»ZS.�ahrgang Ausgabe ti Nr.7l Bezugspreis? ffiicrtdiälitL 30,— 31.. monatl. 10,— 3?, fT»l tns§ und Oesterreich 16�0 M. str das übrige Ausland bei täglich eimnal. gnftellung 2US0 SL Posibe» Geltungen nebuien an Oesterreich, Ungarn Dchecha-Slowakei, Däne- mark. Holland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz.- Eingetragen in y We Pofi-geiiungs-Preislisle {$et.©onrört«' mit der Sonntag»- Seilage.Boll und getf und Oer Unter- daltungsbeilage jHetnnncXr" erscheint wochentäglich zweimal. Sonntag» und 3!omag, einmal. Telegramm- Adresse: �Sozialdemokrat verllu". Morgen-Ans gäbe kierlinev ZV Pfennig) Anzeig envrets, Tie achigelpallene Ronpareillezeile kostet 5j0 M„ftlelne Anzeigen' das iettgedruckte Wori IM 31(zulässig zwei fettgedruckte Worie>, lebe« weiiere fflori L— 31 Stellengesuche und Echlasstellenanzeigen das erste Wort L~ M. lebe» weitere Won 6u Big. Worte übet 15 Buchstaben zählen für zwei Watt» Familien-An- zeigen lür Abonnenten geile 3.- 3k. Die Preise oersteben stich einschließlich Teuerungsiuichlag Anzeigen wt die nächste Nummer Rtüsten bis 5 Uche nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin EW stS. Luiden. striche 3. abgegeben werden Seäffn« von S Ubr früh bis 5 Uhr abends. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Rcöoftlon und Expedition: EW 6$, Lindenstr. Nernsprechrr: Amt Morinpla«, Skr. lSlvv- iälv? Donnerstag, den Ä4. März vorwärts-verlag G.m.d.tz., EW bS, LindenNr. Z khernsprecher, Amt Moritlplao. Nr. lirs»— S4 Hamburg unter /lusnahmezustanö! Hamburg. 23. März.(BIB.) Der Senat der Jrdcn und . Hansestadt Hamburg macht bekannt, dah in Anbetracht der vor- kommniste aus der Werst V'.ohm u. Voh und in anderen Beirieben mit sofortiger Wirkung der Ausnahmezustand über Hamburg verhängt ist. Die vollziehende Gewalt währeud des Ausuahmezu- stände? ist dem Senator Hense übertragen worden, der gleichzeitig zum Reglerungskommissar ernannt worden ist. Ter Anfang. Hamburg. 23. Mörz.(Eigener Drahtbericht des..vorwärts".) Wie bekannt, hatte schon seit eiuige.i Tagen die„Hamburger Volks- zcitung" ebenso wie die Berliner.Bote Zahne" in nuverautwort- sicher Weise zu Gewaltakten g e h e h t. So kam es heute nortTN zu Ansammlungen von Erwerbslosen, die versuchten, die Werflbetrlebe in ihren Beslh zu bringen. Es gelang ihnen dies sedoch nur aus der Werft von Blohm und Vob. die in- zivitck-en aber von der Stcherhkilspollzci beseht worden ist. Die väckiste Zolge war. dah sowohl die Werft von Blobm und Voh. wie mich die Vulkanwerft und die Deutsche Werst den Betrieb g�ibloste« haben. Die Leid tragenden find wie immer die Arbeiter, denen der Lohn verlustig geht, lleber die Vorgänge aus der Vulkanwerft wird berichtet, das; dort bei Arbeitsbeginn Arbeitslose eindrangen, die ibre Einstellung verlangten. Dies wurde abgelehnt. Dana wurde. j�-enso wie bei Blohm u. Vofz. von einer zusommengelrommelteu Betriebsversammlung die llebernahme des Betriebes durch einen eiu-useftenden Aktiou-ausschnst der Arbeiter pro- klawi-rt. Die SPD. und ASP. lehnten die geforderte Beteiligung an diesem Akllonsaueschust ab und veronlastlen ihre Genossen, nicht der Parole der Komniiinisien zu folgen und verlleszen den Betrieb. Znzwischen versuchten die Kommunisten, aus dem HeMgengeistfeld eine Versammlung abzuhalten, was aber van der Sichcrheilswehr ncrblnd-rl wurde. Es kam dabei zu Zusammenstößen. Die Menge. wog'c stundenlang hin und her, und einige Leute hiclteo aufreizen de Beden. Schliehlick ging man da'v über, die p o l i z ei m a n u- fchosieu mit Zlaschen und ähnlichen Gerällchafteu zu bombardieren, worerns diese anfangs mit blinden Schüssen antworteten., bei der Steigerung der Vorgänge aber schließlich von der Wosse Gebrauch machten. E» eulstand eine unbeschreibllche Panik. ?u meulgen Augenblicken war der plah leer. Leider li':er.hak!e es Opfer gekostet. Znsgesaml stnd bei den Zusammen- stiistm am Unter grundbahnhof Millerutor tb Tote und eine 'ganze Anzahl verwundeter zu beklagen. Auf dem holstenplah kam es ebeufalls zu einer Schießerei, da auch hier die Menge der Aus- forderuug zum Auseinandergehen nicht Zolge leistete Dabei gab es 5 verwundete. Vor der Vulkanwerft durchbrachen die Mosten ,die dort aufgestellte Postenkette der Polizei und versuchten, die Post. ! zeimaunschaflen zu entwaffnen. 4 lote, 1Z schwer und t4 leicht ver- letzte wurden von den herbeieilenden Samaritern weglransporkiert. Der parleivorstaud erläßt einen Aufruf, in dem er die Arbeiter- schaff dringend vor der Teilnahme an kommunistischen putschen und Ansammlungen warnt und aussarderk. in den Betrieben, die nicht gestört stnd, die Arbeil welter zu verrichten, fich im übrigen aber von der Straße fernzuhalten. Tie ersten Opfer. Hamburg. 23. März.(Elg. Drahkbericht des.vorwärts".) Bach den bis seht vorliegenden Meldungen stnd bei den Znsammen- stößen zwischen Kommunisten und Polizei nicht weniger als 2 0 Tote zn verzeichnen, unter denen sich auch eine Anzahl Polizei. beamte befinden. Außerdem sind zahlreiche Personen schwerer oder lelchler verletzt worden. Die auf V Uhr nachmittags angesetzte Zhmdzebung auf dem heiligengeistseld konnte wegen starker Absperrung durch Stachel- droht, Panzerauto» und Polizeimannschosten nicht vor sich gehen. i Gegen die Autos wurden Steine geschleudert. Die Zugangs. stroßen vom Hafen zum heiligengeistseld wurden ebenfalls a b g e. sperrt. Die Straßenbahnen hatten den Verkehr zum größten Teil eingestellt. Ansammlungen wurden überoll zor- streut. i Auf der Aeeperbcchn in Hamburg kam es nach einer Wolfs. Meldung in der Nähe des Hochbahnhofs am Millernwr zu Z u> fa m m e n st ö ß e n. Auf die Aufforderung zum Auseinandergehen ' wurde. die Ordnungspolizei aus der Menge mit Bierflaschen bombardiert.' Aus der Menge oder aus einem Haus« fielen sodann S chihf s e. wodurch bei der Ordnungspolizei e i n M o n n g e- tötet und einer schwer oermundet wurde, Die Ordnungspolizei eröffnet« hieraus das Feuer. Die Menge hotte IS Tote und Ver- mundete. Am Halstenplotz kam es ebenfalls zu einem Zusammen» stoß, wo die Menge der Aufforderung zum Auseinandergehen eben» falls nicht Folge leistete. Von den Demonstranten wurden 5 verwundet. Die Wirkung. Seltsame Dinge sind gestern in Mitteldeutschland ge- schehen. Wir stehen vor der Tatsache, daß einegroßeAn- zahl Dynamitattentate auf öffentliche Gebäude, namentlich auf Ratbäuser und Gerichtsgebäudo� s a st z u der gleichen Stunde verübt sind in worden siyd. Soweit sich bis Anschläge verübt worden auf das Dresden, dos Landgerichts« l v z i g. das Amtsgericht inFreiberg, dos i d e w i s ch und das Rathaus in Auerbach rechtzeitig verhindert worden, wo rder Mittä jetzt■. Landgerichtsgebä gebäude inLei.� Rathaus in R o d e w i s ch und das Rathaus in A u e r b a ch. Nur das letzte Attentat ist ri übersehen läßt ' äubt d e Ittel bei auch ein Dynamit tragender Mittäter verhaftet wurde. Die der fi.d.H.S. gegen öen putschZsmus. Der Ausschuß des ADGB. nahm in feiner Sitzung am 23. März folgende E u t f ch l i c ß u u g an: Die Streikbewegung im mikteldcukschen. Zudustrie- und Grubengebiet, die vou kommunistischer Seile zu pukschislischeu Zwecken vom Zaune gebrochen ist, und die man jehk zu einem Generalstreik der Gesamt- arbeilcrschast auszudehnen bemüht ist. bedeutet eine schwere Gefährdung für die deutsche wirtschasl, unter der die Arbeiterschaft selbst in hohem Maße leiden muß. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deutschen Gc- werkschaftsbundes legt Wert darauf, festzustellen, daß diese Bewegung nichts zu tun hat mit gewerkichaft- lichen Bestrebungen, sondern einzig und allein von der Absicht geleitet ist, katastrophale Situationen zu schaffen. Die Gewerkschaftsleitungen haben die Arbeiterschaft schon wiederholt gewarnt, solchen kommunistischen Parolen zn folgen, und sie können angesichts der gegenwärtigen General- fireikbewcgung diese Mahnung nur auf das dringendste er- neuern. Än den gewerkschaftlichen Organisationen darf diese Slreikhehe keinerlei Rückhalt finden. Der Putsch in Mitteldeutschlanü» Tchwere Kämpfe in EiSlcben. E i s l e b e n. 23. Mörz.(WTB.)(8% Uhr abend?) Der Bach- millag brachte lebhaste Schießereien in den Straßen. Die Kommunisten begnügten sich nicht, die Schutzpolizei von der Straße zu verlreiben, sondern warfen auch haudgranaleu In die Polizeiwache im Balhause, hierbei wurden drei polizeiwacht. meiste� erheblich verletzt. Bei dem Zeuerwechsel am Bachmillag hatte dle Schutzpolizei mehrere Tote uud verwundete: die ver- ' e7luste auf selten der Angreifer sind nicht bekannt. Zur Stunde ist kein Sicherheitsbeamler in den Straßen mehr zu sehen. Die aufrührerl- schen Elemente haben die Oberhand. Das offenbart sich auch in den Plünderungen, die am späten Bachmitlog am Marktplatz uud in den Bebenstraßen einsetzten und besonders Konsektious- und Schuhwarengeschäsle betrafen. Bel Abgang dieses Berichts plünderte man der„Elslebencr Zeitung" zufolge ein weitere, Sonfek- tionsgefchäfl. Bcreinzelt fallen noch immer Schüsse. Die Schuh- pollzei hat sich in ihre Ouarflere zurückgezogen. Der In der Mädchen- volksschul liegenden Abteilung morde ein Ultimatum gestellt. falls sie sich nicht bis zum Abend ergeben habe, werde man die Stadt an ollen Ecken anzünden. 3a der Bähe der Krughülke der G e- werkschafl kam es gleichfalls zu Schießereie». Der um 6.20 Uhr abend, von Holle abgegangene Personenzug. der gegeu 8 Uhr eintraf wurde von den Streikenden an der weiterfahrt gehindert. Eisleben. 23. März.(Eigener Drahtbericht des.Vorwärts".) Die Schutzpolizei ist in ihrem Quartier(Mädchenschule) von Kommunisten eingeschlossen und wird mit Maschinen. gewehren tzeschosien. In Wimmelburg bei Eisleben ist es heute nachmittag zu einem Gefecht zwischen der Schutzpolizei und bewaffneten Kom» munisten gekommen. Die Schutzpolizei hotte bis gegen 6 Uhr abends an Verlusten einen Toten, Zwei Schwerverletzte und zwei Leicht- verletzte. Tie Anarchie in ManSfeld. Magdeburg, 23. März.(Eigener Drahtberlchl de»„Bor- wärts".) Aus Eislebea werden um H12 Uhr nachts heftige Schieße- reten zwischen Kommunisten und der eingeschlossenen Sicherheils- polizei gemeldet. Zu Mau»seid ist die Lage sehr erusl. Die Sreiskommuaalkasse wurde geplündert, ihr Inhalt. 192 322 M„ wurde geraubt, ein Angestellter verwundet. Die Ge- sangenen wurden aus dem Gefängnis befrei l. Mansfeld ist im Augenblick ohne sedev polizeilichen Schuh. Merseburg, 23. Mörz.(Eigener Drahtbencht des ,. Vorwärts".) In H e t t st e d t wurden einzelne Beamte der Schutzpolizei ent- wafsnet und verschleppt. Durch sofortige Gegenaktion tonnte ein Teil befreit werden. Ein Sturm auf er» W a f s e n g e s ch ä f t wurde zurückgewiesen. Gcfängmsstürmer. Baumburg. 23. März.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Kommunistische Arbeiter im L e u u a w e r t. das große Stickstoff- werk bei Naumburg mit einer Belegschaft von 22 000 Mann, haben sich mit Handgranaten und Schußwaffen be- wafsnet und dann die Werke besetzt. Es wird ein Angriff auf die Gefängnisse in Naumburg und Halle erwartet. Ter Raubzug durch Mitteldeutschland. Heldra. 23. März.(WTB.) Die Räuberbande, die heute vor- mittag die Kreissparkasse In Mansfeld überfallen und ausgeraubt hat. war zuvor nachts in Heldra eingekehrt und hatte die Volks- bank und das Kreissparamt ausgeraubt.— Unter dem Streikterror ist die Einstellung des Erscheinens des„Helbraer An- zeigers" heute erzwungen worden. Höl, verhaftet? Quedlinburg a. H.. 23. März.(Eigener Drahtbericht des.Bor- wärts".) In Quedlinburg wurde ein aus dem Mansfelder Aufstandsgcbiet kommendes Automobil angehalten. Bei der Durchsuchung wurden größere Geldsummen und Handgranaten ge- fanden. Die Insassen sollen Max H ö l z und sein Freund Grün- berg gewesen sein. Die Person eines Dritten ist noch nicht fest- gestellt. übrigen Anschläge zeigen in der Art ihrer Anlage eine a u f> fallende Aehnlichkeit miteinander. Namentlich ist in den Gerichtsgebauden fast regelmäßig eine Bombe odcr Höllenmaschine auf einein Abort untergestellt worden. I_ Ron diesen Dynamitattentaten wird man daher annehmen ' dürfen, daß sie in einem mneren Zusammenhange miteinander stehen. Wahrscheinlich gehört auch das Attentat auf den v- Z u ä b e i H a I le hief her. Die Gleichzeitigkeit der l verschiedenen Attentate beweist, daß hier irgendeine ver- zweigte Organisation am Werke gewesen ist. Wel« er Art diese Organisation ist, darüber steht zurzeij nichts ositioes fest, man ist vorläufig auf Vermutungen angewiesen. Aber es kann sich kaum um gewöhnliche Verbrecher hau« dein, wenn auch mehrfach Gerichtsgebäude die Ziele der Attentate waren. Denn gewöhnliche Verbrecher fetzen sich der Gefahr einer so hohen Bestrafung, wie sie auf Dynamit- ottaptate steht, nur aus. wenn dabei für sie ein entsprechender D curt e il winkt. Bon den genannten Bombenanschlägen hat aber niemand Vorteil gehabt, sie haben auch nicht etwa zur Gefangenenbefrelung gedient. Die Vermutung mutz daher notgedrungen dahin gehen, daß politische Hiß- unv Wstrr köpfe die Täter gewesen sind. � Gegen diese Annahme streitet freilich das Argument, daß derartige Attentate vom politischen Standpunkt aus das D si m�m st e und Sinnloseste sind, was sich denken läßt. Sie können nur dazu dienen, um haufenweise der Reaktion Anhänger in die Arme zu treiben. Gerade dadurch, daß zu- � meist gänzlich unschuldige Personen die Opfer solcher � Schurkentaten werden, erregen diese nur Haß und Erbitterung gegen die Täter, einen Haß, der viel wuchtiger wirkt, als die etwa dadurch erzielte Einschüchterung. Dieser Vorteil für die Reaktion ist so in die Augen sprin- gend, daß man die Vermutung nicht von der Hand weisen wird, es könnten reaktionäre So l tz e l bei der Sache ihre Hand im Spiele gehabt haben. Aber damit ist der Fall nicht erledigt Denn diese Spitzel handeln nicht selbst, sie lassen andere in die Falle rennen, sie wären machtlos, w e n n n i ch t die Toren da wären, die sich von diesen Spitzeln ins Garn locken lassen. Daß es daran aber nicht fehlt, das ergibt sich aus der ganzen Lage in Mitteldeutschland, die sich ja nicht in Dynamitattentaten erschöpft. Was jetzt in Mitteldeutschland vorgeht, hat mit dem Treiben des Hölz eine verzweifelte Aehnlichkeit. Mag auch die Nachricht, daß Hölz in Eisleben aus- getaucht sei. darauf beruhen, daß ein anderer Hölz' Rollo spielte,— jedenfalls wird sein Name bei der Sache nicht rein zufällig genannt. Denn neben den geschilderten tattental'*" Dynamitattentaten der Hölziade im bewaffneter n noch Dinge vor, die wie eine Kopie ogtland erscheinen: Die tt e b e r f ä l l e Banden auf Postämter und S p a r k a s s cn im Mansfeldischen könnten von Hölz person- lich inszeniert worden sein, wenn auch nur gelehrige Schüler die Urheber sind. Dazu ein ganzes Sammelsurium von Sabotage, und Terrorismusakten,— schlagender als durch diese Taten konnte gar nicht bewiesen werden, wie berechtigt der Schritt des Präsidenten Hörsing war, der die Sicherheitspolizei in jenen Kreisen o e r st ä r k t e. Diese Ansammlung von Sicherheitspolizei in den Gegen- den, aus denen jetzt Schlag auf Schlag Meldungen über die schwersten Gewaltakte einlausen, hat ja nun auch in Berlin der„Roten Fahne" die Grundlage für ihr hysterisches Gejchrei geliefert. Wir haben dieses Geschrei richtig einge- schätzt, als wir schrieben: Moskau braucht Leichen. Wir waren uns von Ansang an klar darüber, daß m i t a l l e r Gewalt ein Konflikt provoziert, die Stimmung auf den Siedepunkt getrieben werden sollte. Die Dynamitattentate haben vielleicht nicht im Sinne der kommu« nistischen Hetzer gelegen. Da? wollen wir auch heute noch nicht vom Zentraloraan der VKPD. glauben, daß solch wahn- sinniges und verbrecherisclses Treiben in seiner Absicht gelegen hätte oder von ihm gebilligt würde. Aber wir stellen fest, daß wir diese tatsächliche Wirkung jeden Tag vorausgesagt haben, und daß jeder vernünftig rechnende Politiker sie vor- aussehen mußte. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, daß im gegenwärtigen Augenblick Rufe zum Kampf, zu den Waffen, zum Losschlagen nichts anderes erreichen könnten, als daß wirre und tollköpfige Anhänger der kommu- nistischen Partelen dadurch um ihr letztes Restchcn Verstand gebracht, in Raserei getrieben und zu den sinnlose st en iTaten provoziert werden. Genau so ist es ge- kommen. Der alle lliese Warnungen in den Wind ae» schlagen hat. der kann sich— ebensowenig wie Wilhelin II. aus den Leichenfeldern an der �Stimme—- mit frommem Augenaufschlag hinstellen und sprechen-'»Ich Habe es nicht ge- wollt." Man wird ihm antworten:„Aber du hast es voraus- sehen müssen und trotzdem nicht anders-gehandelt." Die VKPD. weiß nur gar ax gut. daß neben ihr edle 5iAPD. besteht,«in seltsames Gemiich aus phantastischen Tchmcirmern und Spitzeln, die jederzeit bereit-/r. die Mos- kauer Parole in die Dynomitsprache zu übersetzen. Man kann heute natürlich nicht darüber urteilen, welch« Organisation an den mitteldeutschen Dingen die Hauptschuld trifft, man kann nicht beurteilen, wie weit sich ihre Anhävger durch reaktionäre Spitzel haben zum Wert« ködern lassen, feststellen kann man nur, daß von kommunistischer Seste planmäßig ein« Atmosphäre künstlicher Er« r e g u n a zurechtgemacht worden ist. in der a II« i n solche Taten gedeihen konnten. Mag hier auch nur ein a ll g e m e i n e r Zusammenhang zwischen Hetzarbeit und Wirkung zu erkennen ssein.