Nr. IHl»Z8. Jahrgang Ausgabe A Nr. 72 Bezugspreis, Bi«ttcllät)cL30,- 2«., monatL 10,- M. frei ine Hau», voraus zahlbar. Post- bezug: Monatlich 10,— M» einschl. Ru- stellungsgebsthr. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich 16,50 SK, für das übrige Ausland bei täglich eintnal. Zustellung 21,50 M. Postbe- flellungen nehmen an Oesterreich, Ungarn Tlchecho-SIowalet. Däne- wart. Holland, Luxemburg. Schweden und die Schweiz.- Eingetragen m die Post-Zeiiungs-Preislifte. De?»Porwärts" mü der Sonntag»- beilege.Boll und Zeit� und der Unter» haltungsbeilage Jöeimwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntag» und Montag» einmal. Telegramm- Adresse: �Sozlaldernokra» Berlin**. Morgen Ausgabe Vevlinev Oolksbleltt (30 Pfennig) Anzeigenpreis, Di» achtgespalten« Nonpareillezeile kostet 5�50 M.„Steine Anzeigen** da» lettgedruckt» Wort 1,50 M.(zu- lässig zwei fettgedruckte Wotte), sede, weitere Wort h— Hl Stellengesuch, und Schlafstellenanzeigcn das erst« Wort U— M. lebe, wettere Wort 60 Pfg. Worte über 15'Puchstaben zählen für zwei Wort». ssannlieu-An» zeigen für Abonnenten Zeile M. Die Preise verstehen stch einschließlich Teuerungozuschlag. Anzeigen für die nächste Simmne: müssen bis» Ahr nachmittag« im Hauptgeschäft, Berlin EW 6». Linden» straße g. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh dt» 5 Uhr abend«. ZcntralorqAn der fozialdemokratifd�en parte» Deutfcblands Neöaktion und Expedition: SW b8, Lindenstr. Z Fernsprecher: Amt'Mortlipla». Nr. 15190—15197 Freitag, de« 25. März 1921 vorwärtS'verlag S. m.b.H., SW HS, Lindenstr.? Fernsprecher i Amt Moripplatz, Nr. 1175»— 54 wehrt den Putschisten! Arbeiter, Parteigenossen! Verbrecher, die sich Kommunisten nennen, haben in den verschiedensten Teilen der Republik Streiks und Putsche herbeizuführen verstanden. Nachdem in Versammlungen und Presse der Kommunisten bereits seit Wochen in provozierend- ster Weise die Arbeiterschaft zur Pewaffnung und zum gewalttätigen Aufstand aufgefordert wurde, hat man die durch die steigende Unsicher- heil notwendig gewordene Verlegung von Poiizeimannschasten nach einigen mitteldeutschen Orten zur offenen Proklamierung dieses Aufstandes benutzt. Es steht fest, daß seitens der Polizei nicht eine einzige Maßnahme getroffen worden ist. die diese Parole der Kommunisien rechtfertigen könnte, daß Zwischen- fälle und Blutvergießen erst durch die Kommunisten bewußt provoziert siud, wie sie in Flugblättern selbst zugeben. Die große Zllasse der Arbeiterschaft sieht diesem Treiben ablehnend gegenüber. Nur dem rücksichtslosen Terrorismus bewaffneter kommunistischer Banden ist es möglich gewesen, teilweise die Stillegung von Betrieben zu erzwingen. Ver- schiebeue Anzeichen deuten darauf hin. daß auch in Berlin in den' nächsten Tagen der versuch gemacht werden soll, ähnliche Aktionen hervorzurufen: bereits jetzt werden in den Betrieben Flugblätter in diesem Sinne verbreitet. Die Berliner Arbeiterschaft hat schon wiederholt Gelegenheit gehabt, ?ur höheren Ehre der kommunistischen Führer ihre w i r t- schaftliche Existenz und ihr Blut zu opfern. Die gegenwärtige kommunistische Aktion würde nur dem Unter- nehmertum und der Reaktion willkommenen Anlaß bieten. der Arbeiterschaft den letzten Rest der revolutionären Errungenschaften zu entreißen. Die kommunistischen Provo- kateure sind also entweder Leute, die in die Gummizelle ge- hören oder bezahlte Agenten des Kapitals. W�r erwarten bestimmt, daß die Berliner Arbeiterschaft vesonu«iheit und Ueberlegung genug besitzt, den Lockungen nicht zu folgen, sondern den kommunistischen Provokateuren in unzweideutiger Weise zeigen wird, daß sie es satt hat, sich für derartige frivole Aktionen mißbrauchen zu lassen. Der Vorstand des Dezirksverbandes Groß-Derlin der SPD. ** «- Grganifierte Arbeiter u. Angestellte Gcoß-Serlins! Inmitten der schweren politischen und wirtschaftlichen Bedrohung durch die Sanktionen sowie durch die Abslim- muug in Oberschlesien werden von unverantwortllchen Draht- ziehern. unterstützt von Provokateuren und Lockspitzeln, die Leidenschafken bis zur Siedehitze gesteigert. Die Bour- geoisie braucht einen Vorwand für ihre Aktionen gegen die Ententeforderungen und zur B e- festigung der Selbstschuhorganisationen und der Orgesch. Durch Provokationen sucht die Bourgeoisie Mit Hilfe der Kommunistischen Partei die Ar- beitc'rschaft zu Taten zu verleiten, deren Aussichtslosigkeit jedem klar sein muß. In der Erkenntnis, daß auf diesem Wege der Vefreiungs- kämpf der Arbeiterschaft nicht zu führen ist, warnen die Unterzeichnelen die organisierte Arbeiterschaft an»- drücklichst, den putschisiischen Parolen für Generalstreik. Be- triebsbesetzuug usw. zu folgen. Die Unterzeichneten erwarten von allen organisierten Arbeitnehmern, daß sie sich strikt an die Weisungen. ihrer selbstgewählten Körperschaften halten. Die Zeit gebietet mehr denn je. den verhälknisien mit Desonueuheil gegenüberzustehen. Für die organisierte Arbeit- uehmerschaft sind nur die Weisungen der Unterzeichneten maß- gebend. Afa-Bund. Orkskartell Groß-Verll«. Flatou. Liebeskind. Der Ausschaß der Gewerkschaflskommisi'ion Berlins und Umgegend. S a b a t h. Cisleben entsetzt. Eis leben. März. lEigener Drahkberichk des»vor- wärls".) Au» Eisleben wird gemeldet, daß die Stadl fest in der Hand der Pollzei ist. Die Aufständischen halten den vahndamm und den vahnhos beseht. Sie arbeiten mit zahlreichen schweren Maschiueugewehreu. Eisleben. 24. März.(MTB.) Nach heftigen Kämpfen, die seit gestern abend andauerten und leider auch Opfer forderten, hat sich eine nicht unbeträchtliche Veritärkungstruppe hierher durchge- schlagen. Der Erfolg ist sichtbar. Um 2 Uhr nachmittags erschien schon die erste Patrouille Polizeitruppen wieder in den Straßen, die in kurzer Zeit von herumlungernden Menschen gesäubert waren. Die neu cingetrolfenen Truppen haben eine ganze Anzahl von Arbeitern als Gefangene eingebracht, die ihnen als Spione der Roten Armee ent- gegengeschickt waren. An dem in der Richtung aus Halle zu getege- nen Stadteingang hatten die Roten Truppen Barrikaden er- richtet, die jedoch kein wesentliches Hindernis darstellten. Die Ge- fangenen wurden sofort zum Aufräumen der Straßen ver- wendet. Das Gelände östlich von Eisleben ist frei. Der Bahnhos ist den Kommunisten entrissen und von der Schutzpolizei besetzt worden, ebenso ist der im Seminar untergebrachte Teil der Schutzpolizei befteit. Um S Uhr wurde noch um die Mädchen» volksschul« gekämpft, in der gleichfalls einige Abteilungen der Schutzpolizei untergebracht sind. Sonst herrscht in den Straßen völlige Ruhe. Gleichwohl wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß der Aufruhr in kommender Nacht wieder aufflackert. Eisleben. 24. März.(MTB.) Der private Fernsprechverkehr ist hier seit heute abend unterbunden. * Eisleben. 24 März.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts") Bon Oberleutnant Ewert, dem Führer der Schupo, erfährt der Berichterstatter des„Vorwärts": Die Behauptung des„ßokal-An- zeiger", daß den nach Eisleben entsandten Polizeiaufgeboten nach 24 Stunden die Munition ausgegangen fei, ist glatt erfunden. Die Mannschaften hatten zu jeder Zeit genügend Munition. Tie Lage in Halle. halle, 24. März.(Eigener Drahtbericht des„Vorwärts".) In Halle sind.bisher keinerlei Ruhestörungen vorgekom- m e n. Da aber durch den Streik auf dem städtischen Gas- und Wasserwerk im Laufe des Nachmittags auf mehrere Stunden das Wasier fortblieb, hat sich der Bevölkerung eine gewisse Auf- regung bemächtigt. Die Abstimmung über den Streik aus dem Elektrizitätswerk ergab mit 88 gegen 79 Stimmen Ablehnung. Auf dem Wasier- und Gaswerk dagegen wurde der politische Streik beschlosien. Nachmittags setzte in einzelnen Teilen der Stadt ein Ansturm auf die Brotläden ein, so daß gegen Abend verschiedentlich das Brot ausverkauft war. Infolge des fehlenden Gaslichtes liegen ganze Straßenzüge im Dunkeln. Der Berkehr hat in den späteren Abendstunden stark nachgelasien. Zahlreiche gesellig« Veranstaltungen und Versammlungen wurden ab- gesagt. Die Plakate mit dem gemeinsamen Ausruf der S.P.D„ U.S.P. und des Gewerkschastskartells sowie die Zeitungsmeldungen, welche sich gegen den kommunistischen Aufstand richten, werden systematisch von kleineren Trupps halbwüchsiger Burschen abge- rissen. Die kommunistischen Stadträte Kilian und Osterburg haben sich für die Ruhe der Stadt verbürgt. Der Blasien- kämpf", das kommunistische Organ, welches heute morgen von der Sipo besetzt wurde, um die Platten zum Generalstreiksaufruf zu be- schlagnahmen, hat heute nachmittag trotzdem den Aufruf veröffent- licht. Er enthält die bekannten kommunistischen Forderungen. Der Verkauf des„Klasienkampses" ist darauf verboten worden. Ebenso wurde die weitere Herausgabe des Blattes unter- sagt. Die letzte Nummer des„Klasienkampf" bringt wieder haue- buchene Verdrehungen und ungeheuerliche Hetznachrichteni Trotz vorhandenen elektrischen Lichtes tagte heute gegen 8 Uhr abends eine Vertrauensleutesitzung der Kommunisten im„Volkspark" im Dunkeln. Rnhe in Hamburg. Hamburg, 24. März.(Eigener Drahtbericht des„Dorwärts") In Hamburg ist Ruhe eingetreten. Auf den Werften wird gearbeitet. Eine allgemeine Ernüchterung greift überall Platz. Es ereignete sich nichts Bemerkenswertes. Die Sozialdemokratische Partei hat heute abend in einer Landesversammlung noch einmal die Lage besprochen und Wege beraten, um dem Terror mit aller Energie abzuhelfen. Auf den Vulkonwerften wird durch die Beamten für den übernächsten Sonnabend die Arbeits- aufnahm« vorbereitet. Laudenberg fordert Volksjustiz an V.K.P.D.! Hamburg. 24 März.(Eigener Drahlberlcht des„vor- wärt»".) cauftsnberg-wolfheim(die frühereu Mitglieder der K.V.D. und ursprünglichen Gründer der S.A-P.v. Die Red.) veröffentlichen eine Erklärung, die durch Auschlag weiter verbreitet wird und in der es n. a. heißt: „Irrsinnige Verbrecher, die sich Kommunisten nennen, haben durch Uebcrbietung der im revolulionäreu Zeichen ü b- lichen Lockspihelmelhoden den Tod zahlreicher Menschen herbeigeführt. Die V.S.V.D„ hinter deren Namen sich All-Spar- takus versteckt, hat noch nie da» Recht gehabt, sich als kommunistisch zu bezeichnen. Es genügt nicht, diese ver- brecherischen Elemente allein zu lasien. sondern sie müssen auch zur Verantwortung gezogen werden, und zwar von den organisierten Arbeiterklassen selbst. Die verbrecherischen Elemente haben zur revolutionären Tat ausgerufen. In der gegebenen Situation, im Augenblick ist nur eine revolutionäre Tat möglich und das ist: die revolutionäre Z n st i z an diesen Saboteuren und Maro- deure« der Revoluüoni" Verzweiflungsstrategie» Wenn in den kommunistischen Führern ein einziger Funke Verantwortlichkeit oder auch nur ganz ge- wohnliches Führertalent wäre, dann müßten sie ihre von Anfang an verpfuschte Aktion schleunig st ab- lbrechen und sich die Möglichkeit eines geordneten Rück» l Zu g e s suchen. Statt dessen streben sie mit allen Mitteln, i den völlig aussichtslosen Kampf zu erweitern und zu ver- längern. Die Zentrale der V.K.P.D. erläßt den offiziellen Auf» ruf zu Kampf und Generalstreik. Es ist Verzweiflungsstrategie, deren einziges Ziel fei« kann, den irregeführten Massen noch ein paar Tage lang den völligen Zusammenbruch der kommunistischen Putschtaktik zu verschleiern. Aber um welchen Preis! Die kommunistischen Führer sind innerlich ebenso feig, wie sie nach außen hin mit blut- rünstigen Phrasen um sich werfen. Wir meinen damit gar nicht jene physische Feigheit, wie sie die„Freiheit" geißelt, die feststellt, das die bekannten kommunistischen Führer teils in Rußland, teils auf dem Wege dorthin find» während die Massen sich schlagen müssen. Wir meinen die moralische Feigheit, die nicht wagt, vor die Anhänger zu treten und zu sagen: Wir haben das Spiel verloren� wir müssen so schnell wie möglich abbrechen. Diesen moralischen Mut, einen aussichtslos gen wordenen Kampf rechtzeitig zu beenden, besitzen die Kam- munistenführer nicht, so wenig wie ihn Ludendorsf 1918 nach dem Zeugnis des Grafen Brockdorff-Rantzau besessen hat. Die kommunistischen Führer gleichen einem General, der ganz genau weiß, daß die Schlacht für ihn verloren ist, daß seine strategische und taktische Lage verzweifelt ausschaut, der aber gleichwohl, um die Niederlage nicht eingestehen zu müfsenl» noch seine sämtlichen Reserven in den Kampf hetzt. Die Katastrophe wird dadurch nur um so größer. Aber die feigen kommunistischen Führer, lassen ihre Katastrophe i n s Ungemessene wachsen, nur um auf diese Weise ein paar Tage Aufschub für das Geständnis zu erhalten, das ihnen doch nicht erspart bleiben wird: Das Geständnis an die Massen, daß sie diese irregeführt und ohne Sinn und Zweck in den Tod gehetzt haben. Diese Feigheit der Führer muß die irre- geleitete kommunistische Anhängerschaft nochmals mit schweren Opfern bezahlen. Geradezu frivol und ungeheuerlich aber mutet es an, wenn in dem Generalstreikaufruf der V.K.P.D. an den Helden- haften Widerstand der Arbeiter in den Kavp-Tagen er- innert wird.„Denkt daran, daß Ihr im Vorjahre in fünf Tagen mit Generalstreik und bewaffnetem Aufstand die Weiß- gardisten besiegt habt!", so beschwört der Ausruf der VÜ.P.Ül, die Arbeiter. Jawohl, man erinnere sich nur recht deutlich der Situation in den Kapp»Tagen— und auch der Beschränkteste wird einsehen, warum der Generalstreik damals ebenso Gebot der SNinde war, wie er j e tz t mutwilliges Spiel mit dem Feuer ist, warum der Generalstreik damals ebenso sicher gelingen mußte, wie er h e u t e zu klägüchem Zusammenbruch oerurteilt ist. In jenen Tagen des Vorjahres, als die Kunde Deutschland durchlief, daß ein reaktionärer General sich der Gewalt bemächtigt hatte. war jedem Arbeiter ohne weiteres klar, worum es ging. Der freche Ucberfall der Reaktion schuf eine so wuchtige und ein» deutige Tatsache, daß man sich bei der Ausgabe der General« streikparole jedes Wort der Begründung hätte sparen können. Heute ist alles umgekehrt. Nichtdasgeri ngst«! hatte sich ereignet, als die kommunistische Aktion einsetzte. Ohne jeden sichtbaren Anlaß begann eines Tages die kom» munistische Presse in Schreikrämpsen zu toben, zu den Wasser» zu rufen, ein baldiges Losschlagen in Aussicht zu stellen. Ganz mechanisch hatten dies« Revolutionsstümper sich irgendein Kalenderdatum gesetzt, an dem losgeschlagen werden sollte. Und diese Tatsache wird wirklich nicht maskiert, wenn die V.K.P.D. in ihrem Aufruf plötzlich fromm wird und mit Augenaufschlag fragt, ob sie sich denn gerade die Woche vor Ostern(I) zum Losschlagen ausgesucht haben würde! Nein, man hat sich ganz willkürlich einen Termin gesteckt, oder wahrscheinlicher: der Termin ist von Moskau gesteckt worden. Ein Kind kann den Zusammenhang erraten. Vor ein paar Wochen stand den Moskauer Gewaltigen wegen der inneren Aufftände in Kronstadt, Petersburg, Moskau usw. das Wasser an der Kehle. Da fragten sie bei der deutschen Sektion an, ob diese denn schlafe, warum von ihr keine Hilfe komme Schleunigst wurde nun in Deutschland ein Putschplan ausgearbeitet. In Rußland ging die Gefahr noch einmal vor- über, aber in Deutschland waren die Dinge inzwischen zu weit gediehen, um den ins Rollen geratenen Stein aufhalten zu können. Die Aktion konnte nicht mehr abgeblasen werden� also schlug man los— trotz der Röhe des allen Kommunist«» hochheiligen Osterfestes! In dieser Weise ist in Deutschland eine„Revolution" zw* standegekommen, bei der man sich vergeblich fragt, wo den» ihre unmittelbaren Ursachen liegen. Sie sind nicht zu fn»- den, solange man auf Deutschland blickt, ihre Ursachen lieg« lAi&C w oskaa. Als Moskauer Aanoueuf foffcr? die deutschen Arderter In den Kampf gesagt werden, und sie fühlen ebenso instinktiv, daß sie sich für eine fremde Sache schlagen müssen, wie sie im März 1920 begriffen, daß es darnals um Leben oder Sterben ging. Trotzdem fabelt der Generalstreikaufruf der V.K.P.D. von dem„uns aufgezwungenen Kampfe". Wir erinnern uns sehr deutlich, diese Ausdrücke im Bhmde preußischer G e- n e r a l e und Wilhelms des Ehemaligen gebort zu haben. Die Kommunisten sind eben in allem gelehrige Schüler der echt preußischen Gewaltmenschen. Und sie erklimmen den Gipfel der Heuchelei, wenn sie in dieser Situation gar noch die einheitliche Kampf- front aller Arbeiter hoch leben lassen. Haben sie denn auch nur im entferntesten daran gedacht, die Arbeiterschaft vor- her um ihre Meinung, um ihren Willen zu fragen, als sie ihren wahnsinnigen Putsch vom Zaune brachen? Bei der Einleitung dieses Putsche? ist jede So- lidarität mit Füßen getreten worden. Denn die wirtliche Solidarität verlangt zunächst, daß man einheitlich über Aktionen berät und beschließt. EinpaarGesellen, die auf eigene Faust und gegen den Willen der Mehrheit losschlagen, haben jedes Recht verwirkt, an die Solidarität der anderen zu appellieren. Zumal die Aktion sogar gegen den Willen einsichtiger k o m in ri n i st i s ch e r Führer unternommen wor- den ist! Wir wissen, daß die kommunistische Putschtaktik am Zu» fammenbrechen ist. Noch Vesser als wir wissen es die Führer der V.K.P.D. selber. Wir werden uns mit Händen und Füßen dagegen welnen, daß die sozialdemokratische Arbeiterschaft in diesen Zusammenbruch hineingerissen wird. Der von den Putschisten angerichtete Schaden ist wahrlich ohne das schon groß genug. Der Aufruf der V.K.P.D. zetert jetzt, daß der Sieg der Gegenrevolution gesichert sei. wmn dieser Aufstand zusammenbricht. Ludendorsfsche Va- bcmque-Spielerei! In der Tat ist die Reaktion durch diesen wahnsinnigen Putsch tn beklagenswerter Weise gestärkt wo?