdrucker Reinhold Fischer, Lackierer Fritz Keffer, Tiermaler Karl Neunzig und Gewcrkschaftsangestellter Gustav Scharsf. Verschoben ist die Bestätigung für folgende Bezirks- ömter: 8(Spandau) wegen Einspruchs gegen die Gültigkeit der Wahl und polizeilicher Ermittlungen, sowie 9(Wilmersdorf) wegen mehrerer bedingter Annahmeeerklärungen.— Soweit die Bestätigung nicht erteilt ist, müssen Neuwahlen von den Bezirksoerfamm- lungen vorgenommen werden.% Die Kreistage Teltow unü NieSerbarnim traten gestern in den Kreishäusern zu ihren ersten Sitzungen nach der allgemeinen� Neuwahl am 20. Februar zusammen. Der Teltower Kre'staa wurde vom Landrat o. Achen- dach mit dem Hinweis auf das erfreuliche Abstimmungsergebnis in Oberschlesten eröffnet. Nach längerer lebhafter Aussprache wurde die Entschädigung für die Teilnahme an den Sitzungen des Kreis» tages von 25 auf 75 M. erhöht. Die Wahl zum Kreisausschuß hatte folgendes Ergebnis: Landwirt Ernst Henecke-NSchstneuendorf, Bürgermeister Dr. Wirth-Zossen(Biirgerl.), Amtsvorsteher Waner- Thyrow, Gemeindevorsteher Bonsels-Mahlow(S.P.D.), Fabrikbesitzer Louis Nathan-Nowawes(Dem.) und Kaufmann Paul Neumann- Nowawe»(U.S.P.) Nach Schluß der Tagesordnung wurde ein Antrag unserer Genossen auf Entfernung des Erkaiserbilde« aus dem Sitzungssaal gestellt: da geschäftsordnungsmäßlg seine Behandlung nicht zulässig war, soll er auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung gestellt werden. Der Niederbarnimer Kreistag erklärte gestern unter dem Vorsitz des Lnndrats Schlemminger sämtliche Kreistagswahlen für gültig, bewilligt« 827 287 M. als Beitrag de» Kreise« zum früheren Wohnungsoerband Groß-Berlin und ebenso 1 787 500 M. für Jnstandsetzungs- und Erweiterungsarbeiten für die Kreiskranken» Häuser Bernau, Rüdersdorf, Altlandsberg und Liebenwalde. Nach längerer lebhafter Aussprache wurde auch dem Verkauf des Krels- krankenhauses Reinickendorf an die Stadtgemeinde Berlin zum Preise von 2,2 Millionen Mark zugestimmt. Es wurde aber.der Wunsch ausgesprochen, daß auch im Norden de« Kreise» ein Krankenhaus errichtet werden möge. Die neu« Zuwochssteuer. ordnung kür den Kreis wurde zur näheren Beratung dem Rech- nungsousfchuß überwiesen, wobei der Wunsch laut wurde, durch die Steuersätze nicht den Siedlungsgcdanken im Kreis« zu töten. In den Kreisausfchuß wurden gewählt: Landwirt August Salzmann- Schönerlind«, Gemeindevorsteher Kühn-Birkenwerder(Burgerl.) Äustizrat Jonas-Oranienburg(Bürgsrl.), Holzbildhauer Knötschke. Bernau(U.S.P.), Amtsoorsteher Kreuer-Fredersdorf(E.P.D.) und Tischler Buchholz-Röntgental(Ä.P.D.) Sezirt XI tSchöaeberg-Aieöenau). Am Montag fand in der Bezirtsversammlung die Einführung des Bezirksamts statt. Der Bürgermeister Berndt wurde durch den Dberbürgermeister Böß in sein neue» Amt eingeführt. Der Ober» bürgermeister führte in seiner Ansprache au«: Die großen Pläne, die die Stadt Schöneberg für Ihre Weiterentwicklung aufgestellt hatte, werden wohl aufgeschoben, aber niemals aufgehoben werden. Mit neuer Kraft müssen wir an die Arbeit gehen, und mit der Unterstützung aller Bezirksämter wird es auch möglich fein, da» neue Berlin zum Wohl« der Bürgerschaft aufzurichten. Bürgermeister Berndt versicherte, daß er dem Ober- bürgermeister ein treuer Mitarbeiter sein wolle und daß er sein« ganze Kraft in den Dienst''es Bezirk» und Berlin» stellen wolle. Darauf wurden durch den Bürgermeister die übrigen Mitglieder de« Bezirksamt» verpflichtet Roch einer Begrüßung durch den Bor- steher erwiderte Herr Berndt in längerer Red«, in der er versicherte, dos, er allen Mitgliedern als unparteiischer Sachwalter gegenüber- steh« und daß er hoffe, du.ch seine Unparteilichkeit sich auch das Vertrauen derscnigen zu erwerben, deren Stimme er bei seiner Wahl nicht erhalten habe. Nach dreioiertelstündiger Dauer war die Tage». ordnung erledigt und die Sitzung geschlossen. Der Anschlag auf die Siegessäule. Vom Polizeipräsidium wird zu den gestern berichteten Berhaf- tungen mitzetcut, daß dl« im Haus» Neu-Kölln a Wasser 21 festgenommenen elf Personen noch den bei ihnen gefundenen Mitgliedskarten und nach eigenen Angaben z. T. der Kommu» nistischenLrbeiterpartei angehäre». Di« vorgefunde- nen Pistolen und Revolver waren sämtlich geladen und find teilweise ablieferungspflichtige Armeewofsen. Weshalb äußert sich da» Polizeipräsidium aber nicht ausführlich zu dieser immer noch sehr unklaren Geschichte? Ueberfall in 6er Wohnung. Eine housangefiellie geknebelt und gefesselt. Wieder ist ein neuer Ueberfall auf eine Hausangestellte verübt worden. Das Mädchen, das bei dem Kammersänger Kurt Sommer in der L u i t p o l d st r. 27 zu Schöneberg beschäftigt war, entging nur dadurch dem sicheren Tode, daß es bald darauf aufgefunden wurde. Es liegt jetzt noch schwer danieder, so daß die Vernehmung sich auf die notwendigsten Angaben beschränken mußte. Als das Hausmädchen morgens erwachte, trat ihm auf dem Wohnungsslur ein fremder Mann entgegen, der das Mädchen zu Boden warf und ihm einen Knebel in den Hals steckte. Dam» fesselte er es an Händen und Füßen und ließ es liegen. Der Knebel war ein Stück Gardine, das die Einbrecher so tief in den Hals hinein- gepreßt hatten, daß das Mädchen fast erstickt war. Die Schnüre, die ihm um Füße und Hände gebunden waren, stammen ebenfalls von einer Gardinenschnur. In den Wohnräumen war alles durcheinandergeworfen. Einige Teppiche waren bereits zum Mitnehmen zusammengerollt. Eine Befundausnahme ergab sedoch, daß die Ein- breche? nur drei Ueberzieher vom Wohnungsfwr mitgenom- men hatten. Wahrscheinlich haben sie, al» sie das Mädchen fesselten, ein Geräusch gehört, und um nicht weiter überrascht zu werden, sind sie unter Zurücklassung der bereits zurechtgelegten Beut« davon» gelaufen. Auf die Ermittelung der Täter, nach den bisherigen Fest- stellungen sollen es zwei oder drei Mann gewesen sein, ist eine nainhofte Belohnung ausgesetzt worden. Ein Mörder, der sich selbst beschreibt. Die Ermittelungen zur Aufklärung des Verbrechen» an dem Landwirt Walter G r ö s ch k e, über dos wir ausführlich berichteten, haben trotz der umfassenden Nachforschungen der Kriminalpolizei noch nicht zur Feststellung des Täters geführt. Es haben sich in- zwischen noch eme ganze Reih« von Leuten gemeldet, mit denen der Mörder in Berbindung getreten ist. In allen Fällen hat er durch fast gleichlautende Briefe sein angebliche» Gut bei Neuhof zum Kauf angeboten. Die meisten Briefe sind vom 27. Februar datiert. Der Mörder muß also an diesem Tage länger« Zeit zum Briefschreiben benutzt haben. In einem Hotel hat er nach den bisherigen Feststellungen nicht gewohnt, er scheint vielmehr hier in Berlin eine feste Wohnung zu haben. Wesentlich für seine Ermittelung ist es, wenn sich Zeugen melden, denen dies Briefe- schreiben aufgefallen ist. Derselbe Mann muß am 2. März sehr früh aufgestanden und in der Nacht zum folgenden Tage, zum 8. März, nicht in der Wohnung gewesen sein. Wer über diesen, der nach einer von ihm selbst in einem Brief« gegebenen .Beschreibung ungefähr 1,50 bis 1,60 Meter groß ist, schwarzes, gescheitelte» Haar hat und einen grauen Hut und dunkel- grauen Ueberzieher getragen hat, irgendwelche Mitteilen- gen machen kann, wird unter Hinweis auf die Belohnung ersucht, sich umgehend bei Kriminalkommissar Trettin im Zimmer 103 des Berliner Polizeipiäsidiums zu melden. Gegen den Mieterstreik. Der unter komniumstischer Leitung stehend« Mieterverband Groß-Berlin verbreitet an die Mieter Formulare, aus welchen sich dieselben unierschristlich verpflichten sollen, einer vom Mieierverband erlassenen Parole, in den Mieterstreik einzutreten und die Miete« Zahlungen einzustellen. Folge zu leisten. Zu diesem Mieterstreik. der vom Berliner Meterverband für den 1. April 1S21 geplant ist. hat ein« Delegiertenversammlung der im Gau Bertin des BundeS deutscher Mieterveretn« zusammengeschlossenen Mieterorganisationen von Groß-Berlin Stellung genommen. Sie hat einmütig folgenden Beschluß gesaßt: Die im Gau Berlin de» Bundes deutscher Mieter» vereine zu'ammengeschlosienen Groß-Beriiner Micterorgoniialionen stehen Fus dem Siandpuntt, daß der Mieterstreit al» letzte» und ichärsste» Kampfmittel,«ist nach Erichöpfung aller Verhandlung»- Möglichkeiten erltärt werden darf, dann ober einheitlich über da« ganze Reich nach der Parole de» Bunde» deut'cher Mietervereine und im Einvernehmen mit den großen Gewerlichasien der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Da diese Voraussetzungen bei dem von anderer Seite zum 1. April erklärten Mieterstreik nicht vorliegen, treten sie diesen Mietelstreik nicht bei, sondern rücken»n aller Entichiedenheitvonihmab. wegen Doppelehe Ist am 19. November v I. vom Landgericht I. der Kaufmann Heimann Groß zu einem Jahr Geiängni» verurteilt worden. Im Februar 1910 heiratete er in