— In Hamburg und E i s l e b e n vegt er dafür um so e i n- wandfreier zutage: das Lbutvergießen in diesen Städten ist eine in keiner Weihe abzuleugnende direkt« Frucht der kommunistischen Wühlarbeit. Diese Zusammenstöße sind die unmittelbare Folge der fort» gesetzten Ausrufe zudenWaffenund zum Kamps. Wer jeden Tag die Arbeiter auffordert�»mit der Waffe in der Hand" die Reaktion zu bekämpfen, wer Tag für Tag mahnt, daß jeder Arbeiter sich ein Gewehr beschaffen müsse, der kann nicht die Hände in Unschuld waschen, wenn es drei Tage daraus zu Komps und Blutoergießen kommt! Das Hamburger Kommunistenorgan hat seine dortigen An» Hänger genau wie die.Rote Fahne" zu sinnloser Raserei aufgepeitscht. Ihr Blut kommt über die Leute, die ihnen tagtäglich die Porole zum Kampf mit den Waffen ausgegeben haben. Diese Berantwortuna wird DKPD. nicht los. Wir sind sicher:'Die.Rote Fahne" wird jetzt ün Ge- schrei erheben, man suche ihr irgendwelche Verbrechen an die Rockschöße zu hängen, sie wird an die Attentatshetze gegen die Sozialdemokratie im Jahre 1878 erinnern. Aber die Situation war damals gerode umgekehrt wie heute. Damals tonnte die Sozialdemokratie mit gutem Gewispen sich darauf berufen, daß sie den legalen Kampf gepredigt und Provokateuren strengstens die Tür ge weesen dat. Heute kann nichts die Tatsache oerschileiern, daß von der VKPD. die Parole ausgegeben wurde, auf die Gesetze zupfeifen, stchzubewaffnenundzurdirekten Aktion überzugeben. Das hat nun jeder nach seinen geistigen Gaben verstanden: die einen haken die Polizei mit Waffen angegriffen, die anderen gewaltsam Betriebe besetzt. die Dritten mit Dynamit gearbeitet. Den letzteren wird man auch nur einen geringen Borwurf daraus machen können, daß s-e den blutrünstigen Phrasenschwulst, der ihnen Tag für Tag vorgesetzt wurde, im Sinne ihrer Tat gedeutet haben. Die krampfhaft herbeigezmungene kommunistische Revolution ist nun da. Keine spontane revolutionäre Erhe-bung. sondern ein Krampf, ein paar blutige Zusammenstöße ohne Ziel und Zweck. e,ne Reihe sinnloser Zerstörungs- alte, deren materiell-politische Wirkung gleich Rull ist und deren moralische Wirkung sichrestlos gegendi« Arbeitersach« richtet. Moskaus Gebot ist erfüllt, als gehorsamer Knecht hat die VKPD. den befohlenen Aus- band herbeigeführt, aber wegen der Gewaltsamkeit der Et t« ftehung ist er auch von vornherein zum Sch«it«rn.■>«» urteilt. Den Arbeitern aber rufen wir zu: Kehrt diesen Putschisten dsn Rücken, ehe es zu spät»st! Loßt Euch nicht in den Dahn« sinn hineinziehen, dessen unvermeidliche Folge Niederlage und Vernichtung zahlloser Existenzen ist. Nicht Dynamit und sinnlose Gewalt, sondern Organisation und ruhiges zielbewußte» Vorwärtsschreiten sind die siegreichen Waffen der Arbeiterklasse. MinPexrat m Sachsen. Dresden. 2Z. ZMrz.(18X15.) MÄNerprMdeul v u ck hat wegen der V»mbea.atk«ntate«lue Sitzung de« Gesamt- Ministerium» einberufe», in der zu der Angelegenheit Stellung genommen werden soll. » Gestern»«mlttag fand im Leipziger LaudgerichisgebSud« tu der Elisen slrahe«tve vo-mbenexplosion statt, durch die großer ! Sachschaden angerichtet wurde, vi« vombe war im Erdgeschoß in einem Abort ntedergAegt worden. Vnrch die Explosion wurde dt« ganze Abortanlag« abgerisiev. sowie der Porraum demoliert, Fenster zertrümmert und Decke» und wände beschädigt. Menschen kamen nicht zn Schaden. Da» caadgerichiogebäud« wurde sosort ab- gesperrt und die llolersnchung Angeleitet. Auch in Freibnrg wurde gestern unter ganz ähnlichen ve- gleitnmständen«in Anschlag ans das Gertchtpgebäade»er- übt. E» erfolgte eine furchtbar« Explosion, die großen Schaden anrichtete. Die Verwüstauge» find besonder» w unmittelbarer Aähe de» Tatorte, sehr schwer. Eine Person wurde» e r l e tz t.(wieder- holt, well nur in einem Teil der Abendausgabe enthalten. Red.) Einberufung öes Landtags? Derll», 28. Mörz. Di« Fraktion der Deutschen volkspcrrtet in Preußen hat an den Präsidenten des Landtage» heut««in Tele» gramm gerichtet, in dem sie ersucht, mit Rücksicht auf die durch die kommunistischen Unruhen und die oberschleslschen Borgäng« herbeigeführte gespannte politische Lag« den Landtag schleunigst, jedenfalls spätestens zum SO. Mörz einzuberufen. Gffizlersrock über Gerechtigkeit! Wenn ein hoher Preis für die Personen ausgesetzt wäre. die es verständen, der von den Kommunisten geschürten Be- wegung im Augenblick den wirksamsten Agitatwnsswff zuzu- führen, so hätte ihn sich das G e s ch w o r e n e n g« r i ch t vor ollen anderen verdient, das gestern den Hauptmann v. Kesiel freigesprochen hat. Dieser Freispruch ist ein neues Glied in der Kette der Fälle, wo die Justiz vor dem Offiziers- rock kapituliert. Angesichts des Gnadenurteils gegen Oberleutnant H i l l e r schrieben wir neulich: am unerträglich st en wird das Unrecht, wenn es im stolzen Gewände des Rechts einherschreitet. Das unterstreichen wir heute doppelt und drei- fach. Cs wird einem schlecht bei dieser Art Rechtsprechung. Der Sachoerhalt: ein schneidiger„Musterleutnant" M a r l o h erschießt ohne jeden Grund neunundzwanzig un- schuldige Menschen. Er wird glatt freigesprochen. Aber � sein Prozeß enthüllt merkwürdige Dinge: des Freispruchs im voraus nicht sicher, haben seine Kumpane und Vorgesetzten — natürlich auch..Musteroffiziere"— alle Hebel in Bewegung gesetzt, um den Täter der Bestrafung zu entziehen. Nichts ist zu diesem Zweck unoersucht gAassen worden, kein Mittel hat man gescheut. Urkunden sind verschleppt, Zeugen beeinflußt, glatte Meineide geleistet worden. Durch einen Zank unter den Nächstbeteiligten kommt die Sache ans Licht: Die öffentliche Meinung fordert stürmisch, daß dieser Augias- stall gereinigt werde. Langsam, langsam, langsam setzt sich ein Strafversahren gegen den haupttompromittierten Haupt- mann v. Kessel m Gang. Eine Erkrankung des Angeklag- ten. der wenige Tage darauf beim Koop-Putsch kerngesund dasteht, macht einen Strich durch die erste Verhandlung. Di- zweite Verhandlung wird durch alle Klippen gesteuert mit dem Resultat: der überführte Angeklagte wird gletchfalls— frei- gesprochen. Marloh frei, Kessel frei, Liebknechts und Rosa Luxem- burgs Mörder frei,— kann man sich wundern, wenn das Lolksurteil dahin geht: diereaktionäre Bande kann machen, was sie will, einem Offizier wird vor Gericht keinHaargekrümmt, mag erMörder. Meineidiger, Urkunden filscher»der svafh was sein. Und mag demgegenüber zehnmal von der Gegenseite ve tont»oerden. daß keinRichter yorsätzlichd a s R e ch t gebeugt Habs, das Volk wird darauf antworten: Mag fern — aber das Recht ist k e i n Recht! Davon beißt keine Maus den Faden ab. Wir halten uns nicht an unerforichliche«eelen- Vorgänge in der Brust der Richter oder Geschworenen, wrr hallen uns an die T a t s a ch« n. � Wenn die Geschworenen im Kessel-Prozeß einen Milde- rungsgrund für sich geltend machen können, so die Art, uns die B e r h a n d l u n g geführt wurde. Wir haben für Henm Pastor R u m v gewiß keine Sympathie. Aber man stelle sich einmal vor, Herr Rump hätte gegen einen s o z i al de m o« kratische» Redakteur gezeugt und dieie? hätt» den Versuch gemacht, den noch jetzt amtierenden G-'tst- lichen als pathologischen Lügner und Schwindler ersten Ranges hinzustellen. Wir wären wirklich gespannt, wie weit ihn der Verhandlungsleiter hätte kommen lassen. Hier aber wurde einfach der Spieß umgedreht und aus dem Meineids- prozeß gegen Herrn v. Kessel ein Entmündigung«- verfahren gegen Pastor Rump gemackt. Wenn ein deutschnationaler Pastor gegen einen„Mustcrmfizier aussagt, so kann natürlich nur Geisteskrankheit der Grund sein! Herr v. Kessel hat sich für seine Handlungen aus an�eb' siche Befehle höherer Stellen berufen. Rein juristisch für die Frage„Meineid oder Nicht" ist diese Deru- fung belanglos. Sie ist aber auch nicht geglückt.� Einen Auf- trag zu seiner Tat hat v. Kessel nicht nachweisen können. Aller- dings müssen wir in diesem Zusammenhange unsere Ver- wunderung darüber aussprechen, daß der in die Sache hinein- gezogene ehemalige Reichswehrminister N o s t e nicht vom Gericht als Zeuge vernommen worden sst. Er selbst hätte das Bedürfnis empfinden sollen, freiwillig vor Ge� richt als Zeuge zu erscheinen und seine Stellung in der Sache klarzulegen. Die Reaktion wird nicht verfehlen, wie bei dem Freispr> der Marburger Heldensünglinge, wie beim Gnadenurteil gegen Hiller, auch im Fall Kessel triumphierend zu betonen: „Es waren ja Geschworene, Volksrichter, die so geurteilt haben."— Demgegenüber heben wir hervor, daß die Sozialdemokratie die Geschworenenbänke in ihrer heutigen willkürlichen, rein kapitalistischen Zusammen- setzung nie als Volksgerichte anerkannt hat. Die drei zitierten Geschworenenurteile zeigen nur. wie reform- bedürftig auch die heutige Laien gerichtsbarkeit ist. Eins Reform der Justiz an Haupt und Gliedern darf nun unter keinen umständen mehr ver- zögert werden, mögen auch die Kommunisten mit ihrer ungezügelten Putschtaktik noch so sehr Kraft und Aufmerksam- keit der Regierung und der gesetzgebenden Körperschaften von der notwendigen Reformarbeit ablenken. Wir stehen seit zwei Jahren einem so eklatanten Versagen der Justiz gegenüber, daß dieses zu einer ungeheuren Gefahr für den gesamten Staat wird, denn ohne Gerechtigkeit kann kein Staat bestehen. * In der gestrigen Schlußsitzung de» Kesiel-Prozesse» verkündete Landgerichtsdirettor Weigert nach dem Spruch der Geschworenen folgendes Urteil: Der Angeklagte wird wegen Herausforderung zum Zwei kämpf mlt kövlicheu Waffen za el»er1voch«Festang»hafk Mrarteill, die durch die erlittene Unlersuchungshast al« v« r b 0 ß i angesehen wird. Zm übrigen wird da Aegetlagle frei- gesprochen. Da Haftbefehl gegen ihn wird ansge- hoben. Die Losten de» Verfahren« fallen, sowett Frei- sprechung«folgt ist. da Staatstass«, im übrige» dem Angeklagten zur Last. In da Begründung wurde betont, daß das Gericht deshalb nicht über den Antrag de» Staatsanwalts hinausgegangen fei, weil da Angeklagt« zu seina Tat gereizt worden ist. Wege unö Abwege. Konzertumschau. Richard Wagner hat»in« Propaganda nicht mehr nötig. Wo euch ein Teilchen seine» Wate» abbröckeln mag, die Grundtesten stehen fester als je, unafchüttat von all dem windigen Rauschen. das als moderne, überwunden« und totgeborene e�pressianistische 'lunst nach ihm kam. Alle» lebt von ihm. dem Riesen, dessen ..Tristan" ja schon idealsta Impressionismus war. Hätte Wagna da Data aba noch Propaganda nötig, fein Sohn Siegfried würde sie nicht bringen. Einen lebloseren, phlegmatischeren in den Äewegungen und im Rachempfinden abgezirkelteren Dirigenten sieht die Philharmonie selten. Die groß« Sachkenntnis und die letzte ob- j-ktive Zurückhaltung«setzen den großen Mangel an Leuchten, »lammen. Errcgcheii, Temperament nicht. Selbst der wundervolle �eyerbeersche Schmiß d«.Rienzi"-Vuvertür« riß den matten Diri- xenten nicht mit. Sein» eigenen Werke sollten ober einmal gehört i nd kritisch belauscht werden. Auf der Bühne, nicht im Konzert- sual. Die Belastung durch Wagner den Vater und Liszt den Groß- vattr, die Abhängigkeit vom Bayreuthcr Stil der arg verkannten 5 eitmotioik, die schädlich« und unverständlich« Genieoosaun« der Freunde Glosenopp, Statzen, Proetsch sollte nicht hindern, daß ..Kobold" und„Bärenhäuter" in Berlin gespielt werden. Leider werden die Texte der letzten Märchenspie!« und Musikdramen immer dunklet, mystischer, unverständlicher und undeutlicher: Siegfried ÜPagner stellt sich selber seinem Licht al» groß« hemmend« Schatten entgegen. Do» Vorspiel zu der Oper„An allem ist Hütchen schuld" eigt von neuem seinen Weg des freundlichen Märchcnploudsrer», des melodischen, feinbegabten Kleinmalers, dem Humperdinck-Schü- l-rs..Bonadietrich' und„Sonnenflammen" treiben schon viel zu piel Sport mit der Symbolik, auch der musikalischen, da» Pathos, i nergiebig und von wenig original« Schlagkraft, wird in der Deh- r im« leblos, langweilig, die öuh«e Gruppierung der Themen und Motto« hat etwas Kleinbürgerliche«, Gewollte». Berkennuna de« eigenen BatersI Dennoch: wir wollen ihn im adäquaten Milieu, euf dem Theater sehen, wollen g. recht beurteilen können, ob da Theatergeist Richard Wagners ,m eigenen Blut wiederenvacht oder untergegangen ist Walt« Kirchhofs, dessen Tenor in Madrid und Barcelona wieder Glanz und Metall angesetzt hat, sang Wittichs großen Sonnenmonolog mit freundschostlicher und warmer Hingabe. Die Karwoche gibt unseren Chören Gelegenheit, vom Ernst ' irer Iahresstiidien zu überzeugen. Och» hat seinen Chor durch die l'ngewißheit und Krise des Oiiswechsels, durch die vasnd«ung der s'rchesterstütze mit starker und g'ücklich« Hand hindurchgeleitet. Er kreht— mit Bach'Kantaten wieder obenan. Man kann an dem t-urigen Ernst und dem leidcnfchafttichen Verantwortungsgefühl in stinen Proben immer mied« lernen. Was Johannes Steh mann ritt dem Oratorienverein fertigbringt, ist höchsten, Re- iyettswert. Seine Mefsias-Auffübruna blendet« nicht durch befon» }'irt Lichter, aber in allem Cborifchen herrscht« Ordnung. Stimmung, Mitgehen, man fühlt««in« Liebe und ein sachliche» Können, ein« Lettung von strikter Sachlichkeit. Bon den Solisten fielen mir .Henke und Kandl besonder» auf,«est sie jede theatralisch« Gest« ab- stestreist«nd sich ln den Oratorienstil mit hohem Geschmack hineing«. funben hatten. Während Stehmann und and«e Diregenten mittel- 'wrt« Chöre ihren Miteln entsprechend W«ke aussuchen und ernst. ast studieren, schüttelt John Petersen eine Matthäus- > o f f i o n aus dem steifen Handgelenk h«au, und setzt für das nächste Winterhalbjahr fünf große W«k« auf das Programm, deren technische und musikalische Dewälligung weit, wett über feine Kräfte gehen. Da» nennt man nicht mehr Verantwortung tragen. Peter- sen dirigiert jedes Orchester in Dcrwirrung hinein, und bei Mangel- Hofter Kenntnis de? Partitur sind Katastrophen unvermeidlich. Kein Rezitativ scheint ihm Sorge zu machen, kein unpräziser Einsatz ihn im Gewissen stutzig zu machen. Stll ist Nebensache. D« vollständig geborgte Männerchor übertönt die Frauenstimmen, die sich redlich mühen, ab« zaghaft bleiben. Wohin führt da»? Zur Provinzialt- sierung der Hauptstadt und zur Mißerziehung der Hör«. In größeren solistischen Partien war Frau Ebel- Wild« kluge und empkindungszarte Sopranistin: und da» Jesuswund« de» unv«- aeßlichen Mcscho«t«stand neu in der wann beseelten Darstellung Raatz- Brockmann». Für da» Pensionskonzert d« Philharmonik« setzten sich un. eigennützig und mtt glänzendem Gelingen Fritz Busch. Karl Klingl er und der Sittelsche Chor ein(g. Sinfonie). Den unter gut« Lettung immer mied« bewunderswert frisch spielenden Orch«stermustt«n soll auch an dieser Stelle d« Dank im Namen von vielen ausgesprochen sein Sie begleiteten jüngst Esse Gipser zum Deethovenschen Klavierkonzert G-Dur, dessen Ccksätzen sie mtt gesund«,«lastischer Rhythmik gerecht wurden, dessen Andante ihr mit andächtiger, aufschlußreicher Znnerlicbkett au» Herz und Händen quoll. Mehr auf Kraft und stark« Akzente legt Ella Paoeero ihr Spiel an: sie sollte bei ihrem hervorragenden Können auch die Frau in sich sprechen lassen. Ihr Temperament würde dann an kleinen Ungenauigkeiien de» Textes schneller Anstoß nehmen. Das sei gesagt, wett Frau Paneero ein« urmusttalische und zu virtuosem Hcchflug veranlagte Pianistin ist. Ihren guten Ruf als Klavier- fpielerin bewahrt auch Jlonka o. Pathy. die dem Stimmung»- Wechsel der Karnevalszenen von Schumann mtt besond«« Delikatesi« nachgeht und in jedem Teilchen, in jedem Trutzlied und jedem sieb» lichen Gesang das Recht« trifft. Mtt einem sogen. Kunstharmonium machte Karl Stabernack bekannt. Ich glaube nicht, daß diese Mischung von Klavier«, Cembalo- und Harmonlumton viel Bedeu- tung gewinnen wird: neben«in paar klangschönen, sanften Registern stören scharf«, schneidende, die an schlechte Dorforgeln erinnern. Stabernack weiß in eigen» bereiteten Salanstückchen von Mustek, Mouquet, Franck, Guilmaut zwar die krassesten Spitzen abzustump- sen, ein ganz harmonische» Anl.tngen aber gelingt auch ihm nicht, trotz best« technischer Beherrschung. Artur Löwenstein beweist auf» neue Routine und Sachlichkeit im Dirigieren. Der imposante, große Führerzug fehlt ihm. Er dirigi«t« da» jüngste„Anbruch-Konzert, da» wieder mtt Neuheiten aufwartet«. Diese Gemeinschaft teilt ihr« Abend« ein. wie ilmoerftlären ihr« Prmeffcren: 8 ordentllch« und 6 außerardent. sich« Konzert« mtt der Tendenz, daß in den«st««, Aub«ord«nt. liches erstrebt, in den letzteren Ordentliches geleistet wird. An die Leistung«ine, Professor» erinnerte auch James Simon» große» Chor-Orchesterwerk„Urworce". Diese Geetheschen Weisheiten in d« klassischen Form philosophischer Achtzett« beugen sich kaum dem Sinn und dem Muß der musikalifchen Form. Simon, seinem großen technischen Geschick trauend, verteilt die K Strophen auf düsterhomo- phonen Chor, Bariton- und Sopransolo. Bei der Schwere und Sedrungenhett d« dichterischen Texte denkt man an Name. Parzenlied, denkt an Brahms. Da»st das Gedankliche nicht übrrnom- men und nachgezeichnet, sondern neu gebpreu au» der Musik und ihr« Erlcbnisfülle. Simon geht als Könn«, nicht als Schöpfer ans Wert. So gelingt ein Teil, kein Ganze«, zumal die Plastik des thematischen Material, zum Bergessen, nicht zum Berstehen d« Dichtung leitet. Man fühlt ernstcstes Wollen, auch starke» Ringen mtt der Idee hi« und dort. Di« Getamlssaltung bleibt akademisch, bestgekonnke L«i> stung ohne ttefe Inspiration. Drei Orckestsrstücki- ein« eleganten Frau— Henriette v. L« n n e p— sind kleine, kokette Instrumental- studien mit überflüssigen und so lchen Titeln.„Anbetung" und.D« Narr" hätte man jedenfalls ansiandsloz miteinander vertauschen können. Am besten geraten ist da«.Wind"-Spiel: hurtige Und«. denklichkeit, flott« Feder, koloristisch«» Talent In seinen Kinderschuhen. In der Simonschen Kantate hatte WUhelm Guttmann klangvolle Singsichcrhett, Rose Walter in«'nem undankbar-hohen Sopransolo Aengsllichkeit gezeigt. Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Konzert zugunsten d« russischen Gefangenen, in dem George» Loslowiky russische Heimotklänge— Tschaikowsky Sinfonie Nr. 4— mtt«indringlicher Zeichensprache zum Herzen dringen ließ. _ Dr. Kurt Singer. Aus Skrindberg» Nachlaß. Aus dem Nachlaß Strlndbergs ver- öffenllicht jetzt, die Müllersche Gesamtausgabe in lieber tragungen Emil Schering« mehrere neue Bände. E» sind einmal drei Elnaki«: eine Tragödie„ver Friedlose", in der erst im Tod« der Heid« Gott findet, dann ein Künsllerdroma„In Rom"— d« starke Künstler gidet seinen Beruf— und ein Vorspiel„Marodeure": nachdem der ann da» Weib gefunden, beginnt erst dos Drama. Fern« erscheint ein dritte« Blaubuch Strindberq«, da» Schering au» dem Nachlaß übertragen hat, mit zum Teil sehr hefttqen Auseln- andersetzungen Strindb«g» mit Gegenwart und Umwelt. Im»I». Konzert der Volttdadn« S. B.. da« am Oftertonntag- mittag«>/,ig Utr, In d« Bollsbüdne slaitstndet. wirb da« Bliitbnermckicft«: unter lleilung von Eelmar Mehro�ttz bie Ouvertüre zu Schndait«.Ro a. munde", die Salletttnusit au«.Rosamunde" und dt« Slnsoni« C-äur zur Ausführung bringen. «artrettag in de» HoffiiungStirche, Panlow, Lindenpromenade, abend« S Uhr: Kirchenkonzert. Einlritt 1 M. «I» Denttche Sochkchol« ti* Volitil bat in dielen Wochen da» erst« Semeller ihie« vefteben« abgeichlossen, und zwar mit dem Sraebni« von 1000 Besuchern. Die BerutsllatillU ergibt für die Eemellervorlklungen solgende» Blld: W Nnoetörige der Dtvlomatie, tlb Beamte, 77 Offizier«. m Obelledrer und tZebr«.