- den. Ihr Triumph wäre aber nur gesichert, wenn sich die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. der stärkste Hort der Arbeiterklasse, in diesen Zusammenbruch verwickeln liehe.. Dcmn wäre wirklich für die Gegenrevolution die Bahn frei! Es gibt nur ein Mittel, das zu verhindern: Sich dem Putsch fernhalten und die kommunistischen Parolen unbeachtet lassen. Jeder Arbeiter, der sich der kommunisti- schen General st reikparole anschließt, wirkt für die Gegenrevolution. Es kann letzt nur eins geben: Die Arbeiter müssen die V.K.P.D. ihrem selbstverschuldeten Zusammenbruch über- lassen und sich einig und geschlossen um die Sozialdemokratische Partei Deutschlands scharen, den einzigen Hort der Arbeitersache, den einzigen zuverlässigen Damm gegen die Gefahr der Reaktion! Mehr Rohe und SesomrcnHektt '* Von zuständiger Stelle wird den P.P.51. geschrieben: Einige Abendblätter vom 24. März— und zwar sind ev Blätter 'der rechtsgerichteten Parteien— bemühen sich, die begreif- liche Aufregung über die Vorgänge im mitteldeutschen Industrie- gebiet noch zu schüren und daran» Kapital gegen die angeblich schwache preußische Regierung zu schlagen. Ruhe und Besonnenheit sind be- sondere in solcher Zeit die besten Führer. Der preußische Minister des Innern, Severins, und Oberprllsident H ö r s i n g haben sich durch die Hysterie oder berechnete künstliche Er- hitzung von Tendenzpol ttikern nicht von ihrem Ziele ablenken lassen, der kommunistischen Gewalttaten ebenso wie der Räuber und Erpresser Herr zu werden. Well in Elsleben die Schutzpolizei— mangelhaft unterrichtete Personen sprechen immer noch von der Sipo, PaPonszeit. |\! Jede Bewegung, die die Masse aus Dunkelheit dem Licht zu- führen will, muß den Leidensweg von Bethlehem über Gethsemane nach Golgatha nehmen, wenn sie die ewige Auferstehung feiern will. Ohne Stationen des Leides gibt es keine Aufwärtsentwicklung, ohne Reaktion keinen Fortschritt. Ohne die barbarischen neronischen Christenverfolgungen wäre tne Lehre der Nächstenlieb« nie so rasch oorangeschritten. Und es ist nicht die Schuld der ersten Christin, winn nst Wort von ihren Nachfolgern durch Ketzerwtoleranz und Scheiterhaufentattik ge- schändet wurde. Ohne Sozialistengesetz hätte der sozialistische Gedanke nie so schnell das Milltonenheer der Proletarier zu feiner heutigen, alles überragenden Machtstellung emporgehoben. Ohne die größte Reaktion, die die Menschheit seit Jahrhunderten erleiden mußte, ohne den furchtbaren männermordenden Weltkrieg wäre der monarchistische Gedanke nie so gründlich beseitigt worden, wie wir es in der Novemberrevolution von 1018 erleben dursten. Noch sind wir mitten drin in der Passionszeit. Viel Leid und Rückschläge müssen wir noch erdulden, wenn wir Ostern feiern wollen. Das soll und darf uns nicht entmutigen. Noch leben und wirken zwar die Pharisäer von gestern nnd suchen einen neuen Judas Jschariot, der für lumpige Silberlinge oder kappistischen Eigennutz das Volk von neuem verraten soll. Ihr pathologische? Ehrgeiz sehnt die Zell der Protektion zurück, in der sie Aemter und Würden und Macht w ihrem kleinen Klüngel ver- tellken und despotisch über das Volk unbestritten herrschen konnten. Diesen Phariiäern und Kappiancrn aber gelte das Wort von Karl Marx:„Der Staat ist ein zu ernstes Ding, um zu einer Harle- kinode gemacht zu werden. Man könnte vielleicht«in Schill voll Narren eine gute Weile vor dem Winde treiben lassen, aber seinem Schicksal trieb es entgegen eben darum, weil die Narren dies nicht glaubten. Dieses Schicksal ist die Revolution." Bei Kapp-Llidendorff genügte der Generalstreik, um das Rarrenschiff zu zerschellen. Aber wir haben die Stürmer und Dränger, Fanatiker und Wunschbesessenen mitten in den Reihen unsercr Brüder, die da glauben, in einer Nacht durch das Mittel der Gewalt die Mensch- heit und ihre Lebensbedingungen so umformen zu können, wie sie es und wie wir es wünschen. Wer die Geschichte aller Umwälzungen keimt, weiß, daß Ge- walt einer Minderheit nur für eine kürzere oder längere Zeit einer Richtung die Macht gibt. Nur d i e Macht kann dauernden Bestand haben, die sich von der Mehrheit des Volkes getragen weiß. Der Weg zu diesem Ziele ist nicht mehr allzu fern, wenn wir statt in Salbstzerfleischnng in Einigkeit gemeinsam marschieren. Unsere Waffe sei die des Geistes und der Erleuchtung. Licht und Helle wollen wir durch unermüdliche Aufklärungsarbeit in die die es nicht mehr gibt— infolge einer erdrückenden Heber- zahl bewaffneter Kommunisten in eine Notlage geraten war, wird z. B. im Berliner„Lokalanzciger" ein Schimpstonzert ausgeführt und werden indirekt die kämpfenden Mannschaften der Schutzpolizei gegen die preußische Regierung aufgehetzt. Zu wessen Vorteil? Des Vaterlands oder der Partei? Zur Beruhigung sei mitgeteilt, daß am Donnerstag nachmittag 3 Uhr Verstärkungen der Schutzpolizei unter Kämpfen in Eisleben eingerückt sind und die drei unter einem Major stehenden Hundertschaften aus ihrer bedrängten Lage be- freit haben. Daß Reichswehrtruxpen im Anrollen sind, ist glatt erfunden, und diese Erfindung ist leider nicht harmlos. Es sei mit Nachdruck festgestellt, daß Reichswehrtruppen nirgends ein- gesetzt worden sind, noch weniger aus Bayern oder Württemberg angefordert werden. Die preußische Regierung hat die Ueberzeugung, daß sie in verhältnismäßig kurzer Zeit die Ruhe im mittel- deutschen Industriegebiet wiederherstellen können wird. Kommunistenagitation in öer Schupo. In der Berliner Schutzpolizei suchen jetzt die Kommunisten durch ein Flugblatt ftir sich Stimmung zu machen. Unter der Maske des Biedermannes redet das Flugblatt den„Sipomann" als Bruder an und sucht die Kommunisten als ebenso edele wie harmlose Menschen hinzustellen. Die Berliner Schutzpolizei wird sich aber erinnern, daß die Leute, die jetzt die Schutzpolizei umschmeicheln und als Brüder an- reden, dieselben sind, deren„Rote Fahne" tagelang, ehe noch ein Tröpfchen Blut geflossen war, über die Schutzpolizei nie in anderen Ausdrücken geschrieben hat, als„Hörsings Mörderbanden, Bluthunde, blutgierige Söldlinge usw. usw., Die Berliner Schutzpolizei wird sich erinnern, daß am Mittwoch ftüh die„Rote Fahne" sich mit einem großen Sieg brüstet«, weil bei Eisleben von einer fünfzehn Mann starken Polizeipatrouille über die Hälfte durch ihre Anhänger abgeschlachtet worden ist. Das find die Leute, die jetzt an die brüderliche Liebe der Schutzpolizei appellieren, damit diese ihr verbrecherisches Treiben nicht störe! Revolutionäre auf Reisen. Die„Freiheit" bringt in ihrer letzten Wendausgab« folgende boshafte Feststellung: „Die Kommunisten sprechen von einer Entfcheidlmgsschiacht. Die„Rote Fahne" schreibt:„Die Stunde ruft das Proletariat aus die Schanzen." Dr. Kurt Geyer ist in Moskau. Otto Braß ist auf dem Wege nach Rußland, ebenso Wilhelm Koenen. Bei Wilhelm Koenen ist es beinahe selbstverständlich, daß er nie in Mitteldeutschland ist, wenn dort die Situation sich zuspitzt: denn er ist der bewährte Führer des revolutionären mitteldeutschen Proletariats. Fritz Meckert, Führer des Chemnitzer Proletariats und Mitglied der Zentrale, ist Koenens Begleiter auf dem Wege nach Rußland. Adolf tzofsmann ha: sich von seinem Arzt die Notwendigkeit einer mehrwöchigen Erholungskur anraten lassen. Levi hat sich nach dem Ausland, zum Unterschied von den anderen nicht nach dem Norden, sondern nach dem Süden begeben. Von väumlq, der während des Kapp-Putsches die Berliner Arbeiterschaft mit aller Energie von törichten Putschversuchen abgeraten hat. ist in dieser Situation nichts mehr zu sehen und zu hören. Die Leute von der„Freiheit" waren noch vor kurzem mtt Braß nnd Koenen und Geyer und Däumig eng verbunden. Sie kennen sie also sehr genau. Die„Feststellung" ist deshalb sehr boshaft. Wobei wir der Wahrheit zuliebe feststellen wollen, daß Wolf Hoff- mann sich am Donnerstagnachmittag noch in der Berliner Stadt« oerordnetenoerfamnilung ausgehalten hat. Sanüenkämpfe unü Terrorakte. Halle, 24. lÜfirz.(DA.) Am Bahnhof Stedten, an der Kieinbaha Schraplau— Halle, wurde eine Polizeitrapp« in Stärke von 200 Mann von bewaffneten Banden überfallen. Die Truppe hatte einen Toten und sechs verwundete. Sie ist dann in Richtung Eisleben zur Verstärkung des dortigen Kommandos welter- zogen. Bewaffnete Banden haben versucht, bei Ammendorf Köpfe tragen, die Religion der Gemeinschaft in die Herzen ein- pflanzen, um so durch nimmer rastende Erziehung den Ungeist des Eigennutzes aus Herz und Hirn hinouszutreiben. Sozialist sein verpflichtet. Verpflichtet zu steter Fortbildung, verpflichtet zn innerlichem Erleben im Geist brüderlicher Gemeinschaft, zu Harmonie von Seele, Geist und Tat. Dann erst find wir fern von fanatischen jesuitischen Grundsätzen, nach denen der Zweck die Mittel heiligen soll. Sind fern von jeg- licher Gewaltpolitik, da unser Verstand uns den Sedanken eingibt, daß eine Gesellschaftsform nur Bestand haben wird, wenn die Mehr- hell von ihrer Notwendigkett durchdrungen ist. * Noch ist unsere Passionszeit nicht überwunden. Doch neigt die Karwoche ihrem Ende zu. Und übersehen wir das Wort Kar nicht mit den alten Dog- mattkern mit Fasten oder Buße, sondern mit Marttn Luther mit R ü st t a g, dann ist uns Sozialisten das Programm für die nächste Zeit gegeben. Tragen wir den Geist und Sinn des Wortes„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" frei von Mystizismus in alle Herzen, so bereiten wir den Boden für die Auferstehung des Proletariats vor. OhneRüptag... ohne Karfreitag kein Osterfest. Die Zukunft der Berliner Museen. Nack Mitteilungen, die Pressevertretern im Kultusministerium gemacht wurden, ist die Fertigstellung der Muieumsneubautcn gesichert. Die Bauten auf der MuseumSinsel werden 1024 im Rohbau fertig fem, der Dahlemer Bau schon zwei Jahre eher. Zunächst werden die Neubauten unter Dacki gebracht werden. Von außen freilich werden die Muieen unvollender bleiben, der Säulengang auf der Insel wird nicht fortgeiührt. ES wird alio dann dort so aussehen, wie man eS vieliach im Stadion trifft: Fassaden. die nur angedeutet sind. Die Verbindung der Jnselbauten mir dem Kaiser- Friedrich- Museum durch«ine Brücke wird von dem Opferfirm der Stadt Berlin erwartet. 1 Zwischen den Berliner und den Dahlemer Museen soll eine grundsätzliche Arbeitsteilung stattfinden: die Schausammlungen find für Berlin, die Studienfammlnngen für Dahlem bestimmt, Im Volkerkundemuseum soll die primitive Kunst— allerdings im ethnologischen Rahmen— ihren Ausbau finden. Die Z'rau als Welivcrsöhnerin. Hans Thema hat einer Frau, die ihm von einem Verein„Kumtbienen" in St. Louis, einer Organisation zur Forderung deutscher Kunst und zur Linderung der deutschen Net, Grüße bestellte, in einem schönen Briefe geant- wartet:„Ich setze meine Hefsnm.g nach Besserung unserer Welt- zustände jetzt mehr als ic auf das Element der Frauen— die stehen mit ihrem natürlichen Empfinden für das. was der Menschheit gut und notwendig ist, näher als der oft hochmütig verstiegene Mann, der von seinem Gewebe von Theorie und Prinzipien sich nicht los- lösen kann, der sich auf Meinungen und Weltanschommgen einqe- schworen hat und es für Untreu« halt, von seiner selbstgebackenen die große Elfenb ah»brücke zu sprengen, find eber voa Polizei tr.annjchaflen zurückgetrieben worden. Aus dem Leuna» Werk, wo ebenfalls bewaffnete Banden sitzen, ist es noch zv keinen Ausschreitungen gekommen, obwohl die Bande die Ortseingänge beseht hält. Das Zentrum der Bewegung liegt in der Gegend von hcttstedt. Bei Schraplau wird, nach den neuesieu Räch. richten, gekämpft.(Siehe weiter unten.) Die Dahn zwischen Eisleben und Halle ist von den Aufrührern gesprengt, der Elsen- bahnverkehr Halle— Kassel ist unterbunden, vier Zünfiel der Arbeiterschaft stehen dieser neuen Auftnhrbewegung völlig fern und mißbilligen in schärfster Form den Terror. Weh- rere sozialdemokratische 5 ü h r e r wurden schwer mißHandel» und mußten flüchten. Die Regierung hofst. daß es dem Obcrpräfidenten hörsing in kurzer Zeit gelingen wird, der Be> wcgung Herr zu werden. Halle. 24. Mörz.(MTB.) Das Druckereigebäude ves „Klassenkampf" wurde heute früh von 50 Sicherheitspolizisten besetzt. Die Beamten beschlagnahmten mehrere Platten zur Her- stellung einer Flugschrist, die zum Generalstreik auffordert. Das Flugblatt ist aber trotzdem erschienen. Die Arbeiter der Sangerhauser Fabriken haben, wie die„Sangerhauser Zeitung" meldet, die Arbeit niederge- legt. Der Streik hat sich weiter ausgedehnt, auch in jicn landwirtschaftlichen Betrieben. Um weitere Schäden zu verhüten, find kommunistische Ordnungshüter bestellt worden. Die städtische Polizei stellte ihre Tätigkeit ein. nachdem drei Schutzleute durch Handgranaten verwundet worden waren. Die Gegner stehen sich in drei Kampfgruppen gegenüber. Im G e i s e l t a l greift der Streik weiter um sich. In Maus- fcld ist die Nacht ruhig verlaufen. Die Opfer von Eisleben. Eislebeu, 24. März.(Eig. Drathbericht des„Vorworts".) Gegen 2 Uhr ist Schutzpolizei in großer Stärke eingerückt. Vorher war die Lage sehr bedrohlich. Es wurde viel geplündert. Die Nachricht von Brandstiftungen trifft dagegen nicht zu. Bezeichnend für die Elemente, die hier die Oberhand hatten, ist eine Protla- mation, die angeschlagen wurde und u. a. sagt:„In dem uns auf- gezwungenen Kriege brauchen wir Geld. Di« Bourgeoisie führt die Kriege auch nur mit Geld, das sie den Proletariern abgepreßt hat. Wir werden das Geld holen, wo es massenweise zu finden ist. So- lange wir keins haben, werden wir Lebensmittel und Kleidung ohne Bezahlung requirieren. Unterzeichnet ist die Proklamation Max Hölz. Die Waffenvorräte der Aufständischen in Eisleben werden auf 40 Maschinengewehre und 8000 bis 10 000 Gewehre geschätzt. In den Kämpfen um Eisleben hatte die Schutzpolizei 7 Tote und 11 verwundete, die Aufständischen hatten 20 bis 25 Tote. 40 Verhaftungen wurden vorgenommen. HSltz ist nicht Höltz! Magdeburg, 24. März.(WTB.) Der in Quedlinburg aks Max Höltz Verhaftete soll vor Gericht angegeben haben, nicht Max Höltz, sondern ein Ernst Roth aus Anhalt zu sein. Eine Be- stätlgung liegt noch nicht vor. Das hiesige Organ der vereinigten Kommunisten, die„Tribüne", ist von der Polizei b eschlag- nahmt worden. Kaffenräuber in Breslau. Breslau, 24. März. Drei maskiert« Männer drangen heute morgen in den Kassenramn der Märkischen Eisenbahn und 1 raubten unter Vorhalten von Revolvern 84 000 M. Die Täter entkamen unerkannt auf Fahrrädern. Fss y Lanöeskonferenz Üer S.p.D. tn München. München, 24. März.