Leipstg seine erste fftau. Jim folgenden Monat lernte er ein andere« Mäd-ven kennen, uhr mu ihr nach London und heiratete sie dort im April desselben Jahre». Er blieb dann dort, wurde während de» Kriege» interniert und kam nach dem Kriege mit seiner ihm in London angetrauten Frau nach Berlin, wo er st», nachdem nun sein« erste in Leipzig geschlossene Ehe rechtsgültig g-ichieden war. nochmal« heiratete. Wegen der in London geschlossenen Heirat ist der LngeNagte der Doppelehe für schuldig befunden worden. I» der R e v r i i o n gegen da» Urteil bestritt er. in London eine für dort reckrögüUige Ehe geschlossen zu haben. Da aber, wie da» Urleil feststellt, die m London geschlossene Ehe in das englische Heiratsregister eingetragen worden»st, besteht kein Zweifel, daß es fich um eine wirkliche Ehe-- fchließung handelte. Das Reichsgericht verwarf die Revision al« unbegründet. Pockenoerdacht bei Abstimmeru. Da in einigen Orten Oberschleiiens in der letzten Zeit vereinzelte Pocken- erkrankungen vorgekommen sind, wird es sich empfehlen, in den nächsten Wochen bei Erkrankungen solcher Personen, die an''er Abstimmung in Oberschlesien teilgenommen haben, sowie ihrer An- gehörigen, auch an die Möglichkeit einer Pockenerkrankung zu denken. Der allgemeine Impfschutz, unter dem unsere Bevölkerung in- folge der Durchführung des Impfgefeyes steht, bewirkt, daß Pocken-- erkrankungen, soweit sie noch vorkommen, zumeist leicht verlaufen und deshalb zuweilen verkannt werden. Ein Iopfabschneider treibt zurzeit in Berlin sein Unwesen. Zu. letzt ist er in Lichtenberg aufgetreten, wo er nicht nur das Gedränge benutzt, um Frauen und Mädchen hres Haarschmucks zu berauben. sondern sich den Ahnungslosen auch unter der falschen Borfpiegelung nähert, ausgekämmtes Haar kaufen zu wollen. Die Kriminal- Polizei sucht den Unbekannten, gegen den von mehreren Seiten be» reits Anzeigen eingelaufen sind, bisher vergeblich. Er ist etwa 25 Jahr« alt, hat dunkles Haar, das er links gescheitelt trägt und einen großen dunklen Schnurrbart. Ueber die Ansterknrsievuna der Sinkvmmeufteuermarkei» z» SS M. oerSffeatticht da» Zentralfinanzamt im heutig 2a Jnseratenteit auS« jährliche Angaben.__ Groß-Serliner Parteinachrichten. Heute. Mtttwoch. den 23. März: IS.»reie. Die Nreieoorftanb.sibmig findet heut« abend 1 Uhr In Mariend-rf, Ratbaus, statt, nicht wie anaeqeben in Tenipelhm Abt. 3«. Augerordentllche Mttaliederversammluna, Uhr, bei Ostwlski, WIlbe.Imstr. 88. Tagesordnung: Bortrag. Organisatlonsfrage«. Berschiedene». »2. Abt, TA Uhr.fiahlabend in den bekannten Lokalen. U. Abt. Die Sahlabeirdc sollen aus Beschluß der Monatsoersamulimg i» März an». *3. Abt. 7 Vi Uhr gahlabend in de» bekannten B�irkslokalrn� ««. Abt. 7H Uhr zahladenb in den bekannten Begirkolokalen. 8».„ad»». Abt. Reakölln.» Uhr bei Rok», Panmerstr. Si, Frauen oer. (ammlung. Thema:„Die Unterbrechung der Schwongerschafl'.„Vorwärts'. Leser und Säst« willkommen._ 93. Abt. Reakölln. 7'ai Uhr In den„Aambr! nus-Siil en Laiser. Friedrich- Straße 86, vefseatliche Versammlung. Resercnl Sustov Heller, M. d. L.:„Die politische Loge— Realerungsbildung in Preußen'. tili. Abt. Sellnau. 8 Uhr bei Werner,«öpenicker Str. 108b. MltgUedc» Versammlung. Referent Erich iiuttner. M. d. L.:„Die politische Lage im Reich und Preußen'. Parteifreunde und„Vorwirts'-Lescr sind eingeladen. Rawawea. 8 Uhr Im Restaurant Bernhardt, Lindenstrafi», Funktionärsißung. Iunofo,!alisten.«brupp» Hermadorf! 7 Vi Uhr im Landhaus Reunzig, Rsu« Blemarastr.»1, Zusammentunft zwecks Stellungnahme zum Statutencntwurs. Morgen. Donnerstag, den 24. März: 8.«rei««edbiua. 7 Uhr bei ltarfin. Pankstr.«0, Sißung der Bildung«- lommiMonen. Jude Abieilui'g muß vertreten fein... 4. iteeia Pientlauer Tor. fni Uhr in der..lklbinger Mauke', Stbtng»« Straß»«ft, Stduna de« lkretsvorstande« und der AbMilunasvorständ». 8. Abt. Uhr bei Rod«. Diesfenbochstr. 8«,� Gißung der B-iIrr-fsihr«. IS. Abt. 7V4 Uhr bei Lätschert, Reu« Frl-drichstr. 108 sin der Rdho de» Stralau«! Straß,>, Sitzung der SunktionSre. S-mmeNiston und Bertrags. mreken mitbringen...., SS. Ab«, ckharlotteubn«. 7V4 Uhr bei Iaeob, Bismarckstr. 88, ecke Sesau» heimer Straße, Mitaliederoersommlung. � �... 78. Abt. SckSnebcrg. TA.Uhr bei«rund.«Uinlnget Str. 8, Sitzung samt- 114»1.? Ä«bt,«eullllla. 7 Uhr LichtbUdar Vortrag tu dae Schulaula. Boddinftraße. « «.«bt. Dar nllchsi, Sahlabenb findet«st a»«ittwoch-ach 0st»r- statt. Mus aller Welt. Seinen Kapitän niedergeschossen hat der Zweite Offizier Gowan an Bord des im Bremer Hafen liegenden amerikanischen Dampfer» Deranoff. Der auf Veranlassung des amerikanischen Konsulats in Haft genommene Offizier gibt an. er fei von dem Kapitän stets unfreundlich behandelt worden. So habe ihm jetzt der Kapitän eine Wach« übertragen, die dem Dritten Offizier zukam. Darüber habe er den Kapitän zur Rede gestellt, sei aber barsch� abgewiesen worden. Ln der Erregung hierüber habe er zwei Schüsse auf den Kapitän abgegeben. Der Kapitän war schwer verletzt w das Diakonissenhaus geschafft worden und ist dort gestorben. Zn glühender Schlack« verbrannt! In den Bochumer Martins» stahlwerken gerieten zwei Arbeiter unter glühende Schlack« und oerbrannten...._ Sport. Da» Stadien hat feine Pforten wieder geöffnet. Den große« Neig«» der diesjährige» Perunftallungen eröffnet am 10. Aortl da« g r ü d- abrSsest des Deutschen RelchSaulltchusse». Die R-idsahrer werden Gau- wellbewerbe abhalten. Zum Propagandaiausen der Lelchtatbleten ist ein» taulcndkipfige Tei.nehmerzahl zu erwarten. Eintritt S M. und 2 M. ArbeIter.Radtah:«e-?»i»ia., Osteraonntas Rugby Ostermontag; Rugby KomOdlenhaas weß* £ammc&ett v,8 Uhr mit Pailenberg Karfreitag: Kanacb Berliner Theater Wlederanttretan von Pritzi Massary ://: Frltzl Massary Vaümann. Emmy Sturm, Rthkopl, Kiper Karfreitag: Einmal. Oaittplel de» Tb. I. d. Kinlcgrltztr Stru Salome(Orika, Hai tau) V Residenz-TliealEr ""«Ida Wüst a. LattyMmeres Fieber Ad«le«androck, KSth« Haaeh, Julias Falk«nateln, Arnold Korff. 8onntag4Uhr Pia Freundin � TriSDon-Theater Leopoldln« Konstantin In Dletienrllnehatt den Abb« Chateaunenf and In Absebledstonper Sonntag nacbmltta1 4 Uhr. Evchen humbrecht Äl'. TV. Uhr Unter den Linden 44 Casanovas Sohn Ingen Burg, Mady Christiana, lelnr. Sehroth. Hans Alber». >tg Ffarrhanahomfldfe 7'/, Uhr: Der Strom Pnfgstadt-Theater Bahnhei Jannewltibriicke "t'&SÜ'fV.-i" Volksbühne Theater am BDIowplatt 7 Uhr Kapitän BraBbounda _Bekehrung Lessino-Tlieater u!- Ein idealer Gatte Oonn. 7>/,: Oer Prauenmut Karlreiieg 7; Peer Qynt Sbd. iVjt Oer Frauenmut Sonnlag und Montag Z Frau Warren« Gewerbe Sonntag und Montag?>/,: Ein Idealer Oatto Dentsches Künstler-Theater Heute und Donnerstag 71/,: DieScheidangsreise mit Max Adalbert Karfreitag T'/i i Oeipsnater ILoos, Lotsen) Sbd Vit: Die Scheidungsreis« Sonntag und Montag 3: Pyemallon 7l/tU.:PleScbeldungsrels« (Max Adalbert) Dienst''/> zum 200. Mal«: PI« Scheidung�relae Ontral-Thenrrr u'Dle PostraelsteriH »eatnrlioa«I|>«ral>aa» 7 Uhr: Tiefland Frtedr.nilbrlniat.Th. '•/.uhr Hoheit die Tänzerin Kl. Bchanaplelhnaa /v, uhr Reigen Kamlaehe Oper "'.u. ZigepnerblDt ■.uataplelhnn» f*/« Uhr Arnold Rleck In DI« Mausefalle Rletropol-Ttaeater Geschlossen bis Sonnabend Sonntag, 27, jum 1. M.le Uhr Die blaue Mazur \eueH«kporetteiitbeat. Fritz Werner u�': Der lachende Ehemann Rleuen Volkathratt-r t/j uhn Der Parasit aehlllrr-Thent.«fhnrl. 3 Uhr: Wilhelm Teil f/zu. Dr. Klaus Thnllit-Thenter '■/.uhr Mascottchen rh.amXollonilorri>lata ll/t Uhr; Der BrbfBrater /uhr Wenn Liehe erwacht Theater doa VI euren» t'/i uhr: Sebwalhenliochzelt Karlre ta«; Dia SehBptung (Stolzenberg. Laubembil) Th.l.d.Kommandanteastr. u. Der verjüngte Adolar Wallner-Thenter "/.uhrDieTanzgräfln Walhalla-Theater Vit u-: Vogeihlodlef Casino-Theater Lothringer Str. 31. Tfigl.V«t Troll des großen Erfolget nur noch kurze Zell Der Sensation»«Schlaser Der Großfürst Am 1. und 2. 0/,: HSlIcnqnaltn 'df Felles Caprlce'd* Xacktknltnr Morgen. Donnentag,'/� Uhr: Eratauffübrunz: Oer kanacb« Josef Sein Modell Am Badestrand Vorverkauf Ii-2 u. zbAUhr a. d. Theaierk, sowie b. Werth Schall und Rauch im uioBen Schauspielhaus Telephon: Norden 8643 Kont-TViU.. Beginn«1/, U. Kurt WarneboltT Issbel Herma und das groiie lUlrz-Pregramiii Eintrittspreise von 5-33 M. Tvnftes Schauspie/h�T Beginn der Abonnementsausgabe für die Spielzeit 1921/22 31/1« Freitag, 25# März An der Abonnementskasse Großes Schauspielhaus u A. Wertheim PHILHARMONIE. Wagner-Abend des Pbllbarm. Orchesters Dlrig Prof. R Hagel. Anfane 8 Uhr. Eintritt 3 M. iftdmirals-Fatast nvDie roten Schuhe Morg 7';,. Flirt In St. Moritz Theater u d. Königgräßer Straße Sonnabend, 26. März, 2 Uhr: o Zum ersten Maie: !Rugby aine KomSbie vom Epieen In 4 Aufzügen von Wilhelm Speyer Hauptdarsteller: Albert©feinriW, Erika G ähner, Paul Bildf, Frieda Richard, Ant. pointner, Eari Günther, Gustav Loh, Margaret« Schlegel Theatei umKottbusei Tor Tel.: Moritzpi. 