«ZI Sau'leul« und Techniker, 5« Mewerklchaft«- und«ozlalbeamte. tdv Studierende, 7» brauen. 7« ebne Venistangabe. Der neu««ludienplan kür da« Vommerfemeft« ist t-tm Sekretariat. Verlin. Schiutelplatz S. zu beziehen. W* PreiSausschretbe» znr KSrderung de« nlattdeo eschen«.räum« schreibt dt« Zeitlchrift„bttederlochlcn" in Verbindung mit dem Bremer Schautvlelbau« und dem Plattdeuttchen Verein w Bremen au«. Für dl« beiden besten vlattdeutlchen Stücke lind Prell« von 3000 M. and sr*» SR. -»«gesetzt. Da» Bremer Gchautvielhau« verpflichtet sich zur AaSfützruna und der Riedersachseu-Berlog zur Herausgabe der Stücke. T �Tr. 1ZH ❖ 38. Jahrgang 1. Seilage öes Vorwärts vonnerstag, 24. Marz 1921 Groß-�erlw verbefferungspläne im Straßenbahnverkehr � Ueber neue Pläne des städtischen Verkehrsamts in bezug auf die Verbesserung des Straßenbahnverkehrs find jn letzter Zeit die verschiedensten Nachrichten verbreitet worden. Wie ulj? von unterrichteter Seite geschrieben wird, plant die Lei- �ung der Berliner Straßenbahnen die Abänderung der Linienfiih- /ung einer ganzen Reih« von Linien. In Frage für diese Verände- Zungen kommen hauptsächlich solche Linien, die durch kleinere oder größere Umwegfahrten erheblich längere Zeit gebrauchen als andere Verkehrsmittel, z. B. Kraftomnibusse, Untergrundbahnen usw. An Hand eingehender Ermittlungen ist festgestellt worden, daß durch dos Beiahren von Kurven nicht nur das Material übermäßig in An- prüch genommen wird, sondern auch der Stromverbrauch gegenüber ier geraden Strecke erheblich größer ist. Die Keradelegung von -trecken bedeutet aber neben dieser Ersparnis für die Verwaltung mch für die Benutzer der Straßenbahn den Borteil schnellerer Be° örderung.— Besondere Aufmerksamkeit ist bei diesen Untersuchun- ten den Derkehrsverhältnissen auf den Ringlinien zugewandt wor- >en. Gegenüber geringen Borteilen bieten sie im Betriebe schwer- viegende Nachteile. Der Straßenbahnverkehr bringt häufige Ver- pätungen der einzelnen Wogen von 10 bis 1ö Minuten mit sich. Oiese Verspätungen einzuholen, sind die Fahrer auf den Ringlinicn lezwungen, in den verkehrsarmen Straßen schnell anzufahren, wo- >urch die Wagen, die meist nur sehr schwach« Motoren haben, über- näßig stark beansprucht werden und ersahrungsgemäß auch schneller icfekt werden als die auf anderen Strecken verwendeten Wagen. Ron beabsichtigt nun nicht, diese Ringlinien zu beseUigen, wie dies lemeldet worden ist, sondern sie dllrch Einschieben einer oder zweier Endpunkte in regelrechte Strecken zu zerlegen. Diese Endpunkte >er Strecken werden so gewählt werden, daß sie durch andere Zinien auf der gleichen Strecke überdeckt werden, so daß eine Ver- chlechterung der Verkehrsmöglichkeit nicht eintreten kann. Durch tzeilung der Ringlinien wird aber ein technisch besserer Betrieb er- nöglicht Die Wagen erhalten zum Ausgleich von Verspätungen inen Pusferaufcnthalt, sie können mehr dem Berufsverkehr durch Einstellung von Anhängern angepaßt werden, der Betrieb der«in- .einen Wagen nur in einer Fahrtrichtung während des ganzen dogcs fällt fort, während da» Personal weniger schweren Dienst hat. )b sich zwischen den Ringhälften noch ein Umsteigebetrieb wird ein- ichtcn lasten, wird zurzeit noch geprüft. Auch der Zeitpunkt der nnsührung steht noch nicht fest. ES war jedenfalls ein schwerer Fehler, daß über die Art der Zusammensetzung der Bezirksämter nicht bereits vor den Wahlen entsprechende Richtlinien aufgestellt worden sind, denn da? Gesetz Groß-Berlin gibt hierüber keine Auskunft. Im Jnlereste der Ge- wählten hätte der Oberpräsidenl schon bereits vor mehreren Wochen darauf aufmerksam machen können, daß die Bezirke bestimmte Dezernate mit fachlich vorgebildeten Personen zu besetzen haben- Die sozialdemokratische Partei hat bisher für die Besetzung solcher Aemier nur Perionen vorgeschlagen, bei denen sie als sicher vorauS- setzt, daß sie den an sie gestellten Anforderungen gewachsen sind. Wenn nun die von neuem anzuberaumenden Wahlen unter dem Gesichtspunkt der Aufsichtsbehörde stattfinden, so darf wohl erwartet werden, daß die Bestätigung mit aller Beschleunigung vor sich geht- Zur Seftätigungsfeage. Kle wir in unserer gelingen Morgcnnnmmer berichteten, hat Obervräsident eine weiter« Zahl von Bezirksämtern bestätigt, n einer Reihe Bezirksämter den besoldeten BeztrkSstadträten aber >ie Betätigung versagt. Man wird zugeben müssen, daß die für ie Richtbestätigung der in Frage kommenden Bezirke angeführten tzründe nicht geleitet find von politischen Motiven. Gleichwohl önnen wir auch vom rein sachlichen Gesichtspunkt der Entscheidung «»' Aufsichtsbehörde nicht ohne weiteres zustimmen. Ohne in Ab- cde zu stellen, daß unter den gewählten besoldeten Mitgliedern iner Reib« von Bezirksämtern so mancheS sein mag, da» keinerlei öewähr für die Erfüllung der kommenden Aufgaben bietet, glauben oir. daß andererseits unter den Nichtbestätigten zahlreiche tüchtige kräfte stch befinden, die, mit reicher Lebenserfahrung ausgestattet, S mit so manchem abgestempelten BerwaltungSfachmann auf- uchmen können. Sie hätte, die Aufsichtsbehörde von vornherein crauSncbmen und bestätigen können. Das konnte um so«her ge- chehen, alK>» mancher unter ihnen ebenso sähig sein dürft«, wie creUS brskäligte Bürgermeister. Unter Umständen muß bei den -amaligen Dorbeie'tungen zur Wahl infolge der eigenartigen olitischen Bei Hältnisse gerode der Befähigte einem Minderfähigen aS Feld räume», womit der Sache natürlich wenig gedient ist. tzag sein, daß der Obelpräsident nach außen nicht den Anschein rwecken wollie, als ob er durch das Herausgreifen wirklich be- ähigter Mitglieder parteiisch bandele. Die elektrische Vorortbahn. Die Probestrccke für den elektrischen Zugbetrieb auf der Strecke BerliN'Bernau wird demnächst fertige stellt. Schon vor längerer Zeit sind hinter dem Bahnhof Panlow-Schönhausen auf der westlichen Seite des Bahnkörpers«ine Reihe von Schleuder- betonmaften aufgestellt worden, an denen in einer Höhe von acht Metern über den Schienen 7 Meter lange Ausleger angebracht Ivorden sind, die die Slroinznführung und den Fahrdraht iragen sollen, und zwar für beide Fabrrichiungen. An jedem Ende der 1,5 Kilometer langen Strecke sind, um die Fahrleitung ipannen zu können Gitlermaste mit Jochrrägern aufgestelll, die über beide Gleise der Vorortitrccke reichen. Mit diesen Arbeiten ist man jetzl fertig. Es fehlt nur noch die eigeniliche. Fabrleilung. Nach Oste>rn wird auch diese fertiggestellt sein. An der Leitung selbst sollen Versuche über die Sichlbarkeit der Signale. Hallbarkert der Isolatoren uiw. für die elektrischen Fernbahnstr ecken im Reiche augestellt werden. Der Naüikale. Rote Plakate schreien an allen Enden der Stadt;.Heraus aus den Betrieben. Generalstreik 1' Trotz ihrer Ausdringlilbkeit finden sie geringe Beachtung. Nur vor einem Plakat hat sich eine Gruppe gebildet, die sensationslüstern Zeuge eines StreneS ist. Die Meinungen platzen hart aufeinander. Einer aber verteidigt fonalisch den Inhalt der roten Plakate:.Die Arbeiter müsten zeigen, daß sie da find." .Uebcrhaupt iS alleS Ouatich, Sozialismus und auch Kom- muniSmuS, wat wir brauchen, det iS AnarchlSniuS."' .Nnd was ist Anarchismus?" .Wenn jeder tun und lassen kann, wat er will'." „Also haben die Schieber recht, wenn sie daZ Volk ausplündern, oder die anderen Verbrecher, wenn sie rauben und morden, denn sie tun ja, was sie wollen." Alles lacht, der.Radikale" drückr sich, besteigt eine Straßen- bahn und vertieft sich in eine Zeilung. Als er sie umblättert, erkennt man die»Morgeupofl".— Und solche Vorkommnisse sollen nicht alltäglich sein. Wohnungsamt unö Mietsteuer. Die Fnnktionärkonferenz der S.P.D. nah», am Drenstog noch nachsiehende vom Genossen Winter eingebrachte Entschließung mit großer Mehrheit an: Die Heine nn Lehrervereipshous versammelten Funktionäre der S.P.D. fordern für die Dauer der östenilichen Bewirrschastung des vorhandenen Wohnraumes die zenirole und unmiitelbare Verwaltung des geiamien Wohnungswesens durch den Magistrat. Zum Zweck einer einheitlichen Durchführung der Mieterschutz- gesetzgebung verlangen sie die Ansslbaliung der Bezirlsömier bei der Ernennung der Beamten und.Angestellten der WohnungS- und Mieleinignngsämter. Den BezirtSäimern und BeziriSver- fammlungen ist jedoch ein weitgehender Einfluß bei der Fest- stelluna der WobnungSbrdürstigkeit und Dringlichkeit der Anträge der Wohnungssuchenden und der Vergebung der Wohnungen innerhalb de« Bezirks einzuräumei,. Ferner ersucht uns Genosse Silberschmidt mitzuteilen, daß der Paileitag zwar den damals vorliegenden Entwurf zur Miet- steuer abgelehnt hat, weil er.die soziale Loge der Bevölkerung un- berücksichtigt ließ und keine Gewähr dafür bot, daß die Mittel ge- meinwirtschafrliche Verwendung landen", gleichzeing aber folgenden Beschluß faßte:.Bis zur vergesellichaflung der Mietwohnungen ist die Beschosinng von Mitteln für den WobnnngSbau auf der Grundlage zu regeln, daß die Erträgnisse der vor dem Kriege erstellten Wobnungen für die Neubauten mit herangezogen werden." Nach diesen Grundgedanken hat bisher die Frakiion gehandelt und sich bemüht, bei der Bcrainng de? später dem ReichSiage unter- breiteten Gesetzenlwurjs diesen Mindestforderungen Gellung zu ver» schaffen. Die Schulgelöfrage. Unter dem Vorsitz des StadtverordnelenvorsteherS Dr. Wehl tagte am Mittwoch im Raihaus der SrodlverordnetenanSschuß zur Vorberatung der MagistratSvorlage über die Erhöhung bzw. die Festsetzung der Schuldgeldsätze für die städt. Höberen Lehranstallen und des Antrages Dr. Weyl, belr. sofialer Sraffelung des Swul- gelbes und Einführung einer Schulsteuer. Der Magiiirat war durch den S t a d r i y n d i k u s Lange und den Obsriiadischulrat P a u l s« n vertreten. Der Obcrstadtichulrat»nd der StadtsyndikuS verteidigten den Standpunkt des Magistrats. Nach eingehender Be- racung wurde beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, der Stadt- verordnetenversammlung spätestens iin Laufe des nächsten Quartals eine Vorlage zu machen, in der eine soziale Staffeluna des Schul- gelbes vorgesehen ist, und zwar mit Wirkung vom t. Oktober d. I. ab. Bis zu diesem Termin soll in Berlin»nd allen ehemaligen Vorortgemeinden da' bisherige Schulgeld weiter beibehalten werden. Der Magistrat wird ferner ersucht, darauf hinzinvirstn, daß nach einer reichSgeietzlichen Regelung in Zukunft die Gemeinden befugt sind. S ch n l st e u e r n zur Deckuug der Schullasten und Aufhebung deö Schulgeldes einzuführen. «kinführung üer neuen StaÜträte. Am Mittwoch abend fanden zwei feierliche Einführungen von Mitgliedern der Dezirksämter I(Tiergarten) und VII(Ehar- lottenburg) statt. Zuerst die im Verwaltungsbezirk I(Tiergarten) und daran anschließend die im VII(Charlottenburg). Im 1. Be- zirk begrüßte der Vorsteher der Bezirksversammlung Dr. Froicht» l i n g den Oberbürgermeister Böß, der mit dem Bürgermeister Ritter erschienen war, und dankte für sein Erscheinen, wobei er leb- Haft bedauerte, daß er ihn nicht im eigenen Heim begrüßen könne. Oberbürgermeister Böß dankte für das sreundliche. Willkommen und drückte ebenfalls sein Bedauern aus, daß es dem Bezirksamt an ge- eignetem Unterkommen fehlte. Er begrüßte den Bürgermeister Doflein und die übrigen Mitglieder des neuen Amtes, wobei er auf die großen Aufgaben, die ihrer nun harren, hinwies und zum Schluß seiner sehr beifällig aufgenommenen Ansprache den Bürger- meister auf sein neues Amt verpflichtete. Bürgermeister D o s l e i n erwiderte in ebenso herzlicher Weise und betonte ebenfalls das Fehlen eines passenden Heimes. Cr versprach im Einvernehmen mit der Zentralverwaltung seines Amtes zu walten und hofft dabei auf die Unterstützung aller Mitarbeiter und des Magistrats rechnen zu können. Hierauf verpflichtete er die Magistratsräte Dr. B a i« r und Dr. M a g u h n, den Studienrat Dr F e r b e r. Baurat K o l w e s, Oberreoifor Hellriegel, Stadtrat Dr. Kühlmann, Frl. K i r f ch n e r, Frau Dr. Levy-Rathenau, die Stadtoerord- neten Schuldt, Zimmermann und Göll als Stadträte. Der Einführung wohnten u. a. der Stadtrat a. D. Buckow, die Stadtv. a. D. Wilh. Geriete, Böttcher, G ö r o l d t, S ö ck e l a n d, T r o p f k e mit zahlreichen bekannten Personen bei. In C h a r» lottenburg führte ebenfalls der Oberbürgermeister Böß den Bürgermeister S ch o l tz ein, der dann den Stellvertreter P. Hirsch und die übrigen 13 Mitglieder einführte und verpflichtete bis auf den nicht bestätigten Gewerkschaftler und Kommunisten Schmidt. Die Nvskunftstafeln der Ttrastenbahn. Zu dieser Neuerung im Berliner Verkehrsleben erhalten wir folgende Zuschrift: Die jetzt probeweise aufgestellten Auskunftstafeln der Straßen- bahn bedeuten einen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustande, aber keine Neuheit, denn ähnliche Einrichtungen sind in kleineren Städten— beispielsweise in Köln a. Rh.— schon sehr lange ge- troffen. Allen haftet aber der Mangel an, daß sie nur örtliche An- gaben enthalten und über den Fahrplan nichts aussagen, weder über den ersten und den letzten Wagen, noch über die Fahrthäufigkeit und die Minutenzahl nach der vollen, viertel, halben und dreiviertel Stunde, in der der Wagen gewöhnlich erwartet werden darf. Es wird kaum möglich sein, den Fremden allein mit Hilfe solcher Tafeln zurechtzuweisen. Auch interessiert ihn gar nicht, welche Linien an der Haltestelle vorbeifahren, sondern einzig die Frage, mit welcher Linie er sein Ziel erreichen kann. Die Nummer der Linie muß der Fahr- gast doch in den meisten Fällen vorher irgendwie erfragen, denn auch bei angestrengtem Studium derjenigen Tafeln, wie der gegenüber der ■*] Sline Menschenkind. n. Mütterchen. Jon Markin Andersen Jterö. D« Lmtsyeßilfc dankte zögernd.„Wir haben zu essen nttgenommen, und Sic und Ihr braves kleines Mädel haben owieso den Kopf voll genug, sa�te er freundlich. Aber da ing er Lars Peters geduckten Gesichtsausdruck und die hoch- nötigen Mienen der andern auf und erkannte, daß er hier en seinen Willen bei irgend etwas mitspielen sollte. Er oar schon einmal hier gewesen— aus übelm Anlaß, und er »atte nichts dagegen, diesen Menschen, die ihr Unglück so apfer trugen, eine kleine Genugtuung zu geben. „Ja, vielen Dank," sagte er aufgeräumt.„Fremdes Essen chmeckt immer besser als die eigenen mitgebrachten Krusten! lud ein Schnaps zum Essen— was meinen Sie, Hansen?" sie begleiteten Lars Peter hinein und setzten sich zu Tisch. Die Leute sahen ihnen ein wenig betreten nach. Dann chlenderte einer nach dem andern hinterher; es war doch nteressant mitanzusehen, wie das Essen des Schinders einem -ornehmen Mann schmeckte. Und war man erst drinnen, so nußte man anstandshalber am Tische Platz nebmen. Der ilppetit hat die Eigentümlichkeit anzustecken, und die beiden )brigkeitspersonen langten tüchtig zu. Vielleicht glaubte man üich nicht gar zu ernstlich an all das böse Gerede, an dem man ich selber mit Mund und Ohr beteiligt hatte. Stine brachte Butterbrote und Kaffee an den Mann und mußte selbst her- intommen und sich vor dem Amtsgchllfen zeigen, der sie oble und ihr die Wangen streichelte. Dieser leichte Klaps strich fiel Böses aus dem Sinn und gewährte ihr Genugtuung für fiel Müh' und Arbeit. „Solch eine Tasse Kaffee bab' ich noch auf keiner Auktion 'ekommen," sagte der Amtsgchilfe. Als man wieder begann, hatte sich ein Fremder ein- lefunden. Er begrüßte den Amtsgehilfen wie einen Be- annten, im übrigen gab er sich mit niemandem ab, ging nur imher und betrachtete Baulichkeiten und Land. Er war ge- leidet wie ein Verwalter oder etwas Aehnliches, mit langen Schnürstiefeln und einem Wams mst Spannriemen. Aber eder konnte mit halbem Auge sehen, daß er trotzdem kein .'andmann war. Es sickerte unter die Leute, es fei ein Handels- mann aus der Hauptstadt, der das Elsternnest— wohl für die Jagd an der See— kaufen und als Sommerhaus einrichten wolle. Sonst hatte wohl kaum jcknand Luft, auf den baufälligen Kasten zu bieten, aber dos änderte ja die Auffassung der Leute vor der Sache. Eigentlich konnte recht gut ein Besitz- tum daraus werden, wenn man das Ganze instandsetzte. Als schließlich das Haus ausgerufen wurde, kamen die Angebote in Gang, der Fremde blieb nicht der einzige. Und Lars Peter bekam einen ganz ordentlichen Preis für sein Grundstück. Nach Schluß der Auktion standen die Leute ein Weilchen da, als warteten sie auf irgend e�was. Eine behäbige Bauers- ' frau ging zu Lars Peter hin und gab ihm die Hand.„Nun will ich euch Lebewohl sagen," sagte sie—„und euch mehr Glück in euerm neuen Heim wünschen, als ihr hier gehabt. Viel Freude habt ihr hier nicht erlebt." „Nein, und für das bißchen sind wir jedenfalls niemandem hier Dank schuldig," sagte Lars Peter. „Nein, die Leute sind nicht zu euch gewesen, wie sie hätten sein sollen, unsereins gewiß auch nicht, aber so sind wir Bauern nun einmal Wir können die Armen nicht leiden. Du darfst deshalb nicht allzu schlecht von uns denken. Laß es dir gut gehen!" Sie ging im Kreise Herum, gab allen Kindern die Hand und wiederholte ihren Wunsch. Viele von den Auktionsteil- nehmern schlichen fort, aber dieser und jener folgte ihrem Bei- spiel und reichte die Hand zum Lebewohl. Lars Peter stand mit den Kindern da und schaute ihnen nach.