(Eig. Drahtbericht des„Dorw.".) Die Landeskonferenz der Sozialdemokratischen Partei faßte eine Entschließung, In der gesagr wird, daß die Einwohnerwehr eine zentralisierte, mit Militärwasfen ausgerüstete Organisation ist, die K a h r- P o l i t i k sei gefährlich für den Bestand des Reiches. Die Durchführung der Entwaff- n u n g sei unerläßlich. Die Konferenz billigte einstimmig die Hai- tung der Fraktionen des Reichstags und Landtags. Meinung abzuweichen. Ich glaub«, daß, wenn weise Frauen, die von ihrem natürlichen Empfinden geleitet, mehr als bisher teil- nehmen könnten an der Leitung des Staates, die Brutalität der Völker gegeneinander gemindert würde.... Die Frau ist durch die Familie mit dem Volke weit inniger verwachsen als der Mann. In der Frau wirkt und lebt das große Mitleid mit allem Lebendigen, das Mitleid, welches unser Ue�rmenschentum— Uebermännertum — so gern abschaffen möchte Das weibliche Element ist der Haupt- sächlich seiner Natur nach oerufene Träger der Liebe, welche die Menschen verbinden sollte, die aus der von der Natur gebotenen Mutterliebe heroorwächst....Das Weib in feinem Mitleid ist be- rufen, Wunden zu hellen, es würde gewiß, wenn es gehört würde, alles aufwenden, um die Wunden zu verhüten, welche die wcchn- betörten, haßerfüllten Völker sich schlagen. Die größte Robbenherde. Der Robbendampfer„Wiking", der von St. Johns in Neufundland. zur Robbenjagd aufgebrochen war, hat durch eine drahtlose Botschaft gemeldet, daß er auf die größte Robbenherde gestoßen sei, die bisher jemals im Golf von St. Lorenz gesehen worden war. Die jungen Robben, die das weichste Fell und das beste Oel haben, lassen sich in der zweiten Hälfte des März am leichtesten erlegen. Sie liegen dcmn fast hilflos auf dem Eise und sind unfähig, fortzuschwimmen. Man tötet sie mit cisenbcschlagenen Keulen. Die Felle, an denen sich auch die dicken Schichten des kost- baren Fettes befinden, werden abgezogen, und die als werllos zu- rückgelassenen Leichen bedecken dann weithin die Eisfelder. Die Herde, auf die der Dampfer stieß, blieb öZ Kilometer weit sichtbar und schien sich nicht im geringsten vermindert zu haben, nachdem in drei Stunden 4000 Tiere erschlagen worden waren. Diesem un- geheuren Robbenmord gebot nur die Tatsache Einhalt, daß das Schiff in Packeis geriet und daher seine Ernte nicht mehr fortsetzen tonnte. Theater. Die benfige„P a r s! f o l'-Anssschrung tu der StaatSoper beginnt nicht»in 4 Uhr, sondern erst um 5 Uhr. Lienhard» Luther tvird tat April in der freien Bearbertimg von Frenz Nobiling in der Leipniz-Qoerrealschule zu Eharlottcnburg, Schllier- straße 125— 127, zur Darstellung gelangen. (viue Grabbe-Woche soll in seiner vrimatiladt Detmold im Irnrt abgehalten werden, um die Mittel für die Errichtung eines Denkzeichens zu ergeben, fem LandeZtheatei wird man.Don Juan und Fault« mit d— Nuilk beut Solching und.HannIbaU fptclcn. Morgenveranstallungen. uS Aufsübrnng beS(Srabde behandelnden Dramas„Der Einsame" von Lohst, eine Grabbe-Ans stellung, sind weiter vorgesehen. Fürsten als Künstler. Der eheznalige Grestherteg von Hessen. Ernst L u d w i 9 ist unter d-.e Dichter gegangen.hrga»s ÖCÖ 1�0(1001�0 Stcltog, 25.!nütimi Achtung! Parteifunktionäre, Betriebsvertrauensleute! wird In den Zelten 23, Zimmer 10, wichtiges Agitationsmaterial zur sofortigen Verbreitung ausgegeben. Am Freitag, den SS. März, vor- 9 Uhr, mittags Der Bezirksvorstand GroßSerün 3n den Frühling. ' ostern, das Fest des Wiedererwachens der Natur, ist gekommen; der junge Lenz schreitet von Neuem durch das Land. Eine tief« Sehnsucht nach Luft und Sonne packt die Menschen, und sie pilgern hinaus ins Freie, die Spuren des Frühlings zu suchen. Nachstehend geben wir einige Vorschläge zu Wanderungen in landschaftlich schöne Gebiete der Mark. Eintägige Wanderungen. Zum Lienewitz-See. Die Wanderung beginnt in Potsdam. Vom Bahnhof über die Eisenbahn, durch die Leipziger Straße, am Fuß des Brauhausberges vorüber zur Havel. Die Straße wird von alten Buchen eingefaßt; Platanen und Kastanien nehmen mit- unter ihre Stelle ein. Bon den Höhen, die linker Hand die Straße begleiten, prächtiger Ausblick über den Strom, auf dem schmucke Segler kreuzen. In einer ruhigen Bucht liegt in stiller Abgeschieden- heit die Siedlung Templin. Der schöne Weg führt nach Caputh, dem langgestreckten Obstdors, das den Beginn des märkischen Obst- gaus anzeigt. In �er Nähe der Kirche zweigt ein Weg in südlicher Nichtimg ob. Links an den Krähenbergen vorüber zum Wald. An der Kreuzung der Gestellwege r und I gen Südost zum Großen Lienewitz-See. Von hochstämmigem Kiefernwald umrahmt, gleicht der See einem„Waldauge", wie es die märkischen Wälder selten in so ausgesprochener Eigenart bewahren. Auf der schmalen Land- enge zwischen dem Großen und dem wesllich von ihm gelegenen Kleinen Lienewitz-See, die Siedlung Lienewitz, nur wenige Häus- chen, die sich In das Waldesgrün schmiegen, lieber die Bahn von Wildpark nach Beelitz und weiter in westlicher und südwestlicher Richtung nach Ferch am Schwielowsee. Das Gelände ist äußerst abwechslungsreich: Hügel und Senken läsen in steter Folge einander ab. Dem Kiefernwall» sind häusig alte Eichen beigemengt, meist rekt knorrige und abenteuerlich gestaltete Burschen. Von Ferch am Ostufer des Schwielowfees gen Nord über Flottstelle nach Caputh zurück. Mit der Fähre zum anderen Havelufer und um den Petzicn, eine Ausbuchtung der Havel, und am Forsthaus Goisberg vorüber zum Luftfchiffhafen. Von hier führt die Straße in gerader Richtung zum Bahnhof Charlottenhof. Weglänge etwa 26 Kilometer. Die Tegeler Heide. Hinter dem Schlößchen Tegel zweigt der Weg nach Tegelort von der Chaussee ob. Durch einen tiefen Gin- schnitt zum Tegeler See und weiter zum Forschaus Tegelsee. Eine schmale Landzunge streckt sich hier weit in den See hinein, bis dicht an die Insel Scharfenberg. In Tegelort ist die Havel erreicht. Gen Nord nach dem freundlichen Dörfchen Helligensee, zwischen der Havel und dem gleichnamigen See. Dom Nordende des Dorfes gen Oft tSrraßenbahngleis) zum Waldbegmn. Hier auf Gestell I in nordöstlicher Richtung nach Schulzendorf und weiter am Ehrenpforten- vorüber zu den ersten Häusern von Frohnau. Der Tegeler Forst ist eins der schönsten Waldgebiete in der näheren Umgebung Berlins. Herrscht auch die Kiefer vor, so geben zahlreich einge- sprengte Laubbäume sowie reichliches Unterholz doch recht mannigfache Waldbilder. Das Gelände ist mitunter ziemlich uneben, wo- � kiurch die Schönheit der Gegend beträchtlich vermehrt wird. Durch die schön angelegte Waldsiedlung Frohnau zum gleichnamigen Bahn- Hof der Nordbahn. Weglänge etwa 18 Kilometer. Rund um den Müggelsee. Vom Bahnhof Friedrichshagen gen Süd durch die Friedrichstrahe und dann gen Ost durch die See- straße zu den Berliner Wasserwerken und dem Institut für Binnen- sischerei. Jetzt rechts ob zum Ufer des Müggelsees, einer der um- fangreichsten Seen der Mark. An einer Holzabloge vorbei zum Frei- bad Müggelsee, das jetzt allerdings noch verödet ist. Nun vom See entfernt auf der Chaussee am Forsthaus Müggelsee vorüber zur Rahnsporfer Mühle, eine alte Wassermühle. Südlich der Nohns- dorfer�Mühle liegt Rahnsdorf, am Einfluß der Spree in den Müggelsee. Das Dorf ist ein Runddorf oder Rundling: die Gehöfte liegen rund um einen erhöhten Anger herum, auf dem die Kirche steht. Eine solche Siedlungsform gehört zu den ältesten der Mark. Bon Rahnsdorf mit dem Boot zum jenseitigen Ufer und nun um den Kleinen Müggelsee zum Südufer seines großen Bruders. Hier die Müggelbcrge, die von Aussichtstürmen gekrönt stnd. Die Aus- ficht gibt ein prächtiges Bild von der Gliederung der Landschaft. Die Gestellwege sind von Birken eingefaßt, deren weiße Zeilen sich leuchtend von dem dunklen Grün der Kiefern abheben. Aus dem Süduser des Müggelsees weiter zum Ausfluß der Spree und hier mit der Fähre nach Friedrichshagen zurück. Weglänge etwa 16 Kilometer._ Kommuniftenfpektakel in Serlin. Wir berichteten bereits im gestrigen Abendblatt, daß die kam- munistischen Verbrechen in Mitteldeutschland nicht ohne Einfluß auf die zumeist kommunistisch orientierten Berliner Arbeitslosen ge- blieben sind. In Befolgung der von der KPD. und sehr wahr- scheinlich auch von der Betriebsrötezentrale in der Münzstraße aus- gegebenen Generalstreikparole begaben sich gestern mittag 2 0 0 bis 250 Arbeitslose zu den Ludwig- Loewe-Werken, um dies« stillzulegen und zu besetzen. Die Tore zu den Loewe-Werken waren ebenso wie die der benachbarten„Turbine" geschlossen. Die Arbeitslosen nahmen daher den Weg über das verschlossene Tor der „Turbine", begaben sich ins Kesselhaus und löschten die Feuer. Dann begaben sie sich in den Loeweschen Betrieb und forder- ten vom Betriebsrat die Stillegung der Werke. Unsere Parteige- nassen lehnten natürlich diese Forderung stritte ab. In einer dar- auf tagenden gemeinsamen Sitzung des Betriebs- und Arbeiterrats wiederholten die Vertreter der Kommunisten ihre Forderung, fanden aber bei den Anhängern der SPD., der USPD. und bei den Asa- Vertretern keine Gegenliebe. Diese lehnten es ausdrücklich ob, Leuten zu folgen, von denen man nicht weiß, wer sie sind und wo- her sie kommen. In einer sich an diese Sitzung anschließenden Be- triebsoersammlung versuchten die kommunistischen Arbeitslosen be- sonders unseren Genossen Weiner am Reden zu verhindern. Aber der stürmische Beifall am Schlüsse seiner Ausführungen bewies, daß die Zeit, in der die Kommunisten unumschränkt in den Berliner Großbetrieben herrschten, längst vorüber ist. Ohne Abstimmung wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Ein Vertreter der KPD. fordert« seine Freunde auf, alsbald nach Empfang des Lohnes den Betrieb zu verlassen und in den Generalstreik zu treten. Im Laufe des Nachmittags haben dann ganze 250(in Worten: zweihundert- fünfzig) Kommunisten den Betrieb verlassen. In einer Besprechung des Betriebsrats mit der Direktion wurde von dieser mitgeteill, daß die Sicherheitspolizei gegebenenfalls den Betrieb räumen würde. Die Arbeitslosen waren aber inzwischen selbst abgerückt, um nach einer Stunde wiederzukehren, das Kesselhaus zu besetzen und die Feuer auszulöschen. Der belonnene Teil der Arbeiterschaft veron- lahte sie aber sehr bald, den Betrieb wieder zu verlassen, so daß in einer halben Stunde die Arbeit wieder aufgenommen werden tonnt«. 5ür Sie Erwerbslosen. Der Ständige Ausschuß zur Prüfung der Anregungen für produktive und unterstützend« Erwerbslosenfürsorge hat am Donnerstag mit zuständigen Behörden unterhandelt und ihnen folgende Forderungen unterbreitet: Es sind zu zahlen für männliche Personen über 21 Jahre 15 M. täglich, falls sie nicht im Haushalt eines an- deren leben, sonst 13 M.; für eine Person über 16— 21 Jahre 11 M. und unter 16 Iahren 6 M.; für weibliche 13 M. bzw. 11, 9 und 5 M. Die Familienzuschläge für den Ehegatten sind auf 5 M. zu erhöhen, für die Kinder bis zu 16 Jahren auf 4 M. und für alle Unterstützung?- berechtigten Angehörigen auf 3 M. täglich. In bedürftigen Fällen sind Kleider unter Verzicht auf Abzahlung zu gewähren. Beim Reichs- arbeits- und Wohlfahrtsministerium wurde u. a. beantragt: daß dem Wohnungsamt die Befugnis gegeben wird, gewerbliche Räume, die zwecklos belegt fino, zu gewerblichen Zwecken zu beschlag- nahmen. Ferner schleuniger Weiterbau der Museen. So- fortige Hebung des Siedlungswesens und der Bau- t ä t i g k e i t. Alle Arbeiten, die von der Post, Eisenbahn und anderen Behörden vergeben werden, sind möglichst in Berlin herzustellen. Die an der W e i ch b i l d g r e n ze brachliegenden Ländereien sind den Erwerbslosen zur Bestellung zu überlassen. Selbstmord nach dem Geständnis. Der aufgeklärte Millionenraub auf Postamt 54. Mit dem Selbstmord seines Urhebers hat der Millionenraub auf dem Postamt 54 in der Lothringer Straße seine Aufklärung gefunden. Die verhafteten Täter sind überführt und ge- st ä n d i g,.zwei sind noch flüchtig. Der Erfinder des ganzen Planes und der Anführer der Bande, Postbetriebsassistent Paul Antoch. der zum Schein gefesselt worden war, leugnete die gegen ihn er- hobene Beschuldigung, seine Hand im Spiel gehabt zu haben, fort- gesetzt, bis er endlich doch ein Geständnis ablegte. Kurz darauf machte er im Polizeigewahrsam seinem Leben ein Ende. Der Verdacht lenkte sich von vornherein auf den Betriebs- assistenten Antoch, der durcb fein Verhalten und seine Aussagen aufsiel. Er ging dann auch auf seinen Bruder über, den er gleich nach der Tat aussuchte. Auch dieser leugnete zunächst. aber beide wurden gleich von der Kriminalpolizei in Gewahrsam genommen. Die weiteren Ermittlungen ergaben auch die Beteili- gung eines gewissen Stein, der ebenfalls festgenommen wurde. Stein konnte bald so überführt werden, daß er ein Geständnis ablegte. Die Täter trafen sich nach Verabredung um 2 Uhr nachts auf dem Rofenthalerplatz und drangen vom Grundstück Z« h d«- n i ck e r S t r a ß e 1 6 auf den Posthof ein. Sie schlugen an der Hintertür eine Glasscheibe ein, langten durch die Oeffnung und drehten den Schlüssel herum. Mit dem Raube schlugen sie den Rückweg wieder in das Grundstück Zehdenicker Straße 16 ein. Der Lärm, der bald auf der Straße entstand, veranlaßt« die Räuber nach verschiedenen Richtungen zu entfliehen. Das ganze geraubte Geld sollen nach Angabe der Verhafteten die beiden flüchtigen Mittäter besitzen. Die Untersuchungen sind noch nicht abge- schlössen. Auch der beiden flüchtigen Täter hofft man bald habhaft zu werden.__ verurteilte Eisenbahnräuber. Massendiebstähle an Eisenbahngütern in Grohbehnitz hoben nun» mehr vor Gericht ihre Sühne gefunden. Eine 35 Mann starte Bande, die sich größtenteils aus Eisenbahnern zusammensetzt, hatte bis zum August 1919 planmäßig die Beraubung von Eisenbahn- güterwagen durchgeführt und war dabei zum Teil auf frijcher Tat von der Eisenbahnüberwachungsabteilung abgefaßt worden. Von den 35 Angeklagten, von denen in der Zwischenzeit 2 gestorben und einer in eine Irrenanstatt eingeliefert war, sind nur 22 zur Verant- wortung gezogen worden, da die übrigen bisher noch nicht ermittelt und verhaftet werden konnten. Unter diesen Flüchttgen befindet sich auch der Haupttäter Engfer, der sich noch Brasllsen in Sicherheit gebracht hat. Nach zweitägiger Verhandlung erkannte das Gericht durchweg auf Gefängnis, u. a. erhielt der Unterassistent Dahlweg 4 Jahre, Zugführer Krause, Packmeister Stürmer, Hilfsschaffner Seikritt je 2 Jahre, Schaffner Adamitz 2 Jahre usw. Mit diesem Urteil hat einer der größten Bandendiebstähle auf der Eisenbahn im Jahre 1919 seinen Abschluß gesunden. Einführung ües Bezirksamtes VII. Bei der Einführung der Mitglieder deö Bezirksamt«? ichs 7. Bezirks hob Oberbürgermeister Boese in seiner BegrüßungS- ansprach« hervor, daß die Stadt Cbarlottenburg rn dem zehnjährigen Kampfe um die Gemeinde Groß- Berlin stet? zu den Gegnern der Zusammenfassung der Gemeinden gehört habe. Dies sei auf Grund der Bedeutung, die sich Charlottenburg unter den deutschen Städten diiech seine vorbildlichen kommunalen Einrichtungen auf allen Ge- bieten erworben hatte, nicht verwunderlich. Er hoffe und wünsche, daß der Bezirk Charlottenburg auch in Zukunft als Teil de? Ganzen stets Mustergültiges zu leisten bestrebt sein werde. Nach dem Vorsteher Köhler dairkte Genosse Hirsch als Bürgermeister» Stellvertreter des Bezirks für die warme Begrüßung und gab der � Ueberzeugung Ausdruck, daß alle Mitglieder des Kollegiums als . Diener der Gesamtheit ihre ganze Kraft einsetzen werden zum Wohle des Bezirks und damit der Kommune Groß-Berlin. Unter dem Halleschen Tor. Die Bauarbeiten der Nord-Südbahn an der Landwebrkanal» kreuzung haben weiterhin günstigen Verlauf genommen. In dem 25f Sline Menschenkind. II. Mütterchen. von Martin Andersen ZlexS.* Endlich kam das Frühjahr. Es kündigte sich mit heftigen Osterstürmen an und mit Unglücksfällen rings an der Küste. Eines Morgens kam Lars Jensens Boot ohne Führer zurück; eine Sturzsee hatte ihn über Bord gespült. „Jetzt ist es das beste, du gehst sofort zum Krugwirt." sagten seine beiden Kameraden zu Lars Peter. „Ist es nicht vernünftiger, wenn ich zu Lars Jensens Witwe gehe?" fragte Lars Peter.