14SI4. Tagl?>/, u. Sonntags nachm. 3 Uhr Elite- Sänger > Seil 1. 3.; Neue» Programm, u. a,: DiirchsMietsamt oder. Zuangs» einquartlerung. Sonntag nachm. halbe Preise Vorverk. tägl.; 11-l!/su.4-6 an der Thcatcrkatse u Leipziger Straße 51(Spiitelkoionnaden) VarltlA-Cafc jlloritzplatz OranlenstraSe 83 84 r«glich 8 Uhr; UltB'Programm Operetten- Diva| der Liedling der 1 Bertiner JeUs-PepiZipa-iltter Die wundervolle, von der getarnten Berliner Pretae begelatcrt aufgenommene Prcmicrenbeaettung der Operette Die Tanzgräfin tW Wallner-Theater Ä i beiden Osterfelertagen. iVariete-spiilplani Rennen in Mariendorf Beate, Mittwoch, den 23. März, nachmittags I'/g Uhr: wmm 8 Rennen■■■ Oesamtpreise: M« 105 000«- UnionvKiub, Berlin Annahme für Torweflcn fUr Rannen In Barlin und Im Ralcha SchadowstraDe 8 für persönlich« und Postaultrlg« Kurffirstendamm 234 Bayerischer Platz 9 Oranienburger Str. 48/49 scböiiCberg, HauptstraBet und Theaterkassen der Firmen A. 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Besonder, onssällig ist die mangellimteAitsführutifl der Perforier»«, an den Rreu»ungs- stesirn der senkrechte» und wagerechten Persorierungslwien. Wahrend bei den echten Marlen o» den Kreuzungsstellen immer aar eia Vohrlach steh«,«reffen dei den Fäifchungen fast iteis mehrere Löcher nmcaelmaftia zusammen, so daß im Ifach größere Löcher entstehen. Die »mmiernng ist nicht fo glatt und blank(glänzend) wie dei Papier an diesen Stellen piell Eummieritng Ist nicht so gi> den echten. In de» beiden stierleisten�deo Marienbilder recht, upd links vom Miiielfeid sind in der Mitte kleine Dreiecke paar weife— von jedem Paar da, obere mit der Spitze nach oben, das untere nach unten gerichtet— angebracht. Bei den echten Marten sind die oberen Dreiecke unteren. Bei den Fälschungen dw groß. Der Fardenion der Zaifchftib oerwgschener. Die owieste Zahl ,25" hebt sich bei den echten Marken von dem droungelben Grundton scharf ab. Bei bei, Fälschungen ist die» nicht in dem Maße der Fall, da» Braun Hut vleimehr einen stark violetten Schimmer. Nach dem 28. Februar entwertete Marken z» 25 M.»erden nicht mehr an Zahlung. Statt angenommen. Die nicht verwendeten echten Steueimarken zu 25 M. find in dr» Zeil vom l. bis zum ZL März gegen Steuermarkin anderer Berte— atch« in bar— zum Nennwert umzutanfchen. J-rltn. den 22. März lg2L Das Zentralfinanzamt für sSm Mche Finanzämler des Landesfinanzamlsbezlrt» Grofi-Rerlin. »M Spezial- Behandlung von Ge.cblecht«», Haut, and Harnleiden Jeder Art bei Männpm u.Frauen.Spez veralt-Harnl. nerv. Schwäche usw. o. Oper. u. Berutsstörüna. Besonders für Kranke, welcha anderwärts nicht ausgeheilt word slnd-Anwendd-wissenschitl. »»erkannt u. glänz, bewährt, künstl. Höhensonne(Blutunters.) Dir.HermannsffÄCiSÄ Friedrich Stampfer: Von Versailles zum frieden Der Weg vom Scheinfrieden zum wlrklicUco Frieden: Stampfer beschränkt sich nicht allein ans hie Kritik der in itbersid)tlicher Darstellung gebotenen Pertragsbediugungen. sondern er beweist die Zstöglichiett, ohne neue Machtiiimpfe und ohne eine eUgctr.cme neue Friedenstouferenz durch Per- deffiluug der Beziehungen zwischen Deutschland und seinen bisherigen Gegnern. durd> wonberabkommen und verminst- gemäße Auslegung und Ausiührung des Bertrag?« einen fiir uns und die anderen Polier erlrogitche» Zustand zu ichaffen. Sine französische und englische Ausgabe sind in Borbereitung. preis 4 Mar« an» 20% Xeaernngaznfthlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW 68. Lindenstr. 2 Kapitän-Kautabak wieder reichlicher in der früheren guien Quaiitlit zu beziehen durch die dei-mnien Berwufsstellen €. Räder, Beclia, Lichten drrger Str. 22. 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C« axijiJuuuuuuujjujujju iJLJkJJ HALPAUa ATEtlEB HALPAU5' CäE UNUBER-TßOFFENE Q.UAUTAT3- CICLARETTE Nr. 157 �ZS.Iahrqattg 2. Seilage öes Vorwärts Mittwoch, 25. März 1921 Meineiösprozeß segen Kessel. (Schluß aus der Abendausgabe.) Dl« Dcwelsausnabme wendete sich nach Vernehmung de» Staatskommissars Weismann der zu, über die Pos des Angeklagten r>. Kessel bot zu unter schwersten Bedingungen die Veranlassung bekanntlich der Um and. dzch Pastor Rump während des Marloh-Prozesies vor dem ngeklagten ausgespien haben soll Pastor Rump bestritt nächst ganz energisch, jemals vor dem Angeklagten ausgcspien zu iben. Der Angeklagte behauptet demgegenüber, daß Pastor Rump ganz deutlich vor ihm ausgespien habe. Er sei darüber so empört gewesen, daß er reagieren mußte. Die beiden Kartell» träger, Oberleutnant B c ck u r t h und Hauptmann S t e n n e o dann ihm die Forderung überbracht, die abgelehnt wurde. Hierauf wird die Aussage des Hauptmanns P a b st verlesen, die dieser während seiner Krankheit im ersten Kessel-Prozeß gemacht hat. Sie bestätigt die Angaben des Angeklagten. Der nächste Zeuge. Geheimrat D o y e vom Ministerium des Innern, bekundet, daß die Staffel Kessel sich damals ihrer Aufgaben in hervorragendem Maße entledigt habe. Der nächste Zeuge, Rittmeister Freiherr v. Cronberg. früher in der Exekutivabteilung des Garde-Kavallerie-Schüßenkorps, sagt aus, daß man beim Garde-Kavallerie-Schützenkorps einen Morloh- Prozeß unter allen Umständen vermeiden wollte. Er, der Zeuge, wisse auch, daß Roste, Hauptmann Pabst und Staatsanwalt Weiemann dafür gewesen seien, daß Marlost verschwände. Sodann trat das Gericht in eine Besprechung ein, ob diejenigen Zeugen, die mehr oder weniger direkt a» Marlohs Flucht beteiligt waren, zu vereidigen seien. Es handelte iich um die Zeugen Gral mann, Hoffmann, Rumv, Marloh, Weh- meyer, Stennes, Beckurth und W e i s m o n n. Das Ge» richt beschloß nach anderthalbstündiger Beratung, Pfarrer Rump nur insoweit zu vereidigen, als seine Aussagen die Herausforderung zum Zweikampf betreffen. Seine Aussagen, welche die Flucht Marlohs und den angeblichen Meineid v. Kessels beträfen, sollten dagegen unvereidigt bleiben. Der Zeuge Wehmeyer, der an der Flucht Marlobs beteiliat war. soll über diesen Teil seiner Auslage unvereidigt bleiben Dagegen wird er insoweit vereidigt, als sich seine Aussagen über die Vernehmung des Angeklagten durch Arieasqerichtsrat Meyer erstrecken. Gegen die Vereidigung des Geheimrats W e i s m a n n beständen keine Bedenken. Die übrigen Zeuaen bleiben unvereidigt. Nach einer kurzen Vernehmung de» früheren Rechtsbeistandes Marlohs. Rechtsanwalt, Kikath, die nichts Wesentliches ergibt, wurde Rittmeister v. Lengrieser. ein früheres MitqNed der Staffel lc, vernommen. Nach seiner Darstellung wurde unter den Offizieren der Staffel allgemein über die Flucht Marlods als im vaterländischen Interesse erforderlich gesprochen. Der Zeuge traf dann Mitte Juni den Oberleutnant H o f m a n n in besten Bureau, der über seinem Abrechnunasbuch saß und dem Eintretenden er. klärte: ,Sch bin in einer verflucht unangenehmen Loa». Ich muß. setzt zu Kestel gehen und mit ihm abrechnen und nun steht In meinem Auslagebuch - die Summe für Marloh» Flucht verzeichnet. Jetzt mußSch Kestel alle» beichten, daß tch Marloh zur Flucht verHolsen habe." ; Der Zeuge Kriminalzollsekrktär»trfchbaum. der in seiner Eigenschaft als Krimstmloberwachtmeister Oberleutnant Warloh da Srrahe gegeben habe. Zuletzt wurde dann die Frau des Angeklagten, Frau Ella v. Kessel vernommen. Sie erklärt, daß zwei Tage vor dem Marloh-Prozeß Pfarrer Rump in ihre Wohnung gekommen fei und ihr gegenüber außerordentlich herzlich von ihrem Mann g«° sprochen habe, so daß sie der. Ansicht war, Pfarrer Rump sei ihres Mannes bester Freund. Auf Wunsch des Vorsitzenden geben dann sowohl der Angeklagte wie Pfarrer Rump nock) einmal eine Darstellung von ihrer Unter- redung am 2. Juni. Beide bleiben bei ihren alten Aussagen. Darauf wurde die Beweisaufnahme geschloffen und die Ver- Handlung auf Mittwoch früh 9H Uhr vertagt. Mus der Partei. kuliurkag. Die.Arbeiter. Bil� Sozialdemokrakifcher dung�, die vom schrift für die in ihrem soeben zum ersten sozialdemokratischen Kulturtag aus der Feder des Ge- noffen Heinrich Schulz. Daneben sind folgend« Artikel zu nennen: R. Weimann: Neue Ziele und Wege in der Bildungsarbeit: R. Lohmann: Sozialistische Bildungsarbeil und Lehrerschaft: E. R, M ü l l e r: Jung und Alt in gemeinsamer Arbeit; I. Schult: Vom historischen Materialismus; B. Engelhard: Sozialismus und Religion. Die Monatsschrift„Arbetter-Pildung* wird am besten durch die Post bezöge». Sie kostet für das Quartal 7,50 M. Beim Bezug einer größeren Anzahl Exemplare an eine Adreffe wird ein entsprechender Rabatt gewährt. Wirtschaft Berliner Konsum. Di« Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend zeigt in ihrer äußeren Entwicklung in der ersten Hälfte ihres 22. Geschäftsjahres (Juli bis Dezember 