„Die Leute sind oft doch besser, als man glaubt," sagte er ganz gerührt. Sie luden alles, was sie mitnehmen wollten, auf den Wagen, um frühzeitig am nächsten Tage fortziehen zu können. Es war ein weiter Weg bis zu dem Fischerdorf, und es war ' das beste, wenn man nicht zu spät am Tage eintraf, um zur Nacht m Ordnung zu sein. Dgnn gingen sie zur Ruhe; nach dem bewegten Tage waren sie recht müde. Sie schliefen im Heu auf der Tenne, das Bettzeug war mit allem andern schon ausgeladen. Am nächsten Morgen war es ein wunderliches Gefühl aufzuwachen. Man war sofort in den Kleidern und brauchte bloß das Gesicht in den Wassertrog auf dem Hof zu tauchen. Schon das kündigte ein neues, angenehmes Dasein an. Dann brauchte man bloß Kaffee zu trinken und die Kuh zu den Nachbarsleuten hinüberzubringen, von wo sie abgeholt werden sollte, und man konnte den Wagen besteigen. Der große Klaus war vorgespannt, oben auf der hohen Wagenladung wurde die Familie untergebracht: das Schwein, die Hühner und die drei Kinder. Es war ein spannender Anfang des Neuen. Lars Peter war der einzige, der nicht in rosiger Laune war. Er machte sich drüben auf dem Besitztum zu tun, stand hinter dem Stall und blickte über den Acker hin. Hier hatte er gelebt und Böses und Gutes über sich ergeben lassen; jeder Graben war ihm lieb, jeden Stein auf dem Felde kannte er, jeden Riß in den Mauern. Wie würde das Neue sich anlassen? Lars Peter hatte schon mehrmals von vorn angefangen, aber niemals mit weniger Mut als diesmal. Sein Sinn und seine Gedanken begannen sich rückwärts zu wenden. Die Kinder dagegen schauten bloß vorwärts. Stine mußte ihnen vom Strande erzählen, wie sie ihn aus ihrer Kindheit bei Großchen im Gedächtnis hatte, und sie versprachen sich alle Herrlichkeitesi von dem neuen Heim. 9. DeseinenTod-- Der Winter fiel lang, kalt und unbefriedigend aus. Lars Peter hatte ganz bestimmt damit gerechnet, sofort in eine Bootsmannschaft hineinzukommen; aber es stellte sich heraus, ; daß kein Platz frei war, und jedesmal, wenn er den Krugwirt an sein Versprechen erinnerte, hielt dieser ihn mit Redereien hin.„Es kommt schon," sagte der Krugwirt—„wart' es nur ab." Wart' es ab— ja, der hatte gut reden. Beim Warten aß man olles Ersparte auf— und worauf wartete man wohl? Daß ein Unglück geschehen sollte, damit man selber an die Reche käme— das war ganz und gar nicht erfreulich. Es war die Voraussetzung gewesen, daß der Krugwirt Lars Peter zu einem größeren Boot verhelfen und chm die Zusammen- setzung einer eigenen Bootsmannschaft ermöglichen sollte; so hatte Lars Peter es aufgefaßt, bevor er hierher zog. Aber das war wohl ein großes Mißverständnis. So leistete er denn eine Handreichung hier und da, löst« hin und wieder einen Kranken ab und murrte.„Wir wollen die Sache noch eine Weile mitansehen," das war alles, was der Krugwirt sagte.„Es gibt sich schon! Was ihr braucht, könnt ihr vom Krämer holen." Es war, als hielte er Lars Peter für einen bestimmten Anlaß in der Reserve. (Forts, folgt.) a&Heoucftrafte aufgestellten, wird er den Nomen der van ffmt ae- münschten Straße nur lelten verzeichnet finden. Daher empfiehlt sich das bei der Hochbahn übliche Verfahren, einen Stadtplan anzu- bringen, auf dem die Linienführung dargestellt ist, trotz�der Zweifel- los großen technischen Schwierigkeiten auch bei der ivtrahenbahn. So wenig in manchen Geschäftshäusern die Verzeichnisse der ein- zelncn Abteilungen oder der einzelnen Firmen etwa nach Stock- werken geordnet ikiren Zweck mit dem geringsten Zeitaufwand für den Suchenden erfüllen— dieser fragt:„5» welchem Stockwerk finde ich eine bestimmte Abteilung bzw. eine bestimmte Firma?", dieser Fragestellung trägt die im Gewerkschastehaus angebrachte Tafel übrigens Rechnung—, so wenig vermögen die jetzt, wie ich annehme, zum Zwecke der Meinungsäußerung angebrachten Auskunftstofeln dem eigenllichen Bedürfnis zu entsprechen. Die„Lehrgänge in der Wohlfahrtspflege", die von führenden Groß-Berliner Wohlfahrtsorganifotionen veran- staltet werden, haben soeben ihr zweites Trimester abgeschlossen. Der Besuch war außerordentlich zahlreich, besonders aus Kreisen der Sozialbeamten und der im Aommunald'enst ehrenamtlich tätigen Personen. Dos nächste Trimester, das am 4. April d. I. beginnt. bringt Vorlesungsreihen aus den wichtigsten Gebieten der Wohl- sahrtspslege über das Wohlfahrtsamt, die Kriegsbeschädigten- und Hinterbliebenenfürsorge, Erwerbsbcschräntten- und Erwerbslosensür- sorge, Jugendpflege, Siedlungswesen, Mutterschutz. Als Dozenten sind gewonnen worden: Professor Dr. Diesalski, Professor Dr. .Kayserling, Ministerialrat Dr. Kerschcnsteiner und Ministerialrat Dorothea Hirschfeld, Pfarrer Lehn, Frau Dr. Wygodzinsky u. a.— Vorlesungsverzeichnisse und Hörerkartcn sind in der Geschäftsstelle, Flottwellstr. i I, Zimmer 5, von 2— 3 Uhr� und bei den Abendvor- lcsungen in der Alten Bauakademie, Am vchinkelplatz 6, zu haben. Selbstmord zweier Spieler. Der Züsährtge Oberfchreibcr beim Reich�marineami Rudolf Singer nno der 2S Jobre alte Vureaugehili« TmÜ Köper wurden gestern vormittag am Schlachteniee, in Blutlachen nebeneinander liegend tot am Uier aufgetunde«. Sie batien sich durch einen Swuß in» Herz gelötet. Die beiden Toten wurden noch der Leichen- balle in Kehlendorf gebracht. Nach den angestelllen Ermittelungen haben hohe Spielverluste sie in den Tod getrieben. Im Klassenzimmer erschossen. Der ltzjährige Sohn Hans des Droschkenbesitzer« Witt, der im Haus« Naickidorffitrabe lU in Remickendori wohnt, bat sich gestern vormittag in feinem Klafienzimmer in der V. Nealkchule, Badlrr. 22, mit einem Revolver«richossen, nachdem ihm vor seinen Mitschülern eröffnet worden war. daher nicht veisetzi werden könne. Die Leiche wurde bxn unglücklichen Eltern übergeben. Die Nichtversetzung batre den Schüler leider ,n dieser Verzweiflungstat getrieben Dieser Vorgang zeigt wieder einmal, daß sowohl in der Schule wie anv im EliernliauS bei Nichtverfetzungen sehr oft der Bogen siberspann« wird._ Ei« Arbeitererholungsheim im fparz. Die Bernigeroder Arbeiterschaft, die schon vor 30 Jahren«in .eigene» GewerkschaitSbauS errichtete, hat nun, da dieses den jetzigen A.ilordernngen nicht mebr genügte, das Hotel Monopol angekauft, welches als LogierhauS b00 Gästen in den Sommermonaten Unter- kunit gewähren wird, wenn ein Ausenthalt von 14 Tagen zugrunde .oelegt wird. E« ist damit ein Trholnngsheim geschaffen, besten .Benutzung unseren Partei« und GewerlichaftSgeaossen angelegent- ltchst empfohlen werden kann.__ Ei« Potsdamer Konstsommer. st« vrangeriegebäud« zu Sanssouci wird ln diesem Sommer eine groß« Kunstausstellung des Potsdamer Kunfwereins stattfinden. Bürgermeister Räuscher als Vorsitzender des Vereins hat vom Preußischen Finanzministerium die unentgeltliche Freigabe sämtlicher Orongeriehallen für den Sommer erreicht. Die Stadwerordneten beschlossen in ihrer letzten Sitzung, eine Garantiesumme von 50 000 Wk. herzugeben. Die Stadtverordnete ' Frau Holmgren wollte jedoch-zur Bedingung haben, daß die„Werbe- plakate so entworfen werden, daß jeder auf den ersten Blick erken- nen könne, was Arm« und Beine, oder was oben und unten dar- stelle"... Auch an eine Freilichtbühne wird bereits gedacht. Daß dieser Potsdamer Kunstsommer auf einen Riesenbesuch rechnen kann, ist selbstverständlich, hoben doch ollein 200 000 Personen Schloß Eansfouci im letzten Sommer besucht. Aufforderung zur SleuererNärnng. Im Inseratenteil unserer heutigen Ausgab« befindet sich eine öffentliche Aufforderung zur Steuererklärung zum Zwecke der Einkommenfteuerveranlagung für dos Rechnungsjahr 1920. Wir verweisen unser« Leser auf obig« Bekanntmachung. Der Millionenroub auf dem Postamt 54 geht, wie eine Korr«- spondenz zu berichten weiß, seiner Ausklärung entgegen, vi« Zeugen» Vernehmungen und Ermitllimgen der Kriminolkommistar« Werne- bürg und Geißel haben zu Feststellungen geführt, die nach dem bis- hertgen Stand der Ermittlungen schon in den nächsten Tagen zur Festnahme der ganzen Bande führen dürften. Ein schwerer Zusammenstoß ereignete llck) vorgestern auf der Noniieiidamüi-Allee zwischen einem Snatzenbahnwagen der Linie d und einem Lasikraitwagen der Polizeiabicilnng Svandan. Dabei wurde der Vorderperron der.Eiettrische»" vollständig zertrümmert und»er Führer derselben, Markus Stange ans Spandau, erlitt er- Leblichs Drusiottelschungen. Außerdem wurden der Oberwachimeister Henkerl vom Polizeirevier! in Spandau und der Unlerwa-blineiitrr Hennig von der Kranwagensiaffel Spandau au der rechlen Kopf- :bzio. an der linken Brustseite schwer verletzt. Die städtischen Spartasteo sind an dem Tage vor Ostern(Sonn- abend/ den 2S. März) in der Zeit von 9— 12 Uhr für den Berkehr mit dem Publikum geöffnet. Die Räume des Demobilmochungsousschustes Groß-Decliu, Molkcnmarkt 9/10 und Neue Fiiedrichstr. 80, Unterausschuß für Arbeitsvermittlung, sind am 28. und 29. März für das Publikum geschlossen. ! Erweiierter Betrieb in ollen Bader», stalten. Zu dieser in der , Montagabendniimmer des„Vorwärts" veröffentlichten Mitteilung des Nachnchtenomts vom Magistrat wird uns mitgeteilt, daß die 'Badeanstalt in der Gerichtstraße noch geschloffen ist. Zahlreiche Bewohner des Stadtteils, welche auf Grund der Mitteilung des Magistrats die Badeanstilt aufsuchen wollten, waren erstaunt, daß sie unverrichteter Sache wieder umkehren mußten. Man sollte er- warten, �aß das Nachrichtenamt mit seinen Veröffentlichungen etwas gewissenhafter ist. Ein Unglücksfall lm Wlnlergarlen. Als gestern der Kunstschütze Desterro im Wintergarten seine Produkttonen zeigen wollte, wurde durch einen Unglücksfall der Feuerwehrmann Frost durch eine Kugel schwer In die Brust getroffen. Er liegt im Krankenhaus ln der Ziegelstrah« und es besteht die Hoffnung, daß er wiederher» gestellt wird. Degen unzuverlässiger VeKlebssüHning sind vom Mehlbezug ous�-'chiossen worden die Bäckermeister Bernhard Wagner, Flens- dvr'er Straße 2, Ferdinand Dei nert Grüner Weg 88 und Karl � Dun'mröse. Ramlerstr. 31(6 Wochen). Hauepflrge. Da»(SeiunddeilSamt»er(Slerncinde Reinickendors 'sttiU HuuopHfRciinneii zur Vertilgung, die bri Eikrautung»er vauSsigu ' au deren Stelle if» einige Tagesstunden den Hausbott und die Kinder>>er« l-i'en und der Kranken ieldst die notwendige Abwariung nngedeikien laisen. Dadurch soll verhütet Warden, daß dir Hausfrau, dir ei» 5lran!e»hauS nicht ' anffitchen kann, zu Hause ohne Pfleg« bletSt imd Ihr««lebest vametttg Wied« ansiiimmt, terncr Sag die Kinder während der Krankhcu der Mutter törpcr» lich vernachtäisigt werden. Uiibcmilteüe erhalten die HauSpllegertnuen u ii e n I g e l t l i ch, Bon dem HauSbaltungsvorstand, der ein loöchentlickcS Elntammsn von medr ol» 200 M. hat, wird entiprechcnd der geiamten wirtichaftlichen Lage pro Siunde eine lkebödr von S0 Pf. bis 2 M. erhoben. Beiicllungen find mit gcnaner Angabe der gewünschten Tagesüunden schriftlich, tclcphouiich(Amt Reinickendorf 1300) oder müudlich an das Gesundheitsamt, Hauplftr. iL, z» richten. Snapphell a» Heilpflanzen. Bei einem Bortrag im Kneipp- Bol.'sverein für Gesuudheils- und Naturheillehre deckte der Natur- heilkundige Dr. v. W a l ck- Scköneberg u. a. die Schwierigkeilen auf, die in Deutschland durch die immer größer werdende Knapp- beit an wildwa»s«nd«ri Heilpflanzen entstanden sind und bezeichnete e« als ein« beachtenswerte Aufgabe für unser« Land- wirte und Gärtner, den Anbau und die Kultur dieser so wichtigen und zurzeit sehr hoch im Preise siebenden Arzneikräuter zu betreiben, um uns darin vom Ausland unabhängig zu machen. Einmal wäre dadurch«ine wesentliche Berbilligung vieler jetzt in großen Mengen aus anderen Ländern eingeführten Krauter, Wurzeln und Samen zu erwarten, ferner wäre dadurch die Möglichkeit gegeben, die am natürlichsten wirkenden frischen Kräutersäfte herzustellen. Tu« Volrebtlbiingeomt Neukölln veranstoltet gm Osterümntag, abends 7 Nhr. in der kluln der stödtilchen Realichole. Bodinftr.»t— M, einen heiteren Abend. Für die Veranstaltung ttt die Gesellschaft zur Förderung volkstümlicher Kunit p-wonneu worden, die msi folgenden Mitwirkenden erichetncn wird: Fkka Vanderodt, Operiängcrin, C.ar!ot>« Briinning, Vor- tragstünstlcrin, Hermann Schröder, Rezitator, Georg Brauner, Lauten- länger, Woller Conrad, DortragSküustler. Am Flügel: Kapellmeister Harry Valdaa. Eintrittskarten zum Prelle von 2 M. sind in den durch Säulen- anlchlgg bekanntgegebenen VerkgulSstelle». sowie im Bureau beS Volks- bitdungsamtes, Limmer 213 des Rathauses Neukölln, erhältlich. Seal«. Der Direklor deS Tlergarten-Tatlerla? Pauk llleinsch absol- viert ab 1. April mit seinen f-lbst drefsiertei» Pferden.Charmatu" und „Eulenspiegel" ein Gasifpiel in der Scala. Tarrosani«m Karsreltaa. Allch am Karfreitag abend bringt Sarralant im ZIrtuS Busch sein Schaustück„Prärie und Pußta" zur Ani- iührung Der Dorverkaut findet ohne Unterbrechung von 10 Uhr vor- mittag« ab an der Zirtuskasfe statt. Zilmsthau. „iperzagin Satanella-(Ufa> Polafti. Abzüglich der für einpstndsame weibische Kmobeiucher erlra berechneten Dosis Sentimentalität bandelt es üch bei diesem Auslandssilm. der offenbar ungarischen Ursprungs Ist. um eine dramatisch nicht ungeschickt ausgemachte Enche. AuS dem Liebesabenteuer einer sehr versübreiischen Dame entwickelt sich jchließlich so etwas wie eine Morallehre, ali der betrogen« Liebhaber sein Leben gewaillam be- schließen will. Er tut baS nicht, sondern läßt sich von einem geheimnis- vollen.Unbekannten"»in Bilderbuch voisübren, das da» Unglück da« ver- iührerlsche Krauen über schwache Männer gebracht baben, an einige» Sei- ip elen vor Augen jührt. woraus er ruhig usw.... Im Eujei ist der Film geradeso schlecht, wie deutsche Filme derselben Art, der Durchschnitt der Gelnmttarsicllling überrngt ober, so bedauerllch diele Feststellung für den deutschen Turckilchnittssilm ist. baS bei un übliche. Da« soll nicht von der H- upidarstellcrin Luu« Doiaine gellen, deren Puppengesicht drnmalischer Akzente nickt söbig ist(die weiblichen Fllmstars der ganzen ZSell wirken mit ganz wenigen Ausnabmen sAlta Nielsens tüvstleri'ch unerträglich), sonderm von den männlichen Tnistellern. Sie dort mit einer sehr beberrichten Geste seibst da« abgeblouchtesle szenische Tbema künsUerffch wiedergegeben wird, das sollte bei uns nicht unbeachtet bleiben. Technik i« Film. Die„Deullg-Filmgeielllchast' lud zu einer sonder- vorfüliruiig ibres m Verbindung mii dem„Reichsbund deutscher Tcchni!" zufammengesielliei! V rrtragSsilmS„Was deutsch« Technik Wunder schuf" ein. Die prächligen Ausnahmen siibrten durch Oberschlesiens Hütien, durch seine Hochösen und Stollen, durch die Säle der Sllesensttmaichinen im JcUungS« gewerbe. Kein Schaufvleler wurde, wie Oberingenieur illlehen in seinen »egieitworten mit Stolz hervorhob, beschäitigt: allein bt« Arbnter der Werte waren die prodnktiven Schauspieler deS schöpserffchen Leben». Diel« Art, weit« Krerse des Volkes mtt der Technik vertraut zu machen, ist zu begrüßen: um so mehr vermeide man jeden nationalistilchen Einichlag, aus den gewiffe Reußerungen de» Progranim« über Zwecke und Ziele sowie die Zusammensetzung des BerwallungSrate« schließen lassen. Hroß-Serliner Parteinachrichten. Heute. Donuerstog. den 24. AlSrz: »». Abt.»eulo»«. 7 Uhr bei Beck. Reuterstr.«», Abreckinuriis der Samviel. listen und Beilrogsmartr». Alle Lezirie müssen abrechnen. Die ttarwtheten find mitzubringen. Morgen. Areilag. den 25. März: t».«it. S Uh? früh dei Sellrieaet, Mirbachstr. Vi. ecke Boigtftraß«, Sißung sämtlicher Funktionär«, wie Zlorstandsmitglieder, Bezirkskührer, Be- trlebovertrauensleute, Ellernbeiräte und Bohlfahelokommisfion. Neurvahl der Abtei Inngsleitung. » ZnngfOzialifle». Genpoe Rorbe«: Abfahrt zur Wanderung Strausberg—- Ederomald«.— Ge»»»««üoen und Treptow! 7 Ilde im Zulxmdh-im, fflfcnfte. s, Bortrag über„Bolutaclend und Friedensvertrag". Referent Genosse b-ntschcl. Ferner Siellunanohmc zum Etotutenentwurs.— Srnppe Neukölln! 7 Uhr im Luaendheim. Rogatstr. Sll, Unlerholtungeodeud.— Gruppe Friebrichehag«»: b Uhr bei Scholz, Frtedrichstl. dl, Redeübungen UNS Stellungnahme zum Sta-uteveutwurs._ ?ugenöveranllaltungen. Heute. Donnerstag, abends 7�> Uhr: CaakBlg; Sendlitzftr.«, Mitgliederoersammluna und Bortrag. � Ncnklllu: Münchcner Str. 32, Literoturkurtus.— Zlrederscheneweid«: Berliner Str.»t, Bortrag!„Kirche. Staat und Sozialiamu«"— Vsleu(Stralau«» viertel)! Rag. lerstrah« I(22«. Gemcindeschule), Slternadend.— Neiiiickendarf.Deft! Slchborn- straß« M, Bort rag.— Schilabaafe» Vorstadt 1: S»nn»»d»ra«r Str. 2«(Schule), Bortrag!„Ter Lehrling Im Mittelalter".— Steglltz-Zeiedeaau! Sfsenbacher Straße Z»(Z. Semrlndrschule). Müdchenabend. vortrSae. vereine unö Verfammlvnaen. Netibaperelatg-ino eheMattge»»elegagefaag»»»,, Gruppe R. i. Morgen Versammlung im„Berolina-Saal", SchLndauier Allee 2S, Anfang 7Zs Uhr.— «ebester.Samaritee.jeolana». Abt. Schöneberg-Ariedenau. Am Donnerstag, den 24. März, Prüfung in der b. Gemeindrichule, Rudenostrahe, an der Rathonaelkirch«, odenda 7 Uhr. Abt. Tiergortev-Moablt. Donnerstag, den Zl. März, abends 7 Uhr, tn der Schule Waldenserftr. 