„Ihr gehört doch der Boots» ant�il." „Darein mischen wir uns nicht," sagten sie vorsichtig. „Geh' du, zu wem du willstl Wenn du aber Geld beiseitegelegt hast, dann solltest du es zur Sparkasse bringen— die Hütte könnte dir leicht abbrennen." Sie lachten einander verstohlen zu und drehten ihm den Rücken. Lars Peter ließ sich ihre Worte durch den Kopf gehen -- ob sich das wohl so verhielt? Er nahm die 2000 Kronen, die er von der Auktion übrigbehalten und zum Bauen zurück- gelegt hatte, und ging damit zum Krugwirt. „Ich komme, um dich zu bitten, mir etwas Geld zu ver- wahren," sagte er leise.„Du hast ja eine Spartaste für uns hier, Hab' ich gehört.� Der Krugwirt zählte das Geld nach und verschloß es in seinen Sekretär.„Du wilyt wohl ein Papier darüber haben?" jagte er. „W, das ist wohl nicht nötig." Lars Peter dehnte die Worte. Er hätte nichts dagegen gehabt, etwas Schriftliches für sein Geld zu erhalten, wagte aber nicht, darauf zu bestehen. Das hätte ja wie Mißtrauen ausgesehen. Der Krugwirt schlug die Klappe des Sekretärs zu—«s klang Lars Peter, als würde Erde auf einen Sarg geworfen. „Es kann als Kaution für den Bootsanteil stehenbleiben," sagte er.„Ich Hab' gedacht, du trittst an Lars Jensens Stelle." „Eigentlich sollte ich dann wohl die Sache mit Lars Jensens Witwe ordnen und nicht mit dir," sagte Lars Peter. „Es ist ja ihr Bootsanteil." Der Krugwirt wendete ihm seine» Riesenlech zu.„Du verstehst dich wohl besser als unsereins auf Mein und Dein hier im Dorf, wie es scheint," sagte er. „Nein, das nicht gerade, aber so Hab' ich es verstanden," murmelte Lars Peter. Als er wieder draußen war, schüttelte er sich. Zum Henker, man war nie sein eigener Herr, wenn man da drinnen dem verwachsenen Kumpan gegenüberstand. Allein das, daß er überhaupt keinen Hals hatte, wirkte so unangenehm! Und dann dieser gewaltige Kopf! Er hatte Kräfte wie ein Bär, er- zählte man, und Verstand hatte er sicher. Er führte einen an der Nase herum und setzte genau das durch, was er wollte. Man konnte sich ihm gegenüber einfach nicht behaupten. So zum Beispiel fiel dem Lars Peter, als er so dastand und nach einer Antwort suchte, die die Frage mitten durchschnitt, auf einmal dos Gemächt des andern ein. das ganz ungewöhnlich groß sein sollte. w,e die Leute erzählten.— Er war unzu- frieden mit dem Ergebnis seines Besuchs, aber froh, daß er wieder draußen war. Er gina zum Hafen und teilte den beiden Pootskame- raden das Resultat mit. Sie hatten nichts dagegen einzu- wenden, freuten sich vielmehr, den Lars als dritten Mann zu bekommen; er war groß und stark und ein guter Kamerad. „Nun bist du noch der Witwe gegenüber verpflichtet," sagten sie. „Was, auch das noch?" rief Lars Peter.„Zum Henker, soll denn der Bootsanteil zweimal bezahlt werden?" „Das mußt du selber wisten," sagten sie.„wir mischen uns nicht darein." Er ging zu der Witwe hinaus, die in einer kleinen Hütts am Südronoe des Dorfes wohnte. Sie saß beim Kamin und schlürfte gelbe Erbsen aus einer Schale; die Tränen liefen über ihre Nase und tropften ins Esten hinab.„Ja, nun hat man keinen Versorger mehr," sagte sie schluchzend. „Ja. und ich habe Angst, daß ich'nen Bock geschossen lzabe," sagte Lars Peter bedrückt.„Ich Hab' dem Krugwirt für den Bootsontell zweitausend Kronen bezahlt, und nun höre ich, daß es dein Eigentum ist." „Du konntest wohl nicht gut darum herumkommen," er- widerte sie und sah ihn freundlich an. „Gehört der Anteil denn nicht dir?" „Meinem Mann hat der Krugwirt ihn vor zehn Iahren übertragen, und bezahlt hat mein Mann ihn«in paarmal, wie er[übet weinte. Akr es ist schmierig für eme arme der alles durch die Gnade und Barmherzigkeit anderer zufällt, eine eigene Ansicht zu haben. Man hat es schwer auf der Well, Lars Peter! Wer soll einen jetzt schützen— und einen ausschimpfen und es dann wieder gutmachen?" Sie begann abermals zu weinen. „Wir werden fleißig nach dir sehen, und über die Esten» Sage kommen wir wohl auch weg. Ich will nicht gern ein nrecht gegen jemanden verüben und am allerwenigsten gegen jemand, der seinen Versorger-verloren hat. Wir Armen müssen zusammenzuhalten versuchen." „Ich weiß recht gut. du wirst mich nicht Not leiden lasten. soweit es in deiner Macht steht. Aber du hast das tägliche Brot für die Deinen herbeizuschaffen, und es wächst nicht um« sonst hier in den Dünen. Wenn es hier nur nicht wie immer geht, daß die, die den guten Willen haben, nicht können, wie sie möchten!" „Ja, ja— ein armer Teufel muß jedenfalls den andern an der Hand nehmen. Du sollst nicht vergessen werden, wenn es uns erträglich geht. Aber du mußt dreimal hinter mir her- spucken, wenn ich weggehe." „Das werd' ich herzlich gerne tun," sagte die Witwe.„Ich wünsche nur Gutes über dich herab." Nun konnte er arbeiten. Und es kam bloß darauf an, etwas Glück und guten Fang zu haben. Er freute sich darüber, daß Lars Jensens Wllwe seine Fahrten zur See nicht mit bösen Wünschen begleitete. Der Fluch von Witwen und Dater- losen war eine schwere Bürde für eines Menschen Arbeit. Nun, wo Lars Peter den Dingen näher gerückt war, war das Dorf nicht mehr ganz das gleiche wie vorher; er konnte sich wohl einen Ort denken, wohin er lieber gezogen wäre. Arm war das Ganze, und von Lust vorwärtszukommen spürte man nicht das geringste. Die Fischer fuhren aufs Meer, weil das nun einmal nicht anders sein konnte; wenn ihnen die Witterung einen Vorwand liefern konnte, zu Hause zu bleiben. so taten ste's.„Wir sind und bleiben gleich arm, mögen wir viel oder wenig tun," sagten sie. „So? Wo bleibt es denn?" fragte Lars Peter anfangs und lachte ungläubig. „Das wirst du schon sehen!" erwiderten sie. Und jetzt ver- stand er es einigermaßen. (Forts, folgt.) PI nunmehr beendeten Stollen unter dem Kanal ist mit dem Ein- betonleren der Tunnelsohle und der Seiienwände, sowie mit der Abdichrung des Bauwerts begonnen worden. Dicht hinter der Kreuzung am Landwehrtanal bereitet die Unter fangung de» westlichen Torgebäuves am Holleschen Tore erhebliche Schwierigkeiten. Hier bilden wasserführende Tonichichten unter dem Gebäude zunächst noch ein starkes Hindernis, das die Herstellung des neue» Fundaments verzögert. Erst dann kann mit dem Abbruch der allen Sremsundamente des Gebäudes begonnen werden und somit die Bahn für den neuen Tunnel geschassen werden.— Aus der Sumpfstrccke in der Friedrichstrabe gehen da- gegen die Nammarbeiien rüstig voiwänö, ohne daß weitere Sackungen der Bnrgersteige ausgetreten wären. Hier werden die Arbeiten wesentlich früher beendet sein, als ursprünglich ange- nommen tvurde. Mit der Beendigung der Nammarbeiien, mir der etwa Ende April gerechnet wird, kann dann die Herstellung der Eisenbetonvlatte begonnen werden, die das Fundament unier dem Tunnel bildet und die Kopse der Pfähle verbindet. Wieder Platzkarte« für Schnellzüge. In den Schnellzügen auf den deutschen Eisenbahnen war vor dem Kriege die Ausgabe von Platzkarten eingeführt, wodurch den Reisenden die Möglichkeit gegeben wurde, sich rechtzeitig einen Platz in dem von ihnen benutzten Schnellzuge zu sichern. Diese Platz. karten werden nunmehr auf einzelnen Schnellzugsstrecken wieder eingeführt. Für Berlin erhalten versuchsweise die vom P o t s. d a m e r und Anhalter Bahnhofe ausgehenden Schnell- züge im Vorverkauf gegen eine besondere Gebühr Platzkarten. Sie gelangen gleichzeitig mit der Lösung der Fahrkarten zur Ausgabe. Die Gebühr ist nach den einzelnen Klaffen gestaffelt und beträgt für die Karten der ersten Waaenklasse 6 M., für die der zweiten Wagen- klasse 4 M. und für die Karten der dritten Klasse 2 M. Die Platzkarten werden nur von den Bureaus und Lerkoufsstellen des Mitteleuropäischen Reisebureous ausgegeben, und zwar erstmalig für die Züge, die Berlin im Laufe des 4. April verlassen. Der Bor- verkauf beginnt für diese Züge am Freitag, den 1. April und endet am K. April um 4 Uhr nachmittags, also noch vor Schluß der Bureaus. Die Inhaber von Platzkarten müssen jedoch schon auf der Abgangsstation sich im Zuge einfinden, da sonst ihr Recht auf die Plätze erlischt._ Morgen, Sonnabend, fällt die Iurislische Sprechstunde aus. Reoolverotteniat auf einen fahrenden Zug. Ein nichtswürdiger' Bubenstreich ist gestern vormittag auf einen von Berlin nach Grünau verkehrenden L o r o r t z u g verübt worden. Als der Zug die Strecke zwischen Adlershof und Grünau durchfuhr, wurde aus dem Walde heraus ein Schuß auf einen Wagen 3. Klasse ab- gegeben, der die Fensterscheibe zertrümmerte. Zum Mück befanden sich in dem betreffenden Kupee kein» Fahrgäste. Aus diesem Vorfall entstand das Gerücht, daß Kommunisten einen Vorortzug beschossen hätten. Ein falsche» Mordgerücht. In einer Offiziersbaracke in Adlers- Hof wurde gestern der Verwoltungsfetretär Willi Sehnte er. schössen aufgefunden. Da zunächst ein Verbrechen vermutet wurde, entsandte das zuständige Polizeiamt mehrere Beamte. Die Auf- nähme des Tatbestandes ergab jedoch, daß kein Verbrechen vorliegt. Allem Anschein nach ist Vehnke das Opfer eines U n- g l ü ck s f a l l e s geworden. Er ist vorgestern Abend spät zurück. gekehrt, Hot dann noch seine Schußwafs« genommen und nochge sehen, um sie neben sich auf den Nachttisch zu legen. Dabei ist wohl der Schuß losgegangen und Behnle von der Kugel getroffen worden. Dle Arledrlchzhageuer Jähre ist gestern dem Verkehr wieder ubergeben worden, nachdem sie longere Zeit außer Dienst gestellt war. Auch Fuhrwerke und Kraftwagen können durch die Motor- fähre befördert werden. Ein ösfenklichc» Freikonz erk findet am Sonntag, den 1. Oster- idpteriag, nachmittags 2 Uhr. veranstaltet vom 4. Bezirk des Deut- schen Arbeitersängerbundes, im Schillerpark statt. Elf im Norden gut bekannte Männergesangoereine sind dem Bezirk angeschlossen und zu einem Massenchor vereinigt, der mit seinen 900 Sangern ein Konzert zu Gehör bringen wird, das einen seltenen Äunstgenuh oerspricht. Die künstlerisch- Leitung liegt in Händen des Kapellmeisters Scherchen. Die städtischen Bureaus und Kosten werden am Sonnabend, den 20. März, mittags um 1 Uhr geschlossen. Die V-rkehr-stunden der Sparkasse für das Publikum währen an diesem Tag« nur bis 12 Uhr. Tie Ausstellung Rmste und Made, die in der Oeffcnilichkeit großes Interesie erregt bat, ist bis zum zweiten Feiertag. Montag, den 28. b. W verlängert worden und auch Karfreitag von 10—5 Nhr geöffnet, gesrcllten die Gelegenheit zum Besuch« zu ermögliche«. um An- Groß-öediner partemachnchten. Heule. Jreilog, abends S Uhr: Hof ft�r'*teeUt' H"renp-rtei der Abteilung. Treffpunkt» Uhr am Bahn- ■ni. AAense«» Eitznng bei BtlbungsaussSuilses im Friedensgerten.— Sie VlMothek blell't am cßnitahent), den 26. Mörz, uinll-indchaiber geschlossen. J»Ngs»zi«Nftt>�« Bereinigung sSPD.). Truppe Ctiden und Treptow im Iugindheiin tlfertsttajjt. Der angesetzt« Bartrag findet erst cm Donnerstag, de» Zt. Z>,ilrz, statt. Dafür ist heute Ünterhaltungsobend, Morgen. Sounabcnd. abends 7 Uhr: Dezirksfllhrer bestimmt abnechneir bet Dageler, Mrttenwalder Dtr. 16. Sonnkag. de» 27. März(1. Oslerfeierlag): 32. Abt. Famiiienuntcrhalwng abends Z Uhr bei Bl-sfln, große? Saal. SUXe iKenofsen und Genossinnen�herzsich Vitlkammen. Mus Ser Partei. Unmögliche Einigkeitsbestrebuugea. Wir sprachen dieser Tage von einem Aufruf, den zwei Partei- bläiter veröfker.tlichten, in dem ein«.national« Arbeitsgemeinschaft' der sozialistischen Parteien gefordert wurde. Wie unzeitgemäß diese Forderung ist, liegt angesichts der Vorkommnisse in Mitteldeutschland und Hamburg doch wohl klar zutage. Nichtsdestoweniger finden wir neuerdings in der Frankfurter„Volksstimme" die Zuschrift eines „alten Parteigenoflen", der noch in diesem Jahre(!) einen Einigungskongreß fordert, auf dem Sozialdemokraten, Unabhängige und Kommunisten oertreten sein sollten. Die Delegierten müßten so lange tagen, bis fie in irgendeiner Weise einig geworden seien. Genau wie bei der Papstwahl! Daß Parteigenossen die Einheit der Arbeiterschaft erstreben, ist begreiflich. Daß sie den Weg zur Einheit mit ihren Vorschlägen tetsächlich verbauen, sollten'sie aber nicht außer acht lasten. Wie wenig auf irgendein Entgegenkommen schon bei der Unabhängigen Partei— von der D.K.P.D. natürlich gar nicht zu reden— zu rechnen ist, zeigt der Verhandlungsbericht der„Freiheit" über die geheime Reichskonferenz der U.S.P. Sowohl die beiden Hanptreferenten H i l f e r d i n g und C r i f p i e n, wie auch die meisten Diskussionsredner haben ent- fchiedene Töne gegen jede Einigung mit uns gesprochen. Nur ein einziger Redner, Pappenheim. Schmalkalden, war anderer Ansicht. Hierüber sagt der Bericht der„Freiheit": Pappenheim- Schmalkalden oertrat unter lebhaftem Widerspruch der Konferenz den Standpunkt, daß sich auch für die Einigung mit den Recktssoziolisten eine Basis finden ließe. Dem trat Vlock-Leipzig mit aller Schärfe entgegen. Die Mission der Unabhängigen Partei sei noch bei weitem nicht erfüllt. Sie müsse ausharren, selbst wenn die Bedingungen des Kampfes ungünstiger werden sollten. Die U.S.P. sei e», dl« den Sozialismus gegen Reformismus und dos. was sich heute Kam- mvnismus nenne, zu retten habe. Eine Einigung mit den Rechts- sozialisten wäre auch international von katastropha- ler Bedeutung. Wir haben heute weniger denn je einen Grund, der U.S.P. nachzulaufen. Unsere Partei hat ihr« Bereitwilligkeit oft genug bewiesen. Sie wollen eben nicht. Run, dann wird sich der Einigungsprozcß welter und unaufhaltsam in der Weise vollziehen, die am 20. Februar so deutlick zlüage getreten ist. Und dos ist eine sehr gesunde und haltbare Einigung, die sich unter der Fahne der Sozialdemokratie vollzieht! Soziales. Ueberangebot ln der Melaäindustrie. Aus Ermittlungen des Berliner Städtischen Berufsamtes geht hervor, daß sich der größere Teil der Berliner Jugend zur Me- tallindustrie drängt. Bisher sind an 23 000 Lehrlinge im Gefamtaebiet von Groß-Beclin für oll« Berufe der Metallindustrie ermittelt. Ein gewaltiges Heer, dos viel zu stark ist. um später in der Metallindustrie lohnend« Beschäftigung zu finden. Nach einer Statistik von 1S1? sind ca. 20 Proz. aller gewerblich Tätigen in der Metallindustrie beschäfttgt, ähnlich dürfte es auch nur mit dem Zugang der Lehrlinge fein. In den einzelnen Betrieben, besonders solchen bis zu 20 beschäftigten erwachsenen Arbeitnehmern, mehren sich denn die Klogen der Lehrling« und Eltern immer mehr. Mein arbeitende Meister mit 5 Lehrlingen sind keine Sellen- heit, oder Betriebe mit? Gehilfen und 14 Lehrlingen, oder mit 4_ Gehilfen und 20 Lehrlingen, oder gar wie in einem Fall in Spandau, beschäftigen zwei mitarbeitende Inhaber einen Gehilsen und 34 Lehrling« in 2 Betriebsabteilungen. Daß die A u s b i!- d u n g in derartigen Betrieben zu wünschen übrig läßt, ist erklärlich! denn in den wenigsten Fällen haben die Meister genügend Zeit, sich um die Lehrlinge zu kümmern. Wöchentliche Ko st gelber von S bis 16 M. vom 1. bis 4. Lehrjahr, besonders in den mechanischen Betrieben, sind durch- aus keine Seltenheit. Sätze von 12 bis 24 M. vom 1. bis 4. Jahr ist zum Beispiel ein Durchschnittskostgeld der vielen Berliner Hand- werkslehrlinge. Hundertwcis« könnten derartige Auswüchse der Oefientlichkeit bekanntgegeben werden. Leider muß gesagt werden, daß durch die Art und Weise, wie die Eltern ihre Kinder förmlich umsonst anbieten und gor noch Lehrgelder an die Lehrmeister zahlen, so daß diesen aus der Lehrlingshaltung eine Geschäft erblüht, die Bestrebungen des Metallarbeiterverbandes für die Lehrllnge gün- stigere Berhältnist« zu schaffen, fast vollkommen durch das Usber- angebot und durch dos Derhalten der Eltern gehemmt werden. I« stärker das Angebot von Lehrlingen, je geringer die wöchentlichen Kostgeldzuschüste, je oberflächlicher die Ausbildung, je eher ein« Ueberschreitung der Jugendschutzgesetze und je eher die Verwendung der Lehrlinge zu außerberuflichen Beschäftigungen oder zu solchen, dl« jeder Ungelernte verrichten kann. Ein weitere» Ergebnis der Sarksn Lehrlingshallung und der damit verbundenen mängelhaften usbilduag stt. daß Jimgousgelernte am letzten Lehrtoge entlassen werden, 6 bis 0 Monat« in den Arbeitsnachweisen herumliegen oder Überhaupt aus Not oder aus Mangel von Selbst- vertrauen zum eigenen Können den eben erlernten Beruf aufgeben. Die ganze Lehrzeit war für viele u m s o n st. Im Berufe können die gesamten Berufsgehilfen z. Z. überhaupt nicht oder nur durch lleberwindung von häufigerer längerer Arbellslostgkeit unter- kommen, da genügend ältere ousgelornte Metallarbeiter vorhanden find. Diese Zustände wüsten bet der Berufswahl mit tn Rechnung gestellt werden. Um der Entlastung von Gehilfen �und der über» mäßigen Einstellung von Lehrlingen aus sozialen Gründen entgegen- zuwirken, hat die Berliner Handwerkskammer folgende „Richtlinien" für die Lehrlingshallung der Handwertsbetriebe auf- gestellt:„Auf den Betrieb an sich oder den mitarbeitenden Lehr- meister zunächst 2 Lehrlinge, auf jeden weiteren Gehllfen je 1 Lehr- _ schlimmsten Aus- b«deuten, wenn alle »rilcuen�ucyenven]ie uuiien tuutucu. Auskunft über die Aufnahmefähigkeit der verschiedenen Berufe erteilt das Städtische Berufsamt Berlin, Oranienburger Str. S4. über das Lehrlingswesen innerhalb der Metallindustrie der D.M.V., Berlin N. 54, Linienstr. 