1g20) folgendes Bild: Der Umsatz erhöhte sich gegenüber der gleichen Zeitspanne, des Vorjahres von 43 677 004 M. auf 120$78 146 M. Dies bedeutet eine Steigerung von 17 7 P r o z., bei oeren Bewertung steiltch die erhebliche Preissteigerung aller Lebensmittel m der dazwischenliegenden Zeil >de in R-. Periode in Rechnung gestellt werden muß. Neu eröffnet wurden 7 Verkaufsstellen. Damit ist die Zahl der Lebensmittel-Aerkaufe- stellen auf 140 gestiegen, denen sich noch 7 Gemüse-Verkaufsstellen und 2 Manufaktur-Warenhäuser im Norden Berlins angliedern. Der Umfaß in Erzeugnissen der eigenen Bäckereien erhöhte sich zur Einzahlung bringen, um so den finanziellen Stand der Ge- nossenschaft zu stärken. Pflicht unserer Parteigenoffen ist es, entsprechend dem Beschluß des letzten Parteitages, die genossenjchaftliche Organisation mit allen Kräften zu fördern, indes nicht nur hinsichtlich des Einkaufs und der Erfüllung der statutarischen finanziellen Äerpflichtungen, son« dern auch in bezug auf die Teilnahme am genossen- schaftlichen O r g a n is a t i o n s l e b e n: die Mitglie- oerverfommlungen und sonstigen Veranstaltungen müffon rege besucht werden und besonders bei sich erforderlich machenden Wahlen die Stimme jedes einzelnen in die Wagfchale geworfen werden. Soziales. Abbau der wirkschaftlichen Demobilmachuug. Zu unserer Mitteilung in Nr. 113 mit der Ueberschrist.Abbau der wirtschaftlichen Drmobilmachung' schreibt unS da» Reichs� arbeitsministerium: Die Freimachung von Arbeitsstellen ist nach der Verordnung des ReichSarbeilSmintsterS vom 6. März d. I.(ReichS-Gefetzblatt S. 222) nur noch in den Orten zulässig, die mehr alS 100000 Einwohner haben und in denen die Anzahl der Empfänger vo« ErwerbSlosenuntcrstützung regelmäßig mehr als 1�/, Proz. der Bevölkerung beträgt. In diesen Städten wird die Freimachung aber nickt dadurch gehindert, daß die DemobilmackungSanS» schösse nach der Verordnung über die Beendiguiig der Wirtschaft- lichen Demobtlmackung vom 13. Februar lv2t i Reicks-Gesetzblatt S. 189) bis zum 81. März 1921 aufzulösen find. Denn zu den.. Aufgaben, die den DemobilmochungSauSscküsscn verbleiben, gehören in den Städten, in denen die Voraussetzungen der Verordnung vom 6. März gegeben sind, eben auch die Aufgaben, die fick auS der Freimachungsverordnung ergeben. Es ist Sacke der Landeszentralbehörden, daiür zu sorgen, daß Aus- f ck ü s s e da sind, die insoweit die Geschäfte der Demobilmackung«- auSscküfie übernehmen. Demgemäß hat der Preußische Minister für Handel Und Gewerbe schon durch einen Erlaß vom 1. März d. I. den Demobilmachungskommisfaren die Ermäcktigung erteilt, die Aufgaben, die deit.DemobilmachuiigZauSscküsien deibleiben. einem anderen paritätischen Ausschutz zu übertragen. Einen sehr guten Tntwick- Sparkasse auf: der Ell* van 6 782 930 M. auf 16 001 004 M. lungsarad weist die genas lagenbestand vermehrt« sich in den sechs Monaten um annähernd eine Million Mark, indem er auf 36136 074 M. anwuchs. Für alle Genossenschaften liegt gegenwärtig die im.Vor- wärts" bereits besprochene Notwendigkeit vor, der Steigerung des eigenen zinsfreien Betriebskapitals bejon- den Aufmerksamkeit zu widmen, um so den durch die Celdentwer- tung bewirkten gesteigerten finanziellen Anforderungen gerecht wer- den zu können. In welchem Umfange sich ln der Berliner Konsum« Genossenschost das Verhältnis zwischen Warenbestand und dem in Form von Miigfiederguthaben angesammelten Betriebskapital verändert Hot. zeigt folaend« Gegenüberstellung: 191$: Geschäftsgut- haben 2 217 194 M �Warenbestand 1 758 095 M,_1920; Geschäfts. 'M"""""""'rend otjo an Mark »in erheb- l'iches Minus, indem di» Gsjchäftsguthäben sich um über 19 Mil- llonen Mark niedriger bezifferten, als der Wert des Worenbestondee Den Mitgliedern der Genossenschaft ist angelegentlichst zu empfehlen. nach Möglichkeit ihren Geschäftsanteil(ISO M. pro Mitglied) voll �ugenüveranftaltungen. heute, Mittwoch, abends 7y2 Uhr: HSnerNndir Sit. 6(Lokal von Stippetohl), Vortrag?„Dt« ....."------ ag:„Gsviir Dl-ruslwn stehung d«» Vrolctariat»*.- Srnncwald- D-Ibrllckstr. 20(Gcmeind-schul«), Vo» trag:„Ein Tag im aU,n Rom".— Nanlodorf: Adolfstr. 2Z, Vortrag:„Ssi und Verlust".— Mahlidors: Walderseestrage(Drm«indeschul«), Dl-russ adtrid.— Martendorf! Kaiser strahe(Bnmnastum), Diokussionsabrnd:„Warum turnt, dt» Ardeiterjugend und treibt Sport!"— Norden: Putbuser Str.&/< (Schule), Leseabend:„Vom Ardeiter zum Astronomen",— Prcnzlaner So» '), Disrusstonoadend:„Allge. itanienallee(Tenieindcschuljy, .-iT,-.................** Viertel)! Wrangelstr. 128 Schulel. Vortrag: Religion, Staat und Sozialismus".— Südwest: Zentral» jugendheim, Lindenstr. s. Vortrag:„Die Geschichte der Pariser Nomtnune".— Tempelhof! Germaniaftr. K/7(Lyzeum), Dislusstonsadend:„Das Wandern". Westen l lturfllrstenstr. III(Bauaemerkschule). Lichtbildervortrag:„Land und Leute Thttrlngen»".— Wilmeridors: Koblenzer Straße(«. Gemeindeschul«, gclchenlaal), Dislusstonsadend über da» neue Heft der Arbeiterjugend. Sriefkasten der Redaktion. B r i« tl i che Aoskdnt�trtrd ntch erteltt. � Jeder für den Prtef». tasten beNimmten Anfrage süge man einen Buchstaben und ein« Rümmer bei. Eilige Antra en trage. Man in der Juristischen Sprechstund«. Lindenstr.», Sd'tlffsiUJ« und Veririigr Nnd mitzubrlvgen. Herbert Hirt«. Brief zurückgekommen, cheschdftsstclle der Volkshochschule, NW. 7, Georgenstr.»ikSii.- Boabier. Das Bier enthüll weniger Hopfen, aber mehr Malz Und ist daher alkoholreicher. Berühmt drr Münchener Maibock, der daunlsümlick, in der Kronlsichnoinswoche zum Ausschank gelangt. Vielleicht lS. Jahrhundert Uder Nürnberg nach München ge» langten imbecker Bieres. M stilig« Antrage Wh l. Hof part. ltnk« vor. - >. VV>J Soeben erschien Soeben erschien Band IV der Bibliothek der Kommunistischen Internationale: L. T rotzki Terrorismus»ml Kommunismus Anti=Kautsky (II. Auflage) Inhalt: Vorwort I 1. Das„Kräfteverhältnis" I 2. Die Diktatur des Proletariats/ 3. Demokratie/ 4. Der Terrorismus/ 5. Die Kommune von Paris und Sowjetrußland/ 6. Marx und— Kautsky/ 7. Die Arbeiterklasse und ihre Sowjetpolitik/ 8. Die Probleme der Organisation der Arbeit 9. Karl Kautsky, seine Schule und sein Buch/ Statt eines Nachwortes 161 Seiten Preis M. 4,50 Zu beziehen durch die Verlagsbuchhandlung Carl Hoym Nacht. Lonte Cahnbley, Hamburg 11. 3278b* J'llr die vielen Beweise her�» er Teilnahme beim Hinscheiden meines geliebten zjtanncs sage ich allen Frcun- den und Bekannten meinen herzlichsten Dank. 21/1« Zm Namen der Hinter- blieben tn Elise Schwuchow. „Empor" aemeintiaftige Siedlungs- == Bcnoffcusifiatt==-= mit beschränkter Haftpflicht Sonntag, den 3. April 1821, vormittag» 8 Uhr, in der Aula der Friedrich- Werderschen Oberrealschule, NiederwallftrtZ Genekgl'JnsMmillW Tagesordnung: i. Bericht des Borstandes. 2. Bericht des Ailsflchtsrates. 3. Borlaqe und Genehmigung der Bilanz stir das Geschäfts» iahr INA i. Beschlußfassung Uber die Liquidation der Sc- nossenschait. S. Entlastung des Bgrltandes. S. Eatloltung des Aufsichtsrates. 7. Abänderung des 8 13 des Statuts. 8. Be» schlußfassung über die Ent> laMmg der ehemaligen Bor- pondsmitalieder Auerbach und Schmidt. 8. Anträge. Anträge zur GeneraltVer. fammlung müssen 2 Tage vor derselben im Bureau eingesandt sein. 188,8 Der Aufsichtsrot. W. Purwin. Bekanntmachung des Wahlergebnisse» der Vertreter zum Ausschuß der Ortstranken. lasse der Oteindrucker und Lithographen zu Berlin. ?luf Grund des K g der Wahl- orbnuna gelten die auf I. Liste der Arbeitgeber: an- fangend mit dem Namen Andrea, Müller und endend mit dem Namen Paul Pfuhl und II. Liste der Berstchetten: an- fangend mit dem Namen H. AI brecht und endend mit dem Namen Anna Haberland ver- zeichneten Personen ohne Stimmenabgabe 111,12 als gewählt. Der Vorstand: M. Ttuhlmann. IBi 8 au h I; I N ■ woj riilanten Juwelen kauft große Posten: höchsten Kurs Amsterdamer Dlamantschleiferel > Prledrlcbstr. IS Oegr. 1892 Heiner vleaenhontg. Polttolli S0 M. franko Nachn Schelbeuhonig HO Dt. Zwterel Helnr. Henke, Jteugraben. ftc. 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Eingang Ackerstrafte 1 Soeb.ersctiien:Vorl900Jahr.:a Wer war Jesus Christus In einer alten orientalTschen Bibliothek ist ein Dokumeml gefund. worden, das ganz genau mitteilt, wer Jesus Christus» war: ein Bundesbruder des Essäerbundes, einer Artl Freimaurervereinigung. Es ist der Bericht des Aeltcstenl diesesBundes inJerusalem an denAeltesten in Alexandrien. I Ein christlicher Priester versuchte bei de r Entdecku ng das| Dokument zu vernichten, da sich die ganzen mystischen I Wundergeschichten auf einmal ganz natürlich erklären. I Die Vernichtung geianp ihm aber nicht. Dieser Bericht ist von Fero. Schmidt ins Deutsche Ubersetzt. Kein' Denkender wird das Werk unbefriedigt aus der Hand leren a Preis Mk. 6,50 und Mk. 1,10 fr. Nachnahme. Gr. Bücherkatalog gratis. AI brecht Donath, Verlag, Leipzig 42 KLEINE ANZEIGEN To/1 CSC W/csr-F 1 M va» fettgedruckte Wort 1,80 M.