21122, ckritfsnung eines Sommertursu» in Erste Hilf«. Die Betriedsrilt«, Parteien und Sewertschaiten werden hiermit darauf hingewiesen. Anmeldungen werden dort- selbst entgegengenommen. Der Kuesus umsaßt 12—14 Doppelstunden. Der Preis ist auf lv S«. jestgeseßt. /ius aller Veit. Zu Tode geprügelt. Ein Dienstmädchen,-ine weiße Sklavin, wurde in Unter- f S h r i n g(Bayern) von seiner„Herrschaft" z u Tod« ge- prügeli. Das Mädchen wurde mit IS Jahren von der Stief- mutier zu den Krämcrsehelcutcn ll l l m a n n in Unterföhring in Dienst gegeben. Ullmonn und Frau traktierten das Kind mit Rute, Peitsche, Stock und Besenstiel Wiederholt entlief die Mißhandelte, die Stiefmutter führte aber immer wieder ihre Tochter tn die Hölle zurück. Am 2«v urebruar packte Frau Ullmann das Mädchen bei den Haaren. Ullmann legte es über den Stuhl und schlug barbarisch auf das Mädchen ein Der Bedauernswerten wurden mehrere Rippen eingeschlagen. Erst am Sonntag wurde der Arzt gerufen, dem sich ein entsetzlicher Anblick darbot. Der Körper des Mädchens war mit Striemen und eiternden Wunden bedeckt Der Arzt ordnete die sofortige Ueberbringung der Schwerverletzten in das Krankenhaus an, wo sie noch nicht zuge- stand, daß ihre Diensthnrxlchast st» so schwer mißhandelt hätte. Erst alz das Mädchen d-n Tod vor Augen sah, erzählte es von seinen Peinigern und der unmenschlichen Behandlung. Der Dienstherr Ull- mann wurde sofort verdöstet. Die Frau wurde wegen ihrer Kinder aus sreieni Fuß delaffen. In Unterföhring ist man empört über das Sklovenhalterpaar und man zeigte groß« Lust, auch einmal den Prügler Ullmann tüchtig zu verprügeln. Der Fall CHlade?. Wegen fi&errctgender Hochstapelelcn wurde m Eger ein g> wifser Chladek verurteilt. Der Prozeß halte wochenlang gespie und in der Tscheckoslaivakei sehr viel Interesse gesunden, das, auch verdient. Dieser Chladek hatte nämlich von einzelnen V« waltungSzweigen Funktionen erholten, die er selbst als seiner vir brecherischen Natur unwürdig empfand. Chladek war eine von di Staatsverwaltung sehr umworbene Persönlichkeit. Er stand in de Diensten des Ministeriums de« Innern, der Bropagande abteitung de« Ministeriums für nationale Berteidigun und schließlich de» Finanzministeriums. Wie es geschehen könnt daß«in vielfach wegen gemeiner Verbrechen abgestraiter Man ministerielle Vertrauensposten erlangte, wird jenen nickt sckw, fallen aufzuklären, die da wisien, daß nach dem Umsturz Ai strasung durch österreichische Gerichte, wenn auch duv tsrbechische Richter, kein Hindernis war, Staatsstellungen zu ei reichen. Die Ersahrungen, die man mit zu Oesterreichs Zeiten al gestraften Beamten gelegentlich in der Slowakei gemacht ha sind zumindest den Slowaken noch in irischester Erinnerung�.. Einzeln« Ministerien richteten einen Geheimdienst ein, der seine Fädc über da» ganze Land spannt« und Leute mit geheimen Aufträge betraute, wie Chladek einer ist. DaS Spitzel- und Denunzianter tun: wurde wieder zu einein lukrativen Geschäft und verlor da Odiole, sobald sich selbst ein Finanziirimsterium entschloß, einei Chladek unbesehen ein« Amtslegitimation, bazn� noch o: falschem Namen, auszustellen und ihn auf die eigen« Bürgerscha loszulassen._ Ein Lustmord ist zwischen Bahnhof C a l b e- O st und Torr.; an der SSjährigen Witwe Minna Lichtenseld aus Tornitz verüt worden. Die Leiche wurde am Saaleuser in einer großen Blutlack gefunden. Als Täter kommen mehrere lunge Burschen in Perdach die geflüchtet sind." Der Entführer des Dampfers.Bürgermeister Schröder" wuri verhaftet. Wie erinnerlich fein ivird. meuterte am 2>. Apr vorigen Zahres ein Teil der Mannschaft an Bord de»„Bürgel meister Schröder", setzt« die andersgesinnte Besatzung fest un lief mit dem Schiff die M u r m a n- K ü st« an, wo d> Hamburger Dampfer den B o l s ch e w i st e n in di« Hände gespie wurde. Nackidem man lange Zeit von den Hauptschuldigen nicht gehört bat, ist jetzt der Seemann H« y d e, der al« einer di Hanpttöter bei der Menierei und der SchiffSenfführung bezeickm wird, in Norwegen verhaktet worden. Hchd» wurde von cinc« norwegischen Beamten an Bord eines Wochendampfers nach Harr bürg transportiert, kam am Montag dort an und wurde sofoi dem Gericht zugeführt. Seschichlsbildende Ignoranz. Man erzählt, daß Lloyd ffleorf bei einer wichtigen Verhandlung Schlesien mit dem veinosiot schen C i 1 i c t e n verwechselt habe Silcsia und Cilicia klinge nämlich in englischer Aussprache sehr ähnlich. Und die Staat- männer der englischen Kapitaliftenklasse beherrschen und verteUe zwar dl« Welt; aber in de» Geographie sind sie nicht immer g> bewandert. Ein Pröbchen dafür, mit welchem Wissen di« We regiert wird, hat eben jetzt Lord Robert Eeeil abgeleg Lord Roben gehört zu den besonneneren, friedliebenden Staat männern der britischen Herrcnklaffe: aber er hat jetzt im englisch« Unterhaus verlangt, man soll« Oesterreich doch zwingen, seir sinnlose Hondespolitik, die die Ausfuhr von Waren aus Ossterrei beinahe unmöglich mache, endlich auszugeben. Will dei� Loi Oesterreichs Not noch verhöhnend Ganz bestimmt nicht'. Er h< gehört, daß Prag die Ostrauer Kohl« und Belgrad das Banat- Getreide nicht«rportieren läßt; und da er vor vielen Jahren einm- gelernt hat. daß Prag, Ostrau, das Banat in Oesterreich liege! meint er, daß Oesterreich die Wiederherstellung des internÄ'.onalc Warenaustausches bindere. Was den nicht wundern wird, d, weiß, daß die englische Regierung einig« Monat« nach dem Waffe! stillstand von den Deutschosterreichern die Einstellung der Produ tion in den Pilsen«r Skoda-Werken verlangt«, daß mc-i Paris einmal von Deutschösterreich di« Auslieferung der Kr..»« flotte an der Adria gefordert, daß Italien von der Wien« Regierung die Auslieferung Horthys verlangt hat. Und d Herren, denen solche klein« Fehlgriss« passieren, machen Geschieh und entscheiden über unser Schicksal. Sport. Ga? Saalkvottkest de» Kailells für Sport und KSrperdffeg«(« beltcr-Zportlarlell) w Wilmersdorf- S chmargendors findet a Karfreitag, nachm. 4 Nhr. in Echramms Eiabliffement, Hiid»gardstrat nnl«r Mitwirkung der Arbeite!-känaer.-Turner.-Radsabrer,-ilthlete -Wanderer,-Schachipieier, der Arbeiter-Jugend usw. siatt und!lt hie gon Arbeiierichast. bclondcrZ mit den jrtzt die Schule verlaffenden Kinder» da eingeladen. Biogramme im Konliim. Wilbelmsaue 25,«rbäiNich.(Eintr 2 Ät.. Kinder 1 M.) Kartellfitzung DonnerSiag S Uhr im Turnrrheim. ckienaftinnen und Nenoffen, die an einein KuiiuS der tlrbciter-Samarttr Kolonne in Wilmersdorf teilnehmen wollen, sollen sich bis Karfreitag bei Menollen Snaelbrecht, Tetmolder Str. Y. melden. Veginn«nienz Apr Tauer drei Monate. Karten je nach BcteUigung 10 M. bis 20 M. Nähe: Karsieitaz beim Saalsporffeft. Der nächste Rennt«, auf der Wlt-mpia-Radrenndabn Nndet a zweiten Oiterieiertag(28. Mörz), nachmittags 8 Nbr. statt und bringt o Atlratiion den Großen Oihmpia-Prets über SO ftUomeUc zwei Läusen von 30 und 50 Kilometer. Rennbahn Treptow. Das zweite MessiTknig« Rennen findet o 27. Mär» d. F.(Ostersonnt ag) in Treptow siatt. Das Progtamm s diesen Tag mniaßt den Kleinen OfterpreiS, ein S0.Kuomet«r>Dau«rr«m« und de« Großen OfterpreiS. ein öo-Kilometer-Daurrrennen. Finnische«rbettrratbleten tn Berlin. Nachdem im Jahr« 19! die<ÄründU»g der ÄibiiteisporlinlcrnaUoiiale in Zitzern erloigte. soll nu> mebr der iportliche Verlchr oer ÄrbeUer aller Länder erfolgen. Den A sana machen die Schweraldlestker. Am Karlreltag.»en 25. März, tr�ai 12 Uhr, wird im ZirluS Sarraiani eine sinnliche Mannjchait sin Rmg unseren dtestgen?lrbeiteraihle!cn aus der Ratte gegenüberir-eten. Bei de spsrtlichen guten Siuj der siunsichen Genossen und dem bewiesenen Könne der Berliner sind spannend« Kämpfe zu erwarten. Aeeie latnetjchaft SchSatlxra.Brrllir. Rorittltofl: Fußdall-Kommisii« stti'.wg fl Übt ootm. Iugendbelm-PIa». Schdnebetg, ftairpl-. Ecke«udensttt. oadbejitl: Heute Sizu-ra bei Lluqin.— Natdbezler: tlatfreit IogendadenS deiber Adteiluirgen. öonnadend B«zirk»vorftand?!>tirmg.— 0 1 b f j i t k: Oftertamfaljrt nach Oranienburg. Treispunkt jrüb elp Uhr St« Zills.— Bezirt Sieutälln: Jugr.rdabt. Osierwanderung: Papcnder, Abs. 7 Uhr srüh Bhf. Kaiser Friedrtch�trahc. »erkalpiel« der Ar. H»«ey.»ere>nigri»g.(Mitgl. b. A�T.» u. Eo.-Z Am sircilag. den 23. März(Rarlrcitog): A.• Ä I a f f«: Lpielplap SchSnbau Aller! ffichle 10 l— Fich!« 12 I, lO1-,— Ii übt(Ralanb>! Sportplatz Ar. Turm schast Bllmeradors. Bllrtiemberaische Str.: Wilmerodors l— Lichtenberg l, 1< bis 12 Uhr(Schiinhotz). lt.-Klasse! Spirlplab Schijndauscr All! ich«» I»N— Roland, 9— iftvb Mir(Fichte Ii I): Kart-Nsportplatz Lichtende rroioioollee: Lichtenberg II— Fichte 12 II, S— wzj, Uhr(Fichte IllllI); Licht! berg iU- Ficht« lo lll, llIV«—12 Uhr(Borussia). Spiel« be» Märkischen«pirloeretAignng am Karfreitag v»r«ttti ls.!Y Uhr. Adler— Teeitcirta tn Pankow, Anbreae-Hnfer-Blatz, Tirol«« Gtra! R.?. C— tdertha in Reintckenborf. Baseler Strotze. Pankow 08— Union Paulo«, Bichelswerder Straß». Merkur— Baruksia in Wtueuau, Qrantenbur- Strakie 2<. Caiiaioimslafs-Ftchtf? in Walbmannotust. Sokloplsitotz». Ai-ner -Betten in Borsigwalde. Fichte-Selunddrunnrn— Rarb-Dranienburg Relnickenbori, Thuner-, Eck« Stütlistraß�- ZtachmlUag» 4 Übt! 7. groß Auescheidungslvlel zwischen R. B. S., Sieger der Abt. A, und d Sieger der?ck>t. C der 1. Klaffe in Baumschulenmea, Farsthauo.Alle« 15 l (A. F.arnleiben, SijPhflis, Frauenleiden. Blut» untersuch Beste, dauernd«?ieil» erfolge Reue Behanbl. in aller- kürzester fteit ohne Benikestör. Dameia BionfckHon; schick u. fesch auf Undit Dfedcr Brannen-5fp.l Frankfurftk-Allee 350 Kböbu5&er-Damml03 Charloffenbupq 6charpen-5fE5 Kraute Pianos zur Miete Ansbachcr Straße I. EckeKurfurstenstraCe i ettnässen! ) Befreiung sofort, Alter u.Geschlecht angeben. Ausk. umsonst. Vcrs.San.Artik.Gg.Englbrccht, .MfünctiCn B. 69, Kapuzincrst.9 ipw erlangen größere Brustfülie. ooüere Formen u. blühend Aussehen durch Lenelos. Puloer M. 10.— oder Lenelos- Pillen M. 15,-. Natürliche Kräftigung f. Bwt u Nerven. 30 Jahre lang erfolgreich bewährt. Otto Reichel. Berlin 43. SO. Eüenbahnftr. 4. � Zinn u. 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Seilage öes vorwärts Vonnerstag, 24. März 1�2? Mrbeitsmarkt und Arbeitslose. Bon A l b i n M o h s. Immer ungünstiger hat sich in Deutschland die Arbeits- Marktlage gestaltet. Der Stand vom Jahreswechsel 1919/20 ist überschritten. Set den unter st ützten Erwerbslosen konnte bis Anfang Juni 1920 eine erfreuliche Rück- märtsbewegung von 454 775 auf 271 660, also um i�wei �Fünftel konstatiert werden. Diese Zahl schwoll bis Anfang September wieder an auf 414 600, machte bis Mitte November einer schwachen Abnahme auf 348 694 Platz und ist seitdem wieder im Anwachsen begriffen. Am 1. Januar 1921 wurden gezählt 408 768 Erwerbslose mit 453 647 Familieuangehöri- gen. Groß-Serlin allein hatte am 15. Januar 1921 an unter- stützten Erwerbslosen 94 670 und 81 665 Zuschlagempfänger, also Familienangehörige. Ein Ueberblick über die A r b e i t s n a ch w e i s b e- richte zeigt, daß die Zahl der Erwerbslosen mehr denn doppelt so groß ist wie die Zahl der Unterstützten. Für De- zember 1920 sind 811 347 männliche und 232 912 weibliche Arbeitsgesuche, also zusammen 1 044 259 verzeichnet, gegenüber Dezember 1919 ist das ein Mehr von 82 145. Sei den offenen Stellen tritt das umgekehrte Scrhältnis zutage, 503 869 von Dezember 1920 und 552 231 von 1919, also 48 362 weniger Angebote. An besetzten Stellen ist gleichfalls ein wenn auch verhältnismäßig kleinerer Rück- gang, 393 547 von 1920 gegen 400 947 von 1919. Noch schärfer wird die Verschlechterung der Arbeits- Marktlage herausgehoben beim Vergleich in der Prozent- rechnung. Da stehen für die letzten zehn Jahre 232 männliche Arbeitsgesuche an höchster Stelle und 143 weibliche Arbeits- gesuche an vierter Stelle, letztere werden nur übertroffen von den Iahren 1914 mit 158, 1915 mih 151 und 1918 mit 157 Arbeitsgesuchen auf 100 offene Stellen. Von der weiteren Veschränkung unserer Erwerbstätigkeit zeugt ferner der Verlust von 221 694 P f l i ch t m i t g l i e- dern der Krankenkassen im Monat Dezember 1920, nachdem im November bereits ein empfindlicher Rückschlag eingetreten war. Ein Gradmesser für die Ausdehnung der Arbeitslosigkeit ist auch durch die Feststellungen der Gewerkschaf- t e n gegeben. Für Dezember 1920 wurde bei einer Anteil- nähme von 5 544 558 Mitgliedern über 225 581 und für De- zember 1919 bei 4 496 756 über 131 710 Arbeitslose berichtet. Das ergibt auf je 100 vom Sericht erfaßte Mitglieder 4,1 Ar- beitslose in 1920 und 2,9 Arbeitslose in 1919, das sind 41 Proz. Steigerung. Aus das vierte Vierteljahr berechnet entfielen auf 100 Mitglieder 9,2 Arbeitslose in 1920 und 6.5 in 1919. Von 100 Mitgliedertagen waren arbeitslose Tage 2,4 im vierten Vierteljahr 1920 und 1,6 Tage in 1919, also eine Vermehrung � um 50 Proz. Die hier angegebene chöchstzahl Erwerbsloser von über 1 Million ist als ganz zntressend nicht anzusehen. Ein Teil der Arbeitslosen ist nicht auf den öffentlichen Nachweisen gemeldet, sie sind auch nicht in der Erwerbslosenfürsorge, müssen aber doch mit gerechnet werden. Das fseer der Erwerbslosen darf daher wohl ohne Uebertreibung auf 1 2 5 0 0 0 0 geschätzt werden. Leider müssen wir uns hier auf Schätzungen verlaffen, da wir keine Arbeitsmarkt st ati st ik haben, aus der mit Zuverlässigkeit der wirkliche Umfang der Arbeitslosigkeit zu ersehen wäre. Alle Statistiken, die wir zu Hilfe nehmen können, sind mir Teilaulnabmen dieses wichtigen Volkswirt- schgstlichen Gebietes. Vielleicht bringt die spätere Gesetz- gelsiing die Möglichkeit hier tiefer schürfen und zutreffendere Schlüsse auf die gesamte Arbeitsmarktlage ziehen zu können. Mit diesen Zahlen ist aber das Elend durch Arbeitslosig- keit nicht erschöpfend gezeichnet. Zu ihnen kommen noch die vielen Kurzarbeiter und Aussetzer. Nach Angaben einzelner Gewerkschaften haben allein in der Stichzeit Per- sonen verkürzt gearbeitet: 10 704 in Glasfabriken, 14 486 in der Suchbinderei, 8192 in der Schulunacherei, 96l in der Holzindustrie, 5000 in Suchdnickereien, 8830 in öffentlichen Setrieben. Kurzarbeiter und Erwerbslose, zusammen ge- nommen, machen sicher U/o Millionen aus Hierzu ebensoviel Familienmitglieder gerechnet, ergibt die runde Summe von 3 Millionen Menschen, die direkt unter der Ar- beitslofigkeit zu leiden haben. Dabei bleiben unsere Ziffern stark zurück hinter denjenigen vom Anfang des Jahres 1919. Das ist erklärlich schon durch das damalige gewaltige Rückfluten der Kriegsteilnehmer. Nach- dem der Waffenstilllland aber weit über zwei Jahre hinter uns liegt, gewinnen diese neueren Zahlen ganz andere Sedeutung. Sesinden sich doch unter ihnen viele langfristige Erwerbs- lose, auch andauernd wiederkehrend Erwerdsbe- schränkte, vorübergehend und chronisch Kranke, Aus- setzer, Aushilfs- und Gelegenheitsarbeiter, verkrachte Existen- zen und dgl. Sie alle finden jetzt seltener und weniger Ar- beitsgelegenheit. Die Erwerbslosigkeit ist fiir Hunderttausende von Staatsbürgern eine ständige Einrichtung, zur drohenden Gefahr und Not geworden, die natur- gemäß wächst mit ihrer längeren Dauer. Sie wird verschärft durch wachsende Teuerung, durch Krankheit und sonstige Not- fälle in der Familie, durch geringst bemessene Erwerbstätig- keit. Freimachung von Arbeitsstellen, Aushebung von Doppel- erwerb im engeren Familienkreis, durch weitgehende Serpstich- tung zu gegenseitiger Unterstützung der Familienmitglieder und anderes mehr. Die Folge dieses Zustandes ist dauerndes Elend, Schwächung der Schaffens- und Volkstraft, langsames Ser- kümmern. Geschäftige Unternehmer und Handelsleute mitsamt ihren treuen Schildknappen verschließen demgegenüber die Augen. Meist ungestört streichen Sesitzende ihre hohen Ge- Winne ein, führen Schieber und Wucherer ihr lichtscheues Handwerk und Schlemmerleben weiter, gewissermaßen als Verhöhnung der Not der Massen. Uebersluß auf der einen, Darben auf der anderen Seite. Die S c l b st s u ch t feiert hier ihre Triumphe. Von ihr wird ein großer Teil der Menschen in den Strudel gezogen, in seinem Tun beeinflußt. Hilfe aus dieser Misere kann nur die Hebung unserer Volkswirtschaft bringen. Ein Slick auf die internationale Wirtschaftslage zeigt, daß die Arbeitslosigkeit in allen Län- dern mehr oder minder scharf auftritt, besonders stark in Amerika und England. Es ist demzufolge nicht so leicht, hier Wandel zu schaffen. Schwierigkeiten aller Art türmen sich auf. Die Aussichten sind trübe für eine Vesserung. Unser Drängen gilt daher dem Nächstliegenden, dem Nächsterreich- baren. So begrüßenswert die am 17. November 1918 von den Volksbeauftragten geschaffene Reichsverordnung für Erwerbslosenfürsorge war, ihre Wirkung darf nicht überschätzt werden. Eine Veseitigung der Netlage der Er- werbslosen ist durch die Gewährung von materieller Unter- stützung unmöglich, da sie eben nur Unterstütz u n g sg e- Währung und nicht die Bereitstellung von Existenzmitteln sein kann. Selbst in der Entlohnung der Hand- und Kopsarbeiter ist heute noch nicht die Garantie eines Existenzminimums gegeben, wieviel weniger kann sie bei der Unterstützungsgewährung zur Durchführung kommen. Die Hilferufe des Volkes gelten auch mehr der A r b e i t s b e- s ch a f f u n g wie der Unterftügungsgewährung. Sicher hätte für die Milliarden verausgabter Unterstützungelt in den letzten Jabren manch gutes Stück Arbeit, manche produktive Tätigkeit entfaltet werden können. An Arbeitsgelegenheiten hat es im Lande noch nicht ge- mangelt und wird es sobald nicht mangeln, nur müssen recht- zeitig die richtigen Wege für ihre Freimachung beschritten werden. Mehr Arbeit wie bisher ließe sich unstreitig schassen Das Volk muß von der so deprimierenden, die Volks- kräfte zersetzenden Unterstützungsseuche, durch Schaffung von Arbeit erlöst werden. Das ist, wenn auch nicht von heute auf morgen, so dock) für die nächste Zeit, durchführdar. Die beste Erwerbslosenfürsorge ist Arbeitsbeschaffung. Deshalb: Schafft und leistet Arbeit! einen neuen Gcschästssührer zu wählen. Aus der Tagung waren 146 Vereine durch 276 Del.