83/86. Einkommensteuer nnd Versicherungsbeiträge. Eine Lichtenberger städtisch« Dienststelle hatte beim Finanzamt um Auskunst ersucht, ob hinsichtlich der Aufstellung der Lohnlisten gemäß§ 40 des Einkommensteuergesetzes die von der Stadtgememd« sämtlich gezahllen Krankenkassen-, Invaliden- und Angestellten- Versicherungsbeiträge insgesamt zum Lohnbetrag zugeschlagen werden müßten._ m.. Daraufhin hat der Vorsteher des Finanzamts BerNn-Lichten- berg folgende Antwort erteill:„Die Kastenbeiträge, die der Arbeit- nehmer verpflichtet ist, zu zahlen, sind, wenn sie der Arbeitgeber aus ftelem Willen für den Arbeitnehmer zahlt, �bei Abgabe der Lohn- befcheinigung dem Verdienst hinzuzurechnen." Der Wohnungsbau seil Kriegsende. Aus dein Reichsarbeitsministerium wird geschrieben: Nach neueren Angaben der Länder, die allerdings noch nicht ganz voll- ständig sind, ist die Z a h l der seit Kriegsende b e gönn enen und fertiggestellten Wohnungen(Dauer-, Behelf»- und Not- wohnungen) größer, als bisher geschätzt wurde. Danach ist etwa mit folgenden Zahlen zu rechnen:„.„w—. 1. JnAngriffgenommensind rund 210 000 Wohnungen. davon rund 60 000 Rot- und Behelfswohnungen. Von diesen Wohnungen entfallen auf Orte über 100000 Einwohner etwa 35 Proz., auf Orte von 20 000 bis 100 000 Einwohner etwa 19 Proz., auf Orte von 2090 bis 20 000 Einwohner 28 Proz., auf Orte unter 2000 Einwohner 18 Prozent.''t e l l t waren am 1. Oktober 1920 rund 150 000 Wohnungen. Diese Zahl dürfte sich bis zum 21. Dezember 1920 um rund 15 000 vermehrt haben, so daß etwa Mit 165 000 vollendeten Wohnungen gerechnet werden kann..„. Die oben angeführten Zahlen müssen einstweilen unter vorbe- halt gegeben werden. Endgültige Angaben sind erst nach Eingang sämtlicher Unterlagen möglich_ Mus aller Melt. 10 Monate Gefängnis für Vestechmuj. Der Alumknfumsabrk- foni Rudolf Siebel-Achenbach in Freudenberg, Kreis Siegen, hatte Feldflaschen für das Heer geliefert. Nach Kriegsende kaufte er große Wenzen zurück, um ste ins Ausland zu oerkaufen. Mitte 1919 erschien er beim Bekleidungsamt in Magdeburg, welches noch 19 000 Flaschen von ihm abzunehmen hatte und bot dem Abteilungs- leiter 50 000 M. an, wenn dieser weiter« hunderttausend Flaschen abnehme, die der Angeklagte dann zurückkaufen wolle. Der Beamte nahm das Angebot auf Anordnung seiner Behörde zum Zwecke d« Beweissicherung an. De? Angeklagt« reichte darauf-In« neue Rech. nung über 169 000 Flaschen«tn. Die Strafkammer Magdeburg verurteilte ihn jetzt wegen Bestechung und Betrugsversuchs zu zeh?! Monaten Gefängnis. Sein„Imperator" mehr. Laut„Daily Mail" ist der 52 000» Tonnen-Dampfer„Imperator" von der Cunard-LIme in„Beran- garia" umgetauft worden. lSchwß tn«edaltlouelle» Teil»)_ Oeneral- Vertreter für Qroß-Berlin und Brandenburg: Ernst Moritz, Charlottenbnrg, Kaisterdomm 114- Telephon: Ami Wilhelm Nr.#46 und 4647._ 5 0 vor- \yiglkh bei rheumatischen Erkrankungen Zu h«b«n in den Aoot�eken Wie Sie Ihren gucker los und wieder arbeileiahig werden, teile ich unent- geMiq jedem guckerlronten Mtl. jUi/a� Fr. löw, Walldorf M.443 bei Frankfort a.M. »MMW der SrfHmMüe e öet @»1)8 Min, Oranieustr. 13K Di« vom Porstand und Aue- kchuz der Kasse liejcbiogene Beiieutsnd herabgesetzte Preise Adänderuna der SZrd) Adss Zs. ■■■ Absatz 3a effend(litt! der PorstandsmitgNeder b undc, sowie und 7§, betr !8gs°d-rIkiI»IilW i und b ffend"etttfeMbt. aung der PorstcndsinttgNedei nie Teilnahme an größeren AmtdgeschäUcn und der Aue» sdii'tzmilgiiede: bei Teilnahme au den Lltzimgeu des Aus- schlisse» ist unter dem'3. Marz 1921 vom Oberpersicherunq,- amt Berlin als neunte Ab- Sndernng der Satzung gc- »ehmiat worden Die Aenderuag tritt mit dem 1. SoBuac 1920 m Krait. Drucksxrnipiare sind in- unserem Kaisenlatal vom>' 30 n.«Ii. ab erHöftTtdi. Berlin den 27 Miutz 1021. 1 Ose ÄorstonS. 11,13 V. T.öfaaet. Vorsitzender. V. fttuiitfc. EchriiisUhrer. KieiGSteAn-iühzalilang 'Volinzlmmer, Schlafzimmer, Speltezin vir, Herrenzimmer, honte Moiien einzelne KSlicl* liefm such mvarts läiiäweltr HlUierslr. i Weddln�platz« Kleide Dieb billig, elegant! Jaekett-Aßzüge, Cuiaways, Ulstet teils auf Seide, irilhcr bis 1200 M Jetzt tili 400- 600 M. Ferner Damen- Kostüme,-Hinte), enorm vUNx I o w«n n~ UJI«.„. mm Nach beendeter Saison 60% berab- im Leihhaus Morltzpiatz 58a RssswasKöfSSÄ Möbel fthe billig auch auf Kredit zu den kleinsten ZohlvngSbedingmige» Ltessre frei San». Sieier« euch auswart» Möbe!-Gro� ß): oiic ftrimffimcr Ztrnfts Hl ! Jnvalidenitrah!: 5. Eingang Slckcrltraste •MKMirtSffiU,. M mit MMe» letet Jona toull Mig Stfeeideanffall fr. lirdalchek. Berlin SW. S8, Mar?grafcnstr. 23. aograr.Oct 1853. Sontcntn 6606 — Beichers—i Maqentropfen Sc« über-TO Jahren cn'olg- retch erprobt und berühmt durch ihre protze Wirkung bei Magenleiden u.Berdaunnge- defchwerd. Ortg.-FI.ItzLOM. Ki. Ft. 6.— M. Wo nicht er- HÜIUÜH, wende man sich an Otto üelcbel, stsrllo 43, Im»» Elsenbalmstr. 4. mm» Speztal-Arzt Dr. med.(Irüterinq Haut.Hain-.Gcscnlcchtsleu. n.Männ. u.Frauen.Biuiunteis. InvolidenstraCc 66, Ecke Chausseestr, Stett 3ht. Spr. wochentäglich 11-1,>/-6-%7. Sieiu-Liu« Altmetalle Kauft zu höh. Preisen Zivnschmelze Prinzesslnnenstr.l],� Demnächst erscheint: E. Stnowjow Zwölilage in Deutschland Bestellungen sind zu richten an die Verlagsbacbbandl. CariHoym NcM. Louis Cabnbley Hamburg 11* 2277b* teauw WntUrtn. tdjaii« Züz«. fträinn, !üw. eitiiiiahen | nnjM nur mc, dioioeu». Str. adren duidr f.utliOtnnr neuer dem neiuiltditn Ha ui teil mnlr uetBanbiti Feujuol.anr.A«r> «tr« bomooenew LeetKiuibari, näürfrob*. i e> W e„Ctana". ffinolqt übet Erwarten Dose M. 10— und 1«___ Otto Sei««!. 01o.43. SG.Cijet:aat,oStt.4. MetaüaMälle Späne tauft laufend von Händlern und Fabriken• netallaentrale Stalljchretberftratze 46,40. Aeu-Parzellierung I Billiges, beste»«Srtnecland, nahe Bahnhot, regu- iierte u. unregulierte?tra"-n. Anstnnft am Vohnhof Dleaöotf L vertan svpaolllon u Konditor*! Dietz, Biesborf-Süb(Saßooa), ftäpenitfoc Strasic 23, ferner dei Jlsugcbonec.BieBhorf- SÜO, flSpenict. Str., 5ct« J2art!rc IffleÄSHi*."J&Üffiara'Ä■ Metall� lofsstelle Onton, Grüner Weg 8t zahlt Tigespreise für Kupfer, Messing, Blei, Zinb etc. &este-Haus €.P@Sz SColibucer SSr. EJ! Anzugsto&e Koslümsiorfe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Näntel Kostüme Röcke Out, raall, billig! Pianos 1 gebraucht«, neue, Auswahl ' Stet, Hlllgste«e- IcgenqcitoCcnfe.' iPianote Henfmdt Hiejflsbetilt. N Bütjeücn beiSttSuÄ' jn oeefanfen. Bcgersdorier Mühl*, Telephon: Stransbertz bT. 3,! Husten Heiserkeit, Asthmo j and Luagenleiden„i{ San.- Rat Dr. Weg:scbetd*r»] Srust-Teei noch Crsl.-VOTSChnl, ■eit lehren ärztlich( empfohlen u. bewähr: Palieta zu 5— u- 9 30. Elefanten• Apotheke| Berlin! Straße 1 nten• Apotheke] l SW 213, Ldpil er » 74. Dönnoitolat I WUMlUiilü vv AKmmtm �IlllllUllllilllüllil!� �lllllllillHIIIIIIII!! UF M. Schulmeister Dresdener Straße 4 Kottbuser Tor #Hrii< = 999= MWWNNRM. Äv HMiiW»»!»i»F � Theater, Lichtspiele etc.l WlOnnr WX T UnrrgTnrY-�Tnrv�� f. rjt�nr��ty�n��KY-n-tl imi Opernhaus Parsifal S Uhr Schauspielhaus Torquato Tasso 7 Uhr Uentsches Theater V 2 Uhr: Paust I. Teil So. 7: Dte Jungfrau r. Orleans Kamnierspiele Uhr: Frühlings Erwachen ( Sbd, 7'/iUhr: Der KGnlg der dunklen Kammer Gr. Schauspielhaus (KarlsliaBe) >: Die Passion(AuS Abonn.) So. 7: Kauimaan von Venedig (Außer Abonnement) Tfieater I. d. KöniffgrStzer Str. Morgen 7 Uhr zum I. Male: Rugby Komödie von Wilhelm Sperer iSteinrücK, Qiäßner, Bildt, Richard, Pointner, Günther, Bow, Schiege;) Ostersonntaa: Rugby Ostermontag: Rugby Dienstag: Salome Komßdienhans vÄ Rausch Marren und tiglich Vjßuhr: Das weiße Lßmmchen mit Max Palleabarg Berliner Theater " 1": Salome (Orska, Hartar, v.Twatdowskl Branden) Morgen und täglich 'Irfi Uhr: Die spanische Nachtigall Fritel Massary Ucntml-Theater T-/, uhr: Nora Morgen: Die Pnatmeietcrin l>eutuohen Opcrnhnna Heute und morgen S Uhr: v Parsifal Frledr» Wilheimst.Tli« �uhr: Das Gesetz Morgen; Hobelt die Tänzerin Kl, Srhuunplclhnua - tv. uhr Nachtasyl Morgen; Reigen Komiurlie Oper Heute u. Sonnabd geschloss- Sonntag Erstauflührung: vhv.-.„Luderchen4 IiUMtuplelliana vu uhr Heimat Morgen: Manselallc Uetropol-Thrater Geschlossen bis Sonnabend Sonniiag, 27. zum 1. Male im'? Die blaue Mazur Z-FeierM/jJi Hollandvclbchen Bienen Operettentbeat. Geschlossen Morgen Vjt'. Prltz Werner Oer Iseliende Eticmarn Kuuch Volkntheistnr 7t/. uhr: Verbrflderuug Morcen 71/» PeriKies v. Tyrus Sclil II e*r-T1iear•/, Uhr: Liebelei von Schnittler Sonnabend u. beide Ostertage abends?>/, Uhr: CasanoTan Mohn Eugen Burg, Mady Christians, llelnr. Schrnth,«ans Albtra. Beide Osterfelertage ZV, Uhr: PiarrhauskomBdle. Heute geschlossen. Sonnabd. IV, Uhr: Dr. Klaus Schall und Ranch im üioSen Schauspielhaus Telephon: Norden 8MZ. Konz. TV, U. Beginn SV, U ÜUFi v-rnehold Isgde! Henna und das Eintrittspreise von S— JS M Casino-Theater Lothringer Str. 37. TlgLVJS Trotz des großen Erfolget nur noch kurze Zelt Der Sensatlons.Schlager Der Großfürst Am J. und 2 Osterlelertag nachm ZV,: HÖIIenqualeu ftsnü Karfreitag 7.15 Uhr Der große Variete-Spielplan Bitte Nacbralttags. Vorstellung findet iilcbt statt, ionigstadt-Theater Bahnbot JannowitibrQcke Täffl. 7.30 Gala-Sa n j�er Im Ballsnai TANZ Clrcns Busch Sarrasani Tägl. ZU. such Karlreltar 7 U.: Prärie und Pulita An siien Z Feiertagen such z Uhr nschmittags. Reichsiialh-Thealer Morgen ZV, Uhr und an beiden Feiertagen nachm. Z Uhr: SkekkSWer -Große volksoper Berlin_ Direktion: Otto WiTnehn Lange Opern-Gastspiele im Walhalla-Theater Weinbetgsweg 19,20 An beiden Feiertagen nachm. IV, Uhr DIE WALKÜRE Kammersängerin Melanie Kurl Elfriede Müller(Nationaitheater Mannhelm) Anna-Lisa Mattson Kammersänger Emil Kraus Kammersänger Walter Sooraer Leo Kaplan(Opernhaus Frankfurt t. M.) Dirigent: Hermann Stange Spielleitung; Herrn. Bachmann(Staatsoper) Vasfan■ Kasse Walhalla-Theater, Zigarrenhdlg. Henniges, IkariCU. Welnheigsweg?, Bote* Bock, Werthelm, Badin� Neukölln, Theateikatse Uchtenbers. Anteilzeichner Er i Mäßigung nur Bureau O.V.O. Königsplatz 7—— Morgen, Ostersonnabend Philharmonie abends 7>? Uhr OTYOGOGGOOSOOOVOGOOGGVVODOOOGOO Phiinarmonie abends V 2 Uhr � X 4% 1 9 4 4% G d populärer Vsmer-Adenä? I Bdwkals-Palasi — n», eojjtov» �OMVSkM 2 A Zwei Nachmittags. Autffihrungen an beiden mit dem Philharmonischen Orchester Solist: PAUL HANSEN vom Deutschen Opernhaus Tannhäuser, Meistersinger. Lohengrin, Rlenzi etc. i Karten an der Abendkasse AUSSTELLUNG FARBE U. MODE PARISER PLATZ 4 VERANSTALTET VON D.AKADEMIE DER KÜNSTE U.DEM VERBANDE DER DEUTSCHEN MODE- INDUSTRIE E. V. VERLÄNGERT BIS MONTAG, DEN 2 FEIERTAG 2 8. MARZ HALPAUS' � RARITÄT� Die unübertroffene Clnitzer SiTD |UipzlgerStr,58{ I. Etage. Unüberfrotten in Qualität n. Preis Daraen- |Strümpfe) Mako, fein. Gewebe m. Seidengrill., ISO .n all. Farben 1 1 ■ Flor-lmitat-merc ,m| I.Seldei�riil.in IKSO I allen Farben Iw Selden.Plor In beste Quali-GCSO tät, farbig au I Reine Tramaseldc. beste Qual. In dAW | all. mod Färb*1» Herrcn-Soeken und Kinder-Strümpfe | in allen Oualitäten{ und PtTislagen »MniMnt« Sans Bau «ffi, fitoftbeecenft*. 79 «ü« Sicher der Musik Lthterfemwar— Orchester» llasie— Sommerltmcft«: I. April Prclp. ün Bureau Täglich 7.30 An beiden Feiertagen ZV, Uhr halbe Preise! Theater amKottbuaer ibr Tel.: Morltxpi. U8 14. " 7V, u. zu halben Preisen am t. und 2 Feiertag nachm. i Uhr Rente geschlossen. Vorver*. tagi. II-1V, u vn an der Theaterkasse u Leipziger Straße gt(SbHtelknionnaden) 12 erstkl. Attraktionen! Vorverkauf an der Kasse He—2, sowie A. Wertheim und Inralidcndank Sichern Sie sich rechtzeitig Einti ittskarten t.d.Felertage AßolBomeater Direktion; James Klein. Karfreitag Th Ubr: gsatBck In 4.81" Madame Subarrg's Das große AusstattungastQck In 4. Bildern TUHbC/KULKMdkrr voo, tmmwmMm&m V«rtreter: Emil Halbarth BERLIN WS, Friedrichstraße 55a T-ELEPHOW: Zontrum 10440 Admirals�alasti Keine Vorstellung: Morg. V/s: Die roten Schuhe( Variete-Cafe Jsioritzptatz OranlenotraBe»Z 84 Täglich 8 Uhr: 1 > Siehesieben 1[Mrtl i® BaiipAU mit der«eltberShmten| Saharet ( als Gräfin Vitbarry. !(Jeher 180 Mitwirkende 2— Sonntag ZV» das{ vollst. StBek mit Saharet.— Jeder Erwachsene 1 Kind frei 1— Vorvtrk, ab 10 Uhr ununterbroch.| .ÄTiebiMottg traro Polier, Bauaufsoher, Hüfs- teohniier für Hoch- an i Tiefbau, Sonderkurse Aber Statik, Eisenbetonbou Perspektive, Vorbereftong oai die Meisterprüfung im MlkckD BaoperkeliQRiasse. Berlin W. 38, KurtfirataoetraBo 85 Aufaug Z. Aprü, 8 Dir, Werkoag» 6-9 Uhr abds, Sonntags vormittag 8—12 Dhr Zwei Nacbmittaga. Anttfihrungen Osterieiertag:en Daß erfolgreiche Ballett Die roten Schuhe zu ermäßigten Preisen Die letzten Nachmittagsvorstellungen der Saison Vorverkauf a d.Theaterkasse. Beginn Z'/s, Einlaß 2«/, euch' aben d»' sT'h r" Mv tOtCII LkKUKS Außer anerkannt gutem Gebäck und Kaffee, Speiseeis, Elsfrüchte, Eiskaffee usw. Neukölln, ßoddinstraße 65. Ab 3>/z Uhr; Intime IHLnsik. SACHKUNDIGE FUHRUNG AM SONNABD. 1 1 UHR VORMITTAG GEÖFFNET VON 10 BIS 5UHR AUCH KARFREITAG �Reichels Schi»„Medico" iWacholder-Extrakij ! Ein vielseitig erprobtes Nawrproduki. be-! rühmt durch seine frästig blutreinigende, heil- same Wirkung gegen alle von unreinem I | Blut u. Blutstauung herrührenden Krankhellen. hautleiden, hämorrhoiden, beson- ders Rheumatismus, Sicht. Ischias, Rierea-,! ! harn- und Vlasevleideu. Beschwerden\ der Wechseljahre, für Blutarme von stärkender Kraft ! Niemals often ansgnoogra. garantiert rein unb Irlich I nur In meinen Originalpackungen ML SJO, 1«.— Z».- In den Drogerien und Apotheken erhältlich! Man nehme aber nur bte garontiertenOriginalfüIIimge» [ mtt der Eihiheitsmarke.Mebico"tl.mcU>e Nachahmungen Otto Reichel, verlin 4Z.Eisenbahnsk. 4 Möbel ZU bedeutend herabgesetzten Freisen w oiier IcilAlilW bei klehtsrer An- u.Abzabl. lültülttti BidlnguDgea Wolmzlmmer, Schlifzlnntr, Spelieziainer, Herrenzinnlir Bunte Küchen Einzelne Möbel Liefere auch n. auswärts. Lagerung kostenlos. Cohn Gr. FranIMr Str. 58 S Min. vom Alexanderplatz. Filiale: Badslr. 47.48. 3 Min. t. Bhl. Oesundbr. Ichßne, dichte 1 ,' langldmttenbe Wimpern. Ichnesies Wachstum durch plontag. «ugenbranensoft-li! 12.80. Dunkel glänzende Tlugen» drauen durch„Orioto-, echt u. unperwalchbar färb, in blonb.btoitii uschw. M. 15.00. Ott» Reichel. Berlin 43 �SO�SlsenbaHnft�L�� IM ViiW W >iili!l>ii>!i»l!>l>lli!lil!!>ll»Il»INM>I»i>i»l!» war mein Mann in|alge der Haarkrankheit aiopecla areata newarden. Verschieden« sei teure Mittel hatten od kommen versagt.(Eine wettere Rur erschien aussichtslos.— Mtt Hilfe von Reichel'» Haarkealttvalser„Reell" U. der -I eru»Tannin»Pomade Iii der Haortouchs wieder nvll und vunlal wie srllder.— Derartige A»e: kennung. laufend. Reichel« Haarkrasiwasser„Reell" ffl. M. il.-u. lt.— Olto Reichel Berlin 44,®0.,«i(mbol)n(tt4 AutTeilzahlung! Anzüge a.~ fertig und nach MaA Prima Verarbeitung) Slolzmarin Belle Alliancesk • lOO• 3m Treptower Pari zi beiden Dampfer»� den hen eg«. stellen in der Nähe des gennrr- schen Lokais ist ein Userftreiseir von 40—30 m Länge tur. zw« beelkklegeskeue sofort meistbietend zu vermieten. "'ichc Angebote unter An- " Mietzinse« sind b(» Schriftliche 7 gäbe de« 9J 1. April d». ha» Verl � ,ttn werden. 