(zalfisslg zwei wf t-UCd TT v»I t A iTae fettgedruckte Worte).— Stellengesuche und Sctilafstellenanzelgcn da, erste Wort tlettgedruckt) l.Tl., Jedes weiter« Wort 60 Pfennig.— Worte mit mehr als 18 Buchstaben, zählen lür zwei Worte A rt TPIO-gsn üie für die nächste Namtner bestimmt sind, müssen hl» rr 8 Uhr nachmittags in der Haupt-Expedition des Vorwärts, Berlin SW, 68, Llndenstrasse Nr. 3. abgegeben werden. Dieselbe ist Wochen. tags von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 8 Uhr ununterbrochen geütinet Gardinen. Preissturz! Zwecks Reklame kommen bis Sonn- abend folgende Daren, nur »rstkiassiae Qualitäten, zum spottbilligen Verlaus. Einmaliges Angebot. Mehrere Weißfüchse, Silbeiillchsc, Poiarsllchsr. Sealmäntel, Gr-' iegenhelten, sehr' bkllig. 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Ihr babk polntfche Stimmzettel abgegeben, aber nimmermehr, um das Band zu zerreißen, welches Euch mll den oberfchlefifcheu Drü- deru verknüpft. Oberfchleflea ist ein einiges, unteilbares Ganzes. Es lebe das Änlge, unteilbare Oberfchlefieni Diese alte Forde- rang erheben wir auss neue. Vor den Argen der Well bekennen wir uns zu den GruudsShcu der wahren Demokratie. Zu klarer demokratischer Folgerichtigkeit fordern wir, daß feder Bürger unseres Dantes, welcher Rallonalikät, welcher Konfeflion. welcher politischen Gesinnung er auch fei, Zutritt haben muß zu allen öffentlichen Aemteru. wir proklamieren aufs neue die Gleichberechtigung der Sprachen in Scholen, Verwaltungen und Gerichken. wir verlangen, daß innerhalb der feit Jahrhunderten unveränderten Grenzen unseres Dande, der ältesten Europas, der Wille der Mehrheil evlscheidet. daß aber die Mnderhell geschützt sein muß gegen sede Zurückschung. Wir laden unsere polrischen Brüder herzlichst und mit tiefster Aufrichtigkeit ein, uns die Hände zu reichen und mtt uns zusammen zu arbeilen au dem Wiederaufbau testen, was Srieg und Abstim- mungekampf verwüstet haben. Wir wollen zusammen die Republik Oberfchleflea als freie» Bundesstaat Im Sefüge des Deutschen Reiches errichten. Wir wollen zusammen die gerechte Landverteiluvg durchführen, die Wohnungsnot beseitigen, die soziale Fürsorge ausbauen. Der Bruderkampf ist zu Ende. Die von den deutschen Varkeleu geforderte Amnestie ist gesichert. Reichen wir uns als freie Männer die Hand zu friedlicher und fruchtbringender Arbeit, zum Segen der Heimat, Gott fchüh« das einige, unteilbare Oberfchlefleni Der Terror. Breslau,?Z. März.(Eigener vrahkberlcht des.vorwärts'.) In Sattowih haben sich bis heute gegen Abend über 1000 deutsche Flüchkllnge aus den eandkrelfen aogefammell. Sie hallen es bts zur Abfllwmuug tu ihren Wohnorten ousgehalten. wüsten aber seht den mit Gummltnülkeln umherstehenden und prügelnden Voten weichen. Die Abstimmungepollzei versagt vollständig.' Die Grenze nach Polen ist offen. Die Pole« von Sosnowlce ziehen herüber und hinüber. Die lulerallilerten Behörden ver- sagen feden wirksamen Schuh, während sie am Ab- stlmmnogetege in Sattowih über ZOOO Mann bereitstehen halten, haben fle bis seht zur Verstärkung des Schubes in den Landkreisen eine Patrouille von 15 Manu entsandt. Unser Gewährsmann, der Zeder natlonnllstischen Verhehnng fernsteht und die Verhättoiste heute nachmlttna tu verschiedenen Orten selber in Augenschein nehmen konnte, faßt die Lage uül den Worten zusammen:.vi e Hölle ist s e h t h l e r l o».' �Sattowih. ZZ. März.(Eigener vrahkberlcht de».Vorwärts'.) In Bogvkschüh nad Gieschewald ist auf den Sirck. und Rakhmistürmen die polnische Reich»f ahne gehißt. Sattowih. 22. März.«DTB.) Di« Gegend östlich und südö�stch "wi Aatt�wih. besonders die Ortschaften Ponow, Gieschewald, Rikisch» lchccht, Nosdzin, Cchoppitrfh ind andere, sind von schwerstem polvi- scheu Terror heimgesucht. Mißhandelt« und flüchtig« Deutsche au« j-'ncr Gegend treffen dauernd in Äattowitz«in. Das Plebiszitkomm ist ariat stellt näher« Ermittlungen an. Dem Kreiskontrolleur ist Meldung erstattet., Sattowlb. 22. März.(DA.) Es find bisher annähernd 700 Flüchk- livge in der Ttadt Äattowitz eingetroffen und vom Plebiszitkommista» riet imteroebrocht worden. Artonienbütte. 22. März(DA.) Montag nachmittags wurden auf der Hauptstraße die hednotlleuen Pastanten von über 100 Personen beleidigt und geschlagen. Apo-Peamte und fron- zosiscie, Militär schrillen ein, wobei von der Waffe Gebrauch ge- macgt wurde. Es wurde eine Person erfchesten. die Leiche wurde rvn dem Pöbel mitqengrmmerr. Dei einem Verhafteten wurden ein ll�evoloer mit 42 Patronen und eint Handgranate vorgefunden. Ententepresse vnö Gberschlesien. London, 22. März.(MTB.) Der Sonderberkchterstatter der .Times'(poincaristifch) in Beuchen meldet, die polnischen Vertreter versuchten keineswegs, ihr« Enttäuschung über die Größe der deutscheu Mehrheiten zu verbergen; sie schrieben dies der oroßen Zahl der zugereisten Stimmberechtigten zu. Korfanch habe sedoch seiner Vcfriedigunn Ausdruck gegeben und dem„Times'- Berichter' ottor verstchert. die Polen hätten in neun südöstlichen Be- zirken als Block zusommengefaßt KS Proz. der Gemein d�e N gewonnen, und Polen mäste daher ein sehr wichtiges Stück der■ Provchz erhallen. „Daily Chronlcle'(Lloyd George nahestehend) schreibt, die Absllwmungszahlen würden dem Obersten Rat wahrscheinlich beträchtliche Schwierigkeiten verursachen. Im gesamten Gebiet betrage die Mehrheit der Deut- Zchen 253 000 Da jedoch die Zahl der zugereisten Stimm- berechtigten, von denen die meisten überhaupt keine wirklichen Be- Ziehungen zu Oberschlesien hüllen, etwa 200 000 betragen soll, so sei di« deutsche Mehrheit unter der ansässigen Bevölkerung nicht groß. Wenn die Stimmen der Ansästigen in den einzelnen Ab- stimmungsbezirken für sich gezähll würden, so erschiene es möglich, daß alle östlich der Oder gelegenen Landesteile eine Mehrheit für Polen aufweisen würden. Es würde die Aufgabe des Obersten Rates sehr erschweren, daß die drei Bezirke, die polnisch gestimmt haben, nicht symmetrisch zueinander und zu den polnischen Grenzen oder zu den hauptwillclvunkten der Teile, die deutsch gestimmt haben, liegey. Der oberswlestsche Sonderberichterstatter des Blattes weist darauf hin, daß die Mehrheit der gelernten und o r g a n i- f i e r t e n Arbeiter für Deutschland ge' immt Hab«. „Daily Rems'(Asquithliberok) drückt tiefe Befriedigung darüber aus, daß die Abstimmung vorüber und daß der von Deutsch land errungene Steg entscheidend genug ist, vm wenig Raum für weitere Agitationen zu lasten. E» sei klar, daß die Provinz stch unwiderruflich für das Berbleiben unter deutscher Souveränität erklärt hob«. Dieses Ergebnis fei w ge- wister chinficht überraschend: denn sogar die Deutschen hätten er- wartet, daß der Abbruch der Londoner Konferenz ihnen einen ernsten Nachteil bringen würde, da die AbHmmenden nichr geneigt sein würden, das Bürgerrecht in einem Staate zu wählen, der durch Strofmaßnahmen bedroht werde. Daß Deutschland trotz alledem ein« so entscheidenden Sieg errungen hätte, sei«ine nubettagke Rechtfertigung de» Protestes. den die deutschen Vertreter in Dersailles gegen die endgültige Zu- tellunn dieses Gebietes an Polen erhoben.„Dolly Rems" fährt fort. Oberschlesien werde augenscheinlich nicht an Polen fallen. Polen würde vielleicht drei oder vier Gemeinden erhallen, je- Wohnungsnot unö Metssteuer. Eine der brennendsten Fragen, die seit der Revolution das wirtschaftliche Leb« bewegen, ist die Wohnungsfrage Daher war es sine Notwendigkeit, innerhalb unserer Partei.«« Wohnungsfrage zur Diskussion zu stellen und Klarheit darüber zu schaff«, inwiewett diese Notlage auch im Rahmen der gegenwömgen Wirtschaft gelöst werd« kann. In seinem Res erat über das obige Thema, das als erster Punkt der Tagesordnung auf der gestrig« Konferenz der Groß-Berliner Partei- und Gewerkschaftsfunktionär« zur Debatte stand, sprach der Genosse Silberschmidt an der Hand zahl- reicher Tatsachen über dieses Gebiet und fährte ungefähr aus: Die ollgemeine Wohnungsnot ist ein« internationale Erschei- nung, Herausgewochsen aus dem Kriege, der überall di« gleich« Wt« zur Folge hat. Zwischen Mieten und Neubaukost« ist durch di« Geldentwertung eine so greßo Spannung eingetreten, daß eine Rentabilität der Reuwohnung« nicht mehr gewährleistet ist. Diese Spannung beträgt in den Ententeländern das 4— Sfache, in Deutschland das 12— ISfache des Friedenspreises, so daß Neu- bauten ohne öffentlichen Zuschuß nicht mehr hergestellt werden kön- n«.