-g>rte vertreten. Die Wahl siel ein- stiminig auf E v e r l i n g- Homburg. Als Prokuristeu wurden Albert- Ludwigshafen a. Rh., Lodden- Eßlingen und Borg- n e r- Bielefeld gewählt. �_ Arbeitsvermiitlung. Wie der Krieg selbst hat die Nachkriegszeit eine Fälle von neuen Organisationen beschert. So sind feit dem Ende des Jahres 1919 auch die L a n d e s a r b e i t s ä m t e r ins Leben getreten, deren Arbeits- bercich in Preußen im allgemeinen mit den Provinzen zusammen- fällt. Will man das Tätigkeitsgebiet dieser neuen Behörde mit einem Wort umreißen, so tonnte man sagen: Ihre Aufgabe ist die B i- Wirtschaft ung der Arbeit stir den Bereich der Provinz. Im einzelnen ergeben sich daraus für die Landesarbeilsämter vorläufig vier Hauptaufgaben: Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, Arbeits- befchaffung, Arbeitslosenversicherung. Die älteste und zurzeit noch wichtigste Ausgabe besteht in dem Ausbau der Arbeitsvermittlung, der Organisation des Arbcitsmarktes. Auch auf diesem' Gebiet haben die Arbeitsämter noch manches zu tun: Ausbau des Systems der Arbeitsnachweise, wo es noch Mängel aufweist. Besonders auf dem Lande fehlen hier und da die ösientlichen Arbeitsnachweise noch gänzlich. Berfelnerung der Bernüttlungsarbeit. Das Ziel muß fem: Den rechten Mann stets an die rechte Slclle zu bringen. Davon ist man aber in Wirk- lichkeit noch weit entfernt. In den großen Städten sind die Arbeits- nachweise zu wenig zahlreich, zu wenig dezentralisiert, zu sehr über- laufen. Die allgemeine und fachliche Bildung der Bermittler läßt häufig zu wünschen übrig. Es wird nur zu olt mehr auf die großen Zahlen als auf die Güte der Vermittlung gesehen. Aus die Mit- nnrkung des Arztes tmd des Psychologen wird meist noch verzichtet. Kurz: trotz rrnsicr Arbeit und wesentlicher Aerbesierung sind die Vorwürfe der Gegner der ösientlichen Nachweise nicht ganz unberechtigt. Ferner und besonders da, wo die Vermittlung sich nach der Natur der Dinge nicht ans einen Ort beschränken kamt, vielmehr ein Ausgleich von Angebot und Nachfrage über die ganze Provinz hin erstrebt werden muß, sollte das Landesarbeitsamt die Aermitt- ltmg selbst in die Hand nehmen. Regelung der Arbeitszeit. Amtlich wird mitgeteilt:„Der Entwurf eines Gesetzes über Sie Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter wird vom ! Reichsarbeilsministerium nunmehr in Kürze dem Reichsrat und Vor- � läusigen Reicbswirtschaftsrat vorgelegt werden. Diesem Gesetz- entwurs soll sobald als möglich ein weilerer Entwurf zur Regelung ! der Arbeitszeit der Angestellten folgen. Die getrennte Bc- I Handlung beider Arbeitnehmerpruppen erklärt sich aus den Vcr- > pslichtungen, die der deutschen Regierung aus ihrer Teilnahme an der Internationalen Arbeitsorganisation beim Völkerbund erwachsen und die eine beschleunigte Vorlage des Gesetz- enkwurss für gewerbliche Arbeiter erfordern. Die zeitlich getrennte . Vorlage der beiden Gesetzentwürse hat_ in Angestellten kreisen die Befüichtung veranlaßt, daß damit eine S ch l e ch t e r st e l l u n g der 'Angestellten bei der Regelung der Arbeitszeit beabsichtigt sei. Dos ! Reichsorbeitsministeriiim legt Wert darauf, festzustellen, daß diese Befürchtung gänzlich unbegründet ist und daß die Regelung der Arbeitszeit der Angestellten in gleicher Weife auf der Grundlage des Achtstundentags erfolgen wird, wie die Regelung für die gewerv- lichen Arbeiter." Oesierrelchlsche Handelsverträge. In Deutschösterreich fängt man jetzt an, mit den Nachbar- und Nachfolgestaaten Handelsüberein- kommen abzuschließen. Dom Dezember 1918 bis zum Sommer 1920 hat man vorwiegend Kompensationsverträge mit dem Auslande ab- geschlossen. Seit dem Sommer 1920 ging man zu dem Abschluß von Kontingenwerträgen über Bei diesen ist im Geaenlatz zu den Kom- pensationsverträgen nicht mehr die Lieferung von Ware gegen Ware vorgesehen, sondern beide Bertragsgegner sind verpflichtet, für be- stimmte Warenkontingcnte die Ein- und Ausfuhrbewilligungen zu erteilen, während die tatsächliche Lieferung dem freien Handel über- lasien wird. Derartige Kontingentverträge sind abgeschlossen mit Jugoslawien, Rumänien, der Schweiz tmd mit Deutschland. Mit I Bulgarien wurde ein Abkommen mit wechselleitiger Meistbegünsti- i gung abgeschlossen. Das mit Ungarn vereinbarte Handelsüberein- kommen konnte wegen politischer Differenzen(Abtretung West- Ungarns) bisher noch nicht unterzeichnet werden. In der nächsten Zukunft sind Handelsverträge mit der Tschechoslowakei, mit Polen, Italien und Griechenland zu erwarten. Die österreichische Handels- bilanz war im Jahre 1920 mit 75 v. H. passiv. Es ist auch kaum zu erwarten, dakt dieses V-rhältnis sich in absehbarer Zeit ändern wird, solange die österreichische Jnd Orie unter dem Kohlenmanqel zu leiden bat. Ein wirtschoslllcher Miederansbau Deutschösterreichs ist ausgeschlossen, solange nicht die Industrie und das Verkehrswesen genügend mit Kahle versorgt werden. Gericktszettung. Die msiitärislhe Grußpflicht. Interessante Erörterungen über das Wesen der militärischen Grußpflicht bei Begegnung mit einem Borgesetzten kkiüpften sich an eine Anklage wegen schwerer Gehorsamsverweigerung, die gestern vor der 4 Strafkammer des Landgerichts 1 oerhandelt wurde. Der zum Reichswehrministerium kommandiert gewesene Osstzierstellver- treter Johannes M a i e r ging Ansang April 1! durch die Belle- vucstraße: als der Major v. Colt an i an ihm vorbeifuhr, unter- tieg der Angeklagte jede Lri von Ehrenbezeugung und wurde des- halb vom Major zur R-de gestellt. Ein zweites Mal wiederholte sich derselbe Vorgang. Der Ang-tlagte behauptete nun folgendes: er habe aus ganz zuverlässiger Quelle erfahren gehabt, daß o. Col- lani im Offizierstasino sich in einer scharfen Aeußerung für die Sit Soziales. Tie E tv.rkSlosenuuterstulznntz. . Wie das Reicvsarb.'nsmlnisteiium miiteiti, bleiben die zurzeit aeltenden H ö cd st s ä y e der Er w c r b s l o i e n n n t e r st ü y u n g, die als erhöhte Wknteriätze zunäcbst nur bis zum 81. März 192t Geltung haben sollten, auch noch im April in Gellttng. Außerordentliche Generalversammlung der G.L.G. Eine außerordentliche Generaloersammlung der Groh-Einkaufs- Gesellschaft Deutscher Konsumvereine tagte am 14. März in Frank- furt o. M., um für den veiftorbenen Gcschästssührer Seifert am K a p p- P u l s ch beteiligten Ossiziere eingesetzt und sich dahin geäußert habe: die Offiziere sollten sich trotz des ergangenen Haft- befchls vor den General v. Lüttwitz stellen und der Regierung die Faust ins Auge drücken. Ter Aiigeklaate erklärte vor dem Kriegs- gericht weiter, er habe hiernach den Major v. Collani für einen Offizier gehalten, der sich außerhalb der Verfassung gesetzt Hobe und zu denen gehöre, di> nach einer Aeußerung der Regierung aus dem Heere entfernt werden müßten.— Das Kriegsgericht hatte den Angeklagten freigesprochen und urtct ausführlicher juristischer Begründung und Betrachtung der verschiedensten zu beachtenden Ge- sichtspunkte dargelegt, daß ein strafrechtlich zu ahndender Un- gehorsam nicht vorliege, da die diese Materie, die Grußpflicht usw. regelnden Verordnungen der Reichsreaserung vorn 10. Januar und 29. Mai nicht Befehle in Dien st fachen seien, sondern das außerdienstliche Verhalten der Ai gehörigen der neuen Armee regeln. Nach diesen Verordnungen soll der militärische Gruß nicht ein Zeichen des Zwanges und dcr Unterwürfigkeit, sondern der Aus- druck der Kameradschaft sein und es fei an Stelle des Gruß- Zwanges des Untergebenen die gegenseitige Grußpflicht getreten. Es lieg« kein strafrechtlicher Ungehorsam, auch keine Beleidigung und keine Achtungsoerletzung vor.— Gegen das freisprechende Ur- teil des Kriegsgerichts war Berufung eingelegt worden, über die nun die Strafkammer zu befinden hakte. Der Staatsanwalt bean- tragt« die Verurteilung des Angeklagten zu drei Wochen Mittel- orrest. Der Verteidiger hielt dagegen die vom Kriegsgericht geltend gemachten Gründe für durchaus zutreffend. Der Angeklagte sei daher freizusprechen, eventuell der K 2 des Amnestiegesetzes vom 4. August auf ihn anzuwenden.— Das Gericht erkannte auf Grund des Amitesttegksetzes auf Einstellung des Verfahrens. Oberlandesgerichtsrat «nljeti). sachgnniiße Rechksbercminz, Abwicklung ichwirachl« IZälle. Slje, Mbnenten, VeNrauenssacheii, lErmlttilunacn. Potutaner Str. IIS. Uiigcnv 2494, Direktor Feblsch.• Kleide Dich billig, elegant! Jaekett-JlnzOge. Cutaways. Uhler teils aul Seide, früher bis 1200 M. Jetit für 400— SOO XI. Ferner Domen. 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Bilflt, Nrchard, Polntner, Güntiier, Holl, S:Mege') (>yt«rsaU«na*r9 Karfreitag t Rauach Berliaer Theater Wiedaraurtretm von Fritzl Wlassary JlOKlftnß >/tR: Frltai Kasury Waarnani, Emmi Sturm, (tehkbst, Mper Karfreitag i Einmal. Oasispiel des Th. i. 4. kbnlggrSner Str.: Salome lorxlta. Hanau) u.' IriaBon-tliKtep � leapoldino Konsrantln In |bi«4�«Bf Usch Alt de. Abbe Cliaitcuncnt und in AhacbiediuHHiper Karfreftao; vi- fieeeUachatt 4er Ahne ChareaunCuf Sonntag nachmitta, 4 Uhr. Evchen HUmbrecht � IMIeu-Mr£'• Ida WUot int Lady hinteres Fwtier Adele Sandrat h, KStha llaach.JnltushalheBStetai, Arnold Korff. SermtagtUhr: Die Freundin MhaM Varldle.Cnf* Jnoritzplatz OrnafenalraCe»3 S4 l äglieh ü Uhr. EDka-Oregramni Volksbühne I heater am Baihurplatz 7 Uhr: Dan Poatnmt und Die Komödie der Irrungen I-Ttieafer 7'/,uhr0erFranenmot| (Dorach. Satiner Jttnkermann) Karlreiiag 7; Peer Oynr Sbd. I'l,-, Der Prnuentnut| Sonntag und Montat i: Frau warfen» Qewerba Sonntag und Montag 7'.t Kln Idealer ti.tte (Durieux, Götz, LoO») Dtgtsehes IBnstler-Tlicater unr'tScheidunpsreise mit Max Adalbert Karfreitag 7".; derpenater (Loos, Lossen) Sbd l'f..: Die Scheidungpreise Sonntag und Montag 3 PyRDlftilrm V'jU.: DieScheldongsrelae (Max Adalbert) Dienst ZUM 200. Male: _ Die Scheldnngsrelse Genirnl-'Fbeater IM u DiePostmeisterin I>eut»rhpps OperohmiM ? üt: wiihefm Teil Frlbdr. Willi elm.t.'Fb. t'/.unr üebelt die Tänzerin Kl. Sehauaplelh.nn i'/. uhr Reigen K.mlHehi- Ober Zloeunerbiot SOtWtpg ErSfauffÄftfujtg: «gLoderCfteii" IduaUMplelhaatP Wi Uhr; Arnold Rleck in Die Mausefalle Metro Roä-Tlieat�p Geschiossen bis Sonnabend Sonrtlag,??., 211m 1. Maie Uhr Die blaue Mazur iFMeftl"/,: ilollandweihchen Weuna Opnrrtttbnthcat. Fritz Werner Uhr- BeHieiieiiile EhemanH An bcidsn Fcieru�en SVg Uhr: Walzcrtraum bleues\ olfcwthe»ter 7•/. unr. Der Parasit Mrlilller-Thea«. Ulmrl. T-z-v. Jeliclifl! Gebert Th.Ua-Tliant�p /v.uhr Mascottchen Th.atu\ ull endo i-f p lala IV. Uhr: Der ErMörster ' unr Mein Leopold VK.ater den Wenten« -'/.Uhr; Sebwaibenbochzeit Karfreltaili Die Schöpfung (Stolzenberg. Laitbenthal) Tk.i.d.KomniandHnleiistr. ivs u.. De? 7erjijü|te Aäetir W.lliier.The.trr iv.uhrDleTanzgrafin Walhalla-Theater m-. Vogsihändier Tbe.tar am Hntibuaertor Tel.;»loritapi. Mg 14. Tägl V'j u Sonntage nachm. J Uhr Elfte-SKnger Salt 1. i.1.Neues Pragramm. u. a.t Durcha.Hlalaatnt oder Zwang*. «InquartUrung. Sonntag raChm. halb« Preise VorverE.(4gl.i 11.(>Z» u. 4-h an der Theaterkasse ü Leipziger I Straße f\(SnHtelknionnadtn) komische Oper Bb Ostersonntag: Sommerspielzeitl 7'/» UHe CrstausfiiHrung Th Uhr „Cuderchen" Schwank hon Toni Lmpetdoe» Else JölMer-.«. Mz SilzWib«. G 5vii6?T»etinZt»itullgeii sei fisTvorKe ia 25, Hirz StsnabRiid, den ZS.Mlrza.... 7 Uhr|/ uhr Hm 2Aiiffilhningßn!| ginnialigeAuftObrs.! üpoUo-Thealerl 7':- Direktion: Ja m e» K I ei n.?V, Nur noch 7 lade! Das große Ausstattungsstfich In 4 Bildern W« Marry's £iebesleben mit der weltberühmten| Saharet ais Gräfin Dubarry. i Uebef ISO Mitwirkende!— Sonntag 31/9 das I ! vollst. Stuck mit Saharet.— leder E:wtchsene] I Kind frei!— Vorv rk ab 10 Uhr ununterbroch. [ VolkäKtüek mit Gesaoe l 'tm Ad. L'ArreDcel l« Ep SrlMIKtti»? Ics j iNn KiIIrii Tknhn MtisiU von Blal. j I Welgeff; Henry Bendir a. u. j von Horm.oudermann ISrif Trstt Adolf tlefr ■a. a.t Uni: tilss Hecht a. O Osteraonntag itehm. Zlj» Uhr. E VA"1 >» Ostermoniag aaehm. 31'. Uhr: Ijsr JuxMi Abends/ Uhr Wenn LieOe erwaeiit.. i' o 1 i c» Caprioe * Oranlenb.Tor. Tel Nd.SMU Heute'/sS zum I. Male: Der hensche Josef Posse v Louis Taufslein Sein Modell Skeiach v Lorenz L. Sttobel Am Badestrand Burleske m Gesang u Caprlce. Schall und PiLllcb IN tMoUen Si:hauspie.'naii> Telephon. Norden gt4J Kons 7V, U.. Beginn S1/, U Kort Warnebold Isabel Hetma und das pßg Härz-Prograiiiffl CinTi Isprcise von.V- 3J M. Äämtrals?alast t". Die roten Schabe Moroen: keciic Vorstellung ÜEiclislitil.-ThcatPi Abends?>/, Uhr und sn beiden Feiertagen nachm. ,) Uhr: Anweisung liir dir Abonnenten ue* „Vorvlns" zu allen Vorstelluncen für 1s»« BiHatta zur M ti i f t• das Ka s s e h p r a i a a s. ßvuoabotid sovrla ttnd M. Aufychi»�. ■staisfteet Ellies Ttealers Unter den Linden 44 Casanovas Sohn • ugen Burg, Mady Christians, heinr. Scnroth, llans Atbcra. Karfreitag: Liebelei Stg j', Pfcrrhauskomödl« Clrcus Busch Sarrasani Tägl i V. euch Karfreitag / U.: PrBrie und Pußta An a'en 3 i-eier asen n uchsUhrm�hmittadx ORMNI ItochbahRlinlSchles Tor On Aiientfuer in Atianiic mit kl. Birkholt v. Residenz- Theater in Berlin u. Cläre FrbbUeh v. Tnanon-Theater in Berlin. Dazu Oer große Varielt'.Sp'elplan In ersten Stock: EnfxQckende Tanz. Diele | an cinigenWochentagen noch an Vereine und geschlossene Gesellschaften zu vergeben. i 14 Th Uhr: Der Strom RSnigstadt-fheater rtatanhsl JannowItrbrOcke Tägl TD Oala.Snnger Im Ballsaal TAN*__ Casino-Theater LathrlngerStr. 37. Tägl.'/,» Trotz de» graBen Erfolges nur noch kurze Zeit Der Sensation*• Schlager Der Großfürst i Am V. und 2. Ostcrleiertag nachm. 3Vz: Höllenqualen 1 | Uglich Konzert in Ihren eigeaen heim j Ccneralmuslkdlrektor LEO BLECH schreib/ am 23. Dezember J920 den nach- aiehenden Brief, der viele Leser sehr inier- essieren wird:„ich habe dauernd Qelecjenheii gehab/, mich übet die OpölUai Ihrer Neu- Aufnehmen zu orien/ leren und freue mich auj richtig, ihnen sagen zu können: Ich jinde Sic nichi nur anhaliend bemüh/, Ihre Erreug- nisse auf der bisherigen wahrlich nicht geringen Höhe zu halten, sondern kons/atiere immer wieder die bedeutenden Fvr/schrit/e Ihrer Fahr Ikaie. Ich s/aune immer wieder darüber, wie es Ihnen gelangen ist, die HebengerSusche auf das denkbar geringste Mass zu reduzieren und so die Wiedergabe zu einem Wirklich Ssiheiischen Genus* werden za lassen»** LkWIIA Womening m Bteuererficrnug m Zived Der einloratnen- fteoeioetoniGgong ffit öß$ Heßjaungsjaljr 192«. Aus oürunö des g 39 des EinkommniNeutrgrletzes und her Vrrekdmtng des Reichs rninliieks der Finanzen Pom 1. Fe- bruar 1921 werden alle Deutschen und Nichtdeutschen, die I. im Bezirfe der unterzeichneten Finanzämter Wohnsig— dauernden, auch imr vorübergehenden->» Ausenrhalt baden, 2. rhu» im Rezlrf und Uberboupt Im Deutschen Reich Wohn» siz und Ausenihait zu haben, L) im Bezirke Krunddelch haben oder ein Sewnb, oder eine Erwerbslältgleit onsliden, d) au» öftentüchen innerhalb des Bezirken geleaenen Aalfen mit Nückfichl aus srllher» ader gegenwärtige dienstlich« oder bernslich« Tätiglell Bezllge erhalten, soweit ihr«inlommen Im Bolenderlohe 1920»der in beut irdhrend dieies Kaien dersahres endenden Wirtichaftssahr mehr qls Ivosa M. betragen hat, nttsaesordert, eine Steuer- »tflätunq noch MaKgabe und unter Benukuna de» amtlichen Vordrucks tn der Feit vom 1. bis 30. April 1021 bei dem für ihn zuständigen Finanzamt adzugeden. Dem Einkommen de» Ehemannes ist da? Einkommen feiner Ehefrau, losern die Ehegatten nicht dauernd getrennt leben, zuzurechnen, ebenso da» Einlommen seiner zu seiner Daus- Haltung zahlenden Inindcrlährigen Kinder letgene Abkömmlinge. Stles-, Schwieg er-, Adoptin- und Pslegerinder sowie deren Adlömmlinge). sonivll sn sich nicht am Urbeilselnlomraen Oer Binder hnndelL Die Sleuercrk.ärung ist für eine Person a) die unter clter'-ifiet Sewalt oder Vormundschaft oder Pllrgschait steht und selbständig zur Einkommensteuer zu veranlagen ist, von dem Träger der eUerlichett Gewalt, dem Vormund oder Pfleger, b) die nach dem l April 1020 perftorben ift, IdWeil ein leflamenlnbollltrecker oder ein Nachlaßpflcger die Venraliuna de« Nachlasses üdernomme» hat, pon dielen Perlonen. Isnli von den Erden. c) dl« durch Abwesenheit oder sonst Berhtnderte, durch BeoollmSditigte, abgugeben. Die amilichen Vordrucke für die EteuererkTäruna»eerden zugesandt werden Für die hiermit Ausgelorderten besteht aber auch da-m eine Becpssichlunz z»r Steuererliärung, wenn sie einen Vordruck nicht erdaite». Alsdann— etwa vom 10. April ab— müssen sie sich ihn selbst bei dem für fie zuständigen Finanzamt abholen. Die Einlendung der Steuererklärung durch die Post Ist zu- lässig, gelchiehl oder out Seiahr de» Steuerertlärunaspssickligen und deshalb zweckmässig Miiiels Einschreibdri-I«, Dir Steuer- erliärung lann mid> mUnftlich bei dem zuständigen Finanzamt während der Se!chä|I»st»r.den von pormittag» 10 bi* 1 Uhr zu Protokoll adgegrden worden. Dem Steuerpssichtigen Nehk e» frei, die sehten Angaben in der Slenercrilärung zugrunde liegenden Elnzelderechnnnge» und andere zum Verständnisse seiner Aug' läuterunaen und ssusäke in die f beizufügende Anlage auszunehmen. ftst ein Einkommen aus Srund belan derer Buch»»her Sa- Icheiftsabschlüsse oder aus Srund von Bilanzen ermittelt, so lind Adschritten dirler Buch- oder Seschästsabschlüffe oder Bilanzen der Steuererftärmtg delzusügen. Soweit» sich um Esiiiommen handelt, da» nur durch Schähung erinirtelt werden tann, steht c» dem Sien erpssichl igen frei, bte Echäguna solcher Einkommeusleile selbst oorzunehmen und unter Miltrininq der Tatlachen, auf die sich die Gchäkimg gründet, beten Ergebnis in die Stenetertlärung einzutragen oder nur die Tallachen anzugeben, die er zur Erniilifimg de» Einkomiiiens deiznbrinaen vermag.(Wer die Eleuererftärung bei einem anderen Finanzamt abgibt, soll diese» und den Stund dazu mitteilen.) Wer die Frist zur Steuererklärung persäuuit, wird zur Abgabe mit ifteibifralan di» zu äOO M. angehalten; au« lann ihm ein Zuschlag bi» zu 10 v. H. der endgüilig sestgesehten Steuer auserlegt werde». Wer zum eigenen Vorteil oder zum Vorteil eine« anderen ..... ich dcwirit, daß die nach dem EinkommenNeuergeseße zu *£> farlete-Si hfer/ Operette/ lAtüer/ Mlrtoli«/ TRwt« Dtklamatfcnttt/ Belöge sSag»/ Cacttt/ CJaort lnitruzseii»&lBOU/ Orohcator GramtnophOR-Spezisüiays vi Berlin nnr W 8• FriedrtdistraOe 189 Prsepekte und Verspiel ksetsnlss Anaaden dienenden Er- d!e Sleuertiärung oder tn eine hwierziehuug lachen Beiragr der hinterzog WWBM lann anl chesönauis einer Seldstrale im liins- . zwanzig- trnde Einkommensteuer verkürzt witd.wird wegen Stauer- W..... fünf- ei» «straff Seidstrafe tann auf tvslSnauia lind unter Ui Aerlnst dar dLrgerkiehan Ehranrachfa lowie aui Saknnnt cnen Steuer bestraft. Reden der > und unter ilntstöohen mir enlti mit lachen Beirage der Seidstrafe' A erlast 0.... rnachuag der Beitrainng auf Posten de» Verurteilten erkannt werden,(g HB des Eintommensteuergeseßr« und gg 359 ss. der Re>ch»abgad«nordnung>. Wer sahrläfsig als Stcuerpssid'iiaer oder als Vertreter oder bei Wahrnehmung der Augolegenheiten cines Siruerpfllchtigcn bewirkt, daß die Einkommensteuer der- "' einer Seid- wie die _»7 dec Reich sodgadenordnung). Außeidem werden lämtlick« Perkonen, a) die im Jahre 1020 und später vorkLufige Einkommen, Iteuer entrichtet haben, h) denen im Jahre IS2V und ipäter Sehalte-, Lohn- oben Pensionsbeträge für die Einkommensteuer«indchallen worden sind, anlgesordert, gleichzeitig mit der S«M)-rerklän,ng Über dle En!» lichtuna der vorläufigen Einlommeisiieuer und du Sindehaliung der Seha»»-, Lodn» und Pensionsdeträge nach Maßgabe und unter Benngung de» der EL s. anliegenden(dlau-n) Lordrucks Auskunfl zu gehen. gleichzeitig mit»er«InkommenstanararNSrnng Ist die steipitularlragsfleuarerftSrung gemäß der össenNlchrn Botanntmachunz vom 23. Februar INI gdjugedrn. Berlin, den 21. März 10? l. Die Mnattziimter N— XVl Berlin. IimIdB Uffnpf 1 M u-s leitgedrucklt Won I,» M.