190® eL: Alexander Nr. 54, 35 und ZOW-MOI. 2 kompl. Bekisteiieit I Ausziehtisch 4 Ruhrstühle M. 2675 Iii in großer Aoswahl Auf Wunsch Zahlungscrtelehterunx Stolzmann Belle- Alliancestr.l 00 jizügei Covertcoat«, Cutaways, Hosen. Verkauf zu■| enorm billigen Preisen. Keine Lomberdwaren. Leihhaus Friedrich-Straße Nr. 2 TinkäüiTn�Belelhurig jeder Wortsacne| _ Garderobe. auf lioqnemste Teilzahluuif HERREN« Anzüge, Cutaways mit gestreift. Hosen Paletots 4- Ulster DAMEN- Paletots 4- Ulster Kostüme 4- Röcke Kleider Oute Ware— Solide Preise— Große Auswahl Neueste Modelle M. Beiser, Lothringer Str. 87 Drufsritw Wrinbranü phgünVßfj.� Ii e»tcrbran ajri______ D/r OTlarFe hes verwöhntesten Feinschmeckers.' Der tretet fflt Lettin: M S. WWoltr. Benin E 50. SdMier Stt; Z. iel. WM 524 goaiiatlitCTiCTH SWiMlillli fl.Elij-. Bingen W Hpein Be(annlma, zum 9. bzw. 12. April 1921 unter Peifllgüng von Beweis- uiftleln beim Vorstand, inzureichen. Der Wahlausschuß ist deftigt. die Wahl- und Etimmdercchtigung jede» Wähler« des der Wahl- Handlung zu prüfen, es empfiehlt fich daher, einen Ausweis hierüber zu der Wai>lhandlui>g mftzudringeu. 11,11 Berit», den 23. März 1921. Der Vorstand der vrtskrankenkasse für da, Bachbrvckgrwerbe zu Berlin. Arthur Scholem, Vorsitzender. Alfred Forsberg, stellv.Echriftführcr. Soeben erschien der Bibliothek der Kommunistischen Internationale PROFESSOR DR. EUGEN VAROA Die wirtfHiaftspofitifciien Probleme der proletarifdien Diktatur (II. AUFLAGE) 3271b» Inhalt: Vorwort zur zweiten Auflage/ Vorwort zur ersten Auflage/ Die Krise des Kapitalismus 2 Das Problem der Steigerung der Produktion/ Rückgang der Lebenshaltung des industriellen Proletariats zu Beginn der Diktatur/ Die Expropriation der Expropriateure/ Das Organisationsproblem der proletarischen Volkswirtschaft/ Das Pronlem der Arbeltsdisziplin und der Arbeltsintensität' Das Problem der Beamtenschaft/ Die Agrarpolitik des proletarischen Staates/ Die Lebensmittelversorgung/ Das Problem der Oilieiverlcilung/ Das Qeidproblem in der Diktatur/ Der proletarische Staatshaushalt/ Imernatio- nale Wirtschaftsprobleme in der Diktatur/ Schlußwort 138 Seiten 2u beziehen durch den Preis Mk. 5.50 Verlag Carl Hoyrn Nachf. Louis Cahnbley/ Hamburg I T Dcmnllchst erscheint: Band IX der Bibliothek der Kommunistischen Internationale M. Lenin: Der ImpeilaOsmus als jüngste Kappe des HapUalfsmiis Inhalt: Vorwort/ Der Moderne Kapitalismus f 1. Konzentration der Produition und Monopol/ 2. Die Banken und ihre neue Bolle I 3. Finanzkapital und Finanzoligarchie 4. Kapitalexport/ 5. Teilung der Welt unter den Kapitalistenverbänden/ 6. Teilung der Welt unter den Großmächten/ 7. Imperialismus als besonderes Stadium des Kapitalismus I 8. Parasitismus und Stagnation des Kapitalismus/ 9. Kritik des Imperisalismus 10. Historische Stellung des Imperialismus/ Anmerkungen 4273b* 16« Selten Preis 4 M. In% Stunde«ÄS Garantie i-v« Läuse-Plage auch Flöhe sowie Brut(Risies förfftlS,* Für Wunden u. bei Mensch und Tier nur mft win-fivr» Haar unschädlich Garantiert sicher wirkend« Radikalmittel gegen Wanzen I Kakerlaken! Holzwurm Eckolda B| Eckolda C| Eckolda D Zu beziehen durch die lsirftc W eftd. llngczicser-Vcruichtnugtz- II. TcdinfekiionS-Ansialt, süssen, und mstietltn in folgenden Drogerien I NW, Odert. Waidenserstr. Itt. N. ttrah, Reinicken- bocscr6tr.ll», nahe Weddinapl.; Sumboldl-Tr.. Brunnen- ftraße 99. nahe Gemndbr.; Amwaun, Invaiidenstr. SÄ, nah« Thausieelir.; Lange, Brunnenstr. 1 S? t Sempel, Schönhauser Allee SS. Site Wichertstr.; kühn, Prenzlauer Allee 187. N0. Klopsch. Lwienstr.«, m Prenzlauer Str.;»er«, Elbinger Str. 93,>u Dreifswalder. O. 2l»drcab-Dr., kU Andreas» straße IS: Gloiten-Tr., Petersburger Str. tziS, Baltenplatz. C. Prager, Reue Promenade S iLorse). SV. Zentral-Tr. u.«anitätSbazar d. Südostens, Dresdener Str. IN, nahe Dresdener Brücke- Berger, Brückenitr. 12. S. Lehrke, flott» buier Damm 81/82, am Hohenstausenpl. SW. tsi. 98. 29 ei- ridi, Blilcherstr. 1, Sallesches Tor. W.«. Horn. Linkftr. 4«. Eike Potsdamer; Biilow-Tr., Billowstr. 84, Ecke Potsdamer. Polarillchfe, Sealmäntel, Ge» kauf. Tcppichoerkauf, großes I Icaenheiten, sehr billig. Musierlager Pclzwaren, Ein- Blauer Bazar, Kalser-Wil- segnunasanzllge, Palelot».> Helm-Straße 10(Alexander. Herrenhosen. Springer» Wo- l platz). renverkanf, Charlottenbüt Berlinerstraße 145.__ 151: Duagtarrea und andere j Riefenauswähl,' außerae. Transportgeräte liesett billig» � wöhnlich billig. Reiherrepa. Wagner Töoenickär 1 räturen, Fe SS«' l Reiher, Kronenreiher, Pen : radieaeeiher, Stangenreiher, »b Lager Straße 71. �__ I21K' Keeu, fuchse 195,—. Sämtliche Pel, arten Hälfte herabgesetzt. Serreugarderobe, Taschen» uhren, Goldwarenlaaer stau» ncnb billig. Keine Loinbard- wäre. Seihhaus Rosenthaler- tor, Linienstraße 203(4. Eck« Rosentholerstratze.• »eeeenunzSgc, Sommerl paietot», Eoverteoats, Hofen. Friebensftoffe. Hälfte hetab» gefetzt. Keine Lombardware. Leihhaus Rofenthalertoe. Li» nienfttaße 203,'4, Eck- Rosen» Ihqlerftraße,______• Bettwäsche billig! Nur Ostcrwoche Ausnahmeangebot. Deckbtttbezug 47,—, Kisten 14r~, Sälen 25,—, Inlett» 110z—. Wäschestoffe, Hand- tticher, Engrospreise. Wäsche» fabrik Gräfesireße neunund- dreißig(Hasenheide). Fahrt» Vergütung.__ 164Ä* ndlefter. Kastenwagen, Fedcrreparaturen schnell, gut, billig. Blauer Bazar, Kaiser- Wilhelm- Straß« 10(Alexanderplatz).' Geschäfte jeder Branche eott tauschlos vertauft Vertäut- zentrale Kaiserstraße 14, Alex, anderplatz.|192fl Hobel 180» SS, Barsumm« genügen zum Kauf guten Schlaf. zimmer». Speisezimmer, Her- renzlmmer, Küche, Einzelslücke entsprechend. Bequeme Rest» Zahlung ohne Preisaufschlag. Sabbert, Veteranenstraßi IL Fabrikgebäub, Z. Hos. 85!8' Teilzahlung. MSbelschatz, Brunuenstr. 10«(Eingang Anklamerstraße). 55,5' Rädel: immer. Schlafzimmer, Handletter,«astenwagen. Ztnscztmmer. Herrenzimmer. Rodelschlitten. Ersatzräder, d.» Wohnzimmer.«Üchen. Einzel» 101 Zentimeter. Achsen, Buchsen wobei, solide Verarbeitung, Memmler, Neukölln. Beeg»■ d'll'ge Preise. Ernsten Käu. straße 151. Pastaqel-den.t>07« I!°">«-wahre Zahlungserleich. --—---- terung bei geringer Zinsoer» Federhaadwagea, Karren. Kasten» und Leiterwagen, Einzelröder billigsL Fabrik. Dresdenerstr. 55.___ 1463®* «taunenerregend! Kreuz. füchse 33, Notfüchse 73 M. an. Alaska siichfe, Zobelsüchse sowie alle anderen Pelzorten. Pelzmäntel, alle» zu bedeu- tend herabgesetzte», spottbilli» gen Sommerpreise». Keine Somdardvzoeen l Leihhau» l War schauer st rn»»%, IT«' bel�au» Antel, roße Fronksurterstraße 34. am istrausbergerplatz. 10ZK Rädel, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Speisezimmer. Herrenzimni-r, Küchen, ein- zeln« Möbelstücke. Preise de- deutend herabgesetzt. aus Wunsch Zahlungserleichte- rung. Möbelhau» Luifenstadt, Köpenickerstraß» 77/75, Ecke Brücken strafte, nah« Sanne» tuifttUUkb iSOlf Schl-szimmee, Helleiche. 130 breiler Spiegelschrant, Spie» gclwaschkommobe, Nachttische, echtem Marmor, große Bet- ten, Stahlmatratzen, dreitei- ligen Auflogen, Stühle, Hai- ter. Reklameprei» 3300. Möbelhaus Kamerling, Kalla- nienallee 50, am Weinberg». weg.___ 3232b Sofaumba» 050.00, Umbau- plüschfofa, Chaiselongue 200.00 bi» 575.00. Auflege» malratzen, Patentmatratzen 120.00. Walter, Stargarder» straße achtzehn�_ 17Sll ezmessssma Piano», tonfchOn, äußerst § reiswerte Kaufgelegenheit. Ziesncr, Dircksenstraße 39. Alexanderplatz, Börse. 193K- Ksukgesueke Klavier« belügend Herer, Göbenstraße 3. darf 1154. Fahreabaukauf, straße 19.__ Linien» 149«' Hartke» Privat-guschneibe- schule, Schloßplatz. Berufs- kurle, Damenschneiderei, Wöscheschneiderei, Hausschnei- derei, Umarbeitungskurse. Handclsrcalschule, Drc». denerstraße 90, Sexta bi»«in- schließlich Untersekunda: Halb» jahrcsklassen. Einzige itaat- lich berechtigte Privatkchule Berlins, die durch Schluß- Prüfung unter staatlichem — lehn. re-'! Aich! Damen. Auskunft mit Erfolg. Frau Uttech, Kreuz- dergsttaß« 10, Hot, parterre.* Bettiedskavital. Ra Gelbbat» ,, latenrltckzahlung. chttr. Rittersir. 100.>143«' j Boschmagnete, Ersatzteile Trebbiner, kauft' Zimmer, straße 12. teilt. Sprechstunde 11—12. Direktor Professor Dr. Goe- der». 92:2 3280b wünscht mit tätig zu de- serte» an die Zeitüngs-Zentrale Neukölln, oiegsriedsiraße 25/21._ J�uli no war einmal versucht immer verlangt. Für kurze Pfeife Schäg, roier Streifen 50 gr Mk. 2.50 Zu haben in den Zigarren-Geschäften. naastvertretnntz == tür------- den OroBhandeli Leo Hirschlierg& Co., Frankfurt a. M. Frraaprecberi Hansa 1798, Hansa 3148. 71/1 Ehaijelongne» izS. Metall- betten 225. Kinderdrahtbett. weiße Schlafzimmer, Meicke. Augustftr. 82a, Quergebäud«. 100 Speisezimmer! Eich«, innen Mabagoni. Einfache, mittlere, bi» zii den aller- schwersten Ausführungen, außerordentlich preiswert zum Einzelverkaus. Besichtigung lohnend. Berliner Möbel- aus Moritz Hirschowitz, nur tldosten, Skalitzerstraß« 2ö. Hochbahn«»Uduscr lnri Unterrickt Zechnische Prioatschul« Dr. Werner. Regierung»- Bau- meist«: a. D.. Berlin, N«ander- sttaßeO. Maschinrnt>au.Eleltro- techllttHochbau.Tlcfbau.Adend. lehrgänge Tngeslehrgänge.' Stenographie, Maschinen». Schönschreiben, Diktatlibu»» gen usw. Unterricht zu jeder Tageszeit. Gewissenhaft« Ausbildung. Löther, Plan- Ufer 63(Hschdahnhos Prin» «enstrntze). Vertrauensvoll Auskunft, Untersuchung, erfahrene Heb» amme. Neumann, Pestalozzi straße 53o. Vertrauensvolle Auskunst langjährig« Erfahrung�erfol�- vorn IN. Bahnhofs (Nähe >102« Bartrauensosll« Auskimst. gewissenhafte Behanbiung.Frau Ehm. Hebamme a. D» Star- qarderstraße 75. SettenssügeL' Ich erklär« hiermit, die Be» leioigunz gegen Frau Schap- hoff, Zurmstraße 70. in bös» williger Absicht getan zu haben und nehme alles reu- mütig zurück. Frau Adomeit, Turmstraße 70._ 32/17 Bertrauenenoll« Auskunft. Erfahrene Hebamme, siebe, �bVnüiäciütmfcZ1*' f'ug« Frackveeleihinstilui, Friedrichstraße 122/3. Frack, Smoking, Gehrockanzüge. Moderne elegante Sachen. Jede Größe vorrätig.____ 152Ä* Graphologin, Sternkunden- Sprechstunde, Handlesekunst. Theiling, Reu« König- straße 09 IH. 143K Stellengesuche Kurdelsieppeziunen, geübte, im Hause. Themal, Stra- lauersirab« Vetlmelster 0.� mtt br— 8t Sttickmaschinen sür dauernde Beschäftigung. Adr. mit Angabc der Maschinen unter B. N. F. 5667 an AIl- Haasenstein& Vogler, Berlin W�Zö._ 85/17 iaftianioDKüte können sich regelmäßige» Nebenverdieuft. durch Roch- weis van Rotorreparature«. Wicklungen und Transfor- matoren-Umfchaltung sichert,. ____ Offetten unter P. 0. 9293 durch 71/12 Irwalldendank. Berlin W9.* Einrichter ÄÄ per sofort gesucht. I87D* Ausführliche Angebote mit Zeugnisabschriften an Auto-Gombinator G.m.b.H. Werk Stendal Politischer Redakteair gesucht! Das»Reumäriische Voiksblatf, Landsderq a. d. B.(Ver. brestungsdeiirk Neumark unb Grenzmark Posen-Wesipreußen) sucht für sofort erste Kraft.— In Betracht kommt nur Be- werber, der völlig selbständig den polttischen Test dearbesten d unter An W�W' tonn. Offerten sind Angabe der bisherigen Tätigtest und der Dehattsansprücho an das Brandenburger Provinzial- fettrtariat. Berlin 5W 68, Lindenstr. 3, Verhältnisse nicht uiigilnitig. . zu richten. 187-! Ks' Tüchtiger Voizeichnar Im Lokomotiv-Kesselbau erfahren zum baldigen Eintritt gesucht 1890 Angebote mit Zeugnisabschriften unter ü. 20 an die Hauptexpedition dieser Zeltung erbeten. Tüchtige Feinmechaniker (unverheiratete- evorzugi) für PräzisionsnApparatebau per sofort gesucht. 188D* Ausführliche Angebote mit Zeugnisabschriften an Auto-Gombinator G.m.b.H. Werk Stendal Neue Drohungen üer Entente. hasas veröffenNIcht die Antwort der Reparalionskommisflon ouf die deutsche Tkote bezüglich der geforderten restlosen Zahlung von 20 IlüS'.atben Goldmark bis zum 1. Mai d. Z. und der sofortigen Zahlung von 1 Milliarde Goldmark bis zum 23. März d. 3. Deutsch- fand halte bekanntlich in seiner Tkote bestritten, nur 6 Tiiil- licrden bereits bezohlt zu haben, und ein schiedsgerichtliches Der- fahren über die tatsächliche Hohe seiner bisherigen Leistungen an- gccetib Es hatte serner auf die katsächliche Unmöglichkeit hin- gewiesen, sofort eine Gcldnülliarde zu bezahlen. Die Enienteanlwor! erklärt, daiz es Sache der Som- Mission sei, sowohl„den Merl der bisherigen deutschen Liefe- rungen und Leistungen fkstznsstzen-, wie auch„zu beurteilen, welche bis ans. den Heuligen Tag gemachten Lieserungen aus die 20 Mii- liardtn Soldmark angerechnet werden können". „In seinem Bestreben, dem wirtschaftlichen Wiederausbau Denksch'ands kein Hindernis entgegenzusehen, habe der Reparations- misschuß solange als möglich gewartet in der Aeberzen gung. daß infolge des stallgefundenen Botenwechsels die deutsche Regierung sich bemüht hoben würde, die nällgen Matzregeln zu er- fsctisen, um getreulich den Verpflichtungen nachzukommen, die ihr der s 235 anfcrlegk. Erst nach der Aeststelluag, daß dies nicht in der Absicht der deutschen Regierung liege, machte der Reparationsansschutz von den formlichen Bestimmungen des Vertrags Gebrauch, indem er von Deutschland die Zahlung der rückständigen 12 Milliarden Goldmar? vor dem 1. Mai<321 und die Zahlung einer Milliarde Goldmark vor dem 23. dieses Monats verlangte.� Die Aommlssion sei überzeugt, das; Deutschland genügend Bar- vermögen besitze, um die Milliarde sofort zu bezahlen. Sie b e- streitet ferner, dag die 20 Milliarden Goldmark des Artikels 235 mit den 20 Milliarden Schatzscheinen identisch seien, die Deutsch- kano laut§ 12 C 1 des Anhanges II zum VIII. Teil des Vertrages bis zum I. Mai 132! bezahlen mutz. Die Antwork schlktzt mit den Worten: „Auf jeden Jall mutz die Gesamtsumme der 20 Milliarden Gold- mark des ß 235 bis zum 1. Mai tS2l bezahlt fein. Der Wort- laut ist unerbittlich und die Bicktcinhaltung dieses Artikels bietet, wie überhaupt jeder Derstvtz Deutschland» gegen seine Der- psiichtungen, die Möglichkeit, Zwangsmaßnahmen nach sich zu ziehen. Bach Erörterung dieser Tatsache stellt es sich heraus, datz die deutsche Regierung dadurch, dag sie das ollgemeine verlangen der Kommission, die Bestimmungen des 8 2ZZ auszuführen vnd vor allem die Zahlung der für den 23. März verlangten Milliarde Goldmark mit einer Weigerung beantwortet, ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen ist. 3nsolge- dejsen Hai der Reparationsausschutz in Verfolgung des 8 17 An- bang II Teil VIII des versailler Vertrags beschlossen, diesen verfloß soforkeinerjedeuder beteiligten Mächte milzuieilen." » Das ist die Osterbotschaft der Entente an das deutsche Dolt! In der späten Nachtstunde, in der uns dieses umfang- reiche Dokument übermittell wird, müssen wir uns damit be- gnügen, festzustellen, daß die Entente uns plötzlich eröffnet bot, daß wir eigentlich nicht 20, sondern 40Mil» li e n Goldmark bis �um 1. Mai 1921 zu zahlen hätten. Es bleibt abzuwarten, nne sich die deutsche Regierung zu dieser überraschenden Differenzierung zwischen den 20 Mil- lic-rden Goldmark in Bar- und sonsngcn Leistungen und den 20 Milliarden Goldmark in Schatzscheinen stellen wird. Jeden- falls ist die neue Ententenote voll sin st er st er Drohun- gen und sie bereitet offenbar die Welt auf noue und weitere Sanktionen vor. Holz-Diktat. BrrNn. 24. März.(WTB.) Die Verhandlungen wegen der zu gewährenden Preise für das an die Entente zu liefernde Holz haben zu keinem Ergebnis geführt. Die Reparationskomnusfion ist zu einem Diktat unter Festsetzung der Preise geschritl�i und besteht auf Beginn der Lieferung zn den vorgesehenen Fristen. TWfiHzeitig hat die Reparationskommission diktiert, daß statt der für Italien vorgesehenen 174 030 Schwellen 160 000 Schwellen zufähstch an Belgien zu liefern sind. Außerdem sind 34 980 Kubik- meter des Rundholzes für Italien gestrichen worden, so daß eine geringe Ermäßigung der ursprünglichen Forderung von zirka 360 000 Kubikmeter eintritt. Durch Ausschreibung wird versucht werden, ob"die Lieferung zu den diktierten Preisen ausgebracht werden kann; sie werden dem- nächst bekanntgegeben werden. §ochs Vormersch, Berlin, 24. März.