(Bewegung.) Die jetzige Mieterslbutzgesetzgebung hat zum Ziele di« Derhinde- rung der Ausnüßung der Wohnungsnot durch Hausbesitzer und Grundrentner. Die öfjenttichen Zuschüsse für Neubau von Klein- wohnungen betrogen bisher 4—5 Milliarden Mark, während zur Beseitigung der Wohnungsnot ein Betrag von ungefähr 80—100 Milliarden Mark nötig wären, über der« Beschaffung augenblicklich berat« wird. Zur Errichtung von Bergarbeiterhetm- statten wird ein Zuschlag zum Kohlenpreis von S M. pro Tonne erhob«, während für die Errichtung der sonstig« Reubauten«ine Erhebung von Lanbesgrundsteuern und Abgaben von Baulichkeiten, die vor dem Juli 1910 erbaut worden sind, geplant ist. S.P.D. und U S.P. haben in Gemeinschaft mit den G« w« r k- sch asten ein Sekretariat eingerichtet, daß dem Parlament«inen Gesetzentwurf zur Lösung der Wohnungsnot vorlegen wird. Die Zwangsbewirtschaftung der Wohnung« ist eine Notwendig- keit. Wir hatten vor dem Krieg« ein« Dersicherunz der Jmmobill« von 135 Milliarden Mark, so daß der Mietwert 6— 7 Milliarden bettagen habe. Die Häuser haben eine Lebensdauer von 60 bis 100 Jahren. Im Interesse der Gesamttvirtschaft muß daher eine Belastimg mtt Hypotheken verhindert werden, weil bei einer Steigerung des Geldwerts es sehr schwer sein wird, di« M i e- ten zu senken. Daher muß einer ungerechten Steigerung dieser Werte entgegengewttkt werden.(Zustimmung.) Der Parteitag Hot klar ausgesprochen, daß di« Mietlteuer von der sozialdemokratischen Reichstagssraktion abzulehnen ist.' Dagegen wachsen die antisozial« Bestrebung« der hansbefiher, die ausgezeichnet verstehen, ihr Vorgehen zu bemänteln. Sie fordern die Aufhebung der Zwangswirtschaft auf dem Woh- nungsmarkt, dann werde alles besser werden.(Heiterkett.). Nur durch die Solidarität aller Mieter ist es möglich, di« Wohnungen in Ordnung zu hallen und Neubauten zu errichten, die Gemeineigentum fein müssen. Für den Uebergang solcher Häuser w Privatbesitz besteht kein moralisches Recht mehr.(Zustimmung.) Redner behandelle die Parlamentsarbeit auf diesem Gebiete und schildert die Gefahren, die ein Gefetzentwurs des Reichsrats nach sich gezogen hätte, der den Ländern die Gesetzgebung zur Linderung der Wohnungsnot überlassen hätte. Die S.P.D.-Fraktton hat hier erklärt, daß sie die Wetterderatung dieses Gesetzentwurfes ablehnen wüst«. Dos ist nicht ohne Dttkung geblleben. Es konnte in die Beratung eines veuenEntwurte» eingetteten werden. Di« Kämpfe in den Kommission« müfl« unter groß« Schwierigketten leider nur von der G.P.D.-Fraktion geführt werden, während die Kommunisten sich gar nicht beteilig« und und die Unabhängigen nur Zaungäste sind. Der neue Gesetzentwurf, der nun oorlieat, setzt«ine Besteuerung von 10 Proz. der Baulichkeiten fest, die 3,2 Milliarden einbring« soll, mtt den« 60— 65 000 Kleinwohnung« geschaffen werd« sollen. Redner schilderte das Zulammenorbett« der Gewerkschaf» ten mtt den politischen Parteien und folgerte die Funk- t i o n ä r e auf. sich mtt dem schwierigen Problem der Wohnungsnot und des Vauwes«» zu befassen. Sodann referierte der G«osse Gronefeld über dm zweit« Punkt: Stellungnahme zum Serliner Mieterverbauü. Da» Ziel in dieser Frage muß für uns sein, di« Mieterverbände zu einer scharfen Waffe zu machen, wenn anders nicht die Meter- schast der all-in leidttagende Teil sein soll. Di« Leitungen der Mi«- terverbände stehen zumeist auf dem Bod« der DK.PJD.(Wider- I spruch.) Alles, was von dies« Leuten gemacht wird, fällt auf unser Haupt.(Starke Zustimmung.) Mtt welcher Gewissmhaftigkett die ! Mieterverbände arbetten, beweis« die 102 000 Mk. Schulden. : die bereits vorhanden sind.(Bewegung.) hoffentlich wird es ae- , singen, die Mieterverbände zu einer wuchtig« Waffe im sozialistischen Besteiungskampfe zu machen.(Beifall.) Die Diskussion über beide Referate wird verbunden und lieg« dazu 18 Wortmel» düngen vor. Sie ist äußerst befruchtend, well durchweg Praktiker de* Mieterwesens zu Worte kommen und mtt großem Ernst an die L5- sung dieses Problems herangehen. Folgende Resolution gelangte einstimmig zur Annahm«: „Die Funktionäre der S.P.D. Groß-Berlins sind gewillt, di« gemeinsame Aktion der sozialistischen Parteien und da Gewerkschaften zur Sozialiftvnmg der Baustoff- und Wohnungsherstellung mtt aller Kraft zu unterstützen. Die Funktionäre fordern, daß stch die sozialdemokratische F r a k t i.» n des Reichstages mtt aller Kraft für eine soziale und gerechte Ausgestaltung des Reichsmietengesetzes und des Miet- steuergesetzes einsetzt. Sie sind gewillt, in dieser Hinsicht all« Maßnahmen zu unterstützen, durch die der Mieterschast geholfen werden kann. Die Funktionäre verurteilen aufs schärfste das unver- antwortliche Treib« des unter kommunistischer Leitung fteh«d«n Berliner Mieterverbandes, die Mieterschast in ein« sinn- und zwecklosen Streik zu tteiben, wobei die Miete? allein der leidttagende Tcll sein würden. Sie erblick« in dem Vorgehen des Mieterverbandes keinen Weg, der Mieterschaft zu helfen, sondern lediglich«ine Aktion der Kommunisten, die kaum hergestellte staatliche Ordnung zu untergraben; diesem Treiben wird im Interesse der Arbetterschaft der schärffte Kampf angesagt. Die Parteigenossen, soweit sie Mitglieder des Mieterverbandes sind, werden aufgefordert, im vorstehenden Sinne innerhalb des Verbandes zu wirken und für di« nöttge Aufklärung Sorg« zu ttagen. Di« jetzt geplant« Aktionen, wie Stteik, El«d«» demonsttatton« u. dgl., stnd abzulehnen und nicht zu unter» stützen, da sie rein kommiinistlsche Maßnahmen sind, die mtt dem Zweck und den Zielen dieser wirtschaftlich« Oraani» sation unvereinbar sind.' Bor Eintritt in die eigenlliche Tagesordnung wurden noch fol» gende Resolutionen einstimmig angenomm«: Die Bertiner städtischeVerwaltung leidet seit Woch« aufs schwerste unter der Verzögerung der Vesiäligvvg der Bezirksämter. Ein großer Tell der kommunal« Berwaltungsgeschäfte bleib? im- erledigt, schwere Schädigung« der Interessen der Bevölkerung sind die Folge. Die Funktionärkonferenz der S.P.D. Groß-Berlins fordert, daß der Oberpräsident sich sofort über die noch cm»- stehenden Bestätigungen entscheidet. Ein« B e r s a g u n g der Be- stärigung darf nur in solchen Fäll« eintreten, wo reg« die Per» son eines Gewählten schwerwiegende sachliche oder mora» lische Bedenken vorsiegen. Angenommen wurde ferner folgend« Resolution: Angesichts der wahnwibla« Pukfchhehe. die iu d« loh- ten Zeil von den kommnnifkisch« Heilungen und Orgmisakionim betrieb« wird, ruft die Funkkionä rkonforetp der S.P.D. Groß- Berlin» die Arbelkerschafl zur größten Vesounenheit auf. Dem Bestreb« der Sommnnlsteu. anf Moskauer Diktat die Arbeiter iu blutige Abeuteuer hluelazulreiben. und dadurch die Geschäfte der Reaktion zu besorgen, muß da» klast«bewußte lozlaldenio kr»tisch« Proletariat den entschied«« will««tqegeust�«. friedlich« sozialistisch« Aufbauarbeit zu lelst«. weil nur so di« kapikasistische Reaktion und die heutige wirtschaiMcke Krise über- wund« werd« kann. Dm kommunistisch« Vlukhetzeru sage» wir schärfst« Kampf an. Ferner gelangte noch«ine vom Genossen Kaken st ein ein» gebrachte Entichsießung, die sich gegen die Ber'-ewoltigung de» fvzia» listischen Freistaates G e o rg i e n richtet, einstimmig zur Annahm«. Den kämpfend« georgischen Truppen wird das tiefe Mttempfmden ausgeiprochen. Genosse P a t t l o ch berichtete über die Verwendung der für die Revolutionsopfer gesammelt« Gelder. Dazu wurde eine Entschsießung ebenfalls einstimmig angenommen, tn der es heißt. daß ttotz des Drängens unserer G«ossen eine Rechnung«- legung nicht erreicht werden konnte, so daß der begründet« Verdacht besteht, daß diese Gelder für«insettiae Partteizwecke von den Kommunisten verwendet werden sind. Unter« Partei. genast« werd« daher aufgefordert, sich an diesen Sammlung« nicht mehr zu beteiligen. dach nicht mehr. Domtt verschwinde der«ine Einwand, den Simons auf der Londoner Konferenz bezüglich seines zwetten Bor- schlage» vorbracht«. Die„M o r n i n g Post'(vergröberte.Tim«»') behauptet, die Deutschen seien entschlossen, im Westen so wenig wie möglich zu geben und im Osten ihre Herrschaft wiederzuerlangen. Um Elsaß-Lothringen wiederzuerhalten, müßten di« Deutschen vor allem erst Polen vernichten, und die Aurückbehaltung Ober- schlesiens werde in Berlin als erster Schritt in dieser Richtung auf- genommen werden(!). .Daily Herald'(soz.) schreibt: Di« Schlesier hatten zwei Jahre lang die Pol« bei der Arbelt geseh« und hätten entscheid« können, ob Polen bester oder schlechter als Deutschland sei. Dies sei der Grund, weshalb Tausende von Schlesiern, die im ersten Begestterungsrausch polnisch gestimmt haben würden, deutsch stimmt«. Sie sahen die polnst che Mark aus den zehnten Tell der deutschen Mark vermindert, st« lah« di« einst unter deutscher und österreichischer Herrschast reichen Städte Pos« und Krakau niedergehen, und sah« ganz deutlich, daß die korrupte und unfähig« polulsche Herrschast die Industrie zerstör« werde, die.die Deutschen aufgebaut hott«. Frankreich werd« höchst- wahrscheinlich dafür kämpf«, daß mindestens«n Tell der Eisen- und Kohlenbergwerke Polen und domtt dem französisch« Kopital zufalle Korfcmty habe wobl ccr der Stimmurne verlor«, werd« jedoch das Urtell wahrscheinlich nicht aniiehm«, solang« Gewehr« und Munition vorhanden sei«. „Star' bezeichnet das E'gebniz der Abstimmung als«in« sehr ernsten Schlag für Polen. Der unmögsiche französische Traum von der Riederdoltung Deutschlands sei jetzt ausqetröumt. Das Eraebnis der Abstimmung fei ein Schlag für di« Politik Frankreichs, Pol« zu einer Bedrohung Deutschlands zu machen. Ilew Airk. 22. März.