(zulS.sig ocAICS KUll 1 Iii. 2 fettgedruckte Worte». Stellengesuche und SchiafsTCUenunzcfgen ans erste Won ileHgcdrucfct) l M.. lade« neliereWofiw Pig. Warle Uber Itstuchsianen zählen doppell | Kleine Anzeigen| 0 NWmmer'mäMe* KlS 5 Ultf nLClllllltt3g8 in der Haupt•Espetllllon de» Vorwärts. Berlin Z»«A. binden- -trasi-e:i»o reeeden werden. Gcöllneivon 9 Uhr trlili bi» t Uhr abends MMMIIW Hereenanziige,(pomntec- pdlrtofs,»ooerlroal», ftbfs«. Fliede»»stoff«, Halste heruü- geseßt. jlei»e Lombordware. Lechba»» Rcsssulhalerwr. Et» »lenftfaße Zil?,/d. Ecke Rosen. thalerstroße. �______» Abeisir.erpnmprn,(Bruck- pumpen, Sauger, Rohre, ge- tiruud>.e,»«ne, spotldillig. S.stroeder, Hochstraße »tsunexerteqeo»! streu?- tüchsc HZ. Netsüdsse 73 Ä. an, Alaskassichs»,.ssostelsüchse lowie älle anderen Pelzarien, Pelzmäntel,'U-a zu dc'deu» tend heradgeleßien, IpottdiLi- >re» öommerorellen. stein« Lomdarduiate»! Leihhans! ., Sorschanerslraß« 7. U2ft* K«m»le!»ee« stcftenaagca, Radeilchiitten. litfogcdPer, bis Hschheeeschastliche.Herten- garderode, Sehrocianzllae, Aackellanzüge, S.'Ounerpsie- peidast bissig. 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Die Banditen selbst sind meist halbwüchflge orschen. An Einzelheiten ist zu berichten: Zn Vogutschüh-Siid fand gestern ein« lebhaste Schießerei statt, fmlbwbchsige Vursthen hatten h W Blasien zusammengerottet. Die hefonoeaea Element««vollteu izwisch.-�reten. da fiele« etwa ZS bi»(ll Schusse. Die chießerei hielt die ganze Rächt an, wsthrend die Sokol» die Straßen irchzogen. aus offene Fenster schosien und sich ein besonderes Der- »iigen daraus machten, die Lampen auf polnisch auszulöschen, d. h., durch Schüsse zu zerstören. Zn Zabelkau. Krei» Ratibor. wurden x Lehrer Görlisch und der Kaufmann kehrhald durch Schüsse an der Straße her gelötet, al» fie mit dem Pfarrer rionka Skat spieneu. Schwere Todesopfer fordert« ein Gesechl sif chen Landjägern und polnischen Banden, das in Kars bei Beuchen ztifand. hier befanden sich Landjäger in einem Hanse, wohin sie h gestern abend uor einer anstürmende» polnischen Band« flüchten nhteu. Dies« umstellte da» hau». E» entstand eine regelrechte «lageruag. bei der sich die LandsSger wehrten, di» st« chr« Muni. m oerschosien Hollen. Als die Veblgerte« fchveßlich da» Zeuer einstellten, griff die enge die lleberlebenden an und mißhandelt« sie schwer. rei wurden dabei schwer oerletzt. vUher find zwei L and- ige« und 5 Banditen(Ol gemeldet. Ein funtentelegraphischer Notschrei. Satlomih. 23. März. MTB.j Dl« deutschen Vax. • icn vadSewerklchasteo Vberschlefleu» haben folgenden uatspruch.An alle" abgesandt: Zkochdem die Pole» in der oberschlesische» Volksabstimmung «t erlegen sind, übe» sie von der polnische« Grenz« ausgehend menüber der deutschen Benölkernag in den Landgemeinden den ngehenerlichsten Terror an». Mehrere Deutsche find seit >r Abstimmung ermordet worden, hundert« von Arbeitern find m ihren Arbeitsstätten vertrieben. Vi« Vevölkernng strömt i lausenden in die überfüllte« Städte, hunderte von Vet- >vndek«n suchen Schutz und hilf«. Die Zuterallileele om Mission triffl ebensowenig wie im August 19 30 iohaahmeu gegen den Ausruhr. vi« deuksche Vevölkecuog lst Sllig hilflos dem verbrecherischen Treibe« d« Polen anege. efert. Mir fordern von der ganze« Snlturmelt die Ei«. irtnng auf die Znteralliierte Kommission, damit dies« barbarsschen »stände sofort beseillgt werden. » Satlomitz. 23. März.(DA.) Die Abstimmung in S i esch e. ald ist auf ein« ungeheuerliche Weis« beeinflußt worden. Am onnabend von 8—12 Ahr nacht» und om Sonntag von 4— 8 Uhr orgen» ertönte andauernde» Trommelfeuer um den Ort, Polnische urscheo verkündeten: Wer deutsch stimmt, kann' sich ausmalen, was «n danach erwartet. Auf diese Weise sank da» erwartete Ab» imn�ngsergebni» von 70 Pr oz. aus 30 Pro j. eutsche Stimmen. Am Montag durchzogen mit Gummi. üppeln auegerüstete Banden den Ort und kündeten an, daß Rektor ücke, Lehrer Fabian, Konsumverwalter Siebenhardt und andere lonnte deutsche Persönlichkeiten an einem Strick von Stroh und ter Lorantritt einer Musikkapell« durch den Ort geführt und dann 'schössen werden sollte». Selbstverständlich wartet« niemand r Bedrohten, bi» man ihn abholte, sondern verzog stch auf schnell» rn Weg« nach Kattawitz. Auch in Ritzschschocht ging«» am !ontag sehr lebhast zu. Auf dem Kirchturm hatte man«in« weiß» te Fahne gehißt. Die beiden polnischen Kreisschulausseher Rettor aron und Lehrer Krofczyk hielte» Ansprachen an da» Bolk. Auch er hieß e», alle Deutschen müsien bi» 12 Uhr nacht» draußen sein >«r sie würden erschossen. So floh auch hier alle» nach den nitzenden Mauern von Kattowitz. In Schoppinitz wurde am Montagabend um 8�S Uhr beim Hausbesitzer und Maschinenwärter tegor eine Handgranate in die Wohnung geschleudert. Zum Glück fand sich die achttöpsiz« Famil« im anderen Zimmer, aber die mze Wohnungseinrichtung wurde vernichtet. Le Mond verspricht endlich Hilfe. Oppeln. 23. März. Im Auftrage der Rei'chsregiernvg st der deutsch« Bevollmächtigte, Fürst Hatzfeld, heut« abend rüstest« Borstellungen bei der gnteralltierten Kommission egen der Zustände im oberschlesische« Industriegebiet erhoben und »fortigen militärischen Schutz der B«völk»ung gegen , polnischen Gewalttaten verlangt. Di« Interalliierte Kommission it daraus zugesichert, daß TruppenverstSrkungen nach Katto» ig und Beuthen entsandt werden. Dt« Truppen werden heute noch i ihren Bestimmungsorten eintreffen. der /l.d.G.V. für ei« uazeteiltes Gderfchlesien. Der Ausschuß des ADGB- beschloß in seiner Sitzung vom 5. März folgend« Kundgebung: Der Dundesrnisschuß de» Allgemeinen Deutschen Gewerkschaft». irnde» l,«grüßt den Ausfall der Volksabstimmung In Oberschlesien !e einen Bemei». daß die groß« Mehrheit der Bevölkerung diese« ndustriegebietes lelbst von der Notwendigkeit de» verbleiben» m Deutschen Reiche überzeugt ist. Der Bundesausschuß spricht die Erwartung av»i daß der Mehr» eitswille der dortigen Bevölkerung auch von den alliierten Mächten ispekttert wird und Oberschlesien ungeteilt bei Deutsch- and verbleibt. Jede Zerreißung Oberschlesiens würde nicht nur Deutschland in seinem Wiederaufbau und in der Erfüllung seiner im iriedensver trage übernommenen Dervflichtungen auf» schwerste emmen, sondern auch die wirtschaftliche Entwicklung der dortigen. an Deuffchkand abgetrennten Gebiet« gefährden und dt« sozial« olitischen Errungenschaften der betroffenen Arbeitnehmer ver» ichten. D«r Bundesmlsschuß nimmt mit Entrüstung Kenvtni« von en auch nach der Abstimmung fortgesetzten polnischen >''»0! Handlungen gegen deutsch« Gewerkschafter, die sich ergeben» um ausreichenden Schutz an die Interalliierte Komwisilon ernandt haben und nunmehr in einem öffentlichen Aufruf an dt« esamt« Bevölkerung appellieren müssen. Der Dunde»au»schuß ver» chert die Gewerkschaften Oderschlesten» seiner tatkräftigen lilf« und wird alle geeigneten Schritt« unternehmen, um den b?» rohten Brüdern den erforderlichen Schutz zu sichern. Georgsens vergewaltsguna. Pari». 23. März.(ETZ ver Präsident de» georgischen Staates loedanla und der georgisch« Minister de» Aeußern sind in lonstantinopel eingetroffen, da sie Barum durch die Be» chung durch bolschewistische Truppen schleunigst verlassen mußten. Die NelchsbontmMiarAe» An der französischen Presi« wird immer lebhafter, augenschein. sich aus Grund von Inspirationen durch die französisch« Regierung, gefordert, die Entente soll« den Sold bestand der deutschen R«ich»bant einfach beschlagnahmen« um so die Milliarde«in» zutreiben, deren Lieferung bis zum 23 März von der Wiedergut» machungstommisiion verlangt worden ist. Der Goldbestand der Reichsbank ist ober nicht Reichseigeotum. denn jüe Reiche» dank, an der das Reich beteiligt ist. ist Nicht ein« rem staatlich« Ein» richtung. Di« Bestände der Reichsbant find deshalb auch bisher von den Besatzungsbehörden als Privateigentum respektiert worden. Wenn nun die Entente wirklich dem Borschlage der Pariser Presie folgen würde, so würde das einen neuen Gewaltakt bedeuten, der außer der moralischen Wirkung eine» Rechtsbruchs auch eine unge» (teure finanzielle Wirkung auslösen würde, lieber die Tragweite einer solchen Maßnahm« in finanzpolitischer Hinsicht wird uns geschrieben: Der Goldschatz der Reichsbank beträgt zurzeit 1 091 449 000 M.. was einem Betrage von 13 Milliarden Paptermark enffpricht. Der deutsche Notenumlauf hat SS Mil» liarden erreicht. Nicht nur im Interesse Deutschlands allein würde stch dl« Reichsbank einer Forderung nach Hergabe des Goldschaßes bis zum äußersten widersetzen. Ein« gewaltsam« Wegnahme wäre zweifellos ein Bruch des Friedensvertrages. Deutschland selbst hat im Kriege die Bestände der Banqu« de Franc« in den damals besetzten Gebieten durchweg unangetastet gelösten, und die Franzosen haben dort, wo sie zeitweis« deutsches Gebiet besetzen konnten, gegenüber den Kafienbeständen der Reichsbankfilialen ebenso gehandelt: zwar hatten sie in Mülhausen den Kasienbestond weggenommen, ihn aber nach wenigen Stunden wiedergebracht, als sie sich über» zeugt hatten, daß es sich nicht um Reichseigentum, sondern um Privateigentum handelte. Eine Wegnahme des Goldbestandes der Reichebank würde zu- nächst der deutschen Währung die houptdeckung«nt° ziehen und«ine katastrophal« Entwertung unserer Noten herbeiführen. Bon dieser Entwertung würden aber auch betroffen: die mindestens 20 Milliarden Reichvbanknoten, die sich in Frankreich, Belgien, ganz besonders aber in den Der- «inigten Staaten von Nordamerika und den neutralen Län- der» befinden: die a n s l S nd i s ch e n Bankguthaben auf Deutschland in höh« von etwa 30 Milliarden Mark— auch hier wieder in erster Linie Nordamerika und die Neutralen—, der a u»- ländische, ganz besonder» nordamerikanische. Besitz an deutschen Echatzanweisungea, Anleihen. Aktien usw. im Mindestbetrage von 23 Milliarden und schließlich auch die Kre» d i te van etwa 20 Milliarden, die Deutschland im Ausland« zur Beschaffung von Lebensmitteln, Rohstoffen usw. ausgenommen hat. Die Gesamfforderungen des Auslandes, vor allem Nordamerikas und der Neutralen, ober auch unserer ehemaligen Feinde, gegen das Inland betragen 93— 100 Milliarden Mark. Die ungeheure Schädigung der Besitzer dieser Forderungen durch eine Wegnahme der Deckungsgrundlag« Legt auf der Hand. Di« künstliche Ent« wertung unserer Valuta würde fern« Deutschland» Kauf- und Einfuhrmöglichkeit außerordentlich stark beeinträchtigen und vor allem jene deutsch« Schleuder konkurrenz(ckumping). gegen'die stch das Ausland wehrt, gewaltig fördern. So schwer auch wir also durch«inen Raub de« Goldschatzes getroffen würden— die Schäden für da» Ausland wären kaum ge» ring«! Zahlung ist unmöglich! Pari«, 23. AUlrz.(Holland Ich Zveuwsbureau.) V« deutsche GeschSflskräg« Lucius hat tu Abwesenheit de» deutschen Votschaft«» Dr. Vkliy« der Veparaltonskowmlsflon gestern mitgeteilt. daß e» Deutschland unmäglich lst, dl« ein« Milliarde Goldmark zu bezahl«». Pari», 23. März.((ECS.) Ein« havasmekdung kommentiert die deutsch« Note wie folgt: Di« deutschen Sachverständige» seien bereit. bei den Abschätzungen durch den Entschädigungsausschuß teilzunehmen und im Fall« eines Fehlbetrages bzzl. einer auswärtigen Anleihe zu beraten. Di« Abschätzung, die vom Ausschuß vorgenommen wurde, sei als ungültig zu betrachten, da hier ausschließlich der Ausschuß in Betracht kommt. Andererseits aber setzt sich die deutsche Regierung über die Zahlung der einen Milliarde Goldmark hinweg, da ihr die Zahlung unmöglich sei. Jllcpü George über üen yauSel mit Nußlanö. London. 23. März,(hollandsch Nieuwsbureau.) Bei den Be- sprechung«» über den Handelsvertrag mit Sowsetrußland betont« Lloyd George im Unterhaus, daß die Uebereinkunst ausschließ- sich ein Handelsvertrag sei, der in Rußland die Sowjetregierung al» äe-kecto- Regierung anerkannt Hab«, was sie ja auch zweifellos sei. Er bedauere es, daß die Sowjetregierung im vorigen Jahr die Einladung der englischen Regierung zur Be- sprechung einer ollgemeinen Regelung der bestehenden Differenzen nicht angenommen hätte. England sei also gezwungen, sich auf ein Handelsabkommen zu beschränken. Lloyd Georg« erklärte dann «est«, er wisie nicht, wie lange die Sowjetregierung noch dauern «erde. Es stehe zwar im Lugenbsick keine Alternativ« bevor, aber wohl könne man eine Aenderung in Rußland selbst bereits feststellen. Man komme zurück von dem wilden Kommunismus und fange an. anzuerkennen, daß dieses System nicht mit der mensch- lichsn Natur in Uebereinstimmung zu bringen sei. Er erinnere nur an die bemerkenswerten Reden Lenin«, die vom Mos- kauer drahtlosen Dienst übermittelt worden seien. Lenin begreis« sehr wohl, daß Ruhland Handel treiben müsse und daß Lotomo. tloen nicht allein mit Theorien wiederhergestellt werden könnten. Die Eowjetregierung bestehe au» sehr geschickten Leuten, die ihre Gefchlcktheit aber nur dadurch bewiesen, daß sie ihr« Dot- trinen wiedergeben. Lloyd George fordert die englische Arbester- partei auf, dem Beispiel Lenin» zu folgen. Hoover sieg«» Sowjet-Rußland. London. 23. März,(holländsch Rieuwsburean.)„Tlmes� meldst au» New Dort, daß hoover, der amerikanisch« Handelsminister, gestern ein« Erklärung abgab, worin er scharf gegen ein han» delsabtommen mit Rußland Stellung nahm. Diese Er- klärung wird allgemein als die Auffassung der hardivg-Regierung betrachtet, harding war der Ansicht, daß dl« Frage der Handels- beziehimgen mehr«inen polltischen als«men wsttschaft- sich«» Charakter trag«, da Rußland kein« Waren von irgendwelcher Bedeutung liefern könne, abgesehen von Gold und Juwelen, über die die Sowjetregierung verfüge. Die Produttion in Ruß- land sei gering und unter dem Sowsetregtm« eigentlich ganz ruiniert worden. Eine Aenderung sei nicht zu erwarten, so- lange die bolschewistischen Theorien in Rußland aufrechterhalten würden, hoover wies darauf hin. daß die russisch« Flach»» Produktion na« dem Krieg««tu« halb« Blstltou Tannen jähr» sich betrug. Im vorigen Jahr« betrug diese Ziffer um 40 000. Di« russischen Spinnereien konnten früher 120 000 Tannen jährlich per» arbeiten, aber setzt bah« das russisch« Boll großen MemgA an Kleidern, hoover vertritt die Ansicht, daß mst Rußland«in Handel aus Kredst unmöglich sei, da dl« Sowjetregierung die garyen Privat» geschöste nicht anerkenne. Saubere Kampfmethoüeu. Daß es mit der Unobhängiasn Sozialdemakrati« nsimShttch zu Ende geht, dos haben die Preußenwahlen und zuletzt noch die mecklenburgischen Landtagswahlen deutlich genug gezeigt. Darüber täuschen all« zuversichtlichen Töne einzelner Fuhrer. die lediglich um ihre politische Existenz kämpfen, nicht himv«g. Sluf der Reichskonferenz der UZPD.. die hinter streng verschlossenen Türen tagte, dürfte wohl die katzenjämmerlich« Stimmung in den unabhängigen Reihen deutlich zum Ausdruck gekommen sein. Rur so läßt stch der gestrig« Leitartikel Kurt R o s e n s« l d s in der„Freiheit":„Sündenregister der SPD." erklären. In den letzten Monaten hatte sich das unabhängige Matt einer gewissen— verhältnismäßigen— Objekti-- vität unserer Partei gegenüber befleißigt. Jetzt läßt es Herr« Rosenfell» gegen die Sozialdemokratische Partei Sturm laufen. Die Kampfesweise des Herrn Rosenfeld ist sehr einfach: er greift einzelne, meist sehr komplizierte Fragen heraus, stellt fie so dar, wie es ihm und seinem Agitationsbedürsnis gerat« paßt, und klagt die SPD. an, anders gehandelt zu haben, al» die stets „grundsatzfeste" USP. Oder er zitiert ein paar Worte einzelner Mitglieder der SPD., von denen er zwar sehr gut weih, daß sie entweder mst ihren Anschauungen soft allein stehen aber in der Partei nichts zu sagen haben, und stellt deren Standpunkt als für die Partei maßgebend Und bezeichnend hin. Das ist un- gefähr so, als wenn wir sogen würden: Die ganze USP. de» steht nur aus alten Weibern, denn fie hat L« d e b o u r als Vorsitzenden. Oder: Die USP. ist eins Sammlung von talmudistischen Advokaten, denn... Ein Beispiel nur für dt« schmutzige Kampfesweise des Herrn Rofenfeld. Wir lesen am Schultz seines„Sünden-- registers": L a e n i s ch: Seine ganze Kultur'-Politik: Abbitte vor den Marbürger Arbeitermördern. Durch den Hoenisch-Erlaß wurden trotz der Gefahr monarchistischer Buswirkung für den 18. Januar Feiern in den Schulen angeordnet. Eine Mischung von demagogischer Rieder- rei ßung.U nwohrhaftigkeit und Unwahrheit: mit diesen drei Worten soll zwar nicht die ganze USP. gekenn- zeichnet werden, wohl aber Herr Kort Rosenfeld. Dieser kommt am Schluß seines im erpressionistüschsn Stil oerfaßten Artikels zu dem Ergebnis, daß vom Soziallsmus in der SPD. nichts mehr zu finden ist. Nur haben die Mit- glieder der SPD. dies„noch nicht" durchschaut... Um den Sozialismus muß es allerdings in Deuffchkand sehr schlecht be° stellt sein! Denn es gibt fünfmal soviel Sozialdemokraten alt Unabhängige und Kommunisten zusammen. Und während der Wiederaufstieg der SPD. erst von neuem begonnen hat. ist der Niedergang der Partei des Herrn Rosenfeld„noch nicht", aber nach lange nicht beendet! Das liegt eben daran, daß die SPD. mit ihren vier Millionen Wählern(allein in Preußen) vom Sozialismus nichts versteht. Die Not im Zeitungsgewerbe. Versin. 