(WTB.j 3n Ausübung der misitärischen 5 anklioneu besetzten die alliierten Mächte mit einem beträchtlichen rnd schwer bewaffneten Truppenouigebot am S. März Dvsieldors. Duisburg-Ruhrort. Am 10. März wurde von den Alliierten der Hafenort Walsum, 11 Kilometer nördlich Duisburg, am Tage daraus der Bahnhof Beumühl, 7 Kilometer nordöstlich Duisburg, beseht. Am 13, März wurden die alliie.teu Vorposten um Duisburg-Ruhrort z bis 6 Silometer noch Osten b s an Mülheim vnd Oberhauscn vorgr- f-hobsn. A eberall sind es kleine Ableitungen, die, ohne großes Auf- sehen zu erregen, die für allmähliche Einkreisung und Abschnürung n-ichlixsea Punkte im Kohlen- und ündustrierev'ec in Besitz nehmen. Am 22. März haben die Alliierten den wichiigen Bahnknolenpunkt Osterfeld. 14 Kilometer landeinwärts im vnbesetzeten deutschen Gebiet, besetzt. Sie hoben sich dadurch Essen bis auf 10 Kilomeler gc- nähert. Zkach weiteren Bach richten scheint auch die Besetzung der Schleuse 7 an der Vereinigung des Dortmund— Ems- mit dem Rhein— Herne-Kanal, mehrere Kilometer östlich Osierse.d, geplant zu sein._ Shmbenattentttte auch rn Italien. Mailand, 24. März. lTN.) Gestern abend gegen 11 Ubr hörte! man eine starke Detonation in der Stadt. Vach wenigen Minuten verbreitete sieh überall die Nachricht, daß eine Vombe w-f d-m P� des Diano-Thcotrrs geworfen worden sei und daß die Explosion eine ungeheure Bestürzung hervorgerufen habe. Die Explosion der Bombe erfolgte v�hr-nd der Tbeoterrorstellung. Unter den Trüm- v-P-n wurden bisher 16 Tote und mehr als 100 Schwer- und Leick?>- r'�Ayte oufaefunden. Die Polizei Hot zwei Leute verhaftet, die sich in der Nähe des Theaters auktzjelten und sick> nicht ausweisen konnten. Noch der grauenhaften Tat zogen Fajzisten in kleineren Trupps vor das Redokrionsqeoäude des soziastsilschen Uvanti" und feuerten durch d>? Fenster in die Redaktion. Eine andere Gruppe hart? inzwischen die Redaktion der anarchistischen„Umonita Nuona" verwüstet. Fast gleichzeitig mit der ersten Bombe cxplo- dierte eine zweite, gegen das Elektrizitätswerk gerichtete. Sie war bedeutend kleiner und richtete keinen allzu großen Schaden an. Der „Eorricre dclla Sera" meldet weitere Bombenabtentate ans Bologna und Genua. Der Eisenbahnverkehr zwischen Bologna und Mailand ,v,-rde ei ng stellt. Düe Polizei nimmt zoh'r-ich» Haust"ir:'''uchl"'gen vor. Der Anarchist Minas'i wurde festgenommen. Bei seiner Verhaftung erklärte er. daß er mit der Ermordung des hctznationa- lisler. Mussolini beauftragt worden wäre. Selagerungszustanö in Gberstblesien. Die Interalliierte Kommission in Oppeln hak folgende Bekannt- machung erlassen: Die Bevölkerung Oberschlesiens hol während der Abstimmungsperiode Ruhe und Ordnung in mustergültiger Weife bewahrt. Gewisse Bevöllerungselemente aber haben sich in den östlichen Kreisen zu Ansschreikungen oerleiten lassen, durch die die Ordnung gefährdet werden konnte. Die Interalliierte Rcgieruugstommission, fest eni- schlössen, die Ordnung unbedingt aufrechtzuerhalten, verhängt den Belagerungszustand in den Kreisen Beufhea- Stadt, Beuthen-Land, Satlowih- Stadt, Kattowitz-Land und Pletz. Infolge der Morde an Landjägern in Kars hat der(britische) Kreiskonkrolleur von Benkhen-Land, Oberst Eockerill, das Stand- recht verhängt. Myslowitz soll durch polnische Banden von Oberschlesien abge- schnitten sein.(Die Stadt Myslowitz hatte eins deutsch« Mehrheit!) B e u t h e n, 24. März. Sämtliche Zeitungen im Bezirk Beuthen. deutsche wie polnische, sowie die hiesige Agentur des Wolfsichen Telcgraphcnbnreaus sind unter Vorzensur gestellt. Diese Zensur besieht sich auf alle Artikel, die sich in irgendeiner weise mil oberschleslschen Fragen beschäftigen. Ungeteilt bei veutfthlanü. Ein Aufrui der deutschbürgerlichen Parteien und der S.P.D. Oberschlesiens führt aus: Oberschlesier! Ihr habt mit 716 000 deutschen Stimmen gegen 471 000 polnische Euch für den Perbleib beim Deutschen Reich er- klärt. Alle Drohungen, der ungeheure Terror, Talen der Gewalt haben nicht vermocht. Euer Treubekenntnis zu erschüttern! Niemand darf diesen unter für uns ungünstigsten Umständen bekundeten Willen mißachten. Wirtschaftliche und geographische Rücksichten weisen zwingend mif die Einheit des oberschlesischcn Landes hin. Im Vertrauen auf die Macht der Gerechtigkeit, die auch bei unseren Gegnern nicht ertötet sein kann, erheben wir die Forderung: Oberschlesien ungeteilt beim Deutschen Reich! Von unseren Oberschlestern erwarten wir, daß sie sich alle als Brüder und Schwestern und Gleichberechtigte in unserer Heimat fühlen. Die Gegner im Abstimungskampf sollen sich die Hand reichen zum gemeinsamen friedlichen Ausbau und zur Versöhnung unseres Voltes. In Brüderlichkeit und Einigkeit mit unseren Volks- genossen wollen wir das neue Oberschlesien ausbauen. Schon wieder lodert Aufruhr und Bürgerkrieg. Mit Eni- rüstung wenden wir uns gegen diese Gewalt! Das Volt hat ge- sprachen! Es lebe das geeinte nngeteilte Oberschlesien! Zweierlei belgische Sozialisten. Der„Tag" veröffentlicht einen ausführlichen Bericht aus Brüssel über die belgische Kammersitzung, in der das Gesetz über die 30 Prozent Strafabgabe auf deutsche Exportwaren mit 123 gegen 2 Stimmen bei 17 Stimmenthaltungen angenommen wurde. Nock» diesem Bericht hat sich ein Teil der Sozialisten für das Gesetz ausgesprochen, während die übrigen 17 sich der Stimme enthielten. Die zwei Gegner waren die Vertreter der— bürgerlichen— Flämischen Volkspartei. Nach einer scharfmacherischen Rede des Außenministers I a s p a r, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, sprach der Sozialist Pierard. „Als dieser erklärte/ so fährt der Bericht fort,„daß er und leine Freunde auch für den Antrag stimmen wurden, brach groß er Jubel aus. Der Redner winkt« aber ab und fügte hinzu, daß uur ein Teil der Sozialisten seine Zustimmung gebe, weil die belgischen Delegierten nichts anderes tun könnten, als sich den Alliier- ten anzuschließen. Im übrigen sei die Zustimmung sehr bedenk- lich, well man nicht wisse, wie sich die Angelegenheit entwickeln werde und ob nicht Frankreich und England zuerst für sich selber sorgen werden. Camille Huysmans sagte, Deutschland solle zwar bestraft werden, aber wir st rasen dadurch auch uns selbst. Es sei zu fürchten, daß die Gewalt maßnahmen mehr im Interesse Englands als im Interesse Belgiens liegen. Wir muffen letzt endlich aufhören, uns für andere auszuopsern. Diese Bemerkung rief eine heftige Szene hervor und gleich darauf kam es zu noch st ü r m i- scheren Ausdrücken. Der Minister I a s p a r sprang aus und erklärte, die belgische Regierung sei in London und aus allen an- deren Konserenzen nur für Recht und Mäßigung einge- treten und nicht, um sich aufzuopfern. Das sei eine B e I e i d i- g u n g den anderen Alliierten gegenüber. Man dürfe den 60 Mil- lionen Deutschen, die Gewalt vor Recht(!) gehen laffen, nicht freie Hand lassen. Man müsse Deutschland zwingen, seinen Der- pflichtungcn nachzukommen, wenn es nicht anders gehe, dann m i t Gewalt. Slls der Abg. M a e s für die Flämische Volkspartei gegen die Lorlage sprach, rief ihm der Abg. Warnaffe zu, er sei ei» Boche. Das führte zu stürmischen Unterbrechungen. Auch der Senat nahm dos Gesetz' einstimmig an, nur e i n sozialistischer Se- nator enthielt sich der Stimme." Indem wir auf die Quelle, der wir diesen Bericht entnehmen, ausdrücklich hinweisen, müssen wir jedoch hinzufügen, daß der Inhalt zweifellos den Tatsachen entspricht. Damit hör die von uns längst ausgesprochene Vermutung ihre Bestätigung gesunden, daß es eben zwei entgegengesetzte Strömuugen innerhalb der belgischen Partei, eine nationalistische unter Führung Vonderveldes, Brunecs, Destrees, Piörards und Genossen, die andere unter Leitung von H n y s m a n s, de Brouckere u. a. gibt. Zur Kennzeichnimg de? ersteren Gruppe sei nur mitgeteilt, daß ihr Redner P i e r a r d Redakteur des extrem-nationalistifchen Blat- tes„Le Soir" ist. Ferner fügen wir hinzu, daß es im Senat etwa ein Dutzend Sozialiste» gibt, von denen nur einer Stimmenthal- tung ausgeübt hat._ Griechenlanü gegen Ententewillen. Fein paßt es zu der den Türken feierlich verbürgten Revision des Diktats von Sevres, daß die Athener den Beginn des g r i e ch i- schen Bormarsches auf der Front von Smyrna melden. General Papulos richtete an die Truppen eine Ermahnung, Apostel des Hellenismus und der griechischen Zivilisation zu sein, mit den Besiegten großmütig umzugchen, die Freiheit und die Ge- rechtiakeit dem Eigentum und den Einwohnern gegenüber ohne Unterschied der Rasse und Religion zu wahren. Die Zeitungen be- tonen die Notwendigkeit, den Türken den Frieden ouszu- zwingen, und verlangen«ine Beschleunigung der Ope- rationen, da das ganze Volt die Regierung unterstütze und seine Rechnung mit der Türkei sofort auszufechten wünsch«. Wie erreicht Oesterreich öen Nnschlusti Ludo Moritz H a r t m a n n, der frühere Gesandte in Verl in, zeichnet in einer soeben im Verlag von F. A. Perthes in Gotha unter dem Titel'„Grotzdeustch oder kleindeutsch?" erscheinenden Schrift dem deutfchöstsrreichischen Volke genau den Weg vor. den es geizen muß,»m die Bereinigung mit Deutschland durchzusetzen. Das gsterraichische Erik ist allein dazu berufen, mit Energie und Bcdachtjamkdt seine eigene Sache zu vertreten, denn es kann sich auf das Selbstbeftimmungsrecht stützen, da» als Grundlage der Friedensverträge wie des internationalen Rechtes überhaupt an- erkannt ist....Ist dl« Abstimmung vollzogen, die zweifellos mit einer sehr großen Mehrheit für Deutschland abschließen würde, dann müssen die Delegierten Deutschösterreichs mit diesen Abstim- mungsziffern auf Grund der Bestimmungen des Friedensoer» träges vor den Rat des Bölkerbundes treten und ihr Recht fordern. Nach den Statuten des Völkerbundes ist für einen Beschluß Einstimmigkeit erforderlich. Wie ist diese Einstimmigkeit in der Anschlußsrage zu erreichen? England und Amerika ist die Ruhe und Ordnung in Europa wichtiger als die Osfenhaltung einer so gewichtixen Frage. Sie sind auch zu gute Rechner, um zu glauben, daß die Angliederung Oesterreichs in absehbarer Zeit Deutschland einen ansehnlichen Machtzuwachs bringen könnte. Italien aber hat ein wesentliches Interesse daran, mit Deutschland eine gemein- same Grenze zu bekommen und will vor allem die Wiederkehr der Habsburger verhindern, was durch den Anschluß geschehen kann. Es bleibt also von den Großmächten nur Frankreich, deffm Regierung aus hysterischer Angst vor dem besiegten Deutschland auf jede Weise verhindern will, daß der„Erbfeind" vergrößert werde. Aber auch Frankreich wird sich dem festen Verlangen Deutschöster- reichg nicht widersetzen können.„Man stelle sich seine Lage vor, wenn gerade das Land, das sich am meisten mit seinen demokratischen Traditionen zu brüsten pflegt, allein von allen Völkern der Erde dagegen auftritt, daß ein Bolk, ohne fremde Rechte zu ver» letzen, sein Leben nach eigenem Willen, den es in feierlicher Form proklamiert hat, einrichtet und daß eine Boltsindioidualität nur als Mittel zu fremden Zwecken behandelt wird. Und man stelle> sich die Lage des Völkerbundes vor, zu dessen Aufgabe es nach feinem Statut gehört,„die Gerechtigkeit herrschen zu lassen", und aus dessen Begründung in allen Teilen der Welt geradezu messtanische Hoff- nungen gesetzt waren,— der aber in seinem ersten wichtigen Spruch nach dem Empfinden des größten Teiles der Welt einen Machtspruch statt eines gerechten Urteils fällt, so daß die Hoffnungen auf ihn zu- schänden werden. Kein Zweifel, dieser Schritt des Völkerbundes würde feine ganze Zukunft kompromittieren. Schon aus diesem Grunde müßte früher oder später sich eine ungeschriebene Allianz aller derer, die guten Willens sind, mit den Deutschöster- reichern zusammenfinden, und das isolierte Frankreich mühte unter dem Druck der öffentlichen Meinung, nachdem es so viel für sich erreicht hat, nachgeben in dem Punkte, in dem weder seine lebens- wichtigen Interessen noch seine Ehre oder sein Prestige engagiert sind." Lenin an tzaröiny. Washington, 24. März.(Reuter.) Das Staatsdepartement vev- öffentlich» die Rote der russischen Räteregierung, in der um Eröff, nung von Handelserörterungen gebeten wird. Sozialüemokratifcher Kulturtag. Dresden, 24. März.(TU.) Der erste sozialistische Kulturtag wurde gestern abend im großen Saal des Neustätzter Kasinos durch einen Begrüßungsabend eröffnet. Heute vormittag begannen unter außerordentlich starker Beteiligung die Verhandlungen. Staats- sekretär Heinrich Schulz eröffnete' gegen SM Uhr die Verhandlung. Er hieß die Erschienenen herzlich willkommen, und gab dann be- kannt, daß über 400 Lehrer, darunter Vertreter der Jugend, ausschüsse, der sozialdemokratischen Reichstags- und preußischen Landtags fsaktion, des sächsischen Lshrerverems und des Dresdener Lehreroereins erschienen seien. Weitere Begrüßungsansprachen folgten. Der preußische Kultusminister Haenisch erklärte, haß die Frage des Wiederausstieges unseres Volkes in erster Linie eine Er- ziehungsftage sei. Der sächsische Kultusminister Flsißner stellte fest, daß es in Sachsen eine Lehrerschaft gebe, die in ihrer Mehrheit aus dem Ge- biet der Schule vorwärts orange. Der Kampf für die sozialistische Schule sei ein eminent politischer Kampf. Die Lehrer möchten gute Pionier« auch in diesem Kampfe sein. Weiter sprachen dann noch Ministerpräsident Buck, Reichs- tagspräsident Lobe für die sozialdemokratische Reichstagsfraktion, Abgeordneter König für die preußische Landtagsfraktion, der Ver- treter des sächsischen Lehreroereins Schmidt und endlich Professor Ludo Hartmann aus Wien, der mit Nachdruck betonte, daß trotz de» Versailler Gewaltfrieden» der kulturelle Kompensations- verkehr zwischen hüben und drüben aufrechterhalten werden müsse. Darauf trat man in die Tagesordnung ein, deren erster Teil der weltlichen Gcmeinschaftsschuse gewidmet ist. Professor Dr. Rad- bruch aus Kiel, Mitglied des Reichstages, sprach über:„Die well- liche Schule und Weltanschouungsschule." Es folgte das Referat des Lehrers Axthur Arzt-Dresden'über:„Ausbau und Lehrplon der weltlichen Schule." Dresden, 24. März.(Eigener Drahlberichl des„vorwärts"). Der Sozialdemokratische Knlkurtag in Dresden hat folgende Enlschlichung angenommen: „Die sozialdemokratischen Lehrer und Ellern werden in de» kommenden Schulkümpsen der drohenden Zerspllllerung unsere» Schulwesens den Gedanken der weltlichen Gemein- fchafts schule enkgegcnslellen. Bichl eine dogmatisch gebundene Schule, heiß? sie mm Simultan-, Bekenntckis- oder Wellanschauungs. ule, sondern die vom Geiste der Gemeinschaflsethik und emcinschastskullur beseeiie weltliche Schule ist die Schule. welche die Sozialdemokrakie fordert und fördert." StaSwekvrönetenversammwng. In der Stadtverordnetenversammlung ging es gestern vergleichsweise„ruhig" zu. Bei Beginn der Sitzung war die Tribüne fast leer, und erst im Laufe des Abends füllte sie sich einigermaßen. Die Verhandlungen wur» den meist sachlich geführt,' und auch die Kommunisten be- nahmen sich ungewöhnlich zahin— bis auf einen im letzten Tell der Sitzung sich ereignenden Zusammenstoß mii dem Oberbürgermeister. Diesmal trug die Hauptkosten der Uiitcr- Haltung der deutschnationale Pastor Koch. Er eiferte gegen den Plan, den Berliner Gemeindefriedhof bei Friedrichsfelde zu erweitern, aber feine Mühe blieb erfolglos. Stadtrat A h r e n s rieb ihm unter die Nase, wie gern der Herr Pastor es sähe, wenn den'verkrachten kirchlichen Friedhof bei Müblenbeck die Stadt Berlin übernähme. Einige andere Verhandlnnasgegenstände wurden mit reichlichen Reden, aber ohne viel Ausregung erledigt. Auch um das auf dem Viehhof faulende Herings- l a g e r, für das der Magistrat die Verantwortung ablehnte, weil es einem privaten Unternehmer gchört, geriet man ein- ander nicht allzu heftig in die Haare. Die rechte.