(Reuter.).New Bork World' er- klärt, der deutsch« Sieg sei eine wetterer Triumph für den Grund- satz der Selbstbestimmung in internationalen Angelegen- heiten.„New Bork herald' sagt: Das Abstimmungsergebnis ist in gleicher Weife oder in noch höherem Grad ein Sieg für Frankreich und di« Alliierten, well di« fchlestschen hllfsquell« wes«tlich find für die deutsche Produktion, aus der die Reparation bezahlt werden muß. New Bork Times' schreibt: Der B« r- lust der obeyschlestsch« Gebiete ist ein harter Schlag für dos pol- nisch« Prestige und ein noch schwererer Schlag für di« polnische Industrie.' Mailand, 22. März.(TU.)„Corriere dekla Sera' , schreibt, daß das Ergebnis der Abstimmung vorauszusehen Imat, da die Mehrheit der Bevölkerung entweder deutsch sei ad« ! aus materiellen Gründen deutsch fühle.„S e c o l o' meint, daß die Wiedergutmachungsfrage nunmehr leicht erledigt werden könnte. l Deutschland habe Oberschlesien behalt« und dadurch» sei di« Grund- bedirtgung für sein Wieder aufblühen gegeben. Rotterdam, 22. März(T.U.)„Nieuve Rotterdamsche Eourant' schreibt: Läge die Entscheidung bei Frankreich ollein, so wäre der Kampf stir Deutschland verloren. Andere Mächt« werden jedoch ein Wort mitsprechen. D« französische Standpunkt hat sich jedoch im Obersten Rat so oft durchgesetzt, daß di« Deutschen sich lieber keinen Illusionen hingeben sollt«. Di« Zeil ver „Sanktion«' Ist offensichtsich nicht dazu angetan, um«in« für Deutschland günstige Urteilsfällimg erwarten zu können. Bom«uro» päischen Standpunkt aus ist also das Ergebnis der Abstimmung zu bedauern. Es stellt uns vor die Möglichkett unabsehbarer neuer Verwicklung«, die aus dem Berlust der oberschlesischen Industrie und der al» Folge davon von deutscher Seite angekündigt« Z a h l u n g S» Unfähigkeit entstehen müssen. Unsere freunde. Salzburg. 22. März.(WTB.). Der Gemeinderat hat anläß. sich des Absi immunqssteges in Oborfchlesten an d« deutschen Reichspräsident««in Glückwunschtelegramm gerichtet. Für morg« ist eine öffentliche Versammlung aus gleichem Anlaß einberufen. Linz. 22. März.(WTB.) Die Stadt ist anläßlich de» deutschen Abstimmungssieges beflaggt. Polen kann eS nicht erwarten. Nach bem Pariser„M a t i n' hat die polnisch« Staotsregierung den Obersten Rat ersucht. Schritte dahin zu unternehm«, daß die Teilung Oberschlesiens erfolgen und daß die Bezttke, di« für Pol« gestimmt Hab«, dem polnischen Reich«inverleibt werd«. Di« fron» zösische Regierung habe grundsätzlich beschlost«, den polnischen An- ttag zu unterstützen. Warschau. 22. März.(OE.) Die Mvrgenblätter vom Mon, tag(!) verkündeten kurzerhand einen unzweifelhasten polnisch«» Sieg auf der ganzen Linie. D«noch entstand«ine gewisse Ver- wttrung und Beunruhigung, als die über Berlin hierher gelangend« deutsch« Bericht« über di« vorläufig« Absttmmuugsergebniste be- tonnt wurden, die in einem diametralen Gegensatz zu den Meldungen der polnischen Agentur« und Korrespondenten standen. Am Räch» mittag mar die Stimmung bereits merklich gedrückt, und die ver, anstaltet« Freudenmanifestatiouen verlief« in be» scheid«« Grenzen. f GewerMajwbewegung Hue zum Ueberschicbtenabkommen. Genosse Otto H u e veröffentlicht in unserem Essener Parteiblatt eine Erklärung, in der er sich gegen die Angriffe wendet, die gegen die Kündigung des lieber- schichtenabkommens gerichtet worden sind. Gegen- über anderslautenden Behauptungen stellt er fest, daß die Kündigung von dem Verhältnis Deutschlands zur Entente iar nicht beeinflußt worden fei. Schon im Februar 920, als das erste Ueberschichtenabkommen zustande kam, hätten die Arbeitervertreter erklärt, daß das Ueberschichtenabkommen keine dauernde Einrichtung werden dürfe. Wiederholt habe man seit Monaten von der Regierung und den Unternehmungsvertretern den A b- bau der Ueberfchicht gefordert. Von Anfang an hätten die Bergwerksoertreter auf die Einführung einer achten Stunde den größten Wert gelegt. Keiner der vier Dergarbeiteroerbände hatte sich jedoch bisher für die achte Stunde ausgesprochen. Auch in der Vorständekonferenz am 27. Februar 1921, in welcher die Kündigung des lieber- schichtenabkommens beschlossen wurde, ist von keiner Seite die Annahme der achten Stunde vorge- schlagen worden. Daß trotzdem die achte Stunde vorge- schlagen worden sei, ist eine völligeJgnorierung der wiederholten Warnungen der Arbeiterver- tretungen. Er selbst habe in Berlin ernste Warnungen erhoben und rund heraus erklärt, daß an die Annahme der achten Stunde nicht zu denken sei. Da nun trotz seiner War- nungen doch der verhängnisvolle Schritt getan sei, bedeute es eine unerfüllbare Zumutung, zu erwarten, daß er für den Schiedsspruch eintreten soll. Generawerfommhing öer Metallarbeiter. Am letzten Sonntag tagte oder vielmehr t o b t e in der Brauerei Königstadt die Generalversammlung der Metallarbeiter. Auf der Tagesordnung standen drei sehr wichtige Punkte: 1. Arbeitsnach- meisabkommen, 2. Rahmenabkommen, 3. Bericht über die Beirats- fttzirag in Stuttgart. Tie Erledigung der ersten beiden Punkte ist im Interesse der Mitglieder durchaus notwendig. Jede leicht- zinnige Verzögerung dieser wichtigen Fragen bedeutet, mit den Interessen der Mitglieder geradezu Schindluder treiben. Aber was ist heute nicht möglich, was bringen die Kommunisten nicht alles fertig? Leichenmuller und Rusch wußten Geschäfts- ordnungsdebatten vom Zaune zu brechen und verwandelten vier Stunden lang die Genemwerscunmlung in ein Narrenhaus. Alter Plunder aus der kommunistischen Rumpelkammer, wie Miß- trauensvotum gegen die Verwaltung mit ellenlangen schrist- llchen Begründungen mußte herhalten, um diese tatsächliche Sabo- tage an den Interessen der nur immer zahlenden Mitglieder zu treiben. Nachdem die unabhängige Ortsverwaltung und die Kommunisten sich stundenlang gegenseitig mit Geschäftsordnungs- kniffen geprügelt hatten, mußte die Versammlung resultatlos vertagt werden. Das einzig positive Resultat war eine Abstimmung. So konnte wenigstens festgestellt werden, daß in dieser Schwatzbude die Kommunisten über 249 und S.P.D. und U.S.P.D. über 2ö9 Mandate verfügen. Die Phrase von der Revolutionierung der Gewerkschaften kann nicht besser eä jidsurclum geführt werden, als durch ihre vorlauten Verfechter von vorgestern. Der kommunistische Redner Krasse ■ war einen Augenblick mal ehrlich genug, den alten S.P.D.-Kollegen Cohen als musterhaften Verwalter statutarischer Recht« und Pflichten zu bezeichnen. Wollen nicht endlich die Massen der Mitglieder aus diesem doch gewiß unverdächtigen Zeugnis bald die logischen Schlüsse ziehen und die ganze Gesellschaft revolutionärer chanswürste zum Teufel jagen? » Die S.P.D.-Delsgierten zur Generaloersammlung werden um Zusendung der genauen Adressen an das Betriebsrätesekretariat S.P.D., In den Zelten 23, gebeten. Vom neutralen Schlichtungsausschust. Bom Tcansportarbeiterverband wird uns u. o geschrieben: Seit einiger Zeit scheint die Neutralität des Schlichtungs- ausschusses Groß-Berlin stark ins Wanken geraten zu sein. Obwohl kein Mensch behaupten kann, daß ssch die Lebenshaltung der Arbeiter verbessert hat, obwohl Untersuchungen von Voils. wtrten und Gelehrten geradezu grauenhaftes Elend unter der arbeilenden Bevölkerung festgestellt haben, und trotzdem in chandelsblätt-rn und Tageszeitungen tägl ch nachgewiesen wird, daß Industrie und Handel noch nie dagewesene riesige Gewinne eingesackt haben, stellt ssch seit etwa 2 Monaten ein Teil der u n- parteiischen Vorsitzenden des Sch'ichtungsausfchusses auf den Standpunkt, daß Lohuerhöhunoen an die Arbe ter nicht mehr bewilligt werden können. Die Herren haben bereits eine Formel gefunden, die in fast allen Fällen ziemlich wörtlich wiederkehrt. Sie j lautet etwa: .Der Antrag der Arbeitnehmer ist abzuweisen. Die gegen- wörtig« Lag« rechtfertigt eine Lohnerhöhung nicht. Es wird den Parteien anheimgestellt, in späteren Zeiten ihren Antrag zu er- neuern." Wir fragen nunmehr: Dient der Schlichtungsausschuß mit solchen Entscheidungen dem Wirtschastsfrieden? Glauben die Herren Unpar- teiischen etwa, die Arbeiter würden aus Grund dieser.sozial- polit schen" Schiedssprüche nunmehr auch nur einen Anzug,«in Paar Stiefel oder einen Wirtschastsa'.tikel ssch