23. März. Von beteiligter Gest« erhall WTD folgende Mitteilung: Eine Aussprache zwischen den Druckpapi«rsabri» kanten und den Vertretern der deutschen Zettungsoerleger» Verbände im Reichswirffchastsministerium hat nach tagelang«» Vorberatung«» heute vormittag zu der Erkenntnis geführt, daß die neue ungeheure Preisforderung für Zeitungspapier vom 1. April an weder von der Presse, noch von den Zeitungslesern, noch den Inserenten getragen werden kann. Ein« solche Preisfestsetzung würde sich unabwendbar auswirken in stärkster Einschränkung oder gar Stillegung ber Zeitungsbetrieb«. Die Lag« ist mit keiner früheren vergleichbar.. Es gebt für die Presie um Sein oder Nichtsein, und was für die Zeitimgen gilt, gill für all» im Zeitungswesen tätigen Einzelkräfte. Angesichts der schweren positischen und wirffchaftlichen Folgen für unser gesamtes öffent- sich«« Leben wird dl««Uigft einzuberufend« Versammlung der deut- schen Zeitungsoerleger so schwerwiegend« Enffchlüsse zu fassen haben, wie nie zuvor. Regierungen und Parlamente werden sofort ein» greisen müfley, wenn«in« sonst unabwendbare Katastrophe ver- hindert werden soll.». flnlieültma von vertriebenen« Infolge eines Beschlusses der Landesversammlung, der»in« möglichst rasch« Wiederonsiedlung der aus P o l e n zurückkehrsnbe« Ansiedler fordert, hat der preußische Lanvwirffchaftsminlster. Ge- nosie Braun, die provinziell« gemeinnützige Siedlung, gesell- schaff darauf hingewiesen, daß für die Wiederonsiedlung aus deut- schem Boden in erster Linie Bewerber in Betracht kommen, die nach dem 1. Januar 1908 in das jetzige Polen«ingewandert sind: den» dies« Ansiedler werden aus Grund des Friedensvertrag«» zum Verlassen des Landes gezwungen. Ferner sollen solch« D«- werber berückstchligt werden, deren Kousverträg« von den Polen willkürlich für ungültig erklärt wurden und die g«- walffam von ihren Stellen«nffcrnt worden sind. In gleich« Weise bevorzugt werden sollen weiter auch Pachtansiedler, deren Pachtverträge noch Ablauf nicht erneuert werden. E« soll den au« ihren Wohnsitzer vertriebenen Landsleuten das sicher« B«wußff«in gegeben werden, daß ihnen nach Möglichkeit«in Unterkommen i» der deutschen Heimat««schafft wird. Wahlen zum Staatsrat. Kassel, 28. März. �Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) Der IS. löessen-Nassauiscbe P r o v i n z i a lla nd t a g. der vom 21. bi» 23. März im Etänoehaus zu Kassel unter dem Vorsitz des sozial- demokratischen Stadwerordnetenvorstehers Hops» Frankfurt tagte. wähll« in seiner letzten Sitzung die fünf Vertreter der Provinz Hessen-Nassau im preußischen Staatsrat. E« wurden geosählt: Bürgermeister Eduard G r ä f- Frankfurt, Stadtrat Wirtrock* Kassel(Svz). Rechtsanwalt Dr. Rumpf(D. Ap.), Land«»haupt- mann v. G« h r« n- Kassel(Dnat.) und Verwaltungsdirektor Linz- Wlesbaden(Zentr.). Der dem Prooinziallandtag zugegangene Gesetzentwurf der Staatsregierung über die Erweiterung der HelbstSndtgketts- recht« der Provinzen wurde einem zwanzig Mitglieder zählenden Autonomieaueschuß überwiesen. Regierungsbildung in Hamburg. Am Mittwoch fand in der Hamburger Bürgerschaft, wie un»«in eigener Drahtbericht meldet, die Wahl des neuen Seuat« statt. Die Sozialdemokraten und Demokraten hatten einen gemeinsamen Dahlvorschlag ausgestellt, der auch gewähll wurde. Di« Rechtsparteien gaben weiß« Zettel ab. Außer drei neutralen Senatoren ab» der vorrevolutionäre« Zeit ge- hören dem Senat 3 Demokraten und 8 Sozialdemokraten an, unter ihnen dl« Genossen Stollen, Studb«, Krause und Henfe. Unter den Demokraten befinden stch die Abgg. Dr. Petersen und Studman». GsVe�schaftsbowegung Die Wahlparole üer fifa-verbänöe. Aus den Betrieben wird gemeldet, daß freigewerkschaftlich organisierte Kollegen mit Mitgliedern der gelben Angestellten- verbände über die Aufstellung„g e m e« n s ch a s t l» ch e r" Listen zur Betriebsräteneuwahl verhandeln— ja sogar auf solchen»Ein- h e i t s l i st e n" kandidieren. Dies geschieht gegen die Beschlüsse unserer Körper- s ch a s t e n unter Nichtachtung unserer klaren Grundsätze. Aus so- genannten„Zweckmäßigkeitsgründen" vermeidet man eine einwand- fceie Stellungnahme und sucht durch Feilschen und Handeln zu er- langen, was ehrliche Proletarier allein durch Kampf er- reichen können. ' Kolleginnen, Kollegen, auch bei den diesjährige» De- triebsrätewahlen lautet unser Ruf: Gegen die Unkernehmers Gexen die Gewerkschastsbünde! Wer gegen den Unternehmer und seine Willkür, die sich krasser als je gerade jetzt wieder zeigt, kämpfen will, kann nicht zusammen» gehen mit den sogenannten Gewerkschaftsbünden. Deren Führer hoben ssch damit gebnistct, durch Ihre Mitwirkung bei den Be- ratunaen im Neichstag die Unzulänglichkeiten des Bctriebsrätegesetzcs ja gesteigert zu haben,»daß es in seiner jetzigen Fassung ein Mittel zur Sozialifkrung nicht sein kann". Haben denn unsere Kollegen, die Mitglieder der Afa-Derbände, das verräterische Verhalten der Harmonie-Ver- bände bei vielen Lohnbewegungen der letzten Zeit vergessen? Müßte nicht ihr gewerkschaftliches Empfinden, ihr proletarisches Reinlichkeitsgekihl sie abhaften, zusammenzugehen mit Vertretern eines„gewerkschaftlichen" Freibeutertums? Wer glaubt, mit solchen„Auch Gewerkschaftern' die großen Ziele erreichen zu können, gehört nicht in eine freie Gewerkschaft. Wer sich aus Einheitslisten mit Gelben zusammen aufstellen läßt, verstößt gegen freigewerkschaftliche Grundsätze. Gegen ihn wird und muß unter Anwendung aller statuta- rischen Mitrel vorgegangen werden.— Die Wahlparole aller Afa-Derbände lautet für die Betriebsrätewahlen: Kampf für die(Sleichberechligung in der Produküonsführungt Kamps für die Durchführung der Softalisierung! Kamps geg�n den kapilalisti'chen velriebsabsolulismus! Kamps gegen Gewerkschastsbünde und sonstige harmonievereinej Das Eintreten fiir die restlose Betriebssolidarität gebietet es unter AUslchaltung feder politischen Zerklüftung, einheitliche A f a- L i st e n für die Angestellten oder mit den Arbeitern zusammen freigewerkschaftliche Listen aufz stellen. Jede Gemeinschaft mit politischen Listen ist abzulehnen. Kolleginnen, Kollegen! Handelt hiernach! Kämpft! Ber- helft auch bei den Betriebsrätewahlen unserem großen Afa-Gedanken zum Siege! Asa-Dund. Orkskarkell Groß-Verlin. F l a t a u. Liebeskind. Holzarbeiter, heute ist Wahltag! Die Stichwahl zltr Ortsoerwaktung erfolgt heule von 4K bis S llbr und Frelkag vou g bis 1 Uhr. Die Abstimmunaslokale sind im Mitteilungsblatt de» Verbandes und in unserem Flugblatt angegeben. Bei der Drtsverwaltungswahl stimmen die sozialdemokratischen Holzarbeiter für die Liste Freigang- Böse. Zier Verbandstagswahl haben SPD. und USP. ihre Kandidatenlisten so wen beschränkt, daß im Verhältnis zur Stimmen. zahl bei der Ürwahl Vertreter beider Parteien zum Vcrbandstage delegiert werden können. Beide Richtungen empfehlen den Kollegen folgende 27 Kandidaten zur Wahl: 1. Dauer, Karl, Tischler,?. B o e s e. Karl. Tischler, S. Dorn, Robert, Klavierarbeiter, 6. D ö rw ald, August, Kammacher, 7. Eicke, Otto, Fabrik- und Modelltischler, 10. Franz, Gattl., Einsetzer, 11. F r c i g a n g, Max. Tischler, 12. G e n z. Hermann, Ladentischler, 15. Grothe, Wilh., Pianomechanikarbeiter, 18. Hansen, Georg, Tischler, 20. Hirse, Wilh., Klavierarbeiter, 21. H irs i n g, Artur, Maschinenarbeiter, 22. H o r n. Fritz, Tischler, 23. I r/ g a n g, Otto, Korbmacher. 20. Leopold. Richard, Tischler. 20. L o w a ck, Franz, Tischler, S0. M e e r e t t i g. Paul, Bautischler, 3l. Meersbach, Fritz, Tischler, 32. Meier, Karl. Bildhauer, 80. N o l d e n, Heinrich, Tischler. 37. P a s ch e h r, Gustav, Stellmacher, 40. R ü ck e r t. Karl, Stockarbciter. 41. Runge, Albert, Tischler, 42. Schlosser, Otto, Maschinenarbeiter, 43. S ch m a l b a ch, Richard, Bürstenmacher, 51. Thomas, Frau Helene, Dergolderin, 52. Zwick, Paul, Drechsler. Genossen? Sorgt dafür, daß alle Betriebe und Kollegen an der Wahl teilnehmen und für die 27 freigewerkschaft- l i ch e n Kandidaten, die Anhänger der Amsterdamer llniernaftonale stimmen. Wer an der Wahl nicht teilnimmt, arbeitet für die Kommunisten, die auch jetzt wieder dabei sind, die Arbeiterschaft in aussichtslose und opferreiche Agitationsstreiks zu drängen. Die kommunistische Vorherrschaft im Verbände muh ein Ende hoben. Streicht deshalb auf dem Stimmzettel des Der- bandes alle Namen außer den oben angegebenen. Agitiert unter � den anderen Kollegen. Kontrolliert nach der Wahl die Mitglieds- bücher. D i e SPD.-Fraktion. Ein Prinzipienfester. Der Streik bei den Farbwerken in Leverkusen sollte von den Kommunisten bekanntlich zu einer großen Aktion gemacht wer- den, brach aber gerade infolge der kommunistischen Taktik zusammen. Die Folge des Streiks waren Entlassungen, linier den Eni- lassenen befand sich auch das Betriebsratsmitglied A r e tz, das als ein echter Kommuni st hervorragend an dem Streik beteiligt war. Jetzt, da Aretz auf der Straße sitzt, kehrt die Reue bei ihm ein. Um jeden Preis versucht er. aus sehr begreiflichen Beweg- gründen heraus, wieder Arbeit zu erhalten. In einem Brief an die A.-G. Stickstoffdünger in Knapsack sind folgende Stellen enthalten: ...... Als Familienvater der großen Familie, welche hier in Knapsack festsitzt, und fast gar keine Möglichkeit findet, irgendwo eine Existenz zu finden, kann ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, auf einem Standpunkt zu verharren, welcher zur Verschärfung der gesellschaftlichen Gegensätze immer mehr beiträgt. Aus diesem Grunde und gleichzeitig wegen fort- gesetzter und unberechtigter Angrilke einer politischen Tageszeitung habe ich am Dienstag, den 1. März d. I., meinen Austritt aus der politischen Vartei erklärt. Mit diesem Schritt habe Ich lo lange gewartet, bis die Situation für jeden Teilnehmer im Streik geklärt war.' ,Lch trete nunmehr mit der Bitte an die Direktion heran, mich als betriebstechnisch notwendigen Arbeiter(bin gelernter Schlosser) als Rcparat"rschlosier in irgendeinem Betriebe einzu- stellen und verpflichte mich hierdurch, meine Arbeiten m i t Fleiß und Genauigkeit auszuführen. Auch soll es fortan mein Bestreben sein, allen sich zeigenden unlauteren Gärungen mit aller mir zu Gebote stehenden Energie entgegenzutreten. ... Da meine Familie zurzeft zusammengebrochen ist, ersuche ich hierdurch höftichst. mein Bewerbungsschreiben mit einem be- jab-nden Bescheid zu beantworten.' W'r wissen, daß auch ein Kommunist arbeiten muß, wenn er mit seiner Famifte lebe-- will, aber wir haben angenommen, daß alle Mitglieder der BKVD. auch in der schlimmsten Zeit an ihrer Ueberzeugung fe st halten und daß weder Hunger noch Kälte vermögen, eine Gesinnunnsänderung bei ihm herbeizuführen, was sie immer so an ihren russischen Genossen bewundern. Man sieht aber, daß es auch andere Kommunisten gibt, und zwar nicht wenige._ Augestellteu-Bctriebsrate! Freigewerkschaftlich organisiert« Angestellte, die jetzt als Beiriebsräte neu pewäblr werden, boben noch wie vor ihre Meldungen einzig und allein der Geschäftsstelle des Orrs« kartellS Groß-Berlin des Aia-BundeS. Velle- alliance-Straße 7—10. ,u übermitieln. Wünschenswert ist es, daß dieser Meldung eine Gesamtaufstelluna deS neuen VeiriebSratS mit OraanilationSbezeichnling beigefügt ist. Die bei der bezeichneten Geschäftsstelle eingebenden Meldungen der Betriebsräte können nur erledigt werden wenn diele Meldungen den g e n a u e n R a m e n, die Privat- und BeiriebSadrrsse. sowie die OrganrsaironSzilaebörig- keit entHallen. Rur nach genauester Prüfung erfolgt erst die Bus- stellung der LegiiimaiionSkartcn. BetriebSraiSmitglieder. die bei ihren Verbänden die statutenmäßigen Beiträg« nicht ent- richtet haben, können Ausweise nicht erhallen. Jeder Betriebsrat, der einer sreigewerkschaftlichen Angestelltenorganisation angehört, sorge dafür, daß nach den vorstehenden Angaben verfahren wird. Afa-Bund, Freigewerki'chaftliche Betriebs: ätezentrole Ortskartell Groß-Berlin. für den Wirtschaftsbezirk Groß-Berlin. Flatau. Liebeslind. I.A.: Guiard. Bahnarbeiter als Streikbrecher? Seit dem 15. März bennden sich die Möbeltransport- arbeit er im Streik. Es handelt sich um die Abschaffung des Trinkgeldes. Am Montag wurde einer Kontrollstelle miigeieilt, daß in Birkenwerder zwei Möbelwagen an die Firma Gustav Kiiauer. Berlin, von dem Bahnspediteur Berg- mann in Birkeiiwerder unter Mithilfe von Bahn- a r b e i t e r n entladen werden sollten. Es fuhren fünf Streikende nach dort, um sich von der Wahrheit zu überzeugen. Die beiden Wagen sind wirtlich unter Aufsicht von zwei be- wafsneten Gendarmen und unter Mithilfe von zwei Bahn- arbeitern entladen worden Die Bemühungen, den zuständigen BabnbetriebSrat zu ermitteln, waren erfolglos. Angeblich soll tS sich bei den Streikenden um organisierte Leute gehandelt haben.'Tie Streikenden erwarten, daß alle Arbeiter straffe Disziplin und Solidarität zeigen und nicht um einig« Mark Judaslohn ihre Klassengenossen verralen. Eine Versammlung der streikenden Haudelshilfsarheiter nahir Mittwoch den Bericht P o l l m e i e r s von den Verhandlungen voi dem Schlichtungsausschuß entgegen. Die Arbeftgeber wollten siu die Verheirateten eine kleine Lohnzulage gewähren. Da die Strel kenden die Anerkennung des Schiedsspruches ver langten, lehnten die Vertreter der Arbeitnehmer diesen Vorschlac ob. Am Dienstag haben die Arbeilgeber dem Schlichwngsausjchuf mftgeteilt, daß sie den Schiedsspruch ablehnen und keine Einigurigs vorschlage machen können, bevor die Arbeit nicht oufge n o m m e n i st. Dieses Vorgehen der Arbeitgeber veranlaßte di« Streikleitung, auch die Wächter aus den Betrieben zurückzuziehen Die Stimmung unter den Streikenden ist noch dielelbe wie am erster Tage. Eine Anzahl Firmen hat bcrefts die 15 Proz. Aufschlag au die Tarifsätze bewilligt. Tie Streikenden sind fest entschlossen, der Kampf bis zum Erfolg durchzuführen. Nach der Verjammlunc zogen die Streikenden in einem langen Zuge an den Warenhäujerr W e r t h e i m und T i e tz vorbei. Allgemeines Aufsehen und Hefter keft erregte eine große Holztasel, auf welchen die Kündigunas� schreiben, die die Streikenden von ihren Firmen erhalten haben angeheftet waren. Am Alexanderplatz löste sich der Zug in oollftei Ordnung auf. Die Tarifverhandluugen für die Angestellten des Einzelhandel! fanden am 22. d. M. statt. Der Arbeitgebcrverband hatte den Zentrolvcrband der Angestellten mitgeteilt, daß er lediglich in de, Lage sei, über eine Verlängerung des gegenwärtig bestehender Tarifes zu verhandeln, weitergehende Forderungen müsse er a b lehnen. Darauf erklärte der Vertreter des Zentralverbandes daß er die Verhandlungen als gescheitert ansehe. In einer gu besuchten Versammlung nahmen die Angestellten am gleichen Tag« Stellung zur Sachlage. Pollmeier vom Deutschen Tronspon arbeiterverband berichtete über den Stand des Streiks der Handels Hilfsarbeiter. Die Versammelten brachten in einer einjt'mmig an aenommenen Entschließung die Sympathie mit den streikender Hilfsarbeitern zum Ausdruck. B u b l i tz vom Zentralverband be richtete über die Tonfoerhandlungen und kennzeichnete insbesondcr, dos Verhalten der Arbeitgeber in der Frage der geforderten Teue rungszulagen. Er forderte die Anwesenden auf. sich bereit»r hallen, l'm jeder Zeit der Parole der Gewerkschaften' entsprechen« in den Kawvs treten zu können. Die Versammelten bekundete« durch ihren Beifall, dcß sie gewillt sind, den Kampf aufzunehmen Es lieat im Interesse der Anaestellten, ssch genau nach der P a r o l, der Gewerkschaft zu richten, weil nur dadurch die geschlossen« Durchführung des Kompfes gewährleistet wird. Heber den Schiedsspruch für die Angestellten der Berstner Me kallindnstrie referierte in einer Dcrsommlung der Funktionäre un.l Betriebsräte des Afa-Bunbes Flatau. Vor allem wurde darau hingewiesen, in welcher die Ange"ellteninteressen gefährdenden Weis« der gelbe Gewerkschaftsbund kaufmännischer An gestelltenverbände und der ihm verbrüderte G e w e r k schaftsbund der Angestellten bei dieser Lohnbewequrn der freigewerkschaftlich organisierten Anaestelltenschoft in den Rücker zu fallen versuchten. Nach bekanntem Muster zeigten sie sich auci hierbei wieder als die dien' bereiten Freunde der Unternehmer, di« deren Wünsche gewissermaßen„vorausahnten' und deshalb die Lohnsätze für die Angestellten nicht kündigten. Der Schieds svruch konnte unter den obwaltenden Verhältnissen einen voller Erfolg für den Afa-Bund natürlich nicht bringen, sein« Antrag« sind nur insofern berückstchtiot worden, als tatsächlich die bei den letzten Schiedsspruch ausgefallenen Gruppen Erhöhungen be kommen haben. Ii Die Funktionäre und Betriebsräte nabmen den Schiedsspruck an, über den nunmehr auch noch in den Betrieben abgel imm werden.soll. Im Laufe dieser Woche wird sich auch der Verdank Berstner Metallindustrieller über die Annahme des Schiedsspruch-. zu entscheiden haben. Verbindlich erksärker Tarifvertrag. Der Nachtrag vom 0. 7e zember t920 zum Tarifvertrag vorn 20. September 1020 für ti« Angestellten de? Kurz-, Galanterie- und Spielwaren-Gioßbandel- für die EinfieilSgemeinde Berlin mit Wirkung vom t. Dezember 10.'« wird für allgemein verbindlich erklärt. Nähere AnSkunft erteilt de Zentralverband der Angestellten. Bellealliancestr. 7—10. {Ilc Sitzung der«Schlichtnngsau-lchlitzb-ifitz-r von Srotz-Berlin fällt in diesin ZRonot aus. tzlfa.Bnnd, OristatifU Srotz-Bertin. Unsere SeschSstsstelle Heidt»o> Donnerstag bis Dienstag 10 Uhr geschlossen. verband der Bnckbinber nn» Dovierverarbeiter. Sie siir den?•>. MLrz an. gesetzt« anßcrordentliche Seneralversammbing findet nicht statt. Der neu« Termin wird noch bekanntgegeben. Sonnabend ist da» Bureau geschlossen Dienstag wie sonst geäfsnet. Beroniw. sür den redakt. Teil- Tr Verne» Betler, Ibarlotlendurg; für Hrjetgcu tb. Gimte. Berlin. Verlag« VorwSrts-Verlag G. m. d. Q., Serlin. Druck« Bor wiirtS-V»>t>r«rn'terei n Verl-raSonsiait«v-ui Einaer n Co«Sertin«r'ndönstr. Z Klerzn ja»! Beilagen»nd Unterhaltungsbeilage„Aeimwelt". Zetoe öremer Marren für 75 Pfennig liefert die rühmlichst bekannie Zigarrenfabrik Ernst Denke& Co. gegr. 1803, Bremen 72, in 3 Oualitäten: Siimatra-Havana. lcichr Manrlla-Cllua, mittel, und Brasil, kräftig. Mittelgr. mod. Formen Probekisten mit je 60 St. M. 37.50 frei Hau«. Jeder Bestelle, wird sich den lobenden Urteilen vieler taulend Raucher anschließen NichtgeiallendeS wird zurückgenommen. Illustrierte Preisliste franko Fische Heringe S''''r'Pi: 2» Kabeljau I80 Brat-Schellfisch..Pfd. 220 Lebende Hechte Pfd. 1200 Lebende Karpfen Pfd. 1350 Lebende Plötzen Pfd. 380 Leb. Schleie gros«. Pfd. 1400 Landeier sm* l35 Margarine P25 QSO l-Pfd.-Pak. Z7 Pfd. Räucherwaren Bücklinge...... Pfd. von 2" Sprotten............ 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