„Stimmung" kam erst zustande in der Debatte über die von den bürxer- lichen Frakrioncn eingebrachte Anfrage wegen dee�„B e- urlaubung" der W e r k d i r e k t o r c n. Stadtrat S ch l i ch t l n g gab die Antrwrt, daß der Magistrat diese Mahregel durchaus verantworten könne. Nach seiner Dar- stellung haben die Direktoren es ihrem eigenen Der- halten zu danken, daß man sie gehen hieß. Sozial- demokraten. Unabhängige und Kommunisten billigen das Bor- oelzen des Magistrat?. Die Kommunisten aber leisteten sich bei dieser Gelegenheit den schon erwähr-ten Krach mit dem Oberbürgermeister. Hier sekundierten ihnen im Lärmen auch die Unabhängigen. Gewerkschostsbewegung Jührt die fugend den Hewerkfthasten zu! Die jetzt neu ins Erwerbsleben tretenden Lehrlinge, jugend- lichen Angestellten und Arbeiter auf die richtige Organisation aufmerksam zu machen, muh Pflicht aller Eltern und auch der erwachsenen Arbeitskollegen sein. Heute werden fast überall die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Lehrlinge durch Tarif- vertröge mit geregelt, so daß schon erzieherische Gründe allein maßgebend sein mühten, die Jugend gewerkschaftlich zu organisieren. Es darf bei ihr nicht das Gefühl aufkommen, als ob Vorteile in wirtschaftlichen Kämpfen ohne eigene Mitwirkung errungen werden können, als ob die Gewerkschaften nur grohe Automaten wären. Weiter aber ist zu beachten, dah die verschiedensten Ge- werkschaftsrichtungen sich in ihren Bemühungen um den beruflichen Nachwuchs gegenseitig zu übertreffen versuchen. Es darf aber nicht dem Zufall Überlajsen bleiben, wohin die Jugend gerät. Besonders notwendig ist die Aufmerksamkeit der Eltern, deren Kinder in kaufmännischen oder Bureaubetrieben Stellung gefunden haben. Oft genug war schon festzustellen, dah Arbeitgeber und aller« Angestellte für wirtschaftsfriedliche Verbände, wie den Gewertschaftsbund der Angestell- t e n und den Deutschnationalen Handlungsgehilfen- verband oder den Verband der weiblichen Ange- st e l l t e n geworben haben. Demgegenüber sei erneut darauf hin- gewiesen, daß als freie Gewerkschaft nur der Zentralverband der Angestellten in Frage kommt. Was diesem an Unterstützung durch die Arbeitgeber und Schulen abgeht, muh die tatkräftige Solidarität aller Gewerkschaftler wieder ausgleichen. Dazu ist besonders notwendig, die Angestelllenjugend gleich von vornherein dem Zentralverband der Angestellten zuzu- führen, der in seinen Jugendabteilungen Stätten geschaffen hat, in denen die Jugend Aufklärung und auch gut« Ge- s e l l i g k e i t finden kann. Eine besondere Jugendzeitschrift wird kostenlos geliefert! sie ist dem Auffassungsvermögen ihrer jungen Leser angepaßt. Wenn alle Arbeitereltern ihre Pflicht tun, wird es möglich sein, den jetzt noch verhältnismäßig starten reaktionären Angestellten- organisationen das Wasser abzugraben. vie Transportarbeiter gegen Moskau. Am 20. und 21. März tagte in Berlin eine Konferenz des engeren und erweiterten Vorstandes, des Derbandsausschusics und der Ver- treter der Gau- und Ortsoörstände des Deutschen Transportarbeiter- verband«?, um zu«inigen wichtigen organisatorischen Fragen Stellung zu nehmen Der Verband hat im letzien Jahr« etwa S7000 Mitglieder gewonnen, doch ist seit Mitte des Jahres bis zum Jahresschluß der Mitgliederbestand um gut 18 000 auf 378000 gesunken. Infolge der ausgedehnten Kämpfe und Bewegungen, die der Verband um die Hebung der Lebenslog« seiner Angehörigen führte, ist auch der Kassen bestand um ein geringes zurück- gegangen. Die endgültigen Zahlen für 1920 sind jedoch in ollen Fällen noch nicht bekannt. Kolleg« Döring hiell«in instruktives Referat über die kam- muni st ischen Bestrebungen in den Gewerkschaften. An der Hand der kommimistischen„Tagesbefehle",„Parolen" und „Schlachtaufrufe", enthüllte er die wahren Absichten der K.P.2. und belegte sein« Behauptung, daß die Kommunistische Partei als Sprengkörper im Gewerkschaftsleben wirkte» mll zahlreichen Beispielen auch aus der eigenen Organisation. "Ausdrücklich hob er schars hervor, daß unser Adwehrkampf nicht den Verbandsmitgliedern gelt«, die der K.P.D. angehören und von ihrer Handlungs- und Meinungsfreiheit nur innerhalb der vom .Statut und gültigen Beschlüssen gezogenen Gren- zen Gebrauch machen. Desto schärfer müsse aber dem verderblichen Treiben der kommunistischen Agenten iu der Gewerkschaftsbewegung, die bewußt die Spallung wollen, wenn sie es nach der russischen Morallehre auch ableugnen, entgegentreten werden. Eine lebhafte, aber streng sachliche Diskussion unterstrich die Ausführungen des Referenten, so daß der Verbandsoorsitzcnde, Kolleg« Schumann, konstatieren durste, dah auch die Resolution der Berliner Kollegen lediglich eine Begründung der Borstandsresolution sei. Die Berliner Kollegen betonten denn auch, daß sie in der Sache mit den Kollegen aus dem Reiche einig feien, ihre Abänderungen fällten nur ver- hüten, den Kommunisten billigen Ägitationsstoff zu liesern(die saugen aus allen Blüten Honig). Nachdem der als Konzession cm die Berliner Auffassung präziser gefaßte Absatz 3e gegen 13. der Absatz 3b gegen 3 Stimmen ange- nommen worden waren, wurde in der Gesamtabstimmung nach» stehende Resolution mit allen Stimmen angenommen: „Nachdem die Gewerkschaftszentrale der Bereinigten Kommu« nistifchen Partei Deutschlands dazu übergegangen ist, ihre Anhänger offen aufzufordern, unter Anwendung der verwerflichsten Mittel, die Tätigkeit der dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbund ange- fchlosfenen Organisationen zu sabotieren und dadurch die Ge- werkschosten selbst zu z e r st ö r e n, sieht sich die am 20. und 21. März 1921 m Berlin tagende Konferenz von Vertretern der Dan- und Ortsvorstände, des erweiterten Verbandsvorstandes und des Der- bcmdsausschusses des Deutschen Transportarbeiterverbandes veranlaßt, dem gemeinschädlichen Wirken jener Kreis« durch die Aufstellung nachfolgender Grundsätze entgegenzutreten: 1. Maßgebend für dos Verhalten oller Mitglieder des D.T.V. sind die Beschlüsse der Gewertschastskongresse der Verbandstage, die Bestimmungen des Verbandsstatuts und des Organisotionsstatuts des Allgemeinen Deutschen Gewerkschastsbundes. Z. Wer dem zuwider als Mitglied des L.T.B. BefchllZss« oder Anweisungen der VL.PD). oder der Moskauer Gewerkschaftsinter- nationale befolgt, die sich gegen die deutschen Gewerkschaften richten, stellt sich selbst außerhalb der Organiastion und begibt sich dadurch jeden Anrechts an dieselbe. 3. Der Verbandsoorstand erhält den Auftrag, gegen diejenigen Mitglieder mit allen statutarischen Mitteln(einschließlich des Aus- fchlusses) vorzugehen, die: s) sich an der Bildung kommunistischer, der G e w e r k° schafsfpaltung dienenden Fraktionen(Zellen) beteiligen, b) Flugschriften usw., deren Inhalt sich gegen die Gewerk- schasten richtet, verfassen, unterzeichnen oder verbreiten, c) an Versammlungen, Konferenzen, Zusammenkünsten usw„ aktiv teilnehmen, die den Zweck haben, die Einigkeit und Kampf- sähigkeit oder den Bestand der Gewerkschaften zu gefährden, ä) die Sperrung der Verbandsbeiträg« propagieren oder selbst durchführen und damit die Aktionsfähigkeit der Organisationen in Frage stellen, «) durch Wort und Schrift die zur Durchführung der gewerk- fchaftlichen Ausgaben unerläßlichen Disziplin zu untergraben ver- suchen. 4. Wer Verbands inaterial aller Art ohne Genehmigung des Aerbandsoorstandes an sich bringt oder in feinem Besitz behält, setzt sich der strasrechllichen Berwlgung aus. 3. Besoldete Verbandssunktionäre. die sich eines Verstoßes gegen obige Grundsätze schuldig machen, sind sofort ohne Ge- haltszohlung zu entlassen. Die Konferenz gibt serner ihrer Ansicht dahin Ausdruck, daß im Interesse des einheitlichen Zusammenwirkens aller Verbands- Mitglieder Fraktionsbildungen nach der politischen Parteizugehörigkeit zu unterlassen sind." Als weiterer wichtiger Punkt wurden die Arbeitsgemeinschaften vom Kollegen Werner behandelt. Er plädierte für Aufrechterhaltuug der Arbeitsgemeinschasten aus praktischen und taktischen Gründen. Ebenso trat Kollege Schu- mann für die Beibehaltung der Arbeitsgemerm'chaften ein. In der Diskussion sprachen fast nur Gegner. Ein Berliner Antrag auf Rücktritt von der Arbeitsgemeinschaft wurde mit 80 gegen 44 Stimmen abgelehnt, sodann gegen 37 Stimmen die vom Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes auf seiner Tagung am 2. und 3. Rvoember 1920 zur Frage der Arbeitsgemeinschaft angenommene Entschließung anerkannt, die die Arbeitsgemeinschaft nach wie vor als sin geeignetes Mittel zur Ber- tretung der wirtschastl'chen Interessen der Berufsangehörigen be- trachtet. Sie erblickt die Bedeutung der Mitarbeit der Arbeitnehmer in der Arbeitsgemeinschaft nicht allein in den erzielten Berbesserunaen der wircschastlichen Position, sondern auch in der erfolgreichen Ab- wehr von Verschlechterungen. Die Konferenz hält de weitere Mitarbeit der Derbandsvertreter in dieser Institution mindestens so lange für erforderlich, bis durch Erfüllung des Art. 165 der Reichsverfassung öfffentlich-rechtliche Interessenvertretungen der Arbeitnehmer geschossen sind. krach im O.H.v. Der frühere Gauleiter des Deutschnationalen Handlungs- gehilfenoerbandes, der Bürgervorsteher Iaeger, Osnabrück, ist mit seiner Hainburgischen Hauptverwaltung in einen schweren Konflikt geroten. Iaeger hat in verschiedenen Schriftsätzen der Hauptverwaltung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes bzw. einzelnen Personen dieses die schweren Borwllrfe der Bilanz frisierung, der Aktevunlcrschlagung. der volorischeu Sor- ruption und Verlogenheit gemacht. Außerdem behauptet er, daß einzelne Personen der Hauptverwaltung das frühere Verwaltungsmitglied des Deutschnationalen Handlungsgehilfenoerbandes Döhring zum Selbstmord getrieben haben, well er gegen die Manipulationen des Deutschnationalen Handlungsgehilfenoer- bandes Einspruch erhoben hat. Die Folge davon ist eine Klage des Deutschnationalen Hand- lungsgehilfenverbandes bzw. des Kassierers des DHV. Winter gegen Iaeger wegen Beleidigung. Iaeger, der jahrelang nicht nur Gauleiter, sondern auch Aufsichtsratsmitglied beim DHV. gewesen ist und als Bürgervorsteher in Osnabrück auch im öffentlichen Leben exponiert steht, hat sich bereft erklärt, für die von ihm aufgestellten Behauptungen den Wahrheitsbeweis anzutreten. Erfolge bei den Knnfmannsgerichtswahlen. Daß der fteigewerkschaftliche Gedanke auch in den Kreisen der Angestellten mehr und mehr Boden gewinnt, beweist am besten das bisherige Ergebnis der Kaufmannsgerichts- wählen. So sind in 50 Orten bisher 599 Beisitzer gewählt worden. Da- von erhielt der Zentralverband der Ange st eilten 209, der Deutschnationale Hondlungsgehilfenverband 190, der Gewerkschastsbund der Angestellten 122, verschiedene Verbände und ver- einigte Listen 78 Beisitzer. Gerade die letzten Tage bringen für den Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband Niederlage auf Niederlage. Es sei nur Emden(ZdA. 5, DHD. 0), Lehe (ZdA. 4, DHV. 0), Chemnitz(ZdA. 15, DHD. 11), Kiel(ZdA. 10, DHV. 0), Dresden(ZdA. 18, DHV. 15) genannt. Vergleicht man mit diesen Resultaten die Wahl vor dem Kriege, wo der Zentral- oerband in Kiel mit nur 2, in Chemnitz mit nur 3 Beisitzern, in vielen Orten überhaupt nicht vertreten war, so kann man schon jetzt sagen, daß der freigewerkschaftliche Gedanke erfreulich im a ch s e n begriffen ist.__ Ein beendeter Musikerstreik des Theaters in der Kam- Mandanten st ratze, über den wir bereits früher berichteten, wurde am 21. d. M. vor dem zwischen Bühnenverein und Musiker- verband bestehenden Schiedsgericht verhandekt. Seine gingen dahin, daß die Musiker im Recht waren, wenn sie die Arbeit einstellten. Bei dieser Sachlage mußte auch die damals seitens der Direktion ausgesprochen« f r i st l o s e Entlassung der Musiker als zu Unrecht geschehen und somit als unwirksam bezeichnet werden. Nach erfolgter Feststellung dieser Tatsachen kam es zwi- schen den Parteien zu einem P e r g l e i ch, in dem sich die Direk- tion verpflichtet, an die Musiker die Teuerungszulage für Januar sowie die vollen Bezüge für Februar sofort zur Aus- Zahlung zu bringen. Für den Monat März verzichten die Musiker auf ihr« Gehalts onsprüche, werden aber ab 1. April unter Zubilli- gung sämtlicher vertraglichen Rechte wieder eingestellt. Dle Lohnbewegung in der vrouindustrie ist ohne Kampf zum Abschluß gekommen. Die jugendlichen Angestellten erhellten 50 M. monatliche Zulage, die kaufmännischen Angestellten der Gruppen 1— 6 und die technischen Angestellten der Gruppen a— k erhalten zu dem jetzigen Einkommen 100 M. Teuerungszulage. Außerdem wird eine Zulage für Verheiratete von 50 M. Und eine Kinderzulage von 25 M. für jedes Kind gezahlt. Die Ueberstundensätze sind entsprechend erhöht worden. Die genaue redaktionelle Festlegung des Vertrags erfolgt Ansang April. Die Transportarbeiter in der Samenbranche stehen seit einigen Tagen im Streik. Die Arbeitigeber versuchen, die kaufmännischen Angestellten zu Streitbrecherarbeiten zu verleiten. Lehnt dies Ansinnen ab! Beweist eure Solidarität! Zentralverband der Angestellten. Vorträge, vereine und Versammlungen. - Jf'b«»«.Rat>;ahr«.»>md„Solidarität". Touren für«arfr-it-g und Ostern. «lbt. 27.: Stieiszstae durch den Grunewald, Endziel Lankwist. 28.: Noch Machnower Schleuse; Starl 1 Uhr Billawstr. 58.— 2.«bt. Karfreitag(Vier- tagcstour) nach Finsterwalde: Start 6 Uhr früh. 28.: Nach LmtenwalK, Karl- irrajje(Gewerkschastshaus): Start 6 Uhr früh Fontane., Eck- Blücherstrufte.— 3.«dl. Kwertagestour nach«yritz bzw. Äampehl: Start S Uhr. 28.: Nach vchwanenrrug: Start 8 Uhr. Nachmittags Spandau(Sipoli); Start 1 Uhr Läufig—"—-•———•--- (Rathausbären); SmeitagCätour nach H-rzberg(EngeO; Start 28~SR5tj. 6 Ubr abends, refp. �7. Marz, 8 Uhr früh. Nachmittags 1 Uhr Bernau(Waldkater). Montag nach «ilchelmshagcn fKrug); Star» 1 Uhr Komturciplah.— 8.«bt. Karfreitag nach Schildow lKatharineii-See): Start I Uhr. 27.: Nach Schiinwalde(Klopfer); Atari 1 Uhr. 28.: Nach ISrsfeld«(Gummlich): Start 1 Uhr liovenhagen-r Straße_28.— 7. Abt. Karfreitag Streifzüge durch den Grunewald, Endziel Miel, gehlendorf. 27.: Strausberg fRotkappchrn): Start 7 Ubr. Nachmittags 1 Uhr nach Marzahn. 28.: Birkenwerber((tapan): Start Schul», Ecke Prinz- Eugen-Strast«.— 8. Abt. Karfreitag 1 Uhr Hirschgarten(Wilhelmshof). Ostern nach Nciiliadt a. b. Doffe(Kampehl): Start Sonnabend,<>4 Uhr nachmittags, Waldstr. 8. 27.: 12 Uhr nach Zutsdorf. 28.: 12 Uhr Schönwaldc bei Spandau (Schwanenkrug): Start Waldstr. 8.—». Abt. 27.: Nach Schoneiche(Mann): Start 8 Uhr. 28.: Nach Rudow(Lindcnwirlin): Start 1 Ubr Brandenburg- straf)« 22.— 12. Abt. Motorfahrer. Anfahrt am 27. nach dem Wandlitzfee lSce- terraffe): Start vorm. 10 Uhr Wristenfee, Prenzlauer, Ecke Heinersdorfcr Str.— Ortsgr. Neukölln. Karfreitag Agitationstour durch Neukölln, nachdem im Ber- einslokal, Weichfelstr. 8; Start 2 Uhr Nichardvlatz. 27. i Nach Rahnsdorf(Ein- kehrstelle): Start 1 Uhr Hohrnzollernvloh. 28.: Streifzllge durch dcn Grunr. wald, Endziel gehlendorf: Start I Uhr„Neue Welt".— Ortsgr. Neinickcadori. 25.: Herrentonr; Start 8 Uhr. Damentour: Start l Uhr bei Muster. 28.: Schulzcndorf: Start 1 Uhr bei Muster.— Ortsgr. Lichtraberg. 27.: Wandrr» tour nach"—'—"--- 8 Uhr f Ortsgr. Winkel: Start I Uhr"Birnbaum. Gälvanistraße.— Ortsgri Mariendorf. freitag nach Teltow: Start l Ilhr Chaussseftr. 28.— Fadrwarte! M: so. März, 7 Uhr, gentralfahrwartssitzung, Rungrftr. 7. Erscheinen aller Fahr- warte ist Pflicht. Touristen. Berein„Die Naturfreunde". Osterfahrten lS2l. Abt. Norden: Drei-Tag-. Fahrt Schlaubethai. Abf. Sonnabend vorm. 7.18 Uhr Schles. Bhf. und .. tl» w e st:>"" ...___ Bortragsabend des Herrn Paul Gerhart Rospe über„Der Weltverbefserrr". Traglidre eine, Idealisten in 4 Akten.— Landsmanufchaft der Schleswig. Zolfteincr. Sonntag. den 27. März(1. Olterfeiertag), Feier des 22. Stiftungsfestes im großen Surf de, Gewerkschaftshanses, Engeluser 14/15. Anfang 5 Uhr. Landsleute, IrcD.-e der plattdeutschen Sprache stnd willkommen. Berantw. für den redalt. Teil: Dr. Werner Bctfer, Tharl-tt-nburg: für Anzeigen: Tb.«loche. Berlin. Verlag: VonoirtS-B-rlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vor- würtS-Buchdruckeret». LerlagSanOall Daul«Inger u. Co.. Berlin. Lindriltr. 3. Hierzu 1 Beilage. Conti ne; ßesenm&fttai; / / Trag Ccmflaentil-Regnunantel mit Cont:-� nental-RtgeohuL Neueste Formen- für £)2men, Herren» Kinder— tadellos sitzend — in allen einschlägigen Gcschäftcou So gut wie Continental«Reifen. ■5—» .