anschassen können? Sollten sie das gwuben, so können wir ihnen oersichern, daß ihre Haltung keineswegs dazu angetan ist, das schon stark gesunkene Vertrauen der Arbeiterschaft zu den Schlichtungsinstonzen zu heben. Aber das mögen die Herren mft sich abmachen. Wir möchten ihnen nur den guten Rat geben, durch ihre Urteile nicht den Eindruck zu erwecken, als käme es ihnen mehr darauf an, ssch bei den Unter« !neymerorganisationen der Industrie und des Handels beliebt zu machen und den Befähigungsnachweis zum S Y n d i. k us zu erbr ngen, als auf die Erfüllung ihrer Pfticht, den Wirt- �lchaftsfriedeu zu sichern. Ter Streik der Haudelshilfsarbeiter. Montag halte der SÄli-blungsaueilbuß eine unverbindliche Ver- bondlung angeietzt, um von den Arbeitgeber» zu boren, ob sie sich dem geiälllen Schiedsspruch unterweise». Herr Grünfeld als Vertreler der Arbeitgeber tonnte leine bindendeErllärung abgeben, er war der Meinung, daß die Arbeitgeber ledenialls den Schiedsspruch a b l e b n e n. da die Aibeiier in einen.wilden" Streik eingetreien sind. D e Vertreier des Teuiichen Transport- aibeiier-Verbandes wiesen diele iirige Auffasiung zurück»ud er- llärien, daß die Arbeilseinstellung ordnungsgemäß und uiiler genauer Beachtung der ftatutariichen Beillmmungen vorgenommen worden ist. Die Äibeitgeber baben durch ihr Verhalten den Handels- Hilfsarbeitern den Kampf a u i g e z w u n g e n. SÄon am Freirag hatten die Arbeitgeber alle Borbereitungen für einen Streik ge- troffen. Formulare, die die f r i st l o s e Kündigung aussprachen. wurden an die einzelnen Betriebe veriandt. Diese Formulare sind heute den Sireikenden per Bost zugestellt worden, die sich aber durch solche Mittet nicht behindern lasien, den Kampf geschlossen weiterzu'ührcn. Nur bei der Firma A. W e r t h e i m. Leipziger Straße, haben sich einige Streikbrecher aefunden. die aber bei der großen Anzahl der Streikenden gar keinen Einfluß auf die Bewegung aus- üben können. Wichtiger ist, daß die Arbeit, die bisher von den HandelShilfsarbeitern venichtet w>ide. nicht von den kauimnnnischen Angestellten ausgeübt wird. Wir appellieren deshalb an die Soli- darität und Unterstützung der kaufmännischen Angestellten. Heute mitlag 3 Uhr findet im GewertichaitSbaus. Engeluser 15. eine Versammlung der Streikenden statt. Die 5. Konferenz der Znkernatioaalen Vereinigung der Sattler und verwandten Derussgenossen wird am Montag, den 25. Juli, in Wien zusammentreten. Die Konferenz wird sich zunächst mit der Frage beschäftigen, ab es möglich ist, die drei internationalen Sekre- tariate der Sattler, der Schuhmacher, der Gerber und Handschuh- macher zu einem einzigen Sekretariat für die gesamte Leder- i n d u st r i e zu vereinigen. Die am 26. Juli ebenfalls in Wien zu- sammentrctende Konferenz der Internationalen' Union' der Schuhmacher wird sich mit derselben Angelegenheit beschäf- � tigen, jedenfalls auch eine Konferenz der Internationalen Union der Lederarbeiter(Gerber und Handschuhmacher), j Von dem Ergebnis dieser Beratungen wird es abhängen, ob vom 27. Juli an g e m e i n.s i. m getagt wird oder ob jedes Sekre- tariat sich mit dem Ausbau der eigenen Einrichtungen beschäftigt. Eine Versammlung der Dachdecker und Beruftgenossen entschied sich noch Anhörung von zwei Refetaten mit 196 gegen 73 Stimmen, bei einer Anzahl Stimmenthaltungen, für den Anschluß an Moskau. Leider kommt ein großer Teil der Mitglieder nicht in die Versammlung, weil das Treiben einiger Kollegen sie abstößt. Mit dieser Gleichgültigkeit sollte aber endlich Schluß gemacht werden denn wozu sie unter Uirltänden führen kann, beweist der Verlaus dieser Versammlung Bei der Stimmenauszählung er- gaben sich Differenzen mit den Stimmenzählern und bei der Schlich. tung derselben entstand ein derartiger Tumult, daß die Ver- sammlung nicht zu Ende geführt werden konnte Den Mitgliedern müssen auf diesem Wege folgende Mittellungen bekanntgegeben werden: Der S u.itenlohn der Dachdecker und Berufsgcnossen hat ssch um 2 5 Pf. erhöht, die Nachzahlung hat vom 4. Februar ab zu erfolgen. Wer bis zum 2. April die Nach- Zahlung nicht gefordert hat, verliert sein Anrecht darauf. Am Mittwoch, den 6. Aprll. finden die Wahlen zum Ge- s ell en a u s sch u ß und der I n n u n g s s ch i e d s g e r i ch t«- beisitzer statt. Alle Kollegen und Berussgenossen, die bei In» nungsmeistern beschäftigt sind, treffen ssch eine Stunde vorher. Die Einladung zu dieser Versammlung erfolgt durch die Innungsmeister. Alle Vertrauensmänner haben bis zum 1. April ihre Adresse und die Zahl der im Betriebe Beschäftigten dem Vorstand bekanntzu- geben. Allgemein verbindlich erklärt wurde der zwischen der Der- liner Asphalt-Straßenbauoereinigung E. D. und der Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenver- bände, Ortskartell Groß-Berl'n, am 27. Oktober 1929 abgeschlossene Nachttag zu dem allgemeinverbindlich erklärten Tarifverttag vom 3. Juni 1929 zur Regelu-z der Gehalts- und Anstellungsbe- dingungen der kaufmännischen und technischen Angestellten und Werkmeister. Die Allgemeinverbindlichkeit beginnt mit dem 1. Ok» tober 1929. Wettere Auskünfte erteitt das Ortskartell des Afa- Bundes, Belle-Alliance-Stt. 7/19. Ueberall Lohnabbau! Die gemischte belgische Bergwerts- kommisston- Hot nach einer Brüsseler WTB.-Meldung eine Herab- setzung der Löhne um 6 Proz beschlossen, die am 1. Aprll in Kraft tteten soll. Deutsche* Transportarbeitervttisns. Aanüelsarb eiter und-ar'beiterhmeir ans allen Setl eben der Damen», Mädchen- und Klusenlanfellion: Donnerstag H6 Uhr bei Witte. Poststr. 29, Sritppenversammlnng. tiosenthaler ilstanier-, AnHaltstr. 11. Gencktszeitung. ZMlllonenveruntreuuug bei der Diskoulogesellschaff. D e in einer Filiale der Diskontogesellschaft begangene Millio- nen-Deftaudation bildete den Gegenstand einer Verhandlung vor der 1. Sttafkammer des Landgerichts II. Die Ankioge richtete sich gegen den Techniker Fritz Röhse meie r in Verl n-Wilmersdorf, den Bankbuchhalter Hermann Bettels, ebendort, die unverheiratete Agnes L ö ck e n i tz in Charlottenburg und den Handlungsgegtlien Karl Krause da'elbst. Dje beiden ersten Angeklagten waren der Urkundensälschu n<�md des Betruges, die beiden letzten der Bech.Ife beschuldiat.— Bettels war Buchhalter bei der Teposiien- lasse der Diskontogesellschaft am Bayrischen Platz 9. Ihm oblag insbesondere die Erledigung des Scheckverkehrs bei der Ftliaie. Er hatte sich aus dem offenstehenden Geldschranke, in dem damals dtt neuen Scheckbücher ausbewahrt wurden, ein solches angeeignet. LÄr Scheckfo:mular« d«ses Buches fertigte er fö schlich an und füllte sie über 199 999 M.. bzw. 394 238 M.. ferner über 299 365 M. und 399 469 M. aus. Auf sämtliche vier Schecks schrieb er äs Aussteller den Namen„Karl Zinnitz". Dieser Karl Zinnitz war der InHeber eines Osl-Import- und Erportgsschäfts, der ein großes Guthab-:» auf der Filiale hatte und häusig Schecks über große Beträge auf sie bezog. — Der Angeklagte Röhsemeier hat dann nach Verabredung be der Filiale der Dresdner Bank in der Motzstraße und bei 0er Filiäe der Bank für Handel urld Industrie in der Schillerstraß! ein Konto auf den Namen.„frans Niemer" eingerichtet und auf jedes d e'er Konten die ihm von Bettels übergeben«» fälschlich angeftrtig'en Schecks zur Einzahlung auf das„Konto Niemer" eingezahlt. Die vler Schecks sind tatsächlich honoriert worden und der Direktion der Diskontogesellschaft ist dadurch«in Gesamffchaden von 995 968 M. entstanden. Die Konten bei den Filialen der Dresdner Bank und der Bank für Handel und Industtie haben Bettels und Röhsemeier dann nach und nach abgehoben und dafür Konten bei mindesten? 5 kle neren Banken angelegt, und zwar un'er den Namen„frans Niemer" und„Paul Sander". Am 22. Nvember 1921 ist Betels flüchtig geworden: er hat die F ucht lange vorbereitet, hatte sich Aurlandspässe oerschafft und beabsichtigte, nach Argentinien zu gehen. Er ist aber schließlich gefaßt worden. Röhsemeier hat ihm bei je nen Taten geholfen und erhebl'che Geldsummen abbekommen. Die Ange- Nagte L ö ck e n i tz ist dem Bettels bei der Flucht behilflich gewesen, dem Krause wurde zur Last gelegt, daß er auf Bitten der Löcken tz. bei deren Mutter er wohnte, dem Bettels eine feldgraue Kleidung, deren dieser bei der Flucht bedurste, überbracht Hab«. Das Gericht verurteilt« Bettels und Röhsemeier zu je 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis, die Löckenitz zu 3 Monaten Gefängnis und sprach den Angellogten Krause frei. Dernitno(üt den reCatt, Teil Dt. Werner Pciler. Ebatlottendura; lür Anzeigen! SU Glockc. Berlin. Verlag � VorwärlS-Veria« G.m.b.H.. Berlin Tru.s Vor» wärls-Buchdruckerei n. Beriagsnnlialt Vn»l Singet u. Co..■Berlin, öinde tfir. 3. vir»» 2 Veilanen Heute Deutscher Wertmeisteroeri-nd. 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